The Shadow of Water

  • The Shadow of Water





    Eigenes Bild; Pokemon: Ken Sugimori



    Vorwort


    Liebe Fanfiction-Leser,


    etwa anderthalb Jahre nach Beendigung meiner letzten Pokemon-Fanfiction Kampf der Götter habe ich nun beschlossen, eine neue Geschichte zu beginnen. Ursprünglich sollte es eine kurze Sache werden, nicht viel mehr als eine Kurzgeschichte, die ich in vier Teilen posten wollte - jedoch schreibe ich momentan bereits am siebten Teil und das Ende ist noch lange nicht in Sicht. Deshalb wundert euch bitte nicht darüber, wenn die Geschichte gewisse Merkmale einer Kurzgeschichte aufweist, wie z.B. den plötzlichen Eintritt in die Handlung ohne lange Vorgeschichte oder die Beschränkung auf wenige Handlungsorte. Zudem werden nicht die gesamten Hintergründe der Geschichte komplett offengelegt, was jedoch beabsichtigt ist, da ich dem Leser hier Raum für seine eigene Fantasie lassen wollte.



    Was euch erwartet


    The Shadow of Water ist eine stark handlungsorientierte Geschichte, die auf Spannung ausgelegt ist, aber auch eine Prise Humor beinhalten soll. Sie spielt in einer bisher unbekannten Region der Pokemonwelt und fernab von Menschen, auch wenn es einige Querverweise auf deren Existenz geben wird. Die tieferen Beweggründe der handelnden Charaktere, sowie deren Vorhaben, werden erst nach und nach ans Tageslicht kommen. Insgesamt ist die Geschichte weniger anspruchsvoll zu lesen als KDG und soll in erster Linie unterhalten. Sie wird nicht mehr Gewalt enthalten als in Pokemonkämpfen üblich und ist daher auch für jüngere Leser geeignet.



    Inhalt


    The Shadow of Water ist eine Geschichte über die Gier nach Macht, welche manche der Legendären antreibt und deren Kriege oft auf dem Rücken der gewöhnlichen Pokemon ausgetragen werden. Genau für einen solchen Krieg wurden die Vorkehrungen bereits getroffen und es ist kein anderer als Darkrai, der dafür verantwortlich ist. Mit einem schweren Transportschiff voller Pokemon ist er auf dem Weg nach Norden, doch was genau er dort will, ist wohl nur ihm selbst bekannt.
    Es ist auch die Geschichte von Aquana, einem gewitzten kleinen Pokemon, welches scheinbar zufällig an Bord von Darkrais Schiff gelangt ist und so in dessen Machenschaften hineingezogen wird. Noch weiß Aquana weder, wohin die Reise geht noch was Darkrai eigentlich damit bezweckt, nur dass es sich dabei um nichts Gutes handeln kann.
    Können die Taten eines einzelnen, gewöhnlichen Pokemons mit lediglich durchschnittlicher Stärke in einem Krieg zwischen Legendären überhaupt irgendeine Rolle spielen? Wer weiß. Doch sollte man bedenken, dass Sieg und Niederlage nicht immer durch bloße Stärke entschieden werden.



    Kapitelübersicht


    Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6




  • Teil 1


    Schwerfällig schob sich das Schiff den breiten, langsam fließenden Strom hinauf. Es handelte sich um einen großen Transporter, in dessen Mitte dutzende Käfige übereinandergestapelt waren. Die Käfige waren an sich geräumig, doch angesichts der großen Anzahl an Pokemon, die sich darin drängten, wirkten sie einfach nur eng und überfüllt.
    Nur eine einzelne Gestalt stand vorne am Bug des Schiffes und ließ den Blick in die Ferne schweifen. Auch sie war ein Pokemon, offenbar das einzige, das an Bord frei herumlief. Sein rockartiges Gewand hing in Fetzen bis fast auf den Boden, über dem es wenige Handbreit zu schweben schien. Ein gezackter, roter Kragen erhob sich auf seinen Schultern und ein langer weißer Haarschopf hing ihm ein Stück ins Gesicht und verdeckte eines seiner türkisblauen Augen.
    "Lugia", sprach es mit seiner dunklen, gelassenen Stimme, und ein weißer Kopf an einem langen, schwanenähnlichen Hals schob sich daraufhin aus den Wellen und neigte sich über die Reling. "Meister?" Das Pokemon sah ihn fragend an.
    "Wie lange brauchen wir bei der jetzigen Strömungsstärke noch?"
    "Hmm..." Das Pokemon namens Lugia dachte einen Moment nach. "Ich würde sagen, wir müssten in etwa drei bis vier Tagen am Ziel sein, Meister Darkrai", antwortete es schließlich.
    "Gut. Bleib in der Nähe."
    Lugia nickte. "Wie Ihr wünscht, Meister."


    Das kleine blaue Pokemon schlug die Augen auf. Schwaches Sonnenlicht fiel seitlich durch die Gitterstäbe und wärmte die Planken hellbraunen Holzes auf, die den Käfigboden bildeten.
    Sie lag ganz in der hintersten Ecke des Käfigs, wo die Stimmen der anderen Pokemon leiser und erträglicher klangen und sie in Ruhe hatte schlafen können. Doch nun war sie erwacht und hatte keine Lust mehr, herumzuliegen. Sie streckte sich auf katzenhafte Weise und putzte eine Weile ihr weiches, glattes Fell, das komplett wasserabweisend war. Anschließend bahnte sie sich einen Weg durch die anderen Pokemon, um bis zum Außengitter zu gelangen und ein wenig frische Luft zu schnuppern. Als sie ihre Nase ans Gitter drückte, stieß sie ein enttäuschtes Maunzen aus. Entgegen ihrer Hoffnung war der Käfig sehr ausbruchssicher, zumindest an dieser Stelle. Doch sie gab nicht auf und fuhr fort, das Gitter genauer zu untersuchen. Gleichzeitig beobachtete sie die anderen Pokemon. Wiederholt fiel ihr auf, dass sie das mit Abstand kleinste Pokemon in ihrem Käfig war. Außer ihr befanden sich darin nämlich noch ein Girafarig, ein Gallopa, ein Bisaknosp, ein Tauboss und ein Shnurgarst. Alle dösten vor sich hin, wenngleich in den Augen des Gallopas immer noch ein zorniges Funkeln lag und das Shnurgarst leise über die Unbequemlichkeit des Käfigs vor sich hin grummelte. Keiner beachtete das kleine Aquana in ihrer Mitte.
    Dieses aber suchte nun noch intensiver nach einem Ausweg. Bestimmt war der Käfig sehr stabil, wenn er solche Pokemon beherbergte, doch vielleicht war sie schlank genug, um sich zwischen den Stäben hindurchzuwinden. Und tatsächlich wurde sie wenig später fündig: die Tür. Das war des Käfigs Schwachstelle. Die Tür schien fast noch stabilere Eisenstäbe zu besitzen, doch waren die Abstände zwischen den Stäben hier größer. Anscheinend hatte niemand bemerkt, dass zwischen den ganzen größeren Pokemon auch ein kleines Aquana versteckt gelegen hatte... Hier in der Tür verliefen die Stäbe außerdem horizontal, anders als in den Wänden. Aquana drückte sich flach auf den Boden und noch bevor ihre Käfigmitbewohner etwas bemerken konnten, hatte sie sich schon unter der Tür hindurchgezwängt und war die etwa zwei Meter bis zum Boden hinuntergesprungen. Erst jetzt fiel ihr auf, dass 'ihr' Käfig gar nicht der unterste gewesen war. Auf der untersten Ebene waren noch größere Pokemon untergebracht, die für die oberen Käfige zu schwer gewesen wären. Sie konnte sehen, wie sich ein Glurak ans Gitter drückte und ihr erstaunt nachblickte, als sie mit der ihr eigenen, katzengleichen Eleganz am Gitter entlang schlenderte.
    Ohne dass es ihr bewusst gewesen war, hatte sie sich kontinuierlich in Richtung Bug bewegt und blieb nun abwartend stehen, als sie keine zehn Meter von sich entfernt Darkrai schweben sah, der sich mit einem Pokemon unterhielt, das nebenherschwamm. Sie setzte sich auf ihre Hinterbeine und schlang den flossenartigen Schwanz um sich, während sie den Kopf schief legte. Es war ihre typische "niedlich-und-harmlos-aussehen"-Sitzposition.


    Darkrai konnte es sich nicht erklären, doch auf einmal hatte er das Gefühl, nicht mehr allein mit Lugia zu sein. Rasch drehte er sich um und erkannte zornig, dass eines der Pokemon seinen Käfig verlassen hatte. Sein Zorn ließ jedoch genauso schnell nach, wie er aufgeflammt war, handelte es sich bei dem Pokemon doch nur um ein kleines Aquana, das ihn neugierig betrachtete. Dennoch... Es hätte eigentlich nicht im Stande zu entkommen sein sollen. Während er noch unschlüssig darüber nachdachte, was er nun mit dem Pokemon tun sollte, beziehungsweise wie er es am schnellsten wieder zurück in seinen Käfig bekam, kam Leben in das Wasserpokemon. Mit kleinen flotten Schritten kam es näher, betrachtete ihn kurz, und sprang dann zu seiner Überraschung auf die Reling. Seine Hinterpfoten standen noch sicher auf einem schmalen, nach innen gewölbten Vorsprung, während die Vorderpfoten schon auf dem niedrigen Geländer lagen, hinter dem es direkt hinunter in den Fluss ging. "Halt!", befahl Darkrai und streckte einen Arm aus, als wollte er als nächstes seine dunkle Macht rufen, um das Pokemon anzugreifen oder sogar in seiner dunklen Welt verschwinden zu lassen. Wenn Darkrai zuvor schon überrascht gewesen war, so wurde er nun noch mehr erstaunt. Das kleine Pokemon hielt nämlich tatsächlich inne, wandte den hübschen Kopf mit den schwarzen Kulleraugen und der silbrigen Halskrause nach ihm und sagte: "Entschuldigt mein überstürztes Handeln, Meister Darkrai. Ich hätte natürlich vorher fragen sollen." Dabei sah sie - dass sie weiblich war, hörte er nun an ihrer glockenklaren Stimme, rein wie Quellwasser - ihn tatsächlich auch noch reumütig an und senkte den Kopf ein Stück. Darkrai brachte vor Verblüffung kein Wort heraus. Eine Erwiderung war jedoch auch nicht nötig, denn das hellblaue Fräulein war noch nicht fertig. "Ich bitte Euch, lasst mich doch ein wenig schwimmen, die Trockenheit bekommt mir gar nicht", erklärte sie ernsthaft. Darkrai sah sie verständnislos an, auch wenn sein Gesichtsausdruck komplett unbewegt blieb. Wusste dieses Mädchen denn nicht, dass er der Böse war? Derjenige, der sie und die anderen Pokemon in die Käfige gesteckt und sie aus ihrer vertrauten Umgebung entführt hatte? Er hatte nicht erwartet, dass einem Pokemon die Flucht aus dem Käfig gelingen würde, doch auch dieses Risiko hatte er abgeschätzt. Er hatte fest damit gerechnet, dass ein entkommenes Pokemon ihn außer sich vor Wut angreifen würde oder zumindest - wenn es ein schwächeres Exemplar war - versuchen würde, vom Transporter zu fliehen. Stattdessen saß dieses Pokemon nun seelenruhig vor ihm, bat ihn höflich um Erlaubnis von Bord gehen zu dürfen und sprach ihn zudem mit 'Meister' an, was sonst kein Pokemon außer seinen Dienern jemals tun würde.
    "Wenn Ihr gestattet, dass ich mich einmische, Meister", erklang Lugias Stimme neben ihm, "Ich kenne dieses Pokemon." Darkrai war nicht der Einzige, der seine Aufmerksamkeit nun Lugia zuwandte, auch Aquana blickte ihn an. "Lugia!", rief sie erstaunt aus. "Was machst du denn hier?" Damit lieferte sie Darkrai den Beweis, dass Lugia sie tatsächlich kennen musste. Das Unlichtpokemon war nun ein wenig ruhiger, jetzt, da er wusste, dass dieses seltsame Pokemon eine Bekannte seines Dieners war und allem Anschein nach von diesem als ungefährlich eingestuft wurde. Trotzdem oder gerade deshalb erwachte nun seine Neugier. Woher kannten die beiden sich?
    "Ach, Aquana. Lange ist's her", erwiderte Lugia nun. Seine Stimme klang, ähnlich der Darkrais, sehr ruhig und erwachsen, wie es sich für ein legendäres Pokemon geziemte.
    "Auf ein Wort, Lugia", ordnete Darkrai streng an. Er hatte keine Lust, nun einem langweiligen Gespräch über irgendwelche Erinnerungen beizuwohnen, besonders, wenn er dabei nicht mitreden konnte. "Natürlich, Meister." Das weiße Psychopokemon warf Aquana noch einen freundlichen Blick zu, schwamm dann gehorsam neben Darkrai und beugte den Kopf vor.
    "Lugia. Wer ist dieses Pokemon? Warum benimmt es sich so merkwürdig?", zischte Darkrai.
    "Meister, dieses Aquana kenne ich schon, seit es ein Evoli war", begann sein Diener leise, so dass Aquana nicht mithören konnte. "Sie spielte immer gerne nah am Wasser und so lernten wir uns kennen." In dem Bewusstsein, dass sein Meister gerne kurze und bündige Antworten hörte, kam er nun auf die andere Frage zu sprechen: "Sie ist nicht unbedingt merkwürdig, das ist nicht der richtige Ausdruck. Aber es kam mir oft so vor, als wäre sie recht naiv. Sie hat überhaupt keine Angst vor legendären Pokemon, wie Ihr vielleicht bemerkt habt, doch sie ist niemals respektlos."
    Darkrai sinnierte kurz über das Gehörte nach, bevor er fragte: "Denkst du, sie könnte von Nutzen sein?" Lugia ahnte, dass Darkrai mit dieser Frage eigentlich meinte, ob sie eine gute Dienerin wäre und erwiderte daher: "Nun, 'von Nutzen' könnte sie unter Umständen tatsächlich sein. Aber es ist ... kompliziert mit ihr."
    "Inwiefern?"
    "Es kann sein, dass sie Eure Befehle widerspuchslos befolgt, aber genauso könnte sie sich auch auf nicht enden wollende Diskussionen mit Euch einlassen...", meinte Lugia.
    "Aber sie würde keine Doppelspielchen mit uns treiben, oder?", fragte Darkrai. Lugia nickte zögernd. "Wahrscheinlich nicht." Sein Meister hatte das Wesen seiner Bekannten aus Kindheitstagen schnell begriffen. Und er erwärmte sich langsam für den Gedanken, Aquana in seine Dienste aufzunehmen. Doch auch wenn die Verhältnisse für Darkrai damit geklärt waren, hatte Lugia doch seine Zweifel, ob Aquana überhaupt verstehen würde, dass sie nun eine Dienerin Darkrais wäre.


    Aquana betrachtete Darkrai und Lugia nachdenklich. Was beredeten die beiden nur? Sie hatte das Gefühl, dass es um etwas Wichtiges ging. Redeten sie etwa über sie? Leider konnte sie kein Wort verstehen - zu schade. Noch immer saß sie auf der Reling, ihr Schweif peitschte abwartend hin und her. Sie hoffte, dass Darkrai bald fertig mit der Besprechung wäre, schließlich wartete sie sehnsüchtig darauf, endlich ins kühle Wasser abzutauchen. Dass sie dafür rein theoretisch eigentlich gar keine Erlaubnis gebraucht hätte, wenn sie außer Sichtweite ins Wasser gesprungen wäre, daran schien sie gar nicht zu denken.


    Darkrai wandte sich wieder um. Nach dem Gespräch mit Lugia hatte er zwar damit gerechnet, war aber dennoch ein wenig erstaunt, dass Aquana die Zeit, in der er abgelenkt gewesen war, nicht zur Flucht genutzt hatte. Stattdessen saß sie genauso wie zuvor da und wartete brav darauf, dass er ihr die Erlaubnis dazu geben würde. Gegen seinen Willen blinzelte er belustigt.
    "Nun gut, Aquana. Du darfst eine Runde schwimmen gehen, aber ich möchte, dass du hierher zurückkommst. Hast du verstanden?" Zur Abwechslung war seine Stimme nicht streng und drohend, sondern sogar recht freundlich, wenn auch nachdrücklich. Lugia hatte ihm geraten, zuerst ein Vertrauensverhältnis zu schaffen, und erst dann mit ihr genauso streng wie mit seinen anderen Dienern umzugehen. Darkrai hielt diesen Rat für einen sehr klugen Schachzug, denn auch er hatte gemerkt, dass mit Drohungen nicht viel zu erreichen war, vor allem, weil Aquana diese entweder nicht verstand oder aber nicht ernst nahm. Eigentlich unverschämt, wenn ein gewöhnliches Pokemon den Drohungen eines Ranghöheren so wenig Beachtung schenkt, überlegte Darkrai. Doch er würde zunächst nett zu Aquana sein und sie langsam an absoluten Gehorsam gewöhnen, beschloss er. Er wusste noch nicht, was wirklich in diesem Pokemon steckte. Doch er glaubte, dass es mehr war, als es den Anschein hatte.
    "Vielen Dank, Meister Darkrai", erwiderte Aquana fröhlich, und sprang mit einem weiten Satz ins Wasser. Darkrai schnaubte nur halb amüsiert, halb verächtlich. Seine türkisblauen Augen folgten dem Körper Aquanas, der sich dicht unter der Wasseroberfläche entlang schlängelte, bis er plötzlich unsichtbar wurde. Darkrai starrte zunächst nur überrascht auf die Wasserfläche, dann wandelte sich sein Erstaunen in Zorn. "Lugia!", brüllte er.


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    Teil 2 wird in den nächsten Tagen folgen. Über Kommentare würde ich mich freuen.
    Oh, und wenn mir jemand sagen könnte wie man eine horizontale Linie zieht, fände ich das super. ;3

  • Hallo Espeon,


    um ehrlich zu sein hat mich weniger der Titel hergeführt ("Shadow of Water" ist doch recht einfach und für meinen Geschmack etwas langweilig geraten), sondern viel mehr, dass du dich wieder einmal hier im Bereich herumtreibst und wer hätte gedacht, dass es sich dabei auch gleich um eine neue FF handeln könnte! Da ich von dir sehr gute Kost gewöhnt bin, war ich natürlich interessiert, worum es sich bei diesem Projekt denn drehen wird. Gerechterweise muss ich wohl kaum was zum Startpost sagen, denn er ist übersichtlich gestaltet und alles, was man wissen muss, findet man in kompakter Form in den entsprechenden Unterpunkten. Perfekt, so soll das aussehen und so schlicht macht es ebenfalls einen guten Eindruck.


    Die Einleitung und die Vorstellung des ersten Pokémons fiel aufgrund der kurzen Inhaltsbeschreibung nicht schwer, jedoch kommt man ohnehin recht bald auf Darkrai, wenn man weiterliest. War in "Kampf der Götter" nicht auch ein Darkrai vorhanden oder täusche ich mich da jetzt? So oder so, es überrascht, dass es sich Lugia zu seinem Untertan gemacht hat und dieses auch sehr gefügig ist. Vorerst bleibt man im Dunkeln, was es damit auf sich haben wird, jedoch stehen wir auch erst ganz am Anfang. Die eigentliche Protagonistin muss schließlich auch erst noch aus ihrem Gefängnis ausbrechen. Sie denkt auch sehr geschickt, wenn sie sich so leicht aus dem Käfig befreien kann, jedoch wirkt besonders die Eisenstabausrichtung bei der Tür etwas konstruiert, aber okay, das kann man so lassen. Du bist überhaupt gut darin, das ganze Geschehen auf das Wichtigste zu beschränken und trotz allem sehr ausführlich und plastisch zu beschreiben, das gefällt mir. Was mir hier am Anfang allerdings etwas gefehlt hat, waren geringe Interaktionen. Im Grunde sagt und tut niemand etwas, was sich für diesen Abschnitt etwas zieht. Das hält jedoch nicht lange an, denn schon bald wird sie mit Darkrai konfrontiert. Die Szene hast du mit viel Witz ausgearbeitet, obwohl eigentlich nur dem Leser zum Schmunzeln zumute ist. Aquana wirkt hier schon sehr klug, was ihr Handeln betrifft und das kann ihr unter Umständen später noch behilflich sein, wobei sie später eher einen naiven Eindruck macht, wie auch schon erwähnt wurde. Ihre Freundschaft mit Lugia hat einen überraschenden Eindruck hinterlassen, da man hier auf dem Boot wohl kaum mit einem Wiedersehen gerechnet hätte und schon gar nicht mit einem Legendären Pokémon. Die Erklärung ist etwas knapp geraten, aber ausreichend. Schließlich kommt es so, wie es kommen muss, Aquana darf ins Wasser und hier hast du einen eigentlich wirklich fiesen Cliffhanger gesetzt, weil man sich hier nun fragen kann, ja, bleibt Aquana in der Nähe oder verschwindet es wirklich? Rein von dem, was bisher gesagt wurde, müsste sie hierbleiben, aber das stellt sich dann hoffentlich demnächst noch heraus. Auch hier hast du wieder mit Witz ihre besondere Fähigkeit im Wasser dargestellt, was durchaus unterhaltsam ist.
    Der Anfang macht schon einmal einen guten Eindruck und auch rechtschreiberisch hast du kaum Probleme. Zwei Dinge, die mir aufgefallen, aber größtenfalls Peanuts sind:
    - Pokémon wird eigentlich mit dem Akut über dem e geschrieben. Falls du es anders schon lange gewohnt bist, ist das in Ordnung.
    - Typen werden immer getrennt vom Pokémon geschrieben, z. B. Wasser-Pokémon.


    Von daher beschließe ich hier den Kommentar und hoffe, dass dir die Kritik soweit geholfen hat. Bleib dran!


    ~Rusalka

  • @Rusalka : Oh, du hast Kampf der Götter gelesen? Aber du hast sie nie kommentiert oder? Zumindest erinnere ich mich nicht daran^^“ Aber offenbar scheinst du mit meinen Geschichten ja vertraut zu sein, daher vielen Dank für das Lob. ^^ Und ja, Darkrai spielte auch dort eine zentrale Rolle – wenn auch erst spät; ich mag den Charakter einfach.^^
    Ja, der Titel… Es ist immer schwer, den richtigen Titel für eine FF zu wählen. Mir hat der Titel gefallen weil er in meinen Ohren ein wenig paradox klingt. Schatten, Wasser… Hat Wasser denn einen Schatten? Bei Wasserfällen kann man es manchmal beobachten, sonst aber eigentlich nicht. Der Titel passt zu meiner FS, weil Wasser ein zentrales Element in ihr ist, beherrschend, sowohl vom Handlungsort her, als auch später noch in verschiedener Hinsicht. Genauso wie Schatten, wobei man auch diesen noch in zahlreichen Bedeutungsvarianten finden wird. ^^ Am Ende bleibt die Frage offen, wer oder was denn jetzt der „Schatten des Wassers“ war, aber ich werde genügend Antwortmöglichkeiten zur Auswahl stellen ;)
    Eine Anmerkung noch zu Lugia: Dies ist nicht dasselbe mächtige Lugia, das im 2. Kinofilm die Welt vor dem Untergang gerettet hat. In meiner Geschichte gibt es bei manchen Legendären mehrere einer Art. Genaueres erläutere ich im folgenden Kapitel noch.
    Deine Beschreibung von Aquana ist schon ziemlich treffend, genaueres werdet ihr im folgenden und vor allem im dritten Kapitel über sie erfahren.
    Zu den Fehlern: Ja. Pokémon, ich weiß. Aber ich hab es bisher in allen Geschichten ohne Accent geschrieben, und aus reiner Gewohnheit würde ich es so oft vergessen dass ich am Ende in der ganzen FF zwei Varianten verstreut hätte und das wäre dann noch blöder. ;)
    Okay, das mit den Typen wusste ich nicht. Ich werde versuchen darauf zu achten. ;)

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    Teil 2


    Aquana fühlte sich pudelwohl. Endlich umgab sie wieder ihr Lieblingselement, strich sanft über ihre Haut und kribbelte angenehm an ihrer jetzt flach angelegten Halskrause, während sie mit kräftigen Schlägen ihrer Schwanzflosse vorwärts schoss. Sie war nun im Unsichtbar-Modus, eine Fähigkeit, die nur ihrer Art zu Eigen war. Lugia hatte ihr einmal erklärt, dass die Zellstruktur ihrer Hautoberfläche angeblich Wassermolekülen ähnelte, und sie deshalb äußerlich mit dem Wasser verschmolz. Aber eigentlich war ihr diese Erklärung komplett egal, für sie zählte nur, dass sie diese Fähigkeit besaß. Der Grund dafür konnte ihr gleich sein.
    Die Wasserkatze tauchte tiefer und stellte nun komplett auf Kiemenatmung um. Somit würde sie zum Luftholen nicht auftauchen müssen. Sie sah sich um. Dieser Fluss war um einiges trüber, als die Gewässer, die sie gewohnt war. Selbst mit ihren Augen, die nun von einem durchsichtigen Augenlid überzogen waren, konnte sie nicht mehr als ein paar Meter weit sehen, was sie sehr verärgerte. Sie überlegte schon, ob sie jetzt wieder zum Schiff zurückkehren sollte, als ihr ein großer Schatten direkt vor ihr auffiel. Wie ein Wasser-Pokemon bewegte er sich elegant schwimmend fort, untersuchte mal jene, mal die andere Richtung und näherte sich in langsamen, weiten Schlaufen dem Transporter.
    Der Schatten war Aquana unheimlich, was vor allem daran lag, dass er ihr irgendwie bekannt vorkam. Trotz ihres Unbehagens schwamm sie ein Stück näher, sie musste Klarheit über ihre vage Ahnung gewinnen. Immer noch unsichtbar, konnte sie sich vorsichtig sehr nahe herantasten. Und endlich durchdrangen ihre Augen das braune Flusswasser und offenbarten die wahre Gestalt des Schattens.


    "Lugia!", brüllte Darkrai ein zweites Mal, diesmal halb zornig, halb vorwurfsvoll. Das große weiße Pokemon senkte schuldbewusst den Kopf. Er wusste genau, dass sein Meister dachte, er hätte ihm die Information, dass Aquanas im Wasser unsichtbar wurden, absichtlich vorenthalten. Doch das war nicht wahr! Er hatte einfach nur vergessen, es ihm zu sagen, zumal er sicher war, dass seine Freundin aus Kindheitstagen zurückkehren würde. Doch Darkrai sah das anders.
    "Lugia, wenn sie nicht zurückkommt, dann wirst du das bereuen!", fauchte Darkrai seinen Diener an. Es war zwar nicht so, dass er diesen Verlust als besonders schlimm empfinden würde, doch es ging ihm ums Prinzip. Er hatte eigentlich vorgehabt, Aquana genau zu beobachten, und war umso überraschter - und wütender - gewesen, als sie sich einfach unsichtbar machte. Außerdem konnte er kein Pokemon gebrauchen, das sich von Bord schlich und womöglich im ganzen Land haarsträubende Geschichten über Pokemon in Käfigen verbreitete. Gewöhnliche Pokemon würden nichts gegen ihn unternehmen, dazu fürchteten ihn die meisten zu sehr, doch solche Gerüchte drangen nicht selten auch an die Ohren des ein oder anderen legendären Widersachers, und deren Aufmerksamkeit konnte Darkrai nun wirklich nicht brauchen. Je näher er unbehelligt seinem Ziel kam, desto größer waren schließlich seine Chancen auf Erfolg. Zum Glück würden die meisten Legendären, die er kannte, einem naiv wirkenden kleinen Aquana nicht viel Aufmerksamkeit schenken. Dennoch würde er um einiges ruhiger sein, wenn er wüsste, dass ihm keines der mühsam eingesammelten Pokemon entwischt wäre...


    Mit einem kräftigen Schlag ihrer Schwanzflosse beförderte Aquana sich in die Luft, wurde dabei sichtbar und landete mit einem weiten Satz über die Reling direkt vor Darkrais Füßen. Dieser zuckte nicht mit der Wimper, obwohl er mit Sicherheit überrascht worden war. Freundlicherweise wich Aquana noch ein paar Meter zurück, bevor sie sich schüttelte und sich ein Schwall Wasser auf das Deck ergoss. Lugia stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Welch ein Glück, dass sie wieder da war - nicht auszudenken, was Darkrai sonst mit ihm angestellt hätte!
    "Wir werden verfolgt", meldete Aquana unterdessen nüchtern. Darkrai kniff sein sichtbares Auge zusammen. "Von wem?" Die Frage klang wie ein Befehl. Aquanas kleiner Ausflug war angesichts dieser Nachricht erstmal vergessen.
    Diese ließ sich auf die Hinterpfoten nieder und begann seelenruhig damit, ihr Fell zu putzen. Erst nach einigen Sekunden hielt sie inne und antwortete mit nachdenklicher Stimme: "Es folgt uns unter Wasser. Doch es ist kein Wasser-Pokemon."
    "Was ist es dann, verdammt?!", knurrte Darkrai, der allmählich die Geduld verlor. Was bildete sich dieses Aquana ein, einfach so nebenbei Bericht zu erstatten, wenn dieser von höchster Wichtigkeit sein könnte? Die Tatsache, dass er von dem Verfolger gar nichts erfahren hätte, wenn Aquana nicht ausgebrochen wäre, ignorierte er geflissentlich.
    "Das Pokemon ist ein legendäres", sagte Aquana so gelassen, als würde sie eine Aussage über das Wetter machen. Darkrai wollte sie gerade schon anschreien, nicht immer so ungenau zu sein, als Aquana zu seiner Verblüffung mit der Fellpflege aufhörte, sich erhob und ernst fortfuhr: "Genauer gesagt, unser Verfolger ist ein zweites Lugia."


    Diese Nachricht saß erst mal. Einen Moment lang herrschte schockiertes Schweigen. Entgegen der landläufigen Meinung war nicht jedes legendäre Pokemon auch vollkommen einzigartig, doch waren sie so extrem selten, dass die Wahrscheinlichkeit, zwei verschiedene der gleichen Art innerhalb eines Lebens zu treffen, äußerst gering ausfiel. Von daher war der Inhalt von Aquanas Aussage zwar sehr unwahrscheinlich, aber dennoch möglich.
    Schließlich war es Lugia, der das Schweigen beendete: "Meister, was glaubt Ihr, will dieses andere Lugia von uns?"
    "Das wollte ich gerade dich fragen", entgegnete Darkrai unzufrieden. "Ich habe keine Ahnung, doch das kann nichts Gutes bedeuten. Hör zu, wir werden es erst einmal ignorieren, und wenn es auftaucht, dann wirst du es bekämpfen."
    Lugia schluckte. Er hatte noch nie gegen einen seiner eigenen Art gekämpft und eigentlich widerstrebte ihm das auch. Doch er wagte es nicht, zu widersprechen, das hätte seinen Meister nur wieder wütend gemacht. Und wenn Darkrai wütend wurde, ging man besser schnell in Deckung.
    "Wie Ihr wünscht...", murmelte er daher.


    Aquana war währenddessen wieder auf die Reling geklettert und beobachtete Lugia und Darkrai. Als Stille eintrat, meldete sie sich wieder zu Wort: "Meister Darkrai, darf ich eine Frage stellen?"
    Das Unlicht-Pokemon sah sie argwöhnisch an. Was hatte dieses Pokemon jetzt schon wieder vor? Zögerlich nickte er. Aquana stellte erfreut die Halskrause auf und begann: "Wir sind jetzt schon seit einem ganzen Tag unterwegs. Aber wohin fahren wir überhaupt?” Unüberhörbare Neugierde schwang in ihrer Stimme mit.
    Daher wehte also der Wind. Wollte sie ihn jetzt ausspionieren? Darkrai dachte gar nicht daran, seine geheimen Pläne mit einer entflohenen Gefangenen zu teilen, selbst wenn diese ihm in der Zukunft eventuell dienen würde. "Das kann ich dir leider nicht sagen", erwiderte er deshalb resolut.
    Aquana blinzelte überrascht. "Ihr wisst es selbst nicht?", fragte sie mit großen Augen.
    "Doch, natürlich weiß ich es!", fauchte Darkrai, inzwischen äußerst genervt von Aquanas kindischen Fragereien. "Aber ich verrate es dir nicht!"
    "Schade." Aquana sah ihn aus ihren dunklen Kulleraugen spitzbübisch an. Dann ließ sie sich hintenüberfallen und stürzte hinab in den Fluss. Darkrai und Lugia konnten nur noch sehen, wie ihre sich rasch entfernende Silhouette mit dem Wasser verschmolz.


    Darkrai konnte nicht glauben, was da gerade passiert war. Schon wieder passiert war! Er war so vollkommen überrumpelt, dass er eine Zeit lang gar nichts mehr sagte, sondern nur auf die Wasseroberfläche starrte.
    "Ähm ... Meister ...", begann Lugia schließlich zögerlich. "Soll ich ... sie verfolgen?"
    Darkrai drehte sich zu ihm um. Er überlegte. Wenn dort wirklich ein zweites Lugia wäre, sollte sein Diener besser hier bleiben. Aber wer konnte schon sagen, ob Aquana sie nicht angeschwindelt hatte? Doch welchen Grund sollte sie gehabt haben zu lügen? Wenn sie nur hätte fliehen wollen, hätte sie ja gleich wegbleiben können. Wenn da wirklich ein Lugia wäre, machte ihre plötzliche Flucht zumindest wieder Sinn. "Bleib hier", antwortete Darkrai daher. "Du holst sie sowieso nicht mehr ein, außerdem ist sie unsichtbar." Dass er sich insgeheim vor einer Begegnung mit dem fremden Lugia fürchtete, verschwieg er.


    Aquana unterdessen schwamm sehr flink stromabwärts zurück und entfernte sich immer weiter von dem Transporter. Sie war unterwegs zu ihrem Auftraggeber. Dieser war erst der Grund gewesen, warum sie sich von Darkrai hatte fangen lassen. Eigentlich wäre ihre Aufgabe gewesen, Darkrais Ziele auszuspionieren, aber das gestaltete sich schwieriger als erwartet. Vor allem aber wollte sie nicht an Bord sein, während der Kahn von einem Lugia angegriffen wurde. Sie würde die Zeit nutzen, um sich mit IHR zu beraten.

  • Hallo Espeon,


    zu deinen Antworten: Bezüglich des Titels hast du mich jetzt darauf gebracht, dass die deutsche Variante sogar besser klingt, aber daran solltest du dich nicht allzu stören; vermutlich bin ich einfach etwas zu stark von den typischen deutschen Fantasytiteln geschädigt á la "Die X" und "Der Y von Z". Und ob das Wasser einen Schatten hat, hast du dir ja selbst beantwortet, nämlich dann, wenn es klar vom Boden getrennt ist, wie bei einem Wasserfall oder wenn du es zum Beispiel aus einem Glas leerst. Wobei man sagen sollte, auch am Grund eines Sees, wo das Licht noch ausreichend hinkommt, wirft es im Prinzip einen Schatten. Aber ich verstehe insgesamt, worauf du hinausmöchtest und prinzipiell hast du beide Elemente auch schon im ersten Teil erwähnt, von daher könnte es mit den beiden zu tun haben oder mit jemand anderem, der noch gar nicht vorkam.
    Danke, ich habe auch gar nicht angenommen, dass es sich dabei um dasselbe Lugia handeln würde. Es ist lediglich so, dass Legendäre meist anders, also eher Mächtig und Unnahbar, dargestellt werden, da ist es zumindest für mich immer etwas ungewöhnlich, es anders zu sehen. Es macht aber durchaus Sinn, denn auch sie sollten nicht einmalig in dieser Welt sein. Auf die weitere Entwicklung bin ich gespannt.


    Aber nun zum neuen Part, wo du endlich aufklärst, was denn nun mit Aquana geschehen ist, nachdem es von Bord gesprungen ist. Und wie erwartet beobachtet sie erst einmal ihre Umgebung und versucht sich an die Situation zu gewöhnen. Wobei auffällt, dass nicht explizit gesagt wird, dass sie von hier weg möchte, was nun vermuten lässt, dass die Begegnung mit dem fremden Schatten durchaus auch wirklich eine ungewollte Begegnung war. Die Frage bleibt dabei nun offen (ich hatte schon am Anfang das Gefühl, dass es auf ein weiteres Lugia hinauslaufen würde), worum es sich bei diesem Schatten handelt. Um ehrlich zu sein glaube ich das vorerst nicht, denn Aquana hat schon mehrere Male bewiesen, wie gewieft sie eigentlich ist und da könnte es sich ebenfalls um eine Falschmeldung handeln, falls das je wieder aufgegriffen wird. In diesem Bezug finde ich es auch etwas merkwürdig, dass Lugia davon nichts mitbekommen hat, dafür, wie mächtig seine Sinne sonst dargestellt werden, aber gut, man sollte nicht von einem auf das andere schließen. Nebenbei erwähnt, ich mag es, dass dein Lugia wohl männlich ist, das hat auch etwas sehr Frisches an sich, weil es sonst immer weiblich ist.
    Es ist sehr unterhaltsam, wie ungeduldig und aufbrausend Darkrai immer wird, wenn es sich mit Aquana unterhält. Dabei sollte man eigentlich glauben, dass sein Geduldsfaden doch etwas größer ist und es sich nicht so leicht von diesem Verhalten beirren lässt. Aber auch Darkrai ist nicht dumm und wägt sehr ruhig zwischen zwei möglichen Situationen ab, welche die bessere ist. Ebenso entgeht ihm Aquanas Neugierde nicht und auch hier stellt sich dann schnell heraus, dass es sich eigentlich um eine Spionin handelt. Scheinbar ist da doch mehr im Busch als man womöglich vermutet hätte und es bleibt weiterhin auch noch geheim, wer denn nun dieser ominöse Auftraggeber oder diese Beraterin "SIE" (zwecks der Powerpuff-Girls-Referenz nenne ich sie jetzt so) ist. Man tastet sich langsam voran, aber das große Geheimnis bleibt noch verborgen; man darf gespannt sein, wie es weitergeht.


    Einige Dinge sind mir noch aufgefallen:
    - Darkrai fürchtet sich vor einer Begegnung mit dem fremden Lugia (falls es eines ist), obwohl es prinzipiell vom Typ im Vorteil wäre. Ich schätze, das liegt daran, weil sie kräftemäßig beinahe ebenbürtig sind und du das auch so darstellen wolltest, dass Legendäre ebenfalls Angst haben können? Zumindest würde das dann auch Lugias Zögerlichkeit erklären.
    - Auch die Erklärung, Lugia könne Aquana nicht mehr einholen, wankelt ein bisschen, allerdings liegt das dann wohl daran, dass Darkrai die Verfolgung nicht möchte. Zum Einen daran, weil Lugia meines Erachtens nach im Wasser schneller vorankommen kann - darüber kann man wiederum streiten, keine Frage - und zum anderen sollte Lugia mit seinen Psychokräften durchaus in der Lage sein, selbst unsichtbare Dinge "aufdecken" zu können. Noch dazu kommt, dass sich die beiden schon lange kennen. Wenn ich genauer darüber nachdenke, hätten sich hier die beiden sogar etwas austauschen können.
    Und schließlich noch die obligatorischen Fehler innerhalb des Textes:

    Darkrai dachte gar nicht daran, seine geheimen Pläne mit einer entflohenen Gefangenen zu teilen, selbst wenn diese ihm in der Zunkunft eventuell dienen würde.

    Sollte sich von selbst erübrigen. :P


    Von daher beschließe ich diesen Kommentar nun. Ich hoffe, dass du auch dieses Mal mit der Kritik zufrieden bist und man darf gespannt sein, was als Nächstes geschehen wird, da noch viele Komponenten unbekannt sind. Die Spannung gelingt dir auf jeden Fall sehr gut. Bleib dran!


    ~Rusalka

  • @Rusalka: Mhm, ich hab selbst überlegt ob ich den Titel übersetzen soll. Aber bisher konnte ich mich noch für keine deutsche Variante des Titels entscheiden.
    Zu deinen anderen Anmerkungen: Aquana hat sich ein gutes Stück vom Schiff entfernt, während Lugia zurzeit nebenher schwimmt. Daher ist es aus meiner Sicht nur logisch, dass sie zuerst etwas bemerkt.
    Oh? Ich hatte was Lugia angeht eher den umgekehrten Eindruck, was sein Geschlecht betrifft – nämlich dass es in der Regel männlich dargestellt wird. Zumindest ist es im Film so und in einer anderen FF hier die ich gelesen habe.
    Hehe, nur weil Darkrai legendär ist bedeutet das nicht, dass es nicht ungeduldig sein kann ;) Auch legendäre haben charakterliche „Schwächen“, und insbesondere Darkrai hat einige davon, wenn man Ungeduld denn als solche bezeichnen möchte.
    Ja, Darkrai fürchtet sich ein wenig vor der Begegnung, da die Stärke anderer legendärer immer schwer einzuschätzen ist. Und ein Typvorteil allein kann den Kampf zwischen zwei legendären nicht entscheiden. Darkrai ist mächtig, aber er lässt lieber andere für sich kämpfen. So ist er nun mal ;)
    Das mit Lugia stimmt, aber wie du schon richtig erkannt hast, erachtet Darkrai Aquanas Flucht als das unbedeutendere Ereignis und will nicht, dass Lugia irgendwelche Ressourcen an die Suche nach ihr verschwendet. Ohne Zweifel würde die Suche nach einem unsichtbaren Pokemon eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Zeit, die sie nicht haben.

    ______________________________________________________________


    Teil 3


    Ein Ruck ging durch das Schiff. Die Pokemon in den Käfigen kamen an die Außengitter, um hinauszublicken. "Was war das?", fragte Darkrai seinen Begleiter. Falls er erschrocken war, so zeigte er das nicht. Ein weiterer Ruck brachte den Transporter zum Schaukeln. Die Gefangenen schrieen auf, als manche von ihnen auf die andere Seite ihres Gefängnisses geschleudert wurden. Irgendetwas schien das Schiff von unter Wasser zu rammen. Etwas Großes.
    "Ich glaube, es ist das andere Lugia!", rief Lugia laut, um den Lärm zu übertönen. Darkrai stürzte ganz nach Vorne und blickte über die Reling auf das Wasser. Der mächtige Schatten war gut zu erkennen. Gerade eben tauchte er erneut unter dem Transporter hindurch auf die andere Seite. Diesmal erfolgte der erwartete Aufprall jedoch nicht. Stattdessen erhob sich ein gewaltiger weißer Körper aus dem Fluss, bis er ihn vollständig verlassen hatte und mit weit ausgebreiteten Flügeln darüber schwebte. Literweise rann das Wasser an seinem Körper hinab und offenbarte das legendäre Pokemon - Lugia.
    Es hatte sich genau vor dem Transporter postiert, der immer langsamer geworden war und nun stand. Erst jetzt erkannte Darkrai, was der Feind mit den beiden Kollisionen mit dem Transporter bezweckt hatte: Er musste als Erstes etwas in die Schiffsschraube geklemmt haben, was diese nicht zerschneiden konnte und anschließend hatte es dann den Anker gelöst.
    Das fremde Lugia bleckte die Zähne und stieß einen herausfordernden Schrei aus. "Mach es fertig", befahl Darkrai seinem Diener.

    Lugia hob den Kopf und erhob sich ebenfalls über das Wasser. Seine Instinkte rieten ihm, unterzutauchen und das Weite zu suchen, doch er durfte jetzt kein Feigling sein. Darkrai verließ sich auf ihn!
    Mehrere Sekunden verstrichen, während sich die beiden Pokemon aus schwarzen Augen musterten. Dann ergriff das andere Lugia die Initiative: Es riss sein Maul auf und ein scharfer Wasserstrahl rauschte auf ihn zu. Lugia versuchte auszuweichen, doch die Hydropumpe erwischte ihn an der Flanke und brachte ihn zum Taumeln. Noch bevor er sich wieder fangen konnte, zuckten Blitze über den Körper seines Gegners und sprangen auf ihn über. Er kreischte auf, als der Donnerblitz ihn mit schmerzhaftem Griff gefangen hielt. "Ist das alles was du drauf hast?", fragte ihn sein Gegner - oder vielmehr seine Gegnerin - mit kühlem Spott. "Darkrai scheint dich ja ganz schön verweichlicht zu haben."
    Noch während sie sprach hatten ihre Augen zu glühen begonnen, um ihm mit einer Psychokinese den Rest zu geben. Doch diesmal war er schneller: Er tauchte unter, um der Attacke zu entgehen. Sein Körper stahlte unter Wasser in einem grünen Licht auf, als er sich mit Genesung heilte. Und bevor seine Gegnerin reagieren konnte, war er dicht hinter ihr aufgetaucht und jagte ihr einen Luftstoß in den Rücken. Die gebündelte Welle aus Druckluft landete einen Volltreffer. Das weibliche Lugia fiel vorneüber und landete mit einem lauten Klatschen im Wasser. War es das schon gewesen? War es ihm gelungen sie zu besiegen? Lugia blieb über dem Wasser in der Luft stehen und starrte argwöhnisch nach unten.

    Aquana hatte inzwischen einen kleinen Nebenarm des Flusses erreicht, wo das Wasser seicht war und nur träge dahin floss. An dieser Stelle zog sie sich ans Ufer. Der Untergrund war weich und schlammig und überwuchert von mannshohem Schilf. Es hatte erst vor kurzem geregnet und Dampfschwaden lagen dicht über dem Boden. Der Himmel war bewölkt und das Licht, das auch noch von dichtem Blätterwerk gefiltert wurde, nur dämmrig.
    Die Wasserkatze kletterte die Böschung hinauf, bis der Boden in feuchtes Moos überging. Dort schüttelte sie sich kurz, bevor sie eilig weiter lief. Tief atmete sie die feuchtwarme, nach Pflanzen und Erde duftende Luft ein. Sie liebte diesen Ort. Nach wenigen Schritten erreichte Aquana eine von Weiden gesäumte Lichtung. Die Wolken wichen für einige Augenblicke auseinander und sanftes Licht fiel auf ein vierbeiniges, raubkatzenartiges Pokemon mit blauweißem Fell. Aquana kam ein paar Meter näher und ließ sich andächtig auf ihre Hinterbeine sinken. Das Pokemon wandte ihr seinen schmalen Kopf mit dem großen Oval darüber zu, das im Sonnenlicht auffunkelte. Seine lange violette Mähne und seine beiden weißen Schweife flatterten leicht in der aufkommenden Brise.
    "Seid gerüßt, Meisterin Suicune", sagte Aquana ehrerbietig.

    Darkrai blickte angespannt auf die Wasseroberfläche. War das Lugiaweibchen endlich besiegt? Oder täuschte es das nur vor? Minutenlang geschah nichts. Lugia wurde mit der Zeit immer nervöser, flog hierhin und dahin und wartete auf einen Angriff.
    Schließlich hielt er die Spannung nicht mehr aus und stürzte sich in die Fluten, um unter Wasser nach seiner Gegnerin zu suchen.

    Lugia lag ruhig unter dem Schiff am Grund. Der Luftstoß hatte durchaus weh getan, war aber bei weitem nicht ausreichend, um sie zu erledigen. Nun wartete sie nur darauf, dass dieses Weichei ihrer Art endlich herunterkommen würde. Allerdings hatte sie nicht vor, ihn zu erledigen. Er war einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Ihr eigentliches Ziel war Darkrai. Sie hasste ihn! Ständig brachte er alles durcheinander. Normalerweise war ihr das egal, doch diesmal ging er zu weit. Sie kannte sein Ziel und es war absolut ungeheuerlich. Zu schrecklich, um es auch nur zu denken! Und er, dieses andere Lugia, unterstützte ihn dabei auch noch! Sie würde ihm eine Lektion erteilen, was es bedeutete, sich mit den falschen Leuten einzulassen.
    Ihr geduldiges Warten wurde endlich belohnt. Ihr Gegner hatte die Geduldsprobe verloren und war untergetaucht. Nun würde sie zuschlagen.

    Darkrais Gefolgsmann suchte den Boden ab. Wo war sie nur hin? Sie konnte nicht mit dem Wasser verschmelzen! Er musste sie finden, sie konnte nicht unsichtbar sein. Plötzlich nahm er Strömungen unter sich wahr. Er drehte den Kopf nach unten. Dort! Hatte er dort nicht ein kleines Stück weiße Haut gesehen? Sofort drehte er sich nach unten und tauchte tiefer.
    Nun befand er sich direkt unter dem Transporter. Doch da war niemand. Lugia untersuchte den Grund. Der sandige Boden war aufgewirbelt. Sie musste erst vor kurzem hier gewesen sein! Gerade wollte er unter dem Kiel hindurchschwimmen, um auf der anderen Seite weiter zu suchen, als sich plötzlich scharfe Zähne in seinen Nacken bohrten. Lugia stieß einen schrillen Schmerzenslaut aus und bevor er reagieren konnte, hatte seine Gegnerin ihm eine Hydropumpe aus nächster Nähe in die Brust gejagt, was ihm den Rest gab. Langsam sank sein Körper auf den Grund des Flusses. Über sich sah er nur noch den schnell entschwindenden Schatten des anderen Lugias, bevor seine Welt in Schwärze versank.

    Das Pokemon, von man sagte, es verkörpere den Nordwind, lächelte. "Du bist also zurück, Aquana. Nun sag mir, was macht unser alter Freund denn so?" Sie kam ein paar Schritte näher und setzte sich dann Aquana gegenüber, ganz die interessierte Zuhörerin.
    "Darkrai sammelt wieder Pokemon um sich. Ich würde fast sagen, er stellt ein Heer auf", berichtete Aquana.
    "Ein Heer?!" Suicune klang geschockt. "Hat er denn schon so viele Anhänger? Wie findet-"
    "Verzeiht, wenn ich Euch unterbreche, aber die Pokemon sind nicht freiwillig dort", sagte Aquana vorsichtig.
    "Wie meinst du das?" Das legendäre Pokemon war verwirrt. "Wie bringt er sie denn dann dazu, bei ihm zu bleiben oder zu kämpfen?"
    "Nun, im Moment hält er sie in Käfigen gefangen." Aquana blickte die Meisterin an, doch diese unterbrach sie nicht wieder. "Aber ich weiß selbst nicht, wie er sie später einsetzen will."
    Suicune erhob sich und tigerte auf der Lichtung herum. Sie konnte nie lange still sitzen, erst recht nicht, wenn sie nervös oder aufgeregt war. Diesmal schien sie jedoch eher nachdenklich und besorgt. Aquana beobachtete neidisch, wie geschmeidig sich die Muskeln der Raubkatze unter ihrem seidigen blauen Fell bewegten. Sie machte absolut kein Geräusch beim Laufen, jeder Schritt schien mit Bedacht gesetzt, obwohl ihr Gang sehr flüssig blieb. Schließlich blieb sie abrupt stehen.
    "Du musst zurückgehen", sagte sie entschieden. "Wir müssen unbedingt mehr wissen! Aber vorher erzähl mir, was du sonst noch erlebt hast", forderte sie das kleinere Wasser-Pokemon auf.
    Aquana berichtete von Darkrai und Lugia, ebenso wie von dem Schatten, den sie unter Wasser beobachtet hatte, bevor sie geflohen war.
    "Hm, anscheinend hat Darkrai auch noch andere Feinde...", grübelte Suicune. "Du solltest als nächstes herausfinden, warum dieses Lugia den Transporter angreifen wollte - oder es vielleicht schon getan hat. Auch deine ursprünglichen Ziele, das Ziel dieser Reise in Erfahrung zu bringen, darfst du nicht aus den Augen verlieren!" Sie hielt kurz inne und sah Aquana dabei ernst an. “Ich werde dem Schiff in gebührendem Abstand auf der rechten Uferseite folgen. Kontaktiere mich, sobald du etwas weißt und dich unauffällig vom Schiff entfernen kannst. Wir werden uns finden. Ansonsten... Achte weiterhin darauf, dass Darkai keinen Verdacht schöpft und stell dich immer schön naiv und liebenswürdig." Sie zwinkerte der Wasserkatze zu.
    "Kein Problem", grinste Aquana und erhob sich.
    Suicune lachte hell. "Genau deshalb habe ich dich für diese Aufgabe ausgewählt. Darkrai wird bei dir sicher nie Verdacht schöpfen." Immer noch lachend entfernte sich der Nordwind mit raschen Schritten. Erneut verdichtete sich die Wolkendecke und das sanfte Sonnenlicht, das gerade noch über dem Ort gelegen hatte, verblasste.

  • Hallo Espeon. ^_^


    Na, das will ich mir nicht entgehen lassen, wenn du wieder eine FF hier hast! Hab zwar leider nicht Kampf der Götter gelesen, dafür aber sehr begeistert Frenetic Power verfolgt und war deshalb sehr positiv überrascht, als ich sah, dass The Shadow of Water deine neue FF ist. Insofern kannst du mich gleich mal als Leserin werten. :D  
    And here goes WoT!


    The Shadow of Water — Startpost
    Der Schatten des Wassers also. Mhm, klingt auf jeden Fall interessant, da man sich natürlich fragt: welcher Schatten in welchem Wasser? Bzw. wie kann Wasser einen Schatten haben? Natürlich, denkt man jetzt an einen Wasserstrahl mit direkter Sonneneinstrahlung, wird er wahrscheinlich einen Schatten werfen - also denke ich, so genau weiß ich’s grad eigentlich gar nicht - aber hier wird das Ganze wohl weniger in der Form gemeint sein. Deshalb bleibt die Frage offen und ich find’s schon faszinierend. (:  
    Da du meintest, dass du dein Cover noch änderst, weiß ich grad gar nicht, ob ich was dazu sagen soll. Aber diese Art von Cover - nämlich selbst erstellte - scheinen ein Markenzeichen zu sein, immerhin war das Cover bei Frenetic Power in einem ähnlichen Stil gehalten. Gefällt mir eigentlich ganz gut und irgendwie hab ich bei näherem Betrachten das Gefühl, dass der Schatten - Darkrai - und das Wasser - Aquana - aus dem Titel hier abgebildet sind. Vielleicht, vielleicht auch nicht, das wird sich sicherlich noch herausstellen. Ah, Spannung!
    Ansonsten kann man zum Startpost nicht so viel sagen, er ist klar gegliedert und ich mag, wie du in die Geschichte einführst, nicht nur, durch das Vorwort an sich, sondern auch dadurch, dass du sagst, was den Leser erwartet und damit eigentlich das Genre klarmachst. Der Klappentext macht wirklich neugierig und ich bin sehr gespannt mit welcher Pokémon-Gesellschaft wir es hier zu tun haben. Die Legendären scheinen ja doch eine Menge Macht zu haben und diese durchaus gegeneinander einzusetzen. Die Frage, die sich mir jedoch als erstes gestellt hat, war: wo in aller Welt hat Darkrai das Boot her? Und wie konnte er an die Käfige kommen? Ich meine, da keine Menschen da sind, werden wohl Pokémon diese gefertigt haben, aber wen bekam Darkrai dazu solche Käfige zu machen, ohne, dass diejenigen Verdacht schöpften? Hat der hier eine ganze geheime Organisation aufgebaut? o.o
    Sehr schön ist natürlich der letzte Satz des Klappentextes, der schon so ein gewisses Feeling für die Story bei mir aufbaut. Ich glaube, es geht hier sehr viel mehr um das Köpfchen anstatt um Stärke, was mir persönlich sehr zusagt.
    Sou, ansonsten, was soll man noch groß sagen, ne? Eigentlich nichts, deshalb spring ich gleich mal zum ersten Teil. (:


    Teil 1
    Der Einstieg in diesen Teil ist dir gelungen. Ich find’s echt interessant, wenn die Story so unvermittelt beginnt. Irgendwie hab ich zwar Probleme mir diesen Transporter vorzustellen, aber vielleicht bekommt er etwas später noch eine genauere Beschreibung. (Oder ich kenn einfach zu wenig Schiffe.) Besonders verwundert war ich von den Käfigen. Die müssen ja für die ganzen Pokémon ziemlich groß und stabil sein und ich frag mich, wer sie angefertigt hat. Hat Darkrai die von Menschen geklaut?
    Die Beschreibung von Darkrai hat mir gefallen und ich war von dem Auftauchen von Lugia ziemlich überrascht. Ich dachte ja, Darkrai wäre wenn überhaupt jemand, der nicht von irgendwelchen Legendären unterstützt wird. Jedenfalls: ein Schiff voller Käfige mit Pokémon, Darkrai und Lugia … na, ich glaub das wird höchst interessant!
    Und schon machen wir die Bekanntschaft von im Klappentext erwähnten Aquana! :D  
    Ich mag sie ja sofort und mag wie du sie so herrlich katzenhaft beschrieben hast. Hat mir wirklich sehr gefallen, aber ich bin allgemein begeistert von deinem Schreibstil. Der liest sich so schön flüssig und du flechtest plastische Beschreibungen so gut ein. Beim „wasserabweisenden Fell” von Aquana, hast du da an ein tierisches Vorbild gedacht? Musste an der Stelle irgendwie an Seerobben denken - obwohl ich persönlich der Ansicht bin, dass Aquana die Haut wie ein Delfin hat. Man merkt sofort, dass Aquana sehr klug ist, allein schon wie sie es geschafft hat aus dem Käfig auszubrechen. (Auch wenn’s bissl seltsam ist, dass ausgerechnet bei der Tür die Stangen waagrecht statt senkrecht verlaufen.) Allerdings wundert’s mich sehr, dass sie keiner ansprach. Zwar erwähnst du ein Glurak, das sie beobachtet, aber müsste das nicht für etwas mehr Aufsehen gesorgt haben? Oder dösten die meisten anderen Pokémon auch oder kämpften gegen ihre Seekrankheit? Irgendwie hatte ich schon erwartet, dass jemand sie konkret anspricht. Schon niedlich, wie sie sich dann da so harmlos hinsetzt und praktisch wartet, dass man sie entdeckt. In der Situation allerdings mehr als naiv - seltsam, vorher war sie noch so klug. Also entweder ist sie wirklich so klug, wie sie naiv ist oder da steckt mehr dahinter. Darkrais Reaktion fand ich hier interessant, weil sie ihn ja wirklich überrascht hat. Erwartet man gar nicht von Darkrai, dass er sich etwas aus der Fassung bringen lässt.
    Durchweg war die Szene zwischen Darkrai und Aquana interessant - ich wundere mich wirklich über das Verhalten von Aquana. Nicht mal wirklich ans Fliehen denkt sie, schon seltsam. Dass Lugia Aquana auch noch kennt, macht’s gleich noch interessanter. Seine Beschreibung von Aquanas Persönlichkeit klingt plausibel und irgendwie verwundert es mich nicht, dass Darkrai sie zu seiner Dienerin machen will. Ich meine: hat ein Bösewicht jemals genug Diener unter sich? :D  
    Aquana wartet derweil weiterhin brav ab, ob sie ins Wasser darf. Irgendwie schon lustig, sie scheint gar nicht zu merken, dass sie das auch ohne Erlaubnis hätte tun können. Ich meine, hätte Darkrai sie wirklich aufhalten können? Aber nein, sie tut es nicht. Entweder erkennt sie Darkrais Autorität echt nach so kurzer Zeit an oder … sie ist wirklich total naiv. Bin ich ja mal sehr gespannt, wie sich ihre Persönlichkeit noch entwickeln wird.
    Endlich darf sie dann doch ins Wasser! Find die Überlegungen von Darkrai hier auch sehr gut dargestellt, weil sie so nachvollziehbar waren. Komisch, du stellst Darkrai aus irgendeinem Grund gleich sympathisch da, dass man tatsächlich vergisst, dass er der Böse ist. xD
    Wie genial das Ende! Und wie unglaublich passend der Schrei Darkrais nach Lugia, weil Aquana plötzlich verschwunden ist. War ihr Verhalten zuvor wirklich gespielt und sie haut jetzt ab? Armes Lugia jedenfalls, der wird sich was anhören müssen.
    Ich war ein bissl überrascht, dass die Pokémon keine Eigennamen haben. Gut, bei Legendären müsste das natürlich nicht unbedingt sein, aber bei Aquana hatte ich eigentlich schon einen Namen erwartet. Aber gut, ist auch mal was anderes ohne, hat mich nur überrascht. Ansonsten schließ ich mich dem Lob meines Mitlesers an - da kann ich eigentlich nichts anderes hinzufügen und hab mich wahrscheinlich ohnehin unbeabsichtigt schon wiederholt. Macht jedenfalls sehr viel Spaß zu lesen und deshalb widme ich mich gleich mal Teil zwo! o/
    P.S.: zum Thema „horizontale Linie” - das geht mit dem Code

    Code
    1. [hr][/hr]


    Teil 2
    Happy little Vappy! :D
    Sie fühlt sich im Wasser natürlich gleich viel wohler als auf dem Trockenen und das merkt man auch gut. Und das sie auf ihren Unsichtbar-Modus auch stolz ist ist ja nur gerechtfertigt. Immerhin kann das ja nicht jeder von sich behaupten das zu können. Allgemein fand ich die Beschreibungen in diesem Teil sehr schön, besonders, als du auf die Kiemenatmung von Aquana aufmerksam gemacht oder auch die Nickhaut erwähnt hast. Schöne Details an die ich jetzt spontan gar nicht gedacht hätte. Macht das Ganze dadurch gleich lebendiger. Spielt die überraschende Entdeckung eines Schattens im Wasser auf den Titel an? Mhm … ne, wahrscheinlich nicht, wär ja doch bissl arg früh, oder? Bin jedenfalls sehr gespannt, wer oder was das sein könnte!
    Und da war Darkrai natürlich relativ angesäuert, dass man ihm nichts von der Fähigkeit Aquanas erzählt hat. Natürlich ist der Verlust grundsätzlich zu verschmerzen, er hat ja noch ne ganze Menge Käfige voller wahrscheinlich wesentlich stärkerer Pokémon, aber natürlich will er keine Gerüchte im Umlauf haben. Weil … ein Transporter voller Käfige mit Pokémon - tja, das ist ja nun wirklich kein gewöhnliches Seemannsgarn! Andererseits ist es wirklich unwahrscheinlich, dass man Aquana bei ihrer Persönlichkeit glaubt. Aber natürlich will Darkrai trotzdem kein Risiko eingehen, gerade wenn ein Legendäres davon Wind bekommt - die werden ja wahrscheinlich eher mal solchen Dingen auf den Grund gehen, als andere Pokémon.
    Und dann kommt Aquana tatsächlich zurück! Okay, das hatte ich nicht erwartet, ich hab echt gedacht, jetzt wäre sie weg. Es ist echt lustig, wie sie sich fast indirekt über Darkrai lustig macht. So subtil, aber trotzdem treibt es ihn auf die Palme - sehr, sehr genial! Und dann ist das nicht einfach nur irgendein Pokémon, es ist ein legendäres und da nicht mal irgendeines sondern ein zweites Lugia! Na, das ist mal wirklich eine wichtige Entdeckung. Gefällt mir übrigens sehr, dass es hier auch bei den Legendären mehrere von einer Sorte gibt - muss ja irgendwie sein. ^^ Verständlicherweise passt das Darkrai gar nicht in den Kram und er ordnet an, dass Lugia gegen das andere Lugia kämpfen soll. Dass dem dabei nicht wohl ist, kann ich gut nachvollziehen. Ich meine, gegen den eigenen Artgenossen kämpfen ist schon merkwürdig. Aber es wundert mich … will Darkrai sich da nicht die Hände schmutzig machen? Er hätte doch gegen Lugia einen Typvorteil und mit Sicherheit ist er stark genug sich zur Wehr zu setzen. Klar, ein Risiko bleibt immer, aber … wer weiß, erstmal muss man sehen, ob das andere Lugia angreift und wie der mögliche Kampf ausgehen wird. Schon genial wie viel Handlung im zweiten Teil drin ist oder besser gesagt, wie viel hier bereits eingeläutet wird. Und dann kommt wieder eine Portion Niedlichkeit seitens Aquanas, die natürlich fragt, wohin die Reise gehen wird. Das interessiert mich auch brennend! Aber natürlich sagt Darkrai nichts und es ist einfach zu genial zu lesen, dass Aquana dann fragt, ob er es selbst überhaupt wisse. Köstlich! Und dann ist sie plötzlich wieder im Wasser und das hat mich ehrlich gesagt genauso überrascht wie ihn. Vorher noch so höflich und artig fragen und jetzt auf einmal verschwinden? Also Aquana ist echt für Überraschungen gut. Und irgendwie hat sie Darkrai dadurch wieder als Deppen dastehen lassen, kein Wunder, dass Lugia sich schüchtern anbietet sie suchen zu gehen. Seinen Boss so überrumpelt zu sehen muss schon komisch sein. Aber klar, in Anbetracht der Bedrohung durch ein zweites Lugia ist es klar, dass er keine Energie an Aquana verschwenden will. Und wer weiß, vielleicht kommt sie ja erneut wieder. Jetzt abzuhauen wäre irgendwie witzlos, weil das hätte sie auch davor gekonnt. Vor allem … auch noch Darkrai vor dem Lugia warnen, würde jetzt überhaupt keinen Sinn mehr machen.
    Und dann kam der letzte Abschnitt und ich dachte mir: „Wha’ in the worl’?!” Hat Aquana doch tatsächlich Darkrai nur was vorgespielt und hat einen Auftrag! Also das hatte ich jetzt wirklich nicht erwartet, aber ganz kätzischer Manier, hat sie ihn perfekt überlistet und das brave Kätzchen gespielt. Genial! Ich frag mich natürlich, wer Aquanas Auftraggeberin sein wird … Spontan würde mir Cresselia einfallen, als Gegenstück zu Darkrai, aber mal sehen, ob das stimmt oder ob ich komplett daneben liege. Und ich glaub in dem letzten Abschnitt hat man endlich mal wirklich Aquanas Persönlichkeit rauslesen können. Der abwertende Begriff Kahn und wie es schwieriger als zuerst angenommen war herauszufinden was Darkrai vorhat. Sehr gute Schauspielerin, ich hab’s ihr echt abgenommen! Jetzt bin ich noch gespannter wie’s weitergeht.
    Deshalb gleich Teil drei!


    Teil 3

    Zitat

    Das Pokemon, von dem man sagte, es verkörpere den Nordwind, lächelte.


    Jetzt geht’s los! Das andere Lugia greift an, aber nicht direkt, sondern erstmal den Transporter an sich. In einem von den Käfigen möchte ich in dem Moment wirklich nicht stecken, muss furchtbar sein. Aber so wirklich Panik scheint trotzdem nicht ausgebrochen zu sein, obwohl ich das angenommen hatte. Ich meine, solche starken Stöße … da nimmt man ja erstmal an, dass das Teil gleich kentert. Aber anscheinend hat es der Gegner bei zwei Rucklern gelassen: einmal um die Schiffsschraube - wie kann Darkrai das alles eigentlich bedienen? Ich meine, da hängt doch ein Motor dran und alles … - zu blockieren und danach den Anker zu lichten. Natürlich schickt Darkrai jetzt Lugia los um das andere zu bekämpfen, aber irgendwie weiß ich nicht … ich hab so meine Zweifel ob es eine Chance gegen das angreifende Lugia hat. Bei einer Niederlage Lugias wäre es interessant zu wissen, was Darkrai macht. Lugias Instinkt sagt ihm jedenfalls, er soll verschwinden. Liegt das daran, dass Legendäre derselben Rasse nicht gegeneinander kämpfen?
    Und dann ergreift die Gegnerin die Initiative - ist ja interessant, dass der Gegner weiblich ist - und beginnt mit einer Hydropumpe. Die ist zwar schmerzhaft, aber nicht unbedingt sehr effektiv, da ist der Donnerblitz schon wesentlich schmerzhafter und das merkt man auch. Aber Lugia schafft es der Psychokinese seiner Gegnerin auszuweichen und die Genesung war ein kluger Schachzug. Klar, wenn Darkrai da direkt in der ersten Reihe sitzt und zusieht, will er natürlich nicht so schnell klein beigeben. Der Luftstoß aus kurzer Distanz war sehr geschickt und scheint die Gegnerin auch sehr hart getroffen zu haben, wenn sie davon gleich zurück ins Wasser fällt. Aber so ganz glaub ich nicht, dass der Kampf jetzt schon vorbei ist. Das wär doch bissl zu schnell gewesen, oder?
    Du springst dann natürlich zu Aquana um die Spannung noch bissl aufrecht zu erhalten und das erinnert mich daran, dass ich ja unbedingt wissen wollte, wer ihre Auftraggeberin ist. Die Darstellung der Umgebung hier hat mir gefallen, du hast eine gute Atmosphäre erschaffen nur irgendwie war mir der Wald nicht wirklich präsent. Zwar hast du von Blattwerk gesprochen und später konkret von Weiden auf einer Lichtung gesprochen, aber so wirklich nen Wald konnte ich mir nicht vorstellen. ^^”
    Und da wird auch enthüllt wer die Auftraggeberin ist! Keine Geringere als Suicune - komisch, auf die Raubkatze kam ich irgendwie nicht, aber ist eine interessante Wendung. Auf das Gespräch der beiden bin ich natürlich sehr interessant - ob man mehr über Aquanas Auftrag erfahren wird?
    War ja schon seltsam, so lang nichts von dem Lugia-Weibchen zu sehen, da fragt man sich schon, ob sie wirklich besiegt ist oder einen Hinterhalt plant. Lugia wird da natürlich nervös, versteh ich gut, nicht zu wissen, wo der Gegner ist und ob er wiederkommt nagt ganz schön an den Nerven.
    Das andere Lugia hat also tatsächlich unter Wasser auf ihren Gegner gewartet. Sehr schlau von ihr und ah! Warum? Warum kann sie nicht Darkrais Plan erzählen wenn sie ihn kennt? Mann, das ist wieder einer der Charas,, der eigentlich schon alles weiß, aber der es trotzdem nicht sagt. xD Find ich ja sehr genial, es war zwar bissl frustrierend das zu lesen, aber wenn du uns jetzt schon alles verraten würdest, wär’s ja auch ziemlich langweilig. Und so bleibt’s weiterhin schön spannend! (Was du hier ohnehin sehr genial hinbekommst ist zwischen den einzelnen Perspektiven zu wechseln und dabei jedes Mal die Spannung auf ihrem Höhepunkt zu halten. Kein Wunder, dass ich kaum aufhören kann zu lesen, weil jeder neue Abschnitt könnte ja ein neues Detail enthüllen.)
    Jedenfalls hat Darkrais Diener die Geduldsprobe verloren und obwohl er unter Wasser Anzeichen auf den Verbleib seiner Gegnerin gefunden hat, war diese doch schneller und konnte ihn überwältigen. Dieses Katz und Maus Spiel der beiden fand ich gut inszeniert, mir persönlich nur etwas zu kurz. Irgendwie tut mir Lugia ja leid … Darkrai wird von seiner Niederlage nicht besonders begeistert sein und das, obwohl sich Lugia durchaus angestrengt hat. Allerdings frag ich mich weiterhin, was Lugia überhaupt bei Darkrai tut. Verblendet? Falsche Versprechungen? Er kann doch nicht allen ernstes Darkrais Ziel - welches auch immer es ist - unterstützen … oder doch? Bin ich jedenfalls gespannt, was da dahinter steckt. Aber vor allem wird jetzt interessant, was das weibliche Lugia macht. Greift sie jetzt wirklich Darkrai selbst an? Wird dieser jetzt wirklich kämpfen?
    Die Fragen bleiben - mal wieder - erstmal offen, denn der letzte Abschnitt gehört Aquana und Suicune. Ich schätze mal, die Bezeichnung „Freund” aus dem Mund von Sui war ironisch gemeint, ansonsten hängt da vielleicht doch noch eine größere Hintergrundstory dran? Welchen Grund auch immer Sui hat, Darkrai hinterherzuspionieren, es ist interessant zu sehen, dass wohl mehrere Legendäre am selben Strang ziehen, wenn das weibliche Lugia ähnliche Absichten verfolgt. Nur halt bissl rabiater. Jedenfalls bekommt Aquana hier ihren Auftrag erweitert, was bedeutet, dass sie wieder auf dem Schiff auftauchen wird. Na, was Darkrai dazu wohl sagen wird … vor allem, wird er bestimmt wissen wollen, wo sie war. Gerade passend zum Angriff von dem Lugia verschwunden. Also ein bissl verdächtig ist das ja schon. Aber gut, Sui ist sich sicher, dass Aquana Darkrai an der Nase herumführen kann und in gewisser Hinsicht, hat sie das ja eh schon gemacht. Naivität zieht! Na auf Aquanas weitere Schauspielkünste bin ich jedenfalls sehr gespannt.


    Tja, was soll man dazu noch sagen, ne? Viel fällt mir nicht ein. Wie gesagt mag ich deinen Schreibstil sehr, auch wenn mir persönlich an der ein oder anderen Stelle manches Mal die Beschreibungen etwas dünn ausfallen. Die Charas stellst du jedenfalls sehr lebendig dar und zwar gleich so, dass ich Sympathie für Darkrai entwickelt habe. Er ist einfach herrlich dargestellt, Aquana natürlich nicht minder, ich mag sie total. Lugia ist auch interessant, aber momentan war er noch etwas passiv und ein bissl farblos. Mal sehen, inwieweit sich das noch ändert - er ist halt der typische, unterwürfige Diener. Ne ganze Menge offener Fragen, auf deren Antworten ich wahrscheinlich noch ne ganze Weile werde warten müssen, aber das macht nichts. Ich bin gespannt und freu mich sehr auf den nächsten Teil. :D  
    In diesem Sinne: Happy Writing — man liest sich wieder! ^_^


    — Cynda

  • Erstmal sorry, dass es so lange gedauert hat, war mit anderen Dingen beschäftigt. ^^"

    @Cyndaquil: Hihi, ich glaube ich habe deine ausführlichen Kommentare vermisst. ^^
    Zu deinen Fragen: Doch doch, das Schiff und die Käfige hat er schon von Menschen – es gibt in dieser Welt ja auch Menschen, sie leben nur ein gutes Stück weg von dem Ort wo die Geschichte spielt.
    Ich glaube ich dachte bei Aquana weniger an eine Robbe, sondern eher an einen Fischotter oder so… Jedenfalls eher an Fell als an so walartige Haut, immerhin ist Aquana ja noch eine Katze ^^
    Ja, weiß auch nicht warum ich in der Geschichte weitgehend auf Namen verzichtet hab… schätze da hat mich Mystery Dungeon etwas beeinflusst, da haben die meisten Pokis ja auch keine Namen.
    Vielen Dank übrigens, dass mir endlich jemand sagt wie man diese horizontale Linie hinkriegt XD
    Ansonsten hab ich mich sehr über deinen Kommentar gefreut und hoffe, dass meine Story auch weiter begeistern kann. (:





    Teil 4


    Lugia schoss der Wasseroberfläche entgegen. Darkrai zu erledigen würde nun nicht mehr schwer werden, hatte sie sich doch schon den perfekten Plan zurechtgelegt. Es war wirklich praktisch, dass Darkrais Diener ausgerechnet ebenfalls ein Lugia war. So lange sie nicht sprach, würde Darkrai sie nicht von diesem unterscheiden können. So konnte sie sich nah genug an ihn ranschleichen...

    Tatsächlich war Darkrai zunächst verwirrt, als das weiße Psychopokemon die Wasseroberfläche durchbrach. Um welches Lugia mochte es sich handeln? Das Pokemon schwamm ruhig zurück zum Schiff, mit gewohnter Friedfertigkeit und ohne die Aggression, die das fremde Lugia gezeigt hatte. Doch das war noch immer kein Beweis, dass es sich um seinen Diener handelte.
    "Du hast das andere Lugia also besiegt", meinte Darkrai. Das andere Pokemon nickte zögerlich, sagte jedoch kein Wort, was Darkrai in seinem Verdacht bestärkte, wenn auch nicht vollends bestätigte. Doch er stellte sich vorsichtshalber schon einmal auf einen Angriff ein.

    Hatte Darkrai bereits Verdacht geschöpft? Lugia war sich bezüglich dessen sehr unsicher. Am Besten griff sie ihn an, bevor er Gewissheit über ihre Identität erlangen konnte. Wenn ihr Artgenosse nicht zufällig sehr schweigsam war, dann hatte er diese vielleicht sogar schon. Lugia nutzte Darkrais anhaltendes Zögern aus und schob sich noch näher heran. Die Attacke, die sie einsetzen wollte, hatte sie heute schon zweimal benutzt. Sie musste unbedingt einen Treffer landen!

    Mit raschen Flossenschlägen näherte Aquana sich erneut dem Transporter an. Zu ihrer Verblüffung hatte eben jener angehalten, und befand sich daher noch an der gleichen Stelle wie zuvor. Aquana sah, dass neben Darkrai ein Lugia schwamm, doch irgendwie hatte sie ein komisches Gefühl dabei…
    Neugierig schwamm sie näher und kletterte über die Ankerkette zurück an Bord. Als sie Richtung Bug lief, setzte Lugia gerade zum ersten Schlag an. Wasser sammelte sich um ihr Maul herum, und Aquana erkannte sofort die geplante Attacke.
    Ein teuflischer Plan nahm in ihrem Kopf Gestalt an: Wenn sie Darkrai jetzt rettete, würde sie leicht sein Vertrauen gewinnen und so der Aufdeckung seiner Pläne womöglich einen großen Schritt näher sein. Auf jeden Fall würde es zumindest ihrer Tarnung zugute kommen und vielleicht auch von ihrem kleinen Ausflug ablenken. Sie musste nur schauen, dass sie dem Lugia gleichzeitig unauffällig die Flucht ermöglichen konnte, um vielleicht später noch einmal mit ihm reden zu können.

    Lugia bereitete die Attacke vor. Die Chancen, dass Darkrai noch würde ausweichen können, waren praktisch Null! Ha! Jetzt konnte sie es ihm endlich zeigen!
    Die Hydropumpe schoss auf Darkrai zu, doch gleichzeitig warf sich ein blauer Schatten dazwischen. Konnte das möglich sein?
    Das kleine Wasser-Pokemon wurde von der Wucht der Attacke getroffen und ein Stück nach Hinten gedrückt, doch der Großteil der Wassermassen floss ohne Schaden anzurichten zu Boden, während ein Teil regelrecht absorbiert zu werden schien. Schockiert starrte Lugia das putzmunter wirkende Aquana an.

    Aquana schüttelte sich. So eine Hydropumpe konnte zur Abwechslung auch ganz angenehm sein, gerade bei diesen sommerlichen Temperaturen. Durch die ihrer Art eigenen Fähigkeit H2O-Absorber machte ihr Wasser nicht das Geringste aus, mochte die Menge noch so überwältigend sein. Sie kicherte. “Haha, das hat Spaß gemacht, Lugia! Macht ihr beide gerade eine Wasserschlacht? Ich will auch mitmachen!” Ohne Vorwarnung spuckte sie dem weißen Psycho-Pokemon einen harten Wasserstrahl direkt gegen den Hals - die Wucht war so groß, dass das Pokemon hinten über und zurück in den Fluss fiel. Nur Zehntelsekunden später zischte eine schwarze Kugel, um die violette Blitze zuckten, über die Stelle hinweg, an der Lugia gerade noch geschwommen war.


    Darkrai war außer sich. Dieses verdammte Pokemon, wie konnte es nur so dämlich sein! Hätte dieses blöde Aquana das Lugiaweibchen nicht mit seiner Aquaknarre verscheucht, hätte er es mit einem gezielten Schlag vernichten können! Er atmete tief durch, um sich zu beruhigen. Und während er das tat erinnerte sich, dass genau dieses Aquana ihn gerade vor einer ziemlich unangenehmen Attacke beschützt hatte. “Aquana”, knurrte er, trotzdem immer noch erzürnt.
    Das blaue Pokemon wandte sich ihm zu. “Ja, Meister Darkrai?” Der Blick aus seinen schwarzen Kulleraugen war ein Inbegriff der Unschuld.
    “Dieses Lugia war ein Feind. Es war das, vor welchem du uns gewarnt hattest, bevor du wieder mal verschwunden bist.” Sein Tonfall machte deutlich, dass er von ihrem plötzlichen Verschwinden gar nichts hielt und wissen wollte, weshalb sie das getan hatte. Doch natürlich konnte Aquana dies nicht heraushören.
    “Oooh, ein Feind! Dann war das gar keine Wasserschlacht?” Ihre Stimme klang erschrocken.
    “Nein, es war keine Wasserschlacht”, erklärte Darkrai, mühsam seine Verärgerung bezähmend, “Und du hast dem Feind…” ‘Zur Flucht verholfen’, war das, was er anklagend hatte sagen wollen, doch das Pokemon besaß die unglaubliche Frechheit, ihn zu unterbrechen.
    “Ich hab ihn verjagt, ich weiß!”, rief sie stolz aus. “Ihr müsst mir nicht danken, Meister Darkrai, das habe ich doch gern für Euch getan! Keine Sorge, wenn der Feind wiederkehrt, werde ich zur Stelle sein und Euch beschützen!” Sie sagte das mit so einem Eifer, wie Darkrai es von keinem seiner wenigen Diener kannte. Frustriert stieß er die angehaltene Luft aus. Es war genau wie sein Diener gesagt hatte, mit diesem Pokemon konnte man einfach nicht diskutieren. Aquana schien in einer völlig anderen Welt zu leben und nichts davon zu begreifen, was eigentlich wirklich passierte. Und es schien müßig, es ihr erklären zu wollen. Er seufzte, zum ersten Mal mehr resigniert statt wütend.
    “Gut, Aquana. Ich weiß dein Engagement zu schätzen. Nun tu mir einen gefallen und such Lugia. Unser Lugia. Deinen alten Bekannten, du weißt schon? Meinen Diener?”, wiederholte er mehrfach in verschiedenen Ausdrücken, welches Lugia sie suchen sollte, damit sie es auch wirklich begriff und nicht etwa das andere Lugia suchen ging.
    “Natürlich, Meister Darkrai. Ich habe sehr wohl verstanden, welches Lugia Ihr meint. Den Freund. Nicht den Feind.”
    “Scharfsinnig, Aquana.” Darkrai konnte sich die ironische Antwort nicht verbeißen. “Nun geh!”, befahl er ungeduldig.
    Aquana zwinkerte, sie wirkte belustigt. “Jawohl, Meister Darkrai!”, erwiderte sie, sprang in den Fluss und war verschwunden.


    Lugia war klug genug, um die Chance zur Flucht zu nutzen, welche ein kleines blaues Wasser-Pokemon ihr verschafft hatte. Darkrai war ein nicht zu unterschätzender Gegner, und ohne das Überraschungsmoment auf ihrer Seite würde es schwer sein, ein zweites Mal nah genug an ihn heran zu kommen. Zudem war da nun auch dieses Aquana… Lugia wurde nicht schlau aus ihm. Es hatte Darkrai vor ihrer Attacke geschützt, also stand es wohl auf seiner Seite. Gleichzeitig hatte es sie im richtigen Moment aus der Bahn von Darkrais Angriff geworfen, so dass dieser sie verfehlt hatte. War das ein Zufall gewesen und das Pokemon hatte sie wirklich nur mit Wasser vollspritzen wollen? Lugia schüttelte den Kopf vor Verwirrung. Sie würde dieses Aquana bei ihrer nächsten Begegnung genau beobachten müssen. Und es würde eine nächste Begegnung geben. Für heute würde sie sich zurückziehen, denn sie hatte schon genug gekämpft, doch es würde ein anderer Tag kommen, und dann sollte Darkrai sich besser vorsehen! Niemals würde sie zulassen, dass die drei Quellen in seine Hände fielen! Von ihrer Wut angestachelt, schoss sie wie ein Torpedo durch das Wasser und entfernte sich schnell von Darkrais Schiff, welches sie zumindest eine Zeitlang aufgehalten haben sollte.

  • Hallo Espeon. (:


    Erstmal ein großes Sorry, dass dieser Kommi hier eine halbe Ewigkeit auf sich warten ließ! Aber, wie ich so schön sage, besser spät als nie und ich finde, hier muss ohnehin dringend mal ein wenig gepusht werden. ;D


    Teil 4
    Ich hoffe, mein Gedächtnis lässt mich nicht allzu sehr im Stich, was vorher noch passiert ist, aber das werden wir sehen. Falls ich dummes Zeug reden sollte, sag bescheid. (In einer ruhigen Minute sollte ich mir alle Teile noch mal durchlesen.)
    Ah, ich erinnere mich! Die beiden Lugia hatten gekämpft und der Diener Darkrais war dabei unterlegen. Deshalb ist das Lugia, um dass es hier am Anfang geht auch das weibliche Lugia, welches Darkrai angegriffen hatte. Gut, ich hoffe, ich bin wieder auf dem Laufenden. Und Aquana kommt später von ihrem Meeting mit Sui. Gut, gut. So schlecht war mein Gedächtnis wohl doch nicht. Egal, zurück zum eigentlichen Teil. (:  
    Was mir an diesem Kapitel besonders gefällt, sind die Szenenwechsel, die dir sehr gelungen sind. Schon davor hattest du welche in den Teilen und auch hier jedes Mal sehr passend gesetzt, aber hier sogar noch besser. Man merkt einfach, dass nur wenig Zeit ist, dass alles schnell gehen muss, weswegen du dich hier auch kurz hältst mit den Beschreibungen und dich vor allem auf die Aktionen deiner Charas konzentrierst. Gefällt mir! Nur ab und an wäre eine kleine Beschreibung ganz nett gewesen, vielleicht liegt’s aber auch nur an mir, dass ich Probleme habe, mir diese Umgebung mit dem Schiff vorzustellen. ^^”
    Dass Lugia ihre Chance wittert Darkrai anzugreifen kann ich gut verstehen und man merkt deutlich ihren Eifer und ihren Willen es zu tun. Was auch immer er vorhat, sie ist absolut gewillt ihn davon abzuhalten. Die Verwirrung von Darkrai hat man auch gleich gemerkt, aber so ganz ging die Rechnung leider nicht auf. Wäre ja auch fast zu schön gewesen, wenn Darkrai das „stumme” Lugia sofort für seinen Diener gehalten hätte. Da hätte er schon sehr ignorant sein müssen und das ist Darkrai nicht. Gerade das gefällt mir sehr an ihm. Er ist nicht der typische, überhebliche Antagonist, der leicht Fehler macht, weil er denkt, er könne keine machen. Diese Scharfsinnigkeit und Vorsicht macht ihn zu einem schwierigen Gegner und das merkt das weibliche Lugia auch. Deshalb kommen ihr auch Zweifel und sie merkt, dass sie sich beeilen muss. Darkrai dagegen macht sich ebenfalls bereit für einen Angriff. In Anbetracht der Typen ist Darkrai Lugia im Vorteil, weshalb ein Treffer von einer seiner Attacken böse für sie ausgehen könnte. Da ist man gerade am Mitfiebern machst du einen gekonnten Wechsel zu Aquana, die — ebenso scharfsinnig — die Situation an Deck einschätzt. Ich bin so begeistert von der Klugheit deiner Charas, ohne Witz, das ist richtig toll. Man merkt, dass sie alle ähnlich denken und das gefällt mir, weil so Kleinigkeiten den Unterschied machen, wer nun wem „gedanklich” im Vorteil ist. Und dieses ganze Spiel mit dem Vertrauen von Darkrai ist auch spannend zu verfolgen!
    Gut, Aquana sieht also ihre Chance sich Darkrais Vertrauen zu verdienen, indem sie ihn vor dem Lugia rettet. Gleichzeitig möchte sie jedoch nicht das Lugia verletzen, was nur klug ist, immerhin ist das Lugia wohl auf derselben Seite wie Sui — nun ja, zumindest scheint es momentan so. Ich erwarte hier noch einige interessante Wendungen, welches Legi nun auf welcher Seite des Konflikts steht, von dem wir noch gar nichts wissen.
    Die Szene wie Aquana Darkrai rettet ist genial. Ich sag’s noch mal: einfach genial! Aquana ist sofort in dem „unschuldiges kleines Kätzchen”-Modus und nimmt die durchaus gefährliche Hydropumpe für ein Spiel. Ich bin sehr begeistert von ihren Künsten als Schauspielerin. Sie schlägt tatsächlich zwei Fliegen mit einer Klappe: sie rettet Darkrai auf eine so „verspielte” Art — denn es sah ja nach einem kompletten Zufall aus —, dass dieser ihr natürlich etwas mehr vertraut und gleichzeitig bringt sie das weibliche Lugia in Sicherheit. Alles absichtlich und doch wissen beide Beteiligten — Lugia und Darkrai — nicht, was die Wasserkatze eigentlich vorhat. Gewieftes Kätzchen! Das Gespräch mit Darkrai zeigt dann wieder das volle Schauspielertalent von Aquana und lässt Darkrai doch leicht resignieren, aber er merkt auch, dass Aquana Potential hat. Als Leser hofft man natürlich, dass sie diese Show so lang wie möglich aufrecht erhalten kann, damit wir endlich erfahren, was Darkrai mit einem Schiff voller Pokémon nun vorhat und wie alles zusammenhängt.
    Lugia ist jedenfalls skeptisch auf welcher Seite das Aquana steht. Kann ich gut nachvollziehen, immerhin wirkte das alles so zufällig, dass man nicht wirklich erkennen kann, ob dahinter eine bestimmte Absicht stand oder nicht. Aber sie bleibt verbissen an Darkrai dran, das merkt man schon. Was auch immer er vorhat und sie weiß, es bringt sie wahnsinnig auf die Palme.
    Ich frage mich jetzt nur, was mit dem männlichen Lugia passiert, wenn es vor Darkrai steht. Ich habe das ungute Gefühl, er wird sich etwas von seinem „Meister” anhören dürfen. Hoffentlich schafft Aquana es hier, die Situation durch ihre naive Art zu entschärfen oder Darkrai ist anderweitig so friedlich gestimmt, dass Lugia nicht allzu viel abbekommt. Ich glaube nämlich, dass Lugia wichtig ist, um Darkrai von Aquanas Naivität zu überzeugen. Aber das werden wir wohl beim nächsten Mal sehen. (:


    Sou, so viel dazu. Falls du für die Veröffentlichung eines neuen Teils auf einen Kommi gewartet hast: tadaa hier ist er! Falls nicht … hoffe ich trotzdem, dass es bald weitergeht. Bis dahin: Happy Writing!


    — Cynda

  • Hey @Cyndaquil  ^^


    was für ein Zufall, ich hab ebenfalls ewig nicht mehr in dieses Topic geschaut und jetzt wo ich es mal tue seh ich gleich einen neuen Kommentar. ^^ Ich freu mich dass dir meine Charaktere so gut gefallen! Ich versuche diese Scharfsinnigkeit die sowohl Darkrai als auch Aquana ausmacht weiter beizubehalten (was manchmal gar nicht so leicht ist). Und ich werde in Zukunft versuchen mehr auf die Beschreibungen zu achten. Direkt auf den Kommi gewartet hatte ich nicht, ich war die letzten Monate mit anderen Dingen beschäftigt, aber ich freue mich natürlich trotzdem ^^ Dann poste ich mal wieder ein Kapitel:


    Oh und kann mir vielleicht jemand sagen warum die Bilder in den Beiträgen nicht mehr angezeigt werden?




    Teil 5


    Aquana wusste, dass das fremde Lugia längst das Weite gesucht haben musste, und das war im Grunde ja auch beabsichtigt gewesen. Jedoch war sie zuversichtlich, dass sich sicher noch eine Gelegenheit ergeben würde, mit diesem potenziellen Verbündeten zu sprechen, so wie Suicune es wollte.
    Zuerst würde sie, wie Darkrai befohlen hatte, ihren alten Bekannten suchen. Diesen aufzuspüren erwies sich als nicht besonders schwer. Er lag auf dem schlammigen Boden am Grund des Flusses, und offenbar war er nicht bei Bewusstsein. Der Kampf mit seinem Artgenossen musste ihm ordentlich zugesetzt haben.
    Aquana schwamm einmal um ihn herum, dann stieß sie ihn fest mit dem Kopf in die Seite, bekam jedoch keine Reaktion. Da sie viel kleiner war als Lugia, konnte sie ihn unmöglich aus dem Wasser ziehen. Sorgen machte sie sich allerdings keine. Dass Pokemon beim Kämpfen ohnmächtig wurden, kam regelmäßig vor, und auch wenn Lugia kein Wasser-Pokemon war - soweit Aquana wusste schliefen diese Pokemon zum Teil sogar unter Wasser und dabei erstickten sie ja auch nicht. Auch wenn Aquana selbst nicht klar war, wie genau sie das machten. Jedenfalls, wenn Lugia nicht aufwachte, würde sie ihn wohl oder übel erst mal liegen lassen müssen. Also kehrte sie zunächst an die Oberfläche zurück, um Darkrai Bericht zu erstatten.


    Aquana war schneller als erwartet zurück, jedoch ohne seinen weißgefiederten Diener mitzubringen. “Wo ist Lugia? Hast du ihn gefunden?”, fragte er sie mit befehlsgewohnter Stimme. Aquana schüttelte sich kurz. “Er liegt im Wasser. Bewusstlos. Was machen wir jetzt, Meister Darkrai?”
    Darkrai ballte die Fäuste. Das war doch zum Verrücktwerden! Da wollte man einmal eine Unternehmung machen, welche ihm die Herrschaft über sämtliche Pokemon garantieren sollte und es ging einfach nicht vorwärts! Aber noch würde er nicht aufgeben. Stattdessen gab er neue Befehle: “Aquana, sieh nach was der Feind in die Schiffsschraube geklemmt hat und entferne es. Stolloss, hol den verdammten Anker wieder hoch! So schnell wird man uns nicht aufhalten…”, knurrte das Unlicht-Pokemon vor sich hin. Um Lugia machte er sich keine allzu großen Sorgen. Sein alter Freund konnte einiges einstecken und würde schon bald wieder aufwachen... In der Zwischenzeit konnte er zumindest das Schiff wieder startklar machen.


    Der Kapitän des Schiffes, welches sie den Menschen abgenommen hatten, marschierte auf Darkrais Befehl mit schweren Schritten aus dem Führerhaus und nach hinten zur Ankerkette. Stolloss war eigentlich kein Diener Darkrais, aber er war nicht besonders hell im Kopf und tat was ihm befohlen wurde, da man ihm gedroht hatte, ihn sonst über Bord zu werfen. Und schwere Stahl-/Gesteins-Pokemon konnten in der Tat nicht schwimmen, sie versanken im Wasser wie ein, nun ja, Stein eben. Von daher war es eine durchaus berechtigte Angst, die Stolloss gehorchen ließ.
    Genau dies war ja auch Darkrais Stärke: Er war ein Meister darin, die Ängste anderer zu erkennen, zu wecken und sie dafür zu benutzen, sie unter seine Kontrolle zu bringen. Und schon sehr bald, wenn sie erst einmal das Ziel ihrer Reise erreicht hatten, würde niemand mehr seiner Macht widerstehen können. Doch noch war es nicht soweit und er sollte sich lieber Gedanken machen, wie sie ihre Reise ohne weitere Stopps fortsetzen und dieses andere Lugia umgehen konnten...


    Aquana tauchte also gehorsam wieder unter, um die Schiffsschraube zu untersuchen. Der hinein geklemmte Gegenstand war kaum zu übersehen, das fremde Lugia hatte wirklich ganze Arbeit geleistet. Ein dicker Baumstamm hatte die Drehung der Schraube erfolgreich verhindert, bis der Schiffsmotor abgestorben war. Das Schiff würde so lange nicht von der Stelle kommen, bis jemand ihn entfernt hatte. Aquana stemmte sich dagegen, doch die Schiffsschraube knarzte nur ein wenig und rührte sich kaum. Sie war einfach viel zu klein um groß etwas ausrichten zu können. Sie brauchten Lugia, anders würden sie den Baumstamm nicht entfernen können.
    Zielstrebig kehrte Aquana zu ihrem Freund aus Kindheitstagen zurück. Lulu hatte sie ihn damals genannt, da sie zu klein gewesen war um den kompletten Namen aussprechen zu können. Das war ganz schön lange her. Eigentlicht hatte sie als sie klein war davon geträumt, zusammen mit Lulu den Ozean zu erkunden. Das war neben ihrer allgemeinen Liebe zum Wasser wohl mit der Hauptgrund gewesen, dass sie sich für den Wasserstein entschieden hatte… aber dann war alles anders gekommen. Lugia hatte immer weniger Zeit für sie gehabt, sie dagegen hatte Suicune kennengelernt und recht bald ihre Arbeit als Spionin für sie aufgenommen. Und nun fanden sie sich plötzlich auf gegnerischen Seiten wieder, auch wenn Lugia davon natürlich nichts wissen durfte. Ob Darkrai schon damals der Grund für Lugias immer häufigere Abwesenheit gewesen war? Aquana hatte keine Ahnung, wann und unter welchen Umständen die beiden sich kennengelernt hatten, geschweige denn, weshalb Lugia sich von ihm herumkommandieren ließ. Sie schüttelte den Kopf. Keine Zeit für Spekulationen oder ferne Erinnerungen, sie musste sich auf die Gegenwart konzentrieren.
    Sie fand Lugia noch immer unverändert am Flussgrund liegen. Zögerlich umkreiste sie ihn. Wie sollte sie ihn nur je da weg bekommen? Allerdings kam ihr da plötzlich eine Idee…


    Lugia wachte auf, als sein Kopf die Wasseroberfläche durchstieß. Wie…? Er erinnerte sich, K.O. gegangen zu sein, danach musste er wohl auf den Flussgrund gesunken sein… Irgendetwas kitzelte ihn furchtbar am Bauch. Er lachte und erhob sich ein Stück aus dem Wasser, um der Berührung zu entgehen. Jetzt erst bemerkte er, dass Aquana ihn mit einem Wasserstrahl empor gehoben hatte. Irgendwie musste sie wohl unter ihn gekrochen sein und ihm dann einen Wasserangriff direkt in den Bauch verpasst haben. Es hatte sich als ziemlich effektiv herausgestellt, wie er staunend feststellte. Er war wieder oben und er war zurück aus seiner Bewusstlosigkeit! Neben ihm paddelte Aquana heran. “Na, wieder wach?”, fragte sie. “Ja, endlich. Danke! Das war ein klasse Einfall von dir”, lobte er sie. In diesem Moment sahen beide, wie sich die Ankerkette hob. Das Schiff rührte sich. Genauer gesagt, es kam direkt auf sie zu!


    Aquana starrte erschrocken zu dem stählernen Schiffsrumpf auf, der sich unaufhaltsam auf sie zu schob. Er war so nah, dass sie nicht einmal mehr den Himmel sehen konnte, dafür aber jeden einzelnen Kratzer auf dem rostbraunen Metall, welches sie wie hypnotisiert anstarrte. “Aquana, pass auf!”, rief Lugia plötzlich und stieß sie mit dem Kopf aus der Fahrrinne des meterhohen Kahns. Sie kam prustend wieder an die Oberfläche und sah gerade noch, wie Lugia nach der anderen Seite auswich und zornig nach oben rief: “Lass sofort den Anker wieder runter, du hirnloser Stahlkopf! Der Motor ist noch aus! Das Schiff fährt rückwärts!”


    Darkrai musste nach der Reling greifen, als das Schiff sich plötzlich wieder in Bewegung setzte. Doch was war das? Es fuhr rückwärts, direkt mit der Strömung! War er denn nur von Idioten umgeben?!
    In diesem Moment hörte er Lugias vertraute Stimme, welcher gerade Stolloss anschrie. Das Stahlpokemon hatte genau wie ihm aufgetragen war den Anker gelöst, ohne darauf zu warten dass die Schiffsschraube frei wurde und der Motor anlaufen konnte. Was für ein Dummkopf! Jedoch wusste Darkrai, dass er im Grunde selber Schuld war. Er hätte wissen müssen, dass Stolloss geistig zu träge war, um selbst mitzudenken. Was ihn auf der einen Seite zu einem gehorsamen Lakaien machte, machte ihn auf der anderen Seite wieder zu einem Idioten, dem man jeden Schritt einzeln erklären musste. Fast ein wenig wie bei Aquana, obwohl sie sich gleichzeitig auch wieder unterschieden wie Tag und Nacht. Aquana strahlte eine gewisse Intelligenz aus, jedoch von einer fremden, ihm nicht zugänglichen Art, die er nicht ganz verstand.
    Ein Ruck fuhr durch das Schiff und es stand erneut. Offenbar hatte Stolloss den Anker wieder losgelassen. Kurz darauf gab es noch ein furchtbar quietschendes Gräusch, gefolgt von einem Platschen, als Lugia den Baumstamm mit den Zähnen aus der Schraube zerrte und in die Strömung schleuderte. “Zobiris, werf den Motor an!”, knurrte Darkrai dem Pokemon zu, welches Stolloss sonst bei seiner Arbeit überwachte, aber selbst zu klein war, um das Steuerrad die ganze Zeit über zu halten. Wohl oder übel musste er das eine Weile selbst übernehmen, zumindest bis Stolloss den Anker eingeholt hatte.


    Aquana hatte sich von dem Schreck wieder halbwegs erholt und schwamm nun neben dem Kahn her, während Lugia dem Pokemon oben den Befehl gab, den Anker jetzt einzuholen. Gleichzeitig erklang nun wieder das tiefe Brummen des Schiffsmotors. Aquana musste ihre ganze letzte Kraft sammeln, um wieder zurück an Bord zu springen. Sie war müde, denn der Tag hatte sich als erstaunlich ereignisreich und anstrengend erwiesen. Nach kurzem Zögern kletterte sie auf das Dach des Führerhäuschens und machte es sich dort bequem. Das weiße Plastik hatte sich angenehm aufgewärmt, aber nicht so sehr, dass es schmerzen würde. Die Sonne versank gerade am Horizont, als sie die Augen schloss, um ein wenig zu dösen.


    Die Dunkelheit brach nun vollends herein und offenbarte einen sternenklaren Nachthimmel unter einer abnehmenden Mondsichel, während die Konturen des Flussufers in der Finsternis entschwanden und das Wasser schwarz und undurchdringlich wurde. Die Nachtfahrt verlief im Gegensatz zum Tag sehr ruhig, doch Darkrai war immer noch verärgert. Dieser unplanmäßige Halt hatte sie Stunden gekostet! Und das nur wegen diesem verdammten zweiten Lugia… Diese Pokemon waren extrem selten, warum musste ausgerechnet hier und jetzt eines auftauchen? Wusste es von seinen Plänen? Arbeitete es mit anderen zusammen? Er grub seine Krallen in die Reling, welche das Schiff einfasste. Es war egal. Die Legendären konnten seine Pläne ohnehin nicht verhindern. Bald, schon sehr bald, würde er die Kontrolle über die gesamte Region erlangt haben! Endlich würde er die Position erhalten, die ihm schon lange zustand… So in Siegesträumen versunken genoss er den Fahrtwind und die fast vollkommene Dunkelheit, die über dem Fluss lag. Und durch die nur jemand wie er manövrieren konnte, für dessen Augen die Dunkelheit wie Licht war. Zusätzlich achtete Lugia unter Wasser darauf, dass sie dort ebenfalls nicht auf Hindernisse stießen.

  • Hallo Espeon,


    passend zu Weihnachten sollst du einen Kommentar erhalten. Dabei möchte ich zuerst auch einmal auf das Problem mit den Bildern zu sprechen kommen, das hier genauer erläutert wurde. So wurde nämlich für das Forum eine Whitelist angefertigt, wonach Bilder nur mehr bei bestimmten Hostern auch direkt in den Beiträgen angezeigt werden. Das heißt, du hast nun mehrere Möglichkeiten: Entweder das Bild per Dateianhang im Forum hochladen oder einen neuen Hoster aus der Tabelle aussuchen und das Bild erneut hochladen. Auf imgur kannst du übrigens auch direkt einen Weblink posten und dort dann das Bild hochladen, falls dir das lieber ist.


    Nun aber zur Geschichte. Ich finde den Verlauf bisher recht interessant, da du nun auch einige Geheimnisse um Aquana gelüftet hast, stellt sie sich nun doch als eine Art Agentin heraus, wobei noch immer nicht genau abzusehen ist, was eigentlich das Ziel ist, außer Darkrai aufzuhalten. Das ist wohl der eine Spannungspunkt, der noch lange erhalten bleiben wird, ebenso wie für einige Legendäre, die bisher nur einen Auftritt hatten und deren Existenz in der Geschichte nicht genauer erklärt wurde. Dieses zweite Lugia schien nämlich nicht zu Aquanas Gruppe zu gehören, weshalb nun die Frage besteht, ob es noch mehr Gruppierungen gibt, die sich Darkrai in den Weg stellen wollen, vielleicht sogar gegen Aquana. Ganz ohne Grund wird es nicht aufgetaucht sein, zumal du in seiner Anwesenheit drei Quellen erwähnst. So viel zu den Vermutungen.
    Du erwähnst hier zum ersten Mal die Menschen, allerdings nicht, inwiefern sie überhaupt in diese Welt involviert sind. Auch wenn es sich um eine noch unbekannte Region handeln soll, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass sie keinerlei Auswirkungen auf die Umgebung zeigen. Darunter fiele dann auch, dass Stolloss so gut über das Steuerrad Bescheid weiß, wie es damit umgehen muss, aber das kann man sich dadurch erklären, dass es wohl auch von den Menschen kommt. Nun ja. Mir gefällt hier der kleine Einblick in Aquanas Vergangenheit, auch wenn das nur einen möglichen Namen für das befreundete Lugia betrifft und ebenso ihren Werdegang kurz zusammengefasst, aber das ist für den Moment auch einmal ausreichend, um eine Art Zusammenfassung der bisherigen Informationen zu bieten. ich hoffe ja ehrlich gesagt, dass recht bald einmal klar wird, was sie eigentlich sucht, außer, dass sie Darkrais Vertrauen gewinnen möchte. Bisher lief das in die Richtung "Ja, ich weiß es, aber ich darf's dir nicht sagen, weil". Ist zwar ein klassisches Stilmittel, um Spannung zu erzeugen, aber dadurch wird einfach vieles aufgeschoben, was bei den ohnehin schon offensichtlichen Motiven der beiden Hauptcharaktere eher hinderlich wirkt, so zumindest mein Empfinden.
    Ob Aquanas Wasserstrahl wirklich so stark ist, dass es das schwere Lugia aus dem Wasser hieven kann, darüber kann man definitiv streiten, aber das soll auch nicth der Kritik dienen. Dafür war die nachfolgende Szene um das noch nicht startklare Boot umso witziger und hat sicher nicht nur die Besatzung vor den Kopf gestoßen, da alles in Chaos ausartete. Sehr gelungen ist dabei auch der nahezu nahtlose Übergang in die normale Ordnung und dass das Boot nun nach einigen Strapazen doch wieder starten kann. Der Abschluss des Kapitels ist dabei, passend für Darkrai, stilvoll in einer fast mondlosen Nacht gehalten und du nutzt die Ruhe, um seine Pläne noch einmal zu betonen. Passend, wie ich finde - bis auf den Ausklang, der kommt mir etwas abrupt vor, aber vermutlich ließ sich dort auch einfach nicht mehr machen.


    Von daher hoffe ich, du freust dich über den Kommentar und man liest sich sicher bald wieder!


    ~Rusalka

  • Huhu Espeon. =)
    Da wir uns bereits so lange kennen und du in diesem Awardtopic vorgeschlagen wurdest, bin ich auf deine Story gestoßen und alle fünf Teile in einen Rutsch gelesen. ^^  
    Sorry, wenn ich nicht alle einzeln kommentiere, aber ich denke, so ein Gesamteindruck hilft dir auch weiter und ist imo oft besser, als wenn man sich im Detail verliert. ^^


    Dein Startpost macht mich schon auf mehr neugierig, man weiß bereits, was den Leser erwartet. Eigentlich bin ich ja Fan von menschlichen Protagonisten, aber ich denke, ich werde mit deinem Aquana viel Spaß haben. ^^


    Genau das zeigt sich bereits im ersten Kapitel. Allerdings kommt es mir so vor, als wäre es zu einfach gewesen, um zu entkommen und ein kleiner Kritikpunkt ist, dass Aquana in allen fünf Kapiteln bisher einfach intelligenter als Darkrai zu sein scheint, was sie gleichmal besser macht als den Antagonisten (jedes kleine Pokemon kann aus den Käfigen ausbrechen und er lässt sie einfach umherschwimmen?), so machst du ihr es imo viel zu leicht, um für Suicune zu spionieren. Das macht Darkrai auch... naja ziemlich nett hehe ^^
    Ich mag das Aquana aber, das Lugia auch, aber vor allem das Aquana. x3 So ein ausgefuchstes Kätzchen. ;* Sie ist einfach immer einen Lacher Wert, wenn sie Darkrai austrickst, wenn sie sich in einer Hydropumpe "badet", wenn sie mal ganz selbstverständlich ausbüchst und vor allem, wenn sie sich zwischen den Zeilen über Darkrai lustig macht. Dieser Spott im Unterton und sie verpackt ihn einfach zuckerzuckersüß, I love her, I'm her Fangirl *_*
    Noch sind mir die Beweggründe nicht so klar, aber ich werde da dranbleiben =D
    PS: Das Stolloss gab mir den Rest. lol Ein loyaler Diener, aber nicht ganz helle. :D Wenn ich mir das Teil so anschaue: jep, eindeutig. Dumm wie Brot haha >=D

  • Hallo Espeon. (:


    Und hier kommt auch schon mein Kommentar zum aktuellen Kapitel. Und es freut mich, dass ich es so gut abgepeilt habe, dass du gleich mit deinem neuen Kapitel meinen Kommi gesehen hast. Nicht, dass du am Ende noch denkst, keiner liest mehr mit. ^^


    Teil 5


    Dieser Teil ist jetzt erstmal ein wenig ausklingend, nach den Parts davor und doch mehr als passend hier. Vor allem merkt man wieder, was alles schief gehen kann und wie eine Aneinanderreihung von Kleinigkeiten doch zu einigem Chaos führen kann. So was macht’s immer lebendig, find ich.
    Ich bin ja mehr und mehr gespannt, wer hier auf welcher Seite steht und welche Pläne da jeder hat. Besonders die Aussagen des weiblichen Lugia waren schon sehr interessant gewesen und auf ein Zusammentreffen zwischen ihr und Aquana bin ich schon mehr als gespannt. Das Lugia, welches Darkrai dient, ist leider noch nicht aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht und lässt sich auch nicht von Aquana wecken. Da kann man wirklich froh sein, dass das Wasser Lugia nicht irgendwie schaden kann. Ach ja, Darkrai ist schon echt genial, ich mag ihn ja, eigentlich schwer ihn als Antagonist wahrzunehmen, weil er einfach zu genial ist! Aber das kommt sicherlich noch, bisher weiß man ja noch nicht viel über seinen Plan die Weltherrschaft an sich zu reißen.
    Zuerst scheinen die Befehle von Darkrai ja noch sinnvoll zu sein, aber als er ausgerechnet Aquana losschickt die Schiffsschraube zu befreien, war ich etwas skeptisch. Weil das sicherlich was großes und massives sein musste, was diese Schraube verklemmt und ob Aquana das alleine schafft, wagte ich dann doch zu bezweifeln. Interessant aber, dass ein Stollos für die schwere Arbeit an Board zuständig ist. Zuerst war ich ja verwundert, was Darkrai wohl gemacht hat, damit ihm so ein Pokémon gehorcht. Aber die Erklärung machte Sinn: obwohl’s eigentlich schade ist, dass dieses Stollos nicht so hell ist, aber Darkrai braucht wohl auch einen willigen Diener der nicht so viele Fragen stellt. Problem bei Leuten die kopflos Befehle ausführen: es kann zu Problemen kommen. Da war ich ja gespannt, ob alles gut gehen würde.
    Die kleine Episode zu Aquanas Kindheit und ihrer Freundschaft mit Lugia hat mir sehr gefallen. So ein wenig Hintergrundwissen — gerade, da die beiden sich ja schon länger kennen — fand ich gut. Wirklich schade, dass ihre Freundschaft nicht mehr so eng wie damals ist. Aber vielleicht wird das ja wieder, wenn man herausfindet, welches Druckmittel Darkrai hat, damit Lugia ihm überhaupt gehorcht. Oder ist es am Ende gar kein Druckmittel und Lugia will tatsächlich Anteil an der Weltherrschaft? So schaut er zwar nicht aus, aber wer weiß …
    Die Idee von Aquana wie sie Lugia wecken sollte, war echt sehr genial! Darauf wäre ich ja nicht gekommen, aber es hat Wirkung gezeigt und so sollte das ja auch sein. Zwar wundere ich mich noch etwas, wie stark Aquanas Wasserstrahl gewesen sein muss, um Lugias Masse zu bewegen, aber es hat geklappt.
    Und da nahm die Aneinanderreihung von Ereignissen ihren Lauf! Stollos hatte brav den Anker gelichtet, aber ohne darauf zu warten, dass der Motor an war! Nun ja, kann man von ihm auch nicht wirklich erwarten, aber das hatte Aquana und Lugia in Gefahr gebracht. Interessanterweise sieht sogar Darkrai hier seinen Fehler ein, er hätte da konkretere Befehle geben müssen oder überhaupt erstmal warten, bis der Motor läuft, bevor er Stollos befiehlt den Anker zu lichten. Fand ich hier aber gut, das spricht wieder für Darkrais Intelligenz und dafür, dass er nicht einer von den Bösewichten ist, der seine Lakaien sogar für seine eigenen Fehler verantwortlich macht.
    Zobiris und Stollos? Ein interessantes Duo, vielleicht hätte Darkrai doch lieber ein anderes Pokémon Stollos überwachen lassen sollen. (Leider weiß man noch nicht viel über Zobiris, aber mich würde sehr interessieren, was das für eine Persönlichkeit hat. Falls es überhaupt wichtig ist.)
    Dass Aquana total erschöpft ist, kann ich wirklich gut nachvollziehen. Das war ja auch ein Tag! Sehr schickes Detail, dass sie sich auf dem aufgeheizten Plastikdach ausruht — ganz nach Katzenmanier. (:  
    Darkrai ist über die Ereignisse des Tages nicht gerade sehr erfreut, gerade der Angriff des fremden Lugia hat ihn doch ziemlich verstimmt. Aber er hat natürlich weiterhin seinen Plan im Blick und ist fest entschlossen die ganze Region bald unter seiner Kontrolle zu haben. Ich frage mich ja, was ihn überhaupt dazu bewegt hat, warum er unbedingt diese Herrschaft möchte. Möchte er den anderen Legendären zeigen, was er kann? Oder ist es wirklich einfach nur Machtgier? Schwer zu sagen, für so etwas simples wie „ich will die Macht!” erscheint mir Darkrai eigentlich zu klug … Na, mal sehen. (:
    Obwohl dieses Kapitel scheinbar als Ausklang für den Tag und für die unerwarteten Ereignisse davor gedacht war, so hast du es trotzdem gut geschafft, dass es nicht langweilig wird, sondern dieses Kapitel seinen ganz eigenen Höhepunkt hat. Dazu gibt es ein paar kleine Hintergrundinfos — ich meine die Erinnerungen von Aquana — und ein wenig wurde die Crew dargestellt. Zuerst dachte ich ja, dass es nur Lugia und Darkrai sind, aber mit Stollos und Zobiris wird das doch noch eine nette Besatzung. Vielleicht gibt’s ja noch mehr.
    Bin jedenfalls gespannt auf den nächsten Teil!


    — Cynda

  • Huch, da schaut man mal ne Weile nicht rein, und schon hat man drei Kommentare und eine Nominierung. xD Das hat mich ja voll überrascht, nachdem the Shadow of Water eigentlich ja eher nur eine “Randidee” ist und ich immer Kampf der Götter als mein “großes Werk” angesehen habe, und evtl. noch Frenetic Power… Aber ich freu mich dass sie offenbar so gut ankommt. ^^


    @Rusalka: Okay, danke erstmal für den Hinweis mit den Bildern. Ich werd mir das demnächst mal genauer anschauen.
    Ja, bis jetzt ist alles noch etwas undeutlich, das stimmt. Ich versuche Darkrais (genaue) Ziele nur ganz allmählich durchsickern zu lassen, damit es länger spannend bleibt. ;)


    @Bastet: Uh, ich bin überrascht dich hier zu sehen. ^^ Freut mich dass du Aquana magst. ^^ Okay, ich werd versuchen, Darkrai ein wenig mehr Intelligenz zuzugestehen damit ihn das Wasserkätzchen nicht immer dumm aussehen lässt ;)


    @Cyndaquil: Danke fürs Fehlersuchen, das ist mir gar nicht aufgefallen. o.o Werd ich demnächst mal nachbessern.^^ Über die Zobiris kommt im nächsten Kapitel dann etwas (es sind nämlich mehrere, da hab ich vielleicht ein klein wenig von Mystery Dungeon geklaut ;) ). Schauen wir mal was Darkrai so vor hat…^^


    So, liebe Leser, dann folgt jetzt noch ein neues kleines Kapitel aus dem Vorrat und danach muss ich erstmal weiterschreiben. ^^"




    Teil 6


    Der nächste Morgen brach an und sowohl Darkrai, als auch Lugia mussten sich irgendwo in den Rumpf des Schiffes verzogen haben, denn als Aquana erwachte, war sie allein. Gleichmäßig tuckerte der Schiffsmotor vor sich hin und der Kahn fuhr ruhig auf der relativ geraden Wasserstraße entlang. Das blaue Wasser-Pokemon streckte sich wie eine Katze und fuhr dabei genüsslich seine Krallen aus. Dann tapste Aquana an den Rand des weißen Vordachs und sprang an dessen Seite herunter, wodurch sie direkt neben der Tür zur Brücke landete, welche ein Stück offen stand. Neugierig warf sie einen Blick hinein. Ein großes zweibeiniges Gesteinspokemon mit stahlbeschlagenem Kopf und Rücken stand am Steuer und hielt dieses mit seinen Pranken gerade. Drei kleine humanoide Pokemon von violetter Farbe und mit diamantartigen Augen saßen auf dem Boden daneben und schienen irgendein Würfelspiel zu spielen. Oder waren es Edelsteine, die da auf den Boden warfen? Auf jeden Fall stießen sie permanent eine Reihe keckernder Laute aus, die sich mal mehr nach Lachen, mal mehr nach Verärgerung anhörten. Zumindest wirkten sie gut beschäftigt.
    Direkt hinter den spielenden Zobiris befand sich eine weitere Tür, die offenbar ins Schiffsinnere führte. Auch sie schien nur angelehnt zu sein… Jedoch schien es Aquana unmöglich, ungesehen an den drei Unlicht-Pokemon vorbei zu kommen. Zobiris waren streitlustige kleine Kreaturen, leicht abzulenken zwar, aber oft auch gerade dann sehr aufmerksam wenn man es am wenigsten brauchen konnte. Aquana sprach da aus Erfahrung.
    Sie beschloss, offensiv vorzugehen. “Hey ihr drei, was macht ihr denn da?”, fragte sie neugierig und tapste auf sie zu. Erstaunt blickten alle drei auf und Stolloss knurrte irgendetwas vor sich hin. Offenbar war es eine Beleidigung gewesen, denn eines der Zobiris keckerte: “Halt das Steuer gerade, Dicker! Das Denken und Reden überlässt du besser uns!” Seine beiden Kameraden lachten. Es war eine Mischung aus kichernden und klackenden Lauten, die sich so merkwürdig anhörte, dass auch Aquana leise kichern musste.
    “Was gibts da zu lachen, du Katzenfisch?”, fragte das Zobiris von eben wieder, offenbar war es der Anführer der drei. “Wer bist du überhaupt?”
    Aquana plusterte sich auf, offenbar verärgert über die Beleidigung. “Ich bin die persönliche Assisstentin von Lugia”, verkündete sie wichtig. “Ich helfe ihm bei der Navigation!”
    “Navigation, hm? Was gibts denn da groß zu navigieren, der Fluss geht doch immer geradeaus”, gluckste der Zobiris-Anführer und sofort stimmten die anderen in sein Lachen mit ein.
    “Ganz so einfach ist es nicht!”, fuhr Aquana dazwischen, nun ein wenig erbost, weil die Zobiris sich über sie lustig machten. “Es gibt Untiefen in diesem Fluss, Stromschnellen und so weiter, und Lugia und ich erkunden sie und tragen sie dann in die Karten ein”, erklärte sie ungeduldig, “aber dass ihr Höhlenpokemon davon keine Ahnung hab, verwundert ja auch keinen. Deshalb sind auch Lugia und ich für die Navigation zuständig, und nicht ihr!”
    Einen Moment herrschte verblüfftes Schweigen über diese selbstsichere Erklärung, die sich intelligenter anhörte als die Zobiris erwartet hatten. “So, so”, sprach schließlich wieder der Anführer, und fuhr nach einer weiteren kurzen Pause fort: “Und dann willst du jetzt wohl deine Beobachtungen in die Karten hier im Lagerraum eintragen, ja?” Seine Stimme nahm einen lauernden Tonfall an.
    Das lief ja besser als erwartet, doch ganz so blauäugig war Aquana nicht. “Oh, ihr nennt den Raum hier vorne Lagerraum? Ich dachte immer, das wäre die Kapitänskajüte. Aber ja, Lugia meinte die Karte wäre dort. Vorausgesetzt, Meister Darkrai hat sie nicht mal wieder woanders hingelegt.” Sie rollte mit den Augen, als wäre das eine vollkommen alltägliche Sache, die sie ständig bei ihrer Arbeit störte. Glücklicherweise kannte sie als Wasser-Pokemon sich halbwegs mit dem Aufbau von Schiffen aus. Es war nicht das erste Mal, dass sie eines erkundete.
    “Hehe, du hast recht, das hier ist nicht der Lagerraum!”, gab Zobiris anerkennend zu und tat so, als wäre sein schwacher Versuch sie irrezuführen eine ganz besonders schlaue Falle gewesen. Aquana war sich zudem sicher, dass die Zobiris genauso wenig Ahnung von Darkrais Eigenarten und Tagesabläufen hatten wie sie selbst. Darkrai war nicht der Typ dafür, sich viel mit niederen Dienern abzugeben.
    “Na gut, dann geh und schau ob du die Karte findest”, fuhr Zobiris schließlich gönnerhaft fort, so als ob er in einer Position wäre, anderen Pokemon die Erlaubnis zum Betreten des Raumes zu erteilen. Doch Aquana spielte das Spiel gutmütig mit. “Meinen herzlichen Dank, Herr Zobiris.” Sie nickte ihm ernst und höflich zu. “Ich weiß Ihre Mithilfe bei meinem Auftrag zu schätzen.”
    “Schon gut, junge Dame.” Zobiris kratze sich etwas verlegen am Kopf, davon überrascht, offenbar Aquanas Respekt gewonnen zu haben. Dann wandte er ihr den Rücken zu und ließ sich wieder bei seinen Freunden nieder, um das Spiel fortzusetzen. Von diesem Moment an schienen die drei Zobiris Aquana vollkommen vergessen zu haben.


    Leise schlüpfte die Wasserkatze durch die Tür und hielt einen kurzen Moment inne, um ihre Augen an die Dunkelheit zu gewöhnen, die im Innern des Raumes herrschte. Sämtliche Fenster, die dort zuvor einmal gewesen sein mussten, waren vollkommen abgedunkelt worden. Aquana lauschte, wobei ihre Kopfflossen vor Aufregung ein wenig zitterten. Das hier war doch wohl hoffentlich nicht Darkrais Schlafplatz? Jedoch kam sie nach einigen Momenten der Stille, in der sie den Tanz der Staubkörnchen im Lichtkegel der angelehnten Tür beobachtete, zu dem Schluss, dass er nicht hier sein musste, da sie sonst garantiert etwas gehört oder gerochen hätte.
    Dennoch war sie vorsichtig genug, den gesamten Raum einmal komplett zu durchqueren und in jede Ecke einen kurzen Blick zu werfen, bevor sie sich dem Schreibtisch rechts neben dem Eingang zuwandte. Mit einem Satz war sie auf der daneben stehenden Truhe und mit einem weiteren auf dem Tisch. Ihre Pfoten nahmen Holz, aber auch Papier und noch etwas anderes wahr. Aquana wusste nicht, dass es sich dabei um Pergament handelte, denn sie hatte noch nie welches gesehen. Sie war sich trotzdem relativ sicher, dass es sich dabei um eine oder mehrere Karten oder andere Aufzeichnungen handeln musste, jedoch war es selbst für ihre Katzenaugen unmöglich, im Dunkeln etwas genaueres zu erkennen. Unzufrieden drehte sie eine Runde auf dem Tisch, wobei ihre tastenden Pfoten plötzlich gegen etwas hartes stießen. Rasch untersuchte Aquana den zylindrischen Gegenstand genauer, sie drehte und drückte daran herum, und plötzlich wurde es hell. Beinahe hätte sie die Taschenlampe vor lauter Schreck fallen gelassen, jedoch schaffte sie es gerade noch, sie einigermaßen sanft wieder zurück auf den Tisch zu legen, sodass es kein nennenswertes Geräusch gab. Sie stieß erleichtert die Luft aus. Immerhin konnte sie jetzt endlich sehen, worauf sie da stand.
    Das erste was sie sah, war ein Buch, welches aufgeschlagen da lag. Das auf der Seite abgedruckte Bild zeigte viel Braun und Grün, in deren Mitte eine blaue Linie entlang lief, die auf der einen Seite zu einer großen blauen Fläche wurde und sich auf der anderen Seite in drei kleinere Linien teilte. Aquana wusste, was sie da vor sich hatte. Dies war eine grobe Karte der Region, das Buch demzufolge ein Atlas. Solcherlei Dinge waren ihr nicht unbekannt, hatte sie doch bereits öfter in Suicunes Auftrag auch bei Menschen spioniert und ihre Entdeckungen mit der Meisterin besprochen. Suicune hatte nicht viel mit den Menschen zu tun, doch sie kam weit herum und beobachtete gerne Reisende, daher war sie mit der Art der Menschen, sich zu orientieren, doch einigermaßen vertraut. Auch wenn Aquana ihr bei neumodischeren Dingen eher voraus war, da sie aufgrund ihres neugieren Wesens gerne alles ausprobierte, was sie in die Pfoten bekam. So ergänzen sie und die Meisterin sich gegenseitig, wann immer sie ihr Wissen miteinander teilten.


    Vorsichtig schob Aquana den Atlas ein wenig beiseite, da sie darunter eine weitere Karte entdeckt hatte. Diese erschien ihr deutlich älter, und das Material, auf das sie von Hand gezeichnet worden war, war ihr vollkommen unbekannt. Diese Karte jedoch war wesentlich genauer als die erste, und so groß und simpel wiedergegeben, dass sie auch von Pokemon, die wenig Erfahrung mit so etwas hatten, sehr gut gelesen werden konnte.
    Auch hier zog sich ein blaues Band über das Material, was Aquana als den Fluss, auf dem sie unterwegs waren, identifizierte. Die Karte stellte eine Vergrößerung des Abschnittes dar, wo der Fluss zu drei Linien wurde, von denen jede einzelne zu einem anderen Dreieck führte. Dies waren drei Berge. Um die drei Berge herum befanden sich noch einige weitere Dreiecke, doch Aquana verstand, dass diese nur der Veranschaulichung des Gebirgszuges dienten, und im Grunde nur die drei farblich hervorgehobenen wichtig waren. Über jedem der drei Berge war eine geflügelte Gestalt gezeichnet. Drei Vogelpokemon. Das erste war rot und gelb, und seine Flügelenden schienen zu brennen. Dies musste ein Feuerpokemon sein. Das zweite war komplett blau und hatte einen langen Schweif. Sein Typ war möglicherweise Wasser, eventuell auch Eis, schlussfolgerte Aquana. Blau wies recht häufig auf einen der beiden Typen hin. Der dritte Vogel war gelb und sein Aussehen wirkte auf Aquana besonders roh und gefährlich. Kein Zweifel, dies war ein Elektropokemon, so etwas hätte jedes gute Wasser-Pokemon sofort erkannt! Dennoch ähnelten die drei keinem Pokemon, das Aquana kannte, daher konnte sie nicht sagen, um welche es sich genau handelte.
    Unterhalb der drei Berge befand sich ein großer schwarzer Schriftzug. Dabei handelte es sich in der Regel um den Namen des abgebildeten Ortes. “Q-U-E-L-L-E-N”, las Aquana langsam. Sie war eines der wenigen Pokemon, die die Schrift der Menschen lesen konnten, jedoch war sie dabei nicht gerade die schnellste. Es folgte ein Zwischenraum, wie immer, wenn ein neues Wort begann, danach kam ein “D-E-R”. Zwei geschafft, fehlte noch eins. “R-E-I-N-”
    Aquanas seitliche Kopfflossen zuckten. War da ein Geräusch gewesen? Kam da jemand? Blitzschnell drückte sie die Taschenlampe aus und sprang vorsichtig zurück auf den Boden. Erst jetzt bemerkte sie, dass keine zwei Schritte von ihr eine Falltür in den Boden eingelassen war. Jedoch hatte sie keine Zeit herumzustehen und zu warten bis sie sich öffnete, sondern wandte rasch den Blick ab und entschwand zur Tür hinaus zurück auf die Brücke. Sie hatte ohnehin genug gesehen. Wenn sie Suicune genau beschrieb, was sie in Erfahrung gebracht hatte, würde die Meisterin damit schon etwas anfangen können. Die drei Zobiris waren noch immer vertieft in ihr Spiel und schenkten ihr keine Beachtung, als sie vorsichtig durch die andere Tür stieg und auf das sonnige Deck zurückkehrte.

  • Hallo Espeon,


    nachdem du letztes Mal einen kleinen Vorausblick auf Darkrais Machenschaften gezeigt hast, ist es am frühen Morgen durchaus gut, dass Aquana nun erst einmal wieder erkundet. Schließlich hat sie ja einen Auftrag und sie stolpert recht schnell über einige Bekannte des Vortages, wobei da eigentlich nur die Zobiris relevant sind. Da finde ich es wiederum schade, dass du Stolloss nicht auch etwas Deutliches hast sagen lassen, da man ihn dadurch nicht wirklich einschätzen kann. Wer weiß, ob er nicht neben der Anker-Aktion doch einige kluge Dinge sagt - wobei sich das eben durch den Anker erledigt hat, aber man darf ja hoffen. Das Gespräch mit den Zobiris ist angenehm und man erkennt auch hier wieder, dass Aquana leicht Finten in Wortgefechten umgehen kann. Ein kluges Wesen; die Imps gaben sich aber auch eher weniger Mühe, nachdem die erste Hürde geschafft war.
    Mir gefällt, wie du in der Dunkelheit der Kajüte die Eindrücke der Umgebung beschreibst. Dadurch bekommt man Interesse und wird neugierig, worum es sich dabei genau handelt. Die Taschenlampe wirkte dabei etwas konstruiert eingebunden, vor allen Dingen auch, dass Aquana sie so leicht einschalten konnte. Kerzen waren aber wohl aufgrund der Bücher und Pergamente keine Alternative, wie mir scheint. Dafür erfährt man hier nun auch Aquanas Talent zum Kartenlesen. Langsam frage ich mich schon, ob sie nicht doch eine Schwäche hat oder etwas, was ihr nicht so gut liegt, da sie bei ihren Ausführungen bisher immer erfolgreich war.
    Anhand der Karten schaffst du nun aber eine Referenz zu den drei Elementarvögeln. Zugegeben, das ist nicht neu und sie kamen schon oft in FFs vor, aber es bleibt abzuwarten, was sie mit der Sache zu tun haben, besonders auch in Hinsicht der Worte, die darunter standen. Ein wenig lässt sich bereits erahnen mit - vermutlich - "Reinheit" und dass du nicht alles aufgelöst hast, war gut, um die Spannung zu wahren.


    Ich freue mich darauf, bald wieder Neues von dir zu sehen. Bis dahin, man liest sich.


    ~Rusalka

  • Hallo Espeon. (:


    Wird Zeit, dass ich mal zu nem Kommi komme, was? Immerhin möchte ich ja schon auf dem Laufenden bleiben und dann komm ich nicht mal zum Lesen. Aber egal, jetzt wird gelesen und du bekommst deinen verdienten Kommentar.


    Kapitel 6

    Oh, ich mag dieses Kapitel, trotz seiner wenigen Handlung hat es enorm viel Information und so was ist immer gut, auch wenn du natürlich spannenderweise mit Antworten etwas gespart hast. Aber so muss das ja auch sein!
    Interessant ist eigentlich von Anfang an, dass sich das Entdeckung am Ende nur ergeben hat, weil Aquana am Anfang einfach nur neugierig war. Sie hat ja nur durch den Türspalt geschaut und dann die weiter Tür entdeckt — also eine ziemlich gute Zufallsentdeckung. Macht die Sache einerseits schön natürlich, andererseits frage ich mich, ob Aquana nicht eigentlich etwas geplanter vorgehen sollte? Oder besitzt sie aufgrund ihrer Erfahrung — die man ihr scheinbar nicht ansieht — dafür einen guten Instinkt? Wenn ich so drüber nachdenke könnte das aber auch in dem Abschnitt die „Eisbergmodell”-Erzählweise gewesen sein, denn wenn ich es noch mal lese, dann ist da hinter den Zeilen wohl mehr als dasteht. (Muss gestehen, dass ich mit dem Eisbergmodell nicht so viel anfangen kann, weil ich so ein kleiner Erklärungssüchtling bin. Ich hab’s einfach gern klar und deutlich. ^^”)
    Deine Darstellung der Zobiris find ich sehr gelungen. Gefällt mir, wie sie da in ihr Spiel vertieft sind, das vermutlich nur für sie Sinn macht. Und ich find’s allgemein super, dass du so was eingebaut hast, weil sich das bei humanoiden Pokémon durchaus anbietet, obwohl das eigentlich bei jeder Rasse interessant wäre. (Memo an mich selbst: Pokémon spielen! — *Macht sich eine Notiz in Scriv*) Wird wohl ein abgewandeltes Würfelspiel nur mit Diamanten sein, denke ich? Hast du vor da noch mal drauf einzugehen? Irgendwie erinnert mich das an etwas … vielleicht eine/n Zeichentrickfilm/serie? Keine Garantie darauf, aber ich glaub das in Watership Down gesehen zu haben, kann mich aber grad nicht erinnern, ob das im Bauch auch vorkam, oder für die Serie fingiert war. Egal! Jedenfalls fand ich diese Idee sehr gut gemacht und konnte mir die drei vertieft in ihr Spiel gut vorstellen. Auch gut, fand ich den Dialog zwischen einem von ihnen und Aquana, hier merkte man wieder dein feines Gespür für die Charaktere, da die ganze Unterhaltung sehr natürlich wirkte und wieder der Scharfsinn von der Wasserkatze durchkam. (Katzenfisch als Beleidigung — genial!) Auch sehr genial, wie Aquana andeutet, dass Darkrai die Karte auch mal gerne woanders liegen lässt, fand ich witzig — und gerade zu interessant, dass die Zobiris darauf nichts erwidert haben, waren wohl nicht scharf auf irgendwelche Details zu ihrem Boss?
    Bei der Szene in der Kapitänskajute war ich ja fast überrascht, dass Aquana dort so wenig sah, da ja doch etwas Licht in den Raum fiel. Kann man sich aber vielleicht streiten darüber, wie viel Licht eine Katze tatsächlich zum Sehen braucht, Wiki meint, dass bei einem Raum komplett ohne Licht eine Katze auch nichts sieht. Aber hier fiel ja doch etwas Licht in den Raum, aber ob das reicht … müsste man wohl eine Katze fragen. Aber an dem Detail möchte ich mich gar nicht aufhängen, eher geht’s mir um die „Taschenlampe”. Da gibt’s ja die verschiedensten Modelle und es ist etwas schwer sich eine Taschenlampe vorzustellen, die eine Katze betätigen kann. Vielleicht wäre eine Tischlampe mit Kippschalter am Fuß besser? Ist zwar sicherlich nicht das neueste Design, aber auf den Schalter könnte man leicht drauftreten und das Licht würde auch praktischerweise von oben kommen, weil die Taschenlampe ja doch nur geradeaus leuchten würde. Aber das nur am Rande angemerkt. (:
    Bei dem Pergament war ich dann doch etwas verblüfft, ist ja immerhin Tierhaut, wo ich mich frage: Pokémon oder Tier? Ich bin weit davon entfernt hier eine große Rede darüber zu halten, wie furchtbar es wäre, wenn es ein Pokémon wäre — erstens wär’s dämlich, weil da jeder eine andere Meinung hat und zweitens muss das Pokémon für die Verwendung seiner Haut ja nicht getötet worden sein, sondern kann ja auch eines natürlichen Todes bzw. Unfalltodes gestorben sein. Insofern fand ich das interessant und natürlich mehr als logisch, dass Aquana diesen Stoff nicht kannte, woher auch? Pergament ist seit der Papierherstellung eigentlich abgelöst. Spricht also dafür, dass die Karte sehr alt sein muss.
    Eigentlich ist das Kapitel voller interessanter Dinge, dass ich hier gleich mal weitermache mit meinen Gedanken dazu, dass Aquana eine Karte erkennt, wenn sie eine sieht und dass sie sich mit Suicune darüber austauscht. Da merkt man wieder den Scharfsinn und die Lernbereitschaft, die Aquana hat. Suicune natürlich ebenfalls und ich stell mir die schnelle Raubkatze auch sehr gut vor, wie sie die Wanderer beobachtet und doch nie von ihnen wahrgenommen wird — außer vielleicht als kurzen eisigen Nordwind.
    Und richtig spannend wird’s dann am Ende, da sieht man auf der Karte nämlich drei Zeichnungen von drei Vogel-Pokémon. Da es sich um Kanto handelt, war eigentlich nicht schwer zu erraten, um welche drei Vögel es sich handeln muss — ich meine, gibt ja doch nicht so viele? Trotzdem war es spannend wie Aquana sich die Abbildungen angeschaut hat und versucht hat herauszufinden, welche Pokémontypen es sein könnten. Das muss ja wohl mit dem Plan von Darkrai zusammenhängen … will er etwa die drei Vögel in seine Gewalt bringen? (Dezenter Hinweis auf den zweiten Pokémonfilm?) Oder will er irgendwie Chaos mit den drei stiften? Ich mein, dass die drei sich nicht grün sind, wissen wir aus dem Film, obwohl du die drei natürlich auch komplett anders darstellen könntest, weswegen ich darauf ausgesprochen gespannt bin.
    Aquana kann lesen? Meine Hochachtung! Stell ich mir schwer vor das als Pokémon zu lernen, die sich wahrscheinlich eher mit einem Fußabdruckalphabet verständigen werden — wie in PMD angedeutet. (Wär eigentlich mal spannend so eines auszuarbeiten, genug Pokémon gäbe es ja. Mann, mir kommen hier Ideen!) Falls Pokémon überhaupt Schrift benötigen. Aber in dem Fall natürlich ausgesprochen praktisch, dass Aquana das kann, obwohl man leider nicht erfährt, was der ganze Text ist. Obwohl „Quellen der Reinheit” vielleicht Sinn machen würde? Warum hab ich das Gefühl, dass Darkrai sich etwas ausgesucht hat, was eine Nummer zu groß für ihn ist?
    Eine Falltür im Boden — kommt da etwa jemand aus dem Inneren des Schiffs heraus? Erfahren werden wir es leider nicht, denn Aquana ist schlau genug sich schnell, aber unauffällig aus dem Staub zu machen. Ist auch besser so, das ganze bisher aufgebaute Vertrauen könnte dahin sein, wenn man sie beim Schnüffeln erwischt. Die Zobiris werden hoffentlich auch nichts ausplaudern? Andererseits, warum sollte Darkrai ausgerechnet die drei fragen? Aber weiß man’s?
    Jedenfalls interessiert mich brennend, was Suicune davon halten wird, wenn sie diese Infos zu hören bekommt. Vermutlich weiß sie mehr über die drei Vögel. Da bin ich sehr gespannt was uns hier noch erwartet. (:


    Wie immer großes Vergnügen beim Lesen gehabt und freu mich auf das nächste Kapitel!


    — Cynda

  • Hi Espeon (:


    ich finde, „The Shadow of Water“ ist eine richtig gute FanStory und zurecht im Profibereich gelandet (:


    Schon mit dem ersten Kapitel hast du es geschafft, eine super Atmosphäre aufzubauen und mich an deine Geschichte zu fesseln. Die Art und Weise, wie du die Umgebung und die Pokis beschreibst, sind einfach nur mitreisend. Und so kam es wie es kommen musste, ich habe alle Kapitel in einem Rutsch durch gelesen und warte jetzt sehnsüchtig auf eine Fortsetzung. :D


    Die Story lässt sich wunderbar lesen, da deine Rechtschreibung, Grammatik und dein Schreibstil echt gut sind.
    Zudem finde ich die Idee und den Anfang der Geschichte einfach nur spitze, vor allem Darkrai ist sehr unterhaltsam (:


    Deine Beiden Fan-Storys „Mythos des Schreckens“ und „Kampf der Götter“ habe ich auch gelesen und ich liebe einfach deine Art zu schreiben. *-*
    Ich kann dir also sagen: du hast in mir einen neuen Fan gewonnen. (:


    Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn du mich benachrichtigen könntest, sobald du einen neuen Teil hochlädst.


    Viele liebe Grüße


    Sharp


    P.S.: Der Kommi ist zwar recht kurz, aber ich hoffe, er bringt dir trotzdem etwas und ermuntert dich evtl. an der Story weiter zu schreiben. Der nächste wird auch sicher länger. ;)