Werke eines Anfängers

  • Hallo! Ich bin Purple, Männlich, dreizehn vierzehn Jahre alt und wenn ich Probleme habe, mag ich es, diese in Form von Gedichten darzustellen. Das hilft mir, darüber hinwegzukommen.
    Und ich habe mir Gedacht - Hey, wieso teil ich sie denn nicht hier? Könnte doch interessant werden!
    Also mache ich das jetzt. ^^
    Ausserdem schreibe ich gerne Lyrics. Erwartet auch ein paar davon hier. ;)  
    Ich bin immer für Kritik offen.











  • Hallo Purple und herzlich willkommen hier in diesem Teil des FF-Bereichs!


    Bevor ich zum eigentlichen Feedback für dein Gedicht komme kann ich dich auf jeden Fall schon einmal loben, als ich dreizehn war, habe ich nicht einmal ansatzweise irgendein Gedicht auf die Reihe bekommen!
    Dein Werk scheint was Metrum und Rhythmus angeht sehr frei gestaltet worden zu sein. Das bedeutet also, dass die Verse an sich keine einheitliche (oder zumindest ähnliche) Länge haben und dass auch die Betonungen der einzelnen Silbe keinem wirklich ersichtlichen Muster folgen. Das ist jetzt nicht falsch - ich schreibe selbst oft freie Verse - aber kann gerade Anfängern dabei helfen, ein bisschen Struktur in die Werke zu bringen. Du versuchst das hier verstärkt über die Reime, die wirken an einigen Stellen noch etwas erzwungen und unsauber. Dabei ist es nicht nur der Reim von Besen auf Wesen (der ja im Kontext immerhin Sinn macht), sondern auch zum Beispiel "mir" und "Gier". Hier scheint das Wort "Gier" erzwungen und einfach nur des Reimes wegen benutzt. Von der diabolisch grinsenden Person scheint ja eher eine Art hämische Schadenfreude auszugehen und weniger die Gier.
    Versuche also in Zukunft ein bisschen mit den Reimen zu spielen und enge dich da nicht so ein. Reimlose Gedichte, die dafür rhythmisch gut funktionieren sind mindestens eben so gut wie perfekt durchgereimte!


    Viel positives konnte ich aber dem Klang des Gedichtes an sich abgewinnen, es sind ein paar sehr schöne klangliche Gestalten zustande gekommen, gerade was Alliterationen (also am Anfang gleich klingende Worte) angeht.
    In den ersten drei Versen haben wir zum Beispiel "streichelt", "Schaut" und "Später", die alle mit einem Sch-Laut beginnen und alle auch am Anfang des Verses selbst stehen. Solche Klangfiguren bringen eben so Struktur in ein Gedicht wie Metrum und Rhythmus selbst.


    Also arbeite ein bisschen an diesen Sachen und dann werden deine Gedichte im Handumdrehen noch besser! Für deine dreizehn Jahre schreibst du auf jeden Fall schon nicht schlecht, immer dranbleiben!


    Ich schaue bald mal wieder rein (:

  • Hallo! Ich habe mich entschieden, hier auch ein paar Lyrics zu posten. Ich hoffe sie werden euch gefallen!
    Fangen wir doch direkt mit was schönem an, wa? ;)


  • UPDATE!

    Habe ein etwas älteres Gedicht von mir gepostet. Hoffe es gefällt euch trotzdem!

  • Oh ja, noch jemand der die offensichtliche emotionale Schiene fährt.
    Ich gebe zu, ich lese aktuell nicht viel, daher weiß ich nicht, wies in den übrigens Topics aktuell aussieht, aber hier merkt mans ja direkt und du hast es ja dazu geschrieben. Dann muss ich mich wenigstens nicht alleine fühlen mit solchen Texten. :D  
    Wenn du das Schreiben magst, dann kann man sich durch Emotionale Themen sehr gut inspirieren lassen, so als Empfehlung, denke damit kannst du was anfangen.


    Mein Kommentar wird sich deinen beiden Gedichten widmen, also "Ich verzeihe dir immer" und "Ich vermisse dich".
    Vorweggegriffen: Hättest du die beiden Gedichte in einem relativ nahe liegenden Zeitraum getippert ohne sie zu veröffentlichen, hättest du sie in meinen Augen auch wahrscheinlich in einem etwas längeren Gedicht kombinieren können.


    Nun zum gedanklichen Inhalt, ohne auf, die von Nexy erwähnten, eventuell "erzwungenen" Reime Rücksicht zu nehmen:
    Vom Inhalt her schwanke ich aktuell zwischen zwei Perspektiven: Einmal, dass das angesprochene Du eine gute Freundin ist oder aber eine geliebte, beides ist irgendwie möglich in meinen Augen und würde Sinn ergeben. Aufgrund der Tatsache das du bzw. das literarische Ich sie mit einer Schwester gleichsetzt, gehe ich aber eher von einer guten Freundin aus.
    Die Beziehung zwischen dem Ich und dem Du scheint wohl Mal sehr toll und Mal eher schlecht zu laufen und wird wohl auch von anderen Personen beeinflusst, wodurch sich auf den verschiedenen seiten die verschiedene Emotionen wie Gier, Eifersucht/Neid, Wut, Trauer und weitere andere Emotionen bilden, was man sehr offensichtlich aus dem Text herausließt. Ich gehe zudem davon aus, dass die erwähnte dritte Person, quasi das "gierende" Sie, in beiden Texten die selbe Person ist.
    Es ergibt sich somit eine schreckliche Dreiecksbeziehung, wenn man es so nennen will und das Ich fühlt sich des öfteren vernachlässigt, beneidet das "gierende" Sie und trauert zeitgleich um seine gute Freundin, ein relativ klassisches "Drama", welches aber schon herzzerreißend ist, wenn man sowas am eigenen Leibe erfahren durfte. Ausgehend von den eher negativ ankommenden Emotionen würde ich als Leser davon ausgehen, dass es wohl mehr Tiefpunkte als Höhepunkte in der Beziehung zwischen dem Ich und dem Du gibt. Sehr toll ist es aber, dass durch die letzten zwei Zeilen von "Ich vermisse dich" es allerdings scheint, als ob das Ich und das Du trotzdem immer wieder zusammenfinden und schöne Dinge teilen, die offensichtlich ein Lichtblick für das Ich sind.


    Nun zum "technischen" Aspekt:
    An sich kann man sein Gedicht ja immer mit dem Argument "künstlerische Freiheit" gestalten wie man will. Daher kann man auch einfach die Verse langziehen wie man will und halt am Ende Reime dranknallen. Ob sich das dann am Ende gut liest oder nicht, ist halt die andere Sache. Ich finde "Ich vermisse dich" wesentlich angenehmer zu lesen, da die Verse nicht so lang sind wie im ersten Gedicht und die Reime, die bei reimenden Gedichten nun Mal stark ins Gewicht fallen mMn., besser kommen und quasi besser "getaktet" wirken.


    Um dir ein Gegenteil von "gut getaktet" aufzuzeigen:

    Ich vermisse dich, so, so sehr
    Denn immerhin, warst du immer sowas wie eine Schwester

    Man liest / spricht den ersten Vers und ist halt sehr schnell dann am Ende beim "sehr".
    Dann fängt man den nächsten Satz an zu lesen / sprechen... man liest und liest , spricht und spricht und fragt sich quasi, wo der Vers dann aufhört, da man bereits ein Ende erwartet hat. Dann kommt irgendwann "Schwester" und es wirkt halt einfach verspätet.
    Verbesserungsvorschlag, der vielleicht noch nicht Perfekt ist aber keine so riesige Verspätung im Reim hat:

    Zitat

    Ich vermisse dich, so sehr, so sehr


    Für mich warst du immer sowas wie eine Schwester

    Manchmal sind weniger Worte halt einfach mehr. :)  
    ------------------------------------------------------------


    Ich denke du hast schon mal gute Ansätze! Ich verfolge auf jeden Fall deine Updates und lass dir Feedback da! (:

  • UPDATE!


    Gestern habe ich ein Gedicht geschrieben und versucht, die Tipps die mir zu dem Zeitpunkt gegeben wurden, möglichst gut in ihm einzubinden.



    Achja, und danke für all das nette Feedback! Freut mich, so viele schöne Nachrichten und hilfreiche Tipps zu sehen! :)

  • Ich wollte dir schon vor meinem Urlaub schreiben; habe es aber völlig vergessen (wie vieles andere auch ... ); aber (!) jetzt nehme ich mir einfach mal die Zeit.
    Das Thema bzw. den Titel des Gedichtes finde ich sehr interessant; zugleich aber auch anfangs ein wenig verwirrend; was sich aber im Laufe sehr schnell ändert!
    Die erste Strophe ist auch gut geschrieben; kleinere Fehler; z.B. dass hinter Wesen ein Komma muss; da es ein Relativsatz ist; können jeden passieren. Hier hättest du das Wort Wesen auch nicht in Anführungszeichen setzten müssen; da man es auch sehr gut als eine Metapher einordnen kann.
    Die Zweite ist ebenso gut geschrieben; bis auf den letzten Vers; den ich persönlich in einer kürzeren Form besser gefunden hätte.
    Das ist aber nur mein persönlicher Eindruck und kann vielleicht auch absichtlich von dir so hervorheben worden sein.
    Kommen wir zur Dritten! Und hier beginnt eine wichtige Wendung in der Geschichte.
    Vom sprachlichem her; hätte ich die Anfänge des zweiten und dritten Verses gross geschrieben und beim letzten eventuell die Punkte vergelassen; da sie ein wenig die äußere Form stören. Auch nur am Rande hier erwähnt: "gar nicht" schreibt man laut meinen derzeitigen Standes nach getrennt; aber da lasse ich mir auch gerne verbessern und ist auch nur ein leich überschaubarer Fehler.
    Und dann kommt nochmal (scheinbar) eine Wendung. Und das hier ist für mich eine sehr gelungene Stelle. Anders wie bei den anderen Strophen sind es nun 5 statt 4 Verse und man findet hier eine erlebte Rede; was diese an sich sehr besonders macht. Aber auch das Reimschema ist hier ganz anders; für all das muss ich dich echt einmal loben. Ebenso baut man hier noch eine kleine Spannung auf; da man am Ende nicht genau weiss; was passieren wird.


    Ohne jetzt einmal die kleinen; überschaubaren Fehler zu betrachten; die jeden passieren können; finde ich das Gedicht gut gelungen! Es spricht sowohl ein kritisches Thema (nach meiner Interpretation Streit in einer Beziehung) an und ist auch gut mit reichlich sprachlichen Mitteln dekoriert.


    Zum Schluss muss ich sagen; dass du dich mit jeden weiteren Text verbesserst; dass ist ein sehr gutes Vorzeichen! ;)  
    Ich freue mich schon sehr; mehr von dir zu lesen!

  • Guten Abend!
    Ich wollte mal englische Lyrics von mir posten. Hoffe sie gefallen euch!


  • Yay, ein neues Gedicht! ^-^

  • Und wieder ein neues. Sorry, das es solange gedauert hat!

  • Hallo Purple,


    die erste Starter-Auswahl ist schon ein besonderer Moment, wie du in deinem letzten Gedicht auch gut darstellst. Gerade da will man eigentlich alles richtig machen und lässt sich vieles noch mehrere Male durch den Kopf gehen, weil während der Dauer des Abenteuers ja auch die Bindung zu diesem da sein soll. Dieses Gefühl, also die Unsicherheit und Aufgeregeheit während der Wahl, hast du gut umgesetzt und es lässt Erinnerungen an Einall wach werden.
    Auf der anderen Seite waren die Reime nicht immer ideal. "wählen" und "fällen" passen halt allein wegen ihrer Aussprache nicht so gut zusammen, genauso wie "Pflanze" und "Schlange. In dieser Hinsicht kannst du noch an dir arbeiten, entweder indem du andere Wörter suchst oder schaust, ob du einen Vers etwas umstellen kannst, um einen leichteren Reim zu finden. Das kann manchmal ungemein helfen, weil man plötzlich auch eine ganz andere Sicht auf die zu reimenden Verse hat und sich dadurch neue Möglichkeiten ergeben, die man vorher vielleicht nicht hatte. Experimentieren lohnt sich also durchaus.


    In diesem Sinn: Viel Erfolg weiterhin beim Dichten!

  • Hallo! Entschuldigt, das ich in letzter Zeit so wenig gepostet habe. Ich werde nicht lügen - Hab die ganze Zeit lang Sonne und Mond gespielt! Die Spiele machen ehrlich abhängig. <3


  • Nach einer sehr langen Pause bin ich wieder da!


  • Songtexte! Ach wie schön; die Verbindung von Poesie und Musik, das gefällt mir sehr! Zwar ist dein aktuelles Update eher ein normales Gedicht (oder?), aber ich nehme mich diesem trotzdem mal an. Ich hoffe, dass du bald mal wieder einen Songtext postest; da kriegst du dann auf jeden Fall auch einen Kommentar dazu!


    Späte Realisation
    Ich bin ehrlich; ich habe erstmal im Duden nachgesehen, ob es das Wort überhaupt gibt. Mir schwirrte jetzt eher so Realisierung durch den Kopf ... Aber laut Duden geht Realisation wohl auch, wobei das für mich irgendwie englisch behaftet bleiben wird, haha. Wie auch immer, der Titel gefällt mir von seiner Bedeutung her sehr gut. Irgendwie hat er einen komischen Klang - ich werde mich wohl heute nicht mehr davon lösen können, oh man -, aber seine Aussage gefällt mir. Sie deutet irgendwie eine Art von Fehler an, der vielleicht wieder gut oder zumindest in Zukunft besser gemacht werden soll. Aus deinem Thema habe ich relativ viel Romantik und Emotion bisher rausgelesen, weshalb ich eventuell auch etwas in Richtung "Oh, ich liebe sie ja doch!" erwarte. Ich bin jedenfalls gespannt!


    Dein Gedicht gefällt mir wirklich gut! Zunächst gehe ich mal ein bisschen auf den Aufbau und so ein. Du hast drei Strophen mit jeweils acht Versen. Irgendwie gefällt mir so eine Anordnung viel besser als schlichte Strophen mit vier Versen, es kommt mir so vor, als könnte man in acht Verse einfach mehr packen. Ich meine damit; die Strophen haben alle ihre eigene inhaltliche Aussage und je weniger Verse eine Strophe hat, desto schwerer wird es, diese noch einzubauen. Das gefällt mir also schon mal gut. Du hast Paarreime verwendet und warst dabei auch ganz kreativ im Stile eines richtigen Poeten; sehr gut! Allerdings musst du aufpassen, dass deine Reime nicht allzu gestellt wirken. Ein guter Anhaltspunkt dafür, den ich immer verwende, ist die Wortgruppe. Wenn du dir einfach nur mal alle deine Reimwörter aufschreibst, dann bemerkst du in der Regel relativ schnell, wenn da etwas überhaupt nicht rein passt. In deinem Gedicht springen mir da beispielsweise die Wörter Magen und Buch ins Auge. Ich finde das vor allem ersteres relativ gestellt wirkt, als hast du einfach nur einen passenden Reim für Jahren gesucht. Ich bin der Meinung, dass es in solchen Fällen besser ist lieber nicht zu reimen oder lieber einen sehr unreinen Reim zu verwenden. Das ist weniger ein Stolperstein als wenn sich auf einmal fragt, wie du plötzlich auf den Magen zu sprechen kommst, haha. Was das Versmaß angeht sieht das ebenfalls schon sehr gut aus! Im Großen und Ganzen liest sich dein Gedicht relativ flüssig, das hast du sehr gut gemacht! Womit du vielleicht etwas aufpassen musst, sind solche Füllwörter wie "doch". Letzter Vers, zweite Strophe: Irgendwie passt es da finde ich überhaupt nicht hin, denn doch stellt doch einen Gegensatz dar, findest du nicht? Wenn das lyrische Ich "durchschnittlich" ist, kann es doch trotzdem von ihrer Schönheit "verhöhnt" werden, oder? Vielleicht würde hier eher ein und passen. Liest man die Verse zum ersten Mal bzw. nur oberflächlich, fällt die Stelle in der Tat nicht so auf; also keine Sorge, das hier ist schon Meckern auf hohem Niveau. :D An sich wollte ich dir damit nur sagen, ähnlich wie bei den Reimen, dass manchmal weniger mehr ist. Im Sinne von: Wenn etwas erzwungen werden muss, passt es vielleicht gar nicht so gut da hin. Eine grammatikalische Kleinigkeit ist mir noch aufgefallen: In der zweiten Strophe springst du ein bisschen in der Zeit, ich bin mir noch nicht so ganz sicher, ob das da wirklich geht. Vielleicht verstehe ich die Aussage auch ein bisschen falsch, aber prinzipiell würde ich da lieber im Präteritum bleiben. Das Versmaß kannst du dann mit dem Auslassen von Vokalen erhalten. Ansonsten mag ich auch allgemein den Aufbau deines Gedichtes wirklich sehr, da ich ein Fan von symmetrischen Gedichten bin. Super!


    Zum Inhalt kann ich jetzt ehrlich gesagt etwas weniger schreiben ... Auf jeden Fall war mein Gedanke, dass es sich um eine Art von Liebesgedicht handelt, richtig. Allerdings ist es kein typisch romantisches Gedicht, sondern erzählt viel mehr wirklich eine Geschichte. Es besitzt also einen roten Faden. Sowas gefällt mir in Gedichten immer sehr gut, vor allem, da es ziemlich schwer ist. Reimen und poetisch wie sonst was klingen; das ist eine Sache. Aber dahinter auch noch einen logischen Handlungsverlauf zu haben, das ist wirklich nicht einfach. Ein großes Lob an der Stelle dafür! Was mir auch wirklich unglaublich gut gefällt ist, dass du das Gedicht an jemanden gerichtet hast; d.h. die Person, um die es im Gedicht geht, mit "du" ansprichst. Das erzeugt eine viel persönlichere und emotionalere Atmosphäre und gleicht aus, dass du für ein Liebesgedicht eher weniger Gefühle beschrieben hast; sehr tolle Idee! Das lyrische Ich scheint also irgendwie jemanden zu beobachten. Dieses Mädchen, das er beobachtet, scheint ein Mensch aus seiner Vergangenheit zu sein, für den er aber nun andere Gefühle hat, als zuvor. Kenne das Gefühl, oh man ... Wird schon! Wie auch immer; verwirrt war ich eigentlich nur durch die Freundin. Ich dachte, das lyrische Ich ist ein er und die Person die er betrachtet eine sie. Und er scheint sich in sie verliebt zu haben, allerdings etwas zu spät (friendzone ist real, haha). Ich verstehe nur nicht, was dann die Freundin soll. Aufgrund des kurzen Dialoges und der Andeutung einer Erwiderung der Gefühle gehe ich nicht davon aus, dass das Mädchen homosexuell ist, weshalb mir jetzt nur noch die Kumpel-Freundin als Alternative bleibt, aber warum sollte die das lyrische Ich daran hindern, mit dem Mädchen zu sprechen o.ä.? Ich weiß nicht, ob ich auf dem Schlauch stehe; wenn ja, tut es mir leid, haha. Jedenfalls gefällt mir das Gedicht wirklich sehr gut, vor allem einige Verse wie beispielsweise der sechste und siebte Vers in der zweiten Strophe. Sehr poetisch!


    Im Großen und Ganzen frage ich mich, warum du dich als Anfänger bezeichnest. Mir gefällt das Werk wirklich sehr gut. Dinge, die man verbessern kann gibt es immer, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und genau das macht es doch überhaupt erst so spannend. Ich hoffe noch mehr von dir zu lesen in Zukunft!
    Liebe Grüße

  • Tagchen!
    Dies ist zwar weder ein Gedicht, noch ein Songtext, allerdings ist diese "Kurzgeschichte" es nicht wert, ein extra Thema zu öffnen. Oder zumindest denke ich das. Ausserdem habe ich den Namen des Themas hier nochmal überarbeitet! Aber nun zur Geschichte. Enjoy! :)

  • Huhu, @PurpleDragon !


    Wie versprochen, habe ich mir dein Einzelwerktopic hier mal herausgepickt und kommentiere mal ein bisschen drauf los. Hauptfokus wird auf deinem zuletzt veröffentlichten Gedicht "Liebe" liegen, vielleicht gehe ich noch auf diese kleine Romantikszene ein (:



    Liebe ist kompliziert
    Verwirrend und verführend
    Und einer immer verliert
    Denn sein Herz ihn falsch führet


    Also, Introduktion einer thematisierten Person, lyrisches Ich trifft es ja nicht so ganz. Hier wird bereits klar, in welche Richtung das Gedicht gehen wird, nämlich in die einer vermutlich unglücklichen, einseitigen Liebe. Über die Gründe dafür kann man hier noch schön spekulieren, zum Beispiel, ob diese/s Mädchen ihn notorisch betrügt, ihm fremdgeht/fremdflirtet (wie man so schön sagt), sie ihn vielleicht nur als normalen Freund betrachtet oder ihr Charakter einfach so verkorkst ist, dass die beschriebene Person sich selbst fragt "Wieso liebe ich sie überhaupt?".
    Die Silbenanzahl ist etwas unregelmäßig, weshalb sich das ein wenig komisch liest. Ich persönlich bin der Meinung, dass ein regelmäßiges Reimschema und dazu passende Silben die Form etwas schöner gestalten, weshalb ich es besser gefunden hätte, in jedem Vers sechs Silben zu haben statt 6-7-7-7, aber das ist Geschmackssache und auch dir überlassen (: Um es regelmäßig werden zu lassen, könnte man statt "führet" einfach "führt" schreiben, dann hätte man 6-7-7-6 und Ersteres klingt für so ein modernes Gedicht wohl auch ein bisschen zu altmodisch. Außerdem hab ich den kleinen Fehler bei "ihn" ausgebessert, hattest da ein h vergessen ^___^



    Er liebt immer die falsche (Falsche)
    Das ist alles, was er kann
    Und so bleibt bloß die kalte
    Einsamkeit, die ihn übermannt

    Also, man erfährt nun, was der Grund für die negativen Gefühle gegenüber der Liebe ist, nämlich, dass die Person sich ständig in die falschen Mädchen/Frauen verliebt. Ich spekuliere mal darauf, dass das alles Frauen sind, die denjenigen in die Friendzone abschieben, weil es sich für mich als passendste Lösung so ergibt, aber das ist für den weiteren Verlauf ja auch nicht so wichtig, da eine bestimmte Frau ja nicht charakterisiert wird. Mir gefällt, dass du diesen desperaten Eindruck nochmal im zweiten Vers dieses Zitats verdeutlichst, denn es scheint ja immer so zu sein, dass er sich in die Falsche verliebt und dadurch auch eben nie sein Glück findet. Das gibt auch nochmal einen Hinweis darauf, dass er es inzwischen wirklich so leid ist, sich in die Falschen zu verlieben, dass dieser Prozess bei ihm eben sehr schnell geht und er sich damit nur noch mehr ins Unglück stürzt. Also weil er dieser Einsamkeit überdrüssig geworden ist, verliebt er sich sehr häufig und dadurch eben immer in für ihn Unerreichbares. Es wirkt so, als bestünde sozusagen sein ganzer Tagesablauf nur daraus und ich weiß zufällig aus Erfahrung, wie zermürbend das sein kann x:
    Das Reimschema ist mit "falsche" und "kalte" nicht unbedingt erfüllt, kann man aber noch so durchgehen lassen, und mit dem letzten hier zitierten Vers bricht man leider die schöne Silbenanzahl wieder x3 Allerdings wüsste ich auch nicht, wie man das besser hinbekommen könnte, ohne den Sinn zu zerschießen, daher lasse ich das einfach mal so stehen :3



    Er liebt sie doch so sehr
    Doch hat er keine Hoffnung
    Denn liebe (liebt) sie eine andere (And're)
    Erneut trifft er (ihn) Vergrollung

    Wow, Wendepunkt. Sie liebt einE AnderE? Ich muss gestehen, damit hätte ich nicht gerechnet xD Hat mich echt überrascht, auch wenn das diskriminierend klingen und wahrscheinlich im Folgenden alle mit einem Finger auf mich zeigen, aber well, sei's drum. Ich mag Überraschungen, deshalb Pluspunkt dafür! Da hast du mich voll mit etwas von mir Unerwartetem getroffen, haha :'D Jetzt versteht man also, wieso seine Liebe auch dieses Mal vergebens und eigentlich schon verloren ist, wenn man davon ausgeht, dass seine Angebetete rein lesbisch ist. Wäre sie bisexuell, könnte man natürlich noch darüber streiten, aber da dieses Detail hier nicht erwähnt wird, bleibt diese Spekulation ja jedem selbst überlassen cx Im ersten hier zitierten Vers verdeutlichst du nochmal seine verzweifelte Gefühlslage, nach dem Motto "Selbst wenn ich sie so sehr liebe, habe ich nie eine Chance", das gefällt mir als Einstieg für diese Stufe sehr gut :3 Ich mag diesen emotionalen Nachdruck in Gedichten sehr, Emotionen allgemein und wenn man die Aussichtslosigkeit desjenigen, über das geschrieben wird, mitfühlen kann x3
    Auch hier hast du die Silbenanzahl bis auf einmal eigentlich gut getroffen, die Fehler habe ich mal korrigiert, so, wie ich es am Besten zum Lesen fände. Zum Beispiel, dass du statt "andere" eben "And're" einfügst, damit es eben mit den Silben passt. Außerdem solltest du vor dem Posten vielleicht nochmal drüberlesen, allmählich schleicht sich hier der Fehlerteufel ein und seien es nur kleine Tippfehler ;)  
    Bei dem letzten hier zitierten Vers war ich mir auch nicht ganz so sicher. Ich würde eher "ihn" verwenden, wenn man es nur auf das Treffen bezieht, allerdings kann man ja auch sagen "trifft er AUF Vergrollung" (Neologismus cx) , was das "er" richtig werden ließe, aber dann von den Silben her auch nicht mehr passt... ich denke, mit "ihn" bist du da auf der sichereren Seite (:




    Doch fühlte er nichts mehr
    Und verlor sein Reimgefühl
    Ein zerbrechendes Herz
    Das schon lange zerstört ist

    Okay, hier musste ich ein wenig stocken. Auf einmal, zack, Umbruch, kein Reim, kein gar nichts mehr, das war für mich ebenso überraschend wie die Auflösung bezüglich der verlorenen Liebe vorher, aber dieses Mal eher auf negative Weise? Wie schon gesagt, für mich sollten Gedichte Fassung und Form haben und eine Struktur, wobei man diesen Bruch selbstverständlich auch genau als solchen in der Thematik des Gedichts betrachten kann.
    Im ersten hier zitierten Vers merkt man vor allem, wie zerrüttet die beschriebene Person (der Autor?) ist und was die Folgen seines "Verhaltens" und dieser ganzen unglücklichen Liebschaften sind, nämlich, dass er emotional relativ abstumpft und irgendwann nicht einmal mehr in der Lage ist, überhaupt etwas zu fühlen. Hier erreicht die Dramatik so ziemlich ihren Höhepunkt und man erfährt, wie sehr sich das alles angestaut und ihn leiden lassen hat, sodass er - vielleicht unfreiwillig, vielleicht gewollt - sich in einer recht apathischen, gefühlslosen Situation wiederfindet.
    Ich finde es gut, wie man sich über die letzten beiden Verse streiten kann *Philosophie-Mode an* Man könnte die beiden Worte "zerbrechend" und "zerstört" so definieren, dass das Herz innerlich zerstört ist und langsam in seine Einzelteile zerfällt, also quasi zerbricht. Oder man könnte es so interpretieren, dass diese beiden Begriffe einander verstärken, obwohl sie sich beim ersten Lesen auszuschließen scheinen, denn wie kann etwas zerbrechen, das schon zerstört ist? *Philosophie-Mode off* In jedem Fall finde ich die Wortwahl einfach toll, auch gerade weil man sich darüber Gedanken machen und das auf verschiedene Weisen für sich interpretieren kann, zumal ich auch ein Fan von sich stützenden, verstärkenden, dennoch ähnlich klingenden Worten bin. Da beide mit "zer" anfangen, hat man schon diese kraftvollen Parallelen in der Aussprache, wenn man es laut vorliest, das unterstreicht die Sache noch einmal :3
    Was mich so ein bisschen gestört hat, war das mit dem Reimgefühl...ich gehe mal davon aus, es sollte leicht humoristisch wirken? Irgendwie hat das für mich die Dramatik da rausgenommen, so als bräuchtest du unbedingt eine Begründung dafür, wieso du jetzt kein Reimschema mehr hast, dabei ist das bei Gedichten, sofern richtig verpackt, eigentlich überflüssig. Man muss nichts begründen, wenn der Grund aus dem Kontext oder den Wortspielen ersichtlich ist c:
    Das, was mich darüber hinwegtröstet, ist, dass du dabei eine regelmäßige Silbenanzahl hast, nämlich 6-7-6-7. Mir wäre es wie schon so oft gesagt regelmäßig, auch durch das gesamte Gedicht hindurch, lieber, aber das sei nur am Rande erwähnt, persönlicher Geschmack und so cx




    So, kommen wir als o nun zu dem versprochenen Edit, nämlich deinem kleinen romantischen Szenchen da cx
    Ich habe sie mir ein paar Male durchgelesen, war ja nicht so lang, und was mir als Erstes aufgefallen ist


    "Lieben tat ich dich schon seit so einer langen Zeit,

    Bööööööse, böse. Verben wie "tun" sollte man beim Schreiben immer vermeiden, das ist so ein fürchterlich hässliches, umgangssprachliches Wort, teilweise für "machen", teilweise, um etwas zu unterstreichen, allerdings ziemlich verschrien und unschön, bitte vermeiden c: Außerdem fällt mir hier auf, dass du die wörtliche Rede , vermutlich ungewollt, vom Sprachstil her etwas zu hoch ansiedelst. Sprächest du in solch einem Stil, ergäbe sich dir die Möglichkeit dazu? ... wohl kaum cx
    Hättest du das in der personalen Sicht geschrieben, wäre das weniger ein Problem gewesen. "Lieben, das tat er sie schon seit so einer langen Zeit" und wenngleich das "tat" sich hier schon besser liest - lass es lieber x3


    Was mir allgemein an der Atmosphäre aufgefallen ist - und sieh das nicht als Kritik an dir, ich habe, als ich mit dem Schreiben angefangen habe, genauso oft Fehler gemacht, auch solche - , ist, dass die Szenerie, der Dialog, die Reaktion des Mädchens einfach urkitschig sind ^^" Die ersten Beschreibungen, wie sie da liegen (bei denen ich mir im Übrigen auch ein bisschen mehr Kontext gewünscht hätte, so Umgebung, warum liegen die da, was passiert sonst um sie herum), lesen sich noch ganz süß, aber was danach kommt, ist... sagen wir übertrieben? Es ist so offensichtlich und so ins Gesicht geklatscht, dass einem das weniger wie Romantik vorkommt, sondern wie eine scheinbar perfekte Szene, die aber gegen Ende natürlich - wie sollte es auch sonst sein? - traurig wird und in einem Kuss endet. Man hat es bereits so oft gelesen/gehört/gesehen, dass es einem allmählich zum Halse raushängt, vor allem, weil im Grunde sämtliche Klischees so aufgegriffen werden, dass man sich von Vornherein gegen sie sträubt.


    Mein Tipp an dieser Stelle wäre, den Dingen Zeit zu geben und sich die Situation entwickeln zu lassen. Ich weiß nicht, ob du das kennst, dass Umgebungen, Szenen und Charaktere ein Eigenleben entwickeln, aber wenn das stattfindet, ist es das Beste, den Dingen schlichtweg ihren Lauf zu lassen. Um Romantik zu erzeugen, muss man nicht eine als romantisch erachtete Szenerie wählen, Sonnenuntergänge, Mondschein oder dergleichen werden auch überbewertet :'D Schon eine normale Umgebung kann mit den richtigen Feinheiten romantisch werden, solange man sie nicht so aufeinanderklatscht, sondern einzeln über die Szene verstreut. Kleine Gesten des jeweils anderen, ein paar Zufälle, schon das Wetter kann eine Stimmung grundlegend ändern.
    Des Weiteren kommt es immer auf die Gesinnung des Charakters an. Die beiden, die du dort beschrieben hast, wirken ziemlich...idealisiert und vereinfacht. Sie ist in der Rolle der nicht selbstbewussten, leidenden Frau und er der Mann, der ihr die Welt zu Füßen legt. Fällt dir was auf? Gibt es solche Menschen wirklich so und in diesem Zustand? Jeder hat eine andere Vorstellung von Romantik, manche haben nicht einmal einen Sinn dafür und gerade mit solchen Unterschieden kann man herrlich spielen c: Du musst keinen Rosamunde Pilcher Roman schreiben, um Romantik zu haben, vielmehr sind solche Werke diejenigen, um die man einen großen Bogen machen sollte, wenn man es mit dem Genre ernsthaft versuchen will xD


    Aber ich möchte ja nicht nur kritisieren hier. Ich muss zugeben, deine Wortwahl hat mir hierbei sehr gut gefallen, sehr elegant und gewählt, was vielleicht eher was für Historienromane ist bzw solche, die zu früheren Zeiten spielen, dennoch finde ich so etwas immer weitaus schöner als so eine Gossensprache oder das "moderne" Deutsch X= Man sollte natürlich auch nicht zu hochgestochen schreiben, sonst wirkt es ziemlich gekünstelt oder fehl am Platz, wie zum Beispiel in der wörtlichen Rede, allerdings denke ich, nach ein paar mehr Szenen wirst du da den für dich am flüssigsten zu schreibenden Stil finden :3


    Das war's also mal wieder von mir, ich werde zu einem anderen Zeitpunkt noch etwas in diesen Kommentar editieren, nämlich zu deiner Romantik-Szene da. Bis dahin hoffe ich, dir hat mein kleines Statement gefallen und weiter ermutigt!



    Namine ~

    "僕の命令は絶対."
    "My orders are absolute."

    赤司・征十郎 ~

    Einmal editiert, zuletzt von Namine ()

  • Thrawn

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