Stillstand


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    Hallo und herzlich Willkommen zu diesem kleinen Projekt!


    Stillstand ist eine Pokémon Mystery Dungeon Fanfiction zu den Teilen Zeit/Dunkelheit/Himmel. Es handelt sich hierbei zu großen Teilen um eine Nacherzählung, allerdings habe ich die Geschichte an einigen Stellen auch stark abgeändert (und es wird auch bei Weitem nicht die ganze Geschichte des Spiels erzählt). Die Fanfiction wird nicht sonderlich lang, aber zum Einstieg ist das doch gerade richtig, dachte ich mir.


    Ich sehe davon ab einen allzu ausführlichen Startpost zu schreiben, da es kaum nennenswerte Informationen gibt. Ich möchte in einem Klappentext niemandem etwas vorweg nehmen, zumal der grobe Inhalt des Spieles den meisten hier bekannt sein sollte und anhand diverser Hinweise wie Titel oder Bild bereits erkennbar sein sollte, worum es grob geht. Auch weitere Punkte wie bspw. Charaktervorstellungen o.ä. mag ich nicht wirklich. Lernt die Charaktere, auf deren Ausarbeitung ich Laufe der Geschichte versuche mein Hauptaugenmerk zu legen, einfach kennen.


    Ich hoffe, ihr habt Spaß beim Lesen und jeder Kommentar ist gerne gesehen!


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    Inhaltsverzeichnis
    » 0 / Prolog
    » 1 / Ankunft (Part I, Part II)


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    » 0 / Prolog «


    Den Moment des Aufwachens zu beschreiben, fällt meistens eher schwer. Auf einmal ist man einfach da; wach. Eindrücke regnen dann mit einem Mal nieder und bieten ein Konzert voller Gerüche, Bilder und Geräusche dar. Doch der Horror beginnt dort, wo einem diese Eindrücke nicht mehr bekannt sind. Die Grenze zwischen Traum und Realität verschwindet, obwohl man genau weiß, dass man wach ist. Nur weiß man nicht wo.


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    » 1 / Ankunft «
    Part I



    „Du musst aufwachen, Schiggy!“
    Der Blick des affenartigen Pokémon verharrte starr auf dem schlafenden Wasserpokémon vor ihm. Es hatte sich schon seit Panflam wach geworden war nicht mehr gerührt. Besorgnis stand in seinen Augen und nach einigen Momenten rüttelte er an der Schildkröte.
    Endlich öffnete Schiggy die Augen.
    „Schiggy!“, entfuhr es Panflam vor Freunde. Wenngleich diese nur von kurzer Dauer war. Er beobachtete seinen Partner dabei, wie dieser sich langsam aufrichtete und die Augen immer wieder schloss und wieder öffnete. Er kniff sie zusammen, blickte umher und konnte doch nicht glauben, wo er war.


    Die beiden standen in mitten eines nicht allzu großen Raumes, zu drei Seiten von einer rauen Steinmauer abgegrenzt. Der Ausweg an der vierten Seite wurde durch ein großes, metallenes Gitter versperrt. Der Boden in diesem Verließ war dreckig und hart. Mit jedem Schritt der Pokémon wurde mehr Staub aufgewirbelt, sodass die kalte Stille, welche die Folge des Freudenschreis Panflams war, durch ein Husten des gleichen zerschnitten wurde.
    „Wo sind wir hier?“, fragte Schiggy ruhig, nachdem er sich umgesehen hatte. Er sah seinen Partner ernst an. Das Feuer an seinem Schweif glühte nur leicht, kaum war es als Flamme zu bezeichnen. Sein Fell war vom ganzen Staub sehr dick geworden und sein Blick wirkte ängstlich.
    Als Antwort erhielt er nur ein zögerndes Kopfschütteln.


    Schiggy lief, ohne dabei mit seinem Partner zu sprechen, einige Meter in Richtung des Eingangs und versuchte, hinter den Gitterstäben etwas zu erkennen, doch in der Dunkelheit dämmerte nicht einmal ein kleines Licht. Viel eher schien die Schwärze hinter dem Gitter so beängstigend, dass Schiggy intuitiv einen Schritt zurück tat. Sein Atmen ging nun schnappartiger, auch in ihm machte sich immer mehr die Angst breit. Noch eben hatte er von all dem nichts mitbekommen; war er doch wohl nicht bei Bewusstsein gewesen. Und nun, kaum war er wach, prasselte dieses Gefängnis auf ihn ein, wie Hagelkörner.
    „Ich verstehe das nicht“, hauchte er atemlos, „Wieso sind wir hier? Was haben wir getan?“
    Erneut war er Panflam einen fragenden Blick zu, dieses Mal jedoch um einiges schärfer. In seinen Augen lag eine Aufforderung und sein Partner nahm sich dieser an.
    „Ich weiß es nicht. Als ich aufgewacht bin, war alles so wie jetzt.“ Er zögerte. „Das Einzige an das ich mich erinnere ist die Versammlung in Schatzstadt.“
    „Richtig!“ Schiggy riss die Augen auf und runzelte sogleich angestrengt die Stirn. Das Wasserpokémon versuchte sich daran zu erinnern, was in Schatzstadt passiert war. Einige Momente der Stille vergingen, bis Schiggy wütend gegen die Wand schlug und dabei ein dumpfes Schallen in die Dunkelheit warf. Das letzte woran er sich erinnerte, war die Präsentation von Reptain dem Dieb. Die letzten Wochen hatte ganz Schatzstadt damit verbracht, die Festnahme dieses kriminellen Pokémons, welches wohl Zahnräder der Zeit stahl, vorzubereiten. Zwirrfinst, der große Entdecker, hatte diese Festnahme durchgeführt und tatsächlich war sie geglückt. Gemeinsam hatten sie es geschafft eines der gefährlichsten Pokémon der Welt dingfest zu machen und das sollte in Schatzstadt bei einer Versammlung gefeiert werden. Doch was danach passiert war, wusste weder Schiggy noch Panflam.
    Ratlos blickten sich die beiden an, wobei letzterer immer noch sehr verstört wirkte.
    „Irgendwie …“, flüsterte Panflam brüchig, „fühlt sich das alles komisch an.“
    Schiggy drehte sich von seinem Partner weg und blickte in Richtung des Gitters. Er starrte einen Moment hinaus in die Dunkelheit, bis er abwesend fragte, was Panflam meinte.
    „Als gehörten wir hier nicht her.“


    Plötzlich zuckte Schiggy zusammen.
    „Panflam!“, keuchte er; wobei deutlich merkbar war, dass ihm die Kraft für ein wirklich lautes Rufen fehlte. „Sieh doch!“
    Die beiden richteten ihren Blick in die Dunkelheit und tatsächlich war diese nun unterbrochen. Inmitten der nicht enden wollenden Schwärze blitzen immer wieder kleine, rot glühende Punkte hervor. Doch sie schienen nicht einfach so wahllos aufzutauchen. Nein; sie kamen näher!


    Mit einem lauten Knall, welcher noch einige Sekunden später in den Ohren der beiden Erkunder hallte, öffnete sich mit einem Mal das Gittertor. Begleitet von einem tiefen Kratzen der Metallstäbe über den Steinboden offenbarte das Tor nun einen Weg in die Dunkelheit.
    Die Dunkelheit aus der, noch bevor Schiggy oder Panflam auch nur reagieren konnten, plötzlich andere Pokémon kamen.
    „Ruhe!“, schallte ein scharfer Ruf durch das Verließ.
    „Nicht sprechen, verstanden?“
    Alles ging viel zu schnell. Die Pokémon, allesamt der gleichen Art entspringend, packten Schiggy und Panflam an den Armen und zerrten sie hinaus in die Dunkelheit. Während sie von den Zellwächtern abgeführt wurden, schloss sich, außerhalb ihres Sichtfeldes, hinter ihnen das Gittertor wieder. Der Schall des Aufeinandertreffens der Metallstäbe schien nicht vergehen zu wollen und folgte den beiden Gefangenen mit jedem Schritt, den sie machen mussten.
    Die Pokémon, die sie festhielten, hatten sehr dunkle, allerdings leicht lila schimmernde Körper. Nun verstand Schiggy auch, dass das Leuchten die Augen dieser Zobiris gewesen waren, die wie blutrote Diamanten aus dem Schwarz heraus gestochen waren. Die scharfen Krallen dieser Geistpokémon bohrten sich brutal in ihre Gliedmaßen und rissen ihnen vereinzelte, kleine Wunden in Arme und Rücken. Es fehlte ihnen jegliche Kraft, doch wenn sie sich auch nur ein bisschen gegen die Richtung, die die Zobiris inmitten der endlosen Dunkelheit einschlugen, lehnten, wurden sie auf gewaltsame Weise davon abgehalten.
    Aus der Ferne war bereits ein anderes, großes Gitter zu erkennen hinter dem ebenfalls Licht schien und als die Eskorte dieses Tor erreichte, ließen sie Schiggy und Panflam endlich los. Die beiden sahen sich entsetzt an, blieben jedoch vollkommen still, als sie in dem diffusen Licht die blutüberlaufenen Klauen der Zobiris erblickten. Nur die Angst stand in ihren Gesichtern.



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  • Hallo Avalanche,


    um Mystery Dungeon-FFs ist es ja mittlerweile etwas ruhiger geworden, weswegen deine Geschichte durchaus Abwechslung mit sich bringt. Vor allem aber, weil du eine mögliche neue Richtung für den Plot aus dem zweiten Teil mitbringst, der gar nicht mal so uninteressant ist. Wirklich gemerkt habe ich die Situation schon im zweiten Absatz, als die beiden gemerkt haben, dass sie eingesperrt sind. Solche Momente lassen sich in dem Zusammenhang nur schwer anders einbringen und wie sich später herausgestellt hat, war das auch goldrichtig, dass sich beide schon in der dunklen Zukunft befinden. Allein und ohne wirkliches Wissen, was vorgefallen ist. Die Ereignisse davor kurz zu resümieren war eine gute Idee und liefert auch den Stoff für diese Geschichte, denn damit werden die beiden nun unmittelbar konfrontiert werden. Auf Dauer wird es aber wohl auch nötig sein, noch weiter zurückliegende Ereignisse zu behandeln, je nachdem wie sehr du darauf bauen musst, um den Plot für den Leser nachvollziehbar zu gestalten. Da lass ich mich aber gerne überraschen.
    Schreiberisch gibt es von meiner Seite nichts einzuwenden. Schiggy wirkt noch etwas passiv, aber angesichts der Situation ist es nachvollziehbar, noch keine großen Reden zu hören. Du umschreibst die Szenen mit geeigenten Adjektiven und hast dabei auch ein gutes Händchen für die Formulierungen. Daher wirkt mit dem ersten Kapitel alles auch recht rund und das Ende ist ein netter Cliffhanger, ohne zu direkt zu werden. Auch wenn du hier natürlich bereits das Szenario hättest ansprechen können, das die beiden erwartet, aber so oder so ist man als Leser zuerst einmal von diesen Eindrücken eingenommen. Und das passt so weit.


    Wir lesen uns!


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    » 1 / Ankunft «
    Part II



    Schiggy begann sich umzusehen. In einer Schockstarre gefangen ließ er seinen Blick hinter die Gitterstäbe schweifen und glaubte dort eine Art Altar ausmachen zu können. Doch noch ehe er versuchen konnte sich weiter zu konzentrieren, öffnete sich nun auch dieses Tor und ohne Zögern wurden sein Partner und er von den Zobiris in den Raum geschubst. Hektisch drängelten die Geistpokémon die beiden immer weiter in das Verließ herein, bis sie den Altar erreichten. Schiggy kniff die Augen zusammen. Nach einigen Momenten der Anstrengung blitzen seine Augen auf, er konnte nicht glauben, was er dort sah.
    „Das ist doch …“, zischte das Wasserpokémon entsetzt und blickte seinen Partner an. Panflam hatte ebenfalls entdeckt, was Schiggy meinte und war ähnlich entsetzt. Auf der Erhöhung vor ihnen lag, die Hände aneinander gefesselt, Reptain. Der schlimmste Verbrecher auf dieser Welt.
    „Ruhe!“, fauchte ein Zobiris und warf ihnen einen scharfen Blick zu.
    Die beiden Entdecker warfen sich einige Blicke zu, doch trauten sie sich in der Gegenwart der Zobiris nicht weiterzusprechen. Aus dem Augenwinkel konnte Schiggy bereits sehen, wie sie ihre Klauen wetzten und so beschloss er sich weiterhin ruhig und kooperativ zu verhalten.


    Die Zobiris hatten sich mittlerweile im Kreis um den Altar gestellt und umzingelten somit nicht nur Schiggy und Panflam, sondern auch Reptain. Es fühlte sich seltsam an mit einem Verbrecher wie ihm von ein und derselben Gruppe von Pokémon gefangen gehalten zu werden. Obwohl Schiggy, genau wie sein Partner Panflam, vor Angst erstarrt am Aufgang des Altars stand ohne sich auch nur einen Millimeter zu bewegen, dachte er währenddessen angestrengt nach. Wer waren diese Zobiris? Wo waren sie überhaupt gefangen worden? Was war das für ein Ort, an dem alles so düster und still wirkte? Und was hatten sie verbrochen? Warum war Reptain auch hier? Brachte man sie etwa mit Reptain in Verbindung? Das war doch absurd; sie hatten schließlich selbst sehr viel dazu beigetragen, dass dieses grausame Pokémon endlich gefasst wurde.


    In Gedanken versuchen schweifte Schiggys Blick auf das gefesselte Pflanzenpokémon vor ihm ab. Nur am Kristallsee hatte er dem Dieb so nah gegenüber gestanden, damals kam es jedoch zum Kampf. Jetzt hatte Schiggy die Gelegenheit ihn genauer zu betrachten. Sein vernarbter Körper wirkte abgenutzt und kaputt. Dennoch strahlte das Pokémon eine seltsam starke Aura aus.
    Schiggy hatte sich in den wenigen Momenten sehr in seine Gedanken verloren, bis er plötzlich aus diesen gerissen wurde, als hätte ihm jemand seine Hand auf die Schulter gelegt, erst ganz langsam und ruhig, und dann ganz hart zugepackt. Ein seltsames Gefühl machte sich plötzlich in Schiggy breit und plötzlich lief ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken.
    „Was ist das?“, fragte auch Panflam sichtlich beängstigt und trat einen Schritt näher an seinen Partner heran. Die beiden sahen sich um, blickten verzweifelt in die Gesichter der Zobiris, bis sie plötzlich in deren Reihen ein neues Pokémon entdeckten. Es schwebte gerade aus Richtung des Gittertors auf sie und blieb genau zwischen zwei Zobiris stehen. Das dunkle Pokémon hatte nur ein Auge und dieses leuchtete, gleich der Augen der Zobiris, ebenfalls blutrot. Allerdings lag in den Augen dieses Pokémon so viel Hass, wie sie es noch niemals zuvor gesehen hatten. Sein Körper war bandagiert und es hatte keine Beine, stattdessen schwebte es wie ein Geist über dem Boden. Dahingegen waren seine Arme besonders groß und wirkten äußerst mächtig. Schiggy dämmerte es.
    „Zwirrfinst?“, stotterte er. „Bist du es? Aber …“ Schiggy sah das Pokémon mit großen Augen an. In ihnen lag eine Mischung aus Entsetzen, Überraschung und vielleicht sogar etwas Freude. Zwirrfinst, der große Erkunder. Er war bestimmt da, um die beiden zu retten.
    Das große Geistpokémon fixierte sein Auge auf Schiggy und blickte es einfach nur an; durchbohrte es beinahe. Schiggy wich intuitiv einen Schritt zurück.
    „Ja, Schiggy. Ich bin es“, antwortete Zwirrfinst schließlich nach einigen Moment und in seinem vermummten Gesicht deutete sich ein grausames Grinsen an. Schiggys Hoffnung wich der Unsicherheit und den Fragen. Warum war Zwirrfinst hier, aber half ihnen nicht? Warum sah er so böse aus?
    Schließlich nahm Schiggy jedoch seinen Mut zusammen, ballte die Fäuste und trat wieder einen Schritt vor, dem Geistpokémon entgegen: „Was soll das alles, großer Zwirrfinst?“
    Doch dieser lachte nur; tief und dunkel.
    „Es war einfacher als gedacht euch hierher mitzunehmen. Und was dich angeht“, Zwirrfinst blickte nun plötzlich in Richtung Reptains, welcher nach wie vor regungslos am Boden lag, „Du warst schwerer zu fangen. Aber mir machst du nichts vor.“
    Er hielt einen Moment inne und musterte die Umgebung, blickte in die Gesichter der Zobiris, welche sich seit seinem Auftauchen kein bisschen bewegt hatten.
    Schiggy öffnete seinen Mund, wollte etwas fragen, doch der Schock und das Entsetzen hielten ihn davon ab. Was war nur geschehen? Panik machte sich langsam in ihm breit.
    „Und jetzt habe ich euch alle drei hier. Endlich …“, zischte das Geistpokémon und drehte sich in diesem Moment um. Ohne weitere Worte der Erklärung ließ er Schiggy und Panflam zurück, welche ihm entsetzt hinterherblickten.
    „Tötet sie.“


    Dies schien das Stichwort für alle Zobiris zu sein. An der Zahl waren es etwa zehn und alle machten sie augenblicklich einen Schritt nach vorne auf den Altar zu. Eines der Zobiris machte einen Satz zu auf Schiggy und Panflam und schlug seine Klaue in den Boden, auf dem die beiden gerade noch standen. Schnell waren die beiden Erkunder zurückgewichen und hatten nun ebenfalls den Altar betreten. Die Schweißtropfen standen ihnen nun auf der Stirn und panisch blickten sie sich an.
    „Was soll das nur?“, rief Panflam entsetzt.
    Die Zobiris kamen noch einen Schritt näher, fixierten die drei Pokémon auf dem Altar und waren dabei diesen nun ebenfalls, von allen Seiten, zu betreten. Gab es überhaupt eine Fluchtmöglichkeit?
    „Verdammt, was sollen wir jetzt tun?“, fluchte Panflam und sah seinen Partner auffordernd an, doch dieser stand wie gelähmt neben ihm und blickte auf die Geistpokémon um sie herum; er zitterte am ganzen Körper.
    „Na gut, dann kämpfen wir!“, zischte Panflam wütend und entblößte ebenfalls seine Krallen. „Komm schon, Schiggy!“ Er drehte sich um, fauchte die umstehenden Zobiris an.
    Plötzlich ertönte ein Zischen vom Boden; irritiert drehten sich beide, Panflam und Schiggy, um und blickten hinab auf Reptain, der einige Schritte hinter ihnen immer noch auf dem Boden lag. Allerdings hatte er mittlerweile die Augen geöffnet und den Kopf gehoben. Von seinem rechten Auge lief etwas Blut hinab und tropfte auf den harten Boden, was den Dieb noch angsteinflößender wirken ließ. „Ihr Narren“, schnaubte Reptain kraftlos, „Sie werden euch in der Luft zerreißen bevor ihr bis Drei zählen könnt!“
    „Aber was dann?“, schrie Panflam aufgebracht und drehte sich wieder von Reptain weg. Schiggy jedoch blickte das Pflanzenpokémon weiterhin an, im Augenwinkel immer noch die Zobiris betrachtend, welche klauenwetzend abzuwarten schienen.
    „Wir haben nur eine Chance, wenn wir hier rauskommen wollen …“, hustete Reptain. „Panflam, Schiggy.“
    „Wieso sollten wir dir vertrauen?“, fragte Panflam hektisch, den Blick nicht von seinen Gegner abwendend. Seine Stimme bebte vor Wut und Anspannung, jedoch tönte auch die Angst mit.
    „Hmpf. Ist mir doch egal was ihr tut.“ Reptain begann sich langsam aufzurichten, dabei keuchte er immer wieder vor Anstrengung und schnell wurde deutlich, wie verwundet und verletzt er war. Hatte Zwirrfinst ihm das angetan? Aus seinem Arm fuhr eine Klinge die aus einem Blatt zu bestehen schien und durchschnitt mühelos das Seil, mit dem seine Hände aneinander gefesselt waren.
    „Panflam, lass uns …“
    „Nein, Schiggy! Er ist ein Verbrecher!“
    „Wir haben keine andere Wahl“, beharrte Schiggy nachgiebig auf seiner Meinung. Er wusste nicht wirklich warum, aber irgendwie vertraute er Reptain ein bisschen. Es fühlte sich richtig an, das zu tun, was er gesagt hatte. Ein Kampf schien ihm ebenfalls nicht wirklich schlau, die Zobiris wirkten sehr stark und waren gewillt sie alle drei umzubringen. Und dann war da noch Zwirrfinst …
    „Also, wenn ich ‚jetzt‘ rufe, greifen wir alle zusammen an. Damit gewinnen wir einen Augenblick Zeit“, flüsterte Reptain und sah den beiden Pokémon dabei tief in die Augen, „und dann hole ich uns hier raus.“
    Schiggy nickte sofort, Panflam jedoch griff wütend nach Reptains Arm und zog ihn an sich heran, sodass er ihm direkt in die Augen schauen konnte.
    „Wie willst du uns bitte“, begann Panflam zu zischen, doch Reptain schnitt ihm das Wort ab. Die Zobiris kamen nun näher und schienen sich untereinander abzustimmen, wie sie drei aufständischen Pokémon auf dem Altar am besten angreifen sollten.
    „Bereit?“
    Die beiden Erkunder nickten Reptain, teils widerwillig, zu. Dieser holte einmal tief Luft, holte mit seinem rechten Arm weit nach hinten aus und warf noch einen letzten Blick auf eines der Zobiris. Alles verharrte für einen Augenblick, bis Reptain einen ruckartigen Schritt nach vorne tat.
    „Jetzt!“, brüllte er just in diesem Augenblick und Schiggy und Panflam gehorchten augenblicklich. Panflam in eine, Schiggy in die andere Richtung, griffen die Zobiris mit ihren stärksten Attacken an und wendeten alles an Kraft auf, was ihnen noch geblieben war. Adrenalin pumpte in diesem Moment durch ihre Adern; sie waren nun umgeben von einer flüssig heißen Mischung aus Hydropumpe und Feuersturm, der die Zobiris zunächst zurückhalten würde.
    „Reptain, was-“
    Schiggy drehte sich zu dem Pflanzenpokémon um, doch ehe er die Möglichkeit hatte seine Frage zu beenden, ertönte ein lauter Knall gefolgt von einem sehr hellen Blitz, der das ganze Verließ erhellte. Alles ging viel zu schnell, Schiggy spürte enormen Druck von allen Seiten, plötzlich ergriff jemand seinen Arm und er wurde nach unten gezogen. Um ihn herum wurde es plötzlich dunkel und still. Es war so dunkel, dass er nicht einmal irgendwelche Konturen erkennen konnte. Lediglich die Hand, die wohl zu Reptain gehörte und seinen Arm noch immer fest umklammerte, konnte er fühlen.
    „Ruhig bleiben“, hauchte Reptain, seine Stimme klang gedämpft.
    Einige Augenblicke lange verharrte Schiggy in seiner Position. Er war sich nicht sicher, ob Panflam auch bei ihnen war oder wo sie überhaupt waren, doch im Moment schien es ihm besser, sich nicht zu bewegen oder etwas zu sagen. Panflam dachte wahrscheinlich dasselbe.
    Es wurde immer stickiger und dauerte noch eine Weile, bis Reptain plötzlich wieder sprach.
    „Die Luft ist rein, schätze ich.“
    Sein Griff um Schiggys Arm lockerte sich und er spürte, wie sich um ihn herum alles bewegte. Ein Lichtstrahl brach von oben auf ihn herab und plötzlich wurde er erneut gepackt. Diesmal wurde Schiggy allerdings hoch gezogen. Endlich konnte er sich wieder frei bewegen. Einen Moment lang musste er die Augen zusammenkneifen, weil es zuvor so stockdunkel gewesen war, doch dann erkannte er, dass sie im selben Verließ wie zuvor waren und sogar immer noch auf dem Altar standen. Auch Panflam war da; er warf seinem Partner jedoch nur einen flüchtigen Blick zu, denn er sah, dass es ihm gut ging.
    Die Zobiris hingegen waren fort.
    „Schaufler also“, brummte Panflam; in seiner Stimme lag etwas vorwurfsvolles, jedoch war auch deutlich spürbar wie erleichtert das Feuerpokémon war. Nun begriff auch Schiggy, Reptain hatte die Zobiris mit irgendeiner Attacke oder einem Item geblendet und die Drei währenddessen unter die Erde gegraben. Wie scharfsinnig!
    „Danke, Reptain. Danke für deine Hilfe“, sagte Schiggy und sah dem Pflanzenpokémon dabei aufrichtig in die Augen.
    „Wie auch immer“, schnaubte Reptain nur leise. „Wir haben keine Zeit. Sie werden es bereits Zwirrfinst mitgeteilt haben und bestimmt suchen sie uns schon. Wir müssen jetzt rennen. Schnell!“



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  • Hey, @Chess!


    Da du noch nicht viel Feedback bekommen hast und ich mich mal an einem Kurzkommentar versuchen möchte, teile ich jetzt mal meine Gedanken zu deiner PMD-Geschichte!
    Die Nacherzählung beim großen Plottwist der zweiten PMD-Generation zu beginnen ist ein ziemlich interessanter Ansatz. Man wird mitten in die handlung geworfen und muss sich, wie die Protagonisten, erst einmal zurechtfinden. Ein intensiverer Rückblick an geeigneter Stelle würde sich gut eignen, um die Spannung abzubauen und zugleich über die vergangenen Ereignisse näher aufzuklären – für den Moment sind die Erinnerungsschnipsel aber in Ordnung so.
    Was mich ein wenig stört, sind die Leerzeilen. Eigentlich setzt man sie nur bei Orts-, Zeit-, Perspektiven- oder in besonderen Fällen thematischen Wechseln in der Geschichte. So reißt das den Text ein wenig auseinander an Stellen, wo es dieser Trennung nicht bedarf. Zumindest setzt du dieses Mittel aber nicht ganz so exzessiv ein, sodass der Lesefluss enorm gestört würde. Dein Text bleibt also dennoch angenehm zu lesen!
    Sprachlich gefällt mir das Ganze recht gut. Alles lässt sich flüssig lesen und gerade die handlungsintensiven Szenen sind sehr anschaulich beschrieben und lassen einen tief ins Geschehen eintauchen. Ich bin gespannt, wie du dich bei ruhigeren Szenen machst, wo man ja mehr Zeit hat, um Eindrücke zu beschreiben!


    Der Einstieg in die Geschichte der Spielreihe war schon einmal sehr individuell. Es wird spannend sein, zu sehen, wie du den Rest interpretieren wirst!


    Ganz liebe Grüße und viel Spaß beim weiteren Schreiben!


    ~ Deine Sheo