Fotografie im Lockdown

  • Hallo ihr Lieben,

    mich interessiert ein Thema mal etwas genauer. Auch weil es mich selbst trifft:

    Wie geht ihr mit der Fotografie während der Pandemie und im Lockdown um?


    Auch wenn sich mit dem 8. März wieder einige Lockerungen ankündigen, so war das vergangene Jahr auch durch die Maßnahmen zum Infektionsschutz geprägt, vor allem von der zeitweisen Regel, das Haus nicht "ohne triftigen Grund" zu verlassen - was in meinen Augen auch das hobbymäßige Fotografieren umfasst hat.


    Ich selbst habe gemerkt, dass in den vorangegangenen Monaten meine Fotografie zum Erliegen gekommen ist - nicht zuletzt, da ich die Maßnahmen aus verschiedenen Gründen sehr ernst genommen habe.

    Aber auch die Motivation und die Ideen sind mir komplett abhanden gekommen - ich hätte gar nicht gewusst, was ich hätte fotografieren sollen. Nun kam noch der Winter dazwischen, wo ich höchstens mal das iPhone gezückt habe.


    Doch wie erging es euch? Habt ihr die Einschränkungen genutzt, mal alternative Denkweisen anzugehen, neue Motive zu probieren, einfach mal das nutzen, was noch möglich war?

    Wie hat sich eure Fotografie während der Pandemie verändert und/oder entwickelt?


    Cheeers!

    Godfrey

  • Entgegen aller Pläne ist auch bei mir die Fotografie seit einiger Zeit zum Erliegen gekommen. Aktiv fotografieren war ich tatsächlich zuletzt Sommer 2020 im Urlaub und bei einem Zoobesuch, der zwischenzeitlich ja auch mal möglich war.


    Es gibt tatsächlich sehr viele Themen, die man gut und gern auch zu Hause machen kann, aber irgendwie konnte ich mich da nicht aufraffen. Zudem war ich auch recht stark beruflich eingebunden, was mich dann abends auch nicht mehr dazu motiviert hatte.


    Aber - aktuell sind Lockerungen in Sicht, der erste öffnende Zoo ist meiner !

  • Ich war tatsächlich weniger fotografieren, weil viele Leute den Schwarzwald gestürmt haben, da es hier Schnee hatte.

    Und dann musste es aus meiner Sicht einfach nicht sein in Menschenmassen rum zu laufen.

    Aber prinzipiell bin ich im Winter eh weniger fotografieren, weil ich eine Frostbeule bin. xD


    Aber ich habe mir vorgenommen ab sofort wieder aktiver zu werden, zumindest was die Landschaftsfotografie angeht.

    Shootings mit Models werde ich vorerst noch meiden, da es einfach nicht sein muss.

    Sobald es dann wieder wärmer wird, könnte das auch langsam wieder anlaufen.

    Da ich aber hauptsächlich Landschaften fotografiere, ist das für mich jetzt auch kein Problem.

  • Ich mache Outdoor/Landschaften, das geht auch wunderbar alleine und spazieren darf man ja eh (zumindest bei uns in RLP). Ich war in den letzten Monaten dann einfach in meinem Umkreis unterwegs, Problem nur, dass ich alles schon 2340328 Mal fotografiert habe und "das Besondere" dann irgendwie ein bisschen gefehlt hat. Mir kribbelt es in den Fingern und ich bin froh, wenn ich ab Juni/Juli wieder in die Berge kann. Schwarzwald oder die Pfalz wären auch schon mal ein guter Anfang.

  • Hey Godfrey, tolles Thema und sehr cool, dich mal wieder hier zu sehen!


    Persönlich war ich diesen Winter in fotografischer Hinsicht tatsächlich so aktiv wie wohl seit Jahren nicht mehr.


    Als Wildtier- bzw. Naturfotograf ist man halt eh am besten alleine unterwegs, sodass ich von den Lockdown-Regelungen schlichtweg nicht stark betroffen war.

    Dazu kommt, dass ich das Privileg habe, in einer sehr schwach betroffenen Region (d.h. ohne Ausgangsbeschränkungen) und fast direkt am Meer zu wohnen. Heißt, ich habe spannende Motive z.T. direkt bei mir um die Ecke (Dorf am Fluss nahe der Mündung) und bin in ner Viertelstunde mit dem Rad am Meer.

    Nun ist die Region natürlich auch touristisch attraktiv und das, was aktuell an "normalen" Reisenden durch Beherbergungsverbot etc. fehlt, wird durch die lokale Bevölkerung wettgemacht, die momentan ja nicht viel anderes in der Freizeit tun kann, als halt an den Strand zu gehen. Aber auch das ließ sich für mich gut umgehen, da ich vor allem morgens unterwegs war/bin, wenn noch nicht so viel los ist und die Tiere eh aktiver und noch nicht vor den Menschen geflohen sind. Den Fischotter von letztens hätte ich z.B. nie gefunden, wenn ich nicht morgens gekommen wäre.


    Ansonsten muss ich sagen, dass meine Psyche diesen Winter echt massiv unter der Dunkelheit und den Einschränkungen gelitten hatte. Gerade dieses ständig nur zuhause hocken und im Homeoffice arbeiten/studieren war schon extrem belastend. Zumal ich im Februar wieder Prüfungsphase hatte, eine Zeit, in der ich die Wochenenden nie freinehmen kann. Ein wichtiges Instrument, damit umzugehen, war für mich dann seit Neujahr, einfach konsequent möglichst täglich vor die Tür zu gehen. Und wenn es nur für ein Stündchen ins Dorf nebenan ging. Natürlich immer mit Kamera, denn man weiß ja nie, ne. Habe seitdem sehr viel Zeit in der Natur verbracht, Vögel (und andere Tiere) beobachtet und fotografiert. Ich glaube, ohne das wäre ich echt eingegangen... Und als netten Nebeneffekt habe ich dieses Jahr schon jetzt eine riesen Liste an coolen Beobachtungen und einige brauchbare Fotos, z.B. diese Schneeammern hier :).


        


    Den Hintern habe ich mir dabei zwar mehr als einmal massiv abgefroren, aber gut, wenn ich nicht nur draußen bin, um von A nach B zu kommen, stört mich das eigentlich nie groß. ...Was nicht heißen soll, dass ich mich nicht auf den anstehenden Frühling freue! Immerhin haben wir so einige spannende Brutvögel in der Region, hehe.


    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht, da ich jetzt mehr oder weniger nur noch an meiner Masterarbeit sitze und dadurch meinen Tagesablauf weitestgehend flexibel einteilen kann. Würde mich nur freuen, wenn ich irgendwann endlich mal wieder ins Institut könnte... :I

  • Ich mache Outdoor/Landschaften, das geht auch wunderbar alleine und spazieren darf man ja eh (zumindest bei uns in RLP). Ich war in den letzten Monaten dann einfach in meinem Umkreis unterwegs, Problem nur, dass ich alles schon 2340328 Mal fotografiert habe und "das Besondere" dann irgendwie ein bisschen gefehlt hat. Mir kribbelt es in den Fingern und ich bin froh, wenn ich ab Juni/Juli wieder in die Berge kann. Schwarzwald oder die Pfalz wären auch schon mal ein guter Anfang.

    Genau das selbe bei mir.

    - 2x Tierpark (das 3x war noch vorm Ausbruch)

    - viele Ausflüge in Nachbarsorte -aber kann man ja alles in meiner Galerie bestaunen.

    Die meisten Bilder habe ich allerdings dieses Jahr im Januar und Februar gemacht.

    Den Hintern habe ich mir dabei zwar mehr als einmal massiv abgefroren,

    Dagegen helfen Schneehosen und Co :wink:


    Homeoffice arbeiten/studieren

    Da bin ich doch sehr froh das ich als Gärtnerin ganz normal weiter arbeiten konnte, weshalb ich nicht mehr und nicht weniger Fotografieren war.



    Also alles in einem war ich nicht eingeschränkt und habe mein Ding durchgezogen. Auch wenn ich zwischenzeitlich Schiss hatte, das eine Ausgangssperre augehängt wird und ich nichts mehr machen hätte dürfen.

    Auch von Corona selbst bin ich bisher verschont geblieben - auch wenn ich mittlerweile einige kenne die es hatten.

  • Mit dem Fokus auf Portraits und dem Ziel, eine Fotomappe im Rahmen meines Wunschstudiums zu erstellen, hat mich das Alles doch ein bisschen in meinen Plänen erschüttert, hehe ... Die ersten Ideen hierzu musste ich restlos verwerfen, weil teilweise bis zu zehn unterschiedliche Menschen an einem Projekt mitwirken hätten sollen -- und so etwas in diesen Zeiten einfach nicht zu realisieren. Demnach habe ich stark umdenken müssen.

    Meine Fotomappe besteht mittlerweile aus drei beendeten Bildreihen, eine weitere ist bereits halb vollendet und eine andere wird -- auch wenn das eine knappe Sache wird, weil Deadline! -- noch auf Grund des Wetters im April beendet. Doch das, worauf ich hierbei am meisten stolz bin, ist, dass diese Reihen ausschließlich mit drei Haushalten -- den meines Besten Freundes, meine Beste Freundin plus ihrem Geschwisterchem, und letztendlich auch meinem -- erstellt werden konnte. Meine zuerst komplexen Bildideen musste ich wie auch die Anzahl an Personen, die mitwirken hätten sollen, stark minimieren. Doch am Ende bin ich echt froh, wie meine Mappe nun ausschaut, weil ich anderenfalls parallel zu meinem Beruf einen intensiven Arbeitsaufwand entwickelt sowie eine starke Zeitknappheit erfahren hätte ... Das so zu minimieren konnte ich vor allem aus dem Grund, dass ich im Lockdown viel mit Selbstportraits ausprobieren musste -- ebenweil ich kein anderes Model nutzen konnte --, und so unter anderem eine Reihe aus puren Selbstportraits erstellt habe. Hierzu habe ich ein kleines, und vor allem bezahlbares Studio plus mehrere Lichtquellen im Internet bestellt, um eben diese Nische von Zuhause aus auszubauen.

    Mein Art Fotos zu machen hat sich dabei auch stark verändert: von Aufnahmen outdoors habe ich, wenn man in meinem Portfolio blättert, mittlerweile viele Innenaufnahmen. Auch auf Grund des Studios, das ich einfach abbauen, transportieren, und woanders aufbauen kann. Das Fotos machen im Studio hat sich in meinem Sinne demnach als ein Meilenstein während Pandemiezeiten herauskristallisiert -- auch wenn man das definitiv noch ausbauen kann, indem ich beispielsweise statt Stoff matten Kunststoff kaufe, weil ich dann die Falten nicht retuschieren muss oder Ähnliches, hehe! Ansonsten habe ich, wenn ich outdoors Fotos machte, mich an den Radius von fünfzehn Kilometern orientiert -- und das nebenbei prima mit dem Fahrrad fahren verbinden können! --, und dabei das ein oder andere Plätzchen finden können, das ich demnächst erneut als Location aufsuchen werde! Weiterhin habe ich viel in Sachen Produktfotos machen können, sowohl kommerziell als auch privat. Auf Grund des Lockdowns boomte -- zum Glück! -- die Werbebranche, und dementsprechend habe ich den ein oder anderen bezahlten Job bekommen, s. beispielsweise den Fahrradladen. Im privaten Bereich habe ich das nutzen können, um meinen Blick in Sachen Szenerie usw. trotz allem im Kleinen zu trainieren bzw. nicht zu verlieren.

    Kurzum muss ich schreiben: ja, Lockdown und Co. haben meine Art Fotos zu machen stark verändert, jedoch meistens ins Positive. Ebenweil ich mit Hilfe von den Grenzen, d.h. Kontakte mindern, Reisen nicht antreten usw., meine Freiheit in diesem Bereich neu entdeckt, und meine Arbeit nun auf diesen kleinen Rahmen beschränkt habe. Ich habe mich, weil ich oft Zuhause sein durfte, mit dem Thema theoretisch auseinandersetzen können, und so versucht, zuerst Gedanken aufzuschreiben, und im Anschluss Fotos zu machen. Dadurch habe ich während dieses Zeitraums nicht allein einen ansatzweise künstlerisch-poetischen Stil entwickeln, sondern auch viele neue Kenntnisse in den unterschiedlichsten Bereichen sammeln können, die ich auch danach weiterhin ausbauen möchte!

  • Die Fotografie hat bei mir schon vor dem Lockdown ziemlich gelitten, mein Pläne für 2020 wären eigentlich mal ein Berlin-Besuch gewesen und eine Kreuzfahrt zu machen und für beides hab ich natürlich eingeplant, einiges an Fotos zu machen, aber beides musste letztes Jahr leider abgesagt werden und auch dieses Jahr habe ich mein Bundesland nicht verlassen und auch keine kleineren Trips irgendwo anders hin gemacht und ich hatte schon länger das Gefühl, hier vor der Tür nichts mehr zu haben, dass es sich zu fotografieren lohnt. In dieser Hinsicht würde ich also sagen, dass der Lockdown wie der Gnadenstoß für dieses Hobby war, weil in der Richtung quasi gar nichts mehr ging.
    Ich habe dafür zwar ein anderes Hobby letztes (und dieses) Jahr vertieft und ich habe damit nun meine Freude, aber schade finde ich es natürlich trotzdem.
    Mal sehen, ob es doch irgendwann noch eine kleine Chance für die Fotografie bei mir gibt. :pflaster: