Wie denkt ihr über psychische Krankheiten?

  • Aber du weißt schon, was eine manische Depression / bipolare Störung ist? Die Leute können in den manischen Phasen noch weniger Hilfe suchen, als in depressiven Phasen. In depressiven Phasen sehen sie wenigstens ein, dass sie ein Problem haben.

    I know, aber sorry jedesmal wenn ich das höre denke ich mir "ja diese Leute kann man dann schon mehr oder weniger abschreiben?".

    Wie ich in meinem Text schon gesagt habe, ist es verdammt schwer den Hintern hoch zu bekommen und dagegen anzugehen, gegen ALLE psychischen Probleme.

    Mein Problem mit den psychisch kranken Leute habe ich ja geschildert und ich beziehe mich auch lediglich nur auf diese, dass Leute auch mehrere Anläufe brauchen kann ich ebenfalls verstehen, war bei mir nicht anders, aber den von dir angesprochenen Arschtritt kannste bei manchen Leuten ebenfalls vergessen, wenn wir das verbildlichen wollen müsste ich beispielsweise meine Oma tod treten und es würde immer noch nichts passieren.

    Am besten sollte man und das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, die Phasen nutzen, wo es einem noch am besten geht.


    Leid tuen mir Leute besonders dann wenn Sie die von dir angesprochenen Erkrankungen haben und keine Hilfe haben, sehe ich selbstverständlich auch als sehr förderlich an.

    Meine Vergangenheit hat das bspw. nicht beinhaltet, ne Familie oder nen Umfeld, die sich für einen interessiert haben, die Interesse bestand nur dann, wenn man was wollte.

    Dass das nicht jeder kann ist mir klar und wenn ich heute so drüber nachdenke, bin ich froh, dass ich es überhaupt gepackt habe soweit zu kommen ohne dass ich ne stützende Hand hatte, ganz im Gegenteil, ich war immer das Arschloch das augenutzt wurde und klein gehalten wurde, "halt die Fresse und mach das was wir wollen, zu mehr bist du nicht zu gebrauchen", dass diese Missgestalten das nicht zu mir gesagt haben wundert mich, deshalb heute noch, wenn man bedenkt wie gut Sie mir gegen meine Probleme geholfen haben.


    Deshalb will ich Leuten ja auch helfen, aber mein Problem sind und bleiben solche Leute wie meine Oma und mein Bruder, da kannst du dir noch so viel einen Ast abbrechen, die Leben in Ihrer eigenen Welt, wenn alles schön und gut ist, verhält man sich wie ein Arschloch, wenn es einem schlecht geht heult man rum, wenn man eine, helfen will nickt er/sie und macht trotzdem nichts und dann heißt es "warum hilft mir keiner", "warum wirst du laut, willst du, dass es mir wieder schlechter geht?" und lauter so Dinger, sorry wenn man das übe Jahre mitmacht kann ich dann auch nur sagen, wenn man keinen Willen hat, pech gehabt.

    Es gibt in meinen Augen auch nur ne bestimmte Grenze wo man solchen Personen helfen kann und wenn das über Jahre nichts bringt, muss man es im schlimmsten Fall so hinnehmen.

    Letztendlich machste dich damit dann auch mehr kaputt als die Person der du helfen willst.


    Und nochmal ich will die Erkrankungen nicht ins lächerliche ziehen, aber von nichts kommt nichts, wenn man sogar ne Hand voll Leute hat, die hinter einem stehen um so besser, ich persönlich hätte mir gewünscht, dass es bei mir so gewesen wäre, aber nun gut, ist halt so.

    Es bezieht sich wie gesagt auf die Leute, die wie ich beschrieben habe, so drauf sind, natürlich gibt es auch genau diese, die sich nicht so verhalten, aber trotzdem nicht weiter kommen, denen versucht man halt einen groben Schubser (natürlich einen leichten harten^^) zu geben und zwar in die richtige Richtung, das erfordert aber etwas feingefühl.

  • Das ist schon klar. ^^"

    Meine Mom ist auch so. Sie ist einfach sehr neurotisch und andere Dinge eben, da kann ich halt auch nichts mehr tun. Da kommt auch in manchen Phasen "es sind eh ALLE so böse" und diese Leute sehen das tatsächlich durch diese Brille.


    Ich wollte es nur kurz erklärt haben, dass diese Hochphasen für Betroffene in Wahrheit keine sind und sie sich da oft erst recht nicht besssern können.

  • Ich bin natürlich immer ein ehrlicher Mensch, aber in meinem Umfeld wissen es nur meine besten Freunde und meine Familie, dass ich Burn-Out habe. Für mich ist das auch nicht etwas womit ich prahle oder mir Mitleid holen will. Im Gegenteil... sobald ich mit meinem Freund (mit diesem rede ich nun mal am meisten darüber da wir ja zusammen wohnen) spüre ich - obwohl er mich so akzeptiert wie ich bin - immer eine gewisse Scham dabei da ich weiß wie schwer es mit einer psychischen Erkrankung umzugehen. Für mich war das auch nie wirklich einfach da man mir quasi von Anfang angesagt hat ich "verweichlicht" wenn ich geweint habe. Leider hat auch dort mein Stiefvater sehr viel Schaden angerichtet. Er ist an sich kein schlechter Mensch, aber er ist sehr ruppig und war generell nie ein Mensch der gut mit Gefühlen und Sensibilität umgegangen ist.


    Es stimmt leider, dass es genug gibt die ihre psychische Krankheit dazu ausnutzen Scheiße zu bauen. Und das finde ich auch nicht okay. Ich weiß wozu ich fähig bin wenn ich richtig aggressiv und wütend bin. Da staut sich in mir Wut auf die dort gar nicht sein sollte. Manchmal auch gegen Menschen die ich liebe, aber ich habe gelernt damit umzugehen und ich weiß, dass es nicht der richtige Weg ist diesen Weg zu gehen auch wenn er oftmals der Einfachere ist da man ja quasi "frei" sein kann um seiner Wut Luft zu machen.


    Kann es sein, dass du durch das Asperger mehr unter Druck gesetzt fühlst, weil du deine Umwelt vielleicht immer ein Stück anders wahrnimmst als andere Menschen und dich dem anpassen musst? Vielleicht hast du deshalb das Gefühl, du müsstest dich immer etwas mehr bemühen als andere.

    Zudem herrscht viel Unwissen. Die Leute haben kein Verständnis dafür, weil sie nichts drüber wissen.

    Ja, das glaub ich auch. Die meisten wissen meistens nicht mal was mit dem Wort Asperger etwas anzufangen. Und wenn ich dann versuche es zu erklären bekomme ich meist nur die gängigen Vorurteile zu hören. Generell herrschen so viele Vorurteile.


    Und es macht mich schon irgendwo wütend wenn man mir sagt: "Ach, so wenig verdienst du? Dann arbeitest du ja gar nicht richtig." Diese Bemerkung musste ich schon des Öfteren hören. Generell ist es hier im Dorf manchmal echt schwer da die Leute in vielen Dingen noch 10 Jahre in der Vergangenheit leben. *sfz*


    Ja, anpassen muss ich mich ohnehin sehr oft. Ich suche meinen Frieden meist darin, dass ich das Umfeld habe was mich so nimmt wie ich bin, aber ganz prallt das alles nicht an mir ab. Ich bin jemand - wenn ich etwas erlebe/höre/fühle/usw. - der sich die Dinge sehr einprägt. Ein gutes Beispiel ist ein einprägsames Geräusch. Z.B. eine Gabel die am Teller kratzt. Ich kann dieses Geräusch sofort in meinem Kopf aufrufen. Ähnlich ist es mit unangenehmen Situationen. Vielleicht kommen sie mir deswegen intensiver vor da sie mir länger im Kopf bleiben.


    Oftmals fühle ich mich auch so hilflos wenn ich im direkten Kontakt (also jetzt nicht über Schreiben) versuche meinen Mitmenschen zu erklären wieso ich so bin, was ich habe und wie es in mir vor geht (wobei ich selber schon manchmal Schwierigkeiten haben immer meine eigenen Handlungen nachvollziehbar zu erklären...).


    Es fällt mir auch jetzt sehr schwer darüber zu schreiben.


    Ich habe einfach Angst zu zeigen, dass ich Angst habe. In meiner Arbeit bin ich immer fröhlich egal wie be*** es mir innerlich geht. Ich schalte das auch aus. Mein Burn-Out blendet das aus. Bis zum Schluss. Es muss nicht mal sein, dass ich das Zuhause ausschalte. Auch dort versuche ich zu funktionieren. Das klingt blöd und als ob ich nicht in der Lage wäre mal über Gefühle zu sprechen, aber genau das ist manchmal mein Problem (mein Freund weiß das natürlich). Ich schaue und zocke mit ihm ja sehr gerne und auch dort lasse ich meist nicht meine "wahren Gefühle" durchleuchten.


    Heute hatte ich ein richtiges Ausbrennen... ich hab mich zugedeckt, den Raum abgedunkelt und war so schlapp... ich glaube ich hätte nicht mal ein Tuch heben können so kraftlos war ich. Und das ist das Problem: Im Normalfall weiß ich mittlerweile meine Grenzen einzuschätzen, aber ich "peitsche" mich oft sehr gnadenlos in diesen Zustand. Ich mache weiter obwohl mein Akku leer ist. Allerdings bin ich froh, dass ich dieses Ausbrennen dieses Jahr erst 3x hatte. Klingt erst mal viel, aber letztes Jahr war ich eine Woche in diesem Zustand und das fast permanent. Deswegen bin ich froh, dass ich diesen Zustand "nur" ein paar Stunden hatte.


    Uff... schwere Kost, aber ich hoffe ich konnte alles verständlich rüber bringen.


    Mein Burn-Out sagt mir einfach immer, dass ich für alles und jeden funktionieren muss... außer für mich selbst.

  • Ermittelt ihr diese Krankheiten wie Asberger selber oder seid/wart ihr bei einem Psychologen? Wenn ich bspw. Asberger im Internet suche finde ich Sachen wie "Ein Lachen, Zornesfalten oder Tränen der Trauer: All dies können Betroffene mit Asperger-Syndrom nicht richtig interpretieren." Von diesem Problem lese ich hier aber gar nichts.


    Ich bin mir sicher, dass das eine oder andere bei mir auch nicht so funktioniert wie bei anderen oder nicht mehr so wie früher bei mir. Es heisst immer man sollte dann zum Psychologen. Sehe ich aber nicht ein, was soll mir das bringen, wenn ich über meine Probleme rede. Ich kenne meine Probleme selbst :yeah:


    Die grösste Bitch unter den Krankheiten mit denen ich es bisher zu tun hatte ist "Borderline". Hab Jahre mit diesem Menschen verbracht und ich dachte ich könnte dieser Person helfen, wusste aber während dieser Zeit nichts von dieser Krankheit (nur dass halt etwas nicht so ist wie bei anderen). Am Ende habe ich den Menschen aber verloren, bzw. dieser Mensch wollte nicht mehr leben und so geschah es auch. Na gut, ich habe auch Scheisse gebaut, aber das spielt jetzt auch keine Rolle mehr.

    Die Eltern dieses Menschen haben mich dann im Nachhinein informiert, was das Problem war - bisschen spät, aber joa :ugly:


    Man sagte mir dann, dass ich aufpassen muss, weil mir diese Person sehr wichtig war und diese "Störung" auf mich über gehen könnte und ich sollte zu einem Psychologen darüber reden. Hielt ich aber für Schwachsinn. Sehe nicht ein, wie es mir helfen soll über all die Todesfälle die ich schon erlebt habe zu reden, wenn mir sowieso immer alle Leute nur sagen "Dein Leben geht weiter!". Ja danke, das hilft mir sehr :assi: Möchte gar nicht wissen was für einen Mist mir ein Psychologe für 100 Euro die knappe Stunde erzählt. Nach der Stunde kann ich ja sowieso wieder alleine mit dem Scheiss auskommen. Spätestens nachts im Bett liegend holen einem all diese Gedanken wieder ein und niemand kann einem davor bewahren. Also Geld für die Tonne :hmmmm::thumbdown:


    Das einzige Problem was ich nun habe ist, dass mir Leute nicht mehr besonders am Herzen liegen. Ein Psychologe wird mir nun wohl sagen, dass ich das im Unterbewusstsein als Schutz mache, damit ich nicht mehr traurig sein muss, wenn der Nächste stirbt - und wieder hab ich Geld gespart :haha:


    Am Ende muss man halt lernen damit zu leben.

  • Also mein Burn-Out hab ich von einem Psychologen feststellen lassen. Dazu hab ich sogar ein Schreiben. Mein Asperger hab ich im Internet ermittelt und das auf einer Ärzteseite. Da kam raus, dass ich zu 90% Asperger habe. Jedoch ist das auch immer schwierig. Natürlich kann jeder sagen "Ey du, ich hab ne psychische Macke." Allerdings gehöre ich echt nicht zu der Sorte Mensch die aus Aufmerksamkeitsgründen (siehe meinen anderen Beitrag) sich irgendwas ranhängt (wie nennt man das im Englischen? Diese Schildchen? xD Ich weiß es gerade nicht mehr... ich glaube labeln nennt man das).


    Jedenfalls hab ich bisher gute wie schlechte Erfahrung beim Psychologen gemacht. Das eine Mal war ich für einen Monat in so einem Therapiezentrum. Zum Glück konnte ich abends immer nach Hause fahren. Ich hatte da so eine Therapheutin die meinte "Wenns dir bei mir nicht passt kannst du wechseln." Und was war als ich wechseln wollte? "Warum willst du denn wechseln? Bin ich nicht gut genug?" Oi :patsch: Der eine Kindertherapheut hat mir sehr zugesagt, aber der war so beliebt, dass er leider besetzt war. Und die eine war ... na ja... nur in meinem Klinikaufenthalt hatte ich mal eine Therapheutin (für eine Stunde) und die hatte mir echt geholfen.


    Am Ende hat mir aber viel mehr meine Selbstfindung geholfen. Was ich will, was ich brauche, dass ich an Reizüberflutung leide (Stadt ist für mich ein No Go!) und irgendwie hab ich es geschafft mich größtenteils rauszuhangeln. Ihr müsst wissen, dass ich vor dieser Zeit in Niedersachsen (ist jetzt auch schon über 6 Jahre her) oft Suizidversuche hinter mir hatte. Mir gings richtig dreckig. Gebe zu, dass ich auch zu den Leuten gehöre die teils auch abgestürzt sind. Kein schöner Teil aus meinem Leben, aber er hat mich irgendwo auch zu dem geformt was ich jetzt bin.


    Einen guten Psychologen zu finden ist echt wie eine Nadel im Heuhaufen. Da kann ich dir leider nur zustimmen IcEDoG  :wacko: Hatte in diesem Punkt schon genug Erfahrung gemacht.


    Mit Borderline hatte ich auch schon Erfahrung. Das ist heftig und man sollte da auch auf sich aufpassen. Es gibt leider psychische Krankheiten die dem Umfeld auch sehr schaden können. Man sollte sich niemals gezwungen fühlen jemanden zu therapieren. Mein Freund hat das freiwillig auf sich genommen und es auch geschafft, dass es mir besser geht, aber das muss nicht auf jeden zutreffen.

  • Natürlich sollte sich nicht jeder einfach selbst labeln, weil dann aus jedem "ohje, ich bin so schüchtern" ein Aspergersyndrom wird. ^^"

    Aber manchmal naja, merken es davon Betroffene (tut mir leid, ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, da erkrankt noch viel falscher ist) nunmal schon, nehm ich an, besonders wenn sie etwas selbstreflektierter sind.

    Trotzdem kann man nicht auf eine ärztliche Diagnose verzichten, denke ich. Ich hab mir diesen Test vor einer Weile angeschaut und jetzt nochmal und die Fragen (Bist du gut im Smalltalk, magst zu Zahlen, bist du spontan, kannst du dich gut in Menschen oder fiktive Charaktere hineinversetzen...) im Einzelnen können vieles und gar nichts bedeuten. Das Gesamtbild ist dabei auch das Wichtigste.

    Und ich denke, bei manchen Leuten kommt ja auch tatsächlich das raus, wie sie sich fühlen und sich eingeschätzt haben. Hab ihn mal gemacht, um alle Fragen anzuschauen und es kommt dann tatsächlich raus, was ich mir gedacht habe.


    Dennoch, der Test sagt ja selbst, das sei ein erstes Screening und keine Diagnose.



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    Okay, nun wirklich mal zu mir und meiner Erfahrung mit Therapien, auch wenn's irgendwie jetzt doch unangenehm ist (bin am Handy, daher vll. ein paar Fehlerchen :upsidedown:) und an manches hab ich auch nicht mehr so gute und genaue, scharfe Erinnerungen. Sorry für WoT lol ...


    Ich hab letztens mit meiner Mom über Therapeuten gesprochen und ich konnte mich ehrlich nichtmal aktiv daran erinnern, bis meine Mutter das wieder zum Thema machte. Jetzt, wenn ich so drüber nachdenke, hab ich wieder Erinnerungsfetzen daran. Ich hatte damals meine Mutter noch drum gebeten, dass sie die "gute Frau" nicht der Ärztekammer meldet, weil ich ihr dann eben doch keine Probleme bereiten wollte oder sowas.

    Wir sind dabei bloß letztens auf das Gespräch gekommen, weil der Spahn in Deutschland Konversiontherapien verbieten möchte und meine Mutter meinte: "Diese eine Psychologin damals war ja auch so deppert, zum Glück bist du nur ein paar Mal hingegangen." Ist mir dann wieder eingefallen, dass es tatsächlich so war.


    Also, ähm Kontext ... und da ich hier schon so lang angemeldet bin, ist mir das jetzt auch schon wurst "zu viel" preiszugeben. ^^"


    Ich war etwa so neun, zehn Jahre alt und musste gerichtlich und jugendamtlich angeordnet eine Therapeutin besuchen, da mein Vater einige Male versucht hatte mich zu missbrauchen, wenn meine Mutter einkaufen oder in der Waschküche war. Ich will da echt nicht ins Detail gehen, aber ich hatte mich gewehrt und als meine Mutter heimkam, hatte sie das Bild vorgefunden, dass ich ihm etwas über den Schädel gezogen / nach ihm geworfen hatte und mich gefragt hatte, was da los sei. Glaub, es war ein Aschenbecher, wohl zu seinem Glück ein eher Leichter. ^^"

    Sie hatte ihn am selben Tag noch angezeigt gehabt und das Jugendamt hatte seine "Hilfe" angeboten, was an sich eine absolut notwendige und hilfreiche Einrichtung ist... leider ist es das oft halt nur in der Theorie.

    Mir wurde dann, um mir zu "helfen", eine Therapie verordnet, aber diese und die Gerichtsverhandlung haben tbh mehr an meinen Nerven gezerrt als alles andere zuvor.

    Und eben, dass eine seiner Verwandten damals Abgeordnete waren und ein anderer Typ eine andere, hohe Stelle innehatte.

    Die haben meine ältere Schwester mit Drohanrufen bombadiert und sie praktisch nach Deutschland, dh aus dem Land gemobbt, und ich durfte dann meinen Onkel und Opa väterlicherseits ebenfalls nicht mehr sehen, oder haben sich nicht getraut den Kontakt zu mir zu halten... und ich konnte vor ein paar Jahren aus Angst diese Leute zu treffen nicht zur Beerdigung meines Opas gehen, obwohl ich heute kaum Erinnerung an ihn habe. Aber ich weiß noch, dass ich beide an sich mochte.

    Und meine Schwester hatten sie seit langem auf der Schaufel, weil mein Vater sie paar (keine Ahnung, so 7, 8?) Jahre zuvor ebenfalls belästigen wollte und diese ebenso wie ich reagiert hatte. Da hatte sich meine Mutter damals scheiden lassen und er war immer zu Besuch da, zuerst eben kontrolliert und dann nach Jahren unkontrolliert, da sein Therapeut gemeint hatte, er sei nun "geheilt". Damals hatte man sowas noch eher geglaubt als heute. Srsly, ich krieg immernoch so einen Hals, wenn ich den "gebt ihnen doch eine zweite Chance / Menschen verändern sich und können geheilt werden"-Mist höre. :rolleyes:

    Meine Schwester hatte vor Gericht trotz aller Drohanrufe für mich ausgesagt und ist wenige Monate später (glaube ich, war es) nach Deutschland gezogen. Seitdem war der Kontakt immer seltener, angespannter und schlechter geworden. Btw hatte sie das noch nie geglaubt und mir halt davor gesagt, werf ihm etwas an den Kopf oder so, wenn er dir etwas will. ^^"

    Meiner Mutter hatten diese Verwandten angedroht, dass sie gefeuert werden würde und genau das ist bald daraufhin ebenfalls geschehen. Also nun ja... Sagen wir, seitdem ist meine Mutter etwas ... paranoid hier und da und neurotisch.

    Dazu kam: Immer, wenn meine Mutter und meine Schwester dann mal aufeinandergetroffen sind, war das tbh ebenfalls die Hölle, weil sie so viel aufgestaute Wut auf meine Mutter hatte, nehm ich mal an.


    Also, all diese Dinge habe ich damals der Therapeutin erzählt. Und dann ...


    1. hat sie mir einiges davon nicht geglaubt, zB. dass meine Schwester unter diesem Telefonterror unserer Verwandten gelitten hat, um nicht auszusagen, weil... wenn sich etwas ungewöhnlich anhört, dann kann es ja nur falsch sein!? Ist nicht so, als höre man als Therapeutin viel Ungewöhnliches lol


    2. hat sie mich dann mal plötzlich gefragt, ob ich denn einen Jungen hätte, den ich mögen würde und ich meinte "ja schon, aber die eine Freundin hätte ich lieber". Dann ging es los mit "das denkst du nur, weil du Angst vor Männern und Jungs hast" - "Nein, hab ich nicht, ich versteh mich mit ein paar Jungs aus der Klasse sehr gut etc... der X ist mein bester Freund" - "Man kann nicht mit einem Bub nicht befreundet sein" (sei erwiesen und so; das alles von einer fucking Therapeutin!) und so ging das weiter.

    Ich wusste, dass sie falsch lag, aber ich war in dem Alter dennoch verwirrt.

    Ich hätte eventuell ja doch mir und meinen Exfreunden (oder "Exfreunden") viel hin und her und Enttäuschung erspart ^^", wenn diese Frau mich nicht ziemlich durcheinander gebracht und ein paar Therapiestunden lang auf mich eingeredet hätte und das Beste, ich konnte mich einige Jahre nichtmal daran erinnern oder hab halt nicht aktiv daran gedacht, dass es diese Frau gab.


    Dabei war mein Umfeld so gar nicht, wirklich überhaupt nicht homophob. Meine Schwester hatte in der Schulband einen sehr guten, schwulen Freund, der sie auch anderen Leuten aus der LGBT Community vorstellte. Ich hatte da auch einiges an Kontakt zu denen und wurde als Kind zwei, drei Male auf die Regenbogenparade mitgenommen und war so einige Male mit ihm und seinem Freund im Kino etc.

    Meine Mutter hatte daheim für meine Freunde sogar die Regel aufgestellt, dass bestimmte Schimpfwörter, unter anderm eben homophober Slang wie Schwuchtel und co., verboten ist und bei der dritten Verwarnung dürften sie zwei Monate lang nicht zu mir nach Hause kommen lol. :')


    Hatte daheim dann erzählt, was die Therapeutin sagte und nun ja... hatte trotzdem Angst, dass "sie nun Ärger bekommt".


    Außerdem hab ich da eigentlich immer gern Kleider getragen und feminines Zeugs gerngehabt. Mit irgendeiner sehr verdrehten Logik, hatte die da auch so sehr auf mich eingeredet, dass ich gar nicht mehr wusste, ob ICH das wirklich gerne mag und hatte das dann für Jahre nicht mehr gemocht oder mir eingeredet. Dann kam halt nicht teilweise iR und im Internet dazu, dass va damals noch (und hier diese bestimmte, höchsttoxische Person damals *hust*) diese internalized misogyny so stark in der Gesellschaft und bei jungen Mädchen und Frauen vertreten war.


    und 3. die gute Frau meinte, ich wäre Schuld, dass der Kontakt deshalb zu meinem Onkel und Opa abgebrochen ist, weil ich deshalb in Wahrheit keinen haben wollte und ich da ja mal vorbeifahren könnte, wenn ich wollte. Ich war so 9 oder 10, um daran zu erinnern -__-, und sollte dazu noch genau dort vorbeifahren, wo mein Vater und seine Eltern zu der Zeit noch wohnten!?


    Schließlich hatte ich zu denjenigen, die dort beim Jugendamt oder so für meinen Therapieplatz zuständig waren, bloß gesagt, sie glaube mir nicht und ich fühle mich mit ihr gar nicht wohl.

    Bis und nach dem Gerichtsurteil hatte ich jemand anderen und naja, das ging so.

    Dann kam ich vom Jugendamt zu zwei Therapeuten, die hatten etwas an sich, das ich beängstigend fand und die hatten mich erstmal als "zurückgeblieben" einstufen wollten, weil ich nicht mit ihnen reden wollte oder sehr kurze Antworten gab, da ich von dem ganzen Zirkus daheim, in der Schule und mit den Ämtern genug hatte. Man könnte natürlich annehmen, dass ein Kind keine Lust mehr hat, stattdessen war deren hochprofessionelle, allerhöchstfachliche Einschätzungen: Ist sprachlich und geistig zurückgeblieben. Hat ein einfaches Weltbild etc..." Ich hatte einen Blick auf die Akte erhascht und war dann so beleidigt und hatte noch weniger mit ihnen geredet ... einfach weil. ^^"

    Um mir nochmal zu "HELFEN", und weil wir kein Geld mehr hatten, wurde ich diesen Therapeuten und meiner Betreuerin vom Jugendamt auf einen beinahe kostenlos Urlaub auf einem Bauernhof geschickt. Bloß waren da beinahe nur komplett verhaltensgestörte Kinder mit Aggressionsproblemen und so ... war wirklich TOLL da! Das empfand ich damals furchtbar und Art Survivalcamp für mich und weil mir von den Betreuerinnen keine zuhörte / mich ausgelacht hatte und meinte, das Leben sei kein Zuckerschlecken trololo, bin ich von diesem Bauernhof in dem Kaff da abgehauen und hab mir selbstständig eine Fahrkarte nach Hause kaufen wollen, wenn mich halt keiner da ernstnehmen will. Erschien mir halt als ganz logischer Schluss. War da am Weinen und arg verzweifelt und dachte wohl: "Du hilfst mir nicht!? Dann mach ich das allein", oder so. :')

    Dann hatten sie mich aufgegriffen und ich musste da noch eine Woche absitzen, eine Mutter hatte sich auch schon über die Umstände da beschwert gehabt. Wieder daheim hatte das Jugendamt noch einen größeren Pick auf mich und mir NOCH eine Therapeutin zugeschachtert. ^^" Die hatte mit mir geredet wie mit einem Kleinkind und weil ich dann noch weniger Lust hatte als zuvor, naja... und dann hat sie meine Mutter durch die Blume geschimpft, weil sie dachte ich könnte nicht zwischen den Zeilen lesen und im Allgemeinen Ansichten hatte, die Therapeuten so wirklich nicht zustehen, sagen wir es so. Sie war zB. der Meinung, ein IQ Test sei nicht notwendig, da "arme Leute halt dumm sind" (bloß nicht so direkt ausgedrückt). Sie hat eine halbe Stunde lang über meine Animetasche geredet und das etwa auf Stammtischniveau pseudopsychologisiert. Da hab ich auch dort meinen Mund gehalten und mich konsequent für die paar Stunden ausgeschwiegen haha.


    Beim nächsten Angebot für einen Therapieplatz hatte ich so Panik vor denen, dass ich dann gar nicht mehr hingegangen bin tbh.

    Aus heutiger Sicht weiß ich schon, dass ich da nun auch nicht immer ganz einfach war, aber ich sehe natürlich heute ebenso keinen dieser Therapeuten als nur irgendwie, im Entferntesten, als kompetent an.

    Man hätte wirklich nur freundlich, kompetent und nicht so überheblich sein müssen, dann hätte ich tatsächlich gerne kooperiert, wie ich mich kenne / kannte.

    Ich glaube, selbst wenn ich heute mit jemamdem reden wollen würde oder müsste, würde ich mich schwertun und mich erstmal arg überwinden müssen.


    Mein Vater hatte btw. eigentlich etwa vier Jahre bekommen (und ist "natürlich" früher auf Bewährung rausgekommen).

    Dann kam für mich DER absolute Höhepunkt an therapeutischem und sozialarbeiterischem Unvermögen, aka bodenloser Frechheit und Dummheit: Jemand aus einer Organisation, die Straftätern in ein neues Leben verhilft (will den Namen nun nicht nennen), fragte MICH und meine Mutter wütend, ob wir das Leben meines Vaters WEITERHIN ZERSTÖREN wollen würden! Und wenn er sich in unserer Nähe rumtriebe, was er für einige Zeit tat, weshalb ich da begann etwas Selbstverteidigung zu lernen, sollten WIR doch wegziehen! :cursing: Meine Mutter war damals vollkommen in Tränen aufgelöst von dem Gespräch heimgekommen, bei dem derjenige ihr sagte, dass wir ja stattdessen auch wegziehen und den armen Kerl in Frieden lassen könnten. Da kann ich mich sehr gut dran erinnern.

    Ich war da auch ca. 13 oder 14, und Freunde von mir hatte meinen Vater... naja in einem Schwimmbad öfter verdächtig rumlungern sehen und mich mitgenommen, um mir das mal anzusehen. Hatte ich getan, ihm aus Zorn eine Szene dort gemacht tbh und das dann gemeldet.

    Ich meine... ähm ja, was soll ich sagen, genau das wollte ich selbstverständlich!?

    Leute, die bei diesen Angelegenheiten noch immer fest auf der Täterseite stehen (weil jeder im Herzen gut ist!!!1 ... und jeder eine zweite Chance verdient, weil er - wiedermal - geheilt sei!!11), sind dann für mich schon the scum of the earth oder so. :cursing:

  • Bastet

    Ich wurde zwar nie von meinen Eltern missbraucht, auch wenn das Jugendamt es bei mir behauptet hat und ich drei (!) Mal darauf getestet wurde, weil die bescheuert sind. Also Vorzeigeeltern waren meine echt nicht, aber sowas schlimmes haben die mir nicht angetan.

    So kann ich deine Sachen insgesamt sehr, sehr gut nachvollziehen, weil die ganzen Therapeuten bei mir eben ähnliches Zeug abgezogen habe. Ich habe allgemein das Gefühl, solange man ein kleines Kind ist, nehmen die einen und seine Probleme einfach nicht ernst. Wie viel die auch teilweise gelogen habe, was ich nie gesagt habe und dann behauptet hätten ICH hätte doch gesagt, dass mir so viele schlimme Dinge widerfahren sind, oder wie sie interpretiert haben und mir die Worte im Mund verdreht haben.

    Auch wie unfassbar oft ich irgendwelche IQ oder Intelligenztests machen musste, weil ich ja immer irgendwelche Störungen gehabt haben soll und es gab nie positive Ergebnisse, nicht mal annähernd. Ich hatte nur eine Aufmerksamkeitsstörung, bzw habe die immer noch, aber als Kind war das halt ausgeprägter.

    Und das waren halt alles ausgebildete (Kinder)Therapeuten, die sich für den Schutz von Kindern einsetzen. Das ich nicht lache. Kinder werden nicht ernst genommen und wenn man dann noch ein Mädchen ist bzw eine Frau, sowieso noch weniger. Aber ja, wenn dein Vater dich missbraucht, ist es natürlich komplett deine Schuld :thumbsup:. Wahrscheinlich hast du ihn mit deinen acht Jahren oder was noch bewusst sexualisiert. *Ironie off*


    Was ich halt sagen will ist, auch wenn es dich nicht tröstet und man es auch nicht mehr ändern kann. Du bist nicht alleine. Viele Therapeuten sehen sich irgendwie als etwas besseres von oben herab. Besonders bei Kindern und Frauen. Es ist einfach eine traurige Welt .,.

  • Was ich halt sagen will ist, auch wenn es dich nicht tröstet und man es auch nicht mehr ändern kann. Du bist nicht alleine. Viele Therapeuten sehen sich irgendwie als etwas besseres von oben herab. Besonders bei Kindern und Frauen. Es ist einfach eine traurige Welt .,.

    Ist leider sehr wahr, hatte (fun thing) nur Therapeutinnen gehabt und der eine Sozialarbeiter, der mich damals ernstgenommen und mit dem ich mich verstanden habe, war ein Mann. Der wurde aber dann bald durch eben jene Therapeutin ersetzt, weil "Frauen dich besser verstehen". Klar, in der Theorie sollte man aus logischer Sicht annehmen können, dass es so wäre, aber eeh... oft liegt das, was sein sollte und wie es dann wirklich ist, meilenwert entfernt.


    Und du konntest dich nichtmal wirklich zur Wehr setzen, wenn das Jugendamt Lügen über dich und deine Aussagen verbreitet. Du wirst sicherlich als unglaubwürdiger angesehen und dann brauchst du viel Glück, um doch noch an jemanden zu kommen, der dir glaubt anstatt den Kollegen.

    Mich wundert es nicht, wenn viele Sozialarbeiter als überhebliche Menschen mit null common sense angesehen werden. Wenn dir dann diese Leute einreden wollen, was für ein armer und eigentlich netter Kerl der Täter ist. :rolleyes:


    Dann fühlt man sich aber wiederrum nicht wohl dabei über solche Institutionen zu schimpfen, weil man irgendwie eingetrichtert bekommt, dass man für das österreichische Sozialsystem und so viel "Güte" dankbar sein muss. Wäre man ja, wenn nicht die Menschen, die da drinnensitzen, es zerstören würden.


    Btw Eine ehemalige Soziologielehrerin an der Schule von mir, hatte auch eine Praxis gehabt und davon abgesehen, dass es eben jene war, die in ihrem wissenschaftlichen Stand noch in den 80ern lebte oder so und damit fachlich einfach nur falsch war, hatte sie ein absolut unmögliches, herablassendes Menschenbild. Aber gleichzeitig mit diesem gönnerhaften "Mitgefühl" von oben herab vermischt.

    "Ja, der arme X (Junge aus einer anderen Klasse) tut mir ja sooo leid. Er ist nicht der Intelligenteste, das merkt man ja."

    Junge: *hat solche Angst vor ein paar Lehrern, daher ab und zu gestottert und war eigentlich vollkommen normal*

    Oder: "Mein Nachbar, das ist ein Mensch mit einem sehr simplen Verstand. Heute Morgen hat er zu mir gesagt, ich solle die Ausgangstür schließen, um niemanden zum Einbruch zu verführen."

    Wir: *machen darauf aufmerksam, dass man sich sogar mitschuldig macht, wenn man bei einem Diebstahl zb die Handtasche oder das Auto offen stehen lässt und gefragt, ob sie ihre Türe einfach offen lassen würden*

    Sie: ... Es gibt viele sehr simple Menschen, wie ich an euch sehe. :smile:

    Dafuq!?


    Und so ist es leider mit mehreren Leuten in sozialen Berufen. Die sehen ihr Klientel als armes Würstchen an, mit dem man irgendwie Mitgefühl hat (nur leider kenn ich von denen kein Echtes). Man selbst sei so unglaublich gütig, aka gönnerhafft, dabei sich für Schwache einzusetzen.

    Ich hab es, als ich noch ein Kind war und dann später bei manchen Leuten auf der Arbeit erlebt, wie sich viele Erwachsene einfach zu gut sind Kindern zuzuhören und zumindest mal zu fragen, was sie wollen.

  • Mein Asperger hab ich im Internet ermittelt und das auf einer Ärzteseite. Da kam raus, dass ich zu 90% Asperger habe. Jedoch ist das auch immer schwierig. Natürlich kann jeder sagen "Ey du, ich hab ne psychische Macke." Allerdings gehöre ich echt nicht zu der Sorte Mensch die aus Aufmerksamkeitsgründen (siehe meinen anderen Beitrag) sich irgendwas ranhängt (wie nennt man das im Englischen? Diese Schildchen? xD Ich weiß es gerade nicht mehr... ich glaube labeln nennt man das).

    Sorry das jetzt so direkt zu sagen - aber bitte lass diesen Verdacht von einem Arzt bestätigen. Das Internet ist momentan teilweise so gepullt, dass alle Leute, die einfach "weird" sind, ja irgendeine Form von Autismus haben müssen. Klar denke ich schon, dass du dich selbst kennst, aber lass es bitte auf jeden Fall nachprüfen, solche Verdachtsdiagnosen sind absoluter Mist, zumal man sich dann häufig ganz automatisch in eine Schublade steckt und sich mit dieser Scheindiagnose mehr identifiziert, als unbedingt nötig.

    Mit Borderline hatte ich auch schon Erfahrung. Das ist heftig und man sollte da auch auf sich aufpassen. Es gibt leider psychische Krankheiten die dem Umfeld auch sehr schaden können. Man sollte sich niemals gezwungen fühlen jemanden zu therapieren. Mein Freund hat das freiwillig auf sich genommen und es auch geschafft, dass es mir besser geht, aber das muss nicht auf jeden zutreffen.

    Borderline so das schwierigste, dem ich bislang begegnet bin, und Leute, die diese Tendenzen haben und jegliche Behandlung ablehnen, vermeide ich meistens auch. Warum? Weil ich n fucking Gutmensch bin und mich diesen Leuten emotional mehr verschreibe, als mir gut tut, und gerade bei Borderline ist es meiner Erfahrung nach schon so, dass das Umfeld extrem leidet, besonders unter den starken Impulsen. Meine Mutter ist selbst erkrankt und sie ist so ziemlich die einzige, mit dieser starken Ausprägung mit der ich noch regelmäßig Kontakt habe. Bei schwerwiegenden Geschichten finde ich immer, dass sich auch Angehörige vielleicht Beratung oder Hilfe suchen sollten, einfach um jemanden zum Reden zu haben.

    Und so ist es leider mit mehreren Leuten in sozialen Berufen. Die sehen ihr Klientel als armes Würstchen an, mit dem man irgendwie Mitgefühl hat (nur leider kenn ich von denen kein Echtes). Man selbst sei so unglaublich gütig, aka gönnerhafft, dabei sich für Schwache einzusetzen.

    Uff ja, es gibt durchaus Leute, die diese Positionen einnehmen, um "ein guter Mensch zu sein". Meine Psychologin, die mich nie von oben herab behandelt, mich oft zum Lachen bringt und sich meinen Problemen wirklich annimmt - richtige Perle die Frau, ich bin so froh nach so vielen Jahren wen kompetenten zu haben! - ist zum Beispiel wahnsinnig empathisch und lenkt das Gespräch mit mir oft in eine sehr produktive Richtung, ohne sich aufzuzwingen oder so zu wirken, als wäre ich arm. Sie drückt auch nie Mitleid aus. Das will ich auch nicht. Sie gratuliert mir aber für meine Erfolge und sagt, dass sie mich für meine Stärke bewundert. SOWAS!!! braucht man.

    Und so ist es leider mit mehreren Leuten in sozialen Berufen. Die sehen ihr Klientel als armes Würstchen an, mit dem man irgendwie Mitgefühl hat (nur leider kenn ich von denen kein Echtes). Man selbst sei so unglaublich gütig, aka gönnerhafft, dabei sich für Schwache einzusetzen.

    Ich hab es, als ich noch ein Kind war und dann später bei manchen Leuten auf der Arbeit erlebt, wie sich viele Erwachsene einfach zu gut sind Kindern zuzuhören und zumindest mal zu fragen, was sie wollen.

    Siehe weiter oben, es ist halt einfach so, dass man Leute finden muss, die wissen, was sie tun, und nicht so sehr darauf bedacht sind, wie ein guter Mensch zu wirken. Denn das ist imo der falsche Ansatz. Klar will man Menschen helfen als Psychologe etc, aber es ist halt schon ein Unterschied, wie man Hilfe anbietet. Meistens grätscht einem da die eigene Persönlichkeit imo irgendwie rein, wenn ihr versteht, was ich meine? Man denkt sich vielleicht weniger "wie hab ich im Studium und der Ausbildung gelernt zu handeln" sondern eher "wie würde ich als Mensch handeln".


    Ansonsten - ich bin mit Rezidivierender depressiver Störung mittelschweren Ausmaßes diagnostiziert, weiterhin habe ich eine Psychosomatische Erkrankung. Ich bin jetzt seit gut einem Jahr in Therapie und es hat mir sehr geholfen, meine Probleme selbst zu realisieren und mir Strategien zu entwickeln, die mich bei Rückfällen auffangen können. Ich sehe meine Psychologin einmal die Woche und lasse Termine auch nur für schulische Geschichten ausfallen, weils mir einfach am Herzen liegt und ich ungerne in ein Muster reinfallen will, in dem ich mir sage "hmm nächste Woche".

  • Feliciá


    Mir ist schon bewusst, dass es solche Leute auch gibt, aber ich kannte die eben nicht und dann auch keine Energie mehr, um irgendwann einen zu finden. Da ging / geht es mir eben ohne besser.


    Die eigentliche Frage ist, wieso diese Leute therapieren dürfen. Da sind ähnlich gepolte Leute, die sich einander und ihre Methoden ganz toll finden, weshalb da nichts getan wird.


    Es freut mich wirklich, dass du eine solche Therapeutin gefunden hast, bloß haben andere ganz gegensätzliche Erfahrungen gemacht.^^"

  • Bastet

    Ich denke, deine Geschichte ist weitaus wilder als meine (na gut, lassen wir die Vergleiche) und ich hab das Gefühl, einiges von dir jetzt besser zu verstehen. Aber ich glaub, ich kann hier auch noch was beitragen.

    Ich will hier nicht alles komplett wieder aufrollen, weil ich da schlicht Hemmungen habe. Wer meine Beiträge schon länger liest, weiß vielleicht mehr, aber das alte WuT-Topic ist ja nicht mehr da. Tl;dr jedenfalls, schwieriger Haushalt mit kontrollsüchtiger Mutter und dem verdammten gewalttätigen Nazi, den sie geheiratet hat, beide natürlich in extremen Ausmaß homophob, ich musste kämpfen, um da rauszukommen.

    Dass meine Tante bei der Volksanwaltschaft arbeitet, war wohl mein Glück, denn das Jugendamt war so gar keine Hilfe. Die Dame dort hat mir ständig das Gefühl gegeben, dass ich nur rumheule, weil es gibt ja viel ärmere Kinder, die geschlagen und missbraucht werden und denen man schnellstmöglich einen Platz im Heim verschaffen muss, während ich ja "nur" zur Tante will und außerdem schon wochentags im Schülerheim untergebracht war.

    Mein sturer Charakter war mir bei der ganzen Sache wohl die größte Hilfe. Ich kann aber nicht sagen, ob ich eine richtige Störung davongetragen habe, denn ich habe mich die ganze Zeit über selbst "therapiert", indem ich mir Dinge eingeredet habe. So Dinge wie "sie haben unrecht", "aufgeben ist physisch gar nicht möglich", etc. Genauso habe ich im Nachhinein meine emotionalen Probleme mit Willenskraft überwunden(?). Ich war einmal bei einer Therapeutin und die war auch wirklich nett, aber ich hatte nie das Gefühl, dass sowas überhaupt für mich funktioniert. Die Frage ist nur, ob die Probleme wirklich weg sind oder nur beiseite geschoben, denn sehr selten kocht schon was in mir hoch, Wut oder Panik in Form von Flashbacks. Und wenn ich gestresst bin, behandle ich Leute manchmal unfair und schnauze sie an, obwohl ich es besser weiß.


    Der Kontakt zu meinen kleinen Brüdern (10, fast 12) wird auch streng unterbunden. Das heißt, bis vor wenigen Tagen gab es absolut keine Möglichkeit. Aber momentan bin ich bei meinen Großeltern und der Jüngste und sein grauenhafter Vater haben mal wegen irgendwas vorbeigeschaut. Meine Großmutter sagte mir, ich soll mich verkriechen, aber ich hab an der Zimmertür gelauscht. Als ich dann nur noch sie und meinen Bruder hörte, bin ich einfach yolo rausgegangen. Er hat sich so gefreut, mich wiederzusehen. Und weil er mittlerweile ein Handy hat, konnten wir Nummern austauschen. Er ist genauso ein Rebell wie ich und hält das alles vor seinen Eltern (bewusst so ausgedrückt) geheim. Allerdings musste ich dafür lange auf ihn einreden, denn zuerst hat er mich wirklich ständig angerufen und das gerne 10x hintereinander, wenn ich nicht dranging. Wenn er erwischt wird, ist es damit aber schneller wieder vorbei, als es angefangen hat und er wird eine unverhältnismäßige Strafe bekommen. Diese Leute kennen nur Bestrafung, Entzug und Verbot als Erziehungsmethode. Irgendwann werde ich ihn wohl rausholen müssen, so wie es mit mir auch war.

    (Was ist mit dem anderen Bruder? Der darf ebensowenig etwas davon erfahren, denn er ist brav und gehorsam und würde sofort petzen. Ihn kann ich momentan gar nicht einschätzen.)

    Gladiantri..107626-81915eb0.png..Reshiram (schillernd)

    „In dir fließt mein Blut, Kind. In dir lodert meine Flamme. Dennoch sei gewarnt, denn du bist nicht Reshiram. Meine Bestimmung ist es, eine Welt der Wirklichkeit zu schaffen. Deine Aufgabe soll eine andere sein, dein Weg von dir selbst gewählt.“

  • Mir ist schon bewusst, dass es solche Leute auch gibt, aber ich kannte die eben nicht und dann auch keine Energie mehr, um irgendwann einen zu finden. Da ging / geht es mir eben ohne besser.


    Die eigentliche Frage ist, wieso diese Leute therapieren dürfen. Da sind ähnlich gepolte Leute, die sich einander und ihre Methoden ganz toll finden, weshalb da nichts getan wird.


    Es freut mich wirklich, dass du eine solche Therapeutin gefunden hast, bloß haben andere ganz gegensätzliche Erfahrungen gemacht.^^"

    Mir ist natürlich klar, dass nicht jeder solche Erfahrungen gemacht hat, mein Problem mit "selbsttherapierten" Leuten ist einfach, dass viele die Ausmaße ihrer Erkrankung und ihres Traumas unterschätzen, und öfter entweder ihre Erkrankung für literally alles als Entschuldigung nehmen ("Hallo, ich darf ein Arschloch sein weil meine Mama mich nie geliebt hat heul") - zumal viele ja auch keine wirkliche Diagnose haben, und sich selbst mit einer Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren ist schon problematisch - oder eben stur sind und meinen, sie brauchen bei bestimmten Geschichten keine Therapie. Es mag freilich Leute geben, die auch ohne Unterstützung wirklich durchdringen können und ihre Probleme und deren Wurzeln erkennen, aber das ist bei weitem nicht bei allen so. Oftmals ist es schwer selbstkritisch zu sein, und wenn du dich wirklich gut fühlst - good for you girl, you do you. Aber wenn mir jemand ankommt, der sagt, dass er schwerwiegende psychische Störungen hat, aber sich doch alleine diagnostizieren und therapieren kann? uff nein.

    Ich war einmal bei einer Therapeutin und die war auch wirklich nett, aber ich hatte nie das Gefühl, dass sowas überhaupt für mich funktioniert.

    Ich will dir nicht nahe treten und mir kein Urteil über dich anmaßen - aber man muss schon mehr als einmal zu einem Therapeuten gehen, um zu sehen, ob es wirklich was bringt.

    Die Frage ist nur, ob die Probleme wirklich weg sind oder nur beiseite geschoben, denn sehr selten kocht schon was in mir hoch, Wut oder Panik in Form von Flashbacks. Und wenn ich gestresst bin, behandle ich Leute manchmal unfair und schnauze sie an, obwohl ich es besser weiß.

    Und eben das ist das Problem was ich Bastet weiter oben schon geschildert habe. Trauma - von denen ich auch ein paar noch immer verarbeiten muss - brauchen viel Arbeit, und ganz ehrlich, ich glaube die aller, allerwenigsten wissen überhaupt, wie man so ein Thema am besten angeht. Deswegen kann ich dir nur ans Herz legen, dich vielleicht, wenn du keinen Therapeuten möchtest, nach einer Art Selbsthilfegruppe umzusehen, wenn du das Gefühl bekommst, dass es schlimmer und schwerwiegender in deinem Leben wird.

  • Ich will dir nicht nahe treten und mir kein Urteil über dich anmaßen - aber man muss schon mehr als einmal zu einem Therapeuten gehen, um zu sehen, ob es wirklich was bringt.

    Ganz genau und das kann ich nur jedem sagen, der die Meinung vertritt Therapeuten sind Schwachsinn.

    Es benötigt manchmal mehrere Anläufe, bis man DEN Therapeuten hat, der zu einem passt.

    Dass es natürlich auch unfähige gibt, das will ich nicht ausschließen (mein Vater durfte damals selbst mit einem Bekanntschaft machen und ich auch, weil ich mit dabei war...).

    Nur zu sagen, weil einer scheiße ist oder es mal nichts gebracht hat, dass generell Therapeuten nichts bringen, ist stark übertrieben.

    (Allemvoran wenn man der Meinung ist, der Therapeut ist die treibende Kraft, die die eigenen Probleme wieder gutmachen soll...)

  • Ganz genau und das kann ich nur jedem sagen, der die Meinung vertritt Therapeuten sind Schwachsinn.

    Es benötigt manchmal mehrere Anläufe, bis man DEN Therapeuten hat, der zu einem passt.

    Dass es natürlich auch unfähige gibt, das will ich nicht ausschließen (mein Vater durfte damals selbst mit einem Bekanntschaft machen und ich auch, weil ich mit dabei war...).

    Nur zu sagen, weil einer scheiße ist oder es mal nichts gebracht hat, dass generell Therapeuten nichts bringen, ist stark übertrieben.

    (Allemvoran wenn man der Meinung ist, der Therapeut ist die treibende Kraft, die die eigenen Probleme wieder gutmachen soll...)

    Das ist momentan auch so n Ding, was meine jüngere Schwester - Depression und Anorexia Nervosa, beides übrigens diagnostiziert leider - immer wieder treibt. Sie hatte ein Gespräch bei einer Therapeutin und hat die ganze Behandlung direkt nach dem ersten Gespräch abgebrochen, mit der Begründung "die hat mir nur gesagt, dass alles gut wird und wir das schon wieder hinkriegen!", wo ich mir dann nur denke "Mädel, soll die dir sagen, dass eh alles scheiße ist und du dir am besten gleich die Kugel gibst????????" Und das ist leider auch nicht das erste Mal.


    Viele vergessen leider imo, dass es verschiedene Arten von "Psychologischen Doktoren" gibt (Neurologe, Psychologe, Psychiater etc.), und es auch ganz unterschiedliche Behandlungsarten gibt: Gruppentherapie, Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie etc. Man muss sich einfach umschauen. Selbst eine Selbsthilfegruppe kann da manchmal schon viel reißen.

  • Ich will dir nicht nahe treten und mir kein Urteil über dich anmaßen - aber man muss schon mehr als einmal zu einem Therapeuten gehen, um zu sehen, ob es wirklich was bringt.

    Aber man kann doch merken, dass eine Behandlungsmethode einfach nichts für einen ist? Warum würde man sich mit dem Mindset, dass man ja eigentlich gar keinen Therapeuten braucht oder solche Termine als unnötig ansehen würde und man auch so gut klar kommt etc. zu einer Therapie zwingen wollen? Da nimmt man am Ende nur jemandem den Therapieplatz weg, der ihn dringender braucht.

    Ich finds auch etwas ... nennen wir es befremdlich, jemandem, den man persönlich nicht näher kennt und dessen genaue Umstände einem nicht bekannt sind, sinngemäß zu sagen: "Du musst X machen, weil bei mir war das auch so und entsprechend weiß ich besser als du, was richtig für dich ist!" Es gibt vor allem bei diesem Thema keine "one method fits all"-Lösung und man kann ja wohl beurteilen, ob etwas überhaupt nicht zu einem passt.

    Und ganz davon abgesehen, dass man jetzt im Moment der Meinung ist, dass eine solche Therapie nichts bringen würde, heißt ja auch nicht, dass man es danach nie wieder in Betracht ziehen wird, wenn die Situation tatsächlich so schlimm ist, dass man sie nicht mehr ohne Hilfe bewältigen kann.

  • Aber man kann doch merken, dass eine Behandlungsmethode einfach nichts für einen ist? Warum würde man sich mit dem Mindset, dass man ja eigentlich gar keinen Therapeuten braucht oder solche Termine als unnötig ansehen würde und man auch so gut klar kommt etc. zu einer Therapie zwingen wollen? Da nimmt man am Ende nur jemandem den Therapieplatz weg, der ihn dringender braucht.

    Ich glaube du hast den Punkt meiner Aussage verfehlt - ein Erstgespräch beim Therapeuten hat eigentlich nie etwas behandelndes an sich und bietet normalerweise noch keinerlei Einblick in die tatsächliche Behandlung. Ich hab selbst genug Erstgespräche hinter mir, um zu wissen, dass es schon einen Unterschied macht, ob man von der sechsten, siebten, hundersten Sitzung redet, oder ob man das übliche "ich bin x, mir ist y passiert und ich fühle mich z" mit einem komplett fremden Menschen durchkaut.

    Mir ist schon klar, dass nicht für jeden eine Therapie ratsam ist, das war auch gar nicht das, worauf ich hinaus will. Worauf ich hinaus will ist, dass Leute, die teilweise keinen Plan haben, wie eine vernünftige Sitzung beim Psychologen/Psychiater/etc. abläuft meinen, dass es doch sowieso nichts für einen ist.

  • Ich wollte das einfach mal so aussprechen. ^^"


    Ich denke, da sind wir beide ähnlich und an sich bin ich sonst im Alltag sogar zurückhaltend, bis es mir wirklich mal reicht und mich jemand herablassend behandelt oder das Gefühl gibt über meinen Kopf hinwegzuentscheiden.

    Und manche Menschen halten einfach weniger aus und unterscheiden sich eben grundlegend voneinander. Stell dir vor, wie erst viel sensiblere und nicht so sture Kids bei sowas untergehen.


    Wenn dein anderer Bruder Angst hat sich Probleme zu machen... vielleicht klappt es ja mal später. :/

    Aber es freut mich, dass wenigstens einer deiner Brüder den Kontakt halten möchte.


    Das Problem ist eher, egal wie viel Wissen man hat, dass man sich selbst nie objektiv betrachten kann. Dabei kennt man sich selbst am besten, was dann zwar paradox ist, dennoch... man merkt, was für einen etwas ist. Wenn man nun nicht mit einem Fremden reden will, muss man das meist akzeptieren, es sei denn, es geht nicht mehr anders.

  • Zitat

    Dabei kennt man sich selbst am besten, was dann zwar paradox ist, dennoch...

    Das würde ich nicht so unbedingt sagen. Klar, die eigenen Gefühle und Gedanken kann einem keiner nehmen, aber viele Dinge und Verhaltensmuster passieren oftmals im Autopilotmodus, ohne dass wir das wahrnehmen. Und da sind es eben andere, die, wenn wir von gewissen Reaktionen oder so erzählen, diese Muster erkennen und uns darauf aufmerksam machen.



    Zitat

    Wenn man nun nicht mit einem Fremden reden will, muss man das meist akzeptieren, es sei denn, es geht nicht mehr anders.

    Wenn man sich trotzdem innerlich sträubt, kann man es einfach vergessen. Ohne dass man eine Therapie machen will, kann sie nicht erfolgreich sein, weil das eben auch eine Menge - dauerhafte, auch über die Therapie hinaus - Arbeit bedeutet.


    Ich habe im Übrigen nicht soo schlechte Erfahrungen mit Psychologen gemacht; eben nur, dass ich mit einigen nicht so gut zurecht kam und mir dann eben einen anderen gesucht habe. Meine letzte Therapie war eine Verhaltentherapie mit Schwerpunkt auf Akzeptanz, die davor war eher Vermeidung. So ziemlich entgegen gesetzt, aber die mit der Akzeptanz hat mir wesentlich mehr geholfen als die, die nur darauf abgezielt hat, gewisse Reaktionen zu verdrängen, sich davon abzulenken etc, um es eben nicht zu tun. Habe ich auch erst im Nachhinein gemerkt, dass das nicht ganz so mein Fall war.


    Außerdem, und das finde ich auch enorm wichtig, wird ein guter Psychologe mit einem zu Beginn der Therapie genau reflektieren, was genau überhaupt Therapiert werden soll. Nicht mit den Eltern oder sonst wem, sondern nur mit dem Behandelten selbst. Meine letzte Verhaltentherapie habe ich angefangen, um besser mit meinen Emotionen und teils sehr Überwältigenden Gedanken zurecht zu kommen, meiner Trauer und wegen meines gestörten Selbstbewusstseins und Selbst-Bewusstseins. Mein SVV hingegen, wonach andere vermutlich wieder sofort gekräht hätten, hab ich da außen vor gelassen, weil ich das so ganz gut im Griff habe.


    Man sollte Psychologen definitiv nicht verteufeln, nur, weil man selbst etwas schlechtere Erfahrungen damit gemacht hat. Es braucht eben seine Zeit, bis man den passenden und auch die passende Therapie für sich selbst findet.

  • Ich weiß dafür selbst auch sehr gut, welche das sind. Wie gesagt, kommt man sehr gut weiter, wenn man selbst genügend Fachwissen hat und ebensolche Freunde, bei denen es auf Gegenseitigkeit und Vertrauen basiert, und dass ohne es wie eine Zweckgemeinschaft / Selbsthilfegruppe oder eine Therapie wirkt.


    In Therapien ist es ein One Way-Ticket und dieser Zustand und diese Dynamik an sich schon KANN ein verstärkender Faktor dafür sein, dass man von oben herab behandelt wird und dass sich Menschen mit einem gewissen Mindset in diesen Job begeben. Wenn das System an sich nicht darauf aufgebaut ist mit einer flachen Hierarchie auszukommen, ist es egal, ob Familie, Arbeit, oder Therapie: es ist leichter in ein Verhältnis zu kommen, das nicht auf Augenhöhe ist.


    Und jetzt ohne Scherz... ich halte diese typischen Therapien für Großteils schon überholt, und weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Zumindest im pädagogischen Bereich.

    Man hatte damals begonnen die Patienten auf die Couch zu setzen, weil Freud es tat und man sich ihm damals noch anbiedern wollte / das allgemeiner Konsens wurde, aber Freud, seine Methoden und Theorien werden heute stark kritisiert.

    Wenn man stattdessen "menschlicher" miteinander spricht, hilft man vielen, die sich sonst nicht in Therapie begeben hätten oder bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben.


    Von den besten Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen hab ich es bisher gesehen, wie natürlich das ablaufen kann und so wollte ich das auch machen.

    Ich weiß von mir selbst auch, dass ich am besten zu zwei Kindern durchgedrungen bin, indem wir draußen und später ein Vokabelspiel gespielt haben und zwischendurch haben sie etwas von sich erzählt, was man dann aufgreifen kann, wenn man sich zB. vom Laufen erholt und gerade was trinkt. Ich hatte nicht von Beginn an vor das zu tun und man greift einfach das auf, was gerade in der Situation gegeben ist. Die Kinder fühlen sich auch nicht therapiert, sondern verstanden, wenn sie dich eher als Bezugsperson ansehen.

    Das ist ja auch gerade bei manchen Kindern ein Problem, wenn man ihnen bestimmte Wochentage und Stunden für die Therapie zuschachtert, denken manche, bei ihnen wäre so viel falsch, dass man einmal wöchentlich an ihrer Psyche rumdoktern muss. Außerdem handelt es sich tatsächlich um Behandlungsräume und damit einer Umgebung, in der sie sich vielleicht unwohl fühlen und das erst überwinden müssen.

    Wenn man sich im Hort unterhält, wo sie sich sonst auch wohlfühlen, oder irgendwo im Park gerade gespielt hat einen Platz für sich findet, entsteht das Gespräch auch viel natürlicher.

    Zudem ist nicht alles so fucking ernst und es fühlt sich für alle besser an, wenn viele dieser Gespräche aus anderen heraus entstehen können und besser in den Tag integriert werden.


    Und eine andere Sache: Man sammelt ja auch eine Menge persönliche Vorurteile aufgrund persönlicher Erlebnisse. Ich hatte lange Zeit das Vorurtei über Frauen in sozialen Berufen, die mit Psychotherapie und Sozialarbeit zu tun haben, dass diese viel eher herablassend und typische Gutmenschen (aka sich selbst als besonders gut darstellen wollen, total weltfremd, indem man denkt, jeder könne sich ändern und Täter-Opfer-Umkehr betreiben) sind, weil der Einzige, mit dem ich wirklich gute Erfahrungen gemacht habe, ein männlicher Sozialarbeiter war. Ich weiß, dass wir als kleine Gruppe auch einfach viel Spaß mit ihm hatten und Gespräche genauso entstanden sind wie oben geschildert. Als ich ihm die ganze Geschichte erzählt (mitsamt über die Therapeuten) ist er ganz ehrlich, menschlich wütend geworden und hat bestimmte Leute als Trotteln und anderes bezeichnet. DAS hat sich dann wirklich mal therapeutisch angefühlt. :biggrin: Also ehrlich, zu wissen, dass man die ganze Zeit über im Recht war und nicht verrückt ist, erst recht, wenn einem viele Dinge eingeredet werden, etwa man würde "das Leben dieses armen Mannes weiterhin zerstören", da wäre ja nichts gewesen, man hätte Angst vor den Jungs und würde deshalb glauben, man würde ein Mädel mögen oder so.

    Dazu noch findet man viel mehr Frauen in diesen Berufen. Das sollte eben nun auch wirklich nicht passieren und es wurde Männern aufgrund typischer Geschlechterollen ziemlich lange schwergemacht, in diesen Berufen einzusteigen.


    Nein, aber viele Menschen brauchen kein "das machen wir schon", sonst ganz ehrliches Mitgefühl aka Empathie von "ja, ich weiß, das ist scheiße."

  • Sorry das jetzt so direkt zu sagen - aber bitte lass diesen Verdacht von einem Arzt bestätigen. Das Internet ist momentan teilweise so gepullt, dass alle Leute, die einfach "weird" sind, ja irgendeine Form von Autismus haben müssen. Klar denke ich schon, dass du dich selbst kennst, aber lass es bitte auf jeden Fall nachprüfen, solche Verdachtsdiagnosen sind absoluter Mist, zumal man sich dann häufig ganz automatisch in eine Schublade steckt und sich mit dieser Scheindiagnose mehr identifiziert, als unbedingt nötig.


    Eigentlich hatte ich das bisher nicht vor. Zumal dieser Test wie gesagt nicht "irgendein Random-Internet-Test" war. Und ich finde aber einen gewissen Grad sollte man für sich selbst einschätzen ob man darauf einen "Stempel" (in unserer Bürokratie ein Schreiben oder mehrere tausend Papiere) darauf haben will. Und ganz ehrlich. Ich brauch das nicht. Wirklich. Jeder der mich kennt weiß wie ich ticke. Außerdem hätte ich grade keine große Lust irgendwo nach Therapheuten zu suchen und mir da was geben zu lassen. Am Ende bringt es mir mehr Nachteile als Vorteile da ich ansonsten zufrieden bin mit meinem Leben. Es würde sich nichts ändern. Außer, dass ich vielleicht ein Papier mehr in meinem Ordner hätte.


    Und ich hatte ja schon immer in meinen Beiträgen gesagt:


    Ich label mich nicht damit. Den meisten erkläre ich einfach meine Macken und gut is. Aber ich stecke mich damit nicht in eine Schublade. Deswegen kann ich auf so einen Nachweis auch verzichten. Ich hab einen für mein Burn-Out (was ja auch deutlich Einschneidender in meinem Leben ist) und das reicht mir. :thumbup:


    Ob du das jetzt verstehst oder nicht, aber mir wäre es persönlich sehr unangenehm mich da jetzt durch zu telefonieren und da mich testen zu lassen. So was sollte man aus freien Stücken tun und nicht damit man für sich irgendetwas "bestätigt". In erster Linie kommt es mir sowieso darauf an, dass ich mit den Menschen aus meinem Umfeld / Internetbekanntschaften gut klar komme. Und da momentan nichts für diese Diagnose spricht werde ich das wohl auch erst mal nicht machen.


    Mal schauen wie es in 10 Jahren aussieht. Bisher ist das Bedürfnis nach einer weiteren Diagnose jedenfalls nicht da.