Der Pokémon-Anime, der hätte sein können...

  • Oder auch: Der Pokémon-Anime und das Executive Meddling.


    Ja, dieser Thread geht ein wenig in die Richtung von anderen Threads, da ich das Thema schon häufiger angesprochen habe.
    Immerhin habe ich in den Unterhaltungsmedien schon einmal ein Topic zu Executive Meddling allgemein erstellt und auch hier im Bereich schon einmal über die Pokémon-Romane, die in Japan erschienen sind, geredet. Aber ja, ein eigenes Topic dazu gibt es noch nicht und da Executive Meddling auch außerhalb von Kanto existierte, dachte ich, es wäre durchaus ein interessantes Thema.


    Also *seufz* Executive Meddling... Für diejenigen, die keine Lust haben, sich durch genannten allgemeinen Beitrag (den ich sehr empfehle!) zu lesen, hier mal das zentrale Problem kurz dargestellt:
    Executive Meddling beschreibt es, wenn bei einer Produktion (Serie, Film, Spiel, was auch immer) die Produzenten sich in den kreativen Prozess einmischen, um ein besser zu vermarktendes Produkt zu erschaffen. Sprich: Es geht nur daurm, dass Produkt am Ende vermarkten zu können. Dafür werden dann zum Beispiel bestimmte Features (wie 3D in Filmen) hereingezwungen, Charaktere gestrichen oder komplett umgeschrieben und manchmal auch Fortsetzungen an eigentlich abgeschlossene Serien gesetzt (oder Fortsetzungen von Serien, die eigentlich auf eine Fortsetzung ausgelegt waren verboten). Dabei sei hier betont: Die Produzenten sind normal bei egal was nicht am kreativen Prozess beteiligt. Dafür gibt es die Autoren, die Designer und Regisseure. Die Produzenten haben vorrangig die Aufgabe, Management zu betreiben und Ressourcen (Geld) zu besorgen. Sie sind meist nicht dafür ausgebildet, kreative Aufgaben zu übernehmen, da (gerade bei Anime) die meisten Produzenten Managementausbildungen haben.


    Und Pokémon hat darunter auch gelitten - und zwar sehr.
    Am meisten davon wissen wir, inwieweit die Produzenten sich bei Kanto und Johto eingemischt haben, da der mittlerweile verstorbene Takeshi Shudo, der sozusagen der Erschaffer der Pokémon Anime-Welt, sich irgendwann von diesem Anime distanziert und in seinem Weblog viele, viele Einträge darüber geschrieben hat, wo sich Produzenten eingemischt haben und wieso dies ihn schließlich dazu gebracht hat, ins Freelancing (Selbstständigkeit von Künstlern, die dann nur noch für Produktionen "gemietet" werden können) zu gehen. Und hier liegt auch der Grund begraben, warum wir so viel mehr über das Executive Meddling in Kanto und Johto wissen, als über den Rest des Anime: Da Shudo Freelancer war, konnte man ihn nicht mehr knebeln und er konnte Munter darüber schreiben, was da falsch lief - was festangestellte normal nicht oder nur eingeschränkt dürfen.


    Und nun, das erste, was da zu sehen ist, ist wohl die Zielgruppenbeschreibung. Denn Shudo hatte eigentlich vor einen "Familienfreundlichen" Anime zu machen. Sprich einen Anime, den Kinder und Eltern zusammenschauen können. Produzenten waren aber der Meinung, dass die Serie vorrangig Kinderfreundlich sein soll.
    Dies beeinflusste dann auch andere Dinge. Zum Beispiel, die Charaktere. Shudo wollte die Charaktere komplexer und mit mehr Problemen schreiben, was aber laut den Produzenten für Kinder zu schwer zu verstehen war (leider eine häufige Produzentenansicht...) So musste Shudo unsere drei Hauptcharaktere (Satoshi, Kasumi und Takeshi) stark vereinfachen und "slapstick-lastiger" machen. Dies resultierte vor allem darin, dass er ziemlich begann Kasumi zu hassen, deren Motive in der Serie komplett anders von denen, seiner Kasumi waren. Während seine Kasumi die Arena verlassen hatte, weil sie so wenig Geld hatten und sie ihren Schwestern nicht auf der Tasche liegen wollte, war die letztenendliche Kasumi unterwegs, weil sie mit ihren Schwestern nicht klar kam und - wie Shudo es so schön in seinem Blog ausdrückte - einfach keinen Sinn im Leben hatte.
    Auch die Tatsache, dass die Folgen sehr redundant ("Wir kommen wohin, lernen neues Pokémon kennen, Team Rocket greift an, ich will immer noch Pokémon Meister werden!") waren, ist auf das Executive Meddling zurückzuführen.
    Von diesem waren übrigens drei Charaktere wohl am wenigsten betroffen: Team Rocket. Da sie die "Gegenspieler" waren und somit die Produzenten es nicht für nötig hielten, sie für Kinder sympathisch zu machen, hatte man den Autoren bei dem TRio recht viel freie Hand gelassen.


    Doch auch ein anderer Punkt wurde stark von Executive Meddling beeinflusst: Die Länge der Serie.
    Denn die ursprüngliche Serie war dazu geschrieben, eineinhalb Jahre zu laufen. Sprich: Kanto war die ursprünglich geplante Serie. Doch dann kamen neue Pokémon-Spiele und da der Anime eigentlich noch recht erfolgreich war, hat man sich entschlossen, ihn fortzusetzen und dabei erst einmal Satoshi als Hauptcharakter zu behalten. Auch die Tatsache, dass Satoshi noch immer 10 ist, lässt sich hiermit erklären - denn diverse Autoren wollten ihn entwickeln und älter werden lassen.
    Danach gab es immer wieder Punkte, wo man über eine grobe Konzeptänderung der Serie diskutierte - also speziell unter den Autoren - die natürlich ein Rausschreiben von Satoshi aus der laufenden Serie enthalten hätte... Doch dagegen hat man sich entschieden.
    Stattdessen wurde viel mit diversen anderen Aspekten gespielt, die in Augen von diversen Produzenten die Beliebtheit der Serie steigern sollten. So wurde Kasumi (die zu dem Zeitpunkt zusammen mit dem TRio zu den unbeliebtesten Charakteren gehörte) herausgeschrieben.


    Über Hoenn wissen wir allerdings wenig, weil es hier gar keinen Zentralen Autor gab, da Shudo zu diesem Zeitpunkt die Produktion des Anime verlassen hatte, aber auch niemand so wirklich nachgekommen war.


    Anders sieht es mit Sinnoh aus, wo schließlich am Teamaufbau mehr geändert wurde und einige Rollen neu, andere überhaupt zum ersten Mal besetzt wurden.
    Und man braucht keinen Abschluss in Storytelling zu sehen, wohin der neue Hauptautor der Serie, Atsuhiro Tomioka, wollte, als er Satoshis Pokémon Team ausarbeitete und gleichzeitig Hikari als neuen Hauptcharakter einführte, der ein wirkliches Ziel hatte: Satoshi rausschreiben (und Team Rocket gleich mit). Das sollte selbst dem letzten, der die Serie gesehen hat, ins Auge gestochen sein, der die Serie gesehen hat. Doch gerade hier war das Executive Meddling schon deutlich und klar zu sehen, als Takuto innerhalb einer Folge Satoshis Team mit einem Team von legendären plättet. Das wäre wohl den meisten selbst aufgefallen, wäre es Tomioka nicht später "versehentlich" rausgerutscht, dass dies so eignetlich nicht geplant war.
    Allgemein war das sehr gehetzte Ende von Sinnoh und der nicht minder gehetzte Anfang der Best Wishes Folgen wohl ein reines Ergebnis von Executive Meddling.


    Und Best Wishes hat es dahingehend noch schlimmer erwischt. Denn natürlich verlor Best Wishes langsam, aber sicher seine Quoten... Und Executive Meddling war schon recht früh nötig, als Folgen wegen Fukushima gestrichen wurden.
    Doch auch später kam hier einiges zusammen. Vor allem "Best Wishes Season 2" und alles was danach kam, scheint eigentlich nur das Ergebnis von einem Wettkampf von Autoren und Produzenten zu sein, da man leicht merkt, wo wer das Ruder herumgerissen hat (ehe es wieder von der anderen Partei zurückgerissen wurde).


    Kurz gesagt: Pokémon als Anime existiert so, wie er ist, sowieso nur dank Executive Meddling. Wäre es nach diversen Autoren gegangen, wäre die Serie sehr anders gewesen (und seid versichert: Die Bespiele, die ich genannt habe, waren sicherlich nicht die einzigen!)


    Übrigens: Wusstet ihr, dass Satoshis erstes Pokémon ursprünglich Piepi Piepi sein sollte und nicht Pikachu, dies aber aufgrund von persönlichen Präferenzen der Produzenten abgeändert wurde?



    Damit die Fragen an euch:

    • Hättet ihr einen Anime ohne genanntes Executive Meddling lieber gesehen?
    • Gibt es noch andere Sachen, hinter denen ihr Executive Meddling vermutet?
    • Glaubt ihr einige der Executive Änderungen waren vielleicht besser?
    • Was haltet ihr allgemein von dem Konzept Executive Meddling?
  • Also in erster Linie finde ich ja Executive Meddling doof. Ich kenne es ja extrem von Digimon her und mag es nicht leiden wenn man gute Ideen verhunzt. Demnach, ja Pokemon und Digimon hätte ich ohne das Kram 100 mal lieber gesehen.


    Hm, also ich denke einfach mal Sailor Moon vielleicht, oder? Wenn man den Manga und Anime kennt, merkt man da schon große Unterschiede und ich merke wie dumm der Anime eigentlich ist.


    Nun aber zu Pokemon selber:
    Einen "Familien" Anime hätte mir sicherlich mehr gefallen als ein "Kinder Anime", den so denkt man doch wirklich: "Ah, nett das es auch ältere sehen, aber die Kinder sind das A und O bei Pokemon" Und das nervt mich ab und an schon bei Nintendo, bezüglich Pokemon. Auch die Charaktere Komplexer zu machen, was wäre daran schlimm? Ash auch mal einen Vater geben z.B. und vielleicht mit dem einen Hintergrund machen? Sowas wäre doch nett. (Also Ash einen gegeben)


    Überhaupt Misty besser machen, ich meine, wem hätte es geschadet? Wieso musste man bei Pokemon so....ja sooooo sehr darauf achten das es Kinderfreundlich ist? Zumal, was ist daran Kinder unfreundlich wenn jemand einen nicht schönen Hintergrund hat? Und nur das die wenig Geld haben finde ich an sich nicht schlimm, also schon auch nicht toll, aber in einer SERIE ist das wohl kaum ein "OMG nein! Das darf ein Kind nicht sehen" Grund...also man kann sich auch anstellen. Und auch die Länge....ich meine 100 Folgen okay, aber viele Staffeln gehen j weit über die 100 hinaus, oder? Das finde ich zu lang und oft auch zu Filler lastig, also mir gefällt Executive Meddling gar nicht!

  • *Thread aufpushe*


    Bei diesen Gedanken, dass Pokémon auch extrem unter Executive Meddling gelitten hat, denke ich nur: "Aua." Ich weiß zwar, dass Digimon auch schwer mit Meddling zu kämpfen hat, aber bis vor einen Jahr wusste ich nicht, dass Pokémon auch so ein Problem hat. Meine Meinung ist daher: Oh weh. Kinder- und Familienfreundlichkeit sind zwei unterschiedliche Kategorien und ehrlich gesagt hätte mir Pokémon als familienfreundlicher Anime mehr gefallen als kinderfreundlich. Denn irgendwann ist eine Grenze erreicht, wo man bei Running Gags nicht mehr lachen kann und stattdessen Hintergrundgeschichte haben möchte, um den Charakter besser kennenzulernen.


    Wenn man die Original Series eher in die Richtung geschrieben hätte wie der Roman statt nur auf die Interessen der Produzenten einzugehen (Produzenteninteresse, als ob sie von Drehbuchschreiben wissen, geht mir gewaltig auf den Keks und da muss ich ständig an Best Wishes und das überhastete Ende von DP denken), wäre mir Misty ein deutlich sympathischerer Charakter mit Ziel gewesen und Ash wäre mit Sicherheit schon längst rausgeschrieben, wenn wir schon in X/Y sind. Dazu hatte mich für eine Weile interessiert, wer Ashs Vater sein könnte.


    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Pokémon ohne Executive Meddling deutlich besser wäre und den "kindischen" Ruf nicht hätte, dazu auch anders. Nichts nervt mich so sehr, dass Leute es für kindisch halten, aber das Spiel ist eigentlich etwas komplex, wenn man z. B. Statuswerte sieht. Und ich hätte es auch sehr gerne gesehen, statt mich herumzuquälen und am Ende zu dropen.


    Zitat von Tsunade Daimon

    Überhaupt Misty besser machen, ich meine, wem hätte es geschadet? Wieso musste man bei Pokemon so....ja sooooo sehr darauf achten das es Kinderfreundlich ist? Zumal, was ist daran Kinder unfreundlich wenn jemand einen nicht schönen Hintergrund hat? Und nur das die wenig Geld haben finde ich an sich nicht schlimm, also schon auch nicht toll, aber in einer SERIE ist das wohl kaum ein "OMG nein! Das darf ein Kind nicht sehen" Grund...also man kann sich auch anstellen. Und auch die Länge....ich meine 100 Folgen okay, aber viele Staffeln gehen j weit über die 100 hinaus, oder? Das finde ich zu lang und oft auch zu Filler lastig, also mir gefällt Executive Meddling gar nicht!


    Ich fürchte, das Problem liegt an der Sichtweise der Produzenten, wie sie die Zielgruppe sehen. Pokémon ist auf Grundschulkinder fixiert und macht sich kaum Mühe, eine breitere Zielgruppe anzusprechen (auch wenn DP deutlich ernster war und sogar das böse T-Wort bei Jägerin J erwähnt hat). Problem: Sie unterschätzen die Zielgruppe (ist nur meine Vermutung, ich weiß nicht genau, wo der große Haken liegt).


    Was mich aber persönlich in Pokémon stört, ist ein fehlender Spielbezug (okay, DP hat sich daran gehalten und sogar eigene Sachen hinzugefügt, damit es frisch bleibt), besonders in Best Wishes. Denn: Es fehlt das komplette Einall-Feeling und es kommt nur in einzelne Episoden vor, dazu ist der "Plot" nicht mal konstant bzw. hat keinen roten Faden. Ich meine selber, besonders in Johto oder gerade Hoenn: Ist es so schwer, selbst mit einigen Hintergrundbereichen einen Plot zu basteln?


    Bei Hoenn muss ich dennoch an den Groudon/Kyogre-Konflikt denken. Was haben wir in Anime: Einen lieblos hineingeklatschten Zweiteiler, die wie kalter Kaffee wirkt. Dabei erwartet man in diesen Bereich einen spektakulären Kampf für mehrere Episoden, wo sicher auch Todesopfer gegeben hätte durch Dürre/Sintflutartiger Regen.


    Ein weiterer Fall von Executive Meddling ist der GS Ball-Plot. Es wurde wunderbar in den Orange Islands angefangen, nur um am Ende bei Kurt zu landen und danach... erfahren wir nichts. Ich bin mir sicher, dass der vierte Film Schuld an dieses Meddling ist, weil laut ein Interview bei Pokébeach eine Antwort von einen der Anime-Macher war: Ja, angeblich ist Celebi im Ball drin, aber wegen den Film haben sie es weggelassen. Und deswegen wurde es gedropt. Ich kann nur denken: "Habt ihr noch alle Tassen im Schrank?" ?(


    Zitat von Alaiya

    Übrigens: Wusstet ihr, dass Satoshis erstes Pokémon ursprünglich Piepi sein sollte und nicht Pikachu, dies aber aufgrund von persönlichen Präferenzen der Produzenten abgeändert wurde?


    Was ich von den Interviews in Pokébeach mitbekommen habe, war einer der Produzenten ein großer Pikachu-Fan. Aber es stimmt: Piepi war das ursprüngliche Pokémon-Maskottchen, bis Pikachu wegen Executive Meddling und Bekanntheit im Anime ihn weggestoßen hat. Gerade da muss ich an Schwarz 2/Weiß 2 denken: Dort gibt es kein Pikachu zu fangen, aber es stehen ein paar Dekos herum. Piepi? Ist fangbar.


    Zitat von Alaiya

    Kanto war die ursprünglich geplante Serie. Doch dann kamen neue Pokémon-Spiele und da der Anime eigentlich noch recht erfolgreich war, hat man sich entschlossen, ihn fortzusetzen und dabei erst einmal Satoshi als Hauptcharakter zu behalten.


    Ich hätte schon verstanden, wenn Ash bis Johto noch der Hauptcharakter wäre, weil Johto und Kanto Nachbaren sind. Aber ab Hoenn? Einfach nein. Die Spiele geben zwar ab und zu winzige Referenzen, aber keine direkten Besuche nach Kanto außer Gold/Silber/Kristall/HeartGold/SoulSilver, weshalb es meiner Meinung sinnlos ist, mit Ash nach Johto weiterzumachen. Stattdessen hätte man einen neuen Protagonisten geben können, daher frage ich mich seit Best Wishes immer wieder: "Wieso geben Sie denn keine Mühe?". Und wegen DP bin ich mir sicher, dass die Produzenten es beantworten sollen, denn die Autoren wissen schon, wo das Problem liegt.


    Ich habe schon selber eine Idee, wie der Pokémon-Anime sein könnte nach meiner Meinung. Wenn man einiges berücksichtigt und sich an den Spielbezug hält (ich meine besonders Einall). ;)

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    Einmal editiert, zuletzt von Flurmimon ()

  • Interessanter Beitrag, ich hätte gern einen Link zu dem besagten Weblog!


    Übrigens ist Kanto keine Präfektur von Japan, sondern eine Region. ;)


    Zum Thema an sich: Es ist schade, dass so viele interessante Hintergründe und Themen herausgenommen wurden, vielleicht wäre der Anime damit auch für ältere Zuschauer noch sehenswert gewesen. Andererseits bleibt einem dafür jetzt die Möglichkeit, Pokémon auf düster getrimmt selbst in Fanfics oder RPGs auszuspielen. Oder den Manga oder die Romane zu lesen, wenn man rankommt. Also Pokémon light (in beiden Sinnen des Wortes) und Pokémon dark.

    Eevee-Girl (ゆりあ im 3DS) / 4914-3898-7989 (Julia im Spiel); Pokémon in der Kontaktsafari: Seemops, Siberio und Keifel

    Einmal editiert, zuletzt von Eevee-Girl ()

  • Ich wusste bisher gar nicht, dass sich da Produzenten eingemischt haben :o Na das erklärt natürlich einiges :/
    Anscheinend wären die Charaktere ohne das Executive Meddling komplexer geworden und Misty wäre wohl auch nicht so ätzend geworden, generell wäre das Anime wohl nicht so kindisch gewesen :/


    Naja es gibt ja immer noch Mangas :D


  • Ich denke es ist generell schwer zu sagen, ob man so einen Anime lieber gesehen hätte, da man nicht weiß, wie der Anime letztlich geworden wäre. Die Informationen hierzu bieten ja bisher nur einen kleinen Überblick von dem, was eigentlich geplant war. Daher ist die Frage, ob die geplante Umsetzung wirklich so viel besser gewesen wäre als das Original. Denn Pläne sind immer gut, aber 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Und das hätte theoretisch auch beim geplanten Anime passieren können. Dass eben irgendetwas nicht mehr passt, und etwas umgeschrieben wird. Und so ein Skript ersetzt eben nicht einen fertigen Anime. Das mag jetzt alles ganz nett klingen, dass es eben etwas düsterer ist, aber ob die Story für mich dadurch ansprechender gewesen wäre weiß ich nicht. Zumindest in den News ist von der geplanten Story nicht viel erkennbar, auch wenn ich es generell schon begrüße, dass der Anime ursprünglich mal ein Ende haben sollte. Schließlich gibt es so viele Ideen aber machen die den (oder irgendeinen) Anime dadurch gleich besser, nur weil man solche Ambitionen gezeigt hatte? Ich denke nicht. Ob er besser gewesen wäre, zumindest für mich persönlich, ist daher nur reine Spekulation.
    Generell ist es doch so: auch ohne Executive Meddling kann es passieren, dass Autoren gewisse Dinge umschreiben müssen. Oder dass das fertige Werk am Ende von dem abweicht, was eigentlich geplant war. Dieses ganze "Was wäre wenn..." führt eigentlich zu nichts, weil man die beiden Versionen nicht vergleichen kann, da eine nie umgesetzt wurde. Das einzige was ich dazu sagen kann ist, dass ich den Anime gern gesehen und verglichen hätte und dann eine Meinung gebildet hätte.


    Ich vermute ehrlich gesagt auch bei den Spielen exzessives Executive Meddling der schlimmsten Art. Und das schon seit dem ersten Spiel. Da ich, wie viele andere auch, relativ aktiv in Foren unterwegs bin, und auch im fremdsprachigen Bereich, bin ich schon des Öfteren auf gewisse Theorien und Fakten gestoßen, die Rot/Blau/Grün in einem anderen Licht präsentieren. (Das sind alles keine neuen Informationen, aber trotzdem). Es wurden gewisse Andeutungen gemacht, die das Spiel noch sehr viel düsterer erscheinen lassen als es sowieso schon wirkt, sei es auch nur auf einen Teil der Fans. Und ich denke, dass es eventuell auch sehr viel düsterer geplant war, man aber einiges herausgelassen hat um es USK 0 machen zu können und so eine breitere Masse anzusprechen. Teilweise lag es vielleicht auch an den technischen Restriktionen der damaligen Zeit, der einen sehr komplexen Inhalt verhinderte, aber gerade in den darauffolgenden Spielen merkt man teilweise die Ambitionen, die gemacht wurden. Sei es die sehr angespannte, aber dennoch tragische, Beziehung zwischen Silver und seinem Vater, die über den Download von Celebi in HG/SS teilweise angekratzt werden konnte, oder dass Cyrus den Anforderungen seiner Eltern nicht gerecht werden konnte und daher den Weg genommen hat, den er nun einmal genommen hat. Es gibt haufenweise Beispiele die mich glauben lassen, dass die Story vielleicht doch etwas tiefgründiger geplant war, dies aber nicht mehr USK 0-kinderfreundlich gewesen wäre. Gerade das lässt mich immernoch darauf hoffen, dass die Story nicht so fad und uninteressant bleibt, sondern die Prioritäten in der Zukunft doch noch einmal geändert wird, dass das gegebene Potential ausnutzt.
    Beim Manga denke ich, dass eventuell bei gewissen Teilen etwas anderes geplant gewesen war. Auf der andere Seite bin ich mit dem Manga dennoch sehr zufrieden, auch wenn er natürlich auch kinderfreundlich gestaltet wurde. Das sieht man nicht nur an den Zeichnungen, sondern auch in anderen Dingen. Trotzdem ist er wesentlich tiefgründiger als die Spiele und schneidet auch ernstere Themen wie den Tod näher an.


    Wie gesagt, ob etwas besser oder schlechter gewesen wäre lässt sich schlecht beweisen. Es sind reine Spekulationen, wo wann etwas eventuell besser gewesen wäre. Persönlich schaue ich den Anime schon lange nicht mehr, da er wirklich sehr repititiv ist.


    Ja, das Konzept des Executive Meddlings. An sich muss ich ja sagen, dass es die eigene Schuld der Konsumenten ist. Inhalte werden so verändert, dass sie sich besser vermarkten lassen. Warum lassen sie sich auf diese Weise besser vermarkten? Weil die Konsumenten darauf anspringen. Würde diese Art der Vermarktung keinen Erfolg haben, würde es nicht gemacht werden. Ob das betreffende Spiel/der Anime/der Manga/whatever dadurch mehr Erfolg hat oder nicht ist eine reine Vermutung und auch nicht immer hat Executive Meddling Erfolg. Aber es muss ja im Großen und Ganzen Erfolg haben, da es ansonsten nicht gemacht werden würde. Wir, bzw. die Masse, erschafft also seine eigenen Dämonen. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber es ist halt so, dass das was gefordert wird, auch produziert wird. Pokemon hatte mit Executive Meddling anscheinend ziemlichen Erfolg gehabt. So sehr, dass wahrscheinlich mehr gefordert wurde dieser Art Anime und dieser Nachfrage nachgekommen wurde. Ebenso bei Spielen. Einige Leute interessiert mehr die Graphik und dass sie auf irgendetwas schießen können. Zumindest interessiert sie es mehr als liebevoll erstellte Cutscenes. Das basiert rein auf meinen eigenen Erfahrungen, aber diese Spiele werden eben gehyped. Das ist jetzt nicht unbedingt ein Beispiel für Executive Meddling aber basiert auch auf dem Prinzip der Nachfrage.
    Bei dem Anime von Pokemon hat man sich also vermutlich gedacht, wie beim Spiel auch, dass er kinderfreundlich sein muss, da ja eine breite Masse an Kindern und Jugendlichen diese Spiele gekauft haben.
    Das heißt aber nicht, dass Executive Meddling immer schlecht sein muss. Es ist in dem Sinne schlecht, dass es mit dem geistlichen Material eines Autors umgeht, als gehöre es nicht dem Autor, sondern der Firma. Das mag vertraglich vielleicht so festgelegt sein, aber es ist dennoch fraglich. Auf der anderen Seite kann Executive Meddling aber auch positive Auswirkungen auf eine Produktion haben, da man hier eine andere Meinung von außen bekommt, die durchaus wichtig und gut sein kann.
    Letzten Endes ist Executive Meddling ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite hat man die Interessen des Autors, auf der anderen die der Leute, die das Produkt vermarkten müssen. Ja, viele Animes/Mangas/Spiele/etc. können dadurch schlechter werden, gerade weil die Produzenten, die das Executive Meddling aktiv betreiben, nicht der Autor sind, und demnach die Story nicht so koherent umschreiben können wie eben ein richtiger Autor. Sie stecken eben nicht in dessen Kopf. Auf der anderen Seite kann es die Qualität dieser Dinge auch steigern, wenn es richtig betrieben wird. Das kann man aber oft nicht wirklich nachweisen, da man in den meisten Fällen nicht weiß, wie es eigentlich ursprünglich geplant war. Schließlich versucht man nur, den Forderungen der Fans gerecht zu werden und es so attraktiv wie möglich zu machen. (Auch wenn man vielleicht nicht allen Anforderungen gerecht wird und manchmal bis häufig dadurch reinster Müll entsteht.)
    Mal ganz ehrlich: Die wollen zum Großteil auch Geld verdienen. Dabei ist es einigen dann auch egal, ob vom eigentlichen Plot noch etwas übrig bleibt, solange sie ein sicheres Gehalt kriegen. Shudo ist daher vermutlich nur einer der Wenigen, die überhaupt so etwas aufzeigen.


    Edit:
    Nachdem ich deinen doch recht langen Text zum Thema Executive Meddling jetzt mal gelesen habe, kann ich deinen Ärger und deinen Frust auch sehr gut nachvollziehen. Vorher war es auch schon so, dass ich mir denken konnte, worauf das ganze hinausgeht und ich bin generell auch dagegen, dass man einem Künstler jegliche Freiheit nimmt, wie oben auch schon erwähnt. Und natürlich können auch die Konsumenten nicht alleine etwas dafür, gerade weil man eben nicht weiß, ob die Quoten im Originalzustand der Serie nicht noch höher gewesen wären. Aber teilweise wollen es die Leute auch, einfach weil der Fokus von tiefgründiger Storyline auf bildgewaltige Spektakel geshifted ist. Erstaunlicherweise gibt es dennoch eine breite Masse an Menschen, die einfach nur eine gute Story wollen aber warum Produzenten, und teilweise auch Autoren die einfach nur irgendetwas hinklatschen, darauf nicht reagieren bleibt mir schleierhaft. Und für die ist Executive Meddling oftmals ein Schlag ins Gesicht. (Nicht immer wohlgemerkt, aber häufig.) Es ist vermutlich ein wenig so wie du gesagt hast. Einmal haben wir Produzenten, die einfach nur widersprechen um eben zu widersprechen. Halt aus Prinzip, weil das was ein Autor vollbringt ja nicht gut sein kann. Andererseits sind es eben auch die Sponsoren, die natürlich etwas vermarkten wollen, da sie natürlich kein Verlustgeschäft mit ihrer Investition machen wollen. Und ein Film ohne Merchandise-Potential kommt da natürlich bei den Sponsoren nicht so gut an, wie ein Film, wo man Figuren, Karten, etc. produzieren und verkaufen kann. Das Problem ist halt teilweise diese Undurchsichtigkeit. Manchmal ist es schwer zu sagen, liegt es nun an den Sponsoren, den Produzenten oder vielleicht auch einfach am Autor? Schließlich schreiben auch Autoren mal Mist zusammen, der nur für sie selbst Sinn macht oder sie haben eben auch mal eine Phase, wo Kreativität mit der Tiefgründigkeit in den Urlaub gefahren ist und der Autor im Regen zurückgelassen wird.
    Dennoch ein sehr spannendes Thema. Gibt es wichtigeres? Natürlich. Aber gibt es das nicht immer? Ich finde es gut, wenn man mit Herzblut bei etwas dabei ist und auch dafür kämpft, dass Leute wissen, was eigentlich Sache ist. Schließlich differenziert die Tatsache, dass man auch mal ranted, ein Hobby von einer Leidenschaft und zeigt, wie sehr einem etwas am Herzen liegt, auch wenn man vielleicht nie zu einer Lösung findet. Aber wenn man seinen Unmut nicht ausdrückt, kann auch nichts verändert werden.
    (Persönlich finde ich Pikachu dennoch eine gute Entscheidung. xD Das liegt aber wohl einfach daran, dass ich damals noch die ersten 3 Staffeln geschaut habe und auch die Filme gesehen habe. Das ist eben einfach so eine Art von Gewohnheit und ich kann mir nicht so richtig vorstellen, wie Piepi im ersten Film zu Satoshi gelaufen wäre und angefangen hätte zu weinen. Das ist aber einfach eine super prsönliche Präferenz, wie eben alles andere auch.)

  • Also ich hab heute auch das erste Mal von diesem Executive Meddling gehört..
    Ich finde es irgendwie richtig erschrecken, dass dem Autor einfach so sein Projekt schon fast zerstört wird nur damit das Endprodukt ein wenig besser vermarktet wird.
    Ich bin ein richtiger Fan von den älteren Generationen des Animes, doch ich denke, dass die Idee von Shudo auf Dauer interessanter gewesen wäre. Seine Welt ist unserer Realität einfach viel näher und nicht so perfekt. Obwohl manche Dinge auch echt erschrecken sind. Komischerweise habe ich am Ende von DP gar nicht gemerkt, dass sie vorhatten Ash "loszuwerden". Und warum so viele gegen Misty waren verstehe ich auch nicht so ganz.

    Hättet ihr einen Anime ohne genanntes Executive Meddling lieber gesehen?

    Mich interessiert die Welt von Shudo jetzt richtig, aber ich weiß nicht, wenn ich die Wahl hätte, was ich lieber gesehen hätte (Wie gesagt, ich find die alten Generationen so wie sie sind verdammt gut). Was ich aber toll fände wäre, wenn die Macher einen Neuanfang "riskieren" würden. Damit meine ich, dass sie ,parallel mit dem jetzigen Anime, Shudos Idee produzieren würden. Auch wenn die Reise von Ash und seinen Freunden gleich wäre, würde mich die Serie definitiv reizen, da man die Menschen wesentlich besser kennen lernen würde.

  • Ist natürlich immer leicht, eine Alternative zu einem schlechtem Produkt, dass man aber nicht bekommen kann, durch die rosa Brille zu sehen. Wer weiß, ob das Anime wirklich besser geworden wäre, wenn man den Autoren mehr gestaltungsspielraum gegeben hätte. Vorallem wenn man zurückdenkt, wie sehr einem der Anime vielleicht selbst als Kind gefallen hat. Executive Meddling ist ja nun nichts neues und bei weitem nicht nur in Animes vorzufinden. Fernsehserien, Videospiele und journalistische Erzeugnisse leiden extrem unter Ihnen. Die Executives sind eben die Geldgeber und sehen sich daher nicht selten im Recht, in allem das letzte Wort haben zu dürfen. Nicht selten wurde so mancher gutes Spieleproduzent so vor die Wand gefahren. Sagen euch Westwood, Origins, Bullfrog, Virgin Interactive noch irgendwas? Eben.


    Nichtsdesdotrotz halte ich nun nichts von einer Hexenjagd gegen Produzenten (außer EA). Weil zum einem nicht absehbar ist, wie erfolgreich die Produkte ohne gewesen wären (vorallem, wenn man den eigenen Beitrag bedenkt. Ich fand das Anime eine zeit lang richtig toll, habe sogar den ersten Film gesehen.) zum Anderen, weil man sich fragen muss, wie man selber gehandelt hätte, wenn man mehrere Millionen in irgendwas reinsteckt, und vom Erfolg der Sache nicht überzeugt ist. Sogar seine Firma riskiert. Pokemon war für GF damals ein letzter Strohhalm. Die Popularität verdankte es letztendlich sogar nur dem verstecktem Pokemon Mew, was ursprünglich nur für Mitarbeiter von Mitarbeitern gedacht war.
    Ich fände ein erwachseneres, dunkleres und reiferes Pokemon auch lieber. Aber eine Serie, die seine Zuschauer vom Kindesalter an durch die Pubertät bis ins junge Erwachsenenleben begleitet und sich entsprechend weiterentwickelt (und genau das verlangen ja viele hier) wäre ein Experiment, von dem keiner weiß, ob es funktioniert. Und mit funktionierend meine ich: Gewinn einfährt. Denn zum Spaß macht sowas nunmal niemand.


    Es gibt übrigens immer den Spruch: "Never change a running system." Das Pokemon-Anime scheint sich ja weiterhin gut zu verkaufen. Jedenfalls ist ja kein Ende in Sicht. Ein Reboot ist also aus ökonimischer Sicht ebenfalls Unsinn. Wer würde denn freiwillig einen Goldesel schlachten?


    Mal abgesehen davon, dass ich nach kurzer Zeit das Anime soweiso nur als reine Werbung für die Spiele betrachtet habe. :D


    Ich finde es übrigens sehr störend, dass man hier die Rollen ständig bei ihrem japanischem Namen anspricht. Wieviele sehen die sich denn wirklich im Original an?


    Wer übrigens mal ein positives Beispiel für Execuity Meddling hören will: Star Wars, die alte Trilogie. George Lucas Drehbücher wurden nämlich start von sogenannte Drehbuchdoktoren frisiert, weil man von Lukas schreiberischen Fähigkeiten nicht überzeugt war, und schon in Episode 5 hat man ihm das Regie-Szepter weitestgehend entrissen.
    Was herauskam, als der man wieder selber Produzent für seine Werke spielen durfte, konnte man dann ja in der neuen Trilogie sehen. :D

  • Überhaupt Misty besser machen, ich meine, wem hätte es geschadet? Wieso musste man bei Pokemon so....ja sooooo sehr darauf achten das es Kinderfreundlich ist?


    Das ist halt die Frage. Ich meine, das ist ja praktisch EXAKT dasselbe, wie bei Digimon Adventure 02, wo gerade bei den Charakteren auch einiges gestrichen wurde, weil es Seki als zu "komplex" erschien, als das Kinder das verstehen könnten. Ich sehe genau das ja immer als das Problem an: Wenn Produzenten von Kinderserien Kinder für so "dumm" halten, dass man ihnen nichts zutrauen kann.


    Was mich aber persönlich in Pokémon stört, ist ein fehlender Spielbezug (okay, DP hat sich daran gehalten und sogar eigene Sachen hinzugefügt, damit es frisch bleibt), besonders in Best Wishes. Denn: Es fehlt das komplette Einall-Feeling und es kommt nur in einzelne Episoden vor, dazu ist der "Plot" nicht mal konstant bzw. hat keinen roten Faden. Ich meine selber, besonders in Johto oder gerade Hoenn: Ist es so schwer, selbst mit einigen Hintergrundbereichen einen Plot zu basteln?


    Ganz ehrlich, ich kann persönlich ja noch verstehen, wenn man eventuell die Spiele-Gegner rauslässt oder runterspielt, weil man sie nicht so interessant findet. Aber was ich nicht verstehe ist, warum es einen davon abhält, sich noch eine eigene Story und sei es nur beruhend auf der Mythologie der Region, aufzubauen. Ich meine, um es einmal so zu sagen: Es muss ja nicht Team Plasma sein. Ein Hunter-J-ähnlicher Gegner hätte es auch getan. Aber eben den Plot sozusagen ganz weg zu lassen, dass war eben... Nun, das war die Problematik in AG und auch in BW im Anime.


    Na ja, und ich stimme zumindest Rettan bezüglich dessen zu, dass es auch irgendwie dumm war - gerade in Isshu - dass eben viele Orte aus den Spielen, wie die Ruinen und dergleichen, kaum oder gar nicht vorgekommen sind. Dabei hätte man viel drauß machen können. Wobei ich dabei nicht weiß, an wem es gelegen hat.


    Ich hätte schon verstanden, wenn Ash bis Johto noch der Hauptcharakter wäre, weil Johto und Kanto Nachbaren sind. Aber ab Hoenn? Einfach nein. Die Spiele geben zwar ab und zu winzige Referenzen, aber keine direkten Besuche nach Kanto außer Gold/Silber/Kristall/HeartGold/SoulSilver, weshalb es meiner Meinung sinnlos ist, mit Ash nach Johto weiterzumachen.


    Ich finde es dahin ja auch seltsam, dass am Ende von Satos Johtoreise Intern EEEEEWIG diskutiert wurde, was sie nun zur nächsten Generation ändern sollen. Aber laut Shudo ist dabei niemand auf die Idee gekommen, Satoshi selbst rauszuwerfen. Praktisch jeder andere recurring Charakter wurde da behandelt, nur nicht Satoshi - obwohl er ja eh eigentlich nach Kanto hatte fliegen sollen. >.<"


    Ja, das Konzept des Executive Meddlings. An sich muss ich ja sagen, dass es die eigene Schuld der Konsumenten ist. Inhalte werden so verändert, dass sie sich besser vermarkten lassen. Warum lassen sie sich auf diese Weise besser vermarkten? Weil die Konsumenten darauf anspringen. Würde diese Art der Vermarktung keinen Erfolg haben, würde es nicht gemacht werden. Ob das betreffende Spiel/der Anime/der Manga/whatever dadurch mehr Erfolg hat oder nicht ist eine reine Vermutung und auch nicht immer hat Executive Meddling Erfolg.


    Tatsache ist allerdings tatsächlich, dass die japanischen Einschaltquoten in sehr, sehr vielen Fällen sehr genau zeigen, dass das Publikum mit vielen Änderungen und dergleichen nicht einverstanden war, bzw. wohl deutlich lieber Sachen sieht, die wirklich von den Autoren, nicht zu 3/4 von den Produzenten kommen. Ich meine bei Digimon spiegelt sich praktisch immer sehr gut das eingreifen der Produzenten in die vergangene Episode in den aktuellen Episoden wieder. Gerade bei Zero Two ist es deutlich bemerkbar gewesen. Und auch diverse andere Anime - gerade Kinderserien - zeigen solche Tendenzen.
    Und gerade bei Pokémon ist es wirklich so, dass praktisch immer nach Stellen, wo man deutlich das Meddling spürte, die Quoten immens abgefallen sind. Wobei es nirgendwo so stark war, wie beim Übergang Diamond & Pearl zu Best Wishes!. Nach einigen Folgen BW sind die Quoten immens abgefallen, nachdem sie bei DP über die 11., 12. und 13. Staffel sehr stabil waren. Und innerhalb von BW war es dann sowieso... Nun, ich sage nur "Best Wishes Season 2". Ich meine, der ganze Abschnitt ist einfach nur Meddling rauf und runter... Und entsprechend waren die Quoten.
    Es ist wirklich in vielen Fällen so: Das Publikum ist nicht blöd. Jedenfalls das japanische Publikum nicht. In OLM interessiert sich nicht dafür, wie die Quoten in Deutschland oder auch nur in den USA sind. Weil bei Deutschland und den USA ihnen nur wichtig ist, dass die Rechte gekauft werden - denn Quotentechnisch sehen sie eh nichts von dem Geld.


    Ja, viele Animes/Mangas/Spiele/etc. können dadurch schlechter werden, gerade weil die Produzenten, die das Executive Meddling aktiv betreiben, nicht der Autor sind, und demnach die Story nicht so koherent umschreiben können wie eben ein richtiger Autor. Sie stecken eben nicht in dessen Kopf. Auf der anderen Seite kann es die Qualität dieser Dinge auch steigern, wenn es richtig betrieben wird.


    Ich sage nicht, dass Executive Meddling automatisch schlecht ist, aber allgemein sehe ich es so, wie Guillermo del Toro es so schön sagte: "Ein Produzent sollte da sein, wenn man ihn braucht, und sich ansonsten im Hintergrund halten."
    Ich verstehe ehrlich gesagt bis heute nicht, warum man ausgebildete Autoren bezahlt, um eine Serie, einen Film oder sonst etwas zu schreiben und dann ankommt, nach dem Motto: "Hey, wir haben dich, als ausgebildeten Autor bezahlt, um uns eine Serie/einen FIlm zu schreiben, aber ich - so als ausgebildeter Manager/Finanzhalter/was auch immer - finde ja, dass das und das irgendwie nicht so gut ist. Und überhaupt, ist das denn Kinderfreundlich genug?!" Ich meine, wieso überhaupt ausgebildete Autoren dafür bezahlen, wenn man auf deren Meinung keinen Wert legt, wie es teilweise wirklich scheint? Amateure wären sicher billiger.
    Das verstehe ich halt eben besonders bei Tomioka nicht. OLM hat Tomioka für BW komplett aufgekauft, so dass er ganz für sie schreibt, und sie zahlen ihm dafür mehr, als vorher (da die Quoten, seit er angefangen hatte, die Storyleitung zu übernehmen, immens hochgegangen waren). Aber dann lassen sie ihn, denn sie so unbedingt haben wollten, dass sie bereit waren ihm mehr zu zahlen, nicht das durchziehen, was er offenbar schon eine ganze Weile geplant hatte. Ich meine, WOZU macht man das?! Ich verstehe die Logik einfach nicht.


    Komischerweise habe ich am Ende von DP gar nicht gemerkt, dass sie vorhatten Ash "loszuwerden"


    Das ist aber eigentlich sehr offensichtlich gewesen. Wenn man sich DP ansieht, merkt man auch ohne sich irgendwie mit den Hintergründen zu beschäftigen, dass Satoshi fliegen sollte. Er wurde immer stärker und immer fähiger als Trainer und hatte ein verdammt starkes Team, dass unter normalen Verhältnissen die Liga eigentlich in den Boden gestampft hatte. Währenddessen wurde Hikari als zweiter Hauptcharakter mit einem Maskottchen aufgebaut, damit man nicht in der kommenden Staffel auf 0 anfangen musste, sondern einen gewohnten Charakter weiterschicken konnte. Aber dann wurde von den Produzenten dagegen entschieden und - weil die nächste Staffel vier Wochen später starten sollte - eben ein unbesiegbarer Trainer von legendären erfunden, der Satoshi dann mit legendären IMBA-Pokémon in den Boden stampft, ohne das je erklärt wird, wie er an die legendären Pokémon gekommen ist.
    Das war in etwa so offensichtlich, wie, dass man Hikari in Digimon Adventure nur wegen den Wünschen der Produzenten reingeschrieben hat.


    Und warum so viele gegen Misty waren verstehe ich auch nicht so ganz.


    Das ist ganz einfach: Weil Kasumi oder Mistvieh einer der flachesten Charaktere, die je für einen Anime geschrieben wurden, ist und dabei Sexismus auf ganz neue Ebenen treibt. Sie ist Sexismus. Nichts anderes. Und zwar der Sexismus der Produzenten. Und deswegen hat Shudo sie gehasst und viele andere Autoren auch.
    Doppelt ironisch übrigens, weil Shudo - wie ironischer Weise viele andere Autoren auch - in seinem Originalscript ja eher die umgekehrte Moral hatte: "Frauen sind besser als Männer - Männer kriegen nichts hin."


    Es gibt übrigens immer den Spruch: "Never change a running system." Das Pokemon-Anime scheint sich ja weiterhin gut zu verkaufen. Jedenfalls ist ja kein Ende in Sicht. Ein Reboot ist also aus ökonimischer Sicht ebenfalls Unsinn. Wer würde denn freiwillig einen Goldesel schlachten?


    Das Problem ist nur: Nein, der Anime läuft nicht gut. Jedenfalls nicht durchgehend. Die Quoten sind so verteilt, als hätte jemand blind auf einer Quotentabelle Dart gespielt. Am Anfang waren die Quoten okay. Nicht übermäßig gut, aber okay. In Johto gingen sie dann runter und runter, was auch den Wechsel des weiblichen Charakters (glücklicher Weise) hervorgebracht hat. Dann brauchten die Quoten eine weile, um sich zu erholen, waren dann bis zur Mitte von AG ganz stabil, fielen dann aber wieder, wenngleich nicht so tief wie bei Johto. Dann kam DP und die Serie brauchte erst mal wieder, um sich zu erholen. Aber gegen Ende von Staffel 10 (also der ersten DP Staffel) waren die Quoten dann verdammt gut und das blieb so, wurde sogar zur Liga hin noch besser (das waren zumindest von den TV Charts-Platzierngen Rekorde für Pokémon - und übrigens auch bei den Kinoeinnahmen der Filme in Japan). Und dann kam BW. BW. Ja... BW. Wie gesagt: Am Anfang waren die Quoten nicht schlecht, aber BW hatte dann das umgekehrte DP System: Für knapp eine Staffel blieben die Leute mehr oder minder bei der Sache, aber dann sind die Quoten teilweise ins Bodenlose gestürzt. Um das ganze mal so zu sagen: Bei den Wöchentlichen Anime-Charts im japanischen Fernsehen, waren einige BW Folgen um Platz 20 herum. Nachdem DP dauerhaft in den Top 10, meist zwischen Platz 3 und 6, anzufinden war.


    Gut, nicht das ich denke, dass TV Charts, bei denen Detective Conan und Naruto immer mal wieder in den Top 10 sind, etwas über die Qualität der Serien aussagen...
    Aber irgendwas sagt es doch aus. Und sei es, dass das japanische Publikum "Tomioka's Pokémon" lieber mochte als "Des Produzenten Pokémon".
    Und ja... Vor allem kryptisch, warum man so etwas machen muss, wenn man bedenkt, dass der Pokémon Anime sowieso "OnAir" bleibt, unabhängig von den Quoten. Sonst wäre er nach Johto abgesetzt worden.


    Ich finde es übrigens sehr störend, dass man hier die Rollen ständig bei ihrem japanischem Namen anspricht. Wieviele sehen die sich denn wirklich im Original an?


    Nun, ich sehe es mir in Originalsprache an und nicht auf Deutsch. Weil ich generell deutsche Dubs vermeide. Daher müsste ich zumindest nachsehen, wie die Charaktere denn nun auf Deutsch heißen. Darauf habe ich für Forenbeiträge sicherlich keine Lust.

  • Du hast dir schon mit 12 die ersten Folgen der Serie im japanischem Original angesehen?


    Nicht, dass es dich was angeht, aber ich habe ganz am Anfang, als die Serie anlief, die Folgen auf RTL2 gesehen, dann die Serie gedroppt und mit AG auf japanisch anfangen zu schauen. Nachträglich habe ich Kanto und große teile von Johto noch in Originalfassung gesehen. Und ganz ehrlich: Das, was ich damals irgendwann mal auf RTL2 gesehen habe, habe ich mittlerweile verdrängt. Größtenteils. Gut, von damals weiß ich noch die Namen, weil ich die Filme noch mal auf englisch rewatcht habe - aber alles was danach kam, wird schwer. Und wenn benutze ich eine Sprachfassung - und zwar die, die mir vertrauter ist: Die japanische.


    Warum Misty sexistisch sein soll entzieht sich mir übrigens.


    Das gehört hier nicht ins Thema und ich habe es schon hier sehr ausführlich beschrieben.
    Kurzfassung ist aber: Kasumi, wie sie in der Serie auftaucht, vereint ausschließlich klassische und größtenteils negativ behaftete weibliche Charaktereigenschaften. Sie ist eine riesige Zicke, sie meckert bei anderen über Dinge, die sie selbst nicht macht, sie hat Angst vor Käfern, sie ist ein hirnloses Fangirl, sie hat keine wirklichen Lebensziele, auf die sie hinarbeitet, sie klammert sich an einen Typen (über den sie sich permanent dann aber beschwert, obwohl sie es ist, die sich an ihn klammert, nicht umgekehrt), ist allgemein sehr feige, ist unfair und oberflächlich und bemuttert außerdem noch ein "Baby". Sprich: Sie ist all das, was sich ein sexistischer Japaner so unter einer typischen Frau vorstellt.
    Takeshi Shudo hat den Charakter gehasst, weil sie weder ein komplexer Charakter war, noch es erlaubt gewesen war, ihr einen netten, (Zitat) "charmanten" Charakter oder auch nur ein Existenzberechtigung zu geben. Und ich kann es ihm voll und ganz nachvollziehen.
    Übrigens ist Kasumi an sich schon etwas wieder, was von extrem dummen Executive Meddling spricht. Warum war Kasumi dabei? Korrekt, weil man ja auch einen weiblichen Charakter fürs weibliche Zielpublikum brauchte. Warum war sie so flach, oberflächlich und hatte keine Existenzberechtigung? Weil, laut den Produzenten, ein zu wichtiger weiblicher Charakter ja das männliche Publikum vertreiben würde.

  • Zitat

    Tatsache ist allerdings tatsächlich, dass die japanischen Einschaltquoten in sehr, sehr vielen Fällen sehr genau zeigen, dass das Publikum mit vielen Änderungen und dergleichen nicht einverstanden war, bzw. wohl deutlich lieber Sachen sieht, die wirklich von den Autoren, nicht zu 3/4 von den Produzenten kommen. Ich meine bei Digimon spiegelt sich praktisch immer sehr gut das eingreifen der Produzenten in die vergangene Episode in den aktuellen Episoden wieder. Gerade bei Zero Two ist es deutlich bemerkbar gewesen. Und auch diverse andere Anime - gerade Kinderserien - zeigen solche Tendenzen.
    Und gerade bei Pokémon ist es wirklich so, dass praktisch immer nach Stellen, wo man deutlich das Meddling spürte, die Quoten immens abgefallen sind. Wobei es nirgendwo so stark war, wie beim Übergang Diamond & Pearl zu Best Wishes!. Nach einigen Folgen BW sind die Quoten immens abgefallen, nachdem sie bei DP über die 11., 12. und 13. Staffel sehr stabil waren. Und innerhalb von BW war es dann sowieso... Nun, ich sage nur "Best Wishes Season 2". Ich meine, der ganze Abschnitt ist einfach nur Meddling rauf und runter... Und entsprechend waren die Quoten.
    Es ist wirklich in vielen Fällen so: Das Publikum ist nicht blöd. Jedenfalls das japanische Publikum nicht. In OLM interessiert sich nicht dafür, wie die Quoten in Deutschland oder auch nur in den USA sind. Weil bei Deutschland und den USA ihnen nur wichtig ist, dass die Rechte gekauft werden - denn Quotentechnisch sehen sie eh nichts von dem Geld.



    Natürlich sind viele nicht einverstanden mit dem, was gemacht wird. Und Kinder und Jugendliche sind, zumindest in den meisten Fällen, auch nicht blöd. Und selbst Personen, die nicht blöd sind, sind teilweise leider so sehr Fangirl, dass sie die offensichtlichen Fehler in der Charakterentwicklung nicht sehen. (Ich kann mir anders nicht erklären, warum Twilight so berühmt geworden ist.) Ich muss zugeben, dass ich den Anime ewig nicht mehr verfolgt habe, mal abgesehen von den paar Episoden die ich online auf japanisch gesehen habe.
    Auch wenn die Quoten zeigen, dass die Zuschauer nicht einverstanden waren mit den Änderungen, ist es dennoch so, dass man nicht weiß, ob es beim Original anders ausgesehen hättte. Wie schon erwähnt, auch Autoren schreiben manchmal sehr schlechte Stories, obwohl sie das "gelernt" haben. Nur weil man sich damit beschäftigt hat gibt es keine Garantie auf Erfolg und es bedeutet auch nicht, dass man alles besser weiß. Gerade in kreativen Berufen ist es egal ob man etwas gelernt hat oder nicht, wenn die Kreativität versagt ist das alles auch egal. Das gibt Produzenten natürlich nicht das Recht, alles an sich zu reißen aber ich weiß auch, dass einige Autoren mehr als Beratungsrenitent sind und die gedanklichen Fehler der Storyline und der Charaktere nicht sehen wollen.
    Wie gesagt, das heißt nicht, dass ich Executive Meddling verteidige oder befürworte, zumindest in den meisten Fällen. Ein Produzent sollte nie so tun, als gehöre die Produktion ihm und er dürfe tun und lassen, was er will, nur weil er die Interessen der Sponsoren vertritt. Die traurige Realität ist leider, dass viele Produzenten genau dies denken und sich daher im Recht sehen.
    Was allerdings schwer zu sagen ist, dass man das Meddling spüren kann. Ich weiß, dass es viele Momente gibt wo man denkt, dass die Produzenten an diesen Stellen garantiert Executive Meddling der offensichtlichsten Art betrieben haben. Das muss aber nicht immer Stimmen, weil man in einigen Fällen einfach nicht weiß, wie es ursprünglich geplant war. Bei Pokemon kann man dies größtenteils nachweisen, weil Shudo all dies öffentlich gemacht hat, zumindest in gewissem Maße. Aber leider auch nicht alles. Wäre es so einfach, dann würde es Executive Meddling in vielen Fällen auch nicht geben, da man es so ganz klar lokalisieren könnte und demnach agieren könnte. Schließlich waren doch auch die Sponsoren daran interessiert, dass die Quoten ähnlich stabil wie bei D/P bleiben und dennoch hat man sich dagegen entschieden, es genauso zu machen in Best Wishes.
    Ich will damit eigentlich nur sagen, dass es manchmal leicht zu sagen ist, dass hier und da ein Fall von Executive Meddling zu sehen ist. Manchmal stecken die Autoren aber auch selbst dahinter. Der Fall von Seki ist nun einmal so bekannt, weil man gleichzeitig auch noch einen Vergleich zu anderen Anime ziehen kann. Da aber bei den meisten Produzenten eine Hülle des Schweigens über die Originalpläne ausgebreitet wird, ist es schwer Executive Meddling zu beweisen. Ich will hier auch weder Shudo noch irgendwem sonst misstrauen, aber man sollte dennoch immer beide Seiten betrachten und dann entscheiden. Es ist kein Geheimnis, dass der Pokemon Anime nicht einmal annähernd gut ist, zumindest für eine Vielzahl an Menschen. Aber ob Shudos Pläne ihn besser gemacht hätten? Ich weiß es nicht. Auf der einen Seite schon, da die Charaktere nicht viel eindimensionaler werden können als sie jetzt schon sind. Auf der anderen Seite denken viele immer, dass je düsterer etwas ist, desto reifer, tiefgründiger und besser ist es. Das muss aber nicht immer stimmen, weil es auch hochgradig unwahrscheinlich ist, dass jeder Charakter die allerschlimmsten persönlich Probleme hat. Und das Leitmotiv bei den ursprünglichen Plänen schien irgendwie in die Richtung zerrüttete Familienverhältnisse abzudriften. Aktuelles Thema und auch sehr wichtig, dass man es aufzeigt, aber so wie es geplant gewesen wäre, wäre es vielleicht auch ein wenig zu viel gewesen. Ein Charakter wird nicht unbedingt tiefgründiger, nur weil man ihm eine tragische Vergangenheit oder sonstige Probleme gibt.
    Es wäre im Endeffekt nur interessant gewesen, diese Fassung zu sehen und zu vergleichen, da sie sicherlich in vielen Aspekten besser gewesen wäre. Theoretisch hätte der Anime auch komplett in eine andere Richtung gehen können und wäre vielleicht besser gewesen als die Originalversion von Shudo. Das sind aber immer nur Spekulationen.


    Was die Einschaltquoten an sich betrifft, wenn es schon von Anfang an ein Fall von Executive Meddling war, dann können Zuschauer nicht recht sagen, ob sie mit Änderungen einverstanden sind oder nicht, da sie eine originalgetreue Fassung nie kennen werden. Denn um mit einer Änderung nicht einverstanden zu sein muss man die ungeänderte Version auch kennen und diese auch bevorzugen, da man sonst eine Änderung nicht besser oder schlechter finden kann. Im Fall von Pokemon können die Fans nur mit der Änderung des Konzeptes von D/P in Best Wishes nicht einverstanden sein, aber was ist mit den ersten Staffeln? Hier kann man eigentlich nur das Konzept des Animes an sich nicht mögen, aber es hat wenig mit Einverständnis gegenüber der Änderung zu tun.



    Zitat

    Ich sage nicht, dass Executive Meddling automatisch schlecht ist, aber allgemein sehe ich es so, wie Guillermo del Toro es so schön sagte: "Ein Produzent sollte da sein, wenn man ihn braucht, und sich ansonsten im Hintergrund halten."
    Ich verstehe ehrlich gesagt bis heute nicht, warum man ausgebildete Autoren bezahlt, um eine Serie, einen Film oder sonst etwas zu schreiben und dann ankommt, nach dem Motto: "Hey, wir haben dich, als ausgebildeten Autor bezahlt, um uns eine Serie/einen FIlm zu schreiben, aber ich - so als ausgebildeter Manager/Finanzhalter/was auch immer - finde ja, dass das und das irgendwie nicht so gut ist. Und überhaupt, ist das denn Kinderfreundlich genug?!" Ich meine, wieso überhaupt ausgebildete Autoren dafür bezahlen, wenn man auf deren Meinung keinen Wert legt, wie es teilweise wirklich scheint? Amateure wären sicher billiger.
    Das verstehe ich halt eben besonders bei Tomioka nicht. OLM hat Tomioka für BW komplett aufgekauft, so dass er ganz für sie schreibt, und sie zahlen ihm dafür mehr, als vorher (da die Quoten, seit er angefangen hatte, die Storyleitung zu übernehmen, immens hochgegangen waren). Aber dann lassen sie ihn, denn sie so unbedingt haben wollten, dass sie bereit waren ihm mehr zu zahlen, nicht das durchziehen, was er offenbar schon eine ganze Weile geplant hatte. Ich meine, WOZU macht man das?! Ich verstehe die Logik einfach nicht.


    Das ist natürlich keine Frage. So sollte es sein und ich bin auch komplett deiner Meinung was das betrifft. Aber es ist, wie du ja auch schon festgestellt hast, in den wenigsten Fällen so. Manchmal zum Besseren, sehr viel öfter zum Schlechteren.
    Wie oben schon erwähnt halte ich nicht viel von dem Begriff "ausgebildeter Autor". Das klingt so, als könne man lernen, immer kreativ zu sein und immer gute Werke zu erschaffen. Und als ob der Autor immer Recht hätte mit dem, was er tut. Auch die stecken mal in einem Tief und auch sie werden von der Kreativität mal im Stich gelassen.
    Das soll jetzt nicht heißen, dass der Produzent dasselbe Talent wie ein Autor hat, der im Allgemeinen eine gewisse Ahnung von Storytelling und Charakterentwicklung hat. Bei Weitem nicht. Ein Produzent wird vermutlich nie an einen Autor herankommen was das betrifft, schon gar nicht wenn der Autor dies schon einige Jahre macht. Und natürlich fragt man sich auch, warum man für so viel Geld einen Autor engagiert, wenn man eh sein eigenes Ding draus macht. Schließlich braucht es, um 08/15 Charaktere und eine 08/15 Stories zu schreiben keinen teuren Autor.
    Warum also? Meine Vermutung ist, dass man vielleicht einen Namen braucht, der eine der besseren Zeiten der Pokemon-Serie verkörpert. Man hört es ja auch immer bei Trailern zu Filmen. ("Vom Regisseur von Avatar, usw.") Das zieht natürlich erst einmal das Interesse der Zuschauer auf sich. Als ob der Name allein einen Erfolg garantieren würde. Wir wissen natürlich alle, dass ein Name allein nicht ausreicht, um etwas gut zu machen. Aber die Erwartung, dass jemand mit halbwegs Ahnung an der Serie arbeitet zieht zumindest die Zuschauer für die ersten paar Folgen vor den Bildschirm.
    Dennoch hat es ein bisschen was von vorsätzlicher Täuschung... Und die Erwartungen und Hoffnungen zerplatzen (hier stand vorher zerplatschen) wie eine Seifenblase. Eigentlich hat das nur negative Effekte. Die Zuschauer sind sauer, weil ihre Erwartungen nicht einmal ansatzweise erfüllt wurden und der Autor hat auch erstmal einen negativen Touch, bis man dann erfährt, dass der eigentlich gar nichts dafür kann, sondern die Produzenten an allem Schuld sind.


    Was ich dennoch sehr interssant finde sind die unterschiedlichen Arten von Executive Meddling. Bei Digimon, Pretty Cure & Co. ging es ja eher um die Vermarktung von Produkten. Theoretisch bräuchte man sowas bei Pokemon eher weniger, da man hier ja schon die Pokemon an sich hat. Die lassen sich über Plüschtiere, Sammelkarten & Co. schon sehr gut vermarkten. Und anstatt das zu nutzen, dass man eigentlich gar nicht mehr so viel in diese Richtung gehen müsste, entscheidet man sich dazu, einfach woanders sich einzumischen. In dem Fall bei Story und Charakteren. Als ob die Produzenten einen inneren Drang hätten, gewisse Serien zu zerstören und jegliche Tiefe herauszustreichen unter dem Argument der Kinderfreundlichkeit. (Weil ja anscheinend nur Kinder Merchandise wie Plüschtiere und so kaufen...)
    Hast du auch manchmal das Gefühl, dass du das alles besser machen könntest als die Produzenten? Und das liegt nicht nur daran, dass man als Fan oft weiß, was andere Fans wollen. Natürlich haben nicht alle Fans die gleichen Prioritäten und jeder findet etwas anderes gut. Ich behaupte jetzt aber mal ganz frech, dass alles besser wäre als das, was momentan läuft. Und die Fans könnten die Sponsoren vermutlich sogar überzeugen, dass man die Produkte auch so kauft, weil Pokemon auf eine andere Art und Weise sehr viel epischer wäre.... Aber das ist zu einfach gesagt. Bei uns hängt keine Existenz davon ab, ob die Serie sich verkauft oder nicht. Wir kriegen kein Geld dafür und können uns beschweren und fordern, dass es anders gemacht wird, weil wir nicht für diese Arbeit bezahlt werden und auch keine Familie davon ernähren müssen. Ich kann verstehen, dass viele Autoren sich auch nicht durchsetzen können, da Produzenten eh das letzte Wort haben. Das sollte nicht so sein, aber nicht jeder hat den Mut, als Freelancer durch den Arbeitsmarkt zu gehen, wo es keine Garantie auf Erfolg gibt.

  • Ich denke Pikachus Design ist sehr gut geeignet als Maskotchen. Mit Piepi wären sie sicher nicht so erfolgreich mit dem Anime geworden.
    Pikachus Typ und Design passt wunderbar zu den Startern.


    Bei Best Wishes kann man sehr gut erkennen, dass man versuche hatte den 1. Anime zu kopieren.
    Lilia ist eine Zicke die Ash belehrt und den selben Traum hat wie Misty. Außerdem hat sie Angst vor Eispokemon.
    Bei Misty war es noch nachvollziehbar, aber bei ihr war es nur deshalb, weil sie ein Drachentrainer ist? Warum nicht eine Backstory in der sie einem Eispokemon in einen Blizzard gefolgt ist und deshalb fast erfroren wäre?
    Mit Stalobor und Dragoran, sogar Emolga gibt es 3 Pokemon die nicht auf ihren Trainer hören und Rabigator hat auch nur rein zufällig eine Sonnenbrille auf. Und Ash fängt viel mehr Pokemon und versucht auch in dieser Staffel viel öfters Pokemon zu fangen. (Tolle Auswahl Ash, ein cooles Teil nach dem anderen. Ich bin sicher die Fans wollten schon immer mal Zurrokex und Sedimantur in Hauptrollen sehen und wer braucht Washakwil wenn er Fassanob weiblich haben kann???)
    Am Ende war B&W wirklich ein Desaster. Man kann Nostalgie eben nicht durch ein Konzept wiederbeleben.
    Das was Serien wie Yu-gi-Oh!, Digimon Adventure, oder Pokemon so nostalgisch gemacht hat, war nicht direkt die Story, oder die Charaktere, sondern das Konzept. Als Kind fühlt sich die Welt neu und aufregend an, aber nur weil wir sie noch nicht erforscht haben.
    Pokemon war etwas noch nie zuvor dagewesenes und hat uns interessiert, weil es neu war. Deshalb kamen andere spätere Serien meistens schlechter weg, weil man sich an das Konzept gewöhnt hat, weil man es bereits kennt, selbst wenn es in den Fortsetzungen besser umgesetzt wurde.


    Tja wenn ich so zurückblicke und durch die Pokesin Serie ist das noch recht einfach, war Pokemon Season 1 niemals wirklich gut.
    Und deshalb hätte ich mir das komplexere Konzept lieber gewünscht. Pokemon war nicht ernster als Looney Tunes und die Kämpfe waren furchtbar wahllos. Elementklassen wurden vertauscht, oder ganz ignoriert. Genau so Statuswerte was später beibehalten wurde und Attacken bekamen ganz neue Effekte. Egelsamen wurde quasi zu einem OHKO Move.
    Und wenn ich mir vorstelle wie bestimmte Lieblingsfolge früher gewesen waren und wie wenig ich sie heute leiden kann. Insbesondere die Episode in der das Traumato von Team Rocket alle Pokemon mit Psiwellen kontrolliert hätte ein epischer und mysteriöser Zweiteiler werden können.

  • Ich bin sicher die Fans wollten schon immer mal Zurrokex und Sedimantur in Hauptrollen sehen und wer braucht Washakwil wenn er Fassanob weiblich haben kann???

    Der Anime hat es aber durch solche Entscheidungen geschafft, dass Pokémon interessanter werden und vor allem in den Fokus gerückt werden. Ein Zurrokex und auch ein Fasasnob hätten ihre Bekanntheit wohl nie erhalten, wenn stattdessen nur auf "coole" Pokémon gesetzt würde, wie du es etwa mit Washakwil beschreibst. Und da ist halt einfach die Frage, was Washakwil besser macht als Fasasnob. Oder warum Ash in X und Y Viscogon erhalten hat, obwohl er mit UHaFnir schon ein tolles Drachen-Pokémon hatte. Oder wenn wir zurückblicken, warum er Qurtel in AG erhalten hat, obwohl es ja auch nicht in dieses Schema der coolen Pokémon fällt.


    Insgesamt ist der Anime eine gute Möglichkeit, Pokémon zu vermarkten und Charaktere und Pokémon in den Mittelpunkt zu rücken. Dass da nicht nur Lieblinge wie Quajutsu, die eh schon global ziemlich gut ankommen, eine Chance haben sollen, erklärt sich wohl von selbst. Ob eine andere Pokémon-Wahl BW wirklich besser gemacht hätte, lässt sich da nur schwer abschätzen. Wenn die Begleiter Ziele gehabt hätten, hätte das die Serie vermutlich auch deutlich interessanter gemacht.

  • Lilia ist eine Zicke die Ash belehrt und den selben Traum hat wie Misty.

    Warum ist Lilia Ash eigentlich gefolgt? Ich erinnere mich nur dunkel an die Folge, und ich glaub, da hat Ash ein vermeintlich wildes Milza gesehen und versucht, es zu fangen, und der Pokéball hat dann Lilia getroffen. Und wie gings weiter? Hat die dann so getan, als müsste sie nun sein Pokémon sein, das ihm überall hin folgt? Ich verstehs nicht. Ash schuldet ihr ja auch kein Fahrrad oder so.