Übergewicht - Eure Meinung

  • Was Thrawn sagt. Noch dazu kommt, dass es eigentlich die "Klimaleugnerei" ist zu sagen: "Fett ist zwangsweise Ungesund", weil es mehrere Studien gibt, die belegt haben, dass die reine Körpermasse ein verflucht mieser Indikator für Gesundheit ist. So ziemlich alle anderen Indikatoren sind besser dafür geeignet, als Körpergewicht.


    Je nach Land sind 1/3, bis 3/4 (!!!) der übergewichtigen Menschen ansonsten körperlich gesund (ausgeschlossen diejenigen, die aufgrund einer Krankheit übergewichtig sind - dazu gleich mehr), haben also keine anderen erhöhten Risikowerte (wie hoher Blutdruck oder hoher Cholesterinspiegel), während mindestens 1/4 der dünnen Menschen diese anderen Risikofaktoren in sich trägt.


    Dazu kommt, dass Fettleibigkeit nur eingeschränkt mit der Menge zu tun hat, die wir essen, oder auch nur damit, wie viel Sport wir machen. Viel mehr hat es mit der Qualität der Ernährung zu tun und diese wird halt nun einmal maximal durch Einkommen und andere Lebensumstände zusammen. Viele Menschen können es sich finanziell und/oder zeitlich nicht erlauben, sich gesund zu ernähren. Da hilft es auch nicht, Kalorien zu zählen, weil das einfach nur ein unzureichender Wert ist.


    Wir ernähren uns als Gesellschaft auf eine Art, für die unsere Körper nicht ausgelegt sind, und das rächt sich halt enorm.


    Deswegen wäre auch gerechtere Verteilung finanzieller Mittel allgemein ein wichtiger Faktor, nicht nur um gegen Fettleibigkeit, sondern um allgemein weit verbreitete Krankheitsbilder anzukämpfen. Außerdem braucht es halt bessere Bildung, was Ernährung angeht. Denn die hälfte von dem, was Schüler*innen in der Schule über Ernährung lernen, ist kompletter Humbug.


    Außerdem sollte man nicht vergessen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Mental Health gibt. Mental Health Probleme führen bekanntlich zu Über- oder in manchen Fällen auch Untergewicht. Einfach, weil die Hormone im Körper dabei herumspinnen, selbst wenn man keine Eating Disorder dabei entwickelt. Hohe Stresslevel führen beispielsiweise auch dazu, dass man mehr Gewicht ansetzt und auch mehr isst. Dazu kommt, dass viele Psychopharmaka teilweise extreme Gewichtzunahme als Nebenwirkung haben - selbst wenn man mit ihnen sogar weniger isst als vorher. (Grüße von jemandem, dem das genau so passiert ist.)


    Und an der Stelle kommt eben diese Sache rein: Fettfeindlichkeit ist Gift für die Psyche übergewichtiger Menschen und sorgt dafür, dass Mental Health schlechter wird, das ggf. vorher schon mies war. Und das führt schnell zu mehr Gewichtszunahme. Das sind alles Dinge, die nachgewiesen sind.


    Fettfeindlichkeit ist dabei eben sehr weit verbreitet. Ich meine, wir haben es hier gesehen mit der Menge an fettfeindlichen Aussagen. Aber eben auch darin, dass es eben kaum Werbung mit übergewichtigen Models gibt, dass man übergewichtige Figuren in Hollywood praktisch nur als Comic Relief hat und dass ab einem gewissen Umfang es (vor allem für Frauen) unmöglich ist in normalen Läden Kleidung zu tragen.


    Und nebenbei: Klassische Diäten haben in 98% aller Fälle keinen Dauerhaften positiven Effekt auf das Gewicht einer Person. In den meisten Fällen führen sie auf lange Sicht gesehen sogar zu Gewichtszunahme! Was etwas bringt, ist eine konkrete, individuelle Ernährungsberatung, ABER diese sind häufig teuer und nicht alle Krankenkassen bezahlen sie (und selbst wenn die KKs sie bezahlen, ist das ganze häufig mit unglaublich viel Bürokratie verbunden.) (Grüße von jemandem, der in der Ernährungsberatung war.)


    Deswegen ist es einfach wichtig, zum ersten mehr positive Fett-Repräsentation in den Medien zu haben, um das Stigma und die Mental Health Probleme zu verringern, zum zweiten einfach von der Schule an qualitativ hochwertige Ernährungsaufklärung (idealerweise mit gemeinsamen Kochen) zu vermitteln und zum dritten Möglichkeiten zu schaffen, dass sich ALLE Menschen gesund ernähren können.


    Und nebenbei empfehle ich übrigens diesen Artikel, der zig verschiedene Studien zum Thema verlinkt.

  • Sorry, das klingt nach Cherrypicking nach Studien, die einem in der eigenen Meinung Recht geben und alles ignorieren, was der eigenen Ansicht und der "Mainstreamwissenschaft" widerspricht.


    Es gibt Tonnen an Beweisen, die Herzinfarkte und Diabetes und co mit Übergewicht deutlich in Verbindung bringen, genauso wie Darmkrebs, verschiedene andere Krebsarten, und Gelenks- und Knochenproblemen, die aufgrund von starkem Übergewicht bereits bei Kindern auftreten.


    Und da Adipositas in den meisten Fällen auch mit wenig Sport und einer sehr ungesunden Ernährung einhergeht, kann man diese Faktoren nicht voneinander trennen. Wir schaufeln einfach allgemein zu viel Schrott in uns hinein und wenn man verleugnet, dass das mit Adipositas in direkter Verbindung steht, dann will man einfacg die Realität verleugnen.

    Andere Länder wie Japan und co. haben btw. eine sehr niedrige Adipositasrate, die man sehrwohl mit der dort üblichen Ernährung in Verbindung bringen muss.

  • Nein, es ist nicht das Gewicht per se, was eine*n krank macht, sondern woraus die Ernährung besteht und ob sie ausgewogen ist + weitere Faktoren, die man diagnostisch abklären sollte. Je mehr Fleisch und Fett man zu sich nimmt, desto mehr und mehr entwickelt man gesundheitliche Probleme dadurch, wie Plaques in den Arterien und somit klassisch Herzkrankheiten, Darmerkrankungen und Co., aber Fleisch ist in vielen Ländern billig und schnell verfügbar, gerade eben für die ärmeren Menschen.


    Deswegen raten die Ärzt*innen oft insbesondere bei Patient*innen, die wenig Sport machen, sich mehr zu bewegen und sich ausgewogen zu ernähren (weniger fettreich, mehr Ballaststoffe) und das eigentlich bei den Patient*innen, die sich in einer kränklichen und risikoreichen Gesamtkonstellation bewegen. Man kann ja schon bei der Anamnese feststellen, was der*die Patient*in arbeitet und ob das ein risikoreicher Beruf ist, wo man eher viel sitzt. Kompensiert er*sie den Beruf durch Sport? Ist der*die Patient*in Raucher*in (wie oft)? Trinkt er*sie Alkohol (wie viel am Tag)? Wovon ernährt sich der*die Patient*in und trinkt er*sie ausreichend Wasser? Stuhlgang? Daneben eben noch Labor-Diagnostik und Cholesterin-Werte ermitteln.

    Sich an einer Diagnose nur aufgrund des Übergewichts zu stützen ohne eine erweiterte Anamnese und Diagnostik durchzuführen, ist natürlich falsch (und ein Problem). In so einem Fall muss man den*die Ärzt*in wechseln.


    Oft hat man als Patient den typischen Truck-Fahrer mit einem dicken Bierbauch, der am Tag seine 3-6 Flaschen Bier trinkt + berufsbedingten Bewegungsmangel und den Stopp an Fastfood-Restaurant-Ketten, obendrauf ist er dann noch Raucher. Man kann versuchen hier und da was zu drehen, aber groß kann man ohne die Mithilfe des Patienten nichts ändern. Das Rauchen alleine macht schon einen großen Anteil des Risikos aus, aber oft können die Patient*innen nicht mal auf das verzichten.

  • Noch dazu kommt, dass es eigentlich die "Klimaleugnerei" ist zu sagen: "Fett ist zwangsweise Ungesund", weil es mehrere Studien gibt, die belegt haben, dass die reine Körpermasse ein verflucht mieser Indikator für Gesundheit ist. So ziemlich alle anderen Indikatoren sind besser dafür geeignet, als Körpergewicht.


    Je nach Land sind 1/3, bis 3/4 (!!!) der übergewichtigen Menschen ansonsten körperlich gesund (ausgeschlossen diejenigen, die aufgrund einer Krankheit übergewichtig sind - dazu gleich mehr), haben also keine anderen erhöhten Risikowerte (wie hoher Blutdruck oder hoher Cholesterinspiegel), während mindestens 1/4 der dünnen Menschen diese anderen Risikofaktoren in sich trägt.

    Uff. Diese Argumentation ist zum einen ziemlich relativierend und vermischt außerdem den Ist-Zustand der Gesundheit mit dem von Fettleibigkeit ausgehenden Risiko. Nur weil ein übergewichtiger Mensch zum aktuellen Zeitpunkt gesund ist, bedeutet das nicht, dass er gesund bleibt. Und ein Grund, warum man weniger fettleibige und gleichzeitig kranke Menschen sieht, ist eben auch, dass diese früher sterben. So makaber das auch klingt.


    Wäre übrigens cool, wenn du diese "mehreren Studien", die das beweisen sollen, mal verlinken könntest. In dem von dir verlinkten Artikel wird diesbezüglich nur auf eine Meta-Studie verwiesen, die eine sehr große Varianz bei der Schätzung des Anteils gesunder fettleibiger Menschen feststellt und dies auf eine nicht einheitliche Definition dieses Begriffs zurückführt. Wobei anzumerken ist, dass strengere Definitionen auch zu einem geringeren Anteil führen - der kleinste gemessene Wert war 6%.


    Was in dem Artikel nur über eine Randbemerkung abgetan wird ist die Aussage, dass so gut wie jede Studie bei Übergewichtigen eine schlechtere Gesundheit des Herzkreislaufsystems feststellt. Also, ich weiß ja nicht.. würdest du nicht sagen, dass das ein verdammt guter Indikator für gesundheitliche Unterschiede ist? Aber ich kann dir gerne auch noch mehr Material liefern, wenn es sein muss:

    • Kramer et al., 2013: Vergleich zwischen Normalgewichtigen und adipösen Menschen über 10 Jahre hinweg. Mortalität und Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen für Adipöse signifikant höher.
    • Bell et al., 2015: Untersuchung gesunder übergewichtiger Menschen über 20 Jahre. Mehr als die Hälfte entwickelte sich in dieser Zeit zu ungesunden übergewichtigen Menschen, 8fach höheres Krankheitsrisiko als Normalgewichtige.
    • Chang et al., 2014: Untersuchung von 15k Probanden. Häufiger verkalkte Arterien bei Adipösen, auch den gesunden.
    • Berrington de Gonzalez et al., 2010: Untersuchung des Sterberisikos von 1,5 Millionen Probanden. Geringstes Sterberisiko in einem BMI-Bereich von 20 bis 24,9. 151% höheres Sterberisiko bei schwerer Adipositas (ab BMI 35).
    • Grover et al., 2014: Untersuchung der Langzeitfolgen von Adipositas im Bezug auf Lebensdauer und Lebensqualität. Die Folgen schwerer Adipositas sind ein bis zu 8,4 Jahre früher eintretender Tod und der Verlust von 19,1 "gesunden" Jahren.
    • Arnold et al., 2014: Assoziation verschiedener Krebsarten mit Adipositas. Erhöhung um 62% pro 5 BMI-Punkte (Uterus), 31% (Gallenblase), 25% (Nieren), 10% (Gebärmutterhals), 9% (Schilddrüse und Leukämie) für Adipöse.
    • Niedermaier et al., 2015: Risiko für Gehirntumore. 54% höheres Risiko für Menschen mit Adipositas.
    • Grodstein et al., 1994: Starke Erhöhung des Unfruchtbarkeitsrisikos für adipöse Frauen.
    • Aune et al., 2014: Erhöhtes Risiko für Fehl- und Totgeburten sowie frühe Kindstode. Fehlgeburt: 76:10000 (Normalgewicht) vs. 102:10000 (Adipositas). Totgeburt: 40:10000 (Normalgewicht) vs 59:10000 (Adipositas). Kindstod: 33:10000 (Normalgewicht) vs. 43:10000 (Adipositas).
    • Subac et al., 2002: Gewichtsverlust adipöser Frauen um 10% halbiert Fälle von Inkontinenz.
    • Fabricatore et al., 2011: Gezieltes Abnehmen reduziert depressive Symptome deutlich. (Pers. Anmerkung: Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Depressionen ist komplex, da sich beides in gewissen Grenzen gegenseitig bedingt. Im Allgemeinen lässt sich aber ausschließen, dass das Gewicht bei der Bildung und dem Schweregrad von Depressionen keine Rolle spielt.)
    • Guh et al., 2009:
      • Diabetes nach Gewicht. 6-fach höheres Risiko einer Erkrankung für adipöse Männer und ein 12-fach höheres Risiko für adipöse Frauen im Vergleich zu Normalgewichtigen.
      • Wahrscheinlichkeit eines Gelenkersatzes für adipöse Männer um 320% erhöht.
      • 43% höheres Asthma-Risiko bei adipösen Männern und 78% bei Frauen.
      • Risiko für chronische Rückenschmerzen bei Menschen mit Adipositas um 181% erhöht.
      • Risiko für Gallenprobleme für adipöse Männer um 151, für adipöse Frauen um 132% erhöht.
      • Schlaganfallrisiko für adipöse Männer um 51% und für adipöse Frauen um 49% erhöht.
    • Gunstad et al., 2010: Vergleich der Hirnleistung (zuvor) adipöser Männer vor und nach rapidem Gewichtsverlust. Ein höherer BMI korreliert mit schlechteren Resultaten bei IQ-Tests.
    • Janovitz et al., 2015: Erhöhter Taillenumfang geht mit deutlicher Reduktion der grauen Gehirnmasse einher, dementsprechend stark erhöhtes Risiko für Demenz bei Adipösen.

    Ich könnte noch eine Weile so weitermachen. Diese ganzen Zahlen bedeuten nun selbstverständlich nicht, dass ein adipöser Mensch irgendwann krank werden "muss" - aber eben, dass das Risiko dafür in quasi allen Bereichen stark erhöht ist. Hierfür kann man nun natürlich nicht nur das Übergewicht, sondern auch andere Einflussfaktoren wie etwa den allgemeinen Lebensstil oder Wohlstand und Bildung verantwortlich machen - und hätte in Teilen auch recht damit. Diese Betrachtungsweise bröckelt aber spätestens dann ein wenig, wenn man sich langfristig angelegte Studien ansieht, die den gesundheitlichen Zustand der Probanden in Relation zu der Gewichtsentwicklung setzen. Ebenso lassen sich derartige Verzerrungen über eine entsprechende Dimensionierung der Kontrollgruppe reduzieren. Für beides finden sich in den oben verlinkten Studien Beispiele.


    Fun Fact am Rande: Raucher verschieben den Bias solcher Studien zugunsten von Menschen mit Adipositas, da Raucher im Schnitt weniger wiegen. Dies wurde in vielen Studien lange Zeit ignoriert, wodurch dann teilweise auch so paradoxe Studienresultate entstanden wie etwa, dass leicht übergewichtige Menschen ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hätten als Normalgewichtige. Selbstverständlich völlig an den Haaren herbeigezogen.


    Dazu kommt, dass Fettleibigkeit nur eingeschränkt mit der Menge zu tun hat, die wir essen, oder auch nur damit, wie viel Sport wir machen. Viel mehr hat es mit der Qualität der Ernährung zu tun und diese wird halt nun einmal maximal durch Einkommen und andere Lebensumstände zusammen. Viele Menschen können es sich finanziell und/oder zeitlich nicht erlauben, sich gesund zu ernähren. Da hilft es auch nicht, Kalorien zu zählen, weil das einfach nur ein unzureichender Wert ist.

    Müssen wir darüber wirklich nochmal diskutieren? Ja, die Qualität der Ernährung hat einen erheblichen Einfluss auf die Gewichtsentwicklung. In billigen Lebensmitteln steckt mehr Zucker und die Verarbeitung der Lebensmittel kann unter anderem für eine Störung des Sättigungsgefühls sorgen. Dies alles hat einen Einfluss darauf, wie viel wir essen und letztlich auch, wie viele Kalorien wir zu uns nehmen. Und da liegt auch schon der Knackpunkt: Bei der Kalorienzahl handelt es sich um einen physikalischen Wert, der die im Lebensmittel enthaltene Energiemenge abbildet. Und unser Körper ist letzten Endes nur ein System, das Energie über die Nahrung aufnimmt, einlagert und bei Bedarf beispielsweise in Form von Wärme wieder abgibt. Ein Mensch verliert genau dann Gewicht, wenn die Menge der zugeführten Energie unter der Menge der abgegebenen Energie liegt. Die Kalorienzahl ist also kein "unzureichender Wert"; es handelt sich dabei viel mehr sogar um die zentrale Größe zur exakten Berechnung des Gewichtsverlusts, vorausgesetzt, man kennt den eigenen Kalorienverbrauch.


    Der Körper ist bei der Umwandlung von Kalorien im Übrigen sehr effizient. Meine "Lieblingsstelle" des verlinkten Artikels ist ja die in der es heißt, dass bei einer Reduktion des Körpergewichts um drei Prozent bereits ein 17%iger Rückgang des eigenen Stoffwechsels zu bemerken wäre. Dieser vermeintliche "Hungermodus" ist allein schon deswegen kompletter Unsinn, weil bereits ein 15%iger Rückgang mit erheblichen Begleitsymptomen bis hin zu schweren Organschäden verbunden ist (Al-Adsani et al., 2013). Die mit Abstand größten Einflussfaktoren auf den Stoffwechsel haben nach wie vor Muskelmasse und Aktivität (Toubro et al., 2013), während unsere Organe schlicht eine bestimmte Menge an Energie brauchen, um zu funktionieren. Man stelle sich vor wie ineffizient es von unserem Körper wäre, im normalen Betrieb einfach so Energie zu verschwenden, die er anstelle dessen auch einfach einlagern könnte. Ähnlich optimiert läuft die Aufnahme von Kalorien ab; so viel Energie wie möglich einzulagern war in frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte schließlich überlebenswichtig. Dass der Stoffwechsel nicht einfach so beliebig änderbar ist bestätigen unter anderem Jebb et al. (1991), Weinsier et al. (2000) sowie Amatruda et al. (1993), die gleichzeitig auch eine starke Korrelation zwischen Kalorienaufnahme und der Gewichtsentwicklung zeigen.


    Übrigens, nicht falsch verstehen: Selbstverständlich bin ich für einen Abbau der Diskriminierung übergewichtiger Menschen, besser zugänglichen Bildungs- und Beratungsangeboten sowie strengeren Regularien für die Lebensmittelindustrie (ein erster Schritt wäre zu verbieten, dass uns diese umbringen darf). Die von Übergewicht ausgehenden Gefahren allerdings herunterzuspielen oder etwa komplett zu leugnen ist mit Verlaub nicht nur unwissenschaftlich, sondern sogar grob fahrlässig.

  • Weil's hier schon gar nicht mehr um Ästhetik zu gehen scheint, hole ich das mal hierhin:

    Darum ging es jedoch nicht, sondern um reale Menschen, die wissenschaftliche Tatsachen verleugnen und sogar ihren Arzt angehen, weil der ihnen sagt, dass sie abnehmen sollen. Das ist sein verdammter Job sich auf medizinische Tatsachen zu berufen und ehrlich zu sein, kein "Fatshaming".

    Die Sache ist nur: Menschen mit höherem Gewicht leiden durchaus darunter, dass Ärzt*innen bei ihnen nur das Übergewicht sehen. Da haben Leute Husten, der Arzt sagt ihnen "Ja, nehmen sie halt einfach ab" und am Ende war es ein Tumor, gegen den alles Abnehmen der Welt nicht geholfen hätte und der bei frühzeitiger Erkennung behandelbar gewesen wäre, wobei jetzt wegen ihm leider ein Lungenflügel weg muss. Derartige Fehldiagnosen wären vermeidbar, wenn nicht Übergewicht immer als die erste und einzige Ursache gesehen würde. Real wird auch die Behandlung von mit Übergewicht nicht in Verbindung stehenden gesundheitlichen Problemen oft an die Bedingung des Abnehmens geknüpft und das ist dann mit Verlaub keine Berufung auf medizinische Tatsachen, sondern handfeste Diskriminierung im medizinischen Bereich.

    Ich geb euch da beiden Recht, aus meiner Erfahrung kann ich sagen, als Ex-Adipöser Grad 1 Boy, in vielen Fällen sollte man halt einfach mal sein Lebensstil überlegen und um teilweise nochmal am anderen Thema was Schönheitswahn angeht anzuknüpfen, ich selbst kriege als noch übergewichtige Person auch nen Brechreiz, wenn die Body Positivity Bewegung kommt und sich einredet, es ist cool, so zu sein wie man ist, das ist halt einfach wirklich nicht gesund, das kann man sich schön reden wie man will.^^"

    Als selbst noch Dicker kann ich sagen, viele Dicke haben was das Thema angeht und gerade wenn man es dann anspricht, einen Knall, schnell übergeschnappt und immer mehr beziehen sich auf Body Positivity, wo ich dann immer wieder sagen muss, "Boy, das ist in einem Rahmen in Ordnung, aber nicht in deinem Maß".

    Wenn man mir sagt, sagt bei 1,75m Größe und 125kg Gewicht man fühlt sich wohl, dann kann ich immer nur den Kopf schütteln und sagen, "das kannst du dir jetzt noch einreden, später wirst du sehen was du davon hast".^^"

    Ist halt keine Seltenheit, dass davon dann diverse Krankheiten komme oder sie begünstigen und nicht selten halt, weil man einfach zu faul ist, natürlich gibt es auch Leute die krank sind und dafür nichts können, aber sorry, mittlerweile habe ich in meinem Umfeld diese Ausrede so häufig gehört...^^"

    Ich gehe schon davon aus, dass es bei ein oder anderem stimmt, aber bei vielen anderen, gerade die Leute die man besser kennt, merkt man, dass doch eher Faulheit dahinter steckt.


    Zu deinem Thrawn, gebe ich dir wie gesagt auch Recht, hatte ich selbst, meine Problematik gründet halt aus einer Erkrankung, die nichts mit meinem Übergewicht zu tun hat, die wurde einfach damals als ich noch dünner war, nicht erkannt, weil man sich da auf andere Dinge bezogen hat (man ist ja jung und da kann so etwas noch nicht sein... dumme Ärzte....), die ersten Ärzte kamen mir auch mit "nehmen Sie ab", bis dann ein Arzt im Krankenhaus gesagt hat "Boy, den Müll der dir da gesagt wurde, war sowas von Bullshit", man hat dann halt getestet und erkannt, dass ich wie viele in meiner Familie ein Problem mit dem Herzen haben, natürlich kann ich meine Problematik begünstigen, wenn ich abnehme, was mir auch klar ist, nur zu dem Zeitpunkt hat es halt das Übergewicht getan, warum Untersuchungen durchziehen, wenn man sagt "nehm einfach ab, dann geht das schon wieder".^^"

    Ja solche Ärzte sollte man in ein ganz tiefes Loch werfen und sind mit die Begründung, warum ich Angst vor Ärzten habe.^^"


    Letztendlich hat man mein Leiden erkannt und es war nicht das Übergewicht, dennoch wie in dem Ernährungs-Thread schon geschrieben habe ich meinen Lebensstil geändert, an sich hat mich mein Übergewicht rein von der Optik nicht gestört, da es sich "glücklicherweise" gut verteilt hat, aber man hat es halt doch schon gemerkt, vor allem wenn man mal auf die Idee kam zu joggen.^^" (ich rolle lieber xD)

    Doch lieber ein paar mehr Kilo abnehmen und gesünder leben.

  • Jein, es ist auch das Gewicht an sich.

    Erstens aufgrund rein physikalischer / mechanischer Gründe, weil es das Herz unglaublich belastet Blut durch 20, 30+ kg mehr an Gewebe zu pumpen als vorgesehen, und dann belastet es natürlich das gesamte Skelett so viel mehr herumzutragen.


    Ich meine, ich brauche nicht zu erklären, dass es für Knie und Knochen und Bänder in den Beinen einen Riesenunterschied macht, ob sie täglich vielleicht 60 oder 90 kg tragen müssen.

    Die Wirbelsäule wird auch zusammengedrückt, sodass es bei Menschen, die viel abgenommen haben, durchaus so aussehen kann, als wären sie 2-3 cm gewachsen, weil sich ihre Wirbelsäule strecken können und die Bandscheiben nicht mehr gequetscht werden.


    Unser Körper ist eben nicht darauf ausgerichtet diese hohe Belastung zu ertragen. Das gilt auch für alle Organe, die langsam verfetten, bzw. werden die Lunge und das Herz im Schlaf durch das Gewicht gequetscht. Also speziell dann, wenn man kein Rückenschläfer ist. Mit Normalgewicht ist es ziemlich egal in welcher Position du schläfst, weil dein Eigengewicht nicht ausreicht um deine Organe zusammenzupressen.


    Zweitens produzieren Fettzellen diverse Hormone, die am Vorgänge des Metabolismus beteiligt sind. So einige adipöse Menschen leiden unter Stoffwechselerkrankungen, aber die sind nicht unbedingt immer genetisch bedingt, sondern aufgrund des gestörten Metabolismus entstanden.


    Und wie Quartilein sagt: nur weil ein, meist jüngerer, Körper das momentan noch aushält, heißt es nicht, dass er das in 5 oder 10 Jahren immer noch tut.


    Übrigens, nicht falsch verstehen: Selbstverständlich bin ich für einen Abbau der Diskriminierung übergewichtiger Menschen, besser zugänglichen Bildungs- und Beratungsangeboten sowie strengeren Regularien für die Lebensmittelindustrie (ein erster Schritt wäre zu verbieten, dass uns diese umbringen darf). Die von Übergewicht ausgehenden Gefahren allerdings herunterzuspielen oder etwa komplett zu leugnen ist mit Verlaub nicht nur unwissenschaftlich, sondern sogar grob fahrlässig.

    Eben das. Man kann nun adipös oder Kettenraucher sein und für sich selbst entscheiden, dass man daran nichts ändern will. Von mir aus und solange die Person mir nicht besonders nahesteht, ist es mir auch egal, aber wenn man Gefahren, die von Übergewicht ausgehen, so sehr verleugnet und Cherrypicking bei den Studien betreibt, ist das genauso ein Quacksalberei bzw. will man die Realität nicht sehen, wie jemand, der sich sagt: "Was? Als Kettenraucher bekomme ich keinen Lungenkrebs. Das haben sich die Pharmafirmen(tm) ausgedacht!"


    Ich meine Alaiya , ich stimme dir bei so einigen anderen Themen zu, aber am Ende ist es egal ob du oder jemand anderes falsche Fakten verbreitet. Normalerweise bist du doch sonst so beharrt darauf faktentreu zu argumentieren, aber hier biegst du dir doch viel zurecht.

  • Übergewicht und erst Recht Fettleibigkeit ist ausnahmslos immer ungesund. Vergessen wir Mal das Risiko für diverse Krankheiten und die frühere Sterberate. Auch akut bringt (starkes) Übergewicht nur Nachteile. Das erhöhte Gewicht, das auf den Gelenken lastet, die schiere Masse die man mit sich rumschleppen muss, die Menge an Fett, die sich um die Organe sammelt und auf den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt Einfluss nimmt. Bei Männern z.B. sorgt Adipositas nicht nur zur verringerten Produktion von Testosteron, es erhöht auch die Aromatase, die Testosteron vermehrt in Östrogen umwandelt. Die Evolution hat nicht vorgesehen, dass ein menschlicher Körper so aussieht. Die Evolution hat nicht vorgesehen, dass man Schnappatmung und Schweißausbrüche bekommt, wenn man den Hügel hinaufspaziert. So ein Körper ist doch gar nicht funktionsfähig.


    Und ja, es gibt auch Menschen, die haben von vorn herein Probleme mit Stoffwechsel und/oder Hormonen (wobei sich bei vielen auch da was mit Medikamenten machen lässt), aber bei den meisten ist es halt der Lebensstil; junkfood und mangelnde Bewegung, die wiederum zu Stoffwechsel- und hormonellen Problemen führt. Das Argument, man könne es sich nicht leisten gesund zu sein, versteh ich auch nicht. Junkfood ist teurer als unverarbeitete Lebensmittel, und man kauft automatisch mehr, um seine Cravings zu stillen.


    Übertragen wir das Mal auf die Tierwelt. Es gibt übergewichtige Haustiere. Aber übergewichtige Tiere in der Natur gibt es keine. Why is that so? Gibt's Stoffwechselprobleme nur in einer industrialisierten Gesellschaft, die Essen im Überfluss hat? Oder ist es doch der Lebensstil und das Essverhalten, das zu hormonellen und Stoffwechselproblemen führt?

  • Dazu möchte ich auch was sagen.

    Meine Freundin hat im letzten Sommer an einem abnehm Programm an der Uni teilgenommen.

    Dort wurden verschiedene Tests etc. Durchgeführt.

    Ich habe keine Ahnung, in weit sowas stimmt aber dort wurde gemessen, nur anhand von der ausgeatmeten Luft, das sie irgendwie weniger Kalorien verbrennt, als mit Probanden.

    Fand das interessant. Ob das jetzt 100 pro zutrifft, weiß ich nicht, bin kein Professor.

    Was ich damit sagen will, glaube schon das manche die Kalorien einfach schneller drauf haben, als andere.


    Und das möchte ich auch noch loswerden.

    Die Menschen beschweren sich, daß ein weißer einen Inder synchronisiert zb.

    Etc.

    Das dicke in sämtlichen Serien und Filmen aber als ungebremste fress Maschinen dargestellt werden, die eigentlich an gar nichts anderes denken, als die komplette Sendezeit nur zu fressen, darüber beschwert sich niemand?

    Das ist was, das mich tierisch aufregt.

    ☹️ Kenn selber einige Leute, die bißchen mehr auf den rippen haben, meistens ess ich mehr als die.

  • Was ich damit sagen will, glaube schon das manche die Kalorien einfach schneller drauf haben, als andere.

    worauf man aber auch viel Einfluss hat, da der Lebensstil eben Einfluss auf den Stoffwechsel hat. Geringere Muskelmasse in Kombination mit starkem Übergewicht verlangsamt den Stoffwechsel. Ein aktiver Lebensstil mit regelmäßigem Sport und höherer Muskelmasse hingegen sorgt dafür, dass du auch im Ruhezustand mehr Kalorien verbrennst. Und wenn deine Ernährung größtenteils aus gesunden, unverarbeiteten Lebensmitteln besteht, eben in Kombination mit nem aktiven Lebensstil und einer guten Körperkomposition, so ist das ein sehr effektives Mittel gegen Übergewicht.

  • Also ich habe jetzt nicht alle 500 Beiträge durchgelesen, aber ich weiss, dass Stoffwechsel definitiv auch was mit den Genen zu tun hat.

    Ich habe Freunde, die können essen was sie wollen und betreiben absolut keinen Sport, abgesehen von "normalem Gehen", und die bleiben dünn wie ein Zahnstocher.

    So viel Glück habe ich leider nicht. Sobald ich mal für eine Zeit lang keinen schweisstreibenden Sport mache nehme ich zu. Und das bei normaler Ernährung, sprich 1800-2100kcal. Aber sobald ich wieder mit Sport anfange (2-4mal in der Woche), kann ich auch wieder Kuchen ohne schlechtes Gewissen essen :yeah:


    Aber es ist wohl wahr, es gibt diese Menschen, die können Kuchen und Co. essen, ohne nur einen Schweisstropfen zu verlieren und bleiben trotzdem schlank und rank.


    Manchmal ist man auch überrascht wie viel Kalorien ein Essen mit sich bringen kann. Bei uns ist gerade der Cheesy Lover im BurgerKing aktuell. Ich weiss, das ist nicht jedermanns/fraus Geschmack, ich habe den Burger auch nicht probiert, aber zur Verdeutlichung was sich in so einem Junkfood-Burger verstecken kann:



    Man sieht sofort, dass dieser Burger einige kcal mit sich bringt. Aber wie viele es tatsächlich sind hätte ich niemals gedacht! Ihr seht auf diesem Bild geballte 1596kcal. Geschmeidige 1600kcal, wenn ihr diesen Burger in 5min verputzt :yeah:

    Ich esse eigentlich gerne mal zwischendurch bei McDonalds oder BurgerKing, vor allem wenn es was neues zum Ausprobieren gibt. Aber als ich diese Zahl gesehen habe, verging mir der Appetit. Es gibt leckerere und qualitativ hochwertigere Möglichkeiten an 1600kcal zu kommen, für die ich mich dann doch lieber entscheide :assi:

    Ich hab' das jetzt nur gepostet, weil es manchmal gar nicht so klar ist, dass man mit einem "grossen" Burger, den man in 5min verspeist, nahezu den kompletten Tagesbedarf abdecken kann. Wer sowas nicht ahnt und bei sowas eher mit 600-800kcal rechnet, muss sich natürlich nicht wundern, wenn das Abnehmen, trotz Sport, schwer fällt.

    Leute mit irgendwelchen Krankheiten mal ausgenommen. Wie immer gilt bei meinen Beiträgen, dass sie nicht auf jeden einzelnen Menschen auf der Erde zutreffend sind, bevor sich wieder jemand, der/die jeden Tag 2 Stunden Sport treibt und auf die Ernährung achtet, missverstanden oder nicht ernst genommen fühlt.


    Mein Motto: Wenn ich mal faul bin und trotzdem Süsses essen möchte, dann besteht mein Abendessen aus Kuchen, Keksen und Schokolade (natürlich sollte dann wenigstens das Mittagessen gesund gewesen sein) :yeah: solange ich dazu nicht noch "herzhaft" esse kann auch mal auf Sport verzichtet werden. Hauptsache das wird nicht zu meinem Wochen-Motto, weil wenn die Muskeln vom Sport mal alle weg sind, ist da nur noch ein ganz schmaler Grat zwischen 1 Kuchen und 0 Kuchen zum Abendessen :upsidedown:

    Umgekehrt funktioniert das natürlich auch. Je mehr Muskeln ich habe, umso mehr Junkfood kann ich essen und trotzdem schlank bleiben :ahahaha: aber das wissen ja bereits alle, hihi.


    Ach ja, Corona hat faul gemacht... Aber der Sommer kommt, das bedeutet zur Zeit erlaube ich mir Kuchen sowieso nur noch durch Sport :assi: hab' leider nicht diesen geilen Stoffwechsel, um schlank zu bleiben durch nichts-tun.


    ich selbst kriege als noch übergewichtige Person auch nen Brechreiz, wenn die Body Positivity Bewegung kommt und sich einredet, es ist cool, so zu sein wie man ist, das ist halt einfach wirklich nicht gesund, das kann man sich schön reden wie man will.^^"

    Da muss ich sofort an die Sängerin Adele denken :yeah:

    Mir fällt es auch schwer zu glauben, dass sich dicke Menschen wirklich wohl fühlen. Aber ich sehe, dass doch Menschen existieren, die darauf stehen 🤷🏻‍♀️ Keine Ahnung, wie das geht. Ich kann nur für mich sprechen und ich finde es nicht besonders attraktiv. Also ich habe nichts gegen dickere Menschen, als Freunde ist mir das egal. Aber "verlieben" könnte ich mich nicht in so einen Menschen.

  • Ich habe Freunde, die können essen was sie wollen und betreiben absolut keinen Sport, abgesehen von "normalem Gehen", und die bleiben dünn wie ein Zahnstocher.

    Gibt's auch, z.B. bei ner Schilddrüsenüberfunktion. Aber ich denke das ist weit seltener der Fall als man annimmt. Und auch die Aussage "die können essen was und wie viel sie wollen ohne Sport zu machen und bleiben dünn" ist glaube ich auch etwas überspitzt. Wenn wir daraus mal ne Studie machen, in der die Leute wirklich alles wahllos in sich reinstopfen im hohen Kalorienüberschuss, dann sieht das ganze schon anders aus. Meist sieht man bei diesen Leuten nur einen kleinen Ausschnitt ihres Ess- und Aktivitätsverhaltens und schließt daraus ein Muster.


    Wenn jeder einen gesunden Lebensstil führen würde, aus regelmäßigem Sport/Bewegung und größtenteils gesunden, unverarbeiteten Lebensmitteln, dazu keine Softdrinks und kein Alkohol, dazu im Kaloriendefizit oder Erhaltungskalorien, dann wären sehr viel weniger übergewichtig oder gar Adipös.

  • Jein. Natürlich ist vieles natürlich auch genetisch bedingt, aber man kann durchaus einen Stoffwechsel antreiben und wenn man von sich weiß, dass man dazu neigt schneller zuzunehmen, liegt es eben in der Eigenverantwortung darauf zu achten, was man isst.


    Meine Mom konnte in ihrer Jugend und bis sie etwa Ende 30 war auch alles essen, was sie wollte ohne dick zu werden, und nun wundert sie sich, dass das so eben nicht mehr weitergeht, aber sie hat ihr Verhalten auch nicht umgestellt und das obwohl ihr schon drei Ärzt/innen gesagt haben, dass sie zumindest so 15 kg Übergewicht hat. Das ist nun keine Kleinigkeit.

    Bei ist aus ihrer Sicht auch alles andere Schuld, nur nicht ihr eigenes Essverhalten, aka Stoffwechsel, Alter, Schwangerschaften ... Sie sieht zwar ein, dass dies ungesund bis auch gefährlich kann, aber zieht keine Konsequenzen daraus.


    In meinen Augen hat es sich auch etwas zur heutigen Mentalität entwickelt, dass man alles andere als Schuldige vorschiebt, aber nicht man selbst und dieses auch als Grund vorschiebt, weshalb man nichts an sich ändern kann. Und ein bisschen verstecken sich manche Menschen auch hinter Studien, ihren Genen, Alter, gesellschaftlichen Zuständen etc., die sie als Grund vorschieben, weshalb sie einer Situation hilflos ausgeliefert zu sehen glauben.



    IcEDoG


    Das Ding sieht für mich ziemlich eklig aus, aber ja, ich hätte ihn auch etwa auf 1.500 kcal geschätzt. xD

    Ich meine, das Problem ist ja nicht, wenn man alle paar Monate so ein Teil isst, sondern wenn man es dauernd tut. ^^"


    Und es ist nunmal Fakt, dass Adipositas erst zu so einem großen Problem geworden ist seitdem industriell stark verarbeitete Lebensmittel und Fast Food zum festen Bestandteil im Alltag vieler Menschen geworden sind. Leider sind diese auch heutzutage günstiger als selbst und gesund zu kochen.


    Man muss aber auch sagen, dass viele erwachsene Menschen erschreckenderweise nichtmal die einfachsten Rezepte selbst kochen können und auch keine Zeit und Energie investieren, um ordentlich kochen zu lernen. Es ist einfacher ein komisches Ding in die Mikrowelle zu schieben und für zehn Minuten reinzustarren, oder was vom Macci mitzunehmen. ^^"

  • Ich verstehe nicht, wieso das eine weniger ein Problem sein soll? Sowohl das Z-Wort als auch das I-Wort sind falsch und werden von dieser Gruppe Menschen als Beleidigung angesehen, kann ja nicht so schwer sein, es einfach sein zu lassen, diese Dinge zu sagen. Gibt auch das Wort Indigene Völker für I-Wort und für Z-Wort kann man einfach Sinti und Roma sagen, oder nur Roma.

    Ist ja nicht so schwer meine Güte. Ändert nichts dran, dass auch das Stigma für dicke Menschen scheiße ist und es überholt gehört.


    Zum Thema:

    Gibt's auch, z.B. bei ner Schilddrüsenüberfunktion. Aber ich denke das ist weit seltener der Fall als man annimmt. Und auch die Aussage "die können essen was und wie viel sie wollen ohne Sport zu machen und bleiben dünn" ist glaube ich auch etwas überspitzt. Wenn wir daraus mal ne Studie machen, in der die Leute wirklich alles wahllos in sich reinstopfen im hohen Kalorienüberschuss, dann sieht das ganze schon anders aus. Meist sieht man bei diesen Leuten nur einen kleinen Ausschnitt ihres Ess- und Aktivitätsverhaltens und schließt daraus ein Muster.

    Ich bin legit einer dieser Menschen, die einfach alles essen können und sich nicht bewegen und trotzdem ihr Gewicht ziemlich konstant halten. Ne Schilddrüsenkrankheit habe ich in jedem Fall nicht, es war einfach schon immer so ka.

    Da meine Ernährung zum Großteil nur aus Pommes und Mayonnaise, Ofenkäse und Pizza besteht, würde ich es auch nicht als sonderlich gesund bezeichnen. Ich schätze es hängt damit zusammen, dass ich insgesamt relativ wenig esse im vergleich zu anderen Leuten. Gab schon so Tage, da habe ich so eine ganze Tiefkühltorte für mich alleine in zwei Tagen aufgegessen. Andere müssten die Stücke nur schief anschauen und haben schon zugenommen uff.


    Wenn jeder einen gesunden Lebensstil führen würde, aus regelmäßigem Sport/Bewegung und größtenteils gesunden, unverarbeiteten Lebensmitteln, dazu keine Softdrinks und kein Alkohol, dazu im Kaloriendefizit oder Erhaltungskalorien, dann wären sehr viel weniger übergewichtig oder gar Adipös.

    Leben wir in einer perfekten Welt? I don't think so. Es wird halt immer Menschen geben, die übergewichtig sind. Nicht alle von ihnen können was dafür. Mein*e vegane Freund*in ist auch etwas dicker, ernährt sich aber zehnmal gesünder als ich und fährt noch dazu regelmäßig Fahrrad. Sehe da kein Verhältnis zwischen dick sein und Gesundheit.

    Natürlich wenn wir hier jetzt von einem extrem Gewicht reden, verstehe ich wovon geredet wird. Über hundert, wenn nicht sogar mehr Kilo zu wiegen, ist nicht gesund und geht mit einigen Nebenwirkungen einher.

    Aber na ja so ka 20 - 30 Kilo über dem "Idealgewicht" machen jetzt nicht so einen extremen Unterschied für den menschlichen Körper.

  • ich selbst kriege als noch übergewichtige Person auch nen Brechreiz, wenn die Body Positivity Bewegung kommt und sich einredet, es ist cool, so zu sein wie man ist, das ist halt einfach wirklich nicht gesund, das kann man sich schön reden wie man will.^^"

    Uff, ich hab mir lange überlegt, ob ich auf dieses Thema antworten soll/möchte, aber als ebenfalls ehemals fettleibige Person (hab mal 120kg gewogen zu meinen krassesten Zeiten, und ich bin nur 1,59m) sehe ich das glaube ich bisschen anders. Triggerwarnung an der Stelle, weil ich über meine Essstörung spreche.


    Der Punkt an Body Positivity ist nicht mal Fettleibigkeit zu glorifizieren. Ich glaube keine Person, die (extrem) übergewichtig ist, denkt sich "nice, ich liebe es ein hohes gesundheitliches Risiko zu haben! Ich finds super mich nicht gescheit bewegen zu können!" Aber der Punkt ist einfach, dass man, wenn man sich nicht selbst zumindest respektiert und sich als Mensch wertschätzen kann, auch nie dazu in der Lage sein wird, etwas an seinem Status Quo zu ändern. Und wenn er es doch tut, wird das ganze meist üble Folgen haben. Aus Selbsthass abzunehmen und weil die Leute einen "unattraktiv" finden und man nicht als Datingmaterial gesehen wird, wird an der Beziehung mit Essen nichts ändern, im Gegenteil, wie Alaiya schon gesagt hat. Eigentlich haben die meisten Personen, die ein hohes Körpergewicht haben - mal von Muskelmasse und so abgesehen - eine ungesunde und geschädigte Beziehung mit Essen und ihren Gefühlen. Und Leute regelrecht reinzumobben und sie auf ihr Gewicht zu beschränken, führt nicht dazu, dass sich an diesen psychischen und emotionalen Problemen auch nur irgendwas tut. Eben wenn man sich ungeliebt, wertlos und nicht begehrenswert fühlt, greift man zur Chipstüte und anderem Trost.

    Deswegen wenn man etwas daran ändern möchte, wie zunehmend fettleibig die westliche Welt wird, sollte man sich mehr für mental health einsetzen, Essstörungen nicht tabuisieren (Bulimia Nervosa und Anorexia Nervosa sind nicht die einzigen Essstörung, und man kann auch essgestört sein ohne einen BMI unter 17 zu haben!) und Stigma, die wir als Gesellschaft eben dicken Menschen gegenüber hegen, mal ein wenig zurückfahren. Sie bringen nichts und generieren langfristig nur mehr Schäden.


    Eigentlich wollte ich nicht unbedingt so offen über meine Essstörung sprechen, im Hinblick darauf, dass es Leuten aber vielleicht helfen könnte, hier mal ein kleiner Erfahrungsbericht meinerseits.

    Ich habe im Sommer 2017 relativ schnell fast 45 Kilo meines Körpergewichts verloren. Ich war damals in einem enormen psychischen Tief , habe einfach keinen Hunger mehr gehabt - obwohl ich als Kind der emotional eater schlechthin war - und habe, ohne wirklich drauf zu achten, innerhalb von ein paar Wochen 15 Kilo gedroppt, und war zum ersten Mal seit Jahren unter 100kg. Das hat mich aus dem Tief gepusht, emotional gesehen, und ich bin süchtig nach den Erfolgsgefühl geworden. Ich habe teilweise nur noch Grünzeug und Protein gegessen, am Tag 2 Stunden Sport gemacht und mich regelrecht runtergemagert. Jede Kalorie, auf die ich verzichten konnte, kam nicht auf meinen Teller. Ich habe an meinem Geburtstag nicht mal Kuchen gegessen. Nicht mal einen Bissen. Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil ich dachte ich dürfte nicht. Weil ich ernsthaft dachte, dass mir 400 Kalorien oder so den Fortschritt für die ganze Woche ruinieren. Diese ganz oder gar nicht Mentalität kommt öfter mal bei essgestörten Leuten vor btw.


    Ich war irgendwann so durch, dass ich sogar Salz, Salatgurken und Essig abgewogen und eingetragen habe. Ich bin süchtig nach der Leere in meinem Magen geworden, und jedes Mal, wenn ich ein Kompliment bekommen habe, hat das mein Ego noch mehr gepusht, ich habe mich fast schon herausgefordert gesehen. Vor allem dann von Leuten, die mich ewig nicht gesehen haben. "Du siehst viel besser aus als früher, krass bist du jetzt heiß!" - Aha, also alles dran setzen, dass ich ja nicht mehr so aussehe!

    Ich hab mega gut ausgesehen und war physisch in der Form meines Lebens, keine Frage, und ich war fit wie ein Turnschuh, aber ich habe mir meinen Körper langfristig kaputtgemacht. Gesundheit ist eben nicht nur das, was andere außen an dir sehen. Man muss bei Gewichtsverlust nicht immer Beifall klatschen, sondern auch nachfragen, wie es der Person geht. Vor allem wenn es eben enorm rapide passiert. Hinterfragen, wie das zustande kam und ob die Person mal darüber reden mag. Nicht die ganze Gesundheit eines Menschen abtun mit "war fett, nimmt jetzt ab, also ist das doch spitze!" Nicht genug Gewichtsverlust passiert, weil man gemäßigt seine Gesundheit und seine Lebensqualität verbessern möchte. Häufig ist immer Negativität, Selbsthass und Zwang im Spiel. Und daraus entstehen dann im Endeffekt böse Folgeerkrankungen, psychisch und physisch.


    Ich habe heute Probleme mit meinem Blutdruck - zu niedrig - und kippe manchmal einfach um, obwohl ich mich nach wie vor viel und gerne bewege und jeden Tag Sport mache. Nach dem Sport friere ich öfter, auch bei hohen Temperaturen. Im Sommer wird mir kalt, wenn ich ein Eis esse, und ich habe das Bedürfnis mir eine Decke oder so überzuwerfen. Ich wünschte wirklich, dass ich damals aus Liebe zu mir abgenommen hätte, und nicht aus Ekel vor mir, meinem Körper und allem, was andere damit verbunden haben. Dann hätte ich ein langsameres Tempo eingelegt und mir nicht im Zuge meiner strikten Diät einen eventuell permanenten Schaden an meinem Körper zugefügt. Ich hätte mir gewünscht, dass mich jemand ausbremst, mir vor Augen führt, welches ungesunde gegensätzliche Extrem meine Beziehung zu Essen angenommen hat.


    Deswegen hier noch ein kleines Wort an alle, die sich in einer Situation erkennen, in der sie abnehmen möchten und viele Gedanken daran verlieren: super, dass du was für dich und dein Leben tun willst. Der größte Akt von Selbstliebe ist sein fragiles, problematisches Ich zu nehmen und sich darum zu kümmern, als wäre es ein Freund, der deine Hilfe, Pflege und Liebe braucht. Du bist nicht weniger liebenswert, schön oder einzigartig, weil du dick bist. Und eben weil du eine wundervolle Person bist, ist es deine Aufgabe, diese Person zu schützen und das Beste für sie zu tun. Zwing dich nicht zu Sport, der dir keinen Spaß macht, Abnehmen ist eine langfristige Lifestyleumstellung. Du musst etwas finden, an dem du dranbleiben kannst. Du hasst Joggen? Dann geh nicht joggen. Du magst schwimmen? Dann geh schwimmen! Ich habe mit Tanzen angefangen und mich regelrecht ins (Körper)Gewichtetraining verliebt. Und bei der Ernährung ist es genauso, brich bitte nichts übers Knie, sprich mal mit deinem Hausarzt und einem Ernährungsberater. Es geht nicht darum, 100% clean zu essen, es geht auch nicht darum nur perfekte Tage zu haben, die nach Plan laufen. Es geht darum, die allermeiste Zeit bei seinem Plan zu bleiben und ihn so ins Leben zu integrieren, dass man dranbleiben kann.

    Und an alle die für dicke Mitmenschen angenehmere Freund*innen werden wollen: Bitte beschränkt die Leute nicht auf ihr Äußeres. Bitte komplimentiert, wenn die Leute abnehmen, nicht "wie gut sie jetzt aussehen", sondern wie nice ihr das einfach findet, dass sie etwas für sich tun, auf einen gesunden Körper hinarbeiten und ihr stolz seid. Bietet an mal gemeinsam Sport zu machen. Wenn ihr wisst dass die Person eine Lifestyleumstellung gemacht hat und sie zum Essen vorbeikommt, schaut dass ihr dem entgegenkommen könnt. Pullt nicht Sprüche wie "ach hab dich nicht so und iss doch mal/trink doch mal hiervon", und genauso wenig auch "Hä bist du nicht eigentlich auf Diät?". Reduziert andere nicht auf eure ästhetischen Vorstellungen. Und reduziert euch selbst auch nicht drauf.

  • Leben wir in einer perfekten Welt? I don't think so. Es wird halt immer Menschen geben, die übergewichtig sind. Nicht alle von ihnen können was dafür.

    Jap. Ist keine perfekte Welt und viele Menschen haben unterschiedliches Suchtverhalten. Sei es Ernährung, Rauchen, Alkohol, Drogen. Aber man muss sich halt nichts vormachen und es auf die Gene schieben. Die spielen auch ne Rolle, aber nicht so häufig und stark wie einem manchmal weiß gemacht wird.

    Mein*e vegane Freund*in ist auch etwas dicker, ernährt sich aber zehnmal gesünder als ich und fährt noch dazu regelmäßig Fahrrad. Sehe da kein Verhältnis zwischen dick sein und Gesundheit.

    Ist immer schwierig, mit so einer anekdotischen Evidenz. Was heißt gesünder, was isst sie, wie viel isst sie, wie viel Fahrrad fährt sie, tritt sie pausenlos in die Pedale und bewegt sich ne Stunde lang mit 25km/h? Bisschen Freizeitfahrradfahren ist halt kein wirklicher Sport, ich würde es kaum als fordernde Aktivität bezeichnen.

    20 - 30 Kilo über dem "Idealgewicht" machen jetzt nicht so einen extremen Unterschied für den menschlichen Körper

    Ich denke schon. Ist halt ne Range. Je höher das Übergewicht, desto gesundheitlich unvorteilhafter. Auch "Idealgewicht" ist ja in der Regel eine Bandbreite von ca. 5kg bzw. einem gewissen Körperfettanteil. Ob du ein paar kg mehr oder weniger wiegst, dein Körperfettanteil ein paar % höher oder niedriger ist, ist nicht ausschlaggebend, solange du dich in der gesunden Range befindest.


    Aber 20-30kg ist in meinen Augen schon starkes Übergewicht und ziemlich ungesund. Natürlich nicht so ungesund wie 50kg, aber bei weitem nicht so gesund wie 0-5kg.

  • Gibt's auch, z.B. bei ner Schilddrüsenüberfunktion. Aber ich denke das ist weit seltener der Fall als man annimmt

    Ich bin legit einer dieser Menschen, die einfach alles essen können und sich nicht bewegen und trotzdem ihr Gewicht ziemlich konstant halten. Ne Schilddrüsenkrankheit habe ich in jedem Fall nicht, es war einfach schon immer so ka.

    Kann als Schilddrüsenerkrankte sagen, dass es auch nicht so einfach darauf zurück zu führen ist.

    Ich habe bspw. Unterfunktion, welchen man nachsagt, dass sie etwas mehr Gewicht hätten und dicker seien. Ich selbst hatte aber nie zu viel Körpergewicht. Hab sowas im Normalbereich wahrscheinlich, zumindest hab ich das bisher immer gehört. ^^"

    Das Gegenteil, eine Überfunktion, gibts auch in meinem Umfeld. Die Personen sollen ja dünner sein und so weiter. Gar nicht der Fall bei dieser. Sogar eher dicklicher als ich.


    Es hat also nicht unbedingt mit der Schilddrüse zu tun, wenn man nun dünner oder schnell dicker ist. Und ja ihr habt auch nicht so geschrieben, als wäre es der Grund für euch. Wollte nur eigene Erfahrung dahingehend mitteilen. Würde sagen, dass es durchaus eine Rolle spielen kann. Es aber nicht immer die alleinige Erklärung darstellt.

    Denke, dass es auf die Gesamtkomposition bei jedem Menschen ankommt. Es wurde schon Stoffwechsel benannt und andere Faktoren spielen natürlich auch eine Rolle.

  • 20-30 kg sind ein Riesenunterschied... Der Arzt* hatte auch zu meiner Mom gesagt, dass jedes Kilo über dem Idealgewicht eine Extrabelastung darstellt, weil sie Osteoporose und einen Kreuzbandriss hat. Ich hatte sie begleitet, weil sie recht schlecht gehen konnte, aber sie hat immer noch nichts verändert.


    Btw. Wenigstens füttert sie jetzt die Katzen weniger mit Leckerli. Die sind erst 3 1/2 Jahre alt und waren letztens schon etwas mollig. Da lag es bei ihnen laut ihr auch "am Stoffwechsel". For sure ...

    Ich war da echt sauer, dass sie den Katzen dauernd was von den Leckerli zusteckt, wenn sie daheim sitzt und ihr fad ist. :pinch:

    Jetzt sehen sie wenigstens wieder recht normal aus. ^^"



    Und wenn du jetzt Mitte 20 bist, halten deine Knochen und Gelenke und Bänder noch eher aus, aber diese Dauerbelastung auf den Bewegungs- und Stützapparat sind für den Körper unzumutbar, selbst wenn es deinen inneren Organen daweil noch gutgeht.


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    *und ja, ich glaube Ärzt*innen, die über viele Medizin studiert und täglich mit diesen Menschen zu tun haben, mehr als angebliche Wissenschaftler*innen, die dem wissenschaftlichen Konsens widersprechen. Es gibt auch 1 % der Wissenschaftler*innen, die den Klimawandel leugnen, aber die werden von sonst keinen anerkannt...

  • 2010 war ich auch übergwichtig, und wog ca 100 Kilo. War meinen Medikamenten und dem schlechten Essen geschuldet. Lebte damals in einer betreuten WG. Ich habe auch viel zu viel genascht, und auch nebenbei viel zu viel Cola und Eistee getrunken.

    Als ich dann endlich wieder zuhause wohnte, merket ich erst was es heisst dick zu sein. Ich war früher viel wandern, und das auch vor meiner Zeit in der WG, daher kann ich guten Vergleich ziehen. War wieder mal mit meinem Vater unterwegs bergauf. Ich musste alle 5 Minuten stehen bleiben, weil ich fast keine Luft bekahm. Es war schrecklich.


    Dann habe ich die Meidkamente abgesetzt und meine Ernährung grund auf umgestellt. Mehr Gemüse, keine Süßen Sachen mehr und weiter wandern, auch wenn es eine Qual war. In einem halben Jahr bin ich auf 70 Kilo runtergefallen. Und da merkte ich wieder wie gut es mir ging.


    Man muss kein Arzt sein, um zu wissen das Übergwicht eine menge Nachteile bringt. Von den ganzen Krankheiten die man bekommen kann, mal abgesehen. Man ist auch nicht mehr so fit, Je nach dem wie stark das Übergewicht ist, ist die Bewegung eingeschränkt. Und erst die blöden Sprüche über das Übergwicht, ist auch nicht spaßig.

    Ich konnte mit meinem früherem Übergwicht, eben nicht mehr all das machen was ich wollte, sei es das wandern, oder klettern.


    Meine Meinung ist dazu ganz klar. Übergwicht bringt eine Menge Nachteile, und je nach dem wie stark man dick ist, kann es auch schon mal passieren, das im Schlaf einem die Luft ausgeht. Bei mir war es nicht so extrem. Gott sei dank, doch werde ich viel mehr auf mich acht geben.

    Wenn man vielleicht 2- 3 Kilo mehr hat ist das nicht so Problematisch, als 30 +.

    Menschen sind ja nicht alle gleich veranlagt, was bei einem Übergewicht ist, kann bei anderen schon wieder normal sein.

  • Kann als Schilddrüsenerkrankte sagen, dass es auch nicht so einfach darauf zurück zu führen ist.

    Ich habe bspw. Unterfunktion, welchen man nachsagt, dass sie etwas mehr Gewicht hätten und dicker seien. Ich selbst hatte aber nie zu viel Körpergewicht. Hab sowas im Normalbereich wahrscheinlich, zumindest hab ich das bisher immer gehört. ^^"

    Das Gegenteil, eine Überfunktion, gibts auch in meinem Umfeld. Die Personen sollen ja dünner sein und so weiter. Gar nicht der Fall bei dieser. Sogar eher dicklicher als ich.

    Eine Schilddrüsenunter- oder überfunktion hat durchaus einen Einfluss auf den Kalorienverbrauch, der allerdings geringer ist, als man gemeinhin annimmt. Selbst bei einer sehr schweren Über- oder Unterfunktion sprechen wir da von 10-15% (Was eigentlich bereits ein Zustand ist, der dringend behandelt werden sollte). Jemand mit einem Ruheverbrauch von 2000kcal am Tag verbraucht also bei Unterfunktion im worst case rund 300 kcal weniger, bei Überfunktion rund 300kcal mehr am Tag (Al-Adsani et al., 2013).


    Das ist an sich natürlich auch nicht zu unterschätzen. Ernährt sich ein Mensch mit Unterfunktion genau gleich wie ein Mensch ohne Schilddrüsenerkrankung, wird der Mensch mit Unterfunktion selbstverständlich zunehmen. Rechnet man hier grob mit 7000kcal pro Kilogramm Körpergewicht kommt man darauf, dass der Mensch mit Unterfunktion alle 23 Tage ein Kilo zunehmen wird. Zumindest so lange, bis sich sein Ruheverbrauch aufgrund des höheren Körpergewichts so weit nach oben verschoben hat, dass die Schilddrüsenfehlfunktion kompensiert wird. Was man aber sieht: Dass eine Schilddrüsenunterfunktion ein unüberwindbares Hindernis bei der Gewichtsabnahme darstellen würde, ist ein falscher Mythos - erst recht, wenn sie behandelt wird.

  • Der Punkt an Body Positivity ist nicht mal Fettleibigkeit zu glorifizieren. Ich glaube keine Person, die (extrem) übergewichtig ist, denkt sich "nice, ich liebe es ein hohes gesundheitliches Risiko zu haben! Ich finds super mich nicht gescheit bewegen zu können!" Aber der Punkt ist einfach, dass man, wenn man sich nicht selbst zumindest respektiert und sich als Mensch wertschätzen kann, auch nie dazu in der Lage sein wird, etwas an seinem Status Quo zu ändern.

    Zum besseren Verständnis, ich rede von den Leuten, die sich Ihr Übergewicht schön reden und immer mit so einer Schiene kommen wie, "ich liebe mich so wie ich bin".

    Natürlich sollte man sich selbst lieben können, aber nicht mit so einem verfälschten Bild, ich habe zu Spitzenzeiten 120kg bei 1,80m Größe gewogen, zu keiner Zeit wäre ich auf die Idee gekommen mir so ein verfälschtes Bild einzureden, natürlich soll es auch nicht in eine krankhafte Richtung zu gehen, das sollte aber klar sein, nur ich wie schon gesagt als selbst noch übergewichtige Person sagen, ich muss bei solchen und nur solchen Leuten immer wieder die Augen verdrehen.

    Was ich hier schreibe soll aus einer Position eines gesunden "ichs" heraus kommen, man muss einfach erkennen, dass man sich lieben kann, aber auch einsehen, dass so ein Gewicht schon eher bedrohlich ist und wenn man außer die üblichen Symptome zu Anfang noch nichts verspürt, später recht sich das.


    Was das Thema Schilddrüse angeht, ich habe selbst eine Unterfunktion und muss einfach sagen, zu viele sagen, "dass ist meine Schilddrüse", natürlich, bevor sich hier gleich wieder jemand getriggert fühlt, das gilt nicht für alle, die das Problem haben, nur ich höre es halt viel zu oft und selbst ich habe schon zu meinem Arzt gesagt, "das kommt definitiv wenn überhaupt nur SEHR GERINGFÜGIG von der Schilddrüse".

    (Ich gehe eher davon aus, dass meine momentane Angeschlagenheit eher mehr aus der Schilddrüse gründet, als dass ich Übergewicht habe)


    Und ähm ein klein wenig Übergewicht ist nicht das Problem, die hier angesprochenen 20-30kg aber definitiv, ich meine ich bin mittlerweile wieder bei 100kg (Ziel sind 80kg), diese Massen belasten einfach akkut und auch später, ich bin zwar herz-kreislauferkrankt, aber wenn ich daran nichts ändere, wird das Gewicht dieses Problem deutlich verschlimmern und dafür lege ich meine Hand ins Feuer, vllt. in den nächsten 7 Jahren nicht, aber mit der Zeit könnte das sehr problematisch werden.


    Ich persönlich würde mich jetzt auch nicht so einschätzen, dass ich ein gestörtes Essverhalten habe, ich bin einfach nur faul und futtere sehr gerne, nach dem die Phase damals aufgehört hat, wo ich wirklich ungesundes Zeug gefuttert habe, war aber immer noch die Phase des "zu viel essens" da, man sich auch gesund ernähren und vollkommen übers Ziel hinausschießen.

    Jetzt esse ich einfach wesentlich ausgewogener und vor allem in NORMALEN Portionen (ein Dank an meinen Magen, der von sich aus bei den Portionen sagt, dass es genug ist, das macht es mir nur um so einfacherer), Sport werde ich trotzdem nicht wirklich mehr machen, ich wandere (momentan noch weniger, weil der Körper sich wieder dran gewöhnen soll) und später kommt das schwimmen dazu und um ehrlich zu sein, ich hab kein Bedarf mich sportlich zu trainieren, normales Gewicht und ein wenig Bewegung, damit ich nicht einroste, naja und natürlich ausgewogen und in normalen Portionen essen, das ist letztendlich mein Ziel, für zu viel Sport bin ich um ehrlich zu sein definitiv zu faul.^^"