Fantasy [Genrethread]

  • Hier der Versuch für ein neues Thread-Konzept: Genre-Threads.


    In diesem Thread soll es um das Genre Fantasy gehen: Sowohl konzeptionell, als auch speziell. Dabei könnt ihr hier über das Genre allgemein reden, aber auch über einzelne Bücher, Filme, Serien, Comics und dergleichen, sofern diese keinen eigenen Thread haben und eventuell zu unbekannt sind, um einen eigenen Thread zu rechtfertigen. (Damit einher geht aber auch die Bitte, detaillierte Diskussionen zu einem Franchise, das bereits einen eigenen Thread hat - wie Herr der Ringe oder Harry Potter - eure Diskussion in den entsprechenden Thread zu verlagern.)
    Wer mag kann gerne auch seine liebsten Werke vorstellen :)


    Zuerst jedoch einmal ein paar Informationen über das Genre allgemein ;)




    Fantasy Allgemein


    Fantasy als Genre wird allgemein dadurch definiert, dass es irgendwelche magischen oder auf andere Art und Weise übernatürliche Ereignisse eine Rolle spielen. Da dies fraglos nahezu 60% aller Fiktion - wenn nicht sogar mehr - als Fantasy qualifizieren würde, weil übernatürliches passiert sehr oft in fiktionalen Werken - wird das Genre meistens tatsächlich darüber definiert, dass Magie vorhanden ist oder alternative irgendeine Form von anderen Rassen, die magische und unnatürliche Eigenschaften an sich haben. Dennoch lässt sich feststellen, dass speziell das Genre Fantasy sehr schwer zu definieren ist, wenn es darum geht, es von anderen Genre (speziell von Paranormal Horror und verschiedenen Instanzen des Genre "Mystery" - und natürlich Science Fiction) abzugrenzen.




    Viele Teile eines ganzen - Die Fantasy Sub-Genre


    Daher dass Fantasy so umfangreich ist, wird das Genre meist in eine Reihe Subgenre aufgeteilt. Einige dieser Subgenre sind sicher den meisten bekannt. Dennoch hier für alle einmal eine Aufzählung der wichtigsten und bekanntesten Sub-Genre - auch wenn diese nicht immer klar voneinander zu trennen sind.


    [tabmenu][tab=High Fantasy]High Fantasy ist alles in allem das, woran die meisten denken, wenn ihnen das Wort "Fantasy" entgegen geworfen wird. Magier, Elfen, Zwerge und sonstiges kämpft einzeln oder mit vereinten Kräften gegen eine größere, bösartige Macht. Das Genre wird meist auch mit dem Genre der Epic Fantasy gleichgesetzt und bezeichnet, wie man sich daran ableiten kann, meist Geschichten im Stil der Antiken Epen.
    Erkennungsmerkmale sind meist eine andere Welt, klar erkennbare Helden, oft auch recht klare Grenzen zwischen Gut und Böse und meistens auch eine ganze Reihe von Rassen die miteinander oder gegeneinander kämpfen. Ebenso haben viele High Fantasy Geschichten große Schlachten und Kriegen irgendwo im Verlauf der Geschichte:


    Beispiele: Herr der Ringe, Das Rad der Zeit, Das Lied von Feuer und Eis
    [tab=Low Fantasy]Low Fantasy zu definieren. Manche sagen: Low Fantasy ist all das, was kein High Fantasy ist - frei nach dem Motto, dass man die beiden als "Primäre"-Fantasy-Subgenre ansehen kann und praktisch alles andere Sub-Sub-Genre sind.
    Wo sich jedoch alle einig sind: Low Fantasy spielt in einer primären Welt, die entweder unserer realen Welt entspricht oder stark an diese angelehnt ist. Magie existiert dabei nur eingeschränkt und nicht Menschliche Rassen sind meistens selten. Nach einigen Definitionen sind auch Antihelden hier eher zu finden.


    Beispiele: Der Klan der Otori, Ronja Räubertochter
    [tab=Urban Fantasy]Urban Fantasy - auch Contemporary Fantasy genannt - ist dagegen viel leichter zu definieren: Es ist Fantasy, das in unserer Welt oder einer ähnlichen Welt in unserer Modernen Zeit spielt. Das heißt, es ist Fantasy, dass in einem modernen Umfeld spielt, meist - wie der Name schon vermuten lässt - in einem Urbanen Umfeld. Dabei kann es sowohl sein, dass für den Hauptcharakter (und die Gesellschaft) die magischen Elemente erst neu eingeführt werden oder schon lange etabliert sind.
    Allerdings muss man hier teilweise eben zwischen Contemporary und Urban dahingehend differenzieren, dass einige Bücher - wie zum Beispiel Harry Potter - durchaus Contemporary sind, jedoch sicher nicht "Urban".


    Beispiele: Harry Potter, Harry Dresden Files, Vampires in Lousiana
    [tab=Science Fantasy]Science Fantasy ist all das, was viele Elemente der Science Fiction mit Elementen der Fantasy vereinigt. Also - wenn man so will - Science Fiction mit Magie oder auch "Fantasy im Weltall". Bei vielen Science Fantasy Serien ist es teilweise strittig, ob sie denn nun "Science Fiction" oder eben Fantasy sind oder welches Genre den Hauptanteil ausmacht.
    Es sei vielleicht gesagt, dass Science Fantasy nicht ausschließlich im Weltall angesiedelte Fantasy beschreibt, sondern durchaus so manch eine Post-Apokalyptische Fantasy-Geschichte.


    Beispiele: Star Wars, Dr. Who, Dune, Der dunkle Turm
    [tab=Dark Fantasy]Dark Fantasy ist, wie der Name schon vermuten lässt, eher düsteres Fantasy mit sehr düsteren, dreckigen Settings und meistens auch Horror-Einflüssen. Oft kommen Monster vor, aber auch Thematiken wie Kriege und Traumata. Helden sind oftmals weniger Helden und es gibt keine klare Grenze zwischen "Gut" und "Böse" (oft - nicht immer). Viele Geschichten des Genre sind oft mit Absicht verwirrend erzählt, so dass nicht immer klar ist, was Real ist und was nicht. Der Übergang zu verschiedenen Bereichen der Genre Horror und Mystery sind hier fließend.


    Beispiele: Das alte Königreich, Hexer-Saga, Neverwhere
    [tab=Comic Fantasy]Comic Fantasy beschreibt Fantasy-Geschichten, die auf humorvolle und oft parodische Weise geschrieben sind. Die Geschichten haben oft unübliche Helden und überraschende Endungen vor Schluss.


    Beispiele: Scheibenwelt, Sternenwanderer, Das Wandelnde Schloss (Bücher!)
    [tab=Animal Fantasy]In Animal Fantasy spielen Tiere die Hauptrollen und nehmen - meist auf vermenschlichte Art und Weise - die üblichen Rollen der Menschen. In vielen, aber nicht allen Fällen, spielen diese Bücher in Welten, in denen es keine Menschen gibt und die Tiere eine eigene Gesellschaft aufgebaut haben, oder in einer Welt, in der die Tiere sich der Existenz von Menschen nicht bewusst sind.


    Beispiele: Warrior Cats, Unten am Fluss, Guardians
    [tab=Multiverse Fantasy]Multiverse Fantasy oder Multidimensional Fantasy beschreibt Geschichten, in denen der Wechsel zwischen verschiedenen Welten eine große Rolle spielt. In diesen Geschichten existieren mindestens zwei Welten, zwischen denen die Charaktere reisen können oder müssen. Wie dieses Reisen nun geschieht, ist von Geschichte zu Geschichte sehr unterschiedlich.


    Beispiele: His Dark Materials, Narnia
    [tab=Steampunk]Steampunk ist ein Genre, dass irgendwo zwischen Science Fiction und Fantasy steht. In vielen Fällen ist es eher unter den "Alternate History"-Fantasygeschichten anzusiedeln oder unter Low Fantasy, doch es gibt auch Geschichten, in denen der Science Fiction Anteil dominiert.
    Steampunk-Geschichten sind darüber definiert, dass in unserer oder einer unserer Welt ähnlichen die Geschichte der Welt meist zur viktorianischen Zeit und industriellen Revolution sich anders entwickelt hat und sämtliche Technik durch Mechanische und meist Dampfbetriebene Elemente Beherrscht wird. In den Fällen, wo es als Fantasy-Subgenre gesehen werden kann, werden viele elektrische Entwicklungen, wie Telefon und dergleichen durch magische Aperate ersetzt.


    Beispiele: Retribution Falls, Court of the Air, The different Engine
    [tab=Hard Fantasy]Hard Fantasy ist ebenfalls etwas schwer zu definierend und bezüglich der definitionen sehr strittig. Allgemein lässt sich sagen: Hard Fantasy bezeichnet Fantasy mit einem eher realistischen Setting - bei dem laut einigen Definitionen auch die magischen Elemente wissenschaftlich oder logisch erklärt werden. Das kann sich in sehr begrenzter Magie mit ausführlichen Definitionen, aber auch darin äußern, dass in einem Mittelaltersetting die Leute an einfachen Krankheiten sterben.


    Beispiele: Kingkiller Chronicles, Mistborn
    [tab=Sonstige]Neben den genannten gibt es noch einige andere Fantasy-Genre, zu denen ich an dieser Stelle jedoch erst einmal nichts schreiben werde. Sollte jemand eine Definition für eins der Genre schreiben wollen, so füge ich es gerne noch hinzu.
    Eine kurze Liste:

    • Gaslight Fantasy
    • Arcanepunk
    • Dying Earth Fantasy
    • Dystopian Fantasy
    • Weird Fantasy
    • Wild West Fantasy
    • Historical Fantasy
    • Wuxia Fantasy

    [/tabmenu]




    Fantasy im Bisaboard


    Anbei eine kurze Aufzählung von Fantasy-Franchises, die hier einen eigenen Thread haben.


    [High Fantasy] Herr der Ringe
    [Swashbuckling Fantasy] Fluch der Karibik
    [Contemporary Fantasy] Harry Potter
    [Animal Fantasy] Kung Fu Panda
    [Science Fantasy] Star Wars
    [Science Fantasy] Dr. Who
    [Low Fantasy/Steampunk] Avatar - The Last Airbender
    [Low Fantasy] Merlin - Die neuen Abenteuer
    [Urban Fantasy] Teen Wolf
    [Urban Fantasy] The Southern Vampire Mysteries
    [Multiverse Fantasy] His Dark Materials




    Fragen zur Diskussion:


    Was haltet ihr allgemein von Fantasy-Geschichten?
    Welche der Fantasy-Subgenre sind eure Lieblinge?
    Welche der Fantasy-Subgenre mögt ihr weniger?
    Welche Fantasy-Bücher sind eure Favoriten? Welche mögt ihr nicht?
    Welche Fantasy-Filme sind eure Favoriten? Welche mögt ihr nicht?
    Welche Fantasy-Serien mögt ihr? Welche nicht?

  • Was haltet ihr allgemein von Fantasy-Geschichten?
    Einerseits liebe ich sie, andererseits sind sie mir zu abgedreht, wenn das Reale verloren geht. Aber an sich ist Fantasy schon mein Lieblingsgenre, das aber gut mit anderen durchmischt sein muss, um nicht einseitig oder zu abgehoben zu erscheinen.


    Welche der Fantasy-Subgenre sind eure Lieblinge?
    Vom jetzigen Standpunkt aus, eindeutig Urban Fantasy mit Young Adult Fantasy und Romantik gemischt, da mich die Vermischung aus Realem und Fantasy fasziniert. Wenn es gut gemacht ist natürlich. Wichtig ist, dass kein Genre hervorgehoben und alle gleich behandelt werden, sprich dass nicht vor lauter Romantik die eigentliche Geschichte untergeht oder umgekehrt die zwischenmenschlichen Beziehungen vernachlässigt werden.


    Welche der Fantasy-Subgenre mögt ihr weniger?
    Mittlerweile High Fantasy. Es wird halt ziemlich schnell uninteressant und ist dann auch zu weit weg von meiner Realität. Ich wurde in dem Genre eig. am besten mit Charakteren konfrontiert, die ich so gar nicht abkonnte, muss ich dazusagen.
    Ansonsten Science Fantasy wie Star Wars; interessiert mich einfach Nüsse ^^"


    Welche Fantasy-Bücher sind eure Favoriten?
    The Mortal Instruments, The Iron Fey, Witch Eyes, früher Eragon, Die Elfen, Der Friedhof der Kuscheltiere... und nun noch ein paar Dinge, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie Fantasy sind etc.


    Welche Fantasy-Filme sind eure Favoriten?
    Harry Potter an allererster Stelle =) und'n paar mehr wie Narnia und co.
    Interview mit einem Vampir fand ich auch sehr beeindruckend.


    Welche Fantasy-Serien mögt ihr?
    Avatar und ich denke, die meisten Animes sind auch Fantasy? Pokemon, Digimon (Science Fantasy, I guess?), Inuyasha und so weiter und so fort.
    Früher Charmed lol

  • Was haltet ihr allgemein von Fantasy-Geschichten?
    Wenn ich lese, lese ich ziemlich viel Fantasy, auch wenn ich mir bei der Anschaffung neuer Bücher/Reihen relativ schwer tue. Meist kaufe ich nach Empfehlungen von Freunden oder nach positiven Bewertung von Amazon, da es auch viel Mist auf dem Markt gibt, was als "Fantasy" bezeichnet wird. Bevorzugt lese ich eigentlich Fantasy-Romane, in denen Drachen vorkommen, weil ich ich doch eine Vorliebe für Drachen habe. :3


    Derzeit bin ich sowieso relativ lesefaul. Im Moment habe ich das dritte Buch von der Rhapsody-Saga angefangen bzw. zur Hälfte durch, sowie den zweiten Band von den Chroniken von Siala. Die Geheimnisse von Askir müsste ich mit dem zweiten Buch mal anfangen, aber... faul. xD GW2 frisst meine Zeit bis August auf.


    Welche der Fantasy-Subgenre sind eure Lieblinge?
    High-Fantasy lese ich recht viel, aber auch Urban-Fantasy und Animal Fantasy mag ich sehr gern. Romantik soll nur angedeutet werden, damit man selbst etwas zum Fangirlen und Kuppeln hat. xD


    Welche der Fantasy-Subgenre mögt ihr weniger?
    Über viele Subgenres kann ich mir kein Urteil erlauben, weil ich sie schlichtweg nicht kenne bzw. keine Bücher gelesen habe. Daher sage ich mal nichts dazu. ^^
    Ich mag aber mittlerweile nicht mehr, wenn in den Büchern Romantik zu sehr angedeutet wird und zu viel raum einnimmt und anschließend die eigentliche Handlung untergeht. Genauso wie ich es nicht ab kann, wenn die Charaktere gefühlt hunderte Schicksalsschläge erleiden müssen, damit so pseudo-dramatisch wirkt. (The Mortal Instruments-Reihe *hüstel*).


    Welche Fantasy-Bücher sind eure Favoriten? Welche mögt ihr nicht?
    Das erste Buch, welches mir gerade in den Sinn kommt: Wolfsaga. Es ist ein unglaublich schönes Buch. <3 Eragon, Ghostwalker, Rhapsody-Saga, Die Kämpferin-Saga und Die Geheimnisse von Askir sind meine Favoriten. =) Einfach weil ich sie gerne lese. Die Elfen mochte ich auch recht gern, aber irgendwie ist mir die Handlung fast schon zu komplex... Rein aus Neugier will ich aber noch Drachenelfen mir antun. xD
    Aber vor allem Ghostwalker hat's mir im Moment angetan. x3
    Warrior Cats habe ich abgebrochen bzw. pausiert derzeit. Irgendwie kann ich mich da nicht mehr mit anfreunden, auch wenn mittlerweile Staffel 4 draußen sind...


    Zudem sind mir die ganzen Vampir-Romane unheimlich... Möglicherweise weil ich Bis(s) gelesen habe, zuerst auch gut fand, aber näher betrachtet, ist das doch eh die gleiche Scheiße Mist; Handlung wenig durchdacht und logisch und die Chars flach wie Papier.


    Welche Fantasy-Filme sind eure Favoriten? Welche mögt ihr nicht?
    Ansonsten mag ich halt die typischen Fantasy-Filme wie Hobbit, Narnia (nur Teil 1 und 2, 3 ist Schrott *hüstel) und Harry Potter. Herr der Ringe ist jetzt nicht sooo mein Fall, besteht nur aus Schlachten und so... Und ach: Eragon war ein Griff ins Klo, aber dermaßen. xD


    Welche Fantasy-Serien mögt ihr? Welche nicht?
    Kann man die Robin Hood-Serie vom BBC als Fantasy betrachten? Wenn dann, Robin Hood, aber auch nur weil ich Richard Armitage liebe. xD Und Arrow habe ich auch gehypt. ^^ Da bin ich echt schon auf die zweite Staffel gespant. Laurel und Oliver. <3  

  • Digimon (Science Fantasy, I guess?


    Kommt ein wenig auf die Staffel an. Tamers und Savers sind sicher Science Fantasy. Die anderen gehen viel eher in Richtung Multiverse Fantasy.




    So, dann will ich selbst einmal posten :P Yay.


    Was haltet ihr allgemein von Fantasy-Geschichten?
    Nun, allgemein ist unabhängig vom Medium Fantasy sicherlich mein liebstes Genre. Egal ob nun bei Büchern, Filmen, Serien, Spielen, Anime/Manga oder eben auch als thematische Inspiration für Musik ^-^ Das Genre bietet einfach so viele Möglichkeiten in alle Richtungen zu gehen und viele Szenarien durchzuspielen, dass es an sich immer wieder eine Freude ist. Es gibt viele Szenarien, die sich einfach besonders gut durchspielen lassen, wenn man verschiedene Rassen mit wirklich verschiedenen Voraussetzungen und Magie als Waffe hat. Und auch so bietet es viele Möglichkeiten in alle Bereiche - und sei es zur Parodie.


    Gleichzeitig gibt es aber auch vieles, was mich im Bezug auf das Genre stört.
    Das erste ist, dass es - wie sowieso alle Medienbereiche - vom Copy-Paste-Syndrom betroffen ist. Ist eine Geschichte erfolgreich, werden zig Sachen im selben Stil auf den Markt geworfen, bis man es nicht mehr sehen kann. Und so haben wir hundert tausende Möchte-Gern Mittelerden, tausende Möchte-Gern Hogwartses und tausende Möchte-Gern Eragons (und das obwohl Eragon selbst schön Möchtegern Mittelerde gemischt mit Möchtegern Star Wars und ein paar Drachen war). Und allgemein finde ich es elendig Langweilig, dass man meist mit denselben Rassen konfrontiert wird und diese sich auch noch immer ähnlich zueinander verhalten. Alle Zwerge hassen Elfen und so.
    Ebenso ist das Genre einfach per se sehr anfällig für Mary Sue Hauptcharaktere - und zwar von der schlimmen Sorte: Flache Wishfulfillment Charaktere. Mary Sues müssen hier nicht einmal etwas schlimmes sein. Ich meine, es gibt viele Mary Sues in dem Genre, aber einige sind sympathische, tolle Charaktere, die einfach nur ein wenig overpowered sind. Aber die meisten sind eben doch flach und als Charakter einfach so unantastbar von der Story... Ich habe nichts gegen das Mädchen, dass irgendwie ohne ienen Kratzer aus einer Schlacht herauskommt, aber gegen das Mädchen, dass ohne Kratzer und ohne psychische Nachwirkungen daraus kommt ^^"


    Außerdem habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass die Charaktere in dem Genre immer jünger werden. Als ich groß wurde waren Fantasy-Charaktere außerhalb der Kinder- und Jugendbücher normal mit Hauptcharakteren zwischen 30 und 60 ausgestattet (sofern diese nicht unsterblich waren oder einer anderen Rasse angehörten und dementsprechend älter waren). Aber ich muss in letzter Zeit vor allem bei den Erscheinungen außerhalb der ewig langen Reihen und einzelner der etablierten Autoren Sachen suchen, wo der Hauptcharakter älter als 25 ist. -.- Ich kann Kinder, die die Welt retten, einfach nicht ernst nehmen. *grummel*
    Und ein anderes Problem, was ich habe, ist der ganze Schnulzenscheiß. Das fing ursprünglich unter anderem mit dem Young Adult Scheiß an - auch wenn sicher einige der großen Contemporary Reihen ebenfalls mit reingespielt haben - und schwabbt aber immer mehr in den Erwachsenenbereich rein. Ich habe nichts dagegen, wenn Liebe AUCH eine Rolle spielt, aber in so vielen Büchern (vor allem außerhalb der bereits etablierten Autoren) ist es schwer Sachen zu finden, die "Fantasy mit Romantik", anstatt "Hirnlose Romanze mit ein paar Fantasyelementen" sind. -.-" Vor allem schlimm wird es dann, wenn die romantische Beziehung zum einzigen Antriebsfaktor der Story wird. *seufz* Und natürlich muss es ja auch immer mindestens ein Dreieck sein, ne? Also eine Frau, zwei Männer. (Und ich würde jubeln, wäre es mal zumindest so, dass sich einer der Männer zwischen Frau und anderem Mann entscheidet.)




    Lieblings- und Hass-Subgenre?
    Nun, Liebling ist zum einen Low Fantasy und Dark Fanatasy - am besten in Mischung miteinander. Zum anderen aber auch alles, was in die Richtung Mutliversum und Alternative Geschichte geht. In beiden Fällen allerdings nur dann, wenn sich die Autoren Gedanken darum gemacht haben, wie das ganze aufgebaut sein soll und was wohl welche Auswirkungen gehabt hätte. Na ja, und ich habe eventuell auch eine Schwäche für Comic Fantasy. Und allgemein muss - außerhalb von Comic Fantasy zumindest, weil Comic hat ja "The rule of funny" - irgendwie möglichst viel "Hard Fantasy" enthalten sein. Also es muss erklärt sein und nicht einfach nur "For the lols" sein. Dinge müssen Nachvollziehbar sein. Und ich jubel bei einem historischen Setting, wenn nicht alles nach Rosen riecht. :)


    Anti-Genre ist zum einen High Fantasy... Ich liebe zwar Herr der Ringe, aber davon abgesehen hat das Genre wirklich nichts mehr hervorgebracht, das mich wirklich überzeugen konnte. Mich stört einfach dieses klare "Gut und Böse" und eben die hier sehr stark vertretenen Tropes.
    Womit ich alles in allem gar nichts anfangen kann ist außerdem Animal Fantasy und Antropromorphic Fantasy. Ich stehe nicht auf Furries und bei Animal Fantasy werden mir die Tiere einfach zu sehr vermenschlicht - zu einem Punkt, dass ich nicht sehe, was der Sinn dahinter ist, Tiere für diese Rollen zu nutzen.
    Und... Na ja, ich mag das Konzept von Contemporary Fantasy sehr gerne und es gibt sicher immer wieder Bücher, die mir zusagen. Aber das große ganze am Genre... Es gibt hier einfach zu viel, was in Richtung Paranormal Romance geht...



    Lieblingsbücher und Bücher, die ich weniger gern mag
    Meine Lieblings-Fantasy-Buchreihen zu nennen ist recht einfach: His Dark Materials, Hexer-Saga, Das alte Königreich, Die magischen Schlösser und Die Königsmörder Chroniken.
    His Dark Materials ist einfach nur... Na ja, viel besser kann Fantasy eigentlich nicht mehr werden - weder stilistisch, noch inhaltlich. Die Bücher sind durchdacht, die Charaktere sind lebensecht und die Welten sind wundervoll ausgebaut.
    Die Hexer-Saga lässt stilistisch vielleicht ein paar wünsche offen (was, so denke ich mir, aber auch an anderen konventionen der polnischen Literatur liegen mag), hat aber unglaublich tolle Charaktere und schafft es, gleichzeitig dramatisch und zum schreien komisch zu sein. Außerdem: Hurray für Fantasy, in dem Leute an Pocken krepieren und Leute aufs Klo gehen. Und ein großes Hurray für das fehlen von "Gut" und "Böse".
    Das alte Königreich ist von den Thematiken ziemlich ungewöhnlich für Jugendfantasy und hatte auch ein bisschen das Feeling von Multiverse. Außerdem waren die Bücher sehr atmosphärisch und teilweise richtig gruselig.
    Die magischen Schlösser sind halt genau mein Humor und ich kann sie einfach immer mal wieder zwischendurch lesen. Die Charaktere sind einfach durchgehend unterhaltsam. Auch wenn das schönste wirklich Kindskopf-Howl und seine Beziehung zu Sophie und Sohnemann ist. Ich liebe es, wie sich diese Familie zoffen kann. xD
    Und Die Königsmörder Chroniken mag ich vor allem, weil Kvothe ein so herrlich kaputter Charakter ist. Ich mag kaputte Charaktere, die psychisch durch den Wind sind <3 Damit kann man so schön viel machen. Außerdem mag ich es, wie klar die Regeln für die Magei aufgebaut sind. ^-^ Bin mal gespannt, ob davon noch eine Verfilmung kommt.


    Naja, außerdem seien vielleicht noch die Vampires in Lousiana Romane genannt sein. Auch wenn mir zwischendurch die Beziehung zwischen Sookie und Eric zu sehr in den Vordergrund gerückt ist, so waren die Bücher allein vom Worldbuilding her sehr faszinierend und hatten viele sympathische Charaktere.
    Und dann ist da noch der Einzelband The Price of Freedom. <3


    Wenn es um "Nicht mögen" geht... Nun, da haben wir einige Sachen.
    Zuerst sei einmal die Anita Blake Reihe genannt. Ich komme damit klar, wenn ein Charakter von "bis oben zugeknüpft" zu "notgeil" wechselt. Echt. Aber nicht, wenn der Charakter gleichzeitig auch noch eben so übermächtig wird, dass er schon glatt als Halbgottheit durchgeht. Am Anfang mochte ich die Bücher noch, weil sie schön dreckig waren. Aber Anita war irgendwann einfach nur eine unausstehliche Sue.
    Dann fällt mir noch dieser ganze Block des modernen "Young Adult" Zeugs ein. Das ist einfach alles so ein Schwachsinn. Nicht nur, dass sie zu großen Teilen gleich aufgebaut sind, maximal mit einem anderen Setting (und das dämliche Love Triangle habe ich ja schon erwähnt, ne?). Außerdem retten immer Teenager die Welt. Am schlimmsten, neben dem ganzen Vampir/Werwolf-Romance-Schmu, finde ich wohl The Moral Instruments, weil ich es einfach... Nun, ernsthaft, die Bücher haben teilweise Seitenweise aus anderen büchern oder sogar Fanfictions geklaut. >.< Bitte, das ist eine Beleidigung!
    Außerdem... Nun, dann hätten wir noch Game of Thrones... Ernsthaft... Was ist daran so interessant? Ich habe die ersten drei Bücher gelesen und es nicht verstanden. Klar: Arya und Tyrion sind cool. Aber sonst? Ich meine, ich kann mir auch einfach ein Geschichtsbuch zu dem Krieg der Rosen durchlesen und spare mir eine Menge Zeit und übertriebene Beschreibungen von allen möglichen FSK 18 Kram...
    Zuletzt noch: ALLES von Wolfgang Hohlbein und Familie, die seit Jahrzehtnen dasselbe Buch mit ausgetauschtem Szenario schreiben... Yay. -.-"



    Fantasy-Filme
    Okay, hier ist die Liste meiner Lieblingsfilme zu lang, um dazu noch viel zu sagen *lol* Lieblingsfilme sind: Die Fluch der Karibik-Trilogie, Kung Fu Panda, How to train your dragon, Sternwanderer, Pans Labyrinth, The Devils Backbone, Hellboy (vor allem Teil 2), Coraline, Paranormal, beide "Die Wächter" Filme und viele, viele mehr. *hust* Ich habe auch zugegebener Maßen eine Schwäche für die Comicbook-Esquen Dark-Fantasy Klamotten wie Underworld. Und natürlich das meiste von Marvel sowieso xD"


    Nicht mögen... Na ja, machen wir es mal kurz und Schmerzlos, ich will noch lesen xD"
    Zum einen werde ich nie mit Peter Jacksons Herr der Ringe so wirklich wahr werden, weil es für mich einfach nicht das Gefühl der Bücher einfängt. Ich meine, ich habe den zweiten Hobbit-Film als Trashfilm gesehen und genießen können... Aber als ernstzunehmenden Fantasyfilm? Nope.
    Und dann natürlich... Der ganze, meist schlecht und billig produzierte Kram beruhend auf dem Young Adult Schmu. Das einzig positive an diesen: Langsam scheint man sich zumindest um gute Schauspieler zu bemühen, was einigen jungen Damen ein Karrieresprungbrett bietet. Ja, ich betone: Jungen Damen. Weil um gute Schauspieler bei den Kerlen scheint man sich weniger zu bemühen, eher um das Aussehen ohne Hemd. -.-"



    Fantasy-Serien
    Äh, ja. Positiv kann ich eigentlich nur noch Warehouse 13 nennen. Und natürlich Avatar. Warehouse 13 hat definitiv seinen Charme, sofern wir die letzte Staffel ignorieren. *grummel*
    Und Avatar war natürlich genial.


    Vor etwas mehr als einem Jahr hätte ich auch noch Once Upon a Time genannt, aber die letzte Staffel war echt eine Beleidigung. >.<


    Außerdem habe ich angefangen, mir mit meinem Mitbewohner die alte polnische Serie zur Hexer-Saga anzuschauen... Und bin ein wenig hin und her gerissen. Weil das Ding hat seinen Charme, weil sich wirklich Mühe gegeben wurde. Aber natürlich ist das Production Value unglaublich niedrig und diese unglaublich schlecht animierten Monster sind... Hach ja. Eher Traurig. xD"


    Als Gegenstücke fallen mir dann... Na ja, ich bin absolut kein Fan von dem HBO-Kram. Einfach, weil HBO so an ihrem Sex und an ihrem Gore hängen... Sie fühlen sich damit ja so erwachsen und ich denke mir "Oh man, da sind ein paar Leute nie aus der Pubertät heraus gekommen". Ich meine, die Serie haben ein hohes Production Value - Fraglos. Aber einfach die Übertriebenheit, was Sex und Gore angeht, ist für mich ein Gamebreaker...

  • Zitat von Alaiya

    Außerdem habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass die Charaktere in dem Genre immer jünger werden. Als ich groß wurde waren Fantasy-Charaktere außerhalb der Kinder- und Jugendbücher normal mit Hauptcharakteren zwischen 30 und 60 ausgestattet (sofern diese nicht unsterblich waren oder einer anderen Rasse angehörten und dementsprechend älter waren). Aber ich muss in letzter Zeit vor allem bei den Erscheinungen außerhalb der ewig langen Reihen und einzelner der etablierten Autoren Sachen suchen, wo der Hauptcharakter älter als 25 ist. -.- Ich kann Kinder, die die Welt retten, einfach nicht ernst nehmen. *grummel*


    Hm da bin ich ganz anderer Meinung. Vor allem, da mich bisher keiner der älteren Hauptcharaktere wirklich angesprochen hat. Was nicht heißt, dass einige nicht okay waren.
    Wen ich zB vom Charakterstereotyp gar nicht mochte war dieser Mensch von den Elfen-Büchern, Name vergessen, der die Frauen so notgeil immer betrachtet hat. Alter, notgeiler Bock >,>


    Einige wirken auch eher "alters-verbittert" und das möchte ich nicht womöglich ein paar hundert Seiten oder sogar mehrere Bände lang erleben.
    Jugendliche wirken da etwas… frischer? Selbst wenn sie schon viel Scheiße erlebt haben sollten, liegt ihr restliches Leben noch vor ihnen. Außerdem war zB. jeder mal in der Schule und hatte vll einen Schwarm, den er sich nicht getraut hat anzusprechen, Freundschaften, Sorge um Noten, Streit mit ka wem und so weiter. Wenn es gut und authentisch gemacht ist, KANN sowas herzig sein. Dieses "Selbstfindungsalter" kann echt berührend sein.
    Aber ich geb dir Recht, dass diese Love Triangles, die zum Erbrechen breitgetreten werden, unnötig und oftmals aufgesetzt.
    Mich stören an den jungen Mädels eher, dass da oft Dreistigkeit mit Stärke gleichgesetzt wird. Ich sitz da, spür wie der Lesespaß abfällt und ich denke: nein, lieber Autor, dein Mädchen ist nicht cool, wenn sie wegen ieinem Schmu jemanden eine klatscht, sie ist nur eine blöde Gans und in dem Augenblick sollst du sie als Zicke darstellen und nicht so, als wäre sie bewundernswert.


    Aber an sich ist mein "Lieblingsprotaalter" zwischen 16 und 25, eher so 16,17.

  • Jugendliche wirken da etwas… frischer? Selbst wenn sie schon viel Scheiße erlebt haben sollten, liegt ihr restliches Leben noch vor ihnen. Außerdem war zB. jeder mal in der Schule und hatte vll einen Schwarm, den er sich nicht getraut hat anzusprechen, Freundschaften, Sorge um Noten, Streit mit ka wem und so weiter. Wenn es gut und authentisch gemacht ist, KANN sowas herzig sein. Dieses "Selbstfindungsalter" kann echt berührend sein.


    Aber allein diese Themen, die du ansprichst, machen es ja gerade zu einem Problem bei Fantasy: Ja, hallo, hier steht das Schicksal der Welt auf dem Spiel (oder bestenfalls, wenn wir ein wenig realistischer sind) das Schicksal eines Landes, das Verhindern eines Kriegs oder was auch immer... Und Madame oder Mister Teenager hat gerade nichts besseres zu tun, als sich um Freundschaften oder Liebschaften zu kümmern, sich über Eltern, Lehrer und andere Authoritätspersonen aufzuregen (oder auch über die Menge an etwaigen Hausaufgaben, was erstaunlich häufig bei Contemporary der Fall ist) und muss irgendwie dabei sich noch um die Schule kümmern - ist ja auch viel wichtiger als das Schicksal von Stadt, Land oder Welt. Jedenfalls aus Sicht des Autors, der unbedingt Alltagsdrama reinbringen will.
    Dazu kommt, dass ich 98% der Bälger - denn nichts anderes sind diese Teenies: Pubertäre Bälger - nicht abkaufe, dass sie irgendetwas anderes machen, sobald sie dem bösen Monster in die Quere kommen, außer (Option A) schreiend davon zu laufen und sich in die Hose zu pinkeln oder (Option B) wie ein Reh zu erstarren und darauf zu warten erledigt zu werden. Das kaufe ich nur Bälgern ab, die ihr halbes Leben darauf vorbereitet wurden oder allgemein in einer Kriegssituation aufgewachsen sind... Und die demnach aber eher wenig Gedanken an die üblichen Teenagerprobleme verschwenden (die eventuell zwar vorkommen: Weil Hormone werden zwar durch Stress unterdrückt, aber nicht ganz abgestellt, aber nie in dem Rahmen, wie sie meist abgehandelt werden). Und ebenso ist es unglaubwürdig, dass Teenager, die nicht darauf vorbereitet wurden, eine Armee führen... Oder das Teenager, die in den meisten dieser Romane auch selten mehr als ein, zwei Jahre Training bekommen, den großen Oberbösewicht, gegen den Ritter, erfahrene Magier, Elfenlords und weiß der Teufel was noch alles hoffnungslos unterlegen waren, einfach mal eben erledigen... Was dann meist damit begründet wird, dass der besagte Teenager halt "der Auserwählte" ist. Auserwählte my ass. Das ist lazy storytelling, sonst nichts.


    Ich komme noch damit klar, wenn in Kinderbüchern Kinder die helfen sind und das alles irgendwie machen. Weil... Kinder.
    Ist es bei Jugendbüchern der Fall, so schlage ich schon meinen Kopf wogegen, aber gut, ich verstehe es noch und kann bei unserem Thalia die Existenz jener zweiten Etage einfach ignorieren.
    Aber bei Büchern für Erwachsene? Nope. Einfach nein.
    Vor allem kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum man als Erwachsener (als Leser und als Autor) eine solche Faszination mit einem Alter hat, in dem man sich permanent ungerecht behandelt fühlt, vor lauter Hormonen und daher auch Emotionen nicht weiß, wohin damit, und wo Schule und Lehrer ein großes Lebensproblem darstellten. Ich meine, wären es Coming Of Age Geschichten... Aber ganz ehrlich: Ich wüsste nicht, wann ich das letzte Mal in einem Buch eine wirkliche Coming Of Age Geschichte konsumier habe... Film. Ja. Weiß ich: How to train your dragon. Aber in einem Buch? Die Teenager sind nicht Teenager, um entsprechendes Coming of Age einzubauen, denn so etwas gibt es heute in Büchern nicht mehr, sondern um hirnloses Teenie-Drama einzubauen, dass im Vergleich zum realen Leben bei den meisten eigentlich nur eine Hochgezogene Augenbraue, ein Augendrehen oder ein amüsiertes Lächeln hervorbringen sollte...


    Wenn ein älterer Charakter verbittert ist, so ist er das meist mit gutem Grund. Das ist nachvollziehbar und hat auch von außen Betrachtet Hand und Fuß.
    Wenn ein Teenager mal wieder findet, dass die Welt ungerecht ist, so mag es aus der Sicht einer Hormonschleuder vielleicht nachvollziehbar sein und Teenie-Leser, der/die Mutter vorher noch "Du verstehst mich wirklich überhaupt nicht!" vor den Kopf und die Tür zu schlug, wird sich dann durch das Buch auch total verstanden fühlen... Aber als rationaler, erwachsener Mensch, der sieht, dass es nicht nur auf der Welt, sondern auch im Leben des besagten fiktionalen Charakters größere Probleme als Freundschaften, Liebschaften, Hausaufgaben und Eltern, die einen nicht auf eine Party lassen, gibt, schüttelt man nur den Kopf.



    Deswegen feiere ich es ja auch gerade beim Wieder-Mal-Lesen von der Hexer-Reihe so sehr, wie Ciri, nach eineinhalb Jahren Kampftraining in die Welt hinaus zieht und sich da Ausmahlt, was für eine große Heldin sie sein kann. Sie reitet voraus, um richtig Soldatin zu spielen... Und dann wird die Karawane angegriffen und was macht Ciri? Sie verfällt erst in Panik, dann zieht sie ihr Schwert, dann sieht sie jemanden sterben und dann bleibt sie wie erstarrt zitternd stehend, bis ihr Ziehvater sie rettet und sie anweist, sich zu verstecken, was sie dann auch macht. Und das ist wohlgemerkt ein Kind (bzw. eine Jugendliche) die zu diesem Zeitpunkt einen Krieg, ein Massaker und eine mehrmonatige Flucht überlebt und danach als Kämpferin ausgebildet wurde.

  • Ich weiß nicht, hab mich nicht dauernd ungerecht behandelt gefühlt. Das hängt sicher auch viel mit den eigenen Erfahrungen und der eigenen Einstellung zusammen, ob man gerne an eine vergangene Lebensspanne zurückdenkt. Und ehrlich, ich kenne und kannte nur wenige Jugendliche, die jede Woche ihre "neue große Liebe" gefunden haben und mit Hormonen vollgestopfte Bälger waren ^^" viele waren der Meinung, dass man sich vernünftig jemanden "ansehen" muss und das nicht nur eine Woche lang, weil viele von sich selbst sagten, dass sie nicht jeden wollen, nur weil sie den gerade interessant fanden.
    Und es gibt genug Jugendliche, die nicht diese "Niemand versteht mich!"-Emos sind. Die kann man auch so darstellen. Das, was du darstellst, sind Extremfälle, die es gibt, aber man ist nicht gezwungen sie zu schreiben/Bücher damit zu lesen.


    Das eigentlich Interessante ist der Spagat zwischen der Handlung und der persönlichen Entwicklung. Dieser "Alltagsärger" gibt den Charakteren viel Menschlichkeit. Das muss ja nicht gerade mitten in der Kriegssituation passieren.
    Nur weil der ältere Charakter aus gutem Grund verbittert ist, heißt es nicht, dass man ihn gerne als Hauptcharakter sieht. Ich habe an sich mehr Respekt vor Charakteren, die an Krisen leiden und dann stärker werden, obwohl sie trotzdem noch daran leiden, anstatt griesgrämig und alle Menschen hassend. Da hab ich auch an echten Menschen vollsten Respekt.


    Außerdem würden wir alle erstarren oder davonlaufen, wenn wir dem "Oberlord" gegenüberstehen, auch mit 30+ noch, es sei denn man ist schon seit Kindesbeinen oder Jahren, Jahren gedrillt und jede menschliche Regung "rausgeprügelt" worden. Viele Leser erwarten von Charakteren so viel, wozu sie selbst (wie 99 % der Menschen) nichtmal ansatzweise in der Lage wären. Wären wir einfach nicht.


    Was ist bei vielen erwachsenen Charakteren? (nicht nur in Fantasy) Richtig, sie streiten mit Ehefrau und Chef, was dasselbe in himmelblau ist. Da würde man auch kopfschüttelnd dasitzen, wenn die Karriereleiter emporzusteigen wichtiger ist als der heranbrechende Krieg. Da ist es immer an der Zeit seine Prioritäten zu überdenken.


    Sobald es um einen Krieg uä. geht, wird es dann immer etwas "Größeres" geben, aber persönlich sind einem doch noch nahestehende Menschenleben am Wichtigsten und nicht das von Fremden. Daher ist es auch nicht unrealistisch, wenn an heiklen Stellen enge Freunde, Verwandte (vor allem Eltern, Geschwister, Großeltern) und Liebe über die Leben von Fremden gestellt werden.

  • Die Diskussion hat mich jezt an ein Buch erinnert, dass ich vor Jahren Mal gelesen habe. Ich hoffe/glaube, dass das ein Fantasy-Buch war (würde zumindest passen). Dabei handelt es sich um "Glenraven". Das Buch habe ich gelesen, als ich so 13/14 Jahre alt war. Zu der Zeit war ich wirklich extrem verrückt nach Fantasy und am liebsten waren mir Helden in meinem Alter oder ein wenig älter. Meiner Meinung nach war es da einfacher sich mit diesen zu identifizieren. Dementsprechend war ich anfangs etwas befangen beim Lesen, als ich mitgekriegt hatte, dass die Protagonistin eine über 30-Jährige verheiratete Frau ist. Im Laufe der Geschichte hat es mich allerdings immer weniger gestört. Einiges war sogar viel angenehmer, weil es glaubhafter wirkte. Vor allem aber, hat man hier auch genau diese Veränderung/Entwicklung mit gekriegt, die man eher von jüngeren Protagonisten gewohnt ist. Würde also auch jüngeren Lesern empfehlen sich mal an solche Bücher zu trauen. Jeder Mensch entwickelt sich ja im Laufe des Lebens und auch die Erfahrungen eines Erwachsenen können ganz gut verarbeitet werden. Letztendlich vergesse ich persönlich eh immer das Alter .. ich stell mir da keine 13-Jährigen vor, die kämpfen. Viele Bücher erwecken eher den Eindruck, als ob man 20- bis 30-Jährige hätte (zumindest die, die ich gelesen habe, weil da Kinder nicht wirklich Kinder waren). Jedenfalls ist mir Glenraven ziemlich stark im Gedächtnis geblieben. Ob das Buch insgesamt gut war, kann ich gar nicht mehr sagen. Aber diese Erfahrung Mal etwas zu lesen, in dem der Protagonist weit entfernt von meinem Alter ist, war doch positiv.


    Jedenfalls finde ich gerade bei Fantasy, dass das Alter oft verschwimmt. Oder eben eh nicht entsprechend durchgehalten wird. In meiner Vorstellung sind die Protagonisten mindestens 20 Jahre alt, allein schon, weil sie meistens alleine oder mit Gleichaltrigen durch die Weltgeschichte reisen und ich mir das bei nem 15-Jährigen absolut nicht vorstellen kann. Aber das Alter hat durchaus einen Wahrnehmungseffekt. Das schlimme Schicksal, das dem Protagonisten meist widerfährt, wirkt extremer (weil eben noch ein halbes Kind), die Entwicklung zum Helden wirkt beeindruckender (ja, weil halt ein halbes Kind) und man kann oft die große, erste, reine Liebe einbauen und es wirkt anscheinend glaubhafter bei jungen Menschen (weil erste Liebe). Autoren nutzen wohl diese Wahrnehmung gerne für sich aus. Aber wie bereits erwähnt, beim Lesen bleibt zwar dieses faktische Wissen bei mir erhalten, aber im Grunde ist mein Kopf-Kino-Protagonist älter, weil es besser zu den Situationen passt.

  • Und es gibt genug Jugendliche, die nicht diese "Niemand versteht mich!"-Emos sind. Die kann man auch so darstellen. Das, was du darstellst, sind Extremfälle, die es gibt, aber man ist nicht gezwungen sie zu schreiben/Bücher damit zu lesen.


    Schon einmal etwas vom Stilmittel der Übertreibung gehört?
    Aber letzten Endes sind es vor allem auch so Extremfälle, um die es in diesen Büchern meistens eh geht. Die Charaktere sind fast immer Außenseiter, finden es ja aber nicht schlimmer, weil reasions, kommen dann in ein Szenario, in welchem sie Freunde finden und außerdem ihm/ihr begegnen, der - so weiß der Leser sofort - das spätere Love Intrest sein wird. Dann meldet sich idealer Weise der Plot. Dann kommt der Trainingsabschnitt für was auch immer kommen soll. Dazwischen eventuell Kämpfe und unnötiges Alltagsdrama, was zu großen Teilen auch oft daraus resultiert, dass Hauptcharakter X Freunden und Familie nichts über Magie oder dergleichen sagen kann. Dann kommt das Finale in dessen Verlauf Love Intrest in Gefahr gerät und dann wird erst einmal ein vorläufiger Gegner (oder etwas in der Art) überwunden, weil es muss ja alles eine Trilogie sein - mindestens!


    Dieser "Alltagsärger" gibt den Charakteren viel Menschlichkeit.


    Nein. Er macht sie unsymptahisch und lässt das ganze Szenario unglaubwürdig erscheinen.


    Außerdem würden wir alle erstarren oder davonlaufen, wenn wir dem "Oberlord" gegenüberstehen, auch mit 30+ noch, es sei denn man ist schon seit Kindesbeinen oder Jahren, Jahren gedrillt und jede menschliche Regung "rausgeprügelt" worden. Viele Leser erwarten von Charakteren so viel, wozu sie selbst (wie 99 % der Menschen) nichtmal ansatzweise in der Lage wären. Wären wir einfach nicht.


    Genau deswegen möchte ich einen Charakter, dem ich diese Dinge, die er fraglos machen wird, abnehmen kann. Weil dem Endboss furchtlos gegenüberstehen tut am Ende der 50jährige genau so wie die 16jährige Sue. Aber dem 50jährigen, der schon eine Reihe Schlachten überlebt und zwischendurch sein Geld als Monsterjäger verdient hat, kann ich es abnehmen. Dem 16jährigen nicht.


    Was ist bei vielen erwachsenen Charakteren? (nicht nur in Fantasy) Richtig, sie streiten mit Ehefrau und Chef, was dasselbe in himmelblau ist. Da würde man auch kopfschüttelnd dasitzen, wenn die Karriereleiter emporzusteigen wichtiger ist als der heranbrechende Krieg. Da ist es immer an der Zeit seine Prioritäten zu überdenken.


    Und das weißt du woher: Ich meine, ich habe eine ganze Reihe Bücher mit Teeniehelden über mich ergehen lassen. Aber laut deinen eigenen Aussagen liest du keine Bücher mit erwachsenen Helden.
    Zur Information: Davon abgesehen, dass tatsächlich bei erstaunlich vielen der Contemporary Fantasy Serien mit erwachsenen Hauptcharakteren der Job etwas mit dem Handlungskonflikt zu tun hat (Anita Blake ist Nekromantin und arbeitet als solche als Consultant für die Polizei, was sie in die meisten Fälle reinbringt, Harry Dresden ist ebenfalls Consultant, wenngleich als Zauberer und nicht als Nekromant (und lässt für den Plot sogar eine hübsche, nackte, willige Frau stehen), und Rachel Morgan arbeitet ebenfalls als Nekromantin für die Paranormale Polizei in einer Welt, wo die Weltbevölkerung seit einer Seuche größtenteils aus Supes besteht).
    Und bei allem, was nicht mehr im Contemporary Rahmen (den ich wie gesagt langsam eh nicht mehr sehen kann, weil am Ende der Sex mir zu viel wird - also der ausgeschriebene Sex...) ist, hat dergleichen eher wenig. Die Charaktere sind dort nun einmal oft auf Reisen oder direkt im Krieg und dergleichen. Natürlich spielen dabei Beziehungen - Freundschaftlich, wie romantisch - durchaus eine Rolle, aber es ist halt Handlung mit diesen Elementen, anstatt "Alltagsdrama mit ein wenig eingestreuter Handlung".


    Davon einmal abgesehen... Du tust so, als gäbe es es nur eine Art von erwachsenen Charakteren (wieder ein Mangel an Erfahrung, würde ich schätzen). Aber wenn ich so zu meinem Bücherregal und meiner Ebook-Sammlung schaue, so sehe ich Büchern mit altklugen Idioten, Bücher mit hoffnungslosen Romantikern, Büchern mit zielgerichteten Soldaten, Bücher mit verlorenen Königen, Büchern mit notgeilen Vampiren... Bücher über Frauen, die ihren Weg gerade finden und Bücher über Frauen, die ihren Weg gefunden haben. Bücher, mit Charakteren, die bei Gewalt hysterisch ausflippen, und Bücher, deren Hauptcharaktere abgebrühte Mörder sind.
    Bei den Büchern, die erwachsene Hauptcharaktere haben, wohlgemerkt.


    Schaue ich nun zu den Büchern, speziell den Erscheinungen der sagen wir letzten 10 Jahren, mit Jugendlichen Hauptcharakteren, so sehe ich genau fünf verschiedene Typen von Hauptcharakteren: Zwei Männlich und zwei weiblich und einer geschlechtsneutral: Das starke Mädel mit Sue tendenzen, die Damsel in Distress, der Softi, der rebellische Kämpfer und der mysteriöse Charakter.
    Natürlich gibt es vereinzelte Hauptcahraktere, die aus dem Schemata herausfallen, aber die meisten... Sind in dem Rahmen.
    Und ich kann sogar noch einen verallgemeinernden Zusatz machen: Bei Dreiecksbeziehungen ist einer der beiden Mädchentypen mit entweder dem Softi und dem Rebellen oder mit einem der beiden und dem Mysteriösen zusammen, bei männlichen Hauptcharakteren ist der Rebell zwischen Sue und Mysteria hin und hergerissen.


    Das schlimme Schicksal, das dem Protagonisten meist widerfährt, wirkt extremer (weil eben noch ein halbes Kind), die Entwicklung zum Helden wirkt beeindruckender (ja, weil halt ein halbes Kind) und man kann oft die große, erste, reine Liebe einbauen und es wirkt anscheinend glaubhafter bei jungen Menschen (weil erste Liebe).


    Ich sehe es eher so: Das schlimme Schicksal wirkt übertriebener, die Entwicklung zum Held unglaubwürdiger und die große Liebe alberner.
    Das Schicksal, das nahezu immer tote Eltern enthält (wie Disney uns schon immer gelehrt hat: Du kannst mit Eltern kein Held sein! Das geht einfach nicht!), lässt einen die Augen verdrehen. Die Entwicklung zum Held nehme ich selten einem Kind ab, aus bereits genannten Gründen. Noch weniger nehme ich es ab, dass erwachsene Menschen mit viel mehr Erfahrung die Meinung jenes Kindes respektieren. Und die große Liebe... Nun, sehen wir es, wie es ist: Es ist eben diese dumme erste Liebe. Klar, für die betroffene Person ne tolle Sache, aber als jemand, der idese schon lange hinter sich gelassen hat ein "Na ja, rein statistisch gesehen ist das heute hui und morgen pfui und die beiden werden in drei Jahren wahrscheinlich nicht mehr miteinander sprechen. Etwas, was allein durch die Tatsache, dass die beiden sich unter Extremsituationen kennen gelernt haben, noch wahrscheinlicher wird. Und... bitte was? Die waren vor 16/17 noch nie verliebt? o.ô"
    Davon abgesehen, dass man gerade in der Pubertät, wenn man verliebt ist, dazu neigt, unglaublich irrational zu handeln. Ich meine, das macht Liebe auch noch mit erwachsenen Menschen, aber diese haben durch Erfahrung zumindest dieser Irrationalität mehr entgegen zu setzen.

  • Übertreibung muss man nicht mögen, nur weil es Stilmittel sind. Es gibt Leute, die machen sich durch ihre unausstehliche Art selbst zum Außenseiter, das mag auch in der Realität keiner - außer Menschen, die genauso sind.
    Wenn sie von anderen da hineingedrängt werden sieht es meist aus: guck, der arme Prota *Mitleidsschiene*, böse Gesellschaft, ALLE hassen ihn. *Menschenhassschiene*. Das ist auch schon fad, in einem jedem Szenario. Mädchen, die zb sind: buwäh, alle sind dumme Tussen, nur ich nicht, keiner mag mich - kill it with fire! Das kann man aber von so manchen erwachsenen Prota auch haben.


    By the way, ich fand zb Peter Parker und seine Freundin im
    neuen Film einfach ur sympathisch (dafür waren alle anderen richtig, richtig over the top…)


    Ich will einfach keinen Charakter, der schon so kaputt ist, dass ihm Angst ausgetrieben wurde. Man muss mit ihm schließlich zig Seiten lang auskommen. Da darf es unglaubwürdig sein, dass der Hauptcharakter den Oberlord besiegt, solange er die restlichen Seiten einfach nur ein normaler Mensch ist, dem nicht jede kleinste Gefühlsregung das Leben ausgetrieben hat.


    Und noch etwas: es gibt Kinder, die wirklich durch Kriege alles verlieren, für das Leben zwar gezeichnet sind, aber dennoch normal leben können und beziehungsfähig sind, da vor allem junge Menschen sehr schnell wieder zu Optimismus erlangen können und Charaktere, die "ja, ich habe Scheiße erlebt, aber ich bin verdammt nochmal jung und hab viel vor mir" sind eig. für mich das Berührendste.


    Zitat

    Nun, sehen wir es, wie es ist: Es ist eben diese dumme erste Liebe.


    Es gibt auch in der Realität Paare, die haben ihre "dumme" erste Liebe oder sogar Sandkastenfreunde geheiratet und nun drei Kinder. Meinen Respekt - aber nicht dafür, dass man die Gefühle anderer herunterspielt. Nur weil man selbst nicht erlebt, heißt es nicht, dass es anderen nicht vergönnt ist und jedes Teenagerpaar von oben herab als "paah, schau dir diese hormongebeutelten Bälger an, diese oberflächliche Liebe, das hält doch nicht", wenn die aber dann 20 Jahre später noch immer zusammen sind, was bei einigen Eltern meiner Freunde der Fall ist, ist man auf einmal ganz, ganz still. ;X

  • Übertreibung muss man nicht mögen, nur weil es Stilmittel sind. Es gibt Leute, die machen sich durch ihre unausstehliche Art selbst zum Außenseiter, das mag auch in der Realität keiner - außer Menschen, die genauso sind.


    Und genau deswegen mag ich keine Jugendlichen Hauptcharaktere, weil ich bisher in über 200 Büchern mit Teenie-Mains, die ich im Verlauf meines Lebens gelesen habe, gerade mal eine Hand voll Jugendliche Charaktere gefunden habe, die eben NICHT übertrieben und außerdem auf menschlicher Ebene glaubwürdig, waren.


    Ich will einfach keinen Charakter, der schon so kaputt ist, dass ihm Angst ausgetrieben wurde. Man muss mit ihm schließlich zig Seiten lang auskommen. Da darf es unglaubwürdig sein, dass der Hauptcharakter den Oberlord besiegt, solange er die restlichen Seiten einfach nur ein normaler Mensch ist, dem nicht jede kleinste Gefühlsregung das Leben ausgetrieben hat.


    Nur weil ein Charakter keine Angst zeigt, heißt es nicht, dass er keine Angst hat. (Davon abgesehen noch ein großes Hurra dafür, dass du meinen halben Beitrag ignroierst... Über die verschiedenen erwachsenen Charaktere und so.)


    Da ich die Bücher gerade extrem hype, hier einmal am Beispiel von Geralt von Rivia, dem Protagonisten der Hexer-Saga.
    Ich schreibe das ganze einmal in Spoiler, weil ich weiß, dass es hier Leute gibt, die die Bücher gerade erst lesen, nachdem sie durch den Steamsale vor zwei Wochen an Witcher 2 gekommen waren. Denn ja, ein paar Sachen werden hier eventuell gespoilert:


    Es ist einfach ein runder Charakter. Es ist verständlich, warum er seine Gefühle nicht offen zur schau trägt. Es ist auch verständlich, warum er keine Furcht zeigt. Es ist ebenso verständlich, warum er zynisch und grummelig ist.
    Genau so ist es aber auch nachvollziehbar, dass er im späteren Verlauf Gefühle und Furcht offener zeigt. Und mit Verlaub: Das ist dabei viel rührender, als ein Kind, das seine Angst (viel zu schnell und absolut erzwungen) überkommt.


    Und noch etwas: es gibt Kinder, die wirklich durch Kriege alles verlieren, für das Leben zwar gezeichnet sind, aber dennoch normal leben können und beziehungsfähig sind, da vor allem junge Menschen sehr schnell wieder zu Optimismus erlangen können und Charaktere, die "ja, ich habe Scheiße erlebt, aber ich bin verdammt nochmal jung und hab viel vor mir" sind eig. für mich das Berührendste.


    Du ignorierst nur die dazwischenliegende Zeit der fachmännischen Betreuung und Verarbeitung. Und die Tatsache, dass auch diese Menschen noch getriggert werden können. Und noch eine ganze Reihe von anderen psychischen Vorgängen, die mit einem Trauma zusammenhängen.
    Natürlich können Traumata überwunden werden (habe ich dir vor ein paar Wochen schon lang und breit versucht zu erklären - wo du behauptet hast, das würde Charaktere unsympathisch machen), aber das geht nicht von jetzt auf gleich - und dummer Weise passieren die Trauma-Auslöser innerhalb der Geschichte, nicht 10 Jahre vorher.

  • Aber es sind einfach nicht längst alle so - Charaktertypen haben nichts mit dem Alter zu tun. Das Alter beeinflusst eher wie mit Erfahrungen umgegangen wird etc.
    Und ich kann mit diesem Typen, den du da schilderst, einfach nichts anfangen. Natürlich, der Grund für seine Verbitterung ist da, deswegen werd ich nicht anlaufen und mir dieses Buch kaufen, weil er sich sympathisch anhört. Zwischen Nachvollziehbarkeit und Sympathie liegen Welten, genauso wie zwischen Mitleid und Sympathie. Was ich in der Zusamnenfassung lese, ist das eher Mitleid.


    Ich meinte, dass Charaktere nach einem erlitenen Trauma zwar geschockt und eben traumatisiert, aber nicht apathisch werden sollten. Man fühlt sich als Leser recht schnell um die Geschichte betrogen, wenn ein Charakter durch ein Trauma passiv wird oder sich einfach um 180 Grad dreht, da man das Gefühl erhält, dass sich die eigentlichen Geschehnisse nun wo anders abspielen. Es wäre bei vielen Erlebnissen verständlich, wenn jemand Depressionen oder Psychosen bekommt, aber mit depressiven Charakteren kriegt man nichts voran. Das ist eben der Grund, warum in den meisten Geschichten nach der Überwindung des ersten Schocks aufgestanden und daraufhin erst recht gehandelt wird. Natürlich leiden sie länger darunter, das braucht sich aber nicht durch jede Szene wie ein Kaugummi ziehen. Auch geschundene Menschen lachen nach einiger Zeit wieder, das wird aber in der Literatur oft ausgelassen (du hast was Schlimmes erlebt, so zeig es indirekt), wenn sie sich mit Freunden verabreden, aber genau das fehlt eben oft für den Rest der Story ganz.

  • Mhhm.... Fantasy. Das Genre und mich verbindet seit geraumer Zeit eine seltsame Form der Hassliebe. Angefangen hat alles als ich im Alter von zarten 7 oder 8 Jahren mit einer Tabletop-Gruppe von Dungeons&Dragons-Spielern konfrontiert wurde. Schnell habe ich angefangen mich für Zauberer, Zwerge, Drachen und all den anderen lustigen Kreaturen des Fantasy-Multiversums Seitdem war ich in die große Welt des Rollenspiels und das Genre der Fantasy verliebt. Mehr oder weniger. Als ich älter wurde fing ich an Fantasy-Literatur zu lesen, nur um zu bemerken, dass Tolkien gar nicht so gut ist wie viele Menschen gerne mal behaupten. Auch mit Reihen wie Eragon und Narnia konnte ich nie wirklich etwas anfangen. Fantasy... nein... Eigentlich spezifisch High-Fantasy war für mich zu dem Zeitpunkt bereits etwas, an dem ich nur Spaß haben konnte, wenn ich es AKTIV erlebe. Die meisten Geschichten in dem Genre waren oftmals zu abgedroschen, eindimensional und schematisch. Ein ehemaliger D&D-Leiter von mir hat mal gesagt „Hast du einen Fantasy-Roman gelesen, kennst du sie alle.“. Vielleicht ein wenig blauäugig generalisiert, aber traurigerweise sagt mir meine Erfahrung, dass diese Quintessenz wahrer ist, als man vielleicht glauben mag.


    Mittlerweile bin ich in einer Phase angekommen, in der ich Schwierigkeiten habe mich überhaupt für klassische High-Fantasy zu motivieren. Egal welches Buch ich lese, egal welches Videospiel ich spiele und ganz gleich welches tolle Rollenspiel-Regelwerk ich lese... Alle haben sie dieselben Probleme. Elfen, Zwerge und Drachen habe ich schon so oft erlebt und nur selten waren sie mehr als ihre Rassenschablone. Versteht mich bitte nicht falsch... Ich will keineswegs Elfen, die anders sind, nur um anders als die Standard-Schablone zu sein. Denn dieses „Anders“ endet immer in demselben Problem, mit dem auch die Schablone zu tun hat. Alle halbwegs etablierten Rassen und Fabelwesen der High Fantasy leiden unter derselben Krankheit der monokulturellen Ausprägung. Diese Monokulturen werden immer über einen extrem kleinen Rahmen von besonderen Eigenschaften definiert (z.B hübsche, langlebige Elfen oder bärtige, saufende und grimmige Zwerge). Diesem Schema fallen nahezu alle Vertreter dieser Völker anheim. Tun sie es nicht, sind sie ein so krasser Gegenteil des klassischen Schemas, dass es lächerlich wird. Aber das Schema ist nicht mal das Problem. Auch im echten Leben werden verschiedene Völker über bestimmte Charakteristika definiert. Aber dort ist der große Unterschied, dass wir alle im Endeffekt immer noch Menschen sind. Und als Menschen verhalten wir uns, unabhängig kultureller Differenzen immer noch... menschlich.


    Genau da liegt bei Fantasy-Rassen das Problem. Nahezu jeden Elfen kann man durch einen sportlichen, fitten Menschen ersetzen. Nahezu jeder Zwerg ist im Endeffekt nichts weiter als ein kleinwüchsiger Schotte (Vorsicht Hyperbel!). Sie sind selten bis nie die mystischen, fremdartigen Spezies als die sie verkauft werden. Sie sind meist genauso menschlich wie wir... nur mit einem übergeordneten Klischee-Filter. Ich habe in den Jahren nur sehr wenige Beispiele gesehen, in denen Elfen oder meinetwegen auch intelligente Drachen wirklich befremdlich gewirkt haben.
    Und da ich all dieser pseudomenschlichen Monokulturen überdrüssig bin, widme ich mich gerne High Fantasy, die eben nicht den klassischen Schemata entspricht. High Fantasy, die es schafft ohne Elfen und Zwerge eine faszinierende, mystische Welt zu erschaffen. Bisher habe ich im Rahmen von Romanen und Videospielen vergeblich nach so etwas gesucht. Im Punkto klassische Tabletop/Pencil and Paper-Rollenspiele habe ich jedoch meine große Liebe gefunden. Ein nettes, kleines Fantasy-Setting genannt Exalted. Die Autoren des Settings haben es geschafft eine Welt mit vielfältigen Kulturen zu erschaffen, ohne von der Schablone des Menschen abzuweichen. Und alles, was nicht menschlich ist, ist WIRKLICH befremdlich. Beispielweise die sogenannten Raksha. Optisch kann ein Raksha zwischen einem besonders attraktiv wirkenden Petunientopf und einem entstellten Spitzohr, welches aussieht als hätte Cthulhu eine Elfe vergewaltigt, liegen. Charakteristisch sind diese netten Gestalten so Unemsnchlich in ihrem Denken und Handeln, dass viele Personen sie oftmals als „böse“ fehlklassifizieren. Diese Raksha sind in Wahrheit aber moralisch schlichtweg... leer. Sie sind die physische Manifestation von Geschichten und spielen eine überdreht-klischeehafte und festgefahrene Rolle vollkommen freiwillig, bis sie Ihnen zu langweilig wird. Amüsanterweise wirken Raksha, die Personen imitieren, in ihrem Handeln so überspitzt und abgedroschen, weil für sie das ganze Leben nichts als eine Geschichte ist. Sie verstehen menschliche Konzepte wie Konsequenzen und Emotionen nicht. Folglich handeln sie nur, wie es der Geschichte zuträglich ist. Oder wie sie glauben, dass es ihr zuträglich ist.


    Derartige Geschöpfe würde ich gerne häufiger in Fantasy-Universen sehen. Entitäten, deren Moral und Denkweise so weit von der unseren entfernt ist, dass ihre bloße Existenz befremdlich wirkt. Und damit meine ich auch befremdlich für den Leser.


    Weniger vermenschlichte Monokulturen. Mehr Spezies, die aufgrund ihres Verhaltens so fremdartig sind, dass das Setting seinen mystischen Flair wiedererlangt, den es spätestens dann verliert, wenn man zum zwanzigsten Mal eine Elfenrasse kennenlernt, die der urelfischen Schablone 1 zu 1 entspricht, aber anders genannt wird, um die Illusion zu erwecken es handle sich nicht um Klischee-Elfen. An dieser Stelle möchte ich mal die Behauptung aufstellen, dass all die Menschen, die Tolkien in den Himmel gelobt haben, an dieser langweiligen, eintönigen Situation Schuld sind. Tolkien wird so als der „Schöpfer“ der modernen High Fantasy verschrieen, wie Howard als Schöpfer der modernen Low Fantasy verschrieben wird. Seltsamerweise sieht man in der Low Fantasy aber keine 10.000 Geschichten über Barbarenkönige, die in zweitklassigen Verfilmungen von Arnold Schwarzenegger gespielt werden. Das Genre hat auch seine Probleme, aber die liegen eher an mangelnden, fähigen Autoren. All die Fantasy-Autoren von Heute, seien sie noch so fähig oder unfähig, verharren einfach auf den alten Sinnbildern Tolkiens, ohne sich selbst Gedanken zu machen. Und warum tun sie das? Weil es den Menschen gefällt. Die Fantasy-Fans mögen ihr eindimensionalen Monokulturen... oder viel mehr haben sie sich in all den Jahren der Stagnation so daran gewöhnt, dass sie gar nichts anderes mehr erwarten. Aber genauso wie Lovecrafts Art Cosmic Horror zu schreiben trotz ihrer Genialität einfach outdated ist, bedürfen die Schablonen mit denen das Genre der Fantasy arbeitet dringender Überarbeitung. Aus Bequemlichkeit wird jedoch nicht mehr daran herumgeschraubt, weil es sich immernoch verkauft. Und die Käufer kaufen es immernoch, weil sie sich an den Status Quo gewöhnt haben und glauben noch nicht übersättigt zu sein. Oder sie haben so viele Jahre damit verbracht, dass sie tatsächlich übersättigt sind und zu anderen Genres oder den wenigen Ausnahmen innerhalb des Genres übergangen.


    Oder man wendet sich dem Rollenspiel zu. Dort werden die klassischen Elemente zwar oftmals ebenso eindimensional behandelt... aber da die Spieler selbst die Geschichte schreiben, liegt es auch an ihnen solche Aspekte zu verhindern. Eine gute Bekannte, die ich vor Jahren mal bei einer Runde Vampire:The Masquerade kennengelernt habe, meinte in dem Kontext mal sinngemäß „Warum sollte ich einen 600 Seiten Schmöker von irgendeinem alten Sack durchlesen, wenn die Geschichten die unser Dungeon Master sich ausdenkt, viel abenteuerlicher und interessanter sind? Obendrein kann ich da das Ergebnis selbst beeinflussen!“
    Und ich muss der Aussage zustimmen. Aber vielleicht hat es auch einfach damit zu tun, dass ich das zweifelhafte Glück hatte, in meiner Jugend von meinem Babysitter in Dungeons and Dragons involviert zu werden...


    Aber genug zur High Fantasy. Viele der Probleme lassen sich auch auf mein nächstes Thema übertragen. Urban Fantasy. Das Genre ist schon ein gutes Stück diverser als High Fantasy, was vor allem daran liegt, dass es mit vielen verschiedenen Subgenres harmoniert. Urban Fantasy kann sowohl auf einer High- als auch auf eine Low-Skala gespielt werden. Man kann sie auch an das Horror-Genre angliedern oder dem Weg der Dark Fantasy folgen. Auch hier habe ich echte Probleme Geschichten zu finden, die ich als wirklich gut erachte. Eines der wenigen, positiven Beispiele wäre Dresden Files. Das wohl negativste Beispiel, welches mir in den Sinn kommt, ist Harry Potter. Ich weiß, ich bin mit meiner Meinung eine Minderheit. Aber das Potter-Universum war mir noch nie sonderlich geheuer. Hauptsächlich deswegen, weil es ein gigantisches Plothole hat, welches das ganze Setting vollkommen unlogisch werden lässt. Und ja, man kann auch in einem Setting mit Magie von Logik ausgehen. Aber da ich ja keine haltlosen Vorwürfe in den Raum werfen will, beleuchte ich einfach mal was ich meine. Ob ich nun Rollenspiel in der World of Darkness betreibe oder Dresden Files lese... Gut durchdachte Urban Fantasy findet sich immer mit einem klaren Standpunkt ab. Die übernatürliche Welt befindet sich entweder im Schatten der „menschlichen Zivilisation“ oder hat diese komplett ersetzt. Letzteres klammern wir hier mal aus, weil das in HP definitiv nicht der Fall ist. Das Potter-Universum versucht deutlich ersteren Weg zu gehen und scheitert dabei fatal. Der erste Band hat das mit der Winkelgasse(ich glaube so hieß sie) ganz gut aufgegriffen. Eine inmitten einer Großstadt versteckte Kommune, die nur auf einem bestimmten Weg erreichbar ist, ergibt Sinn. Vermutlich würde sogar dafür hochgradig spezialisierte Magie erfunden. Damit kann ich noch konform gehen


    Aber die Bücher haben auch ganze Dörfer und Landschaften gezeigt, die ausschließlich von Magiern besiedelt sind. Und wenn wir an dem Punkt ankommen, fängt meine Bullshit-Sirene an laut zu heulen. Ich gehe ja noch damit konform, wenn man sagt die Leute versuchen sich so gut wie möglich zu tarnen wenn zufällig jemand auf die Kommune stößt. Im Notfall wird bei 1-2 Einzelpersonen sogar das Gedächtnis manipuliert. Aber rein nach der Logik sollte es früher oder später mal passieren, dass Beispielweise ein Bauprojekt eine Magier-Kommune betrifft. Man kann schlecht wieder und wieder das Gedächtnis der Bauarbeiter löschen, solange jemand im Hintergrund nicht vergisst, dass da etwas getan werden muss. Früher oder später würde das erst mediale und dann wissenschaftliche, wenn nicht sogar militärische Aufmerksamkeit auf sich ziehen. An dem Punkt funktioniert es nicht mehr etwaige Probleme mit „because magic“ wegzurationaliseren. Und was ist mit all den Fabelwesen? Satelliten dürften auch mal einen Drachen mit aufnehmen. Personen dürften mal einer peitschenden Weide begegnen... Die Welt der Magie im Potter-Universum wurde soweit ich es gelesen habe(bis einschließlich Band 5) nie so weit in die menschliche Gesellschaft integriert, dass man solche Probleme unter der Hand lösen könnte. Ganz im Gegenteil hat die Darstellung auf mich immer den Eindruck zweier unabhängiger Parallelgesellschaften erweckt. Ein System, dass niemals funktionieren würde. Das regelt, auch wenn ich absolut kein Freund von Vampiren bin, die World of Darkness viel besser. Dort infiltrieren die Vampire sogar Regierungen, Militärs und Konzernriesen. Während ein großer Teil der Gesellschaft der sogenannten „kindred“ sich vollkommen in die moderne Gesellschaft integriert und nahezu lückendichte Tarnungen aufbaut, existiert gleichzeitig eine vampirische Parallelgesellschaft im Schatten der modernen Zivilisation. Natürlich kann da durch richtig gezogene Stricke (ganz ohne übernatürliche Kräfte) mal einen Mordfall aus den Akten verschwinden lassen oder eine geleakte Satellitenaufnahme als Fake abstempeln und die Beweisstücke vernichten/verändern. Es ist auch im Rollenspiel des Settings oft ein elementarer Bestandteil die sogenannte „Maskerade“ aufrecht zu erhalten und die Existenz des übernatürlichen vor dem Volksmund geheim zu halten. Bevorzugt mit mundanen oder nur subtil-übernatürlichen Effekten. Denn zu große übernatürliche Einflüsse (wie z.B. das Verändern von Erinnerungen) würden bei gehäufter Anwendung zu viele Ungereimtheiten hinterlassen. Und da ich unfähig bin über diesen elementaren, logischen Fehler hinweg zu sehen, wurde mir die Harry Potter Reihe durch meine eigenen Ansprüche systematisch madig gemacht.


    Anyway... Da ich gerne mal kritische Standpunkte in den Raum werfe, fasse ich hier mal in einer klaren Aussage zusammen, was ich in den obigen Absätzen versucht habe zu verdeutlichen:
    Die Geschichtsschreiber (Dazu zähle ich auch Storyboards für Filme, Videospiele und Serien) des Fantasy-Genres haben Angst vor Risiken und lassen ihre Welten deswegen stagnant auf einer „Ebene“, die erst durch Tolkien geschaffen und dann durch Dungeons and Dragons massentauglich gemacht wurde. Manche tun es aus mangelndem Können oder fehlender Kreativität, andere sind schlichtweg nicht risikofreudig genug um auf einer nicht oberflächlichen Ebene zu experimentieren. Solange dieser Stagnation nicht entgegengewirkt wird, wird es immer nur dieselben Geschichten über die selben ach so perfekten und/oder dramatischen Helden mit ihren ach so sonderbaren und besonderen Kameraden geben. Solange kein kreativer Geist über den Schatten Tolkiens springt, werden wir wieder und wieder die selben Monokulturen von Elfen und Zwergen sehen, die eigentlich viel menschlicher sind als ihre Schöpfer es uns gerne weiß machen würden. Wenn niemand sich traut den ersten Schritt zu gehen und Werke, die TATSÄCHLICH etwas neues ausprobieren, Randerscheinungen bleiben, werden die nächsten 60 Jahre für das Genre denselben Anstrich haben wie die letzten 50. Und das ist ein Zustand, den sich wohl niemand ernsthaft wünschen könnte.


    tl;dr: Ich bin 'ne Fantasy-Tsundere.

  • Fantasy... jaaa, gehört wohl mit zu meinen Lieblingsgenres gerade im Bereich... überall eigentlich ;D Das hat schon als Kind mit den Märchen angefangen und hat sich dann konsequent über Harry Potter und Herr der Ringe fortgesetzt. Ich muss aber auch sagen, dass ich viele der Subgenres aus dem Startpost noch gar nicht kannte. Wobei aber Herr der Ringe eigentlich so die einzige klassische High Fantasy Reihe ist die ich so wirklich gelesen habe und ich fand die Bücher auch recht anstrengend zu lesen, die Filme waren da besser. Außer man zählt das Lied von Eis und Feuer dazu, wobei es da aber Diskussionen gibt, ob es denn High- oder Low Fantasy ist. Die Serie dazu (Game of Thrones) mag ich nicht ganz so, da sind die Bücher besser. Naja... ich muss aber auch zugeben, dass ich auch Probleme habe mich für Fantasy, gerade High-Fantasy zu motivieren, aus Gründen, die die selbsternannte "Fantasy Tsundere" über mir schon angesprochen hat, es fällt halt irgendwann alles auf bestimmte Klischees und Abläufe zurück, andererseits wenn das gut umgesetzt ist, dann ist auch schon wieder cool. Aber ich bin da auch kein Experte.


    Was ich auch sehr gerne mag sind die Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett. Die ganzen Anspielungen sind super, auch wenn ich nur die Hälfte davon richtig verstehe, weil da meine Allgemeinbildung in bestimtmen Bereichen doch nicht ganz ausreicht, und es werden ja auch ganz gerne mal Fantasy-Klischees auseinandergenommen.


    Zum Thema Science-Fantasy, wo genau ist denn die Abgrenzung zu Science-Fiction? Also als Beispiele wurden ja auch Star Wars und Doctor Who genannt und die werden so ziemlich von allen Leuten, die ich kenne als Science-Fiction betitelt. Star Wars mag ich auch sehr gerne, aber ich habe mich auch (noch) nicht über die Filme hinaus mit der Materie beschäftigt, es gibt da ja wohl auch ganze Buchreihen zu.
    Und Doctor Who ist soweiso eine meiner Lieblingsserien. Was ich aber noch unbedingt ansprechen will ist Warhammer, welches ja auch zur Science-Fantasy/Science Fiction gehört und ich muss sagen mich fasziniert dieses gesamte Setting einfach nur. Überhaupt trifft auch die Bezeichung "Fantasy im Weltraum" sehr gut zu, ich bin Teil einer Pen & Paper Gruppe und unser Spielleiter hat das mal mit "Erzkonsevativen Menschen aus dem 13. Jh., denen man Raumschiffe in die Hand gedrückt hat" verlichen. Klar gibt es übliche Klischeerassen wie Eldar, Orks oder Untote, aber die sind auch teilweise recht schön umgesetzt, die Orks sind zum Beispeil Pilz-Algen-Symbiosewesen mit einer sehr... eigenen Mentalität :D


    Was in der Übersicht noch recht ineteressant klang ist Steapunk. Das werde ich mir auf alle Fälle mal ansehen. (Darf ich hier nach Empfehlungen fragen?)
    Alles in allem mag ich Fantasy mit den ganzen Subgenres schon toll, aber mir fehlt leider im Moment etwas die Zeit dafür. :/


    Zitat

    Das wohl negativste Beispiel, welches mir in den Sinn kommt, ist Harry Potter. Ich weiß, ich bin mit meiner Meinung eine Minderheit. Aber das Potter-Universum war mir noch nie sonderlich geheuer.


    Nee an sich sind die Bücher auch keine Meisterwerke, aber es sind eben die Bücher, mit denen viele aufgewachsen sind (ich übrigens auch) und die mutieren dann eben ganz schnell mal zu engstirnigen Hardcore Fans, wenn man mal Kritikpunkte anspricht. Ich muss aber auch zugeben, dass ich nie wirklich genug darüber nachgedacht habe, um diesen Plot-Hole zu bemerken^^

  • Aber dort ist der große Unterschied, dass wir alle im Endeffekt immer noch Menschen sind. Und als Menschen verhalten wir uns, unabhängig kultureller Differenzen immer noch... menschlich.


    Das finde ich je nach Welt gar nicht mal sooo schlimm, da in vielen Welten ich es dem Autor/der Autorin durchaus abkaufe, dass die Menschen sehr viel von den anderen Rassen übernommen haben und sich die Rassen dort sehr ähnlich sind.
    Was mich dahingehend meist sehr stört, ist dass es kaum bis gar keinen Rassismus gibt. In den meisten Büchern... Ja, Elben und Zwerge mögen sich nicht, aber arbeiten halt notfalls auch miteinander zusammen. Und eventuell haben Elben allgemein Vorurteile gegenüber anderen Rassen, spielen aber dennoch mit. Richtige Diskriminierung und so habe ich bisher nur in einer Buchreihe gesehen o.ô Und das ist irgendwie erschreckend.
    Na ja, und dass die Rassen halt immer wieder Copy Paste von Tolkiens Darstellungen sind. Mir macht es ja nicht mal so viel, dass Elben diese sehr schlanken, etwas abgehobenen Luftikusse sind und Zwerge die rauen Bergleute, aber alles in allem ist mir einfach zu vieles (Kleidung, Architekturstil usw.) immer zu ähnlich.


    Nahezu jeder Zwerg ist im Endeffekt nichts weiter als ein kleinwüchsiger Schotte


    Den Satz sticke ich mir auf ein Kissen ;)


    Zum Thema Science-Fantasy, wo genau ist denn die Abgrenzung zu Science-Fiction?


    Nun, wenn wir vom Soll-Faktor ausgehen: Science Fiction beschreibt fiktionale Werke, die auf Science, also Wissenschaft anlehnen. Science Fantasy beschreibt Fantasy mit Science Elementen.
    Praktisch gesehen ist es aber eher: Science Fantasy ist halt Fantasy im Weltall. *hust*


    Was in der Übersicht noch recht ineteressant klang ist Steapunk. Das werde ich mir auf alle Fälle mal ansehen.


    Also das IMHO beste Buch des Genres, das ich soweit gelesen habe, ist die The Court in the Air Reihe von Stephen Hunt. (Ich warne bei der Reihe vor: Die sollte man nur auf Englisch lesen, wenn man wirklich, wirklich gut ist... Das Buch braucht echt ein Wörterbuch.)
    Übrigens warne ich dich vor: Eine ebenfalls doch sehr beliebte Buchreihe, die ich auch in vielen "Best of Steampunk" Listen gefunden habe, war "Retribution Falls" und die Bücher (nun, ich habe die ersten zwei Bände gelesen) fand ich ziemlich... Dumm. Das ist Fluch der Karibik in einem Steampunk-Setting - aber ziemlich eins zu eins. Die Charaktere fühlen sich teilweise so enorm wie FdK Rip-Offs an, dass es schon physisch Schmerzhaft war ^^"
    Ansonsten... Nun zumindest der erste Band von His Dark Materials hat deutliche Steampunk-Elemente und da die Buchreihe einfach nur genial ist, kann ich den natürlich auch nur empfehlen. :)




    So, übrigens dachte ich mir nun einmal so meine 10 Lieblingsreihen oder Einzelbücher der Fantasy mit euch teilen.
    Allerdings als keine Top-Liste, sondern einfach nur meine 10 Lieblings ohne bestimmte Reihenfolge. :) Dafür aber mal ganz sauber aufgeführt.



    http://i.minus.com/iuuUt9ZIJ6Bak.jpg


    • His dark Materials von Philipp Pullman
      Subgenre: Multiverse Fantasy, Epic Fantasy, Steampunk


    Handlung:
    Lyra ist ohne ihre Eltern in der Universität von Oxford aufgewachsen, wo sie (und ihr Daemon Pantalaimon) von den Professoren unterrichtet wurden und jeden Tag mit den Kindern der Mitarbeiter spielten. Der Direktor beschließt jedoch, dass Lyra langsam zu einer Dame erzogen werden sollte und daher auf eine Mädchenschule soll. Da taucht Miss Coulter auf, eine hübsche und intelligente Dame, die Lyra unter ihre Fittiche und mit nach London nimmt. Zum Abschied gibt der Direktor ihr einen goldenen Kompass, den er als Alethiometer bezeichnet. In London findet Lyra bald jedoch heraus, dass Miss Coulter hinter den vielen Kindesentführungen steckt, denen auch Lyras bester Freund Roger zum Opfer gefallen ist. Zusammen mit den Gyptern, einem normadischen Klan, macht sie sich auf dem Weg in den Norden, um die Kinder zu befreien, doch Lyras Reise soll sie viel weiter als nur an den Nordpol bringen...


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Die Bücher haben mein Leben wahrscheinlich mehr beeinflusst, als irgendein anderes fiktionales Werk und das ohne das ich es zuerst wusste. :P  
    Aber allgemein: Die Bücher sind genial und so ziemlich das beste, was ich an Kinder- und Jugendbuch allgemein gelesen habe. Die Bücher sind nicht nur durchdacht und zeigen realistische Kinder, die nachvollziehbar in ihrem Handeln sind, sondern haben auch noch eine absolut faszinierende Ansammlung von Welten und den Wesen, die in diesen leben. Nebenbei muss ich auch sagen, dass mir der kirchenkritische Aspekt natürlich sehr zusagt, wie auch allgemein die ganzen Anspielungen auf Bibel und diverse Werke (wie "Das verlorene Paradies" und "Dantes Inferno"), die man als Kind natürlich noch nicht verstehe.
    Es ist eine tolle Buchreihe, die unglaublich durchdacht ist und die Leser ernst nimmt. Auch wenn ich mir bis heute nicht sicher bin, ob Pullman sie wirklich als Kinderbücher geschrieben hat. *hust*



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    • Southern Vampire Mysteries aka Sookie Stackhouse Saga von Charlaine Harris
      Subgenre: Urban Fantasy


    Handlung:
    Sookie Stackhouse ist in der Gemeinde von Bon Temps eher eine Außenseiterin, da sie als seltsam gilt. Der Grund für diese Seltsamkeit ist, dass sie eine Empathin ist und die Gedanken anderer Menschen lesen kann, jedoch nei gelernt hat, wirklich damit umzugehen.
    Ein Jahr nachdem die Vampire ihre Existenz der Öffentlichkeit offenbart haben, verirrt sich ein Vampir nach Bon Temps: Bill Compton. Nachdem Sookie ihm das Leben gerettet hat und feststellen muss, dass sie die Gedanken von Vampiren nicht lesen kann, verlieben sich die beiden. Doch dadurch gerät Sookie in die Machtspiele der Vampire und der ganzen anderen übernatürlichen Wesen, die unentdeckt zwischen den Menschen leben, hinein.


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Als ich die Reihe mit 14 angefangen habe, kam mein Interesse an ihr vorrangig daher: Ich hatte das Buch im Handel aufgeschlagen und war mitten in einer Sexszene gewesen *lach* Und pubertär wie ich war, war es definitiv ein gutes Kaufargument. Allerdings ist es die einzige Reihe gewesen, der ich über 10 Jahre treu geblieben bin und mir jährlich die neuen Bände gekauft habe. Der Grund ist einfach: Sookie ist locker die sympathischste und realistischste Protagonistin aus dem - ähm - Erotik-Urban-Fantasy-Subgenre. Sie hat vielleicht ein paar leichte Sue-Tendenzen, aber wenn ich sie mit unseren anderen Damen vergleiche ist sie eine ziemlich normale Frau. Außerdem gefällt es mir, dass die Romanzen recht nachvollziehbar ablaufen, was bei einer Buchreihe, die zu 40 bis 50% auf zwischenmenschlichen (oder zwischenwesentlichen vielleicht eher) Interaktionen aufbaut, sicher wichtig ist. Außerdem ist die Welt ziemlich ausgearbeitet und faszinierend. :)



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    • Die Hexer-Saga von Andrzej Sapkowskis
      Subgenre: High Fantasy, Dark Fantasy


    Handlung:
    Hexer sind Mutanten. Jungen, die in einer der Hexer-Festungen großgezogen und dort mithilfe von Mutagenen mutiert wurden. Sie sind schneller, geschickter und stärker als normale Menschen und haben außerdem die Fähigkeit im dunklen zu sehen. Damit sind sie die perfekten Monsterjäger und ziehen so durch die Welt, um gegen Geld die Menschen gegen Monster zu beschützen.
    Geralt ist einer dieser Hexer und hat die dumme Eigenschaft ständig in Dinge zu stolpern, aus denen er sich lieber herausgehalten hätte. Durch diese Eigenschaft kommt er schließlich auch an eine Ziehtochter, Ciri, Prinzessin von Cintra, und will sie, nachdem sie durch ein Wunder das Massaker von Cintra überlebt hat, als Hexerin großziehen. Doch das Mädchen ist mehr als nur eine Prinzessin, an der viele Kaiser und Könige interesse haben, so dass Geralt gezwungen ist, sich in einen Krieg, der ihm eigentlich egal ist, einzumischen.


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Die Bücher mögen kein stilistisches Wunderwerk sein, aber sie lassen sich unglaublich gut lesen. Was aber der Grund für die Begeisterung ist, die ich für diese Buchreihe verspüre, sind drei Faktoren, die letzten Endes aber auf dasselbe hinaus kommen: Realismus. Die Charaktere wirken unglaublich real und nachvollziehbar und sind weit weniger Heldenhaft, als man es in solchen High Fantasy Welten gewohnt ist. Aber genau das macht sie in meinen Augen unglaublich Liebenswert. Ebenso ist es aber auch ein Faktor, dass die Welt eine sehr realistische spätmittelalterliche Welt ist, die mit dem ganzen Dreck, den ganzen Seuchen und dem Gestank inklusive kommt. Und zuletzt: Die Rassen. Während man durchaus noch den Grundlegenden Aufbau nach Tolkien erkennen kann, sind sie doch gleichzeitig ziemlich Anti-Tolkien, indem es eben diese ganzen Konflikte zwischen den Rassen gibt, die nachvollziehbar sind. Auch in sich selbst sind die Rassen biologisch recht nachvollziehbar entworfen, was es ebenfalls ziemlich nachvollziehbar wirken lässt. Während man die Bücher liest, fällt einem dann immer wieder auf, wo Tolkien überall verromantisiert hat :P



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    • The old Kingdom von Garth Nix
      Subgenre: Young Adult Fantasy, Low Fantasy


    Handlung:
    Das alte Königreich ist ein seltsamer Ort, der durch eine Mauer vom Rest Englands getrennt ist. Hier funktionieren weder moderne Technik, noch Chemie, dafür gibt es jedoch Magie, wie sie eins durch die sieben Chakra gebündelt wurde. Doch seither sind viele Jahre vergangen und die meisten der Chakra sind erloschen und nur noch das Nekromanten-Chakra der Abhorsen und das der Clayre verbleiben, nachdem auch das Königshaus ausgelöscht wurde. Dadurch hat die chaotische freie Magie die Oberhand gewonnen und das alte Königreich ist kein sicherer Ort mehr. Doch als ihr Vater von einem Untoten ins Jenseits entführt wird, sieht sich Sariel gezwungen ins alte Königreich aufzubrechen, um heraus zu finden, was es mit diesem Untoten auf sich hat.


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Durch die Buchreihe bin ich irgendwann in meiner Jugend durch bloßen Zufall gestolpert und finde sie immer noch sehr gut. Die Reihe ist vor allem dahingehend recht interessant, wie die Regeln für die Magie aufgestellt werden und die ganze Welt somit funktioniert. Nebenbei ist auch der Aufbau der beiden parallelen Welten sehr interessant. Wobei ich besonders den zweiten und dritten Band der Reihe mag, da Lireal und Sameth mit ihrer größeren Unsicherheit mehr als Charaktere hergegeben haben, als Sabriel und Touchstone, was ihre Geschichte interessanter gemacht hat.



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    • The Kingkiller Chronicle von Patrick Rothfuss
      Subgenre: Low Fantasy


    Handlung:
    Kvothe ist ein Edema Ruh, ein Zigeuner, und durch sein waches Gemüt und sein flammendes Haar schon als Kind sehr auffällig. Eines Tages jedoch wird seine Familie von Chandrian, vermeintlich legendären Geistern, ermordet und Kvothe bleibt allein zurück. Nachdem er auf den Straßen aufwächst, schafft er es schließlich auf die Universität, wo er Magie lernen und mehr über die Chandrian herausfinden will, um so Rache für seine Familie zu nehmen. Doch macht er sich an der Universität mit seiner Neigung sich aufzuspielen nicht nur Freunde, sondern auch einige Feinde.
    Wie es dazu kam, erzählt er einige Jahre später als gebrochener Mann dem Chronikenschreiber Chronicler und seinem Assistenten Bast.


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Auch hier ein Buch, das ich vorrangig wegen dem World Building mag. Es ist sehr selten, dass uns eine Buchreihe einmal erklärt, wie die Magie bitte funktioniert und dass es hier sogar in einem großen Detail geschieht, ist sehr beeindruckend. Außerdem ist es durchaus interessant, Kvothes Entwicklung zu sehen, aber auch dabei zu rätseln, was genau passiert ist, dass alles so dermaßen schief gegangen ist, wie es uns die Rahmenhandlung zeigt. Wobei man natürlich nicht umher kommt sich zu fragen, inwieweit Kvothe die Wahrheit sagt, während er seine Geschichte erzählt.



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    • The magic castles von Diana Wynne Jones
      Subgenre: Comic Fantasy (mit einem leichten Hauch Multiverse Fantasy)


    Handlung:
    Das viele Magier magische Schlößer und Häuser haben, das weiß jedes Kind. Wie auch jedes Kind weiß, dass nicht jeder ein Magier werden kann und es eine bestimmte Veranlagung braucht.
    Sophie glaubt nicht, dass sie eine solche Veranlagung haben könnte und ist so damit zufrieden den Hutladen ihres Vaters weiterzuführen. Bis sie eines Tages jedoch gleich auf mehrere Magier trifft und in eine alte Frau verwandelt wird. Da sie so nicht länger daheim bleiben kann, bricht sie auf, um eine neue Heimat zu finden. Dabei stolpert sie wortwörtlich in das magische Schloss des Zauberers Howl, der sie jedoch bei sich behält, in der Hoffnung, dass sie das Rätsel lösen und damit den Fluch, der ihn bedroht, aufheben kann.


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Ich bin auf die Buchreihe dank dem Ghibli-Film gekommen, der mit der Buchvorlage allerdings weniger gemein hat, als man vielleicht glauben könnte. Die Buchreihe, bei der in jedem Band andere Charaktere die Hauptrolle spielen (auch wenn Sophie, Howl und Calcifer immer mit von der Partie sind), ist einfach nur herrlich geschrieben. Die Bücher sind sehr leichte Lektüre und lassen sich schnell in einem halben Tag weglesen, jedoch hemmt das den Lesespaß nicht im geringsten ;) Die Bücher sind unglaublich lustig und charmant, was sie zu lesen unglaublich spaßig macht. Auch die zahlreichen Anspielungen auf andere Bücher und Märchen sind schön zu sehen, wie auch die unglaublich *hust* liebevolle Beziehung von Sophie und Howl.



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    • The Price of Freedom von A.C. Crispin
      Subgenre: Swashbuckling Fantasy, Historical Fantasy


    Handlung:
    Mit gerade einmal 25 ist Jack Sparrow ein sehr junger erster Maat bei der East India Trading Company. Doch als er eine alte Bekannte trifft und der Schock seinen Kapitän umbringt, so dass er gezwungen ist die Position auszufüllen und das Schiff nach Afrika zu segeln, beschließt der dortige Vertreter der EITC, Cutler Beckett, Jack zum neuen Kapitän zu machen und ihm mit der Wicked Wrench ein neues Schiff vermacht. Doch all das macht er nur aus einem Grund: Er ist auf der Suche nach dem legendären Königreich Kerma und dessen Schätzen und glaubt, Jacks Cleverness und Charme dafür nutzen zu können.


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Äh, ja, ich musste irgendwie FdK mit auf diese Liste Schummeln. :P Aber das Buch ist verdammt gut geschrieben und sehr angenehm zu lesen. Ich mag Jacks Darstellung in dem Buch, wie auch die Darstellung anderer Charaktere - wobei vor allem die neu eingeführten Charaktere sehr überzeugend sind. Das Buch fängt das Feeling der ersten drei Filme sehr gut ein und gibt auch genügend Kontext für die Beziehungen der Charaktere zueinander, so dass vieles viel mehr Sinn macht, als zuvor. Ebenfalls sehr schön ist, dass wir hier doch recht realistische Seefahrt gezeigt bekommen. Auch wenn ich es schade finde, dass es keine Fortsetzung gab und wohl auch nicht geben wird, da die Autorin letzten Sommer verstorben ist.



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    • InterWorld von Neil Gaiman und Michael Reaves
      Subgenre: Young Adult Fantasy, Multiverse Fantasy, Science Fantasy


    Handlung:
    Joey Harker war nie besonders gut darin gewesen, sich zurecht zu finden. Ja, er neigt geradezu dazu sich überall zu verirren, selbst in seiner Heimatstadt. So ist es auch kein großes Wunder, dass er sich bei einem Schulausflug verläuft - nur dieses Mal schlimmer als normal. Denn dieses Mal tragen ihn seine Füße gleich in eine andere Welt. Als er von grauen Männern angegriffen wird, kommt ihm jemand zur Hilfe und bringt ihn in eine andere Welt. Denn Joey Harker ist einer von vielen - einer von vielen Joey Harkers aus verschiedenen Welten. Und diese Joey Harkers haben alle eins gemeinsam: Die Fähigkeit durch die Interworld zu reisen.


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Ich musste überlegen, was von Neil Gaiman ich hier drauf packe, habe mich aber für Interworld entschieden, da es mit Multiverse Fantasy natürlich direkt mein liebstes Genre anspricht. Interworld ist nur ein recht dünnes Buch, das recht fix durchgelesen ist, aber nichts desto trotz ein sehr cooles Buch. Ich bin drüber gestolpert, da Dreamworks sich die Rechte gesichert hat, daraus eventuell einmal einen Animationsfilm zu machen, auf den ich dann fraglos sehr gespannt wäre. ^-^ Neben dem üblichen abstrusen Ideen, die Gaiman in seine Bücher reinbringt, ist dieses Buch einfach sehr unterhaltsam und das Weltengefüge, das dargestellt wird, ziemlich interessant.



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    • Wicked von Gregory Maguire
      Subgenre: Low Fantasy


    Handlung:
    Elphaba war seit ihrer Geburt immer schon etwas anders. Dies könnte an ihrer grünen Hautfarbe liegen oder auch an ihrem etwas ungewöhnlich scharfen Gebiss. Doch um ihre zuerst enttäuschten Eltern zu beeindrucken ist sie fleißig und schafft es so schließlich auf Shiz, einer renomierten Schule in Gilikin aufgenommen zu werden, wo sich ihr Weg zum ersten Mal mit dem von Galinda Kreuzt, die bald ihre Zimmergenossin wird. Nach einem schlechten Scherz Galindas vermeintlicher Freundinnen, werden die beiden Mädchen beste Freundinnen. Doch als der Hass gegen die TIERE in Oz neue Wellen schlägt und Elphabas Mentor Dr. Dillamond kaltblütig ermordet wird, beschließen die beiden etwas zu tun und machen sich auf den Weg zur Smaragdstadt, um mit dem Zauberer von Oz über diese Probleme zu reden...


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Wie wahrscheinlich viele andere auch bin ich durch das Musical auf die Buchreihe gekommen und habe seither Maguire als Autor sehr lieb gewonne, da er gleich mehrere Bücher der Art geschrieben hat, die einige bekannte Geschichten aus der Sicht des vermeintlichen Gegenspielers erzählen. Was ich persönlich aber zugegebener Maßen am liebsten mag, ist, dass die Bücher immer so einen leichten lesbischen Subtext haben, selbst wenn die Damen am Ende anders vergeben sind. :P Und da ist auch Wicked keine Ausnahme und ja, es ist definitiv ein Faktor für mich. Aber ebenso ist es schön zu sehen, wie die Bücher Oz, das im Originalwerk eher farblos (na ja, vielleicht das falsche Wort, wenn man bedenkt, dass die gegenden Farbkodiert sind... Aber ihr wisst, was ich meine) daher kommt, ausbauen und dem ganzen einen politischen Kontext geben. :)



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    • The Tales of Otori von Lian Hearn
      Subgenre: Low Fantasy, Asia inspired Fantasy, die Haupttrilogie ist außerdem Young Adult Fantasy


    Handlung:
    Als Tomasu eines Tages in sein Heimatdorf zurückkehrt, findet er es zerstört wieder und muss fliehen. Dabei trifft er auf Shigeru Otori, der Tomasu in Takeo umbenennt und ihn als Sohn adoptiert. Doch dies hat einen weiteren Grund: Takeo ist einer des Stamms mit deren angeborenen Fähigkeiten, was diese jedoch ebenso dazu bringt, einen Anspruch auf ihn zu erheben. Takeo findet sich bald inmitten eines Krieges voller politischer Intrigen wieder, unsicher ob er seinem Herzen folgen oder seine Verantwortung entgegen nehmen soll.


    Warum ich es zu meinen Lieblingen zähle?
    Okay, erst einmal: Das Fantasy in den Büchern ist so rar gestreut, dass man sie schon fast eher als allgemeines "Alternate History" ansehen könnte. Mittlerweile bin ich gar nicht mal mehr so ein Fan der Hauptreihe, da diese alles in allem doch viele Probleme der Young Adult Romane verkörpert. Die beiden Ergänzungsromane The Harsh Cry of the Heron und Heaven's Net is Wide sind jedoch eine ganz andere Geschichte, da sie viele interessante politische Elemente haben und letzten Endes mich das inperfekte, was wir hier zu sehen bekommen, sehr fasziniert. Nicht, dass die Charaktere in der Hauptreihe furchtbare Stues oder Sues waren, doch wirken sie in diesen Romanen weit menschlicher und nachvollziehbarer. Und mir gefällt es, was für ein unglaublicher Bummer das Finale Ende der Reihe doch ist ;)

  • Zu Harry Potter muss ich sagen, dass ich nur das erste Buch bis zur Hälfte etwa gelesen habe. Ich hab mir eig. wegen dem Schreibstil und der Atmosphäre her… es hat mich einfach gelangweilt ôo Vll. hatte ich auch nur eine vorgefertigte Meinung wegen den Filmen, jedenfalls wirkte das Buch einfach blass auf mich.
    Die Filme allerdings fand ich sehr gut. Zumindest hab ich mich beim ersten Film nicht gelangweilt wie beim Buch, aber auch die Machart fand ich gut, wie der Hippogreif, die Drachen und co animiert wurden: da kam Stimmung auf. Über die späteren Bücher kann ich nichts sagen, aber die leicht düstere Atmosphäre der späteren Filme wurde auch gut eingefangen - und ehrlich gesagt mocht ich zumindest den Film-Harry Potter als Hauptcharakter, auch wenn ich über den im Buch wenig sagen kann.

  • Ohhh die His Dark Materials ist der Goldene Kompass :D Dann hab ich die sogar schonmal gelesen, aber ich war da auch etwas jünger und erinnere mich, dass ich zum Ende hin nicht mehr richtig durchgeblickt habe...


    Was mich dahingehend meist sehr stört, ist dass es kaum bis gar keinen Rassismus gibt.


    Ähh es ging ja hier bis jetzt um Bücher, deshalb weiß ich nicht, ob das passt, aber in den Dragon Age Spielen (da gibt es auch Bücher zu also zählt das doch) gibt es schon einen ziemlich heftigen Rassismus gegenüber den Elfen (und Magiern). Und was ich in dem Fall auch interessant finde ist, dass die Elfen die Unterdrückten sind, weil die ja normalerweise immer das alte, mächtigere Volk ist... und so.

  • Dann hab ich die sogar schonmal gelesen, aber ich war da auch etwas jünger und erinnere mich, dass ich zum Ende hin nicht mehr richtig durchgeblickt habe...


    Ich kann dir nur empfehlen, eventuell noch mal hereinzuschauen ;) Die Bücher sind sehr gut, allerdings muss ich wie gesagt sagen: Gerade der letzte Teil ist für Kinder schwer verständlich. Ich habe damals mit einem Lexikon daneben gesessen und sehr, sehr viel nachgeschlagen, um die Referenzen verstehen zu können. Und ich habe mit Paradise Lost aus der Bibliothek geholt xD"


    Und was ich in dem Fall auch interessant finde ist, dass die Elfen die Unterdrückten sind, weil die ja normalerweise immer das alte, mächtigere Volk ist... und so.


    Es geht nicht um die Macht, es geht um die Menge. Selbst wenn ein Elf so stark wie 20 Menschen ist, so kann er doch leicht unterdrückt werden, wenn auf einen Elfen 100 Menschen kommen. Davon abgesehen das auch einen Elfen, der so stark wie 20 Menschen ist, ein einziges Schwert töten kann, wenn er nicht richtig aufpasst.
    Aber allgemein ist es ein Fall von: Die Menge macht's.


    (Habe ich in meiner eigenen Fantasyreihe ebenso: Menschen sind in den meisten Welten vorherrschend. Einfach weil sie sich, wie so manch ein Dämon sagen würde, wie die Ratten vermehren.)

  • Auch wenn es hier schon eine Weile lang still ist, mag ich meinen Senf auch mal dazugeben. Erst mal die Eingangsfragen.. :)


    Was haltet ihr allgemein von Fantasy-Geschichten?
    Da ich ein Mensch bin, der ins einer Freizeit gerne mal in fiktionale Welten eintaucht, sei es nun durch Bücher, Filme oder Spiele, liegt es natürlich nahe, dass ich Fantasy grundsätzlich gerne mag. Fantasy bietet mir meist eine erfrischende Abwechslung zu dem, was mensch so aus dem Alltag kennt und erlebt - daher ist das wohl mein bevorzugtes Genre. Ist allerdings auch gleichzeitig etwas, dass ich nur relativ schwer in verständliche Worte fassen kann.



    Welche der Fantasy-Subgenre sind eure Lieblinge?
    Ausgehend von den Beschreibungen im Startpost bewege ich mich meist zwischen High, Urban, Dark und Hard Fantasy. Allerdings ist das nur bei der Hard Fantasy in der Definition des (Sub)genres begründet, bei den anderen Genres sind es einfach die jeweiligen Einzelwerke die ich mag, unabhängig von den eigentlichen Rahmenbedingungen des Genres.
    Da ich allerdings ein relativ logischer Mensch bin, der glaubhafte Erklärungen, nachvollziehbare Charakterentscheidungen und Story- / Charakterentwicklungen mag, liegt mir Hard Fantasy allein deswegen schon, weil besonders der erste Punkt hier am häufigsten gefunden wird und in einem erträglicheren Rahmen mit "waving-hands"/"isso" gearbeitet wird.



    Welche der Fantasy-Subgenre mögt ihr weniger?
    Ich bin überhaupt kein Fan von dem, was unter Comic Fantasy beschrieben wird. Parodien sind ein "Genre" welches mich wirklich auf keiner Ebene anspricht und auf mich leider oft nur albern wirkt. Letzteres mag zwar auf einige der hier tätigen Autoren wie z.B. Pratchett kaum bis gar nicht zutreffen, dennoch liegen mir auch seine Bücher nicht oder nur in ganz ganz seltenen Ausnahmefällen.
    Die meisten anderen Genres will ich nicht unbedingt beurteilen, da ich quasi nichts daraus wirklich kenne bzw. einige dort angesiedelten Werke einfach für mich selber gar nicht als Fantasy definiere.



    Welche Fantasy-Bücher sind eure Favoriten? Welche mögt ihr nicht?
    Im Moment sind meine absoluten Favoriten die Werke von Brandon Sanderson, ich könnte das was er schreibt regelrecht verschlingen, da es mich auf unglaublich vielen Ebenen anspricht. Er schafft es in meinen Augen wunderbar, frischen Wind in das Genre zu bringen, arbeitet mit wirklich innovativen Ideen, hat ein grandioses "Regelwerk" zur Erschaffung seiner Welten und bastelt obendrein auch noch Charaktere die in den meisten Fällen sehr glaubhaft und nachvollziehbar wirken.
    Zuletzt habe ich noch die Temeraire-Serie von Naomi Novik gelesen (eher eine Vermischung aus Fantasy und Alternate History) welche ich auch ziemlich gut fand. Sicher mit einigen Schwächen im Storyverlauf, allerdings mit einer tollen Idee welche mich immer wieder zum weiterlesen gebracht hat.


    Natürlich gibt es noch eine lange Liste an guten und weniger guten Büchern, die ich bereits gelesen habe, aber das würde denke ich den Rahmen sprengen. :) An wirklich schlechte kann ich mich kaum erinnern, da ich solche meist gar nicht erst anfasse bzw. schnell wieder an die Seite lese - Kritikwürdig ist hingegen bei mir fast jedes Buch.



    Welche Fantasy-Filme sind eure Favoriten? Welche mögt ihr nicht?
    Welche Fantasy-Serien mögt ihr? Welche nicht?
    Die Fragen fasse ich mal zusammen. Ich schaue zwar relativ viele Filme und auch Serien, allerdings ziemlich wenig aus diesem Genre bzw. aus Gründen, die einfach nichts mit dem Genre zu tun haben. Mir geht es immer um schöne Handlungen und Charaktere und anders als in Büchern, kann ich mich bei Filmen und Serien viel besser auf andere Settings einlassen.



    So, das erst mal zu den Fragen. Es ist ja auch schon etwas diskutiert worden hier, aber da es schon so lange her ist, werde ich da mal nicht mehr 1:1 dran anschließen, sondern einfach nur ein paar interessante Punkte aufgreifen und meinen Senf dazugeben.




    Thema Harry Potter
    Hierzu wurde ja schon etwas mehr geschrieben, durchaus auch negative Kritik (welche ich durchaus auch nachvollziehen kann). Ich finde aber es wurde vergessen zu erwähnen, bzw. etwas mehr Rücksicht darauf zu nehmen, dass diese Bücherreihe zumindest im Ursprung vor allem mit Kindern und "jungen" Jugendlichen als Zielgruppe entstanden ist und daher auf viele Dinge, auf die ein erwachsener Leser wert legt, kaum bis keine Rücksicht nimmt, da es für eine kindergerechte Geschichte einfach nicht nötig ist.
    Ich bin mit dem Büchern quasi aufgewachsen und habe mir zu der Zeit als die jeweiligen Bücher erschienen nur wenig Gedanken über den logischen Aufbau bzw. die ignorierten Konsequenzen dieser "versteckten Welt" gemacht.
    Natürlich tue ich das heute und natürlich fehlt mir das aus heutiger Sicht in diesen Büchern, trotzdem sehe ich es nicht wirklich als großen Fehler an und kann die Geschichte nach wie vor genießen.




    Thema "verwaschene" Fantasy voller Kopien und schlechter Werke
    Dieser Punkt ist ja einer, den mensch häufig hört, wenn über Fantasy diskutiert wird. Ich finde es allerdings schade, dass dies oft auf das jeweilige (sub)genre zurückfällt und nicht auf die einzelnen (schlechten) Werke.
    In den meisten Fällen ist es ja nicht so, dass das Genre immer schlechter wird, sondern es werden aus äußeren Gründen vermehrt Bücher veröffentlicht, welche dann das ganze Genre runterziehen. Meist ist das ganze an ein großes Medieninteresse gekoppelt. Die Herr der Ringe Filme haben eine ganze Flut von schlechten High Fantasy Romanen nach sich gezogen, mit Twilight kamen Tonnen von schlechten Vampier-Romanzen, die Menge an "Die (Rasse XYZ)" Büchern welche nach "Die Elfen" rauskamen will ich gar nicht zählen und es gibt sicher noch viele tolle Beispiele mehr.
    Hier wurde halt immer versucht, mit dem aktuellen medialen Interesse Geld zu verdienen, ohne das die Autoren sich wirklich mit der Materie befasst oder Zeit gelassen hätten.


    Trotz allem bin ich überzeugt, dass nach wie vor gute Bücher auch in diesen Genres veröffentlicht werden, mensch muss nur die eigene aufgebaute Grundskepsis überwinden und manchem einfach mal eine Chance geben.




    Anschließend daran - die ewig gleichen Klischees, Rassen usw.
    Ich kann gut verstehen, dass es vielen zum Halse raushängt, wenn jede weitere Fantasywelt wieder nur von Menschen, Elfen, Zwergen und einer bösen Rasse X besiedelt ist - mir selbst geht es nicht anders - allerdings ist es denke ich der falsche Weg, zwanghaft neue Rassen zu entwickeln ODER eine bestehende Rasse komplett zu verändern.
    Ich finde es gut, dass sich einige Konzepte in der Fantasy quasi als Standard herauskristallisiert haben, damit kann mensch arbeiten oder lässt es eben und denkt sich etwas eigenes aus.


    Ich finde es eine Unart, bestehende und etablierte Konzepte zu nehmen und für seine Bedürfnisse entsprechend "stark" zu verändern, genauso wie ich es absolut fürchterlich finde wenn mensch genau anders herum vorgeht und ein etabliertes Konzept nimmt und einfach seinen eigenen Namen darauf klatscht. Normalerweise gibt es für keine der beiden Optionen einen wirklich gewichtigen Grund der auch noch etwas positives zur Geschichte/Welt beiträgt, außer der Faulheit der Autoren oder dem vermeintlichen "Schockmoment" wenn die Spitzohren plötzlich kurzlebige und heißblütige Killer sind.





    Besonders der letzte Absatz ist es, welcher mir persönlich beim lesen von Büchern, neben noch ein paar weiteren, sehr am Herzen liegt. Ich möchte in die jeweilige Welt abtauchen und Dinge die mich auf "weltlicher Ebene" (klingt scheiße, passt irgendwie nicht aber mir fällt keine andere Beschreibung ein) zu stark belustigen oder "erschrecken", reißen mich aus dem Lesefluss und der Welt heraus - genau das, was ein guter Autor / eine gute Autorin eigentlich vermeiden sollte.

  • Hatte die Antwort schon länger schrieben wollen, aber wegen BA und so komme ich erst jetzt dazu.
    Habe sie außerdem mal hierher verschoben, weil es nicht mehr so wirklich was mit HdR zu tun hat (und wir keinen GoT Thread haben.)


    Ich bin keine Frau und vielleicht fühle ich da etwas anders. Jedoch bin ich jedoch auch links, emanzipatorisch und teilweise auch feministisch [...] eingestellt und normalerweise stören mich einseitige Frauenbilder, Degradierungen der Frau etc. auch. Ich muss sagen, dass ich die Beziehung zwischen Drogo und Daenerys (die wirst du ja wohl meinen) ebenfalls sehr verstörend fand.


    Genau um die geht es. Da Daenerys eigentlich ein Charakter ist, den ich mag (einer der wenigen) stört es mich besonders.
    Von mir aus ist es nicht mal ein Problem, wenn sich Charaktere ineinander verlieben, nachdem der eine dem anderen etwas schlimmes angetan hat, sofern es vernünftig dargestellt ist, aber in dem Fall wirkt es eher wie Stockholm-Syndrom. Und ich habe es so satt, dass dieses als etwas romantisches dargestellt wird.
    Vor allem habe ich nun von mehreren Reviewern gehört, dass die Beziehung der beiden "so süß" ist. Und ich sitze nur da: "Nein, ist es nicht. Es ist krank."
    Und es tut mir ja leid... Mich nervt es persönlich besonders an, wenn das von Reviewern kommt, die bei allem was Young Adult ist, wenn sich da auch nur annährend eine Stockholm-Beziehung abzeichnet, sofort mit Fackeln loslaufen.


    In allen restlichen Sexszenen und Vergewaltigungsszenen oder auch bei anderen Themen wie der Zwangsheirat wird das Thema nüchtern dargestellt um die Realität des Mittelalters darzustellen, an welcher sich Fantasy nun einmal sehr stark orientiert.


    Ich empfinde die Darstellung dieser nur alles andere als Nüchtern. Sondern viel eher verglorifizierend. (Und das schon in den Büchern - in der Serie haben sie es ja noch drei Stufen hochgedreht... *seufz* HBO...)


    Daher finde ich das Darstellen solcher Sachen gut, denn dann wird der Leser auch damit konfrontiert, während dieser Aspekt in anderer Fantasy nun oft verschwiegen wird und das ist dann mit auch ein Grund weswegen das Mittelalter sehr stark romantisiert wird.


    Die Sache ist: Ich lese, wenn ich heute Fantasy lese, fast nur im Dark Fantasy Bereich und sehe es dort eigentlich ziemlich oft, das diese Themen angesprochen werden - nur ohne sie zu verglorifizieren.
    Ich möchte hier noch einmal die Hexer Reihe hervorstellen. Diese zeigt das wahrscheinlich realistischste Mittelalter, das ich bisher in Fantasy gelesen habe. Inklusive Mord, Todschlag, Zwangsheirat, Vergewaltigungen (sogar Massenvergewaltigungen), Seuchen und und und... Nur kriegen es die Bücher hin das ganze darzustellen, ohne dass es verglorifiziert ist.
    Es reicht bei der Beschreibung einer Vergewaltigung vollkommen, zu schreiben, dass das Mädchen schreit und sich wehrt - den Rest kann man sich so vorstellen, wie man will. Und wenn man es sich gar nicht vorstellen will... Nun, dann muss man auch das nicht.
    Heute morgen meinte noch ein Freund von mir: SoFaI ließt sich eher wie Softcore Porn für Leute, die sich an so etwas aufgeilen können. Und genau das war auch mein Eindruck. Es erinnerte mich so ein wenig an Fanfics von Leuten, die solche Fantasien gerne haben.


    GRRM sagte auch die Leute, die sich da beschweren sollten einmal Shakespeare lesen, der tötet weitaus mehrer seiner Charaktere in den meisten seiner Stücke und damit hat er auch Recht.


    Wie gesagt: Es geht nicht darum, das Leute sterben, sondern darum, wie der Tod beschrieben wird. Ich meine, bei Shakespeare sterben die Leute einfach.


    Das Problem sehe ich eher, dass die ganzen Nachahmer das ebenfalls verwenden und sich (wie ich es bereits gesagt habe) durch diese epische Fantasy ein falsches Bild vom Mittelalter manifestiert. Der Hype um die Filme hat das noch einmal deutlich verstärkt.


    Das Zweifle ich ja gar nicht an. Wie gesagt, es ist eine Sache, die mich auch sehr an Fantasy stört. Fantasy ist gerne dieses verromantizierte, europäische Mittelalter mit Elfen, Zwergen, Hobbits und Orks die dadurch laufen. Niemand kommt auf die Idee mal eine andere Zeit zu nutzen (ich wäre voll für Barocke Fantasy oder Antike Fantasy), geschweige denn mal eine andere Umgebung (immer europäisiert *seufz*) und weder über die Zeit, noch über die Umgebung der Zeit wird sich von den meisten Autoren wirklich informiert... Aber vor allem liegt hier nun einmal auch die Schuld bei den Verlagen. Denn diese weigern sich meist auch einfach Dinge mit anderem Setting zu veröffentlichen, weil ist ja ein Risiko, ne?


    Und seien wir mal ehrlich: Das mindeste, das man von einer historischen Nacherzählung in einem Fantasy-Setting erwarten kann (und etwas anderes ist GoT/SoFaI nun einmal nicht), ist, dass ein paar historische Sachen richtig sind *hüstel*
    Nur wie gesagt: Das heißt noch nicht, dass man die mittelalterliche Grausamkeit verglorifizieren muss.
    Weil das und das verromantizieren des Mittelalters sind am Ende doch nur zwei Extreme derselben Skala - richtig ist keins von beidem.


    Denn klar gibt es auch andere Werke vor George R. R. Martin die ebenfalls ein realitischeres Bild abliefern, jedoch trägt George R. R. Martin dieses Bild auch in den Mainstream und fernab der eigenen Unterhaltung und Inspiration, die ich aus den Werken ziehe, bin ich der Wirkung, der Bücher (auch wenn diese Wirkung sicherlich die höchste Priorität beim Schreiben der Werke war) sehr dankbar.


    Die Sache ist nun einmal, warum diese Bücher es in den Mainstream tragen. Vorrangig, weil irgendwem bei HBO wohl einer Abgegangen ist, als er die Vergewaltigungen las und meinte: "Jo, daraus machen wir nun eine Serie!"
    Eigentlich hat nicht GRRM das ganze in den Mainstream getragen, sondern HBO. Ich meine, bevor HBO die Serie herausgebracht hat, hatte keine Bibliothek in meiner Nähe die Buchreihe auch nur komplett. o.ô