If I could write my whole life down on a single page ...


  • Willkommen ...

    ...in diesem kleinen, aber vielleicht dennoch feinen Topic. Ich habe mir bereits vor einiger Zeit (soll heißen so Anfang 2014) vorgenommen, meinen Platz im FF-Bereich zu finden, bisher hat es aber eher weniger geklappt xd
    Deshalb nun hier der nächste Versuch, diesmal nicht durch Wettbewerbe oder Votes, sondern ganz einfach und schlicht, indem ich meine Gedanken in Textform mit euch teile. Viel gibt es dazu nicht zu erzählen, ich schreibe eigentlich relativ selten und wenn doch, dann meistens kurze Texte, wie Gedichte, Drabbles oder einfach etwas, das nirgends so wirklich reinpasst. Längere Kurzgeschichten liegen mir gar nicht, wie ich leider schon öfter feststellen musste, aufgrund der Tatsache, dass ich keinerlei Talent dafür habe Umstände, Umgebungen oder allgemein Details zu beschreiben.
    Aber egal, in den folgenden Tabs gibt's das wirklich Wichtige, die Texte. Geordnet nach Wettberwerbsabgaben und einfache spontane Geschichten, untergeordnet in Drabbles, Gedichte und Sonstiges. Nach ein paar Texten, soll heißen denen, die während des Erstellen des Beitrags/Updatens halbwegs aktuell waren, steht noch ein kurzer Kommentar, was ich mir dabei gedacht habe (falls ich mir denn etwas dabei gedacht habe haha). Bewertungen/Verbesserungen sind natürlich zu allem gerne gesehen, am Liebsten aber zu den non-wettbewerbs-Abgaben.


    [tabmenu][tab=Spontane Texte][subtab=Drabbles]


    Kommentar: Bitte fragt nicht, woher die Idee kam, ich weiß es selbst nicht so genau... Der Text ließ sich aber im Endeffekt ziemlich flüssig schreiben, wahrscheinlich weil ich selbst keine Ahnung von der Verbindung der einzelnen Gedanken zueinander habe und deshalb nicht wirklich nachdenken musste (oder so). Zeit: ca. 10 Minuten


    [subtab=Gedichte]



    Kommentar: Einer der wenigen meiner Texte, deren ursprüngliche Idee auf eigenen Erfahrungen beruht, ich bin noch nicht sooo sehr zufrieden und werde das Gedicht wohl auch noch irgendwann bearbeiten, zumindest, wenn ich die Motivation finde. Zeit: ca. 2 Stunden
    [subtab=Sonstiges]Noch nichts.
    [tab=Wettbewerbsabgaben]
    [subtab=Drabbles]
    folgt.
    [subtab=Gedichte]
    folgt.
    [subtab=Sonstiges]


    [/tabmenu]


    Hallo @Ryokun, hallo @Moxie

  • Aloha Saiko.
    Ich dachte mir einfach mal, dass ich dir einen Kommentar dalasse. Immerhin hast du ja noch keinen bekommen! Übrigens war ich überaus erfreut und überrascht zugleich, als ich dich im FF-Bereich gesehen habe. Ich wusste gar nicht, dass du schreibst! Aber gut, so wirklich viel haben wir ja auch noch nicht miteinande geredet bzw. geschrieben, lol. Ich werde im Übrigen dein Drabble kommentieren, einfach weil ich mit Gedichten leider nicht so viel anfangen kann (und das Gefühl habe, dem Autoren mit meinem Feedback nicht wirklich helfen zu können). Ich hoffe, du freust dich darüber. :3


    Melancholie
    Hach ja, wer kennt sie nicht die Melancholie. Eigentlich recht ironisch, dass ich erst vorhin einen kurzen Text über das Thema geschrieben habe, haha. Aber gleichzeitig war das wohl der Auslöser dafür, dass ich nun dein Werk kommentiere - immerhin teilt man ja gern seine Gedanken, wenn man jemanden findet, der ähnlich denkt, was? Jedenfalls: ich mag es, wenn Textsorten einen Einworttitel haben (das das bei Drabbles so oder so immer der Fall ist, sei mal an der Stelle außen vor gelassen). Man kann sich einfach so schön viele Gedanken dazu machen, ohne das der Autor sonderlich viel dazu sagen muss. Im Prinzip verbindet jeder ja auch etwas anderes mit bestimmten Worten. Ich für meinen Teil verbinde mit Melancholie zumeist Geschehnisse, die einen sehr nachdenklich stimmen bzw. machen. Es muss nicht mal ein tragisches Schicksalserlebnis sein, oftmals reichen auch schon kurze Gedanken zu einem bestimmten Thema. Ich mag den Titel wirklich sehr gern. Auch weil er meiner Meinung nach sehr gut auf den Inhalt passt. Hier kann ich wirklich nicht meckern.
    Ich liebe den ersten Satz. Ernsthaft. Bzw. ist es ja eher eine Frage - aber holy fuck. Erst einmal ist die Wortwahl hier unglaublich gut und des Weiteren liebe ich solche Fragen. Besonders zu Beginn eines Werkes wirft man schon viele Gedankengänge beim Leser hervor und er wird sich schon indirekt mit den verschiedensten Handlungsmöglichkeiten auseinander setzen - zumindeset habe ich das getan. Zwar kenne ich es zumeist von meinen eigenen Drabbles, dass kurz darauf die Lösung auf die Frage kommt (eigentlich immer ein Ja oder Nein), aber dennoch finde ich solche Anfänge einfach immer total super.
    Generell besteht dein Drabble so gut wie nur aus Fragen. Kann man natürlich machen (selbst mache ich es wie gesagt auch immer wieder sehr gerne, lol), aber so wirklich eine Antwort kommt dann nicht. Selbstverständlich nicht, immerhin ist das ja quasi DIE Aussage des Textes - der Leser soll sich selbst eine Meinung bilden und eine Antwort finden. Solche philosophischen Werke sind wunderbar, ich liebe sie ohne wenn und aber. Allerdings - und das wird mir auch des Öfteren gesagt - sollte schon ein wenig Handlung vorhanden sein. Wird etwas schwierig bei einem Drabble, wenn es quasi nur aus Fragen besteht, haha. Ich glaube... hier hätte man wirklich eine richtig geniale Kurzgeschichte draus machen können. /euphorieaus. Ew, ja. Was ich eigentlich sagen wollte: man merkt hier sehr deutlich, dass man auch Drabbles schreiben kann, die sich nur mit philosophischen Grundgedanken auseinander setzen und nicht wirklich eine Erzählung von irgendwas sind (also ein Handlungsträger). Persönlich finde ich das btw. immer wieder sehr interessant zu lesen; die Meinungen gehen hier stellenweise aber auch auseinander.
    Ich muss gestehen, dass ich auch den letzten Satz sehr gelungen finde. Aber irgendwie... ich weiß nicht, irgendwie fehlt da was in meinen Augen. Zwar ist es eine schöne Abrundung mit dem Thema der menschlichen "Dummheit" (aka wir würden niemals mit etwas zufrieden sein, weil wir immer mehr wollen etc.), aber es kommt mir gerade im Bezug auf die Frage zuvor etwas zu plötzlich. Glück finden wollen und das fröhliche Schicksal verkennen - okay, dass passt natürlich. Bzw. der Grundgedanke wird weitergeführt, aber an der Stelle fehlt mir irgendwie noch so ein bisschen die weiterführende Tiefe. Man hätte aus dem Gedankengang noch so viel mehr rausholen können - sofern man eben mehr Worte gehabt hätte, lol. Aber hey, dass macht Drabbles ja auch irgendwie aus, haha. Also das man nicht alles bis ins Detail erklärt.
    Also prinzipiell hattest du mich mit dem Drabble eigentlich von Anfang an schon in der Tasche, weil ich a) selbst gern so schreibe und b) solche Gedanken einfach total toll finde. Wirklich ein gelungenes Werk, wenn du mich fragst. Mach bloß weiter so! :3


    Ich hoffe einfach mal, dass du aus meinem Gelaber alias Kommentar was Hilfreiches rausziehen kannst und dich etwas darüber gefreut hast. Viel Spaß beim weiteren Schreiben und man liest sich.


    ~ Liz

    ________________ஜ۩۞۩ஜ________________

    »Be the chaos you want to see in the world.«

    - Mollymauk

  • UPDATE OMG


    Also, ca. zwei Monate später als geplant kommt jetzt mal ein kleines Update, ich hab ja schon gegenüber @Rusalka geäußert, dass ich an einem Text sitze - und genau deshalb ist besagter Text nicht im Update drin. Ist halt nicht fertig. Schade :(  
    Aber dafür hab' ich mich an zwei andere Drabbles gemacht, die Ideen dazu kamen mir am Montag und gestern Abend habe ich dann beide in ca. anderthalb Stunden niedergeschrieben. Wirklich viel will ich gar nicht dazu schreiben, ich weiß nicht genau, was ich von den beiden Texten halten soll, deshalb dürft ihr das gerne bewerten o/




    Es ist, wie ich mitbekommen habe, ja eine Tradition, dass man Rekommis schreibt, zu den kritiken, die man erhalten hat. Da mir das aber ziemlich schwer fällt und ich, um ehrlich zu sein, gar nicht genau weiß, was ich schreiben soll, bedanke ich mich einfach bei @Kräme für die Kritik, freut mich, wenn dass dir mein Drabble gefallen hat, und nehme das Feedback selbstverständlich zur Kenntnis. Ich werde besonders versuchen in kommenden Drabbles, etc. ein wenig mehr Inhalt einfließen zu lassen!


    Tschüss @Ryokun, tschüss @Moxie

  • Hallo Saiko,


    mich freut es, dass du wieder ein Update vorgenommen hast und was den Text angeht, gut Ding will Weile haben. Lass dir damit also Zeit, bis er perfekt ist und dann kannst du ihn ja auf die Meute loslassen.
    Davon abgesehen gibt es zwei Drabbles zu bewerten. Mal sehen, was sich daraus ergibt.


    Endlos
    Die Freiheit der Gedanken ist eine gute Idee, in einen Kurztext zu verpacken und man merkt auch immer wieder, wie schwierig es ist, diese Grenzenlosigkeit zu Papier zu bringen. Was will man aussagen, was möchte man mit Worten und Gefühlen anstellen? Du sprichst dabei von einer unerreichbaren Perfektion. Verständlich, denn im Grunde ist das Niederschreiben oder Herauslassen der Idee nicht selten schon eine Abstufung, da es sich dabei eben nicht mehr um den perfekten Gedanken handelt. Aber dann ist wiederum die Frage, was ist schon Perfektion? Was für den einen so aussehen mag, ist für den anderen womöglich ein Schritt in die falsche Richtung. Schlussendlich ist Perfektion eine Sache, die man nur für sich selbst festhalten kann und da sollte man auch keine Angst vor Fehlern haben, so wie du sie später ansprichst. Zu schreiben ist etwas sehr Schönes; man kann sich in längeren Texten ausdrücken, ohne die Bedeutung direkt zu nennen, kann sie aber gut innerhalb dieser Zeilen verpacken. Das macht die Spannung aus und kann auch Schüchternen helfen, sich auszudrücken. Wer weiß, ob die große Liebe vielleicht einmal versteht, was man selbst denkt?
    Großteils gefällt mir der Drabble ganz gut, wobei ich sagen muss, dass teils die Sätze etwas zu lang wurden, aber das ist kein großes Manko. Sprachlich hast du etwas eher Alltägliches gewählt, was gut für die Umsetzung und die Authentität ist, da es eben natürlich klingt.


    Momentaufnahme
    Es wirkt wie eine Fortsetzung des vorherigen Drabbles, da es einige Themen wieder aufgreift und neu interpretiert Wieder sind es die Gedanken, um die sich der Inhalt dreht, aber auch verstärkt um Vergänglichkeit, das Leben und seine Laufbahn. Was erwartet einen dabei nach dem Tod? Gute Frage eigentlich, das man so leicht wohl nicht beantworten können wird. Ob vielleicht ein neues Leben wartet? Die Seele gilt ja als unsterbliches Gut und denkbar wäre es durchaus, weswegen man sich vor dem Tod auch prinzipiell nicht fürchten muss. Es ist eher der Weg in einen neuen Abschnitt, fernab der Bekanntschaften, die man gemacht hat. Aber werden sie an einen denken? Kann man ihnen beweisen, dass man an sie denke? Mir gefällt es, wie du dich dabei auch an die Schnelligkeit der heutigen Gesellschaft anlehnst; dass durch die vielen Aktivitäten kaum noch Zeit bleibt und vieles nicht erledigbar ist. Deswegen sollte man die gemeinsame Zeit auch in Ehren halten und mti Freunden das Leben auskosten, um am Ende auch nichts bereuen zu können. Wer weiß, ob nicht genau diese Taten am Ende die größten Erinnerungen sind?


    Auch wenn es weniger Kritik an sich ist, so habe ich mich unterhalten gefühlt und vielleicht ja für den ein oder anderen Diskussionsansatz gesorgt. Wer weiß, ob wir nicht sogar dieselbe Meinung über das Thema teilen, aber das ist eine andere Geschichte. Ich hoffe, dass ich dir mit dem Kommentar eine Freude bereiten konnte und ich denke, man liest sich in Zukunft sicher wieder.


    ~Rusalka

  • Was macht man, wenn auf der Arbeit nichts zu tun ist? Genau, man schreibt nach Monaten und Jahren mal wieder einen kleinen Text für sein FF-Topic. Was auch sonst?
    Ich habe mich zugegebenermaßen etwas schwer damit getan, aber das tue ich eigentlich immer wenn ich irgendwie Versuche Gefühle, besonders die eigenen zu beschreiben. Aber naja, seht einfach selbst xd


  • So, ausnahmsweise mal relativ schnell kommt hier schon die nächste Kurzgeschichte. Wie bisher immer bezieht es sich auf meine eigene Person bzw. auf eine Situation und eine Phase in meinem Leben die ich erlebt habe. Und wie immer möchte ich nicht zu viel zum Werk sagen, da ich euch als Lesern etwas Interpretationsraum lassen möchte. Was ihr zu dem Inhalt denkt würde mich aber stark interessieren, gilt natürlich auch für den kurzen Text ohne Titel oben! In dem Sinne, viel Spaß beim Lesen ♥



    Das Gesetz von Anfang und Ende


    Wenn du dir etwas wünschen könntest, was wäre es? Was, wenn du wüsstest, dass sich dein Wunsch erfüllt? Wäre es Reichtum? Glück? Gesundheit? Oder einfach etwas Gutes zu essen?
    Würdest du dir etwas für dich wünschen oder für jemand anderen?
    Er stand bereits vor der Entscheidung. Damals spürte er sie direkt - die Magie, die Bedeutsamkeit dieses Momentes. Er wusste, was auch immer er jetzt denken würde - das war sein Wunsch. Einzigartig. Unveränderlich.
    Vollkommen regungslos stand der Junge da und starrte den Nachthimmel an. Zwei Sekunden. Drei Sekunden. Die Zeit schritt langsam voran. Innerlich fühlte es sich an, als wären schon Stunden vergangen seit er das Licht sah.
    Er versuchte nichts zu denken. Nein, er versuchte nur nichts falsches zu denken. Automatisch gingen seine Gedanken auf ihn selbst über. Wollte er seinen Wunsch für sich opfern? Wäre das egoistisch? Konnte er das rechtfertigen? Im Grunde genommen war er doch glücklich.
    Auf ein Mal bemerkte der Junge wieder die Menschen um ihn herum. Er war nicht allein. Auch sie hatten das Licht gesehen. Die ersten riefen lachend ihren Wunsch aus, andere gaben ihre Verzweiflung zu. Nein, ihnen konnte er seinen Wunsch auch nicht widmen.
    Fünf Sekunden.
    Hatte er überhaupt noch Zeit? War es schon zu spät?
    Leicht panisch versuchte er sich zu entscheiden. Vor seinem inneren Auge erschien ein Gesicht. Plötzlich ging alles so schnell. Die Zeit raste. Die Unendlichkeit wurde ihm bewusst.
    Ja, er stand bereits vor der Entscheidung. Deutlich spürte er nun die Auswirkungen. Tag für Tag, wieder und wieder aufs Neue. War es richtig, wofür er sich entschieden hatte? Auch wenn er darunter litt? "Jedes Glück braucht seinen Ausgleich." Das sagten sie zu ihm. Wieder schloss er seine Augen. 55 Tage.
    Er konnte nur hoffen, dass sie recht hatten.

  • Hallo Hannes,


    ich mag die Symbolik mit den Sternschnuppen aus der letzten Geschichte. Auch wenn du dich nicht allzu stark auf das Geschehnis an sich konzentriert hast, standen viel mehr die Gedanken des erwähnten Jungen im Vordergrund, um die Prämisse zu erklären, warum er denn nun hier ist. Das kann nun mehrere Gründe haben, aber alles deutet auf eine schwere Entscheidung mit einer Freundin hin. Ob das nun mit einer Trennung zu tun hat oder anderweitig mit dem Vergessen der anderen Person, macht hier eigentlich nicht so viel Unterschied, da es etwa auf dasselbe hinaus läuft.
    Die Momentaufnahme ist dir jedenfalls gut gelungen. Die kurzen Sätze spiegeln Gedanken wieder und darüber hinaus natürlich auch die Panik, ja diesen einen speziellen Moment nicht zu verpassen, um den Wunsch zu äußern. Diese Hektik lässt sich gut heraus lesen und schafft dadurch eine ganz eigene Stimmung.
    Am Ende hättest du den Zeitsprung noch etwas hervorheben können. Plötzlich ging es nicht mehr um die Entscheidung, sondern es sind schon ein paar Tage vergangen, wohl ohne direkt spürbare Auswirkungen und das war im ersten Moment irritierend. Mit einer Zeitangabe oder einem Ausklang von dem Event hättest du da einen netten Übergang schlagen können, wodurch dieser dann eindeutiger geworden wäre.


    Jedenfalls hat es mir Spaß bereitet. Wir lesen uns!

  • @Rusalka Großen Dank für dein Kommentar, freut mich wenn dir die Momentaufnahme gefallen hat, es war mir wohl auch am Wichtigsten, dass man gerade diese Stelle gut versteht und angenehm lesen kann, gerade obwohl eine hektische und panische Stimmung herschen sollte. Gebe dir auch recht, dass ich das Ende deutlicher hätte machen können. Das war wohl ein klarer Fall von "zu schnell beenden wollen", daran leide ich leider öfter mal haha
    Vielleicht werde ich das Ende deshalb auch irgendwann noch mal umschreiben wahrscheinlich nicht , aber so einfach mal danke, für die Kritik!


    Habe natürlich auch wieder eine neue Geschichte mitgebracht. Das Übliche: Wenig Story, dafür einen Fokus auf die Gefühle und Gedanken des Charakters. Komplett zufrieden bin ich damit nicht, das Bild des Tunnels hat mich aber selbst einfach so begeistert, dass ich sie unbedingt veröffentlichen will, auch wenn es nicht perfekt umgesetzt ist. Glaube auch, dass ich diesmal eventuel auf zu vielen Hochzeiten auf einmal getanzt habe, naja bewertet es selbst.
    Diesmal habe ich mir sogar mal ein paar Tage Zeit gelassen und nicht alles innerhalb einer Stunden runtergeschrieben, vielleicht ist der Text deshalb etwas länger als die anderen. Naja, ich bessere mich wohl langsam xd




    For April


    "Stell dir vor, du stehst in einem Tunnel. Du weißt nicht, wie du hierhergekommen bist und auch nicht, wie lange du schon hier bist. Flüchtig erinnerst du dich an die letzten Schritte die hinter dir liegen, vielleicht bist du eben erst an einer Kreuzung vorbei gegangen, vielleicht bist du abgebogen, hast einen Weg genommen den Andere kaum wahrnehmen würden.
    Du schaust nach oben. Über dir hängen in einigen Metern Abstand mehrere Lampen. Sie flackern leicht, beleuchten nur das Nötigste des Ganges. Dein Blick wandert die Lichter ab, senkt sich dabei in Richtung des Weges der vor dir liegt; einige Meter sind noch beleuchtet, alles weitere liegt im Dunkeln. Du weißt nicht, was vor dir liegt, weißt nicht ein mal, wie lange du noch gehen musst, bis du das Ende erreichst. Das Ende. Das Ende? Was wird dich wohl erwarten? Möchtest du es überhaupt erreichen? Noch ein Mal siehst du zurück. Eine Umkehr ist unmöglich, du würdest gerne, möchtest andere Wege und Abbiegungen versuchen, aber irgendetwas - eine höhere Macht vielleicht - hindert dich. Langsam regen sich deine Beine. Dein Fuß hebt sich vom Boden ab und einen Schritt vor den Anderen setzend führst du deinen Gang in die vor dir liegende Dunkelheit fort."


    Der Junge wachte auf. Er merkte nicht wirklich etwas von dem Vorgang, war verwirrt und verstand nicht genau was gerade passierte. Verschwommene Erinnerungen, die er nicht genau zuordnen konnte schwirrten kurz in seinem Kopf herum, bis sie verblassten und letztendlich verschwanden. Langsam öffnete er seine Augen, nur um zu bemerken dass er trotzdem nichts sehen konnte. Es war dunkel um ihn herum. Er drückte sein Gesicht in das Kissen welches seine Hände umschlungen, wohl schon seit geraumer Zeit, bis er hinter sich ein Geräusch hörte, eine Art Vibration, die ihm Kopfschmerzen verursachte. Schnell dreht er sich um, schnappte sich das leuchtende Gerät an seiner Seite und mit einem Wisch über das Display des Handys kehrte wieder Stille ein. Mit einem kurzen Seufzen drehte er sich auf den Rücken und starrte in Richtung Decke. Nur leicht konnte er die Umrisse des eingearbeiteten Holzes erkennen, aber nach wenigen Sekunden des Augen Zusammenkneifens dachte er auch nicht weiter darüber nach. Der Junge realisierte nun was passiert war. Dass er sich schlafen legte, um sich auszuruhen, nicht weil er besonders müde war, sondern eher aufgrund einer erdrückenden Erschöpfung, die er fühlen musste. Eine Erschöpfung, die ihn jeden Tag wieder einholte, immer zur gleichen Zeit. Nicht, dass es ihn noch stören würde, er hatte sich längst daran gewöhnt und es als Teil seines Lebens akzeptiert.
    Mit einem weiteren Seufzen richtete sich der Junge auf, schnappte sich sein Handy, fuhr sich kurz durch die schwarzen Haare und verließ sein wohltuendes Zimmer. Wohlwissend, dass ihm die Routine, der Alltag, die Menschen erneut den Lebenswillen rauben würden und wohlwissend, dass er in wenigen Stunden wieder hier liegen würde. Dass ihn wieder eine Leere füllen wird, ein erdrückendes Gefühl als würde er von dutzenden Speeren aufgespießt. Aber auch, dass er sich wieder sicher fühlen wird.


    "Stell dir vor, du stehst in einem Tunnel", flüsterte die Stimme in seinem Kopf. "Du weißt nicht, wie du hierhergekommen bist und auch nicht, wie lange du schon hier bist. Flüchtig erinnerst du dich an die letzten Schritte die hinter dir liegen, vielleicht bist du eben erst an einer Kreuzung vorbei gegangen, vielleicht bist du abgebogen, hast einen Weg genommen den Andere kaum wahrnehmen würden. Dieser Tunnel ist dein Leben - du bist mittendrin. Du kannst nicht wissen, was auf dich zukommen wird oder wie letztendlich alles enden wird. Wohin du auch schaust, du siehst nur Steine und Mauern um dich herum. Der Raum ist leer und schwarz. Traurig. Eine Nervosität macht sich in dir breit; entwickelt sich langsam zu einer Angst. Kaum Luft bekommend, als würde sich eine Schlinge um deinen Hals legen, setzt du deinen Gang in die vor dir liegende Dunkelheit fort."


    Wieder vibrierte das Gerät in der Hand des Jungen. Angenervt dreht er das Display in Richtung seines Gesichts, er erwartete einen zweiten Wecker den er vergessen hatte auszuschalten. Desinteressiert wollte er den Laut abstellen - aber er war zu spät. Von selbst hörte das Handy nach nur wenigen kurzen Vibrationen wieder auf und es kehrte Stille ein. Erstaunt betrachtete der Schwarzhaarige die Nachricht vor seinen Augen.
    Ein anderes Gefühl machte sich in ihm breit.


    "Stell dir vor du gehst durch dein Leben. Um dich herum ist alles dunkel, du fürchtest dich und spürst einen drückenden Schmerz in der Lunge. Es ist ein Gefühl, als würde jederzeit alles enden. Als würde der Tunnel um dich herum einstürzen und dich erschlagen. Du sackst zusammen; spürst wie dich deine Kräfte verlassen, du nicht mehr weitergehen kannst. Deine Augen schließen sich, als würden sie verhindern wollen dass du in deinen eigenen Tränen ertrinkst.
    Aber es ist genau dieser Moment, in dem du plötzlich einen sanften Druck auf deiner Schulter spürst. Langsam öffnest du wieder deine Augen und drehst dich um. Was du siehst ist etwas Vertrautes, Liebevolles. Du bemerkst wie sich dein Herzschlag beruhigt, dein Atem aufhört zu stocken.


    Du bemerkst, dass du nicht allein bist."

  • Hallo Hannes,


    ich mag's, dass du jetzt so in Schreiblaune bist und dabei wieder ein recht interessantes Thema im Gepäck hast. Man kann es auch recht gut aufs Leben übertragen, wenn man sich gerade mal wieder in einer Situation befindet, in der man vor lauter Stress oder beim alltäglichen Trott das Wesentliche aus den Augen verliert. Da passt es, dass du den ersten Absatz trotz der Dunkelheit erst einmal nur mit befremdlicher, aber nicht angsteinflößender Atmosphäre beschreibst, um diese Unwissenheit zu untermalen. Danach erfährt man während des Lesens bereits mehr über den Erzähler und dass er tatsächlich im Alltag gefangen zu sein scheint, ohne ausspannen zu können. Keine leichte Situation, wenn man so überlegt, dass eine gute Balance wichtig fürs Leben ist. Und gerade, als der Tunnel zusammenbricht und die Dunkelheit weicht (sprich, er kann entspannen oder eine riesige Last ist von seinen Schultern gefallen), taucht ein Licht auf, das ihn auffängt, das er vielleicht nicht sofort realisiert hat oder das ihm während seines Lebens einfach nicht so bewusst war. Auf jeden Fall war jemand da und das ist wohl die größte Stütze, die man zu jeder Zeit erfahren kann; zu wissen, dass jemand da ist, der einen zu jeder Zeit auffangen kann.
    Nur den Titel kann ich nicht ganz zuordnen. Das mag nun daran liegen, dass April ist, oder diese besagte zweite Person heißt April. Für das Verständnis der Geschichte ist es aber nicht wichtig und die Interpretation kann daher wohl jedem selbst überlassen werden.


    Wir lesen uns!

  • Deine Texte haben alle etwas melancholisches an sich. Solche Werke mag ich. Sie verleiten einen zum Nachdenken (ich denke dann schnell viel zu viel nach und drehe alles ins negative xD)


    200 Zeichen-Special
    Kategorie Pokemon Welt
    Dieser kurze Text hat mich überrascht. Ich las den Text und überlegte mir, von welcher Welt du denn sprichst. Eine Traumwelt? Einfach unsere Träume? Der Himmel? Dann dachte ich an ein Universum, in welchem vielleicht unsere liebsten Serien Wirklichkeit sind. Dann erst habe ich den Titel gelesen. Ich mag die Art, wie du das Thema angesprochen hast, ohne das Thema anzusprechen.


    Das Schweigen der Sinne eines selbstvergessenen Denkers
    Ich bin wirklich schlecht was Gedichte angeht. Sowohl im Schreiben, als auch im interpretieren. Ich werde es dennoch versuchen.
    Das Gedicht lässt mich an eine Liebe denken, die zu ergreifen unmöglich erscheint. Man sucht die Nähe, die Emotionen, die Wärme, die Gefühle. Aber Hindernisse stellen sich einem in den Weg. Alles scheint ein wenig verträumt und neblig. Es ist nicht klar und man geht in der Einsamkeit verloren.


    Alles in allem sehr schöne Schriften!
    Weiter so und wir sehen uns sicher bald wieder :)

  • Oh shit wie lange ist das wieder her. Dabei wollte ich das Ganze doch aktiver halten. Na ja, gebe zu ich hatte ein recht starkes Kreatief und mir sind einfach keine Texte oder Themen in den Sinn gekommen.
    Heute dann 10 Stunden Zugfahrt und habe dann mal 2 kleine Gedichte geschrieben und 3 andere Geschichten angefangen upsi, so kanns gehen ¯\_(ツ)_/¯
    Den Post mache ich vllt noch schöner wenn ich Zugriff auf einen PC habe.


    Auf jeden Fall noch vielen Dank an @Rusalka und @southheart für die Kommentare, freut mich wirklich wenn euch die Texte gefallen ^__^. Zu ersterem noch: Mit dem Titel war tatsächlich beides gemeint, sowohl der Monat als auch die Person, der der Text gewidmet ist.



    Zu den Werken


    Wie schon erwähnt sind beide neuen Texte kurze Gedichte, wobei ich hier ein wenig experimentiert habe - zugegebenermaßen.
    Das erste Gedicht, ohne Titel, ist eines mit dem ehrlich gesagt nicht wirklich zufrieden bin, was ich aber dennoch so veröffentlichen möchte. Zum Thema werde ich wie immer nicht viel sagen, da ich hier Interpretationsspielraum lassen möchte, was den Aufbau angeht kann ich zumindest sagen, dass ich mir bei den Reimen und dem Versmaß Gedanken gemacht habe, auch wenn sie meistens unsauber sind. Ein durchgehendes Metrum werdet ihr aber vergeblich suchen. Habe mich hier wirklich schwer getan zeitweise, Reime auf Deutsch sind aber auch verdammt schwer. Ach ja und das Gedicht besitzt trotz der Kürze eine abwechslungsreiche Ausdrucksweise, auch wenn es sich so seltsam liest - das ist gewollt.


    Das zweite Werk mit dem wundervollen Namen “Paperplane Dreams“ fiel mir da deutlich leichter. Habe das erste Mal auf englisch geschrieben, muss aber persönlich und voller ekelhaftem Eigenlob sagen, dass ich finde dass es mir recht gut gelungen ist. Zumindest fallen mir Reime im Englischen deutlich leichter.
    »Aber Hannes, das reimt sich doch gar nicht wirklich???«
    Ja zugegeben, die Reime sind nicht gerade sauber. Hat den einfachen Grund, dass der Text eigentlich nicht nur ein Gedicht ist, sondern auf eine bestimmte Melodie geschrieben wurde. Es ist also eher ein Liedtext. Das könnt ihr natürlich nicht bewerten, es sei denn ich nehme es irgendwann auf - was ich bezweifle - aber es muss erwähnt werden. Und was den Titel angeht, ihr könnt ruhig versuchen die Verbindung zum Text zu finden, aber ob ihr da was findet ist eine andere Sache xd
    Aber glaube das war genug geschwafelt, kommen wir zum wichtigen!


    Die Werke


    Ohne Titel



    Hat jemand Feuer, damit die Brücke verbrennen kann?
    Ich will neu starten vergessen was war.
    Ich will weitergehen, Tag für Tag.
    Hat jemand Feuer für die Kippe, verdammt?
    Der Rauch lässt die Vergangenheit verblassen,
    Ich kann endlich aufhören mich selbst zu hassen.
    An Feuer hab ich mich bisher immer verbrannt
    Doch die Wunden schmerzen am meisten im Schlaf.
    Wenn ich zurückdenk, zu träumen wag.
    An das Feuer das ich einmal gekannt,
    Das mich umgibt, eine schützende Kraft,
    Das mir hilft, in jeder Nacht.
    Das Feuer raubt mir meinen Verstand,
    Doch ich lass es brennen, schenk ihm kein Grab,
    Gebe zurück was es mir gab.
    Vor Feuer bin ich immer nur weggerannt,
    Doch möcht mich nun wärmen in freundlicher Art.
    Scheiß auf Gefühle, gehe zurück an den Start.
    In die Mitte des Feuers, wo alles begann.




    Paper plane Dreams


    I know you're down
    I know you're hurt
    I know you're calling out for help
    It's like the world
    Brought you to your knees
    And everything just seems to be
    So fucking broken and displaced
    But know that I'll be gone today


    You don't have to say a word
    I know exactly what you think
    Like all this time
    We spent side by side
    We were both one and the same
    And now that's over and that's ok
    'Cause you say we will call again
    And I know you're lying
    But I don't say
    A word so you can smile in vain


    We've been running away from our hearts
    Didn't recognize we're falling apart
    We've been hoping not to die from the start
    But in the end I was just a small part
    Of your life
    And now I stand
    Here all alone
    And by myself
    It won't ever be the same
    I'm the only one to blame


    'Cause I've been running away from my heart
    Didn't recognize I was falling apart
    I've been hoping not to die from the start
    But in the end there is no thing like love

  • Hallöchen Du. :3



    Ich habe gerade ein bisschen im Bereich gestöbert und dabei ist mir aufgefallen, dass du seit längerer Zeit keinen Kommentar mehr erhalten hast und da ich gerade angenehme Musik höre (Brothers - Kodaline) - hör es dir an, das Lied ist sick - passt eigentlich alles perfekt, nebenbei einen Kommentar zu verfassen. Außerdem ... irgendwie hab ich mich bei einem Werk angesprochen gefühlt. :'3 Also ich hoffe, du freust dich über einen kleinen Kommentar.


    Ohne Titel
    Pft, kein Titel. Oder ist das gar der Titel? :überlegt: Na ja, auch egal. Ich tue jetzt einfach mal so, als wenn das der Titel wäre, denn ich mag den Gedankengang, den ich dazu hatte. Prinzipiell sagt man ja, dass man als Mensch Dingen (verallgemeinert jetzt mal) einen Namen gibt und das man dann weiß, was es ist bzw. worum es sich dabei handelt. Wenn man nun allerdings sagt, etwas (oder in dem Fall ja eher jemand) besitzt keinen Namen bzw. ist "ohne Titel", dann sagt es ja eigentlich aus, dass man nicht weiß, wer oder was es ist. Was es oder ihn ausmacht und was sich hinter es oder ihm verbirgt. Im Hinblick auf das Werk bzw. auf die Gesamtaussage eben jenes, ist es ein recht passender Gedanke, finde ich. Wobei es natürlich auch an meinem interpretierenden Verstand liegen kann, irgendwo etwas zu sehen, wo eigentlich nichts ist, haha. Aber passend ist es dennoch, wenngleich das Werk wohl keinen Namen hat. Egal. Für mich ists einer!
    Das Werk wirkt sehr düster, wenn man es einmal komplett gelesen hat. Oder es erscheint mir so, weil ich selbst mit dem Geschriebenen ziemlich viel anfangen kann. Aber vielleicht habe ich einfach nur einen etwas anderen Blickwinkel auf das Werk, wer weiß. Mir gefällt die Atmosphäre, die du mit dem Gedicht erschaffen hast. Ich finde stellenweise haben solche Werke eines Autors mit am meisten Aussagekraft, weil so viel in ihnen steckt, dass es fast unmöglich ist, alles zu erfassen. Ich schätze mal, ich werde ohnehin nur einen Bruchteil entnehmen können, als du anfänglich reingesteckt hast. Vielleicht auch ganz gut so, kek. Aber worauf ich hinaus will: Man merkt dem Werk an, dass es eine sehr tiefe Tragweite beim Schreiben angenommen hat. Hach ja, es ist wunderbar, mit Schreiben zu Verarbeiten und Abzuschließen.
    Brücke verbringen ... Sinnbild für die Verbindung zwischen zwei Menschen? Wenn man den nächsten Satz betrachtet, dann macht es einerseits Sinn und andererseits nicht. Ich glaube, wenn man erst einmal die Verbindung zueinander komplett abgefackelt hat, dann kann man diese auch nicht wieder herstellen. Außer man hat eine ganz bestimmte Version von Feuer im Sinn, jaja. *räusper* Jedenfalls: Ich mag das Sinnbild!
    Allgemein ist Feuer hier ein sehr starkes Sinnbild im Werk. Und ich liebe es. Einerseits kann Feuer einen beschützen bzw. Wärme schenken und andererseits kann es einen auch verletzen, wenn nicht sogar verbrennen,wenn man zu nah ist. Interessant bei dem Werk ist das der Start quasi "inmitten" des Feuers ist. In Anbetracht der Tatsache, dass hier auch zeitgleich das Wort "Gefühle" mit auftaucht, kann man das Feuer in dem Fall auch als entfachte Liebe bezeichnen oder interpretieren. Oder aber das der Anfang im Prinzip genau das war, was dafür gesorgt hat, dass man von Flammen umgeben ist. Hm. Beides ein interessanter Gedanke, vor allem, wenn ich darüber nachdenke, welche Bezüge ich dazu herstellen kann. Aber nicht alles muss davon ja in einem Kommentar stehen, nicht wahr?


    Zum Aufbau des Gedichts kann ich gar nicht mal so viel sagen. Das liegt nicht daran, dass ich nicht in der Lage sein würde bei einem Gedicht (ich mein, ich weiß ja an sich, wie die Dinger funktionieren). Aber ich finde es persönlich immer schwer, daran etwas zu kritisieren, da Gedichte eine Sache sind, die ... ja, ich weiß nicht. Es ist Interpretationssache, wie man etwas schreibt und wie genau da die Betonung liegen soll. Das sieht jeder anders. Beispielsweise fand ich das Gedicht an manchen Stellen außerordentlich holprig; beispielsweise als es darum geht, dass der Erzähler sich "wärmen möchte, aber in einer freundlichen Art" - zwar weiß man, was damit gemeint ist, aber das Wort "freundlich" wirkt sehr deplatziert an dieser Stelle. Aber ich kann bei Gedichten nie genau sagen, ob das nun an mir und meinem persönlichen Geschmack liegt oder aber ob das auch noch andere Leute so sehen, haha. Dementsprechend möchte ich gar nicht groß etwas an der Schreibweise kritisieren oder wie du das Gedicht aufgebaut hast. Außerdem triggert es mich eh, wenn man bei Gedichten jede Zeile groß schreibt, obwohl der Satz zuvor nicht beendet wurde. Ich sag ja, Geschmackssache.


    Joar. Alles in allem empfand ich das Gedicht als sehr interessant. Ich hoffe, man liest mal wieder ein wenig mehr von dir hier. (;

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    - Mollymauk

  • Uuuund ich bin wieder da! Vielen Dank noch mal an @meridian für den Kommentar, dein Re-Kommi habe ich dir ja schon privat gegeben also muss ich dazu jetzt ja gar nichts mehr groß sagen :3
    Auf jeden Fall hab ich wieder etwas Neues im Gepäck und Überraschung: Es ist die Fortsetzung eines meiner anderen Werke, damit habt ihr nicht gerechnet, ha! Wobei wohl eher "Aktualisierung" als Fortsetzung, aber letztendlich kommt es wohl auf das Gleiche hinaus.
    Zum Werk selbst gilt auch im Groben das gleiche wie zu seinem Vorgänger, es ist die gleiche Metapher die ich verwende und dort schon, wie ich finde, ganz gut beschrieben habe. Und wieder dreht es sich eher um die inneren Vorgänge des Charakters, als um eine Geschichte die ich erzählen möchte und wieder bin ich nicht wirklich zufrieden mit dem Ergebnis wie es aktuell ist, möchte aber auch nicht mehr zu viel verändern und stehe außerdem auch bisschen unter Zeitdruck haha (genau genommen kommt der Post eh schon 2 Tage zu spät smh).
    Viel mehr möchte ich auch gar nicht mehr zu dem Werk sagen, außer dass ich hoffe den Zwiespalt und Zwist des Charakters gut genug rübergracht zu haben. Irgendwie habe ich immer das Gefühl daran zu scheitern. Oh und ein dritter Teil ist geplant, mal hoffen dass ich den dann rechtzeitig durchziehe x)


    /Edit: Kp wieso ich am Anfang noch in der Er-Form geschrieben habe kek, ist jetzt auf jeden Fall korrigiert xd




    For October


    “Was kannst du sehen?“, fragt diese Stimme in deinem Kopf. Diese Stimme, die nie verschwand, so sehr du es dir manchmal auch wünschst. Die dich verfolgt, wenn du lachst und wenn du weinst, die dich bestärkt und unterstützt in allem was du tust, die dir deine Fehler und Schwächen verdeutlichte. “Kommt es dir bekannt vor?“ Um dich herum sind die gleichen grauen Wände, die gleichen kalten Mauern. Das gleiche Licht leuchtet deinen Weg; schwach, als würde es jederzeit erlischen. Vor dir liegt alles im Dunkeln, du weißt nicht, was dich noch erwarten wird, wie weit du noch gehen musst. Wie weit du noch gehen kannst. “Schau zurück. Weißt du noch, wie du hergelangt bist?“ Du denkst an deine letzten Schritte, erinnerst dich dass du etwas gefunden hast, von dem du befürchtest hattest es verloren zu haben. Ein kleines Schmuckstück, ein Talisman. Vier kleine goldene Hände, die einander an den Gelenken halten, geformt zu einer Kette. Eine von ihnen ist lange schon eingerissen, beginnt zu bröckeln. Weiter kannst du nicht denken, auch hinter dir liegt alles im Dunkeln. “Erinnerst du dich an den Moment, als du das letzte Mal hier warst? Weißt du noch, wie du damals hergekommen bist?“ Wieder macht sich dieses Gefühl in dir breit. Du kennst es nur zu gut, wieder fängt es an dir die Luft zu rauben, dich zu erdrücken. Deine Finger fangen an zu zittern, ganz leicht und sanft, Schweiß tritt aus deinen Poren, ein Kratzen macht sich in deinem Hals breit. Du fühlst dich hilflos, schwach, als wärst du nicht bereit für all das, was um dich herum geschieht. Jedes kleinste Detail, jeder Riss in den Wänden, jeder Stein auf dem Boden und jede Motte, die in den flackernden Flammen der Fackeln stirbt, löst diese höllische Emotion in dir aus.
    “Hast du Angst?“


    Wieder wachte der Junge auf. Es war bestimmt das Millionste Mal, dass er diesen Prozess durchlebte, aber noch immer verwirrte er ihn. Wieder dauerte es einige Momente, bis er realisierte was geschah und noch ein paar mehr, bis er es akzeptierte. Diesmal gab es kein schmerzendes Geräusch an seiner Seite, er öffnete langsam die Augen und befürchtete für einen kurzen Moment, er würde erblinden anhand des grellen Lichts dass ihn begrüßte. Der Jugendliche drehte sich auf den Rücken. Verzweifelt suchte er nach den bekannten hölzernen Rahmen, die ihn früher immer erwarteten wenn er das tat. Sie waren nicht da. Schon wieder nicht. In Gedanken fragte er sich, wann er sie wohl wieder sehen würde.
    Einige Sekunden vergingen ehe sich der Junge aufrichtete. Er sah eine fremde Umgebung, zwar kannte er sie gut, aber sie fühlte sich so fern an. Abweisend, als gehöre er nicht an diesen Ort.
    Mit einem Seufzen richtete er sich auf und machte sich auf den Weg ins Badezimmer. Fast schon wehmütig wünschte er sich das Gefühl zurück, dass er dabei vor wenigen Monaten noch fühlte. Die Sicherheit, die es ihm gab, Geborgenheit und Wärme. Eine Gewohnheit und der einfache Gedanke, zu wissen was kommen wird. Auf halbem Weg machte der Dunkelhaarige kehrt, er nahm sein Handy in die Hand und sah die Nachrichten an, die sich über Nacht gesammelt hatten. Mit einem kurzen Lächeln antwortete er darauf, die gleichen zwei oder drei Worte wie jeden Morgen. Und immer lösten sie die gleiche Freude in ihm aus. Er scrollte durch deine Chatverläufe, stoppte immer wieder kurz und schaute letztendlich auf. Vor ihm lagen seine Kopfhörer und während er sie betrachtete machte sich wieder dieses andere Gefühl in ihm breit. Eine Unsicherheit und Reue. Wie ein herbstlicher Luftstoß, ein Regenschauer der sich über ihm ergoss.


    “Hast du Angst dass es wieder passiert? Dass du scheiterst, dass du das verlierst was dir wichtig ist?“ Du drehst deinen Kopf nach hinten, wieder schaust du in die Dunkelheit. In eine Art undurchdringbaren Nebel, der dich auf deinem Weg begleitet. An einzelnen Stellen erkennst du Schatten, die das Grau durchbrechen zu scheinen. Silhouetten, Vertrautes. All das, was dich bei jedem Schritt verfolgt, was dich zurückhält, dir die Kraft raubt. Alles was du vergessen möchtest, von dem du dir wünschst du hättest es nie erlebt und all das von dem du weißt, dass es deine Schuld ist. Was du aufgegeben hast, was du bereust. Schmerzen durchfahren deine Brust als du einzelne Silhouetten betrachtest, Tränen beginnen sich in deinen Augen zu sammeln und in dir spürst du einen Wunsch aufkommen, einfach loszulaufen. Wieder dort zu sein.
    Du wendest den Blick ab, schaust zu deiner Seite und siehst nun all die Dinge, die dir wichtig sind. All das, was du nicht verlieren möchtest, was nicht in diesem Nebel enden soll. Dieses Eine. Dieses Schöne, dieses Liebenswerte. Selbst in diesem Moment, selbst wenn alles scheint als möchte es dich bezwingen, als wäre es gegen dich und alles wofür du stehst, selbst wenn du die Hoffnung verlierst - selbst dann musst du lächeln.
    “Hab keine Angst, ich bin da!“
    Lächeln, weil du weißt dass du geliebt wirst.


    Unbewusst senkte er seinen Blick bevor er sich ein zweites Mal umdrehte und seinen Gang fortsetzte.
    Die Gedanken hatte er bereits wieder vergessen.

  • Und schon wieder Update-Time!



    Der Text ist zugegeben sehr kurz geraten, weshalb ich ursprünglich noch einen weiteren schreiben wollte. Da er mir aber persönlich doch sehr wichtig ist habe ich mich dafür entschieden ihm ein eigenes Update zu widmen. Inspiriert ist diese kleine Geschichte zu sehr großen Teilen vom Lied rock + roll von Eden (s. oben) - wenn man es sehr genau nehmen möchte kann man es auch als Songfiction bezeichnen - und zu deutlich kleineren Teilen von Leer von @Chess, worduch ich wohl überhaupt erst auf die Idee kam ein Lied in einem Text unterzubringen. Die abschließenden Gedanken ab ca der Hälfte weichen aber von denen die im Lied vermittelt werden ab und vermitteln einen kleinen Teil der Auffasungen, die ich selbst zu dem Thema habe. Grundsätzlich geht es um die bekannte Frage welchen Sinn unser Leben in zwischenmenschlicher Hinsicht hat, um Zweifel ob das was wir tun wirklich das Richtige ist und ob überhaupt jemand bemerkt, was wir in unserem Leben tagtäglich leisten und durchmachen müssen. Als jemand dem dieses Thema sehr am Herzen liegt und der dementsprechend häufig darüber nachdenkt wollte ich einfach ein paar meiner Gedank mit euch teilen und falls jemand sich darüber austauschen möchte würde ich mich freuen wenn man einen kleinen Kommentar hinterlässt oder mich sogar privat anschreibt (:


    Abgesehen davon hatte ich gestern einen kleinen Kreativitätschub und habe mir einige Themen notiert, zu denen ich Texte verfassen möchte, man kann also damit rechnen, dass in nächster Zeit mehr (auch Songfictions) kommen wird!



    Solace


    "Wird es irgendwann einfacher werden?". Ihre glasig grünen Augen sahen auf das Dorf herab, dass vor ihnen lag. Ängstlich, als hinge ihr Leben an der Antwort auf diese Frage. Ein sanfter Herbstwind wehte durch ihre schwarz gefärbten Haare, leicht wie Federn fuhren einzelne Strähnen durch ein vor Trauer verblasstes Gesicht, verdeckten das unsichere Zittern ihrer Lippen. "Ich denke ... ich weiß einfach nicht was ich hier genau mache, warum ich überhaupt hier bin oder was meine Bestimmung ist. Nicht mal ob es überhaupt so etwas wie eine Bestimmung gibt." Er lag still auf seinem Rücken, spürte das Kitzeln der Grashalme unter seinem Nacken und beobachtete die Blätter des Baumes, die langsam und ruhig über den beiden Jugendlichen tanzten. Einheitlich, rhythmisch - als wären sie Wellen im Wind. Einige Momente vergingen in denen er über die Worte des Mädchens nachdachte. Nachdachte, was er antworten könnte. Zärtlich setzte er den Joint in seiner Hand an seinen Mund und zog daran. Er spürte wie der Rauch seine Lungen füllte, so dass er keine Luft bekäme, selbst wenn er wollte. Zwei oder drei Sekunden nur hielt er diesen Zustand an, bevor er langsam auszuatmen begann. Sein Blick wandte sich von der Baumkrone ab, folgte den Rauchschwaden und sah zu, wie sie langsam in der Luft verschwanden. Fast, als wären sie nie da gewesen.
    "Weißt du, ich habe angefangen Geschichten zu schreiben", sprach sie weiter, bevor er ihr antworten konnte. "Irgendwie dachte ich, dass ich so ... dass ich dadurch, dass ich etwas - einer Figur, die eigentlich gar nicht existiert - eine Bedeutung im Leben gebe ... dass ich so auch eine Bedeutung in meinem Leben sehe, verstehst du? Dass ich so vielleicht in Erinnerung bleiben werde, irgendwann. Aber letztendlich hasse ich, was ich schreibe." Sie streckte ihre Hand Richtung Himmel, folgte mit ihr den Wolken, wie sie über den beiden herzogen und versuchte sie zu greifen. Der Junge dreht seinen Kopf zu ihr, schaute sie an. Er sah in ihre traurigen und gleichzeitig mit Hoffnung erfüllten Augen, sah geschrumpfte Pupillen - unsicher, ob sie zu träumen wagen dürfen. Es waren diese Momente, in denen ihm bewusst wurde, warum er diese Gefühle in sich trug. "Ich glaube", begann er zögernd, "was wirklich wichtig ist können wir jetzt noch gar nicht wissen. Was uns etwas bedeutet und wem wir etwas bedeuten, wem wir in Erinnerung bleiben werden und wer von Herzen dankbar ist für die Dinge, die wir in unserem Leben leisten ... all das können wir uns erst wirklich klar machen, wenn wir zurückschauen. Und zwar nicht auf eine kurze Zeitspanne, sondern auf all das, was wir am Ende unser Leben nennen. Mit allen Entscheidungen, die wir getroffen haben und allen Fehlern, die wir gemacht haben."
    Wieder wurde es still. Der Blick der Schwarzhaarigen senkte sich, wandte sich dem Stummel in der Hand des Jungen zu. Sie beobachtete wie die Glut langsam runterbrannte, wie sich die Asche in der Luft gräulich färbte ehe sie innerhalb eines Wimpernschlags zu Boden fiel. "Was wenn ich nicht zurückdenken kann? Wenn alles endet bevor ich es abgeschlossen habe?" - "Mach dir darüber keine Gedanken. Ich glaube, wenn es so weit ist, dann werden wir wissen, was wir denken müssen. Auch wenn es der Welt um uns herum vielleicht nicht bewusst wird." Er nahm einen weiteren Zug von dem Joint und drückte den letzten Rest der Glut im Gras neben sich aus. In der Ferne konnten sie sehen wie die Sonne im Horizont zu versinken und den Himmel in einem melancholischen Rot zu färben begann. Der Abend brach an, ohne dass einer von ihnen ein weiteres Wort sagte.

  • Hi na.


    Deine neuste Geschichte geht mir grad irgendwie nicht mehr aus dem Kopf, weswegen ich dir einen Kommentar schreiben möchte (außerdem höre ich grad eh melancholische Musik, lul, da passt es wohl eh ganz gut in meine Stimmung). Thematisch passt es zwar nicht ganz so gut mit in das von dir angesprochene Thema (zumindest nicht wirkliich, lmao, da es bei dir ja durchaus in die positive Richtung geht, während das von mir verlinkte Lied eher ... ja, depressiv ist xd), aber da wir ja einen recht ähnlichen Musikgeschmack besitzen: Ich höre aktuell "paralyzed" von NF. Falls du es nicht kennst, höre es dir mal an. Ich denke, ich brauche gar nicht mal wirklich was dazu sagen, weil du die Story dahinter eigentlich kennen müsstest (aus meiner Sicht). Zumindest, wenn du auf den Text hörst, lol. Aber guti, wollen wir mal zum Kommentieren kommen.


    Solace
    Trost. Es gibt viele Wege, in oder bei denen man Trost finden kann. Ich glaube, das ist von Mensch unterschiedlich und kommt immer darauf an, von was derjenige Trost sucht. Während einer zur Flasche greift und auf ihrem Boden seinen Trost sieht, hilft es einem anderen, mit anderen darüber zu reden. :shrug: Letztendlich ... ist Trost eine Sache, nach der man sehr oft sucht. Stellenweise reicht es ja schon, einen falschen Gedanken zu erhaschen und man ist schon dabei, sich irgendwie abzulenken und sich wieder aufzuheitern. Besonders in einer so schnellen und chaotischen Welt wie unserer ist Trost eine sehr wertvolle und rar gesäte Sache. Leider. Wenngleich Melancholie mitschwingt, so finde ich, dass bereits der Titel des Werks aufzeigt, dass die Geschichte einen besseren Ausgang besitzt als der Anfang eventuell vermuten lässt.
    Ich muss sagen: Das, was die Charaktere in diesem Werk sagen ... ist so unbeschreiblich schön. Einerseits schön formuliert und andererseits schön gesagt. Einfach weil es so unglaublich wahr ist. Wer weiß schon, was mal sein wird? Was andere Menschen von einem mitnehmen? Woran sie sich erinnern? Und was will man überhaupt in seinem Leben erreichen? Das sind alles Fragen, auf die ich selbst keine Antwort kenne. Ich beneide Menschen, die das können. Aber ich kenne niemanden, der das tut, wenn er sich ernsthaft damit auseinandersetzt. Vielleicht ist das aber auch die Antwort? Vielleicht ist der Weg das Ziel? Wer weiß das schon. Wir wissen es eben erst, wenn wir am Ende sind und zurückblicken, wie du mit der Geschichte richtig ansprichst. "Man ist klüger im Nachhinein." - der Spruch kommt ja tatsächlich nicht von irgendwoher. Ohnehin ist die eigene Bedeutung, der man das Leben beimisst so eine Sache. Wenn man genauer darüber nachdenkt, lebt man um zu sterben. Ums mal ganz banal zu formulieren. Aber gerade das ist es stellenweise auch, was das Ganze so faszinierend macht, finde ich. Wenn man von vornherein weiß, dass es irgendwann zu Ende ist, dann möchte man ja irgendwas draus machen. Zeit fragt nicht, Zeit hält nicht an und Zeit interessiert es herzlich wenig, ob du das nun möchtest oder nicht - mach einfach was mit ihr. Wie auch immer das aussieht für einen jeden.
    Bestimmung ... ich muss sagen, der Text würde sich super als extrem langer Klappentext eignen, haha. Zwar weiß ich, dass es sich ja im Prinzip auf das Lied bezieht (übrigens ist das auch echt schön vom Text), aber ich meine nur. Irgendwie hat es sich beim Lesen so angefühlt, als wenn man damit noch so viel machen könnte. Tatsächlich könnte ich mir sowohl eine Sci-Fi, als auch eine Fantasy-Geschichte oder gar eine völlig normale RL-Story darunter vorstellen. Habe das tatsächlich nicht oft, haha. Aber der Text ist dir echt gut gelungen, kann es nur noch mal betonen. Vielleicht liegt es auch an der Botschaft des Textes, weswegen ich so begeistert bin. Keine Ahnung. Aber echt tolle Arbeit!
    Was ich allerdings anmerken möchte: Die Setzung der wörtlichen Rede ist nur bedingt gut. Ich bin ehrlich gesagt kein sonderlich großer Fan davon, wenn man sie einfach fortlaufend im Fließtext mit drin hat. Überhaupt nicht. Einerseits kennt man es in Büchern anders und andererseits hab ichs auch anders gelernt, weswegen ich mich nicht wirklich damit anfreunden kann, lol. Zwar ist es Kritik auf einem doch schon höheren Niveau, aber ich erwähne es dennoch mal. Es ist besser, wenn du - wenn ein Charakter etwas sagt - einen Zeilenumbruch machst. Das die wörtliche Rede beim Ansetzen beim Reden (also wenn jemand anfängt zu sprechen) eben am Anfang losgeht und nicht irgendwo mittendrin. Das macht das Ganze einfacher und angenehmer zum Lesen und man kann dem Gesagten auch einfach besser folgen, da die Erwiderung von einem anderen Charakter dann auch in der nächsten Zeile los geht. Die Beschreibungen drum herum geben dem Ganzen dann noch einen angenehmen Rahmen (für die fängt man dann natürlich nicht auch in der nächsten Zeile an, sondern lässt sich hinter der wörtlichen Rede) und man hat ein schönes Gesamtbild.


    Ja, alles in allem ein wirklich sehr schönes Werk. Danke, dafür! ♥

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    - Mollymauk

  • Hey Martyr,


    ich weiß zwar nicht mehr genau, warum ich es dir versprochen hatte (bestimmt, weil du irgendwas für Aka machen solltest lol), aber ich weiß noch, dass ich das machen wollte, also hier bin ich nun. Dein Thema ist recht gut kommentiert und ich bevorzuge es, Werke zu kommentieren, die es noch nicht sind, weswegen ich bei "For October" stehen geblieben bin. Nachdem ich es einmal gelesen habe, habe ich dann auch deine persönliche Einleitung dazu gelesen und natürlich danach auch "For April" angeschaut, um mich für das Kommentieren etwas mehr zu "bilden". Bin auch recht froh, dass ich vorher ohne Hintergrundwissen gelesen habe, weil der Eindruck doch unterschiedlich ist und ich das ganz interessant fand.


    Erst einmal zu den "technischen Feinheiten"


    Beim ersten Durchlesen hatte ich zwei Szenarien für den Kontext im Kopf. Zuerst das eines Krankenhauses; man wacht auf, alles um einen rum ist fremdartig und man verspürt eine gewisse Unruhe. Zumindest haben mich die ersten Momente nach dem Aufwachen an einen Krankenhausaufenthalt, den ich mal hatte, erinnert. Beim Weiterlesen musste ich aber aus irgendeinem Grund an eine WG denken. Die Situation, in der man ist, wenn man von zu Hause wegzieht, um in einer fremden Stadt zu studieren. Das erste mal im Leben, wo man wirklich auf sich alleine gestellt ist und den Alltag durchbricht. Gerade wenn man keine eigene Wohnung hat, ist es eben nichts eigenes, dadurch eher fremd. Aber das waren eben nur die anfänglichen Gedanken; ganz am Schluss habe ich festgestellt, dass man die Situation wohl überall anwenden kann, auch in den vertrauten vier Wänden, da es weniger um den äußeren Zustand geht. Wobei dieser wohl einiges zu den inneren Vorgängen beiträgt.
    Nach diesem ersten Eindruck habe ich dann die Einleitung und den ersten Text gelesen, wodurch der Oktober-Text an einigen Stellen dann mehr Kontext erfahren hat, vor allem, wenn du auf die Gedanken vom April-Text zurückgegriffen hast. Durch beide Texte hat sich auch noch ein ganz neuer Aspekt zu der Gedankenwelt ergeben, worauf ich dann gleich bei meiner Interpretation näher eingehen werde. Vorher aber noch meine Meinung zu einigen "stilistischen" Dingen:

    selbst dann musst du lächeln.
    “Hab keine Angst, ich bin da!“
    Lächeln, weil du weißt, dass du geliebt wirst.

    Zwei Gedanken hatte ich hier:
    1) Das "Lächeln" im letzten Satz muss ein Imperativ sein. Zumindest war das so der Gedanke beim Lesen. Aus irgendeinem Grund zieht es mich wirklich stark dazu, es als Imperativ zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass es mir Original besser gefällt, weil du eben den Bezug zur Aussage vorher nochmal herstellst und das "Hab keine Angst, ich bin da" dadurch umrahmst. Wollte es dennoch mal erwähnen, weil es eben doch ein starkes Bedürfnis war, haha.
    2) Es sollte so eigentlich nicht sein, aber dieses "du weißt, dass du geliebt wirst" hat bei mir erstmal eine ziemliche Unruhe geweckt, weil es für mich so sehr nach Klischee klingt. Ich habe lange überlegt, woran das liegt, weil die Aussage an sich völlig legitim ist und kein Klischee. Und dann ist es mir irgendwann gekommen: Der letzte Abschnitt nimmt sich nicht ausreichend Zeit, um auf diese Aussage hin zu bauen. Dadurch wirkt es auf mich unnatürlich, weil es "zu schnell" da ist.


    Das hast du auch schon angesprochen und ich stimme zu, dass der Text durchaus etwas mehr Zeit vertragen hätte. Ich habe mal ein ähnliches Konzept verfolgt, wo sich tiefere Gedanken mit eher oberflächlichen Handlungssträngen abgewechselt haben, und muss sagen, dass es wirklich schwer ist, hinreichend zu einem Schluss hinzuarbeiten, ohne sich zu wiederholen, aber auch, ohne zu plötzlich bei der Endaussage zu stehen. Hier ist die letzte Aussage aber sehr stark und mir fehlen durchaus ein paar letzte Schritte. Eine offenere Aussage würde in meinen Augen da mehr beim Leser hervorholen; etwas Richtung "Lächeln, weil du weißt, dass es mehr gibt". Viel Interpretationsraum, aber durch die Sätze vorher eher positiv konnotiert. Allerdings ist das mein persönlicher Geschmack, weil ich offene Aussagen bei solchen gedanklichen Texten bevorzuge.


    Besser als beim ersten Text gefallen mir hier die Gedankengänge. Ich finde sie viel subtiler, aber dadurch auch faszinierender beim Lesen. Der ganze Tunnel hat wirklich viele tolle metaphorische Ansätze. Angefangen beim Spiel mit dem Licht und der Dunkelheit, aber auch die Richtungen, besonders die Seiten. Ich denke, man kann der "Hauptmetapher" gut folgen, was das Unbekannte vor einem angeht. Kann doch keiner von uns, egal wie viel man auch plant, wirklich in die Zukunft sehen. Richtig interessant wird der Blick nach hinten, da er bei unterschiedlichen Personen wohl was anderes offenbaren würde. Hier sehen wir auch nichts, bis auf ein paar kurzfristige Erinnerungen. Ich habe das jetzt so interpretiert, dass es nicht bedeutet, dass das Er sich an nichts erinnert, sondern, dass die Erinnerungen einfach nicht hervorstechend genug sind und in einer "Brühe aus Dunkelheit" untergehen. Nimmt man Bezug auf den April-Text, kann man auch eine Verbindung zum Alltags-Trott herstellen und sagen, dass einfach die ganzen Erinnerungen so stark ineinander übergehen, dass er sie nicht unterscheiden kann und ihn auch nichts davon emotional wirklich berührt hatte, also eher zuerst grau und dann völlig schwarz wurde. Über den gefundenen Talisman scheint er sich hingegen zu freuen, wobei auch das leicht in negative übergeht, da er anmerkt, dass dieser schon zu bröckeln beginnt.
    Sehr interessant fand ich, dass er anfangs davon spricht, wie die Mauerwände und jede Einzelheit an ihnen ihn zu erdrücken droht, wo dann später die Dinge, die er lieb gewonnen hat, "an der Seite" zu finden sind. Also eigentlich dort, wo auch vorher die Wände waren. In meinem inneren Bild hat sich der Tunnel an der Stelle zur Seite hin ausgeweitet, ihm also mehr Platz verschafft, nicht mehr so erdrückt. Stattdessen hat er eben Platz für die schönen Dinge gefunden und dadurch womöglich auch seinem "Tunnelblick" etwas mehr Weitsicht gegeben.
    Der ganze Gedankengang ist mir persönlich nicht mal so fremd; zwar würde ich beim Blick nach hinten durchaus einige Erinnerungen ausmachen, aber wahrscheinlich so weit weg, dass ich das Gefühl hätte, es hat nichts mehr mit mir hier zu tun. Ansonsten aber ähnliche Gedanken: Ich weiß nicht, was vor mir liegt und es ist eher ein hemmendes Unwissen; ich habe nicht das Gefühl, dass ich dem Weg nach vorne durch alternative Seitengänge ausweichen kann. Etwas treibt mich eben nur diesen einen Weg entlang (wahrscheinlich ich selber, weil ich das Gefühl habe, dass andere Wege ein "Versagen" meinerseits wären) und so wirklich verstehe ich aber auch nicht, wie genau ich meinen Weg bis dahin gebaut habe.
    Der zweite Gedanke, der sich über beide Geschichten zieht, ist wohl die Negativität, der man nicht entkommen kann. Ist man in vertrauter Umgebung, in einem vertrauten Alltag, fühlt man sich davon eingeengt, eingefangen und weiß trotz Gewohnheit nicht, wohin das alles führen mag. Sucht man sich eine neue Situation, dann ändert sich irgendwie auch nichts wirklich, außer, dass man noch weniger weiß. So oder so schubst einen die Zeit immer weiter den Gang entlang, egal was man gerade aus seiner Gegenwart macht. Und die Unzufriedenheit packt einen, weil man irgendwie nichts "besonderes" aus der Gegenwart macht, um beim Blick zurück mehr zu sehen und beim Blick nah vorne vielleicht mehr Licht zu haben. Die Möglichkeiten verfliegen einfach so schnell, während man selber etwas apathisch in seiner Reaktionszeit ist.

    Unbewusst senkte er seinen Blick bevor er sich ein zweites Mal umdrehte und seinen Gang fortsetzte.
    Die Gedanken hatte er bereits wieder vergessen.

    Ich mag das Ende irgendwie sehr gerne. Es klingt sehr neutral, man kann es wohl sehen wie man möchte. Besonders mag ich es aber, dass er "die Gedanken bereits wieder vergessen hat", weil das auch so typisch ist. Man versinkt gerne allzu tief in ihnen, aber dann kommt man raus und macht mit seinem Leben weiter und ist zu sehr in den Aktivitäten/Pflichten drin, um wirklich non-stop an diesen Gedanken zu hängen. Obwohl sie so tief in einem sitzen, verflüchtigen sie sich auch wieder schnell.


    Insgesamt interessant als Konzept; tolle Gedanken und ein angenehmer Stil. Wünschte mir dennoch, dass du dir vielleicht irgendwann die Zeit nimmst und die Reihe etwas verfeinerst; dir mehr Zeit lässt. Natürlich aber nur bei ausreichender Motivation, weil sonst ist das Neuschreiben solcher Texte eine Qual. Wünsche mir außerdem ein Highlight oder eine Benachrichtigung (egal ob Pinnwand oder Discord) bei Teil 3, weil es mich interessiert, wie du das abschließest.


    .: Cassandra :.

  • Zum Werk:
    Deutlich später als ich wollt gibt es hier dann auch wieder ein kleines Update von mir. Ich hatte in letzter Zeit bedingt durch viele Veränderungen in meinem Leben einfach sehr stressige Monate, so dass ich kaum Zeit und Ruhe für mich hatte um zu schreiben. Aktuell bin ich aber bei meinen Eltern und kam mal wieder zum atmen, so dass gestern Abend dieses kurze Werk mehr oder weniger spontan entstanden ist. Es ist - wie auch die letzte Geschichte - von den Bildern aus einem Lied inspiriert, dass ihr oben anklicken könnt, namentlich Waving through a Window aus dem Musical Dear Evan Hansen. Das Werk handelt von Erfolg und dem Verlust der auch damit einhergeht. Eine Problematik (so nenne ich es mal), die mir auch mehr oder weniger kürzlich passiert ist und vor der ich mich tatsächlich immer ein wenig fürchte. Der Hauptcharakter ist hier ein kleiner Junge, das Bild allgemein recht kindlich verfasst (damit es auf das Lied passt) und der Text auch kindlicher geschrieben. In der Zukunft möchte ich auch definitiv noch ein Werk schreiben, dass die eigentlichen Gedanken des Liedes aufgreift, da es einen ziemlich besonderen Platz in meinem Herzen hat.
    Und abschließend bedanke ich mich noch bei @meridian und @Schnee für die Kommentare, hat mich wirklich gefreut sie zu lesen (:



    Seht mich an!


    Da saß er nun. Endlich hatte er es geschafft. Er war den weiten Weg auf diesen Baum geklettert. Als Erster, als Einziger! All die Mühen, all die Anstrengungen und all die Zeit die er darin investiert hatte hatten sich endlich gelohnt. "Hey, schaut alle her! Seht mich an! Ich habe es geschafft! Ich!", rief Evan von seinem Ast herunter in die Ferne. Aber er bekam keine Antwort. Er schaute hinab, wunderte sich, warum ihm niemand antwortete. Vielleicht hatten sie ihn einfach nicht gehört?
    Doch unten am Fuße des Baumes war niemand. Der Junge schweifte mit seinem Blick in die Ferne, suchte den Boden ab, aber weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Hatte niemand seinen Erfolg mitbekommen? Evan geriet in Gedanken, wann hatte er überhaupt das letzte Mal von seinen Freunden oder seiner Familie gehört? War er so darin vertieft sein Ziel zu erreichen, dass er sie aus den Augen verlor? Seine Gedanken drifteten ab, auf einmal wollte Evan nicht mehr auf dem Baum sitzen. Aber wie kam er herunter? "Wenn ich fallen würde" fragte er sich leise selbst "würde es jemand hören?" Der Junge bemerkte, wie er langsam traurig wurde. "Wenn ich mich verletzen würde, würde mir jemand helfen? Was wenn ich -", er brach den Satz ab ohne ihn zu beenden.
    Da saß er nun. Warum wusste er nicht mehr so genau.


  • Zum Werk:
    Ich denke ist mal wieder Zeit für ein Update hier. Habe mich in letzter Zeit etwas schwer getan mit Texten, mir schweben zwar unglaublich viele einzelne Gedanken im Kopf aber es ist so schwer diese in einen Text zu fassen. Habe es in den letzten Tagen nun mal mit dieser Art englischem "Gedicht" versucht (in Mangel eines besseren Ausdrucks). Ich habe mich hier von einigen Sängern, den gedanken von Freunden und wie sie sich das Leben vorstellen und auch obv meinen eigenen Gedanken inspirieren lassen (ein paar Anspielungen auf Filme oder Sprichwörter sind auch drin).
    Es ist einer dieser Texte mit dem ich wohl nieb zufrieden sein werde einfach weil es mir nicht gelingt auszudrücken was ich wirklich sagen möchte, egal wie oft ich manche Passagen neu schreibe. Grundsätzlich geht es darum, alles im Leben erreicht zu haben, aber dennoch kann man nicht glücklich sein. Weil einem etwas oder jemand bestimmtes fehlt. Ich denke viele kennen das Gefühl bei sich, aber es ist nicht leicht das auch bei anderen nachzuvollziehen. Vieleicht liest es ja der ein oder andere, der sich oder Bekannte in dieser Situation wiedererkennt.


    Sincerely


    wonder if you can hear them
    all those people telling me that I got it all
    living the dream
    being on stage every week and every night
    singing about love and other shit I just can't understand
    no matter how much I try to think about
    so I just try to forget it
    listening to alle the voices telling me to do what I want
    going for the top
    going overboard
    just going on without a route to follow
    still being cheered up by the crowd
    cause they all just see what they don't have
    is it the fame
    is it the money
    what makes them think that this is what I always wanted
    that's what I lost times ago
    so long I dont know what ever happened to it
    yeah what happened to these happy times
    when I knew what to do and who to follow
    when i didnt want to fall asleep again just after I woke up
    so for now I'ma keep dreaming and singing
    in this only place that really gives me these feelings again
    where I can remember what was my reason to actually live
    not just to go by saying shit i swore never to think
    to so many people I'll never know yet they claim they know me
    saying they can relate
    that they felt the same that they know the hurt
    well if they do I wish they told me
    about this being the hardest part
    or about how to eventually get over it
    but yet I'm standing here corrected once more
    screaming to myself and screaming from my heart
    that no one knows
    no no one
    just how hard it is when everyone is loving you but
    you
    you don't


    so I tried to do what they told me
    got a new home, got new friends
    changed everything around me and still all is the same
    besides me being more afraid I'm never getting close to you
    feeling the distance
    to your hand
    to your heart
    all the noises in my head telling me I'll never see it again
    so I lived on tyring to shut all the thoughts
    got me some girls but only thought about the past
    I can't believe I'm still torn apart by this shit even though it's years old
    but what once done simply can't be undone
    no matter how much I'll wish for it
    because it' not like in the movies
    with all the happy endings no I'm not the hero of this scene
    in this easy life we're living you got to accept the fact
    that what you desire and what you get mostly can't compare
    now pour me some martini for never celebrating again
    I only drink to fight the consciousness
    so maybe I can hold you in my hallucinated dreams
    and when I wake up I'm living each and every day again
    but till then I'm standing here corrected once more
    screaming to myself and screaming from my heart
    that no one knows
    no no one
    just how hard it is when everyones loving you but
    you
    you don't

  • Hey Martyr,


    die letzten beiden Texte stehen ja in gewisser Hinsicht zusammen, weil sie recht ähnliche Themen behandeln. Seht mich an! ist gerade deswegen so ausdrucksstark, weil es sich nicht auf ein nahezu unmögliches Ziel bezieht, sondern erst einmal nur auf den Erfolg des Jungen, auf den Baum zu klettern. Das allein ist natürlich eine Leistung, die gewürdigt werden kann, vertieft aber auch den Sinn des Textes, dass er sich vor Anstrengung, sein Ziel zu erreichen, nur mehr darum gekümmert hat und die Beziehungen zu seinen Freunden nicht aufrecht erhalten. Es vermittelt am Ende eine nachvollziehbare Botschaft, die man jederzeit ins Leben mitnehmen sollte, um nicht vielleicht mal tatsächlich ganz allein anzukommen. Die gesunde Mischung macht's. Dahingehend waren die letzten Sätze, in denen Evan über die unmittelbare Zukunft nachdenkt, sehr passend und wirkungsvoll.


    Bei Sincerely merkt man, wie du schon in der Einleitung erwähnst, dass dir der Ausdruck schwerer gefallen ist. Teilweise finde ich, springst du hier ziemlich mit den Gedanken hin und her, was es nicht leicht zu lesen macht. Auf der anderen Seite kann man das so interpretieren, dass die Gedanken einfach wirr sein sollen, weil das natürlich ist. Angesichts dessen, was der Erzähler gern möchte, wäre das zumindest gar nicht so abwegig. Wie schon zuvor ist halt der Leistungsdruck etwas, was man oftmals erzwingt und dabei gar nicht merkt, dass es am Ende keine Erlösung bringt. Was vorher allein um des Schaffens Willen angegangen wurde, geht hier nun gezielt um eine Person, die wohl angebetet wird und jeder Versuch fehlschlägt, sie von sich zu überzeugen. Im Grunde mag ich es, wie hier neben dem Erfolg auf diese eine fehlende Sache hingewiesen wird, die aber schlichtweg nicht gesteuert werden kann. Das Verlangen ist recht authentisch niedergeschrieben und das ist sicherlich eine Sache, die jeder schon mal irgendwie mitbekommen hat. Die Moral wäre da wohl, sich zu überlegen, ob es solche Anstrengungen für eine Person wirklich wert ist, sich zu verausgaben und sein Leben quasi wegzuwerfen. Glück ist vor allem, dass es einem selbst den Umständen entsprechend gut geht und gegebenenfalls ist es wohl wichtig abzuschätzen, was man vernachlässigen kann.


    Wir lesen uns!