Spielzeugschatten


  • Nie werden sie mich brechen,
    Niemals meinen Geist bestechen!
    Nie werd' ich mich verneigen,
    Niemals ihnen Demut zeigen!
    Nie soll'n sie mich ergreifen,
    Niemals meine Feste schleifen!
    Sieh, ich bin, komm, sei mein Zeug',
    Blutend, aber ungebeugt!
    Equilibrium -- Unbesiegt


    Hallo LeserIn.

    Willkommen zu Kirikis erster ("längerer") Fanfiction.
    Diese Geschichte spielt im Universum von Pokémon Rumble World, genau gesagt setzt sie zum Zeitpunkt der Auftragsmission "Angriff des Drachenlords" ein. Sie enthält daher Spoiler, was diesen Kampf angeht und auch Spoiler zu den Pokémon einzelner Charaktere. Wer diese vermeiden will, sollte das Spiel also schnellstmöglich durchspielen.
    In dieser Geschichte wird es vereinzelte Kampfszenen geben sowie einige romantische Szenen. Diese werden aber immer in einem jugendfreien Rahmen bleiben. Sollte wider erwarten einmal eine Szene auftauchen, die ich für jüngere Leser für nicht geeignet halte, werde ich das beim entsprechenden Kapitel vermerken.


    Was ist ein Rumble World?

    Achtung -- Story-Spoiler für Rumble World incoming!
    Die Pokémon Rumble-Reihe spielt in einer Welt, in der Spielzeugpokémon leben. In Rumble World leben in dieser Welt neben den Spielzeugpokémon auch Miis. Der Spieler selbst wird vom König des Spielfigurenlandes zum Hof-Abenteurer ernannt. Als solcher muss er sich verschiedensten Feinden stellen -- allen voran einem Hexer, der sich an einer gewissen Stelle im Spiel zum Finsterkaiser ernennt und das Spielfigurenland seinem Kaiserreich der Finsternis einverleiben will. Um das zu erreichen, hat er einen Hackbraten erschaffen, mit dem er jeden, der diesen isst, zu seiner Marionette machen kann.


    Widmung

    Ich widme diese Geschichte @Kiris Marionette. Ohne sie würde es weder diese Geschichte noch viele meiner pseudokreativen Ergüsse in meinem E&S-Thema geben. Sie ist für mich so etwas wie eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. :heart: Außerdem hat sie in der Planungsphase an dieser Geschichte enorm mitgeholfen, was Titel, Charakternamen und Charakterdesigns angeht, spricht mit mir jedes Kapitel noch einmal durch, bevor ich es schreibe und steht mir als Betaleserin stets zu Diensten. Das geht sogar so weit, dass ich mich oft genug dabei ertappe, von unserer FF zu sprechen. Abgesehen davon hilft sie auch extrem dabei mit, den Hype Train anzufeuern. Wenn ich ihr dieses epochale Werk hier nicht widmen würde, würde ich etwas extrem falsch machen.


    Wer spielt hier so mit?

    In diesen Spoilern stehen Informationen zu den einzelnen Charakteren. Wer diese nicht lesen, sondern die Charaktere selbst kennenlernen will, kuckt am besten einfach nicht rein. Aber bitte, wozu mach ich mir dann die Mühe hier?!
    Obere Zeile Hauptcharaktere, untere Zeile Nebencharaktere.



    Copyright

    Pokémon sowie die Welt von Pokémon Rumble World sind selbstverständlich nicht von mir erdacht, sondern von Nintendo, GameFreak und Ambrella.
    Die Handlung stammt (abgesehen vom Kampf gegen den Drachenlord im Prolog) aus meiner Feder und ist im Spiel so nicht vorfindbar.
    Die Bilder bei den Charaktervorstellungen sowie der Hintergrund der Überschrift beim Header sind Screenshots aus Pokémon Rumble World. Bilder bei den Kapitelüberschriften sind offizielle Artworks des Spiels.
    Headerbild sowie nicht anders gekennzeichnete Bilder (falls solche denn mal auftauchen sollten) stammen von mir.
    Die Mii-Designs für Keksi und Kenneth stammen von @Kiris Marionette und das für Blackfox stammt von @Porenta-kun. Die restlichen Miis habe ich gebaut.
    (Hab ich alles abgedeckt? Ich hoffe mal. .__.)


    Bisherige Kapitel

    Prolog
    Kapitel 1: Rückentzug
    Kapitel 2: Aromakur
    Kapitel 3: Liebreiz
    Kapitel 4: Trumpfkarte
    Kapitel 5: Rückkehr
    Kapitel 6: Kampfgebrüll
    Kapitel 7: Vertrauenssache
    Epilog


    Spielzeugzwielicht (Fortsetzung)
    Memezeugschatten (etwas, das halt existiert)
    Spielzeugtod (Krimi-Drama-Spin-Off)



    Erdbeerquatsch-Specials:
    Seher
    Lux Calamitatis
    Geschwätz (non-canon)
    Umkehrung
    Amnesie
    Auroraschleier
    Kanon
    Geofissur


    Läuterfeuer


    Nassmacher
    Die Moritat von Galileo Eiszapfen, oder: Spielzeugtod in a Nutshell – Die Dreipokédiamantenoper
    Platscher (non-canon)


    Drachenleuchten
    Schneeflockentanz


    Dimensionsloch
    Doppelteam


    Da dies hier kein Buch ist, sondern ich mich in einem Internetforum befinde, will ich die Freiheiten, die mir das bietet, auch nutzen. So wird es in meinem Quatsch-Topic und an anderen Orten immer wieder Veröffentlichungen geben, die mit Spielzeugschatten zusammenhängen. Die Aufzählungssymbole zeigen hierbei an, auf welche Geschichte sie sich beziehen, wobei die God Stones für in-universe Literatur und die Hooparinge für Geschichten aus anderen Dimensionen stehen.



    Spielzeugschatten 2.0, die (abgebrochene) Vertonung der STORY drüben im MVP-Bereich
    Spielzeugsignaturen, ein Tag Topic mit Signaturen für diverse Spielzeugschatten-relatede Topics


    Kekse und Zuckerstangen, mein Künstlerblog, auf dem es zu einem großen Teil um Spielzeugschatten geht


    Benachrichtige mich!

    Wenn eure Abo-Liste bereits zu voll ist, um wahr zu sein, dann kann ich euch gerne auch auf dem Wege eures Vertrauens über neue Kapitel auf dem Laufenden halten. Von mir aus gern per Konversation, Pinnwandeintrag oder auch Skype, Facebook oder WhatsApp, wenn ich euch da habe. Oder ihr kommentiert einfach, damit ihr beim nächsten Update automatisch eine Benachrichtigung bekommt ...
    Ansonsten sollten Kapitel jeden Sonntag gegen 15 Uhr kommen. Wenn ihr also weder abonnieren noch Benachrichtigungen anfordern wollt, könnt ihr immer um diese Zeit hier reinschauen.


    War's das mit diesem Startpost?

    Denke schon. Ich wünsche euch viel Spaß mit meinem Spielzeugschatten und würde mich über den ein oder anderen Kommentar sehr freuen. Oder Bedankung. Oder generell Rückmeldung.




  • Es war ein ruhiger Tag in der Hofstadt. Bis man Lärm vor den Toren hören konnte. Besorgt eilte König Nero zu Kirika, seiner Hof-Abenteurerin.
    "Kirika, habt Ihr es auch gehört? Es ist schrecklich! Wir werden angegriffen!", so begrüßte er das junge Mii, das eigentlich gerade ausschlafen wollte. Letzte Nacht hatte sie sich mal wieder viel zu lange in der Hofstadt herumgetrieben.
    Etwas missmutig trottete Kirika seiner Majestät König Nero hinterher. Vor den Toren erblickten sie den Angreifer -- und erstarrten. Es handelte sich um keinen Geringeren als Prinz Blackfox, doch statt in seiner üblichen Kleidung, in einer leuchtend neongrünen Rüstung.
    "Filius, was tut Ihr da?", fragte König Nero ungläubig. "Legt diese alberne Rüstung ab und kommt mit nach Hause! Wir werden Euch auch gewiss nicht böse sein!"
    Der Angreifer lachte hämisch. "Filius? Nach Hause? Ich kenne euch doch noch nicht einmal! Ich bin der große Drachenlord -- und euer Hof gehört schon bald mir!"
    "K-kirika, tut etwas", wandte sich der König nun an seine Hof-Abenteurerin, "er ist nicht mehr ganz bei Trost. Wir erkennen Unseren Filius gar nicht mehr wieder!" Kirika nickte.
    "Ha!", brüllte der Drachenlord. "Ihr besiegt mich nie!" Und schon war er verschwunden.
    "Groudon, wir packen das", sagte Kirika zu ihrem treuesten Spielzeugpokémon. "Wir haben noch jeden Feind besiegt." Groudon leuchtete kurz rot auf, nur um im nächsten Moment noch bedrohlicher auszusehen. Es begab sich aufs Schlachtfeld und wurde von einer Horde Balgoras und Monargoras begrüßt.
    "Abgrundsklinge! Bis ich etwas anderes befehle!" rief Kirika ihrem Pokémon zu. Dieses besiegte die Horde Gesteinspokémon ohne große Probleme. Es ging weiter über das Schlachtfeld und gelangte zu einer Horde Schilterus und Bollterus, doch diese waren sogar noch einfacher zu besiegen.
    "Wir werden das Schlachtfeld rocken", murmelte Kirika siegessicher, als Groudon auch mit einigen Koknodon und Rameidon scheinbar problemlos fertig wurde. Doch in genau diesem Augenblick tauchte Blackfox wieder auf. Bei ihm ein übergroßes Ampharos, umringt von Forstellka, die aus drei Türmen am hinteren Schlachtfeldrand immer wieder Verstärkung anforderten.
    "Ampharos, Mega-Entwicklung!", befahl der Drachenlord, woraufhin dem Spielzeugleuchtturm eine wehende Mähne wuchs.
    "Keine Angst, Kumpel. Das da ist ein Elektro-Typ, den klatschst du locker", sagte Kirika zu ihrem Gefährten, immer noch so siegessicher wie am Anfang. Und so rannte Groudon ins Getümmel. Die Forstellka stießen Kugeln aus weißem Plasma aus und schossen diese auf das nahende Spielzeugpokémon. Dieses wurde dadurch in seiner Angriffsfähigkeit stark eingeschränkt, wusste sich gegen die Plasmakugeln der Forstellka und die Blitze des Ampharos nicht mehr zu wehren. Und so kam es, dass es erst taumelte, sich in seine normale Form zurückverwandelte und dann zu Boden fiel. Zum Preis von zwei Poké-Diamanten hätte Kirika den Kampf fortführen und Verstärkung rufen können. Aber sie war zu geizig.
    "Hahaha, sehr schöne Vorstellung! Wie äußerst amüsant!", vernahm sie eine raue Stimme von hinten. "Drachenlord, du kümmerst dich um das Schloss. Und ich ..." Der Ursprung der Stimme drehte Kirika um, sodass sie ihm ins Gesicht blicken musste. Ihm, Finsterkaiser Corvin, dem schlimmsten Feind, den das Spielfigurenland je gesehen hatte. "... ich kümmere mich um sie." Er grinste sie an, als er ihr immer näher kam. Kirika wollte rückwärts gehen, sich von ihm entfernen, doch er packte ihre Hände und verschränkte ihre Arme hinter ihrem Rücken, seinen Körper gegen ihren gepresst, ohne ihr eine Chance zu lassen, sich zu bewegen.
    "Na na na, als würde ich dich so einfach gehen lassen. Du kommst schön mit mir." Sein eiskaltes Grinsen wurde noch breiter.
    Angst machte sich in ihr breit. Ihr Spielzeugherz raste, sie wollte fliehen, doch ... doch er ließ ihr keine Chance. Er hatte sie in seiner Gewalt. Sie spürte den festen, schmerzhaften Griff seiner Hände um ihre Handgelenke. Kein Ausweg ... Hätte sie die zwei Diamanten doch bezahlen sollen? Wäre das dann nicht passiert? Hätte es eine Möglichkeit gegeben, dies abzuwenden? Groudon war zu schwach gegen die Forstellka, das wusste sie. Sie wollte sich doch eigentlich nur zurückziehen und einen Plan ausdenken, wie sie den Drachenlord besiegen konnte. Doch jetzt ... jetzt war alles zu spät. Der Finsterkaiser band ihr die Arme zusammen. Jetzt war sie seine Gefangene. Würde sie für den Rest ihres Lebens in seinem Kerker festsitzen? Würde irgendjemand sie vermissen, sie suchen? Würde sie das Spielfigurenland jemals wieder sehen? Was, wenn der Drachenlord das Spielzeugland einnahm? Was würde aus Nero werden? Was aus Keksi? Keksi, ihre Freundin ... Sie konnte sie nicht beschützen. Sie fühlte sich schuldig. Ihre Aufgabe war es, das Spielfigurenland zu beschützen. Doch nun ...
    Traurig blickte sie zu Boden. Sie hatte versagt. Auf ganzer Linie versagt. Es geschah ihr wohl recht, vom Feind festgenommen zu werden. Und so führte der Finsterkaiser sie ab. Sie, die besiegte Hof-Abenteurerin.



  • Hallo Kiriki :ugly:
    Dann fang ich mal direkt an.
    Also deine FF macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck, also die Ausdrucksweise find ich schon mal sehr gut von dir und ich Frage mich grade was mit deiner FF passiert wäre wenn dir @Moonside nicht geholfen hätte.
    Ähm wo war ich Ach ja deine Ausdrucksweise ist mal gut, jedenfalls freue ich mich schon darauf weiter zu lesen, weiter so.


    Liebe Grüße. Secrai


    Btw. Nettes Hochladedatum ich meine 6.9

  • Hallo erstmal,


    ähm ja also was willl ich hier alles los werden... womit fangen wir an ... auch genau KEKSIKA!!!!!!! :dafür:
    So, war ja auch Mitglied in diesem Hype Train und bin nun sehr froh, dass es endlcih soweit ist und wir hier was lesen können :3 Auch wenn ich zuerst eineige Fragezeichen hatte xD Naja aber die haben sich ja inzwischen geklärt. Dennoch will ich so ein paar Dinge kommentieren, und zwar finde ich es ja extremst lol, dass Kirika sich einerseits darüber aufregt dass sie die Welt nicht beschützen kann, aber oben dann irgendwie die Situation an sich nicht wirklich ernst nimmt. Vielleicht ist das auch einfach ihr Charakter, vielleicht ist das der Witz, ich habe es noch nicht heraus gefunden, deshalb finde ich das bisher einfach nur ironisch und lol...
    Natürlich bin ich auch sehr gespannt mehr von den Charakteren zu erfahren, denn bisher haben wir ja noch nicht so viel von denen gesehen -wie auch ist ja gerade der Prolog draußen. ... xD
    Ich will jedoch auf eine Sache hinweißen... in dem Spinn Of Theaterstück ... WILL ICH EINEN KEKSIKA KUSS :heart::bitte:
    Für den Fall jemand ließt tatsächlich diesen Kommentar ... ähm Keksika = Kirika x Keksi... und PLEASE die Verbindung zwischen den zwei ist so deutlich die kann man fast fühlen wenn man den Arm danach ausstreckt! I Ship it and I'll go down with this ship! Yes!
    Zur Verdeutlichung meiner Wünsche habe ich meine Bonnie-Klon-Army mitgebracht...
    also Leute, wie wir es einstudiert haben...


    Bonnie: WAS WOLLEN WIR!!!
    Bonnie-Klon-Army: KEKSIKA! :thumbup:
    Bonnie: WANN WOLLEN WIR ES!!!
    Bonnie-Klon-Army: JETZT! :thumbup:
    Bonnie: WIE WOLLEN WIR SIE!!!!
    Bonnie-Klon-Army: Ähm die Frage checken wir nicht... ?( ähm ... lebend? :wtf:
    Bonnie: The Fuck nein... :dos: küssend ihr Idioten!
    Bonnie-Klon-Army: Achsooooo.... :scared:
    Bonnie-Klon-Army: KÜSSEND!!! :thumbup:
    Bonnie: Das passiert wenn man sich billig Ware bestellt ._.
    Bonnie-Klon-Army: Bonnie können wir einen Keks haben... oh und Bonnie-Klon-33 sagt sie muss aufs Klo
    Bonnie: :patsch: ähm ... ja jedenfalls wollen wir Keksika... hoffe das kam an... also los an die Arbeit! :knot:



    Lebe lange und in Frieden aber nur wenn du Keksika Canon machst
    das Bonnie

    [align=center][font='Georgia, serif'][size=12]Never doubt that I love you, cause I'm with you till the end of the line RaichuPorenta Caesurio

  • So, @Kiriki-chan:
    Wie versprochen gibt es hier mal einen kurzen Kommentar von mir.


    Fangen wir mal beim Startpost an. Dieser wirkt aufgeräumt und gut strukturiert. Besonders das Banner hat es mir angetan ;)
    Da du aber viel lieber inhaltliche Kritik lesen wollen wirst, komme ich gleich dazu.


    Zu aller erst: Ich finde den Prolog ein bisschen zu kurz. Dennoch hast du versucht, aus der kurzen Kampf-Szene viel herauszuholen, was dir auch gelungen ist. Nur der Start ist ein bisschen holprig geworden. Während Kirika anscheinend zu Beginn der Handlung noch im Bett liegt, steht sie eine halbe Zeile später schon dem Drachenlord (Blackfox ?) auf dem Schlachtfeld gegenüber. Auch der Sprung von Kirikas Siegesfreude zu ihrer Niederlage kam aus meiner Sicht ein bisschen zu plötzlich.
    Zum Ende hin lässt du dir immer wieder eine Option offen, durch (hoffentlich bald) folgende Kapitel weiterzustricken. Insgesamt bieten sich da einige interessante Optionen und du machst den Leser wirklich heiß auf Fortsetzungen.


    "Ampharos, Mega-Entwicklung!", befahl der Drachenlord, woraufhin dem Spielzeugleuchtturm eine wehende Mähne wuchs.

    Ein Leuchtturm mit Mähne? Ich hoffe du lässt noch ein paar von den grammatikalischen Juwelen (Poké-Diamanten) für die kommenden Kapitel übrig.


    Zum Preis von zwei Poké-Diamanten hätte Kirika den Kampf fortführen und Verstärkung rufen können. Aber sie war zu geizig.

    Ist das schlimm, wenn ich das jetzt als frechen Seitenhieb auf das Free2Play-Modell in Rumble World interpretiere? (Sind aber auch ziemlich teuer die Dinger).


    FAZIT: Behalt deinen Schreibstil und deine tolle Ausdrucksweise bitte in den nächsten Kapiteln unbedingt bei. Allerdings könnten ein paar langsamere Übergänge und ein paar Details hier und da nicht Schaden.


    Auf wiederlesen,
    Noxi

  • Hi Schwesti,
    Und damit möchte ich dir einen netten und vermutlich Langen Kommentar hinterlassen. Und da es ein ziemlich ausführlicher Starpost ist, werde ich auf so gut wie alles eingehen :P  



    Startpost

    Endlich mal jemand, die Geschichten schreibt. Ich finde Geschichten nämlich viel einfach zu Kommentieren und zu lesen, als Gedichte. Ich habe mich mal daran gemacht, es leicht chronologisch durchzugehen.
    Hallo Leser: Okay, da ich PKMN Rumble nur vom Hören kenne, werde ich alles von Prolog bis Ende durchlesen und die Spoiler mit lesen. Aber sonst hört sich das schon mal sehr gut an, auch das es in einer sehr schönen und verständlichen Sprache geschrieben ist. Ich finde es auch gut, dass es in einem Jugendfreien Rahmen bleiben soll, denn ich bin nicht gerade der Fan von zu romantischen Szenen, allerdings werde ich sie mir dennoch dann durchlesen, denn sonst wird es sich zu komisch anhören und nicht mehr ganz passen.
    Was ist ein Rumble World: Das hast du aus meiner Sicht sehr gut für einen Laien wie mich beschrieben, so kann ich mir die Reihe und deine Geschichte sehr schön vorstellen. Allerdings werde ich es nur lesen, nicht noch selber Spielen, denn mit dem Spiel selbst, kann ich noch nicht so wirklich etwas anfangen.
    Charakter: Alle bisherigen Charaktere hast du sehr gut und ausführlich beschrieben und kann mir sie sehr gut vorstellen. Ich mag deinen Schreibstiel, wie du sie beschrieben hast.
    Copyright: ist immer gut, das mit drin zu haben, denn sonst werden einige meinen, dass du es gestohlen hast und nicht selbst geschrieben hast. Wobei man die Geschichte selbst ja nicht klauen kann, außer man ahmt denen Schreibstiel nach. Und der Rest sollte auch klar sein.



    Prolog

    Typischer Prolog, man könnte es allerdings auch als erstes Kapitel nutzen, wobei die Fragen von Kirika am Ende dann nicht sein dürften, denn die Verhindern so für mich das es ein Kapitel darstellt.
    Hier hast du auch schon eine gewisse Spannung mit drinnen, die ich auch in dem richtigen Kapitel haben möchte, denn sowas fesselt mich immer ungemein und behält einen wie mich auch bei Geschichten und Threads. Bei Gedichten ist sowas nicht immer der Fall, da muss ich mich schon eher zu zwingen, etwas zu kommentieren.
    Ich finde es auch gut, dass der Hauptcharakter am Ende des Prologs sich noch Fragen stellt und ich hoffe, die kannst du in den nächsten Kapiteln alle sehr schön verpackt beantworten.
    Schön ist zudem auch, dass hier ein PKMN Kampf mit drinnen ist, der allerdings zudem noch mit Realistischem Niedermachen mit Bedrohen und einer Entführung, die in den Kapiteln aber auch wieder frei genommen wird. Zumindest möchte ich dass sie in dem Entführungshaus etwas Spannung reinbringt, mit Taten und Sprechen.



    Ich hoffe es ist ausführlich genug (So sollte ich auch mal Fotos kommentieren) und ich würde mich immer noch über einen Gegenkommentar von dir in meiner Galerie freuen.


    Lg *Miro*


  • Kirika richtete sich auf. Ihr Rücken schmerzte noch immer von dem Aufprall, als der Finsterkaiser sie in diese kleine Zelle geschmissen hatte. Diese war gerade so lang, dass Kirika liegen konnte. Wenn sie sich klein machte. Sie war zwar normalerweise nicht klaustrophobisch, doch hier hatte sie das Gefühl, die kalten, grauen Wände würden sie irgendwann erdrücken. Das einzige Licht in der Zelle kam aus einem kleinen Fensterchen unter der viel zu hohen Decke. Kirika mochte die Dunkelheit. Als Kind hatte sie sich in den Straßen der Hofstadt immer in den dunklen Gassen herumgetrieben. Aber dieser Ort war ihr trotzdem unheimlich. War es, weil sie hier unfreiwillig festsaß und nicht wusste, wie sie entkommen sollte?
    Die Abenteurerin lehnte sich gegen die Wand. Sie zuckte zusammen. Jeder einzelne dieser kalten Mauersteine fühlte sich an wie ein Dolch, der sich in ihren Rücken bohrte. "Verdammt!", fluchte sie, "seit wann bin ich denn empfindlich?!" Den Schmerz ignorierend lehnte sie sich wieder gegen die Wand. Dort war ein einzelner Mauerstein, der etwas weiter aus der Wand herausragte als die anderen. Der müsste ihr doch irgendwie dabei behilflich sein können, diese Fesseln loszuwerden. Immer wieder rieb sie diese über den Stein, in der Hoffnung, er würde das Seil irgendwann abwetzen und durchschneiden. Ihr Körper zitterte ob der brennenden Schmerzen in ihrem Rücken, sie ließen sie kaum atmen. Doch aufgeben ... aufgeben kam für sie nicht in Frage. Auch wenn sie Angst hatte, der Finsterkaiser könnte sie bestrafen, wenn sie sich auflehnte, sie musste es einfach versuchen. Für das Spielfigurenland. Sie war ihrer Heimat und den Miis und Pokémon dort etwas schuldig. Sie hatte sie im Stich gelassen. Doch aufgeben war für sie noch nie eine Option gewesen. Sie müsste nur ihr Groudon finden und von hier verschwinden, dann könnte sie das Spielfigurenland retten. Vor dem Drachenlord und vor dem Finsterkaiser. Sie wusste, dass Groudon hier irgendwo sein musste, der Finsterkaiser hatte ihn mitgenommen. Nur wo war er? In so einer riesigen Festung konnte er praktisch überall sein.
    Ein erleichtertes Seufzen entkam Kirika, als sie ihre Hände endlich wieder frei bewegen konnte. Dieser Mauerstein hatte ganze Arbeit geleistet. Kraftlos ließ sie sich auf die Knie fallen. Ihre Sicht war verschwommen, ihr ganzer Körper schmerzte, sie konnte sich kaum bei Bewusstsein halten. Aber sie musste weitermachen. Sie durfte jetzt nicht aufgeben. Sie musste entkommen und das Spielfigurenland retten -- und wenn es das Letzte war, was sie tat!
    Unter Schmerzen richtete sie sich wieder auf. Jedes einzelne Zahnrad ihres Körpers, jedes Kugellager, jedes Gelenk schien zu brennen wie Feuer. Sie fasste sich an die schmerzhafteste Stelle an ihrem Rücken. Anscheinend hatte sie dort einen Riss. Sie sah ihre Hand an. "Mist. Nicht auch das noch." Sie wischte die rostigen Partikel an die Wand. Wenn sie doch nur etwas Lichttau dabei hätte ... Sie schleppte sich zur Tür. Eigentlich lag diese genau vor ihr, doch schien der Weg ihr ewig. Keuchend hielt sie sich am Türgriff fest. Sie lauschte einen Moment. Stille. "Gut, dann wollen wir mal. In Filmen klappt das doch auch immer so toll." Sie fischte sich ihren Ballerina-Haarschmuck vom Kopf. "Haarnadeln seid ihr zwar nicht, aber ihr kriegt das sicher auch hin." Sie stocherte mit ihrem Haarschmuck im Türschloss herum. "Hier so ... und da ... Ach, komm schon!" Genervt stöhnte sie auf. Doch sie durfte jetzt nicht aufgeben. Es musste doch irgendwie möglich sein, hier ...
    Mit einem "KLACK" signalisierte das Schloss ihr, dass sie es geschafft hatte. Sie steckte ihren nun unförmig verbogenen Haarschmuck an seinen angestammten Platz auf ihrem Kopf zurück. Vorsichtig schob sie die Tür etwas nach vorne, um durch den Spalt sehen zu können. Anscheinend keine Wachen in der Nähe. Glück gehabt! Sie öffnete die Tür nun ganz und trat hinaus. An den Weg nach draußen konnte sie sich noch recht gut erinnern, immerhin war sie voll bei Bewusstsein gewesen, als der Finsterkaiser sie hierher geschleppt hatte. Aber der Weg zu Groudon, ihrem Partner ... Wo konnte er nur stecken? Wo versteckte man am besten ein Spielzeugpokémon, sodass es nicht gefunden wurde? Sie schlich sich an der anthrazitgrauen Mauer entlang durch die Gänge, stets bedacht, nicht ein Geräusch zu machen. Hier war es noch finsterer als in ihrer kleinen Zelle. Nur einige Kerzen erhellten die Gänge, deren Wände wohl fünfmal so hoch waren wie Kirika selbst. Sie schob sich an der Wand entlang, als sie plötzlich ein Geräusch hörte und sich instinktiv gegen die Mauer presste. Schmerz durchzuckte ihren gesamten Körper. Hoffentlich hatte sie jetzt niemand gehört. Wenn sie sie gehört hätten, dann ... Verdammt! Da waren Schritte! Und sie kamen näher! Sie presste sich noch enger an die Wand, ignorierte den Schmerz, der durch jedes ihrer Bauteile pulsierte, ignorierte die Erschöpfung, die Müdigkeit, die sie irgendwo am Rande der Bewusstlosigkeit schweben ließ. Ein lautes Geräusch ließ sie erneut zusammenzucken. "Wer ist da?", hörte sie eine Stimme rufen. Schnelle Schritte entfernten sich wieder von ihr. Erleichtert atmete sie auf. Was auch immer das war ... es hatte sie gerade eben gerettet.
    Kirika schlich sich weiter an der kalten Mauer entlang. Sie wusste nicht, wohin sie ging, doch sie hoffte, dort ihr Groudon finden zu können. Er musste hier doch irgendwo sein ... Kirika bog in einen Gang ab, durch den sie nicht gekommen war, als sie in ihr Verlies gebracht wurde. Vielleicht wurde er ja hier festgehalten. Dieser Gang war noch düsterer als die anderen, die meisten Kerzen waren hier aus, nur am Ende des Gangs konnte sie ein helles Licht sehen. "Bitte, Groudon, sei du es", dachte sie, als sie versuchte, in dem Licht etwas zu erkennen. Von den Farben her passte es ja, das Licht war rot und orange. Nur Formen konnte sie beim besten Willen nicht erkennen, es war zu hell. Sie sah wieder auf den Weg vor ihr, doch sie konnte kaum noch etwas erkennen. Sie hatte zu lange nach vorne gestarrt, ihre Augen kamen mit der Dunkelheit nicht mehr klar. Sie stieß mit dem Fuß gegen irgendetwas und fiel. Schwer atmend richtete sie sich wieder auf, spürte wieder jedes Bauteil ihres Körpers, wie es pochte und pulsierte. "Verdammt!", dachte sie, "wenn das jetzt keiner gehört hat, ist es ein Wunder!" Sie hatte kaum noch die Kraft, weiterzugehen, doch sie zwang sich dazu. Sie kniff die Augen zusammen und ging weiter, Schritt für Schritt für Schritt für ... Was war das? War da nicht das Geräusch von Schritten? Sie zuckte zusammen. Das durfte doch nicht sein. Hatten sie sie gehört? Sie traute sich nicht, sich zu bewegen, noch nicht einmal, die Augen zu öffnen. Sie stand nur da, wie versteinert, und wartete auf ihr Schicksal, als die Schritte immer näher kamen und näher und näher ...
    "Na, wen haben wir denn da?" Eine ihr wohlbekannte Stimme ließ sie zusammenfahren und aufblicken. Da stand er vor ihr, wie schon zuvor auf dem Schlachtfeld. Der Finsterkaiser ... er hatte sie gefunden. Panik brach in ihr aus, doch sie war wie paralysiert, sie konnte nicht fliehen. Der Finsterkaiser kam ein paar Schritte auf sie zu. "Was machst du denn hier so allein? Hast du nicht Angst, dich zu verlaufen?" Sie sah ihm entschlossen ins Gesicht, in seine eiskalten mamutelbraunen Augen, die sie fasziniert zu fixieren schienen. "Ich habe keine Angst. Vor nichts und niemandem", keuchte sie. Der Finsterkaiser lachte kurz. "Ich muss sagen, ich bin überrascht, dass du es aus deiner Zelle geschafft hast." Er sah auf den deformierten Kopfschmuck, den Kirika trug. "Aha, daher weht also der Wind. Ganz schön clever, muss man schon sagen." Er machte eine kurze Pause. "Und was hattest du hier vor, wenn ich fragen darf? So ganz allein, ohne Pokémon, ohne irgendjemanden, der dir helfen könnte?" Ihr Blick war immer noch so entschlossen wie zuvor. Sie atmete schwer, doch Antworten blieb sie nie schuldig. "Ich wollte Groudon suchen", keuchte sie, "ihn befreien und mit ihm fliehen." Sie musste husten. Wo war nur all ihre Kraft hin? Sie fühlte sich schrecklich ausgeliefert. Aber sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. "Und dann wollte ich den Drachenlord besiegen, die Hofstadt befreien und dir --" Sie zeigte dem Finsterkaiser, der nur einen Schritt von ihr entfernt stand, mit dem Finger ins Gesicht. "Dir wollte ich in den Arsch treten, so, wie du es verdient hast!" Der Finsterkaiser kam Kirika noch näher, sie war verunsichert, doch sie versuchte, ihren entschlossenen Blick so zu behalten, wie er war. Er legte ihr eine Hand an die Wange. "Und das in dieser Verfassung?", fragte er. "Heh. Du bist noch hartnäckiger, als ich dachte. Aber du weißt anscheinend nicht, wo deine Grenzen sind." Mit einer plötzlichen Bewegung packte er sie am Rücken, sodass sie vor Schmerzen aufschrie. Tränen begannen, über ihr Gesicht zu fließen. "So viel dazu", sagte der Finsterkaiser und zog sie zu sich. Er presste ihren Körper gegen den seinen, er wusste genau, welche Qualen sie gerade durchmachte. Kirika gaben die Beine nach, ihre Sicht verschwamm und sie winselte, ihr ganzer Körper bestand nur noch aus Schmerz. Schmerz, Erschöpfung und noch mehr Schmerz. "Du ...", brachte sie wispernd hervor, "du ... hast ... noch lange ... nicht ... gewonnen." Als sie in seinen Armen zusammensackte, wurde ihr schwarz vor Augen.



    "Oh nein, es ist schrecklich!" Ziellos irrte König Nero durch die Gänge seines Palastes. "Es ist einfach schrecklich! Unsere beste, Unsere fähigste Hof-Abenteurerin! Was sollen Wir nur tun?" "Vater?", wurde er von seiner Tochter in seinen wirren Gedanken unterbrochen. "Vater, was ist los?" Dieser sah seine Tochter mit einem wahnsinnigen Blick an. "Ach Töchterlein, das verstehst du sowieso nicht", versuchte er, sie abzuwimmeln, nur um sofort wieder ziellos durch seinen Palast zu wuseln. "Vater, ich bin kein Kind mehr", sagte die Prinzessin und sah ihren Vater ernst an. "Ich weiß, dass irgendetwas passiert ist. Und wenn Ihr es mir nicht sagt, gehe ich eben hinaus in die Hofstadt und frage die Leute. Irgendwer wird es schon wissen." Der König seufzte. Seit sie Kontakt mit seiner Hof-Abenteurerin hatte, war sein geliebtes Töchterlein manchmal so schrecklich aufmüpfig. Vielleicht war Kirika ja doch nicht der beste Umgang für sie. "Na gut, Wir erklären es dir", gab er dann nach. "Als Kirika und Wir heute in der Frühe vor die Tore traten, um zu sehen, was der Ursprung dieses Tumults war, mussten Wir mit Schrecken feststellen, dass Unser Filius in die schmutzigen Fänge des Finsterkaisers geraten war und als Drachenlord die Stadt bedrohte. Kirika begab sich natürlich in die Schlacht, aber soeben erreichte Uns die unheilvolle Botschaft, dass der Finsterkaiser sie als Geisel genommen hat! Unsere fähigste Hof-Abenteurerin!" Er musste Luft holen. Vielleicht sollte er sich einmal abgewöhnen, so schnell zu reden, ohne sich dabei die nötige Zeit zum Atmen zu lassen. "Oh nein, nicht Kirika ...", sagte die Prinzessin erschrocken. "Aber Vater, habt Ihr denn keine anderen Abenteurer, die uns retten könnten?" Der König sah seine Tochter an. Konnte sie wirklich so naiv sein? Sie wusste doch ob der Heldentaten ihrer Freundin. Doch er sah in ihrem Blick, dass sie dies aus Verzweiflung fragte. Ihr lag wirklich viel an Kirika. "Töchterlein, du weißt es doch selbst ... Kirika ist die Einzige, der es je gelang, den Abenteurerrang achtzig zu erreichen. Rang achtzig! Keiner hat so starke, so mächtige und so anmutige Pokémon wie sie!" König Nero sah zu Boden. "Wir sind verloren." "Nein. Sind wir noch nicht", sagte seine Tochter resolut. "Wir dürfen jetzt nicht aufgeben. Dieser Finsterkaiser soll sehen, was er davon hat, meine Heimat anzugreifen!" Sie trat zu den Toren des Palastes. "Aber Töchterlein, was hast du vor?", fragte der König erstaunt. "Bleib hier!" Die Prinzessin drehte sich noch ein Mal um. "Nein. Ich kann nicht bleiben. Ich habe einen Bruder zur Vernunft zu bringen."
    Die Prinzessin eilte in den Garten hinter dem Schloss. Dort traf sie sich immer mit Rotom und den anderen Pokémon, die hier lebten. "Rotom? Seid ihr da?", rief sie in die Leere, die vor ihr lag. Wo steckten alle? Sie begab sich tiefer in den Garten. Irgendwo raschelte ein Busch, doch sie konnte nirgendwo etwas sehen. Etwas unruhig ging sie weiter. "GNAAAAH!", wurde sie plötzlich von einem Geräusch von hinten überfallen. Sie rappelte sich wieder auf. Vor ihr stand der orangefarbene Rasenmäher, auf seinem Gesicht ein breites Grinsen. "Ach Rotom, erschrick mich doch nicht so!", tadelte die Prinzessin das Pokémon. "Hast du Matrifol und Sarzenia gesehen? Ich brauche eure Hilfe." Rotom nickte und führte die Prinzessin weiter in den Garten. Dort saßen die beiden Pflanzen-Pokémon zusammen mit einigen anderen Pokémon, denen Matrifol erklärte, wie man am einfachsten aus Blättern Kleidung herstellen konnte. Rotom schwebte zu ihnen und gab einige für die Prinzessin unverständliche Laute von sich, woraufhin die beiden sofort aufsprangen und zusammen mit Rotom zu ihr eilten. "Ihr seid toll, Leute", sagte die Prinzessin und streichelte Rotom über seinen Kopf. "Jetzt geht es in die Schlacht!"
    Keksi war nervös, als sie vor dem Stadttor stand. Sie hatte zwar Vertrauen in ihre Pokémon, aber sie hatte doch selbst noch nie ernsthaft gekämpft. "Ach, wird schon schief gehen", murmelte sie. "Drachenlord, hier komme ich!" Der kleine Schritt durch das Tor fühlte sich an wie ein gigantischer Schritt in die böse, weite Welt hinaus. "Gut, für den Anfang wähle ich ... dich, Sarzenia! Du führst uns an!" Das gelbe Spielzeugpokémon nickte und hüpfte voraus. Dort sahen sie schon eine Horde Forstellka, allesamt recht erschöpft dreinblickend, sowie ein überdimensionales Mega-Ampharos. "Los, gebt alles, was ihr habt!", rief Keksi ihren Pokémon zu. "Ich kenne die Namen eurer Attacken zwar nicht, aber ihr werdet das schon regeln! Sarzenia, du nimmst dir das Ampharos vor. Setz deine Gift-Attacken ein!"
    Die Pokémon folgten den Anweisungen der Prinzessin. Erstaunlicherweise hatten sie kaum Probleme, die Forstellka auszuschalten und auch Ampharos war leicht besiegt, nachdem es erst einmal vergiftet war. Aber Keksi war nicht dumm, sie wusste, dass die Pokémon vom Kampf gegen Kirika vermutlich schon geschwächt waren. Und sie wusste auch, dass der Kampf gerade erst begonnen hatte. Zusammen mit ihren Begleitern schritt sie auf die nächste Ebene. Die Viscora und Viscargot waren für ihre Pokémon kaum ein Problem, ihre scharfen Blätter verletzten die Drachenpokémon so stark, dass diese recht schnell kampfunfähig wurden. Auch ein Viscogon, das etwas weiter hinten lauerte, wurde von Sarzenia schnell besiegt, während sich die anderen beiden Pokémon an den Burgen zu schaffen machten, die aufgestellt worden waren, damit Viscogon Verstärkung rufen konnte. Die Pokémon waren allesamt noch bei recht guter Gesundheit, einzig Sarzenia war schon sehr stark geschwächt, es hatte höchstens noch ein Drittel seiner Kraft übrig. Als die Pokémon weiterzogen, ahnte Keksi schon Böses: Algitt und Tandrak. Gift-Typen, eine Schwäche ihrer Pflanzen-Pokémon. Doch sie versuchte, zuversichtlich zu bleiben und schickte ihre Pokémon weiter voran. Tatsächlich waren die Gift-Drachen ihren Pokémon anscheinend im Level unterlegen, denn diese schlugen sich gut. Doch ein heftiger Gift-Angriff des letzten verbleibenden Tandrak ließ ihr Sarzenia kraftlos zu Boden gehen. Mist! Es war kampfunfähig geworden! Keksi nahm das kampfunfähige Pokémon zu sich. Sie konnte den Rettungsdienst des Königs natürlich nicht beanspruchen, immerhin war sie keine offizielle Abenteurerin. So musste sie die gelbe Blume eben tragen. Als Keksi mit ihren übriggebliebenen Pokémon das Ende des Weges erreichte, tauchte der Drachenlord auf, bei ihm ein übergroßes Garados. "Garados, Mega-Entwicklung!", befahl er und verschwand sogleich wieder. "Bruder, warum?", fragte Keksi traurig. Sie kannte ihren Bruder so nicht. Und vermutlich erkannte er sie auch nicht wieder. Sie schüttelte den Kopf. Der Kampf hatte bereits angefangen und sie musste sich jetzt konzentrieren. Sie befahl Matrifol, das Garados mit Käfer-Attacken anzugreifen und Rotom, dieser die Tandrak, die sich um Garados scharten, vom Halse zu halten. Der Kampf war hart. Die Angriffe der Tandrak hatten eine unglaubliche Reichweite, die von Rotom allerdings kaum. Dazu kam, dass es keine effektiven Angriffe auf Lager hatte, während ein einziger Treffer eines Feindes wohl sein Ende bedeutet hätte. Wenigstens Matrifol hatte Glück, dass ihr Gegner eine Schwäche gegen ihre Angriffe hatte, wodurch sie ihn nach fünfzehn sehr präzise gezielten Angriffen schon so sehr geschwächt hatte, dass der sechzehnte Angriff ihn besiegte. Keksi atmete erleichtert auf. Beide ihrer verbleibenden Pokémon hatten schon die Hälfte ihrer Kräfte aufgebraucht, doch wenigstens hatten sie die Tandrak hinter sich gelassen. Schlimmer konnte es ja kaum noch werden.
    Auf der nächsten Ebene angekommen erblickte Keksi zuerst einmal einige Burgen, aus denen Unzahlen an Drachenpokémon sprangen. Sharfax, Maxax, Shardrago ... Und sie sahen gefährlich aus. "Rotom, du machst dich an die Burgen! Matrifol übernimmt die Gegner!", befahl Keksi ihren Pokémon. Die Burgen waren tatsächlich überraschend schnell zerstört und die Käfer-Angriffe von Matrifol machten immerhin neutralen Schaden gegen die Gegner. Deren Angriffe waren allerdings ebenfalls sehr mächtig und die schiere Anzahl an Feinden machte es für Matrifol schwer, ihnen auszuweichen. Als Rotom alle Burgen beseitigt hatte, schlich es sich von hinten an die kämpfenden Drachen an und schlug ihnen seine stärksten Attacken um die Ohren. Vom unerwarteten Angriff abgelenkt wurden sie unachtsam. Matrifol griff einmal mehr mit ihrer stärksten Käferattacke an und schlug die Gegner kampfunfähig. Keksi wollte schon aufatmen, als sie sah, dass erneut Burgen erschienen. Zwei Knakrack sowie einige Knarksel griffen an. Matrifol hatte schon gut drei Viertel ihrer Kräfte aufgebraucht und auch Rotom hatte nicht mehr als ein Drittel übrig. Das würde schwer werden. Rotom machte sich wieder daran, die Burgen zu zerstören, während Matrifol erst die ziemlich leicht zu besiegenden Knarksel ausknockte und dann zu den Knakrack stürmte. Das Erste der beiden war sogar recht schnell besiegt, doch das andere nutzte seine Chance, um Matrifol von hinten anzugreifen, sodass sie zu Boden fiel. Mit den letzten ihrer Kräfte richtete sie sich wieder auf und schlug auf das Knakrack ein, doch mit einer weiteren Attacke war auch sie besiegt. Keksi sammelte das Pokémon auf. Nun lag es an Rotom. Und das hatte auch noch einen Typnachteil. Dennoch gaben weder Keksi noch ihr Pokémon auf. Sie hatten es so weit geschafft ... Rotom fegte das Knakrack mit einem Wirbel aus Blättern von seinen Beinen. Den Moment, in dem dieses sich nicht bewegen konnte, nutzte es erneut aus, um Knakrack zu besiegen. Keksi war erleichtert. Doch in genau diesem Augenblick erschien der Drachenlord wieder auf dem Plan, diesmal mit einem riesenhaften Knakrack. Nicht noch eines von denen ... "Knakrack, Mega--" "Du entwickelst hier gar nichts", unterbrach Keksi ihren Bruder. "Rotom!" Das Rasenmäher-Pokémon, das inzwischen fast seine gesamte Kraft aufgebraucht hatte, stürmte auf den Drachenlord zu und knallte diesem mit voller Wucht ins Gesicht. Er blieb einen Moment lang regungslos liegen. Keksi schritt mutig auf ihn zu. Er öffnete die Augen. "Wie ... wo ...", stammelte er, "ey, wo bin ich? Was mache ich hier? Yo, Keksi! Warum tut mir der Kopf so krass weh?" Keksi musste sich ein Lachen verkneifen. Rotom hatte ihrem Bruder aus Versehen einen neuen Haarschnitt verpasst. Er hatte nun einen kahlen Streifen quer über seinen Kopf. "Komm erstmal mit nach Hause", sagte die Prinzessin zu ihrem Bruder, der anscheinend wieder zu Bewusstsein gekommen war. "Ich erklär dir daheim alles."



    Kirika schlug die Augen auf. Über ihr eine Decke aus grauen Mauersteinen. Sie lag recht bequem auf einer Art Bett. Wo war sie? Und was war überhaupt passiert? Sie konnte sich nur verschwommen erinnern. Da war ein Kampf gegen den Prinzen ... und dann der Finsterkaiser. Verdammt, der Finsterkaiser! Kirika schreckte hoch. Er hatte sie entführt, oder? Und sie hatte versucht zu entkommen, doch dann ...
    "Na, gut geschlafen?" Kirika sah in die Richtung, aus der die Stimme kam. Der Finsterkaiser ... Kirika fiel alles wieder ein, die Entführung, die kleine Zelle, die Schmerzen, ... wie sie ihm in diesen düsteren Gängen in die offenen Arme gelaufen war. "Wie geht es dem Rücken?", fragte der Finsterkaiser, der in einiger Entfernung von ihr vor einem Bücherregal stand. Kirika drehte sich ein wenig, um festzustellen, dass ihr Rücken gar nicht mehr so sehr schmerzte. Was war vorgefallen, als sie bewusstlos war? "Du solltest mir wohl dankbar sein, Hof-Abenteurerin", fuhr der Finsterkaiser fort, "in deinem Zustand hättest du auf dem Schlachtfeld da draußen niemals überlebt. Und Lichttau für deinen Rücken hättest du auch nicht gefunden." Kirika verstand nichts. Was hatte er mit ihr gemacht? Wie lange war sie überhaupt bewusstlos gewesen? Und warum hatte er sie verarztet? Das ergab keinen Sinn. "Ich habe dir übrigens neue Kleidung besorgt. Diese schmutzigen Fetzen, die du anhattest, konnte man ja kaum noch als solche bezeichnen." Kirika sah an sich hinunter. "Was zum Henker?!", entfuhr es ihr. Sogleich schoss ihr die Schamesröte ins Gesicht. "W-warum habe ich nur noch Unterwäsche an? Was in Resharps Namen hast du mit mir angestellt? Du perverses Flambirex!" Der Finsterkaiser musste lachen. "Keine Sorge, das, was du jetzt noch anhast, blieb unberührt", sagte er grinsend, "da konnte ich widerstehen. Gerade so." "Was zum --", Kirika wurde hysterisch. "Hey, hey, ganz ruhig", sagte der Finsterkaiser lachend. "Wenn du dich dann besser fühlst -- da neben deinem Bett liegen deine neuen Kleider." Kirika griff sofort danach und schlüpfte hinein. Der kramurxschwarze Hexermantel und die wieseniorbraunen Bergsteigerstiefel passten wie angegossen und auch der fiffyengraue Ballerina-Haarschmuck saß perfekt, ohne irgendwo zu kratzen. Selbst ein brandneuer Fußball und eine neue Ukulele lagen neben ihrem Bett. Einen Moment lang war sie fast schon beeindruckt, bis ihr einfiel, dass dies alles vom Finsterkaiser stammte. Und der tat nichts ohne irgendeine Absicht dahinter. Doch warum? Welchen Grund hatte er dafür, Kirikas Rücken zu heilen und ihr neue Kleider zu besorgen? "Du bist jetzt meine ganz persönliche Gefangene", sagte der Finsterkaiser und kam ein paar Schritte auf Kirika zu. "Meine Wachen taugen anscheinend eh nichts, also dachte ich, ich passe am besten selbst auf dich auf." Er ging vor ihr auf und ab, als würde es ihm helfen, diese Sätze zu bilden. "Dir steht es hier oben frei, zu tun und zu lassen, was du für richtig hältst. Du darfst dir auch gerne meine Bücher ansehen. Ich werde immer wieder vorbeischauen, was du so treibst." Er blieb einen Moment stehen. "Bei Sonnenaufgang, zu Mittag und bei Sonnenuntergang ist Essenszeit. Die hast du einzuhalten." Kirika sagte nichts. Sie hatte keine Ahnung, wie sie das alles zu beurteilen hatte. Sie hatte keine Ahnung, was der Finsterkaiser damit bezwecken wollte. Sollte sie einfach tun, was er von ihr wollte? Aber das mit der "Essenszeit" machte ihr Sorgen. Sie erinnerte sich noch gut an die Geschichte mit dem Hackbraten damals. Der wäre bestimmt so lecker gewesen ... Doch was, wenn der Finsterkaiser nun sie zu seiner Marionette machen wollte? Sie würde vorsichtig sein müssen.
    Der Finsterkaiser trat zur Tür. "Wir sehen uns zu Sonnenuntergang", sagte er und verließ den Raum. Kirika hörte, wie er die Tür abschloss. Was sollte sie nun tun? Sie könnte versuchen, zu fliehen. Allerdings hielt sie sich selbst noch für zu schwach dazu. Sie beschloss, erst einmal hier zu bleiben. Sie sah sich in dem Raum um. Er war recht hell, hatte drei riesige Fenster auf einer Seite, von denen aus man das Spielfigurenland sehen konnte. Etwa in der Mitte des Raumes stand ein großer Tisch, auf dem ein kupferfarbener Kelch stand, an dem irgendein Schild angebracht war. Kirika stand auf und sah sich diesen genauer an. Auf dem Schild stand irgendein Wort und daneben war ein Tropfen abgebildet. "Hoffentlich ist das das, was ich denke", murmelte Kirika und roch an der Flüssigkeit. Sie hatte einen Riesendurst. Vorsichtig nippte sie daran. Es schien tatsächlich Lichttau zu sein. Ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, trank sie einen großen Schluck. Das tat gut. Erleichtert atmete sie auf und sah sich weiter um. In einer Ecke stand das Bett, auf dem sie aufgewacht war. Das beigefarbene Laken lag unordentlich darauf herum und war verschwitzt, gar durchnässt. Wie lange war sie nur bewusstlos gewesen? Sie entfernte sich wieder von dem Tisch. An der Wand, die den Fenstern gegenüber lag, standen hohe Bücherregale, die bis unter die Decke, die dreimal so hoch reichte wie Kirika selbst, mit Büchern vollgestopft waren. Sie könne sich gern seine Bücher ansehen, hatte er gesagt. Kirika zog eines der Bücher heraus. Der Einband war dunkelbraun und es waren goldene Schriftzeichen darauf zu sehen. Sie blätterte in dem Buch herum. Auf jeder Seite nur Blocktext. Sie stellte das Buch wieder weg und zog ein anderes, eines mit einem blauen Einband, heraus, doch auch in diesem waren nur unendlich viele Buchstaben im Blocktext angeordnet zu sehen. Genervt stellte sie auch dieses weg und schnappte sich eines, das einen schwarzen Ledereinband hatte. An den Ecken des Einbandes waren goldene Teile angebracht und es sah ziemlich wertvoll aus. Sie öffnete das Buch. Die Seiten waren abgegriffen, so, als wäre es schon viele hundert Male gelesen worden. Auch dieses Buch enthielt nur Text, aber er war anders angeordnet als in den anderen beiden Büchern. Auf jeder Seite waren nur wenige kurze Zeilen, außerdem waren diese zentriert und bei manchen etwas längeren Texten waren sie sogar noch durch Absätze unterteilt. Das erschien Kirika bei der Länge dieser Texte ziemlich überflüssig, aber gleichzeitig faszinierte es sie auch ein Stück weit.
    Kopfschüttelnd stellte Kirika das Buch wieder zurück ins Regal. Wenn die Bücher hier alle von ihr zu erwarten schienen, dass sie lesen konnte, dann brauchte sie diese auch nicht.





    An dieser Stelle würde ich gerne alle Leser, die es noch nicht gesehen haben, hierhin verweisen, wo es in meinem E&S-Topic mit dem Theaterstück Seher eine Art Prolog vor dem Prolog von Spielzeugschatten gibt. Es ist mehr ein Spin-Off und nicht gerade ernsthaft, aber den Klick ist es dennoch wert.
    Außerdem vielleicht noch den Hinweis, dass ich versuche, die neuen Kapitel jeden Sonntag gegen 15 Uhr rauszubringen, für alle, die nicht abonnieren wollen und zu schüchtern sind, mich um Benachrichtigungen zu bitten.


    Spielzeugschatten wird Ihnen präsentiert von Kiris Keksfabrik. Denn Kiris Kekse wirken Wunder.
    @Kiris Marionette kann's bezeugen.


    In einem Anflug von Kreativität habe ich zu meinen Lieblingsszenen ein paar schöne Bildchen skizziert. Viel Spaß damit.


    An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle, die sich die Mühe gemacht und einen Kommentar hinterlassen haben. Es hat mich wirklich extrem gefreut, dass allein am Tag der Veröffentlichung schon vier Kommentare in die Casa Kiri geflattert kamen. Also ... danke. Nicht nachlassen, Leute!

  • Hi Sis,


    Erst mal zum Recommi, um meine eigene Blödheit klarzustellen, denn wie zur Hölle komme ich darauf, dass ich kein Rumble zocke. Gerade das Rumble, worüber du die Geschichte schreibst, Spiele ich auch ab und zu, wenn ich langweile habe. Ist aber auch das einzige Rumble, was ich jemals spielen werde. Also das für den 3DS.



    Kapitel 1 - Rückentzug

    Abschnitt 1 = Ich finde den Anfang bis zum Ausbruch irgendwie sehr langweilig und das obwohl da eine Gewisse Spannung drinnen ist. Naja aufjedenfall, gibt es einige Stellen, wo man mit bangen kann und das obwohl Kirika ja doch wieder gefangen wird und dann leider doch Bewusstlos wird. Ich finde es gut, dass durch dieses Siegessichere von Kirika zumindest die Spannung für die nächsten Abschnitte erhalten bleiben und somit man ja wissen möchte, wie sie sich nun Befreien wird und kann. Mich hat dieser Abschnitt nur leider überhaupt nicht gefesselt.
    Abschnitt 2 = Du hast die Panik von König Nero sehr schön verfasst und man kann sich sehr gut hinein versetzten. Schade nur, dass du nicht von vornerein den Namen der Tochter, also Keksi, mit ran geschrieben hast, denn bis zum Aufbruch, wusste ich nicht wer gemeint ist. Sowas sollte man allerdings auch ohne den Startpost schon wissen, denn wenn man das als Buch machen würde, wäre sowas ja nicht mit drinnen. Ab dem Ausbruch von Keksi war ich sehr gebannt und fand es sehr angenehm Spannend und hätte echt noch länger lesen können. Allerdings finde ich noch keinen Zusammenhang zwischen dem Drachenlord und dem Finsterkaiser. Ist zwar schön, dass sich das mit dem Drachenlord schnell gelegt hatte, allerdings hätte da noch etwas mehr Spannung hineingekonnt, denn so war es doch recht kurz. Hätte länger gekonnt und das mit mehr Spannung. Zum Beispiel, dass sie den letzten Kampf nicht geschafft hat und fast in Ohnmacht gefallen wäre, wenn der Drachenlord nicht zur Vernunft gekommen wäre, oder der Drachenlord hätte Keksi noch anders retten können oder sie als Geschwisterchen schön herausgefordert und das indem er gesagt hätte, na wie sieht es mit einem kleinen Kampf aus, oder so was in der Art.
    Abschnitt 3 = Ab ins Finsterkaisers Reich, wo ich das Ende immer noch am Besten finde. Ich finde die Verwirrung von Kirika sehr schön beschrieben und man fragt sich selbst, wie lange sie wohl geschlafen haben mag und ich hoffe das wird spätestens in dem nächsten Kapitel gesagt, ich bin nämlich neugierig. Am Meisten finde ich auch schön beschrieben, wie verwirrt sie war, als sie erfuhr das Sie nur noch in Unterwäsche dort lag. Allerdings frage ich mich, wie sie vom Bett zum Schreibtisch gekommen ist, oder war sie aufgestanden, außer halt um sich anzuziehen, denn das ist ja beschrieben worden. Ich frage mich, als was sie da jetzt so gesehen angezogen ist, denn das Hört sich ja schon fast wie eine Hexe oder sowas an.
    Wie gesagt, ich finde das Ende sehr gut gelungen, am Meisten, wie sie dann noch zu sich selbst sagt, dass sie überhaupt nicht lesen kann, ist zwar nicht schön, aber war in dem Jahrhundert ja leider üblich, dass nur die Wohlhabenden Leute Lesen und Schreiben konnten.



    Bis zum nächsten Kapitel, freue mich schon darauf.


    Lg *Miro*


  • Sehnsüchtig blickte Kirika aus dem Fenster. Die Sonne näherte sich dem Horizont und tauchte den Himmel in hundert verschiedene Farben. Orange, rot, violett und unzählige Abstufungen davon leuchteten am Firmament. Rosafarbene Wolken tanzten in den Lüften über dem Spielfigurenland. Wie es den Leuten dort wohl ging? Was machte wohl Nero, was Keksi? Mussten sie in Angst leben, weil der Drachenlord das Land eingenommen hatte? Oder war es irgendjemandem gelungen, ihn zu besiegen? Aber wer hätte das schaffen können? Kirika hatte die stärksten Pokémon des Landes und war eine der taktisch begabtesten Abenteurer, das wusste sie. Wer hätte den Feind also besiegen sollen? Vermutlich war das Spielfigurenland schon längst verloren und mit ihm Nero, Keksi und auch Blackfox. Ob er wohl jemals wieder so werden würde wie früher? Sie war mit seiner Art nie wirklich zurecht gekommen, aber nun tat er ihr leid. Er war nur noch eine Marionette, eine Spielfigur, er erkannte noch nicht einmal seine eigene Familie wieder. Kirika wusste zwar nicht, wie es war, eine Familie zu haben, aber sie wusste, dass diese Miis einem sehr wichtig waren. Vermutlich wäre es für sie so, als würde sie ihre Caesurios nicht mehr auseinanderhalten können oder gar überhaupt nicht mehr als ihre Caesurios erkennen. Oder als würde sie Keksi nicht mehr kennen, das wichtigste Mii in ihrem Leben ...
    Ein lautes Geräusch riss Kirika aus ihren Gedanken. Sie drehte sich um. Ein lautes Scheppern und unregelmäßiges Klopfen verriet ihr, dass sich gerade jemand an der Tür zu ihrem Gefängnis zu schaffen machte. "Endlich, dieses verdammte Türschloss macht mich noch wahnsinnig!", fluchte der Finsterkaiser, als er in den Raum trat. Kirika wurde nervös und presste sich gegen die Wand. Sie beobachtete das Mii, das, anscheinend, ohne auf sie zu achten, in Richtung Tisch ging. Er hatte nicht sein übliches Gewand an, sondern einen roten Parka. Irgendwie fast schon niedlich, dachte Kirika einen Moment lang. Aber er war immer noch der Finsterkaiser. Auch, wenn seine Kleidung harmlos und unschuldig erschien, war immer noch höchste Vorsicht geboten. Immerhin war sie seine Gefangene und ohne Grund tat er nichts. Vor dem Tisch blieb der Finsterkaiser kurz stehen und schielte in den Kelch, nur, um dann zufrieden zu grinsen. Er stellte einige Dinge auf den Tisch. Melonen, Pfirsiche, Flegmonruten und ... Kekse? Waren das ernsthaft Kekse? Runde, braune Schokokekse ... Kirika lief das Wasser im Mund zusammen. Sie stand zwar in einigen Metern Entfernung, aber die Kekse dufteten bis zu ihr. So köstlich ... Doch sie wusste, was der Hackbraten des Finsterkaisers anrichten konnte. Was, wenn die Kekse eine ähnliche Wirkung hatten? Sie durfte nicht zu seiner willenlosen Marionette werden. Kirikas Magen knurrte. Wie lange hatte sie schon nichts mehr gegessen? Und nun hatte sie die Gelegenheit, sich diese wohlriechenden Kekse zu nehmen. Doch sie stand wie festgewurzelt an der Wand. Sie würde den Keksen widerstehen. Um jeden Preis würde sie den Keksen widerstehen.
    "Na, was ist? Willst du dich nicht setzen?", fragte der Finsterkaiser, als er fertig war. Er setzte sich selbst an den Tisch und schlug die Beine übereinander. Kirika blieb stehen und musterte ihn misstrauisch. Was hatte er nur vor? Warum sollte sie ihm vertrauen? Er war ihr Feind und irgendetwas plante er bestimmt. Aber diese Kekse sahen so lecker aus ... "Sieh mich nicht so an", sagte der Finsterkaiser. "Sieh dich nicht als meine Gefangene. Sieh dich als mein Gast." Er grinste, als Kirika mit zögerlichen Schritten zum Tisch ging und sich ihm gegenüber setzte. Misstrauisch beäugte sie die Speisen, die vor ihr standen. Die Pfirsiche, Melonen, Flegmonruten ... auch sie sahen so köstlich aus. Ihr Magen knurrte erneut. Wie gerne ... Doch sie durfte nicht. Sie durfte nicht darauf hereinfallen. Auf diesen Speisen lag bestimmt genau so ein Zauber, genau so ein Fluch wie auf dem Hackbraten damals. "Komm schon, greif zu", sagte der Finsterkaiser nun energischer. Kirika nahm einen der Kekse in die Hand und sah ihn von allen Seiten an. Er sah aus wie ein ganz normaler, unauffälliger Keks. Sie roch daran. Er roch auch wie ein ganz normaler, unauffälliger Keks. Nur vielleicht etwas leckerer. "Aber sei dir bewusst: Wer von meinen Speisen isst, der kommt so schnell nicht wieder von mir los." Der Finsterkaiser lachte. Kirika legte den Keks schnell wieder weg. War ihre Vermutung etwa ... "Ach, wie niedlich", sagte der Finsterkaiser. "Die ach so tapfere Hof-Abenteurerin Kirika hat Angst vor einem Keks." Trotzig hob Kirika den Keks wieder auf und biss hinein. Das konnte sie so nicht auf sich sitzen lassen!
    "Oh mein Resharp, wie lecker!", entfuhr es ihr. Der Finsterkaiser grinste zufrieden. Sie erstarrte. Hatte sie das gerade eben wirklich getan? Wie dumm war sie eigentlich? Sie war geradeaus in die Falle des Finsterkaisers gerannt. Schon wieder! Panisch versuchte sie, irgendeine Veränderung an sich auszumachen. Sie zwickte sich selbst. Sie konnte noch Schmerz spüren. Sie versuchte, sich an ihre Vergangenheit zu erinnern. Sie wusste noch, dass sie in den Straßen der Hofstadt mit ihren Caesurios aufgewachsen war, lange für König Nero gearbeitet hatte, von Finsterkaiser Corvin entführt worden war und nun schnellstmöglich einen Weg finden musste, ihre Heimat zu retten. Ihre Sicht war klar und sie konnte die Kramurx, die vor der Burg auf und ab flogen, klar und deutlich hören. Sie fühlte sich auch nicht krank oder anderweitig negativ beeinflusst. Anscheinend war tatsächlich alles in Ordnung mit ihr und der Keks hatte keine negative Wirkung auf sie. "Meintst du etwa, von einem Keks wirst du satt?", fragte der Finsterkaiser grinsend. "Los, greif nochmal zu, wenn er so gut war!" Kirika nahm sich noch einen Keks. Was, wenn er seine Wirkung erst später entfaltete? Aber war sie dann nicht sowieso schon verloren? Sprach überhaupt noch irgendetwas dagegen, noch einen Keks zu essen? Eher nicht. Und abgesehen davon hatte sie immer noch Hunger. Sie roch an dem Keks. Er duftete so köstlich wie der letzte, den sie gegessen hatte. Und wie er erst schmeckte ... Süßes Schokoladenaroma verbunden mit diesen Splittern von Zartbitterschokolade ... Dieser Keks musste wohl das Köstlichste sein, was Kirika je gegessen hatte. Und so gönnte sie sich noch einen Keks und dann noch einen und noch einen und als sie alle Kekse aufgegessen hatte, probierte sie auch die süß-säuerlichen Flegmonruten. Der Finsterkaiser beobachtete sie mit dem zufriedensten Grinsen auf seinen Lippen, von dem Kirika je Zeuge geworden war. Als sie mit essen fertig war, räumte der Finsterkaiser den Tisch wieder ab, ging zur Tür und stellte die übriggebliebenen Speisen hinaus. "Bis Sonnenaufgang", sagte er, als er die Tür von außen abschloss.
    Kirika stand auf und ging zum Fenster. Ein Kramurx landete vor ihr, offenbar ein weibliches Modell. "Hey, du Vögelchen", sagte sie zu dem Unlichtvogel, "meinst du, ich hab mich durch die Kekse irgendwie verändert?" "Kraa, kraa", machte das Kramurx und flog wieder weg. Kirika fühlte sich seltsam. Einerseits war es ein gutes Gefühl, endlich keinen Hunger mehr zu haben, andererseits wurde die Angst, die Kekse könnten doch noch eine späte Wirkung zeigen, immer größer und größer, je mehr sie darüber nachdachte. Die Worte des Finsterkaisers hallten in ihrem Kopf nach. Wer von seinen Speisen esse, der komme so schnell nicht wieder von ihm los. Was, wenn an der Warnung etwas Wahres war? Aber ... nein, da war nichts Wahres dran. Das war nur eine hohle Warnung, um ihr Angst zu machen. Da durfte einfach nichts Wahres dran sein. Sie legte sich auf ihr Bett und starrte an die Decke. Sie sollte jetzt schlafen. Und morgen würde sie sich endlich einen Fluchtplan ausdenken. Sie musste von hier wegkommen und ihre Heimat retten. Ihre Heimat ... ihre vermutlich schon verlorene Heimat ... und ihre einzige Freundin.



    "Also war ich da so unterwegs und dacht' mir, ey, ich verreck' gleich, wenn ich nix zwischen die Zähne krieg, da stand auf einmal wie aus dem Nichts dieser wandernde Koch vor mir", erzählte Prinz Blackfox seiner Schwester auf dem Weg zurück in die Hofstadt. "Ich denk' nur, krass Mann, der rettet mir noch das Leben! Und dann sagt er irgendwie sowas: 'Yo, ich bin der wandernde Koch Corvin und ich seh' dir doch an, dass du am Verhungern bist, aber ich hab' dir 'nen schönen Hackbraten, dann geht's dir bestimmt gleich wieder gut!' Ich folg' ihm also und der führt mich zu so 'ner Burg, ey, da hingen Gabeln rum und sowas, das sah voll krass echt aus!" "Eine Frage, Bruderherz", unterbrach ihn die die Prinzessin und legte sich das immer noch bewusstlose Matrifol anders über die Schulter, um es eventuell einfacher tragen zu können, was ihr aber nicht ganz gelang, "warum um alles in Resharps Namen traust du jemandem, der auf den Namen Corvin hört? Das schreit doch schon nach Finsterkaiser." Blackfox sah sie einen Moment lang an. "Ey, ich hatte voll krass Hunger", versuchte er, sich zu rechtfertigen, "ich hab nix gedacht, ich war nur froh, was zu mampfen zu kriegen!" "Mhm, klar, versteh ich", sagte seine Schwester in einem sehr sarkastischen Tonfall. Ihr Bruder lächelte. Zum Glück verstand sie ihn. "Lieber was zu mampfen und dann eine willenlose Marionette werden, als einmal nachdenken, was alles passieren könnte." Sie wischte sich eine Träne ab. "Kannst du dir eigentlich vorstellen, was wir uns für Sorgen gemacht haben? Es hätte sonstwas passieren können! Was, wenn ich nicht gewesen wäre? Dann hättest du das Spielfigurenland ins Verderben gestürzt! Bist du dir dessen eigentlich bewusst?" Ihr Bruder sah beschämt zu Boden. "Aber Keksi, jetzt ist doch alles wieder voll okay." "Nichts ist okay!", brüllte Keksi, die Tränen flossen nun in Strömen über ihr Gesicht. "Du hast Kirika geschlagen! Und jetzt hat der Finsterkaiser sie entführt!" Der Prinz blieb stehen, sein Blick wurde leer. "Was hab' ich?", fragte er fassungslos. Das war doch völlig unmöglich. Er hatte weder die Pokémon noch das strategische Können dafür. Mit einigen schnellen Schritten holte er zu seiner Schwester auf, die nicht einen Moment lang stehen geblieben war. Schweigend liefen die beiden nebeneinander her zurück in die Stadt. Blackfox wollte etwas sagen, doch er wusste nicht, wie er es hätte formulieren sollen. Es tat ihm leid, was er getan hatte, gleichzeitig hatte er das Gefühl, nichts dafür zu können, und doch fühlte er sich schuldig, da er dem Finsterkaiser einfach so in die Falle getappt war, ohne vorher darüber nachzudenken, was seine Handlungen für Folgen haben könnten. Keksi starrte den ganzen Weg über nur zu Boden. In ihren Augen spiegelten sich Wut und Angst. Wut auf ihren Bruder, der zu blind war, die offensichtliche Gefahr zu erkennen. Angst um Kirika, ihre Freundin, Angst, dass sie sie vielleicht nie wieder sehen würde, Angst, dass auch Kirika zu einer Marionette des Finsterkaisers werden könnte. Sie wusste, dass Kirika scharfsinnig war und eine Gefahr als solche erkennen würde, doch manchmal war sie so schrecklich impulsiv. Außerdem konnte man nie wissen, wozu der Finsterkaiser noch fähig war. Kirika war seine Gefangene, er könnte sie sicherlich zu so gut wie allem zwingen.
    Als die beiden durch das Tor in die Stadt traten, kam schon ihr Vater auf sie zugestürmt. "Töchterlein, wo warst du? Filius ... Was ist mit deiner Frisur passiert? Sagt mir nicht, dass ..." Er sah die verletzten Pokémon bei seiner Tochter. "Töchterlein, du hast doch nicht etwa gekämpft?", fragte er ungläubig. "Doch, Vater, und diese tapferen Pokémon brauchen jetzt dringend Hilfe, sie sind schwer verletzt!", antwortete seine Tochter und zeigte ihrem Vater Matrifol, die sie noch immer über eine Schulter hängend trug, sowie Ultrigaria, das von Rotom getragen wurde. "Töchterlein, wie konntest du nur?", fragte ihr Vater entsetzt. "Du hast diese Pokémon schlimmer Gefahr ausgesetzt. Und was noch viel schrecklicher ist -- du hast dich selbst schlimmer Gefahr ausgesetzt! Töchterlein, wenn ich auch dich an diesen Finsterkaiser verloren hätte ... Ich hätte nicht mehr weiterleben können." "Aber Vater, ich bin doch in Ordnung", sagte Keksi und lächelte. "Und ich würde gerne auch weiterhin kämpfen. Als offizielle Abenteurerin." Der König trat ein paar Schritte zurück und sah seine Tochter entsetzt an. Nach dem, was mit ihrem Bruder passiert war, wollte sie ernsthaft Abenteurerin werden? Und sie erwartete, dass er es erlaubte? Er schüttelte den Kopf. "Niemals, Töchterlein, niemals!", sagte er bestimmt. "Ich kann nicht zulassen, dass auch dir so ein Unheil widerfährt." "Aber Vater, ich bin doch kein kleines Kind mehr. Ich kann auf mich aufpassen. Seht doch, ich habe sogar die Stadt vom Drachenlord befreit!", versuchte sie verzweifelt, ihren Vater zu überzeugen. Aber dieser blieb hart. "Ich werde nicht zulassen, dass du dich in solche Gefahr begibst", sagte er erneut. "Und jetzt geht auf eure Zimmer!" Er nahm Keksi die verletzten Pokémon ab und folgte ihr, bis sie auf ihrem Bett saß. Sie hörte, wie er die Tür von außen abschloss.
    Keksi ging zum Fenster und sah hinaus auf den Garten, wo sie so gern mit ihren Pokémon spielte. Sie beobachtete, wie ihr Vater die inzwischen wieder gesunden Pokémon freiließ und mit einem verächtlichen Blick auf sie hinabsah. Sie wurde traurig. Sie wollte doch nur ihre Heimat verteidigen. War das etwa falsch? War es falsch, die Pokémon da einfach mit hineinzuziehen? Konnte es falsch sein, für seine Ziele alles zu tun? Dabei waren ihre Absichten doch so rein ... Aber gab es das überhaupt? Gute Absichten, böse Absichten, war das nicht vielmehr eine Frage des Blickwinkels? Aber wenn man es so betrachtete, hatte der Finsterkaiser dann nicht auch zwangsweise irgendeine gute Absicht? Was wollte er überhaupt? Und weswegen? Sie wusste so wenig über ihn. Konnte sie da überhaupt beurteilen, ob er wirklich böse war? Konnte das irgendjemand? Keksi schüttelte den Kopf. Natürlich war er böse. Wer unschuldige Miis zu seinen Sklaven, zu seinen willenlosen Marionetten machte, der konnte nur böse sein. Und irgendjemand musste ihn aufhalten. Und wenn anscheinend sonst niemand in der Lage dazu war, dann musste sie es eben tun. Nicht als die Prinzessin, nicht als Abenteurerin, nicht als Vertreterin des Hofes, sondern als jemand, der mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für das Wohl seiner Heimat einstand. Und die Pokémon würden ihr mit Sicherheit gerne dabei helfen, immerhin war es auch in ihrem Interesse, dass das Spielfigurenland in guten Händen war, sodass sie weiterhin ihr sonst so friedliches Leben führen konnten. Der Finsterkaiser würde bestimmt bald wieder angreifen, das war Keksi klar. Ob er alleine angreifen würde oder mit der Unterstützung seiner Handlanger, ob er gar nur einen seiner Handlanger in den Kampf schicken würde, das konnte sie nicht sagen, aber dass sie ihn um jeden Preis aufhalten würde, dessen war sie sich sicher. Doch was wäre eigentlich, wenn ... Nein, das durfte auf keinen Fall sein, das könnte sie nicht. Wenn sie gegen Kirika kämpfen müsste ... Das würde der schlimmste Tag in ihrem jungen Leben werden. Doch was, wenn es tatsächlich ... Was, wenn der Finsterkaiser sie ... Nein, es durfte einfach nicht sein! Und selbst wenn ... Das Mii, gegen das sie kämpfen müsste, könnte unmöglich Kirika sein. Es wäre vielleicht Kirikas Hülle, aber ihr Geist wäre besessen, verflucht ... Es wäre nicht Kirika selbst, die ihr Feind wäre.
    Keksi richtete sich auf und ging zu der Kommode neben ihrem Bett. Sie kramte in den Schubladen, bis sie endlich fand, was sie gesucht hatte. Kirika hatte es damals tatsächlich geschafft, ihr einen Schlüssel-Stein für die Mega-Entwicklung aufzutreiben und zu schenken, ohne, dass der König etwas davon mitbekommen hatte. Sie holte das kleine Holzkästchen aus ihrer Kommode und setzte sich damit auf ihr Bett. Sie öffnete das Kästchen, das, immer noch so, wie sie es damals bekommen hatte, nicht verschlossen war. "Ich hab leider keinen Schlüssel dafür. Aber immerhin ist ein Schlüssel-Stein drin", hatte Kirika gesagt. Keksi musste grinsen. Sie zog vorsichtig das Tuch, das ganz oben in dem Kästchen lag, zur Seite. Zwei Steine funkelten ihr entgegen. Sie fuhr mit der Hand über die glatte Oberfläche des Schlüssel-Steins. Vorsichtig löste sie den in allen Farben des Regenbogens schillernden Stein aus seiner Halterung und befestigte ihn wie eine Brosche an ihrem Kleid. Dort würde er ihr in Zukunft mit Sicherheit mehr helfen können. Dann holte sie auch den anderen, kleineren Stein aus dem Kästchen und stellte dieses zur Seite. Dieser Stein war größtenteils rosa, in seinem Inneren befanden sich Gebilde in pastellenem Grün, Gelb und Rot. Es war ein Mega-Stein, das wusste Keksi, doch für welches Pokémon, das hatte Kirika ihr nicht verraten. Er könne die Mega-Entwicklung für eine wahre Prinzessin auslösen, das war alles, was sie dazu gesagt hatte. Wenn es Keksi gelingen würde, diese Prinzessin zu finden ... Sie befestigte den Stein an ihrer Halskette und strich mit der Hand vorsichtig darüber. Falls ihr Gegner wirklich Kirika sein sollte ... War es in Ordnung, mit den Waffen gegen sie zu kämpfen, die sie ihr höchstpersönlich geschenkt hatte? Keksi sah die beiden Steine an. Sie war sich ganz sicher. Wenn sie dabei halfen, ihre Heimat zu verteidigen, dann war alles erlaubt.



    Als Kirika aufwachte, war die Sonne noch nicht hinter den Bergen hervorgekrochen. Es war unangenehm kühl in der Festung und Kirika fror, obwohl sie sich fest in das Bettlaken eingewickelt hatte. Sie drehte sich zur Seite. Normalerweise hatte sie keine Probleme, wieder einzuschlafen, auch, wenn es kalt war, war sie das doch eigentlich gewohnt. Aber irgendetwas hielt sie wach. Es war, als hätte sie einen seltsamen Traum gehabt, der ihr erst jetzt langsam bewusst werden wollte. Sie erinnerte sich an keine Details, außer ... War da nicht der Finsterkaiser gewesen? Er war inmitten einer Gruppe Miis gestanden und ... Sie dachte nach. Irgendetwas an diesem Traum war wirklich seltsam gewesen, gar bedrückend. Sie erinnerte sich bruchstückhaft. Aus irgendeinem Grund hatte sie versucht, den Finsterkaiser zu erreichen, aber die Entfernung war immer gleich geblieben. Das hatte sie traurig gestimmt. Kirika drehte sich zur anderen Seite. Was bedeutete dieser Traum? Bedeutete er überhaupt irgendetwas? Warum sollte sie traurig sein, wenn sie den Finsterkaiser nicht erreichen konnte? Sie sah die kahle Wand an. Fast vorsichtig streckte sie ihre Hand aus und berührte die kalten Mauersteine. Schnell zog sie die Hand wieder zurück. Sie schloss die Augen. Ein Gefühl von Traurigkeit und Leere umfasste sie, doch sie verstand nicht, was das zu bedeuten hatte. Eigentlich hatte sie keinen Grund, traurig zu sein. Vielleicht abgesehen davon, dass sie immer noch keinen Fluchtplan hatte und hier festsaß. Es musste wohl irgendwie mit dem Traum zusammenhängen. Aber was sollte das alles? Warum träumte sie vom Finsterkaiser?
    Kirika warf das Bettlaken von sich und rollte sich vom Bett. Schlafen konnte sie sowieso nicht mehr. Sie schlurfte zum Fenster. Das Kramurx von letzter Nacht landete vor ihr. "Hey, Vögelchen", sagte sie zu dem Pokémon, das sie förmlich anstarrte. "Was kuckst du so? Seh ich anders aus? Hab ich mich verändert?", fragte sie irritiert. Das Kramurx schaute weg. Kirika zog eine Augenbraue hoch. Die Pokémon hier waren anscheinend genauso seltsam wie die Miis, die in der Festung lebten. "Gleich kommt er wieder, hm?", sagte sie zu dem Pokémon, das sie nun zu ignorieren schien. "Corvin ... und seine leckeren Kekse." Ihr lief schon allein beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammen. Das Kramurx sah sie verwirrt an. "Kraa?", machte es. "Was ist?", fragte Kirika. Hatte sie etwas Falsches gesagt? Sie hatte doch nur gesagt, dass Corvin ... Moment mal ... hatte sie ihn wirklich Corvin genannt? Nicht Finsterkaiser? Seit wann sprach sie über ihn denn mit seinem Vornamen? Sie sah das Pokémon an, das ihr nun wieder ins Gesicht starrte. "Du bist ganz schön aufmerksam, meine Kleine", sagte sie, streichelte dem Kramurx kurz über den Schnabel und blickte dann zu Boden. Der Blickkontakt zu dem Unlichtvogel war ihr unangenehm. Wusste das Pokémon etwa, was die Kekse bewirken konnten? Oder war es nur das scharfsinnigste Kramurx, das ihr je begegnet war? "Weißt du, Vögelchen", begann sie dann, mehr zu sich selbst redend als zu dem Pokémon, "ich hab da dieses seltsame Gefühl ... fast, als würd' ich mich freuen, wenn Corvin wieder vorbeikommt." Das Kramurx sah sie fragend an. "Ich kann's mir auch nicht so recht erklären, aber ... ich will, dass er herkommt." Sie schüttelte den Kopf. "Ich weiß doch auch nicht, was mir das bringen würde. Irgendwie seh ich ihn halt gern. Schlecht aussehen tut er ja nicht gerade ..." Das Kramurx starrte sie immer noch an. "Wenn du irgendwem ausplauderst, was ich hier gerade für Quatsch von mir gegeben habe, dann hau ich dich!", sagte sie, als sie rot wurde. "Kraa, kraa!", machte das Kramurx und flatterte davon. Kirika winkte ihm hinterher.
    Sie sah in die Ferne. Das Spielfigurenland leuchtete in den ersten Sonnenstrahlen des Tages in einem goldenen Licht. Es klopfte und schepperte an der Tür zu Kirikas Zelle. Pünktlich wie immer, dachte sie und drehte sich um. Ein leises Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, als Corvin durch die Tür trat. Dieser sah sie erstaunt an. "Du schon wach?", fragte er. "Schade, ich hätte dich doch so gerne beim Schlafen beobachtet. So wie gestern und vorgestern, als du da so friedlich lagst, schlafend, nur noch mit Unterwäsche bekleidet ..." "Halt's Maul, Perversling!", brüllte Kirika, "die Situation, wenn eine Frau bewusstlos ist, ausnutzen, kann jeder!" Der Blick des Finsterkaisers wurde streng. "Du hast doch keine Ahnung davon, wie es ist, ausgenutzt zu werden", sagte er nur, stellte Kekse und Brot auf dem Tisch ab und setzte sich. "Jetzt iss." Kirika wurde unsicher. Hatte sie etwas Falsches gesagt? Aber ihre Reaktion auf seine Äußerung war doch nur verständlich ... oder? Sie setzte sich ebenfalls und nahm sich einen Keks. Sie sah den Keks an, drehte und wendete ihn, als könnte er ihr eine Antwort auf ihre Fragen einflüstern. Warum war Corvin vom einen Moment auf den anderen so streng? Was meinte er damit, dass sie nicht wisse, wie es ist, ausgenutzt zu werden? Gut, vermutlich konnte man das, was er getan hatte, nun wirklich nicht als "ausnutzen" bezeichnen. Aber warum reagierte er da so empfindlich? Es war doch wohl offensichtlich, dass sie es nicht wortwörtlich so gemeint hatte. Lustlos drehte sie den Keks in ihrer Hand herum. "Was ist?", fragte der Finsterkaiser. "Willst du den Keks heute nur anschauen?" "N-natürlich nicht", sagte Kirika und aß ihn. Bestimmt war er eigentlich genauso gut wie der am Tag zuvor, aber die angespannte und gedrückte Stimmung verdarb ihr den Appetit. Was war nur sein Problem? Weswegen war er vom einen Moment auf den anderen von seinen Sticheleien zu diesem eiskalten, abweisenden Auftreten gewechselt? Sie hatte eigentlich keinen Hunger, nicht den geringsten Appetit, aber damit er nicht noch beleidigter werden würde und um die Zeit bis zum Mittag durchzuhalten, nahm sie sich noch einen Keks. Irgendetwas zwang sie dazu, immer wieder in Corvins Richtung zu schauen. Sie versuchte, den Blickkontakt zu meiden, doch er starrte sie die ganze Zeit über an. Er sah doch sonst wirklich nicht schlecht aus, aber dieser eiskalte Blick ... Kirika schüttelte kaum merklich den Kopf. Hatte sie ihn in Gedanken gerade wirklich gutaussehend genannt? Schon wieder? Was war nur falsch mit ihr? Sie sah ihn an. Tatsächlich hatte er etwas an sich, was sie sehr attraktiv fand. Was genau, das konnte sie auch nicht sagen, aber es sorgte dafür, dass sie ihren Blick nicht mehr von ihm wenden konnte, so sehr sie es auch wollte. Und je länger sie ihn ansah, umso beklemmender fand sie die bedrückte Stimmung.
    "Anscheinend bist du fertig", sagte Corvin und stand auf. Ohne ein weiteres Wort räumte er den Tisch ab und verließ den Raum. Kirika beobachtete ihn dabei. Er schien sie gar nicht mehr wahrzunehmen. Als er den Raum veließ, fixierte er sie noch ein einziges Mal mit seinen dunklen Augen. Kirika zuckte zusammen, doch in diesem Moment schloss er die Tür und war verschwunden. Sie blieb still sitzen und starrte weiterhin in Richtung der Tür. Hoffte sie so, ihn zu einer Rückkehr bewegen zu können? Sie wusste es selbst nicht so recht. Sie wusste nur, dass diese ganze Situation mehr als seltsam war und sie keinen blassen Schimmer hatte, was sie davon zu halten hatte. Hatte sie sich ernsthaft in ihn verkuckt? In ihn, Corvin, den Finsterkaiser, ihren schlimmsten Feind, ihren Entführer? Das durfte doch einfach nicht wahr sein. Das würde sie am Ende noch davon ablenken, sich endlich diesen verdammten Fluchtplan auszudenken. Aber sie wusste noch nicht einmal, wo sie damit beginnen sollte, also saß sie einfach nur da, starrte in diese eine Richtung und träumte vor sich hin.





    Dieses Kapitel zeigt eindrücklich, wie man 1250 Wörter allein darüber schreiben kann, wie jemand einen Keks isst. Wow. Damit hab ich mich an inhaltlicher Tiefe echt mal wieder übertroffen.


    Spielzeugschatten wird Ihnen präsentiert von Kiris Keksfabrik. Denn Kiris Kekse wirken Wunder.
    @Kiris Marionette kann's bezeugen.



  • Hi Sis,
    Und wieder bin ich es, die deine Geschichte kommentiert ;)  



    Kapitel 2 - Aromakur

    Abschnitt 1 = Wieder sehr schön zum mitfühlen, solche Fragen würde man im reellen Leben bestimmt auch Fragen, zumindest wenn man so wie Kirika halb eingesperrt ist, denn sie kann sich ja noch frei bewegen. Gut das sie nicht weiß, dass der Drachenlord also der Prinz, schon lange wieder der Alte ist und somit nichts mehr anstellen kann, zumindest nicht in dem Sinne.

    Zitat

    Ob er wohl jemals wieder so werden würde wie früher?

    Was meinst du hiermit, wer soll wieder so werden, wie Früher?? Oder hat sie selbst gemerkt, dass der Drachenlord eigentlich den Prinz darstellte??
    Du und deine Kekse, aber wirklich, jetzt verwendest du sie auch noch in deiner Geschichte. Wieder sehr Real geschrieben, so würde ich mich auch verhalten, zumindest bis zum hinsetzten, aber ob ich mich dann noch getraut hätte, die Kekse anzurühren, weiß noch nicht, vermutlich hätte ich dann erst recht keinen Hunger mehr. Aber bei sowas muss man echt aufpassen, am Meisten bei dem Grinsen vom Finsterkaiser. Ich mag sein Schelmisches Grinsen nicht, da kann man echt alles denken, ob er jetzt Fies, sich nur freut oder sonst was denkt. Auf jedenfalls würde ich ihm nicht vertrauen.
    Wenn man sein Gast sein soll, dann würde ich als Kaiser nicht Kirika so einsperren sondern noch gewisse Freiheiten lassen, weil wie wir ja wissen, bringen Bücher nichts. Da fehlt Papier und Stift, so dass sie sich zumindest beschäftigen kann.
    Diese Früchte machen einem selbst noch mehr Hunger, zumindest Appetit. Meintest du etwa, von einem Keks wirst du satt? Los, greif nochmal zu, wenn er so gut war!

    Zitat

    Die ach so tapfere Hof-Abenteurerin Kirika hat Angst vor einem Keks.

    das ist ja mal nicht gerade nicht, so hätte Kirika erst recht verweigern müssen. Vermutlich lässt einem der Hunger das Denken nach, so dass sie erst recht zugreift.
    Abschnitt 2 = Boa, wie ich diese Sätze mit „krass“ gehen mir echt sowas von auf die Nerven, auch wenn ich weiß das die Heutigen Leute einfach keine andere Aussprache mehr haben. Ich denke mir nur noch, in welchem Land sind wir eigentlich aufgewachsen. Und ganze Sätze kann Blackfox auch nicht mehr sprechen. Ich mag Blackfox nicht, kann der nicht einfach, wie ein ganz normaler Erwachsener sprechen (ist doch ein Erwachsener). Und wie können Männer immer nur ans Essen denken, ich tue es nicht (habe auch einen Essens Rhythmus mittlerweile.) Warum merken einige eigentlich nie, wenn es einem bescheiden geht?? So einen Prinz könnte man echt eins Klatschen, aber zum Glück hat er(leider zu spät) bemerkt das er Mist gebaut hat, leider erst als Keksi richtig angefangen hatte zu heulen und laut zu werden.
    Solche Väter mag ich nicht. Die möchten am liebsten immer, dass sie nichts schönes machen wollen und verbieten denen es dann. Aber Keksi wäre nicht Keksi, wenn sie sich nicht richtig schön durchsetzten könnte. Schade das Nero aus Angst und Verzweiflung ihr erst mal Hausarrest gegeben hat, aber das bringt sie ja eh nicht ab, zumal sie Recht hat und man als Leser auch nur denken kann, was für einen Schaden hat denn der Vater, dass er seine Tochter nicht ins Gefecht lässt.
    Dieses Fragen zum Finsterkaiser sind sehr berechtigt, auch wenn man als Leser eigentlich sich ja schon denken kann, was er vorhat und zwar entweder das Land in seinen Besitz zu bekommen oder einfach nur irgendwie den König zu ärgern und alles das zu machen, was ihn halt verärgert. Ich vermute allerdings dass es nichts bringen wird, weil Keksi sich halt soweit durchsetzten wird und versuchen wird, das Königreich in die richtigen Hände zu bekommen. (oh man ist das ein sch*** Satz).
    Endlich kamen mal wichtige Gegenstände in der Geschichte vor, nur habe ich sie im wirklichen Spiel noch nicht bekommen. Kann man die dort überhaupt bekommen??Ich finde es toll, dass du die Mega Entwicklung mit einbaust, so könnte etwas Spannung in den nächsten Kapiteln eingebaut werden.
    Abschnitt 3 = Das Kirika fror ist ja mal sowas von kein Wunder, denn Bettlaken hört sich schon nicht sehr warm an, ist ja keine richtige Decke.
    Das mit dem Traum, kommt mir von Warrior Cats(Staffel 3) sehr bekannt vor, so wie bei Häherpfote und seinen Träumen, das war sehr schön nachzuvollziehen. Ich vermute zwar das es keine Absicht ist, aber ich finde die Idee sehr gut gelungen und ich hoffe das von solchen Träumen noch mehr kommen, vielleicht ja mit Geschichten mitten im Traum.
    Das mit dem Kramurx irritiert mich noch etwas und dabei möchte es Kirika nur irgendetwas wichtiges Zeigen.
    Kirika hört sich voll verliebt an, auch wenn sie es eigentlich nicht sein sollte, aber es hört sich sehr stark danach an, denn wenn man eine Person wieder hören und sehen möchte, muss da schon was dran sein. Ich wäre dennoch sehr sehr Vorsichtig. Nur was sehr irritierend ist, ist das sie dann den Kaiser anblafft und anschreit, hätte ich vermutlich aber auch gemacht. Was ich allerdings ziemlich schlimm finde ist, dass der Finsterkaiser sie für nichts und wieder nichts anmeckert, sowas kann man auch in einem netteren Ton ansprechen. Ich kenne solche Situationen nur leider viel zu gut.
    Dass er von heute auf Morgen echt so eine Depri Stimmung verbreiten kann, ist doch nicht auszuhalten. Oh man, Kirika sagt schon zu sich das sie sich verliebt hat und genau der Meinung bin ich auch.


    Und damit habe ich es doch noch endlich geschafft, dieses Kapitel zu kommentieren und das noch bevor Kapitel 3 erschienen ist.


    Lg *Miro*


    P.S und als Highlight mache ich die Überschriften einfach mal in deiner Lieblingsfarbe;) (auch wenn ich eh keinen Unterschied erkennen werde)


  • Kirika lief in ihrer Zelle auf und ab. Seit Tagen saß sie hier nun schon fest, aber mit jedem Tag machte es ihr weniger aus. Sie hatte hier doch alles, was sie brauchte. Regelmäßige Mahlzeiten, ein Pokémon als Gesprächspartner und genug, womit sie sich die Zeit vertreiben konnte. Außerdem durfte sie ihn sehen, wenn er vorbeikam, um ihr die Werke seiner fantastischen Kochkünste zu präsentieren. Kirika seufzte. Die letzten Tage hatte sie noch verzweifelt versucht, sich einzureden, dass er ihr Feind war und sie diese nahezu magische Anziehungskraft, die er auf sie ausübte, einfach zu ignorieren hatte, aber ihr war klar, dass das vergebens war. Wozu auch? Dem Spielfigurenland konnte sie jetzt sowieso nicht mehr helfen. Wenn der Drachenlord gewonnen hatte -- und sie war sich sicher, das hatte er --, dann käme sie jetzt eh schon längst zu spät, um den Hof zu retten. Sie hatte versagt, auf ganzer Linie versagt. Sie konnte sich dort bestimmt nie wieder blicken lassen. Wer wollte schon eine besiegte, eine gefallene Hof-Abenteurerin? Sie trat gegen den Fußball, der vor ihr lag. Dieser knallte gegen die Wand, prallte ab und flog Kirika geradewegs mitten ins Gesicht, sodass sie umfiel. Sie schüttelte den Kopf. War das gerade wirklich ...? Sie musste lachen. So etwas passierte doch wirklich nur ihr. Wie effektiv so ein Fußball doch sein konnte, um sich negative Gedanken aus dem Kopf zu ballern ...
    Mit einem lauten Rumpeln öffnete sich die Tür. Kirika drehte sich um. Ihr Grinsen wurde gefühlt noch breiter, als sie Corvin hereinkommen sah. "Na, ist es auf dem Boden bequem?", begrüßte er sie und stellte etwas auf den Tisch. Kirikas Magen knurrte. Ihr war gar nicht aufgefallen, dass sie solchen Hunger hatte. Schnell richtete sie sich auf und setzte sich zu ihm. Corvin sah sie an und grinste. "Du hast da was", sagte er und wischte ihr irgendetwas aus dem Gesicht. "Hast du so viel Dreck geredet, dass er schon an deinem Mund klebt?" "Ich hatte so viel Hunger, da hab ich vom Mauerstein genascht", sagte Kirika und sah auf das, was er ihr auftischte. "Heute auf dem Speiseplan des Finsterkaisers: Hackbraten", sagte dieser, "und wenn du alles brav aufisst, gibt es als Nachspeise Kekse. Und vielleicht noch etwas anderes. Aber das ist eine Überraschung." Sie sah ihn eher unbeeindruckt an. Eine Überraschung zur Nachspeise? Ernsthaft? Wie alt, dachte er, war sie? Corvin setzte sich ihr gegenüber, stützte mit einer Hand seinen Kopf und beobachtete sie. Kirika fiel erst jetzt auf, dass er heute nicht in seinem niedlichen roten Parka auftrat, sondern sein Finsterkaiser-Gewand trug, komplett mit Krone, unbequem aussehenden Schuhen und dem riesigen blauen Edelstein, selbst das Zepter hatte er mitgebracht. Ob er wohl gerade von irgendeiner Mission kam? Aber dafür war sein Gewand ungewöhnlich sauber und ordentlich. Vermutlich hatte es irgendetwas damit auf sich. War es eine freche, kleine Machtdemonstration Kirika gegenüber? Als ob sie je vergessen könnte, wer dieses Mii war, das sie seit Tagen gefangen hielt ... Gefangen ... Gefangen von seinen dunklen Augen, seinen so markanten Gesichtszügen, diesem eiskalten Lächeln, das er ihr jeden Tag entgegenwarf ... Ihr Blick war an ihn geheftet und sie tat nichts, um ihn wieder von ihm zu lösen. Sie verlor sich in Tagträumen über ein Leben, das sie nie gelebt hatte und das sie nie leben würde, in Tagträumen, die längst vergessene und begrabene Wünsche und Begierden in ihr zu neuem Leben erweckten, in Tagträumen darüber, wie schön es sein könnte, wenn der Mann ihr gegenüber nicht ihr Feind wäre.
    "Willst du, dass der Hackbraten kalt wird?" Es waren eher verschwommene Worte einer vertrauten Stimme, die Kirika wahrnahm und die Kirika aus ihren Gedanken rissen, als das Gesagte an sich. "W-was?", stammelte sie. "Ob du deinen Hackbraten kalt werden lassen und die Überraschung verpassen willst, habe ich gefragt", wiederholte der Finsterkaiser. Sie schüttelte den Kopf und schnitt sich ein Stück Fleisch ab. Sie zögerte. War es nicht der Hackbraten, der Miis in Marionetten verwandelt hatte? Andererseits ... sie hatte hier schon so viel gegessen, warum sollte allein der Hackbraten das Privileg haben, mit einem Zauber belegt zu sein? Vermutlich war sie schon längst verzaubert und merkte es nur nicht. Der Hackbraten schmeckte genial, so wie alles, was sie hier zu essen bekam, genial schmeckte. Und so war er binnen weniger Minuten auch schon verschwunden.
    "Gutes Mädchen", lobte Corvin und stand auf. "Die Kekse gibt es später. Überraschungen sind doch viel interessanter, findest du nicht auch?" Kirika beobachtete leicht genervt, wie er zu einem Fenster ging. Erst Kekse versprechen und dann doch keine liefern ... So hatte sie es gern. Er deutete ihr, zu ihm zu kommen, woraufhin sie sich neben ihn stellte.
    "Was würdest du davon halten", fing Corvin an und blickte auf das Land hinaus, "dieses Reich an meiner Seite zu regieren?" Ein verstohlener Blick zur Seite verriet ihm, dass Kirika mit offenem Mund fassungslos dreinblickte. "Du und ich, nur wir beide ... wir beide und ein Kaiserreich der Finsternis", fuhr er fort. "Du dürftest regieren, so, wie ein Mii deiner Güte es verdient hat. Du wärst nicht länger nur ein Handlanger, ein Hofnarr, wie unter diesem Nero. Du wärst mächtig. Du und ich -- wir könnten diese Welt verändern! ... Was sagst du?"
    Kirika konnte nicht glauben, was sie da hörte. Regieren, die Welt verändern ... Sie konnte nicht leugnen, dass das durchaus verlockend klang. All dies an Corvins Seite ... An der Seite des Finsterkaisers, des ehemaligen Feindes. So verrückt und so illoyal sie sich dabei fühlte, es klang in ihren Ohren keineswegs schlecht. Doch sie stand da, wie versteinert, und sah starr nach vorne. Dort, in der Ferne, das Spielfigurenland, ihre Heimat ...
    "Muss ich dich erst davon überzeugen, dass du es willst?", fragte Corvin, der nun ihre Hand packte. Kirika drehte sich unwillkürlich zu ihm um. "Du willst es doch, oder?" Vorsichtig strich Corvin Kirika ein paar Haare aus dem Gesicht. Er sah ihr tief in die Augen, sah ihre Unsicherheit, ihre Angst. "Keine Sorge, so schlimm bin ich schon nicht", versicherte er ihr. Er kam ihr noch einen Schritt näher, hielt weiterhin ihre Hände fest, sodass sie sich nicht bewegen konnte, nicht wehren konnte. Ihre Körper berührten sich. Kirika spürte seine Wärme. Diese Wärme ... Sie mochte dieses Gefühl, doch brach sie gleichzeitig in eine stille Panik aus. Er war ihr so nah, so unglaublich nah. Am liebsten wollte sie fliehen, weit weg rennen, doch gleichzeitig wollte sie hier bleiben, hier, in seiner Nähe.
    Er legte seine Hand an ihren Kopf und hielt sie fest. Kein Entrinnen. Nun drehte Kirika endgültig durch. Was war es, was dieser Corvin da mit ihr machte? Was war dieses Gefühl, das sich da tief in ihr regte? Wärme, Geborgenheit, diese nahezu magnetische Anziehungskraft? Mit weit aufgerissenen Augen blickte sie in das Gesicht des Miis vor ihr. Dieser kalte Blick, dieses kalte Lächeln ... Dieser Blick von absoluter Kontrolle ... Als würde er alles berechnen, was er tat, als wüsste er ganz genau, was er tat. Und er wusste es, das war Kirika klar. Doch was ... wofür ... warum ...? Hunderte Gedanken rannten einen Marathon durch ihren Kopf, doch keiner war auch nur ansatzweise greifbar.
    Wenige Millimeter trennten die beiden Miis. Kirikas Spielzeugherz hämmerte wie wild gegen ihre Brust, ihre Atmung war unkontrolliert, flach, schnell, sie zitterte wie ein Sesokitz, das vor einem wilden Pyroleo floh. Was hatte er mit ihr vor? Sie hatte eine Ahnung, gar eine Hoffnung, doch ... warum sollte er das tun? Wofür? Warum ausgerechnet jetzt?
    Mit einem Mal berührten die Lippen des Finsterkaisers die ihren. Sie erschrak fast, war unfähig zu denken. Sie schloss ihre Augen und gab sich dem hin, seinen weichen Lippen, seinem immer fester werdenden Griff, genoss diesen Moment, diesen so ewig scheinenden Moment. Zwischen ihr und Corvin tanzten die Funken, ein Gefühl der Wärme breitete sich in ihr aus. Diese Wärme, diese unendliche Wärme, Nähe, Geborgenheit ... Sie hatte so etwas noch nie erlebt. Doch es war das ... Es war das, wovon sie immer geträumt hatte. Die Erfüllung ihrer ... Träume ...? Sollte sie diese wirklich in den Armen des Finsterkaisers finden? In den Armen des Miis, der all die Zeit ihr Feind gewesen war, der schon mehrmals versucht hatte, sie umzubringen und der sie überhaupt erst hierhin entführt hatte? Doch in diesem Moment hatte sie keine Zweifel. Das war es, was sie wollte. An seiner Seite ...
    Als sich Corvin von ihren Lippen löste, bebten diese noch immer. Wie gern hätte sie ihn gefragt, ob er das nicht noch einmal wiederholen könnte, ob er diesen Moment nicht länger hätte währen lassen können ... Doch das hätte den Moment zerstört. Ihr Zittern war verschwunden, sie wurde ruhiger, doch ihre Gedanken rannten und rannten noch immer im Kreis. Wollte sie wirklich an der Seite des ehemaligen Feindes regieren? Was war mit dem Spielfigurenland? Doch das gerade eben ... Wie viel Überzeugungsarbeit müsste man denn sonst noch leisten? Ihre Gefühle, ihre Empfindungen sprachen doch eine eindeutige Sprache.
    Corvin wandte sich ab und ging, ohne ein Wort, ohne einen Ton. Kirika sah ihm hinterher. Wie sehr wünschte sie, in genau diesem Augenblick seine Stimme zu hören. Sie wollte etwas sagen, ihn aufhalten, doch sie brachte keinen Laut hervor. Sie wusste auch nicht, was sie hätte sagen sollen. Doch ihn einfach gehen zu sehen, das fühlte sich in diesem Moment so schrecklich an. Nun war sie wieder allein. Allein mit sich selbst.



    "Zeit zum Aufbruch", sagte Keksi zu sich selbst, als sie zum Fenster ging. Ihre Tür war verschlossen, sie hatte immer noch Hausarrest, also musste sie sich wohl oder übel davonschleichen. Ein Blick nach draußen verriet ihr, dass die Luft anscheinend rein war. Jetzt oder nie -- sie musste ihre Chance ergreifen! Sie stellte alle Plüschis, die sonst so hübsch auf ihrem Bett posierten, auf einen Schrank in der gegenüberliegenden Ecke des Zimmers, sodass sie sich an der Bettdecke zu schaffen machen konnte. Hoffentlich hatte Kirika ihr damals keinen Unsinn erzählt, als sie ihr erklärt hatte, wie sie am leichtesten fliehen könnte, wenn ihr Vater sie nicht gehen lassen wollte. Sie hatte das noch nie versucht, aber es musste einfach funktionieren. Keksi fühlte sich etwas schlecht dabei, Dinge willentlich zu zerstören, oder, wie Kirika es so schön ausgedrückt hatte, zweckzuentfremden, so auch jetzt, als sie die Nahten ihrer Bettdecke so auftrennte, dass diese ihr einen Haufen Wablufedern vor die Füße spuckte und schließlich die doppelte Länge hatte, aber es musste sein und es war für einen guten Zweck, also war es gerechtfertigt. Sie befestigte ein Ende des Tuches, das einmal ihre Bettdecke gewesen war, an ihrem Bett und warf das andere Ende nach einem weiteren prüfenden Blick nach unten aus dem Fenster. Sie zerrte daran, doch weder ihr Bett noch der Knoten gaben nach, also hoffte sie, dass es sie aushalten würde, wenn sie daran hinunterkletterte. Sie überprüfte noch einmal, ob sie alles hatte, was sie für unterwegs brauchte. Schlüssel-Stein, Mega-Stein, Glücksbringer -- einen Moment! Wo war ihr Glücksbringer? Sie durchsuchte hastig ihre Kommode, doch da war nur Papierkram, unnötiges Zeug, wertloser Müll und ... Sie atmete auf, als sie die silberne Haarspange mit dem süßen Flabébé fand, die sie angeblich von ihrer Mutter bekommen hatte. Sie war zu jung, sich daran zu erinnern, immerhin war sie erst drei Jahre alt gewesen, als ihre Mutter verschwunden war, aber dennoch war diese Spange ihr heilig. Ohne sie ging sie nirgendwo hin. Aber jetzt hatte sie ja alles, was sie brauchte, da konnte die Reise doch losgehen!
    Keksi kletterte durch das Fenster und hielt sich an dem Tuch fest, das bis kurz über den Boden reichte. Stück für Stück tastete sie sich nach unten vor, als sie plötzlich merkte, wie sie dem Boden mit einem Mal ein gutes Stückchen näher kam. War der Knoten etwa nicht fest genug? Sie wurde leicht panisch. Etwas schneller als zuvor versuchte sie, sich nach unten vorzuarbeiten, als sie merkte, wie der Knoten mit einem Ruck ganz nachgab und ihr einen Freiflug schenkte. Die Bettdecke begrub sie unter sich. Nach einem Moment, den Keksi brauchte, um zu realisieren, was passiert war, öffnete sie die Augen und begann, panisch mit den Armen herumzuwedeln, in einem vergeblichen Versuch, die Decke von ihrem Gesicht zu bekommen. Zum Glück war sie schon recht weit gekommen und hatte sich nicht schlimm verletzt, zumindest spürte sie nichts. Nur dieses verdammte Tuch, das auf ihrem Gesicht herumlag ... Keksi kniff die Augen etwas zusammen, als sie doch wieder Licht sehen konnte. Sie blickte in das Gesicht von Rotom, das einen freudigen Ruf ausstieß, als es sah, dass sie wohlauf war. Mit seiner Hilfe befreite sie sich vollständig aus der Bettdecke, dann wandte sie sich an es. "Rotom, ich brauche wieder eure Hilfe", sagte sie zu dem Pokémon, während sie sich den Dreck vom Kleid klopfte. "Such du bitte Matrifol und Sarzenia. Ich muss noch kurz etwas erledigen und komme gleich wieder hierher." Der kleine Rasenmäher nickte und verschwand sogleich tiefer in den Garten.
    Keksi schlich sich um das Schloss zum Eingangsbereich, wo sie einen Moment abpasste, in dem die Wache unaufmerksam war, sodass sie sich hinein schleichen konnte. Leise und vorsichtig begab sie sich zu dem Raum, wo ihr Vater alle wichtigen Gerätschaften für seine Abenteurer lagerte. Sie lauschte an der Tür. Kein Geräusch. Langsam öffnete sie die Tür und schlich sich hinein. Sie nahm sich eine jener Apparaturen, mit denen man verletzte Pokémon sicher transportieren konnte, bis man wieder irgendwo die Möglichkeit hatte, sich richtig um sie zu kümmern, und eines jener Geräte, mit denen man die Stärke, die physische Verfassung und die Attacken eines Pokémon ganz genau ablesen konnte. Sie wusste nicht genau, wie sich diese kleinen elektronischen Helferlein für den Abenteureralltag nannten, doch sie wusste, wie sie funktionierten und dass sie ihr bald von großer Hilfe sein würden. Ebenso vorsichtig, wie sie sich in das Schloss geschlichen hatte, schlich sie sich auch wieder hinaus. Sie hatte wirklich Glück, dass ihr Vater so geizig war, was Wachen und generell Bedienstete anging.
    Sie seufzte erleichtert auf, als sie wieder im Garten ankam und schon sah, wie ihr Rotom und die anderen beiden Pokémon entgegen gesprungen kamen. Sie tätschelte dem Rasenmäher den Kopf. "Leute, unser Plan für heute: Wir brauchen mehr Teammitglieder, wenn wir die Stadt auch zukünftig beschützen wollen", erklärte sie, "also werden wir von der Ballonstation aus mit einem Blätterballon in den Hofgarten fliegen." Rotom grinste. "Nein, Rotom, nicht dafür!", sagte Keksi schnell und wurde leicht rot, "wir gehen da hin, weil es dort starke Pokémon gibt, das ist der einzige Grund!" Rotom grinste dennoch weiterhin. Keksi schüttelte den Kopf. Dieses Pokémon war einfach unverbesserlich. Sie entfernte sich zusammen mit ihren drei Begleitern vom Schloss und ging in die Stadt.
    "Oh, Prinzessin Keksi! Womit haben wir uns die Ehre verdient?", fragte die Bedienstete am Heißluftballonstand. "Wir müssen schnell in den Hofgarten! Es ist dringend!", antwortete Keksi. "Aber Prinzessin, ohne Pokémon ist das gefährlich!" Keksi deutete auf das Rotom direkt neben ihr. "Ja, gut ... Aber weiß seine Majestät Euer Vater denn davon?" Keksi nickte. "Er hat nichts dagegen." "Na gut", sagte die Bedienstete. "Aber seid vorsichtig." Keksi bedankte sich und stieg in den Blätterballon. "Ich bin total aufgeregt, Rotom", sagte die Prinzessin leicht nervös zu dem grün leuchtenden Pokémon neben ihr, "ich war noch nie in so einem Gebiet voller wilder Pokémon. Aber ich kenne die Pokémon hier eigentlich alle. Wird schon schiefgehen!"
    Mit einem leichten Ruckeln landete der Ballon im Hofgarten. Keksi stieg mit ihren Pokémon ab, woraufhin der Ballon wieder davonschwebte. Im hintersten Teil des Hofgartens würde er wieder landen und sie aufsammeln. "Alles klar, los geht's, Leute", sagte die Prinzessin frohen Mutes und marschierte los. Eine Gruppe Flabébé schwebte ihr entgegen. "Zeigt mir doch mal, was ihr könnt!" Rotom und Matrifol stürmten auf die Pokémon zu und griffen sie mit Pflanzen-Attacken an. Keksi schaltete eines der Geräte ein, die sie hatte mitgehen lassen. Es zeigte an, dass die Attacke von Rotom Blättersturm und die von Matrifol Laubklinge hieß. Die Attacken wurden als sehr mächtig angezeigt, was sich auch im Kampf zeigte, denn die Flabébé waren recht schnell besiegt. Hinter einer Kurve entdeckten sie ein Floette, das eine saphirblaue Blume sein Eigen nannte. Es war deutlich größer als normale Spielzeugpokémon, ähnlich den überdimensionierten Mega-Pokémon, mit denen sie im Kampf mit ihrem Bruder zu tun hatte. "Sarzenia, jetzt bist du dran", sagte sie zu dem Pokémon hinter ihr. "Das ist ein Floette, ein Fee-Typ. Greif es mit deiner Gift-Attacke Matschbombe an." Sarzenia nickte und spuckte direkt sein Gift auf das Floette. Dieses versuchte, sich zu schützen, war von dem plötzlichen Angriff aber so überrascht, dass es anfing, zu taumeln. Einige weitere Angriffe und es fiel zu Boden und schrumpfte auf normale Größe. Keksi rannte auf es zu. "Floette, komm mit mir! Ich brauche deine Hilfe!" Das Floette funkelte sie böse an und wischte sich den Schmutz vom Körper. Keksi wich einen Schritt zurück, doch die Blumenfee folgte ihr und reichte ihr ihre Hand als Freundschaftsangebot. Keksi nahm an und lächelte. Gemeinsam mit ihrem neuen Pokémon begab sie sich auf die nächste Ebene.
    Eine Horde Lilminip begrüßte Keksi und ihre Begleiter, doch diese waren dank Gift- und Käferangriffen so schnell besiegt, wie sie erschienen waren. Keksi erinnerte sich daran, wie Kirika ihr einst die Wechselwirkungen der Typen erklärt hatte. "Stell dir vor, jemand gibt dir und deinem Bruder genau die gleichen Matheaufgaben zu lösen. Du machst sie mit Leichtigkeit fertig, aber Blackfox wird ewig brauchen, wenn er es überhaupt irgendwann schafft. So ähnlich ist es auch mit den unterschiedlichen Attackentypen: Eine Feuer-Attacke besiegt ein Pflanzen-Pokémon ganz einfach, eine Wasser-Attacke braucht dafür länger, auch, wenn beide Attacken beispielsweise gegen ein Normal-Pokémon gleich stark sind." Blackfox, der das zufälligerweise mitbekommen hatte, war daraufhin so beleidigt, dass er eine ganze Woche lang nichts mehr mit den beiden geredet hatte. Keksi musste bei dem Gedanken daran grinsen. Hoffentlich kamen diese guten alten Zeiten bald wieder zurück. Sie vermisste Kirika so sehr ...
    Keksi sah auf den Weg vor sich. Jetzt war keine Zeit, über alte Zeiten zu sinnieren. Sie hatte wahrlich Wichtigeres zu tun. Gemeinsam mit ihren Pokémon schritt sie voran, bis sie ein übergroßes Dressella sah. Sie befahl Matrifol, das Pokémon mit Kreuzschere anzugreifen. Es dauerte nicht lange, und auch Dressella war besiegt und schrumpfte. Matrifol half der tanzenden Blume wieder auf und erzählte ihr irgendetwas, woraufhin sie auf Keksi zugehüpft kam. Keksi nahm das Pokémon freudig in ihr Team auf und schritt weiter auf die nächste Ebene. Die Floette, die sich dort versteckten, wurden von Sarzenia schnell aus dem Weg geräumt, sodass Keksi und ihr Team zum letzten Pokémon des Hofgartens vordringen konnte, einem schneeweißen Florges. "Diesmal sind die beiden Neuen dran", sagte Keksi zu ihren Begleitern. "Dressella greift mit Blättertanz an und Floette mit Mondgewalt!" Die beiden Pokémon feuerten ihre stärksten Attacken auf die große weiße Blume, sodass auch diese schnell zu Boden ging. Beeindruckt von der Stärke des Teams schloss auch sie sich der Prinzessin an.
    Der Blätterballon landete direkt vor den Nasen von Team Keksi, sodass sie mit einem deutlich stärkeren Team in die Hofstadt zurückkehren konnte. Doch wie sollte sie ihrem Vater diesen Ausflug erklären? Eigentlich hatte sie doch Hausarrest. Sie sah die Pokémon an, die sie umgaben, sich gegenseitig gerade kennenlernten und Spaß dabei zu haben schienen. Es würde schon nicht so schlimm werden ...



    "Vögelchen, bist du da irgendwo?", fragte Kirika ins Nichts hinaus. Sie brauchte jemanden, mit dem sie reden konnte. Sie hatte keine Ahnung, was sie fühlen sollte, sie hatte keine Ahnung, was sie denken sollte, sie hatte keine Ahnung, was sie tun sollte. Sie fühlte sich von der gesamten Situation überfordert. Wenn sie sich dem Finsterkaiser anschloss ... War das nicht Verrat an ihrer Heimat? Aber wenn diese doch sowieso schon verloren war ... Ein Kramurx landete vor ihr. "Kraa?", machte es. Kirika seufzte. "Vögelchen, was soll ich nur tun?", fragte sie das Pokémon, das sie mit einem durchdringenden Blick anstarrte. "Der Finsterkaiser will, dass ich mich ihm anschließe, und ich will's ja auch, aber ... es fühlt sich so an, als würd ich meine Heimat verraten. Das ist schrecklich." Sie sah das Kramurx an, das vor ihr hin und her hüpfte. "Aber macht es eigentlich noch einen Unterschied?", fragte sie dann. "Es ist doch ganz unmöglich, dass irgendwer das Spielfigurenland befreit hat. Da kann ich doch auch gleich mit ihm ..." Sie sah zu Boden. "Aber wenn's doch noch nicht zu spät für das Spielfigurenland ist ... Was soll ich nur tun?" Sie seufzte. Das Kramurx stupste sie mit dem Schnabel an. "Du meinst, ich soll mich wie immer kopfüber ins Unheil stürzen? Wie gut kennst du mich eigentlich?" "Kraa, kraa!", machte der Unlichtvogel und flog davon.
    Sie hörte, dass der Finsterkaiser hereinkam und irgendetwas auf den Tisch stellte. "Na, hast du es dir überlegt?", vernahm sie seine Stimme neben sich. Sie sah ihn an. Er trug wieder sein Finsterkaiser-Gewand. Er sah darin so verdammt gut aus ... "I-ich", stotterte Kirika, "ich werde dir folgen. In jeden Kampf, in jede Schlacht. Ich bin bei dir. Jetzt und für immer." Corvin lächelte. "Sehr schön. Morgen darfst du mir gleich beweisen, wie treu du tatsächlich bist. Wir werden endlich das Spielfigurenland einnehmen -- deine alte Heimat." Kirika erschrak. Das Spielfigurenland war noch nicht gefallen? War ihre Entscheidung etwa falsch? "Oh, hast du es etwa noch gar nicht mitbekommen?", fragte Corvin grinsend. "Der Drachenlord hat versagt. Aber mit dir an meiner Seite kann der nächste Angriff unmöglich schiefgehen." Sie schluckte. Sie war doch immer als die Hoffnung des Spielfigurenlandes gefeiert worden. Sollte sie nun zu seinem Untergang werden? Aber sie hatte ihre Entscheidung schon getroffen. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Sie sah zu Boden. Wer würde wohl ihr Gegner werden? Es gab viele gute Abenteurer im Spielfigurenland, doch keinem traute sie zu, stark genug zu sein, um den Drachenlord zu besiegen. König Nero musste ein Ass im Ärmel haben, von dem sie nichts wusste.
    "Keine Angst, du wirst deine Entscheidung nicht bereuen", sagte Corvin und blickte in Richtung des Spielfigurenlandes. "Ab morgen musst du kein Handlanger mehr sein. Du bekommst endlich den Lohn, der dir rechtmäßig zusteht. So oft, wie du das Spielfigurenland schon verteidigt hast, steht es keinem mehr zu als dir, es zu regieren." Kirika hob ihren Blick und sah in die Ferne. Vermutlich hatte er recht. Sie hatte das Spielfigurenland so viele Male unter Einsatz ihres Lebens verteidigt und war nie mit mehr als elf Poké-Diamanten dafür entlohnt worden. War ihr Einsatz wirklich so wenig wert? Sicher nicht. Sie war schon lange nicht mehr damit zufrieden gewesen, wie Nero sie behandelt hatte. Immer der absolut gleichbleibende, viel zu niedrige Lohn, von dem man sich kaum sein täglich Brot leisten konnte, dafür immer gefährlichere Feinde und Missionen, und für stärkere Pokémon musste man sich natürlich selbst von seinem viel zu niedrigen Lohn maßlos überteuerte Ballons kaufen. Außerdem schien er sie in letzter Zeit verdammt ungern in der Nähe seiner Tochter zu sehen, als hätte sie sich auf einmal in einen total schlechten Einfluss verwandelt. Doch warum ... Warum brauchte es eigentlich einen Finsterkaiser, um ihr das klarzumachen? Und warum ...
    "Corvin, sag mal", sagte Kirika und sah ihn an. "Warum willst du eigentlich unbedingt das Spielfigurenland einnehmen?" Er warf ihr einen kurzen Blick zu und wandte ihn sofort wieder in die Ferne ab. "Das verstehst du nicht", sagte er kalt. Kirika legte den Kopf schief. "Also nochmal kurz, für ganz Dumme: Du traust mir zu, ein Königreich zu regieren, aber du traust mir nicht zu, deine Motivation zu verstehen, warum du meine Heimat einnehmen willst?" "Genau", sagte er ohne die kleinste Regung. "Aber da du eh keine Ruhe geben wirst: Ich will mich rächen. An all den Miis, die mich einst verstoßen haben." Kirika sah ebenfalls in die Ferne, wo sich das Spielfigurenland im Schein der untergehenden Sonne in einen goldenen Schleier hüllte. "Rache ist doch kein Antrieb." "Ich sagte doch, du verstehst das nicht", sagte der Finsterkaiser leicht aggressiv. "Meine Eltern haben sich nie um mich gekümmert, in der Schule haben mich alle gehasst und mein einziger Freund war ein Simsala." "Soll ich jetzt Mitleid mit dir haben?", fragte Kirika. "Ich wünschte, ich hätte so etwas wie eine Familie gehabt. Oder eine Schule. Ich hatte niemanden außer meinen Caesurios. Du -- du bist gebildet, du siehst gut aus, du hättest dich nur ein kleines bisschen anpassen müssen, dann wär die böse Welt lieb zu dir gewesen!" "Ruhe jetzt!", rief er. "Iss dein Abendbrot! Wir haben noch etwas vor!" Kirika warf ihm einen verächtlichen Blick zu. Sie hasste kaum etwas so sehr, wie wenn ihr jemand das Wort verbot, nur, weil sie einen verdammt guten Punkt hatte. Sie trottete zu ihrem Stuhl. Corvin hatte mit ihr 'noch etwas vor'. Das konnte ja heiter werden, bei so einer Grundstimmung ...





    Heute im Angebot: Die Kussszene, die schon vor Kapitel 1 so gut wie fertig war, sowie die Floette-Fangszene, die für Kapitel 1 geplant war und deren Urfassung inzwischen irgendwie schlecht klang.


    Spielzeugschatten wird Ihnen präsentiert von Kiris Keksfabrik. Denn Kiris Kekse wirken Wunder.
    @Kiris Marionette kann's bezeugen.


    Heute gibt es leider keine Bilder zum Kapitel an sich ... Nur dieses eine random Dings da, das auch schon länger in meinem Profil rumhängt, und ein Update bei den Artworks zu Kapitel 1.


  • [align=justify][font=georgia][size=8]Tja, und jetzt hast du mich auch noch am Hals. Bin jedes Mal verwirrt, keine Benachrichtigung zu kriegen, ändern wir das mal schnell, dass ich nicht auf dieser Liste stehe, grenzt an Blasphemie! Auf, auf! Diesmal sogar ohne spezielle Kommentarstruktur, ist es denn zu glauben? Ich sage einfach frei raus, was mir spontan einfällt! Nicht, weil ich faul bin, sondern, weil es sich anbietet. Will nicht jedes Kapitel einzeln abgrenzen und auf sonstige Einteilung hab ich keine Lust, da schweife ich eh nur von ab ...


    Deinen Updaterhythmus hätt ich gern, ich bin ja schon froh, wenn ich alle zwei Monate was raushaue, haha. Immerhin hat man hier ständig was Neues zu sehen und man merkt auch sehr gut, wie euphorisch du bei Spielzeugschatten bist, haha. Dafür sind die Kapitel ja recht kurz, besser, als wenn da so eine ewig lange WoT jeden Sonntag erneut die Sicht versperrt. '-'


    Bin ich eigentlich die einzige Leserin, die Blackfox zum Schießen findet? xD Klar ist seine Art zu sprechen etwas seltsam und er selbst auch nicht das hellste Lichtel im Spielzeugland, aber dafür ist er wirklich sehr amüsant. Hab mich schon im Spiel so weggeschmissen, als der Prinz so zu reden hat angefangen. Da fängst du eigentlich alle Charaktere wunderbar ein, auch Nero (Zufall oder Referenz auf König Nero damals in Rom? Wobei der ja nicht allzu gut endete) und Corvin und die überaus knuffige Keksi, die ich jetzt schon mag. So aww.
    Shippingwise weißt du ja schon, was ich alles shippe. ALLES. Keksika! Corvika! Kirikacest!! *manisch ihre flagge schwenk* Irgendwann male ich Fanart. Oh, und die Sidecharacterships sollte man auch nicht außer Acht lassen. Corvikeks. Bester Shipname? (Kekscorv. Krebscorps) Aber wenn Kirika die Kekse so mag ... Dann müsste sie doch auch KEKSI so sehr mögen. 'TIS CANON


    Wo ich gerade so Kapitel 3 lese (denn ich schreibe diesen Kommentar während des Lesens, noch mehr Kompetenz geht gar nicht), fällt mir auf, dass du dir dringend ein paar Zeilenumbrüche in Konversationen kaufen solltest, auch, wenn dafür Poké-Diamanten draufgehen. Immer, wenn wer neues zu sprechen anfängt, Zeilenumbruch, bitte, ist formal richtiger und liest sich auch deutlich besser als son Batzen Text.
    Ich bin ja grad am Meckern, also: Beschreibungen, Beschreibungen, Beschreibungen! Insbesondere Charakterbeschreibungen, ohne die Steckbriefe wäre ich was das Aussehen der Charaktere angeht dann doch ziemlich verloren. Auch Umgebungsbeschreibungen suche ich oft und überhaupt geht deshalb alles ziemlich schnell. Hatte nach dem doch seeehr schnell abgehandelten Prolog erstmal Angst, dass alles so übertrieben gepacet sein würde, das ist zum Glück nicht der Fall, aber die Ereignisse überschlagen sich geradezu und Atempausen sucht man vergeblich. Das kann ein Stilmittel sein, hier wirkt es aber eher, als solltest du dich selbst ein wenig verlangsamen, haha. Ich kenn das Problem, trust me. Bin da anscheinend auch immer noch nicht drüber hinweg, entweder es geht zu schnell oder zu langsam ... Generell hilft es, wichtige Szenen einfach mal länger auszuführen, denke ich.
    A propos Pacing. I might ship it, but ... Kirikas Gefühle für Corvin kommen doch schon irgendwie sehr aus dem Nichts. ._. Da kannst du mit eventueller Vorgeschichte nachhelfen (haha. Vor ... Nach ...), aber erst einmal war es so ein "wtf, how even"-Moment. Kein Build-Up, nix. Okay, vielleicht ein bisschen Build-Up. Wenn man es überhaupt so nennen kann. Sie ist ja noch nicht mal allzu lange da, das wäre ein sehr verfrühtes Stockholm-Syndrom, lol. Obwohl, es könnte auch mit den Keksen zu tun haben, wenn ich grad so drüber nachdenke! Das würde Sinn ergeben.
    Ich will immer "kucken" ankreiden, aber das darf man auch so schreiben. =< "Gucken" sieht trotzdem richtiger aus. Huh.


    Finds btw sehr awesome, dass du die Kapitel nach Attacken benennst, haha. Die Pokémon daneben wirken irgendwie etwas random, aber man muss wohl mit dem arbeiten, was man hat und die Überschriften sehen alle zimlich cool aus.


    Corvin wirkt ja irgendwie schon sehr manipulativ, hm. Was mich nur in meiner Kekstheorie bestärkt ... Wär ja nicht das erste Mal, dass er (wenn auch sehr leckere) Lebensmittel benutzt, um an Leute dranzukommen. Gerade, weil Kirika doch sehr oberflächlich wirkt, was ihn angeht.


    Haha, wenn sie wüsste, wer den Drachenlord besiegt hat tho. xD Mag Kirika an sich eig ziemlich gern, merke ich gerade. Sie hat schon son bisschen was von ner Tsun. Könnte von mir sein. x) Und Keksi natürlich, die Knuffige. Sie hat imo ziemlich Potenzial, sie ist nicht wirklich ein Badass, sie will einfach nur helfen und solche Charaktere hab ich immer gern. Ich glaube, ich mag sie sogar mehr als Kirika. Nur son bisschen! Ich frag mich nur, wann du Kenneth einbringst, aber das werde ich ja hoffentlich bald erfahren.


    Und viel mehr habe ich jetzt auch gar nicht zu sagen, irgendwie habe ich vergleichsweise viel gemeckert, aber grundsätzlich sagen, dass die Story bislang AWESOME ist! o/ Außerdem mal eine Idee, die ich so noch nicht gelesen habe und dass ich auf die Benachrichtigungsliste will erwähnte ich ja schon.


    NIJA OUT! [color=#770022][b]~


  • "Na, fertig?" Kirika blickte genervt auf und nickte. Corvin hatte sich die ganze Zeit über nicht gesetzt, sondern war nur neben ihr gestanden und hatte sie beobachtet. Was wollte er eigentlich damit erreichen, sich so unerträglich aufzuführen? "Vor der Tür wartet jemand auf dich", sagte er. "Lass ihn besser nicht noch länger warten."
    Sie stand auf und ging zur Tür. Ein rotes Spielzeugpokémon wanderte ungeduldig den langen, dunklen Gang auf und ab. "Groudon? Bist du das?", fragte Kirika leise. Das Spielzeugpokémon drehte sich zu ihr um. Es begann, vor Freude rot und orange zu leuchten und seine Form zu verändern und hüpfte auf sie zu. "Ich hab dich auch vermisst, Kumpel", flüsterte sie, als sie ihren alten Partner endlich wieder im Arm hielt. Wie lange hatte sie ihn schon nicht mehr gesehen, wie oft hatte sie befürchtet, ihn nie wieder sehen zu können, wie sehr hatte sie Angst gehabt, der Finsterkaiser hätte ihm etwas angetan ... Doch nun war sie endlich wieder mit ihm vereint. "Aber das ist doch kein Grund zu heulen", sagte sie mit feuchten Augen, als sie Groudon eine Freudenträne aus dem Auge wischte.
    "Genug des rührenden Wiedersehens. Wir haben zu tun", herrschte Corvin die beiden an. Kirika sah ihn genervt an. Konnte er ihr diesen einen schönen Moment nicht einfach lassen?
    "Was hast du eigentlich so Hyperwichtiges mit mir vor?", fragte sie, während sie Groudon einen Keks fütterte.
    "Ist dir noch gar nicht aufgefallen, dass du keine Pokémon mehr hast?", fragte der Finsterkaiser. "Womit willst du in die Schlacht ziehen?"
    "Ich hab Groudon. Mehr brauch ich nicht", sagte Kirika und deutete Groudon, ihr in die Arme zu springen.
    "Wie naiv bist du eigentlich?", fragte der Finsterkaiser. "Du hast das Pokémon, das vom Drachenlord innerhalb von Sekunden besiegt wurde. Und damit willst du den herausfordern, der den Drachenlord bezwungen hat?"
    "Komm zum Punkt. Was hast du vor?", fragte sie, als sie sich schüttelte und wieder aufrichtete.
    "Ich werde dir ein paar meiner Pokémon leihen", sagte der Finsterkaiser. "Aber du musst beweisen, dass du ihrer würdig bist. Sie warten im hinteren Teil der Burg. Wenn du sie besiegen kannst, gehören sie dir."
    "Dann nichts wie los", sagte sie. "Ich weiß leider nicht, wie ich am schnellsten in den 'hinteren Teil der Burg' komme. Los, führe mich!" Er ging ohne ein weiteres Wort voraus. Kirika und Groudon folgten ihm händchenhaltend.
    Corvin führte die beiden durch unendlich scheinende, abgesehen von dem Licht, das Groudon ausstrahlte und das sich an den schwarzen, feuchten Mauersteinen spiegelte, stockfinstere Gänge. Kirika hatte schon fast vergessen, wie riesig diese Burg war, in der sie gefangen gehalten wurde. Wie durch ein schwarzes Labyrinth bestehend aus unzähligen Abzweigungen, Gängen, die so eng waren, dass Kirika und Groudon nicht mehr nebeneinander hindurchpassten, Hallen, die so groß waren, dass man dank der spärlichen Beleuchtung das andere Ende nicht sehen konnte, und Treppen, die teils schief und krumm waren und mehrere Stockwerke miteinander verbanden, folgten sie dem Finsterkaiser, stets bedacht, ihn nicht aus den Augen zu verlieren. Immer unebener wurden die Wände und der Boden, Kirika musste aufpassen, dass sie nicht stolperte. Plötzliche Stufen, unerwartete Kurven und auf dem Boden herumliegende Mauersteine sowie die nach innen geneigten Wände erschwerten das Vorankommen und sorgten für ein Gefühl, als wollten die Wände jeden ungebetenen Gast erdrücken, auf ihn hinabstürzen und ihn unter sich begraben.
    Was wäre wohl aus ihr geworden, hätte sie versucht zu fliehen? Vermutlich hätte sie sich verlaufen und wäre dann in diesen undurchschaubaren Wegen verloren gewesen. Dass sie einen Weg hinaus gefunden hätte, das war wohl eher auszuschließen. Und wo war Groudon wohl festgehalten worden? Was hatte er wohl all die Zeit über gemacht? Hatte er auch so eine helle, große Zelle wie Kirika? Oder saß er eingeengt auf kleinstem Raum, in Finsternis, ohne eine Möglichkeit, sich überhaupt umzudrehen? Sie sah ihn an. Er zeigte keine Auffälligkeiten, die darauf schließen lassen könnten, dass er etwas Schlimmes oder Verstörendes gesehen hätte. Im Gegenteil, er sah sogar noch fröhlicher aus als gewohnt. Seine roten Augen funkelten und er grinste die ganze Zeit, wenn er neben Kirika her laufen durfte.
    "Da sind wir", sagte Corvin und öffnete eine alt aussehende Holztür. Dahinter befand sich eine riesige Halle. Boden wie Wände bestanden aus großen, grauen Steinplatten, unter der Decke waren in kurzen Abständen Fenster, durch die die ganze Halle beleuchtet wurde. In der Mitte saß ein überdimensioniertes Kryppuk, das von einigen Bronzel und Bronzong umgeben war.
    "Das ist alles? Ein Kryppuk?", fragte Kirika ungläubig.
    "Natürlich nicht", sagte Corvin. "Das ist nur der Anfang. Weiter hinten wartet ein noch stärkeres Pokémon auf dich."
    Aus einem Turm, der direkt vor Kirika stand, sprangen zwei Caesurio sowie eine ganze Horde Gladiantri. "Alles klar, Groudon? Los geht's!", sagte sie zu ihrem Partner. "Abgrundsklinge! Mach sie alle!" Groudon nickte und stürmte auf die Gladiantri zu. Steinerne Dornen bohrten sich aus dem Boden in die Gladiantri und streckten sie nieder.
    "Zzzzzzzt!", machte eines der Caesurio.
    "Zzzzzzt!", machte das andere Caesurio.
    "Mach mal kurz 'ne Pause, Groudon", sagte Kirika und ging auf die beiden Pokémon zu. "Glaubt ihr ernsthaft, ich lasse mich leichter besiegen, wenn ihr schlecht über ein Mii redet, das ich gar nicht kenne?"
    Die beiden Caesurio sahen sie irritiert, gar schockiert an. "Zzzzt?", machte das eine.
    "Und wie ich euch verstehe", sagte Kirika. "Ich bin unter euresgleichen aufgewachsen. Ich kann eure Sprache so gut wie meine eigene." Sie wandte sich an das Kontinent-Pokémon hinter ihr. "Mach diese beiden Quatschtüten alle, bevor sie noch mehr Mist von sich geben." Groudon tat, wie ihm befohlen und rammte seine steinernen Klingen durch die Stahlpokémon, sodass sie winselnd zu Boden gingen. "Guter Junge", sagte Kirika und gab ihrem Pokémon einen Keks.
    Sie sammelte die besiegten Pokémon auf und näherte sich weiter dem Kryppuk, das in etwas Entfernung von ihr geduldig auf sie wartete, um sich ein Bild vom Schlachtfeld machen zu können. Um das riesige Pokémon herum tänzelten Bronzel und Bronzong.
    "Alles klar, Schlachtplan lautet wie folgt", sagte sie und ließ sieben Gladiantri und die beiden Caesurio frei. "Gladiantri, ihr macht euch mit Finte, Nachthieb oder Tiefschlag an die Bronzel und Bronzong. Jeder einen Gegner, mit denen werdet ihr fertig." Die Gladiantri nickten. "Caesurio, Nachthieb oder Eisenschädel gegen Kryppuk." Die Caesurio nickten. "Groudon, Abgrundsklinge. Hauptsächlich gegen Kryppuk, aber wenn du merkst, dass eins der Gladiantri Schwierigkeiten bekommt, greifst du auch da ein. Ich verlass mich auf euch, ihr packt das!" Die Pokémon nickten und stürmten los.
    Drei Gladiantri stürmten auf ein Bronzel zu, um ihm gleichzeitig zwei Finten und einen Nachthieb um die nicht vorhandenen Ohren zu hauen. Die Klingen an der Brust von zwei der Gladiantri verfingen sich ineinander, sodass sie sich nicht mehr richtig bewegen konnten. Sie gaben Laute der Verständigung von sich und hüpften dann, immer noch aneinander gefesselt, zum nächsten Bronzel. Es sah aus, als würden sie einen Walzer tanzen, nur ungeschickt ... sehr ungeschickt. Das eine Gladiantri holte mit seiner Rechten zu einem Nachthieb aus, während das andere mit seiner Linken eine Finte auszuführen versuchte. Letzteres machte dazu einen plötzlichen Schritt nach hinten, was ersteres Gladiantri aus dem Gleichgewicht brachte, sodass sein Nachthieb das Bronzel um Weiten verfehlte. Es stolperte und landete auf seinem Artgenossen liegend am Boden. Das Bronzel nutzte seine Chance, um Hypnose einzusetzen und die beiden ins Reich der Träume zu schicken.
    Zwei andere Gladiantri rannten aus verschiedenen Richtungen zu einem Bronzong. Das eine setzte seinen Tiefschlag ein, der das Bronzong so ins Taumeln brachte, dass es auf das andere Gladiantri, das gerade zu einem Nachthieb ansetzte, umfiel und dieses sich nicht mehr bewegen konnte. Das erste Gladiantri versuchte, das Bronzong mit weiteren Tiefschlägen wieder von seinem Artgenossen hinunterzuboxen, doch dieses wurde kampfunfähig und blieb genau dort liegen, wo es hingefallen war.
    Die beiden verbleibenden Gladiantri hüpften auf zwei verschiedene Bronzel zu. Mit fast synchronen Tiefschlägen ließen sie die beiden Münzen gegeneinanderknallen, sodass sie kampfunfähig zu Boden gingen. Sie hüpften weiter über das Kampffeld zu einem Bronzong, das sie mit ebenfalls synchronen Tiefschlägen trafen und direkt besiegten. Dann beeilten sie sich, den anderen Gladiantri, die offenbar Schwierigkeiten hatten, ihre Feinde abzunehmen.
    Kirika beobachtete das Geschehen. Ihr fehlten die Worte, sie wusste nicht, welche Befehle sie den Gladiantri noch geben sollte. Was war das, was die da abzogen? In einem Fermiculahaufen herrschte mehr Ordnung als unter diesen sonst doch so organisiert auftretenden Pokémon. Sie legte sich eine Hand an die Stirn und schüttelte den Kopf. Das war doch nicht mitanzusehen. Corvin stand ein paar Schritte hinter ihr. Sie hörte, wie er andauernd vergeblich versuchte, sich das Lachen zu verkneifen. Das hatte er doch bestimmt mit Absicht gemacht!
    Die beiden Caesurio nahmen sich zusammen mit Groudon das große Kryppuk vor. Ihre Attacken waren stark und sie selbst hatten einen ziemlich hohen Rang, aber Kryppuk war mächtig und trotzte den Angreifern. Seine Unheilböen ergriffen die beiden Caesurio und verletzten sie stark, auch wenn sie nicht besonders effektiv waren. Nach den dritten Unheilböen waren beide Caesurio so erschöpft, dass sie sich aus dem Kampf zurückziehen wollten, doch Kryppuk feuerte gleich seine Finsteraura hinterher, sodass die beiden zu Boden gingen und auch Groudon schwer verletzt wurde.
    Eigentlich fehlte nicht mehr viel, um das sphärenartige Pokémon zu besiegen, doch Groudon allein hatte kaum eine Chance, es noch rechtzeitig zu besiegen, bevor es sich unantastbar machte, und danach würde es wieder Unheilböen einsetzen, dann wäre es gefährlich, es anzugreifen. Groudon gab alles, was er hatte, doch die Zeit rannte ihm davon. Gerade, als er dachte, es sei zu spät, hüpften zwei Gladiantri auf das Kryppuk zu und stießen es mit zwei perfekt synchronen Tiefschlägen zu Boden. Kryppuk schrumpfte auf normale Spielzeugpokémongröße und blieb liegen.
    Wortlos sammelte Kirika alle besiegten Pokémon auf. Dann wandte sie sich an die Gladiantri. Sie hob ihre Hand und holte Luft etwas zu sagen, doch sie ließ ihre Hand wieder sinken und schüttelte nur den Kopf. "Nehmt euch mal ein Beispiel an den beiden", sagte sie nur und deutete auf die beiden Gladiantri, die die perfekt abgestimmten Tiefschläge eingesetzt hatten. "Wenn ihr so kämpft wie gerade eben, dann stirbt unser Gegner höchstens vor Lachen."
    "Bereit für das stärkste Pokémon, das ich dir leihen werde?", fragte Corvin, als er neben Kirika trat und ihren Vortrag unterbrach.
    "Natürlich", sagte sie. "Ich kann's kaum erwarten."



    Fröhlich verließ Keksi zusammen mit ihren neuen Pokémon die Ballonstation. "Jetzt zeige ich euch, wo ihr übernachten dürft", sagte sie und schlich sich am Schloss vorbei in den Garten. Der Duft von frischem Plastikgras und von blühenden Stoffblumen strömte ihnen entgegen. Die Prinzessin verband diesen Duft schon immer mit ihrer Heimat. "Rotom und die anderen kennen sich hier aus. Sie werden euch zeigen, wo ihr schlafen und etwas zu Essen finden könnt." Sie lächelte. "Ich bin mir sicher, ihr werdet euch hier sehr schnell wohlfühlen."
    Rotom stupste seine Trainerin an. "Ja, was ist denn?" Der Rasenmäher deutete auf ein Stück Gras unter dem Fenster des Schlafzimmers der Prinzessin, wo sich nichts weiter Auffälliges befand. "Was ist damit, Rotom?", fragte sie und sah ihr Pokémon an. Sie ging einen Schritt zurück und riss die Augen auf. "Ach, verdammt!" Ihr wurde langsam klar, was Rotom ihr zeigen wollte. "M-meinst du, Vater hat das --? Aber das würde ja heißen, er --"
    "Keksi!" Die Prinzessin musste sich gar nicht erst umdrehen, um zu wissen, dass es ihr Vater war, der hinter ihr stand. "Töchterlein, jetzt hast du Ärger am Hals!"
    "Aber Vater, ich wollte doch nur --" Sie drehte sich zu ihm um.
    "Ruhe! Wir wollen keine Ausreden hören! Du hast Hausarrest! Und da du es in deinem Zimmer anscheinend nicht mehr schön genug findest, haben Wir einen ganz besonderen Ort für dich vorbereitet!" Er kam auf Keksi zu und packte sie am Handgelenk. Was hatte er vor? Wohin wollte er sie bringen? Sie kannte jeden Raum des Schlosses, keiner wäre für Hausarrest wirklich geeignet. Es sei denn, er wollte ... Aber nein, das war unmöglich. So etwas würde er seiner Tochter nicht antun.
    Sie folgte ihm ohne Widerrede, sie wusste, dass es nichts bringen würde. Der König zerrte sie an den Wachen, die ihnen verwirrt hinterherschauten, vorbei, den langen, hell erleuchteten Gang entlang bis zu den Treppen. Ihrer Gewohnheit folgend wollte Keksi die rechte Treppe, die unter anderem zu ihrem Zimmer führte, nehmen, doch der König zog nach links. Dieser Weg führte eigentlich nur an einen Ort, aber das konnte ihr Vater doch nicht wirklich tun, oder?
    "Vater, wohin bringt Ihr mich?", fragte Keksi leise. Nicht, dass sie nicht wusste, wohin diese lange, düstere Treppe führte. Aber sie traute es ihrem Vater einfach nicht zu. Sie wollte es nicht wahrhaben.
    "Das wirst du gleich sehen", antwortete ihr Vater kalt. Keksi zitterte. Der König führte sie gerade in den Teil des Schlosses, vor dem sie sich schon immer gefürchtet hatte. Hier war von der schönen Einrichtung, von den wertvollen Möbeln und kostbaren Tapeten nichts mehr zu sehen. Dies war wie ein Loch, geschlagen in den Stein, auf dem das Schloss erbaut war. Die Wände bestanden einzig aus dem kalten, nackten Mauerstein. Obwohl es eigentlich unmöglich war, hatte man hier andauernd das Gefühl, dass ein leichter, kalter Wind durch das Gewölbe pfiff.
    Der König schleppte seine Tochter zu einer kleinen Zelle und stieß sie hinein. "Hier kannst du darüber nachdenken, was du getan hast." Er verriegelte die Gittertür und verschwand wieder.
    Keksi sah sich um. Hinter ihr nur Mauerstein, links von ihr nur Mauerstein, rechts von ihr Gitterstäbe ... und irgendein Gefangener? In einem zerrissenen, violetten Anzug saß dort tatsächlich ein Mii. Ob sie diesen Gefangenen wohl kannte? Sie konnte ihn nicht richtig erkennen. Er trug einen Hut, der sein Gesicht verdeckte. Sie trat an die Stäbe heran. "Hallo?", fragte sie vorsichtig. Zwei nussbraune Augen blitzten ihr entgegen, als der Fremde aufblickte.
    "Oh, es ist die Prinzessin", sagte ihr Mitgefangener, stand auf und kam näher zu ihr. Keksi spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht schoss. Es war Kenneth, der Meisterdieb, dieser süße Meisterdieb, Schwarm aller Mädchen ... Es war solch eine Schande, dass der Gute hier festsaß. Als er noch seine Kreise zog, konnte man ihn wenigstens fast wöchentlich in der Zeitung bestaunen, aber jetzt ... Sie hatte ihn schon immer mehr bewundert als gefürchtet, aber ihr Vater und Kirika waren geradezu darauf versessen gewesen, ihn zu fassen und wegzusperren.
    "Womit habe ich mir diese Ehre verdient?", fragte der Meisterdieb. Er nahm seinen Zylinder ab, um den Staub von ihm zu fegen. Sein braunes Haar war so ordentlich wie immer zur Seite gekämmt und zu einem Zopf zusammengebunden. Selbst, wenn er weggesperrt war, sah er noch gut aus.
    "Äh, i-ich, äh", stotterte Keksi und wurde noch röter. "Ich habe Hausarrest." Sie kam sich leicht lächerlich vor, gar wie ein kleines Kind.
    "Du hast Hausarrest? Hier im Kerker?", lachte der Meisterdieb.
    "Ja, ich, äh, ich hatte vorher schon Hausarrest, aber ich hab mich davongeschlichen", stotterte Keksi. Sie hatte das Gefühl, so langsam die Farbe eines Grillmak erreicht zu haben. "Ich, äh, wollte ein paar Pokémon fangen."
    Kenneth sah sie irritiert an. "Und was ist daran jetzt so schlimm?"
    "Tja, das versteht wohl keiner so recht." Keksi sah zu Boden. "Mein Vater meint, das ist zu gefährlich für mich. Aber wenn ich mich dem Finsterkaiser nicht in den Weg stelle, dann tut das keiner ..."
    "Warte, der Finsterkaiser?" Der Meisterdieb war nun komplett verwirrt.
    "Ja, der Finsterkaiser", erklärte Keksi. "Ich habe einen Angriff von ihm verhindert, aber ich bin mir sicher, er wird bald wieder angreifen, und dann will ich meine Heimat verteidigen. Dafür habe ich Pokémon gebraucht."
    "Dieser Corvin", murmelte der Meisterdieb. Er umklammerte die Gitterstäbe und blickte Keksi tief in die Augen. In den seinen loderte die pure Wut. "Ich habe noch eine Rechnung mit ihm offen. Falls du etwas Hilfe gegen ihn gebrauchen kannst -- auf mich kannst du zählen!"
    Keksi wich einen halben Schritt zurück und nickte. Ihr wurde noch wärmer. Sie dürfte zusammen mit Kenneth kämpfen ... Nach all den Drachenlords, Entführungen und Hausarresten war das doch bestimmt die erfreulichste Nachricht des Tages. Doch wie sollte sie das anstellen? Sie wusste noch nicht einmal, wie sie selbst von diesem Ort fliehen sollte. Wie sollte sie da sich selbst und einen Meisterdieb von diesem Ort retten?
    "Keine Angst, es wird alles gut", sagte der Meisterdieb ganz ruhig. "Wir haben doch bestimmt auch Kirika auf unserer Seite, oder?"
    "Nein, eben nicht", sagte Keksi. In ihren Augen sammelten sich Tränen an. "Der Finsterkaiser hat sie entführt." Sie schluchzte. "Am Ende müssen wir noch gegen sie kämpfen ..."
    "Shh, ganz ruhig, Prinzessin. Nicht weinen", sagte der Meisterdieb. "Wir stehen das durch. Danach wird alles wieder gut."
    Die Prinzessin nickte, auch, wenn sie seine Zuversicht nicht teilen konnte. Zu sehr hatte sie Angst vor dem, was auf sie zukommen würde. Aber dass sie mit Kenneth nun einen nicht zu unterschätzenden Verbündeten hatte, das stimmte sie immerhin etwas optimistischer.
    Die beiden hörten lautes Getrampel im Gang und sahen in die Richtung, aus der es kam. Es war Prinz Blackfox, der einen Schlüssel in der Hand hielt. Vor Keksis Zelle blieb er stehen.
    "Yo, Keksi, ich hab Vater überredet!", verkündete er laut, bis er die Tränen im Gesicht seiner Schwester sah. "Ey, du hast geweint?" Er sah den Meisterdieb, der auf der anderen Seite der Gitterwand neben ihr stand. "Ey, wenn du meiner Schwester was angetan hast, dann kriegst du voll krass auf die Fresse, ist dir klar, Mann!" Kenneth sah ihn irritiert an. Er verstand kaum ein Wort von dem, was der Prinz redete. Außerdem hatte er eine seltsame Frisur, mit der er definitiv nicht ernstzunehmen war. Ob das irgendein neuer Trend war?
    "Blackfox, beruhige dich", sagte Keksi. "Er hat mir nichts getan. Er ist doch total nett." Sie wurde wieder rot.
    "Der und nett?", fragte der Prinz. "Ey, du weißt schon, dass der hier gefangen sitzt? Und das bestimmt nicht ohne voll krassen Grund, ne?" Er sah den Meisterdieb weiterhin misstrauisch an, als er die Tür zu Keksis Zelle aufschloss.
    "Der Bengel sollte mal lernen, sich zu artikulieren", murmelte Kenneth. Keksi kicherte. Sie stand auf und folgte ihrem Bruder. Bevor sie den Kerker verließen, winkte sie dem Meisterdieb noch einmal.
    "Also yo, ich hab Vater überredet, dass er dein Hausarrest aufhebt", erklärte Blackfox. "Aber du musst halt in der Nähe vom Schloss bleiben. Der macht sich sonst voll krass die Sorgen um dich."
    "Ist schon gut. Danke, Bruderherz", sagte Keksi und lächelte ihn an. So musste sie sich wenigstens keine Sorgen mehr darüber machen, wie sie entkommen könnte, sollte sie dem Finsterkaiser tatsächlich gegenüberstehen. Und vielleicht könnte sie ja sogar mit ihrem Vater darüber reden. Sie stünde auch nicht mehr alleine auf dem Schlachtfeld, was sich vielleicht als ein Argument für sie eignen könnte. Darauf hoffen konnte sie immerhin.



    Kirikas Augen begannen zu glänzen, als sie zusammen mit Corvin in eine Art Innenhof der Burg trat. Inmitten des dunkel gepflasterten Platzes, der nur vom Licht des fast vollen Mondes und der Sterne beschienen wurde und von exotisch aussehenden Bäumen umgeben war, saß ein riesiges Pokémon. Ein Vogel mit dunkelroten Schwingen, an deren Enden spitze, schwarze Klauen saßen und auf denen schwarze Adern verliefen, mit einer silbergrauen Halskrause, die zottelig abstand, mit einem schwarz-roten Kopf, aus dem sichelförmige Hörner wuchsen und leuchtenden, cyanblauen Augen, die sie kampfgierig anfunkelten.
    "Ein Yveltal?", fragte Kirika. "Du leihst mir ein Yveltal?" Sie liebte diese Pokémon, doch sie selbst hatte viel zu wenige Exemplare dieser Art tatsächlich jemals gesehen.
    "Sei gut zu ihr", sagte Corvin. "Sie ist nicht mehr die Jüngste."
    Kirika nickte. Sie ging ein paar Schritte näher, um die Pokémon, die sich um Yveltal herum befanden, erkennen zu können. Es waren mehrere Despotar und Golgantes, die bisher noch ganz ruhig dastanden und auf ihren Einsatz warteten. Kirika ließ zwei Gladiantri, die beiden Caesurio, das Kryppuk und drei Bronzong frei.
    "Schlachtplan für heute", begann sie, "Gladiantri, ihr zeigt mir wieder eure nette kleine Tanzeinlage. Tiefschlag gegen Golgantes. Kryppuk, du nimmst dir mit Unheilböen ebenfalls die Golgantes vor. Aber kommt euch nicht in die Quere!" Die Pokémon nickten und sprachen sich untereinander ab. "Caesurio, Eisenschädel gegen die Despotar. Bronzong, Lichtkanone gegen Yveltal. Sorgt dafür, dass es sich nicht mehr richtig verteidigen kann! Und Groudon, du streckst es mit Steinkante nieder." Die Pokémon sprachen sich noch einmal ab, dann deuteten sie Kirika, dass sie bereit waren. "Alles klar. Dann ab in den Kampf!"
    Die beiden Gladiantri stürmten los. Zwei perfekt aufeinander abgestimmte Tiefschläge streckten das erste Golgantes problemlos nieder. Sie nickten einander zu und nahmen sich direkt den nächsten Gegner vor.
    Kryppuk schwebte gemütlich aufs Kampffeld, auf das Golgantes, das von den beiden Gladiantri am weitesten entfernt war, zu. Es tänzelte einmal um seinen Gegner herum und landete von hinten einen Volltreffer mit seinen Unheilböen. Es griff ein weiteres Mal an, noch bevor der Gegner sich wieder fangen konnte, und streckte ihn so nieder. Zufrieden lächelnd schwebte es dem nächsten Golgantes entgegen.
    Die beiden Caesurio rannten auf je ein Despotar zu und bearbeiteten diese so lange mit ihren eisernen Schädeln, bis sie in die Knie gingen. Dann nahmen sie sich direkt die nächsten Despotar vor.
    Die drei Bronzong umzingelten das Yveltal und schossen ihm aus allen Richtungen Lichtkanonen entgegen. Es konterte schnell mit seinen Unheilsschwingen und absorbierte einige KP der angreifendenden Pokémon, die sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen ließen und den großen Vogel weiterhin beschossen. Dieser war von den hell leuchtenden Plasmakugeln bald so geblendet, dass er sich nicht mehr richtig konzentrieren konnte und unaufmerksam und verwundbar wurde. Groudon stampfte Steine aus dem Boden, die den riesigen Unlichtvogel von unten durchbohrten. Er schrie auf und feuerte seine Finsteraura ab, die alle drei Bronzong mit einem Schlag besiegte und auch Groudon schwer zusetzte, der sich aber nicht davon abbringen ließ, weiterhin seine Steine durch das Yveltal zu bohren.
    Dieses fing an, Kraft zu speichern und machte sich unantastbar. Mit einem Mal entlud es alles, was Groudon wegschleuderte und ins Taumeln brachte. Yveltal feuerte erneut seine Unheilsschwingen ab. Groudon taumelte, er konnte nicht ausweichen, also traf ihn die Attacke mit voller Wucht. Er fing sich wieder, doch ihm war klar, dass er keinen einzigen Treffer mehr riskieren durfte. Er versuchte stets, sich hinter dem Rücken des Gegners aufzuhalten, um so seinen Angriffen ausweichen und seine eigenen abfeuern zu können. Doch er wusste auch: Wenn die Finsteraura kam, bevor er den Gegner besiegen konnte, dann hatte er versagt. Yveltal lud seine Unlichtattacke auf. Groudon merkte es, doch er gab nicht auf. Er stieß Steinkante um Steinkante in das Plastikfleisch des Gegners. Yveltal brüllte laut, als es seine Finsteraura entlud. Groudon schrie, als er seine letzte Steinkante abfeuerte. Fast gleichzeitig fielen die beiden Kontrahenten zu Boden.
    Kirika lächelte zufrieden, als sie alle besiegten Pokémon vom Schlachtfeld aufsammelte. "Darauf können wir doch aufbauen, so will ich euch auch morgen kämpfen sehen", sagte sie und verstaute all ihre neuen Pokémon so, dass sie jederzeit kampfbereit waren. Groudon gab sie einen Trank, sodass er sich wieder erholen konnte.
    "Nette Vorstellung, das muss man dir lassen", sagte Corvin und grinste sie an. Stolz grinste sie zurück. "Ich muss dir noch etwas über dein Groudon sagen." Groudon? Was war mit ihm? Er sah doch ganz normal aus und gut gekämpft hatte er auch. Er wollte ihr doch nicht etwa sagen, dass sie ihn morgen nicht einzusetzen hatte? Da würde sie aber meutern. Ihr treustes Pokémon hatte mit ihr in jede Schlacht zu ziehen, egal, was passierte.
    "Ich habe es ein bisschen modifiziert", fuhr Corvin fort. "Es ist nun wieder in der Lage, sich auf seine ursprüngliche Größe aufzubauen. So wird es dir morgen bestimmt nützlich sein."
    Kirika sah Groudon an. War das der Grund, warum er die ganze Zeit über so fröhlich war und gegrinst hatte? Seine neuen Kräfte? Sie lächelte. Es war wirklich schön zu wissen, dass es ihrem Partner so gut ging. "Danke", sagte sie.
    "Nichts zu danken. Im Endeffekt helfe ich doch nur mir selbst", lachte er. Kirika ließ das so stehen. Woher sollte er auch wissen, was sie tatsächlich gemeint hatte?
    Er legte ihr seine Hand auf die Schulter und lächelte sie an. Ihr Herz begann, schneller zu schlagen, ihr wurde mit einem Mal warm, so wundervoll warm. Sie fühlte sich in diesem Moment so sicher, sie hatte das Gefühl, mit ihm gemeinsam die Welt einnehmen zu können. Sie fühlte sich so glücklich wie noch nie in ihrem gesamten Leben, als sie ihm einfach nur wortlos gegenüberstand und ihn ansah. Seine langen, schwarzen Haare glänzten im Mondlicht silbrig und in seinen mamutelbraunen Augen lag eine Wärme, wie sie sie bei ihm noch nie erfahren hatte.
    Am liebsten hätte sie ihn in diesem Moment noch näher gespürt, umarmt, geküsst, doch irgendetwas hielt sie zurück. Es war wie eine unsichtbare Kraft, eine unsinnige Angst, die sie davon abhielt. Nicht, als hätte sie etwas verlieren können, hätte sie es getan. Vielmehr hätte sie dadurch doch nur etwas gewonnen. Dennoch stand sie ihm nur gegenüber und fühlte sich ihm doch so nahe wie noch nie.
    "Wir brauchen noch einen Schlachtplan für morgen", sagte er schließlich.
    Kirika brauchte einen Moment, um die Bedeutung seiner Worte zu verarbeiten. "Ich wüsste sogar schon etwas", sagte sie fast flüsternd, immer noch vom Moment eingenommen.
    "Ach ja? Dann lass mal schön hören."





    So langsam wird's hier lustig. Team Gladiantri vs. Bronze Army war bisher eine meiner liebsten Stellen zu schreiben, ich hoffe, ihr hattet genauso viel Spaß damit wie ich.


    Spielzeugschatten wird Ihnen präsentiert von Kiris Keksfabrik. Denn Kiris Kekse wirken Wunder.
    @Kiris Marionette kann's bezeugen.


    Ich wurde von einem plötzlichen Kreativitätsschub überkommen. D:


  • Hi Sis,
    Dieses mal auf eine Ungewohnte Art und Weise.


    [tabmenu]
    [tab=Vorwort]

    Da ich noch nichts zu Kapitel 3 geschrieben habe und das Kapitel 4 Heute rauskam , werde ich es dieses Mal in einem Tabmenu zusammen packen. So wird zumindest nichts zusammen geschmissen.


    Nochmal kurz was hierzu:

    Zitat von du

    Ich sah den Unterschied und ich find’s irgendwie niedlich, danke. xD

    Bei einem Schwarzen Foren Hintergrund sieht man nicht gerade den Unterschied.

    [tab=K3]

    Kapitel 3 - Liebreiz

    Abschnitt1 = Wenn sie wüsste, dass es eigentlich weiterhin ihr Feind sein wird und sie nur Ausnutzt, würde Kirika vermutlich nicht so Denken und ich hoffe das es ihr in K5 oder so noch auffallen wird. Vielleicht hat sie einen netten Gesprächspartner als Pokémon gefunden, nur ist es halt nicht Ihr eigenes. Das Mit dem Fußball mache ich ab und zu auch gerne, nur, dass ich den gegen die Wand schieße und nicht gegen meinen Kopf. Ist wirklich eine schöne Ablenkung und macht den Kopf halbwegs wieder frei und hilft gegen Wut. Dass er nicht in seinem Roten Gewand auftaucht, hätte sie von vornerein stutzig machen sollen, kommt wenn man so verliebt ist.
    Was ist das denn für ein Blödsinn jemanden zu loben, nur weil man etwas gegessen hat, da kann ja nur was faul dran sein und wenn man mir was ankündigt und es dann doch nicht bringt wäre ich entweder ausgetickt oder ich hätte sehr gebettelt und meinen guten alten Hundeblick aufgesetzt (der zumindest bei meinem Freund immer klappt).
    Was für Worte doch aus dem Munde vom Kaiser kommen, nur hätte ich sie vermutlich nicht geglaubt und erst recht nicht angenommen, auch wenn Kirika ja sowieso glaubt das es schon aufgegeben ist. Aber ich kann mir immer noch vorstellen, dass Kirika etwas Verhext wurde, nein sie wurde es nur leicht und das nur durch seine doofe Art und Weise.
    Er will es das sie es auch möchte und versucht die Loyalität zu ihrem alten Zu Hause zu vernichten, denn sie denkt noch daran und er versucht es durch seine Gemeine Art und Weise nämlich durch Liebe zu vernichten. So möchte ich auch nicht unbedingt geliebt werden, denn sowas ist eigentlich reines Ausnutzen der Gefühle.


    Zitat

    Dieser kalte Blick, dieses kalte Lächeln ... Dieser Blick von absoluter Kontrolle

    Und dann Dreht bei ihr eigentlich alles total durch am meisten schön ist auch das sie keine so wirkliche Ahnung hat, ob sie nun Gefühle für ihn hat, am meisten sie möchte es ja eigentlich nicht Und dann dieser Kuss von ihm aus, auch wenn es zwischen den Funkt, aus ihrer Sicht, ist es doch keine wirkliche Liebe, denn dafür müsste der Finsterkaiser schon anders Denken und nicht so mit ihr spielen. Ich mag den Finsterkaiser nicht.

    Zitat

    In den Armen des Miis, der all die Zeit ihr Feind gewesen war, der schon mehrmals versucht hatte, sie umzubringen und der sie überhaupt erst hierhin entführt hatte?

    Wenn er das versucht hatte, dann würde ich doch erst recht stutzig werden. Und dann haut er einfach ab, so ein mitsstück von Kaiser. Ein richtiger Freund würde nicht so Lieblos wieder abhauen.
    Abschnitt 2 = Achja die lieben Flucht versuche. Schön das es Keksi dennoch geschafft hat und das mit dem altbekannten Trick mit dem Bettbezug seil, auch wenn sie hinterher doch den Weg runterfolg. Mich wundert dass sie kein Essen benötigt, sondern nur ihre Pkmn und dieses Elektroteil. Wenn dieser Ballonfahrer wüsste, dass Keksi gelogen hat, hätte er sie nie im Leben fliegen gelassen.
    Und Kampf Aktion, endlich mal etwas längere Kampfzenen, auch wenn sie ziemlich klar gesiegt hatte, jeweils, da fehlt die jeweilige Spannung, auch wenn sie im eigentlichen Spiel auch so schnell besiegt werden.

    Zitat

    Es würde schon nicht so schlimm werden ...

    Und alles weitere in K4.
    Abschnitt 3 = So wie sich Kirika fühlt, so fühlte ich mich auch am Anfang und wusste ca. 1,5 Jahre lang nicht, ob ich nun verliebt war oder nicht. Naja im Endeffekt sind wir zwar zusammen gekommen, aber egal. Ich brauchte zumindest keinen wie Kirika um darüber zu reden, das war mir dann doch wieder zu peinlich gewesen.
    Oh man wie kann man nur vorher beim Kramurx vor sich her überlegen und dann ohne zu überlegen dem Kaiser direkt antworten und zustimmen. Ich weiß zwar nicht was ich in der Situation machen würde, aber ich hätte nicht direkt geantwortet.
    Wenn sie wüsste, das Keksi den Drachenlord schon lange „besiegt“ und zurücknach Hause gebracht hat, dann hätte sie ganz sicher nicht so schnell zugesagt. Das war ganz schön raffiniert, das er erst gefragt und dann das mit dem Drachenlord angesprochen hat. So kann man ja nur hereinfallen.
    Wenn die schon vom Lohn reden, wie viele Diamanten bekommt sie denn so vom Kaiser oder bekommt sie einfach nur einen Teil vom Spielzeugland und keine Diamanten. Ok das sie mehr bekommen würde, wäre vielleicht vorauszuahnen, aber so, naja man sollte schon sehr stark nachdenken, am meisten jetzt wo noch Nero nicht besiegt ist und da noch alles in gewohnter Weise voran geht. Auch wenn Keksi ihre Pläne versucht umzusetzen, aber dazu in K4 mehr.
    Wie der Finsterkaiser einfach mal nicht Kirika zuhören möchte und dabei hat sie total recht, denn sie hat nichts von dem ganzen, was er hatte. Wie der einfach mal viel zu unzufrieden mit sich und der Welt ist. Wie kann man dann nur von Nett auf Aggressiv werden.

    [tab=K4]

    Kapitel 4 - Trumpfkarte

    Abschnitt 1 = Jetzt macht der Anfang auch wieder Sinn, muss man dafür eigentlich noch mal das vorherige Kapitel gelesen haben, ich war im ersten Moment echt leicht verwirrt gewesen.
    Ich weiß schon, weshalb ich dem Kaiser nie und nimmer getraut hätte, so fies wie er sich wieder aufführt und in sowas ist sie verliebt…. Da kann man nur den Kopf schütteln.
    Schön ist allerdings, dass sie ihr Pokémon wieder hat und soweit aufatmen kann, denn sowas würde mich vermutlich auch kirre machen. Schlimm finde ich auch, dass er Sachen sagt, die sie gar nicht interessiert, aber die gerade uns Lesern interessieren, denn irgendwo muss er ja doch wieder seine „Liebe Art“ raushängen lassen. Eigentlich hat er ja auch recht, dass sie mit ihrem einzigen Pokémon nicht weit kommt, im Spiel hat man ja auch mehrere in der Hinterhand, so dass man wechseln kann. Mal sehen was aus Leihen am Ende wird, ob er sie dann wieder zurück haben möchte, oder sie sie behalten darf. Aufjedenfall finde ich es auch schön, wie der Kaiser einfach mal Kirika gehorcht und den Weg ohne weiteren Kommentar zeigt, da hätte ich doch jetzt eher mit Protest usw. gerechnet.
    Man ist die Burg eigentlich nicht Menschen freundlich, wenn man sich da eigentlich Permanent nur weh tut, so uneben und Dunkel es da ist, ohne Licht wäre ich da nie im Leben durchgegangen. Hatten die eigentlich Licht im Spielfigurenland, oder nur das er Pokémon??
    Wenn Groudon in einem Raum festgessen hätte, würde er vermutlich nicht so mega gut drauf sein.
    Was ich auch gut finde ist, dass Kirika die ganzen Pokémon verstehen kann und denen somit schon mal etwas Angst einjagen kann, naja den Rest hat ihr Groudon halt gemacht. Sonst fand ich den Kampf doch sehr interessant, auch wenn ich den am Anfang nicht sonderlich gut fand und das vermutlich, weil ich mir den nur eben schnell durchgelesen hatte. Es ist zwar nicht sonderlich spannend, weil man irgendwie schon wusste das Kirika die Kämpfe gewinnt. Am besten fand ich es, wie zwei der Pokémon Teams ohne Sinn und Verstand auf den Gegner losgegangen waren und sich total verheddert hatten.
    Abschnitt 3=Und dieses Mal klappte der Schlachtplan auch soweit, auch wenn sie es am Ende doch noch verloren hätten, wenn nicht beide sich gegenseitig besiegt hätten. Somit gehören Kirika nun alle Pokémon, bin schon gespannt, ob sie am Ende alle Pokémon behalten darf oder sie die geliehenen Pokémon wieder zurück geben muss. Grodon wusste allerdings vermutlich auch ganz genau, was zu tun ist, denn er wusste ja auch das das Yveltal wieder die Finsteraura abschießen wird und es hat trotzdem noch bis zum bitteren Ende drauf los gekämpft, bis sie halt bei besiegt umgekippt waren.

    Zitat

    Im Endeffekt helfe ich doch nur mir selbst

    Das sollte Kirika mal etwas zum denken geben.

    Zitat

    Woher sollte er auch wissen, was sie tatsächlich gemeint hatte?

    das wüsste ich auch mal echt sehr gerne.
    Ich bezweifele gerade, dass sie ihren Schlachtplan so frei sagen wird. Er soll sich man schön überraschen lassen.
    Abschnitt 2 =So und warum konnte ich es schon ahnen, dass sie wieder Hausarrest bekommt. Aufjedenfall hätte sie noch das Bettlaken vor dem Abflug verstecken müssen, denn so hat ihr Vater es natürlich direkt entdeckt und konnte 1 und 1 zusammen rechnen. Väter sind ja auch nicht doof und schon gar nicht Nero, denn der weiß natürlich auch, was sie vorhat. Auch wenn er es als viel zu gefährlich einstuft, allerdings weiß Keksi ja auch ganz genau, dass sie nicht ohne genügend Pokémon losziehen kann. Doof nur das er sie in den Kerker gesteckt hatte, auch wenn sie da jemanden zum Quatschen gefunden hatte. Was allerdings nicht ganz nachvollzuziehen ist, warum denkt Keksi das der gefangene ja nicht so gemein und Gefährlich sein kann und wie kann man solche Verbrecher nur mögen. Sie hätte sich vermutlich auch dem Finsterkaiser angehängt, genauso wie Kirika. Mal sehen ob sie nicht auch am Ende beim Kaiser landet.
    Wie schon mal geschrieben, mag ich den Bruder nicht, auch wenn er Nero umgestimmt hat, so dass er sie wieder Freigelasen hat. Ganz im Ernst, was soll Hausarrest bringen, außer dass die Personen dann erst recht auf schlimme Gedanken kommen, denn denen ist ja sehr langweilig meistens. Mal sehen was sie jetzt so anstellt.
    [/tabmenu]

    Das wars von mir und ich würde mich immer noch auf einen Gegenkommentar freuen.


    lg *Miro*


  • "Ich schätze, wir sehen uns dann in der Hofstadt", sagte Kirika, als sie bereit war zu gehen. Der Himmel war strahlend blau an diesem Morgen und es wehte ein frischer Wind. Ein wunderschöner Tag für eine Eroberung. Vor ihr lag nun ein Fußmarsch von etwa zwanzig Minuten, dann war sie endlich in der Hofstadt. Zu Hause. War es wirklich die richtige Entscheidung, ihre Heimat anzugreifen?
    "Warte", sagte Corvin und packte sie am Arm. "Nur einen Moment." Sie drehte sich zu ihm um. Er sah ihr in die pupitarblauen Augen und lächelte. Mit einem Mal packte er sie, presste seinen Körper gegen ihren, ließ ihr keine Möglichkeit, sich ihm zu entziehen. Nicht, dass sie das wollte, vielmehr genoss sie es und legte auch ihre Hände an seine Hüften.
    "Wenn du wüsstest, was ich gerade am liebsten alles mit dir anstellen würde", hauchte er und umklammerte sie noch fester. Er presste seine Lippen gegen die ihren. Ihr Herz schlug schneller, sie fühlte sich wie elektrisiert, wie neu aufgeladen. Sie wusste nicht, was er wollte, doch sie wusste, dass sie es erfahren wollte. Sie wusste, dass sie es wollte, so schnell wie möglich, am besten sofort.
    "Bald", flüsterte sie, als er wieder von ihr ließ. "Bald haben wir jede Menge Zeit dafür." Er grinste.
    "Dann lass uns keine mehr verlieren", sagte er. "Das Spielfigurenland wartet auf uns."
    Kirika drehte sich um und ging los. Sie war sich so sicher wie noch nie zuvor: Sie würden diese Schlacht gewinnen. Egal, wer ihr Gegner sein würde. Bald würde das Spielfigurenland ihnen gehören.
    Sie ließ Groudon frei, damit er neben ihr herlaufen und ihr Gesellschaft leisten konnte. "Na, bin ich nicht hübsch?", fragte sie scherzhaft. Groudon stieß einen verlegenen Laut aus. Hübsch konnte man sie im Moment nun wirklich nicht nennen. Ihre Kleidung war größtenteils zerrissen und zerfetzt, am Rücken war das Hexergewand fast entzwei gerissen und eröffnete den Blick auf die riesige Narbe, die sie nun wohl für immer tragen musste. Sie trug genau die Kleidung, mit der sie das Spielfigurenland einst verlassen hatte und in der sie gefangen genommen wurde, Corvin hatte alles aufbewahrt. Dies war die perfekte Tarnung, um in die Hofstadt zurückkehren zu können, ohne Verdacht zu erwecken. So könnte sie sich einen Überblick über die Lage verschaffen, vielleicht sogar erfahren, wer ihr Gegner sein würde. Sie kannte die Kampfstile der wichtigsten Abenteurer des Landes, immerhin hatte sie diese unzählige Male im Battle Royale besiegt. Es konnte gar nichts schiefgehen.
    Als sie sich langsam der Stadt näherte und an den ersten Zeichen von Zivilisation vorbeiging, sah und hörte sie, wie die Miis ihr ungläubig hinterherstarrten, über sie tuschelten und sie gar anpöbelten. Sie hatte mit den Miis außerhalb der Stadtmauern nie wirklich etwas zu tun gehabt, und jetzt wusste sie wieder, warum. Die waren einfach unglaublich unfreundlich. Was sie hier nach all der Zeit zu suchen habe, fragten die einen. Ob sie sich nicht schäme, das Spielfigurenland so im Stich gelassen zu haben, fragten die anderen. Was sie denn jemals für die Miis außerhalb der Stadtmauern getan habe, welch schlechter Einfluss sie auf die Kinder sei, was ihr das Recht gebe, hier so stolz daherzumarschieren, als sei nichts jemals vorgefallen. Sie versuchte, all das zu ignorieren. Sie hatte hart für das gekämpft und gearbeitet, was sie heute war, sie musste sich von niemandem irgendetwas erzählen lassen.
    Wie wohl die Miis in der Hofstadt auf ihre Rückkehr reagieren würden? Bestimmt genauso abweisend wie die, die hier draußen lebten. Ihr Ersatz, der neue Hof-Abenteurer, würde sie bestimmt verlachen für ihre Niederlage gegen den Drachenlord, den er allein besiegen konnte. Sie biss die Zähne zusammen. Dem würde sie es zeigen!
    Einen Hagel aus faulen Pirsifbeeren später konnte sie endlich das Stadttor sehen. Ein Hauch von Erinnerung umgab sie. Sie erinnerte sich, wie sie einst genau diesen Weg entlang gekommen war, damals, nach ihrem ersten erfolgreich ausgeführten Auftrag. Sie hatte einem absolut nervigen jungen Hexer namens Corvin heftig in den Allerwertesten getreten, ihm und seinem Mega-Simsala. Es war nicht das erste Mal gewesen, dass sie ein Mega-Pokémon gesehen hatte, sehr wohl aber das erste Mal, dass sie gegen eines gekämpft hatte. Und es war enttäuschend gewesen, diese nicht vorhandene Verteidigung mit Leichtigkeit durchbrechen zu können. Und heute ... Heute lief sie hier entlang, von genau dem Mii geschickt, dem sie damals zum ersten Mal begegnet war. Kaum zu glauben, dass sie ihn seit vier Jahren kannte, seit vier Jahren für einen widerlichen Kotzbrocken hielt, und jetzt ...
    "Ist denn das zu fassen? Das ist doch die Hof-Abenteurerin! Die vermisste Hof-Abenteurerin!"
    Kirika starrte die Wache am Stadttor mit dem wahnsinnigsten Blick an, den sie hervorbringen konnte. "Ich muss zum König. Sofort. Wichtig." Der etwas ältere Mann wich einige Schritte zurück.
    "S-selbstverständlich, Hof-Abenteurerin", sagte er. "Folgt mir!"
    Sie folgte ihm durch die Hofstadt, vorbei an gaffenden Bewohnern, die aus jedem Winkel der Stadt in ihre Richtung starrten, als sei sie ein Alien. Sie konnte nicht verstehen, was die Leute über sie tuschelten, doch vermutlich war es sowieso nur Mist. Die Wache führte sie vorbei an weiteren Wachen in den Königspalast hinein. Ausgerechnet heute war gefühlt jeder Bedienstete des Königs in den Gängen unterwegs, um sie anzustarren und zu fragen, ob das auch wirklich sie und das Ganze nicht nur ein Traum sei.
    Vor der Tür, die zu dem Raum führte, in dem der König mit seiner Familie die meiste Freizeit verbrachte, blieb die Wache kurz stehen und drehte sich zu Kirika um. "Bereit?", fragte er. Sie nickte. Jetzt war endlich der Moment gekommen.
    Die Wache klopfte an. Neros Stimme sagte ihm, dass er kommen dürfe, wenn es wichtig sei.
    "Eure Majestät, seht Euch an, wen wir vor den Toren der Stadt gefunden haben!", sagte die Wache, als sie die Tür öffnete und zur Seite trat, damit Kirika eintreten konnte. Nero und seine beiden Kinder sahen sie an. Nero saß mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen da, unfähig, ein Wort zu sagen. Blackfox grinste sie an. "Yo, Kirika! Krass, dich zu sehen!" Keksi schnappte nach Luft und zwickte sich selbst. Tränen begannen, über ihre Wangen zu fließen. Sie sprang auf, rannte auf Kirika zu und umarmte sie.
    "Aber das ist doch kein Grund zu heulen", sagte Kirika und umarmte ihre Freundin ebenfalls. "Kirika ist noch aus jedem Abenteuer heil rausgekommen, da soll das hier keine Ausnahme sein." Keksi schluchzte.
    Nero hatte inzwischen seine Fassung zurückgewonnen und stand nun vor Kirika. "Was ist passiert? Wie seid Ihr entkommen? Wie ist es Euch ergangen? Erzählt Uns alles!", sagte er. "Kommt, setzt Euch zu Uns!"
    Keksi ließ Kirika los und hielt nur ihre Hand weiterhin fest. "Ich will es auch wissen. Was hat dieser Mistkerl mit dir angestellt?"
    "Keine Zeit", sagte Kirika. "Er plant schon den nächsten Angriff. In höchstens einer Stunde wird er da sein!" Die drei erschraken. "Wer ist euer fähigster Abenteurer? Wer wird sich ihm entgegenstellen?"
    "Naja, äh ...", stammelte Keksi. "Das werde dann wohl ich sein."
    "D-du?" Kirika trat einen Schritt zurück. Das konnte nicht wahr sein. Das durfte nicht wahr sein. Ihre beste Freundin ... Ihre beste Freundin sollte ihr Gegner sein? In welcher beschissenen Komödie fand sie sich hier gerade wieder? Sie konnte doch nicht gegen Keksi kämpfen, das war unmöglich, das war einfach unmöglich! Sie konnte sie doch nicht verletzen.
    "Du wirst doch bestimmt an meiner Seite kämpfen, Kirika", sagte Keksi und griff wieder nach ihrer Hand. Kirika zog ihre Hand weg. Sie verdiente in diesem Moment keinen Beistand.
    "Nein", sagte sie und sah zu Boden. Sie versuchte, ein böses Lächeln aufzusetzen, als sie wieder aufblickte, doch es wollte ihr nur bedingt gelingen. Viel lieber hätte sie geweint, viel lieber wäre sie geflohen. "Nein, ich werde dein Gegner sein."
    "W-was?", schrie Keksi. Ihre Augen füllten sich erneut mit Tränen.
    "Ich werde dein Gegner sein", sagte Kirika. "Ich bin nicht mehr die Hof-Abenteurerin, die ich mal war. Ich bin die Finsterbraut Kirika. Ich werde an Corvins Seite kämpfen und mit ihm dieses Schloss einnehmen."
    "Das ist nicht wahr", flüsterte Keksi. "Das ist nicht wahr!", schrie sie. "Kirika, du kannst doch nicht ..." Sie weinte, voll Trauer, voll Verzweiflung, bis sie schließlich zusammenbrach. Sie kniete am Boden, vor den Füßen ihrer besten Freundin, ein zitterndes, wimmerndes, weinendes Häufchen Elend.
    Kirika sah sie an. Sie spürte, wie ihr Herz entzweibrach. Am liebsten hätte sie selbst geweint, am liebsten hätte sie sich übergeben, wissend, dass sie dafür verantwortlich war, dass ihre Freundin so zerstört war. Was war nur falsch gelaufen? Warum musste es so weit kommen? Was hatte sie nur für einen schrecklichen Fehler begangen? Langsam ging sie einige Schritte rückwärts.
    "Ey, kuck mal, was du mit meiner Schwester gemacht hast!", brüllte Blackfox sie an. "Hau bloß ab!"
    Nero sah sie mit einem Blick voller Verachtung an. "Du bist hier nicht länger erwünscht! Verschwinde!"
    Kirika drehte sich um und rannte davon. Sie kämpfte hart, um die Tränen zu unterdrücken. Die beiden Männer riefen ihr irgendetwas hinterher. Was hatte sie getan? Was hatte sie nur getan?



    "Yo Keksi, hör auf zu weinen, alles wird gut", sagte Blackfox und streichelte seiner Schwester über die Schulter. "Du besiegst Kirika und dann wird sie wieder so krass wie früher, ganz bestimmt!"
    Keksi schluchzte und blickte auf. "Vater, ich brauche den Schlüssel zum Kerker. Sofort!", sagte sie. Nero zögerte einen Moment, doch übergab ihr den Schlüssel dann doch wortlos. Auch, wenn er nicht sonderlich begeistert von der Idee war, er musste seiner Tochter und dem Meisterdieb dieses eine Mal vertrauen. Keksi war so froh, dass sie es nach endlosen Diskussionen doch noch geschafft hatte, ihn zu überzeugen.
    "Töchterlein", sagte er und legte ihr eine Hand auf die Schulter. "Wir verlassen Uns auf dich. Du schaffst das!" Sie nickte und richtete sich auf.
    "Ich werde gewinnen. Für das Spielfigurenland. Und für Kirika", sagte sie, als sie den Raum verließ und in Richtung Kerker eilte. Sie mochte das dunkle Gemäuer immer noch nicht, dass sie jetzt allein hier unten war, machte die Sache nicht gerade besser. Schnell ging sie an all den leeren Zellen vorbei zu jener, in der der Meisterdieb saß. Knackend ließ das Schloss sich aufschließen. Der Meisterdieb sah sich überrascht um.
    "Oh, die Prinzessin", sagte er, als er sie erblickte. "Hast du geweint?" Dass ihre Augen gerötet waren, war nicht zu übersehen, und dass sie immer noch nicht normal atmete, war nicht zu überhören.
    "Das ist jetzt nicht wichtig", sagte sie. "Wir müssen uns für den Kampf bereit machen, so schnell wie möglich!"
    Der Meisterdieb nickte und sah sie an. Sein Blick fiel auf ihre Halskette. "Was ist das da? Ein Diancienit?" Er deutete auf den Mega-Stein, den sie von Kirika bekommen hatte.
    "Keine Ahnung, könnte sogar sein", antwortete sie. "Kirika sagte damals nur, dass es der Stein für die Mega-Entwicklung einer Prinzessin sei."
    "Dann ist es eindeutig ein Diancienit", sagte er. "Ich weiß, wo eines lebt. Wie lange haben wir Zeit? Wir können es uns noch holen."
    Keksi sah ihn mit großen Augen an. Jetzt noch ein Pokémon fangen, wo doch so bald der Kampf beginnen sollte? "In spätestens einer Stunde soll er da sein", sagte sie. "Und ich will vorher noch mit Kirika reden."
    "Kirika?", fragte Kenneth irritiert. "Ach, egal. Das schaffen wir doch sicher! Folge mir!" Sie rannte ihm hinterher, als er noch tiefer in dieses gigantische Loch, das der Kerker darstellte, hineinlief. Er schien sich hier ja wirklich sehr gut auszukennen. Hier unten konnte man kaum noch etwas erkennen, so stockfinster war es. Der Meisterdieb ließ sein Cresselia frei, die zumindest für etwas Beleuchtung sorgte. Er bewegte eine große, runde Steinplatte und sprang zusammen mit seinem Pokémon in das Loch, das sich darunter befand.
    "Spring", sagte er zu Keksi. "Cresselia fängt dich auf!" Erst zögerte sie einen Moment, doch als sie sich umsah und bemerkte, wie allein sie hier in der Dunkelheit war, wo nichts sie zu umgeben und alles nach ihr zu greifen schien, sprang sie zu ihm hinab. Das halbmondförmige Pokémon dämpfte ihren Sturz tatsächlich sehr gut ab. Sie rutschte von seinem Rücken und begab sich zum Meisterdieb.
    Sie befanden sich in etwas, was aussah wie eine natürliche Höhle. Aus den Wänden wuchsen eisblau leuchtende Kristalle, jeder wie ein einmaliges Kunstwerk, die die gesamte Höhle in ein blaues Licht hüllten. Vor den beiden erschien ein Pokémon. Sie hatte einen großen, grauen Kopf mit zwei rot strahlenden Augen, die den beiden wie Rubine engegenfunkelten. Auf ihrem Kopf saß ein großer, rosafarbener Diamant sowie vier kleinere Diamanten, die das Pokémon wie eine Krone trug. Ihr Körper war weiß und es sah aus, als würde sie ein Kleidchen tragen, aus dem unten ein großer Stein herausragte.
    "Hallo Diancie", sagte die Prinzessin und ging einige Schritte auf das Pokémon zu. "Ich brauche deine Hilfe! Kommst du mit mir?" Diancie bemerkte den Mega-Stein, den Keksi um den Hals trug. Sie berührte ihn mit ihrer Hand, zog diese aber gleich wieder zurück. "Keine Angst, Diancie", sagte die Prinzessin ruhig. "Ich tu dir nichts. Ich will nur, dass du mit mir kämpfst." Das Pokémon wich ein paar Schritte zurück, erhob die Hand und deutete auf Keksi.
    "Ich glaube, sie will mit dir kämpfen", sagte Kenneth. "Ich leihe dir Cresselia. Sie kann Mondgewalt."
    "Oh, danke." Keksi wurde rot. Sie wandte sich wieder an Diancie. "Alles klar, Edelsteinprinzessin? Hier kommt die Spielfigurenlandprinzessin!"
    Cresselia schwebte auf die Edelsteinprinzessin zu. Auf Befehl schoss es einige große, weiße Kugeln auf das Pokémon, die aber eher wenig Schaden anrichteten. Das war schlecht. Eigentlich wollte Keksi doch schnellstmöglich wieder hier raus kommen, um noch mit Kirika reden zu können, doch der Kampf schien sich ewig in die Länge zu ziehen. Weder die Attacken des Halbmondpokémon noch die ihres Gegners bewirkten viel, es erweckte fast schon den Eindruck, als wäre es Absicht der Pokémon, ihre Zeit zu verschwenden. Nervös hüpfte sie vom einen Bein auf das andere.
    "Wie lange wollt ihr euch eigentlich noch Zeit lassen?", fuhr sie die beiden Pokémon an, die sie im Gegenzug total entgeistert ansahen. "Diancie, es ist wirklich wichtig", sagte sie verzweifelt. "Es geht um die Zukunft des Spielfigurenlandes. Das ist doch auch deine Heimat. Diancie, bitte!" Das Pokémon sah sie nur an. "Ach, bitte", flehte sie. "Der Finsterkaiser will die ganze Welt in eine Welt der Finsternis verwandeln. Du kannst mir helfen, das zu verhindern, Diancie." Das Pokémon bewegte sich kein Stück. "Diancie, bitte!" Keksis Verzweiflung wuchs mit jeder fortlaufenden Sekunde. "Wenn du nicht mit mir kommst, dann wird der Mann, der unschuldige Miis zu seinen Marionetten macht, das Land einnehmen. Er hat sich schon an meinem Bruder vergriffen ... und jetzt an Kirika." Ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen.
    Diancie schwebte auf die Prinzessin zu. Sie wischte ihr eine Träne aus dem Gesicht. "Diancie? Heißt das ...?" Das Pokémon nickte. Keksi lächelte. Sie löste den Mega-Stein von ihrer Halskette und gab ihn Diancie. "Lass uns das einmal versuchen", sagte sie und aktivierte ihren Schlüssel-Stein. Diancie wurde von einem hellen Licht umgeben. Ihr Kleidchen wurde länger, ihr wuchs eine Art Schleier und aus dem Stein, der ihren Körper gebildet hatte, wurde ein großer, rosafarbener Diamant. Weitere längliche Diamanten schienen eine Art Verlängerung zu dem Kleid zu bilden. "Wow, jetzt bist du wirklich hübsch", sagte Keksi. "Wie eine wahre Prinzessin eben." Das Gesicht des Pokémon lief rot an und es kratzte sich am Kopf. "Aber jetzt müssen wir los. Wir haben nicht mehr viel Zeit!"
    "Ich bringe uns schnell hier raus", sagte Kenneth und half den beiden Prinzessinnen aus dem Loch ins Schloss zurück.
    "Weißt du eigentlich, wo du Kirika finden kannst?", fragte er unterwegs.
    "Ich glaube es zumindest zu wissen, ich kenne sie doch gut genug", antwortete Keksi. Sie blickte zu Boden. "Zumindest glaubte ich das. Aber ich bin mir nicht mehr sicher."



    Kirika streifte durch die dunklen Gassen der Hofstadt. Rotes Graffiti an einer Wand, ein von einem Kind hingeschmiertes Caesurio, erinnerte sie an früher. Damals hatte sie noch keinen Namen. Die Caesurio nannten sie seit jeher nur 'Kind' und für die Miis war sie immer das Caesurio-Mädchen gewesen. Sie hatte sich ihren Namen selbst gegeben, als sie anfing, für den König zu arbeiten. Für die Miis war es von unglaublich großer Bedeutung, für das Individuum eine Abfolge von Lauten zu haben, die ihm allein zugeordnet war. Kirika fand das schon immer etwas überflüssig, aber es machte so manches wohl tatsächlich einfacher.
    "Kirika!" Eine süße, ihr so wohlbekannte Stimme rief sie. Sie drehte sich um.
    "Was ist?", fragte sie kalt.
    "Kirika, ich muss mit dir reden!" Keksi kam auf sie zugerannt.
    Kirika sah sie eiskalt an, nicht eine Gefühlsregung war auf ihrem Gesicht zu sehen. "Keksi, verschwinde. Und halt dich vom Schlachtfeld fern. Ich verspreche dir, es wird dir nichts passieren."
    Die Prinzessin sah betrübt zu Boden. Das war doch nicht mehr ihre beste Freundin, mit der sie da redete. Was hatte dieser Mistkerl von Finsterkaiser nur mit ihr angestellt? Das war schrecklich. Das war absolut schrecklich. "Wir werden nicht aufgeben", sagte sie dann. "Wir müssen doch unser Land verteidigen."
    "Und wir müssen euer Land einnehmen", sagte Kirika fast spottend.
    "Ihr müsst gar nichts!", rief Keksi. Ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen. "Ihr könntet auch einen romantischen Urlaub im Silber-Archipel verbringen."
    "Das können wir danach immer noch machen", sagte Kirika und grinste. "Aber ich glaub eh nicht, dass Corvin so der Typ für romantische Strandurlaube ist. Und ehrlich gesagt ... Ich bins auch nicht." Sie lachte. Sie und ein Strandurlaub ... Das war der Top-Favorit für den Witz des Tages.
    "Was hat er nur mit dir angestellt, Kirika?", fragte die Prinzessin traurig.
    "Er hat mir Kekse gegeben", lachte diese.
    Keksi sah sie erschrocken an. "Und du hast die angenommen? Dann wundert es mich nicht mehr, dass du ihm gehorchst."
    "Ach, Quatsch!", murrte Kirika. Was sollte dieses seltsame Gespräch denn bringen? Was wollte die Prinzessin erreichen?
    "Und vor allem hat er doch schon ein Kaiserreich", sagte Keksi. "Was ist eigentlich sein Problem?"
    Kirika sah sie ausdruckslos an. "Er will das Spielfigurenland."
    "Und was ist da so toll?", fragte die Prinzessin.
    Die ehemalige Hof-Abenteurerin überlegte einen Moment. Jetzt wäre es wohl von Vorteil, wenn sie seinen Antrieb selbst verstehen könnte. "Er will einfach das Spielfigurenland haben, okay?", fuhr sie ihre Freundin an.
    "Werd ich diese Finstertypis je verstehen?", fragte diese betrübt.
    "Vermutlich nicht", seufzte Kirika. "Ich weiß nur, dass ich ihn bei allem unterstützen werde, was er tut."
    "Du bist eine Marionette. Merkst du das nicht?" Einen Augenblick lang herrschte Stille. In Kirika staute sich Wut an. Hörte ihre Freundin überhaupt noch, was sie da von sich gab? War sie überhaupt noch ihre Freundin?
    "Ich bin ein aus freien Stücken handelndes Mii", sagte sie, so ruhig sie konnte.
    Keksi sah sie entschlossen an. "Das Einzige, was du aus freien Stücken gemacht hast, war, seine Kekse zu essen."
    "Und ihm zu folgen. Und an seiner Seite den Angriff auf das Spielfigurenland zu planen." Kirika wurde langsam richtig sauer. Konnte diese Prinzessin nicht einfach einsehen, dass sie die Seiten gewechselt hatte?
    "Was glaubst du, warum, du Kekskopf?", schrie die Prinzessin mit Tränen in den Augen. "Du bist im Spielfigurenland aufgewachsen, da macht man sowas nicht!"
    "Nenn mich nicht Kekskopf!", brüllte Kirika und erhob ihre Hand. Keksi zuckte zusammen. Kirika trat einen Schritt zurück. Hatte sie gerade wirklich ...? Und das gegen ihre beste Freundin? Wie konnte es so weit kommen? Was war heute nur für ein Tag? Sie atmete durch. "Ich hab mich immer durchschlagen müssen und ich kann mir wahrlich Erfüllenderes vorstellen, als einem König ein paar Aufträge zu erfüllen, für die er selbst zu faul ist", sagte sie schließlich. "Du hast es ja einfach, Prinzesschen. Kriegst seit jeher alles geschenkt."
    "Meine Gefühle sind dir wohl egal", sagte Keksi und blickte zu Boden.
    "Meine dir aber auch." Die beiden sahen sich einen langen Moment lang an. Beide bereuten sie so vieles, was in der letzten Stunde vorgefallen war. All die bösen Worte, die wie scharfe Messer ihre Freundschaft zu zerschneiden drohten ...
    "Ich versuch doch nur, irgendwie deinen Verstand hinter der Magie hervorzulocken", sagte Keksi ruhig. "Ich mach mir Sorgen um dich."
    "Mein Verstand ist so klar wie immer!", rief Kirika. Warum wollte ihre Freundin nur nicht einsehen, dass sie aus freien Stücken handelte und dass sie all dies freiwillig und bei vollem Bewusstsein machte?
    "Das bildest du dir ein", sagte Keksi traurig, "das ist eine Illusion."
    "Wie kannst du dir da so sicher sein?", fragte Kirika sichtlich genervt. "Ich weiß, was ich tue. Und ich werde Corvin folgen."
    "Erinnerst du dich nicht an deine vergangenen Kämpfe gegen den Hexer? An seinen verzauberten Hackbraten?", fragte Keksi. Sie war verzweifelt. Sie durfte nicht zulassen, dass der Finsterkaiser ihr ihre beste Freundin wegnahm. Sie schien doch sogar noch halbwegs klar denken zu können. Warum konnte sie ihren Fehler nicht sehen? "Das Zaubermittel war auch in den Keksen, warum siehst du das nicht ein?"
    Kirika seufzte. Keksi wollte einfach nichts verstehen. Sie schien den Unterschied zwischen ihr und den bisherigen Marionetten des Finsterkaisers nicht zu sehen wollen. "Warum habe ich dann keine Veränderung an mir gespürt, als ich die Kekse gegessen habe?", fragte sie. "Oder danach? Warum erinnere ich mich an meine gesamte Vergangenheit glasklar?"
    "Weil du genau so denken sollst. Das gehört alles zu seinem Plan", antwortete Keksi traurig.
    "Ahja", sagte Kirika entnervt. "Und meine Gefühle für ihn, sind die deiner Meinung nach auch nicht echt? Auch nur eine Illusion durch seine Kekse?"
    "Selbst, wenn sie echt sind", Keksi sah zu Boden. Sie hoffte so sehr, dass die Gefühle nicht echt waren und bald wieder verschwinden würden. "Was ist mit uns? Mit mir? Bedeute ich dir gar nichts mehr?" Eine einsame Träne floss ihre Wange hinunter.
    "Natürlich bedeutest du mir noch etwas," sagte Kirika und wischte ihrer Freundin die Träne aus dem Gesicht. "Und ich werde nicht zulassen, dass dir irgendetwas zustößt." Sie atmete kurz durch. Warum musste das alles so kompliziert werden? "Aber das ändert nichts daran, dass ich das Spielfigurenland einnehmen werde. Dir wird es gut gehen. Es ist nur ein Herrschaftswechsel."
    "Ich würde trotzdem gerne Prinzessin bleiben", sagte das braunhaarige Mädchen zögerlich. "Und ich möchte die Bürger und Pokémon des Landes in guten Händen wissen. Deshalb muss ich mich gegen euch stellen."
    Kirika sah zu Boden. Warum musste alles so anders verlaufen, als sie es geplant hatte? Sie wollte doch eigentlich nur hierher zurückkommen, möglichst viel über ihren Gegner erfahren und diesen dann so schnell wie möglich besiegen. Sie wollte Keksi doch eigentlich aus der ganzen Sache heraushalten. Aber jetzt ... "Dann wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als gegen dich zu kämpfen", sagte sie und seufzte. Sie sah ihr direkt in die Augen.
    Die Prinzessin sah traurig zu Boden. Sie konnte den eiskalten Blick ihrer Freundin nicht mehr ertragen. "Ich erkenn dich gar nicht wieder. Du fehlst mir richtig."
    "Aber Keksi ..." Kirika senkte ihren Blick. Es tat so weh, ihr Freundin derart verletzt sehen zu müssen. "Ich bin doch immer noch ich. Auch, wenn ich auf der Seite des Feindes stehe."
    "Aber genau das ist doch das Problem." Die Prinzessin wurde lauter, verzweifelter. "Wenn du du wärst, würdest du dich nicht auf seine Seite schlagen. Es gefällt mir nicht, wie du dich verändert hast."
    "Aber ich ... du ... er ...", stotterte Kirika. Sie wusste kaum noch, was sie sagen sollte. "Ich bin schon so lange unzufrieden mit meiner Situation. Er gibt mir die Chance, mich aus dieser Unzufriedenheit zu befreien. Oder soll ich das weiter so lange herunterschlucken, bis ich daran ersticke?"
    "Nein, du hättest mir was sagen können. Ich hätte mit Vater darüber gesprochen." Keksis Stimme klang fast flehend. Sie wünschte sich so sehr, einen Weg zu finden, diesen Kampf zu beenden, bevor er begann.
    "Jetzt ist es dafür doch eh zu spät", kam eine patzige Antwort. "Ich glaube jedenfalls nicht, dass ich als sein Hofnarr ... pardon, Hof-Abenteurer je wirklich glücklich geworden wäre."
    "Ach, Kirika", seufzte die Prinzessin. "Wenn ich nicht genau wüsste, dass es meine Pflicht ist, zu kämpfen, würde ich mich jetzt in meinem Kämmerlein verschanzen und um dich weinen. Und am besten nie wieder rauskommen." Einmal mehr verlor sie den Kampf gegen ihre Tränen.
    "Du brauchst nicht um mich zu weinen. Es geht mir besser dennje", sagte Kirika kalt. Langsam übertrieb diese Prinzessin aber wirklich.
    "Und mir ist es nie schlimmer gegangen. Aber deinen Corvin wird das wahrscheinlich sogar freuen." Sie konnte nicht verstehen, was ihre Freundin an diesem Mistkerl so toll fand.
    "Rede nicht so über Corvin!", rief Kirika traurig. Ihre Freundin schien sich einfach keine Mühe zu geben, sie zu verstehen. Stattdessen schlecht über das Mii reden, in das sie verliebt war -- ja, das waren die wirklich aussagekräftigen Argumente.
    "Er ist halt böse, willst du das leugnen?", fragte Keksi.
    "Die Welt lässt sich ja auch so einfach in 'gut' und 'böse' unterteilen." Langsam wurde es Kirika zu blöd. Corvin hatte gewiss keine weiße Weste, aber jemanden, von dem man ziemlich genau gar nichts wusste, böse zu nennen, das ging zu weit.
    "'Finsterkaiser', mhm, aha, definitiv nicht böse", sagte Keksi verzweifelt.
    "Dein Vater ist genauso ein Monarch. Nur einer ohne so guten Sinn für klingende Titel", spottete Kirika. Erwartete dieses Prinzesschen eigentlich wirklich, ernst genommen zu werden, wenn sie so etwas als Argumente verwendete?
    "Das führt zu nichts", seufzte Keksi. "E-er hat dich fest im Griff ... Ich muss die Pokémon des Hofes versammeln." Rotom und Florges warteten bestimmt schon auf ihren großen Auftritt, der nun in bedrohlich absehbarer Zeit anstand.
    "Du wirst mich nicht aus seinem 'Griff' lösen können. Da kannst du noch so viele Pokémon auf mich hetzen", versicherte Kirika.
    "Als wir Blackfox im Kampf besiegten, ließ die Magie nach. Das klappt hoffentlich auch mit dir." Keksi legte ihrer Freundin eine Hand auf die Schulter.
    "Das klingt sogar nach gar keinem schlechten Plan", sagte Kirika in einem sarkastischen Ton. "Ach, Moment mal, du hast da ein klitzekleines Detail vergessen: ich stehe unter keinem Zauber. Viel Spaß dabei, einen nicht vorhandenen Zauber zu brechen." Wie oft musste sie das eigentlich noch erklären?
    "Warum nur ...", seufzte Keksi. Warum musste es so weit kommen? Sie hatte schon befürchtet, gegen Kirika kämpfen zu müssen, aber sie hatte erwartet, gegen eine willenlose Marionette kämpfen zu müssen, so, wie ihr Bruder damals. Kirika jedoch schien tatsächlich zu begreifen, was sie tat. "I-ich versprech dir aber, dass ich dich niemals hassen werde, okay?"
    "Heh ... Wow", lachte Kirika. "Ich dachte, das tust du schon. Zumindest die 'neue Kirika'."
    "Solange noch derselbe Körper mit demselben Aufziehschlüssel betrieben wird, bist du noch irgendwo du selbst, das weiß ich genau", sagte Keksi. "Ich bin nur wütend ... auf Corvin. Er bricht mir das Herz mit dem, was er tut."
    "Hast du schon den neuen Anstrich meines Aufziehschlüssels gesehen? Im Rostinero-Design. Echt schick, das Ding", sagte Kirika spöttisch und lachte. Dann sah sie ihre Freundin wieder ernst an. "Werd mal nicht melodramatisch. Und dass ich immer noch ich bin, versuche ich dir schon die ganze Zeit zu erklären."
    "So hast du nie mit mir gesprochen. Das muss dir doch auffallen", sagte Keksi erschrocken.
    "Du schlägst aber auch zum hundertsten Male in ein- und demselben Gespräch in ein- und dieselbe Kerbe!", rief Kirika wütend.
    "Wenn du wenigstens versuchen würdest, mich zu trösten, wie du es immer gemacht hast, wenn ich unglücklich war", sagte Keksi traurig. "Jetzt bist du total abweisend und kaltherzig." Sie wusste, dass sie eigentlich ihrer besten Freundin gegenüberstehen sollte, aber es fühlte sich eher so an, als stünde sie ihrem schlimmsten Feind gegenüber. Da war kein Verständnis mehr, nur noch Kälte.
    "Ich weiß doch nicht, was ich sagen soll", seufzte Kirika. "Dauernd wetterst du gegen meinen Corvin. Meinst du, da nehm ich dich in den Arm, sag dir, wie recht du hast und versprech dir, ihn zu besiegen?" Sie wusste nicht mehr, wie sie reagieren sollte, am liebsten hätte sie einfach nur geweint. Ihrer besten Freundin ging es so schlecht und sie war schuld daran. Früher hatte sie ihr immer ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können, wenn es ihr schlecht ging, doch heute machte sie es mit jedem Wort nur noch schlimmer.
    "Ich wettere doch nur gegen ihn, weil er mich quasi dazu zwingt, gegen dich zu kämpfen. Das wollte ich nie. Ich will es immer noch nicht. Ich tu es nur, weil ich es muss." Keksi war verzweifelt. Sie wusste nicht mehr, was sie noch tun konnte, um ihre Freundin so, wie sie einst war, zurückzubekommen. "Willst du dich nicht mal in meine Lage versetzen? Kannst du dir meine innere Zerrissenheit überhaupt vorstellen? Das alles macht mich fertig, und deine Antworten machen es nicht besser."
    "Wenn du nicht kämpfen willst, dann kämpf einfach nicht", schrie Kirika. Sie wollte ihre beste Freundin nicht in Gefahr bringen, aber das tat sie, wenn sie sie nicht davon abbringen konnte, gegen Corvin zu kämpfen. "Ich will dich auch nicht bekämpfen, aber anscheinend habe ich einfach keine Wahl ..."
    "Wie oft denn noch: Ich muss!", schrie Keksi. "Für meine Untertanen, deren Wohl mir am Herzen liegt. Aber du willst nicht einsehen, dass das einfach nur schrecklich ist." Ihre Stimme überschlug sich. "Ein oder zwei aufmunternde Worte würden mir ja schon reichen, damit ich sehe, dass du es nicht böse mit mir meinst. Wenn du das denn überhaupt tust."
    Kirika ging einen Schritt zurück. Hatte sie das gerade wirklich so gehört? Sie kämpfte hart gegen ihre Tränen an. Sie hatte das Gefühl, als hätte sich ein ausgewachsenes Geowaz in ihrer Kehle eingenistet. "Habe ich es jemals böse mit dir gemeint?", fragte sie ruhig. "Nein, ich meine es nicht böse mit dir. Auch nicht mit Blackfox. Auch nicht mit deinen Untertanen. Und wenn du einfach schön aufgibst, dann wird euch auch nichts passieren." Sie sah zur Seite. "Aufmunternde Worte ... tut mir leid, die hab ich für diejenigen, die sich mir in den Weg stellen und mich anscheinend nicht verstehen wollen, nur selten übrig."
    "Mal abgesehen davon, dass aufgeben gar nicht mein Ding ist --"
    "Prinzessin! Da bist du! Der Finsterkaiser ist da! Er greift an!" Der Meisterdieb Kenneth kam in die Gasse gerannt.
    "Was hat dieses affektierte Sodachita denn hier zu suchen?", fragte Kirika.
    Keksi wurde rot, als der Meisterdieb neben ihr stand und ihre Hand hielt. "Er wird mit mir kämpfen", sagte sie.
    "Klingt ja lustig", sagte Kirika. "Da freu ich mich ja schon fast auf den Kampf."





    Wie lange habe ich auf dieses Kapitel gewartet ... An dieser Stelle riesige Shoutouts an @Kiris Marionette und Betaleserin, der Dialog im dritten Teil wurde zur Hälfte von ihr geschrieben, in einem Skypechat, als die Idee zur STORY noch jung war. Das ist dann auch der Grund, warum das Kapitel heute so extreme Überlänge hat. Ich wollte ein paarmal früher abbrechen, aber es kam immer noch einmal etwas Interessantes aus dem Chatlog, was ich unbedingt mit drin wollte.


    Spielzeugschatten wird Ihnen präsentiert von Kiris Keksfabrik. Denn Kiris Kekse wirken Wunder.
    @Kiris Marionette kann's bezeugen.



  • [tabmenu]
    [tab=Hallo]
    So, ich hatte dir ja mal irgendwann einen Kommentar versprochen und ehe ich es nur wieder vor mir herschiebe, setze ich mich da jetzt einfach mal dran und widme mich insbesondere dem fünften Kapitel. Soll nicht heißen, dass mir das Kommentieren schwer fallen würde, denn bei einer guten Geschichte macht das durchaus Spaß. ;)  
    [tab=Startpost]
    Ach, was soll man da groß zu schreiben?
    Kurz gesagt: Sieht super aus. Schön übersichtlich und liebevoll gestaltet. Enthält die wichtigsten Informationen über die Charaktere, ist dabei aber keinesfalls zu lang.
    Wobei...

    Wer diese vermeiden will, sollte das Spiel also schnellstmöglich durchspielen.

    Ja, schön wärs. :D Rang 50 inzwischen, nachdem ich mir mal wieder einen neuen Ballon leisten konnte. Jetzt warte ich, bis ich die nächsten 70 Poké-DIamanten zusammen habe. :(  
    [tab=Allgemein]
    Okay, in diesem Teil gibt es dann nur so ein paar Sachen, die allgemein eher die gesamte Geschichte als das Kapitel betreffen. Zunächst einmal tun der wörtlichen Rede immer Zeilenumbrüche gut, aber auf diesen Punkt scheint man dich ja schon hingewiesen zu haben und du hast das ja bereits umgesetzt. Also alles gut.
    Am Anfang ging mir ziemlich viel Schlag auf Schlag, es ist sehr viel passiert und das war zunächst ein bisschen verwirrend. Danach hast du aber ein bisschen das Tempo verlangsamt, was ich zugegebenermaßen besser fand. Langeweile kommt nämlich trotzdem nicht auf, doch ich konnte so besser folgen. Finde übrigens deine Beschreibungen der Kampfabläufe recht gelungen.
    Und ich muss sagen, dass noch ein paar Fragen offen sind, aber schließlich ist die Geschichte ja noch lange nicht zu Ende. Ich frage mich nämlich schon ein wenig, warum Kirika dem Finsterkaiser so bereitwillig folgt. Soll nicht heißen, dass es dafür keine Gründe geben könnte, ich bin nur noch nicht sicher, welcher jetzt am meisten zählt. Natürlich kann im Essen was gewesen sein, aber ihr Verhalten wirkt dafür in der Tat nicht ganz typisch, habe ich den Eindruck. Wobei ich das auch nicht ausschließen möchte. Andererseits kann es sich auch einfach um eine psychologische Manipulation handeln, der Ablauf von Kirikas Gefangenschaft deutet schließlich doch darauf hin. Und möglicherweise erkennt sie in ihm ja auch ein bisschen eine verwandte Seele. Was mich aber auch zum nächsten Punkt führt: Corvins Vergangenheit. Er sagt ja, er will sich rächen und sagt, dass er es früher sehr schwer hatte. Falls das seine Motivation ist (beim derzeitigen Zeitpunkt würde ich auch nicht unbedingt ausschließen, dass noch etwas anderes dahinter steckt), sollte sie aber vielleicht noch etwas stärker thematisiert werden, so wirkt es ein bisschen gewöhnlich. Möglicherweise hast du das ja bereits vor. Auf jeden Fall ist der Finsterkaiser eine gelungene Figur, über die man noch nicht ganz so viel erfährt. Und gerade das ist so faszinierend an ihm. Ich werde momentan einfach noch nicht ganz schlau aus ihm und das macht die Geschichte auch auf der Ebene spannend.
    Ansonsten: Die jeweiligen Überschriften der Kapitel folgen einem Konzept, das mir sehr gefällt. :D Außerdem sind die Artworks klasse.
    Insgesamt bist du auch stilistisch gesehen sehr sicher, also: Weiter so. :thumbup:
    [tab=Kapitel 5]
    Nun also Kirikas Rückkehr in die Stadt. Und es zeichnen sich Konflikte auf mehreren Ebenen ab.


    Was sie hier nach all der Zeit zu suchen habe, fragten die einen. Ob sie sich nicht schäme, das Spielfigurenland so im Stich gelassen zu haben, fragten die anderen. Was sie denn jemals für die Miis außerhalb der Stadtmauern getan habe, welch schlechter Einfluss sie auf die Kinder sei, was ihr das Recht gebe, hier so stolz daherzumarschieren, als sei nichts jemals vorgefallen.

    Okay, die müssen sie wirklich hassen. Sie kommt gerade aus einer relativ langen Gefangenschaft zurück und das haben die dazu zu sagen? 8| Und werfen auch noch mit Pirsifbeeren? (Naja, besser als Tamotbeeren) Ich meine, sie lässt das Spielfigurenland zwar im Stich (vorerst), aber davon wissen die ja noch gar nichts. Da hat man sogar doch irgendwie Verständnis für Kirikas Handeln.
    Und gleich darauf folgt die Konfrontation mit Keksi, die ziemlich heftig verläuft. Und dennoch... Blackfox mit seinem omnipräsenten "krass" lockert wie immer die Atmosphäre auf (das hätte ich vielleicht noch in den vorherigen Tab schreiben sollen... naja, egal). :D Im Ernst, ich finde den auf seine Art durchaus zum Schmunzeln, selbst in so einer Situation.
    Ein bisschen hat mich irritiert, dass Kirika ausplaudert, dass sie die Seiten gewechselt hat. Da sie ja ihre alten Klamotten angezogen hat, war ich der Meinung, dass sie sich einschleichen und natürlich möglichst viele Informationen herausfinden wird, was sie ja scheinbar auch vorhatte, denn sie fragt ja nach dem neuen Hof-Abenteuer. Daraufhin jedoch hätte ich es plausibler gefunden, wenn sie so tun würde, als stünde sie immer noch auf der Seite des Spielfigurenlandes, denn dann hätte sie einerseits noch mehr herausfinden und andererseits einen ziemlich guten Hinterhalt vorbereiten können. Jetzt ist aber das Überraschungsmoment ziemlich im Eimer. Aber auch wenn ich finde, dass sie sich da unlogisch verhalten hat, so kann dieses Verhalten Sinn ergeben. Zum einen ist dieses hinterhältige Vorgehen vielleicht nicht ganz ihr Stil, ich hatte bisher den Eindruck, dass sie eher den offenen Kampf bevorzugt. Und zum anderen mag sie die Erkenntnis, dass sie gegen ihre beste Freundin wird antreten müssen, auch aus der Bahn geworfen haben bzw. will sie gerade gegen sie nicht so hinterhältig vorgehen. Und damit haben wir auch den Konflikt, der in Kirika tobt. Eigentlich hat sie die Seiten gewechselt, aber die Begegnung mit Keksi führt zu leichten Zweifeln, auch wenn sie die vorerst beiseite wischen mag. So habe ich den Eindruck, dass Kirikas endgültige Entscheidung noch nicht gefallen ist. Es wird sich zeigen, ob letzten Endes der Finsterkaiser den größeren Einfluss besitzt oder die Freundschaft zu Keksi triumphieren wird.
    Was ich übrigens wirklich gut finde: Das Abschlussgespräch zwischen Keksi und Kirika dreht sich zwar ein bisschen im Kreis, aber es wirkt dabei keinesfalls aufgesetzt oder gar langweilig. Deshalb finde ich diesen Teil besonders gelungen.
    Dann noch ein paar Zitate:


    Nero sah sie mit einem Blick voller Verachtung an. "Du bist hier nicht länger erwünscht! Verschwinde!"

    Hier verfällt Nero plötzlich ins Duzen - was aber vielleicht ein Mittel für ihn ist, seine Verachtung auszudrücken. Es fiel mir nur auf.


    Der Meisterdieb nickte und sah sie an. Sein Blick fiel auf ihre Halskette. "Was ist das da? Ein Diancienit?" Er deutete auf den Mega-Stein, den sie von Kirika bekommen hatte.
    "Keine Ahnung, könnte sogar sein", antwortete sie. "Kirika sagte damals nur, dass es der Stein für die Mega-Entwicklung einer Prinzessin sei."
    "Dann ist es eindeutig ein Diancienit", sagte er. "Ich weiß, wo eines lebt. Wie lange haben wir Zeit? Wir können es uns noch holen."

    Hier ist es stilistisch ein bisschen problematisch, dass sich das "eines" ja auf Diancie bezieht, welches aber vorher nicht genannt wird. Zwar kennt man den Namen des zugehörigen Pokémon, wenn man den Namen des Megasteins kennt, aber es wäre stilistisch besser, das Pokémon direkt zu erwähnen, z.B. "Dann ist es eindeutig ein Diancienit, der Mega-Stein für ein Diancie" oder aber das "eines" zu substituieren wie z.B. "Ich weiß, wo ein Diancie lebt". Nur als grobe Vorschläge.


    Der Meisterdieb ließ sein Cresselia frei, die zumindest für etwas Beleuchtung sorgte.

    Da sich das Relativpronomen ja auf "sein Cresselia" bezieht, müsste es korrekterweise "welches" oder "das" lauten. In dem Zusammenhang auch:


    Vor den beiden erschien ein Pokémon. Sie hatte einen großen, grauen Kopf mit zwei rot strahlenden Augen, die den beiden wie Rubine engegenfunkelten. Auf ihrem Kopf saß ein großer, rosafarbener Diamant sowie vier kleinere Diamanten, die das Pokémon wie eine Krone trug. Ihr Körper war weiß und es sah aus, als würde sie ein Kleidchen tragen, aus dem unten ein großer Stein herausragte.

    Mir kommt es immer komisch vor, eigentlich namenlosen Pokémon ein Geschlecht zuzuordnen, wobei das an sich geht, nur geht es mir hier etwas zu schnell. Man müsste bei Diancie vielleicht erst einmal feststellen, dass es ein Weibchen ist, was bei Cresselia wohl weniger problematisch ist, da diese immer weiblich sind.


    "Ich tu dir nichts. Ich will nur, dass du mit mir kämpfst."

    Ich muss sagen, dass ich hier schmunzeln musste, weil ich das "mit" möglicherweise falsch verstanden habe. Prinzipiell kann "mit" im Sinne von "auf der gleichen Seite stehend" verstanden werden, aber nun einmal auch im Sinne von "gegeneinander". Letzteres würde dann durchaus lustig klingen, wenn man den ersten Satz bedenkt. Wenn aber Letzteres gemeint ist, dann würde ich die darauffolgende Stelle


    "Ich glaube, sie will mit dir kämpfen", sagte Kenneth.

    eher in ein "gegen dich kämpfen" abändern, um den Unterschied deutlich zu machen.


    Das Gesicht des Pokémon lief rot an und es kratzte sich am Kopf.

    Klassiker. Und einfach lustig vorzustellen. :D


    "Ich weiß nur, dass ich ihn bei allem unterstützen werde, was er tut."

    Bei solchen Sätzen denke ich mir dann doch, dass irgendwas in den Keksen gewesen sein muss. Nun ja, für mich bleibt abzuwarten, wie die Geschichte weitergeht, um in diesem Punkt Klarheit zu erhalten.


    Corvin hatte gewiss keine weiße Weste, aber jemanden, von dem man ziemlich genau gar nichts wusste, böse zu nennen, das ging zu weit.

    Naja, ich meine, die Tatsache, dass er mehrmals grundlos das Spielfigurenland angegriffen hat bzw. hat angreifen lassen, mag einen vielleicht irgendwie zu der Annahme verleitet haben, dass er böse ist. :whistling:


    "Du brauchst nicht um mich zu weinen. Es geht mir besser dennje", sagte Kirika kalt.

    Ich glaube, man schreibt das auseinander: "denn je"


    Sind zum Teil nicht mal wirkliche Fehler, sondern halt allgemein Sachen, die mir noch so aufgefallen sind. Auf jeden Fall verspricht das Kapitel, dass auch die weitere Geschichte spannend wird und ich freue mich schon darauf, das nächste Kapitel zu lesen. :)  
    [/tabmenu]


  • "Bitte, Kirika", sagte Keksi und hielt die Hände ihrer Freundin. "Bitte, kämpf nicht auf seiner Seite."
    "Keine Chance", antwortete diese nur, riss sich von der Prinzessin los und ging zum anderen Ende des Schlachtfeldes, einem weiten, freien Feld, das außer Schlamm aus nichts bestand. Corvin sah sie verwirrt an.
    "Ich dachte, du tust so, als würdest du mit dem Feind in den Kampf ziehen?", fragte er. "Außerdem, was soll das? Das Prinzesschen und der Meisterdieb? Die wollen uns doch verarschen!"
    "Tut mir leid, es lief anders als erwartet", sagte Kirika. "Ich konnte das Keksi nicht antun."
    Der Finsterkaiser lachte. "Wie konnte jemand, der so weich ist wie du, zu so einem mächtigen Abenteurer werden?"
    "Ich habe wenigstens so etwas wie Gefühle", entgegnete Kirika. "Aber wenn es dir nicht passt, kann ich auch die Seiten wechseln."
    Corvin lachte erneut. "Nein, kannst du nicht. Du weißt so gut wie ich, dass du zu sehr von mir besessen bist." Er grinste. "Du willst an meiner Seite kämpfen, weil du all die Vorzüge, die das bringt, genießen willst."
    Kirika sagte nichts und wandte sich dem Schlachtfeld zu. Warum musste er nur so recht haben mit dem, was er sagte? Sie konnte ihn wirklich nicht verlassen. Zu groß war seine Anziehungskraft, egal, wie widerlich er sich benahm.
    "Keine Angst, Prinzessin", sagte der Meisterdieb und lächelte Keksi an. "Ich bin bei dir. Dir passiert nichts. Alles wird gut."
    "Nichts ist gut!", schrie Keksi. "Ich muss gegen Kirika kämpfen! Das ist ein Alptraum!"
    "Shh, ganz ruhig", flüsterte der Meisterdieb. "Wir werden sie besiegen. Dann wird alles wieder so wie früher." Keksi nickte. Sie hoffte so sehr, dass er recht hatte. Sie wollte nur ihre beste Freundin zurück.
    Die Prinzessin ließ Rotom frei. Er hüpfte fröhlich auf das Schlachtfeld und wuchs auf seine vielfache Größe an. Kenneth schickte Cresselia in den Kampf, die ebenfalls an Größe wuchs. Sie gab dem Rasenmäher ein Zeichen und die beiden sahen gebannt auf die Gegner, die Kryppuk und Woingenau freiließen.
    "Du nimmst dir Cresselia vor", sagte Corvin zu Kirika.
    Sie nickte. "Du hast ihn gehört, Kryppuk. Greif dieses pinke Etwas an!"
    Das lilafarbene Pokémon stürmte hochmotiviert auf den Halbmond zu und spuckte seine Unheilböen aus. Cresselia wich flink aus und griff dafür mit Mondgewalt an. Kryppuk wurde von der sehr effektiven Attacke getroffen und zurückgeschleudert. Etwas benommen richtete es sich wieder auf und setzte zum nächsten Angriff an. Es musste jetzt hochkonzentriert bleiben! Eigentlich hatte es erwartet, den Kampf durch seinen einschlägigen Typvorteil recht schnell entscheiden zu können, aber diese Fee-Attacke hatte das Potenzial, das tatsächlich auszugleichen. Es tänzelte um Cresselia herum und feuerte ihr erneut lilafarbene Winde in den Nacken. Sie konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und wurde von dem Angriff mit voller Wucht getroffen. Sie schüttelte sich und griff wieder an, doch Kryppuk duckte sich, um den weißen Plasmakugeln zu entgehen und stattdessen selbst einen weiteren Volltreffer zu landen. Das Psycho-Pokémon schrie unter Schmerzen auf und setzte Mondschein ein, um sich selbst zu heilen.
    Angenervt griff Kryppuk erneut mit seinen Unheilböen an, doch Cresselia regenerierte sich schneller, als es Schaden anrichten konnte. Sie schoss erneut ihre leuchtenden Kugeln auf das finstere Pokémon, das es einmal mehr nicht schaffte, auszuweichen. Keuchend starrte es dem Halbmond in die Augen. Es durfte nun keinen weiteren Schlag mehr einstecken, sonst wäre es so gut wie besiegt, das wusste es. Als Cresselia erneut angreifen wollte, sprang es ab und griff sie unerwartet aus der Luft an, sodass sie den Angriff nicht schnell genug realisieren konnte, um ihm auszuweichen. Es landete hinter ihr und sah sie entschieden an.
    Cresselia setzte erneut an, um anzugreifen, und Kryppuk lud ebenfalls einen Angriff auf. Beide wollten sie den Gegner mit dieser einen letzten Attacke besiegen. Gleichzeitig schossen sie ihre Angriffe ab, Mondgewalt traf auf Finsteraura, gleißend weißes Licht auf eine tiefschwarze Welle, doch der Angriff des sphärenförmigen Pokémon war stärker, sodass die Unlicht-Attacke das Psycho-Pokémon frontal traf und dieses kampfunfähig zu Boden ging. Kirika lächelte zufrieden.
    Gleichzeitig rannte Rotom auf Woingenau zu, das einfach nur da stand und alles geschehen ließ. Rotom setzte Blättersturm um Blättersturm ein, Woingenau wurde schwächer und schwächer, doch es machte keine Anstalten, sich wehren zu wollen.
    "Jetzt, Woingenau!", rief Corvin, als sein Pokémon fast besiegt war. Es tänzelte und bewegte sich ein bisschen, um dann rot zu leuchten. Rotom holte zu einem weiteren Schlag aus.
    "Nicht, Rotom!", rief Keksi, doch es war schon zu spät und der Rasenmäher besiegte das blaue Pokémon, nur, um selbst auf einen Schlag schwach zu werden und dank Abgangsbund selbst kampfunfähig zu werden.
    Corvin grinste zufrieden, als er Gewaldro auf Kampffeld schickte und die Mega-Entwicklung durchführen ließ. Jetzt würde er erst richtig loslegen.
    Keksi schickte ihr Florges in den Kampf. Sie war beunruhigt. Was, wenn sie nicht stark genug waren? Was, wenn sie den Finsterkaiser nicht besiegen konnten? Wäre das Spielfigurenland dann für immer verloren? Wäre Kirika für immer verloren? Sie wollte eigentlich gar nicht daran denken, doch die Gedanken drängten sich ihr regelrecht auf.
    Mit einem unverständlichen Grummeln schickte Kenneth sein Lucario los, das sich sofort mega-entwickelte. Eigentlich war er von seinen Pokémon überzeugt, aber die Gegner hatten es tatsächlich fertiggekriegt, sein Cresselia zu besiegen.
    "Los, Florges, greif Kryppuk an!", rief Keksi ihrem Pokémon zu. Die weiße Blume sprang fröhlich auf das bereits stark angeschlagene lilafarbene Pokémon zu, welches ihr keuchend auswich und stattdessen selbst angriff. Die Unheilböen waren zwar nicht sonderlich effektiv, aber sie schadeten genug, um das Pokémon für einen Moment zurückschrecken zu lassen.
    "Lucario, unterstütze Florges!", rief Kenneth. Sein Pokémon riss sich von Gewaldro, gegen das es schon angefangen hatte, zu kämpfen, los und schoss seine Aurasphären in die Richtung von Kryppuk. Dieses konnte nicht ausweichen und wurde hart, wenn auch nicht sehr effektiv getroffen. Das Geist-Pokémon ließ sich davon aber nicht beirren, obwohl es sich kaum noch aufrecht halten konnte, und zielte mit seinen mächtigen düsteren Winden auf beide Gegner. Es fühlte sich plötzlich schneller, stärker und sicherer und feuerte mit noch höherem Tempo und noch größerer Durchschlagskraft seine Attacken auf die Gegner, die kaum einen Moment fanden, um ihre eigenen Attacken aufzuladen. Gewaldro nutzte diese Chance und attackierte Lucario von hinten, welcher sich daraufhin wieder von Kryppuk abwendete. Florges jedoch wollte diesen Gegner ein für alle Mal loswerden und lud eine Mondgewalt auf, die sie mit allem, was sie hineinstecken konnte, auf Kryppuk abfeuerte. Mit einem krachenden, knackenden Geräusch traf die grell leuchtende Kugel auf das Unlicht-Pokémon, welches von der schieren Kraft, die darin steckte, absolut überwältigt wurde und kampfunfähig zu Boden fiel.
    Kirika war zufrieden mit seiner Leistung und schickte sofort ihr Groudon in den Kampf. Er leuchtete rot auf und durchlief die Protomorphose. Er war mehr als bereit für diesen Kampf. Mit einer einzigen schnellen Abgrundsklinge durchbohrte er Florges, die einen gellenden Schrei ausstieß und umfiel, um nicht mehr aufzustehen. Kryppuk hätte es um ein Haar geschafft, sie im Alleingang zu besiegen.
    "Lucario! Das Groudon ist jetzt wichtiger!", rief Kenneth seinem Pokémon zu, das sich einmal mehr von Gewaldro losriss und auf Kirikas Pokémon stürzte. Corvin sah den Meisterdieb genervt an. Was war das für ein bescheuerter Kampf, in dem er die ganze Zeit außen vor gelassen wurde? Hatten die Gegner etwa vor, Kirika zuerst fertigzumachen, damit sie sich ihm dann in aller Ausführlichkeit widmen konnten? Vermutlich hatten sie Angst, seinen Pokémon nicht gewachsen zu sein.
    Keksi machte sich nun bereit, ihr letztes Pokémon in den Kampf zu schicken, ihr Diancie. Doch konnte sie das eigentlich wirklich tun? Sie müsste den Mega-Stein benutzen, den sie von Kirika bekommen hatte. War es wirklich in Ordnung, Kirikas Geschenk gegen sie einzusetzen? Würde das nicht wie ein riesiger Akt der Undankbarkeit erscheinen? Sie zögerte, ihr Pokémon zu rufen und sah mit einem leeren Blick aufs Schlachtfeld, sah, wie die Pokémon dort kämpften, wie Lucario gegen beide Gegner alles gab, den Attacken auswich und seine Aurasphären auf Groudon schoss. Und sie sah Kirika, der der Hass ins Gesicht geschrieben stand. Sie hatte ihre Freundin noch nie so gesehen, es war regelrecht erschreckend. Das konnte doch nicht ihre Kirika sein, die da kämpfte. Nein, das war nicht ihre beste Freundin am anderen Ende des Feldes, ganz bestimmt nicht.



    "Los, Diancie, Mega-Entwicklung!" Kirika sah ans andere Ende des Feldes, wo Keksi ihr Diancie auf den Kampf vorbereitete.
    "Sie hat sie also gefunden", sagte sie und lächelte.
    "Wer hat wen gefunden?", fragte Corvin nur halb interessiert.
    "Keksi hat Diancie gefunden", erklärte Kirika. "Den Mega-Stein und den Schlüssel-Stein hat sie von mir." Es war seltsam, diese Dinge dann zum ersten Mal im Einsatz zu sehen, wenn sie gegen sie verwendet wurden. Eigentlich hatte Kirika immer gehofft, eines Tages mit Keksi gemeinsam gegen die Gefahren, die andauernd vor den Toren des Spielfigurenlandes lauerten, zu kämpfen. Wer hätte jemals gedacht, dass es einmal so weit kommen würde? Sie wollte doch gar nicht gegen ihre Freundin kämpfen. Sie wollte nichts von alledem wirklich tun. Sie wollte zu Keksi rennen, sie in den Arm nehmen und sich für alles entschuldigen. Doch sie wusste, es war unmöglich.
    "Schön für sie, aber jetzt konzentrier dich wieder auf den Kampf", sagte Corvin streng. Kirika nickte.
    "Los, Groudon! Gib alles und mehr!", feuerte sie ihren treuen Partner an. Groudon war schon sehr geschwächt, doch er drehte tatsächlich noch einmal auf und durchbohrte seinen Gegner mit seiner Abgrundsklinge. Lucario keuchte, er konnte kaum noch stehen, doch er wusste, dass er nur noch einen einzigen wohl gezielten Angriff landen musste, um Groudon niederzustrecken. Dieser setzte zu einer weiteren Attacke an, doch das mega-entwickelte Pokémon sprang rechtzeitig ab, um den aus der Erde nach ihm greifenden Klauen zu entkommen und landete stattdessen selbst einen blau leuchtenden Volltreffer aus Auraenergie. Das urzeitliche Pokémon jaulte unter Schmerzen und fiel zu Boden.
    Lucario war froh, diesen Gegner endlich losgeworden zu sein, denn er wusste, dass seine Boden-Attacken gegen das gesamte übrige Team sehr effektiv gewesen wären. Er selbst war aus dem Kampf allerdings auch nicht unbeschadet herausgekommen, im Gegenteil, er atmete schwer und drohte, jede Sekunde vom kleinsten Windhauch umgeweht zu werden. Gewaldro, der im Vergleich dazu immer noch recht gut bei Kräften war, nutzte diese Schwäche aus und sprang mit einer scharfen, gezückten Laubklinge in den Gegner, der ihm zuvor so oft davongerannt war. Das hatte er nun davon, dieser Feigling!
    Kirika hatte nur noch ihr letztes Pokémon übrig. Ob es nicht vielleicht die bessere Entscheidung gewesen wäre, Groudon zuletzt einzusetzen? Immerhin hatten beide Gegner eine einschlägige Boden-Schwäche. Aber nun war wirklich keine Zeit mehr, darüber nachzudenken, was vielleicht anders gelaufen wäre, wenn man sich an irgendeiner Stelle anders entschieden hätte. Jetzt war es an der Zeit, Yveltal in den Ring zu schicken und die Sache zu beenden. Der Todesvogel breitete seine Schwingen aus und stieß einen Schrei aus, der dem ganzen Spielfigurenland verkündete, dass sie mehr als bereit für diese Schlacht war.
    Kenneth war von der Leistung seiner Pokémon überhaupt nicht beeindruckt. Viel zu leicht ließen sie sich besiegen. Was war heute nur in sie gefahren? Hoffentlich würde sein letztes Pokémon das Ruder noch herumreißen können. Er schickte sein Vulnona auf das Schlachtfeld und befahl ihr, das Gewaldro anzugreifen. Dies war vielleicht seine letzte Chance, vor der süßen Prinzessin als großer Held dazustehen, er durfte es nicht versauen!
    Der neunschwänzige Fuchs spuckte einen Flammenwurf in Gewaldros Gesicht, sodass dieser ein paar Schritte zurückweichen musste. Grimmig blickte er in die Augen der Angreiferin. Nur, weil er in seiner normalen Form einen Typnachteil gegen sie hatte, hieß das nicht, dass er auch so leicht zu besiegen war. Als sie mit einem weiteren Flammenwurf auf ihn zielte, wich er diesem mit einer flinken Bewegung zur Seite aus, nur, um im Gegenzug mit seiner Drachenklaue anzugreifen und seine Gegnerin zu Boden zu werfen. Schnell stand diese wieder auf und schüttelte sich den Dreck aus dem Fell. Sie heulte und rannte auf Gewaldro zu. Mit ihrem nächsten Angriff ließ sie ihn in einem Inferno untergehen, von dem er schmerzende Verbrennungen davontrug.
    Die grüne Echse ließ sich davon nicht beirren. Zwar zehrte die Verbrennung an seinen Kräften, doch er wusste, dass er bis zur letzten Sekunde alles geben musste. Mit lautem Gebrüll stürzte er sich erneut auf Vulnona, doch diese nutzte seinen Angriff zu ihrem eigenen Vorteil und spie ihm ihren feurigen Atem entgegen. Gewaldro ging zu Boden, doch er richtete sich wieder auf. Er wollte alles geben, was er hatte. Mit gezückten Drachenklauen stürmte er auf seine Gegnerin zu und rammte ihr diese ins Fleisch. Keuchend ging er in die Knie. Die Verbrennungen hatten ihn besiegt.
    Corvin grinste immer noch. Dieser Kampf verlief ganz nach seinen Erwartungen. Er schickte nun sein Lohgock ins Rennen und führte die Mega-Entwicklung durch.
    "Lass Lohgock Diancie übernehmen, Yveltal soll sich um Vulnona kümmern", sagte er zu Kirika. Sie nickte.
    "Yveltal! Ablösung!", rief sie dem schwarz-roten Vogel zu. Diese führte noch einmal seine Unheilsschwingen aus und füllte damit ihre Energie wieder auf, dann flog sie weg von der Edelsteinprinzessin und hin zur Feuerfüchsin. Dieser waren die Spuren des Kampfes mit Gewaldro noch deutlich anzusehen, sie atmete schwer und konnte sich nicht mehr so flink bewegen wie am Anfang. Yveltal schoss einen pulsierenden, rot leuchtenden Energiestrahl auf sie, der sie laut aufschreien ließ. Erneut füllte sie damit ihre eigene Kraft wieder auf. Überwältigt von diesem Gegner versuchte Vulnona verzweifelt, irgendetwas zu unternehmen, um sie wenigstens etwas zu schwächen, doch ihren Flammenwurf parierte sie geschickt und den Unheilsschwingen des Angreifers wusste sie nicht auszuweichen. Mit purer Angst in den Augen beobachtete sie, wie der rote Todesvogel einen weiteren Angriff auflud. Mit einem grässlichen, krachenden Geräusch trafen tiefschwarze Wellen, ihre Finsteraura, den winselnden Fuchs. Kraftlos sank sie in sich zusammen. Sie war diesem Gegner nicht im Geringsten gewachsen.
    Kenneth fluchte vor sich hin, als er erkannte, dass er keine sonderlich große Hilfe gewesen zu sein schien. Von den anderen Kämpfenden weitestgehend unbemerkt schlich er sich leise davon. Diese Blöße konnte er sich vor der Prinzessin einfach nicht geben, was sollte sie nur von ihm denken! Kirika sah noch, wie er irgendwo in der Hofstadt verschwand. Diesen Feigling von Meisterdieb hatte Keksi nun wirklich nicht verdient.
    Diancie ließ Lohgock inzwischen in einem Sturm aus rosafarbenen Diamanten untergehen, die sie ununterbrochen auf ihn schoss. Der rot-schwarze Feuervogel ließ sich dadurch allerdings nicht davon abbringen, seine eigene Attacke vorzubereiten. Voll Todesmut stürzte er sich wie ein in Flammen gehüllter Blitz auf die Gegnerin, wohl wissend, dass es gegen sie nicht besonders effektiv sein und er selbst Schaden davon nehmen würde. Die Diamantprinzessin schrie, der Angriff schien doch stärker als erwartet. Ein erneuter, perfekt gezielter Flammenblitz brachte sie zum Taumeln. Lohgock nutzte seine Chance aus und sprang hoch, um Diancie mit einem gekonnten Tritt mit dem Knie ins Gesicht zu treffen. Sie schrie laut auf und fiel zu Boden. Zitternd richtete sie sich wieder auf. Sie formte eine gleißend weiße Kugel und schleuderte diese auf das Feuer-Pokémon, dem es nicht mehr rechtzeitig gelang, auszuweichen. Doch er wusste, dass Aufgeben keine Option war. Er sprang erneut ab, um einen weiteren starken Treffer zu landen, doch Diancie wich zur Seite aus. Der Turmkick traf den Boden und Lohgock erschauderte vor Schmerzen. Diancie nutzte ihre Chance und feuerte ihm rosafarbene Diamanten ins Gesicht. Lohgock schrie vor Schmerzen, als er umfiel und liegen blieb.
    Corvin war von seinem Lohgock enttäuscht, er hatte sich deutlich mehr von ihm erwartet. Immerhin hatte er noch ein Pokémon übrig, noch war also nichts verloren. Er rief seinen grünen, schlangenartigen Drachen in den Kampf und befahl ihm die Mega-Entwicklung.
    "Beende es!", brüllte er seinem Pokémon zu. Dieses fing an, grün zu leuchten, flog hoch empor und stürmte in seinen Gegner. Diancie war von der Kraft des Gegners überwältigt und fiel bewusstlos um.
    "Nein", sagte Keksi. "Nein, das darf nicht wahr sein!" Sie begann, zu weinen. Sie hatte nicht nur diesen Kampf verloren. Sie hatte ihre Heimat verloren. Und sie hatte ihre Freundin verloren. Sie hatte alles verloren.



    Mit einem zischenden Geräusch schoss ein Lichtstrahl vom äußersten Schlachtfeldrand und verschlang Rayquaza und Corvin. Als das Feld wieder sichtbar wurde, lag der Drache regungslos am Boden. Er war von einer einzigen Attacke besiegt worden. Corvin rieb sich die Augen, das grelle Licht hatte ihn geblendet, er konnte nichts mehr erkennen.
    Langsam schwebte das Pokémon, von dem die Attacke ausgegangen war, auf das Schlachtfeld. Kirika und Keksi staunten, sie hatten so etwas noch nie gesehen. Es sah aus wie ein Floette, doch sein Körper war blau statt grün und seine Blume hatte einen langen, roten Stiel. Die Blüte bestand nicht aus den üblichen fünf, sondern aus drei kurzen sowie drei langen, spitz zulaufenden Blütenblättern, die auf der Unterseite schwarz und auf der Oberseite rot glänzten und der Form der Blätter entsprechende schwarze Muster aufwiesen.
    "Yveltal, Angriff!", rief Kirika. Sie durfte sich von diesem Gegner nicht aus dem Konzept bringen lassen. Keksi schien zwar ebenfalls nicht zu wissen, wo er herkam, aber er kämpfte auf ihrer Seite und gehörte somit besiegt und ausgelöscht. Es war unmöglich, dass so eine dumme Fee ihrem Sieg im Weg stehen sollte.
    Yveltal flog auf das wundersame Floette zu und griff mit ihrer rot leuchtenden Signaturattacke an. Die Fee schrie auf, sie schien schon sehr geschwächt zu sein. Vermutlich hatte sie von der gleißend hellen Attacke, die Rayquaza besiegt hatte, irgendeine Form von Rückstoß erlitten. Sie schoss erneut einen solchen Angriff aus ihrer Blüte auf Yveltal, die ein lautes Heulen von sich gab. Dieser eine Angriff fraß mehr als die Hälfte ihrer Kraft, doch tatsächlich schien er auch die Fee selbst zu verletzen. Es fehlte definitiv nicht mehr viel, dann wäre sie besiegt.
    "Yveltal! Mach sie fertig!", rief Kirika. Der Todesvogel schoss einmal mehr seine rot leuchtenden Unheilsschwingen auf die Fee, die sich kaum noch aufrecht halten konnte. Es fehlte noch höchstens ein Treffer, um sie zu besiegen. Leider galt Selbiges auch umgekehrt, denn Yveltal hatte noch nicht genug Energie absorbiert, um einem dieser gleißenden Lichtstrahlen standzuhalten.
    Die Fee schwenkte ihre Blüte herum und richtete sie genau auf Yveltal. Diese sprang in genau dem Moment, in dem die Attacke vor ihr in den Boden einschlug, von diesem ab und warf sich in die Lüfte über dem wundersamen Pokémon. Sie machte sich bereit für den entscheidenden Schlag.
    Corvin riss die Augen auf. Endlich konnte er wieder etwas erkennen. Sein Atem stockte einen Moment. "Nicht, Yveltal!", schrie er, doch es war schon zu spät. Ein pulsierender, roter Energiestrahl traf die Fee, sodass diese kraftlos in sich zusammensank. Fassungslos sah der Finsterkaiser, wie das Pokémon erst taumelte und dann umfiel.
    "Was hast du getan?", brüllte er Keksi an. "Was hast du mit meinem Floette angestellt?"
    Diese verstand nicht, was er meinte. Sie hatte das Pokémon doch gerade eben zum ersten Mal gesehen. Außerdem schien es nicht gerade auf seiner Seite zu kämpfen. Was brachte ihn also dazu, von seinem Pokémon zu sprechen? Sie kniete vor der kleinen Fee, die gerade versucht hatte, den Kampf für sie zu entscheiden, und streichelte ihr über den Kopf. Sie würde sich um das kleine Pokémon kümmern müssen, als wäre es ihr eigenes, schon allein aus Dankbarkeit.
    "Yveltal! Greif die Prinzessin an!", brüllte der Finsterkaiser. Der Todesvogel, der immer noch ihm gehörte, gehorchte und schoss mit seinen Unheilsschwingen auf Keksi. Ein fürchterlicher, qualvoller Schrei entkam ihrer Kehle, der Kirika erschrocken zusammenfahren ließ.
    "Was soll der Mist?", schrie sie. "Sie kann doch nichts dafür!"
    "Schnauze!", brüllte der Finsterkaiser. Kirika wich zurück. Was war nur in ihn gefahren? Sie wusste, dass er grausam sein konnte, aber so grausam? Und das nur, weil sich ein Pokémon entschieden hatte, für Keksi zu kämpfen?
    Die Prinzessin saß am Boden, wimmerte, weinte, schrie vor Schmerzen, die sie durchleiden musste. Kirika sah Corvin angewidert an. Wie konnte er nur? Wie konnte er ihrer Freundin so etwas antun?
    "Yveltal! Noch einmal!", brüllte er.
    Keksi wusste, dass sie eine weitere Attacke nicht überstehen würde. Yveltal sammelte die nötige Energie für einen weiteren Angriff. Ein krachender Energiestrahl fuhr Keksi entgegen, der Anblick der pulsierenden, roten Attacke brannte sich in ihre Augen, als sie diese vor Angst zusammenkniff. Einen furchtbaren Moment lang herrschte Stille. Dies war ihr Ende. Dies war ganz klar ihr Ende.
    Kirikas markerschütternder Schrei ließ sie aufblicken. Vor ihr stand ihre Freundin und fing mit ihrem Körper die Attacke des Todesvogels ab, um sie zu schützen. Sie fing Kirika auf, als sie kraftlos zu Boden sank.
    "Warum?", fragte sie ungläubig und mit Tränen in den Augen. Ihre Freundin hatte gerade ihre Gesundheit, wenn nicht ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um sie zu retten.
    "Ich kann doch nicht zulassen, dass meinem Keksilein etwas zustößt", hauchte Kirika und erzwang ein Lächeln. Die beiden sahen sich nur an und aus irgendeinem Grund fühlten sie sich sicher, gar glücklich. Keksi drückte sich an ihre Freundin.
    "Du bist doch krank", rief Kirika Corvin entgegen. Voller Verachtung sah sie ihn an, der die Angriffe nun eingestellt und sein Yveltal zurückgerufen hatte. Wie konnte er das tun? Und wie konnte sie ihm nur folgen? Es war ein Fehler gewesen, ganz bestimmt. Warum war ihr das nur nicht früher aufgefallen? Es war ein Fehler, so ein großer Fehler.
    "Du kannst mit mir kommen oder du bleibst hier", sagte Corvin zu Kirika. "Deine Entscheidung. Ich stehe dir nicht im Weg, wie du dich auch entscheidest."
    Kirika sah ihre Freundin an, die sie festhielt und sich an sie drückte. Sie musste sich jetzt für das Richtige entscheiden, auch, wenn es wehtat.
    "Tut mir leid, Keksi", sagte sie, stand auf und folgte dem Finsterkaiser, der zufrieden grinste. Ihre Freundin sah ihr ungläubig und traurig hinterher.
    "Warum?", flüsterte Keksi. Sie saß dort auf dem Schlachtfeld, dort, wo sie alles verloren hatte, dort, wo nun alles vorbei war, und weinte.





    Ein Kapitel, das fast nur aus Kampf besteht. Wo ich Kampfszenen doch so gern schreibe. (Nicht!)
    Hier ein kleines Erdbeerquatschhintergrundinfogedichtspecial: Lux Calamitatis


    Spielzeugschatten wird Ihnen präsentiert von Kiris Keksfabrik. Denn Kiris Kekse wirken Wunder.
    @Kiris Marionette kann's bezeugen.




  • Corvin packte die Wache vor Neros Schloss am Kragen. "Bring mich zum König! Sofort!"
    Der ältere Mann zitterte. "W-was wollt ihr?", fragte er.
    Der Finsterkaiser sah ihn eindringlich an. "Die Stadt vom Tyrannen befreien."
    "Das sollst du am Kreuze bereuen!", entfuhr es dem Mann. Für einen Moment verschlug es Corvin die Sprache, dann lachte er.
    "Gut geantwortet, mein Freund", sagte er. Er griff noch einmal fester zu. "Worauf wartest du? Bring mich zum König! Oder muss Yveltal dich erst überzeugen?" Er griff nach der Vorrichtung, in der er seine Pokémon lagerte.
    "N-nein, tut mir nichts", wimmerte die Wache und ließ den Finsterkaiser und die Finsterbraut in das Schloss.
    "Den Alten brauchen wir nicht", sagte Kirika. "Ich kenn mich hier gut genug aus." Corvin ließ die Wache los und folgte seiner Kampfpartnerin. Diese fühlte sich bei der Sache nicht ganz wohl. Sie war gerade dabei, dem Mann, der sein Pokémon auf ihre beste Freundin gehetzt hatte, zu noch mehr Macht zu verhelfen. Aber es musste sein, sie musste sich ihm gegenüber loyal verhalten. Nur so bestand die Chance, dass sie wenigstens etwas zu sagen hätte und verhindern könnte, dass er das Land ins Chaos stürzte, und wenn nicht, hätte sie zumindest einen Einblick in die Dinge, die er plante und könnte gegebenenfalls rechtzeitig etwas dagegen unternehmen.
    Sie sah ihn an, als sie ihn durch die große Eingangshalle führte. Er bestaunte offensichtlich die teure Einrichtung, die kostbaren Tapeten und die mit Gold verzierten Decken. Dieses Schloss war aber auch wirklich das Gegenteil von seiner dunklen, aus einem einzigen Labyrinth bestehenden Festung. Es musste für jeden, der noch nie hier war, wirklich eindrucksvoll sein. Für sie selbst war es nun wirklich nichts Besonderes mehr, sie war jeden Tag hier gewesen, um Nero seine Drecksarbeit abzunehmen. Der Gedanke, dass dies nun nie wieder der Fall sein würde, war seltsam. Vier Jahre lang hatte sie für den König gearbeitet. Und jetzt war es auf einmal vorbei? Jetzt sollte sie auf einmal an die Stelle des Königs treten und das Land regieren? Wenn sie es denn durfte, wenn Corvin es erlaubte. Er war unberechenbar. Sie hatte keine Ahnung, was sie zu erwarten hatte, wenn sie ihn erst zum König geführt hatte. Ob er sie überhaupt noch länger brauchen würde? Was, wenn er sie wegsperrte, weil sie eine potenzielle Gefahr für ihn und seine Herrschaft darstellte? Was, wenn er sie gar vernichtete?
    Ihr Blick wanderte sein abgenutztes Finsterkaiser-Gewand entlang und wieder zurück zu seinem Gesicht. Warum fand sie ihn immer noch so enorm attraktiv? Nach alledem, was er getan hatte, wollte sie eigentlich nichts mehr als ihn zu verabscheuen, ihn zu verachten. Doch wenn sie ihn ansah, fühlte sie sich ihm so nahe, so verbunden. Warum nur? Was war nur falsch mit ihr?
    Sein Blick traf ihren. "Was ist los?", fragte er.
    "N-nichts", stotterte Kirika und sah wieder auf den Weg. "Da sind wir", sagte sie, als sie vor einer großen Tür stehen blieb. "Dahinter sollte Nero sein."
    "Sehr schön", sage Corvin und grinste zufrieden. Mit einem kräftigen Tritt öffnete er die Tür. Am anderen Ende des Raumes saß tatsächlich Nero auf einem gemütlichen Sessel, vor ihm sein Pikachu, neben ihm sein Sohn. Der überraschte Blick in seinen Augen wich schnell einem traurigen, denn er wusste genau, was dies bedeutete.
    "Wir haben deine Tochter besiegt. Du kannst dich nicht mehr verteidigen. Dein Thron", ein Ausdruck der puren Befriedigung schlich sich auf Corvins Gesicht, "gehört nun mir." Mit einer schnellen Bewegung ließ er Yveltal frei, die nun neben ihm schwebte.
    Nero sah, dass er verloren hatte. Er konnte wohl kaum versuchen, mit Pikachu gegen den Finsterkaiser zu kämpfen, und all seine guten Abenteurer waren im Urlaub. Er stand auf, packte seinen Sohn und ging an Corvin vorbei, verließ langsam und traurig sein eigenes Schloss.
    "Ihr sollt diesen Tag noch bereuen", zischte er, als er zum Haupttor hinaustrat. Corvin sah sich in dem Raum um, in dem er nun stand. Die Wände, die Decke, die Möbel, alles war in einem penetranten Giftgrün gehalten.
    "Keinen Geschmack für Farben hat der Gute", murmelte er. Kirika lachte.
    "Ich hab hier Nächte verbracht", sagte sie und sah sich ebenfalls um. Alles hier war ihr so vertraut, und doch war es komplett anders. Das Schloss wirkte tot ohne die Königsfamilie. "Was hast du eigentlich damit vor?", fragte sie. "Also mit dem Schloss."
    "Keine Ahnung", sagte er. "Einziehen bestimmt nicht." Er lachte. Wenn der König überall so einen wundervollen Geschmack bewies, dann war dies definitiv nicht der Ort, an dem er sich länger als nötig aufhalten wollte.
    "Kann dann Keksi hier bleiben?", fragte Kirika und sah den Finsterkaiser groß an. Sie wollte nicht, dass ihre Freundin auf der Straße leben müsste. Er zuckte mit den Schultern. Anscheinend war es ihm wirklich egal, was mit dem Schloss passierte.
    "Du, sag mal", redete Kirika weiter. Er sah sie nur an. Er schien im Moment nicht besonders redselig. "Was meintest du damit, als du Floette als dein Pokémon bezeichnet hast? Es hat doch ganz offensichtlich für Keksi gekämpft." Sein Blick wurde einen Moment lang starr und leer.
    "Sie hat mich erst zu dem gemacht, was ich bin", sagte er emotionslos. Sie verstand nicht und sah ihn fragend an. "Na gut", sagte er. "Geschichtenstunde." Er setzte sich auf den kreischend grünen Sessel. "Meine Eltern haben meine Pokémon gehasst. Sie meinten immer, die wären kein Umgang für mich, die wären keine 'echten Freunde'. Dabei waren sie meine einzigen Freunde." Er sah zur Seite. Es war ihm wohl sichtlich unwohl dabei, so über seine Vergangenheit zu sprechen. "Meine liebste Freundin war ein Simsala. Sie lehrte mich auch die Grundlagen der Magie." Ein flüchtiges Lächeln huschte über seine Lippen, als er eine kleine Flamme aus seiner Hand emporsteigen ließ. "Meine Eltern suchten verzweifelt nach Gründen, uns beide zu trennen. Und eines Tages ... eines Tages bot ich sie ihnen."
    Er senkte seinen Blick zu Boden und fixierte einen Punkt an. "Ich war zwölf, es war Winter, ich hatte versucht, von zu Hause wegzurennen, doch unterwegs fand ich sie. Ein kleines, zitterndes Floette mit einer reinen, weißen Blüte. Sie war scheu, doch ich nahm sie mit, ich wollte sie retten. Ich hatte sie nur kurz bei mir, doch sie wuchs mir so sehr ans Herz. Aber es war zu spät. Ich konnte sie nicht retten." Er sah sich gehetzt um, als würde ihn etwas verfolgen, als würde ihn etwas beobachten. "Ich nutzte einen jener Zauber, die Simsala mir immer verboten hatte. Er erweckte die kleine Fee zu einem neuen, ewigen Leben. Ihre Blume wurde schwarz und rot und sie wurde zu dem Pokémon, das du dort auf dem Schlachtfeld sehen durftest."
    Er richtete seinen Blick in die Höhe und starrte die Decke an. Kirika glaubte, in seinen Augen Tränen funkeln zu sehen. "Es war so ein großer Fehler. Ich habe die kleine Fee auf ewig verflucht. Ich wusste doch nicht, was ich tat ... Im Gegensatz zu ihr. Sie floh vor mir. Und ich war so traurig." Er kniff seine Augen zusammen und schüttelte den Kopf. "Für meine Eltern war das Grund genug, mir die Pokémon für immer wegzunehmen. An einem Abend habe ich mitbekommen, dass sie besprachen, wie sie Simsala am einfachsten loswerden konnten." Sein Blick wurde erneut leer. "In dieser Nacht habe ich meine Eltern zum letzten Mal gesehen. Ich ging nie wieder dorthin zurück."
    Kirika sah ihn fassungslos an. Sie wusste nicht, wozu seine Magie fähig war. Sie wusste gar nichts über ihn. Er war gefährlich. "Bereust du es denn?", fragte sie vorsichtig. "Also, dass du weggelaufen bist."
    Er sah ihr ernst in die Augen und stand wieder auf. "Nein. Nicht einen Moment", sagte er. "Es war ein Gefängnis. Ich konnte dort nicht glücklich werden."
    "Glücklich?", fragte Kirika geistesabwesend. Wie es wohl Keksi gerade ging? Was sie wohl machte? War sie immer noch dort? "Bist du denn glücklich?"
    Corvin sagte nichts. Er sah sie nur mit einem Blick, den sie nicht deuten konnte, an. Sie wusste nicht, was er dachte, aber sie wusste, dass sie sich in seiner Nähe auf einmal sehr unwohl fühlte. Langsam entfernte sie sich aus dem Schloss. Sie hatte jetzt sowieso Wichtigeres zu tun. Aber diese Geschichte mit Floette ... sie ließ sie nicht los. Er hatte die Macht über Leben und Tod. Gab es denn irgendetwas, was ihm trotz seiner Magie unmöglich war?



    "Keksi? Bist du noch da?"
    Die Prinzessin blickte auf. Wie sehr hatte sie sich gewünscht, jetzt diese Stimme zu hören. Und wie sehr hatte sie gefürchtet, jetzt diese Stimme zu hören. Sie hatte sie verraten. Warum um alles in Resharps Namen kam sie jetzt hierher zurück? Um über diese Niederlage zu lachen? Um sie davonzuscheuchen, um sie für immer aus ihrer Heimat zu vertreiben? Um sie noch mehr zu verletzen, als es alle Yveltals der Welt je könnten?
    "Kirika", flüsterte sie kaum hörbar. Die Finsterbraut, wie sie sich selbst nannte, kam näher. Keksi blieb am Boden sitzen, streichelte dem besiegten Floette über den Kopf.
    "Keksi", sagte Kirika. "Keksi, ich ..." Sie sah ihre Freundin auf dem Boden sitzen, ihr Gesicht von ihr abgewandt. Sie kniete sich zu ihr und nahm sie in den Arm, doch die Prinzessin schob sie unsanft von sich.
    "Keksi, es tut mir leid", sagte sie leise. Die Prinzessin drehte ihren Kopf und sah sie an. Ihre Augen waren gerötet, ihr Gesicht war verkrustet von Tränen.
    "Das hättest du dir früher überlegen können", schluchzte die Prinzessin mit dünner Stimme. Es fiel ihr schwer, auch nur ein Wort hervorzubringen.
    "Ich weiß, es war ein Fehler. Bitte, vergib mir", sagte Kirika. Wie konnte sie es nur so weit kommen lassen? Warum hatte sie nicht früher kapiert, was los war?
    "Warum hast du mich dann sitzen lassen?", schluchzte Keksi. "Warum bist du nicht bei mir geblieben, als ich dich gebraucht habe?" Sie hustete. Ihr ganzer Körper schmerzte so sehr, dass es ihr erneut Tränen in die Augen trieb.
    "Ich musste, Keksi", sagte Kirika. Ihre Freundin sah sie mit einer Mischung aus Wut und Trauer an. "Keksi, nur so ist es möglich, dass ich Einfluss darauf nehme, was er tut."
    Die Prinzessin sagte einen Moment lang nichts. Sie verstand, was Kirika meinte. Trotzdem tat es so weh, sitzen gelassen zu werden. "Und was soll ich jetzt tun? Wo soll ich jetzt wohnen?", fragte sie.
    "Im Schloss", lachte Kirika. "Corvin will es nicht. Ist ihm zu grün." Keksi musste ebenfalls lachen. Sie liebte es, wie leicht ihre Freundin sie immer wieder aufmuntern konnte. Sie hatte wirklich ein Talent dafür. Wenn sie es nutzte.
    "Versprichst du mir, dass du so etwas nie wieder machst?", fragte Keksi und sah ihre Freundin hoffnungsvoll an. Sie nickte.
    "Kommst du mit zurück? Wir müssen uns doch um deine Pokémon kümmern", sagte Kirika und stand auf. Keksi nickte und stand ebenfalls auf. Sie nahm ihre Freundin in den Arm.
    "Ich hab dich lieb, Kirika", flüsterte sie. "Ich bin so froh, dass du wieder du selbst bist." Kirika hielt sie ebenfalls fest. Sie war erleichtert, dass ihre Freundin ihr vergeben hatte. Hoffentlich konnte alles wieder ein bisschen mehr so werden wie früher. Abgesehen von den Machtverhältnissen natürlich.
    "Schickes Outfit übrigens", sagte Keksi und lächelte. Kirika hatte sich eine Punkerjacke angezogen, außerdem trug sie eine kristallene Krone, rote Schuhe mit Y-Muster und schwarze Handschuhe und trug Neros Zepter bei sich. Es stand ihr wirklich gut und es war eine nette Abwechslung zu dem Outfit, das sie die letzten Monate getragen hatte. Keksi hatte noch nie so darüber nachgedacht, aber sie fand ihre Freundin ziemlich hübsch. Sie war keine klassische Schönheit und die meisten fanden sie eher seltsam, aber wenn man es hinbekam, sie zum Lächeln zu bringen, dann ... Kirika nahm sie bei der Hand. Keksis Wangen liefen rot an. Es war fast, als hätte ihre Freundin ihre Gedanken gelesen und als würde sie das nun mit Absicht machen.
    "Das ist doch kein Grund, rot zu werden", sagte Kirika und grinste, was aber nur zur Folge hatte, dass die Röte Keksis ganzes Gesicht einnahm und sie sich an ihre Schulter schmiegte. Was war nur los mit ihr, dass sie sich auf einmal so zu dieser selbsternannten Finsterbraut hingezogen fühlte? Finsterbraut ... Warum eigentlich nicht Keksbraut? Wäre doch viel schöner und friedlicher. Keksi schreckte vor sich selbst zurück. Hatte sie das gerade wirklich so gedacht? Aber sie konnte doch nicht ... Sie sah ihre Freundin an, die sie immer noch nur stumm beobachtete und anlächelte. Warum eigentlich nicht ...?
    "Kommst du jetzt?", fragte Kirika und wollte losgehen. Die Prinzessin versuchte, ihr zu folgen, doch das Gehen fiel ihr sichtlich schwer. Vom Kampf war sie immer noch verletzt, sodass fast jede Bewegung schmerzte. "Soll ich dich tragen?", fragte Kirika.
    Keksi sah sie verdutzt an. "Das meinst du nicht ernst."
    "Warum nicht?", fragte Kirika und grinste breit. "Ich kann doch nicht verantworten, dass es meinem Keksilein nicht gut geht."
    Die Prinzessin schüttelte mit demselben irritierten Gesichtsausdruck den Kopf. "Nein. Ich krieg das schon hin." War das wirklich ihr Ernst? Sie tragen? Nicht, dass sie es nicht extrem süß fand, aber das konnte sie ihrer Freundin nun wirklich nicht zumuten. Sie war nicht unbedingt leicht und bestimmt roch sie auch nicht mehr besonders gut. Schritt für Schritt kämpfte sie sich vorwärts. Es fiel ihr nicht leicht, doch sie wollte keine Schwäche zeigen.
    "Bist du dir sicher?" Keksi nickte. Sie wollte auch einmal so stark sein wie Kirika, wenigstens ein einziges Mal. "Kann ich dir sonst irgendwie helfen?"
    Die Prinzessin schüttelte den Kopf. "Wie gesagt, ich krieg das hin." Kirika sagte nichts mehr. Ihre Freundin musste ja wohl selbst am besten wissen, ob sie zurecht kam.
    Zehn gewimmerte Schritte später knickte Keksi um und fiel hin. "Das führt so zu nichts", sagte Kirika, packte ihre Freundin und trug sie über ihre Schulter hängend weiter vorwärts. Keksi zappelte, wehrte sich und schlug mit Armen und Beinen um sich. Mit einem heftigen Schlag traf sie Kirika am Rücken, sodass diese in die Knie ging und laut aufschrie.
    "Was ist los?", fragte Keksi, als sie unsanft auf dem Boden landete.
    "Mein Rücken", keuchte Kirika, "meine ... Narbe." Ihre Freundin hatte sie mit voller Wucht getroffen und sie hatte nun das Gefühl, dass ihr Rücken zu tausenden Splittern zersprang.
    "Tut mir leid", sagte Keksi erschrocken, "ich wusste nicht, dass du ..."
    "Schon in Ordnung, es geht", sagte Kirika und stand wieder auf. Sie zuckte kurz zusammen, doch sie ließ sich sonst nichts anmerken. Keksi wusste, dass es ihrer Freundin nicht so gut ging, wie sie versuchte, es aussehen zu lassen. Es tat ihr leid, doch sie wusste nichts von dieser Narbe. Ob sie sie schon länger hatte? Ob sie es hätte wissen müssen? Was sie wusste, war, dass sie jetzt auch stark sein musste. Wenn Kirika das konnte, dann konnte sie es auch ... oder? Sie versuchte, den Schmerz in ihrem Fuß zu ignorieren und wieder aufzustehen. Sie schnappte sich Kirikas Hand und versuchte, so fröhlich wie möglich auszusehen, als sie neben ihr her lief, und tatsächlich schien es ganz gut zu funktionieren.
    Keksi atmete erleichtert auf, als sie endlich die Hofstadt erreichten. Kirika sah sie an. Sie war beeindruckt. Ihre Freundin konnte sich eigentlich kaum aufrecht halten, doch sie kämpfte gegen ihre eigene Schwäche an, als hinge ihr Leben davon ab. Sie verstand es nicht wirklich, immerhin hätte sie ihr gut helfen können, aber nichtsdestotrotz beeindruckte es sie. Sie führte ihre Freundin den restlichen Weg bis zum Lichttaubrunnen. Sie beide waren erleichtert, als sie sich dort auf den Rand setzen konnten. Am liebsten hätten sie sich in das erfrischende Nass hinein gelegt, doch sie wussten natürlich, dass das unmöglich war.
    Keksi kümmerte sich schnellstmöglich um die Verletzungen all ihrer Pokémon, die zum Glück nicht so heftig waren. "Rotom, Florges, führt mal Diancie und Floette in unseren Garten und zeigt ihnen, was es hier alles gibt", sagte sie zu den beiden Pokémon, die schon länger hier lebten. Es fühlte sich so anders an in dieser Stadt, wenn nicht sofort ihr Vater angerannt kam, wenn sie zurück nach Hause kam. Und es fühlte sich so anders, wenn auch deutlich befreiter, ja, besser, an, dass sie ihre Pokémon nicht mehr andauernd verstecken musste.



    "Kommst du mit?", fragte Corvin, als er Neros Schloss verließ und am Lichttaubrunnen vorbei kam. Kirika nickte und stand auf.
    "Komm mich bitte bald wieder besuchen", sagte Keksi und umarmte ihre Freundin. Eigentlich wollte sie sie nicht gehen lassen, sie hatte sie doch gerade erst zurückbekommen. Sie wollte sie nur festhalten, für immer festhalten und nie mehr loslassen.
    "Ich versprech's", sagte Kirika und drückte die Prinzessin an sich. Sie war froh, zu wissen, dass sie sie nun sehen konnte, wann immer sie wollte.
    "Prinzesschen", sagte der Finsterkaiser und baute sich vor Keksi auf. Sie zuckte zusammen. Was hatte er nur vor? Wollte er ihr drohen? Wollte er sie wieder verletzen? Sie traute ihm inzwischen alles zu. Wenigstens war Kirika in der Nähe, sie würde sie beschützen, ganz bestimmt würde sie sie beschützen, wenn der Finsterkaiser irgendetwas tat, was sie verletzte. "Pass mir ja gut auf mein Floette auf."
    "Sie ist nicht dein Floette", entgegnete die Prinzessin. "Sie gehorcht offensichtlich mir." Was bildete sich dieser Kerl eigentlich ein? Als ob so ein zierliches Pokémon etwas mit so einem Typen wie ihm zu tun haben wollte.
    "Ganz ruhig", sagte Kirika und hielt ihre Freundin zurück.
    "Wie auch immer." Der Finsterkaiser kam der Prinzessin näher. Sie zitterte. Machte ihm das gerade Spaß? "Wehe, du lässt zu, dass mein Floette auch nur einen Kratzer abbekommt. Dann wirst du deines Lebens nicht mehr froh. Haben wir uns verstanden, Prinzesschen?" Sie nickte zögerlich. Was war es nur, was er an diesem Floette so besonders fand? Gut, es sah wirklich besonders aus, aber das konnte wohl nicht das Einzige sein. Irgendetwas musste ihn mit diesem Pokémon verbinden. Doch was auch immer der Grund war -- sie wollte nun wirklich nicht erfahren, was er tun würde, würde der kleinen Fee etwas zustoßen.
    Der Finsterkaiser ging ohne ein weiteres Wort und zog Kirika mit sich. Er sah den Bediensteten nur an, doch dieser zuckte zusammen und ließ die beiden durch. Corvin sprang auf einen Finsterballon und holte sie zu sich. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, als sie zuletzt mit einem gefahren war, dabei waren es vermutlich keine zwei Wochen. Er steuerte den Ballon in die Richtung seiner Festung und landete im Innenhof.
    "Sag mal", fing Kirika an, "wo darf ich jetzt eigentlich schlafen?"
    "Na bei mir", sagte Corvin und grinste. "Es sei denn, in meiner Bibliothek hat es dir so gut gefallen, dass du da gar nicht mehr raus willst." Sie schüttelte den Kopf. Was wollte sie bei seinen Büchern, wenn sie stattdessen auch bei ihm sein konnte? "Was denn?", lachte er. "Findest du meine Bücher so schrecklich?"
    "Naja", sagte Kirika leicht verlegen. "Ich kann mit denen nicht viel anfangen. Ich seh da nur seltsame Zeichen, die für mich keine Bedeutung haben." Er sah sie geschockt an.
    "Willst du damit sagen, du kannst nicht lesen?"
    Sie nickte. "Ich bin in den Straßen aufgewachsen, in einem Rudel Caesurio", sagte sie. "Wer hätte es mir beibringen sollen? Und wofür?" Er sagte nichts mehr. "Naja, ich wär auch lieber zu dir gekommen, wenn ich lesen könnte", sagte sie und grinste ihn an. Er sah weg. Sie wusste nicht, was jetzt auf einmal mit ihm los war, aber er war irgendwie seltsam.
    "Kirika, ich ... Iss diesen Keks", sagte er und hielt ihr einen Keks vor die Nase. Kirika sah ihn irritiert an. Warum wollte er ihr so auf einmal einen Keks geben? Ergab das irgendeinen Sinn? "In den Keksen, die ich dir die letzten Tage gegeben habe ..." Er fixierte einen Punkt an, der ganz weit von Kirika entfernt war. "Die Kekse waren verzaubert. Sie haben dafür gesorgt, dass du dich in mich verliebst und alles tust, was ich von dir will. Der hier wird den Bann brechen."
    Zögerlich nahm Kirika den Keks an. War es wirklich wahr? Keksi hatte es geahnt und sie selbst ... sie selbst hatte es vermutlich auch schon längst gewusst. Sie war dazu gezwungen worden, sich zu verlieben. Es war ihr nicht erlaubt gewesen, sich so zu verlieben, wie es normal war, die Gefühle durften sich nicht nach und nach entwickeln, sie wurde durch einen Zauber dazu gezwungen. Der Gedanke machte sie traurig. Hieß das, diese Gefühle, die sie die ganze Zeit über hatte, die sie die ganze Zeit über in Zweifeln untergehen ließen, waren alle nicht echt? Waren sie nur Illusionen, Folgen eines Zaubers? War sie nicht mehr als Opfer eines heimtückischen Plans, ein Mittel zum Zweck? Würden ihre Gefühle einfach so verschwinden, wenn sie diesen Keks aß?
    "Corvin?", fragte sie vorsichtig. "Du liebst mich nicht, oder?" Er sah sie einen Moment lang an. Sie hatte fast das Gefühl, einen Funken Mitleid über sein Gesicht huschen zu sehen.
    "Nein", sagte er kalt. "Du bist eine attraktive junge Frau und ich würde mit dir alles tun, was du willst. Aber ich habe keine Gefühle für dich."
    Kirika sah zu Boden. Sie hatte diese Antwort erwartet, und doch tat die Bestätigung so unglaublich weh. Es war, als hätte ihr jemand mit einem Messer durch ihr Herz gestochen. Zögerlich aß sie den Keks, den sie immer noch in Händen hielt. Er schmeckte irgendwie bitter.
    "Weißt du denn wenigstens, wie es sich anfühlt, verliebt zu sein?", fragte sie. Er sah erneut weg.
    "Ja. Das brauche ich nie wieder", sagte er, und sein Gesicht verzog sich zu einer angewiderten Grimasse. "Ich habe der Liebe abgeschworen. Sie verleitet einen nur zu dummen Fehlern."
    "Du wurdest verletzt?", fragte sie. Er starrte in eine Richtung, mit einem Gesichtsausdruck, als würde er gerade an das schlimmste Ereignis seines Lebens erinnert werden.
    "Kann man so sagen", sagte er. "Ich war sechzehn, sie war vier Jahre älter. Sie war wunderschön und ... Und sie gab mir das Gefühl, etwas wert zu sein. Zum ersten Mal in meinem Leben."
    "Hat sie dich sitzen lassen?", fragte Kirika und sah ihn mitleidig an.
    "Eines Tages sagte sie mir, sie hätte jemand anderen gefunden und ich solle doch nach einer Frau in meinem Alter suchen", sagte er.
    "Was 'ne Schlampe", entfuhr es ihr. Solche Leute waren echt das Allerletzte. So mit den Gefühlen unerfahrener Teenager zu spielen ...
    "Und dann ..." Corvin verkrampfte sich. Der Satz vermochte nicht, über seine Lippen geschlichen zu kommen. Es war, als würde er ihm im Halse feststecken und ihm die Luft abschneiden.
    "Dann was?", fragte Kirika und sah ihm in die Augen. Er sah gehetzt von der einen Seite zur anderen. Da schien noch mehr dahinter zu stecken, doch anscheinend war es ihm nicht möglich, darüber zu reden. Was war wohl noch geschehen? Ob der andere Mann jemand war, den er kannte? Oder hatte er selbst etwa irgendetwas Schlimmes getan? Sie hatte nicht die leiseste Ahnung, doch sie hätte es so gerne gewusst, hätte so gerne gewusst, was wirklich mit ihm los war und warum er keine Gefühle zulassen wollte.
    "Dann nichts", sagte er. "Soll ich dir nicht einmal die Festung zeigen?"
    Es gefiel Kirika nicht, wie er einfach so das Thema wechselte, aber sie ließ ihn. Es gab Themen, über die man nicht gerne redete, und das akzeptierte sie. Vielleicht würde er ihr ja irgendwann einmal genug vertrauen, um ihr davon zu erzählen, was damals genau passiert war.
    Ohne weitere Widerworte folgte sie ihm durch den Hintereingang. Die Festung wirkte finster und kalt, doch Corvin führte sie so zielstrebig durch die engen Gänge, dass es ihr gar nicht mehr so schlimm erschien. Nach unzähligen Abbiegungen, Treppen und überwundenen auf dem Boden herumliegenden Hindernissen öffnete er eine Tür.
    "Hier, das Schlafzimmer", sagte er. Sie ging hinein. Der Raum wirkte trotz der dunklen Mauersteine, die Wände und Decke bildeten, sehr hell. Etwa in der Mitte stand ein großes Bett, das unglaublich kuschelig wirkte. Es war komplett rot bezogen, einzig die flauschigen Kissen waren schwarz. Kirika konnte nicht anders, als direkt hinzulaufen und sich auf das Bett zu legen. Sie war verdammt erschöpft von diesem Tag, es war viel zu viel passiert.
    "Kraa! Kraa!", machte ein Kramurx, das in dem riesigen Fenster landete.
    "Weg da!", zischte Corvin das Unlicht-Pokémon an.
    "Warte", sagte Kirika, sprang wieder auf und ging auf das Pokémon zu. "Vögelchen? Bist du das?"
    "Kraa!", machte das Kramurx. Kirika lachte. Sie hatte sogar ihre kleine Pokémon-Freundin wiedergefunden. Hier konnte es sich definitiv leben lassen.





    Wer die Anspielung auf die Bürgschaft ganz am Anfang geblickt hat, nehme sich nun einen Keks: lavakeks
    Ich liebe dieses Kapitel. Und alle Anhänger von #Keksika dürfte es verrückt machen. Muahaha!


    Spielzeugschatten wird Ihnen präsentiert von Kiris Keksfabrik. Denn Kiris Kekse wirken Wunder.
    @Kiris Marionette kann's bezeugen.



  • Na Sis,
    und damit kommt jetzt auch der Kommentar zu K5, K6 und K7.


    [tabmenu]
    [tab=Vorwort]

    vorgeplenkere lasse ich mal

    [tab=K5]

    Kapitel 5 - Rückkehr

    Abschnitt 1 = Hach ja die LIEBE, die Liebe kann so schön sein…. Aber nicht in diesem Fall. Ich warte ja immer noch darauf, dass Corvin sie umbringen möchte.
    Ich finde es ziemlich gut, dass sie in ihren Kaputten und verschlissenen Klamotten in die Heimat zurück gegangen ist, so fällt es nicht so auf, dass sie eigentlich total verhätschelt wird mittlerweile (und auch total verknallt ist).
    Finde ich gut, dass die Miis sie nicht gleich wieder Mögen, sondern anpöbeln und schief von der Seite anschauen. Naja ich würde vermutlich auch über sie tuscheln, denn wenn man von jetzt auf gleich wieder auftaucht, kann man sich ja sonst was vorstellen. Genauso wie die Wache, anders hätte man nicht verdutzt schauen können.
    Finde ich gut, dass genauso dann alle Bediensteten anwesend sind, ist zwar gemein, hat sie aber irgendwie voll verdient.
    Schade dass noch nicht mal das Heulen Kirika umstimmen konnte. Tja, mit dem „Urteil“ das Keksi sich selbst Kirika im Kampf stellt, hat Kirika wohl überhaupt nicht mitgerechnet und somit freut es mich umso mehr. So kann Kirika noch mehr drüber Nachdenken. Ich konnte mir den Blick sehr gut vorstellen und das Keksi zusammen bricht konnte man sich in ihrer Verfassung noch viel besser vorstellen. Ich mag Kirika und das was sie vor hat nicht. Nero und Blackfox verhalten sich da ganz richtig, so würde jeder sich verhalten.
    Abschnitt 2 = Wenigstens hat Keksi es geschafft, Nero umzustimmen, so dass sie den Meisterdieb zur Hilfe nehmen darf. Was würde sie jetzt ohne den Meisterdieb in den Gängen machen, ich würde mich vermutlich Gnadenlos überall anecken und weh tun.

    Zitat

    "Dann ist es eindeutig ein Diancienit",


    Mir hätte hierzu auch noch das mit dem eigentlichen Pokemon dazu gefehlt und hätte es dazu auch gerne erfahren, auch wenn es noch etwas später geschrieben wird, hätte es dazu geschrieben werden sollen.
    Du hast die Höhle sehr gut beschrieben, so dass man sich auch hinein versetzten kann und direkt weiß, wo sie ist. Auch wenn ich noch nicht so eine Höhle gesehen habe, kann ich mir sie doch gut vorstellen. Zudem hast du auch das Diancie sehr gut beschrieben (auch wenn ich es gerade nicht vorm Auge habe.) Ich finde es total gut, dass die beiden PKMN Keksi etwas geärgert haben. Ich finde es ja lustig, das Diancie sich etwas schämt, so schön auszusehen.
    Abschnitt 3= Ich mag Kirika nicht mehr, zumindest nicht in diesem Kapitel. Wie sie Keksi einfach so abwimmelt, noch nicht mal zum Reden ist sie bereit, solche nicht zum reden bereiten Leute mag ich echt nicht, kenne solche Leute leider nur zu gut.
    Ich glaube mittlerweile warum sich gerade Kirika in Corvin verliebt hat. Ich sage nur:

    Zitat

    "Ihr könntet auch einen romantischen Urlaub im Silber-Archipel verbringen."
    "Das können wir danach immer noch machen", sagte Kirika und grinste. "Aber ich glaub eh nicht, dass Corvin so der Typ für romantische Strandurlaube ist. Und ehrlich gesagt ... Ich bins auch nicht." Sie lachte. Sie und ein Strandurlaub ... Das war der Top-Favorit für den Witz des Tages.

    Zitat

    "Er will das Spielfigurenland."
    "Und was ist da so toll?", fragte die Prinzessin.
    Die ehemalige Hof-Abenteurerin überlegte einen Moment. Jetzt wäre es wohl von Vorteil, wenn sie seinen Antrieb selbst verstehen könnte. "Er will einfach das Spielfigurenland haben, okay?",

    Mit der Antwort wäre ich nicht gerade einverstanden, wobei ich selbst nicht verstehe , wie ein Kaiser ein Land einnehmen möchte, was hat das für einen Sinn, außer dass man Regeln bestimmen kann und sonst, naja kann man halt nicht viel tun.

    Zitat

    "Und ihm zu folgen. Und an seiner Seite den Angriff auf das Spielfigurenland zu planen." Kirika wurde langsam richtig sauer. Konnte diese Prinzessin nicht einfach einsehen, dass sie die Seiten gewechselt hatte?

    Wie wäre es einfach mal, wenn Kirika sich in Keksi Lage und Stimmung versetzt, das ist genauso wie als ob jemand verstorben wäre, dass dauert so seine Zeit, bis Keksi es verstanden haben wird.


    Und jetzt fasse ich diesen langen Abschnitt besser zusammen, sonst wird es doch zu viel. Dieser Abschnitt ist einfach zu lang.
    Das mit den Gefühlen kenne ich allerdings auch, nur nicht in dem Sinne, wie du sie so gut beschrieben hast. Sowas macht man auch nicht, das führt zu Missverständnissen und Streitereien, allerdings ist es noch nicht soweit bei denen.

    Zitat

    "Ich versuch doch nur, irgendwie deinen Verstand hinter der Magie hervorzulocken", sagte Keksi ruhig. "Ich mach mir Sorgen um dich."
    "Mein Verstand ist so klar wie immer!", rief Kirika.

    Das Keksi Kirika nicht glaubt, kann ich voll kommen nachvollziehen, denn wenn der Finsterkaiser es mit den anderen macht, dann macht er es auch unbewusst mit Kirika und dazu gehören halt ihre beliebten Kekse, schade das es Kirika nicht bemerkt.

    Zitat

    "Und ich werde nicht zulassen, dass dir irgendetwas zustößt."

    Das ist auch mit das einzige was wirklich in K6 zustimmt, aber bei dem Rest kann ich nur Keksi zustimmen und würde vermutlich genauso handeln.


    Zitat

    "Und ich möchte die Bürger und Pokémon des Landes in guten Händen wissen. Deshalb muss ich mich gegen euch stellen."

    Wie recht Keksi doch hat. Sowas kann echt deprimierend sein.


    Zitat

    Die Prinzessin sah traurig zu Boden. Sie konnte den eiskalten Blick ihrer Freundin nicht mehr ertragen. "Ich erkenn dich gar nicht wieder. Du fehlst mir richtig."

    Ab diese Stelle wurde ich auch leicht traurig, was ja auch nicht wunderlich ist.


    Ich glaube das Problem liegt ganz einfach daran, dass Kirika noch nie wirklich Verliebt gewesen ist und deswegen so bescheuert gegenüber Keksi geworden ist, was doch leider alles die Liebe ausmachen kann. Sowas erschüttert einem dann doch. Bei mir war es nicht so, dazu evtl. Privat mal mehr. Kirika kennst das Wort Vertrauen vermutlich einfach nicht und hat ja auch nicht wirklich einen festen Wohnsitz und fühlt sich durch die ganze Finstere Aura und der Liebe so gut bei Corvin, dass sie nicht mehr weiß, was eine Richtige Heimat eigentlich zu bedeuten hat, Ich wäre da auch ziemlich sauer und Traurig so wie Keksi. Aber was soll man mit einer eigentlich Heimatlosen Person schon machen….?

    Zitat

    "Das klingt sogar nach gar keinem schlechten Plan", sagte Kirika in einem sarkastischen Ton. "Ach, Moment mal, du hast da ein klitzekleines Detail vergessen: ich stehe unter keinem Zauber. Viel Spaß dabei, einen nicht vorhandenen Zauber zu brechen."

    Arrg ich könnte austicken bei Kirikas Worten, wie soll man da nicht sauer, wütend und dennoch Traurig bei werden, ich kann Keksi voll verstehen.


    Zitat

    "Jetzt bist du total abweisend und kaltherzig."

    Damit hat Keksi total recht.


    Schade das Kirika einfach durch die Liebe nichts mehr merkt und dabei weiß sie ganz genau, was sie da anstellt.

    Zitat

    Keksi wurde rot, als der Meisterdieb neben ihr stand und ihre Hand hielt. "Er wird mit mir kämpfen", sagte sie.
    "Klingt ja lustig", sagte Kirika. "Da freu ich mich ja schon fast auf den Kampf."


    Woher möchte sie eigentlich wissen, mit welchen Pokemon sie antritt und welche er haben wird, außer Das Kirika ihn schon mal gefangen genommen hatte (oder habe ich da was falsch bei gelesen?)


    [tab=K6]

    Kapitel 6 - Kampfgebrüll

    Abschnitt 1 = Ab zum Kampf Kapitel.

    Zitat

    Kirika sagte nichts und wandte sich dem Schlachtfeld zu. Warum musste er nur so recht haben mit dem, was er sagte? Sie konnte ihn wirklich nicht verlassen. Zu groß war seine Anziehungskraft, egal, wie widerlich er sich benahm.

    Leider ist seine Anziehungskraft und Ihre Liebe zu ihm zu groß und das wird keiner Verstehen. Das weitere vorgeplenkere überspringe ich mal gekonnt. Am Anfang war ich durch das ganze hin und her der ganzen Pokemon total überfordert und jetzt beim durchlesen wird es zumindest durchschaubarer.


    Cresselia und Kryppuk sind eindeutig zu gleichstark, auch wenn am Ende, zwar sehr geschwächt aber dennoch das Kryppuk den Zweikampf gewonnen hat.
    Der Kampf zwischen Rotom und Woingenau ist ja eigentlich ziemlich langweilig gewesen, wenn man mal die anderen Kämpfe dazu vergleicht. Wenn Rotom mal auf Keksi gehört hätte, wobei ich nicht versehen kann, weshalb es dann dennoch besiegt wurde??
    Mich wundert dass Kenneth mit Lucario erst mal Keksi geholfen hat und somit von Gewaldro sich abgewendet hat, was allerdings ein ziemlich großer Fehler war. Florges war allerdings nicht sehr schlau, denn durch ihre starke Mondgewalt gegen Kryppuk wurde sie ja auch zwar nur leicht aber dennoch Geschwächt.
    Jetzt ging es mit Lucario und Florges auf Groudon, was allerdings nicht gerade das Beste ist, denn Groudon hatte nur mit einer Attacke das Florges besiegt gehabt. Jetzt hatte Keksi nur noch ihr letztes Pokemon.
    Abschnitt 2 = Mega Diancie gegen den Rest der noch kommt.

    Zitat

    Es war seltsam, diese Dinge dann zum ersten Mal im Einsatz zu sehen, wenn sie gegen sie verwendet wurden. Eigentlich hatte Kirika immer gehofft, eines Tages mit Keksi gemeinsam gegen die Gefahren, die andauernd vor den Toren des Spielfigurenlandes lauerten, zu kämpfen.


    Tja da sollte man vorher dran denken, bevor man so einen Mist fabriziert, jetzt ist es zu spät und der Kampf begann.
    Erst kam Groudon gegen Diancie. So jetzt wo ich auch versanden habe, das Kirikas Groudon ein Mega Groudon ist, ist es doch verwunderlich, dass es besiegt wurde und das durch Lucario, dass dadurch allerdings leider auch Geschwächt wurde und somit von dem Mega Gewaldro ohne Problem niedergestreckt wurde. Jetzt hatte Kirika auch nur noch ihr letztes Pokemon und zwar ein Yveltal. Zudem hatte auch nur noch Kenneth sein letztes Pokemon Volnona in den Start gebracht. Volnona hat es zwar geschafft, dass Gewaldro zu besiegen, allerdings naja war Volnona durch das nächste Pokemon nicht mehr Kampfbereit, also wurde von Yveltal mit purere Angst besiegt.

    Zitat

    Dieser Kampf verlief ganz nach seinen Erwartungen.

    Dieser Corvin wusste anscheinend von vornerein, wer Antreten wird und das er ohne Problem gewinnen wird. Verläuft ja fast wie bei Worrier Cats, beängstigend sind solche Kämpfe, wo man sofort weiß, wer eigentlich gewinnen wird.


    Jetzt muss Diancie gegen den Rest der beiden Kämpfe und verlor es leider in Abschnitt 3 auch sogleich.

    Zitat

    Kenneth fluchte vor sich hin, als er erkannte, dass er keine sonderlich große Hilfe gewesen zu sein schien. Von den anderen Kämpfenden weitestgehend unbemerkt schlich er sich leise davon. Diese Blöße konnte er sich vor der Prinzessin einfach nicht geben, was sollte sie nur von ihm denken! Kirika sah noch, wie er irgendwo in der Hofstadt verschwand. Diesen Feigling von Meisterdieb hatte Keksi nun wirklich nicht verdient.

    Durch das Abhauen ist Kenneth erst recht ein Feigling, am meisten dadurch kann er Keksi am Schluss noch nicht mal helfen.


    Allerdings finde ich es schön, dass Diancie es so gesehen mit einem Kampf geschafft hat, Corvin Lohgock umzunieten. Und Corvin somit mit dem Ergebnis mal unzufrieden ist. Schade das Diancie durch Rayquaza im Endeffekt besiegt wurde.
    Abschnitt 3 = Diese Attacke von Floette war cool und zudem hat es Mega-Rayquaza zu Nichte gemacht, womit der Finsterkaiser mal nicht gerechnet hatte.
    Ich finde es immer noch schön, wie ein Pokemon sich von selbst aus den Fängen von Corvin befreien kann und dann Keksi hilft, auch wenn es durch Yveltal besiegt wurde. Es hatte zumindest sein Bestes gegeben.

    Zitat

    "Yveltal! Greif die Prinzessin an!"

    Wie kann Kirika nur bei Corvin und das bei so einem Angriff, wo es am Ende noch gegen Keksi gegangen ist. Kirika hat sie zwar gerettet, aber dennoch bleiben die Schmerzen ja. Corvin kennt sowas wie Gefühle ja anscheinend eh nicht.


    Zitat

    "Was hast du getan?", brüllte er Keksi an. "Was hast du mit meinem Floette angestellt?"

    Wie kann man nur so wüten werden, wenn sich Pokemon von selbst entschließen, die Seiten zu wechseln? Corvin hatte vermutlich am Ende eh vorgehabt Keksi mit Attacken zu bombardieren und zu verletzten, nur um ihr eine nichts nutzende Lektion zu erteilen.




    [tab=K7]

    Kapitel 7 - Vertrauenssache

    Abschnitt 1 = War ja irgendwie klar, dass Corvin direkt zu Nero geht und die Wache zwing, ihn Durchzug lassen. Man, haben die Wachen schiss.

    Zitat

    Sie war gerade dabei, dem Mann, der sein Pokémon auf ihre beste Freundin gehetzt hatte, zu noch mehr Macht zu verhelfen. Aber es musste sein, sie musste sich ihm gegenüber loyal verhalten. Nur so bestand die Chance, dass sie wenigstens etwas zu sagen hätte und verhindern könnte, dass er das Land ins Chaos stürzte, und wenn nicht, hätte sie zumindest einen Einblick in die Dinge, die er plante und könnte gegebenenfalls rechtzeitig etwas dagegen unternehmen.

    Ich hoffe das Kirika aus dem ganzen Kampf und der „Gefangenschaft“ gelernt hat und sich am Ende wieder gegen ihn stellt.

    Zitat

    Was, wenn er sie wegsperrte, weil sie eine potenzielle Gefahr für ihn und seine Herrschaft darstellte? Was, wenn er sie gar vernichtete?

    Damit rechne ich am Meisten, denn Corvin benötigte Kirika ja nur um gegen Keksi und Kenneth zu gewinnen und für nichts anderes. Jetzt braucht er Kirika nur noch um durch Nervös Haus zu kommen.


    Zitat

    und all seine guten Abenteurer waren im Urlaub.

    Seine ganzen Abenteurer hätten in dieser Lage auch nichts mehr ausrichten können, außer sie wären doppelt so stark wie Corvin, allerdings sind die das nie im Leben.


    Ab jetzt wo er den Thron hat, muss es doch mega langweilig sein. Also nur sitzen, essen und schlafen, kann nicht das Beste und interessanteste Leben sein.

    Zitat

    "Was hast du eigentlich damit vor?", fragte sie. "Also mit dem Schloss." "Keine Ahnung", sagte er.

    Schön dass es ihm total egal ist, was mit dem Schloss passiert, warum hat er dann alle Menschen und Pokemon rausgeschmissen, wenn er dort eh nicht Leben wird? Er hätte sie gar nicht erst rausschmeißen müssen, sondern einfach nur den Thron irgendwie zu seiner Festung müssen.


    Zitat

    "Was meintest du damit, als du Floette als dein Pokémon bezeichnet hast? Es hat doch ganz offensichtlich für Keksi gekämpft."
    Er erweckte die kleine Fee zu einem neuen, ewigen Leben. Ihre Blume wurde schwarz und rot und sie wurde zu dem Pokémon, das du dort auf dem Schlachtfeld sehen durftest."

    Dadurch dass er sie zu einem neuen und Selbstbewusste Pokemon erweckt hat, konnte er doch nur davon ausgehen, dass Floette eher Keksi hilft, als Corvin. Dieses Floette wusste vermutlich ganz genau, was Corvin vorhat und hat sich deswegen auf Keksis Seite gestellt. Auch wenn Keksi keine Anweisungen gegeben hatte, wusste es ganz genau, wie es Angreifen musste.

    Zitat

    Corvin sagte nichts. Er sah sie nur mit einem Blick, den sie nicht deuten konnte, an. Sie wusste nicht, was er dachte, aber sie wusste, dass sie sich in seiner Nähe auf einmal sehr unwohl fühlte. Langsam entfernte sie sich aus dem Schloss. Sie hatte jetzt sowieso Wichtigeres zu tun. Aber diese Geschichte mit Floette ... sie ließ sie nicht los. Er hatte die Macht über Leben und Tod. Gab es denn irgendetwas, was ihm trotz seiner Magie unmöglich war?

    Das wurde auch Zeit, dass Kirika sich ganz langsam vor Corvin flüchtet und Keksi aufsucht.

    Abschnitt 2=

    Zitat

    Warum um alles in Resharps Namen kam sie jetzt hierher zurück? Um über diese Niederlage zu lachen? Um sie davonzuscheuchen, um sie für immer aus ihrer Heimat zu vertreiben? Um sie noch mehr zu verletzen, als es alle Yveltal der Welt je könnten?

    Sowas würde sich jeder, nach so einem Kampf Fragen.


    Zitat

    "Ich musste, Keksi", sagte Kirika. Ihre Freundin sah sie mit einer Mischung aus Wut und Trauer an. "Keksi, nur so ist es möglich, dass ich Einfluss darauf nehme, was er tut."

    Jetzt versteht man auch den ganzen Hintergrund von ihrer Kampfpflicht, wobei so ganz verstehe ich zwar immer noch nicht, wie man sich so in Corvin täuschen kann, aber wenn sich jetzt wirklich alles, zumindest zwischen den beiden, ändert, dann weiß ich auch weshalb die Geschichte fast zu Ende ist, wobei da eigentlich nochmal ein Kampf zwischen Kirika und Corvin kommen müsse, so als Abschluss, wo dann der richtige Sieg besiegelt wird und keiner Mehr Angst haben muss.


    Achja wie leicht es doch ist, die Freundschaft zwischen Keksi und Kirika neu auffrischen zu lassen.

    Zitat

    ... Warum eigentlich nicht Keksbraut? Wäre doch viel schöner und friedlicher

    Da musste ich gerade etwas schmunzeln, wann fällt mal nicht das Wort Kekse bei dir. ;D  


    Wie sie einfach mal gegenseitig Gedanken lesen können, so muss Freundschaft sein.
    Dummes dummes Kesilein, ich glaube ich hätte mich freiwillig, zumindest Huckepack, tragen lassen, am meisten wenn mir alles wehgetan hätte, so wie Keksi. Es kommt ihr vermutlich wie Schwäche vor, aber wenn eh da hinschleicht, kann man sich auch gleich tragen lassen.

    Zitat

    Keksi wusste, dass es ihrer Freundin nicht so gut ging, wie sie versuchte, es aussehen zu lassen. Es tat ihr leid, doch sie wusste nichts von dieser Narbe. Ob sie sie schon länger hatte? Ob sie es hätte wissen müssen?

    Diese hässliche Wunde kommt von Corvin, der Kirika ja irgendwie zur Festung bringen musste und somit kann Keksi davon ja nichts wissen, außer wir die Geschichten Leser.


    Zitat

    Und es fühlte sich so anders, wenn auch deutlich befreiter, ja, besser, an, dass sie ihre Pokémon nicht mehr andauernd verstecken musste.

    Ich hätte mich von vornerein durchgesetzt, denn es ist doch ziemlich langweilig, wenn man nichts machen kann.


    Abschnitt 3 = Das Kirika Keksi besuchen kommt, kann man doch sehr von vermuten, denn Kirika weiß, was sie an Keksi hat und ohne sich gegenseitig würden die sich sehr einsam fühlen.

    Zitat

    "Sie ist nicht dein Floette", entgegnete die Prinzessin. "Sie gehorcht offensichtlich mir."

    Wie Corvin es einfach nicht einsehen möchte, dass Floette Corvin nicht mag und lieber ganz weit weg und eher bei Keksi sich in Guten Händen wiegt. Keksi kann sich einfach liebevoller um Pokemon kümmern. Corvin benutzt seine Pokemon ja nur als Arbeitsmittel und nicht als richtige Partner.


    Ich frage mich gerade, wie Corvin es herausfinden möchte, wie es Floette geht und was man mit ihr macht, auch wenn Keksi Floette nie im Leben etwas anstoßen wird.

    Zitat

    "Naja", sagte Kirika leicht verlegen. "Ich kann mit denen nicht viel anfangen. Ich sehe da nur seltsame Zeichen, die für mich keine Bedeutung haben." Er sah sie geschockt an."Willst du damit sagen, du kannst nicht lesen?"

    Auch gut, muss er eigentlich auch nicht wissen, aber sein Gesichtsausdruck ist sehr schön vorzustellen. Wie jetzt auf einmal alles ans Licht kommt. erst Corvins Vergangenheit und jetzt Kirikas Legistini.


    Zitat

    "Die Kekse waren verzaubert. Sie haben dafür gesorgt, dass du dich in mich verliebst und alles tust, was ich von dir will. Der hier wird den Bann brechen."

    Keksi hatte das ja schon die ganze Zeit gewusst, genauso wie ich es gewusst habe und jetzt wird es ihr endlich auch mal klar, nur vermute ich insgeheim, dass der Bann schon lange gebrochen wurde, denn sonst hätte sie sich nicht so einfach über Keksi usw. Gedanken machen können. Das Corvin nicht in sie verliebt gewesen ist, war doch schon die ganze Zeit klar und mich wundert, dass es Kirika durch ihre Rosarote Brille nicht ansatzweise aufgefallen ist.


    Das man nicht gerne über vergangene Beziehungen Reden möchte, die zerbrochen wäre, ist irgendwie verständlich, aber wenn man nicht darüber spricht, kann man auch nichts besser machen.

    Zitat

    "Kraa! Kraa!", machte ein Kramurx, das in dem riesigen Fenster landete.
    "Weg da!", zischte Corvin das Unlicht-Pokémon an.
    "Warte", sagte Kirika, sprang wieder auf und ging auf das Pokémon zu. "Vögelchen? Bist du das?"
    "Kraa!", machte das Kramurx. Kirika lachte. Sie hatte sogar ihre kleine Pokémon-Freundin wiedergefunden. Hier konnte es sich definitiv leben lassen.

    Ein Unlicht Pokemon weiß wo es hingehört und zwar zu seiner Gesprächspartnerin und da wir ja wissen, dass Kirika mit einigen Pokemonarten sprechen kann, ist das eine gute Kombi.


    [tab=Nachwort]
    FERTIG, ich habe es nach endlosen Stunden endlich geschafft, diese 3 Kapitel durch zu lesen und zu Kommentieren. Mal schauen, ob ich mich noch deinem Erdbeerquatsch widme, müsste ich ja eigentlich, denn das Update gehört nun mal zur Geschichte dazu.
    [/tabmenu]

    Ich habe es geschafft und ich würde mich sehr über einen Gegenkommentar zu meinem noch unbeantworteten Update sehr freuen.


    Lg *Miro*


    viel spaß beim recommentieren :P


  • Keksi ging zur Ballonstation. "Einmal mit dem Blätterballon, bitte", sagte sie und lächelte die Bedienstete an.
    "Es tut mir leid", sagte diese, "aber der Blätterballon wurde gerade eben erst benutzt. Du musst entweder warten oder einen Poké-Diamanten zahlen, damit wir ihn schneller aufpumpen können." Keksi griff in ihre Tasche und holte einen Diamanten heraus. Zum Glück war sie wichtig genug, um den V.I.P.-Bonus genießen zu können, für gewöhnliche Abenteurer war der Preis im Durchschnitt deutlich höher. Die Bedienstete ließ den Ballon aufpumpen und Keksi aufsteigen.
    Ihre Pokémon hatte sie allesamt verstaut, sie war heute nicht hier, um zu kämpfen. Sie wollte nur etwas Zeit bei ihren geliebten Blumenpokémon verbringen und den Tag genießen. Seit dem Sieg des Finsterkaisers waren schon Wochen vergangen, doch selten hatte sie sich einmal einfach nur Zeit für sich genommen. Heute sollte das anders sein. Kirika hatte ihr abgesagt, sie könne heute nicht. Sie wusste nicht, warum, doch sie hatte sich nicht getraut, nachzufragen, sie wollte nicht zu neugierig wirken. Immerhin hatte Kirika auch einmal einen Tag ohne sie verdient, nachdem sie sich seit der Eroberung ausnahmslos jeden Tag getroffen hatten. Neugierig war sie natürlich dennoch.
    Geistesabwesend drückte sie einen Knopf, um den Ballon landen zu lassen. Vermutlich machte Kirika gerade etwas mit Corvin. Keksi mochte den Kerl nicht und konnte einfach nicht verstehen, warum Kirika ihn immer noch derart anhimmelte. Er hatte sie nur durch einen feigen Zauber dazu gebracht, ihm zu folgen, wie konnte sie ihm das so einfach verzeihen? Nachdem sie das erfahren hatte, war sie eine Zeit lang auch nicht besonders gut auf ihn zu sprechen gewesen, obwohl sie weiterhin bei ihm lebte. Warum war sie nur damals nicht ausgezogen? Keksi hatte sich schon Chancen ausgerechnet, dass Kirika zu ihr ziehen könnte. Wäre das nicht schön gewesen? Mit ihr zusammen im Schloss leben ... Wer weiß, was sich daraus entwickelt hätte?
    Der Ballon landete im Hofgarten und Keksi sprang ab. Warum hatte sie sich nicht mehr angestrengt, um ihre Freundin davon zu überzeugen, nicht beim Finsterkaiser zu leben? War sie sich zu sicher, dass sie ihn auf lange Sicht verlassen würde? Leider war das ganz und gar nicht der Fall gewesen und die beiden näherten sich einander viel zu schnell wieder an. Inzwischen verstanden sie sich vermutlich besser denn je. Wie sehr es sie doch ankotzte, jedes Mal, wenn Kirika anfing, von Corvin zu schwärmen. Sie wollte diejenige sein, von der sie schwärmte, sie wollte diejenige sein, in deren Armen sie einschlief, sie wollte diejenige sein, mit der sie ihr Leben verbrachte. Warum nur musste dieser vermaledeite Finsterkaiser ihr da dermaßen dazwischenfunken?
    Keksi seufzte. Nun war sie einmal allein, und doch war das Einzige, woran sie denken konnte, Kirika. Kirika und der Fakt, dass sie nie mehr sein würde als nur eine Freundin. Es war so frustrierend. Wie gerne hätte sie es ihr einmal erzählt, doch sie hatte Angst, viel zu viel Angst. Es war schon seltsam. Über alles konnte sie mit ihr reden, über den doofen Lehrer, der sie immer benachteiligte, über den doofen Pickel an ihrem Rücken, den sich mal jemand ansehen sollte, darüber, wie einsam sie sich ohne ihre Familie in dem riesigen Schloss fühlte. Aber über ihre Gefühle, die ihr Herz jedes Mal schneller schlagen und ihren Atem schneller werden ließen, wenn sie Kirika sah, über ihre Gefühle, dank denen sie jede Nacht von nichts anderem mehr träumte als davon, mit Kirika zusammen sein zu können, über ihre Gefühle, die dafür sorgten, dass sich alles in ihr krampfhaft zusammenzog, wenn sie Kirika und den Finsterkaiser zusammen sah, über diese Gefühle konnte sie nicht reden. Selbst, wenn sie es versuchte, sie brachte kein Wort heraus. Oft genug hatte sie es versucht, dann aber doch wieder einen Rückzieher gemacht, aus Angst, ihre Freundin würde es falsch auffassen, sie für den Rest ihrer Tage verachten oder nie wieder ein Wort mit ihr wechseln.
    "Kirika, ich liebe dich", flüsterte sie geistesabwesend, als sie ins Nichts starrte. Was fand sie nur so toll an diesem Finsterkaiser? Warum konnte sie ihn nicht einfach verlassen und mit ihr zusammen leben, als Prinzessin und Prinzessin im Schloss? Gut, vermutlich hätten die beiden nicht so viel Talent darin, auf das Land aufzupassen und es zu regieren, aber dennoch ... Es wäre so viel schöner. Warum war das Einzige, was sie sich wirklich wünschte, nur dermaßen unerreichbar? Es war ihr inzwischen relativ egal, wer das Land regierte, Corvin machte das sowieso kaum anders als ihr Vater, eigentlich merkte man kaum einen Unterschied. Nur warum musste er neben ihrem Land auch noch ihre Kirika beherrschen? Sie seufzte. Sie wollte doch eigentlich einen Ausflug machen, um auf andere Gedanken zu kommen.
    "Miep!" Ihre düsteren Gedanken verwischten das Geräusch zu einem nicht weiter definierbaren Störton. "Miep-miep!" Sie blickte verwundert auf. Vor ihr schwebte ein Flabébé, das sich an einer roten Blüte festhielt. "Miiiep!", machte die kleine Fee fröhlich, als Keksi sie bemerkte.
    "Hallo, meine Kleine", sagte die Prinzessin und lächelte. Das Pokémon stupste sie an, kreiste dreimal um sie herum und raste dann davon. Keksi rannte ihr hinterher kreuz und quer durch den Hofgarten. Es machte wirklich Spaß, so ohne irgendwelche Hintergedanken durch die Gegend zu tollen. Es war erfrischend und vertrieb düstere Gedanken schneller als alles andere.
    "Miep", machte das Flabébé plötzlich und deutete Keksi, still zu sein. Dort, hinter einem Busch, war irgendetwas. Ja, da waren zwei Figuren zu sehen. Die Prinzessin seufzte. Warum musste sie ausgerechnet im Hofgarten landen, wo der doch geradezu berüchtigt dafür war, dass dort die ganzen Pärchen hingehen, um ... Spaß zu haben? Warum konnte sie nicht im Heckenwald oder auf dem Wipfelwachposten landen? Dort wäre sie für sich gewesen und hätte nicht daran erinnert werden müssen, wie allein sie sich fühlte.
    Sie warf erneut einen Blick in die Richtung dieses Buschs. Das ... Das konnte doch nicht --! Das war jetzt nicht deren Ernst, oder?! Das konnte doch nicht wahr sein! Diese beiden Figuren, die waren ganz eindeutig ... Also war das der Grund, warum Kirika heute nicht kommen konnte? Weil sie sich mit Corvin im Hofgarten vergnügen wollte? Die Prinzessin beobachtete, wie die beiden sich immer wieder küssten und gegenseitig betatschten.
    "Heute auf dem verführerischen Speiseplan des Finsterkaisers", sagte Corvin, "meine Zuckerstange." Kirika kicherte.
    Keksi schlug sich mit der Hand gegen die Stirn. War das deren Ernst? Da konnte sie sich ja bessere Sprüche einfallen lassen als ... das! Sie beobachtete, wie die beiden wieder begannen, sich gegenseitig abzuschlabbern und sich an die Wäsche gingen. Sie rannte schnell davon, so schnell sie konnte in Richtung des verbotenen Bereichs, des Heiligtums, aus dem kein Mii und kein Pokémon je lebendig zurückgekehrt sein sollte. Aber das war ihr gerade egal. Sie wollte einfach nur weg hier, sie wollte sich das keine Sekunde länger mitansehen müssen. Wie sie das hasste. Wie sie ihn hasste. Dieser Finsterkaiser, dieser verdammte Finsterkaiser! Er nahm ihr ihre Kirika weg, und sie ließ sich das alles gefallen!
    Die Prinzessin warf sich vor dem Eingang zum Heiligtum auf den Boden und sah gen Himmel. Das kleine Flabébé legte sich zu ihr, es war ihr die ganze Zeit über gefolgt. Sie streichelte der Fee geistesabwesend über den Kopf.
    "Was meinst du", sagte sie leise, "sollte ich Kirika auch mal entführen?"





    Beachtet das gestern im Erdbeerquatsch erschienene Special.
    Nein, "Wipfelwachposten" ist kein Tippfehler. Fragt eure Ausgabe von Rumble World, wenn ihr mir nicht glaubt.


    Ich hoffe, ihr hattet genauso viel Spaß mit Spielzeugschatten wie ich. Wenn auch nur einer von euch das mit "Ja" beantworten kann, dann bin ich glücklich, denn dann habe ich mein Ziel erreicht.
    Ich bin gerade irgendwie stolz, behaupten zu können, das hier tatsächlich bis zum Ende durchgehalten zu haben, war ja doch ein ganz schöner Marathon. Und danke an alle, die es ebenfalls bis hierher durchgehalten haben. Ihr habt guten Geschmack bewiesen. :heart:


    Spielzeugschatten wurde Ihnen präsentiert von Kiris Keksfabrik. Denn Kiris Kekse wirken Wunder.
    @Kiris Marionette kann's bezeugen.