MOSAIK

  • Hi.

    Okay, seit meinem letzten Kommentar hat sie Crash besiegt, ihn rekrutiert, Heidenstein angerufen, sich mit Michael gestritten, sich von Murphy eine Entschuldigung geholt und ein Monster gejagt. Es ist also schon Einiges passiert. Crash scheint wirklich ganz in Ordnung sein - er ist nicht blöd, versteht was vom Kämpfen (auch, was stärkere magische Gegner betrifft) und wirkt auch teamfähig, jedenfalls scheint er im Kampf ganz gut mit Pakhet zu harmonieren, soweit es erforderlich ist und lässt niemanden im Stich. Und er hat dazu beigetragen, dass Murphy sich entschuldigt.

    Mit Heidenstein scheint sich nun ja eher ein Konflikt anzubahnen - er meldet sich nicht so oft und sein Fehlen bei der Mission hat sich als durchaus problematisch erwiesen, auch wenn man jetzt darüber streiten kann, ob es wirklich "seine Schuld" gewesen ist. Wobei mir bei dem Thema noch zwei Zitate einfallen, einmal am Ende des Kapitels, wo Pakhet ihn anruft:

    „Verfickter Idiot.“

    Ist vielleicht meine allzu behütete Erziehung und es ist auch nur ein kleines Detail, aber "verfickter" schien mir an der Stelle irgendwie ein wenig "heftig". Weiß nicht, ich hatte das Gefühl, etwas Harmloseres wie "blöder" wäre angebracht. Aber keine Ahnung. Pakhet ist ja Amerikanerin (wenn ich mich recht erinnere), und vielleicht verwenden die ihr Äquivalent zu "verfickt" inflationärer, sodass es an Ausdruckskraft ein bisschen mehr verloren hat. Ist aber auch nur mein persönlicher Eindruck jetzt. Ansonsten ist mir noch das hier aufgefallen:

    Aber den Luxus würden sie nicht haben.

    Der Wagen kam zum Stehen. „Was machen wir jetzt?“, fragte Spider.

    „Aussteigen und Kämpfen.“ Konnte sie die anderen nicht einfach hierlassen? Es wäre sicherer. Es wäre deutlich sicherer.

    Doch es war ein Luxus, den sie nicht hatte. Ein Luxus, den sie sich nicht erlauben konnte.

    Hier fand ich's irgendwie auffällig, dass die Redewendung mit dem Luxus zweimal relativ kurz hintereinander vorkommt. Ist jetzt auch eher nitpicky, aber persönlich würde ich eins davon durch irgendetwas Gleichbedeutendes ersetzen. Aber na ja, nur ein Vorschlag. Habe ja sonst am Schreibstil auch nichts zu meckern.

    Ansonsten zu Heidenstein: Ich frage mich ein bisschen, ob er vielleicht Murphy das mit der Heilung beigebracht hat, aber keine Ahnung. Oder ob Murphy sich das von ihm abgeguckt hat, aber es ist Magie und kein Judowurf, weshalb ich spontan vermuten würde, dass das so nicht einfach möglich ist. Das wäre halt etwas, was Heidenstein ein bisschen "rehabilitieren" würde, aber möglicherweise ist es nur mein Wunschdenken, weil Heidenstein bisher relativ verlässlich wirkte. Vielleicht hat er sein Team also wirklich ein bisschen vernachlässigt, weil er mit anderem kram beschäftigt war - die Frage ist dann halt, ob der Kram wirklich so wichtig war, also Heidenstein gute Gründe hatte. Möglich wär's. Na ja, man wird sehen. Ich vermute jedenfalls, dass es so oder so für Heidenstein ein Donnerwetter geben wird.

    Das letzte Kapitel war natürlich sehr actionreich, wobei das Ende sich nicht wirklich wie ein Sieg anfühlt (ist natürlich nicht negativ gemeint). Einerseits ist Spider natürlich stark verletzt worden und ich kann jetzt nicht sagen, ob er überlebt. Ich würd's ihm wünschen, aber ... Na ja, ich bin gerade besorgt, weil er und sein Bruder nicht so viel Präsenz hatten und ich mir jetzt nicht sicher bin, ob es vielleicht daran liegt, dass sie ohnehin nicht lange dabei sein werden.

    Andererseits handelte es sich bei dem "Monster" anscheinend auch nicht um Jemanden, der so ein Ende in irgendeiner Art verdient hätte. Außerdem war er ein Elefant. :( Da fühlt sich das also am Ende nicht wirklich wie eine Mission an, deren Ausgang man als Erfolg verbuchen könnte, auch wenn vielleicht größerer Schaden verhindert wurde.

    Davon ab wollte ich nochmal die Darstellung der Actionszenen hervorheben. Die sind durchgehend spannend geschrieben, ohne dabei unübersichtlich oder verwirrend zu werden.


    Ähm, ja. Das wäre fürs Erste alles, glaube ich ... Glückwunsch zur abgegebenen Masterarbeit noch und so.

  • Mir? Oder ist das Kapitel gerade aus einer anderen Sicht geschrieben?

    Hö?


    Ich bin verwirrt. Die Geschichte ist doch durchweg in dritter Person geschrieben.


    Ich weiß, dass die Wiederholung des Wortes am Anfang peppig sein soll, aber die Formulierung würde ich noch ändern.

    Hier tagge ich auch kurz Thrawn : Das ist tatsächlich ein Stilmittel. Halt um das Wort hervorzuheben. :)


    Wollte es grade selbst erwähnen. Er muss aussehen wie einer.

    *hüstel* Mag auch dran liegen, dass der Charakter als solcher konzipiert war, ehe die Handlung nach Südafrika verlegt wurde.


    Interessantes Konzept. Der ölige Körper könnte ein bisschen an Mononoke Hime erinnern und hat generell etwas spokyes.

    Deine Erfindung, oder eine Anspielung, auf einen echten Kryptiden?

    Schwarzes Öl... da fällt mir auch wieder eine Monsterhunter Anspielung ein, aber die verkneife ich mir mal.

    Hihi, was es damit auf sich hat ist tatsächlich gewisserweise ein Foreshadowing von etwas, das weit, weit, weiiiiiiiit später in der Geschichte wichtig wird. :P

    Das Monster selbst ist aus einer Xhosa Legende genommen, aber was mit seinem Körper passiert ... Nun, das wäre ein Spoiler.


    Crash scheint wirklich ganz in Ordnung sein - er ist nicht blöd, versteht was vom Kämpfen (auch, was stärkere magische Gegner betrifft) und wirkt auch teamfähig, jedenfalls scheint er im Kampf ganz gut mit Pakhet zu harmonieren, soweit es erforderlich ist und lässt niemanden im Stich.

    Ja, Crash ist schon ein guter. :P Er ist auch einer unserer (also Yasha Wolf Seki und meiner) Lieblingscharaktere in dieser Geschichte. Das hat schon seinen Grund. :3


    Mit Heidenstein scheint sich nun ja eher ein Konflikt anzubahnen - er meldet sich nicht so oft und sein Fehlen bei der Mission hat sich als durchaus problematisch erwiesen, auch wenn man jetzt darüber streiten kann, ob es wirklich "seine Schuld" gewesen ist.

    Pakhet mag es gerade ihm die Schuld geben zu können. Und ja, sie ist sauer.


    Ist vielleicht meine allzu behütete Erziehung und es ist auch nur ein kleines Detail, aber "verfickter" schien mir an der Stelle irgendwie ein wenig "heftig". Weiß nicht, ich hatte das Gefühl, etwas Harmloseres wie "blöder" wäre angebracht. Aber keine Ahnung. Pakhet ist ja Amerikanerin (wenn ich mich recht erinnere), und vielleicht verwenden die ihr Äquivalent zu "verfickt" inflationärer, sodass es an Ausdruckskraft ein mehr verloren hat. Ist aber auch nur mein persönlicher Eindruck jetzt.

    Im Englischen ist es "Fucking Idiot". Und wer mal mit jemanden aus den US gesprochen hat, weiß, dass dort das Wort "fucking" Inflationär verwendet wird. Es ist ein Fluch. Eine Steigerungsform. Ein universal verwendbares Wort. Es ist wundersam. Pakhet liebt dieses Wort. :P Sie verwendet es mindestens zwanzig Mal am Tag. Und das ist dann ein guter Tag. An schlechten Tagen ... xD" An anderen Stellen haben wir es durch deutsche Worte ersetzt, aber es war in diesem Kontext uns einfach wichtig, das wirklich äquivalente Wort zu verwenden. :P


    Ich vermute jedenfalls, dass es so oder so für Heidenstein ein Donnerwetter geben wird.

    Hehehe. Einfach das nächste Kapitel abwarten. Ab dem darf übrigens auch gewettet werden, warum er sich so lange nicht gemeldet hat und auf einmal die kalte Schulter hergezeigt hat.


    Das letzte Kapitel war natürlich sehr actionreich, wobei das Ende sich nicht wirklich wie ein Sieg anfühlt (ist natürlich nicht negativ gemeint). Einerseits ist Spider natürlich stark verletzt worden und ich kann jetzt nicht sagen, ob er überlebt. Ich würd's ihm wünschen, aber ... Na ja, ich bin gerade besorgt, weil er und sein Bruder nicht so viel Präsenz hatten und ich mir jetzt nicht sicher bin, ob es vielleicht daran liegt, dass sie ohnehin nicht lange dabei sein werden.

    Ja, genau das ist halt das Problem an solchen kämpfen. Oftmals fühlt sich das Ende dann so an. Hier natürlich durchaus beabsichtigt. Das ist auch der Grund, warum Pakhet keine Monsterjagden mag.

    Davon ab wollte ich nochmal die Darstellung der Actionszenen hervorheben. Die sind durchgehend spannend geschrieben, ohne dabei unübersichtlich oder verwirrend zu werden.

    Danke :3


    Außerdem war er ein Elefant. :(

    Jap. Ich wollte nur einmal einen Elefantenwandler aus der Legende reinbringen ... <3


    Ähm, ja. Das wäre fürs Erste alles, glaube ich ... Glückwunsch zur abgegebenen Masterarbeit noch und so.

    Danke dir :3

  • .


    Frohe Feiertage an alle, die irgendetwas feiern. Hier ist das Kapitel, in dem es ein wenig Informationen über den guten Doctor Heidenstein gibt. Ich möchte langsam, aber wirklich Thrawn spekulieren hören :P


    .


    [09.06.2011 – D14 – Ehrlich]


    Der Asphalt war noch immer nass, die Luft jedoch klar. Es war später Nachmittag, zwanzig nach fünf, als Pakhet auf den Parkplatz des Krankenhauses fuhr.

    Sie tat es wirklich. Sie war wirklich hergekommen. Vielleicht hatte Michael Recht. Es war eine Schwäche. Es war nicht ihre Art, nicht ihr Stil. Sie konnte noch immer umkehren.

    Nein.

    Verdammt.

    Sie konnte nicht.

    Die Wahrheit war, dass sie sauer war. Auf Heidenstein. Ohne den improvisierten Heilzauber Murphys wäre Spider gestern gestorben. Deswegen hatten sie einen Heiler im Team, oder? Damit er sich darum kümmerte, nicht Murphy.

    Abgesehen davon war sie persönlich sauer auf ihn. Warum hatte er sich nicht gemeldet? Egal was sie gegenüber Michael sagte, sie betrachtete ihn als Freund und fühlte sich verraten.

    Also stieg sie von ihrem Motorrad ab und marschierte mit langen Schritten auf den Hintereingang des Krankenhauses zu. Er musste irgendwo da sein. In der Straßenklinik oder seiner Wohnung. Vielleicht auch im eigentlichen Krankenhaus. Mr Anderson. „Wir haben auf sie gewartet, Mr Anderson.“ Nein. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, für Filmreferenzen.

    Sie drückte die Doppeltür auf und betrat das Gebäude. Wie immer standen da zwei Wachen. Russen. Natürlich.

    Sie sahen sie verdutzt an. Einer hatte die Hand an seiner Waffe. Der andere erkannte sie.

    „Ich suche Heidenstein“, sagte sie, bemüht die Wut nicht in ihrer Stimme mitschwingen zu lassen.

    Der Kerl, der sie erkannte, nickte, legte seinem Kollegen die Hand auf die Schulter. „Er ist unten.“

    Pakhet nickte dankbar. Sie hatte nicht gegen die beiden kämpfen wollen. Ein Teil von ihr hatte erwartet, dass Heidenstein seine Wachen angewiesen hatte, sie nicht reinzulassen.

    Sie fand Heidenstein in seinem Büro. Er hatte keinen Patienten. Umso besser.

    Ohne zu Klopfen kam sie rein. „Doc.“ Es war keine Frage. Eher eine Feststellung.

    Er blickte auf. Im Bruchteil einer Sekunde huschten mehrere Emotionen über sein Gesicht: Überraschung. Verwirrung. Misstrauen. Wut. Unsicherheit. Er stand auf. „Pakhet. Was machst du hier?“ Seine Stimme war unsicher, aber hart. Härter als normal. Er mied ihren direkten Blick.

    „Ich dachte als verantwortungsvolle Teamleiterin schaue ich, wo unser Teammedic abgeblieben ist.“ Unterdrückte Frustration schwang in ihrer Stimme mit. Sie konnte es nicht verhindern.

    „Ich habe doch Bescheid gesagt.“ Er schüttelte den Kopf. „Ich habe einem Freund ausgeholfen.“ Er wollte an ihr vorbei gehen, doch sie streckte die Prothese aus, um die Tür zu blockieren.

    Bildete sie es sich nur ein oder bewegte er sich seltsam? „Doc. Was ist los?“

    Er warf ihr einen kurzen Blick zu. „Nichts. Es haben sich nur ein paar Sachen angesammelt und ich …“ Wieder brach er ab.

    „Gestern wäre Spider fast gestorben, weil du nicht da warst.“

    Seine Kiefermuskeln spannten sich merkbar an. Kurz schloss er die Augen, holte tief Luft. „Es tut mir leid, okay?“ Ein weiteres Kopfschütteln folgte. „Ist er okay?“

    „Ja. Murphy hat sich irgendwie an einem Heilzauber versucht und schlimmstes verhindert. Wir wissen nur nicht, ob wir in zwei Wochen vollständig sind.“

    „In zwei Wochen?“

    „Der große Gig? Das Ding, für das Smith eigentlich das Team wollte?“

    „Oh.“ Heidenstein seufzte. Etwas stimmte definitiv nicht mit ihm. Er schien Schmerzen zu haben. „Vielleicht solltest du mit Smith reden und …“

    „Fuck.“ Der Fluch glitt ihr über die Lippen, ehe sie sich beherrschen konnte. „Doc. Was zur Hölle ist los?“

    „Nichts!“, sagte er – dieses Mal mit Nachdruck.

    „Ja, sicher.“ Sie schenkte ihm einen wütenden Blick.

    Er hob die Hand, um ihren Arm runterzudrücken. Er benutzte nicht viel Kraft und sie hätte es verhindern können, ließ aber den Arm sinken. Er ging an ihr vorbei. Seinem Gang nach zu urteilen musste er irgendeine Verletzung an der Taille haben. Was war passiert?

    „Heidenstein“, sagte sie vorsichtig. „Doc. Red mit mir! Ich mache mir Sorgen, ja?“

    „Es tut mir leid.“ Er drehte sich nicht zu ihr um. Wohin wollte er überhaupt? Wahrscheinlich einfach nur weg.

    Fuck. Plan B. „Anderson?“




    Er hielt inne. Als er sich nach ein oder zwei Sekunden umdrehte, hatte er die Stirn gerunzelt. „Wie hast du mich genannt?“

    „Anderson“, erwiderte sie. Sie war sauer. Sie hatte keine Ahnung, was mit ihm los war. Er verhielt sich wie ein kleines Kind. „Joachim Anderson. Das bist du, oder?“

    Für einen Moment schien er nicht zu wissen, was er sagen sollte. Er machte allerdings keine Anstalten, es zu verleugnen. „Hat dir Smith davon erzählt?“

    „Nein.“ Sie sah ihn düster an.

    „Forrester?“

    „Ich habe es selbst herausgefunden“, erwiderte sie. „Es ist nicht so, als hätte es besonderem detektivischen Verständnis bedurft.“ Sie machte eine weitläufige Geste. „Wer, wenn nicht der Besitzer, würde hier leben? Wer, wenn nicht der Besitzer, würde Equipment stehlen wollen?“

    Noch immer starrte er, schloss dann die Augen. Er wirkte ergeben.

    Halb rechnete sie damit, dass er wütend werden würde, dass er sie anschreien würde, doch nichts dergleichen geschah. Seine Züge entspannten sich. Er wirkte ergeben, schwieg aber.

    Sie ging auf ihn zu. Verdammt, was sollte sie jetzt eigentlich sagen? Sie war nicht gut mit sozialen Dingen. „Doc.“ Er fühlte sich natürlicher an, ihn so zu nennen. „Verdammt noch mal. Was ist los?“

    Er wich einen Schritt zurück, ehe stehen blieb und sich gegen die Wand lehnte. Er überlegte zu. Sein Blick wirkte nicht mehr wütend, nur ratlos.

    Die Stille zog sich. Fünf Sekunden, dann zehn. Schließlich seufzte er.

    „Victor hatte Probleme. Jemand war auf ihn angesetzt, er hatte ein Treffen in der Ukraine, ich bin mitgekommen.“ Noch ein Seufzen. Er musterte sie. „Kurzfassung: Wir sind in einen Hinterhalt geraten, wurden beide angeschossen. Nichts Dramatisches, aber es hat mich ausgeknockt. Und sagen wir es mal so, der Arzt, zu dem man mich gebracht hat, hat die Dinge nicht besser gemacht.“

    „Deswegen bist du noch nicht zurück?“

    Er schürzte die Lippen, wich ihrem Blick aus. Es war nicht alles, doch was auch immer noch war: Er sagte es nicht. „Ja.“

    Pakhet fragte nicht weiter. Sie wollte nicht weiter drängen. „Warum hast du die Wunde nicht geheilt?“

    „Heilt nicht ordentlich“, murmelte er. „Entzündet.“

    „Und damit läufst du hier rum?“

    Er schwieg.

    „Warum warst du nicht in der Zentrale? Da gibt es andere Ärzte.“

    Schweigen. Ein Seufzen. Ein mattes, selbstironisches Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. „Stolz?“

    Sie musterte ihn, selbst seufzend. „Lässt du mich danach sehen?“

    Wieder zögerte er, ehe er nickte. „In Ordnung.“ Er machte eine Pause und beobachtete sie dabei. Dann leckte er sich über die Lippen. „Es tut mir leid, Pakhet.“

    Zur Antwort zuckte sie mit den Schultern. „Du bist halt ein verfickter Idiot.“

    Er hob eine Augenbraue. „Ein was?“

    Sie grinste. „Ein verfickter Idiot.“ Damit legte sie eine Hand auf seine Schulter. „Komm. Lass mich nach der Wunde sehen.“



    .

  • Deswegen hatten sie einen Heiler im Team, oder?

    Mich wundert dass sie sauer ist. Es schien mir so, als sei seine Abwesenheit vorher einkalkuliert worden.

    Aber aus Frust kann man schnell zornig werden. Spider dürfte ihr aber eigentlich egal sein, also warum scheren?

    „Wir haben auf sie gewartet, Mr Anderson.“ Nein. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, für Filmreferenzen.

    Von wo stammt das Zitat?

    „Ja. Murphy hat sich irgendwie an einem Heilzauber versucht und schlimmstes verhindert. Wir wissen nur nicht, ob wir in zwei Wochen vollständig sind.“

    Könnte es sein, dass der Junge sich zurückhält, damit man ihn unterschätzt/nicht groß beachtet?


  • .


    [13.06.2011 – X06 – Vorbereitung]


    Am Ende schaffte sie es Heidenstein davon zu überzeugen, sich in der Zentrale behandeln zu lassen.

    Magische Heilung war ein tückisches Ding: Sie erlaubte vieles – vom Nachwachsen lassen fehlender Gliedmaße einmal abgesehen – doch überragende Heiler waren selten, sehr selten. Die meisten schafften es bloß, die normale Heilung zu beschleunigen. Schwerere Verletzungen, alles, was über oberflächliche Schnitte hinaus ging, brauchten einige Sitzungen über mehrere Tage verteilt und verbrauchten Energie von Heiler und Patient gleichermaßen.

    Deswegen lag Mik weiterhin in der Krankenstation. Deswegen lief Heidenstein auch nach einigen Tagen angespannt.

    Nichts desto trotz war es an der Zeit, zu versuchen, die Truppe – also vor allem Murphy und Spider – auf ihre „Abschlussprüfung“ vorzubereiten. Pakhet hielt es noch immer für eine dumme Idee, die beiden auf einen großen Einsatz mitzunehmen. Auch Heidenstein hätte sie lieber zurück gelassen, doch war er ein fähiger Medic. Zumindest jetzt, da er sich wieder bemühte, sich um das Team zu kümmern. Einzig um Crash machte sie sich keine Sorgen. Er war nicht subtil, war dafür aber ein verdammt fähiger Kämpfer. Auch wenn er mit Schusswaffen nicht umgehen konnte, so schaffte er mit seinen Speeren manchmal über hundert Meter. Mit einem Carbonspeer würde er wahrscheinlich mehr schaffen.

    Noch dazu erlaubte es ihm seine dunkle Haut, in der Dunkelheit trotz seiner Größe kaum bemerkt zu werden.

    Ihre größte Sorge blieb aber, dass sie nicht genau wusste, wohin sie gingen und was sie suchten. Alles, was Smith ihr hatte sagen können, war, dass die Firma SSA eine Ölbohrinsel vor Langebaan betrieb, dass der Auftraggeber seit längerem diese überwachte und dass er vermutete, dass die Einrichtung eigentlich irgendeine Form von Forschungsstation war. Es war alles verdammt vage.

    Außerdem mochte sie den Gedanken nicht, auf einem Boot soweit rauszufahren. Die Insel war achtzig Kilometer von der Küste entfernt.

    Seit sie ihren Arm verloren hatte, konnte sie selbst im Becken kaum schwimmen. Ja, sie hatte das Training dahingehend vernachlässigt. Dennoch hatte sie Angst vor dem Wasser.

    Deshalb war sie nun im Becken, das zu den Trainingseinrichtungen unter der Zentrale gehörte. Sie hasste es, etwas nicht zu beherrschen. Dennoch erinnerte ihr Schwimmstil an eine ertrinkende Katze. Egal wie oft sie es versuchte, sie tat sich schwer, sich im Wasser fortzubewegen, keuchte schon nach zwei Bahnen.

    Am Ende zog sie sich aus dem Wasser und blieb ab Beckenrand sitzen.

    Sie sorgte sich um ihr Team. Michael hatte Recht: Es war nicht ihre Art. Dennoch sorgte sie sich um sie. Dabei hielt sie die meisten von ihnen für Idioten.

    Vielleicht aber, war sie der größte Idiot. Denn wenn sie im Wasser landete, dann würde sie darauf hoffen müssen gerettet zu werden. Draußen auf dem Meer, draußen, bei Seegang, würde sie sich kaum über Wasser halten können.

    Sie hasste den Gedanken an diese Hilflosigkeit. Sie hasste den Gedanken, etwas nicht zu können.



    .


    [18.06.2011 – D15 – Unsichtbar]


    „Heidenstein.“ Pakhet lief die Treppe zur Straßenklinik hinab. Auch wenn er ein paar Patienten in der eigentlichen Klinik behandelte, war er meistens hier zu finden.

    Stille.

    Der Flur lag im Dunkeln. Vielleicht war er oben. Doch unter der Tür zu seinem Werkzimmer war Licht zu sehen.

    Wahrscheinlich war er wieder in seine Arbeit vertieft. Sie seufzte. Eigentlich sollte er öfter zum Training kommen. Sie verstand, dass er sich um die Klinik kümmern wollte, aber das hier  …?

    „Heidenstein?“, rief sie erneut. Sie marschierte zum Werkzimmer, klopfte an der Tür, öffnete sie dann. Wenn er arbeitete vergaß er die Welt. „Ich dachte, du bist in der Klinik.“ Sie trat ein und fand das Zimmer verlassen vor.

    Pakhet runzelte die Stirn. Er war nicht der Typ, der das Licht brennen ließ.

    Tatsächlich aber lag auch noch Material auf dem Tisch. Draht. Holz. Steine. Was hatte er jetzt schon wieder gebastelt?

    Sie setzte sich auf einen der beiden Hocker vor der Bank, verschränkte die Arme und wartete. Vielleicht gab es einen Notfall. Vielleicht war er auf dem Klo. Immerhin war er ein Mensch.

    Seitdem seine Wunde geheilt war, hatten sie nicht mehr über seine Abwesenheit geredet. Er mied das Thema und sie wollte nicht darüber reden, dass sie hergekommen war, um ihn zu holen. Es war nicht ihr Stil und in letzter Zeit dachte sie viel zu oft über diese Tatsache nach. Es war einfach nicht ihr Stil.

    Minuten vergingen. Sie sah auf die Uhr. Sie wartete drei Minuten. Fünf. Sieben.

    Es hatte ihn niemand entführt, oder? Sie hätte sich ankündigen sollen. Nein, hätte sie nicht. Offiziell arbeitete er aktuell für sie und sollte als Medic eigentlich erreichbar sein. Was, wenn Crash aus Versehen jemanden beim Training verwundete?

    „Heidenstein?“

    Natürlich antwortete er nicht.

    „Verfickter Idiot“, murmelte sie. Es wurde ihr neuer Spitzname für ihn. Verdient.

    Sie nahm ihr Handy heraus, schrieb ihm eine Nachricht. Wartete. Weitere zwei Minuten. Drei. Vier. Keine Antwort.

    Sie seufzte und stand auf. Sie hatte besseres zu tun. Warum war sie extra hier heraus gefahren? Doch warum hatten die beiden Wachen sie runtergelassen, wenn er nicht hier war? Wenn er nicht da war, war die Straßenklinik geschlossen. Also  …

    Sie trat auf den Flur heraus und blickte sich noch einmal um. Sie hatte ein seltsames Gefühl. Dann kam ihr ein Gedanke.

    Gegenüber dem Werkszimmer war sein Refugium, sein „Magiezimmer“. Sie ging zur Tür, lauschte. Es brannte kein Licht – jedenfalls sah sie keins unter der Tür – doch musste das nichts heißen. Wenn er ein Ritual wirkte, würde er Kerzen als Lichtquelle benutzen. Wie die meisten Magier. Aus Tradition. Wahrscheinlich aus Tradition. Was verstand sie schon davon? Sie wusste, wie ihre eigene Magie funktionierte, selbst wenn sie von ihren Fähigkeiten nur selten als Magie dachte. Mehr musste sie nicht wissen. Mehr brauchte sie nicht. Echte Magie war seltsam, unlogisch und oft auch etwas gruselig.

    Sie klopfte an der Tür. Keine Antwort.

    Für zwei oder drei Sekunden hielt sie inne, zögerte. Dann gab sie den Code in das Keypad ein und öffnete die Tür. Sie drückte sie auf und fand tatsächlich Heidenstein, in tiefer Meditation versunken, vor dem magischen Kreis kniend.

    Es war seltsam ihn so zu sehen. Er war gänzlich weggetreten. Sollte sie ihn ansprechen oder würde das magische Nebenwirkungen mit sich bringen?

    Unsicher blickte sie sich um, schloss dann die Tür und hockte sich hin.

    Heidenstein trug nur ein T-Shirt und eine kurze Hose. Nicht unbedingt das, was man von einem Magier erwartete. Beides schien vor allem nach Bequemlichkeit ausgewählt zu sein. Das T-Shirt war ausgeleiert, die Hose verbleicht. Jedenfalls wirkte es durch das blasse Licht der Kerzen so.

    Im magischen Zirkel lagen drei Gegenstände. Ein Armband, ein Spiegel und eine schwarze, brennende Kerze.

    Was auch immer er damit vorhatte. Zumindest war keine Blutmagie involviert.

    Meistens dachte sie über ihn nicht als Magier, selbst wenn sie wusste, dass er magische Heilung beherrschte. Es war dennoch klar, dass er vor allem ein Mann der Wissenschaft war. Er, mit seinem hochgebildeten Oxfordenglisch.

    Sie seufzte leise und wartete. Warum wartete sie eigentlich? Das einzige, was sie hier tun konnte, war über die verschiedenen Möglichkeiten, wie ihr kleiner Ausflug auf die vermeintliche Ölbohrinsel schief gehen konnte, nachzudenken.

    Sie hatte die Bilder gesehen, die ihr Auftraggeber mithilfe von Drohnen aufgenommen hatte, und was sie gesehen hatte, hatte ihr gar nicht gefallen. Es gab viel Sicherheit. Zu viel um ungesehen daran vorbei zu kommen. Sie würden auf irgendeine Art die Konfrontation suchen müssen. Und sie mochte diesen Gedanken nicht.

    Die Flamme der schwarzen Kerze verlosch.

    Heidenstein ließ einen tiefen Atemzug hören und öffnete die Augen. Er blinzelte, als er sie bemerkte. „Pakhet?“

    Sie schreckte aus ihren Gedanken auf. „Hey, Doc.“ Sie schenkte ihm ein mattes Lächeln.

    „Was machst du hier?“, fragte er.

    „Nach dir schauen?“ Sie zuckte mit den Schultern. „Was machst du da?“

    Er lächelte, offenbar froh, dass sie fragte. „Ich habe etwas versucht.“

    „Aha?“ Fragend musterte sie ihn.

    Er stand auf, ging zum Lichtschalter und machte das Licht im Zimmer wieder an, ehe er die Kerzen eine, nach der anderen löschte. „Ich habe versucht, ein Artefakt herzustellen.“

    „Versucht?“ War das nicht Alltag für einen Magier?

    „Ich bin darin nicht besonders gut“, gab er zu. Er wandte sich ihr zu, lächelte und fuhr dann mit den Kerzen, die im Regal standen, fort. Er löschte sie, indem er den Docht ausdrückte.

    „Aha.“ Was wusste sie schon über Magie?

    Er lachte leise, wohlwollend. „Ich habe ein paar Tage damit verbracht, alles vorzubereiten, aber  …“ Er räusperte sich.

    „Komm zum Punkt.“

    „Schon gut.“ Er sah sie an, kehrte zum Kreis zurück und hob das Armband auf. Zögerlich machte er es am Arm fest, beinahe, als rechnete er damit, dass es explodieren würde. Er schloss die Augen, holte tief Luft und  … verschwand. Er war wirklich verschwunden.

    Teleportation?

    Sie runzelte die Stirn. Nein. Etwas anderes.

    Jemand berührte sie an der Schulter. Heidenstein. Natürlich.

    Sie sah zu ihrer Seite und wenn sie die Augen zusammenkniff, konnte sie seine Umrisse im Licht der Lampe ausmachen. Es war eine Illusion.

    „Unsicherbarkeit“, stellte sie fest.

    „Ja“, antwortete seine Stimme. „Ich habe lange dafür gebraucht.“ Er wurde wieder sichtbar. „Der Nachteil ist, dass es aufladen muss.“

    „Aufladen?“ Sie hob eine Augenbraue.

    „Sonnenlicht.“

    Sie lachte. Sie konnte einfach nicht anders. „Ein solarbetriebenes Artefakt?“

    Er musterte sie lächelnd. „Magie hat halt immer irgendeinen Nachteil.“

    „Nein.“ Noch immer lachte sie leise. „Magie ist einfach immer ein wenig seltsam.“


    .

  • Was, wenn Crash aus Versehen jemanden beim Training verwundete?

    Das macht Sinn.

    Sie wusste, wie ihre eigene Magie funktionierte, selbst wenn sie von ihren Fähigkeiten nur selten als Magie dachte. Mehr musste sie nicht wissen. Mehr brauchte sie nicht.

    Das impliziert, dass auch sie nicht im Wissen um Magie geboren wurde und vielleicht auch eine Außenstehende war.

    Sie sah zu ihrer Seite und wenn sie die Augen zusammenkniff, konnte sie seine Umrisse im Licht der Lampe ausmachen. Es war eine Illusion.

    „Unsicherbarkeit“, stellte sie fest.

    Ah, jetzt verwandelt er sich in einen Bond Mechaniker, mit den technischen Gimmicks.

  • Das mit dem aus dem Kontext gerissenen Filmzitat ist doch von mir geklaut. :( Und ich habe das grundlegende Prinzip ja schon von Mark-Uwe Kling geklaut.

    Jedenfalls, ich wollte erst noch eine Art Re-Rekommi zu einem Punkt machen, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich da wirklich vermitteln konnte, was ich sagen wollte:

    Ansonsten das Übliche:

    Ähm, ja ... About that ...

    Ich möchte langsam, aber wirklich Thrawn spekulieren hören :P

    Aber worüber denn? Ich muss da wohl irgendwie die Ansätze übersehen. Weißt du, der eine Gedanke, den ich zu Michael hatte, kommt mir mittlerweile deutlich unwahrscheinlicher vor. Was ich mich in Bezug auf den frage, ist mehr so, ob es am Ende darauf hinauslaufen wird, dass man ihn loswird und Smith den ganzen Laden komplett übernimmt. Aber das muss man wohl abwarten und ist vielleicht auch wieder Wunschdenken, weil Smith sympathischer wirkt. Wobei die Tatsache, dass Smith sich da schon um so Einiges kümmert und Vieles organisiert, eines der wenigen Indizien ist, mit denen ich die Theorie zu Michael stützen konnte ... Aber ja, insgesamt ist da eher alles unwahrscheinlicher geworden und mir fehlt noch ein neuer Ansatz.

    Dann halt Heidenstein - OH MEIN GOTT ER WAR DER ELEFANT IN DER WÜSTE UND DESWEGEN IST ER JETZT VERLETZT UND DAS ERKLÄRT AUCH SEINE NAMENSHERKUNFT VON FRANKENSTEIN WEIL ER SEINEN ZERSCHMETTERTEN KÖRPER WIEDER ZUSAMMENGENÄHT HAT Okay, so abgedreht wird das nicht. Er ist ja mittlerweile wohl Anderson confirmed (sofern's da nicht irgendeine Art von doppeltem und dreifachem Spiel hinter gibt), wobei Smith und Michael anscheinend schon die ganze Zeit mehr wussten, aber warum sollten sie auch nicht? Natürlich kann man sich fragen, was er immer so treibt. Da ist eben dieser Viktor und dessen Gang und alles, aber was genau Heidenstein jeweils da erledigen muss - keine Ahnung. Es wäre interessant zu wissen, aber ich sehe derzeit keine deutlichen Anzeichen, an denen sich das erkennen ließe. Wobei es vielleicht auch mehr sein müsste als "Er ist halt einfach in einer Gang", wenn es da was zum Spekulieren geben soll ... Hm. Ansonsten ist irgendwie das Einzige, was mir auffiel, was aber auch nicht zwangsläufig ein Anzeichen für irgendetwas Größeres sein muss, dass er wohl extra in die Ukraine eingeflogen wurde für irgendeine Sache (sofern ich hier mal annehmen darf, dass er die Wahrheit sagt, zumindest einen Teil davon). Die Sache ist halt: Er ist ja ein guter Medic und ansonsten auch versiert, etwa im Umgang mit Schusswaffen, aber trotzdem könnte man sich fragen, ob's da irgendwie nicht noch mehr Gründe geben muss. Wobei, so wie er das formuliert - "Ich bin mitgekommen" - klingt's halt ohnehin auch eher so, als sei das seine freiwillige Entscheidung gewesen, und nicht etwa die Folge davon, dass man ihn jetzt unbedingt - ggf. wegen irgendwelcher richtig abgefahrener Fähigkeiten - gebraucht hätte. Dann wiederum müsste dann aber wohl auch eine besondere Motivation dagewesen sein, um mitzukommen - Er hat also eine enge Verbindung zu diesem Viktor, wie es scheint. Womit man dann eigentlich zu etwas anderem überleiten könnte, nämlich dem Namen "Heidenstein", auch wenn das vielleicht sogar fast schon etwas zu spät kommt und es sehr, wirklich sehr spekulativ wird. Aber wenn du unbedingt irgendwas in der Richtung hören willst, dann bitte. Ich möchte nur vorab klarstellen, dass nichts davon deutlich belegt ist und dass ich nicht wirklich dahinterstehe. Was ich natürlich hauptsächlich sage, damit ich später nicht einen Irrtum eingestehen muss; denn lieber mache ich kein commitment zu einer Theorie, als dass ich das Risiko eingestehe, damit dumm dazustehen.

    Heidenstein hat damals erwähnt, er dachte, der Name sei passend, also könnte man sich fragen, was man daraus vielleicht alles ziehen kann. Die Sache ist, dass es ja eine Kombination aus Hyde und Frankenstein darstellen soll. Nun hieß die Figur aus dem Roman damals ironischerweise Viktor Frankenstein, also trug sie den gleichen Namen wie Heidensteins Freund - Zufall? Falls nein, wäre natürlich die Frage, welcher Art von Nicht-Zufall; es könnte einfach der Fall sein, dass Heidenstein auf die Idee mit dem Namen kann, weil sein Freund so hieß und davon inspiriert wurde. Andererseits könnte man hier eben einen Anhaltspunkt für eine enge Verbindung zwischen den beiden sehen. Nun ja, davon ab hat Frankenstein ein Monster erschaffen, und man könnte fragen, ob da irgendwas Ähnliches in Heidensteins Vergangenheit vorgefallen ist oder ob er an Experimenten beteiligt war, die toter Materie Leben einhauchen sollten, was, wenn ich mich recht erinnere, aber auch in dieser Welt ein sehr schwieriges Unterfangen ist.

    Dann ist da der Namensteil "Hyde". Damit stünde man dann natürlich klassischerweise bei der Vorstellung einer gespaltenen Persönlichkeit, meist mit dem Zusatz, dass der eine Teil böse, der andere gut ist. Und hier wäre man dann wohl wieder bei der Verbindung zu diesem Viktor und kann sich eigentlich sogar irgendwas ausdenken von wegen, dass die beiden Teile eines Ganzen sind. Oder aber die Tatsache, dass beide angeschossen wurden, anders interpretieren, etwa so, dass vielleicht nur einer angeschossen wurde und was dem einen passiert, passiert auch dem anderen. Das wäre allerdings ein wenig heftig, weil:

    Oder Viktor ist das von Heidenstein erschaffene Monster und er fühlt sich verantwortlich. Oder sogar umgekehrt. Eh. Dann wäre halt noch die Frage, warum Heidenstein sich dann eben nach Hyde benennt - wie auch immer man jetzt Viktor in das Puzzle einordnet (oder auch nicht; kann wie gesagt mit seinem Namen auch nur ein Zufall sein oder ihr wolltet einfach eine falsche Fährte legen oder etwas in der Art), impliziert's ja irgendwie eine Bösartigkeit, die man von Heidenstein nicht erwarten würde. Aber wenn es eine unterdrückte ist, dann darf man's ja auch nicht erwarten. Was ich daraus machen soll, weiß ich noch nicht. Er war schon in einer Reihe bedrohlicher, anstrengender und gefährlicher Situationen, ohne dass irgendwas zum Vorschein kam (und da würde man das halt am ehesten erwarten, aber muss auch nicht sein), insofern ... Ja. Und überhaupt kann die Wahrheit am Ende auch wieder viel einfacher sein, aber dann habe ich halt derzeit auch nicht mehr zu sagen, glaube ich. Was er an "alltäglichen Dingen" mit seinem Freund so treibt oder in der Vergangenheit gemacht haben könnte - ich weiß gerade nichts. Was mich wurmt, weil ich darauf eigentlich mehr achten wollte. Insofern, nehmt das alles nicht als Theorien, hinter denen ich wirklich stehen würde. Dafür sind sie viel zu wenig fundiert. Und überhaupt ist jede Theorie eigentlich bereits widerlegt, wir tun bestenfalls so, als ob es anders wäre.

    Dann gibt's da übrigens noch Crashs Schwester Alice, die er ja beschützen will. Fragt sich, vor was bzw. wem - sie hat ja "besondere Fähigkeiten", hinter denen theoretisch jemand her sein könnte, was jetzt erst einmal das Einzige ist, was mir dazu einfällt. Aber na ja.

    Davon ab waren die übrigen Kapitel aber auch sonst interessant zu lesen. Man kann gut erkennen, dass Pakhet in der Tat etwas mehr aufgetaut ist und zu Heidenstein eine Freundschaft aufgebaut hat - so fühlt sie sich ja wirklich von ihm im Stich gelassen. Und ansonsten sieht man wohl jetzt auch mal eine Schwäche von Pakhet, was ihre Fähigkeiten anbelangt - sie kann nicht gut schwimmen. Das dürfte wohl noch zu einem Problem werden, wobei der Job generell als nicht so leicht dargestellt wird. Andererseits dürfte ein Unsichtbarkeitsarmband sicher nützlich werden, wenn es denn zum Einsatz kommt. Allerdings hat dieses ja auch einen Nachteil (und eigentlich lässt sich Unsichtbarkeit in der Fiktion auf verschiedene Arten neutralisieren. Oft genügt ein Eimer Farbe). Wobei mir hier noch einfällt: Erst Jekyll und Hyde, dann Frankenstein, jetzt halt auch noch der Unsichtbare - wirkt fast, als würde Heidenstein seine Inspiration aus diesen ganzen Klassikern ziehen, lol.

  • Aber worüber denn? Ich muss da wohl irgendwie die Ansätze übersehen.

    Es sind schon weniger Ansätze als bei Der Schleier der Welt, vor allem, da diese Geschichte nicht so sehr auf den Mysterie-Elementen aufbaut. Aber so ein paar Sachen gehen schon im Hintergrund vor sich. ;-)


    Weißt du, der eine Gedanke, den ich zu Michael hatte, kommt mir mittlerweile deutlich unwahrscheinlicher vor. Was ich mich in Bezug auf den frage, ist mehr so, ob es am Ende darauf hinauslaufen wird, dass man ihn loswird und Smith den ganzen Laden komplett übernimmt. Aber das muss man wohl abwarten und ist vielleicht auch wieder Wunschdenken, weil Smith sympathischer wirkt. Wobei die Tatsache, dass Smith sich da schon um so Einiges kümmert und Vieles organisiert, eines der wenigen Indizien ist, mit denen ich die Theorie zu Michael stützen konnte ... Aber ja, insgesamt ist da eher alles unwahrscheinlicher geworden und mir fehlt noch ein neuer Ansatz.

    Interessanter Gedanke.


    Dann halt Heidenstein - OH MEIN GOTT ER WAR DER ELEFANT IN DER WÜSTE UND DESWEGEN IST ER JETZT VERLETZT UND DAS ERKLÄRT AUCH SEINE NAMENSHERKUNFT VON FRANKENSTEIN WEIL ER SEINEN ZERSCHMETTERTEN KÖRPER WIEDER ZUSAMMENGENÄHT HAT

    Wäre ja nicht die erste Granate, die er weggesteckt hat.

    Okay, so abgedreht wird das nicht. Er ist ja mittlerweile wohl Anderson confirmed (sofern's da nicht irgendeine Art von doppeltem und dreifachem Spiel hinter gibt), wobei Smith und Michael anscheinend schon die ganze Zeit mehr wussten, aber warum sollten sie auch nicht? Natürlich kann man sich fragen, was er immer so treibt. Da ist eben dieser Viktor und dessen Gang und alles, aber was genau Heidenstein jeweils da erledigen muss - keine Ahnung.

    Weniger eine Gang und viel mehr die "Vory v zakone" aka die russische Mafia.


    Wobei, so wie er das formuliert - "Ich bin mitgekommen" - klingt's halt ohnehin auch eher so, als sei das seine freiwillige Entscheidung gewesen, und nicht etwa die Folge davon, dass man ihn jetzt unbedingt - ggf. wegen irgendwelcher richtig abgefahrener Fähigkeiten - gebraucht hätte. Dann wiederum müsste dann aber wohl auch eine besondere Motivation dagewesen sein, um mitzukommen - Er hat also eine enge Verbindung zu diesem Viktor, wie es scheint.

    Sehr gute Überlegungen.

    Heidenstein hat damals erwähnt, er dachte, der Name sei passend, also könnte man sich fragen, was man daraus vielleicht alles ziehen kann. Die Sache ist, dass es ja eine Kombination aus Hyde und Frankenstein darstellen soll. Nun hieß die Figur aus dem Roman damals ironischerweise Viktor Frankenstein, also trug sie den gleichen Namen wie Heidensteins Freund - Zufall? Falls nein, wäre natürlich die Frage, welcher Art von Nicht-Zufall; es könnte einfach der Fall sein, dass Heidenstein auf die Idee mit dem Namen kann, weil sein Freund so hieß und davon inspiriert wurde. Andererseits könnte man hier eben einen Anhaltspunkt für eine enge Verbindung zwischen den beiden sehen. Nun ja, davon ab hat Frankenstein ein Monster erschaffen, und man könnte fragen, ob da irgendwas Ähnliches in Heidensteins Vergangenheit vorgefallen ist oder ob er an Experimenten beteiligt war, die toter Materie Leben einhauchen sollten, was, wenn ich mich recht erinnere, aber auch in dieser Welt ein sehr schwieriges Unterfangen ist.

    Es ist ein sehr, sehr schwieriges Unterfangen, aber sowohl in die Richtung, als auch in die mit Victor bist du in einigen Punkten nahe drann und doch knapp daneben. ;-)

    Dann ist da der Namensteil "Hyde". Damit stünde man dann natürlich klassischerweise bei der Vorstellung einer gespaltenen Persönlichkeit, meist mit dem Zusatz, dass der eine Teil böse, der andere gut ist. Und hier wäre man dann wohl wieder bei der Verbindung zu diesem Viktor und kann sich eigentlich sogar irgendwas ausdenken von wegen, dass die beiden Teile eines Ganzen sind. Oder aber die Tatsache, dass beide angeschossen wurden, anders interpretieren, etwa so, dass vielleicht nur einer angeschossen wurde und was dem einen passiert, passiert auch dem anderen.

    Das ist doch mal eine Theorie. :-D

    Leider kann ich dir bestätigen, dass die beiden nicht auf diese Art verbunden sind. Der Ansatz mit dem Doppelleben ist da schon erfolgsversprechender.


    Oder Viktor ist das von Heidenstein erschaffene Monster und er fühlt sich verantwortlich. Oder sogar umgekehrt. Eh.

    Da bit du schon auf einer recht guten Spur.

    Dann wäre halt noch die Frage, warum Heidenstein sich dann eben nach Hyde benennt - wie auch immer man jetzt Viktor in das Puzzle einordnet (oder auch nicht; kann wie gesagt mit seinem Namen auch nur ein Zufall sein oder ihr wolltet einfach eine falsche Fährte legen oder etwas in der Art), impliziert's ja irgendwie eine Bösartigkeit, die man von Heidenstein nicht erwarten würde.

    Wir, falsche Fährten legen? Wir doch nicht! ;-)

    Dann gibt's da übrigens noch Crashs Schwester Alice, die er ja beschützen will. Fragt sich, vor was bzw. wem - sie hat ja "besondere Fähigkeiten", hinter denen theoretisch jemand her sein könnte, was jetzt erst einmal das Einzige ist, was mir dazu einfällt. Aber na ja.

    Dazu kommen wir bald. Alice ist ein Charakter, der dir eventuell gefallen könnte. ^^

    Davon ab waren die übrigen Kapitel aber auch sonst interessant zu lesen. Man kann gut erkennen, dass Pakhet in der Tat etwas mehr aufgetaut ist und zu Heidenstein eine Freundschaft aufgebaut hat - so fühlt sie sich ja wirklich von ihm im Stich gelassen.

    Ja, auch die mächtige Pakhet hat noch nicht ihre ganze Menschlichkeit verlohren. Hatte aber nicht mehr so viel zu gefehlt.

    Und ansonsten sieht man wohl jetzt auch mal eine Schwäche von Pakhet, was ihre Fähigkeiten anbelangt - sie kann nicht gut schwimmen. Das dürfte wohl noch zu einem Problem werden, wobei der Job generell als nicht so leicht dargestellt wird. Andererseits dürfte ein Unsichtbarkeitsarmband sicher nützlich werden, wenn es denn zum Einsatz kommt. Allerdings hat dieses ja auch einen Nachteil (und eigentlich lässt sich Unsichtbarkeit in der Fiktion auf verschiedene Arten neutralisieren. Oft genügt ein Eimer Farbe).

    Jeder und alles hat so seine Schwächen, man muss sie nur finden.

    Bei deiner Erwähnung der Farbe musste ich übrigens lachen. Wir hatten eine Szene ausgearbeitet, in der etwas ganz ähnliches eine große Rolle gespielt hat. Leider ist die Szene aber geschnitten worden.

    Wobei mir hier noch einfällt: Erst Jekyll und Hyde, dann Frankenstein, jetzt halt auch noch der Unsichtbare - wirkt fast, als würde Heidenstein seine Inspiration aus diesen ganzen Klassikern ziehen, lol.

    Ein britischer Doktor, der Inspiration aus den Gaslight-Classikern zieht? Völlig unmöglich!

    Ne, du hast recht. Der gute Doc hat eine Schwäche für diese alten Geschichten.