Magie, Magiesysteme & ihre Regeln

Die Kronen-Schneelande erwartet euch!


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    Magie kann (neben magischen Wesen und eventuell einer fremden Welt, je nachdem, wie deine Welt aussehen soll) oft als ein Kernelement von Fantasy verstanden werden. Dabei trifft man verschiedene Arten an, manche davon sehr bekannt und in Romanen und Rollenspielen oft genutzt.

    So wird die Energie der Magie oft durch Worte, Symbole oder Zauberstäbe katalysiert. Oder die Welt verwendet Elementarmagie.

    Oft wird ebenfalls zwischen Weißer und Schwarzer Magie unterschieden, wobei Schwarze Magie oft als etwas Zerstörerisches, Böses und Dämonisches angesehen wird, während Weise Magie oft Heilmagie beschreibt.


    Unterscheiden wir auch mal grob zwischen Hard & Soft Magic. Viele Regelwerke oder Magiesysteme fallen zwischen beiden Extremen.

    Soft Magic: Kommt ohne starre Regeln aus, fühlt sich mystisch an und ist oft unberechenbar, allerdings finden sich hier die meisten Deus Ex Machina-Lösungen, wenn sie unüberlegt eingesetzt wird.

    Hard Magic: Enthält sehr klare Regeln, in denen sich Charaktere bewegen können. Kann der Magie das Mystische nehmen.

    Hier zwei sehr gute Videos dazu:

    Fullmetal Alchemists Alchemie und Avatars Bending fühlt sich für mich persönlich weniger wie Magie an, sondern mehr wie ein Naturgesetz, auch wenn ich beide klarerweise sehr gerne mag.



    Was ist euer Lieblingsmagiesystem?Welches Magiesystem verwendet ihr?

    Was haltet ihr von eher Außergewöhnlichen? Denkt ihr, euer ist eher gewöhlich oder außergewöhnlich?

    Wie setzt ihr euch Regeln? Sind diese klar definiert oder habt ihr womöglich keine, um das Mystische zu bewahren? Wie kommuniziert ihr dieses System dem Leser?

    Wer ist in eurer Welt magiebegabt? Jeder, Auserwählte, Erbgut, nur magische Wesen?

    Wie reagiert die Umwelt auf Magie und Magier?

    Hat die Magie die Kultur und Wissenschaft beeinflusst?

    Gibt es Ursprungsmythen? Wer hat die Magie erschaffen, von wem stammt sie? Ist sie ein Teil der Naturgesetze?


    Das ist nun eine Auswahl an Fragen, die nur als Denkanstoß dienen. :smile:

  • Was ist euer Lieblingsmagiesystem?Welches Magiesystem verwendet ihr?

    Ich bin kein Fan von richtig Harter Magie. Wenn Magie zu einer zweiten Wissenschaft wird, dann geht ein Teil des Charmes verloren, finde ich. Wie es bei Thor so schön heißt: "Was ihr Magie nennt, ist nur Wissenschaft, die ihr noch nicht versteht." Und eben das ist der Punkt: Ist es wissenschaftlich erklärt, dann ist es für mich keine Magie mehr.

    Ist es ganz Soft, ist es oft aber auch langweilig, da Asspulls zu leicht sind.


    Daher: Ich mag Kram, der relativ mittig auf der Skala ist: Man hat eine grobe Ahnung, was was auslöst, es gibt ein paar Regeln und Grenzen, aber manche Dinge sind noch immer unerklärlich.


    Was mir übrigens mit den Büchern, bei denen ich die Magie sehr mag, auffällt: Es ist fast alles Afropunk/Afrofuturismus mit Magie. Ich weiß nicht, bei denen mag ich, wie Magie dargestellt wird. Hat dazu geführt, dass ich dieses Jahr vornehmlich aus dem Genre gelesen habe. Dort ist es sehr an persönliche Fähigkeiten gebunden. Das finde ich immer richtig spannend.


    Was haltet ihr von eher Außergewöhnlichen? Denkt ihr, euer ist eher gewöhlich oder außergewöhnlich?

    Ich denke, was bei unserem System recht besonders ist: Es gibt verschiedene Arten Magie zu wirken und verschiedene Gruppen interpretieren Magie komplett anders. Entsprechend gibt es nicht DIE EINE ART Magie zu wirken, und die Art, wie sie umgesetzt wird, ist maßgeblich von Herkunft, Religion und Tradition beeinflusst. Aber auch davon was für eine Art von Wesen man ist.



    Wie setzt ihr euch Regeln? Sind diese klar definiert oder habt ihr womöglich keine, um das Mystische zu bewahren? Wie kommuniziert ihr dieses System dem Leser?

    Kommt drauf an. Bei Mosaik ist es alles in allem relativ offen, da die Geschichte eben aus Joannes Perspektive erzählt wird und sie zwar magische Kräfte hat, diese aber eher gering sind. Sie kann halt nur ihren eigenen Körper manipulieren und sich stärker/schneller machen. Halt solche Dinge. Sie findet echte Magie auch ein wenig creepy und will die längste Zeit gar nicht wissen, was das macht. Die Tatsache, dass erst einmal der einzige richtige Magier Heidenstein als Hermetiker (also eine Gruppe Magier*innen, die heutzutage sehr bekannt dafür sind, aus Magie eine halbe Wissenschaft mit viel Mathe und Himmelsrichtungen und Codes gemacht zu haben) halt dann auch noch so nerdig ist, macht es nicht besser.


    Dagegen habe ich halt bei Der Schleier der Welt Kyra als Magierin. Entsprechend erkläre ich dort die Regeln weit ausführlicher, da Kyra die Regeln für ihre eigene Magie selbst lernen muss - bis sie einen Cheatcode findet, der verboten ist ...


    Wer ist in eurer Welt magiebegabt? Jeder, Auserwählte, Erbgut, nur magische Wesen?

    Kommt drauf an.

    Prinzipiell: Etwa ein Mensch unter 2000-10 000 (ist so ein wenig umstritten) hat in irgendeiner Form magische Kräfte. Aber das kann halt viel heißen. Vielleicht sind die Leute von Werwesen abgestammt und können sich entsprechend verwandeln. Vielleicht stammen sie von anderen magischen Wesen (wie Fae oder gar Gött*innen) ab. Vielleicht sind sie aus einer Magier*innenfamilie, also einer Familie, in der schon seit Generationen recht hohe Magiebegabung vorhanden ist. Manchmal tritt es aber auch vollkommen random auf. Die meisten Magiebegabten sind aber eben auch Leute, wie Joanne, die halt nur ein paar latente Fähigkeiten haben. Vielleicht können sie mit ihren magischen Kräften sich etwas mehr Kraft, Stärke, Ausdauer geben. Vielleicht haben sie einen sechsten Sinn. Vielleicht eine besondere gute Intuition. Vielleicht können sie andere besonders gut überzeugen/um den Finger wickeln. Viele von ihnen werden nie auch nur merken, dass Magie der Grund dafür ist, wenn sie nicht magische Abstammung haben.


    Und dann gibt es eben Auserwählte, die von starken magischen Wesen oder Gött*innen Kräfte bekommen haben. Auserwählte halt. Manche haben auch einen Pakt mit einem magischen Wesen geschlossen ... auch das kann möglich sein.


    Prinzipiell gilt: Je größer die magische Begabung, desto früher erwacht man (sofern keine gesundheitlichen oder psychischen Aspekte einfluss nehmen). Sprich: Richtig mächtige Magier*innen (oder andere Kreaturen, die als Menschen geboren wurden) erwachen eventuell schon mit 5 oder 6. Die meisten aber erst im Verlauf der Pubertät. Und wer nur latente Fähigkeiten hat, kann auch mal in seinen Tweens erwachen. Passiert.


    Wie reagiert die Umwelt auf Magie und Magier?

    Magie ist halt alles in allem Geheim. Das ist auch einer der großen Konflikte, der sich durch alle der Geschichten in der Welt zieht. Denn in Anbetracht der modernen Technik ist es mehr und mehr schwer, die Geheimhaltung aktiv zu halten. IRGENDWANN wird jemand einen echten Drachen filmen oder so. Und der große Streit ist aktuell, ob man dem vorauskommen soll oder nicht.


    Wobei die Magier*innen und anderen Wesen oft in den Gegenden, in denen der Aberglaube weit verbreitet ist, ein wenig entspannter sind. Immerhin gibt es da so viele, die sich fälschlicherweise so ausgeben, dass es nicht ausfällt, wenn doch einmal einer echte Kräfte hat.



    Hat die Magie die Kultur und Wissenschaft beeinflusst?

    Früher schon.


    Gibt es Ursprungsmythen? Wer hat die Magie erschaffen, von wem stammt sie? Ist sie ein Teil der Naturgesetze?

    Das ist eine der zentralen Fragen. Natürlich hat jede Kultur, jeder Glaube eine eigene Ursprungsmythe woher die magie kommt, aber Antworten darauf gibt es genau so wenig, wie auf andere Dinge ... Nun, und sagen wir es mal so: Im Verlauf der Geschichten wird das nicht einfacher durch die Feststellung, dass ein paar Tierarten selbst über Magie verfügen. Bspw. Octopi, Delfine und Elefanten.

  • Was ist euer Lieblingsmagiesystem?Welches Magiesystem verwendet ihr?


    Meine Lieblingssysteme fühlen sich auch sehr magisch an, also schon etwas in Richtung Harry Potter. Hier sind den Zauberern ebenfalls diverse Grenzen gesetzt.

    Typische High Fantasy mit typischer High Fantasy Magie und Atmosphäre weniger.


    Zitat von Alaiya

    Ich bin kein Fan von richtig Harter Magie. Wenn Magie zu einer zweiten Wissenschaft wird, dann geht ein Teil des Charmes verloren, finde ich. Wie es bei Thor so schön heißt: "Was ihr Magie nennt, ist nur Wissenschaft, die ihr noch nicht versteht." Und eben das ist der Punkt: Ist es wissenschaftlich erklärt, dann ist es für mich keine Magie mehr.

    Die Harten sind für mich auch eher Wissenschaft und ich meine, alles was mit Elementen zu tun hat ist cool, deswegen mag ich die aus Avatar und FMA ebenfalls gerne, und natürlich weil sie gut ausgearbeitet sind.


    Ich mag es dann jedoch nicht, wenn das System so kompliziert ist, dass man sich einen Bachelor verdient hätte, wenn man endlich alles durchschaut und sich gemerkt hat. xD


    Was haltet ihr von eher Außergewöhnlichen? Denkt ihr, euer ist eher gewöhlich oder außergewöhnlich?


    Weder noch. Ich denke, es ist gewöhnlich, allerdings hab ich auch eigene Gedanken und Ideen einfließen lassen. Dazu gleich mehr.


    Wie reagiert die Umwelt auf Magie und Magier?

    Wer ist in eurer Welt magiebegabt? Jeder, Auserwählte, Erbgut, nur magische Wesen?


    Ich denke ebenfalls, dass etwa 0.01 % magisch begabt sind. Das sind 100 von einer Million Menschen und 150.000 Menschen von etwa 1.5 Milliarden, die ich in meiner Welt ansetze.

    Diese werden mit ihrer Gabe geboren und sie wird nicht vererbt. Da ranken sich Mythen darum von "Auserwählten einer guten Gottheit" bis hin zu "sind im Bunde mit einem Dämon". Ich mochte die Idee, dass Magier von sich selbst nicht wissen, ob sie vom Guten oder Bösen auserwählt sind oder das bloß Behauptungen sind.

    Wahrheit (mein Head-Canon) ist: Verschiedene Naturgeister, die sich bei der Geburt in der Nähe befanden, haben dem Neugeborenen unwillentlich von ihrer Gabe abgegeben, bloß weil sie sich in der Nähe befanden. Das weiß niemand so sicher, es könnte aber sein, dass sich manche Völker solch ähnliche Sagen erzählen.


    Magier sind entweder einem Element zugewandt oder können bloß allgemeine Zauber bewirken, die viel schwächer sind als Elementarmagie. Diese Zauber könn(t)en auch ohne Runen funktionieren, bloß sind sie dann chaotisch und nicht zielgerichtet.

    Es gibt bei mir nun auch keine Weiß- und Schwarzmagie mehr. Die Runen sind Großteils das, was man aus ihnen macht, obwohl auch Verbotene existieren wie das Beschwören und an sich Binden eines Dämons, Wiederbeleben einer Person etc.

    Magier ohne Elementarmagie kommen (innerhalb dieser geringen Prozentzahl) um einiges häufiger vor als Elementarmagier und sind auch schwächer, wenn man das so sagen kann.


    Zauber können meist alleine nichts Weltverändertes bewirken, da sie Vorbereitung und Energie benötigen. Man kann unter normalen Umständen niemanden wiederbeleben (solche Dinge setzen voraus, dass man nach seinem Ableben seine Seele an den Dämon verliert, mit dem man dafür einen Bund eingegangen dafür ist).


    Auf Heilmagie muss man sich ebenfalls stundenlang vorbereiten. Normale Zauber werden mit Runen in eine zuvor "gesegnete" Platte geritzt und benötigen Energie und Vorbereitungszeit, in der sich die magische Energie mit der Tafel verbinden muss. Die verletzte / kranke Person muss noch in der Lage sie selbstständig zu halten und sich darauf zu fokussieren. Danach setzt sich der Heilungsprozess um einiges schneller und effektiver in Gange als auf normalem Weg, aber ein Versprechen auf Heilung gibt es nicht und auch dauert Stunden oder mintunter Tage. Da kann man selten im Handumdrehen geheilt werden, außer man bereitet schon davor Runentafeln vor und die sind bloß für kleinere, nicht lebensgefährliche Verletzungen ausgelegt. So ein kleines Notfallkit oder so. xD


    Es gibt noch Leute ohne magische Fähigkeiten wie Johanna, die aber magische Wesen und / oder Geister von Verstorbenen wahrnehmen können. Johanna kann keine Geister sehen, aber magische Wesen und bekommt manchmal besondere Runentafeln von einem Feenvolk geschenkt mit denen sie versucht ihre Freundin zu unterstützen. Also so kleine Illusionszauber etc.


    Elementarmagier beherrschen genau ihr eigenes Element und können sonst noch Zauber auf Runen projizieren. Das Beherrschen der Elementarmagier ist ziemlich bis sehr schwierig und mit vielen Risiken verbunden. Also Feuermagier können sich selbst verbrennen, Magier die Elektrizität beherrschen wie Sinan, ebenfalls oder sind nicht zielgerichtet etc. Die Kraft beschränkt sich auch nur lokal und Wassermagier zB. können nun keinen Tsunami abhalten oder so.


    Eltern von Magier bemühen sich darum die Gabe des Kindes zu verbergen, solange es seine Gefühle nicht kontrollieren kann (aber als Kleinkind ist die Gabe noch sehr schwach) oder sehen in dem Kind besessen von einem Dämonen / eine böse Kraft, die sie töten müssen. :/

    Ob Magier als gut oder böse wahrgenommen wurden oder werden, liegt am jeweiligen Volk und Glauben. Früher hat man Magier unter Umständen geehrt, da zB Wassermagier dabei halfen weite Strecken über den Ozean zurückzulegen etc. aber da nicht jeder Magier Gutes im Sinn hatte und seine Macht ausnutzte, wurden sie ebenso seit jeher auch gefürchtet.


    An Wesen existieren alle möglichen Naturgeister und co. aber Drachen, Zombies, kA auch Vampire etc. passen nicht in diese Welt. Eher Feen aller Art (nicht nur die Kleinen, Geflügelten), Kobolde, manche Humanoide wie Nymphen und co und manche Tierwesen wie Kelpies. Diese sind alle im Grunde neutral, es existieren aber auch Dämonen (in Gestalten von bizarren und grausigen Kreaturen etc nicht die sexy Dämonen xD) und böse Geisterwesen, die es auf Magier abgesehen haben, da die magische Energie sie anzieht. Sobald sie sich darauf einlassen in eine andere Dimension zu begeben (und das muss man auch für manche Zauber, um Zugang zu einem stärkeren Energienetz zu bekommen), sind sie eine Angriffsfläche für diese.



    Wie setzt ihr euch Regeln? Sind diese klar definiert oder habt ihr womöglich keine, um das Mystische zu bewahren? Wie kommuniziert ihr dieses System dem Leser?


    Mein größtes Problem ist wohl immer das richtige Kommunizieren und Mitteilen ohne Infodump.

    Ganz klar definierte Regeln hab ich nicht, zumindest nicht bis ins kleinste Detail. Ich weiß aber, dass niemand einen Asspull einfach so herausziehen kann. Mir war es auch nicht so wichtig Regeln so klar zu definieren.

    Ich denke, es reicht aus wichtige Runen an denen ich gerade sitze oä dem Leser in Häppchen näherzubringen und ansonsten eher das Gespür dafür zu schaffen wie mächtig (oder nicht) diese sind.



    Hat die Magie die Kultur und Wissenschaft beeinflusst?


    Eigentlich sehr. Man ist dank Magie in einigen Bereichen schneller vorangeschritten und konnte größere Teile des Ozeans schneller überwinden. Heute ist oft Magie verpönt, aber diejenigen, die ihr nicht abgeneigt sind, versuchen Runentafeln und die Hilfe von Elementarmagiern in technische Entwicklungen einfließen zu lassen. Mehr undercover und so.



    Gibt es Ursprungsmythen? Wer hat die Magie erschaffen, von wem stammt sie? Ist sie ein Teil der Naturgesetze?


    Magische Wesen sind seit Beginn ihrer Existenz magisch. Die Kristalle in manchen Teilen der Erde halten einen Teil der "Weltenenergie", wenn man es so möchte und aus denen zogen die auch ihre magische Kraft.

  • Was ist euer Lieblingsmagiesystem? Welches Magiesystem verwendet ihr?


    Ich persönlich bin kein Fan von soften Magiesystemen, da diese, wie schon erwähnt, diese oft dafür verwendet werden, um Deus-Ex-Machina-Momente zu ermöglichen oder zu erklären, bzw nicht zu erklären.

    Wieso kann der Zauberer plötzlich einen riesigen, magischen Feuerball beschwören? Ist halt so

    Wieso kann der Zauberer einen Zauber, um die Lichtscheuen Kreaturen zu besiegen, konnte ihn aber nicht am Anfang des Buches, wo er dringender vonnöten gewesen wäre?
    Wieso transportiert der Magier plötzlich eine riesige Armee von A nach B?


    In einem guten Magiesystem sollten einige Dinge fest gesetzt seien, aber immer noch genügend Dinge im mysteriösen/unerklärten liegen, damit es nicht seine "komplette" Magie verliert.

    Ein gutes Beispiel ist da für mich Eragon und das Magiesystem, was dort verwendet wird. Es ist an klare Regeln gebunden (die Alte Sprache), man kann Zauber nicht beliebig oft verwenden ("ein Zauber kostet einen genauso viel Energie, wie wenn man es selbst körperlich ausführen würde") hat aber noch genügend "Mythos" übrig (niemand weiß, wer die Alte Sprache an die Magie gebunden hat)

    Avatar hatte bis LoK ein ähnliches System mit genügend Mythos, ehe man in der 2. Staffel von LoK den letzten Mythos (den Avatar-Mythos) erklären musste



    Wie setzt ihr euch Regeln? Sind diese klar definiert oder habt ihr womöglich keine, um das Mystische zu bewahren? Wie kommuniziert ihr dieses System dem Leser?


    In meinem "Magiesystem" gibt es klare Regeln, vor allem, dass ein Mensch einen begrenzten Vorrat an "Chi" hat und diesen sowohl für "magische" Aktionen, als auch für "Ausdauer-Aktionen" benutzen kann und muss. Dabei kann das Chi-System des eigenen Körpers (welches ähnlich "verläuft" wie die Blutbahnen/Adern) zu einem gewissen Grad trainiert und erweitert werden, um mehr Chi aus der Umwelt aufnehmen zu können (ähnlich vergleichbar, wie man die Lunge trainieren kann).

    Das Chi ist dabei in verschiedene Kategorien unterteilt: In Chi, was der Großteil der Menschen besitzt und mit der man kleinere Energiekugeln beschwören oder seine Körperliche Stärke erhöhen kann und Elementar-Chi, womit man eines der Elemente kontrollieren kann. Das ganze erfolgt ohne Worte, aber mit mentalem Training und Konzentrationsübungen, da man das Körpereigene Chi in bestimmte Bahnen bewegen muss.

    Dabei ist Chi aber nicht zwangsweise an körperliche Stärke gebunden. Jemand, der bspw keine große Muskelmasse hat, aber sein Drachenchi kontrollieren kann, kann seine Armmuskeln mithilfe seines Chis so verstärken, dass er dieselben Gewichte stemmen kann, wie jemand, der Ausschließlich seine Muskeln trainiert.

    Dabei verbrauchen normale Menschen entsprechend für alltägliche Situationen auch Chi, wenn auch nicht so viel wie Menschen, die damit bspw kämpfen. Das bedeutet auch, dass "normale" Menschen sterben, sobald sie kein/nicht mehr genügend Chi haben, damit das Herz weiterschlagen kann



    Wer ist in eurer Welt magiebegabt? Jeder, Auserwählte, Erbgut, nur magische Wesen?


    Da in meiner Welt die meisten Menschen über ein "normales" Chi (Drachenchi) verfügen, hat grundsätzlich jeder das Potential, so stark zu werden wie die Helden/Schurken. Doch das ist mit viel hartem Training verbunden, was in jüngster Kindheit begonnen werden muss, um erfolgreich zu sein.

    Die Anzahl der Menschen, welche von Geburt an über eine höhere Chikontrolle verfügen (oder über ein stärkeres "Chinetz") sind sehr gering. Auch die Menschen, die über ein Elementar-Chi verfügen, sind weniger geworden und werden, wenn sie eins haben, direkt in spezielle Schulen geschickt, damit sie später führende Positionen in Militär oder ähnliches besetzen können, wo ihre Fähigkeiten gebraucht werden.



    Gibt es Ursprungsmythen? Wer hat die Magie erschaffen, von wem stammt sie? Ist sie ein Teil der Naturgesetze?


    Es gibt eine Vermutung, woher das Chi kommt und wie es überall auf dem Planeten existiert, aber es gibt immer noch viele Dinge, die nicht ganz erklärt werden können, vor allem bei Kreaturen wie den Drachen oder warum manche Menschen das Chi kontrollieren können, was tief im Inneren des Planeten ist. Generell ist Chi überall und unterscheidet sich auch in der Natur in Elementarchi und Drachenchi und entscheidet darüber, was von welchem Elementarchi-Beherrscher kontrolliert werden kann (Wasser hat fast ausschließlich Wasserchi und kann nur von Menschen mit Wasserchi kontrolliert werden, Magma hat aber sowohl Erd- als auch Feuerchi und kann deswegen von Menschen mit Erdchi und Feuerchi kontrolliert werden). Durch das kontrollieren der Elemente geben die Menschen das Chi wieder an die Umwelt ab und bekommen es im Laufe von Erholung wieder zurück. Menschen mit Drachenchi (also der Großteil der Menschen) gibt Chi bei ihren alltäglichen Aktionen ab und erhält es durch Schlaf wieder

  • Ich persönlich bin kein Fan von soften Magiesystemen, da diese, wie schon erwähnt, diese oft dafür verwendet werden, um Deus-Ex-Machina-Momente zu ermöglichen oder zu erklären, bzw nicht zu erklären.

    Ich finde es halt nachwievor sehr falsch zu sagen: "Weil X damit möglich ist, ist Y schlecht." Ich verwende ein sehr softes Magiesystem, aber ich nutze es nicht, um einfach irgendetwas damit zu machen. Ich bin halt einfach nur der Meinung, dass übererklärte Magie dem ganzen den Reiz raubt - und außerdem aus rein religiöser Sicht irgendwie langweilig ist. Immerhin ist Magie in den meisten Welten mit Religion verbunden (bei mir mit Urban Fantasy sowieso) und eine klare Antwort zu haben, wie sie funktioniert, würde Religionen die halbe Darseinsberechtigung nehmen.


    Ein gutes Beispiel ist da für mich Eragon und das Magiesystem, was dort verwendet wird. Es ist an klare Regeln gebunden (die Alte Sprache), man kann Zauber nicht beliebig oft verwenden ("ein Zauber kostet einen genauso viel Energie, wie wenn man es selbst körperlich ausführen würde") hat aber noch genügend "Mythos" übrig (niemand weiß, wer die Alte Sprache an die Magie gebunden hat)

    Du unterschlägst irgendwie die Hälfte von Eragon, wo Drachenmagie jedes Problem löst, weil sie ja so mysteriös ist, aber nie neue Probleme verursacht.

  • Du unterschlägst irgendwie die Hälfte von Eragon, wo Drachenmagie jedes Problem löst, weil sie ja so mysteriös ist, aber nie neue Probleme verursacht.

    Weil die "Benutzung" limitiert ist, da die Drachen die Magie nicht bewusst einsetzen können

    Und wenn sie einen erfolgreichen Zauber ausgeführt haben, können sie das nicht so einfach reproduzieren

  • Du unterschlägst irgendwie die Hälfte von Eragon, wo Drachenmagie jedes Problem löst, weil sie ja so mysteriös ist, aber nie neue Probleme verursacht.

    Weil die "Benutzung" limitiert ist, da die Drachen die Magie nicht bewusst einsetzen können

    Und wenn sie einen erfolgreichen Zauber ausgeführt haben, können sie das nicht so einfach reproduzieren

    Ändert nichts daran, dass die Drachenmagie eben immer wieder Deus Ex Machina genau das macht, was die Handlung gerade erfordert. Gerade die Tatsache, dass sie sich nicht lenken lässt und es nicht wiederholbar macht, macht es eben noch mehr Deus Ex Machina, als es wäre, hätten die Charaktere es zumindest dadurch gelernt und wäre es replizierbar.


    In Eragon ist es die ganze Zeit immer: "Oh, ein Problem. Unser Gary Stu Held macht was. Es funktioniert nicht. Der Drache löst das Problem magisch, weiß aber nicht, wie das überhaupt funktioniert hat, aber who cares." Und wie gesagt: Wenn Drachenmagie so random ist, wie sie angeblich ist, warum erschafft sie dann nciht auch mal neue Probleme?


    Eragon ist ohnehin eine miese Buchreihe. Aber gerade die Drachenmagie ist so eine Sache. Immer wenn Paolini nicht weiterwusste, dann passiert halt Drachenmagie und löst die Plotblockade. Sie ist der Inbegriff von Deus Ex Machina Magie.

  • In Eragon ist es die ganze Zeit immer:

    Also "die ganze Zeit" stimmt definitiv nicht.

    Ich müsste mir die Hörbücher noch einmal anhören, aber primär fallen mir in der Handlung zwei Situationen der Drachenmagie ein:
    Die erste, wo Saphira Elva ein ähnliches Zeichen wie die Gedwey Ignasia auf die Stirn haucht und die zweite, wo Saphira den Sternensaphir in Tronjheim repariert (was sie zuvor in der alten Sprache geschworen hat, zu tun).

    Andere Momente der willkürlichen Drachenmagie fanden vor der Haupthandlung statt.

  • Die erste, wo Saphira Elva ein ähnliches Zeichen wie die Gedwey Ignasia auf die Stirn haucht und die zweite, wo Saphira den Sternensaphir in Tronjheim repariert (was sie zuvor in der alten Sprache geschworen hat, zu tun).

    Hier gibt es eigentlich ein schönes Review, dass die Probleme mit der Drachenmagie aufführt. (Und Mind you, da geht es nur um Drachenmagie als Deus Ex - die Reihe hat sonst auch noch viel Deus Ex ... Weshalb ich es echt bedenklich finde, sie als positives Beispiel für ... irgendwas in die Richtung aufzuführen.)

  • Und Mind you, da geht es nur um Drachenmagie als Deus Ex - die Reihe hat sonst auch noch viel Deus Ex ... Weshalb ich es echt bedenklich finde, sie als positives Beispiel für ... irgendwas in die Richtung aufzuführen.

    Und weil die "ganze Reihe 'schlecht' ist", darf man das Magiesystem (wo ich mich auch nicht auf die Drachenmagie bezog) nicht als Positivbeispiel angebracht werden (weil Eragon, ähnlich wie Episode 8 von Star-Wars, auch viele gute Ideen/Konzepte hat)?

  • Und Mind you, da geht es nur um Drachenmagie als Deus Ex - die Reihe hat sonst auch noch viel Deus Ex ... Weshalb ich es echt bedenklich finde, sie als positives Beispiel für ... irgendwas in die Richtung aufzuführen.

    Und weil die "ganze Reihe 'schlecht' ist", darf man das Magiesystem (wo ich mich auch nicht auf die Drachenmagie bezog) nicht als Positivbeispiel angebracht werden (weil Eragon, ähnlich wie Episode 8 von Star-Wars, auch viele gute Ideen/Konzepte hat)?

    Die Sache ist, dass das Magiesystem halt eben nicht das ist, was du behauptest, dass es ist. Es ist kein hartes System und es ist eben nicht sehr stimmig oder klar geregelt. Selbst der Magie-Teil mit der alten Sprache ist eben ähnlich wie bei Harry Potter nur sehr vage - und die Regeln, die aufgestellt werden, werden beinahe alle irgendwann gebrochen, weil Eragon ja so toll ist. *hüstel*


    Eragon hat halt allgemein schlechtes Worldbuilding und das schließt das Magiesystem mit ein. Böse gesagt merkt man halt, dass das alles von einem Kind geschrieben wurde, das von der Welt noch nicht viel Ahnung hatte. (Oder auch: Warum es ungesund ist, im Teenager-Alter zu veröffentlichen ...)

  • Ich persönlich bin kein Fan von soften Magiesystemen, da diese, wie schon erwähnt, diese oft dafür verwendet werden, um Deus-Ex-Machina-Momente zu ermöglichen oder zu erklären, bzw nicht zu erklären.

    Klingt als wärst du einfach nur kein Fan von schlechtem Plotwriting? In meinen Augen füllen Soft Magic Systems und Hard Magic Systems einfach verschiedene Nischen. Hard Magic ist gut für Science-Fantasy-Geschichten, für Geschichten mit vielen Charakteren, die in einem realistischen, komplexen Zusammenspiel miteinander in Verbindung treten. Geschichten, wo es irgendwie ums große Ganze geht, die eine vielschichtige Handlung haben, die sehr auf Ursache-Wirkung fußt. Gut, das klingt jetzt etwas vage … aber im Kontrast dazu sind Soft Magic Systems finde ich gerade dann besonders gut, wenn es um metaphorische Geschichten geht. Um Geschichten, die sich auf Charaktere und deren Empfindungen spezialisieren, und die besondere Konflikte hervorrufen wollen oder sich primär mit großen übergreifenden Themen befassen. Abgesehen davon ist das ja ne sliding scale. Kaum eine Magic ist 100% soft oder 100% hard. Für manche Geschichten wäre ein Hard Magic System einfach keine gute Idee, für andere wäre ein Soft Magic System eher meh. Kommt halt drauf an, was man schreiben will und was die Themen sind, die man in der Geschichte behandelt. Es sind einfach verschiedene Werkzeuge für unterschiedliche Zwecke.

    Ich bin halt einfach nur der Meinung, dass übererklärte Magie dem ganzen den Reiz raubt - und außerdem aus rein religiöser Sicht irgendwie langweilig ist. Immerhin ist Magie in den meisten Welten mit Religion verbunden (bei mir mit Urban Fantasy sowieso) und eine klare Antwort zu haben, wie sie funktioniert, würde Religionen die halbe Darseinsberechtigung nehmen.

    Dem würde ich zwar zustimmen, aber ich bin nicht sicher, inwiefern das wirklich ein Unterschied zwischen Hard Magic und Soft Magic sein muss. Ich meine – man kann ja ein Hard Magic System erstellen, aber dann den Lesern die Regeln nicht erklären. Wäre das dann Soft Magic? Aus Autoren-Perspektive ist es für mich etwas anderes. Weil die Soft Magic Systems, die ich bisher geschrieben habe, die sind einfach soft. Sachen passieren, weil sie passieren sollen, und ich kenne die Regeln auch nicht, weil es keine gibt. Aber manchmal benutze ich Hard Magic und dann erkläre ich auch nicht alles, weiß aber für mich, was wie passiert und was möglich ist und was nicht. Ich würde meinen, dass der Unterschied zwischen den beiden Vorgehensweisen beim Lesen der Geschichte deutlich wird … aber then again, keine Ahnung, ob das wirklich so ist.

  • Ich meine – man kann ja ein Hard Magic System erstellen, aber dann den Lesern die Regeln nicht erklären. Wäre das dann Soft Magic? Aus Autoren-Perspektive ist es für mich etwas anderes.

    Die Sache ist, dass es am Ende für Hard Magic aus der Konsument*innenperspektive erklärbar und nachvollziehbar sein muss - sonst ist es letzten Endes ein softes System. Ich kann bei mir im System auch die meisten Sachen genau erklären, wie sie zustande kommen, aber ich habe nicht vor, dass den Leser*innen je zu erklären. Gerade, weil es eben bei mir auch stark mit Religionen verbunden ist, und ich darauf nicht offiziell "meine" Antwort geben möchte.


    Hard Magic ist gut für Science-Fantasy-Geschichten, für Geschichten mit vielen Charakteren, die in einem realistischen, komplexen Zusammenspiel miteinander in Verbindung treten.

    Ich störe mich ein wenig an dem Wort "realistisch". Weil ich zugegebenermaßen bei "Hard Magic" und "Realismus" an die Leute denken muss, die dir jeden Scheiß mit ihrem Magiesystem erklären können und dir außerdem erklären wollen, dass in ihrer Welt Frauen halt keine Recht haben und garantiert erst nicht ins Militär dürfen, weil "Realismus".

  • Ich störe mich ein wenig an dem Wort "realistisch". Weil ich zugegebenermaßen bei "Hard Magic" und "Realismus" an die Leute denken muss, die dir jeden Scheiß mit ihrem Magiesystem erklären können und dir außerdem erklären wollen, dass in ihrer Welt Frauen halt keine Recht haben und garantiert erst nicht ins Militär dürfen, weil "Realismus".

    Welp. Muss zugeben, dass ich bisher nicht so viele solcher Geschichten gelesen habe, deswegen bringe ich das nicht so direkt in Verbindung. Ich verstehe natürlich, was du meinst. Letztendlich wollte ich aber auf das hinaus, was du letztendlich auch schon angesprochen hast: Hard Magic Systems sind für Geschichten, in denen die Magie nicht mythisch sein soll – sondern quasi ein Gedankenexperiment, das man weiterspinnt, so lange es geht. Also als Gegenüberstellung zu mythisch habe ich das Wort realistisch gewählt; gibt aber sicher auch bessere Wege das zu formulieren x)


    Ich meine, ich würde zum Beispiel unterstellen, dass Shinsekai Yori ein Hard Magic System benutzt. Anfangs wirkt es mythisch, weil man es aus der Perspektive der Kinder zusammen mit Legenden und Geschichten erklärt bekommt, aber mit der Zeit wird es immer genauer umrissen, und ich finde, das passt zu der Geschichte. Am Ende ist kein Mythos um Magie mehr notwendig, da es einfach nicht zur Aussage der Geschichte gehört. Aber trotzdem ist die Geschichte meiner Ansicht nach ziemlich gut.


    Auf der anderen Seite hat man ein Soft Magic System zum Beispiel in Prinzessin Mononoke. Diese Geschichte lebt sehr von mythischen Elementen und davon, dass nicht alles klar definiert werden kann. Und ich finde, das passt da sehr gut, weil es zu einem der zentralen im Film thematisierten Konflikte zwischen Natur und Industrialisierung beiträgt.