"Du bist etwas Besonderes, Auserwählter!"

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


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  • ... oder auch: wie gehe ich mit Auserwählten um?


    Stories, die suggerieren, dass das Schicksal eines Menschen bereits vor Jahrhunderten in Stein gemeißelt wurde, werden unbeliebter, unter anderem, da sie auch nicht mehr so recht dem Zeitgeist und der Philosophie des freien Willens entsprechen.


    Ein anderes Problem kann vor allem für unerfahrene Schreiberlinge darin liegen einen Auserwählten zu einer*m übermächtiger*n Mary Sue / Gary Stue (auch wenn der Begriff nicht perfekt ist) verkommen zu lassen, di*er nicht nur kräfte- sondern auch charaktermäßig alle anderen Charaktere in den Schatten stellt und jeden einzelnen Plotpunkt an sich reißt, da alle anderen zum Beiwerk degradiert werden.


    Natürlich kann man auch heute noch Auserwählte schreiben und am Ende ist eher von Bedeutung, wie etwas geschrieben ist.

    Hierbei existieren natürlich bereits verschiedene Variationen und das Klischee wurde bereits mehrfach verändert. Etwa in die Richtung der "Chosen Many", also mehrerer Auserwählten, oder dass die übermächtigen Kräfte auch einen ebenso mächtigen Backslash verursachen und auch, dass das Schicksal eines Chosen Ones nicht in Stein gemeißelt ist. Oder eben, dass der Druck eine unheimliche Last für diese Person darstellt.


    Also nun, ...

    Habt ihr Auserwählte? Ab wann gilt man als Auserwählter und wer ist dazu in der Lage diese zu ernennen (Götter ...)?

    Wie gehen diese damit um? Beschreibt ihr den Druck, der auf ihnen lastet?

    Wie sind diese charakterlich? Eher klassischer Held oder Anti-Held?

    Nehmen sie ihre "Aufgabe" an oder nicht? Gibt es dabei äußere oder innere Konflikte?

    Sind sie tatsächlich die einzige Hoffnung des Landes oder dieser Welt? Inwieweit unterscheiden sie sich tatsächlich von anderen, ebenfalls mächtigen, Personen?

    Wie reagiert die Gesellschaft und die Umwelt auf den Chosen One? Gibt es vielleicht sogar eine Art von Kult oder im Gegenteil, werden auserwählte Personen gefürchtet?

    Versucht jemand diese zu manipulieren?

  • Nun, wie vielleicht mittlerweile häufig genug erzählt: Sämtliche meiner Urban Fantasy Geschichten dekonstruieren den Chosen One Trope. Denn die ganze Welt baut auf "Clap your hands if you believe" auf. Sprich: Wenn an etwas/jemanden geglaubt wird, existiert es/si*er wirklich. Was eben heißt das Götter existieren und das in nicht zu kleiner Zahl. Immerhin verschwinden Gött*innen nicht automatisch, nur weil niemand mehr an sie glaubt. Sie verschwinden erst, wenn alle Sterblichen ihren Namen vergessen haben.


    Es ist dabei für diese Gött*innen zum Standard geworden, dass sie sich Propheten oder eben Auserwählte aussuchen. Die einen, um ihren Kram zu prädigen, die anderen, um für sie zu kämpfen. Sei es gegen andere Gött*innen (denn die Gött*innenwelt ist in einem Dauerkonflikt miteinander und vor allem mit den neuen monotheistischen Religionen), sei es gegen Monster, gegen Menschen oder wogegen ein*e etwaige Gött*in sonst noch was hat. Mal für gute Zwecke, mal nicht. Dabei sind für viele Gött*innen die Auserwählten sehr ersetzbar. Immerhin können sich die meisten, die noch Gläubiger haben, einfach neue holen, denen einen kleinen Powerboost geben und voila, neuer Auserwählter. Aber: Nicht alle Gött*innen sind Arschlöcher.


    Entsprechend gibt es ein paar Charaktere bei mir, die Auserwählte sind oder werden. Manche wissen es zu dem Zeitpunkt, wo sie Auserwählt werden direkt, manche halt nicht. (Problem ist: Manche Gött*innen geben einfach die Kräfte und erwarten vom Opfer Auserwählten, selbst darauf zu kommen, um im Notfall auch "Plausible Deniability" zu haben.)


    Übrigens kann es sein dass je nach Religionsstruktur es nicht zwangsläufig die sogenannten Gött*innen sind, die ihre Auserwählten aussuchen. Bspw. sind die meisten Auserwählten aus dem abrahamistischen Raum die Auserwählten höherer Engel - vor allem Gabriel hat sich da einige Leute eingesammelt, aber Michael ist nicht viel besser.


    Ein Gott mit den meisten Auserwählten ist wohl Loki. Der/die hat sich über 3000 Auserwählte zugelegt, die allerdings deswegen nur wenige Kräfte von ihm/ihr bekommen. Allerdings geht es Loki ja auch gar nicht um Macht, sondern darum, dass er/sie an möglichst vielen Stellen die Strippen ziehen kann. Und das ist ihm/ihr so möglich.

  • Alaiya

    Auserwählte, die man ersetzen kann, das gefällt mir. Ich hab mich bei diesen ganz klassischen Fantasystories ewig gefragt: Warum gerade das Bürschen? Zumindest in-world gibt es keinen Grund dazu und das muss eine herbe Enttäuschung für die Leute sein, die ihr Leben in die Hände von jemanden setzen, der dazu so gar nicht bereit ist.


    Demnach würde ich es sogar mögen, wenn Auserwählte auchmal nicht in allen Dingen vollkommen durchschnittlich sind, sondern sich auch tatsächlich abheben, wenn man das denn so sagen kann. Dieses "Da gibt es die dumme Masse und fünf Leute, die sich abheben" ist ja auch irks, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine.


    Loki gefällt mir am besten. :D Fäden ziehen können ist ja auch Macht, nur auf eine andere Weise.



    Meine wissen es nicht so recht. Genetisch ist es schonmal nicht, es werden nur ab und an sehr wenige Menschen mit magischen Kräften geboren. In Wahrheit muss bei der Geburt ein mächtiges Wesen anwesend sein, dessen Aura auf das Menschenkind abfärbt. Das zerrt aber auch für eine Weile am magischen Wesen. Meist ist das Zufall, manche begeben sich gewollt in die Nähe von einflussreichen Menschen und deren Nachwuchs, um den Einfluss des Weltgeschehens ein wenig zu steuern. Die Feen wollen also vielleicht jemanden auf ihrer Seite, der sich für ihren Lebensraum einsetzen könnte etc. Was auch sehr riskant ist, man weiß nie was aus einem Kind wird. Feen können jedoch niemandem magische Kräfte geben, nur die Fähigkeit manch Übernatürliches zu sehen.

    Meistens ist es Zufall und magische Wesen, die vom Handeln der Menschen nicht direkt betroffen sind, scheren sich auch nicht um diese, sondern leben ihr eigenes Leben, oft auch in anderen Dimensionen.


    So genau wissen das die Menschen jedoch nicht und manche glauben, Magier wären allesamt von einer sehr hohen Macht auserwählt, ob von guten oder bösen Kräften sei dahingestellt. Jenny zB. denkt von sich selbst als jemand Besonderes, hält auch sehr von ihren Kräften und will sich ohnehin sehr oft beweisen und Sinan steht zwischen den Stühlen. Manchmal hat er Angst vor seiner Magie, die meiste Zeit jedoch baut das Wissen, dass er sehr viel damit anstellen und auch noch besser werden kann, sein Selbstwertgefühl auf, da er sich mit ihr nicht vollkommen macht- und hilflos fühlen muss. Er glaubt ebenso, dass er auf irgendeine Art auserwählt ist, weil er es glauben will... ist er nicht. :biggrin:

  • Ich finde das Chosen One Trope per se gar nicht so unrealistisch - im Prinzip ist ja jeder Hauptcharakter quasi ein Chosen One, denn der Autor hat sich diesen Charakter ja ausgesucht, um aus seiner Perspektive die Geschichte zu erzählen. Mit anderen Worten: Wären die Hauptcharaktere nicht in gewisser Weise besonders, dann würde es wenig Sinn machen, ihre Geschichte zu erzählen (es sei denn, genau die Alltäglichkeit ist der Punkt der Geschichte). Oder andersherum: Es macht Sinn, dass der Hauptcharakter ein Chosen One ist, denn gäbe es von allen Menschen auf der Welt genau einen Chosen One, dann wäre es sehr wahrscheinlich, dass gerade seine oder ihre Geschichte erzählt würde.


    Problematisch wird es im Storytelling denke ich eher dann, wenn Deus Ex Machinas damit begründet werden, dass der Charakter halt der Chosen One ist. "Weiterlaufen, weiterlaufen, hier gibt es nichts zu sehen; das hat halt geklappt, weil er der Chosen One ist, fertig!"

    Dann ist aber auch nicht unbedingt der Chosen-One-Trope schuld, sondern das Problem liegt an lazy plotwriting.


    Wobei mich die Überlegung auf eine Idee gebracht hat: Ein klassischer Chosen-One-Charakter in der Geschichte aber … er ist halt nicht der Hauptcharakter. Sondern rennt immer im Hintergrund rum, macht irgendwas, rettet die Welt, während der Hauptcharakter der Geschichte anderes Zeug tut. Mir fällt spontan keine Geschichte ein, die das macht (vor allem ohne es humoristisch zu spielen), aber es wirkt auf mich gerade doch irgendwie interessant. Kennt dafür zufällig jemand Beispiele? Das einzige was mich entfernt daran erinnert ist Oyasumi Punpun mit dem Superhelden-Subplot.

  • Auserwählte, die man ersetzen kann, das gefällt mir. Ich hab mich bei diesen ganz klassischen Fantasystories ewig gefragt: Warum gerade das Bürschen? Zumindest in-world gibt es keinen Grund dazu und das muss eine herbe Enttäuschung für die Leute sein, die ihr Leben in die Hände von jemanden setzen, der dazu so gar nicht bereit ist.


    Demnach würde ich es sogar mögen, wenn Auserwählte auchmal nicht in allen Dingen vollkommen durchschnittlich sind, sondern sich auch tatsächlich abheben, wenn man das denn so sagen kann. Dieses "Da gibt es die dumme Masse und fünf Leute, die sich abheben" ist ja auch irks, aber ich denke, ihr wisst, was ich meine.

    Dahingehend gibt es wirklich bei vielen meiner Charaktere unterschiedliche Gründe. Ich denke ich spoiler nicht zu viel für Mosaik, wenn ich sage, dass Pakhet halt auch von jemanden auserwählt. Ich sage aber nicht wen - das ist dann die Überraschung ;) Aber bei ihr ist es halt so, dass sie zu dem Zeitpunkt, wo sie erwählt wird, a) die Aufgabe erfüllt, die eigentlich für einen anderen Auserwählten vorgesehen war und das von sich und ohne göttliche Beeinflussung und b) halt selbst schon als Kämpferin so mächtig ist, dass da ein zwei Götter beeindruckt sind. lol


    Andere Charaktere wurden aber bei mir auch schon aufgrund besonderer Fähigkeiten, wegen ihrer Dickköpfigkeit, wegen Verwandtschaft oder ganz anderen Dingen erwählt xD"


    Meist ist das Zufall, manche begeben sich gewollt in die Nähe von einflussreichen Menschen und deren Nachwuchs, um den Einfluss des Weltgeschehens ein wenig zu steuern

    Hmm, da könnte ich mir aber auch Vorstellen, dass einflussreiche Menschen ihrerseits auch versuchen es herbeizuführen. Oder?


    Ein klassischer Chosen-One-Charakter in der Geschichte aber … er ist halt nicht der Hauptcharakter. Sondern rennt immer im Hintergrund rum, macht irgendwas, rettet die Welt, während der Hauptcharakter der Geschichte anderes Zeug tut. Mir fällt spontan keine Geschichte ein, die das macht (vor allem ohne es humoristisch zu spielen), aber es wirkt auf mich gerade doch irgendwie interessant. Kennt dafür zufällig jemand Beispiele?

    Vielleicht nicht ganz das, was du suchst, aber an sich macht Basquash! das. Denn das Prinzip bei der Serie ist, dass ALLE glauben, Prota sei der Auserwählte. Nur damit das Finale und das Ende der Welt kommt und es scheitert. Also natürlich nicht komplett, aber ja, es zeigt sich im Finale, dass Prota eben nicht der Auserwählte ist und sie müssen sich dann was anderes ausdenken, um die Welt zu retten. Dabei ist die Serie aber relativ klar, wer eigentlich di*er Auserwählte war ... und die Person kann die Aufgabe leider nicht übernehmen, da sie im frühen Leben keine Plotarmor hatte. Und das fand ich war eine schöne Dekonstruktion des Auserwählten.

  • Alaiya

    Okay, ich muss weiterlesen haha aber wieso muss er sie dann noch auserwählen, wenn sie das, was sie tun soll, ohnehin schon von selbst tut? Worin liegt dann effektiv der Unterschied? ^^


    Das ist schon eine gute Idee, aber auch die Magier wissen nicht so recht, woher sie diese Kräfte haben. Selbst wenn es verschiedenste Vermutungen gibt. Die einzigen Wesen, die mit Menschen sprechen sind Feen, Nymphen etc. und die bekommen auch nur sehr wenige Leute zu Gesicht, erst recht mit ihnen sprechen zu dürfen. Daher... sie können das schon irgendwie versuchen, aber da sie nicht wissen, wann ein Wesen in der Nähe sein wird und diese ja auch einfach verschwinden können, wenn sie daran nicht teilhaben wollen, funktioniert das eher nicht.

    Eine Idee sind Dämonen, aber da werde ich mir noch was einfallen lassen, da man diese an sich binden kann. Allerdings nur im Austausch gegen die eigene Seele nach dem Ableben. Mein Gedanke war, dass die Magie eines Dämons das Kind schädigt oder es sogar stirbt, weshalb auch die Möglichkeit wegfällt. Das werden aber vermutlich schon einige versucht haben, aber gescheitert sein... und ihre Seele und ihr Kind verloren haben. ^^"

    Ich weiß gar nicht, wie ich dem Leser mitteilen soll, dass weder Jenny noch Sinan auserwählt sind, wenn es nunmal meine Charaktere auch nicht wissen. Es könnte sehr random wirken, aber es jemanden mit Sicherheit wissen zu lassen ist genauso doof, da es sonst keiner so sicher weiß. ^^"


    Allerdings machen sich die anderen über die beiden etwas lustig, aka "Na, wie lautet eure Propezeiung, wo sind eure Lehrmeister, die alten Zauberer mit Rauschebart, verehrte Auserwählte?" xD

    Die Einzige, die einer klassischen Lehrmeisterin für meine Gruppe nahekommt, ist eine alte Frau rund um die 60, die trotz Magie jahrezehntelang nicht aus den Slums kam, da reale Probleme und so, und einige Jahre eine Prostituierte war, dann eine Arbeiterin in den Fabriken etc... um nicht den Verstand darin zu verlieren, hat sie sich immer, wann sie konnte, ihrer Magie gewidmet, um etwas zu haben, das ihr Freude bereitet und irgendwann hat sie eine junge Magierin getroffen, die in derselben Lage war und ihr geholfen. Seitdem lebt sie in diesem kleinen Bund, da kam sie etwa mit 35 hin und lernte selbst von ihrem Lehrer. DIE ist die Lehrmeisterin der "Auserwählten". Sinan ist kinda okay damit, Jenny hat sich das vor ein paar Jahren, als sie da eingestiegen ist, sehr ... anders vorgestellt. xDD


    War Basquash nicht dieser Anime mit Basketball mit ähem ... Robotern? xD

  • Okay, ich muss weiterlesen haha aber wieso muss er sie dann noch auserwählen, wenn sie das, was sie tun soll, ohnehin schon von selbst tut? Worin liegt dann effektiv der Unterschied? ^^

    Um es einfacher zu machen. Auserwählte bekommen von ihren Gött*innen kleine Perks. Ausmaß und Menge davon hängt davon ab, welche*r Gött*in, wie viel di*erjenige bereit ist zu geben, aber auch wie viele andere Auserwählte si*er hat. Also Loki kann seinen Leuten nur eine Fähigkeit geben - und Geld. (Ja, Loki bezahlt seine/ihre Auserwählten mit traditionellem Geld.) Weil eben so viele. Aber Gött*innen, die nur zwei, drei Auserwählte haben, können ihnen schnell mal größere Power-Ups geben.


    Vielleicht um es einfacher zu machen und nicht so zu spoilern bei Mosaik, mal zu 7 Nächte, weil dort der Antagonist auch ein Auserwählter ist. Und der ist der zu dem Zeitpunkt einzige wirkliche Auserwählte eines alten Feuergottes. Nun ist dieser Gott halt beinahe vergessen, weswegen er wenig Macht hat, aber diese Macht teilt er eben nur mit einem Auserwählten, der entsprechend halt das ganze Arsenal göttlicher Feuermagie erhalten hat.


    War Basquash nicht dieser Anime mit Basketball mit ähem ... Robotern? xD

    Korrekt. Und dem großartigen Soundtrack <3

  • Uhh, was ein wunderbares Topic. Ich bin generell großer Fan des klassischen "Chosen One"-Plots, wenn das nicht alles ist, was besagter Plot zu bieten hat; wenn man es richtig aufbaut und vor allem ausbaut, haben solche Geschichten viel Potenzial. Und egal ob ich dabei an die klassischen JRPGs von damals denke oder heutige, sehr verstrickte Storylines mit dem Thema, alle haben letztendlich dieselbe schöne Aussage und Moral. Zumindest meiner Meinung nach. Natürlich ist die Gefahr groß, wie du, Maneki-Neko, schon angesprochen hast, einen übermächtigen Protagonisten ohne Persönlichkeit aus seinem Chosen One zu machen - deshalb finde ich, braucht man, wenn man etwas wirklich herausstechendes mit der Thematik erschaffen möchte, sicher ein bisschen Erfahrung und Feingefühl was Character sowie Plot Development angeht. Ich beantworte einfach mal ganz strickt die Fragen, die im Thema an sich gestellt wurden, um auf meine "Chosen One"-Thematik in meinem Hauptprojekt einzugehen.


    Habt ihr Auserwählte? Ab wann gilt man als Auserwählter und wer ist dazu in der Lage diese zu ernennen (Götter ...)?


    Ja, ich habe Auserwählte und zwar auf sehr viele Arten und Weisen in meinem Hauptwerk. Am ehesten als "klassische" Chosen Ones kann man vier meiner Protagonisten bezeichnen, ich habe aber versucht, dem Ganzen einen kleinen Twist zu geben: Die vier Personen, um die es geht, sind laut einer alten Prophezeiung dazu "auserwählt", der (um es kurz zu sagen und nicht auf 76 Seiten Lore einzugehen) "bösen" Göttin dazu zu verhelfen, die Welt zu vernichten. Ich kann nicht einmal sagen, ob sie tatsächlich auserwählt sind - eine meiner Drachengöttinnen kann die Zukunft vorhersehen und hat besagte Prophezeiung vor Jahrtausenden den Sterblichen ausgestellt als sie diesen als Orakel gedient hat. Bis heute hinweg hat sich der Ausgang dieser Zukunft nicht geändert. Auserwählt sind sie eher... von zwei weiteren halbgöttlichen Individuen, die sich aufmachen und ausziehen, um diese vier zu finden und sie dazu zu bringen, dieses Schicksal eben nicht zu erfüllen. Auch wenn sie da natürlich nicht im klassischen Sinne "erwählt" sind.

    Weitere Auserwählte sind die Hohepriester einer bestimmten Theokratie: Gebaut um eine Sterbliche, die von tatsächlichen Göttern in den Götterstand erhoben wurde, wählt eben jene die Herrscher ihres Reiches (welches sie selbst aufgebaut hat) aus - diese werden dann in das Amt des Hohepriesters erhoben. Diese Auserwähltheit ist allerdings eingeschränkt (hauptsächlich schränkt sich besagte Göttin selbst ein, damit die Sterblichen ein Muster und eine Regel haben, auf das sie sich verlassen können), so sucht diese Göttin lediglich Menschen aus ihrer eigenen Blutlinie aus, die ein bestimmtes Alter erreicht haben.

    Weitere Auserwählte sind bei mir an von ihnen selbst erfüllbare Bedingungen geknüpft: Beispielsweise Willensstärke oder Aufrichtigkeit, wenn es, einfach ausgedrückt, darum geht, in bestimmten Situationen nach dem Tod weiterleben zu dürfen. Manche andere haben ihre "Auserwähltheit" eher einer Art für die Menschen symbolischer Wert festzumachen, wie beispielsweise vom Volk gewählte Vertreter oder Herrscher sowie Rebellionsführer.


    Im folgenden werde ich mich auf die vier beschränken, die ich zuerst genannt habe. Das alles würde sonst sicher etwas sehr lang werden und etwas sehr ausschweifen.


    Wie gehen diese damit um? Beschreibt ihr den Druck, der auf ihnen lastet?


    Druck ist etwas, das in meinem Werk eine sehr große Rolle ein nimmt - alle vier meiner Chosen Ones leiden unter psychischen Krankheiten. Ob es nun Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Traumata oder sonst etwas ist. Gerade deshalb sind sie ja "auserwählt", da sie durch diese Erfahrungen und Emotionen im tiefen Inneren die Welt untergehen sehen möchten. Oder zumindest wollen, dass sie von neu anfangen kann. Dass diese beiden anderen göttlichen Wesen sie dann aufsuchen und ihnen zusätzlich diese Prophezeiung offenbaren und sagen, sie müssen etwas dagegen unternehmen, sie müssen ihre Probleme von jetzt auf gleich überwinden, sonst geht irgendwann die Welt unter (salopp gesagt) - das verursacht einiges an Druck. Zusammen mit dem Erwartungsdruck ihrer Freunde und Kameraden, dieser göttlichen Wesen und eigentlich auch jedem anderen.

    Meine Protagonisten gehen alle sehr anders mit diesem Druck und dieser Situation um, wodurch ich am Schluss keine vier "Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute"-Happy Endings haben werde, ganz im Gegenteil. Letztendlich, ohne viel zu spoilern, da ich vielleicht das Ganze irgendwann hier veröffentlichen möchte, wird es für den Leser sehr viel Interpretationsfreiraum bezüglich Erfolg oder Fehlschlag meiner Charaktere geben.


    Wie sind diese charakterlich? Eher klassischer Held oder Anti-Held?


    Ich würde keinen von ihnen als klassischen Helden bezeichnen, nicht ansatzweise. Es kämpft nur einer von ihnen im weitesten Sinne für "das Gute", wenn auch sehr widerwillig, eine weitere zieht sich vom Leben generell zurück und lebt in Isolation, während die anderen beiden... für ihre Zwecke kämpfen und dafür literally über Leichen gehen. Generell sind alle eher Anti-Helden, wenn man sie als Helden bezeichnen möchte: Bei allen überwiegt das charakterlich Schlechte auf den ersten Blick das Gute, sie haben alle ihre psychischen Probleme, die jene Negativtät nach Außen hin nur verstärken. Sie alle werden auch nicht positiv in die Geschichtsbücher eingehen, keiner von ihnen wird letztendlich als Hero und Saviour gefeiert. Auch wenn mir das selbst sehr schwer fällt, weil ich sie alle unglaublich lieb habe.


    Nehmen sie ihre "Aufgabe" an oder nicht? Gibt es dabei äußere oder innere Konflikte?


    Drei von ihnen hadern lange mit sich, dieser Prophezeiung wirklich Glauben zu schenken und ihre Aufgabe anzunehmen - bis die Vierte, die durch ihre Verbindung mit besagter Drachengöttin ebenfalls in die Zukunft sehen kann, ihnen den Ausgang des ganzen tatsächlich zeigt. Es wird sehr viele, sehr lange innere Konflikte geben, mit denen alle vier unterschiedlich umgehen - wie ich schon zuvor sagte. Keiner von ihnen kann diese Konflikte wirklich final mit sich selbst klären und viele Taten werden durch "mentale Kurzschlüsse" ausgelöst und sind spontane, impulsive Handlungen.

    Nach außen hin tragen sie diese Konflikte ebenso, ob es nun mehr Isolation, Zorn, Trauer oder absolute Gleichgültigkeit bzw. Leugnung ist. Tatsächliche äußere Konflikte... habe ich tatsächlich noch nicht geplant, aber es ist nur logisch, dass es diese geben wird. Ob nun mit diesen göttlichen Wesen, untereinander oder mit weiteren, zumindest was die Prophezeiung angeht, Außenstehenden.


    Sind sie tatsächlich die einzige Hoffnung des Landes oder dieser Welt? Inwieweit unterscheiden sie sich tatsächlich von anderen, ebenfalls mächtigen, Personen?


    Sind sie tatsächlich, da sie, dadurch dass sie ihre Kräfte (ob nun tatsächliche körperliche oder magische Macht, sonstige Fähigkeiten oder die Anfachung der Kräfte besagter "böser Göttin" durch ihr eigenes Leiden) dem "Bösen" zur Verfügung stellen, dafür verantwortlich sind, dass diese überhaupt erst die nötige Macht erlangt, die Welt zu vernichten bzw. neu starten zu lassen. Da alle anderen Götter ihre Kräfte entweder verloren oder bereits vor Ewigkeiten vernichtet wurden, gibt es kaum noch Individuen, die sich der Göttin, zusammen mit der Macht, die die vier ihnen schenken, entgegenstellen könnten.

    Dadurch, dass Schmerz und Leid direkt mit der Göttin verbunden sind, und diese vier eben sehr leiden (durch beschriebene psychische Probleme) und zusätzlich starke magische, körperliche oder sonstige Fähigkeiten haben, sind sie der ausschlaggebende Punkt. Natürlich leiden auch andere Sterbliche, die der Göttin ebenso Macht geben - aber diese haben weder besagte Fähigkeiten, noch gibt oder wird es in ihren Leben einen Umstand geben, in denen sie mit besagter Göttin irgendwie in Kontakt treten; immerhin sucht sich die Göttin ebenso selbst aus, dass sie gerade diesen vieren begegnen möchte. Also kann man theoretisch wieder sagen, dass sie... auch von ihr auserwählt sind? Puh.


    Wie reagiert die Gesellschaft und die Umwelt auf den Chosen One? Gibt es vielleicht sogar eine Art von Kult oder im Gegenteil, werden auserwählte Personen gefürchtet?


    Hierauf kann ich tatsächlich sehr schnell und einfach antworten: Keiner weiß von ihnen. Man weiß zwar von dieser Prophezeiung, auch wenn diese bei den allermeisten wieder in Vergessenheit geraten ist, aber keiner weiß von der Göttin oder sonstigen Umständen.


    Versucht jemand diese zu manipulieren?


    Ja, theoretisch werden sie von allen Seiten manipuliert: Ob sie sich gegenseitig manipulieren, besagte Göttin, andere der Götter, diese beiden göttlichen Wesen, die sie überhaupt erst aufgesucht haben... Manipulation gibt es auf allen Seiten. Auch die wenigen, die davon wissen, versuchen natürlich, das Ganze für ihre Zwecke auszunutzen: Ob sie einfach nur wollen, dass die Welt bestehen bleibt, die Welt ebenso vernichten wollen oder einfach das ganze für verrückte Machtmissbrauchts-Pläne benutzen wollen.


    Puh. So, ich hoffe, letztendlich war das Ganze nicht zu... komplex und verwirrend, obwohl ich es versucht habe, einfach auszudrücken. Es hat mir auf jeden Fall auch noch einige Denkanstöße gegeben. Gerade, was die Ausmaße des "Auserwählt Seins" betrifft (beispielsweise, was die "böse" Göttin angeht) als auch generelle Sachen bezüglich Inneren und Äußeren Konflikten.

  • Ui, Diskussionsthemen die mich gerade von einer schwierig zu schreibenden Passage ablenken (: Ja, da schreibe ich doch gerne was rein.

    Ich versuche diesen Monat ja noch mein eigenes Werk "Be[com]ing Human" zu veröffentlichen, also wer Spoiler vermeiden will, sollte das hier nicht lesen ;)


    Habt ihr Auserwählte? Ab wann gilt man als Auserwählter und wer ist dazu in der Lage diese zu ernennen (Götter ...)?

    Das Grundkonzept meiner Geschichte befasst sich mit der Freundschaft, die sich zwischen einem Menschen und einem "mystischen Wesen" aufbaut. Und nun ja, dieses "mystische Wesen", welches selber Blue genannt werden möchte und immer wieder in dem Körper eines Menschen geboren wird, ist so etwas wie ein Auserwählter.

    Die Welt in der wir uns befinden wird von sogenannten Kräften gelenkt, die man sich ein wenig vorstellen kann wie unsere physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Gelten überall, sind nicht veränderbar und sind essentiell um das Universum am Laufen zu halten (bspw. die Zeit). Der Fluss dieser Kräfte muss jedoch stetig überwacht werden. Deswegen werden von einer präsenten Macht Lebewesen geschaffen, die diese Kräfte überwachen. Diese Lebewesen existieren so lange wie ihre jeweilige Kraft existiert (also häufig für immer) und sind ansonsten eher willenlose Wesen ohne Gefühle.

    Und eben einer dieser "Auserwählten"/geschaffenen Wesen ist Blue. Da er zuständig ist für die menschliche Zivilisation und deren Erhalt, hat er eben einen menschlichen Körper angenommen und mit der Zeit auch menschliche Gefühle erlernt. Aber er ist eben auch nicht der einzige "Auserwählte". Nur haben diese nie miteinander etwas zu tuen, also treten diese auch nicht weiter in der Erzählung auf.



    Wie gehen diese damit um?

    Blues einziger wirklicher Lebensinhalt ist eben diese eine Kraft zu überwachen und im Gleichgewicht zu halten. Was für ihn schnell langweilig wird, deswegen geht er noch Beschäftigungen nach, die eben Menschen auch machen. Für ihn ist das eben ein ganz normaler Bestandteil seines Lebens, er ist ja auch nichts anderes gewohnt. Er hat lediglich Probleme damit den Menschen zu erklären wer oder besser gesagt was er ist. Deswegen bemüht er sich stets darum das geheim zuhalten.



    Wie sind diese charakterlich? Eher klassischer Held oder Anti-Held?

    Keins von beiden. Er würde sich auch nie selber als Held bezeichnen oder ähnliches.

    Blue ist ein sehr schüchterner Charakter, der sich sehr häufig verschließt und Probleme mit emotionaler Nähe hat. Das liegt zum einen an vergangenen traumatischen Erfahrungen, aber auch daran, dass er unfähig ist sich in jemanden zu verlieben. Er ist auch eigentlich nicht dazu gedacht Gefühle zu empfinden und hat dadurch sehr häufig Schwierigkeiten damit Gefühle, die von Schwäche zeugen, zuzulassen. Falls man es aber dann doch schafft sein Vertrauen zu gewinnen, stellt man schnell fest, dass er sehr nett, freundlich und loyal ist.



    Sind sie tatsächlich die einzige Hoffnung des Landes oder dieser Welt? Inwieweit unterscheiden sie sich tatsächlich von anderen, ebenfalls mächtigen, Personen?

    Im Grunde gesehen ja. Wenn er seine Aufgabe nicht erfüllt, würde das höchstwahrscheinlich dazu führen, dass die menschliche Zivilisation untergeht.


    Wie reagiert die Gesellschaft und die Umwelt auf den Chosen One? Gibt es vielleicht sogar eine Art von Kult oder im Gegenteil, werden auserwählte Personen gefürchtet?

    Und das ist einer der Knackpunkte der Geschichte. Ich habe bereits traumatische Erfahrungen erwähnt und ein häufiges Problem ist, dass Blue missverstanden wird, wenn Menschen herausfinden wer er ist. Zum einem hat das zu Kulten oder Religionen geführt, die ihn als Retter oder Gott verehrt haben. Jedoch hatten diese Menschen zu hohe Erwartungen an Blue, da er eben über keine göttlichen Kräfte verfügt. Häufig ist er dann einfach irgendwohin geflüchtet damit nicht noch mehr von ihm erwartet wird, was er nicht erfüllen kann.

    Zum anderen, und das ist der viel größere Punkt, wurde er häufig als Monster verschrien und gefürchtet. Zeitweise gab es eine richtige Hexenverfolgung auf ihn und er musste mehrmals erleben wie ihn Menschen verletzten oder gar töteten. Deswegen hat er sich die Zeit über immer mehr verschlossen aus Angst missverstanden zu werden.

    Dieses Abschotten hat bei ihm leider zu einer Vereinsamung geführt, weswegen er auch nicht in der Lage ist diese Erfahrungen richtig zu verarbeiten. Und erst meinem anderen Protagonisten (dem Menschen) gelingt es Blues Vertrauen soweit zu gewinnen, das er es ihm ermöglicht diese Erfahrungen zu verarbeiten und lernt besser mit seinen Gefühlen umzugehen. Andererseits führt diese Freundschaft auch beim Menschen dazu, dass er selber erstmalig in der Lage ist viele Gefühle zu empfinden, die er zuvor nicht empfinden konnte, da der Mensch von Natur aus eigentlich ein Psychopath ist. Das Ironische an der Geschichte ist, dass ein unmenschliches Wesen einem Menschen das Fühlen beibringt :D



    Versucht jemand diese zu manipulieren?

    In seiner Vergangenheit gab es sicher Menschen, die versucht hatten ihn zu manipulieren oder auszunutzen, aber das ist nur ein Randaspekt in meiner Erzählung.