[MD] Die Legende des Dämons

Schwert / Schild Pokémon Schwert und Schild sind da! Auf Bisafans sammeln wir alle wichtigen Infos in unseren Guides und dem Pokédex! Alle bekannten Informationen findet ihr hier bei uns:


→ Zum Bisafans-Pokédex | → Zu allen Schwert und Schild-Infos
→ Stellt hier eure Fragen zu Schwert/Schild

  • Die Legende des Dämons

    Vorwort
    Wer öfter vor vielen Jahren in diesem Bereich des Fanfiction-Topics unterwegs war, der dürfte diesen Titel schon länger kennen. "Die Legende des Dämons" ist nicht nur eine Geschichte, deren Entstehen jahrelang in meinem Kopf herumgeisterte, sondern sie ist auch das erste schriftliche Werk, das ich je verfasst habe. Hätte ich für die Kurzgeschichten-Rubrik auf bisafans.de nicht ebenso eine solche verfassen wollen, bezweifle ich, ob ich je überhaupt Mut und Spaß gehabt hätte, diese hier anzufangen. Nachdem ich "Mystery Dungeon: Erkundungsteam Dunkelheit" durchgespielt habe, war ich von der Geschichte begeistert. Von der Wende im Mittelteil bishin zu den einzelnen Charakteren, wo jeder einzelne seine eigene Persönlichkeit hatte; mit "... Erkundungsteam Himmel" wurde dieser Aspekt um etliche Extramissionen erweitert und umso mehr war ich davon begeistert, was für eine Welt mir dem Spieler geboten wurde. Es ist daher ein gewagter Versuch, die Geschichte fortzusetzen. Tatsächlich verspüre ich trotz der festen Vorgeschichte (die Spiele selber) keine eingeschränkte Freiheit - im Gegenteil: Ich habe die Freiheit darüber zu entscheiden, wie ich die Charaktere weiter entwickeln lassen will, welche ich neu einführe, welche Bedrohung dieses Mal die Aufmerksamkeit der Protagonisten erfordert und wie ich die Geschichte an sich erzählen will. Ich hoffe, ihr habt viel Vergnügen und Freude und auch Spannnung darauf, wie die Geschichte von Mystery Dungeon 2 fortgeführt wird.


    Klappentext

    Drei Jahre sind vergangen, seit das Raum-Zeit-Komplott von Darkrai von dem Team Mystery vereitelt. Max (ehemals ein Mensch und nun ein Reptain) und Jimmy (ein Panflam) haben in Ironhard, einem Impergator, einen schlagkräftigen Freund gefunden und sind seitdem zu dritt auf Missionen und Abenteuer unterwegs. Bald aber sollen sie erneut aus ihrem Alltag gerissen: Sie erhalten die Mission, die Wiederkehr eines Dämons zu verhindern, der vor vielen Jahrtausenden für große Zerstörung gesorgt hatte. Ihre Mission führt sie zu vielen versteckten Orten in ganz Ekunda und sie werden feststellen, dass dieser Auftrag alles von ihnen abfordert, nicht nur körperlich, sondern auch geistig.


    Kapitelliste

    I - II -



    Wichtige Informationen

    Bis auf die Einführung neuer Charaktere und mancher örtlicher Begebenheiten ist so ziemliche jede Ortsnennung und die Ausgangsituation nicht meiner eigenen Ideen entwachsen; eigene Inhalte werden in dafür spezifischen "Informationsspoiler" am Ende entsprechender Kapitel kenntlich gemacht. Wer die Vorgeschichte kennen will, dem empfehle ich vom Herzen, sich das Spiel "Erkundungsteam Zeit/Dunkelheit/Himmel" zu besorgen (entweder für Handheld oder auf Emulator).


    Aufgrund der oben geschilderten Ausgangssituation verzichte ich, altbekannte Charaktere mit Namen zu versehen. Mitglieder der Knuddeluff-Gilde zum Beispiel heißen also nachwievor Knuddeluff, Plaudagei, Krebscorps und so weiter. Geht es um die Einführung neuer Charaktere, die tragende Rollen entweder in diesem oder zukünftige Werke haben werden, so erhalten diese eigene Namen.


    Die Welt, in der sich die Geschichte abspielt, wird um einiges weiter gefasst als in den Spielen. Neben der Knuddeluff-Gilde haben sich auch andere Gilden im Laufe der im Klappentext beschrieben drei Jahr etabliert. Auch unterstehen sämtliche Gilde einer sogenannten Regierung, die ihre Gesetzgebung auf zwei von vier Kontinenten durchgesetzt hat. Einer dieser beiden Kontinente heißt Ekunda, auf dem sich die Handlung hauptsächlich abspielen wird. Weitere Details über die Welt werden im Laufe der Handlung enthüllt.





    -/ Startpost wird im Laufe der Geschichte um weitere Informationen ergänzt






  • I

    Nächtliches Treffen


    Der Königsberg verdiente seinen Titel. Für jene, die den Weg zu diesem nicht kannten, blieb sein Aufgang in einem dichten Nebel inmitten eines waldläufigen Tals verborgen. Umgeben von einer ringförmigen Gebirgskette ragte der Königsberg in die höchsten Punkte des Himmels hinein. Kein anderer Berg auf der Welt übertraf ihn und so wurde er als die letzte Herausforderung für jeden erfahrenen Bergsteiger angesehen – erst wenn sie diesen höchsten Berg bestiegen haben, galten sie als Legenden in ihrem Gebiet. Doch noch keiner vermochte die Spitze auch nur zu erspähen. Nicht einmal jene, die fliegen konnten, erreichten je diese Höhen, da sie von den rauen Einheimischen wieder vertrieben wurden. Es war eine gänzlich andere Welt als anderorts. Hier stählten die einheimischen Pokémon sich selbst, indem sie große Felsbrocken einen Hang rauf schoben und diesen wieder losließen, nur um ihn wieder hochzuhieven. Oder sie übten sich in der Meditation und harrten Stunden in eisiger Höhe aus. Wer den Königsberg erklimmen wollte, musste sich in den Augen der Einheimischen in Sachen Willen und Stärke beweisen, andernfalls wurden sie schnell wieder heimgeschickt.

    Doch die Spitze blieb trotz allem nicht unbewohnt. Ein einzelnes Pokémon lebte dort seit vielen Jahrzehnten und eben jenes stand nun am Eingang seiner Höhle, die in den Berg hineinführte. Und wie ein stiller Wächter blickte auf das im Nebel verborgende Tal hinab. Als sich der Vollmond hinter einer Wolke auftat und dessen Licht auf die Szenerie vor ihm fiel, glitzerte ihm ein silbriges Meer entgegen, aus dem schattenhafte Silhouetten von tiefer gelegenen Bergspitzen herausschauten. Der Blick des Pokémons fiel auf den Mond und seine Haltung war angespannt, als würde es etwas erwarten. Der Wind flatterte um seine weiß-rot-gestreifte Halskrause und er versuchte dessen eisige Kühle zu ignorieren. Dennoch schlotterte er und musste zittern, während sein Blick immer noch dem Mond galt.


    „Ich hoffe, du lässt dich heute noch blicken“, murmelte Lashon etwas ungeduldig. Als Pokémon der Art Laschoking war er nicht gerade an die eisige Luft gewöhnt, die seine rosafarbene Lederhaut umspielte. Zwar fand er seine Seelenruhe an diesem Ort, den er sich vor Jahren zu seiner neuen Heimat gemacht hatte, dennoch war er nicht erpicht darauf mitten in der Nacht aus seinem Traum geweckt zu werden und von einem alten Freund aus seiner Jugend aus dem Bett geholt zu werden. Mittels Telepathie hatte er Lashon die Dringlichkeit eines Treffens nahegebracht, sodass dieser nun gespannt seine Ankunft erwartete. Der Grund, dass er diese Art von Traumbesuch nicht erneut als einen weiteren Scherz seines Freundes erachtete, lag in der Ernsthaftigkeit dessen Stimme. Es war das zweite Mal schon, dass er sofort das Gefühl hatte, dass etwas Ernstes am Geschehen. Und schon beim ersten Mal handelte es sich auch tatsächlich um eine Angelegenheit, die das Wohlergehen der gesamten Welt betraf. Umso mehr wartete Lashon halb erfroren und angespannt auf seinen angekündigten Besuch.

    Und endlich hörte er es in der Entfernung. Ein leises aber melodisches Klingeln, das die Ankunft seines Freundes ankündigte. Und da sah er schon dessen Silhouette vor dem Mond auftauen. Zunächst wirkte sie wie ein kleiner schwarzer Punkt, der immer größer wurde. Immer schärfer wurden ein Körper, der nur einen halben Meter maß, recht kleine Arme und lange Füße und ein ebenso zierlich wirkender runder Kopf sichtbar. Der Schwanz, der genauso lang wie der Körper war, schien die kleine Gestalt in der Luft zu halten, die breit lächelnd vor Lashon in der Luft Halt machte. Dieser erwiderte dieses Lächeln und er merkte wie seine Anspannung sich löste: „Willkommen, Mew!“

    „Danke, dass du mich erwartet hast, Lashon“, sagte Mew mit einer ruhigen Stimme. Er befand sich nun auf Augenhöhe mit Lashon. „Ich bedaure, dass ich dich zu solch später Stunde noch aus dem Schlaf gerissen haben.“ Lashon glaubte ihm, da er die Schuld von Mews Gesicht ablas. Doch konnte er es sich nicht verkneifen zu erwähnen, dass er fast erfahren hätte ob er in der Lotterie gewonnen hat oder nicht. „So wie ich dich kenne,“ druckste Mew vergnüglich, „hast du nicht mit dem einen Los verloren, sondern mit allem.“ – „Da magst du vielleicht Recht haben“, erwiderte Lashon ebenso vergnügt und deutete mit einem Kopfnicken und einer halben Drehung in seine Höhle. „Soll ich uns ein Feuer machen und etwas Tee ansetzen?“

    „So gerne ich auch dem zusagen würde“, antwortete Mew mit verzogener Miene, „doch ich habe leider nicht viel Zeit … im Grunde haben wir alle sie nicht.“ Lashon blickte unruhig in Mews blaue Augen, in den genau wie beim ersten Mal sowohl eine Ernsthaftigkeit als auch eine Spur von Angst lagen, worüber Lashon nun erst recht bestürzt war. „Was ist es?“

    Und Mew begann zu erzählen. Während er erzählte fühlte Lashon mit Unbehagen, wie der eisige Wind immer kälter wurde und er nun immer stärker zittern musste. Doch er war sich dessen sicher, dass es nicht nur der Wind war. Er sah an Mews Blick, dass er von dem, was er erzählte, auch vollständig überzeugt war. Als er geendet hatte, wollte Lashon es aber nicht wirklich realisieren.

    „Ich bin mir dessen sicher“, sagte Mew, als Lashon seine Zweifel offen zugab. „Ich fühle dessen Präsenz immer stärker … ich kann es mir nicht erklären, wie, aber es eine Frage der Zeit, bis es tatsächlich passiert.“

    „Aber habt ihr nicht damals dafür gesorgt, dass er für immer fort ist?“, warf Lashon ein, der angesichts der von Mew geschilderten Bedrohung unruhig von einem Bein zum nächsten sprang. „Davon waren wir alle überzeugt, dass wir ihn auf immer verbannt haben … und was noch schlimmer ist, dass ich keinen der anderen davon in Kenntnis setzen kann“.

    „Sag mir nicht, dass ihr noch immer zerstritten seid…“, rieb sich Lashon fassungslos seine Muschelkrone und Mew nickte bedauernd.
    „Jeder macht sein eigenes Ding, die Einheit der Wächter ist nicht mehr“.

    „Oh je…“, murmelte Lashon nachdenklich und sah Mew abwartend in die Augen. „Und was hast du nun vor zu tun?“

    „Wenn ich das wüsste!“, rief Mew fast hysterisch. Sein Gegenüber war durchaus bestürzt, seinen sonst immer gut gelaunten Freund derartig ohne Rat und Hilfe zu sehen. Er dachte an das, was Mew ihm erzählt hatte. Eine unangenehme Frage formulierte sich auf der Zunge, die er auch Mew stellte. Dieser wirkte nachwievor niedergeschlagen. Ehe er antwortete, blickte er betrübt nach unten: „Ich schätze, in einem Jahr.“

    „Ein Jahr?“, rief nun Lashon offenkundig bestürzt und seine Krone rutschte etwas von seinem Kopf und gab dabei einen peinlichen Flecken an glänzender Glatze frei. Schnell versuchte er sich mittels Richten der Krone zu fassen, doch die Kurzfristigkeit hing wie ein Damoklesschwert über ihn, weswegen er fahrig und sichtlich panischer werdend zweimal auf und abging. Mew beobachtete ihn dabei und als er und Lashon sich wieder in die Augen blickten, bemerkte er, dass Mew erneut schuldbewusst dreinblickte. „Ich müsste dich daher um einen Gefallen bitten, Lashon…“, sagte er mit einer Furcht, die seinen Freund beunruhigte. Doch trotzdem wollte er trotz aller Bedrohung Mew zur Seite und versicherte ihm, dass er zu allem bereit wäre.

    „Vortrefflich, Lashon!“, rief Mew mit sichtlich gespielter Begeisterung. „Denn du müsstest an meiner statt die anderen davon in Kenntnis setzen, da ich ja nicht mehr in der … Lage bin …“. Mew erkannte direkt, dass seine Bitte Lashon für einen Moment erstarren ließ. Er ahnte sehr gut, was er von seinem Freund verlangte, und versuchte schnell die Lage zu retten, ehe aber Lashon ihn unterbrach: „Ich? Alle?“

    „Ich weiß“, versuchte Mew ihn zu beschwichtigen, „dass ich viel von der abverlange, aber ich habe so ungefähr einen Plan wie wir es anstellen könnten.“

    „Hast du vielleicht daran gedacht, dass ich viel zu alt bin, um zu so einer Reise aufzubrechen?“

    „Ich weiß, dass das viel verlangt ist, aber …“

    „´Viel verlangt´ ist dabei noch untertrieben formuliert; du verlangst Unmögliches für den Zeitraum, der uns bleibt.“

    „Das weiß ich doch auch, und nichts wäre mir lieber, dich dabei rauszulassen. Doch du bist der Einzige, dem ich das zurzeit erzählen kann. Und du kennst die anderen auch. Ich hoffte auch mehr, dass du zwischen uns Waffenruhe stiften könntest.“

    „Wenn es wenigstens nur das wäre“, sagte Lashon relativ geplättet und er fühlte sich schlecht dabei, Mew derartig verzweifelt zu sehen. „Doch du vergisst, dass es an sich schon sehr schwierig ist, auch nur zu einem zu gelangen. Selbst wenn du mich von A nach B hin und her teleportieren würdest.“ Er sah es Mew an, dass er das aussprach, was Mew schon die ganze Zeit zu befürchtet haben schien. Beide erkannten, dass ein Jahr offenbar zu wenig an Zeit sei, um rechtzeitig alles zu erledigen, was erforderlich war. Lashon ging auf und ab und seine Gedanken kreisten sich sowohl um Mew als auch um dessen Erzählungen. Dann fiel ihm eine andere Idee ein. Er bat Mew zu warten und ging für ein paar Momente in seine Höhle, bis er dann wieder zwei Keksen in der Hand wieder zurückkehrte. „Hier“, sagte er zu Mew und warf ihm einen in seine kleinen Arme. „Vielleicht hilft uns das beim Nachdenken“

    „Tausend Dank, Lashon!“, mampfte Mew; Honigkekse waren seine liebste Süßspeise. „Ich wusste, dass dich das etwas aufheitern würde, Mew.“, lächelte Lashon aufmunternd. Er fand, dass eine positivere Einstellung eher förderlich war als reine Panik. Das merkte auch Mew, der wieder begann, sanft in der Luft hin und her zu schweben. Seinem Gesicht war es anzusehen, dass der Honigkeks ihn wieder zu seinem alten Selbst beförderte.

    „Na also“, sagte Lashon etwas munterer. „Essen hilft jedem. Sowohl alt als auch … jung …“. Gerade fiel ihm ein Detail an, das ihm beim Holen der Kekse ins Auge gefallen war. Und dieses Mal war er es, der Mew einen Vorschlag bereitete. Er wusste schon sehr gut um Mews Reaktion Bescheid und tatsächlich weiteten sich vor Überraschung dessen Augen: „Jemand anderes damit beauftragen? Glaubst du ich überlasse das Schicksal dieser Welt gewöhnlichen Pokémon?“

    „Ich weiß, was du damit sagen willst, und ich denke auch, dass keineswegs gewöhnliche Pokémon diese Aufgabe erfüllen könnten. Aber hör mich an, Mew“. Dieser wollte offenbar nichts mehr davon hören, daher wurde Lashon etwas energischer: „Bitte!“

    Mews Aufmerksamkeit galt nun dem Laschoking und dieser erzählte, dass er dabei an ganz bestimmte Pokémon dachte und dass er relativ davon überzeugt war, dass sie am ehesten dazu geeignet waren, sich dieser Sache anzunehmen. Mews Gesicht blieb während seiner Erzählung ohne Ausdruck und als Lashon geendet hatte, blickte er gedankenverloren in den Vollmond, der allmählich von einer größeren Wolke verschluckt wurde und das Licht bereits weniger wurde.

    „Du bist dir sicher, dass es ihnen gelingen könnte?“, blickte er zwar mit Zweifel, aber auch hoffnungsvoll.

    „Zumindest mehr als mir in meinem Alter gerade“, nickte Laschoking zuversichtlich. Mews Mund verzog sich zu einem schmalen Lächeln: „Dann hast du mein Vertrauen, Lashon, auch wenn mir nicht ganz wohl dabei ist …“

    „Ich weiß, Mew“, entgegnete Lashon. Dann nickt auch Mew endlich: „Schicke sie dann zuerst zu mir, dann kann ich sie in alles Weitere einweihen.“

    Lashon verstand. Mew bedankte sich bei ihm einer Verbeugung in der Luft, ehe er sich umdrehte und in Richtung des beinahe in Wolken verschwundenen Mondes schwebte. Sehr kurz darauf hörte Lashon erneut das sanfte Klingeln und als das Mondlicht verschwand und er im Dunkeln stand, kehrte er auch in seine Höhle zurück, die von einer kleinen Lichtkugel erhellt wurde. Diese löschte er nun mit seinen Psychokräften, doch zuvor fiel sein Blick auf das Detail, das ihn auf die Idee brachte, von der er Mew überzeugt hatte. Es war eine Zeitung, die er sich jeden Tag auf seine Erlaubnis hin in seine Höhle fliegen ließ. Und das Titelblatt beschrieb die Taten eines einzelnen Erkundungsteams, das in den letzten Jahren den Status einer Legende erreicht hatte.

  • II

    Das Team Mystery


    Ein Zurren und Knistern ertönte. Der schattenhafte Körper wurde in die Luft gehoben und blieb zwischen den zwei Magnethufen der beiden Magnetilo in der Luft hängen. Das Gengar, dessen selbstsicheres Grinsen erloschenwar, blickte mit seinen zu roten Schlitzen verengten Augen zu den drei Pokémon auf, die seine jahrelange Verbrecher-Karriere beendet hatten. Zwei von ihnen blickten zurück, der andere wirkte nach dem Kampf noch immer nervös, während der andere sich wieder desinteressiert abwandte. Der Dritte von ihnen, der Anführer des Teams, war im Gespräch mit Oberwachtmeister Magnezone, der auf dessen Augenhöhe schwebte. Dessen Auge konnte man ansehen, dass er sichtlich erleichtert war, diesen Verbrecher endlich gefasst zu haben. Auch das Reptain, das mit ihm sprach, war ebenso froh, einen Auftrag, der Wochen gedauert hatte, endlich zu einem erfolgreichen Ende geführt zu haben.

    „Der Einsatzleiter wird sich sehr freuen, wenn wir dieses Gengar endlich der Justiz überführen können“, zurrte Magnezone in seiner gewohnt neutral klingenden Stimme. „Wir haben auch bereits die Belohnung für euch dabei, wenn ihr sie bereits empfangen nehmen wollt.“

    „Nun, für diese Art von Zeitverschwendung wollen wir schon entschädigt werden“, sagte das hünenhaft wirkende Pokémon mit blauer ledriger Haut und einem markant ausgeprägten Körperbau. Dessen Hände waren noch immer zur Hälfte zu einer Faust geballt und in seinen krokodilähnlichen Augen lag weiterhin der Funke von Herausforderung. Doch als sein Blick erneut auf das geschlagene Gengar fiel, schnaubte er abfällig und wandte sich Magenzone zu: „Der Kerl hier war für uns am Ende keine wirkliche Herausforderung!“

    „Für dich vielleicht, Iro“, sagte das deutlich kleinere Pokémon zu seiner Linken. Dieses hatte Ähnlichkeit mit einem Schimpansen mit orange-rötlichem Fell, an dessen Hintern eine kleine handgroße Flamme brannte, was aber für ein Panflam durchaus einen Normalzustand darstellte. Dieses versuchte aber den Blick des Gengars zu vermeiden, das den seinen suchte. Doch das Impergator lachte herzhaft: „Du musst wissen, wovon du redest, Chim-Chim. Schließlich hat er dich mit seinem Schattenspiel als Marionette benutzt und wollte dich gegen uns kämpfen lassen.“

    „Danke, dass du diesen Kampf erwidert hast!“, sagte das Panflam nun sichtlich erbost und sich seinen Hinterkopf, an dem sich eine Beule befand. „Und hör auf mir diesen Kosenamen zu geben! Es heißt Jimmy, verstanden?“

    „Wie du meinst“, zuckte Iro mit den Schultern, „dennoch fand ich es sehr unterhaltsam, welche Figuren er dich hat machen lassen“. Den von unschönen Gesten begleiteten Protest von Seiten Jimmys ignorierte er und er blickte spöttisch grinsend zum Gengar: „Vielleicht kannst du im Gefängnis als eine Art Show-Act auftreten, um andere zu unterhalten.“

    Auch wenn sich die Augen verengten, erwiderte es mit einem ebenso spöttischen Grinsen: „Vorher aber werde ich ausbrechen und dann deinen Körper zur Schau stellen, dann werden die anderen was zum Lachen haben.“

    „Versuch es nur!“, trat nun Iro an das Gengar heran. „Du und ich, Eins-gegen-eins? Nachdem was ich heute mit dir im Kampf erlebt habe, habe ich nicht gerade Lust einen komplett einseitigen Kampf zu bestreiten.“

    „Ohne euren großartigen Anführer und seiner Agilität hättest du ganz schön welche kassiert bekommen!“

    „Sollen die Magnetilo dich freilassen und dann wollen wir es ausprobieren!“, sagte Iro sichtlich herausfordernd und seine Hände formten vollständig eine Faust. Gerade als er einen weiteren Schritt auf das Gengar machen wollte, hielt ihn ein laubgrüner Arm davon ab. Iro begegnete dem Blick seines Anführers, dessen topasgelbe Gecko-Augen ihn mahnend ansahen. Offensichtlich hatten er und Oberwachtmeister Magnezone mit halbem Gehör während ihres Gesprächs vom Wortgefecht der anderen mitbekommen. Nun trat das Reptain zwischen beide und blickte dem Gengar bestimmt in die Augen: „Wenn wir dich deswegen tatsächlich freilassen würden, würdest du doch nur die Flucht ergreifen, habe ich Recht?“
    Das Gengar sagte nichts, doch es lächelte überheblich. Sein Gegenüber nickte nur im Gefühl, bestätigt worden zu sein, und wandte sich an seine Teamkollegen: „Es ist besser, dass wir jetzt nach Hause gehen, bevor er uns zu weiteren Fehlern anstacheln will“.

    Das Gold, das als Belohnung zur Ergreifung des Gengars ausgesetzt war, hatte er schon in seinen Schatzbeuten verstaut und die drei Erkunder verabschiedeten sich von den Polizisten. Dann rief das Gengar ihm nach: „Dein Name ist Max, habe ich richtig gehört? Den merke ich mir! Denn wenn ich aus dem Gefängnis herauskomme, wirst du der erste auf meiner Liste sein!“

    „Ignoriert ihn“, sagte Max zu Iro und Jimmy, die sich auf die Drohung hin wieder umdrehen wollten. Beide taten wie geheißen, doch das Gengar setzte nach: „Ich, Shadow, werde mich rächen!“

    Je mehr sich die Erkunder von den Polizisten entfernten, die in eine andere Richtung gingen, umso mehr verstummte das Rufen des Gengars mit dem Namen Shadow.


    „Ein alberner Name!“, war Iros einziges Urteil, als sie den Fuß des Bergkammes erreicht hatten, auf dem sie Gengar in seinem Versteck gestellt hatten. Nun lag vor ihnen eine weitreichende Ebene, deren grüne Wiesen im ersten Goldschimmer des Sonnenuntergangs lagen. Iro streckte sich während des Gehens und gähnte gelangweilt; von allen dreien waren ihm die wenigsten Kratzer vom Kampf anzusehen. Jimmy hingegen, der sorgenvoll seine Schürfwunde am Arm begutachtete, schüttelte es bei dem Namen: „Er ist im jeden Fall passend! Ihr beide habt gesehen, was er mit seinen Schatten alles anstellen kann!“

    „Ich bin immer wieder erstaunt, wozu Geister-Pokémon in der Lage sind“, stimmte ihm Max zu. Die einzigen Kratzer befanden sich an seinen Armen, deren Blätter am unteren Teil leicht eingerissen waren. Max‘ Fähigkeit, diese Blätter zu einer smaragdgrün leuchtenden Klinge verschmelzen zu lassen, forderte nach jedem Gebrauch seinen Tribut. Zum Glück war Shadow kein mit Klauen besetztes Stahl-Pokémon, dachte Max sich, denn sonst hätte er entweder eine oder gleich beide Klingen im Schlagabtausch eingebüßt. Und nur sehr langsam und unter Schmerzen hätten sich neue bilden können. Doch konnte er in solchen Situationen dann auf Jimmy und auch auf Iro zählen. Letzterer lachte herzhaft über die Aussagen seiner Teamkollegen: „Ja, das haben wir gesehen! Und es sah einfach witzig aus, ich kann es nicht oft genug sagen!“

    „Warte nur, bis du davon betroffen bist …“, versuchte Jimmy zu murmeln, doch Iro, der ihn hörte, lachte wieder auf: „Als ob es bei mir funktionieren würde! Mein Körper ist perfekt darauf trainiert, dass er das tut, was ich ihm befehle, und er hat mich noch nie enttäuscht!“

    Jimmy verdrehte genervt die Augen: „Seit du dich zu einem Impergator entwickelt hast, bist du schon fast zu sehr von dir überzeugt. Schon als Karnimani warst du fast unerträglich mit deinem Geprahle.“

    „Nun ja“, hüstelte Iro gekünstelt, „ich habe auch guten Grund dazu. Wer von uns beiden hat denn eigenhändig ein Stahlos zu Fall gebracht? Das normal-gläubige Volk würde nun vermuten, dass es ein Feuer-Pokémon wie du es zu Stande gebracht hättest. Doch wo warst du noch gleich? Stimmt, vor lauterAngst in einer Ecke verkrochen.“

    „Du verdrehst wie immer die Tatsachen, aber das ist schon in Ordnung“, sagte Jimmy über Iros Stimme hinweg. „Was mir offensichtlich und schon als Panflam rein biologisch an Stärke im Gegensatz zu einem Protzer wie dir fehlt, mache ich durch andere Qualitäten wieder wett.“

    „Ach? Und die wären?“, sagte Iro, blieb stehen und blickte dem Panflam herausfordernd in die Augen. Dieses blieb ebenfalls stehen, so fühlte sich auch Max dazu gezwungen, wieder einmal den üblichen Kleinkrieg zwischen beiden anzusehen.

    „Ich meine mich erinnern zu können, dass von mir der Plan kam, wie wir Shadow am besten in die Ecke drängen konnten“, sagte Jimmy mit grimmigen Gesicht.

    „Ein guter Plan!“, spottete Iro grinsend. „Dich als Ablenkung anzubieten, während Max und ich die eigentliche Arbeit machen sollten. Aber nicht mal das hast du hinbekommen.“

    „Was genau meinst du damit?“, sagte Jimmy erbost.

    „Nun ja, der Sinn einer Ablenkung ist es, dass das Ziel auch tatsächlich abgelenkt ist. Doch Shadow hatte dich dermaßen schnell im Griff, dass Max und ich eher mit deiner Rettung abgelenkt waren.“

    Jimmy stieg verlegene Röte in sein Gesicht: „Na gut ... aber Shadow hat dermaßen schnell reagiert ... du hättest auch keine Chance gehabt ihn abzulenken.“

    „Doch“, entgegnete Iro grinsend, „er wäre davon abgelenkt gewesen mich kontrollieren zu wollen. Aber das wäre ihm nicht gelungen. Und zwar ... du weißt schon.“

    „Weiß ich was?“, sagte Jimmy knirschend. Iro blickte ihn herausfordernd an und grinste eine Spur fieser: „Ich bin stärker als du.“

    „Jetzt geht das schon wieder los“, sagte Jimmy aufgeheizt und seine Hinternflamme loderte wild auf. In beiden lag der Funke für einen Kampf, wie Max feststellen musste. Gleich ist es vorbei, dachte er sich. Jetzt hatte er nur noch auf seinen Einsatz zu warten.

    „Oho, der kleine Mann will den Großen markieren!“

    „So groß wie du will ich nicht sein, so wie du deinen Kopf in den Wolken hast!“

    „Jahrelanges Training haben mich überhaupt erst dahin gebracht. Dagegen bist du wohl auf dem Boden geblieben.“

    „Du willst wohl meinen Flammenwurf spüren, was?“

    „Mir egal, ich brauche nur meine Faust im Gegensatz zu dir!“

    „Hier und jetzt?“

    „Nur zu!“

    „Hohlbirne!“

    „Zwerghand!“


    „Und Schluss!“, schritt Max nun mit seiner leuchtenden Laubklinge ein, indem er sie zwischen den Konkurrenten hielt. Diese schnaubten nach dem Wortgefecht, doch sie hielten ein. Jimmys Flamme loderte nicht mehr und Iros Faust entspannte sich. Beide blickten sich mit musternden Blick an.

    „Hohlbirne?“, sagte Iro ungläubig. „Mehr ist dir nicht eingefallen?“

    „Zwerghand war neu, Hut ab“, gab Jimmy zwischen den Zähnen zu. Sein Gegenüber grinste: „Sieht so aus, als ginge diese Runde wieder an mich, Jimmy“

    „Seid ihr fertig?“, fragte Max sicherheitshalber nach, ehe er zum Weitergehen auffordern wollte. Er hatte mit einem Blick zum Himmel gemerkt, dass dessen Farbe ein tiefes Purpur angenommen hatte. Bald würde die Nacht hereinbrechen. Iro und Jimmy blickten sich abschätzend an, ehe sie sich grinsend zu Max wandten: „Du kennst uns doch!“ Auch Max grinste nun.

    Einige Zeit später, als die Sonne sich immer mehr zur Ebene neigte und der Himmel immer dunkler wurde, erblickten die drei in der Ferne ein Haus auf der Wiesenebene. Licht, das aus dessen Fenstern fiel, erschien ihnen wie kleine leuchtende Punkte und beim Näherkommen bemerkte das Team Mystery, das dieses Licht aus verschiedenen Fenstern in verschiedenen Stockwerken zu kommen schien.

    „Da fällt mir ein“, sagte Panflam, als sie den Weg entlang gingen, der auch an dem Haus vorbei ging. „Hat hier nicht vor Kurzem eine Art Herberge oder Taverne aufgemacht?“ Auch Max erinnerte sich an diese Neuigkeit, die vor zwei Wochen in Schatzstadt die Runde machte, bevor sie zu ihrem Auftrag aufgebrochen waren. Er war sich sicher, dass es sich bei dem Haus um jene Herberge handeln musste. Da die Sonne ohnehin zur Hälfte untergegangen war und sie erst mitten in der Nacht in Schatzstadt ankommen würden, beschlossen sie in der Herberge einzukehren. Dann könnten sie am nächsten Tag in die Knuddeluff-Gilde heimkehren und Bericht über ihren Missionsverlauf erstatten. Max klopfte vorher an Eichenholztür und als dann von innen ein munteres „Kommt herein“ heraus gerufen kam, traten er, Jimmy und Iro ein.

    Links und Rechts an der Wand befanden sich Tischreihen, die bis zum hinteren Teil des Erdgeschosses verliefen. Ein Kronleuchter, der von der Decke hing und mit Hilfe von Leuchtorbs – Kristallkugeln, die von Erkundern für gewöhnlich als Lichtquelle in der Dunkelheit verwendet wurden – das gesamte Haus erleuchtete. Eine große hölzerne Treppe führte ins erste und auch einzige Geschoss und Max erkannte die oberen Ende von Türen, die offenbar zu den einzelnen Zimmern führten.

    „Willkommen zur Munteren Kuh!“, ertönte eine heitere Stimme von links dieser Treppe und das Trio blickte in die Perlmuttaugen einer Miltank, die breit grinsend hinter einem Tresen stand. „Kommt nur herein, hier gibt es bequeme Speisen und Getränke und warme Zimmer … äh, ich meine, warme Mahlzeiten und warme Zimmer… also ... ich …“

    „Wir nehmen sowohl als auch“, fiel Max lachend in das Rotanlaufen der Miltank, die sich darauf hin wieder fing. „Verzeihung, ich mache das hier noch nicht lange und zudem sind noch nicht viele Kunden hierher gekommen.“

    Iro blickte sich verstohlen um und bemerkte tatsächlich nur zwei Pokémon, die hinter ihnen in einer Ecke an einem Tisch saßen. Er sah, wie ein breitschultriges Maschok seinem Gegenüber, einem Pokémon mit roter Schale und Krebsscheren, auf dessen Kopf tippte und zu den drei Neuankömmlingen nickte. Daraufhin blickte sich dieses um und schon beim Erblicken dieses Trios hüpfte er freudig auf. Noch bevor Iro Max auf die Schulter klopfen konnte, krabbelte auch schon das Krabbenpokémon auf sie zu: „Hey hey! Team Mystery, schön euch zu sehen!“

    „Krebscorps!“, rief Jimmy und beide gaben sich andächtig die Hände. Jimmy merkte aber trotz aller Vorsicht, dass Krebscorps‘ Griff sehr kräftig war und durchaus seine Hand brechen könnte. „Ich dachte du befändest dich noch immer für deinen Auftrag an der Ostküste.“

    „Von da komme ich auch, der Auftrag war ein Klacks!“, wackelte Krebscorps sehr stolz mit seinen Händen. Iro blickte überrascht zu dem Krebs-Pokémon runter: „War das nicht der Auftrag, wo du im Sturm -Kap einen seltenen Gegenstand besorgen sollst?“

    „Das war nicht so schwierig, im Grunde war das ziemlich einfach für einen Auftrag der Klasse A.“

    „Das sagst du so leicht“, pfiff Jimmy durch die Zähne. Aufträge dieser Klasse waren selbst für erfahrenere Erkunder selten allein zu schaffen, zumal Krebscorps gerade mal zwei Wochen unterwegs war, von denen die meiste Zeit für die Reise hin und zurück draufgingen. Doch bevor sie weiter mit ihm angeregt sich unterhalten konnten, wurde Max von der Miltank angestupst, woraufhin er sich peinlich berührt zu ihr wandte.

    „Das macht doch nichts!“, sagte sie, als er sich entschuldigte. Tatsächlich war sie es nun, der eine peinliche Röte entstieg. „Seid ihr … seid ihr wirklich das Team Mystery? Habe ich es richtig gehört?“ Als Max nickte, lächelte sie breit. Sie verschwand für eine kurze Zeit unter der Theke, ehe sie dann mit einem Bündel an Zeitungsartikeln hervorkam. Die oberste Schlagzeile fiel Max direkt ins Auge: Erfolge des Team Mystery.
    „Ihr steht wie viele andere große Persönlichkeiten in fast allen Zeitungen, die ich hier hereinbekomme!“, sagte die Miltank atemlos und durchsuchte sorgfältig den Stapel. „Da gab es den Artikel ... und den und den ...“, und nacheinander holte sie einzelne Bündel heraus, die sie auf den Tisch in ihrer Nähe legte. Die Erkunder bekamen eine Schlagzeile zu sehen, die Team Mystery schlägt Entführer-Bande lautete, ehe diese von einer anderen verdeckt wurde: Red Scorpion und Rosendorn – neue Elite-Gilden.        

    „Sind die alle über die ganzen Erkunder-Gilden, die in den letzten Jahren im Lang gegründet wurden?“, sagte Jimmy und nahm mit brennendem Interesse den Artikel über die Red Scorpion- und Rosendorn-Gilde in die Hände.

    „Sehr wohl!“, sagte die Miltank mit glühenden Wangen. Und ich habe auch tatsächlich einen aus der Red Scorpion-Gilde hier zu Gast. Ein sehr eigensinnigeer Geselle, aber sehr nett. Er sagte, er sei wegen eines Auftrages in der Nähe und wollte sich nach der langen Reise von der Nordwüste erholen, ehe er morgen aufbricht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich tatsächlich eine Gilde in der Wüste etabliert haben soll. Als ich ihn nach dieser fragte, tat er sehr geheimnisvoll und meinte, er sei nicht dazu befugt, Details zu verraten. Aber jedem das Seine denke ich mir da und wo wir gerade davon red- oh Schreck, die Brötchen!“

    Die Miltank, die wie ein Wasserfall geredet hatte, ließ die Erkunder perplex zurück, als sie in einen Hinterraum verschwand, in dem Max die Küche vermutete. Wenige Sekunden später kam sie mit einem Tablett wohlriechender Brötchen wieder und reichte jedem der Erkunder mindestens eines.

    „Es tut mir wahnsinnig Leid!“, sagte sie bestürzt und ihre Farbe wich aus dem Gesicht. „Ich bin mega aufgeregt, wenn ich Erkunder treffe. Das, was ihr tut, finde ich dermaßen aufregend, dass ich mich nicht unter Kontrolle habe.“

    „Hey hey, das ist doch kein Problem!“, rief Krebscorps heiter aus.

    Nachdem sich die Miltank an die Präsenz der neu angekommenden Erkunder gewöhnt hatte, brachte sie allen einen Becher köstlichen Sinelbeeren-Saftes, den gerade Jimmy aufgrund seiner Verletzung am Arm trank. Der Miltank ist diese nicht entgangen und kaum, als Jimmy seinen Becher auf den Tisch abgesetzt hatte, nahm sie seinen Arm genau unter die Lupe.

    „Sieht schlimmer aus als es ist, tatsächlich...“, und ohne ein weiteres Wort nahm sie ihren unbenutzten Becher und goss den Saft über die Wunde. Panflam keuchte auf und Max fragte sich, was dies für einen Sinn haben sollte, als dann alle Anwesenden sahen, wie die Haut in nur wenigen Sekunden erholte und narbenfrei glatt wurde.

    „Sinelsaft hat bei solch oberflächlichen Wunden eine starke heilfördernde Wirkung. Daher kann man beherzt einen Schuss auf diese geben.“, sagte die Miltank mit einem Lächeln. Jimmy begutachtete erstaunt das Resultat.

    „Du scheinst dich mit sowas auszukennen“, sagte Iro anerkennend. Die Miltank winkte ab: „Das ist fast medizinisches Basiswissen, nicht der Rede wert!“ Doch Jimmy schüttelte den Kopf: „Fühlt sich tatsächlich besser an. Vielen Dank ...“. Er zögerte, doch die Miltank verstand: „Mein Name ist Rose“. Sie lächelte dabei und setzte sich zu ihnen. Ihr Blick fiel auf das Erkundungsteam.

    „Kommen solche Verletzungen häufig vor?“

    Jeder vom Team blickte sich in die Augen, ehe Panflam verlegen antworte: „Wir haben es meistens nicht mit den ungefährlichsten Missionen zu tun. Da kann sowas“, und er bewegte dabei seinen Arm, „oder andere Dinge sehr schnell passieren.“

    Rose blickte ihneine Zeit lang forsch an, bis sie sich an das gesamte Team wandte: „Habt ihr schon mal überlegt, einen Heiler mit euch zu führen?“

    „Einen was?“, sagte Iro. Jimmy stupste ihn mit seinem wieder gesunden Arm an.

    „Ein Pokémon, das sich wie Rose mit der Heilung von Wunden und weiteren Sachen auskennt. Und eigentlich ist der Gedanke gar nicht so abwegig.“

    Iro schnaubte belustigt: „Dass du das gut fändest, kann ich mir denken, wo du zerbrechlich wie Porzellan bist!“

    „Klappe!“, entgegnete Jimmy, der rot anlief. Max ließ sich den Gedanken im Stillen durch den Kopf gehen. Es stimmte tatsächlich, dass entweder er, Jimmy oder Iro deutlich schlimmere Verletzungen erfahren haben, seit sie zu dritt unterwegs waren. Gerade Iro hatte sich mehr Verletzungen zugezogen als Max und Jimmy in ihrer gesamten Laufbahn als Erkunder. Zwar hatten sie seit Darkrai kein derartig bedrohliches Pokémon bekämpft, doch war Iro ungestüm auf den Missionen. Selten konnten sie eine abschließen, ohne dass sich Iro eine weitere Schürfwunde oder Prellung zusätzlich zugezogen hatte. Und da sie mittlerweile recht professionelles Erkundungsteam zunehmend gefährlichere Aufträge annahmen, gerieten auch er selber und Jimmy, meistens unfreiwillig, in Gefahr, sodass auch sie Verletzungen davon getragen hatten. Tatsächlich wäre es durchaus hilfreich, einen Heiler dabei zu haben.

    Er blickte hinüber zu Rose. Max fragte sich, ob sie dafür geeignet wäre. Oder ob sie ein anderes Pokémon kenne, das als Heiler in Frage käme. Er gebot mit einer Geste Jimmy und Iro, die beinahe in ihr übliches Wortgefecht verfallen wären, Schweigen und fragte sie, worauf sie sofort rot anlief.

    „Ich denke, ihr solltet euch woanders umschauen, Team Mystery!“

    „Warum denn?“, wollte Max wissen. Rose begutachtete ihre leere Tasse, als wollte sie deren Tonqualität bestimmen wollen. Sie bemerkte nicht, dass ein neues Pokémon soeben in der Taverne eingetroffen war.

    „Im Ernst, die besten Pokémon, die als Heiler in Frage kämen, sind entweder Psycho- oder Pflanzenpokémon. Meine Kenntnisse hingegen sind von eher bescheidener Natur.“

    „Du scheinst dir aber ziemlich sicher zu sein, so wie du Jimmys Arm behandelt hast“, lächelte Max ihr aufmunternd zu. Rose schüttelte verlegen den Kopf.

    „Das ist wirklich nichts. Ich bezweifle, dass ich als Heilerin was taugen würde. Eher bin ich-“


    „Ich höre wohl nicht Recht, Rose!“

    Das Pokémon, das vor wenigen Sekunden in der Taverne eingetroffen war, hatte sich zu ihnen an den Tisch begeben. Es war eine hochgewachsene hübsche Guardevoir mit rubinroten Augen und tiefblauem Haar, das sichelförmig gebogen bis zum Nacken fiel. Rose schaute zu ihr auf und ihre Augen weiteten sich vor Aufregung. Prompt stand sie auf und schloss die Guardevoir in die Arme, welche herzlich die Begrüßung zurück gab.

    „Was machst du denn hier?“, hörte das Team Roses gedämpfte Stimme.

    „Habe dir doch versprochen, dass ich vorbeikomme“, sagte die Guardevoir, löste die Umarmung auf und lächelte in die Runde. Sie grüßte Krebscorps und Maschock. Auch das Team Mystery grüßte sie, als würde sie es schon bereits kennen. Max war sich jedoch sicher, dass er einer Guardevoir mit so einer Farbgebung noch nie zuvor begegnet war.

    „Du hast schonmal von ihr gehört, Max!“, rief Krebscorps, der sich über Max‘ Miene und die vom Rest des Teams amüsierte. „Sagt dir der Name Mimi etwas?“

    „Die Mimi?“, sagte Jimmy überrascht. „Ein neues Mitglied, das aber schon zu den wenigen Mitgliedern gehört, die Aufträge ab dem S-Rang alleine annehmen dürfen?“

    „Genau die!“, sagte Maschock, der sichtlich beim Anblick von der Guardevoir errötet war. Er war schon dabei, aufzustehen und Mimi seinen Platz anzubieten, als sie sich schon elegant neben Rose auf den Stuhl setzte, den die Miltank soeben für sie herbeigeholt hatte. Da er als einziger stand, räusperte er sich verlegen, tat so, als hätte er sich strecken wollen, und fuhr an das Team Mystery gewandt fort: „Sie ist allerdings immer unterwegs, daher kann es sein, dass ihr sie nie zuvor gesehen habt. Und selbst wenn, hättet ihr nicht sagen können, ob sie es ist.“

    „Wie meinst du das, Maschock?“, sagte Jimmy verdutzt. Mimi kicherte vergnügt.

    „Das liegt vermutlich an meinen Fähigkeiten“, und sie lehnte sich zu Jimmy rüber und fuhr mit ihrer porzellanfarbenen Hand über dessen Wange. Jimmy erschauerte leicht. Gespannt wartete das Team, was als nächstes passieren würde, als Mimi wenige Sekunden später die Augen schloss und sich konzentrierte. Dann leuchtete sie mondhell auf. Und während ihre Gestalt leuchtete, schrumpfte sie zusammen. Ihre langen Arme und Beine zogen sich zusammen, das Haar wuchs in sich zurück und es dauerte keine fünf Sekunden mehr, bis ein weiteres Panflam auf dem Platz erschien, wo sie zuvor gesessen hatte. Max bemerkte eine verblüffende Ähnlichkeit zu Jimmy. Doch handelte es sich nicht um eine Ähnlichkeit. Ähnlich interessiert wie Iro stellte er fest, dass es sich um eine exakte Kopie von Jimmy handelte. Die Übereinstimmung reichte vom Haarwirbel auf dem Hinterkopf bishin zum umkehrten Spiralmuster auf der Brust. Jimmy stand auf so auch der andere, sodass sich beide Panflam von Angesicht zu Angesicht standen. Beide grinsten sich, der eine begeistert und der andere belustigt. Dann leuchtete der andere Jimmy wieder auf und es erschien wieder Mimi, die Guardevoir. Jimmy klatschte begeistert. Auch Krebscorps, Maschock und Rose stimmten in den Beifall ein. Iro kommentierte trocken, dass ein Jimmy schon schlimm genug sei und dass er dankbar war, dass Mimi den Anblick aufgelöst hatte. Auf sein verschmitztes Lächeln hin lachten alle.

    Wie alle anderen Gäste kam auch Mimi von einem Auftrag. Sie erzählte, wie sie ein älteres Pokémon von Schatzstadt durch die Labyr-Berge eskortiert hat. Mit einer leicht bitteren Stimme erklärte sie, dass ihr Auftrag eine Zeitverschwendung war, da ihr Klient etwas senil gewesen sei und ihm kurz vor dem Ausgang des Gebirges eingefallen ist, dass es doch keinen Freund in der Nähe vom Mühsalberg hatte und es deswegen nach Schatzstadt zurück eskortiert werden wollte.

    „Mit anderen Worten“, sagte Mimi, die einen beherzten Schluck vom Getränk nahm, das Rose ihr dargereicht hatte, „bis auf einen Wanderausflug konnte ich nicht viel dem Auftrag abgewinnen. Ich habe dann auf die Belohnung verzichtet, da ich im Grunde nichts geleistet habe.“

    „Du bist zu bescheiden“, sagte Rose. „Die Labyr-Berge sind alles andere als ein Urlaubsort geworden, habe ich gehört. Hast du mitbekommen, wie Pokémon häufiger von Überfällen in diesen berichtet haben?“

    „Unwahrscheinlich ist es nicht“, nickte Mimi. „Wie die Höhlen ist auch der Außenbereich ein vertracktes Labyrinth. Es ist ein Leichtes, sich dort zu verstecken und arglosen Reisenden aufzulauern.“

    „Feiglinge!“, sagte Maschock aufgebracht und schlug mir der Faust auf den Tisch. Krebscorps pflichtete ihm bei.

    „Gibt es in der Gilde Pläne, wie man gegen diese Räuber vorgeht?“, fragte Max. Mimi zuckte die Achseln.

    „Plaudagei machen diese Umstände ebenso Sorgen, da man durch die Laby-Berge am ehesten in die nördlichen Gefilde von Ekunda gelangt. Doch er zögert, Teams dorthin zu schicken, da man nicht weiß, wie viele es sind und womit sie gewappnet sind. Schließlich sind selbst professionelle Erkundungsteams ihnen zum Opfer gefallen.“

    „Bist du ihnen begegnet?“, fragte Max. Mimi schüttelte den Kopf.

    „Ich hatte Glück. Wie es scheint schlagen sie nie am selben Punkt zu. Man kann stets zwischen drei Routen aussuchen, die durch die Berge führen. Als hat man zu zwei Dritteln die Wahrscheinlichkeit, dass man gut durchkommt.“

    „Worüber ich auch froh bin!“, sagte Rose, die mit einem großen Eintopf an ihren Tisch zurückkehrte, aus dem es kräftig dampfte. „Das Leben als Erkunder hört sich neben all den Geschichten auch richtig gefährlich an.“ Sie reichte jedem eine Schüssel und bald war die Taverne von den Klanggeräuschen von Löffeln in Schalen erfüllt.

    „Du warst dennoch mal Feuer und Flamme dafür, auf Erkundungen zu gehen, oder, Rose?“, sagte Mimi und blickte ihre Freundin an. Rose hielt inne und starrte in den Topf. Dann schüttelte sie milde lächelnd den Kopf: „Das war ein dummer Kindheitstraum von mir. Ich habe nicht mal die Fitness dafür, ich könnte schon körperlich nicht mithalten.“

    „Aber das stimmt doch nicht“, sagte Mimi erschrocken, doch Rose fiel ihr ins Wort: „Sieh dich an. Sie alle anderen hier am Tisch an. Und dann sieh mich an.“

    Ein betretenes Schweigen trat ein, doch Rose winkte dieses sehr schnell wieder ab: „Ich kenne meine Stärken, was das betrifft: Ich kann für das leibliche Wohl sorgen, entweder in Form von warmen Speisen und bequemen Betten.“
    Ein ehrlich zuversichtliches Lächeln fuhr über ihr Gesicht. Dann aber verzog sich nachdenklich ihre Miene. Sie blickte in den Topf und dann nach oben zu einem der Zimmer: „Wo steckt eigentlich der andere Erkunder? Ich habe ihm doch gesagt, dass es heute Eintopf gibt, und da war er begeistert.“ Sie verließ die Runde und stapfte nach oben. Mimi blickte ihr nach.

    „Stimmt“, sagte Jimmy, „sie sagte doch, dass ein Mitglied der Red Scorpion-Gilde auch hier übernachtet.“

    „Red Scorpion?“, fragte Mimi verdutzt. „Die Erkundergilde, die ihre Basis in der Nordwüste hat ?“

    „Hey hey, genau diese“, sagte Krebscorps. “Ich habe mich auch schon bereits gefragt, was so ein Erkunder soweit südlich von seiner Gilde zu suchen hat."

    „Rose meinte, er sei wegen einem Auftrag hier“, sagte Max. Mimi strich mit ihren Fingern über ihr Kinn.

    „Ja“, sagte sie nachdenklich, „es lässt sich erwarten, dass Aufträge in der Wüste eher knapp sind. Dennoch ist es verwunderlich, dass er soweit hier draußen von der Wüste ist, oder?“ Darauf gaben die anderen keine Antwort. Sie blickten zu Rose, die wieder zu ihnen trat.

    „Er will, dass ich ihm das Essen nach oben bringe“, sagte sie müde. „Draußen ist es schon längst dunkel und wenn ich ehrlich bin, bin ich recht müde. Hättet ihr was dagegen, wenn ich die Runde für heute auflösen würde?“

    Auch Max spürte nun eine jähe Müdigkeit in sich aufsteigen. Ein Blick zu seinen Teamkollegen genügte zu wissen, dass auch sie daran dachten, sich schlafen zu legen. Unter lautem Scharren der Stühle trennten sich die Erkunder voneinander, wünschten sich und Rose eine gute Nacht und begaben sich auf ihre jeweiligen Zimmer. Mimi, Krebscorps und Maschock würden im Erdgeschoss übernachten, das Zimmer des Team Mystery befand sich im ersten Geschoss die Treppe hoch.

    Es war ein gemütlich eingerichteter Raum. Drei Betten standen nebeneinander, während an der Wand ein Spiegel sowie eine Kommodo aufgestellt wurden. Da Iro recht hünenhaft und damit schwer war, nahm er die Matratze vom Bettgestell und legte sie auf den Boden. Auf die Art konnte das Team nicht dafür belangt werden, für ein neues Gestell aufzukommen. Die drei erinnerten sich belustigt an das eine Mal, wo Iro in einer entfernten Stadt tatsächlich ein Bett zusammenkrachen ließ, weil er sich drauf geschmissen hatte. Er hatte sich jüngst zu einem Impergator weiterentwickelt und war daher nicht mehr so leicht, wie er es als Karnimani war.

    „Verrückt“, dachte sich Max, während er den anderen beiden zusah, wie sie sich erneut ihr Wortgefecht lieferten und sich dabei zudeckten. Seit fast einem Jahr schon war das Team Mystery um ein Mitglied reicher.

    Ironhard vom Team Mystery. Funktion: Kämpfer
    Max vom Team Mystery. Funktion: Anführer
    Jimmy vom Team Mystery. Funktion: Kartenleser

    So vermochte man in dieser Zeit über sein und andere Erkundungsteams zu sprechen. Ein jedes Mitglied müsste nun eine bestimmte Funktion zu erfüllen haben, damit das Team so effizient wie möglich arbeiten konnte. Auch Plaudagei hat hin und wieder einfließen lassen, wie modern Erkundungsteams geworden seien, dass die Aufgaben derartig aufgeteilt wurden. Max konnte sich nicht wirklich mit dem Gedanken anfreunden, Mitglieder des Teams sich durch ihre Position definieren zu lassen. Er und Jimmy haben das Team einst gegründet, um gemeinsam einem Mysterium auf die Spur zu gehen. Dabei hat ihre anfängliche Freundschaft stets im Hintergrund gestanden. Und das sollte sich auch nie ändern, so fand Max. Auch was das Aufnehmen weiterer Mitglieder betrifft, sollte dies das entscheidende Kriterium sein. Andernfalls, so beschloss Max nun im Stillen für sich, würde er diese nicht als Mitglieder akzeptieren. Mit einem Blick zu Jimmy und Iro, die beide von selber ihr Gefecht beendet haben, bestätigte sich Max in seinem Beschluss. Es war ihm egal, ob seinem Team ein Heiler fehlte oder nicht. Solange er und seine Freunde zusammen blieben und aufeinander aufpassten, so würden sie alles überstehen. Und er war sich dessen bewusst, dass Jimmy und Iro diese Ansicht teilten.

    Sie sprachen kein Wort mehr miteinander. Der Tag war recht lange gewesen und es fiel ihnen umso leichter ein einzuschlafen.


    „Auf einen guten neuen Tag!“, dachte sich Max lächelnd und schloss die Augen.

  • Hi, Silvers !


    Nachdem du schon zwei Kapitel hochgeladen hast, wollte ich dir auch mal einen kurzen Kommentar hinterlassen. Also, um mal mit dem einfach Formalen anzufangen: Startpost sieht soweit ganz gut aus - ist auch immer besser, einen Klappentext zu haben, damit die Leser ungefähr wissen, was sie erwartet. Das einzige, was ich ein bisschen vermisse, sind vielleicht ein paar kurze Informationen zu den spezifischen Charakteren, die da aus ähnlichem Grund oftmals ganz hilfreich sind. Aber vielleicht werden die ja auch erst noch im Lauf der Geschichte ergänzt, dann will ich nichts gesagt haben.


    Die Geschichte selbst stellt dann erst einmal die Charaktere vor, was soweit auch ganz gut passt. Man lernt das Team Mystery erst einmal kennen und sieht, was ihre jeweiligen Rollen im Team sind und wie sie miteinander interagieren. Finde ich grundsätzlich ganz schön gemacht, aber ich finde es vielleicht ein bisschen schade, dass man den eigentlichen Kampf mit Shadow nicht miterlebt, sondern eher in der Retroperspektive erzählt bekommt. Ich will mich da jetzt nicht zu sehr einmischen, wie du die Geschichte erzählst, ich dachte nur, dass vielleicht so ein Kampf sich hier auch ganz gut geeignet hätte, um aktiver zu zeigen, wie die drei zusammenarbeiten und welche Konflikte es dabei vielleicht gibt - wenn man zum Beispiel in so einem Kampf Iro dann mehr zu einer "Haudrauf"-Taktik tendieren sieht, dann kann man daran vielleicht gut seinen Charakter erkennen. Das wäre vielleicht ein bisschen mehr "Show" als "Tell". Aber wie gesagt, ich will mich da nicht zu sehr einmischen.


    Ansonsten mag ich in Kapitel II die Beschreibung der Taverne ganz gerne - es sind ein paar kurze Sätze, die sagen, wie das Haus von innen aussieht und vermitteln so einen ganz guten Eindruck von dem Ort, ohne einen da mit zu langen Beschreibungen zu erschlagen, was manchmal ja den Lesefluss zu sehr verlangsamen kann. So wie du das hier gelöst hat, finde ich das ganz gut.


    Was ich ansonsten noch anmerken würde: Also, du hast noch einige formale Rechtschreibfehler in dem Text. Da ist mir jetzt kein spezifischer, sich immer wiederholender Fehler aufgefallen, aber manchmal unterbrechen dann eben so ein paar Sachen den Lesefluss, weil ich darüber stolpere (aber ich bin da auch ein Zwangsneurotiker). Ich würde empfehlen, vielleicht irgendwann, wenn du die Zeit dazu hast, mit Blick auf so etwas noch einmal die Texte zu prüfen, aber muss natürlich jetzt nicht in der nächsten Zeit sein.


    Ansonsten ... Ich hoffe, du bleibst beim Schreiben am Ball und schönen Sonntag!