Bundestagswahl 2021

  • Sarah Wagenknecht ist bestenfalls noch beliebt in konservativen Kreisen und bei AFD Sympathisanten (erst Recht nach ihrer Buchveröffentlichung), die auch als Sarah Wagenknecht noch an der Parteispitze war lieber das "Orginal" AFD oder die CDU gewählt hatten bevor sie als Parteichefin durch Katja Kipping und Bernd Riexinger ersetzt wurde, die wiederum inzwischen von Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler abgelöst wurden.

    Stimme diesbezüglich zu, dass die Linke sich extrem in Grabenkämpfen/Personaldebatten verheddert was vor einigen Jahren auch die Piraten nach kurzem Aufschwung schnell wieder in die Bedeutungslosigkeit abrutschen ließ.

  • Sarah Wagenknecht ist bestenfalls noch beliebt in konservativen Kreisen und bei AFD Sympathisanten (erst Recht nach ihrer Buchveröffentlichung), die auch als Sarah Wagenknecht noch an der Parteispitze war lieber das "Orginal" AFD oder die CDU gewählt hatten bevor sie als Parteichefin durch Katja Kipping und Bernd Riexinger ersetzt wurde, die wiederum inzwischen von Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler abgelöst wurden.

    Stimme diesbezüglich zu, dass die Linke sich extrem in Grabenkämpfen/Personaldebatten verheddert was vor einigen Jahren auch die Piraten nach kurzem Aufschwung schnell wieder in die Bedeutungslosigkeit abrutschen ließ.

    Ich glaube nicht, dass Wagenknecht nur in konservativen Kreisen noch beliebt ist. Ich kann nur aus persönicher Erfahrung sprechen, aber viele Leute die sich als sozial- und wirtschaftspolitisch eher links sehen und daher nie AfD wählen würden scheinen Wagenknecht gut zu finden. Sozial links und gesellschaftlich eher mittig oder gar rechts zu stehen schließt sich ja nicht aus, und gerade bei diesen Leuten punktet Wagenknecht. Da sind natürlich auch AfD-Wähler dabei, obwohl man auch sagen muss, dass sie (Wagenknecht) für die AfD doch herzlich wenig übrig hat.


    Ich kann Sahra Wagenknecht dahingehend zustimmen, dass es eine kleine Fraktion in der Linken gibt, die lieber sämtliche Sozialpolitik für eine Diskussion über Gendersternchen über den Haufen werfen würden. Damit sammelt man aber keine Punkte, denn die Grünen sind bei solchen Leuten beliebter.

    Aber die ganze Partei ist nicht von solchen Leuten durchsetzt, das bildet sie sich ein. Das Problem ist eher die schlechte Kommunikation dieser Themen und der Fokus auf Teilaspekte, bei dem oft erwartet wird, alle hätten Vorwissen (Spoiler: die große Mehrheit der Wähler sind keine Fachleute und haben allenfalls Halbwissen). Sie mag recht haben, dass man eher wieder zur klassischen linken Sozialpolitik als Kernthema zurückkehren sollte, denn es gibt derzeit keine Partei außer der Linken, die dieses Thema wirklich besetzen würde.


    Da zählt auch eine "Politik näher am Bürger" dazu, wie sie zu Tagen Gysis gepflegt wurde. Die Linke hat sich von ihrem Kernmillieu im Osten schon lange entfernt, auf dem Dorf in Sachsen sieht man immer seltener Linke. Die einzigen die da auftreten sind die Leute von der AfD (Kneipenabend mit Heiko Hessenkemper in jeder Dorfkneipe Mittelsachsens. Ich freu mich schon drauf, da kommt mir schon wieder die Kotze hoch) oder es gibt sich mal ein gelackter (oft ursprünglich West-)CDUler die Ehre, der meist fast so rechts ist wie der AfDler und ebenfalls gerne Halbwahrheiten über Windräder verbreitet, um sein Wählerpotential zu festigen. Eine starke linke Stimme im Wahlkampf gibt es nicht mehr, nicht auf Social Media und schon gar nicht in Person. Da muss man schon Glück haben in der nächsten Kleinstadt den Ortsverband der Linken an einem Infostand zu sehen. Die machen sich nicht mal die Mühe in den Orten Wahlplakate aufzuhängen, die letzten Wahlen hingen bei mir im Ort nur Plakate von AfD, CDU, NPD und insgesamt zwei Plakate von den Grünen. IHR SEID MIT ABSTAND ZWEITSTÄRKSTE PARTEI IN SACHSEN, SAGT MIR NICHT IHR KÖNNT KEINE WAHLPLAKATE AUFHÄNGEN, DIE AfD HAT GERADE SO EIN DRITTEL EURER MITGLIEDERZAHLEN UND BEKOMMT DAS HIN. Die Linke hat immer gesagt, sie wäre die Partei des Ostens, jedoch schint sie im Wahlkampf die "vergessenen Landstriche" Deutschlands genauso zu vergessen wie der Rest der Parteien. (Übrigens komm ich nicht aus der hinteren Lausitz oder so, sondern aus der Region Chemnitz, die mit Abstand am dichtesten besiedelte ländliche Region im Osten. Also kommt mit nicht mit "das lohnt sich nicht, Wahlplakate aufzuhängen", unsere Dörfer haben oft an die 2000 Einwohner und liegen verhältnismäßig dicht beieinander. Nur die Infrastruktur und Autobahn- bzw. Zuganbindung ist in der Region wohl eine der schlechtesten in Deutschland.) Die Linken haben den Osten anscheinend aufgegeben und das regt mich auf.


    Das ist es, was Wagenknecht teilweise auch so beliebt macht - sie kann die Leute glauben machen, sie fühlen sich gehört. Ganz abgesehen von dem Quatsch, den sie manchmal von sich gibt. Aber ohne Wagenknecht wäre die Linke im Osten wahrscheinlich endgültig am Boden. Deswegen kann die Partei sich denke ich auch nicht wirklich von ihr trennen.

    "Was denkt ihr, wann stirbt ein Mensch? Wenn er von einer Kugel getroffen wird? Nein. Wenn er am Herzen leidet? Oder eine andere schlimme Krankheit hat? Nein. Wenn er eine Suppe isst, die aus einem giftigen Pilz gekocht wurde? Nein. Man stirbt, wenn man vergessen wird!" ~ Doc Bader

    Einmal editiert, zuletzt von Proto-Groudon ()

  • https://www.zeit.de/politik/de…-cdu-ard-deutschlandtrend


    Laut einer neuen Umfrage von ARD & ZDF soll die CDU wieder 8 Prozentpunkte vor den Grünen liegen, SPD soll bei 14 Prozent, AFD & FDP bei 12 Prozent liegen und Linke 7 Prozent. Da scheint die gezielte Kampagne gegen Baerbock von bestimmten Medien wohl sehr zu fruchten und wir bekommen 4 weitere Jahre Konservatismus mit weiteren Anbiederungen nach Rechtsaußen auf Kosten zukünftiger Generationen, darauf freue ich mich ja jetzt schon so sehr :sarcasm

  • Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, ob ich wählen werde. Die Politik kommt mir immer mehr vor wie eine farce. Bin jetzt nicht up to date, was die Wahlversprechen angeht (ist denk ich eh egal. Was versprochen und was umgesetzt wird, sind zwei paar Schuhe). Normal hätte ich gesagt ich wähle die Grünen, wegen der Wichtigkeit des ökologischen Themas. Aber die haben glaub ich auch keinen Plan davon, was sie tun. Idealerweise wird's halt ne Koalition, die ökologisch und sozial ist, aber halt auch konservative und liberale Elemente hat, denn eine Demokratie lebt von Kompromissen. Aber das einzige "konservative" das wir haben, ist die CDU, die aus alten korrupten Säcken besteht und eine Art Konservatismus vertritt die nicht vertretbar ist (sind ziemlich anti Homo, anti Trans, damals noch größtenteils dagegen gestimmt, dass es Vergewaltigung in der Ehe gibt, etc.), und die AfD, die halt voller Rechtsextremer und Populisten sind, die hetzen und den Klimawandel leugnen.


    Deshalb sag ich mir ganz ehrlich, scheiß drauf.


    Es wär aber natürlich ein Argument zu sagen, man wählt irgendwas, um die AfD prozentual schlechter dastehen zu lassen.

  • die gezielte Kampagne gegen Baerbock

    Du meinst ihre Aussage, dass sie die Bezinpreise kräftig weiter erhöhen will? Ist halt im Wahljahr nicht gerade klug. Aber zumindest gut, dass die Wähler sowas vorher erfahren und noch entsprechend reagieren können.

    So gezielt, wie tlws in der Vergangenheit von Baerbock gegraben wird, um nach Fehlern bzw Skandalen zu suchen und damit irgendwie zu diskreditieren, kann eigentlich nur von einer gezielten Kampagne gesprochen werden. Ich hab zwar noch nicht so viele Bundestagswahlen live erlebt, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass je so krampfhaft versucht wird/wurde, eine*n neue*n Kandidat*in für das Kanzlerinnenamt so dermaßen in Missgunst zu bringen


    Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, ob ich wählen werde.

    Deshalb sag ich mir ganz ehrlich, scheiß drauf.

    Naja, wenn du nicht wählen gehst, dann wird sich auch nichts ändern.

    Sprichwörtlich.


    Dann wird weiterhin für vier Jahre die Union regieren, unfähiges Personal wie Spahn, Scheuer oder Seehofer können weiterhin in ihren Machtpositionen bleiben und Konsequenz los weiter Mist bauen und der Investitionsstau wie bei Internetausbau, Schulerneuerungen, soziale Gerechtigkeit und so weiter und so fort wird auch weiterhin bestehen bleiben.


    Wenn du willst, dass sich etwas ändert, dann musst du auch wählen gehen. Durch nicht wählen gehen wird zumindest nichts passieren und diese geringe Wahlbeteiligung ist es dann auch, von denen die derzeitigen Machtinhaber profitieren

  • die gezielte Kampagne gegen Baerbock

    Du meinst ihre Aussage, dass sie die Bezinpreise kräftig weiter erhöhen will? Ist halt im Wahljahr nicht gerade klug. Aber zumindest gut, dass die Wähler sowas vorher erfahren und noch entsprechend reagieren können.

    Glaube eher, dass die Kampagne im Sinne von dem, was Arrior sagte, gemeint war.

    Ansonsten gebe ich dir aber Recht, dass eine Erhöhung der Benzinpreise im Wahljahr zu nennen, bei einigen nicht gerade positiv ankommt.

    Bin persönlich sehr vom Auto abhängig. Die Co2-Steuer merkt mein Grldbeutel ja jetzt schon und finde es teuer genug. Für all diejenigen, denen keine guten Öffis zur Verfügung stehen und nur das Auto, die haben sie damit schonmal etwas vergrault.


    Aber habe auch schon im Radio grhört, dass die Grünen früher schon einmal in einer guten Position vor einer Wahl waren. Damals haben sie es sich vor der Wahl aber auch mit was ähnlichem bei den Wähler*innen verscherzt. Also können kann sie sowas wohl. :')


    Ich weiß aber auch kaum, wen ich wählen wollen würde. Weil mir zwar in erster Linie Sozialpolitik wichtig ist, aber mir eben auch die anderen Punkte nicht total egal sind. Wählen gehen würde ich aver trotzdem, weil die Menge an Wähler*innen, das Ergebnis bringen. Bringt halt nix, wenn ich mit allen nix anfangen kann und dann gar nicht wählen gehe. Da hätte ich ja dann meine Chance nicht genutzt.

  • Aber das einzige "konservative" das wir haben, ist die CDU

    lol what?


    Wir haben keine einzige durchweg progressive Partei. ALLE der großen Parteien sind konservativ oder haben relativ große konservative Flügel, selbst die linke. Es sei denn, du siehst das einstehen für grundlegende Menschenrechte (was zumindest die Grünen auch noch mit machen, die trotzdem furchtbar konservativ sind) als "progressiv".


    Das einzige, was die CDU sonst noch ist, ist menschenfeindlich - aber auch damit sind sie nicht allein.


    Ansonsten gebe ich dir aber Recht, dass eine Erhöhung der Benzinpreise im Wahljahr zu nennen, bei einigen nicht gerade positiv ankommt.

    Die Sache ist, dass das eigentlich nicht ist, was Baerbock und die Grünen sagen. Das ist, was die CDU in ihrer Hetzkampagne daraus macht.

    Die Grünen haben schon die ganze Zeit den Plan, eine CO2 Umlage zu bauen, bei der die meisten Verbraucher am Ende sogar noch mehr Geld hätten, als aktuell.


    Die CDU hat selbst eine CO2 Steuer eingeführt und will diese ggf. auch erhöhen - nur halt ohne CO2 Umlage. Sprich: Bei der CDU haben die Endverbraucher weniger davon, als bei den Grünen.

  • lol what?


    Wir haben keine einzige durchweg progressive Partei. ALLE der großen Parteien sind konservativ oder haben relativ große konservative Flügel, selbst die linke. Es sei denn, du siehst das einstehen für grundlegende Menschenrechte (was zumindest die Grünen auch noch mit machen, die trotzdem furchtbar konservativ sind) als "progressiv".

    Ja. Stimmt wohl. Deshalb meinte ich ja, die Parteien werden ihrem Image nicht gerecht, weshalb ich nicht weiß was ich wählen sollte. :-D

  • https://blog.zeit.de/stoerungs…hten-rand-der-union_30839


    Ein weiteres Beispiel für einen CDU Politiker neben Maaßen der nahe Verbindungen zu AFD, Querdenkern sowie anderen Verschwörungs- und rechtsradikalen Gruppen hat. Die CDU biedert sich immer weiter rechtsradikalen an und gehen gerade gesellschaftlichpolitisch weiter hinaus von einer "einfachen" konservativen Partei. Auch stimme ich Alaiya zu, dass keine der 6 Parteien im Bundestag durchweg progressiv sind und selbst die Linke haben mit dem Lager um Wagenknecht & Dagdelen einen größeren konservativeren Flügel, was man aber auch einfach als ein Spiegelbild der deutschen Gesellschaft sehen kann denn ich bleibe dabei zu dem was ich vor ein paar Wochen in Rage schrieb, dass die deutsche Mehrheitsgesellschaft gesellschaftlich und wirtschaftspolitisch furchtbar konservativ ist und viele gerade im Hinblick auf die Parteienlandschaft in den USA und einem größeren Teil der Bevölkerung (wobei es gleichzeitig auch deutlich mehr progressive Menschen und Aktivismus gerade für LGBTQIA+ und andere Minderheiten dort gibt als in Deutschland) aufhören sollten ihre Klappe so weit aufzureißen, weil sie kein deut besser sind und kein moral high ground haben.

  • lol what?


    Wir haben keine einzige durchweg progressive Partei. ALLE der großen Parteien sind konservativ oder haben relativ große konservative Flügel, selbst die linke. Es sei denn, du siehst das einstehen für grundlegende Menschenrechte (was zumindest die Grünen auch noch mit machen, die trotzdem furchtbar konservativ sind) als "progressiv".

    Ja. Stimmt wohl. Deshalb meinte ich ja, die Parteien werden ihrem Image nicht gerecht, weshalb ich nicht weiß was ich wählen sollte. :-D

    Sind eure Grünen genauso farblos wie unsere, sobald sie in der Regierung sitzen? Ich hätte zumindest gedacht, dass sie sich vor allem für den Ausbau der ÖBB und öffentlichen Verkehr und Umweltschutz allgemein mehr einsetzen, aber denkste... die haben sogar vor ein paar Jahren dem Abschuss von Fischottern (mit)zugestimmt, weil diese die Fischbestände angeblich gefährden. Genau, die bösen, bösen Fischotter tun das und nicht etwa die Überfischung bzw Wasserverschmutzung durch den Menschen.

    Toll sind die Grünen, machen ihrem Namen und ihrem Image alle Ehre. :ugly:


    Ich sag aber auch jedes Jahr, dass ich nicht wählen gehe und dann wähle ich doch grün, oder eventuell rot, weil sich alles andere nichts bringt. Bei irgendsoeiner Minipartei, da kannst deine Stimme gleich verfallen lassen und gerade von den linken, kleinen Partein sind mir manche auch wiederrum zu verbohrt.


    die gezielte Kampagne gegen Baerbock

    Du meinst ihre Aussage, dass sie die Bezinpreise kräftig weiter erhöhen will? Ist halt im Wahljahr nicht gerade klug. Aber zumindest gut, dass die Wähler sowas vorher erfahren und noch entsprechend reagieren können.

    So gezielt, wie tlws in der Vergangenheit von Baerbock gegraben wird, um nach Fehlern bzw Skandalen zu suchen und damit irgendwie zu diskreditieren, kann eigentlich nur von einer gezielten Kampagne gesprochen werden. Ich hab zwar noch nicht so viele Bundestagswahlen live erlebt, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass je so krampfhaft versucht wird/wurde, eine*n neue*n Kandidat*in für das Kanzlerinnenamt so dermaßen in Missgunst zu bringen

    Joa, aber wenn das stimmt, darfste von so einer Kandidatin nicht erwarten, dass sie sich für die Lebensrealität der Leute interessiert und besonders sozial orientiert ist.


    Wie oben schon angesprochen, haben viele Menschen, die nicht gerade in einer Großtstadt wohnen, sehr schlechte, oder so gut wie gar keine, Anbindungen ans öffentliche Verkehrsnetz. Da wird das Verlassen deines Örtchens zum Luxus und haut armen Leuten extra noch eins drauf.

  • die gezielte Kampagne gegen Baerbock

    Du meinst ihre Aussage, dass sie die Bezinpreise kräftig weiter erhöhen will? Ist halt im Wahljahr nicht gerade klug. Aber zumindest gut, dass die Wähler sowas vorher erfahren und noch entsprechend reagieren können.

    Glaube eher, dass die Kampagne im Sinne von dem, was Arrior sagte, gemeint war.

    Ansonsten gebe ich dir aber Recht, dass eine Erhöhung der Benzinpreise im Wahljahr zu nennen, bei einigen nicht gerade positiv ankommt.

    Ja, habs dann erst später mitbekommen, dass sie ihren Lebenslauf ... ähhh ... nennen wir es mal, geschönt hat. :haha: Tut mir ja fast leid, das zu sagen, aber das ist schlicht dumm und nicht verwunderlich, dass sowas früher oder später ans Licht kommt. Aber Politiker sind wohl schlicht unfähig Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und denken, dass sie mit allem durchkommen.

  • Es ist bei dieser ganzen Debatte äußerst faszinierend, wie all die Medien und populistischen Menschen sich über falsche Angaben im Lebenslauf aufregen (welche am Ende aber keine wirklich "schlimmen" Auswirkungen haben, zumindest mMn nicht), während zeitgleich die Vorwürfe gegenüber Armin Laschet bzgl Steuerhinterziehung und Notenfälschung aufkommen, dort aber keine einzige dieser Personen einen Rücktritt seinerseits fordert.

    Diese These ist vielleicht weit hergeholt, aber es würde mich nicht wundern, dass wenn Armin Laschet die junge Frau wäre und Annalena Baerbock der alte (weiße) Mann, sich niemand über die falschen Angaben im Lebenslauf kehren würde und einen Rücktritt wegen gefälschter Noten und Steuerhinterziehung gefordert wird.


    Und zeitgleich startet die INSM, die selbsternannte "Initiative neue soziale Marktwirtschaft", welche schon in der Vergangenheit durch ihre Anti-Klimaschutz-Propaganda aufgefallen sind und erfolgreich den Ausbaustopp und Zusammenbruch der Photovoltaik-Industrie in Deutschland zu verantworten haben (finanziert u.a. durch Volkswagen, Daimler, BMW, Siemens AG, Bosch und Audi), eine Hetzkampagne gegen Annalena Baerbock von einem Ausmaß, dass der Super-PAC aus den USA in nichts nachsteht



    Aber vermutlich haben die Zeit und die Süddeutsche einfach nicht kontrolliert, was für Werbungen auf ihrer Seite angezeigt werden...genauso wie YouTube die Werbung nicht kontrolliert, die auf ihrer Plattform geschaltet wird




    Soviel zu "Es gab keine Kampagne".


    Und die zeigt ja auch Erfolg.

    Alleine hier im Topic haben wir genügend Menschen, welche Falschinformationen wie dass die Benzinpreiserhöhung von den Grünen stammen würde (obwohl sie von der Groko auf den Weg gebracht wurde), einfach so glauben, ohne die Quelle zu hinterfragen oder sich genauer darüber informieren!


    Solche Dinge sind Demokratiezerstörend. Und in gewisser Weise auch Frauenfeindlich.

  • Ja, habs dann erst später mitbekommen, dass sie ihren Lebenslauf ... ähhh ... nennen wir es mal, geschönt hat. :haha: Tut mir ja fast leid, das zu sagen, aber das ist schlicht dumm und nicht verwunderlich, dass sowas früher oder später ans Licht kommt. Aber Politiker sind wohl schlicht unfähig Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und denken, dass sie mit allem durchkommen.

    Was mich nur wundert ist diese Vehemenz, mit der auf den vermeintlichen Fehlern von Baerbock rumgeritten wird. Am Anfang hört man aus "bürgerlichen" und vermeintlich aufgeschlossenen Kreisen sowas wie "Kinder und Kanzleramt? Das klappt doch nie!", dann diskreditiert man Baerbock über zahlreiche Fake News, wie etwa, dass sie ein Hundeverbot fordere. Irgendwann noch die Geschichte mit ihrem Lebenslauf und dem Weihnachtsgeld, dass medial so breitgetreten wird, dass man meinen könnte, den Maskenskandal habe es nie gegeben. CDU, SPD und FDP freuen sich in der Zwischenzeit über den "taktischen Fehler", beim Benzinpreis eine konkrete Zahl zu nennen und unterschlagen dabei mal ganz nebenbei, dass die aktuelle Regierung dies in ähnlicher Form bereits beschlossen hat (selbstredend ohne den sozialen Ausgleich, für den die Grünen ein Konzept hätten).


    Auch über Laschet gibt es Fake News. Im Vergleich zu Baerbock sprechen wir da aber von verschwindend geringen Mengen, die vor allem auch nicht so organisiert wirken. Jüngstes Beispiel bei Baerbock: Eine Schmutzkampagne durch eine von mehreren Arbeitgeberverbänden bezahlte Lobbyorganisation, die INSM. Mit riesiger medialer Reichweite (EDIT: Siehe auch Arrior). War man in den letzten Tagen auf irgendeinem Nachrichtenportal ohne Adblocker unterwegs, hat man das Banner mit den zehn Verboten wahrscheinlich gesehen. Spätestens damit sollte klar sein, dass es in Deutschland einige Player mit viel Geld und Einfluss gibt, die ein großes Interesse daran haben, die Grünen als Regierungspartei abzuwenden.


    Und das wirklich Traurige ist, dass ihnen das auch noch mit den einfachsten Mitteln gelingt. Mich persönlich lässt die aktuelle Situation irgendwie sehr an der Unabhängigkeit der Presse zweifeln. Natürlich nicht deswegen weil ich glaube, dass alle Medienhäuser von oben gesteuert wären oder dergleichen. Die ganze Geschichte zeigt aber, dass es in Deutschland mit genügend Geld noch immer ohne Probleme möglich ist, Einfluss auf die Politik und das Wahlverhalten der Bevölkerung zu nehmen. Die Zahl der käuflichen Journalist:innen scheint dafür auszureichen und bei den Kosten für Werbung sprechen wir von Peanuts im Vergleich dazu, irgendwelche neuen Umweltauflagen einzuhalten (wo kämen wir da nur hin!). Beides verschiebt schrittweise den Meinungskorridor und das, worüber aktuell diskutiert wird. Was letzten Endes dazu führt, dass sich die restlichen, bisher unbetroffenen Redaktionen daran anpassen und selbst dazu beitragen, dass sich bei der nächsten Wahl so wenig wie möglich ändert. Es ist frustrierend.

  • Das Problem mit den Grünen ist, dass die falsche Ansätze im Kampf für Umwelt und Klimaschutz setzen. Möglichst alles verbieten und teurer machen. Und dann? Mehr Co2 Steuer heißt halt, die reichen können wie gehabt weitermachen, die untere Mittelschicht und Unterschicht kann sich halt nichts mehr leisten. Top. Autos in Innenstädten verbieten. Top, und dann? Fahren die Leute halt außen rum. Kostet Zeit, kostet Geld, noch schlechter für's Klima. Verbieten tun wir am besten Kohle und Kernenergie, ganz schnell. Und dann können wir Elektrizität und Wasser halt nur 2 Stunden am Tag nutzen, die restliche Zeit wird's staatlich verordnet abgestellt.


    Macht gar keinen Sinn. Einfach nur Greenwashing. Vor allem, weil das Co2 und die Umweltzerstörung global weiter wächst.

  • Auf deren Internetseiten steht selbst was, dass sie die Preise erhöhen wollen:

    https://www.gruene.de/artikel/…d-antworten-zum-co2-preis

    https://www.gruene-bundestag.d…2-steuer-ist-ueberfaellig

    Zumindest finden sie die Co2-Bepreisung anscheinend nicht schlecht.


    Inwieweit man als Bürger am Ende was von dem Energiegeld sieht, fällt ja anscheinend unterschiedlich aus. Modellrechnungen schön und gut, wenn halt das eigene Geld fehlt, um den Rest aus eigener Tasche zu finanzieren.

    Ich sehe nur als Vielfahrerin, dass ich potenziell mehr belastet werde, mir aber aktuell auch die Alternativen fehlen. Ich muss mir erstmal was ansparen, wenn ich ein gutes Elektroauto holen will, was seine Zeit braucht. Bis dahin steigert sich der CO2-Preis nach den Vorstellungen der Grünen und ich habe durch die höhere Bepreisung meines Benzins erstmal das Nachsehen, soweit ich das verstehe. (Mal abgesehen davon, dass ich weniger sparen kann, da mehr Benzinausgaben)


    Nur weil ich eine schlechte Sache höre, bin ich nicht direkt komplett gegen die Partei.

    CDU/CSU fallen für mich persönlich raus, weil ich darin schon in meinem BL keine tollen Mehrwerte sah und deren Sozialpolitik mich nicht abholt.

    SPD wähle ich nicht so gerne, weil sie für mich so oft den Bock abschießen mit ihrer Mitläufertaktik. Zudem ist auch nicht alles so toll sozialpolitisch gelaufen.

    Bleiben, wenn ich SPD rausnehme, halt nur noch Grüne und Linke in meinen Möglichkeiten.


    Wie sehr sich Medien an welchen Fehlern aufhängen, bekomme ich nichtmal mit. Weder Baerbocks noch Laschets dunkle Seiten, habe ich tbh mitgekriegt.

    Das einzige, was aber auch in den Nachrichten angesprochen worden ist, waren Baerbocks Nebeneinkünfte. Aber da denke ich mir halt auch, dass sie nicht die einzige Politikerin sein wird mit diesem Fleck auf der Weste.

  • Möglichst alles verbieten und teurer machen. Und dann? Mehr Co2 Steuer heißt halt, die reichen können wie gehabt weitermachen, die untere Mittelschicht und Unterschicht kann sich halt nichts mehr leisten.

    Und das ist genau einfach nur CDU-Propaganda. Die Grünen sind keine Verbotspartei. Sie wollen nichts von den Sachen verbieten, die CDU oder INSM ihnen vorwerfen, dass sie verbieten wollen.


    CO2 Steuer hat die CDU selbst eingeführt und sind auch jederzeit bereit, diese weiter zu erhöhen, um so zu tun, als würden sie etwas gegen Klimaerwärmung machen, ohne dabei den großen Firmen etwas abzapfen zu müssen, die ihnen Lobbygeschenke machen.


    Der CO2-Umlage Ansatz der Grünen ist weit freundlicher gegenüber dem einfachen Bürger. (Was nicht heißt, dass er perfekt ist. Weil das Problem, wenn man am Ende des Jahres noch zurückbekommt, entsteht bis dahin bei besonders armen Menschen doch ein großes Loch im Haushalt. Wer von Woche zur Woche lebt, dem tut sowas weh. Aber besser am Ende des Jahres zurückbekommen, als gar nicht zurückbekommen.)

  • Das mit dem Weihnachtsgeld hatte ich schon wieder ganz vergessen. Aber das ist sicherlich jedem von uns schon passiert, dass man 25.000€ vergisst anzugeben. Sowas kann schnell mal irgendwie irgendwo untergehen.

    Wenn du ein Gehalt von 10k monatlich bekommst durchaus, ja. Meine ich sogar unironisch. Das war zweimal Weihnachtsgeld, das über einen komischen Weg ausgeschüttet wurde, weswegen man dachte, dass das schon so passt. Ist also mehr eine Mischung aus Unwissenheit und Nachlässigkeit (weil, wird ja eh nicht kontrolliert). Empfinde ich aber zumindest als "menschlicheren" Fehler als irgendwelche Millionen-Deals im Hinterzimmer, ohne da jetzt groß Whataboutism betreiben zu wollen.


    Verbieten tun wir am besten Kohle und Kernenergie, ganz schnell. Und dann können wir Elektrizität und Wasser halt nur 2 Stunden am Tag nutzen, die restliche Zeit wird's staatlich verordnet abgestellt.

    Darf ich an dieser Stelle daran erinnern, dass der Ausstieg aus der Kernenergie durch die CDU beschlossen wurde? :^) Aber ja, das war selbstverständlich, um den Grünen Stimmen abzuluchsen und der Ausstieg aus der Kernenergie ist tatsächlich ein eher schlechter Move, der die Energiewende nur schwieriger macht. Da muss man aber sagen, dass sich die Partei mittlerweile gewandelt hat und sowohl Kernenergie als auch der früher so verhassten Gentechnik nicht mehr so kritisch gegenübersteht wie damals.


    Ansonsten finde ich, dass du hier (wie viele Gegner der Grünen) einfach nur über vermeintliche Verbote beschwerst und dabei ignorierst, dass die Grünen diese (wenn überhaupt) immer im Kontext mit Anreizen oder Alternativen fördern. Auch den Grünen ist klar, dass man das Stromnetz nicht einfach mit Nichts betreiben kann. Um Kohlekraftwerke abschalten zu können, benötigt es Energiespeicher und Quellen zur erneuerbaren Energieerzeugung. Die, welch Überraschung, die Grünen massiv ausbauen wollen. Die CDU hingegen verspricht auf dem Papier irgendwelche vermeintlichen Neutralitätsziele und sorgt hintenrum dafür, dass diese gar nicht zustande kommen können. Selbstredend unter Einflussnahme der Industrien, die einfach nur den Status Quo aufrechterhalten wollen. Also sag mir, wer betreibt hier tatsächlich Greenwashing?



    Noch abschließend zum Thema CO2-Steuer ein kleines Fallbeispiel, damit das Konzept etwas besser nachvollziehbar ist.


    Eine CO2-Steuer bedeutet je nach Design eben nicht, dass die arme Bevölkerung das Nachsehen hat. Zum Beispiel dann nicht, wenn die Steuer an die Bevölkerung zurückgegeben wird. Sagen wir (ohne irgendwas auf realitätsnahe Zahlenwerte zu geben), Du verbrauchst ein Kilogramm CO2 und jemand anderes eine Tonne. Die CO2-Steuer, die ihr beide entrichten müsst, wird in einen Topf geworfen, und euch dann zu gleichen Teilen (sprich: Das Geld wird durch zwei geteilt) wieder ausgeschüttet. Effekt: Du bekommst mehr zurück als Du bezahlt hast und die andere Person hat einen finanziellen Anreiz, CO2 einzusparen. Da es so ist, dass Reiche (und Unternehmen) tendenziell auch mehr CO2 verbrauchen als der Durchschnitt, profitiert die arme Bevölkerung selbst dann noch, wenn sie vergleichsweise verschwenderisch mit CO2 umgeht.


    Und gerne nochmal erwähnt: Eine höhere CO2-Steuer ist eigentlich alternativlos, insbesondere nach dem Urteil des BVerfG und der Meinung zahlreicher Klimaökonomen. Die CDU schert sich aber um keinen sozialen Ausgleich, die Grünen zumindest im Ansatz.

  • Was Verbotspartei angeht, muss ich übrigens an diesen Tweet von Julia Schramm denken:


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    Und da ist eben auch sehr viel wahres dran. Die CDU verbietet unglaublich viel, was sich auf der sozialen Ebene abspielt. Die CDU verbietet Sterbehilfe und macht auch Druck auf die SPD, sich ihnen da anzuschließen. Die CDU verbietet körperliche Selbstbestimmung für transgeschlechliche Menschen. Die CDU verbietet Aufklärung über Abtreibung über das Internet (nicht zu vergessen Abtreibung allgemein). Die CDU möchte verbieten, dass Menschen auf dem Mittelmeer gerettet werden. Die CDU ist auch weiterhin für ein Verbot und allgemein gegen eine progressive Drogenpolitik, die auf Schadensbegrenzung ausgelegt ist. Die CDU möchte auch Containern weiterhin verboten halten. Die CDU hat eigentlich auch die Homoehe verbieten wollen - hat dann nur die Koalitionsfreie Abstimmung zugelassen, um der SPD Wind aus den Segeln zu nehmen. Gegen Vielehen ist die CDU aber weiterhin. Dann hat die CDU auch ein Kopftuchverbot an Schulen gefordert und sind weiterhin für das Burkaverbot. Sie unterstützen außerdem weiterhin das Tanzverbot an christlichen Feiertagen. Sie möchten auch jede Art von Aufklärung über LGBTQ an Kitas verbieten. Dann sind sie auch für das Verbot von Fleischnamen auf Veggie-Produkten und Milch auf pflanzlichen Milchprodukten. Ach ja, und geschlechtergerechte Sprache wollen sie auch verbieten.


    Also das sind, wenn man mich fragt, eine ganze Menge Verbote, dafür, dass sie andere als Verbotspartei beschimpfen.