Fleischesser, Vegetarier, Veganer, Frutaner

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  • Das ist ja praktisch so, als würde man sich zwingen fleischlos zu leben, kann aber irgendwo auch nicht ganz drauf verzichten. Sozusagen der Placebo-Effekt. Hauptsache das Gewissen ist beruhigt.

    Ich begreife das Problem nicht. Angenommen, ich esse unglaublich gern Fleisch, aber ich will den Tieren zuliebe auf Fleisch verzichten. Ich will dem Tier keinen Schaden zufügen, nicht mich selbst geißeln. Warum ist also notwendig, auf etwas zu verzichten, dass dem Tier keinerlei Schaden zufügt, mich aber glücklich macht? Andernfalls müsste ich ja abwägen: Kein Fleischgeschmack oder dem Tier schaden zuzufügen. Nun nehmen wir an, ich könnte nicht verzichten, dann würde ich mich für den Schaden des Tieres entscheiden. Willst du ernsthaft behaupten, das wäre besser als dem Tier nicht zu schaden und stattdessen Ersatzprodukte zu verzehren?

  • dass Wikipedia jetzt nicht die high-end Quelle ist; für einen ersten Zugriff aber durchaus akzeptabel -, so ist er durchaus als Vegetarier zu bezeichnen.

    Wikipedia stimmt dann in diesem Punkt mit meiner Sicht der Dinge nicht überein. Ansonsten sagt der Duden zur Wortbedeutung von vermeiden: "es nicht zu etwas kommen lassen". Und ich denke, in diesem Fall kann man die Fleischzunahme sehr gut vermeiden.

  • Und ich denke, in diesem Fall kann man die Fleischzunahme sehr gut vermeiden.

    Na gut, du magst schon Recht damit haben - prinzipiell kann man, wenn man als Gast irgendwo zu Abend isst, es vermeiden, Fleisch zu konsumieren. Schließlich geht es hier nicht um Leben und Tod, sondern einfach nur um ein nettes Abendessen :D


    Aber: Man kann sowas jetzt nicht so trocken systematisch betrachten, sondern muss da auch irgendwo die gesellschaftliche Komponente betrachten:
    Ich als Person möchte jetzt nicht das Abendessen sprengen, indem ich sage: „Sorry, ich esse jetzt dein Fleisch nicht“. Die Person hat womöglich mehrere Stunden an dem Fleisch gesessen, wusste nichts von dem vegetarischen Lebensstil und dachte sich, nun eine riesige Freude mit dem Stück Fleisch zu machen. Sowas will man ja nun wirklich nicht sprengen und der Mensch, als emotionales Wesen, tut das aus irrationalen Gründen auch nicht.


    Natürlich hätte man rational sagen können: Sie wird es verstehen. Aber so ist der Mensch in der Regel nicht gestrickt.
    Und nur, weil man menschlich handelt, heißt es nicht automatisch, dass man sich nicht mehr als Vegetarier bezeichnen kann wenn man aus verständlichen Gründen einmal Fleisch isst - es ist dann eben nicht vermeidbar gewesen. In der Regel aber schon, und deshalb erfüllt er das Kriterium.

  • Wikipedia stimmt dann in diesem Punkt mit meiner Sicht der Dinge nicht überein. Ansonsten sagt der Duden zur Wortbedeutung von vermeiden: "es nicht zu etwas kommen lassen". Und ich denke, in diesem Fall kann man die Fleischzunahme sehr gut vermeiden.

    Ich bewundere deinen Eifer. xD Und ich dachte immer, Veganer sind dogmatisch.
    Ohnehin bin ich streng genommen kein Vegetarier, schließlich esse ich Eier, Milch und andere Tierprodukte, wofür programmatisch Tiere umgebracht werden. In Käse ist tierisches Lab und diverse Backwaren sind in Tierfett frittiert worden. Du musst also nicht den Duden auspacken, Gucky.

  • Wenn das Essen bereits zubereitet ist, gibt es nicht mehr viel zu retten. xD Man sollte auch seinen Einfluss als Vegetarier nicht überschätzen.

    Wenn das Essen bereits im Supermarkt-Regal steht gibt es auch nicht mehr viel zu retten wtf


    Du wirst überhaupt kein Tier retten, in dem du kein Fleisch kaufst und keines selbst zubereitest. Wenn es einem um das Leid der Tiere geht, dann steckt hinter dem Vegetarismus eine Ideologie. Es geht um Prinzipien und Werte, die man vermitteln möchte. Ich habe Respekt vor Vegetarier die wirklich konsequent auf Fleisch verzichten, weil sie sich dadurch erhoffen Tierleid verhindern zu können. Wer aber mal "aus Höflichkeit" Fleisch konsumiert gibt zu erkennen, dass ihm Höflichkeit wichtiger ist als Tierleid zu verhindern. Ich finde das schlicht heuchlerisch. Ich formuliere es mal absichtlich hart und provokant, um es ganz prägnant auf den Punkt zu bringen: wer auf seine (scheinbaren) Prinzipien aus Bequemlichkeit pfeift, der ist in meinen Augen einfach nur heuchlerisch.


    Allerdings bin ich auch ein (inkonsequenter) Vegetarier. Ich esse zwar jeden Tag viel Fleisch, aber nie zwischen 0 und 6 Uhr. Daher stufe ich mich auch als Vegetarier ein.

  • Mag zwar deine Meinung sein, dass es seltsam ist aber das ist halt Bullshit.

    Ich halte @Foxhound`71 Ihre Meinung nicht für absurd.
    Über Bullenscheiße zu schreiben ist übrigens nicht sonderlich appetitlich in einem Thread der sich hauptsächlich mit Nahrung beschäftigt.

    Außerdem sind Burger, Schnitzel etc. definitiv nicht "fleischförmig" sondern lediglich so geformt, sei es durch in Form pressen oder schneiden und klopfen, weil es praktischer ist.

    Selbstverständlich. Aber ich kenne nicht viele Produkte die Fleischähnliche verarbeitete Produkte versuchen nachzuahmen.
    Jedenfalls nicht die Norm. Es hat sich nunmal so etabliert das fleischlose Rezepte zum Teil derartig verarbeitet werden. Daran ist nichts verwerflich, aber wirft dennoch Fragen auf. Ich als Alles-Esser habe damals etwas verwundert die Werbung über die "Mühlenhof-Frikadellen" verfolgt. Mittlerweile ist es Normalität.

    Naja auch wenn man Tofu oder Saitan oder Sojawas auch immer kauft, die Konsitenz ist der von Fleisch recht ähnlich und wenn man das ganze würzt kommt es einem auch relativ schnell so vor als würde man Fleisch essen.

    . Heutzutage kann man diverse Produkte absolut nicht mehr voneinander unterscheiden.
    Wenn man mir einen Döner serviert, könnte ich auch nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob das Fleisch aus der Region stammt. Ausschließlich gesunde Zutaten verwendet wurden, oder kein Tier dafür geschlachtet wurde. Lediglich am geringen Preis lässt sich dies erahnen.


    Ich bewundere deinen Eifer. xD Und ich dachte immer, Veganer sind dogmatisch.

    Anscheinend bei manchen nicht. Denn dann steht die Überzeugung wofür Veganer steht weitaus über der gesellschaftlichen Komponente. Dennoch würde ich demjenigen der trotzdessen, aus welchem Grund auch immer, Fleisch verzehrt das nicht ein Leben lang hinterher tragen und ist in meinen Augen immernoch Vegetarier/Veganer.(Wenn ich plötzlich statt Klassik jetzt Rap höre und mitlalle ist dieser Genrewechsel nicht automatisch ein Indiz für den Neugeborenen Marshall Mathers Verschnitt. Genauso wenig würde ich mich direkt dementsprechend mit übergroßen T-Shirts und breiten Hosen kleiden.)
    Gleichzeitig gibt es in meinen Augen auch keine klare Abgrenzung, ab wieviel tierischer Fleischzunahme ein Mensch nicht mehr als Veggy gilt. Das muss jeder für sich entscheiden und zu seinen Überzeugungen stehen.

    Shuffle Mobile: TYWC-3T5Q

    Einmal editiert, zuletzt von Gucky () aus folgendem Grund: teilweise gelöscht weil Bezugspost gelöscht

  • Du wirst überhaupt kein Tier retten, in dem du kein Fleisch kaufst und keines selbst zubereitest. Wenn es einem um das Leid der Tiere geht, dann steckt hinter dem Vegetarismus eine Ideologie. Es geht um Prinzipien und Werte, die man vermitteln möchte. Ich habe Respekt vor Vegetarier die wirklich konsequent auf Fleisch verzichten, weil sie sich dadurch erhoffen Tierleid verhindern zu können. Wer aber mal "aus Höflichkeit" Fleisch konsumiert gibt zu erkennen, dass ihm Höflichkeit wichtiger ist als Tierleid zu verhindern. Ich finde das schlicht heuchlerisch. Ich formuliere es mal absichtlich hart und provokant, um es ganz prägnant auf den Punkt zu bringen: wer auf seine (scheinbaren) Prinzipien aus Bequemlichkeit pfeift, der ist in meinen Augen einfach nur heuchlerisch.


    Allerdings bin ich auch ein (inkonsequenter) Vegetarier. Ich esse zwar jeden Tag viel Fleisch, aber nie zwischen 0 und 6 Uhr. Daher stufe ich mich auch als Vegetarier ein.

    Ich sehe eigentlich kaum kein Problem darin, aus Höflichkeit Fleisch zu essen, wenn der Gastgeber von der Essgewohnheit nichts wusste und es nunmal zubereitet auf dem Tisch liegt. Und ich stimme auch überhaupt nicht mit dieser Alles-oder-Nichts-Sicht überein, wie sie die Fleischesser den Vegetariern immer gerne vor den Latz hauen. Wenn ich der Meinung bin, dass Zucker schlecht für meine Gesundheit ist, dann bin ich kein Heuchler, nur weil ich einmal im Monat irgendetwas gezuckertes zu mir nehme. Wenn ich sage ich bin Sportler, bin ich kein Heuchler, nur weil ich einen Tag keinen Sport treibe. Und ich bin kein Heuchler wenn ich sage, dass ich Tierleid vermeiden möchte, und deswegen auf Fleisch verzichte, und dann in absoluten Ausnahmesituationen doch mal Fleisch esse.
    Um das zu verdeutlichen, kehre ich die Sache einfach mal um: Jemand, der einmal pro Monat oder gar pro Woche Fleisch isst, der ist nicht für die Massentierhaltung verantwortlich, nicht für das Leid der Tiere verantwortlich, nicht verantwortlich für den irren CO2-Ausstoß der Landwirtschaft und die widerliche Tötung und Massakrierung von Millionen von Tieren. Daran sind Leute schuld, die so viel Fleisch verzehren, dass eine andere Produktion der ganzen Nachfrage überhaupt nicht möglich ist. Und sich dann als Mensch, der selber Fleisch in Massen konsumiert, hinzustellen und zu sagen, er respektiert »Vegetarier« für das was sie tun nur, wenn sie GANZ auf Fleisch verzichten, DAS finde ich heuchlerisch. Was man dem »Vegetarier« vorwerfen kann, wäre, dass er nicht so viel tut, wie er tun könnte … aber das kann man jemandem auch nur dann sinnvollerweise vorwerfen, wenn man selber mehr macht.
    Würde jeder Mensch seinen Fleischkonsum drastisch einschränken, dann wäre die Massentierhaltung nicht erforderlich und die Bauern könnten auf vieles Unmenschliche verzichten, was sie heutzutage tun müssen, um sich über Wasser zu halten. Ja, das Fleisch wäre dann teurer, aber es ist dann ja auch das, was es sein sollte: Ein Luxusgut. Jemand, der auf so etwas hinarbeitet, der ist kein Heuchler, nur weil er aus Höflichkeit mal Fleisch konsumiert (und jemand, der erreichen will, dass niemals Tiere geschlachtet werden, ist typischerweise kein Vegetarier sondern ein Veganer). Da so sehr auf jemandem herumzuprügeln, der halt mal Fleisch gegessen hat, ist doch völlig unnötig und bringt einen in der gesamten Debatte überhaupt nicht weiter, weil es letztendlich doch nur Wortklauberei ist.
    Klar, man kann sich einen schönen Tag daraus machen, zu diskutieren, wann man nun Vegetarier ist, und wann man sich gefälligst Flexitarier zu nennen hat … ob man Fisch, den man selber fängt, nicht essen darf, oder ob es reicht, auf Fisch zu verzichten der mit Methoden gefangen wird, die tatsächlich die Ökosysteme zerstören … oder ob man immer noch Vegetarier ist, obwohl man Muskeln isst, die im Labor gezüchtet wurden und nie zu einem Lebewesen gehört haben. Aber was bringt das? Ein Echter Vegetarier hat doch einer Person, die einmal im Monat Fleisch isst, ökologisch und prinzipienmäßig rein gar nichts voraus, wenn er täglich eine halbe Stunde duscht, einen brandneuen Mercedes fährt und sich jedes halbe Jahr ein neues Smartphone zulegt, wtf. Die Frage ist doch, wie sehr man für sich selbst in der Lage ist, aufgrund der Prinzipien, die man nunmal hat, auf bestimmten Luxus zu verzichten, und wenn man gerade auf den Luxus, höflich zu sein, nicht verzichten will, dann isst man eben einmal Fleisch. Zu leben heißt immer in gewisser Weise Schaden an der Umwelt anzurichten. Zu versuchen, diesen Schaden zu begrenzen, bedeutet nicht, dass man in einer Höhle wohnen und sich von Pilzen ernähren soll. Wenn man es schafft, den verursachten Schaden so weit herabzusetzen, dass ein nachhaltiger Umgang mit der Umgebung möglich wird, dann hat man viel erreicht und vor allem deutlich mehr, als jemand, der den ganzen Tag Fleisch in sich schaufelt und dann mit dem Finger auf jemanden zeigt, der sich zumindest Mühe gibt.


    Und wenn man mit Prinzipien anfängt, dann kann man diese Situation ja auch mal mit Prinzipien tatsächlich durchdenken:
    Eine Person, die auf Fleisch verzichtet, ist bei jemandem zu Gast und bekommt Fleisch vorgesetzt, weil der Gastgeber von der Essgewohnheit nichts wusste. Wie sollte man sich idealerweise verhalten? Wenn man das Fleisch ablehnt und es deswegen weggeworfen wird, so kommt dieser Verzicht nur extrem indirekt in der Wirtschaft an. Wenn man der Marktwirtschaftstheorie glauben schenken will: Wenn Supermärkte merken, dass sie weniger Fleisch verkaufen, wird idealerweise weniger bestellt, was an die Bauern weitergereicht wird, die dann weniger produzieren (mal vereinfacht ausgedrückt). Aber in diesem Fall wurde es schon gekauft. Eine langfristige Wirkung hat in dieser Situation der Verzicht nur, wenn der Gastgeber daraus lernt, dass man fremden Leuten kein Fleisch zubereitet, da mitunter ja ein Vegetarier darunter sein könnte, oder dass der Gastgeber lernt, vorher nachzufragen, was die Gäste denn essen wollen/können. Auf der anderen Seite steht jedoch der Verfall von Lebensmitteln, die weggeworfen werden müssen, weil sie nicht gegessen werden. Da die Wirkung des Verzichtes in dem Fall deutlich geringer ist, als ein Nahrungsmittel im Supermarkt nicht zu kaufen, wiegt der Verlust der Nahrung, der an sich auch ökologisch nicht in Ordnung ist, vergleichsweise schwerer als sonst. Man kann daher pauschal nicht sagen, welche Verhaltensweise in so einer Situatiuon tatsächlich unter einer ökologischen Betrachtung sinnvoller wäre, weil es auch ganz auf die Persönlichkeit des Gastgebers ankommen würde, aber genau diese Betrachtung steckt ja hinter dem Prinzip, das oftmals zur vegetarischen Ernährungsweise führt (es verebbt eben meistens nicht bei »oh die armen Tiere«).
    Und dabei sind andere Faktoren noch nichtmal bedacht. Was für ein Image hinterlassen Vegetarier, die unhöflich sind und wegen derer Essen weggeworfen werden muss? Wenn der Gastgeber den Verzicht als unhöflich ansieht und deswegen Vegetarismus zukünftig weniger Verständnis entgegenkommen lässt, dann hat der Vegetarier auch nichts erreicht. Gleichwohl kann es, wie man hier sieht, auch zu einem Imageschaden kommen, wenn der Vegetarier das Fleisch annimmt, aber zugibt, dass er eigentlich Vegetarier ist. Und dann bleibt da noch das ganze Backend der eigenen Persönlichkeit. Wenn man sich vorwirft, dass seinetwegen Nahrung weggeworfen werden musste, oder wenn man sich vorwirft dass man nicht konsequent sein konnte wegen der spezifischen Situation? Ich finde es um ehrlich zu sein völlig übertrieben, einem Vegetarier vorzuwerfen, wie er sich in dieser Situation dann verhält, denn egal wie er sich verhält, irgendwas macht er sowieso falsch. Aber diejenigen, die selber Fleisch essen, die haben es leicht, in so einer Situation empört zu sagen »Ha! Du bist also doch kein Vegetarier!«
    Ich persönlich würde auch in dieser Situation zu dem Schluss gelangen, dass es besser ist, das Fleisch abzulehnen und strikt bei der eigenen Ernährungsweise zu bleiben. Aber wenn jemand anders zu einem anderen Schluss gelangt oder auch zu faul ist, darüber so tiefgehend nachzudenken, dann ist das eben so. Wichtig ist für mich, dass er eben generell wenig Fleisch isst. Wie man das nun nennen will, ist egal. Wenn eine Person selten mal Fisch ist und einmal im Jahr zu Weihnachten Fleisch, und dann gefragt wird, was sie isst, dann wird sie meistens einfach sagen »Ich bin Vegetarier«, weil das rüberbringt, was rübergebracht werden soll. Wieso soll man in so einer Situation einen irre langen Vortrag halten, wie der eigene Lifestyle aussieht, unter welchen Situationen was in Ordnung ist und wie man moralisch zu Plankton steht, wenn das Wort »Vegetarier« überall verstanden wird? Ich finde es viel nerviger, wenn dann Leute mit Bezeichungen wie »Ovo-lacto-Pescetarier« ankommen, die 90% der Bevölkerung noch nie gehört haben und die noch nicht einmal Sinn ergeben. Gemessen am Fleischkonsum einer durchschnittlichen Person ist es immerhin absolut irrelevant, ob man in Ausnahmesituationen mal ein Steak isst oder nicht.

  • Und wenn man mit Prinzipien anfängt, dann kann man diese Situation ja auch mal mit Prinzipien tatsächlich durchdenken:
    Eine Person, die auf Fleisch verzichtet, ist bei jemandem zu Gast und bekommt Fleisch vorgesetzt, weil der Gastgeber von der Essgewohnheit nichts wusste. Wie sollte man sich idealerweise verhalten? Wenn man das Fleisch ablehnt und es deswegen weggeworfen wird, so kommt dieser Verzicht nur extrem indirekt in der Wirtschaft an.
    ...


    Und dabei sind andere Faktoren noch nichtmal bedacht. Was für ein Image hinterlassen Vegetarier, die unhöflich sind und wegen derer Essen weggeworfen werden muss? Wenn der Gastgeber den Verzicht als unhöflich ansieht und deswegen Vegetarismus zukünftig weniger Verständnis entgegenkommen lässt, dann hat der Vegetarier auch nichts erreicht. Gleichwohl kann es, wie man hier sieht, auch zu einem Imageschaden kommen, wenn der Vegetarier das Fleisch annimmt, aber zugibt, dass er eigentlich Vegetarier ist.

    Sorry, aber das ist mir irgendwie viel zu theoretisch konstruiert. Aber vielleicht werde ich auch einfach nur zu selten von Personen zum essen eingeladen, die so gut wie nichts über mich bzw. mein Essverhalten wissen (wobei, ich bin kein Vegi).
    Was machst du denn als Gast, der allergisch auf Erdnüsse ist und dir wird ein Apfelkuchen mit Erdnüssen serviert (keine Ahnung, obs sowas überhaupt gibt)? Soll man sich dann schonmal zur Sicherheit sein Antiallergiemittel griffbereit legen und dann Augen zu und durch? Natürlich nicht. Genauso sollte man als Vegatarier auch kein Fleisch essen, um jemandem einen Gefallen zu tun. Was du demjenigen höchstens vorwerfen könntest ist, dass er sowas vorher mal erwähnen könnte, weil es hierzulande durchaus nicht ungewöhnlich ist, dass Fleisch serviert wird.


    Ohnehin bin ich streng genommen kein Vegetarier, schließlich esse ich Eier, Milch und andere Tierprodukte, wofür programmatisch Tiere umgebracht werden. In Käse ist tierisches Lab und diverse Backwaren sind in Tierfett frittiert worden. Du musst also nicht den Duden auspacken, Gucky.

    Stimmt, dass man jemanden, der auf jegliche tierische Produkte verzichtet als Veganer bezeichnet, weiss ich auch ohne Duden. :)

  • Sorry, aber das ist mir irgendwie viel zu theoretisch konstruiert. Aber vielleicht werde ich auch einfach nur zu selten von Personen zum essen eingeladen, die so gut wie nichts über mich bzw. mein Essverhalten wissen (wobei, ich bin kein Vegi).Was machst du denn als Gast, der allergisch auf Erdnüsse ist und dir wird ein Apfelkuchen mit Erdnüssen serviert (keine Ahnung, obs sowas überhaupt gibt)? Soll man sich dann schonmal zur Sicherheit sein Antiallergiemittel griffbereit legen und dann Augen zu und durch? Natürlich nicht. Genauso sollte man als Vegatarier auch kein Fleisch essen, um jemandem einen Gefallen zu tun. Was du demjenigen höchstens vorwerfen könntest ist, dass er sowas vorher mal erwähnen könnte, weil es hierzulande durchaus nicht ungewöhnlich ist, dass Fleisch serviert wird.

    Der Erdnussvergleich hinkt deswegen, weil die meisten Vegetarier freiwillig auf Fleisch verzichten und nicht gezwungenermaßen, was sich beim Allergiker anders verhält.

  • Der Erdnussvergleich hinkt deswegen, weil die meisten Vegetarier freiwillig auf Fleisch verzichten und nicht gezwungenermaßen, was sich beim Allergiker anders verhält.

    Stimmt, nagle mich bitte nicht drauf fest, aber zumindest hinkt er nur und ist nicht völlig nutzlos. Schliesslich ist das Ergebnis das Gleiche: das Fleisch bzw. in dem Fall der Kuchen würde im schlimmsten Fall weggeworfen werden. Wobei man sich nun auch streiten könnte, ob etwas entgegen seinem Willen tun zu müssen weniger wichtig bzw. nachvollziebar für andere ist als eine Allergie.



    PS: für die Zukunft bitte mal einen Blick in folgendes Topic werfen Richtig zitieren

  • Und sich dann als Mensch, der selber Fleisch in Massen konsumiert, hinzustellen und zu sagen, er respektiert »Vegetarier« für das was sie tun nur, wenn sie GANZ auf Fleisch verzichten, DAS finde ich heuchlerisch. Was man dem »Vegetarier« vorwerfen kann, wäre, dass er nicht so viel tut, wie er tun könnte … aber das kann man jemandem auch nur dann sinnvollerweise vorwerfen, wenn man selber mehr macht.


    Du legst mir wieder tausende Aussagen in den Mund, die ich nie getätigt aber. :pflaster:


    Wieso sollte es heuchlerisch sein Vegetarier für das zu respektieren was sie tun, wenn man selbst Fleisch isst? Ist es auch heuchlerisch einen guten Sportler für seine Leistungen zu respektieren, wenn man selbst nicht sportlich ist? Ist es heuchlerisch einen guten Geschäftsmann wegen seiner Leistungen zu respektieren, wenn man selbst kein guter Geschäftsmann ist? Was ist denn das für eine Denkweise?


    Ich respektiere sie gerade weil ich Fleisch esse, weil ich selbst nicht auf Fleisch verzichten kann, selbst wenn ich wollte. Mir fehlt in dieser Hinsicht schlicht die Disziplin. Es geht dabei weniger um das konkrete Motiv. Persönlich halte ich den Verzicht auf Fleisch gar nicht für zielführend (ich weiß, würden alle verzichten gäbe es deutlich weniger Tierleid, es werden aber nicht alle verzichten). Respekt gebührt dafür, dass diese Menschen auf etwas verzichten, womöglich (nicht zwingend) ihren Lebensstandard deswegen sogar herabsetzen, das ein Leben lang oder zumindest für eine beträchtliche Zeit ihres Lebens alleine aus dem Grund das Leid anderer zu mindern. Ohne auf einen eigenen Vorteil bedacht zu sein. Und das konsequent und diszipliniert.


    Ansonsten sprach ich von Prinzipien und Werte, die man vermittelt. Wenn ein Vegetarier Tierleid vermindern möchte und deshalb auf Fleisch verzichtet, aber "aus Höflichkeit" doch Fleisch isst, gibt er, wie bereits gesagt, zu erkennen, dass die Höflichkeit gegenüber dem Gastgeber wichtiger ist als die Werte, die er mit seinem Verzicht vermitteln möchte. Heuchlerisch ist es, wenn man nur auf Fleisch verzichtet, solange es für einen selbst nicht nachteilig ist, z.B. wenn einem Fleisch eh nicht schmeckt, aber bei einem drohenden, eher unbedeutenden, Nachteil dann doch Fleisch konsumiert. Ich mache niemandem einen Vorwurf, nur weil er so etwas macht. Ich mach demjenigen aber sehr wohl einen Vorwurf, der zugleich behauptet Vegetarier zu sein mit dem Ziel Tierleid zu vermindern. Oder allgemein formuliert: ich mache demjenigen Vorwürfe, der behauptet Vegetarier zu sein und zugleich Rechtfertigungen und Ausflüchte sucht, um Fleisch dann doch konsumieren zu "dürfen". In dieser Diskussion wird die "Höflichkeit gegenüber Gastgeber" als Rechtfertigung gebracht, der nächste könnte sich dann mit einem "Sonderangebot im Supermarkt" rechtfertigen, oder mit "wäre eh in den Müll gelandet". Letztlich unterscheidet sich ein solcher "Vegetarier" nicht von vielen Fleischesser, die ihr Fleischkonsum z.B. mit der Begründung rechtfertigen, dass "die Tiere eh schon vorher tot waren". Vom Prinzip her liegt der Unterschied nur im Rechtfertigungsgrund. Du, und jeder der es denn möchte, kann meinetwegen auch solche Leute als "Vegetarier" bezeichnen und den Begriff ad absurdum führen. Ich mache das jedenfalls nicht.


    Ich behaupte übrigens nicht (ernsthaft) Vegetarier zu sein, daher bin ich auch nicht heuchlerisch. Dein Zucker-Beispiel ist übrigens vollkommen verfehlt. Wenn jemand glaubt dass Zucker für seine Gesundheit schädlich ist, dennoch Zucker konsumiert, dann hat dieser Sachverhalt so ziemlich gar nichts mit irgendeiner Form von Heuchelei zu tun. Das Sportler-Beispiel ist überhaupt absurd, weil Sportler auch Regeneration brauchen. Es ist höchst unvernünftig jeden Tag Sport zu betreiben.


    edit:


    Der Erdnussvergleich hinkt deswegen, weil die meisten Vegetarier freiwillig auf Fleisch verzichten und nicht gezwungenermaßen, was sich beim Allergiker anders verhält.


    Dann halt Alkohol als Beispiel. Darauf verzichtet man schließlich auch freiwillig. Wenn dir jemand, keine Ahnung 'nen Grey Goose anbietet bist du dann auch aus Höflichkeit gezwungen zu trinken? Oder wenn dir jemand Zigaretten anbietet? Was für ein Image hinterlassen Nichtraucher die ablehnen?

  • Ich würde jemanden, der aus Höflichkeit Fleisch konsumiert, nicht mehr als Vegetarier bezeichnen, sondern als jemand, der ansonsten darauf verzichtet. Ich finde diese Ernährungsweise gesünder im Vergleich zum häufigen Konsum von Fleisch. Aber in diesem Fall geht es um die Bezeichnung Vegetarier, die verfehlt wird, wenn man doch Fleisch isst.

  • Oder allgemein formuliert: ich mache demjenigen Vorwürfe, der behauptet Vegetarier zu sein und zugleich Rechtfertigungen und Ausflüchte sucht, um Fleisch dann doch konsumieren zu "dürfen". In dieser Diskussion wird die "Höflichkeit gegenüber Gastgeber" als Rechtfertigung gebracht, der nächste könnte sich dann mit einem "Sonderangebot im Supermarkt" rechtfertigen, oder mit "wäre eh in den Müll gelandet".

    Ich habe es in meinen 3 Jahren als Vegetarierin zweimal zustande gebracht, mir versehentlich etwas zu kaufen, das Fleisch enthielt. Ironischerweise ist das beide Male an Raststätten/Tankstellen im fremdsprachigen Ausland unter Zeitdruck passiert, und die einzig vermeintlich vegetarische Speise enthielt dann doch versteckt Fleisch. Habe auch beides gegessen, weil ich mit meinem Verzicht die Industrie nicht unterstützen will, was ich mit meinem Kauf aber bereits getan habe. Wegwerfen will ich das Fleisch dann wirklich nicht. Einerseits wirkt es auf mich so, als wäre das Tier dadurch komplett "umsonst" gestorben (was, wenn man es ausführlich zerlegen möchte, wenig Sinn ergibt, trotzdem fühlt es sich für mich nun mal so an und das stört mich extrem), andererseits werfe ich ungern Essen weg, während anderswo Leute verrecken weil sie zu wenig haben.


    Finde es aber lustig, das Ganze als Chance mal eine Ausnahme machen zu dürfen hinzustellen. Genießen konnte ich mein Essen beim besten Willen nicht, ich fand's eher ekelhaft auf Fleisch rumzukauen und hätte es liebend gerne gegen eine vegetarische Alternative getauscht, aber die Fehlkäufe waren selbstverschuldet, also kann ich den Mist auch auslöffeln. Mit Schlupflöchern hat das meiner Meinung nach ziemlich wenig zu tun. Je länger ich kein Fleisch esse, desto abstoßender finde ich den Gedanken, selbst wieder welches zu konsumieren. |:

  • Ich habe es in meinen 3 Jahren als Vegetarierin zweimal zustande gebracht, mir versehentlich etwas zu kaufen, das Fleisch enthielt. [...] Finde es aber lustig, das Ganze als Chance mal eine Ausnahme machen zu dürfen hinzustellen.

    Wenn es versehentlich war, kann man dir doch nichts vorwerfen. Auf solche Fälle bezog ich mich nicht, du wolltest es ja nicht kaufen. Ganz anders sähe es eben aus, hättest du aus Höflichkeit dem Verkäufer gegenüber das fleischhaltige Produkt gekauft. Mir geht es um "Vegetarier" die Fleisch konsumieren weil sie durch Verzicht keine, vergleichsweise geringfügige, Nachteile in Kauf nehmen wollen. Rein von der Mentalität her sehe ich kaum einen Unterschied zu Fleischessern, die ihr Konsum anders rechtfertigen, erst recht nicht wenn man noch behauptet, das Fleisch sei "auch recht gut" gewesen.

  • Wieso sollte es heuchlerisch sein Vegetarier für das zu respektieren was sie tun, wenn man selbst Fleisch isst?

    Das habe ich doch gar nicht gesagt. Ich sagte, ich finde es heuchlerisch, wenn jemand, der selber Fleisch isst, »Vegetarier« nur dann respektiert, wenn sie immer auf Fleisch verzichten. Denn das bedeutet im Umkehrschluss: Jemand, der auch nur ein einziges Mal Fleisch isst, verdient keinen Respekt [dafür, dass er weniger Fleisch isst]. Dabei leistet ein Fast-Vegetarier deutlich mehr als ein Fleischesser, denn er isst immerhin zwar nicht 100% weniger Fleisch als der Fleischesser, dafür aber 99,9% weniger Fleisch. Ich finde es einfach nicht nachvollziehbar, wieso man wegen so etwas den Respekt verlieren soll. Und das habe ich dir auch nicht in den Mund gelegt, das hast du doch selber gesagt. Selbstverständlich ist es nicht heuchlerisch, jemanden für etwas zu respektieren, das er besser tut als man selber. Um das aber mal auf die Sportmetapher zu übertragen: Wenn man es respektabel findet, dass eine andere Person Sportler ist und diese Person für die Leistungen respektiert, dann sollte man doch jeden Sportler für seine Leistungen respektieren, und nicht nur den, der auf dem ersten Platz landet. Das ist es, was ich als heuchlerisch bezeichnet habe: Zu sagen »Du treibst es nicht ins Extreme, also ist deine Leistung nicht respektabel«, während man selber auf der Couch sitzt.



    Ansonsten sprach ich von Prinzipien und Werte, die man vermittelt. Wenn ein Vegetarier Tierleid vermindern möchte und deshalb auf Fleisch verzichtet, aber "aus Höflichkeit" doch Fleisch isst, gibt er, wie bereits gesagt, zu erkennen, dass die Höflichkeit gegenüber dem Gastgeber wichtiger ist als die Werte, die er mit seinem Verzicht vermitteln möchte.

    Na und? Woher willst du überhaupt wissen, dass jemand Vegetarier ist, um Prinzipien und Werte zu vermitteln? Es mag sein, dass sich manche Vegetarier als Missionare verstehen, aber das ist doch nicht der einzige Grund für sowas. Du unterstellst Leuten eine Absicht deiner Wahl und kritisierst dann, dass sie diese Absicht nicht erfüllen. Jeder ist aus persönlichen Gründen Vegetarier oder verzichtet zumindest aus persönlichen Gründen überwiegend auf Fleisch. Nicht jeder Vegetarier ist Vegetarier, um anderen Leuten damit auf die Nerven zu gehen und ihnen eigene Prinzipien und Werte aufzudrängen. Manche sind nur »Vegetarier«, weil sie es für das richtige halten und sich an der ganzen Misere nicht beteiligen wollen. Das heißt aber nicht, dass sie keinen Beitrag mehr leisten, nur weil sie in Ausnahmefällen Fleisch zu sich nehmen (würden). Die Grenze »Vegetarismus« ist doch total arbiträr. Es ist eine kontinuierliche Skala. Man kann weniger Fleisch essen, noch weniger, gar keins, man kann keine Milchprodukte essen, keine Gummibärchen, zusätzlich keine Eier, man kann auf Lederkleidung verzichten, man kann anfangen Tiere aus Ställen zu befreien, man kann es immer weiter fortführen. Die Grenze »Vegetarismus« ist völlig willkürlich, man kann immer noch mehr tun, um die Prinzipien und Werte besser zu erfüllen (und dabei immer mehr andere Prinzipien und Werte aufgeben, die man daneben haben könnte). So gesehen sind ja auch alle Vegetarier Heuchler, denn sie sind ja nur Vegetarier und keine Veganer. Würden sie es ernst meinen mit ihren Prinzipien, wären sie Veganer!! Und den Veganern kann man sagen, wenn sie es ernst meinen würden, wären sie keine Veganer sondern würden sich umbringen. Das ist doch nicht zielführend. Wenn jemand sagt, er findet Vegetarismus wichtig aber er findet auch Respekt seinen Mitmenschen gegenüber wichtig und dann aus Respekt in seltenen Fällen (!) eine für ihn gemachte Mahlzeit verzehrt, dann finde ich das nicht verurteilenswert. Gut, man kann ihm in einer großen Zeremonie den großen Echter-Vegetarier-Orden aberkennen, lol.



    Aber insgesamt verstehe ich die Motivation hinter dieser Diskussion einfach nicht. Okay, einer, der sich Vegetarier nennt, hat einmal Fleisch gegessen. Was für ein Monster! So heuchlerisch! … Ja, dann hat er eben die Grenze zum Vegetarismus halt knapp verfehlt. Und ja, ich sage bewusst knapp. Für mich macht es keinen großen Unterschied, ob man gar kein Fleisch isst, oder ob man einmal im Monat Fleisch isst. Der Unterschied ist minimal. Man kann es sogar ausrechnen: Nehmen wir an, man verzehrt 100g Fleisch bei einer Mahlzeit, und tut das einmal im Monat. Dann kommt man pro Jahr auf 1,2kg Fleischkonsum. In Deutschland verzehrt eine durchschnittliche Person schätzungsweise 60kg Fleisch pro Jahr. Der Vegetarier liegt also bei 0% des Durchschnittskonsums, der mit einmal pro Monat Fleisch liegt bei 2%. Die Wirkung auf den Markt ist bei beiden Lebensweisen fast identisch. Was bringt es, dem Nicht-Ganz-Vegetarier das um die Ohren zu hauen? Fühlt man sich als Fleischesser dann besser, wenn man so einem miesen Moralschmarotzer den Spiegel vorhält, oder wie?

  • Wenn das Essen bereits im Supermarkt-Regal steht gibt es auch nicht mehr viel zu retten wtf

    Aber der Supermarkt orientiert sich natürlich an der Nachfrage.


    Dass ich damit so einen Sturm der Entrüstung auslöse, ist wirklich lustig. Ich habe jetzt das erste Mal in 5 Jahren Fleisch gegessen, weil ich in einem fremden Land spontan zu einem sehr aufwändigen Essen eingeladen wurde, und jetzt gibt es eine große Diskussion um dieses Sakrileg. xD Ich werde mich in Zukunft an den rechten Glauben halten, versprochen. :saint:


    Ich werde mein Curriculum umschreiben müssen. Vegetarier bis 2016 und ab 2016. Diese Schande.


    Und ja, es hat okay geschmeckt. Ist das ein Problem? xD

  • Denn das bedeutet im Umkehrschluss: Jemand, der auch nur ein einziges Mal Fleisch isst, verdient keinen Respekt [dafür, dass er weniger Fleisch isst]. Dabei leistet ein Fast-Vegetarier deutlich mehr als ein Fleischesser, denn er isst immerhin zwar nicht 100% weniger Fleisch als der Fleischesser, dafür aber 99,9% weniger Fleisch. Ich finde es einfach nicht nachvollziehbar, wieso man wegen so etwas den Respekt verlieren soll.

    Der erste Satz ist aus meiner Sicht fast absolut richtig. Was ich persönlich respektiere, was wie ich finde aus meinem vorherigen Beitrag klar hervorging, sind die Einstellung und die Disziplin, diese konsequent durchzuhalten. Im Umkehrschluss: fehlt die Konsequenz, fehlt auch mein Respekt. Wer willentlich und ohne Not Fleisch isst, den respektiere ich für seine Eigenschaft "Vegetarier" nicht (was nicht ausschließt, dass ich ihn vielleicht wegen vollkommen anderen Eigenschaften respektiere). Ich sage nicht, dass so jemand keinen Respekt verdient. Nur ich respektiere ihn wegen dieser Eigenschaft nicht und verzeih, aber ich werde doch bitte hoffentlich selbst entscheiden dürfen was und wen ich wofür respektiere.


    Ich verstehe absolut nicht inwiefern das heuchlerisch sein sollte. Heuchlerisch wäre es, wenn ich behaupten würde jemanden zu respektieren, der weitgehend auf Fleisch verzichtet, nur aufgrund der Tatsache, dass er auf Fleisch verzichtet, obwohl das eben nicht stimmt.

    Na und? Woher willst du überhaupt wissen, dass jemand Vegetarier ist, um Prinzipien und Werte zu vermitteln? [...] Du unterstellst Leuten eine Absicht deiner Wahl und kritisierst dann, dass sie diese Absicht nicht erfüllen.

    Ich unterstelle nicht, ich schränke den angesprochenen Personenkreis nur ein. Sprich: ich bezog und beziehe mich auf Vegetarier die behaupten genau diese Absicht zu haben. Wer aus anderen Gründen auf Fleisch verzichtet, der ist in meinen Beiträgen nicht angesprochen. Verzicht auf Fleisch ist ja schön und gut, aber wenn man zugleich nicht einmal versucht den Mitmenschen auf angemessene Art zu vermitteln (ich rede nicht von aufdrängen!) dass aufgrund des (übermäßigen) Fleischkonsums viele Tiere leiden müssen und es daher nicht richtig ist Fleisch zu konsumieren oder zumindest, dass man den Tieren zuliebe zumindest weniger Fleisch konsumieren sollte, dann ist die Verminderung des Tierleides offenbar zweitrangig. Es folgt eine wieder absichtlich, diesmal ganz provokante, Aussage: wer vertritt, dass man Frauen nicht schlagen sollte, der wird das natürlich nicht tun. Er wird es aber z.B. auch seinen Kindern so vermitteln und er wird es nicht "aus Höflichkeit" tun.

    Die Grenze »Vegetarismus« ist doch total arbiträr. Es ist eine kontinuierliche Skala. Man kann weniger Fleisch essen, noch weniger, gar keins, man kann keine Milchprodukte essen, keine Gummibärchen, zusätzlich keine Eier, man kann auf Lederkleidung verzichten, man kann anfangen Tiere aus Ställen zu befreien, man kann es immer weiter fortführen.

    Wie gesagt, das kannst du so sehen. Deine Meinung ist frei. Nur führst du damit den Begriff "Vegetarismus" eben ad absurdum. Vielleicht bin ich ja auch ein "bisschen Vegetarier".

    Würden sie es ernst meinen mit ihren Prinzipien, wären sie Veganer!!

    Nein, Veganer haben eine andere Grenze. Das macht Vegetarier, denen es vorrangig um die Tötung der Tiere geht, nicht zu Heuchlern. Ob die es schlimmer ist Kühe zu melken als zu töten, weil sie vielleicht eine längere Zeit leiden müssen oder aus irgendwelchen anderen Gründen, ist eine ethische Frage, auf die ich hier nicht eingehen möchte, weil ich keine Diskussion in diese Richtung lostreten will.


    Aber insgesamt verstehe ich die Motivation hinter dieser Diskussion einfach nicht. Okay, einer, der sich Vegetarier nennt, hat einmal Fleisch gegessen. Was für ein Monster! So heuchlerisch!

    Ich habe hier niemanden als Monster bezeichnet, zumal ich selbst Fleisch esse. Mit der Diskussion im BisaBoard wird man die Welt auch nicht retten können, also ist das auch nicht meine Absicht. Ich habe hier nur kurz meine Meinung wiedergegeben, weil ich die Behauptung, man sei Vegetarier auch wenn man (gelegentlich) Fleisch isst, falsch finde. Und jetzt diskutiere ich, um deine Fragen zu beantworten bzw. um meine vorherigen Beiträge zu präzesieren, die offenbar, zumindest von dir, falsch aufgefasst wurden.

    Dass ich damit so einen Sturm der Entrüstung auslöse, ist wirklich lustig.

    Was denn für eine Entrüstung? Wirken meine Beiträge wirklich so aggressiv? Mal abgesehen von den angekündigten provokanten Aussagen. Die sind eher als Stilmittel zu verstehen, nicht als Ausdruck irgendwelcher Gefühle.

  • Was denn für eine Entrüstung? Wirken meine Beiträge wirklich so aggressiv? Mal abgesehen von den angekündigten provokanten Aussagen. Die sind eher als Stilmittel zu verstehen, nicht als Ausdruck irgendwelcher Gefühle.

    Ja, fand ich schon. Und Guckys Urteilsspruch schien auch recht süffisant. Aber wenn dein Beitrag nicht so gemeint war, dann ist es ja okay. Es ist nur meiner Meinung nach wirklich kein Verbrechen, in einer solchen Situation das erste Mal seit 5 Jahren Fleisch zu essen. Mein Beitrag war eigentlich nur als ironisches Gegengewicht zu Fleischessern gemeint, die stets betonen, dass sie kaum Fleisch essen, was eine völlig uninteressante und inflationär verwendete Phrase ist. Das wollte ich verdeutlichen, indem ich meinerseits eine völlig uninteressante Sache poste, nämlich dass ich erstmals seit Ewigkeiten ein Stück Fleisch gegessen habe. Deshalb auch die Geschmacksangabe. Ich konnte nicht ahnen, dass dieser Post kontrovers ist. xD



    Übrigens will ich keinen Respekt für meine Essgewohnheit. xD Jeder soll das essen, was er für richtig hält. Ich habe abgewogen und hielt es in diesem Moment für richtig, das bisschen Fleisch zu essen. Wenn ich damit gegen irgendwelche imaginären Regeln verstoßen habe, ist mir das eigentlich wurst. xD

  • Es ist nur meiner Meinung nach wirklich kein Verbrechen, in einer solchen Situation das erste Mal seit 5 Jahren Fleisch zu essen.

    Lol, wer hat dich denn hier wann als Verbrecher deswegen verurteilt? :D Mir geht es, ähnlich wie Leviator, einzig darum, dass für mich nur derjenige ein Vegetarier ist, der nie nicht kein Fleisch isst.

  • Wir sind natürlich als Fleischfresser in der komfortablen Position euch Gemüslis von oben herab zu verurteilen, wenn ihr einen Bissen Fleisch fresst. Was hier einem wieder für Gedankengänge und Aussagen unterstellt werden. Mal Monster, mal Verbrecher wtf.


    Ich kann ja nicht für @Gucky sprechen, aber ich leide nicht unter Schizophrenie oder so, es ging mir lediglich darum, dass man kein Vegetarier ist, wenn man Fleisch auch nur gelegentlich isst. Wenn ich unterstelle, dass eure Auffassung richtig ist (also @Alice und @Shorino) dann drängt sich doch die Frage auf: wo ist denn die Grenze und wer legt die fest? Ab wann gilt man eurer Meinung nach als Vegetarier und mit welcher objektiven Grundlage? Kann ich mich selbst als Vegetarier zählen?


    Das zweite, worum es mir ging ist, dass jemand, der behauptet Tieren zuliebe auf Fleisch zu verzichten aber dann doch willkürlich aus Bequemlichkeit (sprich: um unbequeme Situationen zu vermeiden) Fleisch isst, aus meiner Sicht heuchlerisch ist und ich so jemanden wegen dieser Eigenschaft nicht respektiere. Weil das kann jeder. In keiner Silbe meiner Beiträge ging es darum, ob es richtig oder falsch ist, in welcher Situation auch immer, auf Fleisch zu verzichten.


    Entschuldige mich jedenfalls, falls du meine Beiträge tatsächlich irgendwie als Angriff gegen dich aufgefasst hast @Shorino