Ungewollte Schwangerschaft: abtreiben oder behalten?

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  • Man kann es ganz einfach sagen: Schwangere Menschen und Menschen, die schwanger werden können.

    Frauen ist einfach falsch. Denn nur ein vergleichweise kleiner Teil aller aktuell lebenden Frauen kann schwanger werden. Über Frauen allgemein zu sprechen ist so der so falsch.

    Also einmal abgesehen davon, dass es cissexistisch ist. Und ich denke, wir stehen als Forum gegen Cissexismus genau so wie gegen Sexismus und Rassismus.

  • Ich verstehe leider gerade nicht ganz weswegen es so wichtig ist zu bestimmen, ob das schwangere Lebewesen male, female oder neutral ist, oder als was sich dieses identifiziert? Am Ende sind alle Variationen fähig ein Kind zu kriegen und alle von dem eigentlichen Thema gleich betroffen (so gehts bei der Gleichberechtigung für alle halt) - ob man bei einer ungewollten Schwangerschaft abtreibt oder nicht. Nicht etwa wie böse jemand ist, weil er nach der gewöhnlichen Natur geht, so wie die Person eben so lange aufgezogen wurde. :unsure:

  • Oh nein, da hat jemand aus Gewohnheit "Frau" gesagt, wo eine Handvoll anders Identifizierender auch noch reinfallen. Weltuntergang. Nein, ernsthaft, das ist wirklich nicht der Punkt, an dem man das Drama ansetzen sollte. Hier werden Leute, die eventuell eine Schwangerschaft gar nicht überleben würden, aber nicht abtreiben dürfen, es möglicherweise heimlich selbst tun und ihre Gesundheit so erst recht aufs Spiel setzen oder ihr ganzes Vermögen auf den Kopf hauen, um dafür in ein anderes Land zu reisen (ich hab gehört, sie können dann immer noch bei der Rückkehr bestraft werden?), aber das Problem soll ihre Geschlechtsidentität sein? What?

    Gladiantri..107626-81915eb0.png..Reshiram (schillernd)

    „In dir fließt mein Blut, Kind. In dir lodert meine Flamme. Dennoch sei gewarnt, denn du bist nicht Reshiram. Meine Bestimmung ist es, eine Welt der Wirklichkeit zu schaffen. Deine Aufgabe soll eine andere sein, dein Weg von dir selbst gewählt.“

  • Und wer ist jetzt derjenige, der die Diskussion in eine völlig andere Richtung treibt? Meine Güte. Lest drüber und macht einfach mit dem Thema weiter.


    Es ist echt kaum zu glauben, dass die USA es immer wieder schafft bei der Thematik eins drauf zu setzen. Man hätte meinen können, schlimmer geht es nicht mehr. Die Situation war ja schon ziemlich erschwerend, wenn man die Abtreibung in Betracht zog. Und die Zahlen zeigen auch, dass trotzdem abgetrieben wird … nur eben unter den völlig falschen Umständen dann. Oft ohne eine richtige psychologische Begleitung. Will auch einfach nicht in meinen Kopf, dass zur heutigen Zeit noch immer solche Rückschritte per Gesetz verabschiedet werden. Ich mein, wenn man am status quo festhält, dann kann man das auf die zähe Bürokratie schieben. Aber anscheinend geht doch alles recht flexibel und schnell, solang die "Richtigen" die Gesetzesänderung wollen :)

  • Will auch einfach nicht in meinen Kopf, dass zur heutigen Zeit noch immer solche Rückschritte per Gesetz verabschiedet werden

    Das Problem sind nun einmal die Menschen, die glauben, andere Menschen - Menschen, die ihnen nicht passen - kontrollieren zu müssen. Das ist letzten Endes das Problem. Diejenigen, die von "Abtreibung ist Mord" faseln, interessieren sich nicht für Babys und deren Überleben. Es geht ihnen nur um Kontrolle. Um Kontrolle von Frauen und all denjenigen, die nicht in ihr Weltbild passen. (Dass die Gesetze transexklusiv oft formuliert sind, ist kein Zufall. Denn ein transitionierter Mann ist für viele der Rechten eine Frau, die etwas tut, das sie nicht darf: Kontrolle über den eigenen Körper ausüben.) Na ja, und es hat auch mit Klassismus zu tun. Denn wer nicht auf die kostenlosen Services angewiesen ist, tut sich schwerer, die Schwangerschaft rechtzeitig festzustellen und dann rechtzeitig abzutreiben. Wer dagegen Geld hat, fliegt im Notfall mal eben in einen anderen Bundesstaat, um den Eingriff vornehmen zu lassen. In einzelnen Bundesstaaten sind ja sogar "late term abortions" nicht gänzlich verboten.


    Ähnlich sieht es ja auch in Europa aus. Wie viele Menschen sind zur Abtreibung von Irland in die UK oder nach Frankreich gefahren, wenn sie Geld hatten? Ebenso wird es aktuell mit Polen aussehen. Nur wer kein Geld hat, ist halt am Arsch.

  • Nur wer kein Geld hat, ist halt am Arsch.

    Was ich vor allem in individualistisch geprägten Kulturen nochmal mehr als bewusste Erniedrigung sehe. Letztendlich ist dann eine gesunde Entfaltung und persönliche Gestaltung des Lebens auch nur möglich, wenn man das nötige Kleingeld hat. Schließlich kosten auch Verhütungsmittel alles andere als wenig. Vor allem die, die weniger Nebenwirkungen haben.


    Ich muss da einfach an so "Abtreibungs-Geschichten" denken, die meiner Mutter mir erzählt hat, weil zu ihrer Zeit war eine Schwangerschaft außerhalb der Ehe nochmal etwas schlimmer als heute + abtreiben eine halbe Weltreise, die sich wenige leisten konnten. Bei all den "Methoden" kam es leider auch vor, dass manche danach einfach nie wieder schwanger werden konnten … Und wie viele Kinder am Ende mit irgendwelchen gesundheitlichen Schäden zur Welt kamen, davon muss man gar nicht wohl erst erzählen. Womit man wieder beim lieben Geld wäre. Auch in solchen Fällen sind es eben wieder die ökonomisch Schwachen, die ihren Kindern weniger bieten können. Es ist kaum zu glauben, wie bewusst sich Länder eigene Teufelskreise schmieden. Das ist auf einer solchen Ebene dumm, dass es eigentlich peinlich sein sollte, wenn es nicht so tragisch wäre.

  • zum Beispiel ruft die Schauspielerin Alyssa Milano zu einem Sex-Streik auf (ob diese Art des Protests Erfolg hat und / oder sinnig ist, ist ein anderes Thema)


    Ach das hab ich im ursprünglichen Post noch vergessen. Kann nicht sagen wie das aus der Perspektive eines Mannes klingt, aber ich halte die Idee eines Sexstreiks bei solchen Themen für unsinnig, ja geradezu kontraproduktiv. Dadurch bestätigt man die jeweiligen Politiker und Menschen, die eine solche Kontrolle des weiblichen Körpers befürworten, doch gerade in dieser Fantasievorstellung, dass Sex für die Frau nur als Verhandlungsgrundlage und als eine Art der "Währung" existiert, die sie dem Mann geben soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es der eigenen Botschaft helfen soll, sich derart selbst zu objektifizieren.

  • Ich glaube, vielen geht es tatsächlich nicht darum andere böswillig zu diskriminieren, sondern bilden sich ein, dass sie das Leben des Ungeborenen schützen müssen. Viele Diskussionen drehen sich um "aber das Ungeborene hat auch Rechte!" und einem philosophischen Ansatz, wo Leben mit allen verbundenen Rechten beginnt, weshalb man nicht sagen kann, dass jedes Gesetz, das dahingehend verabschiedet wird, in böser Absicht darauf ausgelegt ist andere zu diskriminieren und Menschen, die einem nicht passen, zu unterdrücken. Zumindest nicht von einem guten Teil jener, die Abtreibungen ablehnen.

    Dass es dennoch so geschieht, ist an der Gesetzeslage ersichtlich und die hinter den Gesetz Stehenden verstehen immer noch nicht, dass Frauen dennoch abtreiben werden, nur unter sehr viel gefährlicheren und nicht sterilen Bedingungen.


    Ansonsten: Es geht einfach um Schwangere und auch nicht um alle Schwangere, sondern explizit um jene mit dem Wunsch abzutreiben. Der Großteil Schwangerer sind nunmal Frauen.


    zum Beispiel ruft die Schauspielerin Alyssa Milano zu einem Sex-Streik auf (ob diese Art des Protests Erfolg hat und / oder sinnig ist, ist ein anderes Thema)


    Ach das hab ich im ursprünglichen Post noch vergessen. Kann nicht sagen wie das aus der Perspektive eines Mannes klingt, aber ich halte die Idee eines Sexstreiks bei solchen Themen für unsinnig, ja geradezu kontraproduktiv. Dadurch bestätigt man die jeweiligen Politiker und Menschen, die eine solche Kontrolle des weiblichen Körpers befürworten, doch gerade in dieser Fantasievorstellung, dass Sex für die Frau nur als Verhandlungsgrundlage und als eine Art der "Währung" existiert, die sie dem Mann geben soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es der eigenen Botschaft helfen soll, sich derart selbst zu objektifizieren.

    Dito. Zudem sehe ich keinen Grund darin, weshalb man in seinem ganz persönlichen Privatleben mit seinem Partner auf etwas verzichten sollte, das für einen zur Partnerschaft dazugehörte. Das macht den Sex zum Politikum und ich will für mich selbst entscheiden, dass mein Privatleben nicht politisiert wird.

  • Dito. Zudem sehe ich keinen Grund darin, weshalb man in seinem ganz persönlichen Privatleben mit seinem Partner auf etwas verzichten sollte, das für einen zur Partnerschaft dazugehörte.

    Vor allem, weil man davon ausgehen kann, dass in vielen Partnerschaften die Meinung zu dem Thema ähnlich ist. Und irgendwie denke ich, dass in den Partnerschaften, wo es nicht der Fall ist, ein solcher Streik eher negative Konsequenzen haben kann :( Aber wahrscheinlich ist das auch mehr zur Erregung von Aufmerksamkeit und die Handlung an sich nicht wirklich relevant. Wobei dann eben der von Claude angesprochene Punkt kommt, dass man sich durchaus objektifiziert.


    Ansonsten ja, es gibt Menschen, die glauben fest daran, dass sie ein Menschenleben töten und durch sowas entgegen wirken. Allerdings bezweifle ich, dass es der Mehrheit der Politiker so geht, weil ich diesbezüglich leider schon sehr viele Interviews gehört habe, wo es einfach nur so vor Sexismus und Mittelalter-Einstellungen trieft. Vor allem bemerkbar dann, wenn gegen objektive Argumente, wie eben "Wie wollen sie gegen das Problem, dass viele ohne ärztliche Aufsicht abtreiben, vorgehen?" irgendwelche komischen Witze kommen oder teilweise Bemerkungen wie "dann sind sie selber Schuld". Sprich, da will man sich mit dem Problem gar nicht beschäftigen, sondern einfach nur Anti-Abtreibungs-Gesetze durchdrücken. Alles andere ist egal. Ob es dann noch wirklich um die Erhaltung des Lebens geht?

  • Ob es dann noch wirklich um die Erhaltung des Lebens geht?

    Dann liegt das Problem, sofern es eben mehr um Sexismus und dergleichen geht, doch eher mehr um die Diskriminierung einer anderen Person als um das Schützen eines neuen Lebens. Gibt es hier jemanden der denkt, dass dieses Problem der Abtreibung eventuell nicht so stark vertreten wäre, wenn alle Geschlechter gleichberechtigt wären? Eben wie du erwähnt hast, ist ja eben die größte Hürde das stark veraltete Denken.

  • Dito. Zudem sehe ich keinen Grund darin, weshalb man in seinem ganz persönlichen Privatleben mit seinem Partner auf etwas verzichten sollte, das für einen zur Partnerschaft dazugehörte.

    Vor allem, weil man davon ausgehen kann, dass in vielen Partnerschaften die Meinung zu dem Thema ähnlich ist. Und irgendwie denke ich, dass in den Partnerschaften, wo es nicht der Fall ist, ein solcher Streik eher negative Konsequenzen haben kann :( Aber wahrscheinlich ist das auch mehr zur Erregung von Aufmerksamkeit und die Handlung an sich nicht wirklich relevant. Wobei dann eben der von Claude angesprochene Punkt kommt, dass man sich durchaus objektifiziert.

    ... und der Einzige, den man "bestraft" der eigene Partner ist, und man sich womöglich selbst. Ansonsten kann ich solche Ausrufe, die das Privatleben anderer beeinflussen sollen, allgemein nicht ausstehen.


    Ansonsten ja, es gibt Menschen, die glauben fest daran, dass sie ein Menschenleben töten und durch sowas entgegen wirken. Allerdings bezweifle ich, dass es der Mehrheit der Politiker so geht, weil ich diesbezüglich leider schon sehr viele Interviews gehört habe, wo es einfach nur so vor Sexismus und Mittelalter-Einstellungen trieft. Vor allem bemerkbar dann, wenn gegen objektive Argumente, wie eben "Wie wollen sie gegen das Problem, dass viele ohne ärztliche Aufsicht abtreiben, vorgehen?" irgendwelche komischen Witze kommen oder teilweise Bemerkungen wie "dann sind sie selber Schuld". Sprich, da will man sich mit dem Problem gar nicht beschäftigen, sondern einfach nur Anti-Abtreibungs-Gesetze durchdrücken. Alles andere ist egal. Ob es dann noch wirklich um die Erhaltung des Lebens geht?

    Manchen sicherlich und oft geht es um die Frage, wie weit die Rechte des Vaters gehen.


    An sich versteh ich schon, dass die Väter verzweifelt sind, die ihr Kind unbedingt großziehen wollen. Eingreifen und eine Frau zur Schwangerschaft zwingen, kann er nunmal dennoch nicht. Was manche ihrem (Ex)Partner zu Liebe tun, ist eben auch genau wieder das: Ihre eigene, private Entscheidung. Ich meine, auch das hat in sich nichts Politisches. Man kann auf einer menschlichen, emotionalen Ebene verstehen, dass manche Väter ihre Kinder vor der Abtreibung "retten" wollen, was eben manchmal mit der Gesetzeslage und den Rechten der Schwangeren nicht vereinbar ist, wenn sich diese nicht darauf einlässt.

  • Das Thema sah ich zufällig im Dashboard und ich konnte nicht Wegscrollen.


    Die Thematik ist wirklich hoch sensibel und so eine Entscheidung mal im Leben zu treffen, finde ich richtig, richtig hart. So viele Faktoren spielen dabei eine Rolle: Alter der Schwangeren, das Umfeld, gibt es von außen irgendeinen Druck, wie steht es mit dem seelischen Befinden der Frau, hat sie Ängste oder ist abzusehen, dass das Kind Schäden zurückbehalten wird und muss gegebenenfalls darum so eine Entscheidung getroffen werden. Dann ist nicht von der Hand zu weisen, wie es zur Schwangerschaft gekommen ist, war es ein „Ausrutscher“ oder gar eine Vergewaltigung und letztendlich – was sagt der Erzeuger dazu.


    Im Mittelpunkt steht die schwangere Frau. Sie allein trägt den Fötus im Leib und die Verantwortung über diese schwerwiegende Entscheidung, es sei denn, sie ist geistig behindert oder anderweitig mental nicht zugänglich (wie Koma), um so eine Entscheidung zu treffen. Je mehr die Schwangerschaft fortschreitet und das Kind wächst, desto mehr stellt sich auch der Körper der Frau darauf ein und überschüttet sie mit einem Hormoncocktail. Selbst in so einer Phase tauchen neben Freude auch unglaublich viele Ängste und Zweifel auf. Ein Kind ist schließlich kein Spielzeug, sondern eine lebenslange Bindung und das eigene Leben wird mit einer Geburt/Kindererziehung ordentlich durcheinander gebracht. Dem muss man sich bewusst ein, im besten Fall noch vor dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Klar gibt es nach einer „ungewollten“ Schwangerschaft die Möglichkeit zur Adoption aber im besten Fall erlebt die werdende Mutter noch eine Umkehrdenke und weiß, wie und wo sie sich Unterstützung holen kann, um das Kind zu behalten.


    Was ich nur schwer nachvollziehen kann, ist, wenn es häufig hintereinander zu Abtreibungen kommt ohne sich Gedanken um eine passende Verhütungsmethode zu machen. Es gibt allerlei Möglichkeiten, auch für den Mann, sodass es nicht zwingend dazu kommen muss, dass ein neues Leben genommen werden muss. Ich wäre im Grunde gegen solche willkührlichen Abtreibungen aber auch nur, weil ich in dem Thema voreingenommen bin, selbst Mutter sein möchte und ich bereits zwei Mal im Leben dieses Glück nicht haben durfte. Die Entscheidung zur Abtreibung stand für mich nie im Raum, es war die Natur, die sich dabei anders entschied. Viele Frauen sind schwanger, merken es aber nicht, weil ihr Körper „rechtzeitig“ die Auslese trifft und die befruchtete Eizelle unbemerkt ausgeschieden wird. Eine Ausschabung ab einem bestimmten Schwangerschaftsmonat kriegt der Körper sehr wohl mit und wenn die Frau nicht gänzlich abgebrüht ist, dann lässt das danach Wunden zurück, vor allem in der Seele. Mein OP-Arzt sagte mir damals, dass bereits sehr viele Frauen auf seinem Stuhl saßen und Ausschabungen sozusagen „in der Mittagspause" erledigt werden. Das zeigte mir, wie viele Frauen solch eine Entscheidung trafen, wie normal es anscheinend ist, aus welchen Beweggründen auch immer. Das stimmt mich schon etwas traurig. Was ich mir und Allen – egal ob gewollt oder nicht gewollt schwanger – wünsche, ist, eine seelische Betreuung davor und danach und nicht nur im vorgeschriebenen Zeitraum X. Ich merkte, dass ungenügend darauf geachtet wird und die Hilfe zur rechten Zeit einfach nicht da war. Das ist für mich in der heutigen Aufgeklärtheit (speziell jetzt Deutschland) ein absolutes NoGo und ich finde, daran sollte gearbeitet werden.

  • Ich persönlich finde, diese Entscheidung geht absolut niemanden etwas an, außer der schwangeren Person selbst - erst recht nicht den Staat. Moralisch gesehen geht es natürlich noch den Vater des Kindes etwas an, aber auch der darf niemals rechtliches Mitspracherecht bekommen.


    Natürlich kann man nur mit dem Kopf schütteln, wenn jemand Abtreibung als Verhütungsmethode nutzen sollte. Ich kenne keine Statistiken darüber, wie viele Schwangere mehrmals im Leben in kurzen Abständen Abtreibungen durchmachen, aber ich gehe davon aus, dass die Mehrheit es als reine Notlösung und nicht als Verhütungsmethode nutzt - vor allem dort, wo man die Kosten selbst tragen muss. Aber selbst in solchen "unmoralischen" Fällen geht es einfach keinen Außenstehenden etwas an.


    Dass sich Dritte da einmischen, finde ich beängstigend. Gerade solche Fälle wie jetzt in Alabama, wo nicht mal Vergewaltigung als Ausnahme zugelassen werden soll, sind einfach nur abartig.

  • An sich kann ich nur sagen, das Recht ob man abtreiben oder will (solange es im rechtlichen Rahmen bleibt) sollte der Person überlassen, die das Kind bekommt.

    Wie schon geschrieben wurde, gibt es so viele Punkte, die bei der Entscheidung eine Rolle und wofür man eine Person nicht verurteilen sollte.

  • Ich persönlich finde, diese Entscheidung geht absolut niemanden etwas an, außer der schwangeren Person selbst - erst recht nicht den Staat.

    Rein auf faktischer Ebene hat der Staat guten Grund sich einzumischen. Das Bundesverfassungsgericht stellte dazu 1993 fest, dass die Schutzpflicht des Lebens durch den Staat auch dem ungeborenen Leben gilt und dass dieses Recht nicht ohne triftigen Grund aufgehoben werden darf. Da das ungeborene Leben sich nicht selbst wehren kann, ist es also durchaus Aufgabe des Staates sich einzumischen.

    Man kann dem natürlich kritisch gegenüberstehen, dennoch sollte man sich auch mal vor Augen führen, dass die Straffreiheit für Abtreibungen ein Entgegenkommen des Staates darstellt. Aus Sicht des Staates berührt eine Abtreibung eben nicht nur den Körper der Frau, sondern auch den Körper des ungeborenen Kindes, dessen körperliche Unversehrtheit wesentlich stärker verletzt wird, als die der Frau.

  • Ich persönlich finde, diese Entscheidung geht absolut niemanden etwas an, außer der schwangeren Person selbst - erst recht nicht den Staat. Moralisch gesehen geht es natürlich noch den Vater des Kindes etwas an, aber auch der darf niemals rechtliches Mitspracherecht bekommen.

    Jein, es gibt schon gute Gründe, wieso es Regelungen, plus Ausnahmeregelungen, gibt.

    Sobald ein Baby lebensfähig wäre, selbst wenn nur mit Hilfe moderner Technologie, würde ich die Aufschreie durchaus sehr gut verstehen. Die Möglichkeiten, ab wann im 21. Jahrhundert ein Kind lebensfähig wäre, verschieben sich bloß auch immer mehr nach vorne.


    Natürlich ist es abartig, was in Alabama vor sich geht, aber die 3-Monats-Frist, und ihre Ausnahmen, hat durchaus ihre Existenzberechtigung. Aktuell kann ein Baby mit drei Monaten außerhalb des Körpers der Frau nicht überleben, mit fünf Monaten besteht jedoch bereits eine Chance.

  • dennoch sollte man sich auch mal vor Augen führen, dass die Straffreiheit für Abtreibungen ein Entgegenkommen des Staates darstellt

    Ok, aber das hört sich dann doch schon ziemlich oberlehrerhaft an. Als Entgegenkommen sehe ich das ganz und garnicht an, ansonsten hätten wir ja hier Zustände, wie sie momentan teilweise in den USA versucht werden durchzusetzen.

  • Oha, ich glaub, ich lass mich sterilisieren...


    Wenn es nicht mal mehr meine eigene Entscheidung sein darf, ob ich das Kind abtreiben darf oder nicht, muss man ja schon Angst davor haben, überhaupt noch Sex zu haben, denn "Risiken" gibt es immer. Klar, manche Leute sind auch einfach zu blöd zum Verhüten oder machen es nicht, weil sie denken, "es passiert schon nichts", aber ich denke, es wäre jetzt zu weit gedacht, sie deswegen mit der Ablehnung eines Schwangerschaftsabbruchs zu bestrafen.

    Ich frage mich sowieso immer, was andere Leute dazu befähigt, darüber zu entscheiden, was jemand mit seinem Körper macht. Oder um es anders auszudrücken: Schon zu bestimmen, ab wann ein Wesen nun tatsächlich "lebt" und wann nicht. Sicher muss es dafür irgendwo eine Linie geben, aber doch nicht, um zu bestimmen, wann eine Frau ihr noch ungeborenes Kind, aus welchen Gründen auch immer, abtreiben will. Ich glaube ohnehin nicht, dass ein Schwangerschaftsabbruch daraus hervorgeht, dass die Frau einfach keine Lust hatte, die Pille zu nehmen etc. Eher ist es doch so, dass sich viele schlicht und ergreifend dafür entscheiden, weil sie nicht wissen, wie sie eine solche Aufgabe meistern sollen. Vor allem, wenn sie gerade wirklich in einer Phase ihres Lebens stecken, wo für ein Kind einfach kein Platz ist. Und dieses nur in die Welt zu setzen, weil sie keine andere Wahl haben, wird für viele wohl sehr, sehr schwer zu schaffen sein, wenn sie dem Kind in dieser Zeit nicht das geben können, was es eigentlich bräuchte. Unabhängig davon, ob sie jemals Kinder wollten oder nicht (und ich stelle es mir für Frauen, die nicht mal Kinder wollten, NOCH schlimmer vor).


    Ich habe so oder so Mitleid mit denen, die Opfer einer Gewalttat geworden sind und vielleicht für den Rest ihres Lebens mit einem Kind leben müssen, das nicht einmal gewollt war. (Jetzt mal davon abgesehen, dass diese Person das Kind behalten wollte. Es wird sie IMMER daran erinnern, wo es eigentlich herkam.) Aber sie damit jetzt quasi noch dazu zwingen bzw. abzustrafen, ist einfach nur zum Kotzen.


    Ich kann nur immer wieder den Kopf schütteln, wenn solche Gesetze hervorgebracht werden. Kein Mensch auf dieser Welt besitzt das Recht, über das Leben eines anderen oder was er damit macht, zu bestimmen. Was geht nur in den Köpfen der Leute vor, die so einen Scheiß hervorbringen?

  • Ich persönlich finde, diese Entscheidung geht absolut niemanden etwas an, außer der schwangeren Person selbst - erst recht nicht den Staat. Moralisch gesehen geht es natürlich noch den Vater des Kindes etwas an, aber auch der darf niemals rechtliches Mitspracherecht bekommen.

    Jein, es gibt schon gute Gründe, wieso es Regelungen, plus Ausnahmeregelungen, gibt.

    Sobald ein Baby lebensfähig wäre, selbst wenn nur mit Hilfe moderner Technologie, würde ich die Aufschreie durchaus sehr gut verstehen. Die Möglichkeiten, ab wann im 21. Jahrhundert ein Kind lebensfähig wäre, verschieben sich bloß auch immer mehr nach vorne.


    Natürlich ist es abartig, was in Alabama vor sich geht, aber die 3-Monats-Frist, und ihre Ausnahmen, hat durchaus ihre Existenzberechtigung. Aktuell kann ein Baby mit drei Monaten außerhalb des Körpers der Frau nicht überleben, mit fünf Monaten besteht jedoch bereits eine Chance.

    Hätte klarstellen sollen, dass ich mich auf die derzeitigen Zeitbeschränkungen beziehe, die sowieso schon gelten.

    Dass irgendein (logischer) Zeitpunkt festgelegt werden muss, ist ja klar, auch aus gesundheitlichen Gründen.