[Rohfassung] Weltenbau

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  • Hier einmal mein bisheriger Entwurf für das Weltenbau Topic. Achtung: Sehr lang. Aber es ist ein umfassendes Thema.


    Sagt mir mal, was ihr dazu meint!


    Bilder sollen übrigens noch ergänzt werden. Vorschläge nehme ich gerne!


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    Einleitung
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    In diesem Thread wollen wir uns dem Thema „Weltenbau“ widmen. In diesem Zusammenhang möchte ich direkt mit einem Disclaimer anfangen: In diesem Thread soll es darum gehen, gutes, logisches Worldbuilding zu betreiben. Nicht darum, wie man dieses dann idealer Weise in die Geschichte einbringt. Mein Tipp dahingehend bleibt immer derselbe: Worldbuilding sollte immer im Hintergrund einer Geschichte bleiben, aber es sollte vorhanden sein, da die Welt dadurch glaubwürdiger und lebhafter wirkt, als anders.


    Ein weiterer Disclaimer: Realistisches Worldbuilding ist nicht immer automatisch gutes Worldbuilding und garantiert keine gute oder erfolgreiche Geschichte. Denn unter uns gesagt: Viele bekannte Fantasy-Geschichten haben kein glaubwürdiges Worldbuilding, selbst wenn es furchtbar detailliert ist.


    Und um dieses Thema als Einstieg zu benutzen: Das liegt meistens daran, dass viele fantastische Welten kulturelle Einflüsse ignorieren und außerdem oftmals in einem sehr permanenten Zustand mit wenig Veränderung existieren. Es gibt oftmals wenig technologische oder kulturelle Weiterentwicklung, genau so, wie es oftmals kulturelle Unterschiede nur am Rande der verschiedenen fantastischen Rassen existieren.


    Auch begehen viele (aus der realistischen Betrachtung geseheh) den Fehler, diesen „Status Quo“ von einer Gesellschaft unserer Welt abzuleiten, ohne dabei zu bedenken, was dazu geführt hat, wie die Gesellschaft zu dem etwaigen Zeitpunkt genau war und wie sie sich zu diesem Zeitpunkt hin entwickelt hat.


    Es sei außerdem einleitend dazu gesagt, dass Weltenbau am Ende vor allem „Kulturenbau“ ist. Letzten Endes ist dabei die Welt selbst der Backdrop für die Kultur, in der sich die Geschichte abspielt – aber es ist normaler Weise die Kultur von der alle Sprechen, wenn es um das Thema „Weltenbau“ geht, da die Kultur alles von Kleidung und Baustil, hin zu Sprachen und Religion umfasst.


    Daher fange ich hier bei der Anleitung bei der breitetesten möglichen Betrachtung an und arbeite mich dann in die Detailansicht vor. ;)
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    Der Planet, der die Welt ist, und seine Lage im Sonnensystem
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    Bevor wir uns den einzelnen Aspekten widmen, sollten wir uns erst einmal klar werden, von was für einem Planeten wir reden, auf dem wiederum irgendwo die Gegend liegt, in der die Geschichte spielt.


    Die einfachste Annahme dabei ist, dass der Planet eine ähnliche Größe, einen ähnlichen Abstand zu seiner Sonne und eine ähnliche Rotationsgeschwindigkeit wie unsere Erde hat. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man sich Gedanken über die Auswirkungen auf Tag und Nacht, Jahreszeiten und Klimazonen machen.


    Dabei sollte man nicht vergessen, was für eine Auswirkung verschiedene Aspekte hätten. Beispielsweise: Wie soll es in diesem Sonnensystem möglich sein, dass es zwei Sonnen gibt? (Mit Blick auf das Star Wars Franchise mit den Zwillingssonnen.) Wie wirken sich mehrere Monde auf die Gezeiten der Meere aus?


    Der nächste Aspekt in der Hinsicht ist, die Geographie. Hier sollte man vor allem vor dem größten, häufigsten Fehler warnen: Vermeidet Planeten mit einer Klimazone! Es ist schwer zu erklären, wie sich da überhaupt komplexes Leben entwickelt haben, da praktisch gesehen als „Ein-Klimazonen“ nur Wüstenformen möglich sind.


    Was auch ein klassischer Fehler ist, ist der Aufbau von Kontinenten und die Auswirkungen davon einen großen Kontinent statt mehrere nicht ganz so riesige Kontinente zu haben. Auch auf den Kontinenten gibt ein paar Probleme, die oft nicht bedacht werden. Das größte sind Gebirge, die oftmals wie eine Linie durch den Wand gezogen sind und meistens als Ausrede gelten, warum die Leute keine Ahnung haben, was jenseits liegt, da es niemand je zurückgeschafft hat. Dadurch, wie Gebirge entstehen (Erdplattenverschiebung), ist es relativ unwahrscheinlich, dass es gleichmäßige Gebirge in gerader Linie gibt.


    Bezüglich Geographie wird auch das Meer oft unterschätzt. Die meisten fantastischen Welten haben zu wenig Meer, zu wenig Wasserflächen, was sich logischer Weise ebenfalls auf das Klima auswirken würde.


    Apropos Klima: Man sollte sich gerade bzgl. Geographie auch darüber informieren, wie sich das auf das Klima auswirken sollte und was überhaupt reale Klimatreiber sind. Dabei rede ich vor allem davon, wie sich Meeresströmungen und Jetstreams auf das Klima auswirken. Ebenfalls, wie sich weite, flache Kontinentalflächen im Vergleich zu Gebirgen und Küstenlage auf das Klima auswirken.


    Es ist in diesem Zusammenhang, als letzter Kommentar zur Geographie übrigens ebenfalls ganz sinnvoll zu wissen, was es für Bodenschätze gibt und wo diese genau zu finden sind. Darauf komme ich später zurück.
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    Von Flora zur Fauna zur Evolution
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    Haben wir eine Vorstellung davon, wie die Welt bezüglich Klima und Geographie aussieht, können wir uns damit beschäftigen, was die Welt nun eigentlich besiedelt und was dort alles lebt.


    Hier stellt sich natürlich die erste, wirklich zentrale Frage im fantastischen Weltenbau: Hat sich das Leben dort evolutionär entwickelt oder gibt es tatsächlich Götter, die irgendwann Menschen, Elfen oder sonst was in diese Welt gesetzt haben. Denn beides kommt mit seinen eigenen Fragen, derer man sich bewusst werden sollte.


    Haben sich die Spezies evolutionär entwickelt, muss man mehr oder weniger davon ausgehen, dass die evolutionäre Ahnenlinie, wenn es Menschen oder menschenähnliche Wesen (wie Elfen oder Zwerge) sind, ähnlich aussieht, wie bei realen Menschen. Sprich: Es sollte auch andere Säugetiere und weiter entwickelte Affenarten geben. Auch liegt die Annahme nahe, dass etwaige humanoide Rassen gemeinsame Vorfahren haben – eventuell wäre es daher sinnvoll sich Gedanken zu machen, was die Unterschied zwischen etwaigen Rassen bedingt hat. Bevor das jemand falsch versteht: Man muss sich diesbezüglich nicht zwangsweise zu genaue Gedanken machen (wir wissen dahingehend ja auch noch nicht alles über die Entwicklung der Menschheit), doch es ist sinnvoll zumindest eine grobe Übersicht zu haben.


    Haben Götter die Spezies in die Welt gesetzt, sollte man sich gesamt Gedanken über den Einfluss der Götter machen. Was können sie machen? Wo können sie eingreifen? Warum tun sie das oder eben auch nicht? Was ist überhaupt die Grenze der Fähigkeiten der Götter? Was war das Ziel dahinter, die Rassen zu erschaffen? Wie hat das die Welt beeinflusst? Sind alle Tiere und Pflanzen ebenfalls erschaffen worden?


    Unabhängig von der „Woher kommen die intelligenten Rassen“ Frage, ist es definitiv sinnvoll sich Gedanken über die Pflanzen und Tiere in der Welt zu machen. Grundlegend: Was essen die Leute? Was isst die Leute? Inwieweit wurden Pflanzen kultiviert und Tiere domestiziert? Wie ist der Zugang zu Gewässern mit Essbaren Fischen? Werden Milchprodukte konsumiert? Mit welcher Milch?


    Dahingehend gibt es auch noch die Frage, inwieweit Pflanzen oder Tiere als Quelle für Kleidung gelten. Werden bestimmte Tiere für ihr Fell gehalten? Oder Pflanzen für die Fasern?


    Wenn man eine Übersicht darüber hat, kann man zum nächsten Punkt übergehen.
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    Eine Kultur, die sich entwickelt
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    Tiere und Pflanzen und vor allem die Frage, ob diese domestiziert/kultiviert sind, wird sich automatisch auf die Art, wie die Leute leben, auswirken. Ohne Domestizierung/Kultivierung ist es nicht sinnvoll, an festen Orten in großen Gruppen zu leben, weil dann irgendwann die Vorräte ausgehen werden. Ausnahme natürlich, wenn es irgendeine Form von Magie/göttlichen Eingriff gibt, um dafür zu Sorgen, dass die Leute immer genug zu essen haben.


    Und als generelle Regel gilt: Kultur und Technik entwickelt sich schneller weiter, wenn es einen Nahrungsüberschuss gibt. Sei es, weil Landwirtschaft betrieben wird oder weil magisch die Lebensmittelversorgung sichergestellt ist. Weil in dem Moment haben mehr Leute Zeit, sich mit philosophischen Fragen zu beschäftigen, technische Ideen weiterzuentwickeln oder einfach nur Kunst in jedweder Form zur puren Unterhaltung oder Selbstverwirklichung zu schaffen.


    Dazu sei natürlich gesagt, dass selbst ohne ein paar Sachen kulturell da sein werden. Von allem was wir wissen, haben Menschen praktisch schon immer in irgendeiner Form Musik und Kunst geschaffen und Geschichten erzählt, die irgendeine Rolle übernahmen. Sei es religiös zur Erklärung von Phänomenen, sei es um darin Wissen aufzubewahren (über Gefahren oder darüber, was essbar ist etc.).


    Einen Tipp, den ich im Bereich kulturelle Entwicklung/Religion geben kann, da es ein Fehler ist, der im Westen gerne gemacht wird: Nein, es ist recht sicher nicht der „Lauf der Dinge“, dass sich polytheistische Kulturen zu monotheistischen Kulturen entwickeln (es ist eher die Ausnahme). Nein, nicht jede ältere Kultur ist automatisch chauvinistisch und homophob. Und ja, es gibt relativ sicher mehr kulturellen Austausch in einer Welt, als ihr es glaubt.


    Letzteres bringe ich vor allem ein, da viele immer diese Annahme haben, dass die meiste Zeit in Europa niemand von der Welt jenseits Europas wusste, nur weiße Europäer in Europa lebten und dergleichen, weshalb sie schnell in die Falle fallen, dass ihre kontinentale Kultur absolut keinen Tau hat, was jenseits der begrenzenden Gebirge geschieht. Das ist relativ unrealistisch. Es wird immer ein wenig kulturelle Durchmischung geben. Einzig ein großer Ozean wie Atlantik oder Pazifik oder sehr große Wüsten sind ein relativ guter Schutz.


    Seit euch bei der Entwicklung von Kulturen auch dessen bewusst, dass diese von Klima und üblichen Wetterlagen beeinflusst werden und auch davon, was vorrangig gegessen wird. Zum einen, da man sich daran anpasst, zum anderen wird es oftmals auch die Religion beeinflussen. Ist Seefahrt wichtig, sind Seegötter wichtiger.


    Behaltet auch den kulturellen Austausch im Kopf und wie Kulturen über die Zeit verschmelzen. Großbritannien wäre nicht Großbritannien wäre es nicht für all die Kulturen (von Kelten, Angel-Sachsen und Römern), die sich zwischendurch auf den Inseln angesiedelt haben. Ohne diese Dinge wäre die Sprache anders, wäre die Architektur anders, wäre das Verhältnis der Briten zu ihrer Insel anders.


    Auf Religionen will ich gar nicht zu sehr eingehen, weil es ein extrem komplexes Thema ist. Aber generell gebe ich den Tipp, euch ein wenig mit der Ausbreitung und Vermischung von Religionen zu beschäftigen und ebenfalls damit, wie Religionen von den Gegenden, in denen sie entstanden sind, beeinflusst wurden. Religionen entstehen nicht einfach, sie entwickeln sich und können sehr unterschiedlich sein. Nicht jede Religion ist wie Christentum oder eine der älteren europäischen Religionen (Nordisch/Römisch/Griechisch).
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    Gesellschaft kommt immer mit Hierarchie und Hierarchie kommt mit Politik
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    An dieser Stelle geht es fließend von Religion in ein anderes Thema hinüber: Wie sieht die gesellschaftliche Hierarchie aus: Generell: Eher flach oder eher Pyramidenförmig. Werden Entscheidungen von allen Leuten einer Gruppe (Dorf? Land?) getroffen oder von ein paar wenigen? Sind diese Leute gewählt/Vertreter von anderen oder haben diese den Einfluss als Geburtsrecht? Wie wird das vererbt?


    Sprich: Wie sind Sachen rechtlich organisiert? Gibt es einen Bürgermeister? Gibt es einen König oder eine Demokratie? Gibt es Stammesführer? Wie bekommt man diese Rollen? Werden sie vererbt? An wen? Oder können diese Rollen bspw. erkämpft werden? Gibt es bestimmte Ausschlusskriterien, wer welche Rolle innehaben kann?


    Beispielsweise könnte eine Rolle nur von magisch begabten Leuten besetzt sein. Eine andere könnte Elfen nicht zustehen. Eine andere kann nicht von Rothaarigen Besetzt werden.


    Aber auch interessant: Wie werden die etwaigen Einflüsse begründet? Demokratie und ähnliches ist oft durch eine Verfassung begründet, während Königshäuser auch religiöse oder mythische Begründung haben können. Jedenfalls in menschlicher Historie. Wenn tatsächlich Götter mitspielen, kann es natürlich auch prompt sein, dass diese Kurzerhand die Anführer auswählen. Man sollte halt nur wissen, wie es geschieht.


    In dem Zusammenhang ist auch der Einfluss von einer etwaigen Religion oder von Magiern sehr interessant. Wie viel Einfluss haben Priester oder Kirchen? Sollte es Magie geben und sollten nicht alle diese Magie beherrschen: Welche Rolle spielen Magier? Wird in der Hinsicht Magie als etwas gott-, bzw. göttergegebenes angesehen?


    Dann wäre da auch noch die Frage nach dem Adel. Gibt es Adel? Und wie ist dessen Anspruch begründet?


    Auf der anderen Seite der Hierarchie: Wer steht unten? Wie kommen die Ärmsten in der Gesellschaft zurecht und wie kommen sie überhaupt in diese Situation? Gibt es so etwas wie Sklaven oder Leibeigene und wenn ja: Wie geht man mit diesen um? Wie steht die Gesellschaft dazu?
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    Xy'lathǭr ist keine Sprache
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    Kommen wir zu einem weiteren Grundbaustein einer jeden Gesellschaft und etwas, worüber sich in gefühlt 90% aller Fantasy- und SciFi Bücher keine oder nicht ausreichend Gedanken gemacht wurde, obwohl es ein Lieblingsthema vieler Fantasy-Autoren und Hobby-Weltenbauer ist: Die Sprache einer Kultur.


    Hier einmal eine Liste der häufigsten Fehler:
    1. Eine gemeinsame Sprache für diverse Kulturen ohne Imterperialismus
    2. YXTHLS oder auch: Hauptsache exotisch!
    3. Buchstabenschrift des lateinischen Alphabets
    4. Wörter, die es nicht geben sollte


    Um die Aspekte durchzugehen: Verschiedene Kulturen werden verschiedene Sprachen haben. Ja, es wird meistens, wenn es irgendeinen kulturellen Austausch gibt, Leute geben, die andere Sprachen sprechen. Vor allem wenn Handel betrieben wird. Ja, Sprachen, die zu räumlich nahen Kulturen gehören, werden wahrscheinlich gemeinsame Wurzeln haben (man schaue sich einfach den polynesischen Sprachstamm an). An dieser Stelle ist übrigens die Bevölkerungsentwicklung der Welt interessant.


    Ausnahmen kann ich mir zwei verstellen: Einmal war die ganze Welt von einer Kultur (imperialen solchen) beherrscht, die allen anderen ihre Sprache aufgezwungen hat, seither aber in den analen der Geschichte verschwunden ist. Oder die Sprache ist wortwörtlich gottgegeben.


    Zweiter häufiger Fehler: Die Sprache soll vor allem exotisch wirken, hat aber keine Konsistenz in der Klangfarbe. Klassiker hierfür sind Sprachen, wie mit vielen THs, Xs, Ys und gêsóndèrtën Zęïç'ħěn einherkommen. Sieht cool aus, kann aber keine Sau aussprechen und ist oftmals viel zu lang und inkonsistent, um wie eine Sprache zu wirken.


    Nächster Klassiker: Die Sprache hat Buchstaben, die von ein, zwei Ausnahmen abgesehen einfach Umwandlungen des lateinischen Alphabets sind. Ja, das lateinische Alphabet ist eine tolle Sache, weil es fast jede Sprache wiedergeben kann, aber werden bestimmte Laute in einer Sprache nicht genutzt, werden diese auch kein Zeichen haben. Allgemein: Lautschriften sind nicht zwangsweise die Regel. Es gibt Schriftsysteme, die sich nicht in Laute übersetzen lassen. Es gibt Schriftsysteme, die Silben, statt Buchstaben wiedergeben, oder gar komplexere Laute. Schaut nur nach China und Japan. Und nicht jede Sprache hat ein Schriftsystem. Kurzum: Wenn ihr eure Schrift entwickelt, indem ihr euch hinsetzt und anfängt: „Ein A sieht in dieser Sprache so aus, ein B so, ein C so etc.“, dann macht ihr bereits einen konzeptionellen Fehler. Es ist relativ unglaubwürdig, dass eure Welt ein eigenes System, aber komplett auf denselben Lauten aufbauend entwickelt. (Vor allem wenn die häufigsten Laute Xy und The sind …)


    Und dann haben wir noch Wörter (und übrigens auch Namen), die es so nicht geben sollte. Gibt es keine Ehe, gibt es auch kein Wort dafür. Kennt man keine Politiker, sondern nur Könige, gibt es das Wort nicht. Kennt man keine Schwerter, hat man auch dafür kein Wort. Hat man noch nie Schnee gesehen … Ihr versteht, was ich meine. Oder?


    Das ganze kommt dann auch in den Namen zu tragen. Mein absoluter Liebling: Fantasie-Welt, die aber irgendwie englisch sein soll, weshalb typisch englische Namen verwendet werden. Christian, John, David etc. Kurzum: Namen, deren Häufigkeit dem Christentum zu verdanken ist. Ohne dass es das Christentum gibt oder eine alternative Erklärung dafür, woher diese Namen kommen. Kurzum: Namen müssen klanglich zur Sprache passen, aus der sie kommen. Und wenn Namen verschiedene Klänge haben, werden auch die Sprachen ihrer Kulturen unterschiedlich sein.


    Übrigens habe ich noch einen guten Tipp bezüglich Sprachen, bzw. sogar drei Tipps:
    1. Informiert euch über reale Sprachfamilien in der Philologie.
    2. Informiert euch über Gemeinsamkeiten von Sprachen, die in ähnlichem Klima und ähnlicher Geographie entstanden sind.
    3. Wenn ihr keine Lust habt, euch in Philologie einzulesen, gibt es dieses wundervolle Tool: Link.

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    Von Bienchen, Blümchen und Familienbildung
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    Dann kommen wir zu dem Aspekt der Gesellschaft, der eng mit der zuvor genannten Gesellschaftsstruktur einher geht: Familie, Liebe und das Verhältnis zur Sexualität.


    Der wichtigste Tipp, den ich dahingehend geben kann: Geht nicht davon aus, das unser heutiges System immer der Standard sein muss. Oft genug war es das nicht. Sei es aus kulturellen Gründen oder weil es Umstände nötig gemacht haben.


    Beispielsweise sind Harems oder haremähnliche Strukturen oftmals aus Gesellschaften einher gegangen, in denen aus einem oder anderen Grund wenig Lebende Mitglieder eines Geschlechtes gab. Klassischer Grund dafür, wären Kriege, wenn sich an diesen nur oder vorrangig Männer beteiligen, aber es könnten natürlich auch andere Gründe sein. Krankheiten, die nur ein Geschlecht betreffen oder Drachen, die sämtliche Mädchen entführt haben (wobei in diesem Fall die Gesellschaft was die Nachkommen angeht, eh ein Problem hat).


    Was auch ein klassisches System ist, ist der „Stamm“ oder das „Dorf“ als Familie. Sprich: Es gibt keine Ehen oder eheähnliche Strukturen oder wenn diese nur, um etwaige Erbschaftsfragen für Titel zu regeln, während Kinder halt entstehen und von der gesamten Dorfgemeinschaft großgezogen werden.


    Sollte es so etwas wie Ehe geben, ist die nächste Frage, ob Liebe als Teil von dieser gesehen wird und ob dieser Teil als „Muss“ gesehen wird oder nur als eine Möglichkeit. Gibt es das Konzept „Liebe“ so überhaupt, gibt es mehrere Formen der Liebe (man erinnere sich nur an „Agape“, „Eros“ usw.)? Welche sieht man mit der Ehe verbunden? Hier sei zum Beispiel auch die ganze Sache mit dem Konzept „ritterlicher Liebe“ genannt. (Aka: Es ist nicht zwangsweise etwas schlechtes, wenn dein oberster Ritter deine Frau verführt! Das bestätigt dich nur darin, wie toll deine Frau ist!)


    Ebenso sei hier auch Sexualität genannt. Was für Sexualitäten gibt es? Wie verteilt sind diese? Wie akzeptiert sind sie in der Gesellschaft? Was ist mit Geschlechtern? Geht die Gesellschaft von (demselben veralteten) einem Binärsystem aus oder gibt es drei oder mehr Geschlechter? Sieht man das System Geschlecht überhaupt als valide an? Gibt es klassische Geschlechterrollen und wie sehen diese aus?


    Versucht dabei auch im Kopf zu behalten, inwieweit diese Aspekte oftmals von Religion und Entwicklung einer Kultur zusammenhängen. Ein häufiger Fehler in Fantasy ist, dass prinzipiell davon ausgegangen wird, dass monogame Heteronormativität ein natürlicher Zustand der menschlichen Rasse ist, was nicht der Fall ist: Sowohl Monogamie, als auch Heteronormativität sind kulturell begründet. Die Kultur, in deren Kontext eure Welt steht, kann so sein, aber das ist nicht zwangsweise so.
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    Eine Kindheit in eurer Welt
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    Ein durchaus nicht unwichtiger Aspekt ist auch, welche Rolle Kinder und Jugendliche in der Welt spielen – vor allem, wenn eure Protagonisten ihrerseits noch nicht erwachsen sind. Das naheliegendste für viele ist natürlich zu sagen: „Ja, ist halt so, wie in unserer Welt. Kinder gehen zur Schule.“


    Achtet dabei aber darauf, dass es eben auch Sinn macht im Rahmen der Welt. Wie viele Kinder zur Schule gehen, wirkt sich darauf aus, wie viele Leute lesen können. Auch erlaubt es zumindest theoretisch eine etwas flachere Gesellschaftsstruktur mit mehr Aufstiegschancen. Die Fähigkeit lesen zu können, war immer ein wichtiger Faktor in der Gesellschaftsstruktur. Entsprechend ist die Frage: Gehen Kinder zur Schule? Wenn ja: Was lernen sie da? Mit welchem Zweck lernen sie das? Wie lange gehen Kinder zur Schule?


    Wie viele Kinder haben die meisten Leuten in der Welt und wie wird es angesehen, wenn jemand mehr oder weniger Kinder hat? Als was werden Kinder betrachtet? Sieht man Kinder als „unschuldig“ oder „unfertig“? Was für Verantwortungen müssen Kinder übernehmen? Erwartet man von ihnen, dass sie später einen Familienbetrieb übernehmen oder eher, dass sie später einen Beruf, der für sie gut geeignet ist, ausüben? Wie ist das Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern, bzw. Jugendlichen? Wer kümmert sich um die Kinder? Was passiert mit verwaisten Kindern?


    Aber auch: Wie sind Kinder in den Konflikt eingebunden? Was bedeuten sie für den Konflikt? Erwartet man von ihnen zu kämpfen?


    Generell: Wie sieht eine übliche Kindheit aus und wir prägt das die Leute im späteren Leben?
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    Kleider machen Leute
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    Von der Sexualität kann man wunderbar zur Kleidung hinüberleiten. Warum? Weil entgegen gängiger Vorurteile auch das Schamgefühl des nackten Körpers und die Sexualisierung des Körpers nicht natürlich, sondern kulturell begründet sind.


    Im Verlauf der Menschheitsgeschichte gab und gibt es diverse Kulturen, die keine Probleme damit gesehen haben, nackt oder halbnackt herum zu laufen. Es ergibt oftmals einen gewissen Sinn, den Schritt zu schützen, da Infektionen hier bestenfalls unangenehm, schlimmstenfalls leicht tödlich verlaufen können, doch gerade die weibliche Oberweite war und ist in manchen Teilen der Welt bis heute nichts, was mit viel Scham assoziiert wird. (Persönlicher Tipp an dieser Stelle jedoch: Es ist absolut okay, wenn es in eurer Welt normal ist, wenn Frauen oben ohne rumlaufen. Fetischisiert es jedoch nicht, ja? Danke.)


    Auch ob es akzeptabel für Kinder ist, nackt herum zu laufen ist vorrangig kulturell begründet.


    Vom kulturellen Einfluss abgesehen, wird Kleidung natürlich auch durch Klima und Rohstoffe begründet: Ist es eher kalt, wird es wahrscheinlich normaler sein, voll bekleidet herumzulaufen und die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass Nacktheit eine eher rituelle Bedeutung bekommt (oder zu einem Zeichen der Stärke wird). Ist es eher warm, wird Nacktheit wahrscheinlich normaler sein. Vor allem, wenn das Wetter feucht-warm ist (da bei feucht-warmen Wetter Kleidung schnell zum Nachteil werden kann).


    Ebenso ist die Kleidung auch durch die Rohstoffe begründet, die dafür zur Verfügung stehen. Die mit grundlegendste Form menschlicher Kleidung sind (getrocknete) Blätter, die mit Pflanzenfasern aneinander gebunden werden, und Tierfälle, die grob miteinander verbunden werden. Der nächste Schritt wäre dann, die Blätter (oder andere pflanzliche Rohstoffe, wie Baumwolle oder Leinen) in ihre Fasern zu spalten und zu verweben, bzw. dasselbe mit dem Tierhaar zu machen. Die Eigenschaften der Fasern und der dafür verwendeten Methoden werden Qualität und auch Häufigkeit dieser Kleidung begründen.


    Dahingehend kann der Preis auch bestimmen, was für einen Stellenwert Kleidung bekommt. „Anstand“ von Kleidung kann auch damit zu tun haben, dass Kleidung ein Statussymbol ist und als Werkzeug im „Klassenkampf“ benutzt wird, indem man an bestimmten Dingen (Politik, Rituale etc.) nur teilhaben kann, wenn man sich auf bestimmte Art kleidet. Ist es schwer an diese Kleidung zu kommen, schränkt es natürlich ein, wer teilnehmen kann.


    Auch interessant in der Hinsicht sind Kleidungsfarben. Violett wurde für die längste Zeit als Farbe der Könige und des Adels angesehen, weil es bis vor nicht allzulanger Zeit nur eine Quelle für violette Farbe gab: Eine bestimmte Seeschneckenart, die nur in einem bestimmten Bereich des Mittelmeeres lebten. Deswegen war Violett selten und deswegen wertvoll. So kann es auch mit anderen Farben in eurer Welt aussehen.


    Prinzipiell: Sofern eure Welt nur grob so funktionieren soll, wie unsere, werden braun und grün die gängigsten und einfachsten Farben sein. Auch einfaches (nicht leuchtendes) Rot und Orange sind meistens nicht fern. Alles andere dagegen ist schwerer. Welche anderen Farben nun wie wertvoll sind, ist euch überlassen.


    Übrigens, noch ein anderer Punkt bezüglich Kleidung: Hosen. Hosen gab es menschheitsgeschichtlich zwar lange, aber die meiste Zeit waren sie eher untypisch. Sie sind verhältnismäßig schwer ordentlich und auf praktische Art und Weise herzustellen und sofern das Klima und die Umgebung oder eine bestimmte Arbeit sie nicht verlangen, wurde selten der Aufwand betrieben. Nein, auch nicht für Männer. Historisch gesehen wurden die meisten Kriege in Röcken, Lendenschürzen oder ähnlichem bestritten.


    Was zum nächsten Punkt führt …
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    Womit man sich umbringt und womit man sich schützt
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    Räumen wir direkt ein Vorurteil aus dem Weg: Plattenrüstungen sind historisch gesehen weit seltener, als du, geehrter Leser, es wahrscheinlich denkst. Warum? Weil Plattenrüstungen halt alles in allem unpraktisch sind. Sie sind schwer und für sich allein schützen sie weit weniger, als man denken sollte. Sie machen es außerdem schwer, sich zu bewegen. Kurzum: Unpraktisch. Einzelne Brustplatten gab es vielleicht, aber die klassische Ritterrüstung kann eher als ein Sport- und Ritualoutfit, als tatsächliche Kriegskleidung gesehen werden.


    Im Kampf steht am Ende vor allem eine Sache mehr im Vordergrund, als der Schaden einer Waffe und wie viel davon abgewendet werden kann: Wie wahrscheinlich es ist mit ihr zu treffen, bzw. wie wahrscheinlich es ist, dass man getroffen wird. Deswegen sind Rüstungen und Waffen immer eine Gewichtungsfrage von Beweglichkeit und Genauigkeit, gegen Schaden.


    Auch hier spielen natürlich wieder die Ressourcen eine Rolle. Grundlegendste Waffen sind Äste und Steine – alles andere entwickelt sich de facto von da. Die Entwicklung von Ast zu Schwert ist einfach nachvollziehbar. „Es tut weh, wenn ich mit einem Ast zuhaue. Aber ich könnte noch häufiger zuschlagen, wenn ich den Ast bearbeite (Keule). Noch mehr, wenn der Ast schwerer wäre (Metallbesetzte Keule). Noch mehr, wenn da Spitzen oder Schneiden dran wären (Schwert).“


    Aber dafür ist eben die Frage: Woraus macht man es. Nicht jede Kultur wird Zugriff auf ausreichend Metall haben, um Schwerter und Rüstung herzustellen. Man schaue sich nur an, was für andere Waffen, es in Bereichen, wo man nicht viel mit Metallschmelze gearbeitet hat, sei es, weil es keins oder nur sehr weiches Material verfügbar war oder weil andere Grundlagen dafür fehlten (man bedenke, dass auch die Brennmaterialien die Metallschmelze beeinflussen).


    Es sei auch angemerkt, dass diverse Kulturen nie Rüstungen entwickelt haben.


    Ansonsten sind die wohl historisch gesehen häufigsten Rüstungen einfache Lederrüstungen (eventuell auch aus gehärtetem Leder) und Gliedrüstungen (wie Kettenhemden). Und wenn Rüstungen getragen werden, dienen diese meistens vor allem dazu, den Torso zu schützen. Sprich: Schritt, Baum, Brust. Ja. Auch Bauch. Bikini-Rüstungen ergeben keinen Sinn, okay? Okay.


    Und natürlich spielen auch in anderen Bereichen Ressourcen mit herein.


    Ich könnte jetzt hier noch lange philosophieren, was genau die Erfindung von Fernkampf- und Feuerwaffen beeinflusst hat, aber das ist ein langes, umfassendes Thema, weshalb ich euch an dieser Stelle nur nahelegen kann, euch, sofern es für euch interessant ist, auf einschlägigen Seiten zu informieren.
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    Das Dach über dem Kopf
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    Noch so ein von Religion, Klima und Ressourcen geprägter Aspekt: Architektur.


    Faustregel: Die größten und detailliertesten Gebäude haben immer eine religiöse Bedeutung. Was danach kommt, hat politische Bedeutung (wobei sich beides oftmals überschneidet). Danach geht es nach Stand der Bewohner/Verwender des Gebäudes.


    Die ersten Gebäude, von denen wir wissen, wurden wahrscheinlich aus religiösen Gründen erbaut. Die jeweils größten Gebäude von fast jeder Kultur waren religiös und/oder sollten die Macht eines Herrschers ausdrücken. Jedenfalls für lange Zeit. Viele Gebäude waren groß, weil viele Kulturen im Himmel lebende Götter hatten und die Gebäude hoch sein sollten, um den Göttern nahe zu sein. Anders gesagt: Es ist fraglich, inwieweit man – bis Überbevölkerung zum Thema wird zumindest – nach oben bauen würde, wenn man keine im Himmel lebenden Götter hat. ;)


    Auch ist Architektur natürlich vom Verfügbaren Material und von der klimatechnischen Notwendigkeit beeinflusst. Viele Kulturen haben reine Holzhäuser, weil Holz in großen Mengen und nachwachsbar verfügbar ist, dabei aber in vielen Klimaverhältnissen ausreicht. Generell hat ein Steingebäude, anders als es die drei kleinen Schweinchen einen glauben lassen wollen, nicht nur Vorteile. Es ist aufwändiger und wenn es einmal einen Schaden gibt, ist dieser weit schwerer zu beheben, als bei anderen Baumaterialien.
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    Läufst du noch oder reitest du schon?
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    Ein Themenblock, der relativ nahe beeinanderliegt: Wie wird sich fortbewegt und erweitert: Wie werden Nachrichten übertragen. Denn beides ist unglaublich wichtig um zu verstehen, wie weit die Leute in der Welt von ihrer Herkunft aus kommen können.


    Natürlich, man kommt auf Dauer auch zu Fuß sehr weit, wenn man denn nur will. Und natürlich: Die Römer haben vorrangig zu Pferd und zu Fuß halb Europa erobert. Aber auch hier waren die Pferde und der damit mögliche, schnellere Informationsaustausch wichtig und haben gleichzeitig die Größe begrenzt.


    Denn eine Sache ist wichtig: Je größer ein Reich ist, desto schwerer ist es ohne moderne Transportmittel das Reich zu sichern. Ja, fraglos, man kann an allen Grenzen und in allen Städten Truppen positionieren, aber das braucht sehr, sehr viele Truppen – und diese werden weniger sein an den Grenzen, als ein eventuell gezielt angreifendes Heer. Wenn jetzt aber der Angriff überraschend kommt, man aber erst zu Fuß und zu Pferde die Truppen an die Angriffsstelle bringen muss – nun, sagen wir es so, das ist schon ein erheblicher Nachteil. Nicht zuletzt dadurch, dass die Truppen, wenn sie denn dann nach x Tagen ankommen, sehr erschöpft sein werden.


    Vor allem muss die Information des Angriffs ja auch erst einmal an eine zentrale Stelle kommen, die darauf reagieren muss und entsprechend an ausreichend viele Soldaten den Marschbefehl geben muss.


    Entsprechend ist die Fortbewegung ein wichtiger Aspekt, den man bedenken sollte, da er sich auf viele Aspekte im Land auswirkt – vor allem auf die Größe, aber auch darauf, wie viel lokal verwaltet werden muss.


    Seit euch dabei dessen bewusst, wie schnell man sich wie fortbewegen kann. Hier denke ich nicht zuletzt an Schiffsreisen. Viel zu oft schon habe ich Piratengeschichten gelesen, in denen mit einem 1700er Segelschiff die halbe Welt in einer Woche umsegelt wurde. Sofern ihr da keine magischen Hilfen habt: Nope.


    Das wirkt sich auch auf die gesamte Infrastruktur und andere Themen aus. Beispielsweise medizinische Versorgung und Überlebenschancen. Diese hängen oftmals davon ab, wie schnell jemand zu einer ordentlichen Krankenversorgung kommen kann ;)


    Und wie gesagt: Natürlich beeinflusst es vor allem militärische Strategien, da diese nicht zuletzt oftmals darauf aufbauen, wie man seine Truppen von A nach B bringen und dort einsetzen kann. Auch die Logistik der Ausrüstung spielt dabei eine Rolle.


    Ebenfalls interessant in dem Sinne ist auch Navigation, vor allem auf dem Meer oder sollte es irgendeine Form zu Fliegen geben, in der Luft. Denn ohne Navigation fährt man auf den Weltmeeren schnell im Kreis und verhungert und verdurstet irgendwann. Hier ist es auch interessant, zu sehen, wie verschiedene Kulturen in der Geschichte Navigation gemeistert haben – denn zumindest Wikinger und Polynesier sind ohne Kompass und dergleichen relativ weit gereist.


    Daraus folgend wäre auch die Frage, was gemacht wird, wenn ein neues Land entdeckt wird? Handel? Erforschung? Eroberung? Gab es Fälle, wie in unserer Geschichte, wo eine Kultur durch die Krankheiten einer anderen ausgelöscht wurde? Gab es Genozide irgendeiner Art? Wie wird mit anderen Kulturen umgegangen? Versucht man sie zu verstehen oder nennt man sie gleich „Wilde“?
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    Jeder braucht ein Hobby
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    Ein kleiner Punkt, den ich nicht groß ausarbeiten, aber zumindest ansprechen will, da er in 99,9% aller Fantasy-Werke übergangen wird: Was macht das normale Volk so in seiner Freizeit? Was ist Freizeitunterhaltung? Was sind Hobbys?


    Es wird definitiv irgendeine Art von „Unterhaltungsmedien“ geben. Das können wandernde Geschichtenerzähler sein oder Theatergruppen, Barden, Musikgruppen, wandelnde Magier, Gedichte, die rumgereicht werden oder ähnliches sein. Je nach Alphabetisierung der Gesellschaft können es auch Bücher oder vergleichbares sein.


    Genau so wird es auch irgendeine Art von Sport geben, sowohl „professionell“ (und sei es zur Unterhaltung vom Adel oder als religiöses Ritual), als auch vom einfachen Volk zur Unterhaltung. Hierbei ist es allerdings ganz interessant zu bedenken, wie sich Sportarten in unserer Welt entwickelt haben, bevor man einfach sagt „Jo, und hier haben wir die Fußball/Basketball-Mannschaft von magischem Reich XYZ“. Gibt es vielleicht eigene Sportarten? Immerhin: Selbst wenn Quidditsch nicht wirklich eine funktionierende Sportart ist – es ist eine eigene Sportart.


    In dem Sinne ist es übrigens auch noch interessant zu betrachten, wie viel das einfache Volk von Politik und dergleichen mitbekommt und wie es an diese Nachrichten kommt. Gibt es intergalaktische Nachrichtensender? Magische Netzwerke? Sind es doch wieder Barden? Woher bekommt das einfache Volk Informationen und wie wirkt sich das auf die Stimmung im Land aus?
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    Abra Kadabra – Gibt es Magie?
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    Auf den Aspekt der Magie-Entwicklung will ich gar nicht zu sehr eingehen, da wir noch ein eigenes Topic zum Thema Magie- und Kräftebau bekommen werden.


    Stattdessen möchte ich nur ein paar Gedankenanstöße geben, was Themen angeht, in denen Magie die anderen Aspekte einer Welt beeinflussen kann.


    Ein paar beispielhafte Fragen in Listenform:

    • Wenn es Heilmagie gibt, wie beeinflusst das den Umgang mit Krankheiten und Verletzungen? Sind die Leute unvorsichtiger? Wie beeinflusst es medizinische Forschung?

    • Wenn Magie leicht bestimmte Gegenstände/Dinge transportieren kann, wie beeinflusst das Transporttechniken? Wie beeinflusst es Architektur?

    • Welche Berufsgruppen können durch Magie ersetzt/reduziert werden?

    • Wie beeinflusst Magie den Wert von bestimmten Materialien? Sei es, weil diese durch Magie repliziert werden können, oder, weil sie für magische Rituale gebraucht werden?

    • Wie beeinflusst das Vorhandensein von Magiern die Struktur der Gesellschaft? Sind Magier verehrt oder gefürchtet? Wieso?

    • Gibt es Grenzen, die Menschen(/die dominante Rasse) entwicklungsgeschichtlich weit schneller haben überwinden können, da sie über Magie verfügten?

    • Wie beeinflusst Magie die Gewalt zwischen verschiedenen Kulturen?

    • Wie stehen sich Magie und Technik/Forschung allgemein gegenüber?

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    Auch unsere Welt braucht Weltenbau
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    Ein Subgenre der Fantasy, auf das ich noch einmal getrennt eingehen möchte, ist Low-Fantasy in jedem Bereich: Sowohl im Bereich „historical Fantasy“, als auch bei „Alternate History“ und „Urban Fantasy“/„Contemporary Fantasy“. Zum einen, weil „Urban Fantasy“ mein persönliches Lieblings-Subgenre der Fantasy ist, zum anderen aber auch, weil man immer wieder ein paar grobe Fehler sieht, die Geschichten, je länger man drüber nachdenkt, oft unzufriedenstellend erscheinen lassen.


    Die Fehler kommen vor allem aus zwei sehr verwandten Themen:
    1) Wie wird die Geschichte logischer Weise durch Magie verändert?
    2) Wie verändert sich die Gesellschaft dadurch?


    Die übliche Antwort ist sehr oft: „GAR NICHT!“. Warum? Weil Magie halt geheim ist und „Muggel“ halt dumm sind.


    Nein, wirklich. Ich kenne kaum eine Urban Fantasy Reihe, die zufriedenstellend erklärt, warum die „Muggel“, also nicht-magische Menschen, nichts von der Magie wissen, oder, wenn Magie allgemein bekannt ist, warum die Gesellschaft noch immer erstaunlich ähnlich ist, wenn es doch in unserer Welt massiv viel Magie gegeben haben soll, von der alle wussten. Wieso haben sich dennoch dieselben Städte und Länder und Religionen entwickelt? Darauf wird wenig oder gar nicht eingegangen. (Generell ist Religion ein Thema, dass Urban Fantasy meist gerne umschifft – und wenn man die Ausnahmen sieht, weiß man auch warum.)


    Ich habe dahingehend eine kleine Faustregel. Wenn ihr Fantasy in unserer Welt schreibt, so habt ihr drei Möglichkeiten: (1) Entweder ihr macht euch viele Gedanken über die Geheimhaltungskultur und erklärt nicht alles mit „Muggel sind halt dumm“ und „normale Menschen wollen gar nicht an Magie glauben“, oder habt unsere Welt, in der Magie allgemein bekannt ist. Dabei solltet ihr euch (2) entweder Gedanken über diese alternative Geschichte machen und wie sich Magie an welchen Stellen ausgewirkt hat (3) oder ihr nehmt die einfachste Variante des Settings: Magie ist auf einmal da oder tritt erst seit kurzem sehr häufig auf. Dafür wären Gründe natürlich auch sinnvoll. ;)


    Beispiele für das dritte wären unter anderem das Shadowrun-Lore, aber auch die Hallows Reihe, sowie die Kate Daniels Bücher (die ein sehr Shadowrun-esques Setting verwenden).


    Generell ist in meinen Augen ein großes Problem beim Weltenbau von Urban Fantasy oft, dass zu wenig auf die Intersektionalität zwischen magischer und nicht-magischer Welt eingegangen wird, da die Charaktere vom Moment des magischen Erwachens vorrangig in der magischen Welt agieren, so dass die Geschichte effektiv auch Portal Fantasy sein könnte.


    Bei Historical Fantasy oder Alternate History Fantasy ist dagegen oftmals das Problem, dass sich zu wenig Gedanken darüber gemacht werden, wieso in einer oft magischeren Geschichte, es am Ende dennoch zu den dann durch Magie beeinflussten Ereignissen kam. Um ein generisches Beispiel zu bringen: Hätte es in einer durch und durch magischen Welt überhaupt ein römisches Reich mit Cäsar gegeben?


    Zu diesen Aspekten komme ich dann auch im folgenden Abschnitt noch ein wenig.
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    Beispiele oder auch: Alaiya macht sich unbeliebt
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    Okay, gehen wir, bevor wir zu einigen Abschlussworten kommen, noch einmal auf ein paar Beispiele ein. Dabei möchte ich an dieser Stelle zuerst sagen: Ich gehe speziell auf Beispiele in der Hinsicht ein, was man da hätte besser machen können. Damit möchte ich aber auf keinen Fall sagen, dass die etwaigen Bücher/Filme/Serien schlecht sind (selbst wenn ich bei manchen davon die Meinung vertrete) oder dass das Worldbuilding der etwaigen Geschichte nicht genügt. Ich finde nur, dass man gerade so komplexe Themen wie Worldbuilding besser an den Defiziten anderer Werke aufzeigen kann, als an den Sachen, die sie gut gemacht haben. ;) Es ist meistens einfach konkreter, als „alles geil“.


    Ich bin mir auch dessen bewusst, dass die etwaigen Defizite bei einem Teil dieser Werke sogar beabsichtigt sind, um etwaige Thematiken zu untermauern oder weil man mit der etwaigen Fantastik gespielt hat. Also bitte: Hängt euch nicht daran auf, dass ich die etwaigen Werke kritisiere. Es sind nur Beispiele um manche Punkte hervorzuheben.


    Und ich habe vor allem bekannte Serien genutzt (mit einer Ausnahme), da es da für mehr Leute nachvollziehbarer sein sollte, worüber ich rede. Nur als Vorwarnung.

    Herr der Ringe

    Herr der Ringe ist eigentlich für sein Worldbuilding bekannt und für viele Fantasy-Autoren oftmals das, was angestrebt ist, was aber auch zu vielen der genannten Probleme (jedenfalls aus der Perspektive eine glaubwürdige Welt zu schreiben) führt: Es wird sich sehr auf Sprachen konzentriert (ohne den philologischen Hintergrund Tolkiens zu haben) und die Kulturen sind vor allem „Cultures of Hats“ (die Hobbits sind gemütlich, die Rohirim reiten, die Elfen sind in den Wäldern und die Zwerge in den Bergen und das ist es halt, was sie so machen). Die Welt ist eine eigene Welt, mit eigener kultureller Entwicklung und dennoch sind die Hobbits eine Karikatur britischen Landlebens, die sogar dasselbe Kalendersystem, wie die Briten nutzen und zumindest teilweise auch britische Namen haben, ohne, dass es vorher entsprechende Vorläuferkulturen (Gälen, Waliser, Römer, Angel-Sachsen) gab.


    Die Landkarten zeigen deutlich, dass Tolkien sich wenig Gedanken über Geologie gemacht hat (sehr unnatürlich gerade Bergketten), was sich eventuell damit, dass es eine tatsächlich erschaffene Welt ist, erklären lässt. Auch scheint es in den meisten Kulturen wenig außerhalb der Ausnahmesituation des Krieges zu geben. Jedenfalls von der eigentlich erzählten Geschichte her, wissen wir wenig über die Freizeitgestaltung von irgendeiner Nicht-Hobbit-Rasse, abseits vom großzügigen Alkoholkonsum.


    Und gerade der Konflikt wird sehr einseitig angegangen, die gegnerischen Parteien nie wirklich ausgebaut. Weder die Orks, noch die Wilderlinge haben wirklich eine Kultur.



    Avatar – The Last Airbender/Legend of Korra

    ATLA ist ein interessantes Beispiel, weil es wohl das bekannteste Beispiel für Worldbuilding mit einer nicht eurozentrischen Welt aus westlicher Feder ist. Gleichzeitig hat man hier aber viele Punkte, die dahingehend hätten besser ausgearbeitet werden können.


    Vor allem ist hier natürlich auffällig, dass die Welt mit nur vier Nationen und generell einer Größe, dass sie alles in allem trotz vieler Zwischenstopps offenbar leicht umrundbar ist, sehr klein erscheint, ohne dass es etwaige Auswirkungen gibt. Auch ist es eine Welt, die aufgrund der Geographie größtenteils sehr stark auf Seefahrt und Fischerei aufbauen sollte, da es verhältnismäßig viel Küste gibt, was man jedoch nicht sieht.


    Wie sich die Wasserstämme als eine Kultur entwickeln konnten, obwohl sie an gegenüberliegenden Enden der Welt sind, ist fraglich. Wenn sie sich von einem Ende zum anderen Ausgebreitet haben, ist es seltsam, dass sie ausgerechnet an den Polen geblieben sind. Das wird durch die Geisterportale in LoK zwar etwas, aber nicht zwangsläufig zufriedenstellend erklärt, zumal die elementare Aufteilung der Welt zwar thematisch cool, aber inhaltlich, vor allem wenn man die Geschichte des Bendings und die Seltenheit der Kräfte angeht, eher fraglich ist.


    Es scheinen alle (übliches Fantasy-Thema) dieselbe Sprache zu sprechen, die sich auch in 100 Jahren nicht verändert hat, während aber dennoch alle Kulturen ihre eigenen Namen, ja, scheinbar sogar leicht unterschiedliche Schriftsysteme haben, was daraus kommt, dass die Kulturen sehr stark an reale Kulturen angelehnt sind.


    Auch ist auffällig, dass die Luftnomaden effektiv Buddhisten in allem außer Namen sind, aber es gleichzeitig keine vorhergehende hinduistische Kultur gibt, selbst wenn viel der unterliegenden Philosophie (die Serie heißt immerhin „Avatar“) dem Hinduismus entspringt.



    Blight

    Vielleicht als Vorwarnung: Nein, ich stelle keine der anderen Serien/Filme hier auf eine Stufe mit Blight. Blight ist wirklich ein Beispiel, das wenig bietet, um seine Fehlleistungen zu überdecken, aber es ist so ein wunderbares Beispiel, dass ich es einfach nicht auslassen konnte. Entschuldigt mich dahingehend bitte.


    Blight ist so ein wunderbares Beispiel, wie man „alternate History“ nicht machen soll. Für diejenigen, die diesen Netflix-Original-Film nicht kennen: Unserere moderne Welt, aber mit Elfen, Orks, Trollen und anderen magischen Wesen. Und unsere Geschichte ist komplett identisch, abgesehen davon, dass es vor 2000 Jahren mal einen Krieg zwischen einem dunklen Lord und dem Rest der Welt gab. Es gibt laut Film offenbar noch immer Guantanamo, es gibt noch immer Probleme zwischem Mexiko und den USA, es gibt Mexiko und die USA und fiktionale Werke wie Shrek oder Herr der Ringe existieren noch, obwohl man davon ausgehen sollte, dass diese in dieser Welt nie entstanden wären – weil es eben keine „Fantasy“ wäre und damit seine ganze Grundlage verloren hätte.


    Und selbst wenn man all das ignoriert, ist das Worldbuilding in sich sehr holperig. Im Film nehmen Orks in etwa die Rolle von unterdrückten Afroamerikanern ein, was im Film darauf zurückgeführt wird, dass der böse Lord, der ein Elf war, vor allem Orkanhänger hatte. Dennoch wird den Elfen wenig an Vorurteilen entgegen gebracht und obwohl derjenige, der am Ende den dunklen Lord besiegt hat, ein Ork war, sind Orks seit 2000 Jahren unterdrückt und haben irgendwie – obwohl es nie Sklaverei gab – dieselbe Kultur entwickelt, wie Afroamerikaner in unserer Welt.


    Anders ausgedrückt: Schaut euch den Film einmal an, wenn ihr ein Beispiel sehen wollt, wie man es auf keinen Fall machen sollte.



    Harry Potter

    Harry Potter ist wahrscheinlich das bekannteste Beispiel, wenn es um ein paar diverse Aspekte des Worldbuildings geht.


    Das offensichtlichste Problem, das Harry Potter hat, sind die Muggel. Die sind halt dumm und bemerken nichts, wenn man sie nicht mit der Nase draufstößt. Was doch ein wenig unrealistisch ist, gerade wenn man die Erklärungen ansieht, die vor allem sämtliche Formen von Space Exploration ignorieren. (Die ganzen Muggelabwehrzauber werden kaum Satelitenaufnahmen abwehren können.) Bei allem, was in den Büchern so passiert, ist anzunehmen, dass es eher Geheimorganisationen wie CIA und MI6 gibt, die einfach beschlossen haben, dass sie ignorieren, was die Zauberer machen, weil es sich nicht lohnt, sich da einzumischen.


    Dann haben wir eine Schule, in der nicht Lesen, Rechnen, Schreiben unterrichtet wird, was die Frage offenlässt, woher das die magischen Schüler überhaupt können – vor allem eben dadurch, dass die Schule der Haupthandlungsort ist. Es fehlen auch andere Sachen, wie Erdkunde, weshalb anzunehmen ist, dass die meisten Zauberer nicht viel jenseits ihrer Insel kennen.


    Sie haben eine Regierung, deren genaue Regierungsform auch nie wirklich klar wird. Ist es eine Demokratie? Wer wählt? Warum ist die Stimmung überhaupt wichtig, da das einzige, was wir wissen, ist, dass der Minister auf Lebenszeit gewählt wird? Gerade spätere Ausflüge in die magische Politik zeigen hier einige Probleme auf.


    Auch ist die Gesellschaft, so wie wir sie sehen, kaum erhaltbar. Hogwarts ist offenbar die einzige Schule, die meisten britischen Zauberer gehen nach Hogwarts, aber je nach Zählung (es variiert stark) hat Hogwarts zwischen 300 und 1000 Schülern, weshalb die gesamte Zauberergesellschaft nicht größer als ein paar tausend sein kann. Von diesen arbeiten die meisten offenbar im Ministerium oder in Läden. Woher das Essen kommt, wird nie wirklich beantwortet. Auch andere essenzielle Aufgaben müssen logisch gesehen wohl von Hauselfen verrichtet werden, weil Zauberer dafür gibt es nicht. (Was man hieraus lernen kann: Unterschätzt nicht die Wichtigkeit des Aggrarsektors!)


    Und was international vorgeht, ist vor allem starke Stereotypisierung und abgeblich nur sechs andere Schulen.



    Star Wars/Star Trek

    Ja, ich nenne Star Wars und Star Trek als ein Beispiel, obwohl die Serien so unterschiedlich sind, da sie vor allem für eine Sache wunderbare Beispiele sind: Planets of Hats. Effektiv: Jeder Planet hat seine eine Sache und das ist das, dem alles auf dem Planeten unterworfen ist. Planeten sind immer als ganze Planeten Dschungel- oder Wüstenplaneten. Planeten sind ganze Städte. Planeten sind ganze Meere. Planeten haben nur eine nennenswerte Spezies auf sich leben, haben keinerlei Klimadiversität und haben auch keine kulturelle Diversität. Alle Leute auf einen Planeten sind ein Volk.


    Das ist natürlich, weil es in Weltall SciFi prinzipiell einfacher ist, sämtliche auf einer normalen Welt zwischen Ländern ausgetragene Konflikte auf die Ebene zwischen Planeten und Sonnensysteme zu legen. Aber wirklich glaubwürdig wird es dadurch halt nicht.



    Naruto

    Kommt, nehmen wir noch ein Animebeispiel mit dazu. Naruto, weil Naruto mir vor allem mit einer Sache in Erinnerung geblieben ist: Die „normalen Menschen“ und „moderne Technik“. Ganz am Anfang von Naruto wird eingeführt, dass die Ninja-Dörfer effektiv in Welt existieren, in der es auch normale Zivilisation gibt. Die meisten Menschen leben nicht in Ninja-Dörfern, haben keine Ahnung von den Ninja-Dörfern und haben eigentlich ein aus unserer Sicht als Zuschauer relativ normales Leben. Offenbar sind sie es meistens, die die Ninjas Anheuern, so dass die Ninjas eben eine Aufgabe in der Ökonomie der Welt erfüllen.


    Daher gibt es eben auch moderne Technik in der Welt von Naruto. Immerhin sehen wir modernes Krankenhausequipment und ähnliche technische Spielereien, selbst in den Dörfern, erfahren nur auch, dass außer für medizinische Zwecke es offenbar kaum gebraucht wird.


    Und danach wird der Punkt prompt vergessen. Weder die „normalen Menschen“ spielen jemals wieder eine große Rolle (außerhalb der „Nicht-Ninja“, die in den Dörfern leben zumindest), noch kommt Technik außerhalb des medizinischen Settings, wo es dadurch sehr „out of place“ wirkt, vor. Es gibt keine weiteren Aufträge (vor allem im Manga), wo die Ninja von normalen Menschen mit irgendetwas beauftragt werden, die Welt wirkt größtenteils komplett mittelalterlich (bis eben auf besagte medizinische Technik), und sämtliche Konflikte spielen sich von da ab zwischen den Dörfern und zwischen Ninja und Nukenin ab. Der Rest der Welt scheint nicht mehr zu existieren.
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    Nachwort
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    Wie ich schon im Vorwort gesagt habe: Niemand kann eine komplett realistische Welt bauen. Weil es für uns einfach nicht möglich ist, jedes „wenn und aber“, jede Folge von jeder kleinen Handlung zu bedenken. Wir tun uns ja teilweise schon schwer, nachzuvollziehen, wie es in unserer Welt zu bestimmten Entwicklungen kam. Entsprechend kann man wohl kaum erwarten, dass ein einzelner Weltenbauer oder vielleicht auch zwei oder drei, alles einfach mal bedenkt.


    Auch ist es nicht so, dass es jede Geschichte wirklich braucht. Wie gesagt: Viele, der genannten Beispiele leiden in meinen Augen nicht wirklich darunter, dass man bei ihnen ein paar zentrale Aspekte ausgelassen hat. Dennoch vertrete ich die Meinung: Mehr Worldbuilding kann der Welt und der Geschichte nur helfen. Die Regeln werden klarer, was es einfacher als Autor macht, sich in diesen zu bewegen, diese, wenn sie für die Handlung relevant werden, anzudeuten und dergleichen.


    Es sei aber auch gesagt, dass man gerade, wenn man viel Worldbuilding betrieben hat, ebenfalls immer aufpassen muss. Denn die Versuchung wird da sein, dieses Worldbuilding, all die Arbeit, die man damit betrieben hat, irgendwie in die Geschichte einzubauen. Aber das ist meist eine schlechte Idee, da es – wenn es für den Plot nicht relevant ist – schnell in endlosen Monologen und Infodumps endet.


    Seht diesen Guide nur als das: Richtlinien, Hinweise, Anregungen, aber auf keinen Fall als unumstößliche Regeln. Er soll letzten Endes nicht mehr machen, als euch dazu anregen, über ein paar Dinge nachzudenken, über die ihr vielleicht sonst nicht nachgedacht hättet.
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    Hilfe zur Recherche
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    [Hier sollen noch ein paar Links rein, die ich später Ergänze. Vorschläge sind gerne gesehen.]

  • Ich habe ja in der Vergangenheit öfters angesprochen, wie wichtig es ist gute Beispiele zu bringen.
    Wenn du etwas damit anfangen kannst, würde ich gerne versuchen die Kultur einer Fantasie-Rasse zu rekonstruieren.
    Gut, wie würde ich ein Zwergenvolk beschreiben?


    Nur zu schade dass ich nicht das geringste Interesse an klassischem Phantasie habe.
    Denkst da das Beispiel passt so?

    [Hier sollen noch ein paar Links rein, die ich später Ergänze. Vorschläge sind gerne gesehen.]

    Vielleicht könntest du das Worldbuilding von One Piece etwas beschreiben, denn ich denke Oda hat dort einen wirklich phänomenalen Job gemacht.

    Wie sich die Wasserstämme als eine Kultur entwickeln konnten, obwohl sie an gegenüberliegenden Enden der Welt sind, ist fraglich.

    Ja, das stimmt schon. Wobei Stamm so gesehen einfach das Element beschreibt und weniger die Kultur.
    Der südliche Wasserstamm ist ja bekanntlich deutlich fortschrittlicher und dann gabs noch diese kleinen Nebenstämme, wie den Sandstamm und die Sumpfbändiger, die nicht in direktem Kontakt zu ihren Cousins stehen.
    Ein recht gutes Beispiel für Worldbuilding in Avatar ist der Comic die Kluft. Ich hoffe jedenfalls das es die Kluft war.
    Dort wird jedenfalls ein Beispiel gezeigt wie die Industrialisierung langsam Einzug hält und warum sie so wertvoll für Nichtbändiger ist.
    Auch Feuerkönig Sozens Motivation den hundertjährigen Krieg zu starten ist ein gutes Beispiel. Als er Roku den Vorschlag unterbreitete, meinte er "Er wolle die Größe seiner Kultur mit den anderen Nationen teilen".
    Roku war sein bester Freund, also gab es keinen Grund ihn in dieser Sache anzulügen.
    Ich denke diese Begründung ist unter dem Mikroskop recht interessant, denn der hundertjährige Krieg brach nur deshalb aus, weil es zu dessen Lebenszeit nicht genug kulturellen Austausch zwischen den Nationen gab und Sozen deshalb nicht begriff, dass andere Nationen genau so hoch entwickelt sind wie seine, nur in einer anderen Weise.
    Und dann gibts natürlich nicht die Frage wie die Luftnomaden alle ausgerottet werden konnten, wenn sie fliegen können.
    Überhaupt von allen Völkern ist das Erdkönigreich das, welches am ehesten nachgeben sollte.
    Der Wasserstamm lebt an einem Ort wo man sicher nicht in einem Boot gegen Wasserbändiger kämpfen möchte.
    Wind kann jederzeit fliehen und ist extrem schwer überhaupt zu erreichen.
    Erde ist vermutlich die größte Nation, aber zumindest hat man festen Boden unter den Füßen.
    Es ist auch ziemlich ungewöhnlich, dass es bis die Comics rauskamen keine richtige Vermischung zwischen den Kulturen gab.
    Gab es nie einen Luftbändiger, dessen Mutter eine Wasserbändigerin war und der deshalb lieber im Wasserstamm leben wollte?
    Die Ausrottung einer ganzen Nation innerhalb von so kurzer Zeit ist sehr weit hergeholt. Zumal man niemandem das Bändigen ansehen kann.


    Wenn ich dir noch etwas als Hilfe anbieten kann. Versuch den Leuten zu erklären, dass alles auf allem aufbaut. Wie in meinem Zwergenbeispiel, eines führt zum anderen. Alles ist miteinander verbunden.
    Wenn es so viel zu beachten gibt, kann das schon beängstigend sein, weshalb es beruhigend ist, wenn man weiß wo man anfangen kann und wie man dann den Gedanken am besten weiterführt. Du solltest auf jeden Fall versuchen die Einflüsse logisch zu erklären.
    Ich hoffe das hilft dir jetzt weiter. Hm, ja dann jedenfalls erstmal, viel Glück mit dem Thread.

  • Ich habe ja in der Vergangenheit öfters angesprochen, wie wichtig es ist gute Beispiele zu bringen.

    Ich halte bei solchen komplexen Themen relativ wenig von "positivbeispielen", da man sie im Rahmen einfach nicht ausreichend beschreiben kann, um die Aspekte hervorzuheben, weshalb am Ende die meisten nur verstehen, "was" daran gut entworfen ist, aber nicht "warum" es gut entworfen ist.


    Das ist ja auch der Grund, warum so viele Leute eigene Sprachen in ihrer Fantasy-Welt haben: Weil es immer wieder gelobt wurde, dass Tolkien eine eigene Sprache hat. Aber ohne den philologischen Hintergrund Tolkiens sind die meisten dieser anderen Sprachen einfach nur dumm - und dann geht da die ganze Energie rein.


    Daher bringen Negativbeispiele mehr, weil es immer leichter zu erklären ist, was fehlt, als was alles da ist.



    Vielleicht könntest du das Worldbuilding von One Piece etwas beschreiben, denn ich denke Oda hat dort einen wirklich phänomenalen Job gemacht.

    Sehe ich eher als ein riesiges Negativbeispiel, jedenfalls von der Perspektive des Threads aus. Hier geht es um realistischen Weltenbau und das bietet One Piece nicht. Der Weltenbau in One Piece ist zwar perfekt für das Format (Weekly Battle Shonen) geeignet, weil Oda effektiv unendlich viele Mini-Kosmen (im Rahmen der Inseln) entworfen hat, die ihm effektiv die Möglichkeit geben, One Piece im Notfall für noch 30 Jahre fortzusetzen, aber durchdachtes Worldbuilding ist etwas anderes.


    Von realistischen Meeresströmungen, Wetterverhältnissen und dergleichen ist die Welt von One Piece weit entfernt. Die Grandline ist per default das, was der Plot braucht, wurde effektiv um den Plot drumherum entworfen, ist aber realistisch betrachtet nicht glaubwürdig. Gleichzeitig sind die Inseln durchweg "Planets of Hats" oder hier eher "islands of hats", die auch weniger einen Kultur, sondern einfach einen Konflikt haben, den die Strohhutpiraten lösen müssen. Gleichzeitig hat die Welt auch was ihre Kräfte und "magischen Aspekte" angeht, keine klaren Regeln, die eingehalten werden. Die Kräfte sind so beschränkt, wie es dem Plot gerade entgegen kommt. Und die Rassen, die es gibt, machen alles in allem auch wenig Sinn, wenn man sie als eine gemeinsame Fauna betrachtet - nicht zuletzt, dank der Islands of Hats Sache.


    Wie gesagt: Viele Serien haben halt sehr unrealistisches, undurchdachtes Worldbuilding, dass teilweise durchaus zur Serie passend ist, aber oftmals eben nicht so wirklich nachvollziehbar, sofern man sich nicht willentlich der entsprechenden suspension of disbelieve hingibt.


    Gerade Manga des Battle Shonen Bereich haben meistens kein besonders überzeugendes Worldbuilding, nicht zuletzt, da es am Ende relativ widersprüchlich wird, dank dem sich ständig erweiternden Universum, das dem ewig länger werdenden Format angepasst wird. Selbst was mit gutem Worldbuilding anfängt, wird nach und nach immer problematischer und widersprüchlicher, weil halt irgendwie noch immer ein weiteres Arc und noch ein Arc und noch ein Powerup aus der Welt rausgekitzelt werden muss.


    Die einzigen Battle Shonen, die ich überhaupt für ihr Worldbuilding loben würde, wäre wohl Togashi, der halt immer sehr strukturierten Weltenbau betreibt und sich weigert seine eigenen Regeln, selbst wenn es zu gunsten der Rule of Cool ist, zu brechen.


    Diese Endlos-Genre sind ansonsten aber so ziemlich der Tod jeden Worldbuildings - vor allem so, wie Worldbuilding üblicher Weise betrieben wird (in dem Sinne, dass maximal ein Kontinent bedacht wird, nicht aber die ganze Welt).


    Ja, das stimmt schon. Wobei Stamm so gesehen einfach das Element beschreibt und weniger die Kultur.
    Der südliche Wasserstamm ist ja bekanntlich deutlich fortschrittlicher und dann gabs noch diese kleinen Nebenstämme, wie den Sandstamm und die Sumpfbändiger, die nicht in direktem Kontakt zu ihren Cousins stehen.

    Die Sache ist, dass sie sich dennoch als eine Kultur ansehen und dennoch als ein Gegner von der Feuernation behandelt werden, während die Sumpfbändiger bspw. nicht als Teil der Wasserreiche gesehen. Die beiden Wasserstämme teilen sehr viel Kultur und Rituale, es findet auch viel Heirat zwischen beiden statt und das ist so ... Ich meine, sie sind tolle Schiffsbauer, aber ... Wie?! (Und woraus bauen die eigentlich ihre Schiffe?)


    Versuch den Leuten zu erklären, dass alles auf allem aufbaut.

    Das tue ich doch.


    Wobei auch nicht alles auf allem aufbaut. Die Kultur beeinflusst nicht das Wetter. Das Wetter aber die Kultur.
    Wer strukturiert vorgeht, fängt bei den äußeren Variabeln (Planet, Tag/Nacht, Lage, Ressourcen, Klima, Wetter, Flora und Fauna) an und arbeitet sich dann in die Details vor. Man kann einfach nicht vernünftig mit den Details anfangen und sich dann auf die anderen Sachen vorarbeiten, finde ich. Von Makro nach Mikro, nicht anders herum.
    Daher auch die Strukturierung des Beitrags oben. Von Makro nach Mikro und die Mikrothemen soweit möglich ein wenig Gruppiert, da bestimmte Bereiche zusammen gehören.

  • Oh, sehr gut gemachter Guide, der gut einen groben Überblick über alles gibt. :)


    Was ich sonst noch erwähnen wollte:
    - Nur weil eine Religion eine Göttin oder Göttinnen (auch Hochgestellte) enthält, heißt es nicht, dass eine Kultur frei von Sexismus ist. Ich glaube, dass viele annehmen, Männer und Frauen müssten gleichgestellt sein, nur weil es in ihren Mythen mächtige Frauenfiguren gibt. Das war nicht immer so.
    - Ich hab gelesen, dass sich die Technologie in Europa deshalb rascher entwickelte, weil Weizen als eines der Hauptnahrungsmittel nunmal viel schwieriger zu verarbeiten ist als so manch anderer Getreide/Kohlenhydratlieferant. Daher wäre es klug eine Kultur auch stark an ihrem Hauptnahrungsmittel festzmachen.
    - Manchmal seh ich es auch, dass Städte irgendwohin gesetzt werden, ohne über mögliche Wasserquellen nachzudenken. Wenn eine Rasse sich nicht gerade darüber definiert, dass sie kein Wasser braucht... sie braucht sonst auf jeden Fall Wasser. XD
    - und Berge besitzen einen Wind- und Regenschatten...
    - nicht nur Ozeane besitzen Strömungen. Diese beeinflussen die Winde der Welt.
    - und zur Gesellschaft nochmal: Eine Gesellschaft besteht immer aus individuen, auch wenn eine Kultur sehr kollektiv eingestellt sein sollte, und diese besitzen individuelle Meinungen. Also, wenn es sich nicht gerade um eine mutierte Ameisenvolkrasse handeln sollte oder so xD, besitzt sie vermutlich keine vollkommen homogene Meinung.


    Zitat von Alaiya

    Was auch ein klassischer Fehler ist, ist der Aufbau von Kontinenten und die Auswirkungen davon einen großen Kontinent statt mehrere nicht ganz so riesige Kontinente zu haben. Auch auf den Kontinenten gibt ein paar Probleme, die oft nicht bedacht werden. Das größte sind Gebirge, die oftmals wie eine Linie durch den Wand gezogen sind und meistens als Ausrede gelten, warum die Leute keine Ahnung haben, was jenseits liegt, da es niemand je zurückgeschafft hat. Dadurch, wie Gebirge entstehen (Erdplattenverschiebung), ist es relativ unwahrscheinlich, dass es gleichmäßige Gebirge in gerader Linie gibt.

    Es ist das geringere Problem, dass Kulturen angeblich nichts voneinander wissen.
    Auf einem einzigen Riesenkontinenten besteht die Mitte wahrscheinlich aus einer endlosen Wüste, weil weder Wind noch Regen soweit ins Land hineinreichen.


    Zitat von Alaiya

    Sehe ich eher als ein riesiges Negativbeispiel, jedenfalls von der Perspektive des Threads aus. Hier geht es um realistischen Weltenbau und das bietet One Piece nicht. Der Weltenbau in One Piece ist zwar perfekt für das Format (Weekly Battle Shonen) geeignet, weil Oda effektiv unendlich viele Mini-Kosmen (im Rahmen der Inseln) entworfen hat, die ihm effektiv die Möglichkeit geben, One Piece im Notfall für noch 30 Jahre fortzusetzen, aber durchdachtes Worldbuilding ist etwas anderes.

    Ich denke auch, dass es eine extreme, schreiberische Ressourcenverschwendung wäre so viele Völker und Insel bis ins kleinste Detail auszuarbeiten und deren Fauna und Flora anzupassen.
    Jedenfalls hab ich schon öfter von Fans gehört, dass ihnen vor allem die fantasievolle Darstellung der Völker gefällt.
    Die Frage ist eben für mich vor allem, was man erreichen und etwas wirken will.
    Die Welt von Golden Sun zum Beispiel ist eine flache Scheibe mit ablaufenden Wasserfällen am Rand, was in keinem Universum je irgendwie Sinn ergeben würde, aber es ist halt eine richtig tolle Welt mit viel Alchemie und Elementarmagie. XD


    Generell denke ich immer öfter, dass so manche Leser, die in einem bestimmten Bereich Fachwissen haben, zu pedantisch damit sind.
    Klar sieht die Bergkette von Mittelerde recht witzig aus, aber ich finde nicht, dass sowas tatsächlich stört. Genauso wie die Technik in Harry Potter. Moderne Technik würde einfach den Flair der Schule zerstören und dann musste dafür eine kurze, knackige Begründung her. Oder ist es denn wirklich wichtig, wie viel Fischerei in der Welt von Avatar betrieben wird? Tatsächlich wichtig wird sowas imo erst, wenn ein Konflikt auf Fischmangel aufbaut.
    Es ist zwar cool, wenn man realistische Meeresströmungen bedenkt, aber trotzdem fände ich es nicht tragisch, wenn man das nicht täte.


    Kleine Details über eine Welt zu wissen, ist zwar sehr nett und hat in etwa die Funktion von Easter Eggs und manche Kleinigkeiten / Easter Eggs machen Fans sehr glücklich, aber sie sind eben nur ein kleiner Teil davon.
    Ich finde es wichtiger, dass alles ineinander stimmig wirkt und zusammengenommen eine tolle Atmosphäre erzeugt.
    Kettenhemden zB. mögen nicht so weit verbreitet und umständlicher gewesen sein, wie vielleicht gedacht wird, aber sie sehen eben gut aus (angeblich - laut einigen - find ich nicht unbedingt so sehr xD) und deswegen findet man sie oft in vielen Charakterdesigns wieder.


    Zitat von Alaiya

    Das ist ja auch der Grund, warum so viele Leute eigene Sprachen in ihrer Fantasy-Welt haben: Weil es immer wieder gelobt wurde, dass Tolkien eine eigene Sprache hat. Aber ohne den philologischen Hintergrund Tolkiens sind die meisten dieser anderen Sprachen einfach nur dumm - und dann geht da die ganze Energie rein.

    Deswegen sag ich ja: Hauptsache die Einzelteile wirken zusammen harmonisch und man kann sie ordentlich lesen, aussprechen und sich merken.
    Nun gut, ich weiß, dass es keinen Sinn macht einen Jungen in einer Welt ohne Christentum Christopher zu nennen, aber ich will nicht unbedingt zu jedem Namen Nachforschungen betreiben und meine Charas umbenennen. Ich weiß nun auch nicht, wieso das jemanden so sehr stören sollte. ^^"


    Zitat von Alaiya

    Die einzigen Battle Shonen, die ich überhaupt für ihr Worldbuilding loben würde, wäre wohl Togashi, der halt immer sehr strukturierten Weltenbau betreibt und sich weigert seine eigenen Regeln, selbst wenn es zu gunsten der Rule of Cool ist, zu brechen.

    Uh, ich will hier vor allem Fullmetal Alchemist nennen. ^^

  • weshalb am Ende die meisten nur verstehen, "was" daran gut entworfen ist, aber nicht "warum" es gut entworfen ist.

    Ich verstehe was du meinst. Aber ich denke doch, dass kleinere Beispiele etwas sind, was dem Leser helfen das Gesagte zu verstehen.
    Wenn in meinem Beispiel Zwerge viel Handel betreiben, weil es in den Bergen nicht viel Nahrung gibt, dann ist das ein direktes Beispiel, wie die Umgebung die Einkommensgrundlage bestimmt. Somit versteht der Leser auch sofort, was damit gemeint ist, dass das eine das andere beeinflusst.

    Viele Serien haben halt sehr unrealistisches, undurchdachtes Worldbuilding, dass teilweise durchaus zur Serie passend ist, aber oftmals eben nicht so wirklich nachvollziehbar, sofern man sich nicht willentlich der entsprechenden suspension of disbelieve hingibt.

    Nun ja, wenn du diese Route gehen willst stimmt das natürlich. Der unbestreitbare Vorteil von One Piece ist halt, dass man bei jeder Insel ganz genau sagen kann, welche Kulturen es darauf gibt und wo alles steht. Da könnte sich Rowling eine Scheibe von abschneiden. Und gerade den Aspekt finde ich ganz nützlich. Bei weniger idealistischen und unrealistischen Storys kommen dann eben auch Meeresströmungen und Geologie dazu, aber zumindest diese eine Sache macht Oda eben doch erstklassig.
    Um etwas abzuschweifen, ich würde schon sagen, dass die verschiedenen Inseln einander kulturell und politisch beeinflussen und das mit dem Planet of the Hats stimmt einerseits und dann wieder doch nicht. In Morias Ark gab es ja auch Lola und ihre Crew und in Dofys gab es neben der spanisch angehauchten Stadt auch noch die Zwerge.
    Aber generell ist es wohl eher ein Positivbeispiel für eine andere Art von Story und wenn das nicht deine Zielgruppe ist dann OK, dann eben nicht.


    gutem Worldbuilding anfängt, wird nach und nach immer problematischer und widersprüchlicher, weil halt irgendwie noch immer ein weiteres Arc und noch ein Arc und noch ein Powerup aus der Welt rausgekitzelt werden muss.

    Da musst du nicht weiter reden, ich kenne massig Beispiele. Du hast da natürlich recht.

    Die einzigen Battle Shonen, die ich überhaupt für ihr Worldbuilding loben würde, wäre wohl Togashi, der halt immer sehr strukturierten Weltenbau betreibt und sich weigert seine eigenen Regeln, selbst wenn es zu gunsten der Rule of Cool ist, zu brechen.

    Kommt natürlich darauf an, ob man FMA als Shounen ansieht, aber deren Landkarte ist recht gut.


    Das tue ich doch.


    Wobei auch nicht alles auf allem aufbaut. Die Kultur beeinflusst nicht das Wetter. Das Wetter aber die Kultur.

    Ja, das tust du, aber wenn man selbst nicht so viel Erfahrung hat, wird man kaum wissen was man sich darunter vorstellen kann.
    Wenn das Wetter kalt ist, wird die Kultur natürlich versuchen kältesichere Kleidung und Wohnraum zu entwickeln.
    Herrschen viele Dürren, können die Völker strenge Religionen und Riten einführen, um ihren Zusammenhalt zu stärken, usw.
    Ich widerspreche dir in dem Punkt ja nur ungerne, aber ich denke wirklich, dass hier und da ein paar direkte Beispiele Wunder wirken können. Man muss sie nur im direkten Kontext zum jeweiligen Unterthema einfügen, damit der Leser wie du sagst
    "Versteht was daran richtig ist". Ich denke du machst das schon.

  • Macht doch ein Kompromiss : Wenn Alaiya nicht direkt im Guide solche Beispiele möchte, kann man in den darauffolgenden Beitrag Beispiele von verschiedenen Personen sammeln und gegebenenfalls diskutieren (zusammenfassend pro-contra dazu schreiben). So sieht der Hilfe suchende Leser auch, welche Perspektiven es gibt und kann selbst entscheiden, was er will. Kann mir nämlich gut vorstellen, dass manche eher sehr logisch realistische Welten wollen, andere diese aber lieber für den Plot instrumentalisieren und wissen wollen, zu welchem Grad das für Leser völlig klar geht. Hängt halt von der persönlichen Zielsetzung ab. Außerdem finde ich die Diskussion interessant.

  • - Nur weil eine Religion eine Göttin oder Göttinnen (auch Hochgestellte) enthält, heißt es nicht, dass eine Kultur frei von Sexismus ist. Ich glaube, dass viele annehmen, Männer und Frauen müssten gleichgestellt sein, nur weil es in ihren Mythen mächtige Frauenfiguren gibt. Das war nicht immer so.

    Oh ja, das hatte ich eigentlich noch reinbringen wollen, dann aber vergessen. Das ergänze ich auf jeden Fall die Tage noch.


    - Ich hab gelesen, dass sich die Technologie in Europa deshalb rascher entwickelte, weil Weizen als eines der Hauptnahrungsmittel nunmal viel schwieriger zu verarbeiten ist als so manch anderer Getreide/Kohlenhydratlieferant. Daher wäre es klug eine Kultur auch stark an ihrem Hauptnahrungsmittel festzmachen.

    Das wäre definitiv mal eine Frage wert. Da schaue ich mal nach, was es damit auf sich hat. (Vor allem, da China ja auch relativ schnell entwickelt war.) Ich hatte eigentlich auch noch reinbringen wollen, dass die Römer rudimentäre Dampfmaschinen hatten, diese dann aber nie genutzt haben, weil Sklavenarbeit billiger war ^^""""


    - Manchmal seh ich es auch, dass Städte irgendwohin gesetzt werden, ohne über mögliche Wasserquellen nachzudenken. Wenn eine Rasse sich nicht gerade darüber definiert, dass sie kein Wasser braucht... sie braucht sonst auf jeden Fall Wasser. XD

    Guter Punkt. Ergänze ich auch noch.


    - und zur Gesellschaft nochmal: Eine Gesellschaft besteht immer aus individuen, auch wenn eine Kultur sehr kollektiv eingestellt sein sollte, und diese besitzen individuelle Meinungen. Also, wenn es sich nicht gerade um eine mutierte Ameisenvolkrasse handeln sollte oder so xD, besitzt sie vermutlich keine vollkommen homogene Meinung.

    Ebenfalls guter Punkt.


    s ist das geringere Problem, dass Kulturen angeblich nichts voneinander wissen.
    Auf einem einzigen Riesenkontinenten besteht die Mitte wahrscheinlich aus einer endlosen Wüste, weil weder Wind noch Regen soweit ins Land hineinreichen.

    Historisch gesehen hat das selten Leute aufgehalten (ja, ich weiß, auch wenn man, wenn man sich heutige Geschichtserzählung anschaut, anderes denken sollte). Historisch gesehen ist wirklich das einzige, was Leute wirklich aufgehalten hat, das Meer gewesen. Und selbst dass ... Die Polynesier haben fast das ganze pazifische Gebiet mit rudimentärer Technik besiedelt, die Wikinger waren in Amerika. Eventuell (ist noch immer umstritten, aber es gibt zumindest Theorien) haben es sogar einzelne Ägypter nach Amerika geschafft.


    Das Afrika und Asien so, wie sie waren, existierten, war relativ lange bekannt. Es war halt nur zu beschwerlich, die Sahara zu durchqueren, um sich zu sehr dafür zu interessieren. Aber ein wenig Kontakt gab es schon. (Genau so, wie es halt Afrikaner gab, die in Europa lebten ...)



    ch denke auch, dass es eine extreme, schreiberische Ressourcenverschwendung wäre so viele Völker und Insel bis ins kleinste Detail auszuarbeiten und deren Fauna und Flora anzupassen.
    Jedenfalls hab ich schon öfter von Fans gehört, dass ihnen vor allem die fantasievolle Darstellung der Völker gefällt.
    Die Frage ist eben für mich vor allem, was man erreichen und etwas wirken will.

    Ja, aber es ist eben kein als Weltenbau besonders guter Weltenbau. Es passt halt zu dem, was man da hat, ja, unterstützt den Manga, so wie er ist, gut genug, aber die ganze Inselsache ist halt absolut random, undurchdacht und unrealistisch. Jede Insel hat ein anderes Klima, einfach weil, jede Insel hat effektiv neue Regeln, einfach weil usw.


    Die Sache ist auch: Ich schreibe hier vor allem für Autoren, die schriftlich eine Geschichte schreiben, speziell eben im fantastischen Bereich und SciFi (das heißt halt weder für Humor/Parodie, noch für Märchen/Fabeln, wo andere Dinge im Vordergrund stehen). Es ist noch einmal eine andere Sache, wenn man eine visuelle Geschichte erzählt oder ein Spiel designt (gerade bei Spielen kann man mit sehr viel davonkommen, da eben sehr viel der Spielmechanik und dem Gameflow dienen kann).


    Ich schreibe oben ja auch: Man kann auch diese Regeln fast alle brechen und dennoch eine gute oder geniale Geschichte schreiben - aber das reine Worldbuilding ist dann eben nicht mehr besonders gut. Man kann halt genau so gut geniales Worldbuilding haben und dennoch eine miese Geschichte schreiben ^^" (Mal ehrlich: Ich habe online schon genug Geschichten gelesen, die sich mehr wie Lexika-Einträge über etwaige selbst erfundene Welten lasen, um davon ein Lied singen zu können.)


    Es geht hier rein um das gute, möglichst durchdachte/realistische/informierte Worldbuilding. Wie man das ganze dann am Ende in die Geschichte einbringt und ob man das macht, ist dann eine andere Frage.


    Wobei ich auch sagen muss: Die meisten eigenen Geschichten, die versuchen "Mangahaft" zu sein, scheitern, weil sie eben zu sehr auf Tropes aufbauen, die sich auf das visuelle stützen, und auf ein Erzählformat, dass sehr stark auf episodische Erzählung stützt. Das gilt besonders, wenn Leute versuchen einen Battle Shonen als Buch zu schreiben. (Und nur für's Protokoll: Ich finde auch die meisten der entsprechenden Light Novels ziemlich mies. Mir egal, dass es in Japan ein Publikum dafür gibt, ich finde die Geschichten dennoch von vorn bis hinten ziemlich doof, weil sie eben versuchen etwas zu vermitteln, dass nicht für literarische Darstellung ausgelegt ist.)


    Klar sieht die Bergkette von Mittelerde recht witzig aus, aber ich finde nicht, dass sowas tatsächlich stört.

    Ich finde es schon störend. Vor allem die Bergkette um Mordor herum, weil sie effektiv als Grund für so vieles hergenommen wurde ... Und ja, die Welt wurde erschaffen, aber ARGH ...


    Genauso wie die Technik in Harry Potter. Moderne Technik würde einfach den Flair der Schule zerstören und dann musste dafür eine kurze, knackige Begründung her.

    *hüstel* Die Sache bei HP ist ja vor allem, dass Rowling das so eigentlich nie sagt. Sie hat sich das wohl so gesagt, aber das einzige, was je gesagt, ist, dass Muggelsachen in der Nähe von Hogwarts kaputt gehen - aber es wird nie gesagt, dass es speziell Magie/Technik-Bezogen ist.


    Und ja, ich finde die ganze Magie/Technik-Sache immer noch dumm. Egal ob bei HP oder sonst wo. Ich finde ehrlich gesagt gar nicht, dass das irgendwas zerstört. Ich finde bei Urban Fantasy es immer sehr störend, wenn Technik nicht einbezogen wird, weil es immer wie eine faule Methode alter, technophober Autoren wirkt, sich darüber Gedanken zu machen, wie junge, technophile Menschen Probleme lösen würden ^^"


    Oder ist es denn wirklich wichtig, wie viel Fischerei in der Welt von Avatar betrieben wird? Tatsächlich wichtig wird sowas imo erst, wenn ein Konflikt auf Fischmangel aufbaut.

    Nun, ja, schon, ist es, weil es an sich sich auf die Kulturen auswirken würde. ^^" (Und ein großes Problem, das ich mit Avatar habe, ist, dass es für die Feuernation eh nie so groß eine Begründung gibt. Die wollen halt, weil sie sich für besser halten oder so ...)


    Ich finde es wichtiger, dass alles ineinander stimmig wirkt und zusammengenommen eine tolle Atmosphäre erzeugt.
    Kettenhemden zB. mögen nicht so weit verbreitet und umständlicher gewesen sein, wie vielleicht gedacht wird, aber sie sehen eben gut aus (angeblich - laut einigen - find ich nicht unbedingt so sehr xD) und deswegen findet man sie oft in vielen Charakterdesigns wieder.

    Ich denke ehrlich gesagt eher, dass es daran liegt, dass die meisten Leuten eine falsche Version des europäischen Mittelalters als die "historische Wahrheit" akzeptiert haben. Denn erfahrungsgemäß glauben die meisten Leute totalen Bullshit über das europäische Mittelalter, von dem kaum etwas wahr ist (nicht zuletzt, da die Schulbildung dahingehend komplett versagt und Fantasy halt ihr übriges getan hat) >____<"""""


    Nun gut, ich weiß, dass es keinen Sinn macht einen Jungen in einer Welt ohne Christentum Christopher zu nennen, aber ich will nicht unbedingt zu jedem Namen Nachforschungen betreiben und meine Charas umbenennen. Ich weiß nun auch nicht, wieso das jemanden so sehr stören sollte. ^^"

    Na ja, ich finde es halt schon störend, wenn eine Kultur einfach ist, wie eine Kultur in unserer Welt, Sprache und alles, ohne, dass es allzuviele Gemeinsamkeiten gibt. >.<" Warum dann High Fantasy (also andere Welt)? Das bezieht sich auf so vieles in Fantasy.


    Uh, ich will hier vor allem Fullmetal Alchemist nennen. ^^

    Habe ich ewig nichts mehr von gesehen, deswegen kann ich dazu wenig sagen. Als ich das letzte Mal versucht habe, die Serie zu schauen, fand ich die Charaktere so furchtbar unsympathisch, dass ich nach zwei Folgen das interesse verloren habe.


    Wenn in meinem Beispiel Zwerge viel Handel betreiben, weil es in den Bergen nicht viel Nahrung gibt, dann ist das ein direktes Beispiel, wie die Umgebung die Einkommensgrundlage bestimmt. Somit versteht der Leser auch sofort, was damit gemeint ist, dass das eine das andere beeinflusst.

    Grundlegende Faustregel: Außerhalb einer modernen, globalisierten Welt, kann keine Gesellschaft ohne eigene Nahrungsgrundlage überleben. ^^" Weil alles, was sie anbieten, ist Luxus, was sie brauchen, sind Grundlagen. Gold, Waffen und Technik kann man nicht essen.


    Generell halte ich Fantasy-Zwerge ohne unterirdische Lebensmittelquellen für Fragwürdig, da es einfach keinen logischen Grund für sie gibt, sich so zu entwickeln. Evolutionär. Gesellschaftlich. Ich sehe es durchaus, wenn es wie in den Witcher Büchern sind, wo die Zwerge vorrangig in den Bergen und die Elfen vorrangig in den Wäldern leben, seit die Plage "Menschen" über die Welt hereingebrochen ist, aber sich evolutionär dazu entwickeln, macht ohne entsprechende Lebensgrundlage keinen Sinn.


    Der unbestreitbare Vorteil von One Piece ist halt, dass man bei jeder Insel ganz genau sagen kann, welche Kulturen es darauf gibt und wo alles steht

    Ja, aber eben auch nicht mehr. ^^"


    Aber generell ist es wohl eher ein Positivbeispiel für eine andere Art von Story und wenn das nicht deine Zielgruppe ist dann OK, dann eben nicht.

    Wie gesagt: Ich halte bei solchen komplexen Themen wenig davon, Positivbeispiele zu nennen, weil die nur dafür Sorgen, dass Leute etwas nachmachen, anstatt sich zu bemühen, selbst zu verstehen. Letzten Endes: Ich habe hier 15 Seiten geschrieben - aber um eine vernünftige Welt zu bauen, wird jeder, der das machen will, selbst weitere Recherche betreiben müssen, sich selbst etwas ansehen müssen, selbst Referenzen suchen müssen. Daher will ich am Ende ja auch noch eine Referenzenliste reinsetzen.


    Der Text kann nicht mehr machen, als einen Einstieg geben, und ein paar Bereiche aufbringen, die oftmals nur unzureichend behandelt werden, sowie vor einigen sehr häufigen Fehlern warnen. Aber wer selbst nicht recherchiert, wird dennoch wahrscheinlich scheitern, wenn er nicht selbst schon ein fundiertes Wissen im Gesellschafts- und Kulturwissenschaftlichen Bereich hat.


    Plus: Ich kenne kein einziges bekanntes Positivbeispiel aus den Medien. Ich kenne Positivbeispiele, aber die kennt wiederum außer mir keine Sau.

  • Und ja, die Welt wurde erschaffen, aber ARGH ...

    Das ist natürlich eine interessante Frage. Was ist wenn es eine mächtige magische Quelle gibt, die die Fauna, Flora, oder Geologie der Umgebung beeinflusst. Sagen wir einen lebendigen Stein, der wie eine Venusfliegenfalle frisst und sich zu einem Berg ausbreitet und damit die logischen Komponenten ignoriert. Das wiederum kann die jeweiligen Charaktere dazu verleiten sich zu wundern, wenn sie mehr von der Sache verstehen. Und generell ist das ein Konzept das man beim Worldbuilding ruhig ansprechen kann.
    Da fällt mir spontan Kaze no Tani no Naushika, ein wo Strahlung die Fauna der Wälder verändert hatte.

    Als ich das letzte Mal versucht habe, die Serie zu schauen, fand ich die Charaktere so furchtbar unsympathisch, dass ich nach zwei Folgen das interesse verloren habe.

    Ich weiß, der Humor ist zu Anfang recht klischeehaft, aber falls du den Anime generell nicht kennst, würde ich ihn wirklich empfehlen.
    Brotherhood ist damals auf Platz 2 in unserer Forenabstimmung gekommen und hell, er hat es verdient.
    Ich würde sagen so ab Folge 10 nimmt die Serie erst richtig Fahrt auf. Das ist leider ein bisschen langsam und der Anime hat auch mehr als 60 Episoden, weshalb ich ihn nicht unbedingt jedem empfehlen würde, denn es dauert halt bis man zum guten Stuff kommt, aber er dealt mit so unglaublich vielen Themen.
    Behinderungen. Edward ist kein Typ mit einem coolen Metallarm, sondern ein Krüppel, der darunter leidet. Die Autorin nimmt solche Themen wirklich ernst und behandelt Ed als das was er ist und man merkt, dass sie sich viele Gedanken gemacht hat.
    Oder Kriegsverbrechen. Der Ishvalan Vernichtungskrieg der eine ganz andere Seite unserer Nebencharaktere zeigt. Vor allem als Kimbley aufdeckt dass jeder von ihnen die Wahl hatte und sie demnach heucheln wenn sie sagen, dass alles furchtbar sei. Sie hätten die Wahl, die Leute zu beschützen, die sie abschlachten, aber das tun sie nicht.
    Es gibt einfach so viel Gutes in der Show.
    Hier empfehle ich die Videos "The philosophy of Kimbley", "The philosophy and condradictions of King Bradley", oder Breaking The Cycle: Scar" von Aleczandxr. Nur bei Interesse.

    Grundlegende Faustregel: Außerhalb einer modernen, globalisierten Welt, kann keine Gesellschaft ohne eigene Nahrungsgrundlage überleben. ^^" Weil alles, was sie anbieten, ist Luxus, was sie brauchen, sind Grundlagen. Gold, Waffen und Technik kann man nicht essen.

    Das stimmt, ich sprach auch davon, dass sie ihre Gesellschaft vor allem auf Handel mit Erzen aufbessern. Bevor das der Fall war, versuchten sie es mit dem Sammeln von Vogeleiern, Jagen und Kräuter sammeln.
    So wie damals Salz und später Öl eine wichtige arabische Einkommensquelle war und ist.
    Das wiederum zwingt sie, mit anderen Völkern zu interagieren.

    da es einfach keinen logischen Grund für sie gibt, sich so zu entwickeln. Evolutionär. Gesellschaftlich. Ich sehe es durchaus, wenn es wie in den Witcher Büchern sind, wo die Zwerge vorrangig in den Bergen und die Elfen vorrangig in den Wäldern leben, seit die Plage "Menschen" über die Welt hereingebrochen ist, aber sich evolutionär dazu entwickeln, macht ohne entsprechende Lebensgrundlage keinen Sinn.

    Das habe ich in meinem Beispiel oben auch angesprochen. Warum sollte man die rauen Berge bevorzugen, wo es kaum Nahrung gibt, tiefe Temperaturen und die Fortbewegung gefährlich sein kann? In meinem Beispiel wurde das ja so erklärt dass es eine Dürre und einem Krieg über Rohstoffe gab. Sie blieben dann, weil sie eine gute Einkommensgrundlage fanden, in Form von Erzhandel.

    Ja, aber eben auch nicht mehr. ^^"

    Um ein positives Beispiel zu sein, reicht es doch, wenn man eine Sache extrem gut macht, oder? Man muss dann halt differenzieren zwischen dem was es gut macht und dem was es nicht gut macht. Und wie du selbst zugibst, gibt es kaum eine Story die alles gutmacht. Ich will jetzt nicht unbedingt den Vorschlag OP zu erwähnen verteidigen, dass muss nicht sein, ich wollte nur darauf antworten.

  • Das ist natürlich eine interessante Frage. Was ist wenn es eine mächtige magische Quelle gibt, die die Fauna, Flora, oder Geologie der Umgebung beeinflusst. Sagen wir einen lebendigen Stein, der wie eine Venusfliegenfalle frisst und sich zu einem Berg ausbreitet und damit die logischen Komponenten ignoriert. Das wiederum kann die jeweiligen Charaktere dazu verleiten sich zu wundern, wenn sie mehr von der Sache verstehen. Und generell ist das ein Konzept das man beim Worldbuilding ruhig ansprechen kann.
    Da fällt mir spontan Kaze no Tani no Naushika, ein wo Strahlung die Fauna der Wälder verändert hatte.

    An sich brauchst du dafür nicht mal magische Quellen. Es gibt kleine Lebensräume, gerade Inseln, die durch heiße Quellen, Vulkane oder bestimmte Meeresströmungen sich stark von ihrer Umgebung unterscheiden. Und gerade Inseln sind prädestiniert dafür. Aber halt nicht so, wie Oda es darstellt. Nicht so einfach ohne jedwede Erklärung.


    Brotherhood ist damals auf Platz 2 in unserer Forenabstimmung gekommen und hell, er hat es verdient

    Ist mir eins. Gerade Brotherhood mag ich dennoch nicht. War für mich zu Pseudo-Edgy. Ich habe mehrfach versucht, es anzuschauen. Ich komme dennoch nicht weit. Es gibt in meinen Augen bessere Serien, mit denen ich meine Zeit besser verbringen kann, als mit dem Versuch in diese spezifische Serie reinzukommen.


    Es mag vielleicht am Genre liegen. Ich weiß es nicht. Ich mag halt so ewiglange Geschichten meistens nicht. Und um es zu mögen, muss ich die Charaktere mögen. Ich mochte als Jugendliche mal FMA (den alten Anime halt) ... Dann wiederum: Ich mochte zur selben Zeit auch Naruto, insofern will das nichts heißen.


    Das wiederum zwingt sie, mit anderen Völkern zu interagieren.

    Wie gesagt: Das funktioniert ohne Globalisierung so effektiv nicht. Grundlage für Handel waren längste Zeit nun einmal Dinge, die für das Leben praktisch, aber nicht nötig waren. Deswegen hatten auf bis vor menschheitsgeschichtlich minimal kurze Zeit alle Länder eine eigene Lebensmittelversorgung, mit der sie im Notfall ihr eigenes Volk ernähren konnten. Weil du ohne moderne globale Kontrollorgane nicht garantieren kannst, dass sie dich am ausgestreckten Arm verhungern lassen. Selbst mit kannst du es kaum garantieren.


    Saudi-Arabien ist ja schön und so, aber du weißt schon, dass von dem Ölgeld das einfache Volk wenig zu sehen bekommt, oder? Es sind nicht die Länder reich durch Öl, es sind einzelne zentrale Personen der Länder reich durch Öl.


    Und letzten Endes sind viele moderne Absicherungen auch eher dem geschuldet, dass vielen teils absichtlich, teils unabsichtlich die Nahrungsgrundlage, die sie ursprünglich hatten, genommen wurde. Durch Klimaerwärmung, durch Erschließung von Land zu anderen Zwecken oder beispielsweise durch industrielle Überfischung, die einfachen Fischern die Grundlage raubt (oder, wie es Shadowrun ausdrückt: Nur die Dinge zurücklässt, die schon fast bereit sind, wieder zu laufen).


    Um ein positives Beispiel zu sein, reicht es doch, wenn man eine Sache extrem gut macht, oder?

    Nein, eben nicht. Mir geht es ja im speziellen darum, dass Leute immer wieder dazu neigen, Sachen zu immitieren, die bei anderen gut waren, sie dadurch immer weiter zu verdünnen, dabei aber auch die Sachen zu ignorieren, die vielleicht nicht so gut waren.


    Nicht zuletzt dadurch sind wir zu dem traurigen Zustand gekommen, den gute Teile von High Fantasy inne haben: Wo Menschen, Elfen (unsterblich in Wäldern) und Zwerge (in Mienen) gemeinsam Orks (die mittlerweile keine Mongolen mehr sind (ja, Tolkien hat ursprünglich Orks als rassistische mongolische Stereotypen dargestellt)) in einer pseudo-euromittelalterlichen, pseudo-mittelerde-ischen Welt bekämpfen, in der es Runenschrift und Pseudo-Elbisch, das mit jeder Abwandlung weniger und weniger wie eine richtige Sprache war, genutzt wird, während Leute dennoch aus irgendeinem Grund Henry und Jonathan heißen.


    Weil Leute einfach nur ein paar Bücher/Welten, bei denen sie wussten, dass einzelne Sachen gut waren, genommen haben, und diese blindlings zusammengemasht haben.


    Deswegen braucht es Wenn Beispiele, bei denen möglichst viel stimmig ist, und die gibt es mit Verlaub eben kaum. Und selbst wenn es sie gäbe, wäre es nicht zwangsweise etwas, was ich gerne nutzen würde, weil ich - auch wenn ich nicht weiß, wie viele Leute es am Ende überhaupt lesen will - vermeiden möchte, dass am Ende alle ein Pseudo-[Insert Buch, das ich nennen würde] schreiben, anstatt sich selbst Gedanken zu machen.


    Das beste Beispiel, dass es für Worldbuilding gibt, ist die Entwicklung REALER Kulturen. Verschiedener Realer Kulturen (anstatt nur zentraleuropäischer und das, was man darüber zu wissen meint) und die Recherche kann ich niemanden abnehmen, weil dafür hier einfach der Platz fehlt. Aber: Wer versteht (soweit es im Sinne der Möglichkeiten ist - denn hey, selbst entsprechende Wissenschaftler verstehen nicht alles und werden wahrscheinlich nicht alles verstehen, aber das ist halt keine Ausrede um zu sagen "ich versuche gar nicht erst mich damit zu beschäftigen, was wir wissen"), wie sich bestimmte Aspekte in unserer Welt entwickelt haben und warum (egal ob biologisch oder kulturell), wird sich leichtert tun, entsprechende Entwicklungen auf seine fiktionale Welt anzuwenden und abzuwandeln. Das kann man sich auch nicht mal eben so aus den Fingerspitzen saugen.


    Und genau dazu dient der Beitrag: Anregungen zu geben. Nicht aber dazu, die Arbeit abzunehmen.

  • Nein, eben nicht. Mir geht es ja im speziellen darum, dass Leute immer wieder dazu neigen, Sachen zu immitieren, die bei anderen gut waren, sie dadurch immer weiter zu verdünnen, dabei aber auch die Sachen zu ignorieren, die vielleicht nicht so gut waren.

    Dein Problem liegt also weniger daran, dass es kein gutes Beispiel für einen Aspekt einer guten Welt ist, sondern eher dass die Leser dich nicht verstehen wenn du sagen würdest dies und das machen sie gut, aber hier und da versagt der Manga. So korrekt?
    Dann kann man wohl nichts machen.
    War vielleicht sonnst irgendwas in meinen Posts zu gebrauchen?

    Wie gesagt: Das funktioniert ohne Globalisierung so effektiv nicht. Grundlage für Handel waren längste Zeit nun einmal Dinge, die für das Leben praktisch, aber nicht nötig waren. Deswegen hatten auf bis vor menschheitsgeschichtlich minimal kurze Zeit alle Länder eine eigene Lebensmittelversorgung, mit der sie im Notfall ihr eigenes Volk ernähren konnten.

    Schade erschien mir also nachvollziehbares Konzept. Der Handel wäre ja auch keine Hauptversorgung, sondern nur ein Win more, dass sich als immer ergiebiger herausgestellt hat. Aber das ändert wohl nicht so viel an dem Grundkonzept.

    Ich mag halt so ewiglange Geschichten meistens nicht. Und um es zu mögen, muss ich die Charaktere mögen.

    Ich mag heutzutage auch eher 13-26 Episodenanime. FMAs Chast finde ich eigentlich verdammt liebenswert.
    Es gibt keine klar definierten Arks, aber in jeder Etappe gibt es eine riesige Menge Charaktere die alle sehr viel Persönlichkeit mit sich bringen. Erstmal nur darauf bezogen, denn Persönlichkeit ist nicht gleich gut. Aber andere Serien haben meist einen großen Chast aus Fodder und Cheerleaders. Bei FMA zählt eigentlich jeder Charakter. Professor Marco, Scar, Major Armstrong, my boy Kimbley, Ling, Colonel Armstrong und gerade die Chimeras, denn gerade bei denen war ich hundertprozentig der Ansicht, dass sie nur Nebendarsteller werden, die schnell gekillt, oder in den Hintergrund gestellt werden, aber selbst die hatten was zu sagen.
    Na, wenn du so eine feste Meinung über den Anime hast, werde ich nicht weiter dafür Werbung machen.
    Aber da gerade so viele Erinnerungen hochkommen, muss ich doch auf diese eine Szene aufmerksam machen, als Ed eine Eisenstange im Körper hatte und die Wunde mit Alchemie verschloss. Es ist nicht direkt das Writing was mich hier beeindruckt hat, sondern das Direkting und die synchronsprecherische Arbeit. Shounencharaktere werden ziemlich oft verwundet, aber das hier war anders. Man spürte in jeder Sekunde den Schmerz und die Kraft mit der er dagegen ankämpft, man hält den Atem an und denkt sich, diese Szene ist so simpel und doch so kraftvoll. Nun ja, ich höre mich gerne reden, also nochmal nichts für ungut.

    An sich brauchst du dafür nicht mal magische Quellen. Es gibt kleine Lebensräume, gerade Inseln, die durch heiße Quellen, Vulkane oder bestimmte Meeresströmungen sich stark von ihrer Umgebung unterscheiden. Und gerade Inseln sind prädestiniert dafür. Aber halt nicht so, wie Oda es darstellt. Nicht so einfach ohne jedwede Erklärung.

    Stimmt, ich denke solche Abweichungen können recht spannend sein. Sofern nicht jede zweite Insel irgendein Phänomen in sich trägt.

  • Ein sehr guter Guide zum Worldbuilding ist der Pathfinder Gamemastery Guide.


    Der ist eigentlich zu Erstellen und Spielen von Pen and Paper Kampagnen gedacht, hat aber auch ein 40 seitiges Kapitel zum Worldbuilding.



    Zu deinen Beispielen:


    Herr der Ringe: jupp, die Rassen sind ziemlich in der Luft hängend und stereotypisch


    Harry Potter: ich liebe es, aber wenn ich da jedes Plothole aufschreibe, sitze ich morgen noch da^^

  • OT: Kann ich gar nicht verstehen, wie man die FMA-Charaktere nicht mögen kann. :S Aber bitte, das ist eine Geschmacksfrage.


    Zitat von Sunaki

    Ich mag heutzutage auch eher 13-26 Episodenanime

    Kein Sitzfleisch? :P


    Zitat von Alaiya

    Ja, aber es ist eben kein als Weltenbau besonders guter Weltenbau. Es passt halt zu dem, was man da hat, ja, unterstützt den Manga, so wie er ist, gut genug, aber die ganze Inselsache ist halt absolut random, undurchdacht und unrealistisch. Jede Insel hat ein anderes Klima, einfach weil, jede Insel hat effektiv neue Regeln, einfach weil usw.

    Das Ding ist: solange man sich selbst darauf einschränkt, dass es nicht so zu sein hat, darf man das ruhig so machen.


    Zitat von Alaiya

    Ich denke ehrlich gesagt eher, dass es daran liegt, dass die meisten Leuten eine falsche Version des europäischen Mittelalters als die "historische Wahrheit" akzeptiert haben. Denn erfahrungsgemäß glauben die meisten Leute totalen Bullshit über das europäische Mittelalter, von dem kaum etwas wahr ist (nicht zuletzt, da die Schulbildung dahingehend komplett versagt und Fantasy halt ihr übriges getan hat) >____<"""""

    Okay, aber ernsthaft: ist das wirklich wichtig oder nur für die paar jenen Historiker, die auf jedem Detail ihr Adlerauge haben? ^^"
    Man schreibt ja kein historisches Setting, sondern hat im Prinzip komplett freie Wahl mit seiner Welt.


    Tbh, mich wollte jemand überzeugen, dass übliche Kontaktlinsen erst später erfunden wurden. Ähm, weiß ich durchaus, aber ich will, dass Jenny Kontaktlinsen trägt. XD
    Mir ist es wichtiger, dass nicht jeder mit hochmoderner Technik wie Smartphones herumläuft und sich auf moderne Medizin stützen kann etc. Sprich Dinge, die einfach wie arge Fremdkörper in der Welt wirken.
    Solange in einer mittelalterlich angehauchten Fantasywelt keiner mit dem Mercedes vorfährt und Cola vor der Glotze trinkt, kann ich mich halt schwer dazu bringen an diesen Sachen stören. XD


    Zitat von Alaiya

    Ich schreibe oben ja auch: Man kann auch diese Regeln fast alle brechen und dennoch eine gute oder geniale Geschichte schreiben - aber das reine Worldbuilding ist dann eben nicht mehr besonders gut. Man kann halt genau so gut geniales Worldbuilding haben und dennoch eine miese Geschichte schreiben ^^" (Mal ehrlich: Ich habe online schon genug Geschichten gelesen, die sich mehr wie Lexika-Einträge über etwaige selbst erfundene Welten lasen, um davon ein Lied singen zu können.)

    Ja eben, deswegen ist es mir vergangen so viel Wert auf Kleinig/Genauigkeiten zu legen.


    Wenn man beispielsweise einen Planeten hat, der größer als die Erde ist oder ähnliches, mag es sein, dass ein Tag 32 Stunden dauert. Es mag auch sein, dass es ohne die Menschheitsgeschichte, wie sie sich hier abgespielt hat, ein vollkommen anderes Kalendersystem gibt und man mit 18 Monaten rechnet oder was völlig anderes hernimmt, aber wer um Himmes Willen soll das lernen wollen. XD

  • Dein Problem liegt also weniger daran, dass es kein gutes Beispiel für einen Aspekt einer guten Welt ist, sondern eher dass die Leser dich nicht verstehen wenn du sagen würdest dies und das machen sie gut, aber hier und da versagt der Manga. So korrekt?

    Es ist kein gutes Beispiel für eine gesamt gut gebaute Welt oder Kultur.


    War vielleicht sonnst irgendwas in meinen Posts zu gebrauchen?

    Für mich ehrlich gesagt nicht wirklich. Nimms mir nicht übel. Aber du hast dich zu sehr auf die Beispiele eingeschossen, die ich sehr bewusst rausgelassen habe.


    Schade erschien mir also nachvollziehbares Konzept. Der Handel wäre ja auch keine Hauptversorgung, sondern nur ein Win more, dass sich als immer ergiebiger herausgestellt hat. Aber das ändert wohl nicht so viel an dem Grundkonzept.

    Das Problem ist effektiv, dass man, um so etwas zu schreiben, Märkte grob verstehen muss, um das logisch aufzubauen, dass es im Universum glaubwürdig wird.


    Davon abgesehen, dass Zwerge sowieso problematisch sind. (Weil sie sich wenn unterirdisch entwickelt haben müssen - ansonsten haben sie eben Probleme, weil alles, was überirdisch lebt, sich dahin entwickelt hat, Sonnenlicht zu brauchen.)


    Ein sehr guter Guide zum Worldbuilding ist der Pathfinder Gamemastery Guide.


    Der ist eigentlich zu Erstellen und Spielen von Pen and Paper Kampagnen gedacht, hat aber auch ein 40 seitiges Kapitel zum Worldbuilding.

    Das ist ein guter Punkt. Generell gibt es im P&P dahingehend gute Hilfen. (Ich bin ja generell weiterhin der Meinung, dass P&P spielen generell einem Autor nur profitieren kann)


    Kein Sitzfleisch?

    Also ich bin nicht Sunaki, aber ich kann dir sagen, warum ich längere Serien nicht schaue: Weil die Handlungsarcs einfach irgendwann nciht mehr funktionieren, Charaktere dasselbe immer und immer wieder lernen und es gerade bei Anime und Manga irgendwann einen lächerlichen Powercreep gibt.


    Das Ding ist: solange man sich selbst darauf einschränkt, dass es nicht so zu sein hat, darf man das ruhig so machen.

    Man darf alles. Wie gesagt: Eine Geschichte braucht nicht zwangsweise gutes Worldbuilding. Sie kann auch ohne funktionieren. Aber wenn das Worldbuilding eben nicht konsistent und nachvollziehbar ist, dann ist es in meinen Augen kein gutes Worldbuilding.


    Okay, aber ernsthaft: ist das wirklich wichtig oder nur für die paar jenen Historiker, die auf jedem Detail ihr Adlerauge haben? ^^

    Ich bin kein Historiker. Aber ich sehe es dennoch als wichtig, Kulturen und ihre Entwicklung zu verstehen. Allgemein, nicht nur für Autoren. Und da falsche Mythen zu propagieren (und ja, das tut man halt, wenn man eine Pseudo-Mittelalterliche Welt hat, die alle Sachen, von denen Leute glauben, dass sie im Mittelalter so gewesen wären, beinhaltet) hilft eben, diese Mythen noch weiter zu verankern und diese Mythen wiederum sind die Grundlage für viel Blödsinn heute. Nicht nur historisch gesehen. So viele falsche Annahmen über Geschichte sind bspw. Grundlage für Rassismus. :/


    Man schreibt ja kein historisches Setting, sondern hat im Prinzip komplett freie Wahl mit seiner Welt

    Wenn man glaubwürdig bleiben will, hat man eben doch keine freie Wahl.
    Ja, ich weiß, dass viele Leute nicht hinterfragen oder nachdenken. Dennoch: Auch Fantasy braucht Realismus und Recherche. Weil Suspension of Disbelieve nur geht, wenn die Welt nachvollziehbare Regeln hat. Alle Konsumenten werden immer davon ausgehen, dass diese Regeln so sind, wie sie sie von der Realen Welt her annehmen (entsprechend variiert es natürlich auch, wer etwas wie annimmt). Jedwede Abweichung muss an sich irgendwie erklärt werden. Und sei es nur mit "A wizard did it".
    Das heißt natürlich auch, dass viele Leute, weil sie einfach keine Ahnung haben, wie sich Kultur und Sprache entwickelt haben, und einfach annehmen, dass das alles irgendwie Gottgegeben ist, keine Probleme damit haben, wenn sich mit einer Fantasy-Welt konfrontiert werden, wo es ebenfalls keine logische Entwicklung gibt (weil es ihrer Annahme der Realität entspricht), aber jeder, der ein wenig Ahnung davon hat, wird sich eben daran stoßen - wie sehr ist meistens davon abhängig davon, wie gut der Rest der Geschichte ist.


    Wenn man beispielsweise einen Planeten hat, der größer als die Erde ist oder ähnliches, mag es sein, dass ein Tag 32 Stunden dauert. Es mag auch sein, dass es ohne die Menschheitsgeschichte, wie sie sich hier abgespielt hat, ein vollkommen anderes Kalendersystem gibt und man mit 18 Monaten rechnet oder was völlig anderes hernimmt, aber wer um Himmes Willen soll das lernen wollen. XD

    Wieso denn lernen?
    Ich lerne nicht, dass eine Welt so ist, wie sie ist. Ich lese es nur.
    Du tust so, als würde es damit einher gehen, dass man am Ende eines Fantasy-Romans einen Test darüber schreiben muss. Was aber nicht der Fall ist. Dinge sind in der Welt, wie sie sind, und wenn der Autor halbwegs Ahnung von seinem Handwerk hat, dann wird der Leser das so hinnehmen, sofern es Konsistent ist.

  • Servus,


    darf man hier noch schreiben? Der Beitrag ist ja etwas älter und ich stöber gerne ^^".


    Zuerst: Intressanter Guide, aber einige Sachen verstehe ich nicht ganz und führe die Punkte etwas aus, aber nicht wegs Kritik, sondern blanker Intresse wegs meiner eigenen Story.


    Die Welt ist eine eigene Welt, mit eigener kultureller Entwicklung und dennoch sind die Hobbits eine Karikatur britischen Landlebens, die sogar dasselbe Kalendersystem, wie die Briten nutzen und zumindest teilweise auch britische Namen haben, ohne, dass es vorher entsprechende Vorläuferkulturen (Gälen, Waliser, Römer, Angel-Sachsen) gab.

    Ich muss zugeben, ich kenne die Bücher nicht und bin generell von der Serie kein Fan, aber sagt er denn, es gäbe sie nicht?! Nur weil ein Autor etwas nicht erwähnt, heißt das nicht, es ist nicht vorhanden. Die Bücher sind so oder so totale Wälzer und ich weiß nicht, ob viele Leder die xte Hintergrunderklärung brauchen oder auch wollen.

    Jedenfalls von der eigentlich erzählten Geschichte her, wissen wir wenig über die Freizeitgestaltung von irgendeiner Nicht-Hobbit-Rasse, abseits vom großzügigen Alkoholkonsum.

    Wieder das Problem mit der Menge und ähnlich wie bei den Inseln von OnePiece. Ich denke es ist nicht zweckführend so ausladend zu werden, oder?

    Und gerade der Konflikt wird sehr einseitig angegangen, die gegnerischen Parteien nie wirklich ausgebaut. Weder die Orks, noch die Wilderlinge haben wirklich eine Kultur.

    Ich habe keinen Krieg miterlebt, aber hat Kultur in einer Welt Platz, in der ein so extremer Krieg herrscht?

    Wie sich die Wasserstämme als eine Kultur entwickeln konnten, obwohl sie an gegenüberliegenden Enden der Welt sind, ist fraglich.

    Vielleicht haben sie ja mal zusammengelebt und wurden dann getrennt? Gibt es bei Avatar eine "Historie"?

    Es scheinen alle (übliches Fantasy-Thema) dieselbe Sprache zu sprechen, die sich auch in 100 Jahren nicht verändert hat, während aber dennoch alle Kulturen ihre eigenen Namen, ja, scheinbar sogar leicht unterschiedliche Schriftsysteme haben, was daraus kommt, dass die Kulturen sehr stark an reale Kulturen angelehnt sind.

    Ich bin mir jetzt nicht sicher wielange Sprache braucht, um sich zu entwickeln, aber vieles ist. denke ich, einfach ein Kommunikationsproblem zwischen Autor und Leser. Soll der Autor jedesmal schreiben in welcher Sprache einer spricht? Verstehe den Punkt nicht ganz, oder besser, wie kann man dies deiner Meinung nach besser machen?

    Auch ist auffällig, dass die Luftnomaden effektiv Buddhisten in allem außer Namen sind, aber es gleichzeitig keine vorhergehende hinduistische Kultur gibt, selbst wenn viel der unterliegenden Philosophie (die Serie heißt immerhin „Avatar“) dem Hinduismus entspringt.

    Auch hier wieder: Gibt es eine Historie?

    Das offensichtlichste Problem, das Harry Potter hat, sind die Muggel. Die sind halt dumm und bemerken nichts, wenn man sie nicht mit der Nase draufstößt. Was doch ein wenig unrealistisch ist, gerade wenn man die Erklärungen ansieht, die vor allem sämtliche Formen von Space Exploration ignorieren.

    Bei allem, was in den Büchern so passiert, ist anzunehmen, dass es eher Geheimorganisationen wie CIA und MI6 gibt, die einfach beschlossen haben, dass sie ignorieren, was die Zauberer machen, weil es sich nicht lohnt, sich da einzumischen.

    Ich weiß nicht mehr genau woher der Spruch ist: Magie ist Wissenschaft, die wir (noch) nicht verstehen.

    Und die Biene sieht ultraviolettes Licht im Gegensatz zu uns. Vllt ist die Magie ein anderes "Spektrum"?!

    Dazu soll gesagt sein: Ich kenne nur die ersten 4 Filme und kein einziges Buch. Was wäre denn, sollten dort alle Menschen wissen, dass es Magie gibt? Gesehen werden Magier doch manchmal trotzdem?!


    Jeder Planet hat seine eine Sache und das ist das, dem alles auf dem Planeten unterworfen ist. Planeten sind immer als ganze Planeten Dschungel- oder Wüstenplaneten.

    Wüstenplaneten gibts doch?! Es gibt au Eisplaneten oder Wasserplaneten, auf denen lebt halt nur nix (großes). Komplett Dschungel is natürlich Quark ^^, wobei ich nicht weiß, ob das bei nem Mond möglich wäre. Da kenn ich mich zu wenig aus.

    Wird denn gesagt, dass es nur eine Sache immer gibt, oder fällt das einfach unter den Tisch?!


    Es gibt in der Geschichte überall auf der Welt das Bildniss von Drachen, zwar leicht anders, aber alle spucken Feuer. Was ich damit sagen will: Auch Kulturen können sich ähnlich entwickeln, auch wenn sie weit weg von einander sind.


    Ich frage mich nur: Wenn jemand unsere Gesellschaft sehen würde, würde er sich dann auch fragen, wie diese entstanden ist? (Prost Mahlzeit beim Lesen der letzten Millionen Jahre in Geschichtsbüchern^^")


    Ich weiß scho, was Sunaki meint. Du hast viele Sachen, wie man es nicht machen sollte, aber was ist nun das Positivbeispiel? Ich glaube, jede Welt hat ihre Fehler, einfach schon , weil wirklich kein Mensch ein gesamtes Universum mit Mathematik und Naturgesetzen sich in einer Lebzeit ausdenken kann. Findige Menschen sehen noch jedes kleine Detail oder jeden Fehler.


    Es kann auch sein, das ich vieles grad falsch verstehe... Mein Mitbwohner schaut zB grad MyHeroAkedemia, das müsste dann ja ein rießengroßes Negativbeispiel sein. Er mags trotzdem...


    bellchen


    Evoli

  • Was das Problem mit den fehlenden Informationen angeht: Es ist gar nicht mal so entscheidend, ob es explizit genannt wird bellchen . Bei einem guten Buch schafft es vielleicht die Hälfte, wenn nicht weniger, der Informationen, die der Autor sich zurechtgelegt hat, auch wirklich aufs Papier. In einem Seminar zum Schreiben historischer Romane hat mal ein Dozent gesagt, dass (in Bezug auf Charaktere) das Geschriebene am Glaubwürdigsten ankommt, wenn man selbst genaue Vorstellungen der Person, ihres Hintergrundes und ihrer Geschichte hat - am Besten über so character Sheets, die alle möglichen Infos zusammenstellen. Entsprechend kannst du das auch auf Kulturen, Religion und andere Themen ausweiten, das Entscheidende ist aber: Es wird nicht alles davon auch erzählt. Und sollte es auch nicht, denn wie du schon sagst, das irritiert dann irgendwo auch einfach.

    Allerdings ist das ganze Hintergrundzeug vor allem für dich als Autor wichtig, damit du deine Welt überzeugend darstellen kannst. Ob das nun Charaktere betrifft, von denen du aufgrund der Erlebnisse weißt, wie sie in bestimmten Situationen reagieren, oder dir (historische) Spannungen zwischen verschiedenen Völkern überlegst, aber nur den Konflikt zwischen ihnen in der Gegenwart beschreibst. Und ich finde, das merkt man auch.

    Mein liebstes Beispiel für so etwas ist Eragon. Ich meine, ich kenne Paolini nicht, aber wenn man da reinliest, macht es den Eindruck, als wäre alles, was sich außerdem der aktuellen Situation befindet, weiß wie ein blankes Blatt Papier. Man bekommt einfach nicht den Eindruck, dass da besonders viele detaillierte Gedanken zur Welt als solcher existieren, das ist zumindest mein Eindruck.

    Man kann das demgegenüber finde ich recht gut mit Geschichten vergleichen, die in unserer Welt spielen. Da muss man zwar kein World Building betreiben, aber das ist ja nur der Fall, weil die Welt schon existiert. Die ganzen Informationen, die wir bei uns gar nicht mehr bewusst wahrnehmen wie Einstellungen zu bestimmten gesellschaftlichen Problemen, dem Schulsystem oder historische Ereignisse haben wir beim Schreiben ja dann auch im Hinterkopf, wir haben sie uns nur nicht selbst ausgedacht.



    Lange Rede, kurzer Sinn: Sind viele Informationen fürs World Building nützlich/sinnvoll? Ja, definitiv. Sollte alles beschrieben werden? Nein, definitiv nicht. Das meiste bleibt in der Birne des Autors und dient lediglich als Werkzeug, um das Bühnenbild der Geshcichte glaubhaft in Szene zu setzen.

  • Ich muss zugeben, ich kenne die Bücher nicht und bin generell von der Serie kein Fan, aber sagt er denn, es gäbe sie nicht?! Nur weil ein Autor etwas nicht erwähnt, heißt das nicht, es ist nicht vorhanden. Die Bücher sind so oder so totale Wälzer und ich weiß nicht, ob viele Leder die xte Hintergrunderklärung brauchen oder auch wollen.

    Wir kriegen in den Büchern nur für so beinahe alles eine Erklärung. Wir haben eine Geschichte Mittelerdes, die Jahrtausende zurückgeht. Aber keine kulturelle Entwicklung. Die Kulturen in Mittelerde sind gänzlich statisch. Etwas, das bei den Elben ja durchaus Sinn ergibt, dank der Langlebigkeit, aber nicht bei allem, was relativ kurze Lebensspannen hat. Nur zum Vergleich: In derselben Zeit, in der wir von Caesar zur heutigen Welt gekommen sind, ist die größte Veränderung in Mittelerde gewesen, dass ein paar neue Städte gebaut wurden.


    Wieder das Problem mit der Menge und ähnlich wie bei den Inseln von OnePiece. Ich denke es ist nicht zweckführend so ausladend zu werden, oder?

    Natürlich ist es Zweckfüllend. Gerade Alltag ist extrem wichtig und wird dennoch die ganze Zeit unterschlagen, weil viele nicht sehen, warum er so wichtig ist. Aber doch, gerade Alltag ist eine Sache, die man über seine Welt wissen sollte, da es das Verhalten der Charaktere beeinflussen wird. Man muss ihr normales Leben kennen, um die Außergewöhnlichen Situationen, die meist in der Handlung sich zutragen, darstellen zu können.


    Das geht auf einen Satz zurück, den irgendein Fantasy-Autor mal so schön gesagt hat, auch wenn ich nicht mehr weiß, wer es war: "In Fantasy worlds, you can have adventures but not live in." (Irgendwie so. Also übersetzt: "In Fantasywelten, kann man ein Abendteuer erleben, aber nicht leben.") Halt als Anspielung darauf, dass alles, was nicht mit dem Plot zu tun hat, unterschlagen wird, weswegen niemand einfach nur in der Welt leben kann.


    Ich habe keinen Krieg miterlebt, aber hat Kultur in einer Welt Platz, in der ein so extremer Krieg herrscht?

    Natürlich hat sie das. Die Römer waren permanent im Krieg mit irgendwem und dennoch hatten sie Kultur. Generell: Europa war für tausende von Jahren in einem mehr oder minder dauerhaften Kriegszustand und wir haben dennoch massenhaft Kultur. Manche Kulturen sind auch so entstanden, dass sie kulturell Kriege rechtfertigen.


    Gibt es bei Avatar eine "Historie"?

    Nicht wirklich, nein. Es gibt Ansätze davon, aber diese sind gerne "Was der Plot verlangt, um Aktion X zu rechtfertigen". Das einzige, worüber wir so etwas wie eine Historie haben, sind die letzten paar Avatare und deren Taten.


    Was wir aber definitiv wissen: Es gibt an sich keine Pseudo-Indische Kultur. Und die Nationen waren so gesehen halt auch sehr statisch für die längste Zeit. (aka: Wasser -> Inuit, Erde -> China, Feuer -> Japan, Luft -> Tibet) Was bei den ganzen Konzepten, die aus der indischen Kultur kommen, sehr seltsam wirkt.


    Ich bin mir jetzt nicht sicher wielange Sprache braucht, um sich zu entwickeln, aber vieles ist. denke ich, einfach ein Kommunikationsproblem zwischen Autor und Leser. Soll der Autor jedesmal schreiben in welcher Sprache einer spricht? Verstehe den Punkt nicht ganz, oder besser, wie kann man dies deiner Meinung nach besser machen?

    Relativ leicht. Wenn man einen Perspektivencharakter hat, kann dieser nicht alles verstehen, was gesprochen wird. Entweder kann man dann den Klanglaut wiedergeben, was andere in einer unbekannten Sprache sagen, oder einfach schreiben: "Er sagte etwas auf [Sprache]." Und wenn der Charakter die Sprache kann, kann man beispielsweise schreiben: "..., antwortete sie auf [Sprache]". Sobald man einmal etabliert hat, dass ein Gespräch in einer Sprache stattfindet, muss man es auch nicht ständig dazu schreiben.


    Ich habe bei mir immer zwei verschiedene Ansätze in Gebrauch:


    Entweder ich entscheide mich auf eine Sprache - die Hauptsprache einer Szene - die ich als Deutsch darstelle und schreibe alles andere in der etwaigen Sprache aus. (Hauptsprache ist dann die Sprache, die in einer Szene am häufigsten gesprochen wird.)


    Oder ich schreibe halt alles auf Deutsch, was der PoV Charakter versteht und gebe eben Signal von wegen "Er sprach [Sprache]" hinzu. (Gerade bei Mosaik muss ich das oft machen, da es nun einmal in der Söldnerei spielt und noch dazu in einem Land, in dem 6 verschiedene Sprachen von vielen verschiedenen Leuten gesprochen werden. Südafrika als Setting braucht so etwas.)


    Dazu soll gesagt sein: Ich kenne nur die ersten 4 Filme und kein einziges Buch. Was wäre denn, sollten dort alle Menschen wissen, dass es Magie gibt? Gesehen werden Magier doch manchmal trotzdem?!

    Offiziell, laut Rowling, weiß niemand was, weil laut Rowling alle Muggel dumm und praktisch gehirnamputiert leben. Und würden die Menschen wissen, dass es Magie gibt, gäbe es ja Interaktionen zwischen diesen verschiedenen Kulturen und stelle sich das einer mal vor, würden die Magier ihre ganzen Sachen hinterfragen müssen, was sie aktuell irgendwie nicht müssen, weil alle Muggelgeborenen offenbar einfach alles andere vergessen, sobald sie in Hogwarts sind. (Rowling sucks at worldbuilding.)


    Wüstenplaneten gibts doch?!

    Ja, aber von allem, was wir wissen, kein höher Leben auf solchen, da sie nicht genug Atmosphäre entwickeln, um höheres Leben zu erlauben.


    Es gibt in der Geschichte überall auf der Welt das Bildniss von Drachen, zwar leicht anders, aber alle spucken Feuer. Was ich damit sagen will: Auch Kulturen können sich ähnlich entwickeln, auch wenn sie weit weg von einander sind.

    Das ist ironischerweise so ein Punkt, weshalb Kulturgeschichte wichtig ist. Gemeinsame Kulturelle Elemente gehen immer darauf zurück, dass sie aus derselben Kultur kommen, selbst wenn diese Kultur seit teilweise zehntausend Jahren verschwunden ist.


    Bspw schau dir die Kulturen an, die von der Proto-Indo-Europäischen Kultur abstammen. Das heißt beinahe alles in Europa, bis auf die Kelten, das alte Ägypten, die Römer und Griechen, das alte Mesopotamien, die Kanaaniten, die Juden, alles was von den Juden sich abgespalten hat, die Wikinger, der Hinduismus, daher auch der Buddhismus, der Taoismus und der Shintoismus. All diese Kulturen gehen zumindest zu teilen, auf diese Proto-Kultur zurück, weshalb sie Mythisch und auch Sprachlich viele Aspekte teilen. Du findest bestimmte Geschichten in den Legenden von JEDER dieser Kulturen. Bspw. einen Himmelsgott, der gegen eine Chaosschlange kämpft. Das hat sich aber nicht zufällig so entwickelt, sondern dadurch, dass diese Kulturen alle von derselben Kultur abstammen.


    Und ein paar Konzepte gehen halt noch weiter zurück. Definitiv das Konzept des Vampirs (aka eines Dämonischen Wesens, das Blut oder Lebensenergie konsumiert). Drachen wahrscheinlich auch, wobei Drachen so ein interessanter Fall sind, weil es etwas ist, wo man ein gutes Argument dafür machen kann, dass diverse Drachen eigentlich keine Drachen sind, sondern nur gerade so genug Eigenschaften von Drachen haben, als das wir sie als solche lesen. Und mal ehrlich, wenn man bedenkt dass Drachen die längste Zeit der Geschichte lang einfach überdimensionierte Chimären waren, kann man genau so gut sagen: "Großes fliegendes Monster. Ist wohl ein Drache."


    [Hier gedanklich bitte eine längere Abhandlung über die verschieden mythologischen Rollen von Schlangen und Echsen einfügen, weil Kulturforschung total spannend ist. <3]


    Ich weiß scho, was Sunakimeint. Du hast viele Sachen, wie man es nicht machen sollte, aber was ist nun das Positivbeispiel? Ich glaube, jede Welt hat ihre Fehler, einfach schon , weil wirklich kein Mensch ein gesamtes Universum mit Mathematik und Naturgesetzen sich in einer Lebzeit ausdenken kann. Findige Menschen sehen noch jedes kleine Detail oder jeden Fehler.


    Es kann auch sein, das ich vieles grad falsch verstehe... Mein Mitbwohner schaut zB grad MyHeroAkedemia, das müsste dann ja ein rießengroßes Negativbeispiel sein. Er mags trotzdem...

    Wie ich mehr als einmal im Text sage: Gutes Worldbuilding macht eine Schlechte Geschichte nicht zwangsweise gut, schlechtes Worldbuilding eine gute Geschichte nicht etwaig schlecht. Aber diese Anleitung ist halt eine Worldbuilding Anleitung für gutes Worldbuilding und gutes Worldbuilding hat sich zumindest darüber Gedanken über solche Aspekte gemacht. Nicht alles kommt in die Geschichte rein, aber man merkt, ob sich ein Autor über diese Dinge Gedanken gemacht hat. Es macht die Geschichte glaubwürdiger.


    Effektiv das was Sheogorath sagt. :)


    Was Beispiele angeht, habe ich mich entschlossen eben keine Bücher/Filme/Serien zu nennen, da wirklich das einzige, das mir dahingehend einfällt, was viele kennen, Mad Max und ein Buch ist, bei dem Leute auf Dächer steigen werden, wenn es als Positivbeispiel genannt wird. Und Mad Max ist ein komisches Beispiel, weil das gute Worldbuilding über visuelle Elemente passiert. Alles andere, was mir an Positivbeispiel einfällt, ist sehr unbekannt.


    Daher werde ich wohl später (wenn ich etwas mehr Zeit habe) Beispiele aus historischem Kontext nehmen.

  • Du könntest natürlich auch, wenn es nicht zu viel Arbeit macht, eigene Beispiele dafür nehmen, Alaiya . Oder vielleicht hast du ja zu bereits geschriebenen Geschichten von dir Daten und Notizen, die du verwenden kannst. Das könnte z.B. so aussehen: Du haust einen ganzen Wust Hintergrundinfo in einen Spoiler und im nächsten beschreibst du eine Szene. Oder umgekehrt. Dadurch zeigst du ein Textstück, das als solches funktioniert, aber auch, was da alles noch hintersteht.

    Wichtig ist auf jeden Fall auch, anzumerken, dass man sich nicht in Kleinigkeiten verzetteln, sondern versuchen sollte, ein gesundes Mittelmaß zu finden.

  • Erstmal danke für deine ausführliche Antwort ^^.

    Halt als Anspielung darauf, dass alles, was nicht mit dem Plot zu tun hat, unterschlagen wird, weswegen niemand einfach nur in der Welt leben kann.

    Intressanter Aspekt. Was mir da zur Otto-Normal-Bevölkerung einfällt: "Öhhh, das ja voll langweilig, der beschreibt ja bloß wie sich zwei unterhalten *Buch wegschmeiß*"

    Ich glaub manchmal, das Rowling mit den gehirnambutierten Muggeln garnet so Unrecht hat. Viele wollen eben Aktion, Blut und Verzweiflung... zumindest hab ich manchmal den Eindruck...

    Vielleicht wird es daher auch aus Angst weggelassen. Aber klar, man lernt die Charaktere im Alltag kennen und das macht sie menschlicher.

    "Was der Plot verlangt, um Aktion X zu rechtfertigen"

    Also wäre es umgekehrt besser? ^^"

    Diese Frage wäre echt intressant, da ich vermute, genau diesen Fehler in meiner Geschichte (zumindest in der Planung) zu machen.

    Ja, aber von allem, was wir wissen, kein höher Leben auf solchen, da sie nicht genug Atmosphäre entwickeln, um höheres Leben zu erlauben.

    Ahso, ich dachte allgemein ^^.

    Klar, auf diesen Planeten gibt es ja kein Wasser, siehe Tatoine von Star Wars.

    Das ist ironischerweise so ein Punkt, weshalb Kulturgeschichte wichtig ist. Gemeinsame Kulturelle Elemente gehen immer darauf zurück, dass sie aus derselben Kultur kommen, selbst wenn diese Kultur seit teilweise zehntausend Jahren verschwunden ist.

    Wieder was gelernt. Aber dann wäre das ja eigentlich das Wichtigste im Worldbiulding?!

    Wichtig ist auf jeden Fall auch, anzumerken, dass man sich nicht in Kleinigkeiten verzetteln, sondern versuchen sollte, ein gesundes Mittelmaß zu finden.

    Ich glaube aber, das gerade das Mittelmaß schwer ist. Man muss vllt nicht alles niederschrieben, aber durchdenken schon, oder?!


    Nebenbei: Ich hab nie ein Buch gefunden, was mir zusagt. Als Kind wissbegierig und nur Wissensbücher gelesen. Als Jugendliche war mir das Zeug, wasses gab zu stumpf. Besonders Schullektüre hat mir so die Lust aufs Lesen verdorben -.-.

    Da waren Mangas dann viiiieeeeelll intressanter ^^", wobei ichs mittlerweile schade finde.

  • Intressanter Aspekt. Was mir da zur Otto-Normal-Bevölkerung einfällt: "Öhhh, das ja voll langweilig, der beschreibt ja bloß wie sich zwei unterhalten *Buch wegschmeiß*"

    Ich glaub manchmal, das Rowling mit den gehirnambutierten Muggeln garnet so Unrecht hat. Viele wollen eben Aktion, Blut und Verzweiflung... zumindest hab ich manchmal den Eindruck...

    Vielleicht wird es daher auch aus Angst weggelassen. Aber klar, man lernt die Charaktere im Alltag kennen und das macht sie menschlicher.

    Ich würde nicht einmal behaupten, dass das "Otto-Normal-Bevölkerung" so sieht.

    Das ist generell ein Thema, dass ich immer kritisch sehe, weil es viel in Online-Guides steht, aber ich sehr selten wirklich einen entsprechenden Konflikt mit Lesern sehe, solange die Charaktere ansprechend geschrieben sind. Nämlich dieses: "Eine Geschichte MUSS mit einer Actionszene anfangen". Und ich persönlich habe keine Lust eine Geschichte zu lesen, die so anfängt.


    Was die Muggel angeht: Ne, was Rowling macht ist wirklich Blödsinn. Ich kann absolut damit leben (ob es realistisch ist, ist eine andere Frage), wenn Regierungen, Polizei, Militär usw. von Magie wissen, aber die allgemeine Bevölkerung im Dunkeln gehalten wird, was natürlich nicht heißt, dass niemand davon weiß. Ein paar Leute werden es herausfinden - vor allem Familienmitglieder usw. - und dann gibt es natürlich eh immer Verschwörungstheoretiker, die vielleicht doch richtig liegen.


    Was Rowlings Welt vor allem unrealistisch macht, sind Sachen, wie moderne Satelliten-Technologie und vor allem eben die Muggelgeborenen. Wenn da ein 11jähriges Kind jetzt auf eine andere, magische Schule geschickt wird, wie hält man dieses Kind davon ab, keinen entfernten Verwandten und keinen Grundschulfreunden davon zu erzählen? Ja, eben. Gar nicht. Würden viele Kinder auch nicht wollen. Diverse Kinder würden auch lieber mit ihren Schulfreunden zusammen auf die Highschool gehen wollen. Nicht zu vergessen: Wie bekommt man Petunia Evans und Dudley Dursley dazu, die Klappe zu halten, dass die doofe Schwester, bzw. der Doofe Cousin auf diese super Special Schule geht? Warum gab es keine Petunia Evans, die in eine Machtposition gekommen ist, und dass dann gegen die Magier verwendet hat? Das macht einfach keinen Sinn.


    Das ist eben auch der Punkt, wo Urban Fantasy schnell Probleme bekommt.


    Also wäre es umgekehrt besser? ^^"

    Diese Frage wäre echt intressant, da ich vermute, genau diesen Fehler in meiner Geschichte (zumindest in der Planung) zu machen.

    Ich denke, schon. Man sollte in meinen Augen erst einmal zumindest grob die Welt, die Geschichte und die Regeln machen, um logisch nachvollziehen zu können, wie die Geschichte sich entwickelt. Natürlich ist es irgendwo auch Geschmackssache. Viele Leute sind absolut okay damit, wenn eine Welt nur existiert, damit eine Geschichte darin passiert, aber außerhalb dessen, die Welt gar nicht funktionieren könnte. Ich gehöre definitiv nicht dazu.


    Das heißt nicht, dass man nicht doch später ein paar Sachen feststellt, die man nicht bedacht hat. Eine einzelne Person kann nur so viel tun. Bspw. habe ich bei meinem Roman jetzt auch ein Punkt gehabt, wo meine Lektorin berechtigt Fragen zur Krankenversicherung der Charaktere gestellt hat. Ich war einfach davon ausgegangen, dass die Charaktere Privatversichert sind, aber es hat mich dazu gebracht ein wenig zu hinterfragen, wie das jetzt eigentlich mit Ärzten und Krankenversicherungen für die magischen Leute in meiner Urban Fantasy Welt aussieht. Wir wussten vorher, dass es Spezialärzte gibt, aber jetzt gibt es ein ganzes magisches Gesundheitswesen. Und eine arg geschwächte Heilmagie.


    Wieder was gelernt. Aber dann wäre das ja eigentlich das Wichtigste im Worldbiulding?!

    Ist es auch. Deswegen habe ich den Startpost halt so aufgebaut, wie er ist. Allerdings hast du Recht, es sollte vielleicht noch ein Absatz dazu kommen, zum Thema Völkerwanderung.


    Aber man darf wirklich nicht unterschätzen, wie die Umgebung und die physischen Gegegebenheiten eine Kultur und Gesellschaft formen. Deswegen ist die Biologie, Geologie und Physik einer Welt so wichtig.


    Nebenbei: Ich hab nie ein Buch gefunden, was mir zusagt. Als Kind wissbegierig und nur Wissensbücher gelesen. Als Jugendliche war mir das Zeug, wasses gab zu stumpf. Besonders Schullektüre hat mir so die Lust aufs Lesen verdorben -.-.

    Da waren Mangas dann viiiieeeeelll intressanter ^^", wobei ichs mittlerweile schade finde.

    Schullektüre ist definitiv ein Faktor.

    Dennoch ist Lesen wichtig, gerade wenn man selbst schreibt. Vor allem viel verschiedene Dinge lesen. Es hilft zum einen, verschiedene Arten eine Handlung zu konstruieren zu lernen, als auch den Wortschatz zu erweitern. :)

    Es gibt massenhaft Bücher da draußen. Manchmal muss man halt bei Kleinverlagen und Indie-Autoren suchen.

  • Zitat von bellchen


    Nebenbei: Ich hab nie ein Buch gefunden, was mir zusagt. Als Kind wissbegierig und nur Wissensbücher gelesen. Als Jugendliche war mir das Zeug, wasses gab zu stumpf. Besonders Schullektüre hat mir so die Lust aufs Lesen verdorben -.-.

    Da waren Mangas dann viiiieeeeelll intressanter ^^", wobei ichs mittlerweile schade finde.

    Mir auch. Vor allem zu der Zeit, als wir eine Lehrerin hatten (iwie hatten wir viel zu viele lol), die so... naja, furchtbar pretentious war. Nichtmal die Schullektüre selbst war Schuld, sondern die Interpretationen und das dauernde Eingehämmere davon wie "Literatur sein müsse" und dass wir alle verdummen würden bei der bösen, bösen Unterhaltungsliteratur. Kurz gesagt: Was Spaß macht, kann ja nur schlecht sein. Bin heute immer noch allergisch dagegen. XD

    Allerdings find ich auch, dass es egal ist, welches Medium du heranziehst.


    Zitat von bellchen

    Intressanter Aspekt. Was mir da zur Otto-Normal-Bevölkerung einfällt: "Öhhh, das ja voll langweilig, der beschreibt ja bloß wie sich zwei unterhalten *Buch wegschmeiß*"

    Ich glaub manchmal, das Rowling mit den gehirnambutierten Muggeln garnet so Unrecht hat. Viele wollen eben Aktion, Blut und Verzweiflung... zumindest hab ich manchmal den Eindruck...

    Mag ich zwar auch nicht, dass so viel Wert auf Action gelegt wird und damit Charakterszenen zu Gunsten einer weiteren Actionsequenz verschwinden *hust* Bis auf die Verzweiflung.

    Doch wur weil andere Leute andere Dinge von einem fiktiven Werk wollen, muss man da noch lange keine so negative Wertung darüber abgeben und sich drüberstellen. :wink:


    Back to topic:
    Ich glaub auch, dass man ein Mittelmaß finden sollte. Ein Mensch alleine kann schlecht alle Aspekte bedenken und tbh, wäre ich viel zu ungeduldig, um eine riesige und weit zurückreichende Historie zu entwickeln. Da liegt wahrscheinlich das eigentliche Problem, bei mir und vermutlich so manch anderem.

    Dafür muss man, wie gesagt, wohl wirklich ein ganz spezieller Typ Mensch sein, damit sowas einem Spaß bereiten kann. Das sind wohl auch dieselben Leute, die auch gern Pen & Paper spielen, das mir nach drei, vier Sitzungen recht (sprich wirklich sehr) zuwider wurde. ^^" Ich mag es nicht, Charaktereigenschaften und Fertigkeiten anhand von Zahlen darzustellen, ich mag das Würfelsystem nicht und ... es war einfach nicht meins. Es macht so gar keinen Spaß. Wenn ich mit Leuten treffe, will ich nicht am Ende so viele Sitzungen über bei Pen & Paper dasitzen.

    Deswegen versteh ich es von dieser Seite, dass in Avatar nur die historischen Aspekte ausgearbeitet worden sind, die auch wirklich wichtig waren und die Avatare betrafen.

    Ich bin ein Mensch, der dann endlich schreiben und die Charaktere ihre Geschichte erzählen lassen will, inklusiver Magie etc.

    Mir ist schon klar, dass die Historie die Innen- und Außenpolitik, die Handlungsbeziehungen, technologischen Fortschritt, Sprache etc. beeinflusst, aber ich denke, es würde mir ausreichen mich nur auf diese Aspekte zu beziehen.


    Was ich mir auch schon öfter dachte war, dass man sich bei so vielen Dystopien und Apokalypsen, die auf Katastrophen aufbauen, wenig Gedanken um Atomkraftwerke und etwa der Grundversorgung (da noch eher) Gedanken gemacht hat. Aber ich mag das Genre ja nicht deshalb, weil man sich um diese Dinge Gedanken macht, sondern weil ich die Atmosphäre genieße (ich mag dark and gritty worlds halt sehr XD) und wissen will, wie die Charaktere darin leben, gegen etwas kämpfen und verschiedene Hindernisse in den Weg gestellt bekommen.

    Ich hab schon einige Dystopien und Post-Apokalypsen gesehen bei denen ich mir dachte, dass sich der Autor darum keine Gedanken gemacht hat, aber die waren ja auch nicht der Hauptfokus der Geschichten und sie standen trotzdem nicht vollkommen detaillos dar. Atmosphärisch sind die für mich dennoch wirklich gut und der eigentliche Geschichtenkern steht ja immernoch. Was bei mir hängen bleibt, sondern das, was ich mit den Charakteren und Geschehnissen gefühlsmäßig verbinde und was ich selbst darin gesehen habe. Wo die Nahrungsmittel angebaut werden und ob Atomkraftwerke und andere gefährliche Dinge abgeschalten wurden, ist zwar irgendwo befriedigend zu erfahren, aber nicht wirklich notwendig.
    Wenn ich ehrlich bin, sind manche Ausarbeitungen auch schon auf einer "mir wurst"-Ebene, auf der man sich gar nicht mehr freut, dass sie am Rande vorkommen.


    Mir persönlich ist die Gesamtatmosphäre eben viel wichtiger als die Logik dahinter, zumindest bei diesen Dingen. Wenn etwas atmosphärisch gut wirkt und mich damit und dem Charakterdama etc. mitreißen kann, ist mir vieles andere ... naja, gleichgültig, um ehrlich zu sein. Ich brauch keine bessere Erklärung als "Technik funktioniert in Hogwarts nicht, weil die Magie sie stört", Hauptsache, sie hält die Technik aus dieser Welt heraus, um die Atmosphäre nicht zu zerstören. Mehr zu erfahren wäre natürlich toll gewesen, aber gestört hat es mich nicht wirklich. Im Gegenteil, da hat jeder, dem das wichtig ist, selbst noch was zu tun und kann sich ja auch selbst Erklärungen dazuerfinden.

    Wenn man in einem Fandom drinnen ist, freut man sich zwar über irgendwelche Designs, als wären sie Easter Eggs, aber joa... Sie sind für mich halt schön, aber ich verlange sie nicht in jedem Aspekt. Man freut sich eben nur wie ein Honigkuchenpferd, wenn man welche findet. x3 Zumindest dann, wenn mir das Fandom wichtig ist und meist bezieht es sich eher auf die Handlung und Dialoge oder Charaktereigenschaften selbst.


    Auch diese hunderten Details, die bei der Pokemonwelt hinzugekommen sind, sind meiner Meinung nach eher Spielerei. Manche sind mir für die Glaubwürdigkeit wichtig, ja, vor allem die Dinge, die auch für die Story bedeutend sind, aber ein zu starker Fokus darauf würde auch mich nur vom Wesentlichen ablenken. Das sind halt vor allem solche Details, die mir beim Schreiben und Ausarbeiten der Charaktersteckbriefe spontan in den Sinn kamen oder aus Scherzen entstanden sind aka "stell dir vor, dein Fukano ist erkältet und niest in der Ubahn. Man sollte Pokemon auf öffentlichen Plätzen verbieten." XD Die Geschichte überlebt auch ohne dem Detail, aber ich fand es nett es zu übernehmen.

    Manches ist TBH auch nur so halb ausgearbeitet. Ich weiß zwar, dass Trainer Ausweise benötigen und nicht jeder einfach so Drachen und co. halten darf. Auch ein paar Bestimmungen dazu, aber nicht im äußersten Detail und mit jeder Ausnahmeregelung oder so. Ich will jetzt ehrlich keine Paragraphen entwerfen. Ist ja auch nicht so, als würde sich jeder an ein Gesetz halten. Selbst, wenn Kontrollen erfolgen, gibt es immer genügend Leute, die sich da irgendwie durchwinden. XD Demnach verändern solche Kleinigkeiten die Geschichte nicht grundlegend. Charaktere können sich immer dazu entscheiden Dinge zu umgehen und solange man ihnen nicht dahinterkommt, passiert in der Hinsicht nichts im Verlauf der Haupthandlung.

    Krankenversicherungen und co. fand ich da schon wichtiger, weil Center eben wie Jugendherbergen funktionieren und man auch seine Pokemon verpflegen und heilen lassen muss. Wenn das Einkommen also kaum für Miete und Essen ausreicht, dann werden sich viele Jugendlicher solcher Familien diesen Spaß des Herumreisens, für manche Lebenstraum, nicht erlauben können.


    So habe ich das auch mit meiner Steampunkwelt und Urban Fantasy-Story. Ich will ein Familiendrama und eine Liebesgeschichte schreiben, nicht darauf aufmerksam, ob Regierungen, Militär und die normale Bevölkerung von verschiedenen Geistern und Naturgeistern Bescheid wissen. ^^" Es gibt iR ja auch Menschen, die zu wissen meinen, dass alle möglichen Formen des Übernatürlichen existieren und solche, dieihnen widersprechen und gegenteilige Beweise vorlegen wollen. Man wird niemals eine Situation erhalten, in der Großteil oder sogar ausnahmslos alle Menschen einer Ansicht sind.
    Ich denke, das Ausmaß der Geschehnisse ist auch wichtig. Geht es um das Schicksal einer ganzen Welt oder um ein Drama in einem kleineren Kreis? Kurz zusammengefasst geht es um den Geist eines ermordeten jungen Mannes, der keine Ruhe findet, da seine ältere Schwester noch nach ihm und dem Täter sucht und der sich in meinen Protagonisten verliebt. Demnach ist für meinen Protagonisten bloß wichtig seine Begabung für sich zu behalten, weil man diesen Menschen ohnehin keinen Glauben schenkt (zumindest der Großteil nicht) und ich habe mich damals entschlossen sowas zu schreiben, weil mich diese Geschichten schon immer fasziniert haben.


    Zitat von Alaiya

    Ja, aber von allem, was wir wissen, kein höher Leben auf solchen, da sie nicht genug Atmosphäre entwickeln, um höheres Leben zu erlauben.

    Zitat von Alaiya

    Ich denke, schon. Man sollte in meinen Augen erst einmal zumindest grob die Welt, die Geschichte und die Regeln machen, um logisch nachvollziehen zu können, wie die Geschichte sich entwickelt. Natürlich ist es irgendwo auch Geschmackssache. Viele Leute sind absolut okay damit, wenn eine Welt nur existiert, damit eine Geschichte darin passiert, aber außerhalb dessen, die Welt gar nicht funktionieren könnte. Ich gehöre definitiv nicht dazu.


    Eben. Ich weiß, das war nicht das eigentliche Ziel deines Topics, aber man muss sich als Autor auch manchmal einfach "durchsetzen" und das schreiben, was einen am besten gefällt. Was du sagst, mag faktisch alles richtig sein, aber es ist nicht die Schuld des Autors, wenn sich manche Leute mehr oder weniger der suspension of disbelief verweigern. Da muss man eben entscheiden, was man selbst will. Entweder eine vollkommen korrekte Welt oder sowas wie einen belebten Wüstenplaneten.


    Btw, punkto Manga/Anime, Battle Shounen und Urban Fantasy, ich weiß nicht, wie das andere sehen, aber ich finde das Setting und World Building von Noragami nahezu perfekt. x3 Der Vorzug hier ist eben, dass es sich um Shinto dreht und die Kamis existieren und wiedergeboren werden, weil man an sie glaubt (ich glaube, "clap your hands, if you believe" war auch Alaiya s Konzept?), ihnen zu Liebe Traditionen abhält und Schreine erbaut. Da fühlt es sich so an, als würde die eine Welt die andere nicht vollkommen ausschließen.


    (Sorry, dass ich so oft editiere, aber mein Lappi ist sehr langsam und hängt sich öfter auf, da speicher ich gern dazwischen. ^^")