Plauderthema zum National Poetry Month 2021

  • (Quelle)



    Hallo, liebe Lyrikbegeisterte,


    dies ist das Plaudertopic zur diesjährigen NPM-Aktion. In diesem Topic könnt ihr euch gegenseitig über die Aktion austauschen und euch inspirieren - gibt es vielleicht Gedichtformen, die euch besonders gefallen? Möchtet ihr vielleicht die Gedichte der anderen User:innen kommentieren oder hättet gerne selbst eine Rückmeldung? Hängt ihr vielleicht gerade bei einer Idee fest oder habt Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer Gedichtform und braucht Hilfe und Motivation? Oder möchtet ihr einfach nur kurz schreiben, warum ihr Lyrik so toll findet? Über all das (und mehr) könnt ihr hier gerne mit anderen Leuten schreiben.


    Wir freuen uns auf eure Beiträge!Dedenne

  • Caroit

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Zitat

    A Haiku A day


    Das wird meine Challenge für diesen Monat! Ich freue mich schon seit Wochen auf diese Aktion, also eigentlich, seit ich davon gelesen habe. Auch wenn ich abgesehen von Mandelev s Werken und ein paar Haikus, die ich zur Vorbereitung geschrieben habe (und weil ich es nicht mehr abwarten konnte), noch nie mit dieser Gedichtart zu tun hatte, merke ich jetzt schon, dass ich sie sehr mag. Also werde ich mich bemühen und hoffentlich jeden April-Tag eins verfassen.


    Wie einige schon wissen, bin ich ein Fan vom Kommentieren und Interpretieren. Ich werde für einige meiner Haikus hier eine kleine "Erklärung" posten, für den Fall, dass jemand mit meinen kryptischen Formulierungen nichts anfangen kann, sofern das in Ordnung ist. Wenn ich die Zeit habe, würde ich natürlich auch gern versuchen, einige Werke von anderen zu interpretieren.


    Ich bin schon sehr gespannt auf eure Gedichte und wünsche euch allen viel Spaß. :)

    LG Evoluna

  • Das wird meine Challenge für diesen Monat! Ich freue mich schon seit Wochen auf diese Aktion, also eigentlich, seit ich davon gelesen habe. Auch wenn ich abgesehen von Mandelev s Werken und ein paar Haikus, die ich zur Vorbereitung geschrieben habe (und weil ich es nicht mehr abwarten konnte), noch nie mit dieser Gedichtart zu tun hatte, merke ich jetzt schon, dass ich sie sehr mag. Also werde ich mich bemühen und hoffentlich jeden April-Tag eins verfassen.

    Kenne das, war bei mir letztes Jahr ähnlich & da du ja immer wieder sagst, ich soll daran teilnehmen, nun auch hier die Aufgabe, mich an die Haikus zu erinnern (okay, Aufgabe klingt nach Befehl ähm Bitte, bitte?)

  • nun auch hier die Aufgabe, mich an die Haikus zu erinnern (okay, Aufgabe klingt nach Befehl ähm Bitte, bitte?)

    Geht klar, Boss! Wenn du mich so lieb fragst, kann ich doch sowieso nicht ablehnen. Und andere Leute nerven kann ich gut, keine Sorge. ^^

  • Es ist eindrücklich, wie du mit so wenigen Silben dem Leser die Ernsthaftigkeit des Todes und die Trauer vermitteln kannst. Beim Grabstein blieb ich einen Moment hängen, der Part stimmte mich nachdenklich und erinnerte mich auch kurz an einen Menschen, den ich sehr mochte. Bisher mein liebstes Haiku in zwei Teilen. Evoluna


  • Thrawn: Für den Fall, dass sich die Aktivität in diesem Kommentier-Topic am zweifelhaften Vorbild der Valetinstags-Aktion orientiert: Sind Doppelposts zugelassen, oder soll ich meinen letzten Beitrag editieren, wenn danach nichts geschrieben wurde?

  • Okay, das wird jetzt vermutlich komplett unstrukturiert, aber ich habe ein paar Gedichte, zu denen ich etwas sagen will, also los.

    Widerstand


    Bist du nicht normal

    ist schon deine Existenz

    die Rebellion

    Ich nehme an, das war beabsichtigt, dass in der letzten Zeile eine Silbe zu wenig hat, um die Rebellion auch in der Form darzustellen. Wirklich schöne Idee, hat mich direkt gekriegt. Der Inhalt klingt ein bisschen nach jugendlicher Alternativkultur ("Ich bin anders, niemand versteht mich"), hat aber auch eine generelle gesellschaftliche Bedeutungsebene. Frauen in "Männerberufen" oder Muslime in einer europäischen Gesellschaft sind jetzt nur harmlose Beispiele.

    Here we go again!

    Counting every syllable,

    While questioning life.

    Diese dritte Zeile berührt mich wirklich. Zum einen bezieht sie sich auf das im Zusammenhang gepostete Haiku vom letzten Jahr, also dass die eigenen Überzeugungen zum Leben, die man formuliert zu haben glaubte (ich überspitze das mal), nun in Frage gestellt werden. Zum anderen trifft sie den Inhalt von Poesie, die sich immer wieder an den Themen des Lebens abarbeitet und ihre Inspiration aus den Fragen gewinnt, die man ihm stellt. Oder die es stellt?

    Die erste Strophe fand ich schon irgendwie witzig, ich musste dabei an das Lied "Ein Jäger längs am Weiher ging" denken, in dem der titelgebende Jäger in der Dämmerung ein Häschen für ein ausgewachsenes Monstrum hält. Eines meiner Lieblingslieder ^^

    Es geht aber gut weiter. Nach der zweiten Strophe hatte ich zwar schon den richtigen Verdacht, was am Ende die Pointe sein könnte, trotzdem sehr gelungenes und humoriges Gedicht.

    Strubbelohrpichu

    Warst einst ein Hippopotas

    Bist du nun glücklich?

    :blush:

    Ich find's zwar immer ein bisschen zwiespältig, wenn man so sehr mit dem Avatar identifiziert wird, aber das ist schon süß.

  • Damit hätte ich bereits meine erste künstlerische Blockade in dieser Aktion hinter mir...

  • Na dann werde ich jetzt einfach frech einen Doppelpost machen. Wenn das nicht erwünscht ist, dann einfach meinen Beitrag löschen.


    Kennst du das auch, Blume? ^^

  • Mensch Emerald , dein Werk braucht erstmal eine Triggerwarnung am Anfang :( Sitze hier im Büro, um 12 habe ich einen Termin, der jederzeit zur Tür rein kann kann und muss spätestens ab Strophe drei mit den Tränen kämpfen. Schön dargestellt und ich liebe es, wie es einerseits metaphorisch ist und andererseits die Metapher wörtlich genommen werden kann und beides funktioniert.

  • Cassandra

    Aaaw, du bist so lieb! :bigheart:

    Tut mir leid, dass das Gedicht dich zu so einem unpassenden Zeitpunkt erwischt hat. Aber ich freue mich sehr, dass ich meine Gefühle so authentisch rüberbringen konnte. Ich habe in dem Text sehr viel verarbeitet.

    Ich schreibe normal Kurzgeschichten (und dieses Jahr auch längere), aber mit Prosa habe ich bisher noch nicht so viel zu tun gehabt. Aber ein paar Gefühle habe ich, die ich sehr gut darin verarbeiten kann (und vielleicht auch muss). Ich bin sehr froh, dass es den National Poetry Month gibt. Aus so eine Art drücke ich mich zum ersten Mal aus.

  • Ja, Kurzgeschichten bieten sich für sowas auch gut an. Mag das Format selber sehr gerne. Was ich an Lyrik aber liebe, wenn es darum geht, Gedanken zu verarbeiten, ist die Möglichkeit mehr Regeln zu brechen. Vor allem auch was Grammatik, Wortwahl und Wortbedeutungen angeht. Das geht natürlich auch in anderen Formaten, aber da ist es unüblicher und kann den Leser stärker von den eigentlichen Emotionen ablenken. Bei Lyrik sind viele schon drauf vorbereitet.


    Ich stelle mir ja recht schnell Dinge direkt vor, wenn ich was lese, und bei deinem Werk war problemlos möglich sich ein richtiges Hin und Her der zwei Perspektiven - deine Realität und die negative Wahrnehmung der Eltern - in einem Farbspiel vorzustellen. Ein wenig wie bei Animationen, die mit Orchester-Musik arbeiten (Fantasia oder Zenith [Klick mich für nen kleinen Einblick]) und Sprünge machen, die melodisch und farblich untermalt sind. Ich kann mir dein Werk in so einer abstrakten Umsetzung so verdammt gut vorstellen, mit dem Kleid als Schwerpunkt des Farbenspiels.

  • Ich würde auch gern ein paar Gedichte interpretieren... :3

    Den Rest dann... später.

  • Okay, weiter geht's:

    Warum gebt ihr euren Werken keine Titel? :/

    Ich hätte mich gern noch mit anderen befasst, aber jetzt habe ich weder Zeit noch Energie übrig. Die anderen werde ich mir für später aufheben. Allerdings muss ich noch schnell ein paar Gedanken zu meinen eigenen Werken loswerden:

  • Hey, Evoluna

    Ich habe echt nichts dagegen, wenn du mich zitierst oder markierst, damit ich auch mitbekomme, wenn du über mich schreibst ^^'


    Schön, dass dich das Haiku mit den Strömen ein bisschen beschäftigt hat, denn gemeint war ja tatsächlich beides, Wasser und Elektrizität, weil es sich auf Mangaras Gedicht über den Wechsel von Hippopotas (Wüste) zu Strubbelohrpichu bezog. Gemeinschaft steht in dem Fall für den Partneravatar. Diese Erklärung nimmt dem ganzen Vers vielleicht ein bisschen von seinem Zauber, aber es war ja schon bewusst so geschrieben, dass man es auch allgemein lesen kann, und sowieso sind Gedichte das, was die Leserin daraus macht ^-^

    Und plötzlich schien ein neuer Kontinent

    am Horizont, wir sind noch lange nicht am End’!
    _________________________________________________- Flocon

    Pichu-Bruder von Neo7 und maaax.

  • Mandelev abonnier halt das Thema! Ich möchte nicht ständig Leute erwähnen, die es am Ende gar nicht interessiert, was ich über ihre Werke denke.


    Oh, darauf hatte ich gar nicht geachtet. Dann geht es ja doch eher um Elektrizität. Ja, wenn du das so erklärst, finde ich es auch nachvollziehbarer. Sehr schöne Idee, jetzt mag ich das Gedicht noch mehr. :)

  • Langsam mache ich mir ja Gedanken, dass ich es mit dem Kommentieren übertreibe, da hier sonst kaum jemand etwas schreibt... Aber egal. Let's Go, Evoli!


    Zu meinem vorgestrigen Haiku muss ich auch etwas loswerden, sonst ist es viel zu kryptisch, um es zu verstehen, fürchte ich.

    Danke für's Lesen, liebe Grüße. :)

  • Ich nehme an, das war beabsichtigt, dass in der letzten Zeile eine Silbe zu wenig hat, um die Rebellion auch in der Form darzustellen. Wirklich schöne Idee, hat mich direkt gekriegt. Der Inhalt klingt ein bisschen nach jugendlicher Alternativkultur ("Ich bin anders, niemand versteht mich"), hat aber auch eine generelle gesellschaftliche Bedeutungsebene. Frauen in "Männerberufen" oder Muslime in einer europäischen Gesellschaft sind jetzt nur harmlose Beispiele.

    Hahaha, tatsächlich dachte ich, dass es am Ende wieder passen würde in der letzten Strophe des Haikus. Ich habe extra im Internet nachgeschaut, ob Re-bel-li-on als viersilbig zählt oder als dreisilbig. Mir wurde erzählt, dass es vier Silben wären. xD

    Ich habe aber bei der letzten Strophe selbst lange überlegt, ob ich extra nicht fünf Silben machen soll weil es thematisch passen würde, und am Ende entschieden, doch bei fünf zu bleiben. Nur waren es scheinbar doch nicht fünf! :haha:


    Hach, jugendliche Alternativkultur. Ja, ich habe da viele Emotionen reingesteckt, die mich die letzten Tage sehr beschäftigt haben. Aber wie wir gestern im Haus Viridium festgestellt haben, liegt meine emotionale Reife auf dem Niveau von unter 20-Jährigen, also joa. Du hast schon Recht. :tongue:


    Genau, das Othering geht manchmal auf Dinge zurück, die man nicht entscheiden oder beeinflussen kann, und das ist es, was mich an der Welt so stört. Wenn Personen schon nur dafür, dass sie sie selbst sein wollen, von der Außenwelt dafür beurteilt werden. Das macht mich sauer.


    Vielen lieben Dank für deinen Kommentar!

    Gruß von Emmi :wink:

    Ja, Kurzgeschichten bieten sich für sowas auch gut an. Mag das Format selber sehr gerne. Was ich an Lyrik aber liebe, wenn es darum geht, Gedanken zu verarbeiten, ist die Möglichkeit mehr Regeln zu brechen. Vor allem auch was Grammatik, Wortwahl und Wortbedeutungen angeht. Das geht natürlich auch in anderen Formaten, aber da ist es unüblicher und kann den Leser stärker von den eigentlichen Emotionen ablenken. Bei Lyrik sind viele schon drauf vorbereitet.

    Da hast du völlig Recht! Ich habe die letzten Tage auch gemerkt, dass man gerade bei Lyrik die Gedanken auf schon beinahe jedmögliche Art ausdrücken kann, egal wie chaotisch die Bildsprache ist, wie anstrengend das als normaler Erzähltext zu lesen wäre. Und genau dadurch bieten sie sich an, um die jeweilige Idee auf eine maximal authentische Art auszudrücken! :love:

    Und, naja, ich liebe es, Regeln zu brechen... :whistling:

    Das Gedicht ist durchgehend sehr emotional, aber im Verlauf der Handlung werden die Gefühle und Gedanken des lyrischen Sprechers immer dramatischer. Die ersten beiden Strophen hätte man noch wörtlich nehmen können, aber in der dritten driftet das Gedicht auf einmal in eine Art unrealistische Traumwelt ab, und es werden weniger die Ereignisse, sondern immer mehr die Empfindungen des Sprechers in den Fokus gerückt. Durch die hohe Metaphorik, die stark kontrastierenden sprachlichen Bilder und die ausdrucksstarken Wörter wirkt das Werk für mich wie eine Schilderung eines nahezu schon fieberhaften Traumes. (Das ist nicht negativ gemeint, im Gegenteil, ich finde es unheimlich beeindruckend, wie deutlich du diese Gefühle übermitteln kannst.)

    Wobei es auch ein Fantasy-Gedicht sein könnte und die Personen wirklich während des Weltuntergangs auf einen Abschlussball gehen und mit einem Haufen Dämonen feiern. :biggrin:

    Aaaw, danke! Ich freue mich wirklich sehr, dass die Gefühle so gut rübergekommen sind! Das macht mich total glücklich, dass du das schreibst, Luna! :saint:

    Die Handlung spitzt sich zu bis zu einem Finale ganz am Ende, das aber dann völlig offen ist. Mir ist noch der Name "Luzifer" aufgefallen, ein Synonym für Teufel, aber er kann auch für das Licht stehen. Ersteres ist wohl eher die Auffassung der Eltern, das zweite vielleicht die Interpretation des lyrischen Sprechers, sonst würde er/sie diesen Namen wohl nicht selbst verwenden.

    Ja, ich dachte mir auch, dass die Eltern den Freund als Teufel sehen, weil er das ihrer Meinung nach falsche Verhalten ihres Kindes unterstützt. Für mich persönlich ist der Name Luzifer aber auch immer positiv konnotiert, gerade, weil er in der Bibel ja gegen etwas rebelliert hat, das er als falsch empfunden hat und dafür zur Strafe in die Hölle geschickt wurde. Ich denke mir oft beim Christentum: Also spannender ist es sicher bei den Leuten, die mal für etwas eingestanden haben, als bei denen, die sich immer nur brav an alle Regeln gehalten haben. xD

    Hoffentlich verletzt dich meine Interpretation nicht. Wie gesagt, es ist ein wirklich großartiges Gedicht, ein riesiges Kompliment dafür.

    Natürlich verletzt es mich nicht, Luna! Ich danke dir von ganzem Herzen für diese Interpretation! Und ich finde es super-cool und bewundernswert, dass du so viele Werke hier kommentierst. :bigheart:

    Ich wäre auch gern etwas aktiver bei dieser Aktion, aber habe jetzt sehr viele Dinge "abzuarbeiten": Nach Rusalkas supertollem Feedback will ich jetzt noch Trainer N is bad with people! zu Ende plotten (für alle FF-Autor*innen, das Thema von Johny Peony eignet sich extrem gut dazu, eure künftigen Fanfics zu brainstormen! :love: ) und diese Woche noch das dritte Kapitel von der Endzeit-Odyssee fertigstellen und das, obwohl ich an den Wochenenden immer sehr wenig Zeit habe, haha. :haha: