Regierungs - und Staatsformen

  • Diesen Thread erstelle ich, um mich mit euch über verschiedene Staats - und Regierungsformen zu unterhalten, über verschiedene Formen und deren Merkmale zu informieren, und vor allem, um zu diskutieren, was die beste, effizienteste oder sinnvollste Regierungsform wäre.


    Die Regierungsform gibt an, wer der Träger der Staatsgewalt ist, während sich die Staatsform nach der politischen Organisationsform des jeweiligen Staates und nach der Stellung des Staatsoberhauptes richtet.
    Ein Staat kann zum Beispiel diktatorisch regiert werden, auch wenn die Staatsform eine Republik ist, genauso wie auch Monarchien demokratisch regiert werden können.



    [tabmenu][tab=Übersicht]
    In diesem Tabmenü gebe ich euch eine Übersicht über die 4 wichtigsten Staats - und Regierungsformen der Vergangenheit und Gegenwart.


    Um das Ganze möglichst einfach zusammenzufassen, habe ich mir vor allem die Wikipedia zu Hilfe genommen.
    Ihr könnt natürlich alles was ich hier geschrieben habe kommentieren, wenn ihr euch auf eine dieser Regierungsformen beziehen wollt. Und natürlich kann auch über jede andere Regierungs - und Staatsform diskutiert werden, zu der hier nichts steht.



    Hier noch die Wiki-Artikel zu diesen 4 Regierungs - und Staatsformen:


    Demokratie
    Aristokratie
    Monarchie
    Diktatur


    Und hier eine Liste der heutigen Regierungssysteme: Liste nach Staat



    [tab=Demokratie]
    [subtab=Definition und Merkmale]
    Die Demokratie bezeichnet in der Theorie die Herrschaft des Volkes, in der die Macht im Staat durch ihre Bürger ausgeht.
    Eine moderne Demokratie setzt Grundrechte wie die Meinungs, - die Presse, - die Organisations, - und die Informationsfreiheit, ebenso wie allgemeine, gleiche und freie Wahlen voraus.


    Merkmale einer Demokratie


    Damit ein Staat als demokratisch gilt, müssen die folgenden Kriterien zutreffen:


    • Das Volk kann politische Entscheidungen in gemeinschaftlichen Prozessen, wie zum Beispiel Wahlen treffen.
    • Es gibt ein Gebiet, in dem die innenpolitischen Entscheidungen angewendet werden, und in dem das Volk angesiedelt ist.
    • Wahlergebnisse bzw. Regierungswechsel müssen akzeptiert oder zumindest hingenommen werden, sofern eine ausreichende Unterstützung besteht.
      Scheinwahlen sind daher nicht demokratisch.
    • Nationalstaaten müssen souverän sein, damit demokratische Wahlen gewährleistet sein können.
    • Regierungen müssen durch festgelegte und wiederkehrende Verfahren, ohne Revolution, wechseln können.
    • Jedem einzelnen Bürger des demokratischen Staates werden Grundrechte garantiert.
    • Gewaltenteilung in Legislative (Parlament), Exekutive (Regierung) und Judikative (Gerichte), die sich gegenseitig kontrollieren.
    • Es gibt sowohl Meinungs, - als auch Presse, - Rundfunk, - und Informationsfreiheit.


    Aber auch in westlichen Demokratien gibt es Korruption, Ungerechtigkeit und es geschehen tagtäglich Menschenrechtsverletzungen. Es ist also nicht so, als würde diese Regierungsform automatisch Freiheit, Sicherheit und Schutz vor staatlicher Willkür garantieren.



    [subtab=Formen]
    Es gibt verschiedene Formen der Demokratie, die sich alle voneinander unterscheiden, auch wenn für sie alle gewisse Kriterien (siehe erster Subtab) vorhanden sein müssen, damit sie als demokratische Systeme gelten können.


    Direkte Demokratie


    In der direkten Demokratie nimmt das Volk selbst mithilfe von Abstimmungen und Umfragen am Geschehen im Staat teil.
    Die Macht im Staat wird also direkt vom Volk ausgeübt.
    Daher kommt die direkte Demokratie der idealen Demokratie, in der die gesamte Macht des Staates von dessen Bürgern ausgeht, noch am nächsten.
    Allerdings ist es heutzutage unmöglich eine "ideale" Demokratie zu schaffen, da alle Individuen unterschiedliche Ansichten und Vorstellungen haben, und man daher ohne eine Regierung, die den "Gesamtwillen" der Mehrheit der Bevölkerung berücksichtigt, niemals auf eine Einigung kommen würde.

    Die ausgeprägteste Form der direkten Demokratie existiert in der Schweiz.


    Repräsentative Demokratie


    In der repräsentativen Demokratie werden alle paar Jahre Volksvertreter durch das Volk gewählt, die eigenverantwortlich zu der Machtausübung autorisiert sind.
    Nach Ablauf der Periode muss über eine Wahl eine neue Zusammensetzung der Volksvertretung entschieden werden.
    Sowohl die Regierung, als auch das Parlament repräsentieren das Volk.


    Repräsentative Demokratien haben unter anderem Deutschland, Österreich, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten von Amerika.


    Die USA ist eine präsidentielle Demokratie, während Österreich und Deutschland parlamentarische Demokratien sind.
    So ist das Staatsoberhaupt in den vereinigten Staaten auch gleichzeitig der Regierungschef und verfügt daher über eine besonders starke Stellung und kann bestimmte Entscheidungen auch ohne die Zustimmung des Senats treffen.



    Demarchie


    In der Demarchie werden die Regierung und die Volksvertreter nicht durch Wahlen, sondern durch ein Los bestimmt.
    Sie besitzt sowohl Merkmale der direkten, als auch welche der repräsentativen Demokratie, da man die getroffenen Entscheidungen als durch Stichproben ermittelte Volksmeinung ansehen kann, was der direkten Demokratie entsprechen würde, und man auch die ausgelosten Politiker als Repräsentanten des Volkes ansehen kann, auch wenn sie nicht gewählt wurden.


    Die Demarchie gab es teilweise in der athenischen Demokratie im antiken Griechenland.



    Zwar gibt es noch einige Mischformen, aber ich halte es nicht für nötig diese hier zu erwähnen.


    [tab=Aristokratie]
    [subtab=Definition]
    Unter einer Aristokratie versteht man, laut der ursprünglichen Wortbedeutung, die Herrschaft "der Besten".
    Dabei herrscht eine Gruppe weniger Auserwählter, die als "besonders fähig" angesehen werden über die restliche Bevölkerung. (Hi Moderation! :P )
    Allerdings wurde die Eigenschaft zu den "Besten" zu gehören fast immer mit der Zugehörigkeit zur Oberschicht gleichgesetzt, weshalb man unter einer Aristokratie schon seit der Antike die Herrschaft des Adels versteht.


    Im Mittelalter kam es meistens nur auf die Abstammung und die Zugehörigkeit zu einer hohen sozialen Schicht an, nicht auf merkliche Vorzüge.


    Bedeutung


    • Nach dem klassischen Verfassungskreislauf von Aristoteles ist sie die Herrschaft der Besten, die sich durch Tüchtigkeit und Tugend ausgezeichnet haben.
      Die Oligarchie hingegen stellt das Gegenstück zur Aristokratie dar, in der die wenigen Herrscher nur auf sich selbst fixiert sind, und nicht das "Allgemeinwohl" im Sinn hätten.
    • Eine Staatsform in der der Adel, oder eine andere Oberschicht, die Macht ausübt.
    • In der Neuzeit die Bezeichnung für die Angehörigen des zweiten Standes, den weltlichen Adel.


    [subtab=Demokratie und Aristokratie]
    Fast alle heutigen demokratischen Regierungsformen in Europa basieren auf aristokratischen Vorläufern.
    Der Übergang von aristokratischen zu demokratischen Regierungsformen geschah meist dadurch, dass zuerst alle Bürger ein Wahlrecht erhielten und später auch Unterschiede in der Stimmgewichtung, ebenso wie Ausschlüsse von Bürgerrechten für gewisse Bevölkerungsgruppen aufgehoben wurden.


    Da sich in den westlichen Verfassungen sowohl demokratische, als auch aristokratische und monarchische Elemente finden, werden diese Verfassungen als Mischverfassungen bezeichnet.


    Unser heutiger Parlamentarismus beziehungsweise unsere repräsentative Demokratie ist eigentlich keine wirkliche Demokratie, sondern eher eine Aristokratie (oder eine Oligarchie) in ihrem ursprünglichen Sinn, also ohne dem Vorrang der besseren Herkunft, da hier nicht das Volk, sondern einzelne Privilegierte herrschen.


    [tab=Monarchie]
    [subtab=Definition]
    Die Monarchie bezeichnet eine Staatsform, in der ein Monarch oder eine Monarchin das höchste Amt in einem Staat innehat.
    Sie bildet somit das Gegenstück zur Republik.
    Nicht jede/r Monarch/in verfügt über gleich viel Macht. Die Befugnisse variieren je nach Form der Monarchie.
    Das reicht von fast gar keiner Macht, aufgrund eines hohen Einflusses durch ein Parlament, bis hin zu uneingeschränkter politischer Macht. (siehe "Formen")


    Vor allem in Erbmonarchien wurden Monarchen als Gottheiten verehrt oder zumindest als von "Gott zur Herrschaft berufene" Menschen angesehen.
    In der Wahlmonarchie wurde der Herrscher hingegen nicht durch die Erbfolge, sondern durch eine Wahl (durch Fürsten) bestimmt. Hierbei kam es natürlich oft zu Korruption und Bestechung.


    [subtab=Formen]
    Drei Formen der Monarchie haben sich in der Neuzeit in Europa herausgebildet.


    Absolute Monarchie


    Der Absolutismus ist eine Herrschaftsform, in der ein Monarch vollkommen uneingeschränkt herrscht. Alle Gewalten liegen allein in seiner Hand und nur er kann Gesetze erlassen, muss sich selbst aber nicht an sie halten.
    Der Absolutismus erreichte im Zeitalter des Barocks wohl seinen Höhepunkt.


    Im höfischen Absolutismus herrscht der König absolut über "seinen" Staat, da dieser ihm durch die Gnade Gottes zugesprochen wurde. Er lebt an einem prunkvollen Hof, lebt ein sehr aufwendiges und kostspieliges Leben und bestimmt ganz allein die Religion seiner Untertanen.
    Das bekannteste Beispiel für den höfischen Absolutismus war Frankreich unter Ludwig dem XIV., der noch heute für seinen extrem teuren Lebensstil bekannt ist.


    Im aufgeklärten Absolutismus sieht sich der König hingegen als "erster Diener des Staates". Hier haben sowohl Adel als auch Kirche nur wenig Einfluss und das Volk hat gewisse Rechte, wie das Recht auf freie Religionswahl.
    Aufgeklärte absolutistische Herrscher führten viele Reformen durch, die den Beginn der Rechtsstaatlichkeit einleiteten.


    Konstitutionelle Monarchie


    In der konstitutionellen Monarchie ist die Macht des Monarchen durch eine Verfassung eingeschränkt.
    Normalerweise existiert ein Parlament, das entweder zusammen mit dem Monarchen oder allein die Gesetzgebung übernimmt. In einer konstitutionellen Monarchie kann nur der Monarch die Regierung entlassen.


    In modernen konstitutionellen Monarchien ist der Monarch nur der symbolische Chef der Exekutivgewalt, da seine Macht in der Praxis an einen Ministerpräsidenten, der von dem Monarchen ernannt wurde, übergegangen ist.
    Allerdings verfügt der Monarch über gewisse Vorrechte und steht weiterhin über den politischen Parteien.


    Der Monarch hat sowohl das Recht die Verfassung zu erlassen, als auch das Recht sie selbst zu überwachen, während die Volksvertretung die Einhaltung dieser Verfassung kontrolliert.



    Parlamentarische Monarchie


    Im Gegensatz zu der konstitutionellen Monarchie hat der Monarch einer parlamentarischen Monarchie nicht die Möglichkeit, die Regierung abzusetzen.
    Die Staatsgeschäfte werden von der Regierung und dem Parlament geführt, weshalb der Monarch nur wenig Einfluss auf diese hat und ihm deshalb eher repräsentative Aufgaben zukommen, etwa so wie dem heutigen Staatsoberhaupt parlamentarischer Demokratien.


    Der Monarch kann die Verfassung nicht erlassen, ist aber an sie gebunden, außerdem verfügt er über kein Vetorecht und ernennt die Regierung lediglich förmlich.


    Großbrittanien gilt zwar als die älteste konstitutionelle Monarchie, ist aber de facto eine parlamentarische Monarchie, da die Königin ihre Befugnisse nur noch nach den Vorgaben des Parlaments und der Regierung ausübt.


    [tab=Diktatur][subtab=Definition und Merkmale]
    Die Diktatur ist eine Regierungsform, in der ein Einzelner oder eine bestimmte Gruppe von Personen (zum Beispiel eine Partei) unumschränkt herrscht.
    In einer Diktatur gibt es keine Gewaltenteilung. Somit wird alles, von der Gesetzgebung bishin zu allen staatlichen Behörden, vor allem auch das Militär, das meistens auch gegen erklärte Staatsfeinde eingesetzt wird, vom Diktator kontrolliert.


    Die meisten Diktaturen entstehen erst durch besondere Krisen, die der Diktator dann abwenden kann. Auch eine Demokratie kann zu einer Diktatur werden, wenn z.B. eine Regierung die Verfassung beseitigt oder das Parlament ausgeschaltet wird.


    Merkmale einer modernen Diktatur


    • Verletzung von Menschen - und Bürgerrechten. Das soll meist angeblich dem "Fortschritt" dienen, geschieht allerdings eher, weil der Diktator seine Macht behalten will und deshalb gewaltsam gegen politische Gegner vorgeht.
    • Im Bereich der Justiz: Außerkraftsetzung der Unschuldsvermutung, das Ignorieren ethischer Grundregeln, grausame Bestrafungen wie Folterungen und die Todesstrafe, die oft auch willkürlich angewendet wird. Unabhängige Gerichte gibt es nicht.
    • Einschränkungen der Meinungs - und Pressefreiheit. Zeitungen werden kontrolliert oder verboten und Journalisten und politische Gegner werden verhaftet.
      Durch die Manipulation der Medien wird das Volk von der Regierung beeinflusst und gelenkt.
    • Manipulierte Wahlen, beispielsweise durch Beobachtung der Wähler oder dadurch, dass ungültige Stimmen als Ja gezählt werden. Wer mit Nein stimmt wird eingeschüchtert, verhaftet oder "verschwindet" plötzlich.
    • Es gibt, zumindest in totalitären Regimes, eine Geheimpolizei, die Oppositionelle, Minderheiten oder Regime-Kritiker einschüchtert und terrorisiert. Häufig werden auch Spitzel angeworben und Denunzianten melden alle verdächtigen Vorfälle.
      Dadurch entsteht ein extremes Klima der Angst, in der jeder Bürger befürchten muss, für die kleinste kritische Äußerung, oder einfach willkürlich, inhaftiert und gefoltert zu werden.


    [subtab=Formen]
    Autoritäre Diktatur


    Die autoritäre Diktatur ist die gewöhnliche, wesentlich häufigere Form der Diktatur.
    Im Gegensatz zum Totalitarismus beschränkt sich die autoritäre Diktatur lediglich auf die Politik, demnach lässt sie dem Individuum in der Regel noch gewisse Rechte und Freiräume, solange sich die Bürger wohlwollend verhalten.


    Viele autoritäre Staaten sind Scheindemokratien, in denen es zwar Parlamente und Wahlen gibt, die Opposition aber unterdrückt und Wahlen manipuliert werden.
    Zudem gibt es kaum politische Mobilisierung und auch keine wirkliche Ideologie, weshalb der Bevölkerung eine emotionale Bindung an den Staat fehlt.


    Während des 20. Jahrhunderts gab es hier in Europa zahlreiche autoritäre Staaten, darunter zum Beispiel der österreichische Ständestaat (1933-1938 ), Franco-Spanien (1939-1976), die portugiesische Diktatur (1928-1974) und die Erste Slowakische Republik (1939-1945). Mittlerweile ist der einzige autoritär regierte europäische Staat Weißrussland.


    Heutige autoritäre Diktaturen befinden sich vor allem in Afrika und Asien, dazu zählte bis vor kurzem auch Ägypten unter dem ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak und auch Syrien, wo gerade ein Bürgerkrieg herrscht. Auch Russland und China werden autoritär regiert.



    Totalitäre Diktatur


    Seit dem 20. Jahrhundert gibt es eine besondere Form der Diktatur, die totalitäre Diktatur. Keine andere Herrschaftsform gilt als so repressiv wie diese.
    Wie der Name schon sagt, beherrscht diese Diktatur sämtliche Lebensbereiche der Bürger.
    Ziel ist es meistens, einen "neuen Menschen" zu formen, der sich der totalen Herrschaft vollkommen unterwirft und niemals versucht, seine Befehle kritisch zu hinterfragen.
    Damit das passiert, werden die Bürger überwacht und durch ständige Propaganda, Indoktrination und Erziehung manipuliert. Nicht nur ihr Handeln, sondern auch ihre Gedanken und Gefühle werden vom Staat beeinflusst. Dabei wird vor allem versucht, die Menschen dazu zu bringen, ein bestimmtes (ideologisches) Feindbild zu übernehmen, dessen Bekämpfung die Ideologie rechtfertigen soll.
    Wer sich nicht vollkommen anpasst oder sich sogar widersetzt, wird aus der Gesellschaft ausgegrenzt und oft auch in Arbeits - oder Umerziehungslagern interniert und ermordet.


    Totalitäre Staaten zeichnen sich auch durch einen Personenkult und somit auch eine Omnipräsenz des Herrschers aus. Zum Beispiel werden Geburtstage des Diktators gefeiert, Bilder werden aufgehängt und Treueeide werden abgelegt. Da Loyalität als das wichtigste gilt, werden dementsprechend auch Denunziantentum und Opportunismus gefördert, während kritisches Denken unterdrückt wird.
    Eine weitere wichtige Eigenschaft des Totalitarismus ist die völlige Unterdrückung des Individuums. Der Einzelne soll sich der Gemeinschaft unterordnen und verliert dadurch seine persönliche Freiheit. Einzelne Menschen haben in einer totalitären Diktatur keinen Wert, es zählt nur das Kollektiv für das sich jeder Einzelne engagieren muss.
    Totalitäre Staaten sind außerdem stark militaristisch und verfolgen meist eine aggressive Außenpolitik oder sind isoliert.


    Totalitäre Diktaturen waren die stalinistische Sowjetunion, das nationalsozialistische Deutschland und das maoistische China. Ob man auch die DDR als totalitär bezeichnen kann, ist umstritten.
    Das wohl unfreieste Land der Erde, Nordkorea, ist ebenfalls eine totalitäre Diktatur.


    [/tabmenu]


    Wie schon geschrieben, könnt ihr hier über jede Regierungs - und Staatsform diskutieren und könnt natürlich auch Vergleiche zwischen den verschiedenen politischen Systemen oder den verschiedenen Regierungsformen ziehen.
    Gefragt ist vor allem, was eurer Meinung nach die beste Regierungsform wäre. Natürlich sollt ihr eure Meinung auch möglichst gut begründen. Kritik an der heutigen Situation kann selbstverständlich auch gerne gebracht werden, solltet ihr welche haben.


    Dann hoffe ich mal auf eine interessante Diskussion.
    PS: Der Titel ist zwar einfallslos, aber so weiß man zumindest sofort worum es geht. ;D

  • Ich find ja die Staatsform der Schweizer geil, die haben da ihre 6 Parteien und die Stimmen einfach über jeden Mist ab und wenn die zu keiner Lösung kommen stimmt einfach das Volk ab (So wurde es mir zumindestens erklärt). Weiß nicht unter welcher Staatsform das fällt, fänd ich aber für Deutschland auch besser geeignet, gefällt mir persönlich besser als die jetztige Koalition mit CDU und FDP.

  • Das wäre mehr oder minder eine Oligarchie (Herrschaft der Wenigen/der Priviligierten)...
    Is mMn. auch gut, da hier eine demokratische Komponente (Volksentscheid) und eine kleine Anzahl an Entscheidungsträgern (Abgeordnete der Parteien) für relativ schnelle und mehrheitsgetützte Entscheidungen sorgen...
    MfG
    PS; Man vergleiche hierzu auch den Herrschaftskreislauf nach Platon...

  • Nunja, alle Staatsformen haben gemeinsam, dass sie zumindest in der Theorie perfekt funktionieren. Andererseits scheitert meiner Meinung nach jede von ihnen mehr oder minder an der Realität, am besten kann man das an verschiedensten Formen von Diktaturen sehen. Es scheint leider in der Natur des Menschen zu liegen, am liebsten jenen zu folgen, die ihre Macht ausnutzen, sollten sie zu viel davon erlangen - ein fast schon zwingend laufendes System, sobald es einmal in Gang gesetzt wird.


    Der Kommunismus läuft Gefahr, durch seine aprupte Einführung n Form einer Revolution und der damit verbundenen Notwendigkeit von schnellen und eindeutigen Entscheidungen auf ein Entscheidungsmonopol bzw. -oligopol hinauszulaufen; bisher war das, soweit ich informiert bin, bei jedem größeren Versuch (spätestens mittelfristig) der Fall. Daher bin ich ihm trotz der guten Grundidee eher abgeneigt.


    Anarchie sehe ich nicht direkt als Staatsform an, da der Großteil der Menschen eine Person oder Gruppe als Anführer regelrecht zu brauchen scheint und ein weiterer Teil der Menschen diese Aufgabe nur zu gerne übernimmt. Sollte nicht, aus welche Gründen auch immer, ein 180°-Umdenken in der gesellschaft stattfinden, wird eine Anarchie (sollte sie überhaupt einmal existieren) bestenfalls eine zwischenzeitliche Übergangsform sein.


    Was die Demokratie angeht, hier scheint es den menschen durchschnittlich am besten zu gehen, wobei es sich um ein kleines Henne-Ei-Problem handelt. Geht es den Leuten gut, weil sie in einer Demokratie leben? Oder wählen sie demokratisch, weil es ihnen gut geht (bekanntlich wählen die Leute vor allem in Zeiten der Not verstärkt radikal)? Vermutlich beides ein wenig, aber die zahllosen Proteste und Revolutionen für Demokratie in Gesellschaften mit vergleichsweise niedrigem Leensstandard (was früher die Leute eher dazu antrieb, einem Anführer umso treuer zu folgen) suggerieren ersteres. Demokratie ist bei weitem nicht die ideale Staatsform, einer der größten nachteile ist beispielsweise die sehr beschränkte bzw. verlangsamte Manövrierfähigkeit der Regierung. Auch Korruption ist nicht erheblich schwieriger zu etablieren als in anderen Staatsformen. Zudem resultiert Kapitalismus - erst recht in seiner ungezügelten Form - automatisch in der Ausbeutung der Ärmeren, sowohl innerhalb einer Gesellschaft als auch nationenübergreifend; die härteste Form davon sieht man an der modernen Sklaverei, die die Industriestaaten in Entwicklungsländern betreiben, was sich von der klassischen Sklaverei praktisch nicht untersciheidet. Zuletzt ist die breite Masse der Bevölkerung, die in der Demokratie viele Entscheidungen trifft, in der Regel leichter zu verblenden und fehlzuleiten als eine kleine, qualifizierte Führungsschicht. ...Was mir aber lieber ist, als alle Verantwortung blind einer solchen Führungsschicht anzuvertrauen, daher sehe ich die Demokratie noch als das "kleinste Übel" unter den Staatsformen an.^^




    /e:

    Ich find ja die Staatsform der Schweizer geil, die haben da ihre 6 Parteien und die Stimmen einfach über jeden Mist ab und wenn die zu keiner Lösung kommen stimmt einfach das Volk ab (So wurde es mir zumindestens erklärt). Weiß nicht unter welcher Staatsform das fällt, fänd ich aber für Deutschland auch besser geeignet, gefällt mir persönlich besser als die jetztige Koalition mit CDU und FDP.

    Das Problem hierbei ist leider, dass die Volksentscheide in der Schweiz extrem populistisch geführt werden und die Entscheidungsmacht des Volkes dadurch ad absurdum geführt wird.
    Beispiel: Es gab eine Forderung, es Schweizer Soldaten zu verbieten, ihre Schusswaffe mit nach Hause zu nehmen. Bis dahin war genau das jedem Wehrdienstleistenden in der Schweiz erlaubt, ohne psychologischen Test etc. Die Gefahr, die von einem Automatikgewehr im haushalt ausgeht, möchte ich jetzt nicht weiter umschreiben, jedenfalls konnte sich dieser Volksentscheid nicht durchsetzen, nachdem die rechteren Parteien eine Wahlkampagne á la "Bist du gegen unsere Soldaten, dann bist du auch gegen das Vaterland" geführt hatten.
    Prinzipiell wäre jedoch meiner Meinung nach die Idee eines stärkeren Einbeziehens der Bürgerentscheide und ein Einführen des Volksentscheids durchaus zu begrüßen.


    Das wäre mehr oder minder eine Oligarchie (Herrschaft der Wenigen/der Priviligierten)...
    Is mMn. auch gut, da hier eine demokratische Komponente (Volksentscheid) und eine kleine Anzahl an Entscheidungsträgern (Abgeordnete der Parteien) für relativ schnelle und mehrheitsgetützte Entscheidungen sorgen...
    MfG
    PS; Man vergleiche hierzu auch den Herrschaftskreislauf nach Platon...

    Eine Oligarchie heißt, dass sich die privilegierte Gruppe selbst an der Macht halten kann, unabhängig vom Volk. Die Schweiz ist trotz allem eine Demokratie mit freien Wahlen. ;)

  • Ich habe ehrlich gesagt noch keinen richtigen Plan, was ich hier so schreiben könnte, das ergibt sich möglicherweise erst nachdem ein paar Meinungen bzw. Posts zusammengekommen sind, aber ein bisschen was will ich schonmal anmerken/fragen...



    Der Kommunismus läuft Gefahr, durch seine aprupte Einführung n Form einer Revolution und der damit verbundenen Notwendigkeit von schnellen und eindeutigen Entscheidungen auf ein Entscheidungsmonopol bzw. -oligopol hinauszulaufen; bisher war das, soweit ich informiert bin, bei jedem größeren Versuch (spätestens mittelfristig) der Fall. Daher bin ich ihm trotz der guten Grundidee eher abgeneigt.


    Demokratie ist bei weitem nicht die ideale Staatsform, einer der größten nachteile ist beispielsweise die sehr beschränkte bzw. verlangsamte Manövrierfähigkeit der Regierung. Auch Korruption ist nicht erheblich schwieriger zu etablieren als in anderen Staatsformen. Zudem resultiert Kapitalismus - erst recht in seiner ungezügelten Form - automatisch in der Ausbeutung der Ärmeren...


    Darf ich das jetzt so interpretieren, dass du meinst:


    Kommunismus =/= Demokratie
    Kapitalismus = Demokratie?


    Wenn du das meinst, dann würde ich gerne wissen, warum. Wenn nicht, ist diese Frage natürlich hinfällig, aber für mich kam es so rüber.
    Und wenn wir schon bei dem schönen Wort Kommunismus sind, das so gern verwendet wird; mich würde bei der Gelegenheit auch sehr interessieren, was hier die Allgemeinheit unter Kommunismus versteht bzw. warum nicht der Begriff Sozialismus verwendet wird? Die DDR z.B. hat sich selber nie als kommunistisch sondern sozialistisch bezeichnet.



    Die Schweiz ist trotz allem eine Demokratie mit freien Wahlen.


    Joa, und seit ca. 20 Jahren dürfen dort sogar alle Frauen wählen... Irgendwann musste sich schliesslich auch in der Schweiz mal eine richtige Demokratie durchsetzen. ;)

    Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Toten auf die Erde zurück! (DotD)


    Per aspera ad astra!
    Momentan kein Partneravatar mit Missy!

  • Man kann zwischen Kommunismus und Sozialismus nicht so recht differenzieren. Der Kommunismus ist wie eine Philosophie, der Sozialismus hingegen eine Staatsform. as ist zugegebenermaßen schon sehr differenziert, geht aber bei den betreffenden Staaten Hand- in Hand.


    Was gibt es zum "Kommunismus" (wenn wir mal bei Staatsformen bleiben) zu sagen: Natürlich ist der Kommunismus wie wir ihn in der Geschichte gekannt haben undemokratisch. Wieso, diese Frage stellt sich überhaupt nicht. Freie Wahlen gab es in der DDR, wie in den anderen Ostblockstaaten, genauso wie in Kuba zum Beispiel auch, nicht. Ich denke, jeder hier ist klug genug, um zu wissen, dass im Kommunistischen Manifest nicht stand, dass die Herrscherpartei alle anderen unterdrücken und ausspitzeln soll. So war natürlich der Kommunismus anfangs auch nicht gedacht, leider diente er allzu oft Despoten und Diktatoren als Sprungbrett, und in den Zeiten, in denen die Planwirtschaft immer mehr eine Misswirtschaft provozierte und das Volk zunehmend unzufriedener wurde, musste man es eben unter Kontrolle halten. Das geschah mit den bekannten rigiden Mitteln: Staatssicherheitsapparat, Militärparaden, im Ernstfall Panzeraufmärsche und Schüsse auf Flüchtlinge/ Demonstranten. Diese "Instrumente" kennen wir übrigens auch aus nicht-kommunistischen Staaten, wie zum Beispiel der Arabischen Welt vor dem So genannten arabischen Frühling, oder auch den Nationalsozialistischen Staaten Spanien, Deutschland und Italien.


    Naja, ich freue mich natürlich auch auf weitere Posts, die ich zerpflücken, oder denen ich zustimmen kann. Der Post vor mir war übrigens ganz in Ordnung.

  • Darf ich das jetzt so interpretieren, dass du meinst:


    Kommunismus =/= Demokratie
    Kapitalismus = Demokratie?


    Wenn du das meinst, dann würde ich gerne wissen, warum. Wenn nicht, ist diese Frage natürlich hinfällig, aber für mich kam es so rüber.


    Wenn man davon ausgeht, wie die Allgemeinheit diese Begriffe definiert, ja. Man denke an den Kalten Krieg zurück, der als der große Kampf Demokratie vs. Kommunismus verkauft wurde. Und ich habe - möglicherweise der Bequemlichkeit halber?^^ - bei meiner Begriffswahl auch diese Interpretation verwendet.
    Ich hoffe aber, dass meinem Post zu entnehmen ist, dass ich den Kapitalismus als genausowenig "demokratisch" ansehe wie die in der Praxis gängige Umsetzungsweise des Kommunismus.^^



    Und wenn wir schon bei dem schönen Wort Kommunismus sind, das so gern verwendet wird; mich würde bei der Gelegenheit auch sehr interessieren, was hier die Allgemeinheit unter Kommunismus versteht bzw. warum nicht der Begriff Sozialismus verwendet wird? Die DDR z.B. hat sich selber nie als kommunistisch sondern sozialistisch bezeichnet.


    Mal auf die reine Definition reduziert, unterscheiden sich die beiden Formen nicht so großartig, man kann nicht mal wirklich von verschiedenen Staatsformen sprechen, sondern eher von verschiedenen Ansichtsweisen ein und der selben Form. Wobei der Kommunismus meist eher mit einer Einführung durch eine - womöglich gewaltsame - Revolution in verbindung gebracht wird, während der Sozialismus tendenziell für eine demokratische Schritt-für-Schritt-Umsetzung steht und daher als weniger radikal betrachtet wird.


    Was mich übrigens noch interessieren würde... wie stehen die User hier eigentlich zu dem Tabuthema, ob die Demokratie tatsächlich die "ideale" Staatsform ist?
    Und in Verbindung damit: Inwieweit erfüllen deren verschiedene gängige Formen (mal als Vergleich USA, Deutschland, Russland) tatsächlich die Kriterien einer "wahren" Demokratie? Welche Vorstellungen davon sind Utopie, welche Aspekte unnötig oder undemokratisch?


    Nur um mal ein paar Denkansätze zu geben. ;>

  • Yay, endlich hast du das Topic eröffnet! IT'S LIKE CHRISTMAS!


    Let's get at it, shall we?


    Daher bin ich ihm trotz der guten Grundidee eher abgeneigt.


    Also erstens... Was ist gut an einer Grundidee, die darauf basiert, sämtlichen Privatbesitz zu enteignen, um Menschen gleichzuschalten?
    Das zwar ein paar gesellschaftliche Vorteile, aber aus Sicht der einzelnen Person überwiegen die Nachteile bei weitem. Aber darauf komme ich an anderer Stelle spezifischer zu sprechen.


    Man kann zwischen Kommunismus und Sozialismus nicht so recht differenzieren. Der Kommunismus ist wie eine Philosophie, der Sozialismus hingegen eine Staatsform. as ist zugegebenermaßen schon sehr differenziert, geht aber bei den betreffenden Staaten Hand- in Hand.


    Wat? Sozialismus ist keine Staatsform lol. Sozialismus ist, neben dem Liberalismus und dem Konservatismus, eines der 3 großen politischen Ideologien des Neunzehnten Jahrhunderts. In der Theorie lässt sich der Sozialismus mit jeder Staatsform mehr oder weniger kombinieren, wobei der Kommunismus dafür natürlich am geeignetsten scheint, da er in seinen Grundzügen ähnliche Ideale verfolgt. Jedenfalls ist der Kommunismus ein abstraktes Wirtschaftsmodell und explizite Ausprägungen wie der Marxismus, der Rätekommunismus oder der Stalinismus sind klare Regierungsformen. Die Ziele von Kommunismus und Sozialismus sind jedoch ziemlich unterschiedlich, lediglich die verwendeten Mittel sind ähnlich.
    Der Kommunismus deckt vor allem die gesellschaftspolitische und zum Teil auch wirtschaftliche Zielsetzung ab, sämtliche Besitztümer zu verstaatlichen und den Menschen insofern gesellschaftlich gleichzuschalten, dass alle, die dem Wohl der Gemeinschaft beitragen, ein Anrecht darauf haben an ihrem Besitz(Ergo sämtlichen Materiellen Gütern und Dienstleistungen) teilzuhaben. Dadurch soll eine Negierung der aus anderen Regierungsformen bekannten Differenz zwischen gesellschaftlichen Schichten erfolgen.


    Der Sozialismus hingegen zielt rein auf die zwischenmenschliche Ebene ab. Im Sozialismus geht es darum ein Gemeinschaftsbewusstsein zu entwickeln(Stichwort Solidarität) und alle Menschen vor der Gemeinschaft als gleichwertig zu betrachten. Vor allem geht es im Sozialismus auch darum, die eigene Regierung weiterzuentwickeln, indem alle Mitglieder der Gesellschaft sie kritisieren, hinterfragen und überarbeiten. Soll heißen: Alle Menschen einer sozialistischen Gesellschaft haben, in der Theorie, das gleiche Mitspracherecht in der Gestaltung der Regierungsform und ihrer Ausführung.


    Es scheint leider in der Natur des Menschen zu liegen, am liebsten jenen zu folgen, die ihre Macht ausnutzen, sollten sie zu viel davon erlangen - ein fast schon zwingend laufendes System, sobald es einmal in Gang gesetzt wird.


    Nah. Menschen folgen dem "stärksten" Individuum, weil es in der Natur jedweder Primaten liegt, einem Gruppenführer zu folgen. Das hat absolut nichts mit unserer hochkomplexen Psyche, unserem ausgeprägten Individualbewusstsein oder unserem Drang nach einer strukturierten Gesellschaft zu tun. Das ist reiner Instinkt, der sich seit Jahrmillionen in der Natur bewährt hat. Das menschliche Sozialverhalten baut auf einer expliziten Kleingruppenmoral auf. Darüber hinaus sind wir Menschen absolut Anarchistisch veranlagt. Genau genommen könnte man sagen, dass unsere Natur eine Mischform aus dem individualistischen und dem kollektiven Anarchismus beherbergt. Wir organisieren uns in kleinen Gruppen(Kollektiv), meist Familienbande oder Sippschaften. Wenn diese Sippschaft erst einmal geprägt ist, agiert sie als eigene Entität, als ein Idividuum, dass durch die Ansichten seiner Bestandtteile definiert wird. Dieses Individuum strebt nach absoluter Freiheit und Selbstentfaltung. Doch eben jener Entfaltungstrieb ist in seinen Wurzeln selbstzerstörerisch. Je freier die Entfaltung der Selbst, desto stärker wird dadurch zwangsläufig jemand anderes eingeschränkt. Letzten Endes kommt es zu Konflikten, von kleinen Streitigkeiten, über Scharmützeln bishin zu ausgeprägten Kriegen. Wer überlebt, ist der Sieger. Wer überlebt, definiert die Zukunft(Achtung Darwinismus!). Und eben dieses Verhalten ist letzten Endes für uns Menschen notwendig, um uns weiterzuentwickeln. Konflikte sind ein Grundbaustein der Evolution, in unseren Instinkten verankert, um die natürliche Auslese voranzutreiben und in unserem intellektuellen Bewusstsein präsent, um unsere Selbstentfaltung zu garantieren. Der Mensch strebt in seiner ureigenen Natur nach Konflikten, um sich weiterentwickeln zu können. Für genau dieses Gedankengut(Wobei Gedankengut nicht ganz das richtige Wort ist, da Instinkte hier eine große Rolle spielen) ist der Anarchismus der effektivste aller Saatböden und als "Staatsform" der Natur des Menschen am nächsten.


    Aus genau denselben Gründen ist der Kommunismus auch in der Theorie alles andere als funktionsfähig. Er widerspricht unserer Natur, unserem Entfaltungstrieb. Privatbesitz, der im Kommnuismus per Definition nonexistent ist, ist ein wichtiges Medium für ein Individuum um sich selbst zu definieren und auszudrücken. Der eine sammelt Comichefte und denkt sich Fangeschichten zu seinen Lieblingsfiguren aus, um sich persönlich zu entfalten, der andere schreibt dafür Lieder, stilistisch oft durch Lieblingsband/Genre/Song beeinflusst. Wir sammeln mit materiellen Gütern auch zeitgleich immaterielle, die wir wiederum weiterverarbeiten und zur Selbstdefinition und Prägung nutzen, sowie zum Ausdruck eben jener Definition. Deshalb kann und wird Kommunismus niemals funktionieren.


    Eigentlich könnte ich jetzt noch was zur Demokratie schreiben, aber das heb ich mir für den nächsten Post auf... oder den übernächsten... Kommt drauf an, wie sich die Diskussion entwickelt.

  • inb4 Ich schreibe das jetzt zum zweiten Mal, da durch göttliche Intervention beim ersten Versuch die Zurück-Taste getriggert wurde. Warnung: Dieser Post kann Gedächtnislücken enthalten, diese sind unter keinen Umständen aufzunehmen.

    Nah. Menschen folgen dem "stärksten" Individuum, weil es in der Natur jedweder Primaten liegt, einem Gruppenführer zu folgen. Das hat absolut nichts mit unserer hochkomplexen Psyche, unserem ausgeprägten Individualbewusstsein oder unserem Drang nach einer strukturierten Gesellschaft zu tun. Das ist reiner Instinkt, der sich seit Jahrmillionen in der Natur bewährt hat.


    Es sollte auch nicht meine Aussage sein, dass das lediglich bei Menschen oder allgemein Lebewesen mit komplexeren Denkmustern der Fall ist. Dennoch danke für die Weiterführung des Gedankens über meinen Tellerrand hinaus.^^
    Du gelangst dabei zum Anarchismus als beste Voraussetzung für die weitere Evolution des Menschen, da er - vereinfacht gesagt - am meisten Konfliktpotential bietet. Mein erster Gedanke dazu war, dass wir davon eigentlich auch in der heutigen (vergleichsweise) Friedenszeit eigentlich genügend haben, aber gut, lassen wir das mal so stehen. Der Gedankengang klingt auf den ersten Blick plausibel, jedoch würde ich ein funktionierendes Bestehen in der Praxis allermindestens stark bezweifeln. Es existieren in der heutigen Gesellschaft einfach zu viele potentiell entscheidende Unsicherheitsfaktoren, bei der grundätzlichen Abneigung und Angst des Menschen vor Unbekanntem bzw. Ungewohntem, die einer Umsetzung in allen bevölkerungsschichten im Wege stehen würde, angefangen, bis hin zum enormen militärischen Potential, das nun mal existiert und über das folglich jemand verfügen muss, was eigentlich automatisch die Bildung einer hierarchische Struktur zur Folge hat und außerdem in gewisser Weise eine "natürliche" Auslese verhindern würde. Jetzt kann man sich daran aufhängen, welche Form der Auslese nun natürlich wäre oder nicht; meine Meinung ist, dass in der heutigen technologisierten und automatisierten Gesellschaftsstruktur das "Survival of the Fittest" zu einem Großteil durch eine Art Zufallsgenerator ersetzt werden würde, da das Individuum an sich praktisch keinen Einfluss auf den Ausgang hätte.
    Eine weitere Frage wäre, ob es überhaupt wünschenswert wäre, eine Weiterentwicklung im Sinne der Natur des Menschen anzustreben, wo diese doch den hart erlangten moralischen Grundsäulen teilweise deutlich widerspricht. Der Preis für Fortschritt scheint mir dann doch ein wenig zu hoch.


    Wieder zum Thema Kommunismus: Ich bezog mich bei meiner Vorstellung des theoretischen Kommunismus auf das, was du als Sozialismus "entlarvt" hast. Darfst mich dafür hauen. =P
    Die Auslöschung der Individualität sollte niemals das Ziel einer Staatsform sein und war wohl auch von Marx so nicht gedacht, schätze ich.

  • Du gelangst dabei zum Anarchismus als beste Voraussetzung für die weitere Evolution des Menschen, da er - vereinfacht gesagt - am meisten Konfliktpotential bietet. Mein erster Gedanke dazu war, dass wir davon eigentlich auch in der heutigen (vergleichsweise) Friedenszeit eigentlich genügend haben, aber gut, lassen wir das mal so stehen.


    Die meisten großen Weltmächte sind weitgehend demokratisch ausgeprägt. Und entweder liberal oder konservativ eingestellt. Konflikte sind in solchen Gesellschaftsformen lediglich Notlösungen und werden weitgehend vermieden. Insbesondere innerhalb der liberalen Gesellschaft wird viel Wert auf eine persönliche und soziale Entfaltung des Individuums gelegt, jedoch unter der Prämisse, dass diese Entfaltung keinem anderen Individuum schadet und/oder nicht gegen bestehende Regeln und Gesetze verstößt. Die Persönlichkeitsentfaltung und der Evolutionäre Drang werden zugunsten eines sozialen Miteinander gehämmt. Das hast du im individualistischen Anarchismus halt nicht. Dort ist die Entfaltung des Individuums absolut. Es wird jeder Preis auf sich genommen, um das Ergebnis zu erreichen.


    Der Gedankengang klingt auf den ersten Blick plausibel, jedoch würde ich ein funktionierendes Bestehen in der Praxis allermindestens stark bezweifeln. Es existieren in der heutigen Gesellschaft einfach zu viele potentiell entscheidende Unsicherheitsfaktoren, bei der grundätzlichen Abneigung und Angst des Menschen vor Unbekanntem bzw. Ungewohntem, die einer Umsetzung in allen bevölkerungsschichten im Wege stehen würde, angefangen, bis hin zum enormen militärischen Potential, das nun mal existiert und über das folglich jemand verfügen muss, was eigentlich automatisch die Bildung einer hierarchische Struktur zur Folge hat und außerdem in gewisser Weise eine "natürliche" Auslese verhindern würde.


    Anarchismus lehnt hierarchische Strukturen ab. Wenn der Mensch sich erstmal an absolute Freiheit gewöhnt hat und die moralischen Laster vergangener Generationen vergessen sind, wird er zu einem mordenden, raubenden Monster. Kleine Gruppen sind mobiler, effizeinter zu koordinieren und leichter zu organisieren. Hierarchische Strukturen entstehen nur in notwendigen Mindestmaßen (Siehe Kleingruppenmoral). Ob dieser Lebensstil in der Praxis "besteht" hängt von der Definition des Begriffs "bestehen" ab. Der Mensch würde weiterhin existieren. In signifikant kleineren Zahlen und auf lange Sicht mit enormen technologischen Unterschieden in den einzelnen Regionen. Aber er würde sich weiterentwickeln. Ob eine derartige Existenz erstrebenswert ist, sei hier mal vollkommen dahingestellt. Mir ging's rein darum, was "in der Natur" des Menschen liegt, nicht was die angenehmste Gesellschaftsform ist. ;-)


    Jetzt kann man sich daran aufhängen, welche Form der Auslese nun natürlich wäre oder nicht; meine Meinung ist, dass in der heutigen technologisierten und automatisierten Gesellschaftsstruktur das "Survival of the Fittest" zu einem Großteil durch eine Art Zufallsgenerator ersetzt werden würde, da das Individuum an sich praktisch keinen Einfluss auf den Ausgang hätte.


    Warum? "Fittest" ist der mit der größten Anpassungsfähigkeit. Jemand, der aus militanten Hintergründen stammt wird bessere Überlebenschancen haben als der Geek von Nebenan. Einen gewissen Zufallsfaktor hast du in der Natur auch. Kann immer mal passieren, dass ne fleiehende Gazelle der Löwin zufällig mit einem Huf die Schädeldecke einschlägt. *shrug*


    Die Auslöschung der Individualität sollte niemals das Ziel einer Staatsform sein und war wohl auch von Marx so nicht gedacht, schätze ich.


    Es war zwar kein direkter Wunsch von Marx, aber eine zwangsläufige Folge JEDER kommunistischen Gesellschaftsordnung. Und wenn nicht die Auslöschung, dann zumindest eine signifikante Einschränkung. Ich sehe jedenfalls nichts erstrebenswertes am Kommunismus. Weder aus darwinistischer noch aus individualistischer Sicht.

  • Inwieweit erfüllen deren verschiedene gängige Formen (mal als Vergleich USA, Deutschland, Russland) tatsächlich die Kriterien einer "wahren" Demokratie?

    Die meisten großen Weltmächte sind weitgehend demokratisch ausgeprägt. Und entweder liberal oder konservativ eingestellt.


    Grosse Weltmächte im frühen 21. Jh., als da wären: USA, Deutschland Europa, China, Russland. Habe ich noch jemanden vergessen oder versehentlich zuviel in die Liste gemogelt? Also zumindest bei China dürfte es wohl nicht unbedingt auf eine Demokratie hinauslaufen und bei Russland bin ich mir da leider auch nicht so sicher.



    Also erstens... Was ist gut an einer Grundidee, die darauf basiert, sämtlichen Privatbesitz zu enteignen, um Menschen gleichzuschalten?


    Der Kommunismus deckt vor allem die gesellschaftspolitische und zum Teil auch wirtschaftliche Zielsetzung ab, sämtliche Besitztümer zu verstaatlichen und den Menschen insofern gesellschaftlich gleichzuschalten, dass alle, die dem Wohl der Gemeinschaft beitragen, ein Anrecht darauf haben an ihrem Besitz(Ergo sämtlichen Materiellen Gütern und Dienstleistungen) teilzuhaben.


    Privatbesitz, der im Kommnuismus per Definition nonexistent ist, ist ein wichtiges Medium für ein Individuum um sich selbst zu definieren und auszudrücken. Der eine sammelt Comichefte und denkt sich Fangeschichten zu seinen Lieblingsfiguren aus, um sich persönlich zu entfalten, der andere schreibt dafür Lieder, stilistisch oft durch Lieblingsband/Genre/Song beeinflusst. Wir sammeln mit materiellen Gütern auch zeitgleich immaterielle, die wir wiederum weiterverarbeiten und zur Selbstdefinition und Prägung nutzen, sowie zum Ausdruck eben jener Definition. Deshalb kann und wird Kommunismus niemals funktionieren.


    Also jetzt bin ich verwirrt. Heisst das, dass es noch gar keinen "richtigen" Kommunismus auf der Welt gab, oder habe ich da jetzt etwas missverstanden? Weil mir tätsächlich von keinem früher einmal existierenden oder auch heute noch existierenden Land bekannt ist, dass dort kein Privatbesitz existent war/ist. Nicht einmal ansatzweise kann ich soetwas irgendwo erkennen.
    Geht es überhaupt, dass man Menschen jeglichen Besitz nimmt und ihm verbietet, auch in Zukunft an diesen zu gelangen?



    Was mich übrigens noch interessieren würde... wie stehen die User hier eigentlich zu dem Tabuthema, ob die Demokratie tatsächlich die "ideale" Staatsform ist?


    Ist das ein Tabuthema?
    Finde ich gar nicht. Und ideal? Naja, kommt für mich darauf an, wie die Theorie in der Praxis umgesetzt wird. So wie es bei uns ist, sehe ich das ganz bestimmt nicht als ideal an. Dazu muss ich sagen, dass ich einfach kritisch sehe, wenn Kapitalismus im Spiel ist, Stichwort Lobbyismus (zu diesem Thema hat ja Alaiya was geschrieben) und auch allgemein sehe ich die Ziele des Kapitalismus nicht als optimal an. Dass die Demokratie durch die Finanzwirtschaft massiv geschädigt werden kann, erleben wir ja gerade. Demokratie ja - aber irgendwie anders...
    Davon abgesehen gibt es womöglich die ideale Staatsform (noch) nicht. Sowas kann man im nachhinein immer schön analysieren, aber wenn man mittendrin steckt, ist das oft nicht so einfach.

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  • Also jetzt bin ich verwirrt. Heisst das, dass es noch gar keinen "richtigen" Kommunismus auf der Welt gab, oder habe ich da jetzt etwas missverstanden? Weil mir tätsächlich von keinem früher einmal existierenden oder auch heute noch existierenden Land bekannt ist, dass dort kein Privatbesitz existent war/ist. Nicht einmal ansatzweise kann ich soetwas irgendwo erkennen.


    Bisher wurde die Bezeichnung Kommunismus spätestens mittelfristig in allen mir bekannten Fällen als Sprungbrett für ein autoritäres oder totalitäres System zweckentfremdet.
    Dennoch wurden wesentliche Grundelemente des Kommunismus wie etwa die Abschaffung des Privatbesitzes in der Regel auch umgesetzt, zum Beispiel in den ehemaligen Sowjetstaaten.



    Geht es überhaupt, dass man Menschen jeglichen Besitz nimmt und ihm verbietet, auch in Zukunft an diesen zu gelangen?


    Auf Dauer nein. Der Mensch ist von sich aus ein egoistisch und individualistisch veranlagtes Wesen, dieser Drang lässt sich auf lange Sicht kaum unterdrücken.



    Zitat von Jezryk


    Warum? "Fittest" ist der mit der größten Anpassungsfähigkeit. Jemand, der aus militanten Hintergründen stammt wird bessere Überlebenschancen haben als der Geek von Nebenan. Einen gewissen Zufallsfaktor hast du in der Natur auch. Kann immer mal passieren, dass ne fleiehende Gazelle der Löwin zufällig mit einem Huf die Schädeldecke einschlägt. *shrug*


    Genau, Evolution besteht im Grunde aus nichts anderem als Zufall kombiniert mit verschieden hohen Überlebenswahrscheinlichkeiten. Allerdings war bisher in der Evolution die Überlebenschance immer gleichzusetzen mit dem Grad der Weiterentwicklung. Das ist in der gegenwärtigen Menschheit aus meiner Sicht nicht mehr gegeben, da die Möglichkeit oder Bereitschaft, militärisches Potential zu nutzen, nichts mit der evolutionären "Stufe" mehr zu tun hat, die bei Menschen zunehmend an der geistigen Leistungsfähigkeit gemessen wird (mögliche wäre vielleicht sogar eine gewisse indirekte Proportionalität dieser beiden Faktoren, jedoch sicher keine direkte).
    Hey, schweifen wir gerade vom Thema ab? D:

  • Grosse Weltmächte im frühen 21. Jh., als da wären: USA, Deutschland Europa, China, Russland. Habe ich noch jemanden vergessen oder versehentlich zuviel in die Liste gemogelt? Also zumindest bei China dürfte es wohl nicht unbedingt auf eine Demokratie hinauslaufen und bei Russland bin ich mir da leider auch nicht so sicher.


    Wir reden hier von Staaten, lol. Was ist mit Großbritannien? Frankreich? Je nachdem wie man "Macht" definiert, kann man auch den ein oder anderen weiteren Staat dazuzählen. Aber das dürften so die größten sein.


    Also jetzt bin ich verwirrt. Heisst das, dass es noch gar keinen "richtigen" Kommunismus auf der Welt gab, oder habe ich da jetzt etwas missverstanden? Weil mir tätsächlich von keinem früher einmal existierenden oder auch heute noch existierenden Land bekannt ist, dass dort kein Privatbesitz existent war/ist. Nicht einmal ansatzweise kann ich soetwas irgendwo erkennen.


    Naja, unter Marx wurde nie der Schritt zum Kommunismus geschafft. Als Lenin übernahm war man noch in einem Zustand der Übergangsregierung. Lenin hat dann auch langsam und vorsichtig auf den Kommunismus hingearbeitet. Als dann Stalin an der Reihe war, hat er die Idee des Kommunismus verfälscht und missbraucht, um eine Diktatur aufzubauen. Stalin hat ja sogar den Kommnismus missbraucht, um eine Verstaatlichung der Landwirtschaft dazu zu nutzen, in aufmüpfigen Gebieten die Nahrungszufuhr einfach abzuschneiden und kontrolliert Hungersnöte hervorzurufen. Durch seine Kollektiviierung des Volks war es ihm unter der Prämisse der "kommunistisch-sozialistischen Gesellschaft" die Bürger als billige Arbeitskräfte und Quasi-Sklaven zu missbrauchen.
    In China wurde btw sämtlicher Privatbesitz in den 20ern verstaatlicht und erst 2004 wurde eben diese Verstaatlichung aufgehoben. Ungefähr seit dieser Zeit explodiert auch die Wirtschaft Chinas. Zufall? ich denke nicht.


    Geht es überhaupt, dass man Menschen jeglichen Besitz nimmt und ihm verbietet, auch in Zukunft an diesen zu gelangen?


    Naja, im Kommunismus geht das wietgehend, weil sämtliche Güter vom Staat an die Personen verteilt werden. Wie diese Verteilung stattfindet, hängt von der Form des Kommunismus ab. Aber in der Theorie bauen die meisten Konzepte darauf auf, das Individuum in einem Maß mit Gütern zu versorgen, dass seinem Beitrag zum Wohlergehen der Gesellschaft entspricht. Diese Güter sind dann jedoch nicht das Eigentum der Person, der sie zugeteilt wurden. Sie hat lediglich das Recht die Güter bei sich aufzubewahren und jederzeit zu nutzen. Theoretisch könnte in einer kommunistischen Gesellschaft ein Wildfremder einfach bei dir zuhause einsteigen, sich auf dein Sofa setzen und Fernsehen. Vollkommen legitim.


    Genau, Evolution besteht im Grunde aus nichts anderem als Zufall kombiniert mit verschieden hohen Überlebenswahrscheinlichkeiten. Allerdings war bisher in der Evolution die Überlebenschance immer gleichzusetzen mit dem Grad der Weiterentwicklung. Das ist in der gegenwärtigen Menschheit aus meiner Sicht nicht mehr gegeben, da die Möglichkeit oder Bereitschaft, militärisches Potential zu nutzen, nichts mit der evolutionären "Stufe" mehr zu tun hat, die bei Menschen zunehmend an der geistigen Leistungsfähigkeit gemessen wird (mögliche wäre vielleicht sogar eine gewisse indirekte Proportionalität dieser beiden Faktoren, jedoch sicher keine direkte).
    Hey, schweifen wir gerade vom Thema ab? D:


    In dem Augenblick in dem du neue militärische Strategien entwickelst, neue Waffen erfindest oder dich im Umgang mit den bereits bestehenden verbesserst, findet bereits eine Weiterentwicklung statt. Anpassung bedeutet Evolution. Die heutige, menschliche Gesellschaft entwickelt sich kaum bis garnicht weiter, weil sie sich nicht anzupassen brauchen. Sie passen ihr Umfled einfach an ihre Bedürfnisse an, anstelle es andersrum zu tun. In einer Welt, die von Chaos und Willkür beherrscht wird, wärest du mit diesem Verhalten nicht überlebensfähig.
    Und nein, wir schweifen nicht ab. Der darwinistische Gedanke kann auch durchaus in das Bilden einer Staatsform mit einfließen. Genau genommen baut fast jede Diktatur darauf auf.

  • Ich erinnere an die Tierschützer in Österreich, die dem Staat nicht in den Kram passten und daher wegen "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" verhaftet wurden ...


    Das liegt halt daran, dass unsere Justiz mitsamt Polizei und "Verfassungsschutz" von Rechtsradikalen unterwandert ist. Linke Mülltonenanzünder werden in Österreich verfolgt wie Al-Quaida-Terroristen, aber wenn mal wieder Nazis Asylheime in Brand stecken, dann sieht, hört und spricht niemand etwas darüber, erst recht nicht die Polizei.
    Haben wir im übrigen der Schwarz-Blauen Regierung zu verdanken, von der es vielleicht noch dieses Jahr ein Remake mit Kanzler Strache geben könnte. >.<


    Aber deswegen habe ich diesen Thread nicht wieder herausgekramt. Vielmehr wegen der Wehrpflichtbefragung vor ein paar Wochen.
    Jeder scheint begeistert zu sein von der direkten Demokratie. Die Schweiz wird immer wieder als positives Beispiel für ein real existierendes demokratisches System herangezogen, fast jede österreichische Parlamentspartei hat in den letzten Monaten angekündigt, die "direkte Demokratie" in diesem Land "stärken" zu wollen (ulkigerweise auch die FPÖ, deren Parteibrüder in Kärnten monatelang durch regelmäßigen Auszug aus dem Landtag einen Neuwahlantrag der Oppositionsparteien blockiert haben ;) ) und immerhin fand jetzt vor kurzem erst die erste bundesweite Volksbefragung statt und die Wiener und Wienerinnen dürfen auch bald wieder über ein paar Kleinigkeiten "abstimmen".
    Kurz und gut: Viele wollen anscheinend die direkte Demokratie.


    Aber ist diese Regierungsform wirklich erstrebenswert oder zumindest "besser" als die momentane, eher repräsentative Form der Demokratie?


    Ich zitier mich hier mal selbst, aus dem Wehrpflicht-Thread:

    Zitat

    Ich halte es für schlecht, dieses Thema betreffend. Die Bevölkerung sieht das Thema viel zu emotional, Fakten werden völlig ignoriert, denn man braucht ja die Zivildiener, damit "die Rettung nicht zu spät kommt" und das Heer bringt den Jungen "Disziplin" bei. Wir haben heute gesehen, dass die Bevölkerung sich von Angstmache und Horrorszenarien beeinflussen lässt, statt das zu wählen, was im Jahr 2013 nunmal notwendig ist. Daher ist es arg fahrlässig von den Politikern, die Bevölkerung zu so einem heiklen Thema abstimmen zu lassen. Die Wehrpflicht wird abgeschafft werden, wenn nicht heute, dann in 10 Jahren. Das ist unausweichlich, auch wenn es 60% nicht wahrhaben wollen.


    Wochen nach der Befragung fühle ich mich nur noch bestätigt. Diese ganze Befragung war eine reine Volksverarschung der ÖVP. Obwohl sie es angekündigt haben, haben sie immer noch kein Konzept für eine Reform des Wehrdienstes vorgelegt. Diese Partei hat den Wählern monatelang eingeredet wie teuer ein reines Berufsheer doch wäre und was ist passiert? Die Wehrpflicht bleibt erhalten und es werden mal nebenbei mehrere Millionen investiert um das kaputte System irgendwie wieder "aufzubauen". Und dabei wird dann noch so getan, als würde man dem SPÖ-Verteidigungsminister und den anderen Verlierern der Wahl einen Gefallen tun. Nun ist also doch die Wehrpflicht teurer geworden, aber leider ist es zu spät noch etwas daran zu ändern, denn das Stimmvieh hat bereits abgestimmt.


    Und das ist das Hauptproblem an unserer Parteien-"Demokratie". Im Wahlkampf wird versprochen, gelogen und betrogen, und wenn das Volk dann so abgestimmt hat wie man es wollte, dann ist die Sache erledigt und man schert sich nicht mehr darum. Und daran ändert auch eine direkte Demokratie rein gar nichts.
    Es schafft im Endeffekt nur neue Probleme, zumindest bei solch komplexen Themen wie der Landesverteidigung. Wie schon damals gesagt, Wahlkampf wird immer auf der emotionalen Ebene ausgetragen, um das Volk damit zu erreichen, nicht auf der sachlichen. Aber nur die Sachlichkeit schafft vernünftige Politik. Darin sehe ich die Gefahr in der direkten Demokratie.


    Unser jetziges parlamentarisch-repräsentatives System ist aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Es setzt voraus, dass die Abgeordneten weder korrupt, noch irgendwie sonst eigenbrötlerisch sind, was leider absolut nicht der Fall ist. Und selbst wenn es so wäre: Wie demokratisch ist es, wenn einzig und allein eine kleine Gruppe von Personen die Gesetze macht, während das Volk kaum Mitbestimmungsrechte hat?
    Das klingt wiederum mehr nach einer Wahl-Oligarchie.


    So wie ich das sehe sind beide Systeme ziemlich unvernünftig und verbesserungswürdig.
    Daher bin ich durchaus für mehr direkte Demokratie, beispielsweise im Sinne der Vereinfachung von Volksbegehren oder Debürokratisierung, aber gegen Volksabstimmungen zu so wichtigen Themen wie dem Erhalt der Wehrpflicht. Und wenn, dann müsste hierbei auf beiden Seiten sachlich argumentiert werden, statt mit Polemik und Angstmache.


    Wie seht ihr das?

  • Das liegt halt daran, dass unsere Justiz mitsamt Polizei und "Verfassungsschutz" von Rechtsradikalen unterwandert ist. Linke Mülltonenanzünder werden in Österreich verfolgt wie Al-Quaida-Terroristen, aber wenn mal wieder Nazis Asylheime in Brand stecken, dann sieht, hört und spricht niemand etwas darüber, erst recht nicht die Polizei.


    Ist das bei euch so? Bei uns kommts mir immer genau andersherum vor. Wenn da irgendwas in der Richtung passiert, dann ist das erste, was man hört: “Ein rechtsradikaler Hintergrund wurde bislang nicht bestätigt, kann aber nicht ausgeschlossen werden” oder so was in der Richtung. Linksradikale Hintergründe werden meist erst ins Spiel gebracht, wenn sie bestätigt sind. Und solche Dinge an denen Personen mit Migrationshintergrund beteiligt sind, werden in den Nachrichten fast nie mit einem entsprechenden Hinweis an die grosse Glocke gehangen. Passenderweise wird es so gut es geht auch totgeschwiegen, dass seit der Grenzöffnung organisierte osteuropäische Banden in den östlichen Bundesländern klauen, was nicht niet- und nagelfest ist (und sogar solche Sachen werden geklaut z.B. Steigleitungsanschlüsse von Hochhäusern, die die Feuerwehr im Brandfall benutzt oder Kabelleitungen bei der Bahn…). Egal, soll ja wie gesagt nicht darum gehen.



    Wochen nach der Befragung fühle ich mich nur noch bestätigt. Diese ganze Befragung war eine reine Volksverarschung der ÖVP. Obwohl sie es angekündigt haben, haben sie immer noch kein Konzept für eine Reform des Wehrdienstes vorgelegt. Diese Partei hat den Wählern monatelang eingeredet wie teuer ein reines Berufsheer doch wäre und was ist passiert? Die Wehrpflicht bleibt erhalten und es werden mal nebenbei mehrere Millionen investiert um das kaputte System irgendwie wieder "aufzubauen". Und dabei wird dann noch so getan, als würde man dem SPÖ-Verteidigungsminister und den anderen Verlierern der Wahl einen Gefallen tun. Nun ist also doch die Wehrpflicht teurer geworden, aber leider ist es zu spät noch etwas daran zu ändern, denn das Stimmvieh hat bereits abgestimmt.


    Was du ansprichst kann ich sogar sehr gut verstehen. Kann mir aber vorstellen, dass deine Meinung zur Abstimmung leicht anders wäre, wenn das Volk in deinem Sinne gestimmt hätte (muss aber nicht sein). Das ist immer das Problem, wenn etwas entschieden wird, was mir einem nicht gefällt. Ich weiss gar nicht, was eure Regierung dazu für eine Meinung vertritt (falls du das schon mal geschrieben hast, sieh es mir nach). Wenn sie jedenfalls für die Wehrpflicht ist, dann wurde so zumindest die Möglichkeit geschaffen etwas zu ändern, was sonst geblieben wäre, wie es immer war (das müsste man denen dann sogar anrechnen). Ansonsten hilfts eben nur darauf zu hoffen, dass eine nächste Regierung (sollte es zu einem Wechsel kommen) das trotzdem umkrempelt.



    So wie ich das sehe sind beide Systeme ziemlich unvernünftig und verbesserungswürdig.
    Daher bin ich durchaus für mehr direkte Demokratie, beispielsweise im Sinne der Vereinfachung von Volksbegehren oder Debürokratisierung, aber gegen Volksabstimmungen zu so wichtigen Themen wie dem Erhalt der Wehrpflicht. Und wenn, dann müsste hierbei auf beiden Seiten sachlich argumentiert werden, statt mit Polemik und Angstmache.


    Wenn du mehr direkte Demokratie wünschst, dann fragt sich eben, wer entscheidet, welche Themen wichtig genug sind, um darüber abstimmen zu lassen und welche nicht. Vielleicht sollte man vorher abstimmen lassen, ob man abstimmen sollte. ;) Naja, ich weiss es eben auch nicht, aber Volksbegehren usw. sind immer so eine Sache, Menschen sind zu uninformiert, schwimmen gerne mit dem Strom und fragen sich dann ein Jahr später, wie sie nur so blöde sein konnten…
    Mich ärgert es auch immer wieder, dass sie zwar gerne rumjammern, aber sich kurz vor der Wahl dann doch immer wieder gnädig stimmen lassen und sich über diverse Wahlgeschenke freuen.



    Unser jetziges parlamentarisch-repräsentatives System ist aber auch nicht das Gelbe vom Ei. Es setzt voraus, dass die Abgeordneten weder korrupt, noch irgendwie sonst eigenbrötlerisch sind, was leider absolut nicht der Fall ist. Und selbst wenn es so wäre: Wie demokratisch ist es, wenn einzig und allein eine kleine Gruppe von Personen die Gesetze macht, während das Volk kaum Mitbestimmungsrechte hat?
    Das klingt wiederum mehr nach einer Wahl-Oligarchie.



    Das perfekte Staatsystem… ich bin überfragt (wird wohl erst mit vernünftigen Menschen möglich). Wobei ich unter bestimmten Umständen immer noch zu einer Diktatur bzw. einem König tendieren würde (natürlich nicht so, wie wir es bis zum heutigen Tag kennengelernt haben). Ich finde nicht, dass das etwas zwangsläufig schlechtes sein muss.
    Am besten ist es womöglich, wenn es sich in regelmässigen Abständen ändert und etwas neues versucht wird. Manches wird mit der Zeit einfach alles zu eingefahren und ist nach vielen Jahren wohl immer zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Menschen, die an der Macht sind, mögen zu Beginn die besten Vorsätzen haben (hey, sogar die Menschen, die anfangs den Sozialismus versucht haben hatten ihre Ideale und teilweise sogar nach ihnen gehandelt) aber irgendwann fühlen sie sich einfach zu wohl, werden bequem, entfernen sich immer mehr vom Volk. Und das geschieht meiner Meinung nach früher oder später in allen Systemen (auch die Opposition will doch auch nur an die Macht, um der Macht Willen, ich sehe da bei unseren Volksparteien keine Unterschiede und sogar die Piraten werden machthungrig und zerfleischen sich dafür sogar gegenseitig :D ).



    Wie demokratisch ist es, wenn einzig und allein eine kleine Gruppe von Personen die Gesetze macht, während das Volk kaum Mitbestimmungsrechte hat?


    Alle Macht dem Volk! :)

    Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Toten auf die Erde zurück! (DotD)


    Per aspera ad astra!
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  • Ist das bei euch so? Bei uns kommts mir immer genau andersherum vor. Wenn da irgendwas in der Richtung passiert, dann ist das erste, was man hört: “Ein rechtsradikaler Hintergrund wurde bislang nicht bestätigt, kann aber nicht ausgeschlossen werden” oder so was in der Richtung. Linksradikale Hintergründe werden meist erst ins Spiel gebracht, wenn sie bestätigt sind. Und solche Dinge an denen Personen mit Migrationshintergrund beteiligt sind, werden in den Nachrichten fast nie mit einem entsprechenden Hinweis an die grosse Glocke gehangen. Passenderweise wird es so gut es geht auch totgeschwiegen, dass seit der Grenzöffnung organisierte osteuropäische Banden in den östlichen Bundesländern klauen, was nicht niet- und nagelfest ist (und sogar solche Sachen werden geklaut z.B. Steigleitungsanschlüsse von Hochhäusern, die die Feuerwehr im Brandfall benutzt oder Kabelleitungen bei der Bahn…). Egal, soll ja wie gesagt nicht darum gehen.


    Also da habe ich ganz anderes gelesen. Verwechsle mal nicht die "politisch korrekten" Medien mit Polizei und Justiz. Der deutsche Verfassungsschutz scheint auch einige Verbindungen zum Rechtsextremismus zu haben, wie wir an dem NSU-Aktenskandal sehen konnten. Die deutsche Regierung macht wirklich nicht den Eindruck, als würde sie sich um den Rechtsextremismus sorgen machen, stattdessen wird gerne auf "die Linke" eingehämmert, wegen ihrer SED-Vergangenheit.
    Ich weiß ja jetzt nicht genau ob und inwiefern man die Linke nun als "radikal" ansehen kann, aber ich persönlich finde einige ihrer Forderungen, wie zum Beispiel ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn sehr vernünftig.


    Was du ansprichst kann ich sogar sehr gut verstehen. Kann mir aber vorstellen, dass deine Meinung zur Abstimmung leicht anders wäre, wenn das Volk in deinem Sinne gestimmt hätte


    Da hast du wahrscheinlich recht. Und trotzdem würde ich nicht plötzlich vom vernünftigen und "politisch reifen" Volk sprechen, denn wenn die Wehrpflicht verloren hätte, dann wohl eher aufgrund besserer Panikmache von Berufsheerseite...


    Ich weiss gar nicht, was eure Regierung dazu für eine Meinung vertritt (falls du das schon mal geschrieben hast, sieh es mir nach). Wenn sie jedenfalls für die Wehrpflicht ist, dann wurde so zumindest die Möglichkeit geschaffen etwas zu ändern, was sonst geblieben wäre, wie es immer war (das müsste man denen dann sogar anrechnen). Ansonsten hilfts eben nur darauf zu hoffen, dass eine nächste Regierung (sollte es zu einem Wechsel kommen) das trotzdem umkrempelt.


    Wir haben eine Rot-Schwarze Koalition. Die Roten waren fürs Berufsheer, die Schwarzen für die Wehrpflicht. Es war also ein Zwist der Regierungsparteien, die entweder zu unfähig waren um dieses Problem selbst zu lösen, oder - was ich viel eher vermute - rein aus wahltaktischen Gründen eine solche Befragung durchziehen wollten.
    Dass die Wehrpflicht bereits während der nächsten Legislaturperiode fällt, fände ich zwar großartig, wird aber sicherlich nicht passieren. Einerseits werden es sich die Verliererparteien nicht so kurz nach der Befragung bereits mit der Bevölkerung verscherzen wollen und andererseits wird wohl nächstes Mal, wie immer, die ÖVP wieder mit in der Regierung sein. Denn sie ist die einzige Partei, die mit allem und jedem koalieren würde, so lange sie an der Macht bleiben kann.


    Wobei ich unter bestimmten Umständen immer noch zu einer Diktatur bzw. einem König tendieren würde (natürlich nicht so, wie wir es bis zum heutigen Tag kennengelernt haben). Ich finde nicht, dass das etwas zwangsläufig schlechtes sein muss.


    Das Problem hierbei ist nunmal, dass Macht irgendwann korrumpiert. Und einen größenwahnsinnigen Diktator kann man schwer aufhalten, wenn man ihn schon mit so viel Macht ausgestattet hat. Es braucht schon eine Gewaltentrennung (und zwar eine echte, nicht die, die wir haben), sonst öffnen wir nicht nur wieder der Korruption, sondern auch der Willkür Tür und Tor. Und (ernsthafte) Gewaltentrennung bedeutet Demokratie, ob indirekt oder direkt.
    Letztlich haben wir entweder ein verbrecherisches Regime, eine unfähige Demokratie oder eben eine Anarchie. Fällt dir die Entscheidung leicht? :P

  • Also da habe ich ganz anderes gelesen. Verwechsle mal nicht die "politisch korrekten" Medien mit Polizei und Justiz. Der deutsche Verfassungsschutz scheint auch einige Verbindungen zum Rechtsextremismus zu haben, wie wir an dem NSU-Aktenskandal sehen konnten. Die deutsche Regierung macht wirklich nicht den Eindruck, als würde sie sich um den Rechtsextremismus sorgen machen...


    Der Eindruck könnte natürlich durch verschiedene Vorkommnisse durchaus entstehen. Zumindest jammert die Politik immer wieder mal über die NPD herum und verschiedene Möglichkeiten, diese zu verbieten werden immer mal wieder durchgekaut. Obwohl es wohl eher so ist, dass eine Partei, die sie gut im Auge behalten können ihnen lieber ist, als zahlreiche kleine Organisationen (die es natürlich auch so gibt, aber womöglich nicht so viele, wie sie es sonst wären), die kaum alle zu überwachen sind.



    ... stattdessen wird gerne auf "die Linke" eingehämmert, wegen ihrer SED-Vergangenheit.
    Ich weiß ja jetzt nicht genau ob und inwiefern man die Linke nun als "radikal" ansehen kann, aber ich persönlich finde einige ihrer Forderungen, wie zum Beispiel ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn sehr vernünftig.


    Über "die Linke" würde sich wohl fast ein eigenes Thema lohnen. :D Jedenfalls schwankt man immer mal wieder, wie man sie einordnet. Zuerst wurden sie einfach als "rote Socken" abgetan, nach Wahlerfolgen (besonders im Osten) kam man nicht umhin, sogar Koalitionen mit ihnen einzugehen. Ist dabei aber darauf bedacht zu betonen, dass das auf Bundesebene keine Option wäre. Interessant ist, dass sie passiv die Regierungsbildung der vergangenen Wahlen mehr beeinflusst haben, als den meisten bewusst ist. 2002 wären sie fast in den Bundestag gekommen. Das ist aber nicht passiert und so hat niemand grossartig Notiz davon genommen, aber 2005 ist etwas geschehen, was drei Jahre vorher (aufgrund des jeweils knappen Wahlergebnisses) auch möglich gewesen wäre: keine der beiden grossen Parteien konnten mit ihrem jeweiligen Partner eine Mehrheit erlangen (und jeweils eine der anderen kleinen Parteien mit ins Boot zu holen ging natürlich auch nicht). Die SPD hätte aber mit Grünen und PDS (spätere Linke) locker die Mehrheit gehabt und Schröder hätte weiter regieren können. Das haben sie sich nicht getraut und sich lieber der CDU untergeordnet und Merkel somit zur Kanzlerin gemacht. Ist natürlich müssig zu überlegen, was geschehen wäre, hätten sie mit der PDS zusammengearbeitet und ihnen ein oder zwei "unwichtige" Ministerposten gegeben hätten. 2009 hat die SPD jedenfalls grandios abgeloost, schlimmer hätte es wohl auch nach vier Jahren Zusammenarbeit mit der PDS nicht kommen können. :D  
    Aber wie gesagt, auf Länderebene klapps ganz gut mit den beiden. Vorwürfe, "die Linke" sei radikal gibt es trotzdem hin und wieder aus verschiedenen Lagern.



    Da hast du wahrscheinlich recht. Und trotzdem würde ich nicht plötzlich vom vernünftigen und "politisch reifen" Volk sprechen, denn wenn die Wehrpflicht verloren hätte, dann wohl eher aufgrund besserer Panikmache von Berufsheerseite...


    Nein, davon kann man wohl so oder so nicht wirklich sprechen. :D



    Das Problem hierbei ist nunmal, dass Macht irgendwann korrumpiert. Und einen größenwahnsinnigen Diktator kann man schwer aufhalten, wenn man ihn schon mit so viel Macht ausgestattet hat. Es braucht schon eine Gewaltentrennung (und zwar eine echte, nicht die, die wir haben), sonst öffnen wir nicht nur wieder der Korruption, sondern auch der Willkür Tür und Tor. Und (ernsthafte) Gewaltentrennung bedeutet Demokratie, ob indirekt oder direkt.


    Ich weiss, das meinte ich ja auch damit, dass hin und wieder mal ein anderes System "ausprobiert" werden sollte. In unserer Demokratie ist doch auch schon alles so festgefahren, dass alle Parteien als erstes für ihren Machterhalt arbeiten.
    Dass es den perfekten Diktator nicht geben kann... daran wirds wohl im Endeffekt eh scheitern. Man kann es sowieso nie jedem recht machen (wie auch). Sogar Gandalf hat erkannt, dass es nicht gut ist, wenn er den Ring besitzen würde.
    Wobei es irgendwie interessant wäre, wie das in der heutigen Zeit funktionieren würde, wenn man es in den europäischen Staaten so machen würde, die aber in der EU sind und sich dadurch auch gleichzeitig untereinander einigen müssen...
    Wobei insgesamt die Justiz unabhängig agieren können sollte (naja, wobei sich das wohl schon wieder widerspricht :D ).



    Letztlich haben wir entweder ein verbrecherisches Regime, eine unfähige Demokratie oder eben eine Anarchie. Fällt dir die Entscheidung leicht?


    Zumindest will ich wohl am wenigsten in Anarchie leben. :D  
    Ist aber eine gute Frage: Ist eine Diktatur automatisch (früher oder später) verbrecherisch?
    Und ist eine Demokratie automatisch schwerfällig bzw. sogar oft handlungsunfähig?

    Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Toten auf die Erde zurück! (DotD)


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  • Man muss zwar jedem Menschen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen (sprich, dass man seinen Zins in einer normalen Wohnung zahlen kann, die nicht wie ein Rattenloch aussieht, sich ernähren und Medizin leisten kann, Kleidung kaufen kann,seinem Kind Bildung ermöglicht, etc...), aber Meanwhile beschreibt es gut.
    Deshalb hat meiner Meinung nach auch der Kommunismus nicht funktioniert. Weil die Menschen nicht mehr ehrgeizig waren.


    Maneki-Neko
    Also irgendwohin musste ich jetzt mit diesem Zitat und hier passts wohl ganz gut.
    Aber bevor ich dazu irgendetwas sagen kann, muss ich unbedingt wissen, über welches kommunistische Land, in dem der Kommunismus aus den von dir genannten Gründen nicht funktioniert hat, wir eigentlich reden.
    Zwar spricht Meanwhile Elsewhere wenigstens vom Sozialismus, was aber sein Beispiel nicht weniger unwahr macht.

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  • Außerdem gibt es immer einen Menschen der denkt sich über andere stellen zu müssen, deswegen ging es den Menschen welche in kommunistischen Ländern gelebt haben auch schlechter


    ES GIBT KEINE KOMMUNISTISCHEN LÄNDER


    erstens gibt es rein vom wesen des kommunismus her keinen kommunistischen staat;
    zweitens waren sämtliche als "kommunistisch" bezeichneten länder der geschichte, sei es die sowjetunion, china oder sonstwas, nicht kommunistisch im marxschen sinne, sondern haben sich bloß so genannt bzw. im namen des kommunismus gehandelt. stalin hat sich auch auf marx berufen, aber marx hätte sich vermutlich im grabe umgedreht, wenn er gesehen hätte, was stalin angerichtet hat


    deswegen kannst du nicht auf der grundlage der erfahrungen mit vermeintlich "kommunistischen" staaten behaupten, die soziale marktwirtschaft sei besser als der kommunismus.


    dass der kommunismus "besser" ist, will ich gar nicht behaupten, und passt auch nicht hierhin. aber wenn, sollte man den kommunismus an sich auf theoretischer ebene kritisieren und nicht, wie viele, sagen "in der sowjetunion und in china waren alle arm, weil da kommunismus war", weil das schlichtweg falsch ist.