The Garden of Sin

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  • Die Sonne verschwand hinter dem Rand der Welt, tauchte den Himmel in Flammenmeer und schenkte den zwei Gestalten auf dem weiten Feld ihren letzten Strahlen. Die reglose Stille und vollkommene Bewegungslosigkeit der Beiden verliehen dem Bild eine gewisse Zeitlosigkeit, als ob man auf ein Gemälde im Museum blicken würde. In einer dichten Umarmung standen die Brüder da, regungslos. Nur ihr leises Keuchen war hörbar, sowie das Platschen des Blutes, welches von den Klingen der Dolche tropfte. Sekunden wirkten wie eine kleine Ewigkeit, bevor der erste der beiden Zusammensackte, seine Augen leer, ohne Leben. Die übriggebliebene Figur sackte ebenfalls zusammen, doch sein Leben war noch nicht erloschen. Auf den Knien sitzend hielt er eine Hand auf die Wunde. Er versuchte nicht den Dolch heraus zu ziehen, es hätte keinen Sinn. Sein Verstand zerstörte alle Illusionen von Hoffnung. Er würde hier sterben, niedergestreckt durch seines Bruders Gier. Sein verschwimmender Blick wanderte über die baumlose Weite, seine Sinne erschreckten als sie die Zeichen der vergangenen Schlacht aufnahmen. Alles war zu Ende und nichts gewonnen. Schließlich verließen ihn die letzten Kräfte und er fiel zurück in die Blutlache, die sich allmählich gebildet hatte.
    Und jetzt liege ich hier in meinem eigenen Blut und kann nur noch die typischen Fragen was-wäre-wenn und was-könnte-sein stellen. Dennoch habe ich große Hoffnung, da mir nun klar ist, dass die Zukunft verändert werden kann. Mein Geschichte endet hier und wird zu einem Teil der Vergangenheit. Vielleicht wird eines Tages jemand auf sie zurückschauen. Und es dieser Leser, dem ich diese letzte Nachricht widme. Egal wie verzweifelt deine Lage auch aussieht, es wird immer Hoffnung geben. Du musst nur die Stärke haben, die richtigen Opfer zu leisten. Wenn du es wünscht, kannst du die Welt ändern. Wenn diese Lektion beherzigt wird, hat mein Leben einen Sinn gehabt. Nimm diese Worte an dich und erinnere dich durch sie an mich. Was auf den Seiten der Zukunft steht liegt an dir, dem Leser dieser Geschichte. Und während du dein Leben lebst in der fernen Zukunft, denke daran:
    An diesem Punkt beginnt deine Geschichte.
    Mit letzter Kraft hob sich ein Arm in Richtung des gerade aufgegangenen Vollmondes.


    Zwitschernde Vögel erfreuten sich des gleißenden Sonnenlichts. Zweifarbige Augen blinzelten, als der Schwarzhaarige seine Hand wieder senkte und nochmal über den letzten Satz ging. Da der junge Mann merkte, dass er am Ende seines Buches angekommen war, schloss er dieses leise seufzend und steckte es zurück in den Rucksack, der zu seinen Füßen stand. Er ruckelte ein wenig auf dem hölzernen Stuhl herum, auf dem er saß und lehnte sich schließlich zurück, die Augen geschlossen. Die Schatten der mächtigen Laubbäume um ihn herum hüllten ihn und die gesamte Umgebung in Schatten und ließen trotz der Hitze des Hochsommers eine angenehme Kühle das Dorf in Beschlag nehmen. Diese Bäume waren Titanen, ihre früheren Verwandten nichts im Vergleich mit ihnen. Die Ältesten erreichten rund 100m an Höhe, während der Durchschnitt so etwa bei 80m lag. Andere Pflanzen, außerirdisch und bekannt zugleich, bevölkerten die Stellen am Boden, die nicht von den umherstreifenden Menschen zu Pfaden platt getrampelt wurden und kämpften miteinander um die wenigen Sonnenstrahlen, die durch das mächtige Blätterdach reichten. Blühten in nicht möglich gedachten Farben lockten Insekten und kleinere Wirbeltiere von lächerlicher Größe an. Und inmitten dieser Fremdartigkeit, welche einen Menschen aus der „Vorzeit“ in Schock erstarren hätte gelassen, lag das kleine Dorf Mischira, Sitz des Fürsten Wells, dem Herrscher der Gemeinschaft Duran.


    Ein zufriedenes Brummen kam von Saiko, als er seine müden Glieder streckte, bis sie erfrischend knackten. Der Sinner saß vor einem zwei Meter hohen Zaun, der die Residenz seines „Bosses“ vom Marktplatz des Dorfes abtrennte. Ganz in der Nähe stand ein großes Tor weit offen, Einlass für die, die wie er auf den Ruf des Grafen gehört hatten. Als ob das prunkvolle Gebäude im Hintergrund, verziert mit Dingen wie Wasserspeiern, die geflügelten Wildschweinen ähnlich sahen, nicht schon genug zum Reichtum des Grafen aussagte, merkte man gleich an dem kunstvoll geschmiedetem eisernen Zaun, wie Reich der Fürst wirklich war. Ebenso hart wie schön anzusehen war er für alle „normalen“ Menschen ein ordentliches Hindernis, welches ein hübsches Sümmchen gekostet haben dürfte. Eisen und Stahl waren zwar nicht die seltensten Materialien, gehörten aber definitiv nicht zu den billigsten. Allerdings kamen auch sie nicht an die Preise heran, die die Menschen für die Fabrikationen der alten Welt teilweise zu bezahlen bereit waren. Oft lag die Hoffnung darin, die alten Schätze könnten ihnen ihr Einkommen sichern, weshalb auch eine hohe Investition sich lohnen sollte. Doch mehr als nur selten kauften die Leute etwas, was sie nicht mal verstanden und verschuldeten sich dadurch, dass sie jemanden bezahlen mussten, der ihnen den richtigen Umgang beibrachte. Der Fürst der Gemeinschaft hatte ihnen allerdings ein Beispiel geliefert, wie man es richtig macht. Die Gemeinschaft Duran allgemein, doch vor allem Mischara lebten von dem Verkauf ihrer Eisenwaren an andere Dörfer und Ansiedlungen. Doch der Weg war beschwerlich und nicht gerade kurz, weshalb die Einnahmen teilweise sehr knapp ausfielen. Seit einigen Jahren war die Situation für Duran recht stabil, da der Herrscher der Gemeinschaft sich aus unbekannter Quelle ein paar Lastwagen sichern konnte, die den Weg sicher vor den meisten Tieren und vor allem schnell hinter sich bringen konnten. Normalerweise hätte keiner der Bürger oder der Fürst sich erlaubt, so ein Gefährt in Anspruch zu nehmen, wegen Angst um Gaia's Gemüt, doch da die Fahrzeuge ihren Antrieb nun aus kristallisiertem Äther gewannen und sie keine Alternative hatten, drückten die Menschen ein Auge zu. Seitdem lag der Handel fest in der Hand des Fürsten und durch seine festgelegten Anteile nahm sein Reichtum immer mehr zu. Erst später hatte Wells damit begonnen, sich Fürst zu nennen, als ihm alles ein wenig zu Kopf stieg.


    Der Marktplatz vor dem Adelshaus war geschäftig wie eh und je, die vielen Geschäfte, aus denen das Dorf zum Großteil bestand, gut besucht von Einwohnern und Besuchern. Vor allem Schmieden aller möglichen Fachrichtungen dominierten das Angebot und lockten Käufer, indem sie nicht nur lauthals ihre Waren anpriesen, sondern auch ihr Können mit dem Hammer auch für neugierige Augen offen zur Schau stellten.


    Trotz der vielen Menschen, die dem Zaun nahe kamen und daran vorbeigingen, ohne dass einer sich durch das offene Tor wagte, fiel kein Blick auf den in fast gänzlich schwarz gekleideten Sinner, der sich faul auf seiner Sitzgelegenheit räkelte. Ein Zauber, der ihn vor allen Blicken schützte, die solange sie nur nach einem Menschen suchten oder etwas anderem und nicht direkt nach 'Saiko', befriedigte seine Unlust nach Aufmerksamkeit. Zumindest solange kein Sonnenstrahl auf ihn viel und die Schatten ihn weiter beschützten. Nur ein Sinner der Finsternis oder ihrer Verwandten würde ihn erblicken können. Saiko wandte seinen Blick über seine Schulter in Richtung der großen Uhr, die an einer Seite der Villa prangte. Er seufzte. Es war noch eine ganze Weile hin, bis der Fürst die Sitzung für den Auftrag zu starten gedachte. Noch ungefähr drei Stunden hatten Interessenten Zeit, sich in dem großen Vorhof einzufinden. „Hm? Warum wohl noch keiner da ist?“, fragte sich der schattenhafte Lichtmagier. Nicht, dass es ihn groß interessieren würde. Es würde helfen, nicht alleine an dem Fall arbeiten zu müssen, gerade da es nicht sein Stärke war, Mysterien aufzuklären. Aber es machte es komplizierter, sich mit anderen absprechen zu müssen. Was tut man nicht um des schnöden Mammons willen? fragte er sich halbherzig, während er zu einer Flasche griff, die auf einem kleinen Tisch zu seiner Rechten stand. Der selbsternannte Aristokrat gehörte leider zu seiner Stammkundschaft und Saiko musste in seinem guten Willen bleiben, weshalb er der ungewöhnlichen Nachfrage folgte. Noch dazu hatte Wells mehrere Flugblätter bis weit über die Grenzen der Gemeinschaft tragen lassen, auf dass möglichst viele sich bereit erklärten den komischen Umständen auf den Grund zu gehen und zu verhindern, dass noch mehr von seinen „Untertanen“ verschwanden. Saiko runzelte die Stirn, als er die merkwürdigen Zwischenfälle bedachte. Tiere verhielten sich merkwürdig, Menschen verschwanden, ganze Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, unbekannte Krankheiten und Mutationen tauchten aus dem Nichts auf, Pflanzen zeigten Wachstum, welches es seit Gaia's Eingriff nicht mehr gegeben hat. Und das nicht nur in der Region um Duran. Wenn man den Neuigkeiten glauben durfte, gab es vielerorts diese Vorfälle. Natürlich förderte das nur die Paranoia der Menschen, die sowieso Angst vor Gaia's erneutem Zorn hatten. Obwohl sie eigentlich niemals zornig war, so Atlas. Selbstverständlich sprachen viele Menschen auch seinesgleichen die Schuld an, denn nur sie hatten neben Elementaren und Gaia selbst die Macht dazu, so etwas zu bewirken. Der Sinner musste über diese Narretei lachen. Er war näher verbunden mit dem System des Lebens und Gaia selber, als jeder dieser Idioten. Wenn einer so blöd war, mit dem Lebensfluss in diesem Maßstab herum zu spielen, würde er sofort ausgelöscht, möglicherweise sogar von seinem eigenen Partner. Da kannte nicht mal Gaia das Wort Gnade. Und das wussten gerade die Sinner genau, weshalb sie tunlichst alles vermieden, was zu viel Schaden in den Äther tragen konnte. Außerdem hatten auch ihre Möglichkeiten Grenzen.


    Den Kopf schüttelnd, um wieder auf sein eigenes kleines Dilemma zurück zu kommen, schüttete sich Saiko ein Glas des Weines ein. Ein Wein so teuer, dass eine Familie von vier sich damit für ein paar Wochen durchschlagen konnte. Eins musste man dem Herrscher der Gemeinschaft lassen, er wusste sich um die Laune seiner Gäste zu kümmern. Dabei musste der Magier an den anderen Gast des Fürsten denken, wobei ihm ein Schauer über dem Rücken lief. 'Dr'. Ishino lies sogar ihn schaudern, obwohl ihm die Anwesenheit von anderen Menschen normalerweise weder störte noch freute, sondern schlichtweg egal war. Das lag daran, dass der gute Doc nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte. Jedes Mal wenn ich seine Augen blicke, sehe ich in ihnen nichts anderes als den brennenden Wunsch, alles und jeden auf zu schneiden ging es ihm durch den Kopf. Einschließlich meiner selbst. Zumindest weiß er gut über sein Handwerk bescheid. Saiko verstand zwar nicht warum, aber wie ihn auch hatte Fürst Wells den vermeintlichen Doktor persönlich angesprochen, um auf dieser kleinen Expedition als Arzt zu dienen. Eigentlich unnötig, da schließlich alle freiwillig dorthin kamen. Wenn denn jemand kam. Vielleicht wollte er damit sicherstellen, dass mehr Leute blieben, in dem er ihnen sofortige medizinische Hilfe versprach. Allerdings würde der Sinner sich es dreimal überlegen, bevor er den Mit-Sinner in Anspruch nahm.


    Das Glas mit einem Zug leerend stand Saiko auf und stellte das Behältnis unsanft auf dem Tisch. Den Rucksack schulternd streckte er sich noch einmal. Seufzend verschränkte er die Arme hinter dem Kopf und marschierte durch das weit offene Tor hinaus auf den Marktplatz, immer darauf bedacht den Sonnenstrahlen auszuweichen. Vielleicht würde er noch etwas finden, womit er sich die Zeit vertreiben konnte.


    Als der Schwarzhaarige mit den Händen in den Taschen auf den Marktplatz hinaustrat, flatterte ein einsames Pergament durch die Luft in seiner Nähe, bevor er sanft auf den festgetretenen Boden aufkam. Auf ihm las sich in extra großer Schrift:

    Zitat

    Achtung! Achtung!
    An alle Menschen, die es interessieren möge! Der Fürst von Duran bittet um Hilfe, um die mysteriösen Geschehnisse aufzuklären, die unsere Gemeinschaft plagen. Wer dieser Anfrage folgen möchte, der finde sich am XX.XX.XXXX um drei Uhr nachmittags in seiner Residenz ein, um genaueres zu erfahren.
    Fürst Wells verspricht allen Helfern eine große Belohnung! Reichtum, Ruhm, Technologie...solange es in seiner Macht steht soll jeder Wunsch erhört werden!


    OT: So, dann gehts jetzt endlich los. Bin schon ziemlich aufgeregt und hoffe auf Begeisterung von allen Seiten.
    Ob eure Charaktere gerade erst ankommen, oder bereits im Dorf sind und einfach noch nicht beim Fürsten waren ist egal. Das sei euch überlassen. Beschreibt was sie so im Dorf treiben, wie sie sich im Dorf die drei Stunden tot schlagen. Natürlich könnt ihr euch treffen, Konversation führen, bereits Freundschaften/Feindschaften schließen. Lasst euch was einfallen. Erzählt wie sie auf die Anfrage des Fürsten aufmerksam geworden sind, was sie sich erhoffen, was sie erwarten, was sie von den mystriösen Fällen halten, etc etc.


    Mit dem nächsten Handlungspost wird sich mehr über die genaue Mission erfahren und der fürst wird sich vorstellen.


    Auf ein gutes RPG.^^

    Warum hassen die Tageswanderer die Kinder der Nacht?
    Balance ist doch alles was zählt!

    Einmal editiert, zuletzt von drsnake ()

  • Elf Tage zuvor
    Schreie durchdrangen den Wald!
    Ki Ishino hatte es sich gerade auf eine Stein bequem gemacht und wollte sich von seiner letzten Reiseetappe erholen, als er unterbrochen wurde. Da der Arzt kein Unmensch war, selbst seine Testpersonen waren schon zuvor krank gewesen oder zumindest hatte er ihnen irgendeine Krankheit diagnostiziert, eilte er auch sofort in die Richtung, aus der die Schreie gekommen sein mussten. Einen Verletzten entdeckte Ki sofort, er schien schwer verwundet zu sein, konnte sich kaum bewegen, war aber noch irgendwie bei Bewusstsein, ein weiterer Verletzter lag etwas weiter abseits, diesen hatte, was auch immer, schwerer getroffen und so lag er bewusstlos und Blut überströmt am Boden. Nach ihren Waffen und Fallen zu urteilen, handelte es sich wohl um Jäger und vermutlich war zumindest noch ein weiterer bei der Gruppe gewesen, eine Blutlache und Schleifspuren ließen jedoch vermuten, dass der Angreifer das dritte Opfer getötet oder verschleppt hatte. Sollte der Jäger noch leben, war es jedenfalls unmöglich zu sagen, ob Ishiro ihn noch rechtzeitig gefunden hätte und es mit dem Angreifer hätte aufnehmen können. Wichtiger war nun aber die Versorgung der beiden anderen, da diese noch eine Überlebenschance hatte, wenn man die Blutungen schnell unter Kontrolle brachte.
    Nach dem der Arzt die Lage überblickt hatte, gesellte er sich zuerst zu dem noch wachen Jäger. "Hallo, wir sind Arzt. Sprechen Sie nicht, Sie müssen ihre Kräfte sparen!" Ohne auch nur den geringsten Einspruch oder etwas in der Art zuzulassen holte er eine Spritze mit roten Inhalt und ein Glas mit einer klaren Lösung aus einem Stoffbeutel, den er über der Schulter getragen hatte. Kurz tauchte er die Spitze in den Alkohol im Glas und drückte die Luft aus der Kanüle. "Wir geben Ihnen nun zuerst etwas um die Blutungen zu stillen..." Gekonnt setzte Dr. Ishino die Spritze an die ihm am einfachsten zu gängige Stelle, den Hals, an.
    Kurz suchte er erneut in seinem Beutel, bevor er eine weitere Spritze heraus holte, dieses mal mit grünem Inhalt. Diese verabreichte der Doktor dem anderen Patienten, bevor er wieder zu ersterem zurückkehrte. "Trinken Sie das, es wird die Schmerzen betäuben." Dabei hielt der Mann dem Verwundeten eine hölzerne Schale mit milchigem Inhalt, welcher aus einem weiteren Glas aus der Tasche des Arztes stammte, an den Mund. Wenige Sekunden später, nach dem der Inhalt vollständig ausgetrunken war, verlor auch der Patient das Bewusstsein. "Anscheinend ist doch noch zu viel vom Gift im Betäubungsmittel... Dürfte damit zwar gut für Operationen geeignet sein, aber wenn wir nur die Schmerzen betäuben wollen, wäre es unbrauchbar." Schnell machte der Arzt einige Notizen in einen Block, den er ebenfalls aus seinem Beute gezogen hatte. Nicht zu erwähnen bräuchte man, dass alle verabreichten Arzneimittel noch im Teststadium waren und es dementsprechend ungewiss war, wie sie genau auf den Körper wirken würden.


    In den nächsten Minuten schaute Ishino immer wieder nach den beiden Patienten um die genaue Wirkungsweise der verabreichten Substanzen möglichst genau beobachten zu können. Der Jäger, dem er das rote Medikament verabreicht hatte, hatte inzwischen aufgehört zu Bluten, der mit dem grünen zwar ebenfalls, jedoch hatte das Mittel den Blutfluss beschleunigt und der Mann war einfach verblutet. Nach dem der Arzt noch einige letzte Aufschriebe getätigt hatte, packte er die Spritzen und Flaschen wieder ein. Früher wäre es zwar undenkbar gewesen, Spritzen ein weiteres mal zu benutzen, aber nun waren die Ressourcen knapp. Es musste also reichen, sie stark zu erhitzen und dann einige Zeit in Alkohol einzulegen.
    Zum Abschluss seiner Behandlung nahm er noch ein paar Verbände aus seiner Tasche und verband damit die Wunden des Verletzten. Da Ki ihn aber so schlecht im Wald zurück lassen konnte, versuchte er ihn zuerst zu tragen, was sich jedoch als ein für ihn unmögliches Unterfangen herausstellte. Vielleicht könnte er es schaffen, wenn er seinen Beutel zurück ließ, jedoch waren darin seine gesamten Aufzeichnungen seiner Forschung, sowie einige weitere wichtige Utensilien und somit war dies für ihn keine Option. Also musste er den Verletzten doch zurück lassen.
    Unerwarteter weise traf der Arzt kurz nach verlassen des Waldes auf einen von Pferden gezogenen Wagen. Es als einen Wink des Schicksals ansehend und da er sich noch in etwa erinnerte, wo er den Jäger zurückgelassen hatte, hielt er diesen kurz an und Fragte den Fahrer, ob er ihm helfen könne einen verletzten Mann aus dem Wald zu bringen. Zwar etwas misstrauisch, ein so seltsam gekleideter Mann wollte, das er ihm half einen Verletzten zu retten, jedoch schien dieser nicht im geringsten aufgeregt oder es eilig zu haben, folgte der Kutscher dem Schwarzhaarigen schließlich.


    Einige Zeit später waren die drei in der Stadt angekommen. Nach dem sie mit vereinten Kräften den verwundeten Jäger aus dem Wald gebracht hatten, hatte der Kutscher angeboten, die beiden noch den Weg nach Mischara, dem nächsten Dorf, mit zu nehmen und inzwischen war auch der Verwundete wieder aufgewacht. "Wie geht es den anderen beiden Jägern?" Noch immer konnte der Verwundete sich nicht rühren. Entweder es lag weiterhin an seinen Verletzungen oder es waren die Nachwirkungen des Schmerzmittels, Dr. Ishino würde das weiter untersuchen müssen. "Was auch immer sie angegriffen hat, muss einen von ihnen verschleppt oder gefressen haben und für den anderen kam leider jede Hilfe zu spät. Entschuldigung." Dass er selbst schuld an dem Tod des anderen hatte, verschwieg der Arzt natürlich. So etwas machte sich nicht wirklich gut. "Es ist nicht Ihre Schuld. Wir waren zu unvorsichtig, und sind Jagen gegangen, obwohl wir wussten, dass schon mehrfach in den Gebiet Menschen angegriffen wurden." Meinte nur der Jäger.


    Die erste Nacht in einem Gasthaus im Dorf war dem Mann vom Jäger bezahlt worden. Zuerst wollte er die Gegenleistung nicht annehmen, nach dem ihn der Verwundete aber dazu gedrängt hatte, war eine Unterkunft die beste Lösung gewesen. So konnte er zumindest etwas Geld sparen. Am zweiten Tag kam schließlich ein Bote zu Ki, der ihn zum im Dorf residierenden Graf bringen wollte. Anscheinend hatte es schon die Runde gemacht, dass eine Gruppe Jäger angegriffen und sie von einem Arzt gerettet worden waren. Der Herrscher selbst wollte Dr. Ki Ishino auf einer Art Expedition dabei haben. Da der Sinner zu solch einer Zeit allein unterwegs war, musste er sich zumindest verteidigen können, und ein Arzt würde die Erfolgschance der Gruppe ungemein erhöhen. Obwohl er in erster Linie nicht an den Belohnungen interessiert war, auch wenn sie sicherlich nützlich wären, nahm der Schwarzhaarige trotzdem an, die Gruppe zu begleiten. Wann hatte er schon einmal die Gelegenheit eine Gruppe über längere Zeit zu verfolgen, ohne dass es auffällig wäre, wenn er ihren Gesundheitszustand dokumentieren würde?
    Von da an wurde ihm sein Aufenthalt im Dorf vom Grafen bezahlt. Im Zimmer hatte er sich ein ganzes Labor eingerichtet, jedoch musste er aufpassen, wenn er Versuchstiere in das Gasthaus brachte. Mehrfach war er von einem anderen Sinner gesehen worden, welcher auch zur Gruppe gehören sollte, und dieser dürfte nun nicht sonderlich gut auf ihn zu sprechen sein...


    Heute
    Ein Blick auf Ishinos aufziehbare Taschenuhr bestätigte, dass er noch einige Zeit hatte, bis der Graf die Gruppe sammeln würde. Vermutlich genügend um noch die einen oder anderen Utensilien für seine Experimente zu finden. Er stand draußen, auf einer Straße in der Nähe des Marktplatzes. Davon, dass er die letzten Nächte nicht geschlafen hatte, zeugten seine tiefen Augenringe. Wo genau er anfangen würde, mit seinem Einkauf, wusste er noch nicht, vermutlich würde der Arzt aber das nehmen, was er zuerst fand.


    OT: Auch ich wünsche euch viel Spaß im RPG.
    Dr. Ki Ishino darf natürlich jeder Zeit angesprochen werden, wenn irgendjemand etwas mit meinem übermüdeten Verrückten zu tun haben möchte.

  • Blätter raschelten, Zweige schwangen leicht, aber sonst zeugte nichts davon, dass gerade sechs krallenbesetzte Füße in mehr als nur zügigem Laufschritt den Weg entlanggekommen waren. Eine kleine Gruppe Händler jedenfalls, die in die gleiche Richtung unterwegs war, hatte jedenfalls scheinbar nichts bemerkt. Wie hätten sie auch, hatten doch die beiden Gestalten, die sie in diesem Moment überholt hatten, einen mehr als nur unüblichen Pfad genommen. Kaum ein Mensch konnte in geradezu halsbrecherischem Tempo hoch über dem Boden in einer Mischung aus rennen und springen, wie ein kleines Wirbeltier von Ast zu Ast hasten und dabei noch so unendlich selbstsicher wirken, wie der kleine Baumozelot, dessen Rasse die unangefochtenen Könige der Bäume unter den Katzen waren und seine menschliche Begleiterin. Geschmeidig und voller Vertrauen in sich und die Äste, welche sie als Weg nutzte, preschte Feija dahin. Der weit entfernte Erdboden flog unter ihr davon, als sie erneut mit einem gewaltigen Satz sich von den Auswüchsen des einen Baumes löste und mit gänzlich gestrecktem Körper durch die Luft segelte. Ihr langer Schweif war wie ein Ruder und korrigierte sofort mit winzigen Bewegungen ihre Flugbahn. Schon war der nächste Baum zum greifen nahe und die krallenartigen Nägel der Feliarde, einer Menschenrasse mit deutlichen Merkmalen einer Katze, um genau zu sein, ebenjener, welche die junge Frau begleitete, in die Rinde eines Astes, der ein gutes Stück unter ihrem Absprungpunktes lag und den die meisten Personen wohl als viel zu dünn eingeschätzt hätten, als dass er das Gewicht eines Menschen tragen könnte. Doch hielt er der Katzenfrau stand und in der gleichen Bewegung, packte sie zu und schwang sich sofort weiter an den Stamm, wo sie, nach einer leichten Drehung mit Kopf nach oben landete, dass sie beinahe sogar einem Eichhörnchen Konkurrenz gemacht hätte. Ohne unnötig Zeit verstreichen zu lassen, hastete sie auch schon wieder senkrecht den Stamm hinauf, wobei ihre krallenbesetzten Hände und Füße jede noch so feine Rille in der krustigen Rinde fanden. Miro, ihr Kater, tauchte neben ihr auf und schnellte schon zum nächsten Baum weiter, während sie noch etwas Höhe benötigte, um die Distanz überbrücken zu können. Angst vor der Höhe oder davor, zu fallen, hatte die ausdauernde Läuferin, wobei Laufen wohl das falsche Wort war, nicht. Die Selbstsicherheit einer Katze und das Gefühl für Höhen war ihr praktisch in die Wiege gelegt worden und das Leben ihres Clans hoch oben in den Baumwipfeln hatte sein Übriges dazu getan, um ihr eine geradezu blinde Sicherheit zu geben. Feliarden fielen nicht, oder zumindest nicht, solange sie gesund waren und nicht angegriffen wurden. Der Erdboden allerdings war fremdes Territorium für Feija und wurde von ihr so oft es ging gemieden.


    Die Bäume lichteten sich etwas und gaben den Blick nach unten auf eine Stadt der Erdgebundenen, wie die Katzenmenschen ihre am Boden lebende Verwandte nannten, in Sicht. Ihr Name war Mischira und angeblich war sie der Wohnort eines Mannes, der sich selbst „Fürst“ nannte. In kauernder Haltung landete Feija auf einem dicken Ast und verharrte einen Moment. Miro war sofort an ihrer Seite, schien aber etwas beleidigt, dass sie das Spiel unterbrochen hatte. Dies war ihr Ziel. Der „Fürst“ hatte weit über die Grenzen seines Reviers hinaus Flugblätter und Boten tragen lassen, die kund gaben, dass er Helfer suchte, die der Ursache für einige seltsame Vorfälle, wie Krankheiten, Angriffe durch wilde Tiere und übermäßiges Wachstum von Pflanzen zu untersuchen und seine „Untergebenen“ so zu beschützen. Als Belohnung winkte Reichtum, Ruhm und Technologie, drei Dinge, die Feija so gänzlich egal waren und teilweise sogar anwiderten. Dennoch hatte sie sich, als sie davon hörte, auf den Weg gemacht. Diese dummen Menschen behaupteten, Gaia, ihre gütige und gerechte Mutter, wäre erneut wütend auf die Menschen und würde ihnen deshalb dieses Leid schicken. Ein unglaublicher Frevel, wie die katzenhafte Schönheit, denn schön war Feija definitiv, fand. Sie war entschlossen herauszufinden, was in diesem Landabstrich geschah und was die Menschen verbrochen hatten. Denn eines war sicher: Gaia war gerecht, Ungerechtigkeit ging nur von anderen Menschen aus.


    Kurz kraulte sie ihrem Begleiter die Stirn und setzte ihren Weg fort. Sie hatte lange genug die Lage unter sich beobachtet. Wie so oft fiel es niemanden Auf, als sie in schwindelerregender Höhe, mit fast unmenschlicher Geschmeidigkeit und Anmut über die hohen Äste der Bäume am Rande des Marktplatzes wanderte. Unter ihr erblickte sie einen schmiedeeisernen Zaun, der sie nur lächeln ließ. Auf was für Ideen die Erdgebundenen in ihrem bemitleidenswerten Dasein doch kamen und dabei so beschränkt blieben. Dieses Stück Stahl würde niemals eine wie sie aufhalten können, aber wenn diese Menschen sich damit sicher fühlten, sollten sie ihren Spaß haben. Vermutlich hatte hier auch noch nie jemand eine leibhaftige Feliarde zu Gesicht bekommen, da ihre Art so wenig wie möglich mit Erdgebundenen zu schaffen haben wollte, Gerüchte über die schönen Katzenmenschen hingegen, dürften die Menschen hier sicher kennen. Es störte Feija nur, dass dieses Gebilde aus dem von ihr so verhassten Metall bestand. Allgemein wurde in diesem Ort für ihren Geschmack deutlich zu viel Wert auf Metallarbeit gelegt, was sie dazu brachte, die Nase angewidert zu rümpfen. Und diese Dummköpfe, die ihrer geliebten Mutter gewaltsam in solchem Maße Erz entrissen und es in Formen zwangen, die Gaia nie für es vorgesehen hatte, wollte sie ernsthaft beschützen? Sie würde es sich überlegen, aber zuerst würde sie sich das tatsächliche Anliegen dieses „Fürsten“ anhören.


    Miro kam manzend zu ihr und kletterte prompt auf ihren Schoß, als sie es sich auf einem breiten Ast eines Baumes innerhalb des Hofes und weit genug oben und von dichtem Grün verborgen, als dass die Erdgebundenen sie hätten entdecken können, gemütlich machte und rollte sich schnurrend zusammen. Obgleich er eigentlich ein wildes Tier war, liebte er, wie viele anderen seiner Art, die Gesellschaft der Feliarden und begleitete Feija, seit sie ihre Siedlung vor einigen Monaten verlassen hatte. Und während sie darauf wartete, dass sich dort unten etwas tat, schweifte sie in Gedanken zurück zu ihrem Clan und dem Dorf hoch oben in den Wipfeln, welches so anders war, als die der Erdgebundenen, die so selten eine der Ihren zu Gesicht bekamen.


    Einige Monate lag es nun schon zurück, dass Feija von der Ältesten der Sinner ihres Clans angesprochen worden war. Der Frau war nicht entgangen, mit welcher Freude die junge Sinnerin ihren Experimenten mit, in ihrer Heimat leider recht schwer zu bekommenden, Mineralien nachging und welche unstillbare Neugierde in ihr brannte. Auch der Wunsch, ihre Magie, vor allem ihre Heilmagie zu verbessern, hatte Feija schon lange beschäftigt. Die Älteste hatte ihr vorgeschlagen, eine Art Studienreise anzutreten und sich auf dieser von Gaia und ihren Geschöpfen selbst bei der Ausweitung ihrer Fähigkeiten helfen zu lassen. Nebenbei, so die Alte, könnte Feija auch Gaia selbst einen Dienst erweisen und mit ihren bezaubernden Feuerwerken, von denen es seit der Ausrottung der „Schrotties“, wie die Feliarden die vergangenen Menschen nannten, in den meisten Gebieten nur noch Legenden und Erzählungen gab, den Menschen die Freuden Gaias und die alles andere als verachtenswerte Natur der Sinner näherbringen.
    Dankend hatte die junge Frau diesen Vorschlag angenommen und ihrem Clan, aber vor allen den anderen Sinnern, zu denen sie ein Inniges Verhältnis hatte, versprochen, als bessere Heilerin zurückzukehren.


    Und nun war sie also hier. Ob sie eine der „seltsamen Krankheiten“ zu Gesicht bekommen würde? Und wenn ja, würde sie sicherlich daran wachsen, wenn es ihr gelänge, diese zu heilen.


    OT: Ich nehm das Spielangebot von drsnake mti dem Zaun mal an^^. Normal ist die Baumkatze ja auch nicht^^. Wenn ihr meinen Charqa ansprechen wollt, solltet ihr euch evtl erstmal überlegen, wie ihr da hoch kommen wollt, die sitzt in etwa 50 Meter^^


    Auf ein gutes Spiel

    Öffne die Pforte, durchschreite das Tor und betritt eine Welt, wie du sie dir in deinen kühnsten Träumen vorgestellt hast. Eine Welt, in der Wunder Wirklichkeit und Kinder nie erwachsen werden.
    Doch ohne Hilfe werden die Traumlande schon bald vom Albtraum regiert, den die bösartigen Nachtmahre sind mächtiger als je zuvor.


    Das Abenteuer und der Kampf um die Welt der Träume hat begonnen!
    The endless Night of Dreams

  • Vor drei Tagen fand ganz in der Nähe ein geheimes Treffen inmitten des Waldes statt. Nun, es war nicht direkt geheim, aber es war inmitten des Waldes, was die Wahrscheinlichkeit, dass ein normaler Mensch durch Zufall in die Lichtung, in welcher es stattfand, hineinstolperte, denkbar gering war. Es gab auch keine direkten Einladungen - eine Übereinkunft zwischen zwei Gruppen von Sinnern, die schon seit Jahren bestand, machte aus diesen Treffen eine jährliche Tradition. Letztes Jahr hatte die Schneider-Gruppe, eine Vereinigung, von Sinnern, die in den Wäldern des ehemaligen Deutschlands lebten und dort ein asketisches Leben im Einklang mit der Natur praktizierten, die Mason Party auf dem Inselstaat des ehemaligen Großbritanniens besucht - nun ging es andersherum.
    Das Treffen, welches, wie bereits erwähnt, geheim war, obwohl es dessen gar nicht bedurft hätte, fand unter freiem Himmel statt und war gehüllt in ein Netz aus Förmlichkeiten. Permanent wurden Schalen getauscht, Hände geschüttelt oder andere Gesten der Brüderlichkeit unter den beiden Clans ausgetauscht, ausgehend von einer Hilfeleistung oder ähnlichem, die ein Clan (auch wenn niemand mehr weiß, welcher) dem anderen vor 65 Jahren erbracht hatte. Etwas weiter abseits vom Geschehen kauerte eine einzige Gestalt, die sich fragte, ob es den ganzen Aufwand wirklich wert war, wenn sich trotz allem niemand daran erinnerte, was eigentlich geschehen war. Vermutlich war es nur etwas Triviales, aber sie klammerten sich daran fest, wieso?


    Die Gestalt, zu einem Ball zusammengekauert und von Zeit zu Zeit von Hustenanfällen erschüttert, doch ansonsten kaum im Dunkel der Nacht erkennbar, wusste, dass der Anführer der Mason Party leichten Anstoß an dieser Art zu denken nahm. Wichtig sei, dass die Freundschaft zwischen den beiden Gruppen aufrecht blieb. Doch dafür ein ganzes Treffen, das nur dem Austausch von übertriebenen Gesten diente, auszurichten, war doch etwas... übertrieben.
    Für die Freundschaft? Gerade er wusste, dass so etwas nie lange hielt. 65 Jahre waren eine ansehnliche Zahl, aber diese Freundschaft wurde ja auch auf eine andere Generation übertragen. Für gewöhnlich ist bei Freundschaften spätestens mit dem Tod eines Freundes Schluss. Das hatte er selbst erlebt, denn schließlich war er auch gestorben, oder? Von Zeit zu Zeit fühlte es sich so an, als sei er gestorben und hatte dann seine sterbliche Hülle, die bereits ins Stadium des Vermoderns übergegangen war, wieder besetzt. Von seinen alten Freunden hatte er auf jeden Fall keinen Kontakt mehr. Und hier... klar, sie waren nett und zuvorkommend, aber sie gingen ihm alle höflich aus dem Weg. Was ist es denn? Ist es der Ausschlag? Der Haarausfall? Die verdreckte Kleidung? Der Geruch? Die steifen Finger? Oder der schleimige Husten, sucht euch etwas aus! Vielleicht sogar alles zusammen!


    Ohne es wirklich zu bemerken, hatte er während seiner Gedanken zur Freundschaft einen kleinen Zweig aufgehoben ihn zwischen Zeigefinger und Mittelfinger geklemmt, um mit dem Daumen dagegenzudrücken; nun, wo er sich in Rage gedacht hatte, drückte er einmal zu fest und der Zweig zerbrach mit einem in der Stille der Nacht nahezu überproportional lauten Krachen. Drüben, beim Bankett drehten sich einige fragende Köpfe zu ihm um, blickten jedoch schnell weg, als sie seinen Gesichtsausdruck sahen oder ihn erahnten. Sinner haben Achtung vor der Natur und allem, was dazugehört, dachte er schwach. Noch nicht einmal das kriegte er richtig hin. Seufzend stand er auf und ging mit unsicheren, zitternden Schritten in den Wald. Er brauchte etwas Ruhe, und bis sie abreisten, würde er sie schon wiederfinden. Oder sie fanden ihn wieder, darin waren sie gut. Oder am besten, irgendeine der vielen Gefahren des Waldes brachte ihn um.


    Zwei Stunden später wusste er bereits nicht mehr, wo er war. Das heißt, er wusste wo er war - in einem der Wälder, die den Teil des Kontinents bedeckten, der unter dem Namen Duran bekannt war - doch die Position von allem anderen war ihm ein Rätsel. Hier sah alles so gleich aus, doch in den Wäldern seines Heimatlandes ging es ihm genau so, mit dem Unterschied, dass er daheim bereits einige Orte aufgrund ihrer Beschaffenheit identifizieren konnten und den Weg von ihnen zum Lagerplatz fand. Hier war es nur fremder, mysteriöser Wald, in dem selbst die wilden Tiere schliefen und...
    Ein einziger Baum weckte sein Interesse, an den jemand unter Einsatz des eigenen Lebens eine Notiz gepinnt hatte, in der Hoffnung, dass ein vorbeikommender Sinner sie lesen möge. Tja, Pech. Die einzigen Sinner, die anscheinend hierher kamen, waren die, die sich verirrt hatten, und das kam bei Sinnern selten vor. Bloß er hatte den Trick noch nicht raus, also konnte er genauso gut so freundlich sein und den Zettel lesen, wegen dem sich jemand so verausgabt hatte.
    Balthasar las den Zettel. Dann, um ganz sicher zu gehen, dass er das richtig gelesen hatte, las er ihn noch einmal. Und noch einmal. Schließlich kauerte er sich unter dem Baum zusammen und wartete darauf, dass ihn jemand fand. Was auch eine halbe Stunde später geschah.


    Es war dem Rattenmenschen noch am nächsten Tag nicht ganz klar, was ihn an der Lektüre so sehr fasziniert hatte. Ruhm, Reichtum, Technologie, was kümmerte es ihn? Vermutlich war es der sentimentale Wert. Der Gedanke, sein Leben wieder fortführen zu können, das er hatte abbrechen müssen. Doch tief im Inneren wusste er, dass es bedeutungslos war. Ein Leben wie früher konnte er auf keinen Fall mehr führen, dazu fehlte ihm der gesunde Körper. Alles was er tun konnte, war, sich mit seinem Geldhaufen zu verschanzen und auf den eigenen Tod warten. War das ein Leben, das er führen wollte? Es gab eigentlich kein Leben, das er mehr führen wollte. War es das? Die Ankündigung der Gefahren? Dass sie sich etwas entgegenstellten, das keine Probleme damit hatte, Menschen und gewiss auch andere Rassen einfach verschwinden zu lassen, auf dass sie nie mehr wiedergesehen wurden? Das könnte es sein.


    Drei Tage später
    Die Sonne lugte um die Häuserecken und berührte einen Haufen Lumpen, der am Rand einer kleinen Seitenstraße lag. Besagter Haufen Lumpen begrüßte den Morgen mit einem herzhaften Nieser, gefolgt von einem zweiten und einem dritten. Schließlich richtete er sich halb auf, kroch zum Rinnstein und spuckte einen kleinen Schleimklumpen hinein. Guten Morgen, Balthasar, sagte er zu sich selbst. Was für ein wundervoller Morgen.
    Oder Mittag. Unsicher richtete er sich auf und rückte seinen Bowler zurecht. Nun, wo er den Schleim los war, atmete er etwas freier, aber auch nicht wirklich frei genug, um den Morgen zu genießen. Trotzdem, heute war der Tag. Bis drei Uhr war vermutlich noch Zeit, also musste er einen Weg finden, sie sich zu vertreiben.


    Während er noch so überlegte, hastete eine interessante Person vorbei - schwarze Haare, und, viel auffälliger, ein weißer Kittel. Eine ähnliche Person hatte ihn damals behandelt, als er erkrankt war, auch wenn der Kittel dieses Mannes irgendwie - anders wirkte. War der Kittel des Medicus nur ein sichtbar weiß gefärbter Stoffkittel gewesen, schien dieser tatsächlich aus weißem Stoff zu bestehen. Wie dem auch sei, der Mann war anscheinend Arzt, und das kam ihm gerade recht. Er mochte Ärzte. Ihre Unfähigkeit, seinen Fall korrekt zu diagnostizieren, war einer der wenigen Lichtblicke in einer Welt voller Schmerz und schlechter Hygiene. So schnell es ihm seine schwachen Beine erlaubten, folgte er dem Arzt; hatte dieser schließlich angehalten, wusste Balthasar, dass er schnell reagieren musste, wollte er ihn nicht wieder verlieren. Schnell ging er an ihm vorbei, drehte sich und zog seinen Bowler mit einer Verneigung. "A good day to you, sir", begrüßte er ihn. "Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie Arzt sind?"


    Off Topic: Mein Chara spricht natürlich als erstes mit dem Mediziner der Gruppe. Auf ein gutes RPG.

    No time to search the world around
    'Cause you know where I'll be found
    When I come around
    When I come around, yeah

  • Womit bei Gaia hab ich das verdient?! Garm war sauer. Und zwar gründlich. Die gesamte Strecke von der letzten Siedlung nach Mischara hätte er alleine wahrscheinlich in zwei Tagen, vielleicht sogar an einem hingelegt. Aber so...? Er warf seinen beiden Begleitern einen finsteren Blick zu. Ja, er hatte Verständnis für Rassen, die wesentlich weniger körperlich in Form waren, aber die beiden Menschen, denen er Geleitschutz gab, gaben sich alle Mühe, dieses aufs äußerste zu strapazieren. Sie waren ängstlich, sie waren ungeschickt und, was Garm am meisten an die Nieren ging, sie waren langsam. Acht lange Tage im Schneckentempo. „Tse!“
    Einer der beiden Männer, klein und pummelig, drehte sich um, jedoch bohrten sich Garms gelbe Augen in seine blassgrünen und er drehte sich hastig wieder nach vorn. Garm rollte mit seinen Augen. Noch weniger Rückgrat und du kannst gleich liegen bleiben und kriechen, wie die Schnecken. Für gewöhnlich war Garm ein sehr freundlicher Geselle, bis zu seiner, für sein Volk typischen, Stimmungsschwankung. Andere Rassen hatten ihren eigenen Wert, ihre eigenen Talente, aber manchmal musste ihnen in anderen Dingen ein wenig unter die Arme gegriffen werden. Aber kaum zu glauben, dass ich mich hierfür freiwillig gemeldet habe.


    Die ganze Sache begann vor ganzen acht Tagen. Er war mehr zufällig in der letzten Siedlung über den kleinen pummeligen und den langen dürren gestolpert - oder ‚Dick und Doof‘, wie er sie mittlerweile nannte, wobei beide gleichermaßen dämlich waren - , wo sie nach einem Geleitschutz nach Mischara suchten. Da er anderweitig nichts zu tun hatte und sie Hilfe benötigten, bot er seine Dienste an. Ihrem Blick nach, war ihnen das Ganze jedoch nicht gerade geheuer vorgekommen.
    Garm war nämlich ein Lupusari, ein Wolfsmensch, wie sie meist von anderen Völkern genannt wurden. Und wenn man seine gelben Augen, Krallen, Reißzähne, das Fell und seinen Schwanz betrachtete, kam einen unweigerlich der Gedanke, dass die beiden Gestalten vor „Dingern“ wie ihm eigentlich beschützt werden wollten und nicht von ihnen. Die Lupusari waren nicht wenige, auch wenn ihre Anzahl immer noch geringer war, als die der ‚normalen‘ Menschen. Ihr Anblick war also nicht allzu selten. Allerdings hatten die meisten nur ein bis zwei der wölfischen Merkmale. Garm hatte sie so gut wie alle.


    Die beiden anderen hatten sich schließlich als zwei „Händler“ vorgestellt, die nahezu glücklos von Ort zu Ort stolperten und ihre wenigen Waren feilboten. Garm fragte sich immer noch, wie die beiden es vorher alleine in der Wildnis geschafft hatten, auch nur eine Minute zu überleben. ‚Dick‘ war sichtlich unbewaffnet und auch ‚Doof‘ wirkte nicht wie ein Krieger. Dafür hatte dieser eine alte Feuerwaffe aus Metall, die anscheinend jedoch nur noch vom Rost zusammengehalten wurde. Garm hätte sich im Kampf nie auf etwas anderes, als seine eigenen körperlichen Fähigkeiten verlassen, insbesondere auf seine eigene Kraft.
    Das Duo wirkte einfach nur geradezu lächerlich und chaotisch. Hinzu kam noch, dass Garm sich am zweiten Tag unbeliebt gemacht zu haben schien, als er meinte, dass „Affen keine sonderlich guten Läufer oder Krieger abgäben“ und dabei breit gegrinst hatte. Die Händler jedoch schienen sowohl die Worte, als auch das Grinsen falsch interpretiert zu haben. Und das nach der halben Reisestrecke der Proviant ausging, half auch nicht viel. Er hatte zwar gejagt und sie mehr als gut über die Runden gebracht, aber dass er seine Beute mit den bloßen Händen fing und tötete, schien alles nur zu verschlimmern. Somit begnügte er sich in der restlichen Zeit, durch Gestrüpp und über den Weg um die beiden herum zu kreisen, um nach Gefahren Ausschau zu halten.


    Ein Rascheln in den Baumwipfeln ließ seinen Blick hochzucken, erkennen konnte er jedoch nichts. Lupusari-Augen waren bis auf die Eigenschaft, dass sie auch bei Nacht recht gut funktionierten, von der Stärke her nur minimal besser, als die der Menschen. Sie verließen sich ohnehin lieber auf die Nase und ihre anderen Sinne. Seine spitzen Ohren zuckten, doch das Rascheln schien sich zu entfernen - und zwar schnell. Garm meinte zudem kurz einen Hauch von „Katze“ zu wittern, aber wirklich sicher war er sich da nicht. Da es soweit oben und so schnell unterwegs zu sein schien und sich außerdem von ihnen entfernte, war es höchstwahrscheinlich nicht auf der Jagd und keine Bedrohung für seine „Schützlinge“.
    Gegen eine ordentliche Prügelei hätte er jedoch nichts einzuwenden gehabt, im Gegenteil. Aber sich mit jemandem im Wald anzulegen der so gut und schnell klettern konnte, war keine gute Idee. Abgesehen davon, dass die Wolfsmenschen nur ungern selber höher kletterten, wenn es nicht notwendig war.


    Eine geschlagene Stunde später kamen endlich Gebäude in Sicht. Gehört hatte Garm die Stadt schon längst, aber jetzt, wo seine beiden Begleiter sie auch wirklich sehen konnte, wirkten sie viel entspannter. „Gut, endlich da. Langsam zwar, aber...“, das ‚langsam‘ betonte er stark genug, um deutlich zu machen, was er meinte. Die Händler sahen ihn mit großen Augen an und Garm kicherte innerlich. Dachtet ihr, dass jeder so lahm ist, wie ihr? Dies sprach er allerdings nicht aus, stattdessen fragte er: „Kommt ihr zwei jetzt zurecht?“ Als die beiden unsicher nickten, aber gleichzeitig sichtlich erleichtert wirkten, da sie ihn nun loswerden konnten, hob er fordernd die Hand. „Also dann...“ Die Bezahlung war ihm eigentlich egal, aber Geschäft war Geschäft und wenn man schon etwas bekam. Vielleicht konnte es einmal nützlich sein.
    Die beiden drückten ihm einen Beutel mit Münzen in die Hand, murmelten eine hastige Verabschiedung und bemühten sich, möglichst schnell den Stadtrand zu erreichen. Garm nahm sich noch die Zeit, den Beutel möglichst sorgfältig an seinen Gürtel zu binden. Er wollte ihnen einen kleinen Vorsprung lassen, denn diese Prahlerei, nach den acht Tagen „Folter“, wollte er sich nicht nehmen lassen. Aus dem Stand sprintete er plötzlich los und ließ die beiden Händler bereits nach ein paar Sekunden hinter sich. Er grinste, als er sich ihre verblüfften Gesichter vorstellte. Ein perfektes „Raubtier“ zu sein, war einfach herrlich.


    Es dauerte auch demnach nicht mehr lange, bis er in der Stadt war. Etwas zu tun hatte er hier nicht wirklich, weswegen er sich ein wenig umsah. Ein Zettel an einem Aushang erregte jedoch seine Aufmerksamkeit. Er las sich das ganze einmal durch, stutzte und tat es noch einmal. Mysteriöse Geschehnisse? Könnte es sein...?
    Seit gut drei Jahren war er nun unterwegs. Die Gemeinschaft, aus der er stammte, war der Meinung, dass ein jeder heranwachsende eines Tages eine Prüfung Gaias bestehen müsse. Wann diese genau stattfand und worin sie bestand, wusste nur Gaia selbst. Daher hatte der junge Wolfsmensch beschlossen, auf eine Reise zu gehen, um diese zu suchen. Doch bisher vergebens. Konnte es nun endlich soweit sein? Insgeheim bedankte er sich bei ‚Dick und Doof‘, ohne die er nie einen Grund gehabt hätte, hierher zu kommen. Ohne sie hätte er niemals von dem ganzen etwas mitbekommen. Das war also ihre eigentliche Aufgabe gewesen, die Gaia für die beiden vorgesehen hatte. Nun, vielleicht.


    Allerdings stellte er fest, dass er noch ein klein wenig Zeit hatte, dennoch begab er sich bereits auf den Marktplatz. Ein paar Kinder spielten in der Nähe und als sie ihn entdeckten, flüsterten sie zueinander und zeigten auf ihn. Offenbar hatten sie noch nie einen Lupusari gesehen. Garm lächelte und wedelte absichtlich übertrieben mit dem Schweif. Garm mochte Kinder. Sie waren was besonders, was unschuldiges, das es zu beschützen galt. Als er jedoch den Fehler beging und breit grinste, verloren selbst die tapfereren, die sich etwas näher ran gewagt hatten, den Mut und die kleine Truppe verschwandt hinter dem nächsten Gebäude außer Sicht.


    Ein wenig enttäuscht, ließ er an dem Zaun der großen Residenz nieder, wo es etwas schattiger war. Würde er statt zu spielen eben ein wenig faulenzen, bei seinem Fell wurde ihm sowieso immer recht schnell warm. Ein leises Geräusch ließ ihn jedoch aufhorchen, jemanden sehen konnte er aber nicht. Hatte er es sich nur eingebildet? Nein... da waren sie wieder. Schritte. Entweder war er nun übergeschnappt oder blind. Um sicher zu gehen, nahm er nun zuätzlich zu den Ohren noch seine Nase zu Hilfe, die er ansonsten in Städten eher seltener nutzte. Dort waren in der Regel einfach zu viele Gerüche von Menschen vermischt, zudem noch die von allerhand anderen Dingen. Jetzt war er allerdings neugierig geworden.
    Probeweise schnupperte er ein paar mal und nahm letztendlich etwas annähernd menschenähnliches wahr, jedoch mit einer zusätzlichen Note, die er nicht einzuordnen vermochte. Nun war er sich aber sicher. Da war gerade jemand aus dem Tor zur Residenz gekommen. Jemand, der nicht gesehen werden wollte. Garm war das allerdings egal. Er war neugierig und zudem war ihm langweilig, eine Beschäftigung war jetzt dringend angebracht. Vielleicht ließ sich ja eine Schlägerei anzetteln, die wäre jetzt genau das richtige und jemand unsichtbares sollte zudem eine kleine Herausforderung sein. Also streckte sich Garm ausgiebig, gähnte übertrieben herzhaft, ohne sich eine Hand vorzuhalten und verschränkte die Arme hinterm Kopf. „Netter Trick.“, plapperte er leicht spöttisch einfach drauf los. „Was bist du? Chamäleon?“


    OT: So, nochmal das Ende etwas überarbeitet. Man sollte auch anderer Leute Posts wirklich genau durchlesen.^^'
    @ drsnake: Ich hoffe, Saikos Tarnung bezieht sich wirklich nur auf die Sicht und nicht auch auf Geruch und Geräusche?


    Ansonsten auf ein gutes RPG everyone!^^

    "When you remember one thing, that leads to remembering another and then another and then another. Our memories are connected. Many pieces are linked together like they’re in a chain that makes up each of us."

    - Naminé (Kingdom Hearts - Chain of Memories)

    2 Mal editiert, zuletzt von Xaroc ()

  • Kaum das Saiko auf den Marktplatz hinausgetreten war, wurde er schon von einer Stimme aufgehalten, die ihn wohl ansprach. Er schaute gelangweilt über eine Schulter und wurde mit dem Bild eines Mannes begrüßt, der ihm den Rücken zuwandte. Soweit es der Sinner erkannte handelte es sich um einen Lupusari, der überraschend viele Merkmale seiner Rasse aufwies und wie typisch über ihm thronte. In Sachen Bekleidung fand sich nicht viel außer einer kurzen bereits mitgenommenen Hose und Arm-sowie Beinschienen. Der Schwarzhaarige stand in lockerer Haltung da und schien eine Antwort zu erwarten, wenn Saiko denn noch dastehen würde und nicht bereits ein paar Schritte weiter wäre.
    Kaum hatte der junge Zauberer sich einen Überblick über den Unbekannten gemacht, spielte er schon mit dem Gedanken einfach weiter zu gehen. Anscheinend kann er mich irgendwie wahrnehmen, auch wenn nicht zu ein hundert Prozent korrekt überlegte der Schwarzhaarige. Das bedeutet er könnte auf die Idee kommen, meiner Spur zu folgen oder so etwas. Nervtötend... Mit einem Seufzen ergab er sich seinem Schicksal und ließ den schattenartigen Lichtzauber fallen. Nun, zumindest würde er etwas Zeit totschlagen dachte der Sinner, während er sich komplett umdrehte. „Es ist unhöflich jemanden nicht anzusehen, wenn man mit ihm spricht“, mahnte er den Lupusari monoton mit einem Lächeln, dass seine Augen nicht ansatzweise erreichte. Er ging zurück durch das Tor zu dem Tisch und schenkte sich ein weiteres Glas Wein ein. „Außerdem sollte verständlich sein, dass jemand der sich verdeckt keine Aufmerksamkeit will. Also wer bist du, dass du mich so unhöflich ansprichst? Mich kannst du Saiko nennen.“ Saiko viel auf, dass es wohl ebenfalls unhöflich war, einfach so dem anderen etwas vor zu trinken. Also griff er mit einer Hand zum Boden und nahm sich eine Hand voll Erde, die er neben sein Glas auf den Tisch rieseln lies. Nachdem der Sinner ein paar Figuren mit dem Finger durch die Luft gezogen hatte, sammelte sich die Erde, fing an blau zu glühen und nahm die Form des Weinglases an, bevor die braune Farbe verblasste und eine perfekte Kopie hinterließ. Auch der blaue Schein verschwand und Saiko hob die Weinflasche hoch und hielt sie in Richtung des Fremden. „Wein?“

    Warum hassen die Tageswanderer die Kinder der Nacht?
    Balance ist doch alles was zählt!

    Einmal editiert, zuletzt von drsnake ()

  • Überrumpelt fuhr der Wolfsmensch herum. War sein „Ziel“ tatsächlich schon ein Stück weiter, als er vermutet hatte. Für Garm war das ein Hinweis, dass er noch ein wenig an seiner Peilung arbeiten musste. Aber gut, immerhin hatte er gemerkt, dass da jemand war. Oder besser gesagt, etwas, wie er nun, während er ihn ausgiebig musterte, feststellte. Auf den ersten flüchtigen Blick hätte man sein Gegenüber für einen „gewöhnlichen“ Menschen halten können. Dagegen sprachen jedoch die spitzen Nägel, die Eckzähne, die bei ihm sogar bei geschlossenem Mund hervor lugten und nicht zuletzt wegen der schwarzen Schuppen an seinem Armen und den Augen mit verschiedenfarbiger Iris. Auf die Kleidung achtete Garm wenig, denn dem Aussehen nach, war er vermutlich gefährlicher, als ein Mensch, auch wenn er kleiner als Garm selbst war. Statt jedoch anzugreifen, beschwerte sich der - Garm beschloss ihn vorrübergehend als ‚Echsenmensch‘ zu bezeichnen - auf sehr hochtrabende Art. Der Wolfsmensch folgte dabei sorgsam den Bewegungen des anderen, der zu einem Tisch trat und sich irgendein Getränk in ein Glas einschenkte und schließlich nach seinem Namen verlangte, ehe er sich als ‚Saiko‘ zu erkennen gab.
    „Garm“, stellte er sich schließlich schlicht vor, wobei sein finsterer Gesichtsausdruck so gar nicht zu seinem fröhlichen Tonfall passen wollte. „Und wer sich versteckt ist entweder ein Verbrecher oder“ - er kniff die Augen leicht zusammen und sein Stimme wurde eine Spur bedrohlicher - Beute.“ Dann brach er plötzlich in bellendes Gelächter aus, beruhigte sich aber wieder schnell. Inzwischen überlegte der andere anscheinend kurz, nahm sich eine Hand voll Erde, ließ sie auf den Tisch fallen und fuchtelte mit den Fingern. Die Erde leuchtete und Garm begann leise zu knurren. Er hatte eine Ahnung was kommen würde und als plötzlich ein zweites Glas auf dem Tisch stand, zischte er: „Sinner.“


    Wenn es Wesen gab, für die Garm fast gar nichts übrig hatte, dann waren es diese verfluchten Zauberer. Mochten die Elementare so viel herum zaubern wie sie wollten, sie waren ein direkter Teil Gaias und es lag in ihrer Natur, es waren ihnen angeborene Fähigkeiten. Doch diese Fähigkeiten auch den Sterblichen zu verleihen, war der größte Fehler, den sie Garms Meinung nach begangen hatten. Wann immer menschliche Geschöpfe übermenschliche Kräfte erlangten, kam dabei selten etwas Gutes heraus. Sie waren nicht dafür geschaffen und wurden arrogant ob „ihrer“ Kräfte. Dieser ‚Saiko‘ schien seine auch für selbstverständlich zu halten, so wie er sie nutzte. Einer der wenigen Gründe, warum Garm jedoch nicht gleich auf ihn losging, war, dass er anscheinend kein Feuermagier war, die wohl abscheulichsten ihrer Art. Zudem wusste der Wolfsmensch immer noch nicht, womit genau er es hier eigentlich zu tun hatte, weswegen Vorsicht angebracht war. Der unvorsichtige Jäger wird schnell selbst zum Gejagten. Außerdem schien dieser hier zu versuchen, freundlich zu wirken, als er fragte: „Wein?“
    Garm wurde sofort noch misstrauischer. „Was ist das? Das hier übliche Gift?“, grollte er, folgte dem anderen dennoch zum Tisch. Ungefragt hielt er seine Nase über die ihm hingehaltene Flasche und sog das Aroma ein. Den Geruch konnte er zwar schon teilweise vom Tor aus wahrnehmen, aber nach seinem kleinen „Ausrutscher“ vorhin, wollte er sichergehen, dass ihm keine Note entging. Der Duft des Alkohols sprang ihm fast förmlich entgegen, aber insgesamt war der Geruch des Weins nicht unangenehm. Als er nichts wahrnahm, was, soweit er wusste, nicht dort hinein gehörte, schnaubte er kurz und meinte: „Meinetwegen.“ Dann ließ der Wolfsmensch seinen Blick noch einmal langsam von oben nach unten über den ‚Echsenmenschen‘ schweifen. „Du hast die Frage nicht beantwortet.“ Das er diesmal die Rasse nicht einmal annähernd am Geruch erkennen konnte, verunsicherte ihn am meisten. „Und bist du hier Torwächter?“


    OT: Übrigens, Garm ist gerade in der "freundlichen" Stimmung, Saiko ist allerdings "nur" ein Fremder (und Sinner), weswegen dass nicht so auffällt. Nur so am Rande/zur Info.

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  • Saiko zuckte nur mit den Schultern, als „Garm“ dem Angebot mürrisch zustimmte. Anscheinend hatte er schwer etwas gegen Sinner. Tja, nicht das erste Mal, dass ich Kritik bekomme dafür, was ich praktiziere ging dem Zauberer durch den Kopf, wobei ihm nicht nur seine Magie vor Augen schwebte. „Nein, das ist stinknormaler, zwar sau teurer, aber trotzdem normaler Wein“, meinte er leichthin, ohne allerdings völlig Emotion in seine Stimme zu bekommen. So war das nun mal mit Apathie als Sünde. „Allerdings hab ich auch Gift zu Hand, wenn du willst.“ Der Sinner legte sich eine Hand ans Kinn, während sein Blick nachdenklich wurde und er das zweite Glas füllte. „Huh, das erinnert mich an einen anderen Sinner, mit dem ich mal zusammen gearbeitet habe. Der Typ hat alle seine Mahlzeiten mit Gift versehen, einfach weil seine Magie mit Gift zu tun hatte und er es sich deshalb erlauben konnte, hoch toxische Substanzen zu sich zu nehmen.“ Smalltalk, wie selten doch Saiko in den Genuss dieser Umgangsform kam. Zwar konnte er nicht für seinen Gesprächspartner empfinden, aber diese simple Aktion selbst brachte ihm bereits Freude. Allerdings schien der Lupusari nicht zum Plaudern aufgelegt, so steif wie er sich hielt. Mit einem weiteren freudlosen Lächeln schob er das Glas Gram entgegen, während er sein eigenes zur Hand nahm und einen Schluck zu sich nahm.
    Der Schwarzhaarige tippte gegen sein Glas und beobachtete gelangweilt, wie die Wellen die Flüssigkeit wiegten. „Und was soll ich schon sein? Ein Torwächter schon mal nicht. Das ist nicht mein Feld“, meinte er monoton und versuchte sich jetzt schon nicht mal mehr an einem Lächeln. Jegliches Interesse bereits verloren. „Falls es aber um meine Rassenangehörigkeit geht, dann frage ich nochmal: was soll ich schon sein? Ich bin ein simpler Mensch, sieht man mal von meinen Eigenschaften als Sinner ab.“ Saiko redete einfach so drauf los, doch innerlich hielt er den Abzug einer Pistole gedrückt. Es war offensichtlich, dass der Wolfsmensch etwas gegen seine Sippe hatte und ihm war nicht klar, ob er aggressiv werden würde und so hielt er seine Magie bereit. Nur für den Fall der Fälle.

  • In den warmen Strahlen der Sonne, funkelten die glattgeschliffenen Oberflächen der unterschiedlich gefärbten als auch verschieden geformten Muscheln. Es gab sie als Ohrringe und normale Ringe. Dazu kamen noch Hals – und Fußketten. Natürlich durften im Sortiment die Armreifen nicht fehlen. Jedes einzelne von ihnen war ein Einzelstück. Sie lagen sorgfältig arrangiert auf einem grobmaschigen Fischernetz, dass auf einem schlichten Holztisch ausgebreitet war. Zugegeben der gesamte Stand sah gemessen an den anderen Ständen des Marktes ziemlich jämmerlich aus, aber er genügte vollkommen zu dem Zweck, für den er gedacht war. Dieser Zweck lautete schlicht und einfach diese Schmuckstücke zu verkaufen. Dieses Ziel war sie schon ziemlich nahe, denn die weiblichen Bewohner von Mischira fanden ihre Waren schon sehr begehrenswert. Zumindest hoben sich die Schmuckstücke von dem ab, was es normalerweise auf dem Markt zu kaufen gab. Jedes einzelne Stück wurde hochgenommen und genau begutachtet. Teilweise ließen die Frauen sie auch wieder auf die Tischfläche fallen, wenn sie ihnen nicht gefielen und nahmen sich das nächste in ihre ungelenken Finger.


    Am liebsten hätte die blonde junge Frau ihnen die Schmuckstücke entrissen und sie nochmals gesäubert, denn wer weiß was die Frauen vorher in ihren Griffeln hatten. Aber dieses Verhalten ging nicht, denn ansonsten könnte sie hier in Mischira nie wieder was verkaufen. Dies würde sich negativ auf ihre Einnahmequelle auswirken, denn ihre Schmuckstücke waren in dieser Stadt relativ beliebt. Nun denn sie musste sich wie es aussah zusammenreißen und weiter dieses künstliche Lächeln aufsetzen, damit sie was verkaufte. Anfangs als sie noch neu im Handelsgewerbe war, hatte sie nie gelächelt, aber dies hatte zur Auswirkung gehabt, dass keiner was kaufte. Aus diesem Fehler hatte sie was gelernt. Sie begann zu lächeln und prompt verkaufte sie was. Fortan trug sie dieses Lächeln zur Schau, wenn sie mal wieder ihre Ware veräußerte.


    Während sie ihre Schmuckstücke anbot, kreisten ihre Gedanken zurück in die Vergangenheit. Lily hatte sich schon seit einigen Wochen von den anderen Sinnern gelöst, um neue Erfahrungen zu sammeln. Wenn sie immer in der Gruppe herumreisen würde, dann würde sie nie immer bei denen eingeschlossen sein. Sie wäre nichts weiter als ein seelenloser Mitläufer und das wollte sie nie sein. Sie wollte immer was Neues lernen und erleben. Natürlich hatten die anderen Sinner dafür Verständnis gehabt und sie gehen lassen. Der Älteste hatte ihr gesagt, dass sie jederzeit wieder zu ihnen zurückkehren könne, wenn es ihr beliebt. Dieses Angebot nahm sie gerne an. Anfangs war es ein seltsames Gefühl gewesen alleine unterwegs zu sein, doch bald fühlte sie sich frei und ungebunden. Sie konnte tun und lassen was sie wollte und das war wirklich wunderbar. Alleine probierte sie neue Magie aus, beobachtete die Natur mit all ihren Eigenheiten und erfreute sich daran.


    Leider konnte man in dieser Welt ohne Geld in der Tasche nicht viel anfangen. Natürlich könnte sie völlig enthaltsam und eigenbrötlerisch leben. Sowie einige Naturvölker, aber dazu war sie nicht bestimmt. Sie wollte ja kein Reichtum anhäufen, sondern nur so viel bei sich tragen, dass sie für den Notfall gerüstet war. Dagegen war ja nichts einzuwenden. Lily verdiente sich das Geld das sie brauchte, in dem sie entweder Fische verkaufte, die sie fing oder was ihr wesentlich lieber war, selbst hergestellten Schmuck aus Muscheln und ähnlichen Materialien. Letzteres hatte sie immer sehr gerne getan. Die Arbeit daran beruhigte sie. Wenn sie ein paar zusammen hatte, dann begab sie sich auf eine Reise, um die Schmuckstücke im passenden Ambiente zu verkaufen. Je weiter dieser vom Meer entfernt ist, desto mehr verkaufte sie davon. Mischira galt als solcher. Lily mochte das Dorf deswegen sehr. Dabei ignorierte sie die Tatsache, dass dieser Ort Materialien verkaufte, die aus dem Schoß Gajas entrissen war. Natürlich hieß sie das nicht für gut, aber sie zettelte deswegen auch keine Revolte an. Wie auch immer, sie befand sich gerade auf dem Weg dorthin, als ihr ein Plakat in die Hände fiel. Sie stand im Begriff Feuerholz für ein Lagerfeuer zu sammeln. Sie fand das gegensätzliche Element nützlich um sich zu daran zu wärmen oder sich gegen potentielle Feinde zu erwehren. Zuerst war das Plakat bei ihr nicht sonderlich auf Interesse gestoßen. Doch ihre Neugierde war doch stärker als gedacht. Sie hatte den Text zunächst überflogen, dann wollte sie es ablehnend in das Feuer werfen. Mit diesem selbsternannten Fürsten wollte sie nichts zu tun haben. Geschweige denn eine für sie nutzlose Belohnung einheimsen. Aber sie erinnerte sich daran dass einige Leute davon gesprochen hatten, dass ganze Dörfer nicht mehr aufzufinden waren, manche Menschen von seltsamen Krankheiten befallen oder dass sich die Tiere merkwürdig verhielten. Damals hatte sie das für Schauermärchen gehalten, um kleine Kinder zu erschrecken. Doch wie es nun aussah, schien an der Sache doch was dran zu sein. Ein mulmiges Gefühl schien sich in ihr breit zu machen und sie hatte beschlossen dem Aufruf Folge zu leisten. Wenn es jedoch ein Scherz sein sollte, dann könnte sie dann immer noch verschwinden. Sie hatte dann gedacht:“ Wie gut dass ich sowieso nach Mischira will.“


    Lily zuckte zusammen, als sie bemerkte dass eine Frau sie teilweise ablehnend anstarrte und sie dabei wahrscheinlich zum tausendsten Mal ansprach. Wie peinlich, da war sie doch glatt mit den Gedanken woanders gewesen. Aber was will man machen, wenn die Gegenwart nichts Aufregendes zu bieten hatte? Sie lächelte entschuldigend, sprach aber kein Wort, sondern nahm das Geld der Kundin entgegen. Diese steckte die Halskette in ihre Tasche und ging davon. Lily sah ihr nach und wartete auf weitere Kundschaft. Noch hatte sie ein paar Schmuckstücke, die sie anzubieten hatte. Falls niemand mehr käme, würde sie zusammenpacken und sich bei dem Fürsten vorstellen.


    OT: So lange genug hat es gedauert ^^ Wer Lily ansprechen will, der kann das gerne tun und ach ja auf ein gutes RPG euch allen

    "Rayquaza verfügt über die Fähigkeit das Wetter zu kontrollieren. Gewissenlose Menschen wollen diese Fähigkeit an sich reißen. Helft mit das zu verhindern: Hoenn - Die Herrschaft des Himmels"


    "Kalos die Region der Schönheit und Anmut. Doch der drohende dunkle Schatten einer Verschwörung lässt das Licht verblassen und es ist zugleich der Beginn eines neuen Abenteuers: Kalos - das Wunder des Lebens"

  • Müdigkeit umhüllte den Arzt und ließ ihn seine Umwelt nur noch beschränkt wahrnehmen. Dennoch versuche Ki so schnell es ging seine Einkäufe zu erledigen. "A good day to you, sir. Gehe ich recht in der Annahme, dass Sie Arzt sind?"
    Eine riesige Ratte hatte ihn angesprochen.
    Dass Ratten intelligent sein sollten, hatte Doktor Ishino zwar schon einmal gehört - wirklich interessiert hat es ihn jedoch nicht, ob seine Versuchstiere intelligent waren oder nicht, spielte keine Rolle -, aber dass sie auch reden konnten, war ihm neu. Manch einer hätte sich nun der durch Schlafmangel ausgelösten Illusion oder dem Traum, den er vielleicht Träumte, nach dem er auf der Straße eingeschlafen war, hingegeben, der Mann holte jedoch nur ein Skalpell, es war zwar nicht so scharf, wie die chirurgischen Messer, die es einmal gab, konnte aber immer noch Fleisch ohne Probleme schneiden, aus einer Innentasche seines Laborkittels, zog den linken Ärmel des selbigen nach oben und stach mit der Klinge ein gutes Stück in die Haut. Nach und nach drang der Schmerz in sein Gehirn vor und überdeckte den Schlaf. Einige Wunden, die dabei waren zu verheilen, und Narben in der Nähe der Einstichstelle ließen erahnen, dass der Arzt sich nicht zum ersten Mal auf diese Art aus seiner Müdigkeit befreite. Natürlich achtete er dabei darauf, nichts wichtiges zu beschädigen und lediglich schmerzhafte Stellen zu treffen, im Grunde konnte es ihm aber auch egal sein, da alles wieder zur Gänze verheilen würde, sobald er sich das nächste mal verjüngen würde.


    Er verstaute das Messer wieder in der Innentasche, aus der er es geholt hatte, nach dem der Arzt es an einem Stofffetzen aus einer anderen Tasche abgewischt hatte. Mit dem gleichen Stoff bedeckte er schließlich noch seine Wunde, damit die Blutung etwas gestillt und die Wahrscheinlichkeit, dass Blut auf seine Kleidung kam, verringert wurde. Blutflecken waren immer etwas schwer heraus zu waschen, weshalb er versuchte sie so gut es ging zu vermeiden.
    Die überdimensionale Ratte stellte sich nun als ein Muroid heraus. Ki Ischino wusste zwar von ihrer Existenz, wie von vielen anderen Abwandlungen der Menschen, hatte aber trotz seines mehr als nur langen Lebens noch keinen persönlich getroffen. Die Sprache, mit der er zuerst angesprochen wurde, entpuppte sich als Englisch, vermutlich ein muttersprachliches Englisch. Eigentlich nichts besonderes. Wie auch die Menschen haben sich viele der neu entstandenen Arten über den gesamten Globus verteilt. Jedoch war der Muroid vor ihm krank. Einige Menschen hätten es sicherlich übersehen, da man bei dem Aussehen der Ratte durchaus zuerst an einen Bettler denken könnte und sich für unwissende vieles durch Schmutz erklären ließe, aber auch wenn er ein Bettler war, er war krank. Und als Arzt konnte Ki ein solch perfektes Versuchskaninchen... eine solch perfekte Versuchsratte... einen Patienten nicht im Stich lassen. Aber man musste mit Patienten behutsam umgehen. Viele Menschen und Lebewesen bekommen schnell Angst und wenn man diese nicht richtig einzusetzen weiß, kann sie sich schnell gegen einen selbst richten. Also ging der Schwarzhaarige die Sache behutsam an und antwortete nach einer gefühlten Ewigkeit - oder kam es ihm nur so vor? - dem anderen. "Durchaus, ja, wir sind Arzt. Was möchten Sie?"


    Das Gebaren des Arztes war doch reichlich seltsam, aber Balthasar war das egal. Viel wichtiger war - was sollte er ihm jetzt sagen? Ärzte konsultierte man nicht aus bloßem Vergnügen, und obwohl er krank war, wusste er sowohl das, als auch, dass es vermutlich keine Heilung gab. Wofür brauchte er da einen Arzt? Unsicher fuhr er sich mit einer Hand in die Westentasche - und zog den Zettel vom Grafen heraus. Hmmmm...


    Mit einer zittrigen Hand hielt er vor den Zettel vor dem Arzt in die Höhe. "Oh, ich beabsichtige, an dieser Aktion teilzunehmen. Da ich allerdings um meine körperlichen Beschwerden weiß, wollte ich vorher einen Mediziner konsultieren, der mir sagen kann, ob ich überhaupt an so etwas teilhaben kann, sprich, in welchem Zustand sich mein bedauernswerter Körper momentan befindet." Dann fang mal an zu diagnostizieren, fügte er stumm hinzu.


    Der Rattenmensch wollte also auch an der Expedition teilnehmen. Ob es der Zustand des Kranken wirklich zu ließ konnte Ki zwar noch nicht sagen, jedoch könnte der Arzt länger seine Experimente an dem Patienten durchführen. "Hier draußen können wir Ihnen darüber leider nichts genaues sagen. Uns fehlt dazu die Ausrüstung und für eine Untersuchung, die wir wohl machen müssten, wäre die Straße auch nicht der richtige Ort. Sollten Sie sich aber trotz Ihres Zustandes zu verteidigen wissen und größere Strecken zurück legen können, sollte nichts dagegen sprechen, dass Sie mitkommen. Wir werden uns ebenfalls der Gruppe als Arzt anschließen und Sie dadurch, wenn Sie es wünschen oder es nötig wird, behandeln können." Ishino hätte nun natürlich auch etwas aggressiver vorgehen und dem anderen direkt mitteilen können, dass er sich keine Sorgen machen bräuchte und mitkommen kann, jedoch hätte diese Aussage ihn vermutlich unglaubwürdig erscheinen lassen und als Arzt war es wichtig das Vertrauen der anderen zu gewinnen.


    "Ähm... ja. Das... werdet ihr." Der pluralis majestatis ging Balthasar allmählich ein wenig auf die Nerven. Und abgesehen davon, hatte er nicht damit gerechnet, einem Mitglied des Expeditionsteams gegenüber zu stehen. Die Welt war definitiv klein, oder zumindest war dieser Ort es. Etwas an diesem Arzt wirkte... merkwürdig, auch wenn er nicht sagen konnte, was. Auf jeden Fall wirkte er wie ein seriöser Mediziner, und wenn er mit reiste, würde er vermutlich um einen Besuch bei diesem Mann eh nicht herumkommen. Es war bloß schade, dass er nicht versuchte,seine Krankheiten zu diagnostizieren. Würde er richtig liegen, würde er sich sogar Hoffnung erlauben...


    Mittlerweile hatte sich eine unangenehme Stille zwischen ihnen breitgemacht. Leise räusperte er sich. "Das... hört man gern. Wie spät ist es jetzt eigentlich?"


    Wie spät war es denn? Auch wenn der Arzt erst vor kurzem auf die Uhr geschaut hatte, konnte er sich bei seinem aktuellen Zustand nicht sicher sein, dass er nicht kurz eingeschlafen und dadurch mehr Zeit vergangen war, als er vermutete. Also holte Ki erneut den metallenen Zeitmesser aus der Außentasche seines Kittels und überprüfte die Zeit: zwölf Uhr und zehn Minuten, in etwa. Die Uhr war schon relativ alt, der Sinner war nicht ihr erster Besitzer gewesen und gewisse Ungenauigkeiten kamen daher vor. "Es scheint kurz nach zwölf zu sein, unsere Uhr geht aber nicht ganz genau. Wenn Sie die Uhrzeit exakt wissen wollen, könnten Sie beim Anwesen des Herrschers vorbei schauen. Dieser hat eine Uhr an seiner Villa angebracht."


    Balthasar zuckte mit den Schultern. "Das scheint anscheinend noch zu dauern. Well, in dem Fall werde ich mich jetzt schon dort einfinden. Ein besserer Weg, diese drei Stunden zu verbringen, ist mir leider nicht bekannt. Ich empfehle mich dann." Abrupt drehte er sich um und verließ den Arzt. Die Fassade des Fürstensitzes war eindeutig sichtbar, also schlug er seinen Weg in diese Richtung ein.


    Doktor Ki Ishino hätte der Ratte vielleicht noch ihren Namen entlocken sollen, dann hätte er schon Akten für die späteren Untersuchungen anlegen können, aber daran konnte er nun auch nichts mehr ändern. Also kehrte der Arzt zu seinem ursprünglichen Plan zurück und begab sich wieder auf die Suche nach Läden, die von ihm gesuchte Wahren führten.


    OT: Post zusammen mit Tungsten. entstanden.

  • Garm ließ die Hände seines neuen „Bekannten“ nicht einen Moment aus den Augen, während dieser nun auch das zweite Glas auffüllte und irgendetwas über den Wein faselte, aber auch Gift erwähnte. Der Kerl war merkwürdig. Bei den meisten Menschen konnte Garm annähernd am Geruch sagen, ob derjenige glücklich, wütend, ängstlich oder angespannt war. Sogar die eine oder andere Lüge konnte er wittern. Aber dieser hier schien so wenig Gefühle auszustrahlen, wie ein Toter. Währenddessen berichtete Saiko über einen Sinner, der regelmäßig Gift zu sich nahm. „Was ist passiert?“, konnte Garm sich die patzige Frage nicht verkneifen. „Am Ende selbst am Gift verreckt?“ Dabei nahm er das Glas entgegen, trank jedoch nicht, eher der andere es tat. Der Wein war aus der gleichen Flasche, also konnte höchstens was im Glas sein, aber Garm nahm nichts dergleichen war. Also setzte er Probeweise das Glas an die Lippen und nippte kurz. Das Zeug schmeckte wirklich nicht übel, auch wenn es nicht zu seinen üblichen Getränken gehörte. Als er sich sicher war, dass das nächste was er tun würde, nicht in die Kategorie „tot umkippen“ fiel, leerte er das ganze Glas in nur wenigen Zügen. Dann hielt er es dem anderen wieder mit einer Haltung hin, deren Bedeutung mehr als eindeutig war: mehr.


    Der andere plapperte unterdessen weiterhin absolut emotionslos weiter. Garm fragte sich, wie man nur so gelangweilt wirken konnte. Gut, also kein Torwächter. Was dann? Vielleicht doch ein Einbrecher? Mit deinem Unsichtbarkeits-Trick wäre es dir ein leichtes gewesen, ungesehen in die Residenz zu marschieren. Aber er verwarf den Gedanken. Die Fähigkeit konnte ganz nützlich sein, obwohl... „Sauteurer Wein“? Dass der andere jedenfalls ein ganz gewöhnlicher Mensch war, würde er erst dann glauben, wenn Garm selbst ein Sinner war und das würde freilich niemals geschehen. „Bist der erste Mensch mit spitzen Zähnen, Klauen und Schuppen, den ich sehe. Und solche sind keine Menschen mehr. Ich bin auch Lupusari, und kein Mensch.“ Und nichts in der Welt ist schöner, fügte er in Gedanken hinzu. Dann ruckte er mit dem Kopf in Richtung Residenz. „Und der Besitzer wird das Zeug hier sicher vermissen. Bezahl es.“ Allerdings wackelte er gleichzeitig ungeduldig mit dem Glas, um zu zeigen, dass ihm das Nachfüllen nicht schnell genug ging.


    Dann wechselte er plötzlich das Thema. „Was weißt du über die ‚mysteriösen Geschehnisse‘?“


    OT: Achtung, gierig!  :P

    "When you remember one thing, that leads to remembering another and then another and then another. Our memories are connected. Many pieces are linked together like they’re in a chain that makes up each of us."

    - Naminé (Kingdom Hearts - Chain of Memories)

    Einmal editiert, zuletzt von Xaroc ()

  • "Aua!"
    Die typische Silbe, die man wohl stets hörte, wenn sich jemand wehgetan hatte. In diesem Falle handelte es sich um Lao. Der Chinese hatte sich mit seiner Nadel in den Finger gestochen, als er gerade ein Kleidungsstück für eine Kundin anfertigte. Normalerweise unterliefen ihm selten solche Fehler, aber wenn jene Kundin ständig vor seinem Gesicht nervös auf und ab lief konnte einem schon ein ähnliches Missgeschick unterlaufen. "Wird es ihm denn auch gefallen?", fragte die Frau noch einmal unsicher an den Schneider gewandt, der daraufhin ein amüsiertes Grinsen auf seinen Lippen trug.
    "Sie haben mir immerhin den Auftrag gegeben...", antwortete er, "Ich bin gleich fertig."
    Nur noch wenige Stiche, dann hatte er das Oberteil fertiggestellt. "So!" Stolz hob er die weiße Bluse in die Höhe, die er soeben angefertigt hatte. Seine Auftraggeberin brachte ein erfreutes quietschen hervor und schien sich sehr über das Stück zu freuen. "Vielen Dank.", lächelte sie und nahm die Bluse in Empfang, wofür sie Lao die entsprechende Bezahlung aushändigte.
    "Immer wieder gern.", antwortete dieser daraufhin mit dem Lächeln eines typischen Geschäftsmannes und schickte sich, die Wohnung der Dame zu verlassen.


    Es fühlte sich gut an, endlich wieder etwas mehr Geld in den Taschen zu haben. Draußen wurde er sogleich von der warmen aber zugleich doch kühlen Luft der Umgebung in Empfang genommen. Lao breitete seine Arme aus und atmete einmal tief durch, um die Atmosphäre zu genießen. Seit Jahren war er nun schon auf Wanderschaft, aber dieser Ort hier gefiel ihm bisher am Besten. Es gab nichts in seiner Heimat, dieser weiten, trostlosen Steppe, das man mit diesen gewaltigen Baumriesen gleichsetzen konnte. Ansonsten hatte er bisher nur die zerklüfteten Eispfade des Gebirges oder die Tundra des Nordens gesehen, aber je weiter er ins Landesinnere kam, desto mehr von Gaias schöpferischer Kunst bekam er zu sehen. Er machte sich in Richtung Marktplatz auf, um sich etwas zu Essen zu kaufen. Sein Magen knurrte leicht und jetzt, wo er etwas mehr Geld besaß, konnte er es sich auch leisten, etwas zu kaufen.


    Direkt, als er auf dem Weg war, spürte er, wie sich jemand bei ihm einhakte. Als er an seinem linken Arm herunter sah erblickte Lao das schwarzhaarige Mädchen, das seinen Arm umklammert hielt und mit seinen goldgelben Augen an ihm hochblickte. "Da bist du ja, Zuòmèng...", lächelte der große Bruder seine "kleine Schwester" glücklich an und ging mit ihr an seiner Seite weiter. Als Elementar hielt sie sich meistens fern, wenn sich Lao direkt mit irgendwelchen Kunden beschäftigte, was dieser auch gut verstehen konnte. Die Blume in ihrem Haar war immer noch tiefrot, sie hatten das Ritual erst letzten Abend erneuert.
    Am Marktplatz angekommen wimmelte es nur so von allen möglich Leuten, die Waren begutachteten und einkaufen gingen. Marktschreier priesen ihre Waren an, während Schmiede ihre Kunst und Hammerfertigkeit zur Schau stellten. "Mit so einem Stand könnten wir eigentlich bestimmt gut Geld verdienen.", sprach der Schwarzhaarige eher zu sich selbst und fasste sich nachdenklich ans Kinn. Eigentlich lag es ihm ja nicht so, Kleidung in Massen herzustellen, um ein breites Angebot für die mehr oder weniger anspruchsvolle Kundschaft bereitzustellen, aber wenn er sich für eine Weile hier niederlassen würde, hätte er bestimmt ausreichend Zeit. Aber deswegen war er nicht hierher gekommen. Es war eher eines der Flugblätter, das seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Wenige Tage zuvor hatte er rein zufällig eines aufgegriffen und mitbekommen, dass dieser sogenannte Fürst dieses Ortes Leute suchte, die mithalfen, die merkwürdigen Geschehnisse dieses Ortes aufzuklären.
    Das, was Lao eigentlich angelockt hatte, war die versprochene Belohnung. Für jemanden wie ihn, der stets knapp bei Kasse war, wäre es sicher nicht schlecht, wenn er auf diese Weise fürs erste ausgesorgt hatte. Und wenn er dabei draufgehen würde, dann war es eben so. Es wäre ja nicht so, als ob er sonderlich an seinem Leben hinge. Zwar wollte er damit nicht als Selbstmordkommando handeln, aber er hatte keine Angst vor dem Tod.


    Neugierig musterte er die Stände. Hier gab es vor allem Schmiede, was ja auch kaum wunderlich war, da Mischara vor allem von der Eisenproduktion lebte, wie der Schwarzhaarige einst aufgeschnappt hatte. Aber gab es hier nicht vielleicht irgendeinen Bäcker, der seine Waren darbot? Ein Seufzer entglitt ihm und er drückte Zuòmèng etwas enger an sich, die ihn mit leicht besorgter Miene anblickte.
    "Haha, es ist nichts!", entgegnete Lao mit unbekümmertem Unterton und stupste mit einem schelmischen Lächeln ihre kleine Nase. Jene wandte sich anschließend auch wieder ab und begutachtete ebenfalls die Stände. Der Schwarzhaarige folgte ihrem Blick und es gab einen Stand, der seine Aufmerksamkeit erregte. Zwar war er nicht mehr ganz so voll ausgestellt, aber die Muschelaccessoires , die hier angeboten wurden, besaßen einen schlichten aber zugleich doch schönen Charme. Kurz darauf nahm er sein Elementar an der Hand und sprach: "Komm, lass uns den Stand dort drüben etwas näher begutachten."
    Mit schnellen Schritten trat Lao heran und begutachtete die Ware wie jeder andere Kunde. Was ihm jedoch auch ins Auge stach war die Verkäuferin, eine interessante, junge Dame, die ebenfalls Muscheln in ihrem Haar trug. "Ein schönes Handwerk betreiben Sie hier.", lobte er die junge Frau und stupste Zuòmèng an die Wange, "Nicht wahr?" Die Schwarzhaarige nickte.


    OT: Nach einer Weile kam ich endlich zum Posten. :3 Auf ein gutes RPG. ^^
    Destiny Moon : Ich bin jetzt mal deiner Einladung gefolgt. ^-^

  • „Keine Ahnung, hatte nur kurze Zeit Kontakt zu ihm“, meinte Saiko gedankenverloren. Seine Fertigkeiten waren äußerst nützlich beim Niedergang dieses einen Geschäftsmannes... Er achtete nur noch halb auf Garm und begann stattdessen, sich halbherzig Vorstellung zu machen, was sie auf dieser Expedition finden würden. Der Lupusari gab sich immer noch misstrauisch und nippte erst vorsichtig am Glas und wartete eine Weile, bis er wohl beschloss, dass der Wein nicht vergiftet und seinem Geschmack entsprach. Der Wolfsmensch stürzte schließlich das edle Getränk herunter, als ob er die letzten Tage keinen Tropfen getrunken hätte. Der Sinner hob nur eine Augenbraue, als das Glas erwartungsvoll in seine Richtung gehalten wurde. Und natürlich glaubte sein Gesprächspartner ihm nicht ein Wort darüber, dass er ein Mensch sei und behauptete auch selbst keiner zu sein. „Nun, theoretisch ist das inkorrekt“, korrigierte Saiko nebenher. „Die Rassen sind immer noch so nah mit dem Menschen verwandt, dass Nachkommen gezeugt werden können, die ebenfalls noch Nachkommen bekommen können*. Also fallen alle Rassen immer noch unter die Art „Mensch“. Irgendwo in meiner Familie hat einfach eine andere Rasse eingeheiratet, wodurch ich einige Merkmale geerbt habe. Zum größten Teil bin ich in aber der Tat Mensch.“ Der Schwarzhaarige nippte nochmal an seinem eigenen Glas, bevor er wieder zu der Flasche griff, um der stillen aber eindringlichen Bitte zu folgen. Dann meinte Gram tatsächlich noch andeuten zu müssen, dass Saiko seiner Vermutung nach den Wein geklaut hätte. Ich sollte mich normalerweise wohl nun beleidigt fühlen dachte der Magier emotionslos, bevor er entgegnete: „Ich habe diesen Wein nicht gestohlen. Ich bin ein Teilnehmer der Expedition, für die der Fürst Interessenten eingeladen hat, und langjähriger Geschäftspartner desselben. Der Wein war lediglich dafür gedacht, mich bei Laune zu halten, bis die Einweisung anfängt.“ Er füllte das ungeduldig leicht hin und her schwankende Glas und stellte die Weinflasche wieder ab.


    Als nächstes machte das Gespräch eine 180° Wendung, als der Wolfsmensch direkt nach Informationen zu den „mysteriösen Geschehnissen“, also den Gründen für die Expedition, fragte. „Dazu kann ich auch nichts viel sagen“, erwiderte er schulterzuckend. „Ich kann auch nur Gerüchte wiedergeben, die ich mit angehört habe. Beispielsweise sollen Mutationen an Tieren sowie Menschen vorgefunden worden sein, Tiere waren aggressiver, Pflanzen wuchern wieder, Dörfer sowie einzelne Menschen verschwinden über Nacht und so weiter.“ Der Zauberer schluckte die letzten Reste seines Weins hinunter und führte nachdenklich seine Ausführungen fort: „Das passiert nicht nur hier, sondern angeblich auf der ganzen Welt. Natürlich fürchten die Menschen nun, sie könnten erneut Gaia erzürnt haben. Andere wiederum meinen, einige von uns Sinnern würden an der Natur herumspielen.“ Und diesmal musste der Sinner ernsthaft lachen, ein ehrliches echtes Lachen. Nicht über die Menschen, die so dumm waren dies zu denken, aber deshalb, weil der Gedanke einfach so lächerlich für ihn war. „Ist natürlich vollkommener Schwachsinn.....Mehr weiß ich aber auch nicht.“


    OT: *Ich weiß, dass es zig tausend Definitionen für den Begriff "Art" gibt, aber diese konnte ich mir immer am besten merken.

  • Hm. So eine Zeitverschwendung, ärgerte sich die Jägerin. Sie war auf dem Weg zur nächsten Stadt gewesen, als ihr Beute über den Weg lief, diese hatte die junge Frau aber erfolgreich abschütteln können. Seufzend richtete sich die Brünette auf, gähnte einmal ausgiebig, wobei ihre spitzen Zähne hervorblitzten, und machte sich dann weiter auf den Weg. Anders häte sie es auch gar nicht erwartet, denn das Glück war ihr lange nicht mehr hold. Sie hatte nur inzwischen gelernt richtig damit umzugehen, auch wenn ihre Gedanken dadurch nicht gerade positiver wurden. Sie sprang in träumerischer Sicherheit von Baum zu Baum. Zwar nicht so hoch, wie es einige andere tun würden, aber dennoch weit genug oben um nicht sofort entdeckt zu werden. Als Jägerin hatte sie diese Höhe bisher immer besonders gewertschätzt da sie ihr ein bisschen das Gefühl von Freiheit gab, aber auch diese war nur zu vergänglich. Letztendlich war sie genauso gefangen, als wenn sie auf dem Boden liefe, es machte keinen Unterschied. Schließlich konnte sie nicht fliegen und war somit an den Boden gebunden.


    Als sie in der Stadt ankam, bewegte sie sich inzwischen schon wieder auf der Erde und ging gerade nochmal die Anzahl an Pfeilen durch, die sie hatte. Genau 13, sie sollte bei Gelegenheit wieder aufstocken, auch wenn sie nie sehr viele verbrauchte. Sie bummelte etwas durch die Stadt, ihre spontane Jagd war ja nicht gerade von Erfolg gekrönt gewesen, aber es hatte sicherlich ein Mensch in dieser Stadt ein Begehren an Beute, welches sie erlegen konnte. Es war dasselbe in jeder Stadt, immer noch waren die Menschen ziemlich egoistisch, aber sie kümmerte es eigentlich nicht viel. Es waren Leute die ihr ihren Job am laufen hielten, da war es ihr auch egal wie minderbemittelt diese waren. Ihr Blick glitt von einem Eisentor, über ihre nähere Umgebung und blieb schlussendlich an einem Zettel hängen.
    Ein selbsternannter Fürst will Naturkatastrophen mithilfe von Freiwilligen aufklären. Klingt lustig, fasste Yun den Inhalt sarkastisch zusammen. Aber mit dem Lohn würde sie sicherlich einige Zeit über Wasser bleiben. Oder sie würde sterben. So wie sie ihr Glück einschätzte würde sie ganz klar sterben, aber es war ihr egal. Das war der Zeitvertreib nach dem sie gesucht hatte, da auch sie als Reisende schon von den Vorfällen Wind bekommen hatte. Die Brünette gähnte wieder und setzte sich vor dem Tor des Fürsten einfach auf den Boden. Sie war so weit an die Seite gerückt, dass man sie nicht sofort sah, da sie eigentlich rechts neben dem Tor hockte, aber es würde sie wahrscheinlich eh jeder vernünftige Mensch in Ruhe lassen. Und sie selbst würde eh niemanden von sich aus beachten wenn es nicht nötig war. Also beschloss sie einfach zu warten bis es Zeit war.


    OT: Dann auch von meiner Seite aus auf ein gutes RPG und tut mir leid das es so lange gedauert hat. Yun ist ansprechbar, auch wenn sie sich nicht zwingend drüber freuen wird.

  • Was mit dem Giftsinner geschehen war, hatte ihn sowieso nicht wirklich interessiert. Warum auch? Es war ein Sinner und Sinner bedeuteten Ärger. In der Regel. Bei diesem hier wurde Garm sich langsam unsicher. Er ging auf Fragen ein, hatte seine Magie bisher nur ein einziges Mal der Freundlichkeit wegen genutzt und war ansonsten weit weniger arrogant, als alle anderen Sinner, denen er bisher begegnet war. Nur dass neben der Arroganz auch jegliche anderen Emotionen zu fehlen schienen. Aber bei der Erklärung, warum er sich als Mensch bezeichnete, musste Garm lachen. „Ein Wolf ist ein Hund, aber der Hund kein Wolf. Obwohl sie verwandt sind.“ Er schenkte Saiko ein Grinsen, dass ausschließlich aus Zähnen bestand. „Einer meiner Jagdbrüder ist ein Mischling und trotzdem mehr Lupusari oder das was seine Mutter ist, als Mensch.“ Garm war es egal, wie ähnlich er selbst oder jede andere Rasse dem Menschen war. Nichtmenschliche Merkmale hießen für ihn: kein Mensch mehr. Rasse, Unterart oder Familie hin oder her. Aber da der andere nun ohnehin zugab, keine Ahnung zu haben, wem oder was er sein Aussehen verdankte, ging der Wolfsmensch nicht weiter darauf ein.
    Stattdessen atmete er verstärkt durch die Nase ein und spitzte die Ohren, als Saiko die Anschuldig bezüglich des Weindiebstahls zurück wies. Eigentlich hatte er erwartet, dass er - typisch Sinner - beleidigt wäre, aber dazu kam es nicht. Und fehlende Emotionen hin oder her, wer log, der begann verstärkt zu schwitzen, der Herzschlag beschleunigte und die Augen wurden starr. Doch nichts davon nahm Garm wahr und die Erklärung klang auch plausibel. Innerlich zuckte er mit den Schultern. Noch ein Vorurteil weniger. Saiko füllte sogar - endlich - sein Glas nach. Mittlerweile fragte sich der Wolfsmensch, ob er ihn mögen sollte oder einfach nur weiter auf der Tatsache beharren, dass er ein Sinner war.


    Schließlich ging der ‚Echsenmensch‘ auf seine letzte Frage ein und meinte, dass überall auf der Welt Menschen und Dörfer verschwanden, Mutationen auftraten und Tiere aggressiver wurden. Das mit den Tieren hieß Garm sogar gut. Wäre die Jagd eine größere Herausforderung als jemals zuvor. Und das hin und wieder ein Mensch verschwand war keine Seltenheit. Meist handelte es sich bei ihnen um unerfahrene oder übermütige Abenteurer, die sich zu viel zumuteten. Aber ganze Dörfer? Sofort schweiften seine Gedanken zu seinem eigenen Heimatdorf ab. Als er vor über 3 Jahren loszog, war alles soweit in Ordnung gewesen. Nichts hatte auf Schwierigkeiten hingedeutet. Aber wenn diese Gerüchte hier stimmten... welche Garantie hatte er dann, dass sein Dorf auch dann noch stand, wenn er irgendwann zurückkehrte? Zutiefst besorgt wollte Garm sofort losrennen, zurück in seine Heimat, aber das war kein einfacher Marsch über ein paar Tage. Er biss sich auf die Unterlippe und ballte die Fäuste. Nein, zurück war keine Option. Das einzige was seinem Dorf helfen konnte war, wenn es denn wirklich in Gefahr schwebte, die Ursache aufzudecken und zu bekämpfen. Er zwang sich seine Hände zu entspannen. Dies war mit Sicherheit die ihm von Gaia auferlegte Prüfung. Er sollte hierher kommen, damit er mithelfen konnte sein Dorf, nein, vielleicht sogar die gesamte Welt zu retten.


    Obwohl er in Gedanken versunken war, hörte er Saiko trotzdem weiter mit einem Ohr zu. Dass die Menschheit Gaia erneut erzürnt hatte, war eine Möglichkeit. Aber wieso sollte dann jeder bestraft werden? Sein Dorf betete Gaia nahezu an und der Lupusari war sich sicher, dass es nicht das einzige war. Gaia schenkte das Leben, das Leben nahm anderes Leben um am Leben zu bleiben und am Ende kehrte alles Leben zurück zu Gaia, damit Gaia ihm neues Leben einhauchen konnte. So war der Kreis. Wer Leben nahm, ohne dass es notwendig wurde, dem wurde das Leben genommen. Das war Gerechtigkeit. Aber Garm konnte sich einfach nicht vorstellen, dass jeder Mensch eine solche Straftat begangen haben sollte. Die andere Erklärung Saikos, dass manche meinten, die Sinner seien an allem Schuld, klang für ihn plausibler, doch jener lachte nur darüber. Aufrichtig. Garm konnte es diesmal riechen. Dieser Sinner schien tatsächlich annähernd sowas wie ein Beweis zu sein, dass nicht jeder Sinner wahnhaft arrogant war, also konnte das wirklich nicht die Ursache sein. Nein, es musste wirklich ein anderer Grund dahinter stecken. Und Garm würde ihn aufspüren. Daran hatte er keine Zweifel.


    Und worüber der Lupusari auch keine Zweifel hatte war, dass man sich besser mit den restlichen Expeditionsteilnehmern gut stellte. Auch wenn dieser hier ein Sinner war, zumindest würde er - vorerst - irgendwie mit ihm klarkommen. „Na, dann sind wir jetzt wohl Jagdbrüder.“, lachte er, dabei klopfte er übertrieben kameradschaftlich auf Saikos Rücken, wodurch dieser allerdings fast auf die Knie ging. „Das Zeug hier schmeckt übrigens gut. Wirklich.“ Garm hob in der Bemühung freundlich zu wirken, kurz feierlich das Glas, um zu zeigen was er meinte, ehe er Saiko wortlos zuprostete und es wieder ohne zwischendurch abzusetzen leerte. Danach knallte er das Glas regelrecht auf den Tisch, schnappte sich den Stuhl der daneben stand und ließ sich ohne zu fragen darauf nieder. „Und für ‘nen Sinner scheinst du echt okay zu sein.“ Dabei kippte der Wolfsmensch den Stuhl zurück auf zwei Beine und wuchtete die bloßen Füße auf den Tisch, wodurch die Weinflasche gefährlich nahe Richtung Kante schwankte. Wie er sich da so entspannt räkelte und die Arme hinter Kopf verschränkte, stieß er entspannt den Atem aus. „Dann warten wir mal auf den Rest. Es kommt doch noch wer, oder?“


    OT: Jupp, den Systematik-Kram kenne ich natürlich (Bio-LK Abinote: 2), aber Garm ist's trotzdem egal. ;)  
    Und Glückwunsch, Saiko hat trotz Sinner-Dasein (zumindest vorerst) einen Freund gefunden.^^ (ob das auf Gegenseitigkeit beruht, überlass ich natürlich dir)

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  • Inzwischen besaß Lily einen geübten Blick dafür wer wirklich Interesse hatte was zu kaufen und wer nur vorgab dies zu tun. Sie konnte es mittlerweile schon an den kleinsten Gesten und Blicken der Menschen erkennen, die an ihrem Stand haltmachen. Der Strom der Besucher ließ auf dem Marktplatz nicht nach und langsam fragte sich Lily wo die alle herkamen. Aber im Grunde konnte ihr das auch egal sein, denn so verkauften sich ihre Muschelaccessoire praktisch wie von selbst. Wenn unter all den Schaulustigen auch potentielle Kunden waren, schenkte sie ihnen mehr Beachtung, ansonsten waren sie für sie nicht sonderlich interessant.


    Zumindest bis bisher. Eine Männerstimme riss sie aus ihren Gedanken. Er sagte:“ Eine schönes Handwerk betreiben Sie hier.“ Natürlich hatte sie auch von anderen Jungen Komplimente erhalten, aber diese rannen wie Wasser an ihr herab. Sie bedeuteten ihr kaum was. Schließlich wusste sie selbst, was sie leistete und das brauchte ihr kein anderer zu bestätigen. Zudem hatten manche noch die nervige Angewohnheit ihre Worte mit Sarkasmus zu verkleiden so dass sie nie wusste ob das auch ernst gemeint war. So blieb sie vorsichtig. Die Wassermagierin warf einen prüfenden Blick auf den Mann, der sich vor ihren Stand begeben hatte. Er schien älter als sie zu sein. Ihr fielen noch seine blasse Haut und seine zerbrechliche Gestalt auf aber das nahm sie eher nebenbei wahr. Der Mann trug eine seltsame Kluft, die sie nicht einordnen konnte. Neben dem Mann stand ein junges hübsches Mädchen, dass der Mann liebevoll tätschelte. In Lilys Inneren zog sich was zusammen. Sie dachte:“ Waren die beiden etwa ein Paar? Der Altersunterschied ist ja schon immens.“ Na gut es ging sie nichts an aber die Gewohnheiten der Menschen waren schon immer merkwürdig gewesen.


    Lily zwang sich ein Lächeln aufzusetzen und entgegnete:“ Es freut mich dass es Ihnen gefällt. Gibt es hier ein Schmuckstück, dass ihrer … Bekannten gut gefallen könnte?“ Sie mochte es normalerweise nicht Paare zu bedienen, aber irgendwoher musste das Geld schließlich kommen. Zudem war sie froh gewesen dass sie das Wort Bekannte gewählt hatte, denn andere Wörter könnten unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen, auf die sie partout keine Lust hatte. Die Blondine wartete nun auf die Antwort des potentiellen Kunden.


    OT: Also dann @ Lau ich hoffe du bist damit einverstanden.

    "Rayquaza verfügt über die Fähigkeit das Wetter zu kontrollieren. Gewissenlose Menschen wollen diese Fähigkeit an sich reißen. Helft mit das zu verhindern: Hoenn - Die Herrschaft des Himmels"


    "Kalos die Region der Schönheit und Anmut. Doch der drohende dunkle Schatten einer Verschwörung lässt das Licht verblassen und es ist zugleich der Beginn eines neuen Abenteuers: Kalos - das Wunder des Lebens"

  • Balthasar schleppte sich durch die Straßen, in Richtung des Anwesens, in dem dieser Fürst residierte. Er fiel den anderen Fußgängern nicht auf, was eigentlich zuerst ziemlich unwahrscheinlich erscheint, sich aber dann doch erschließt. Die Menschen um ihn herum gaben sich Mühe, ihn nicht wahrzunehmen, indem sie hastig in die andere Richtung, zum Himmel oder auf den Boden blickten. Sowohl Entgegenkommende als auch die Überholenden machten große Bögen um ihn, was dazu führte, dass er stets eine Kuppel aus freiem Raum mit sich führte. Der Muroid begrüßte dieses Vorgehen - auf diese Weise konnte er sich besser auf seine eigenen Gedanken konzentrieren.


    Das war also der Arzt gewesen? Eine fähige Person anscheinend, mit einer hohen Meinung von sich selbst. Sollte irgendein Missgeschick die Gruppe ereilen, würde er sicherlich in der Lage sein, ihnen zu helfen. Er hatte nicht einfach nur eine Diagnose in den Raum geworfen bei ihrer ersten Begegnung wie so viele andere Ärzte, sondern tatsächliches Interesse an seinem Fall gezeigt. An ein Heilmittel glaubte Balthasar nicht, aber auf der anderen Seite würde der Arzt es auch ziemlich schwer damit haben, ihm in irgendeiner Form mehr Schaden zuzufügen, als er jetzt schon erlitt. Also konnte er nur gewinnen.


    Und dann war er da. Er hatte den Weg zwar als etwas länger abgeschätzt, aber egal. Das Erste, was ins Auge stach - nein. Das Erste, was ins Auge stach, war das Gebäude an sich, das sich von den simplen Bauten der Stadt durch eine größere Kunstfertigkeit bei der Errichtung deutlich unterschied. Das Zweite, was ins Auge stach, war der Zaun. Aus Eisen. Er war sich noch nicht einmal sicher, ob er schon einmal so viel Eisen an einer Stelle gesehen hatte.


    Sein Elementar hatte an einer der seltenen Gelegenheiten, an denen sie sprachen, erwähnt, dass die Menschen früher Zugriff auf unglaublich viel Eisen hatten. Dieser Zaun, der das Gebäude umringte, wäre damals keine Seltenheit gewesen, sondern an der Tagesordnung. Ein nicht zu vernachlässigender Teil des Eisens war damals zur Zerstörung von anderen Dingen genutzt worden, Zerstörung von Gebäuden, Zerstörung von Körpern, die ganze Bandbreite. Und das ist der Punkt, der mich so fasziniert. Balthasar hielt inne und drehte den Kopf. Blight hatte das gesagt, als er ihm von den alten Menschen erzählte, und er hatte sich gerade daran erinnert. Zumindest glaubte er das. Ihm war nämlich so, als hätte er gerade die Stimme seines Elementars in seinem Kopf vernommen, doch er war sich nicht sicher.


    Wie dem auch sei. Er war angekommen, und das Tor stand offen. Hieß das, man durfte bereits hinein und sich anmelden? Eine Gestalt, die ihm beim ersten Blick nicht aufgefallen war, aber trotzdem unzweifelhaft vorhanden war, saß noch draußen - also wartete sie auf Einlass? Kurzerhand entschloss er sich dazu, wenigstens das Grundstück schon mal zu betreten und sich den Garten anzusehen. Auf seinem Weg durch den Torbogen zog er noch einmal kurz seinen Hut vor der Gestalt, dann betrat er den Garten des Grafen.


    Geräusche hinter dem Anwesen ließen Balthasar aufhorchen. Langsam, mit seinem üblichen, schleppenden Gang, umrundete er das Gebäude und fand zwei weitere Humanoiden, die sich eine Flasche Wein teilten. Der Begriff "Humanoide" war sehr passend, denn nur der eine von den beiden wirkte tatsächlich wie ein Mensch nach der klassischen Definition. Der andere war... anders. Seine Haare erinnerten beinahe an ein Fell, und vom Stuhl, auf dem er sich räkelte, hing eine haarige Rute herab. Canis lupus, dachte Balthasar. Ein Wolf. Auf die Entfernung war er sich nicht sicher, ob die beiden Personen schon auf ihn aufmerksam geworden waren. Egal. Mit dem gleichen, unsteten Gang begab er sich zu ihnen, zog im Vorübergehen seinen Hut, griff einen nebenstehenden mit beiden Händen und brachte ihn nicht ohne Probleme mit an den Tisch, wo er dann darauf zusammensackte. "Guten Tag," brachte er noch hinaus, dann ging alles in einem Hustenanfall unter.


    Nach einer Weile flaute der Husten ab. Balthasar zog seinen Hut und legte ihn vor sich auf den Tisch. Dann, und erst dann, blickte er den anderen in die Augen. "Wie geht es Ihnen, gentlemen?"

    No time to search the world around
    'Cause you know where I'll be found
    When I come around
    When I come around, yeah

  • "Take me outside... Sit in the Green Garden ♪ ... Nobody out there - But it's okay now. ♫" Unbeschwert hallten die gesungenen Worte an den mächtigen Baumstämmen des grünen Waldes wider. Ein leises Hecheln beleitete sie. "Bath in de the sunlight ♫ - don't mind if rain falls ..." Eine bleiche Hand legte sich auf einem der der dicken Stämme, und die mit Sorglosigkeit erfüllte Stimme verstummte für einen Moment. Zwei blutrote Augen blickten abwesend in die Ferne, und zwei gelbe folgten ihnen.
    "Take me outside - Seat in the Green Garden. ♪" Ilonie lächelte unbeschwert. Dies musste wohl Duran sein, von dem sie gehört hatte. Mit der freien Hand strich sie sich einige Strähnen aus dem Gesicht, dann sah sie zu ihrem Wegbegleiter. Nori hechelte noch immer lautstark, drehte seinen grauen Hundekopf zu ihr und sah sie dann erwartungsvoll an. Treue, gelbe Hundeaugen blinzelten ihr entgegen, wie sie es auch sonst immer taten. Als Antwort lächelte die Reisende noch etwas breiter, dann setzte sie sich wieder in Bewegung. "I'll go, wherever you go, wherever you take me - I'll go. ♪"


    Mischara. Genau so, wie man es ihr beschrieben hatte: Ein grosser, lebhafter Marktplatz und ein grosses, ziemlich reiches Anwesen, welches vor lauter Schnickschnack und Glanz fast fehl neben dem belebten Platz wirkte. Leuten redeten, schnatterten, lachten und riefen ihre Waren aus. Gute Ware. Schöne Ware. Neugierig trat die Serkane an jeden Tisch näher, begutachtete all die Dinge, die hier preisgegeben wurden. In aller Ruhe betrachtete sie Werkzeuge und Waffen, Kleidung, Alltagsgegenstände. An manchen Ständen zeigten Schmiede ihr Können, an anderen führtenHändler ihre Verkaufgegenstände den Kunden vor. An weiteren Ständen standen grosse oder kleine Spiegel, für die Anprobe von Schmuck und weiterem Schnickschnack. Jedes Mal spiegelte sich das Anlitz der jungen Dame darin, wenn sie an einem vorbeiging: Das durcheinandergeratene, blonde Haar mit den roten Strähnen, die unnatürlichen, fast etwa unheimlichen Augen, die bleiche Haut und der lange, noch nicht ganz verheilte Kratzer auf ihrer rechten Wange, dessen Ursprung sich Ilonie immer noch nicht genau erklären konnte. Überall solche und andere Ware. Manche langweilten sie, bei anderen musste sie den Kopf schütteln, weil sie wahrscheinlich niemals Verwendung dafür finden würde, etwa die Spiegel. Doch auch sehr viele äusserst Interessante Dinge nahm sie in Augenschein - Gute Jagtmesser, Seile, die immer wieder nützlich sein könnten, ziemlich praktisch aussehende Jagtkleidung. Doch jedes Mal, wenn sie nach dem Preis fragte, ging sie gleich wieder.
    Nützliche Ware. Praktische Ware. Teure Ware.
    Seufzend schlenderte Ilonie noch weiter über den Platz. Vieles, was sie gebrauchen könnte, konnte sie sich schlicht und einfach nicht leisten. Geld hatte sie zwar, allerdings eher wenig. Sie benötigte auch nicht viel davon, denn viele Dinge, die Geld benötigten, besorgte sie sich selbst: Nahrung jagte sie, Schlafplätze gab es überall genug. Man musste nur wissen, wie man sich einen guten Platz zulegt. Und manchmal benötigt es warme Decken. Einzig für sauberes Wasser brauchte sie öfter ein paar Batzen, und wenn eine wirklich kalte Nacht bevorstand, übernachtete sie auch mal in einem Gasthof. Das Geld verdiente sie oftmals durch die Jagt, indem sie ihr Fleisch an Metzger oder Privatfamilien verkaufte. In letzter Zeit trauen sich immer weniger Leute in die Wildniss, um sich Fleisch zu besorgen. Dementsprechend waren sie auch bereit, einen höhreren Preis zu bezahlen. Zunächst hatte dies die Serkane noch verwundert, heute versank sie still in Gedanken, wenn sie wieder auf dieses Thema kam. Sie war eine Sinnerin - Eine Sünderin. All die Menschen um sie herum - Sie waren Menschen wie alle anderen. Sie hatten Respekt vor Gaia. Angst vor Gaia. Niemand würde Gaia verletzen wollen, indem man wertvolle Nahrung aus dem Bodne riss oder gar tötete. Ilonie war in Prinzip ein schwarzes Schaf, welches sich als einziges traute, die Herde zu verlassen. Das war sie eigentlich schon immer. Sie war schon damals, in Derya immer jemand gewesen, der sich ausserhalb der Gruppe befand, die Dinge alleine in die Hand nahm. Eigentlich hatte sie sich ja kaum verändert. Bei diesem Gedanken musste die Jägerin schmunzeln. Neunzehn Jahre sind nun vergangen, seit sie das Licht erblickt hatte. Einige Jahre, als sie Derya verliess. Eine weitere Zeitspanne, bei der sie ihre Sünde entdeckte. Und denoch schien sie noch die selbe Person zu sein, wie damals, am Bodensee.
    Das erinnerte sie wieder, warum sie eigentlich hierhergekommen war. Geistesabwesend nuschelte sie in ihrer Hosentasche herum und zog einen Zettel hervor. Die blutroten Augen überflogen rasch die Zeilen.
    An alle Menschen, die es interessieren möge! Als ob sie ein kleiner Mensch wäre, der sich die Haare gefärbt hatte. Unwillkürlich grinste sie, doch es verschwand sogleich wieder von ihrem bleichen Gesicht.
    Der Fürst von Duran bittet um Hilfe, um die mysteriösen Geschehnisse aufzuklären, die unsere Gemeinschaft plagen. Wer dieser Anfrage folgen möchte, der finde sich am XX.XX.XXXX um drei Uhr nachmittags in seiner Residenz ein, um genaueres zu erfahren. Ein weiterer Grund, weshalb sich die Leute nicht mehr ausserhalb ihrer vertrauten Heimat wagten.
    Fürst Wells verspricht allen Helfern eine große Belohnung! Reichtum, Ruhm, Technologie... Solange es in seiner Macht steht soll jeder Wunsch erhört werden! Sie versorgte den Zettel wieder in ihrer Hosentasche. Was interssierte sie Geld? Geld bringt ihr vielleicht Luxus, doch alleine reichte es nicht für ihr Ziel. Ruhm? Was sollte sie damit anfangen, wenn sie berühmt und bekannt wäre? Wer weiss, weche Zukunft aus diesen Eigenschaften wachsen könnte. Nein, all dies war Ilonie egal. Vielleicht hätte sie den Zettel nicht weiter betrachtet, wäre niemals hierhergekommen, hätte sie nicht dieses weitere Wort entdeckt... Technologie. All die Zeit, die sie weit weg von Derya verbrachte, diente einem Zweck: Sie wollte lernen. Medizin. Heilung. Und sie wollte Technologie finden, mit der sie den Typhus hätte heilen können. Damit Gaia niewieder solche Gräueltaten vollbringen kann. Nie. Wie. Der.
    Wenn sie an Technologie käme, die helfen könnte... Ein Schimmern trat in ihre Augen, während sie unbesorgt durch die Menschenmenge schlenderte. Alles, was sie dann noch bräuchte, wäre eine gute Ausbildung. Dann könnte sie all den Menschen helfen, die ebenso erkrankten wie ihre Familie. Die, die darunter leiden. Darunter leiden werden. Vielleicht darunter sterben würden. Welch Meilenstein wäre dies wohl in der Geschichte dieser Welt? Wie viele Menschen könnten dadurch gerettet werden? Welch Retourklatsche wäre dies wohl für Gaia? Wie wundervoll das Klang! Eine Retourklatsche für Gaia! ...
    Ilonie verspürte keinerlei Angst, dass der Erdgott entzürnt werden könnte. Nein, sie verspürte keine Panik bei dem Gedanken, dass alles wieder zerstört werden könnte wie damals. Nein, hier wird sich nichts ändern, nicht durch 'Gottes Hand'. Gaia hat hier überhaupt nichts zu sagen. Gaia hatte hier nichts im Griff. Und wenn doch, dann wäre Ilonie die letzte, die sich den Gesetzen fügen würde. Zu einem solchen Gott beten würde. Irgendwie ihn verehren würde. Ihn überhaupt Gott nennen würde. Nein, vor die Füsse spucken würde sie Gaia am liebsten, um ihren Hass diesem Mörder auszudrücken. Ein Mörder war Gaia, jawohl, ein ungerechter Henker, blind, weil er die ungeschriebenen Gesetze eines falschen Gottes nicht lesen kann!
    Eine feuchte Nase riss die Serkane sanft aus ihrer stillen, ungezeigten Wut. Es war die von Nori, welcher mit einem feuchten Stupser Ilonie wiede rin die Gegenwart riss. Diese blinzelte kurz verwundert und blickte zu ihrem Wegbegleiter hinunter. Gelbe Augen starrten sie an, und auf eine seltsame Weise wirkten sie besorgt. Ilonie lächelte, strich ihrem Halbwolf freundschaftlich über dem Schädel und tätschelte ihn. Dieser kleine Kerl schien eine Gabe zu haben - Irgendwie schien er es zu erkennen, wenn die Serkane den rechten Weg verliess und langsam in einen dunklen Zustand geriet. Wie merkte er dies bloss immer?
    Plötzlich fiel Ilonie die ungesunde Farbe ihres Armes auf, welcher sich rötlich verfärbt hatte - Sie war wohl zu lange in der Sonne gestanden. Ärger huschte über ihr helles Gesicht. Hoffentlich reichte es noch nicht zu einem Sonnebrand... Sie sah sich um. Um das Anwesen der Fürsten erstreckte sich ein hoher Zaun. Hinter seiner Barriere standen einige Bäume, die an manchen Stellen Schatten warfen - Perfekt. Ungezwungen ging sie auf einen solchen schattigen Flecken zu, gefolgt von Nori, welcher lautstark zu hecheln begann, setzte sich am Boden und lehnte sich gegen das kühle Metall. Den Rucksack, welcher die meiste zeit auf ihrem Rücken ruhte, liess sie neben sich am Boden fallen. Etwas verspannt streckte die Serkane ihre Arme gegen den Himmel, liess einige Gelenke knacken und rückte zu einer bequemeren Position heran, als sie ihre Arme wieder senkte. Prüfend blickte sie zur Sonne. Noch ist es nicht spät genug. Der Fürst erwartete sie noch nicht. Es blieb noch genug Zeit für ein verspätetes Mittagessen.
    Vorfreudig öffnete sie ihren Rucksack und nuschelte ein wenig darin herum. Irgendwo hier musste doch noch...
    Da begann Nori plötzlich, laut zu bellen und sprang am Zaun hoch.
    Verwundert sahen einige Passanten zu Nori und dessen 'Frauchen' rüber. Letzere sah sie zuerst kritisch den Halbwolf an, dann hob sie ihren Blick, um einen Blick hinter dem Eisenzaun zu erhaschen. Leider konnte sie nichts sehen, was einen Vierbeiner interessieren könnte. "Was soll, das, Nori?", fragte sie etwas verärgert und packte ihn am linken Ohr. "Aus." Nun ebenfalls wütend, schnappte er spielerisch nach Ilonies Hand, aber er verstummte kurz. Kurz. Gleich danach sprang er wieder den Zaun hoch und kläffte. Neugierig geworden streckte Ilonie ihren Kopf nochmals in die Höhe und schnupperte.
    Da war tatsächlich etwas, und wenn sich die beiden nicht täuschten, war da oben ein Tier.
    Nochmals packte die Serkane den Halbwolf am Ohr. "Okay, da oben ist etwas, ich glaub's dir ja. Aber tu mir den Gefallen und sei nun still." Mit diesen Worten zog sie ein Stück Fleisch - Um genau zus ein, Reh - hervor und wedelte damit herum. "Guten Appetit!" Erfreut schnappte Nori nach dem Happen und legte sich dann endlich ruhig auf den kühlen Boden, um das Festessen gemütlich zu verspeisen. Ilonie nickte zufrieden, zog dann ein Sandwich für sich heraus und biss herzhaft hinein, während sie nochmals ihre Nase in die Luft streckte. Eindeutig - Hinter dem Zaun war etwas, das sie nicht idendifizieren konnte. Es schien ein Tier zu sein, und vermutlich eines, dass ihr bisher unbekannt war. Allerdings war sie sich dabei äusserst unsicher. Aber was könnte das sein?
    Gedankenverloren kaute sie weiter auf ihrem Mittagessen herum, während sie die Leute beobachtete, die vorbeigingen. Manche schauten die Serkane noch immer verwundert an, andere waren in Gespräche oder Geschäfte vertieft und bemerkten sie gar nicht. Es gab ein paar seltsame Gesellen, hier und da, die in der Menge hervorstachen - Durch seltsame Kleidung oder weil es sich nicht um einen Menschen handelte - andere wirkten unauffällig, stereotypisch. Die bluroten Augen wanderten von einer Person zur anderen, ihre Zähne zermalmten Brot, Salat und Fleisch, ihre Nase hatte noch immer den Duft von der anderen seite des Zaunes. Ihre Gedanken waren mal hier, mal dort. Mal bei den Passanten, mal bei der Frage, wie sie wohl an Geld herankommen könnte, um sich wenigstens ein Jagtmesser leisten zu können, dann wieder bei dem sonderbaren Duft, der in der Luft lag. So verstrich langsam die Zeit, ohne, dass Ilonie Notiz davon nahm.


    Offtopic
    Und hiermit wäre Ilonie ebenfalls angekommen und ich entschuldige mich, dass der Post so auf sich warten lassen hat. Denoch will ich an dieser Stelle einfach noch sagen: Auf ein gutes RPG euch allen! Ich freue mich auf eine spannendes RPG mit euch. ^_^
    Das Lied, dass Ilonie anfangs singt, ist Green Garden von Laura Mvula.
    @ Sheewa: Du wurdest entdeckt - Mehr oder weniger. Ja: Die Fährte stammt von dir. Es dir überlassen, wie du reagierst. =)

  • Nach und nach trafen immer mehr Personen im Hof des Anwesens ein. Feija beobachtete diese interessiert und bedauerte schnell, dass scheinbar alle, die sich dort unten versammelten, so verschieden sie auch anmuten mochten, doch nur Erdgebundene waren. Sicher, war es mehr als unwahrscheinlich gewesen, ausgerechnet in einem Dorf aus Eisen andere wie sie zu treffen, aber die Feliarde hätte sich schon gewünscht, mit jemanden, der Klasse besaß, reden zu können. Man konnte nur hoffen, dass unter diesen Kriechern, wie sie persönlich gelegentlich die bemitleidenswerten Erdgebundenen in Gedanken nannte, auch ein oder zwei Personen mit einer gewissen Schönheit waren. Sie wollte ja schließlich nicht mit einem Haufen verratzter Tagelöhner sich an den Auftrag machen und sicherlich war es nicht zu viel verlangt, auf wenigstens eine andere Person mit Nivea und einem ansehnlichen Äußeren zu bestehen.
    Was sie bisher gesehen hatte, konnte ja nur besser werden, auch, wenn sie bisher fast nur männliche Personen erblickt hatte. Dieser Umstand hingegen sagte ihr außerordentlich gut zu. Mit Frauen, die nicht ihrer Rasse angehörten, kam sie aus unerklärlichen Gründen nicht klar. Nun ja, ganz unerklärlich war ihr dieser Umstand nun nicht, immerhin stand außer Frage, dass weibliche Feliarden ausgesprochen gut aussahen und wenn man dich die meisten deren Frauen ansah, die sie bisher in den Dörfern getroffen hatte, konnte man gut verstehen, dass diese eifersüchtig waren. Nicht jede Frau, und schon gar nicht erdgebundene Frauen, waren mit dem geschmeidigen Gang und dem Selbstbewusstsein einer Katze gesegnet. Und nicht nur irgendeiner Katze, denn den Feliarden am nächsten war eindeutig der Baumozelot, der König der Bäume unter den Katzen. Feija wollte aber nicht bestreiten, dass es unter den Erdgeborenen nicht auch die ein oder andere Schönheit gab, ganz im Gegenteil, aber die meisten der Frauen, die Feija als schön eingeschätzt hätte, vergeudeten ihre Reize mit übertriebener Schüchternheit.


    Die Katzenfrau hätte noch stundenlang über die ästhetischen Ansichten der verschiedenen Rassen (Feliarden und Erdgebundene) philosophieren können, aber Miro riss sie aus den Gedanken, indem er schnurrend seinen Kopf an ihrer Schulter rieb. Lächelnd erwiderte sie die Geste und beobachtete weiter die Menschen unter sich. Neben einem Kerl, der, soweit sie es von hier oben erkennen konnte, komplett schwarze Arme hatte, stand nun jemand, bei dem ihr unweigerlich das Wort „Köter“ in den Kopf kam. Na hoffentlich war der Wauwau wenigstens stubenrein und beherrschte wenigstens ein paar menschliche Höflichkeitsformen. Jemanden, der ihr am Hintern herumschnüffelte, konnte sie nun wirklich nicht gebrauchen.
    Dort unten kroch auch etwas herum, das wie eine übergroße, räudige und geradezu schäbige Ratte auf zwei Beinen aussah. Normalerweise hätte Feija an Nagetieren jeglicher Art ein ganz spezielles Interesse gezeigt, aber dieses armselige Etwas war es noch nicht einmal wert, eines Blickes gewürdigt zu werden. Mit einem schmuddeligen Bettler gab sich eine Feliarde nicht ab, es sei denn, sie hatte gute Gründe dafür und momentan hatte sie diese eindeutig nicht.
    Die anderen beiden Männer schienen auf den ersten Blick ganz normal zu sein. Einer hatte eine junge Frau bei sich und trug eigentümliche Kleidung, den anderen begleitete – was der Katzenfrau innerlich ein Stöhnen entlockte – schon wieder so ein Hundevieh, allerdings ein Vierbeiner. War hier irgendwo ein Nest von diesen. Feija hatte nicht wirklich etwas gegen Hunde und deren Artverwandte, allerdings hatten diese Wesen oft die Angewohnheit sehr aufdringlich zu schnüffeln und sich in allem möglichen Dreck zu wälzen, wodurch ihnen meistens ein ziemlich strenger Eigengeruch anhaftete mit dem sie sich angeblich gegenseitig erkannten. Ein sauberer und wohlerzogener Köter hingegen konnte eine ausgesprochen angenehme Gesellschaft darstellen, auch wenn er dennoch den großen Nachteil erdgebunden zu sein, aufwies.


    Ein weiterer Grund, warum die wilde Schönheit erst einmal immer nicht so viel von diesen Wesen hielt war das unsägliche Gekläffe, in welches sie gerne verfielen und der Begleiter dieses blassen Jungens direkt unter Feijas Baum, gab dies auch prompt und in voller Lautstärke zum Besten. Genervt verdrehte die Katzenfrau die Augen. „Köter!“ Miro hingegen schien neugierig zu sein und kletterte den Stamm hinab, um sich auf einen Ast, hoch genug um nicht erreicht werden zu können, aber tief genug, um das Wesen mit dem seltsamen Verhalten begutachten zu können. Feija seufze leise, dann schlich sich aber ein Lächeln auf ihre Lippen, wobei sie kurz ihre katzentypischen Fangzähne zeigte und folgte dem kleinen Urwaldkater. Wie dem Baumozelot bereitete es auch ihr selbst keinerlei Schwierigkeiten, den dicken Stamm kopfüber hinabzuklettern. Eine ausgesprochen nette Eigenschaft, die, bevor es Wesen wie die Feliarden gegeben hatte, außer dem Baumozelot oder Langschwanzkatze, wie sie auch genannt wurden, nur einer einzigen anderen Katzenrasse gegönnt gewesen war.


    Die Katzenfrau hätte es wohl vor niemandem außer ihrem kleinen Begleiter zugegeben, aber die Personen da unten, die ihrer eigenen, luftigen Welt so fremd waren, interessierten sie doch sehr. Sie hatte bisher noch nicht allzu viel Kontakt mit Erdgebundenen gehabt. Warum also nicht die Zeit, bis dieser selbsternannte Fürst endlich zu erscheinen gedachte, nutzen, um ihr noch recht geringes Wissen über diese Menschen etwas aufzubessern. Je nachdem, wie sich die Sache entwickeln würde, würde sie ohnehin mit den hier wartenden Personen zusammenarbeiten. Und als Heilerin war es nur von Vorteil möglichst viel über potentielle Patienten zu wissen.


    Also ließ sie sich noch etwas verdeckt hinter belaubten Zweigen auf einem Ast über Miros Kopf nieder und blickte nach unten. Der gefleckte Kater bemerkte sie natürlich sofort und blickte zu ihr empor, wobei er ein helles Maunzen ausstieß. Na, nun hatten der Vierbeiner und sein Herrchen den Baumozelot sicherlich bemerkt, also versenkte Feija die Krallen in der Rinde des Astes, auf dem sie saß und ließ sich elegant zu ihrem Gefährten hinab. Der Blick aus ihren leicht leuchtenden Augen, die hier im Schatteneines Baumes tiefgrün schimmerten, suchte direkt die roten Seelenspiegeln ihres Gegenübersund versenkten sich in ihnen, während die hübsche Feliarde mit einer Hand beinahe beiläufig die Spitze ihres langen, mehrfarbigen Pferdeschwanzes von der Schulter strich. Mit ihrer goldgelben Haut, der ausgeprägten weiblichen Figur und ihrer knapper Jagdrüstung bildete sie, ohne es geplant zu haben direkt einen besonders starken Kontrast zu dem hellheutigen Menschen dort am Boden. Die einzige Ähnlichkeit, die Feija auf den ersten Blick erkennen konnte, waren die Haare, die bei ihnen beide in mehr als einer Farbe gehalten waren. Aber während die der Katzenfrau halbwegs auf einer Höhe von dem Kastanienbraunen Ansatz zu einem belblichen Beige ausbleichten, um dann in schwarzen Spitzen zu enden, war das helle, blonde Haar des anderen durchgehend von mehreren roten Strähnen durchzogen und wirkte alles andre als gepflegt. Es faszinierte die Feliarde, wie unterschiedlich sie beide doch waren, obgleich sie beide den Menschen angehörten. Ob die Unterscheide wohl nur äußerlich waren, oder sich auch auf ihre Heilungen auswirken würde, konnte sie nicht sagen, aber ihre bisherige Erfahrung mit Erdgebundenen zeigte doch, dass die meisten ihrer Heilerkenntnisse sich nur ohne weiteres oder maximal kleiner Änderungen auf erdgebundene Menschen übertragen ließ.


    Nach dieser, ersten und doch ausgiebigen Musterung breitete sich ein zufriedenes, selbstgefälliges Lächeln auf ihrem Gesicht auf und sie ließ ihren Blick von dem anderen Menschen auf dessen vierbeinigen Gefährten wandern. Dieser war für sie deutlich weniger interessant. Dann hob sie witternd den Kopf ein wenig und blinzelte überrascht. Das Gute daran, dass alle Rassen, so unterschiedlich sie auch schienen doch noch immer alles Menschen waren, war gewiss, dass man einige Dinge einfach auf alle übertragen konnte. Und einzelne, bestimmte Gerüche zählten zweifelsohne dazu, auch wenn Feija sich gewöhnlich mehr auf ihre Augen wie ihren Geruchssinn verließ. Das Schnüffeln überließ sie sonst eher den Kötern, aber trotz allem war diese eine Geruchsnote, die gerade ihr doch ganz brauchbares Näschen gestreift hatte, sehr interessant. Zu interessant, um sie zu ignorieren.


    Aus dem Sitzen heraus stand sie auf dem Ast auf und schnellte in der gleichen Bewegung vom Baum. Geschmeidig landete sie direkt vor dem bleichen Menschen und kam ihm mit dem Gesicht so nahe, dass sich ihre beiden Nasenspitzen fast berührten. Schon zuckte die Katzenfrau wieder zurück und entfernte sich einen guten Schritt von dem anderen, während sie ihn mit selbstgefälligem Lächeln erneut musterte.


    Das Grinsen auf ihrem Gesicht wurde immer breiter und erneut blickte sie ihrem Gegenüber in die Augen. „Flach wie ein Brett!“, sprach sie das offensichtliche aus und ließ den Blick demonstrativ auf der so gut wie nicht vorhandenen Oberweite der anderen ruhen, „Schade, ich hatte schon gedacht, es hier mit einem wirklich niedlichen Mann zu tun zu haben, aber für eine Frau gibst du ja nicht viel her.“ Ein amüsiertes Schnurren klang unüberhörbar in ihrer Stimme mit. Denn dass es sich bei dem Gegenüber um eine Frau handelte, war sie sich inzwischen sicher. Der Augenblick, als sie diesem Milchgesicht nahe gekommen war, hatte ihr die Gewissheit gebracht. Diese Person hatte diesen einen spezifischen, unterschwelligen Geruch, den alle weiblichen und geschlechtsreifen Menschen besaßen und den Feija so gut kannte, da bei ihrer Art die Weibchen eine gewisse Zeit getrennt von den gleichaltrigen Männchen aufgezogen wurden und die jungen Feliarden lernen mussten die anderen so zu unterscheiden.


    OT: Ja.. hihi, zum Glück können die anderen Charas keine Gedanken lesen ^^"


    Liu : Gern^^. Ich hoffe die Handlungen meines Charas, soweit sie deinen betreffen gehen so. Wenn nicht, schreib mich einfach an.
    Und Sry für Feijas Begrüßung. XD

    Öffne die Pforte, durchschreite das Tor und betritt eine Welt, wie du sie dir in deinen kühnsten Träumen vorgestellt hast. Eine Welt, in der Wunder Wirklichkeit und Kinder nie erwachsen werden.
    Doch ohne Hilfe werden die Traumlande schon bald vom Albtraum regiert, den die bösartigen Nachtmahre sind mächtiger als je zuvor.


    Das Abenteuer und der Kampf um die Welt der Träume hat begonnen!
    The endless Night of Dreams

  • Es war ein Tag wie jeder andere für Léon er streifte durch den Dschungel, oder was auch immer diese viel zu weitläufige Ansammlung von Bäumen auch war. Eine Ahnung wo er genau war hatte er nicht, und es stört ihn auch nicht im Geringsten, denn sein Weg war der Richtige er wusste lediglich das Ziel nicht. Auch das er seit gut einem Tag nichts mehr gegessen hatte, spielte für ihn keine so grosse Rolle zu sehr genoss er den Marsch quer durch das Gestrüpp. Seine Rüstung hatte er zu einem Packet verschnürt und wie gewohnt trug er sie über der Schulter. Lediglich sein Schwert hing lose in der dafür vorgesehenen Scheide, und der dicke Pelzmantel bewegte sich leicht im sanften Wind. Er hatte keinen Auftrag, und dementsprechend war es auch nicht nötig es sich nicht bequem zu machen, er mochte es einfach, wenn er seine Umgebung auf sich wirken lassen konnte. Auch wenn er sich nicht wirklich ernsthaft fragte, wohin es ihn verschlagen würde, wartete er doch schon seit ein paar Tagen auf das nächste Zeichen, doch die Götter mussten einen guten Grund haben, weshalb sie ihn warten liessen. Und genau in diesem Moment kam er, die nächste Wegbeschreibung, so flog doch einfach so ein Stück Papier durch die Luft und blieb an seiner Brust hängen. Es war unübersehbar, das nächste Zeichen auf seinem langen Weg. Und darauf stand, das er sich auf den Weg in Richtung Mischira. Auch wenn er keine Ahnung hatte wohin er gehen musste war sein Weg doch klar ersichtlich. Also setzte er seinen Weg in die Richtung fort, aus der der Zettel gekommen war, die höheren Mächte würden ihm schon den Weg zeigen, und ihn als gläubigen schon gar nicht.


    Es dauerte noch gut einen Tag, bis er endlich in dem Dorf ankam, zu seinem Erstaunen, sah er erstaunlich viel Eisen, das bearbeitet wurde. Auch wenn es nicht so widerstandsfähig wie seine Rüstung war, so stellte es als Metall doch einen interessanten Stoff dar. Aber das war auch schon das einzige, was dieses Dorf von den anderen unterschied, wenn man mal von der riesigen Villa und dem viel zu protzigen Zaun mal absah. Auf dem Zettel, den er gefunden hatte, stand aber, dass er genau dahin gehen musste. Er mochte es nicht, denn er konnte keinen Respekt der Natur gegenüber feststellen, und wo kein Respekt war, da war Egoismus, und wo dieser war, war ein Ort, den die Götter unmöglich dulden konnten. Aber es war nun mal nicht an ihm, diese Siedlung zu bestrafen, denn es war nicht seine Aufgabe, diese war viel eher diesen Ort auf seiner Reise zu durchqueren, möglicherweise um seinen Glauben zu testen. Doch diese Prüfung würde er überstehen, wie schon jede vor dieser. So fiel es ihm nicht gerade schwer, jeden Passanten freundlich zu grüssen, denn immerhin war es der Wille der Götter und da er die respektierte, galt das selbe auch für die Bewohner dieses Ortes. Zu seinem Erstaunen hingegen, waren alle so freundlich, das er es nicht als Beleidigung auffassen konnte, sondern lediglich als Desinteresse, was keine direkte Sünde war. Dennoch dauerte der Weg zu der Villa doch erstaunlich lange, so sah die Siedlung von innen doch um einiges grösser aus als von aussen. Dennoch dauerte es viel zu lange für seinen Geschmack, aber eine Prüfung hies nicht so, weil sie einfach war. Doch schliesslich erreichte er den Platz, wo sich schon recht viele spezielle Individuen befanden. Wobei die kleinere Anzahl wirklich Menschen zu sein schienen, und wenn dann liessen sie sich nicht als das identifizieren. Dazu noch so ein viel zu gross gewachsener Wolf der irgendwie in kein wirkliches Schema passte weshalb er sich hier befand, sich dennoch aber mit Jemandem unterhielt, der wie eine Kreuzung von Schlange und Mensch aussah, zumindest den Armen nach. Da war noch eine Katze, der eine gewisse Schönheit nicht abzusprechen war, und sich gerade elegant von ihrem Baum gleiten liess. Und in ein Gespräch mit jemandem, wobei es Léon recht schwer fiel, eindeutig zu identifizieren, welchem Geschlecht die Person angehörte. Er entschied, das den Göttern zu überlassen, immerhin war er lediglich ein Gläubiger und Eindrücke konnten täuschen, das wusste er. Auch noch in der Nähe, war ein etwas, das irgendwie mit viel Fantasie als übergrosse Ratte erkennbar war. Er hatte noch nie so viele verschiedene Rassen auf einem Fleck getroffen, denn meistens war er ehe alleine unterwegs, und auf den Wegen, die er beschritt, wandelte sonst kein normal Sterblicher freiwillig.


    Dennoch sich immernoch fragen, schritt er einfach instinktiv auf die Gruppe mit der Katzenlady zu, er wusste nicht genau wieso, aber er tat es einfach einmal als Göttliche Fügung ab, wie immer. Diese schien gerade ein paar Worte mit dem nicht identifizierbaren Geschlecht zu wechseln. Aus Respekt stellte er sich ein paar Meter davon entfernt hin, und wartete, immerhin gehörte es sich nicht in Gespräche anderer hineinzuplatzen. Als diese dann scheinbar fertig war, hob er die Hand zum Gruss und wandte sich mit einem freundlichen viel zu sorglosen lächeln an die beiden:" Guten Tag, ich bitte um Verzeihung, wenn ich störe, aber ich habe einen Zettel gefunden, auf dem stand, das ich mich in der Residenz des Fürstens einfinden solle. Da ich aber nicht aus dieser Gegend bin, wollte ich fragen, ob jemand von euch die Güte hätte, mir zu sagen, ob ich hier richtig bin." Er konnte nur hoffen, dass die beiden sich ebenfalls höflich verhielten, so war es doch eine Prüfung, und auch wenn er kein Problem damit hätte, diese Dorf von der Sünde zu befreien, sollten die Götter dies vorsehen, so war es nicht gerade seine Lieblingsbeschäftigung mit leerem Magen gegen andere Rassen in den Krieg zu ziehen. Also konnte er nur hoffen, dass diese auch den nötigen Respekt besassen.


    OT: Sorry nochmal, das ich so lange auf mich habe warten lassen. Dennoch hoffe ich auf ein Gutes RPG mit allen, und freue mich hier dabei zu sein.^^