• Na das Nordirland mit Irland wiedervereinigt wird halte ich erstmal für ausgeschlossen, da das ganze auch ein Religiöser und historischer Konflikt ist und der Frieden ist garnicht mal so lange da ( Es gab in den 90ern noch Anschläge der IRA). Denke mal da wird irgendeine Sonderlösung entstehen.


    Was mit Schottland ist mal sehen, denke schon das das ganze nochmal in das Parlament dort kommt, weil sich die Bedingungen geändert haben und wie dann gewählt wird weiss auch keiner.


    Aber Hey, endlich mal ein klares Zeichen nach so langer Zeit, also liebe Briten, wenig herumeiern jetzt und mehr machen. Wer nicht will der muss seinen eigenen Weg gehen und da sollte die EU auch weiterhin hart bleiben.

  • Die Schweiz ist auch nicht in der EU.

    Der Unterschied ist wohl, dass die Schweiz Verträge geschlossen hat, die ihnen gewisse Vorteile gewähren, selbst wenn sie nicht in der EU sind. Der Brexit, so meine letzte Information, wäre wohl ein No-Deal-Brexit, also keine Verträge mit der EU, keine Vorteile, wie sie die Schweizer haben. Also nicht ernsthaft vergleichbar.

    Und das hat jetzt was mit meiner Feststellung zu tun, dass Großbritanniens Wirtschaft den Bach runter gehen wird?

    Das ist, so fair muss man sein, eine Prognose. Sicherlich mit gewissen begründeten Annahmen, aber letztlich sind Prognosen auch eine Abstraktion, da man schwerlich in die Zukunft blicken kann.

  • Die USA wird wohl auch mit GB dann näher zusammenarbeiten. Die USA hat ja dazu schon Interesse gezeigt.

    Was GB nicht wirklich hilft. Die USA wissen genau, dass GB nach dem Brexit viel leichter erpresst werden kann

    Keiner weißt was wirklich passiert. Es gab noch nie Vergleichbares. Noch nie ist ein Land aus der EU ausgetreten. Was wäre wenn GB doch verstärkt aus dieser Sache rauskommt? Wird es dann Nachahmer geben?


    Picollo


    Ja, das wäre mal gut. Dass die EU in dieser Sache hart bleibt. Statt immer den Brexit wieder nach hinten zu verlagern endlich darauf bestehen. Die Briten wollen es so, dann sollen die es so bekommen.


    QueFueMejor


    Zitat von QueFueMejor

    Der Unterschied ist wohl, dass die Schweiz Verträge geschlossen hat, die ihnen gewisse Vorteile gewähren, selbst wenn sie nicht in der EU sind. Der Brexit, so meine letzte Information, wäre wohl ein No-Deal-Brexit, also keine Verträge mit der EU, keine Vorteile, wie sie die Schweizer haben. Also nicht ernsthaft vergleichbar.

    Dann ist das ein Witz. Nie in der EU, aber genießt Vorteile der EU? Das wäre ja Gleiche wenn Vorteile als Nichtmitglied von Vereinen genießen würde, was die Mitglieder nicht haben. Eher sollte man der Schweiz lieber zeigen, dass man in der EU mehr Vorteile als Nachteile hätte. Aber ein No-Deal möchtet Johnson nur wenn es zu keinen Deal kommt. Mit seiner absoluten Mehrheit sollte aber eine Einigung zustande kommen.

  • Edex

    Wieso ist das ein Witz? Es ist völlig okay gewisse Verträge mit der EU zu schließen. Als relevanter Kern der EU wir das demokratische Konstrukt gesehen, über das man sicher trefflich streiten könnte, aber das soll hier nicht der Punkt sein. Die Schweiz hat gewisse wirtschaftliche Vorteile in der EU, macht dafür eigene Zugeständnisse. Das Schengen-Abkommen zur Freizügigkeit wäre ein solches Beispiel. Keinen Zugriff hat die Schweiz auf die Entscheidungsorgane der EU, entsendet keine Politiker, die die RIchtung der EU bestimmen. Sie können eben nicht mitbestimmen, wer die Vorteile der EU genießt.

    Man muss halt auch festhalten, dass die Briten durchaus die Möglichkeit hatten ebenfalls auszuhandeln, welche Zugeständnisse man macht, um Vorteile der EU zu genießen. Offenbar sind die britischen Politiker aber nicht in der Lage entsprechende Verträge auszuhandeln und wollen aber den Brexit so dringend, dass sie lieber ohne Deal, als mit einem guten Deal rausgehen.

  • Edex

    Wieso ist das ein Witz? Es ist völlig okay gewisse Verträge mit der EU zu schließen. Als relevanter Kern der EU wir das demokratische Konstrukt gesehen, über das man sicher trefflich streiten könnte, aber das soll hier nicht der Punkt sein. Die Schweiz hat gewisse wirtschaftliche Vorteile in der EU, macht dafür eigene Zugeständnisse. Das Schengen-Abkommen zur Freizügigkeit wäre ein solches Beispiel. Keinen Zugriff hat die Schweiz auf die Entscheidungsorgane der EU, entsendet keine Politiker, die die RIchtung der EU bestimmen. Sie können eben nicht mitbestimmen, wer die Vorteile der EU genießt.

    Man muss halt auch festhalten, dass die Briten durchaus die Möglichkeit hatten ebenfalls auszuhandeln, welche Zugeständnisse man macht, um Vorteile der EU zu genießen. Offenbar sind die britischen Politiker aber nicht in der Lage entsprechende Verträge auszuhandeln und wollen aber den Brexit so dringend, dass sie lieber ohne Deal, als mit einem guten Deal rausgehen.

    So wie ich dich verstanden habe, soll die Schweiz zurzeit als Nicht-Eu Mitglied Vorzüge gegenüber den anderen EU Mitglieder genießen. Das ist für mich schon ein Witz, weil wer in der EU ist hat viele Bedingungen zu erfüllen um überhaupt den Status als EU Mitglied bekommen zu können.


    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kopenhagener_Kriterien


    Genauer gesagt sind es die Kopenhagener Kriterien, die erfüllt werden müssen.

    Also warum sollte die Schweiz als Nicht EU Mitglied Vorzüge gegenüber anderen EU Mitgliedern genießen?


    Als Nicht EU Mitglied muss man die Verträge neu verhandeln. Es sind dann auch Handelsverträge, wo der Zoll höher liegt. Also die Schweiz zum Beispiel müsste ihre Produkte teurer innerhalb der EU verkaufen müssen als die EU Mitglieder unter sich.

  • Wie bereits gesagt wurde basieren die Verträge zwischen der Schweiz und der EU auf gegenseitigen Zusicherungen, was bedeutet, dass beide Parteien von der jeweils anderen profitieren, eben beispielsweise durch die Personenfreizügigkeit. Die Schweiz "erkauft" sich ihre Vorteile beispielsweise dadurch, dass sie Richtlinien der EU wie das neue Waffenrecht der EU in die eigene Rechtsordnung übernehmen muss, da sonst durch die Guillotinenklausel sämtliche bilateralen Verträge mit der EU dahinfallen könnten.

  • Wie bereits gesagt wurde basieren die Verträge zwischen der Schweiz und der EU auf gegenseitigen Zusicherungen, was bedeutet, dass beide Parteien von der jeweils anderen profitieren, eben beispielsweise durch die Personenfreizügigkeit. Die Schweiz "erkauft" sich ihre Vorteile beispielsweise dadurch, dass sie Richtlinien der EU wie das neue Waffenrecht der EU in die eigene Rechtsordnung übernehmen muss, da sonst durch die Guillotinenklausel sämtliche bilateralen Verträge mit der EU dahinfallen könnten.

    Achso, danke für die Erklärung. Aber wieso möchtet die Schweiz kein EU Mitglied sein?


    https://www.tagesschau.de/ausl…-grossbritannien-123.html


    Schottland plant neues Refernendum. Verfällt Großbritannien?


    Ganz ehrlich, ich fände es besser. So kann Schottland mehr Politik für sich machen und nicht von Westminster regiert werden. Noch besser fände ich wenn Irland wiedervereint wäre.

  • Aber wieso möchtet die Schweiz kein EU Mitglied sein?


    Nun, ähnlich wie im Brexit liess man umgekehrt auch in der Schweiz schon das Volk abstimmen, ob man der EU beitreten will. Nachdem man bereits Anfangs der 90er einen Beitritt zum EWR abgelehnt hatte, scheiterte auch diese Abstimmung mit über 70% Nein-Stimmen. Was die jeweiligen Gründe der Abstimmenden waren kann ich dir natürlich nicht sagen (immerhin liegt das auch schon wieder fast 20 Jahre zurück), die Gegner argumentierten aber öffentlich in erster Linie mit den Bedürfnissen nach Neutralität und Selbstbestimmung, also ähnlich den Argumenten der Pro-Brexit-Fraktion.

  • Nach dieses Wahl bin ich den Gedanken des Brexit`s nicht mehr wirklich abgelehnt. Ich denke das nach all dieser Zeit würde es nicht schaden das die EU sich nicht mehr mit all diesen Unfug rumschlagen muss. Was die Zukunft der Wirtschaft in Großbritannien angeht, bin ich mir sehr sicher sie einen riesigen schaden nehmen wird. Auch wenn die Briten denken das sie die Schweiz 2.0 werden, besteht dazu keine wirkliche Chance. Die Schweiz ist A: Schon immer unabhängig gewesen und B: Hat genauso lange handelbeziehungen mit allen Ländern. Mit den Brexit müssen die Briten alle Handelsverträge neu verhandeln, welche jetzt deutlich schlechter werden, da sie aus einer schwächeren Position verhandeln.

    "We starve, look at one another, short of breath. Walking proudly in our Winter coats. Wearing smells from labortories, facing a dieing nation of moving paper fantasy, listening for the new told lies with supreme vision of lonely tunes"
    Hair, Let the sunshine in

  • Ich bin inzwischen auch in einer Art "Schadensfreuden"-Haltung

    Ich denke mir inzwischen, dass die Briten, da vor allem die älteren Einwohner der Insel den Brexit so hart wollen, ihn auch bekommen sollen.

    Sie werden ja sehen, was sie davon haben, nämlich gar nichts.

    Großbritannien wird dann das Parade-/Negativbeispiel dafür, was mit einem Land geschieht, wenn es "einfach so" aus der EU austritt

  • Was das ganze in erster Linie heißt, ist, dass es wohl eine Spaltung der Union geben wird. Schottland will damit sehr, sehr deutlich raus, wie die Wahlergebnisse der SNP letzte Nacht zeigen.

    Auch wenn Johnson versuchen wird das IndyRef2 zu verhindern ... Ich meine, besser kann er die Schotten auch nicht davon überzeugen, dass Westminster nichts auf ihre Meinung gibt.

  • Aber wieso möchtet die Schweiz kein EU Mitglied sein?


    Nun, ähnlich wie im Brexit liess man umgekehrt auch in der Schweiz schon das Volk abstimmen, ob man der EU beitreten will. Nachdem man bereits Anfangs der 90er einen Beitritt zum EWR abgelehnt hatte, scheiterte auch diese Abstimmung mit über 70% Nein-Stimmen. Was die jeweiligen Gründe der Abstimmenden waren kann ich dir natürlich nicht sagen (immerhin liegt das auch schon wieder fast 20 Jahre zurück), die Gegner argumentierten aber öffentlich in erster Linie mit den Bedürfnissen nach Neutralität und Selbstbestimmung, also ähnlich den Argumenten der Pro-Brexit-Fraktion.

    Ja, das ist mir alles schon klar. So ähnlich hat auch Norwegen gegen die EU abgestimmt. Island zum Beispiel wollte in die EU. Aber die neue Regierung hat alles wieder aufgegeben. Was ich damit sagen wollte ist ja, dass nicht alle der EU beitreten wollen. Als Nächstes werden wohl die Länder aus den Balkan beitreten. Aber was auch schön wäre, wäre Ukraine. Wenn die Ukraine wenigstens in der NATO wäre, das würde denenen gegen die Russenbesetzung und Separatisten helfen.

  • Aber was auch schön wäre, wäre Ukraine. Wenn die Ukraine wenigstens in der NATO wäre, das würde denenen gegen die Russenbesetzung und Separatisten helfen.

    Aktuell ist das Wunschdenken. Russland hat gerade deswegen die Krim annektiert und einen Stellvertreterkrieg im Osten der Ukraine ausgelöst, weil sich das Land immer mehr der EU und Nato annäherte im Zuge der Maidan-Revolution. (Quelle) Auslöser dieser Massenproteste war, kurzgefasst, das Intervernieren Putins, um ein Beitritt des Landes in die EU zu verhindern. Wie sich das ganze letztlich entwickelte, sehen wir ja. Unter diesen Umständen wird es schwer sein für dieses osteuropäisches Land uns beizutreten, sofern sie nicht eine größere militärische Auseinandersetzung mit der Russischen Förderation in Kauf nehmen wollen.


    Ansonsten zum Thema Brexit: RIP UK. Statt als Mitglied der EU Europa mitgestalten zu können, wird Großbritannien höchstwahrscheinlich nicht mehr so Groß oder Vereinigt sein, denn sowohl Nordiren als auch Schotten sind größtenteils Remainer. Es ist auch abzusehen, dass England noch abhängiger von der USA wird, so sieht dann die neue "Unabhängigkeit" aus. Well played, UK, well played.

  • Ist der Brexit jetzt beschlossen?

    Das war er doch in dem Moment, als das Ergebnis der letzten Wahl bekannt wurde

    Ohne einen formellen Austritt ist es nichts entschieden. Die Wahl ist so ausgegangen, dass der Brexit kommen wird, aber mit der Wahl selbst kam nicht der Brexit.


    Blöderweise kann Schottland nicht in der EU bleiben, weil das britische Parlament erst dafür stimmen muss. Das neue Katalonien?

  • Ohne einen formellen Austritt ist es nichts entschieden. Die Wahl ist so ausgegangen, dass der Brexit kommen wird, aber mit der Wahl selbst kam nicht der Brexit.

    Da hast du Recht, aber eine Stimme für die Partei von Boris Johnson war quasi eine Stimme für den Brexit, da nun Johnsons Partei nun genügend Stimmen hat, um den Brexit durchzudrücken



    Blöderweise kann Schottland nicht in der EU bleiben, weil das britische Parlament erst dafür stimmen muss. Das neue Katalonien?

    Abwarten, erst einmal muss das Unabhängigkeitsreferendum der Schotten durchgehen (was sehr wahrscheinlich ist) und dann steht einem Eintritt in die EU nichts mehr im Wege

    Dazu kommen ja noch mögliche Referenden in Nordirland, um eine Wiedervereinigung mit Irland anzustreben