Das Wut- und Trauertopic

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  • Weil ich zum Bildungsbürgertum gehören will.

    Aha, also ist jeder, der eine Ausbildung macht, automatisch ungebildet und gehört zur niederen Bürgerklasse?

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  • Weil ich prinzipiell sehr gerne lerne und lese. Weil‘s ma Spaß macht. Weil mich wenige Ausbildungsberufe reizen, dafür viel mehr Studiengänge. Weil ich zum Bildungsbürgertum gehören will. Weil ich a schicken Doktortitel vor dem Namen haben will und die gesellschaftliche Anerkennung, die damit verbunden ist.

    Spätestens nach de rAussage würde ich eigentlich nichts mehr schreiben wollen, aber dennoch tue ich es. Den genau hier erkennt man welches, aus meienr Sicht, grundsätzliche Problem du hast. Du willst Ansehen (brignt dir bitte was), vernünftiges Geld (dafür muss man nicht zwangsweise studieren) und möglichst wenig tun. Zumindest lese ich das, sofern in den (bayrischen?) Dialekt richtig verstehe.


    Was man leist, du willst studieren weil du unbeingt nen Doktotitel und Ansehen willst, aber glaubst die Fähigkeiten die nötig sind nicht zu besitzen oder besitzt diese nicht. Eine Ausbildung kommt für dich nicht in Frage. Was glaubst du dann für Optionen zu haben? Ich habe nicht studiert, habe "nur" eine Ausbildung gemacht und verdiene genug für eine Wohnung mit Frau (die nebnbei studiert und dadurch auch noch extra Kosten entstehen). Und das ganz ohen Studium, ohne Doktortiel, ohne Ansehen. Und nein, nicht irgendeine fancy Geschäftsidee mit de rich Reich werde, nur ein normaler angestellter Anwendungsentwickler in der IT.


    Mit andere Worten, überdenke deine Ansichten, denke darüber nach was du willst und kannst und mach was sinnvolles. Studieren um des studieren willens bringt dich nicht weiter, vor allem nicht wenn du dich nicht dahinter klemmst.

  • Zitat von Smugmog

    Wie‘s in nicht Asigegenden aussieht weiß i ned, kann nur „G‘schichtn aus‘m Gheddo“ erzählen, die mir und Bekannten passiert sind, die in ähnlichen Verhältnissen aufwachsen mussten. Haben deine Nachbar mal eingekackte Windeln vom Balkon einfach auf den Trottoir geschmissen, weil sie zu faul waren, sie zum Müllcontainer zu bringen? Bin damals auf dem Nachhauseweg immer an vollen Windeln vorbeigelaufen eine Weile, fun times...

    Lol und ich hab SchulkollegInnen mit einem Haufen Kohle gehabt und deren Familien waren auch echt nicht immer "feinen Leute", nur weil sie sich nicht aktiv assi benommen haben und nach außen hin gut dastehen wollten.

    Ich bin zwar in Wien in einem "Reichenbezirk" aufgewachsen, aber nicht in einem Teil davon, sondern in einem Gemeindeau. Das Haus sieht aus, als hätte es einen Krieg gegeben und als hätte niemand mehr die Löcher zugespachtelt lol.


    Zitat von Smugmog

    Weil ich prinzipiell sehr gerne lerne und lese. Weil‘s ma Spaß macht. Weil mich wenige Ausbildungsberufe reizen, dafür viel mehr Studiengänge. Weil ich zum Bildungsbürgertum gehören will. Weil ich a schicken Doktortitel vor dem Namen haben will und die gesellschaftliche Anerkennung, die damit verbunden ist.

    Ich meine, ich weiß schon, dass Österreicher titelgeil sind, aber die besonders Titelgeilen sind Großteils am Aussterben. Literally. Das sind hauptsächlich alte Leute. Du wirst nun nicht die Anerkennung erhalten, die du dir erhoffst.


    Das Schöne am Studieren ist, dass du dir deine Zeit frei einteilen kannst und daneben auch einen Nebenjob haben kannst, wenn es die Pflichtveranstaltungen erlauben. So gehst du halt nicht von 8-18 Uhr in einem Büro zu Grunde, wenn du nicht der Mensch dazu bist.


    Zitat von Smugmog

    Nur ein ganz normales Mittelschicht/obere Mittelschicht-Dasein würde mich begnügen, also Wohnung in einer sauberen, sozialen Gegend, genug Essen im Bauch und im Kühlschrank und keine stetige, nie enden wollende Geldnot. Hin und wieder mal etwas Luxus oder was Ausgefallenes.

    Mit Sprachwissenschaften verdient man aber oft nicht gut genug für obere Mittelschicht. ^^" Ein Tausender oder etwas mehr ist aber für den Anfang nach dem Studium schon drinnen.

    Wie gesagt, solange du keine Kinder hast, kann es sich gut damit leben lassen. Also zumindest musst du keinen Hunger leiden und kannst dir gar nichts gönnen.


    Zitat von Smugmog

    Also einen Job und einen Nebenjob? Kriegt man sowas denn geschaukelt und hat dann noch Zeit, sich um den Haushalt zu kümmern? Und Miete ist ja auch noch nicht alles, man muss ja noch einkaufen und sowas. Und neben 20-30 Stunden Job studieren? Puh, wie kriegt ihr das alle hin, ich trau mir sowas nicht zu :sad:

    Wenn Sicht Job und Vorlesungszeiten überschneiden, geht ihr dann einfach nich in die Vorlesungen und holt das irgendwo nach? Hob welche gekannt, die das so gemacht haben, aber mir wär‘s zu riskant, um ehrlich zu sein :/

    Nur eines. ^^" ich meine, wenn du nach deinem Bachelor keine Stelle findest, musst du daweil auf etwas anderes umsatteln.


    Bitte jemanden dir die Vorlesung aufzunehmen. Pflichtseminare und Labore sind eher das Problem, dass die sich mit dem Job überschneiden.


    Zitat von Smugmog

    Show must go on. Ich will nicht wieder ein Jahr daheim hocken und auf „Selbstfindungsphase“ gehen. Ich darad ganz gerne zumindest mal nen Bachelor ham, bevor ich 30 bin und solange meine Großeltern noch leben und es mitbekommen, damit sie nicht in Sorge um mich diese Welt verlassen.

    Versteh ich sehr gut, wenn man zu viel am Daheimhocken ist, kann das auch eine Depression zu grunde liegen, just sayin. Muss nicht, aber kann.


    Mit Bachelor hast du vielleicht auch noch dieselben Sorgen wie zuvor. ^^"


    Das stimmt alles, aber auf der sozialen Ebene findet man bei Mitstudenten, ich meine die sich auch dafür interessieren, eher Leute, mit denen man gut auskommen kann, als bei "ich will nur Geld und Bildung ist mir egal"-Menschen. Natürlich gibt es auch solche Studenten, aber die wurden von Mama und Papa hingeschickt. Diese Art von Leuten regen mich schnell auf, auch weil sie naja... manche von ihnen recht dämliche Ansichten haben und sehr einfache Denkmuster, dass ich mit ihnen persönlich dann wenig anfangen kann. Man kommt schon besser mit anderen Leuten aus, die akademisch und an Wissen und Fortbildung generell interessiert sind. Selbst wenn sie nicht studieren.

  • Arrior

    Das ist ne kulturelle und auch familiengeschichtliche Sache. Kulturell, weil meine Familie, bevor sie hierher kamen, in einem Umfeld gewohnt haben, wo solche Ansichten halt tatsächlich vorherrschten und mir auch mitgegeben wurden. Wie es jetzt dort ist, weiß ich nicht. Aber Bildung war in den Kreisen, in denen sie aufwuchsen, das höchste Gut überhaupt. Familiengeschichtlich hängt damit zusammen:

    Ausnahmslos alle meine Familienmitglieder, oder zumindest die, die ich kenne, sind Akademiker. Es ist eine ungeschriebene Regel, dass man studiert, das wurde von meinen Großeltern erwartet, von meinen Eltern und jetzt von meinen Cousins, Cousinen und mir. Alles, was unter Hochschulabschluss ist, wird nicht akzeptiert. Als ich mal bei einem Familienabend die Möglichkeit einer Ausbildung angesprochen habe, haben die mich angesehen, als wärn mir Hörner gewachsen. Zitat (übersetzt):

    „Du bist doch intelligent, Ausbildung ist für die, die nicht die Fähigkeiten für ein Studium haben, nimm ihnen nicht die Plätze weg und mach das, wozu du die Fähigkeiten hast.“

    Hat auch wohl was mit unseren jüdischen Wurzeln zu tun (ich bin Halbe-Halbe, jüdischer Pa und nicht jüdische Ma) ich weiß von anderen jungen Menschen aus jüdischen oder jüdisch geprägten Familien, dass sie auch sehr auf Bildung/Hochschule gedrillt worden sind. Ausbildungsberufe wurden in meiner Familie immer als „niedriger“ und die schlechte Option angesehen.

    Als ich klein war und wieder eine 3 in einem Fach, in dem ich Probleme hatte, von der Grundschule mit nach Hause brachte, sagte meine Mutter mir: „Nochmal eine 3 und du wirst bereuen, dass du geboren wurdest.“ ich war damals 9 oder so. Ich muss meine Ma an dieser Stelle in Schutz nehmen und sagen, dass sie selbst dadurch, dass mein Pa zu dem Zeitpunkt Psychosen entwickelte, stark gelitten hatte und deswegen wohl öfter überreagiert hatte auf viele Dinge. Aber dieses Beispiel zeigt halt, wie es bei uns so ablief. Deswegen kann ich mir einfach nichts anderes als ein Studium vorstellen, es geht nicht anders, ich brauche mindestens nen Master, anders werde ich nie mir selbst zufrieden sein, mich nie gut genug fühlen und glücklich leben können. Das mag für eich jetzt befremdlich oder dumm klingen, ist aber halt so.


    SecretOssi

    Oida was soll das denn heißen „möglichst wenig tun“? Ich weiß halt um meine Fähigkeiten, ich weiß, dass ich auf mathematisch-nawi Ebene a Lusche bin, da ich genug Selbstreflexion habe, mein Können und Nicht-Können realistisch abzuschätzen. Deswegen schaue ich mich halt nach anderen Studiengängen um, die mit meinen Talenten übereinstimmen, verstehst du? Nen Doktor kann man auch in nicht MINT Sachen schreiben. Und in den Sachen, in denen ich gut bin, strenge ich mich auch an und arbeite hart, vielen Dank auch 😤


    „Was glaubst du dann für Optionen zu haben?“


    Folgende:

    1. Ich studiere ein Fach, das mich leidenschaftlich interessiert und für das ich eine Begabung habe, wie Germanistik oder Literaturwissenschaften oder Philosophie


    Vorteil: Ich kann das tun, was mich wirklich interessiert und habe Spaß


    Nachteil: Schwer, damit einen Job zu bekommen, von dem man leben und die Familie unterstützen kann


    2. Ich studiere wieder Translation/Dolmetschen


    Vorteil: Ein Studium, was sowohl mit etwas, was mir gefällt zu tun hat (Sprachen) als auch ganz gute Berufschancen hat


    Nachteil: Nicht so ganz das, was mein Herz höher schlagen lässt, Familie wird mich schief ansehen, weil ich wieder ein Studium aufnehme, das ich vor einem Jahr noch liegen gelassen habe


    3. Option


    Vorteile und Nachteile sollten klar sein.

    Über ein Leben im Kloster habe ich sogar auch schon ernsthaft nachgedacht, ich wäre sogar voll der Typ dafür, nur wäre dann sowohl die Männer als auch die Frauenwelt für immer verschlossen für mich und das kann ich leider nicht in Kauf nehmen 😔


    Nun überlege ich mir also, welche von den folgenden Optionen, am besten für mich wäre und hänge bis jetzt an Nummer 2.


    Und ich versteh ned, warum kriegen so viele Leute a Auschraschder, wenn man sagt, dass man gern a weng Ansehen hätte? Wo liegt das Problem? Also jedesmal, wenn ich außerhalb der Familie/des Kulturkreises sage „so bissl angesehen zu werden wäre doch a schöne Sache“ wird man direkt stumpf angesehen und es kommen Fragen wie „Äh, was bringt dir das? Was hast du davon?“


    Ich sag doch nicht, dass ich in liebesgeschwängerten Blicken baden will und mich feiern lassen will wie der Sonnenkönig. Nur ein kleines Krümelchen vom süßen Kuchen um das Ego zu streicheln, nachdem ich mein ganzes Leben lang auf einer Müllhalde habe leben müssen, ist es denn zu viel verlangt :/?

  • Deswegen kann ich mir einfach nichts anderes als ein Studium vorstellen, es geht nicht anders, ich brauche mindestens nen Master, anders werde ich nie mir selbst zufrieden sein, mich nie gut genug fühlen und glücklich leben können. Das mag für eich jetzt befremdlich oder dumm klingen, ist aber halt so.

    Und dann lieber studieren, wo du jetzt schon total unmotiviert und unglücklich bist, und dann einen Abschluss haben (mit dem du dann erst einmal einen Job finden musst) und dann einen JOb haben, der dir keinen Spaß macht, aber Hauptsache einen "Doktortitel" und eine "Anerkennung" der Gesellschaft, die heutzutage nicht mehr existiert?


    Ich sag doch nicht, dass ich in liebesgeschwängerten Blicken baden will und mich feiern lassen will wie der Sonnenkönig.

    Doch, genau das sagtest du

    Weil ich a schicken Doktortitel vor dem Namen haben will und die gesellschaftliche Anerkennung, die damit verbunden ist.


    Nur ein kleines Krümelchen vom süßen Kuchen um das Ego zu streicheln, nachdem ich mein ganzes Leben lang auf einer Müllhalde habe leben müssen, ist es denn zu viel verlangt :/

    Geld, irgendein Titel und die "Anerkennung" der Gesellschaft wird dich auch nicht glücklich machen.

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  • Sorry, ich sehe es wie arrior.

    Egal welcher Studiengang: du hast was daran zu mäkeln. Zu viel Medizin, zu viel Mathe, zu wenig Jobs...

    Das Leben besteht nun mal aus Hindernissen und Scheitern. Und manchmal aus auch Verachtung durch liebgewonnene Personen wie die eigenen Eltern.


    Eine Ausbildung ist keine Sackgasse. Das wäre erst mal etwas handfestes, damit du auch mal eigenes Geld Verdienst. Aus der fertigen Ausbildung heraus kann man immer noch studieren. Ich kenne genug Ärzte, die erstmal Ausbildungen in andere medizinische Berufe hatten bevor sie studierten... Und das sind jetzt mit unter die besten Ärzte... oft besser als die reinen studierten. Ich kenne eine bankkauffrau, die auf soziales studiert und nebenjobs und einem bestimmten Bereich gemacht - und nun ein fast sechsstelliges jahresgehalt verdient. netto.

    Mein eigener Freund hat sein informatikstudium versemmelt, hat sich mit nem verhassten Nebenjob über Wasser gehalten und "darf" inzwischen mehr Sozialabgaben und Lohnsteuer zahlen als ich brutto verdiene.


    Allerdings hatten die auch gesünder Einstellungen als du:

    Scheitern ist ein weg noch besser zu werden.

    Dinge, die man nicht kann, muss man ausgleichen.

    Dinge, dienlangweilig sind, muss männlich spannend machen.

    Keine scheuklappen aufhaben und auch Umwege machen um zum Ziel zu kommen.

  • Sorry, ich sehe es wie arrior.

    Egal welcher Studiengang: du hast was daran zu mäkeln. Zu viel Medizin, zu viel Mathe, zu wenig Jobs...

    Das Leben besteht nun mal aus Hindernissen und Scheitern. Und manchmal aus auch Verachtung durch liebgewonnene Personen wie die eigenen Eltern.

    Es ist aber gut sowas im Vorhinein zu wissen. Weißt du wie viele Biologie beginnen und sich dann auf Zoologie spezialisieren, weil sie "Tiere mögen" und dann kommt vieles auf die "ich mag Tiere so gern"-Menschen zu, mit dem sie nicht gerechnet haben. Mathe, noch mehr Mathe. Mathe in der Neurobiologie, Mathe in der Genetik, Mathe in... und ich hab mir gedacht Laborarbeit schaff ich schon... eben nicht.

    Redet bloß nicht Leute ein, die kein Mathe können, dass sie sich noch mehr anstrengen müssen. So funktioniert das nicht. Bis zum Abitur schafft man es so allemal, mit Schwierigkeiten, aber darüber hinaus wird es sehr schwierig. ^^"


    Smugmog

    Am Ende sollst du aber selbst zufrieden sein und nicht für deine Eltern etwas tun. Klar ist es immer schöner, wenn die auch zufrieden oder einverstanden sind, aber die müssen ja auch nicht dein Leben leben.

    Und an einem Studium muss schon wirkliches Interesse vorhanden sein. Ich kann das schon verstehen, dass ein Master einen glücklich macht, aber nicht für die Familie.


    Zitat von Smugmog

    Und ich versteh ned, warum kriegen so viele Leute a Auschraschder, wenn man sagt, dass man gern a weng Ansehen hätte? Wo liegt das Problem? Also jedesmal, wenn ich außerhalb der Familie/des Kulturkreises sage „so bissl angesehen zu werden wäre doch a schöne Sache“ wird man direkt stumpf angesehen und es kommen Fragen wie „Äh, was bringt dir das? Was hast du davon?“


    Ich sag doch nicht, dass ich in liebesgeschwängerten Blicken baden will und mich feiern lassen will wie der Sonnenkönig. Nur ein kleines Krümelchen vom süßen Kuchen um das Ego zu streicheln, nachdem ich mein ganzes Leben lang auf einer Müllhalde habe leben müssen, ist es denn zu viel verlangt :/?

    Weil du eben hier das wiedergibst, was man familär von dir seit Ewigkeiten verlangt und weil der Kuchen vielleicht nicht so süß ist, wie du ihn dir vorstellst.

  • Arrior

    Na, so viel Ansehen nun auch wieder nicht, auf einer Ansehensskala von 0-10 will ich, sagen wir, eine 3,5-4. Also nur ein bisschen!


    Und Boyyyy: „Geld wird dich nicht glücklich machen“ ist wohl DIE größte Lüge der Geschichte der Menschheit 😂. Das ist das, was die Armen (so wie ich) zu sich selbst sagen, um sich nicht schlecht zu fühlen und was die Reichen ZU den Armen sagen, damit diese sie nicht mit Fackel und Mistgabel durch die Straßen zerren und zum Schafott tragen, dir sag ich‘s. Nur Geld allein macht vielleicht nicht glücklich, aber man braucht Geld, um glücklich zu sein, ist halt so. Und warum glaubst du, dass ein Titel oder Anerkennung mich nicht glücklich macht? Jeder hat subjektive Vorstellungen vom Glück. Wenn jemand sagt, die Liebe seines Lebens zu finden oder Menschen zu helfen wird ihn glücklich machen, dann wird es als gut und schön und edel angesehen. Aber wenn man sagt: mein Glück wäre ein schöner Titel vor dem Namen, Anerkennung und a weng mehr Taschengeld, dann erntet man giftige Blicke und wird für arrogant, unsympathisch etc... gehalten. Und man bekommt gesagt, dass diese Dinge einen nie glücklich machen werden...wieso? Manche von uns sind halt bisschen materialistischer veranlagt. Manche sehen ihr Glück eben in solchen Sachen. Manche wollen a kloan weng mehr. Was ist an diesen Zielen so schlecht?


    Was glaubst du denn, was mich glücklich machen wird? Und warum bist du dir so sicher, dass der Titel es nicht tun wird? 🤔


    Und es ist auch nicht so, dass mir das Übersetzen ÜBERHAUPT koan Spaß gemacht hat und mich unglücklich machte. Es war ganz nett und ich war auch gut darin. Ich habe es abgebrochen, weil ich dachte „Ach was ist schon ein Übersetzer, ein Notar, das hat Klasse! Und man verdient besser!“... und hab halt die erste Prüfung im Bürgerlichen Recht direkt anne Wand gefahren. Wie gesagt, eine Strafe Gottes 😂


    YnevaWolf

    Ich denke auch schon, dass du recht hast. Ich habe wirklich nie gelernt, mit Versagen klar zu kommen, ohne einen Zusammenbruch zu erleiden und lethargisch zu werden. Diese Scheuklappen sind tatsächlich sehr störend und ich werde wohl wieder dieses Jahr einen Seelendoktor aufsuchen, ich hab das nötig denke ich. Von meinem letzten hob ich mich verabschieden müssen, weil ich wieder umgezogen bin.


    Die Beispiele die du nennst sind auch sehr interessant, aber ich gebe offen zu, ich bin sehr feige was das betrifft, denn sich auf eine Ausbildung einzulassen würde bedeuten, gegen den Wunsch der Familie zu gehen und die Sippe ist bei uns an 1# Stelle. Ich kriege jetzt schon Anrufe, Mails, Skype und What’s App Nachrichten von allen möglichen Onkeln und Tanten aus Russland, Uzbekistan, Kasachstan, etc etc die mich fragen was los ist:help: und sich wundern warum ich wieder aufgehört habe und nicht mehr studiere. Meine Oma wird auch angerufen und es wird gefragt, was denn mit „dem Mädchen“ los sei, was mit dem Studium sei (ja, wir sind eine ziemlich große Familie, in der trotzdem jeder jeden auf wundersame Weise kennt, fml...)

    Die sind jetzt schon gehörig am rotieren, jetzt stellt eich mal vor, was passiert, wenn ich ne Ausbildung anfange und nicht weiter studieren gehe wie jeder andere in der Familie, puuuh...

    Ich komme schon gegen meine Ma alleine nicht an, ich bin 22 und trotzdem kann ich ihr nie widersprechen, wenn sie was sagt oder verlangt, ich weiß nicht, wie ich mit der gesamten Verwandtschaft fertig werden sollte.

    Das macht ein wenig Druck, wenn‘s verstehst.

  • Na, so viel Ansehen nun auch wieder nicht, auf einer Ansehensskala von 0-10 will ich, sagen wir, eine 3,5-4. Also nur ein bisschen!

    Und warum ist er dir dann so wichtig? :verwirrt:


    Was glaubst du denn, was mich glücklich machen wird? Und warum bist du dir so sicher, dass der Titel es nicht tun wird? 🤔

    Weil diese Vorstellung vom Glück einzig und allein durch dein familiäres Umfeld geprägt ist.

    Die einzigen, die du durch so einen Titel glücklich machen würdest, wären die Mitglieder deiner Familie, und nachdem, was du hier schon so erzählt hast, mögen die dich wegen deiner Transsexualität sowieso nicht

    Wenn man nur etwas macht, wovon andere sagen "Das wird dich glücklich machen" "Ohne das bist du nichts (wert)", dann hat man am Ende davon nichts.

    Mach das, worauf du Lust hast, worin du gut bist.
    Und nicht das, was am meisten Geld und/oder Anerkennung verspricht

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  • Und Boyyyy: „Geld wird dich nicht glücklich machen“ ist wohl DIE größte Lüge der Geschichte der Menschheit 😂. Das ist das, was die Armen (so wie ich) zu sich selbst sagen, um sich nicht schlecht zu fühlen und was die Reichen ZU den Armen sagen, damit diese sie nicht mit Fackel und Mistgabel durch die Straßen zerren und zum Schafott tragen, dir sag ich‘s. Nur Geld allein macht vielleicht nicht glücklich, aber man braucht Geld, um glücklich zu sein, ist halt so.

    Ja und nein. Also klar, finanzielle Sorgen zu haben ist absolut scheiße, und sicher, wenn man SO gut verdient, dass man nen Scheiß Job nur ein paar Jahre machen muss, bis man effektiv so viel angespart hat, dass man sich absetzen kann, ist es den Job vielleicht wirklich wert. Aber, ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen, das ist - und das sage ich dir als jemand, der mal in einer sehr ähnlichen Lage wie du gewesen ist - nicht das, was du brauchst. Du machst auf mich den Eindruck, dass du sehr viele Probleme im Leben hast, ist ja immerhin auch nicht der erste Beitrag, den du hier schreibst, und eine "quick fix solution" ala "ich finde einen Job, der mir Spaß, Anerkennung, und "viel" Geld bringt!" wird das nicht alles bewältigen. Ich hab im Juli deinen Beitrag gelesen, in dem es darum ging, dass du gerne Hormontherapie und so beginnen würdest. Ich meine - good for you. Aber auch im Juli hatte ich dezent die Sorge, dass du denkst, dass dich "das richtige Geschlecht zu haben" endlich glücklich macht. Und hier wirkt es irgendwie nicht anders. Deswegen würde ich an deiner Stelle vielleicht erstmal deine mentale Gesundheit an oberste Stelle setzen. Denn no offense, again, aber als instabiler, kranker Mensch ohne Strategien und Hilfsoptionen, geht dir schnell die Puste aus. Da kommt nur in einem neuen Studium mal viel Stress durch Prüfungen, es ist ein Thema, das dir quasi absolut keine Freude bereitet, und du hast quasi null Motivation, gehst kaum noch raus etc etc. Insofern - mein ganz ehrlicher Rat wäre: such dir bitte in einem angemessenen Rahmen psychologische und/oder psychiatrische Hilfe. Es gibt von verschiedenen Trägern auch Maßnahmen, die mit Leuten im Bezug auf Schule und Arbeit zusammenarbeiten, du musst dich halt einfach mal selbst informieren.

    Und warum glaubst du, dass ein Titel oder Anerkennung mich nicht glücklich macht? Jeder hat subjektive Vorstellungen vom Glück. Wenn jemand sagt, die Liebe seines Lebens zu finden oder Menschen zu helfen wird ihn glücklich machen, dann wird es als gut und schön und edel angesehen. Aber wenn man sagt: mein Glück wäre ein schöner Titel vor dem Namen, Anerkennung und a weng mehr Taschengeld, dann erntet man giftige Blicke und wird für arrogant, unsympathisch etc... gehalten.

    Ein Titel wird dich nicht über eine zerrüttete Familie, eine beschissene und lieblose Beziehung, den Verlust eines Kindes oder Partners oder sonst was hinwegtrösten. Klar pusht es vielleicht dein Ego, aber wie ich schon weiter oben sagte - Probleme, die du jetzt aktuell in deinem Leben und in deinen Beziehungen zu allen Menschen um dich herum hast, verschwinden dadurch nicht. Schön wärs. Einfach jeder n gut bezahlten Job finden, und niemand ist mehr depressiv und einsam, haha.

    Ich komme schon gegen meine Ma alleine nicht an, ich bin 22 und trotzdem kann ich ihr nie widersprechen, wenn sie was sagt oder verlangt, ich weiß nicht, wie ich mit der gesamten Verwandtschaft fertig werden sollte.

    Das macht ein wenig Druck, wenn‘s verstehst.

    Hast du mit deiner Mutter mal ein ernsthaftes, offenes Gespräch geführt, bei dem du ihr deine aktuelle Situation schilderst und wie du dich fühlst?


    Ansonsten - mal n ganz dicker Realitycheck an generell jeden hier im Topic und vor allem für dich. Die meisten von uns machen keine Karriere, die meisten von uns haben einen Job oder werden mal einen Job haben. Gerade Geisteswissenschaften, wie Philosophie, sind von einer schier unendlichen Menge an Interessenten umschwärmt, und man muss schon echt Talent, Hingabe und Kontakte haben, um in der Richtung vielleicht mal irgendwas als "Karriere" machen zu können. Selbiges gilt auch für Sprachen oder Literatur. Das sind Dinge - und ja, ich interessiere mich dafür auch, deswegen weiß ich darum - die im Grunde nur zu wenigen Dingen "taugen". Dolmetscher und sowas mag eine Ausnahme sein. Aber um an Literatur, Sprachgefühl oder philosophischem Grundwissen Profit machen zu können, muss man schon echt talentiert und revolutionär sein. Und das sind die aller, aller, allerwenigsten.

  • Ich find's zwar nice ignoriert zu werden, aber wayne. xD Vielleicht hilft es jemand anderen: Man kann auch ein Fernstudien abschließen und zahlt dann eben pro Semester, was auch nicht anders ist, als wenn du auf der staatlichen Uni die Mindeststudienzeit überschreitest. Muss mich erstmal erkundigen wie scammig das ist, aber solange du (staatlich) studierst, kriegst du auch keine Fortbildungskurse vom Staat für deine Arbeit oä.,wenn du mal benötigen solltest, Sozialhilfe und Krankenkasse.


    Ansonsten kann ich solch eine Hörigkeit nicht verstehen. Ich hatte auch mal eine chinesische Mitstudentin, die wurde nach den Vorlesungen manchmal von ihrem Vater abgeholt, um zu überprüfen, ob sie da war und ob sie einen Freund hat. Wir haben mit ihr geredet und sie meinte damals ebenfalls: "Ich bin doch erst(!) 23 und er ist doch mein Vater, da kann ich nicht widersprechen." Wtf.

    Und bei einer türkischen Kollegin hat sich die ganze Familie aus der Türkei beschwert, dass sie Pharmazie statt Medizin macht.

    Ein Freund aus der Türkei ist für die Familie tot, weil er schwul ist und einen deutschen Freund hat. Also nicht seine Eltern, die sind super, aber die weite Familie. Was ihm egal wäre, würden die nicht ihn und seine Eltern mit Nachrichten bombadieren. Sein Vater ist für seinen Bruder, also Onkel meines Kumpels, genauso tot.


    Dass dann manche einfach den Kopf senken (no ofense), ist etwas, das ich nicht verstehe.

    Oder allgemein dieser Umgang mit den Eltern. Ich hab meiner Mutter auch schon paar mal im Streit gesagt, dass sie eine Ziege ist und einiges viel Persönlicheres. Und sie wollte mich (wohl unbewusst, sie sagt immer es wär nicht so und so wenig Einblick wie sie hat, glaubt sie sich das wohl auch selbst) auch oft kleinhalten, weil sie sonst niemanden wirklich hat und solchen Leuten gefällt es, wenn andere auf sie angewiesen wären, aber ich lass mir das nicht wirklich bieten.

    Und dann gibt es da Leute, die denken es gehöre sich so von ihrer Familie etwas aufdiktieren zu lassen, aber Kultur entschuldigt auch keinen Kontrollwahn oä.

    Aber auch Österreicher, da werden Leute in Zweige gezwungen, die ihnen gar nicht liegen, weil der Vater auch Arzt ist.


    Zitat

    Und Boyyyy: „Geld wird dich nicht glücklich machen“ ist wohl DIE größte Lüge der Geschichte der Menschheit 😂. Das ist das, was die Armen (so wie ich) zu sich selbst sagen, um sich nicht schlecht zu fühlen und was die Reichen ZU den Armen sagen, damit diese sie nicht mit Fackel und Mistgabel durch die Straßen zerren und zum Schafott tragen, dir sag ich‘s. Nur Geld allein macht vielleicht nicht glücklich, aber man braucht Geld, um glücklich zu sein, ist halt so. Und warum glaubst du, dass ein Titel oder Anerkennung mich nicht glücklich macht? Jeder hat subjektive Vorstellungen vom Glück. Wenn jemand sagt, die Liebe seines Lebens zu finden oder Menschen zu helfen wird ihn glücklich machen, dann wird es als gut und schön und edel angesehen. Aber wenn man sagt: mein Glück wäre ein schöner Titel vor dem Namen, Anerkennung und a weng mehr Taschengeld, dann erntet man giftige Blicke und wird für arrogant, unsympathisch etc... gehalten. Und man bekommt gesagt, dass diese Dinge einen nie glücklich machen werden...wieso? Manche von uns sind halt bisschen materialistischer veranlagt. Manche sehen ihr Glück eben in solchen Sachen. Manche wollen a kloan weng mehr. Was ist an diesen Zielen so schlecht?

    Sicher braucht man genügend Geld, um nicht unter Existenzängsten zu leiden. Das weiß ich auch sehr gut und du bist hier nicht der Einzige, der sowas in die Richtung erlebt hat.

    Es geht auch nicht um "Materialismus" ist immer schlecht, sondern eben reiner Materialismus. Er fällt auch später auf dich zurück.


    Außerdem werden es viele Menschen merken, ob du nur einen Titel vor dir herträgst, oder ob dir dein Feld wirklich persönlich etwas bedeutet.

    Gerade Kollegen aus deinem Feld werden oft genau die gegenteilige Reaktionen von denen zeigen, die du dir wünscht. Gerade Wissenschaften, wie auch Kunst oder Pädagogik, sind etwas, das ist die Leidenschaft und Lebensinhalt deiner Profs und späteren Kollegen.

    Ich hab Profs, die gehen so sehr in der Psychologie/Neuro auf, denen ist ihr Titel sicherlich egal. Wenn du bloß einen Titel haben wolltest, merkt man das in solchen Kreisen sehr deutlich.


    Außerdem hast du wohl einen sehr klischeehaften und einseitigen Blick hier auf "die Reichen" lol

  • Na, so viel Ansehen nun auch wieder nicht, auf einer Ansehensskala von 0-10 will ich, sagen wir, eine 3,5-4. Also nur ein bisschen!

    Dass du das überhaupt versuchst anhand von Zahlen fest zu machen sagt schon einiges aus^^

    Und Boyyyy: „Geld wird dich nicht glücklich machen“ ist wohl DIE größte Lüge der Geschichte der Menschheit 😂

    In der Regel sagen die Leute ja auch nicht "Geld wird dich nicht glücklich machen" sondern "Geld ALLEIN wird dich nicht glücklich machen" und das stimmt nunmal... Und wenn du Millionen mit deinem Job verdienst.. Es gibt nix schlimmeres als eine Arbeit bei der man sich jeden Morgen aufs neue überlegt ob man nicht krank machen sollte.


    Es ist grundsätzlich voll daneben, wie sehr du überhaupt in deine Lebensplanung mit einfließen lässt, was andere davon halten.

    Gegen ein bisschen (oder auch richtig viel) Ansehen ist ja überhaupt nichts zu sagen, wenn es aus einem Job heraus entsteht, für den du brennst und in dem du richtig gut bist.. Aber sich auf der Basis zu entscheiden ist doch quatsch.. Ja.. ich verstehe wenn jemand sagt, mein großes Lebensziel ist jetzt nicht unbedingt Kassierer im Edeka.. Aber da sind sich die meisten wohl auch einig. Natürlich musst du den Spagat zwischen Leidenschaft und Zukunftsperspektive schaffen, wie jeder andere auch.. Aber wo du da zur Entscheidungsfindung ansetzt finde ich tatsächlich sehr befremdlich.

  • Smugmog

    Darf ich davon ausgehen, dass die liebe Familie an bestimmten Vorstellungen hängt, aber sich gar nicht so wirklich mit allem auskennt? Zumindest der äußere Kreis, der aus dem Ausland kommt? Dann ist die Lösung immer "Erzähl es schmackhaft". Man kann nahezu jede Ausbildung/jedes Studium so darstellen, dass alles andere daneben erblasst. Entscheidest du dich doch für eine Ausbildung, dann tisch denen halt auf, wie der "Studienberater" erzählt hat, dass die Fachidioten im Studium nicht so gut weiterkommen wie jemand, der zuerst Ausbildung macht und eventuell, wenn der Chef das will, später studieren. Ist das Fach, das du studieren willst, arg sozial an gelegt? Dann fische dir im Internet genau die Berufe raus, die in einem großen Unternehmen zu finden sind und erzähle was davon, auch wenn du vielleicht gar nicht in die Richtung willst. Nimm die Erwartungen der Leute und füttere sie genau damit. Bei der eigenen Familie wird es wohl etwas schwieriger, da du ja auch sagst, dass viele Akademiker dabei sind. Aber wenn keiner die Dinge studiert hat, die du studieren möchtest, wissen sie wahrscheinlich genauso wenig darüber Bescheid. Weiß gar nicht wie oft ich erklären musste, was ich später als Pädagoge machen kann und bis heute sind die meisten verwirrt, weil sie sich diese Jobs gar nicht vorstellen können. Denn hallo, bin in Kasachstan geboren. Meine Verwandtschaft will greifbare Dinge, die sie verstehen. Pädagogik verstehen sie nur für Lehrer und Kindergarten, beides Dinge, die ich gar nicht mache und mit denen mein Studium sehr wenig zu tun hatte. Aber mit den Jahren habe ich es auch gelernt, da irgendwie die richtigen Worte zu finden und es so zu präsentieren, dass sie zumindest nichts erwidern können und es nach was "anständigem" klingt.


    Aber feel u, diese Versessenheit auf einen Abschluss ist echt nervig. Aber das ist halt auch noch größtenteils eine Generation, die aus ziemlich zerbrochenen Verhältnissen stammt und wo der Durchschnittsbürger eher einen schlechten Ruf genießt. Sache ist, wenn du es erstmal durchziehst und dein Ding machst, beruhigen sich die meisten auch. Aktuell hängst du in ihren Augen auch einfach in der Luft und es wird Panik geschoben. Selbst wenn es am Ende eine Ausbildung wird, hört das Gerede auch auf. Das tut es immer. Ich hatte auch in meiner starren Familie Schulabgänger, zu frühe Schwangerschaften und ziellose junge Menschen und obwohl darüber vorher gelästert wurde, hat sich die Familie ganz schnell wieder eingekriegt, nachdem die eigenen Kinder/Nichten/Neffen betroffen waren.

  • Es ist aber gut sowas im Vorhinein zu wissen. Weißt du wie viele Biologie beginnen und sich dann auf Zoologie spezialisieren, weil sie "Tiere mögen" und dann kommt vieles auf die "ich mag Tiere so gern"-Menschen zu, mit dem sie nicht gerechnet haben. Mathe, noch mehr Mathe. Mathe in der Neurobiologie, Mathe in der Genetik, Mathe in... und ich hab mir gedacht Laborarbeit schaff ich schon... eben nicht.

    Redet bloß nicht Leute ein, die kein Mathe können, dass sie sich noch mehr anstrengen müssen. So funktioniert das nicht. Bis zum Abitur schafft man es so allemal, mit Schwierigkeiten, aber darüber hinaus wird es sehr schwierig. ^^"

    Das Mathe für Menschen mit Dyskalkulie ein Ding der Unmöglichkeit ist, ist kein Thema. Es geht ja auch nicht nur um das Thema Mathematik sondern allgemein um seine Einstellung. Und letzlich wird es keinen Beruf geben, der wirklich ohne zumindest grundlegende Mathesachen auskommt. Und wenn es nur das schnöde Einmal-Eins ist. ;)

    Ich habe zum Beispiel eine ähnliche Einschränkung, die aber (meiner Meinung nach) deutlich gemeiner ist: kein Englisch. Für mich sind Sprachen in allgemeinen ein Buch mit sieben Siegeln und das Englisch-Buch liegt in einem High-Tech-Tresor in Nemos gesunkenen U-Boot. Oder so.

    Nun lebe ich in einem Ort, wo es se~hr viele Englisch-Muttersprachler gibt und habe dennoch einen Job bekommen, mit denen man sehr wahrscheinlich auf Menschen trifft, die kein Wort deutsch sprechen (und meistens auch kein oder kaum englisch).

    Ich hab mich damit eben arrangiert. Meine Chefs wissen das, meine Kollegen wissen das, notfalls geb ichs halt weiter, spiel Pantomine, zeichne auf oder hol mein Handy und werf deepl an. Meine Chefs machen sich meist noch einen Spaß daraus und meinen dann zu den entsprechenden Patienten (in deren Muttersprache) "Ich muss das eben für meine Helferin übersetzen, die lächelt zwar freundlich, aber auch nur, weil sie kein Wort versteht.".


    Bei Mathe mag das je nach Gebiet schwerer sein um es auszugleichen - aber im Berufsalltag (!) kann man sich meistens dann auch behelfen. Das man damit aber kein Mathematik studieren sollte - oder in meinem Fall keine Sprachen - kein Ding.


    Die Beispiele die du nennst sind auch sehr interessant, aber ich gebe offen zu, ich bin sehr feige was das betrifft, denn sich auf eine Ausbildung einzulassen würde bedeuten, gegen den Wunsch der Familie zu gehen und die Sippe ist bei uns an 1# Stelle. Ich kriege jetzt schon Anrufe, Mails, Skype und What’s App Nachrichten von allen möglichen Onkeln und Tanten aus Russland, Uzbekistan, Kasachstan, etc etc die mich fragen was los ist :help: und sich wundern warum ich wieder aufgehört habe und nicht mehr studiere. Meine Oma wird auch angerufen und es wird gefragt, was denn mit „dem Mädchen“ los sei, was mit dem Studium sei (ja, wir sind eine ziemlich große Familie, in der trotzdem jeder jeden auf wundersame Weise kennt, fml...)

    Die sind jetzt schon gehörig am rotieren, jetzt stellt eich mal vor, was passiert, wenn ich ne Ausbildung anfange und nicht weiter studieren gehe wie jeder andere in der Familie, puuuh...

    Ich komme schon gegen meine Ma alleine nicht an, ich bin 22 und trotzdem kann ich ihr nie widersprechen, wenn sie was sagt oder verlangt, ich weiß nicht, wie ich mit der gesamten Verwandtschaft fertig werden sollte.

    Das macht ein wenig Druck, wenn‘s verstehst.


    Verstehe ich. Es ist aber für dich alles andere als gesund, wenn du dich von ihnen so unter Druck setzen lässt. Da muss man einfach mal den Stinkefinger zeigen und sein eigenes Ding machen - und zeigen, dass man damit auch was erreichen kann. Und auf die, so sonst wo wohnen, können dir doch eh egal sein.

    Und ja, auch das solltest du unbedingt mit einem Psychotherapeuten besprechen. Du machst dich selbst kaputt, seelisch und körperlich, und wirst im Leben nicht glücklich, wenn du nicht umdenkst. Egal ob es am Ende auf "ich mach nun ne Ausbildung!" oder auf "dann werd ich eben Dolmetscher!" oder "Ich lande als erster BisaBoard-User auf dem Mars!" hinausläuft: hauptsache DU kannst dein Leben lang mit dieser Entscheidung leben. Nicht deine Eltern oder sonstwelche Verwandtschaft. Du.


    Und ja, das ist schwer. Meine Entscheidungen haben in meiner Familie auch für viel Aufregung gesorgt. Mit der Entscheidung in die Psychiatrie zu gehen, keine Kinder zu bekommen, nicht mit der eigenen Mutter zu skypen (aus einem mir nicht ersichtlichen Grund ist das ein riesiges Problem für alle... außer für meine Mama und mich O_o), einen Freund mit Glatze zu haben, einen bekloppten Freund zu haben (Asperger-Autismus... insbesondere meine Omas sehen ihn in der Zwangsjacke), einen "Lakeien-Job"* auszuüben und nachdem ich den Kontakt wegen letzterer Aussage hab abbrechen lassen, weil ich mit niemanden aus der Sippe mehr Rede, der nicht Mama, Stiefvater oder Bruder ist.


    *Die Aussage kam nebenbei von einer ungelernten Kraft, die bei einem industriellen Bäcker am Fließband arbeitet. Und da ihre Tochter ja so toll studiert (nein, kein MINT), meinte sie das auch vollkommen ernst und wollte meiner Mutter mit der Aussage etwas ausswischen.

  • Eigentlich könnte es nicht besser laufen. Ich habe dieses Jahr meine Ausbildung abgeschlossen, auch sehr zügig eine Arbeitsstelle gefunden, auf der ich mich wohl fühle, und habe meine drei Monate Probezeit gut durchlebt. Damit ist der Weg frei zur Wohnungssuche. Morgen habe ich auch einen Termin zur ersten Wohnungsbesichtigung.


    Und dann kam der heutige Tag, der alles ins Wanken bringt...


    Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ich bin als "Ersatz" für eine Kollegin eingestellt worden, die Ende Januar in Rente gehen wird. An sich soweit ganz okay, aber mit der Zeit habe ich immer mehr den Eindruck gewonnen: Die kann mich nicht leiden.


    Ich habe anfangs einige Fehler gemacht. Zahlungsavise (Ankündigung einer Zahlung oder Rechnung) versehentlich in Papierkorb geworfen, Eingangsrechnungen nicht korrekt eingetragen oder Ausgangsrechnungen aus unserem Software-Programm nicht rausgenommen.


    Ja, mir passieren immer noch solche Fehler, die mir nicht in der Buchhaltung passieren dürfen. Wenn etwas unklar ist oder ich bin einfach nochmals rückversichern will und frage, ob es tatsächlich so richtig ist, bekomme ich lediglich die Antwort: Darüber haben wir aber schon Mal gesproche, Frau R***.


    Mittlerweile weiß ich allerdings nicht mehr, was Wahrheit oder Lüge ist.

    Eine Situation von vor 2 Wochen: Ich bin mir nämlich sehr sicher, dass ich vorletzte Woche eine Lieferantenrechnung korrekt(!) eingegeben habe. Ich habe es kontrolliert, weil es mir einmal passiert ist, dass das Programm eine Eingabe mal nicht übernommen hat.

    Angeblich hätte ich die Rechnung falsch ins System übertrage (statt 877 Euro soll ich 977 Euro eingegeben haben).

    Genauso wie ich zu einer anderen Kollegin gesagt habe, dass ich die Zahlungseingänge bis Kunde X gemacht habe, Kunde Z habe ich nicht mehr gemacht. Angeblich hätte ich Kunde Z aber nicht ordnungsgemäß ausgetragen.


    Da ich allerdings selbst nicht mehr weiß, was jetzt die Wahrheit ist oder nicht möchte ich in solch einer Situation nichts gegenteiliges behaupten und mich damit eventuell auf dünnes Eis bewegen. Vor allem weil ich mich der anderen Kollegin gut verstehe und ihr auch nicht unbedingt die Schuld in die Schuhe schieben möchte.


    Gestern war noch der Fall, dass der Chef aus unserer anderen Niederlassung eine Rechnung rübergegeben hat, die ich nicht nachprüfen konnte. Der Ordner mit den bezahlten Eingangsrechnungen aus dem November ist beim Steuerberater. Auch in unserer Software wusste ich nicht auf Anhieb, wie ich es nachschauen sollte. Also wollte ich heute meine nette Kollegin deswegen fragen. Es kam in der Vergangenheit schon Mal vor, dass Rechnungen zweimal eingetragen und somit doppelt bezahlt worden waren.
    Die blöde Kollegin hat das mitbekommen und hatte daran auch wieder etwas auszusetzen.


    Heute kam also die Frau vom Chef ins Büro, als ich meinen Papierkorb leer gemacht habe, und fragte wohl wie es so läuft. Die alte Kollegin hat ihr wohl die Dinge berichtet, die aus ihrer Sicht nicht gut laufen.


    Also wurde ich zu einem Gespräch gebeten (glücklicherweise ohne die Chefs) und habe die Ansage bekommen, wenn es nicht läuft, dass sie sich wohl eine andere Lösung überlegen müssten. Dass es in anderen Unternehmen härter zugeht als bei uns in der Firma; gerade als Anfänger würde ich ja den "Schonwaschgang" erfahren. Meine Kollegen hätten in anderen Unternehmen hart dafür arbeiten müssen, wo sie jetzt stehen und sich alles erarbeitet. In solchen Unternehmen wäre ich schon längst weg vom Fenster gewesen.


    Ich habe den Drang irgendwie, es morgen richtig zu stellen und die Situation aus meiner Sicht zu schildern., bin aber auf der anderen Seite auch viel zu feige dafür...

    Ich muss aber auch zugeben, dass ich echt keine Lust morgen überhaupt aufzustehen (I know, genau das ist der falsche Weg). Denn ich frage ich mich ernsthaft ob ich überhaupt noch eine Zukunft in dem Unternehmen habe, weil ich das Gefühl habe, das meine Tage angezählt sind und sobald ich mir noch ein Fehler passiert bzw. eine Beschwerde zustande kommt, dass ich gekündigt werde.


    Und gerade morgen steht meine erste Wohnungsbesichtigung an und zweifle natürlich an allem... Ob es tatsächlich eine gute Idee ist, sich jetzt eine Wohnung zu suchen, wenn alles so unsicher ist - obwohl meine Probezeot vorbei ist. Was, wenn es tatsächlich so kommt, dass ich noch meine Arbeit verliere? Ich hab da gerade so ein beschissenes Gefühl dabei...


    Mir ist so sehr zum Heulen zumute. So gefühlt sind meine Träume heute geplatzt und liegen jetzt als Scherbenhaufen vor meinen Füßen...

  • Angeblich hätte ich die Rechnung falsch ins System übertrage (statt 877 Euro soll ich 977 Euro eingegeben haben).

    Wie kommen die Personen, die diese Aussage gemacht haben zu dieser Annahme? Woher ist bekannt, dass du und nicht etwa die Kollegin die Rechnung eingegeben hast? Findet ein Auditlogging statt?

    Da ich allerdings selbst nicht mehr weiß, was jetzt die Wahrheit ist oder nicht möchte ich in solch einer Situation nichts gegenteiliges behaupten und mich damit eventuell auf dünnes Eis bewegen.

    Siehe die Fragen oben. Rechnungen müssen revisionssicher aufbewahrt werden, beziehungsweise müssen etwaige Anpassungen und Korrekturen entsprechend geloggt werden. Entsprechend würde ich, wenn ich mir 104% sicher bin korrekt gearbeitet zu haben, darum bitten die entsprechenden Protokolle einsehen zu können.

  • Ich habe heute nicht das klärende Gespräch gesucht. Wie immer war es hektisch, mehrere Aktionen laufen, die raus müssen, und daher war die Stimmung leicht angespannt. Allerdings habe ich nochmal Rücksprache mit meiner netten Kollegin gehalten, die sich gestern wohl zurück gehalten hat: Bei ihr hat die blöde Kollegein auch die ständige Kontrolle gemacht, bis sich die nette Kollegin beim Chef darüber beschwert hat. Das möchte ich natürlich nicht tun. Immerhin ist sie jetzt sowieso nur noch nächste Woche und dann noch 2-3 Wochen (glaub ich) im Januar da, danach geht sie ja in Rente.

    Wie kommen die Personen, die diese Aussage gemacht haben zu dieser Annahme? Woher ist bekannt, dass du und nicht etwa die Kollegin die Rechnung eingegeben hast? Findet ein Auditlogging statt?

    Weil ich genau weiß, dass ich die Rechnung eingegeben habe, weil ich mich an die RE-Nummer erinnern konnte, nur halt nicht mehr an den Betrag. Und ich muss auch ehrlich sein, dass ich der Ollen die Manipulation zutraue.

    Rechnungen müssen revisionssicher aufbewahrt werden, beziehungsweise müssen etwaige Anpassungen und Korrekturen entsprechend geloggt werden. Entsprechend würde ich, wenn ich mir 104% sicher bin korrekt gearbeitet zu haben, darum bitten die entsprechenden Protokolle einsehen zu können.

    Protokolle haben wir auch diesbezüglich nicht, denn die Eingabe ins Software-Programm dient lediglich als tabellarische Übersicht und Vereinfachung für die spätere Überweisung über das Sparkassen-Programm. Die Originale der Eingangsrechnungen/Lieferantenrechnungen werden in einem Ordner aufbewahrt.

  • Ich habe dieses Jahr angefangen an einer Hochschule zu studieren, direkt nach dem ich Abi gemacht habe. Eigentlich dachte ich, ich wäre von Anfang an sehr motiviert, würde jeden Tag den Stoff der Vorlesungen nachholen etc.

    Das lief alles ganz anders.. Ich habe vorher nicht gewusst, dass man jede Woche in fast jedem Modul ein Leistungsnachweis erbringen muss, von denen man fast alle bestehen muss, um das Modul zu bestehen.

    Demenstprechend überfordert bin ich auch seitdem. Es ist nicht so dass mir der Studiengang keinen Spaß macht, aber ich bin in ein paar Modulen so sehr hinterher, dass ich mir ständig Gedanken darüber mache, was passiert wenn ich ein Modul nicht bestehe. Dadurch überlege ich mir auch andauernd, den Studiengang zu wechseln oder eine Ausbildung anzufangen. Jedes Mal wenn ich versuche den Stoff für die jeweiligen Fächer nachzuholen, werde ich extrem depressiv, habe Selbstzweifel und Zukunftsängste und kann an nichts anderes mehr denken, sodass ich mich gar nicht mehr aufs Lernen konzentrieren kann. Das ganze hat sich zu einem Teufelskreis entwickelt, aus dem ich nur schwer wieder herauskomme.

    Jetzt muss ich eines der Module, wenn es schlecht läuft sogar zwei, nachholen, wenn ich weitermache. Das Schlimme dabei ist jetzt, dass das Bestehen eines davon Voraussetzung ist, um für das im zweiten Semester zugelassen zu werden.

    Weiß zufällig jemand, wie das dann abläuft? Muss man das erste dann nachholen und kann das für nächstes Semester erst im 3. besuchen?

    Ich habe mich bis jetzt noch nicht getraut nachzufragen und in der Studien- und Prüfungsordnung konnte ich dazu auch noch nichts finden..

    Am liebsten würde ich im nächsten Sommersemester nochmal von neu anfangen. Mir war zwar klar, dass es um einiges anstrengender ist als in der Schule, aber trotzdem hat das nichts gebracht. Ich konnte mich einfach nicht aufraffen von Anfang an am Ball zu bleiben...