Was bedeutet Zeichnen für euch?

  • Im September und Oktober dieses Jahres haben wir uns an eine völlig neue Art der Aktionen gewagt. Der Sketchtember und der Inktober haben uns über jeweils einen Monat begleitet und dazu ermutigt, jeden Tag ein wenig zu zeichnen. Während der Sketchtember auf Skizzen ausgelegt war, forderte der Inktober mit seinen Tintenbildern schon etwas mehr von uns. Das wollen wir an dieser Stelle ein wenig Revue passieren lassen und zu diesem Zweck hat @Noxa für uns eine kleine Collage einiger im Rahmen des Inktober entstandenen Bilder angefertigt.



    Wir bedanken uns noch einmal herzlich bei allen Teilnehmern. Egal ob ein, zwei, fünfzehn oder dreißig Bilder, wir haben uns über jedes einzelne gefreut, denn die Resonanz für diese beiden Aktionen war unglaublich. Aber nicht nur die Beteiligung in Form von eingereichten Werken, sondern auch die dazu ausgelösten Gespräche im Plauderbereich waren inspirierend.
    Interessant war vor allem, dass anscheinend verschiedenste Beweggründe, Vorstellungen und Erwartungen in die Challenge eingeflossen sind, die Künstler sich aber in einem Punkt einig waren: beide Aktionen haben definitiv etwas gebracht.
    Was die genauen Ziele waren, definierte sich dabei allerdings stets selbst. So haben einige durch diese Monate und das täglich-lockere kreative Beschäftigen neues Interesse am Skizzieren entdeckt – nach jahrelanger Abstinenz, die höchstens noch gelegentliche Kritzeleien in einer freien Minute umfasste. Hier konnte in der Gemeinschaft in einem spaßigen Umgang mit dem Zeichnen ohne direkte Konkurrenz oder anschließende Bewertung einfach ausgetestet werden, wonach einem der Sinn stand.
    Andere – vor allem einige, die bereits regelmäßiger damit beschäftigt sind – haben versucht, diese Zeit zu nutzen, um ihre Fähigkeiten zu bestimmten Punkten in Anatomie und anderen Bereichen gezielt zu verbessern. Dafür haben sie Studien und thematisch zusammenhängende Objekte mehrfach in verschiedenen Ausführungen und Perspektiven zu Papier gebracht, um mehr Übung zu bekommen. Dazu konnten sie auch die entsprechenden Vorgaben nutzen und sich außerhalb ihrer Komfortzone an unterschiedliche Gebiete wagen, die sie ansonsten nur wenig betreten hätten.
    Wieder andere haben diese Themenvorschläge einfach als Inspiration für ihre Werke genutzt und wollten sich lediglich aus Freude am Zeichnen und Experimentieren in unregelmäßigen Abständen beteiligen, wenn sie Lust und Ideen hatten.


    Aus diesen völlig anderen Motivationen und Zielen ergeben sich auch völlig verschiedene Sichtweisen auf das Zeichnen an sich. Was bedeutet diese Tätigkeit für euch und welche Bedeutung hat sie in eurem Leben? Ist es nur ein Zeitvertreib, wollt ihr damit eure Ideen verbildlichen, wollt ihr diese Fähigkeiten sogar beruflich nutzen, ist es ein Ventil für eure Emotionen?
    Aber nicht nur Positives muss mit diesem Hobby einhergehen: hat das Malen und Zeichnen für euch auch Schattenseiten in Form von deprimierenden Fehlschlägen oder Art Blocks?
    Wir möchten gerne eure Künstlerstory hören und wissen, was ihr für eine Verbindung zum Zeichnen habt. Hat sich diese vielleicht sogar durch die Teilnahme am Sketchtember und Inktober verändert?

  • Na ja als wirklichen Künstler würde ich mich jetzt nicht bezeichnen. Ich zeichne halt gern, das habe ich immer schon gemacht. Meine ältere Schwester hat, als ich klein war, immer mit mir gezeichnet, das hat mich schon früh motiviert.


    Allerdings ist das bei mir nie über einfache Kritzeleien hinausgegangen. Wirklich professionell habe ich nie gezeichnet. Klar man wünscht sich, auch mal so toll zeichnen zu können wie andere Künstler aber man muss auch realistisch sein.


    Im Grunde möchte ich damit nur meine Ideen zu Papier bringen. Meine Freundin sagt immer ich sei sehr kreativ, ich bastel halt gern Monster und Fabelwesen und denk mir auch gern Geschichten aus. Ich habe viele Ideen für Bilder und Geschichten im Kopf und bin manchmal frustriert, dass ich sie nicht richtig zeigen kann, weil mein Zeichentalent nicht so gut ist (in meinen Gednken sah das aber besser aus). Ich wollte z.B. immer mal einen Nutzlocke Comic machen. Daher habe ich jetzt auch wieder angefangen mehr zu zeichnen, ich möchte einfach versuchen, meine Gedanken festzuhalten.


    Ein weiterer Grund, warum ich zeichne ist, dass ich oft von tollen Designs aus Videospielen oder von anderen Künstlern inspiriert bin. Ich habe vielleicht ein Spiel gespielt und kritzle dann Monster oder Charaktere daraus in meine Notizbücher. Oder ich habe einen Fantasy-Webcomic gelesen und möchte charaktere daraus Zeichnen. Ein netter Nebeneffekt dieser Motivation ist, dass alte Zeichnunge nfür mich wie ein Tagebuch sind. Wenn ich sie mir nach längerer Zeit anschaue weiß ich genau, was ich damals gespielt oder was mich damals interessiert hat. Das ist für mich noch einemal eine persönliche Bereicherung meiner Zeichnungen, auch wenn sie nicht besonders gut sind.


    Der Inktober hat mir großen Spaß gemacht und mich im Grunde wieder dazu gebracht, regelmäßiger zu zeichnen. Dabei habe ich auch Lust bekommen, im Dezember eine Pokedex Challenge zu machen und ich bin gespannt, ob ich diese Motivation beibehalten kann.

    “Above all, video games are meant to just be one thing: Fun for everyone.”-Satoru Iwata

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  • Allerdings ist das bei mir nie über einfache Kritzeleien hinausgegangen. Wirklich professionell habe ich nie gezeichnet. Klar man wünscht sich, auch mal so toll zeichnen zu können wie andere Künstler aber man muss auch realistisch sein.

    Das klingt aber eher pessimistisch :( Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, auch die ganzen art gods haben mal klein angefangen und hatten scheinbar unerreichbare Vorbilder, auch wenn man das manchmal gar nicht glauben mag lol. meistens haben die dann auch jegliches Beweismaterial vernichtet tsetse Klar, manche Menschen lernen schneller als andere, und wenn man erst sehr spät zu zeichnen beginnt hat man auch nicht die gleichen Vorraussetzungen wie jemand, der schon sein ganzes Leben zeichnet. Aber nichtsdestotrotz kann man mit harter Arbeit sehr weit kommen, egal wie spät man beginnt oder wie wenig "Talent" man hat oder whatever. Man darf halt nicht mit einer "ich werd eh nie so gut werden, also versuch ich's gar nicht erst"-Einstellung an die Sache rangehen, sondern bessere Künstler als Motivation und Inspiration nutzen. Weiß aber selbst, wie schwer das ist. ^^"


    Ein netter Nebeneffekt dieser Motivation ist, dass alte Zeichnunge nfür mich wie ein Tagebuch sind. Wenn ich sie mir nach längerer Zeit anschaue weiß ich genau, was ich damals gespielt oder was mich damals interessiert hat. Das ist für mich noch einemal eine persönliche Bereicherung meiner Zeichnungen, auch wenn sie nicht besonders gut sind.

    Oha, wusste gar nicht, das andere das auch kennen! Mir geht es da genauso. Deshalb hebe ich auch ausnahmslos alles auf, was ich zeichne (hab ein ganzes Regal voll mit bis zum Platzen gefüllten Zeichenmappen), nehme mir ab und zu einen der Ordner raus und, öh, schwelge ein bisschen in Nostalgie. :'D Dabei kann man halt auch gut Verbesserung beobachten, aber darum geht es mir nicht mal vorrangig; ich sehe immer wieder Videos auf Youtube, in denen Zeichner auf ihre alten Zeichnungen reagieren und dann immer so auf "oh mein Gott, wtf, was bist du nur für ein Loser @vergangenes Ich" sind, aber so geht es mir lustigerweise selten, ich habe da irgendwie mehr Respekt an mein vergangenes Ich lol. Anyway, ich hab in meinen Ordnern auch sehr, sehr viele alte Mangaprojekte rumliegen und die zu lesen finde ich auch immer unglaublich toll und es erinnert mich halt immer an die Zeit, in der ich an der Story geschrieben habe, und alles andere, was ich damit verbunden habe. Grade eigene Storys sind einfach so etwas extrem persönliches für mich.


    ... und das ist irgendwie eine gute Überleitung zum eigentlichen Thema. Ich zeichne nämlich vorrangig, um Geschichten zu erzählen. Klar, ich zeichne auch gerne einfache Artworks, Fanarts, oder auch Memes und ähnliches :'D, aber am meisten Spaß macht mir definitiv das Zeichnen von Mangas. Ich habe seit ich denken kann gerne Geschichten geschrieben; bin allerdings erst relativ spät auf Mangas gestoßen, wusste aber sofort, dass es genau das ist, was meinen Geschichten irgendwie die ganze Zeit gefehlt hat. Die "Verbildlichung". Zeichnungen können meiner Meinung nach einfach viel mehr Emotionen vermitteln als einfach nur Wörter. Die Charaktere aus Comics und Mangas fühlen sich für mich automatisch "realer" an als die aus Büchern, weil sie einfach nicht nur Worte auf Papier sind. sondern Striche eines verzweifelten Künstlers oder so, da stecken viel mehr Emotionen drin
    Dass ich das für mich entdeckt habe, bedeutet mir einfach sehr viel und hat mein Leben die letzten Jahre über auch stark verändert. Ich studiere im Moment Game Arts an einer Hochschule, weil ich mir einfach keinen nicht-künstlerischen Beruf mehr vorstellen kann. (Ob ich letztendlich wirklich als Game Artist arbeiten will weiß ich noch nicht, vor allem weil mich alles, was in Richtung 3D geht, nicht wirklich interessiert, aber die richtige Entscheidung war es auf jeden Fall, weil ich damit zumindest einen Teil meiner Studienzeit mit Zeichnen verbringen kann und anschließend einen Bachelor of Arts habe lol.) Mein Ziel ist es nicht unbedingt, der beste artist evurrrr zu werden (auch wenn das natürlich nice wäre jaja), ich will einfach nur mein Hobby leben und damit viele Menschen erreichen. Und dafür arbeite ich hart und werde weiterhin hart arbeiten.

  • Warum ich damals das Zeichnen angefangen habe, weiß ich leider nicht mehr. Da das, was man von damals retten konnte alles Fanart von Pokemon oder Digimon gewesen ist, gehe ich mal einfach davon aus, dass die meine Inspiration waren. Meine Mutter hat mir gesagt, dass ich schon damals sehr ehrgeizig war und hat mir ein einzelner Strich nicht gefallen, wurde das Papier weggeschmissen. (Deswegen hat sie nur Kopierpapier gekauft, lol.)


    Irgendwann gab es einen Bruch und ich habe damit aufgehört und es aus den Augen verloren, jedenfalls bis ich meine beste Freundin kennen gelernt habe. Die konnte echt super zeichnen und ist auch die Fanart-Schiene gefahren, da habe ich mir eben immer gedacht: "Wenn ICH nur so zeichnen könnte..." und schwupps, der Ehrgeiz war wieder da.


    Leider eben nur in eine sehr unangenehme Richtung. Habe schon damals aus Büchern, Mangas, Serien usw. die Bilder komplett übernommen, sie etwas abgewandelt und dann als meins ausgegeben. Als mir meine Freundin deviantArt zeigte, sind da leider auch einige Künstlerinnen nicht von verschont geblieben und es lief leider viel zu lange "gut", sodass sich mein Copycat-Gehabe bzw. der Stil sehr festigte und als es dann was aufs Maul gab, war es gar nicht so einfach, davon loszukommen. Nach Jahren eine ganz neue Richtung einzuschlagen war einfach ein enormer Schritt, den man nicht nur gehen, sondern auch weiterverfolgen muss und alle, die das hinter sich haben, wissen wovon ich spreche xD


    Dieser neue Schritt war erst "süße Tiere zeichnen" und dann schließlich die Kinderbuchillustration - mein Beruf. Ich wollte endlich etwas Eigenes machen und erreichen, dass sich Leute meine Bilder angucken und ohne meinen Namen zu lesen GENAU wissen, dass sie von mir sind und diese Freiheit bieten Kinderbücher, da sie furchtbar facettenreich sind. Ich finde, ich habe auch sehr viel dafür getan, damit sich meine Vorstellungen auch in diese Richtung bewegen - neben der Schule habe ich sowohl an privaten, als auch kommissionierten Projekten gearbeitet, mich bei Verlagen und Werbeagentuen gezeigt und immer wieder nur gezeichnet, gezeichnet, gezeichnet.... (Achja, auch nicht gescheut meine fast kompletten Verdienste in Projekte zu stopfen, lol)


    Die negativen Dinge sind einfach, dass man sich nicht immer sicher ist, wie man den einen oder anderen Monat überleben soll, die Projekte quasi "ins Bett nimmt" (ich hatte mehrere Alpträume, das was mit meinem Artbook ist, haha) und immer was zu tun hat. Da darf man nicht zu sehr streiken, da sich sonst alles häuft. Ich gebe zu, ich habe auch nicht immer Lust, aber glücklicherweise verfalle ich da nicht in komplette Procrastination und mache immerhin etwas. Die Vorstellung, an einem Tag nix gezeichnet zu haben, finde ich ganz furchrbar. Mal sehen, wie das in 10 Jahren ist xD


    Fazit: Wollte ich von Anfang an Illustrator werden? Nein. (Damals war es Archäologe, dann Tiertrainer...) Es hat sich irgendwie so ergeben bzw. entwickelt und ich bin super froh drum. Zeichnen ist für mich noch viel mehr als reiner Broterwerb. Jedes neue Projekt, das ich anfange oder beendet habe, macht mich super aufgeregt und stolz. Zeichnen ist für mich ein Kommuikationsmittel. Viele Freunde hätte ich gar nicht, wenn sie nicht auf meine Bilder gestoßen wären. Mit meinen Bildern kann ich mich am Besten ausdrücken und vorallem meine Bewunderung für Leute zu Tage bringen. Es gibt kein schöneres Gefühl, wenn du die Leute mit deinen Bildern emotional erreichst, sie sogar zu Tränen rührst (gerade wenn es um verstorbene Tiere geht, habe ich das extrem häufig). Außerdem spuken in meinem Kopf immer so viele Ideen, Charaktere, Szenen usw. herum, dass ich es schade finden würde, wenn sie einfach verschwinden. Zeichnungen helfen mir, mich an sowas zu erinnern und vorallem die Dinge in meinem Kopf für andere Sichtbar zu machen.



    ...Sorry für den langen Text, aber wenn es ums Zeichnen geht bin ich immer kaum zu halten. Da blubbere ich einfach drauf los xD Habe mal auch da Erstbeste Redraw zum Vergleich hochgeladen, von damals und heute.

  • Puh also ich hab echt lange überlegt, was ich hier schreiben soll, da ich echt nicht wirklich weiß wie ich es in Worte fassen kann, was Zeichnen für mich bedeutet... Aber ich versuche es jetzt einfach mal, ich hoffe man wird irgendwie aus meinem Gefasel schlau ^^''


    Im Vergleich zu wohl vielen anderen hier habe ich das Zeichnen noch nicht so lange für mich entdeckt. Vor grade mal 2 Jahren hab ich erst wirklich damit angefangen. Die 18 Jahre davor hatte ich nie wirklich viel mit Zeichnen zu tun, da ich als Kind so von Romanen geprägt war, dass ich meine kreative Ader viel eher in Texten/Gedichten als in Bildern auslebte. Klar, Kunstunterricht hatte ich und so, aber wirklich in meiner Freizeit gemalt habe ich nicht. Vielleicht mal so dieses Langeweile-Scribblen von n paar Linien und geometrischen Formen, aber das wars halt auch wirklich.
    In Anbetracht dessen ist es eigentlich umso lustiger wie sehr mich das Zeichnen dann doch gepackt hat. Ich hab ziemlich random damit angefangen in ner Nacht wo ich langeweile hatte und da an dem (zugegebenermaßen einfach abgemalten) kleinen Bildchen gemerkt, dass das ja irgendwie lustig ist und das Ergebnis trotz des doch ziemlich geringen Aufwand für keinerlei Übung gar nicht mal so scheiße aussah... Und dann hab ich halt mich etwas mehr damit auseinander gesetzt, mehr Bildchen abgemalt und da irgendwie echt so nen gelegentlichen Spaß dran gefunden, soweit aber noch nichts krasses außer n bisschen Langeweile bekämpfen halt...


    Als ich dann angefangen habe, meine Freistunden in der Schule im Kunstsaal zu verbringen und da quasi mein Safehouse hatte (da ich nicht wirklich so der sozial integrierteste Mensch in meiner Stufe war^^') hatte ich jede Woche schonmal so 2x 1,5 Stunden in denen ich mich voll und ganz aufs Zeichnen konzentrieren konnte und auch Zugang zu n paar coolen Materialien hatte, die ich sonst nicht hatte. Das widerrum sorgte dafür, dass ich mich auch außerhalb der Schule mit Skizzen beschäftigte damit ich in den Stunden die Farben und alles nutzen konnte, meine Skizzen zu colorieren. Und als ich dann kunst als Pflichtkurs in der 12. Klasse nochmal belegen musste hatte ich pro Woche dann nochmal 1.5 Stunden mehr, in denen ich mich mit der Materie auseinander setzen musste.
    Da ich von meiner Art her mir gerne erst sehr viel Grundwissen zu einem Skill anlese (oder dank Youtube anschaue) hatte ich so langsam aber sicher immer mehr Zeit mit dem Thema Zeichnen verbracht und erst als ich dann wegen Kursarbeiten mein Pensum etwas zurückschrauben musste hatte ich gemert, wie wichtig dieser Teil in meinem Leben schon geworden war, egal ob Aktiv mit dem Stift in der Hand oder Passiv beim schauen von Videos zu dem Thema oder auch beim Fanart browsen :D


    In dieser Zeit hab ich dann auch das erste Mal wirklich bemerkt, wie gut ich grade beim aktiv Zeichnen abschalten kann, da das wirklich die einzige Zeit war in der ich mir absolut keine Gedanken um die Schule, mein Abi und die Kursarbeiten machte, obwohl das sonst 24/7 in meinem Kopf rumschwirrte. Und auch seit dem habe ich immer wieder bemerkt, wie meditativ und therapeutisch das für mich eigentlich ist, da ich wirklich alle Sorgen und Probleme vergessen kann wenn ich mich mit Zeichnen beschäftige, da mein Kopf dann einfach alles ausblendet was nicht mit dem Zeichnen zu tun hat. Das ist richtig entspannend und tatsächlich auch das Einzige was ich bisher gefunden habe, was diesen Effekt länger als ein paar Minuten bewirken kann.
    Im Umkehrschluss braucht das aber auch einiges an Konzentration. Wenn ich unkonzentriert oder irgendwie aufgewühlt bin bevor ich damit anfangen will geht es schief, weil ich meinen Kopf dann nicht genug gebündelt bekomme um wirklich in diesen Modus zu kommen und dann ist jede Linie die ich setzte nur krumm wacklig und schief. Was mich allerdings in dem Punkt auch mega von mir elbst überrascht hat ist, dass ich mich dann auch wirklich lange auf eine Zeichnung konzentrieren kann. Normalerweise habe ich echt nicht so die beste Konzentration und kann selten wirklich über mehrere Stunden hinweg an einer Sache sitzen, ohne nicht zwischendrin Pause zu machen oder aufhören zu müssen weil ich nichts mehr auf die Reihe bekomme weil ich mich nur im Kreis drehe oder so. Das hatte ich so beim Zeichnen noch nie, obwohl ich schon einige Male wirklich über 4-5 Stunden ununterbrochen am Zeichnen war. (Die Zeit vergeht auch einfach richtig schnell vorbei wenn ich in dem Modus mal drin bin ^^'' ) Tatsächlich empfinde ich es da sogar dann eher als störend, wenn ich meine Zeichnung wegen irgendwas unterbrechen muss, weil mich dass dann meist so aus dem Modus rausreißt dass ich wieder ganz neu reinkommen muss ^^'


    Was auch interessant ist, dass auch andere negative Eigenschaften an mir durch das Zeichnen irgendwie weniger prominent sind und über die Zeit auch generell etwas "geheilt" wurden.
    Ein gutes Beispiel ist, dass ich nie wirklich Dinge fertigbekommen habe, die ich angefangen habe. Grade als ich noch viel am Schreiben war habe ich oft irgendwelche Geschichten angefangen und nie fertig geschrieben. Und auch in anderen Dingen im Leben hab ich oft das Problem gehabt, Dinge zuende zu bringen wenn mir nicht jemand in den Arsch getreten hat. Und grade die beiden Monatschallenges waren so n richtiger Beweis für mich, dass ich es sehr wohl schaffen kann, etwas was ich anfange auch über nen längeren Zeitraum zuende zu bringen. Und das ohne dass es wirklich anstrengend wurde. Ich hatte zwar mal eine Kurzgeschichte auf Teufel komm raus fertig geschrieben weil es mich so gestört hat nichts fertig zu bekommen, aber das wurde gegen Ende dann nur so nervig und anstrengend, dass ich danach bestimmt 2 Wochen kein Word mehr sehen konnte ^^' Im Zeichnen war das eine ganz andere Erfahrung. Und auch generell hatte ich schon Bilder an denen ich 10-15 Stunden dransaß über ein paar Tage hinweg und da hatte ich auch nie wirklich Probleme diese fertigzustellen.
    Auch habe ich gemerkt, dass ich viel mehr Ruhe in meinem Leben gefunden habe seitdem ich zeichne. Davor habe ich Ruhe in Geschichten gesucht, was zum einen mehr eine Flucht vor der Realität war als wirkliche Ruhe und zum anderen war ich danach meist unruhiger als davor, weil ich dann ja wieder aus einer "heilen Welt" rausgerissen wurde. Beim Zeichnen passiert das so nicht, da es vom Effekt auf meine Psyche her keine Flucht ist, ich bleibe ja in der Realität. Und anstatt das meinem Kopf durch eine Traumwelt Ruhe vorgegaukelt wird kann er tatsächlich wirklich abschalten und die Ruhe und Energie die ich daraus tanken kann bleibt auch darüber hinweg erhalten.
    Auch meine Frustrationstoleranz wurde dadurch ziemlich krass trainiert. Während ich früher sehr schnell an etwas verzweifelt bin und davon frustriert war wenn es nicht so klappte wie ich es wollte hab ich da inzwischen deutlich mehr Ausdauer. Allerdings auch daher geschult, dass ich so oft an Zeichnungen frustriert bin aber trotzdem nicht aufhören wollte zu zeichnen xD Außerdem ist die Frustration in der Hinsicht auch interessanterweise gar nicht so schlimm, eben weil kein Frust mehr auf meinen eh schon übervollen Kopf einprasselt, der sich mit 1000 Dingen und Problemen gleichzeitig beschäftigen will, sondern weil die Frustration gebündelter kommt und auf ein viel sortierteres Gedankenbild trifft. Klar, ich schreie dann vor Frustration auch mal irgendwelche Verzweiflungslaute durchs Haus, aber ich fühle mich nicht so hilflos der Frustration ausgeliefert, eben weil ich durch die Ordnung im Kopf viel besser auf den Frustauslöser konzentrieren und diesen gezielt angehen kann.
    Achja, Ordnung im Kopf, das ist auch ein guter Punkt. Dadurch dass es beim Zeichnen relativ automatisch zu Ordnung in meinen Gedanken kommt kann ich viel besser irgendwelche Dinge verarbeiten, weil mein Kopf sie dann endlich mal sortiert im Unterbewusstsein durchlaufen lassen kann ohne von 1000 anderen Gedanken abgelenkt zu werden^^' Und so langsam kommt auch im normalen Alltag ein bisschen Ordnung in meine wirren Gedanken, einfach weil ich die Mechanismen die zu der Ordnung beim Zeichnen führen zu ergründen versuche und sie versuche zu rekonstruieren und Alltagtauglich zu bekommen.


    Puh wenn ich mir den Roman da ansehe muss ich glaube ich so langsam mal zum Ende kommen ^^''
    Also versuche ich an der Stelle mal ein Fazit zu ziehen (obwohl ich bestimmt die Hälfte vergessen habe und mir das in dem Moment einfällt wo ich auf Absenden drücke xD)
    Insgesammt gesehen hat das Zeichnen mir extrem geholfen, mehr über mich herauszufinden und wie so ne therapeutische Begleitung zu helfen, Probleme und Negative Eigenschaften anzugehen. Zeichnen ist das einzige was ich aktuell wirklich als Leidenschaft bezeichnen wollen würde, einfach wegen der Freude die es mir macht, den postiven Effekt den es auf mich hat und der Energie die es mir gibt. Ich kann mir das Thema aus meinem Leben nicht mehr wegdenken und es wurde zu so nem kleinen Lebenstraum von mir, mal ein Kinderbuch oder so zu illustrieren x3 Ist zwar hoch gegriffen, grade weil man in dem Bereich mit wirklich harter Konkurrenz zu kämpfen hat und ich verhältnismäßig spät erst angefangen habe mich damit auseinanderzusetzen... Aber ich versuche trotzdem immer besser zu werden, auch wenn mir so gefühlt (und wahrscheinlich bei nicht wenigen auch tatsächlich) 10 Jahre Übung zu allen anderen fehlen ^^' Vermutlich kommt der folgende Gedanke auch noch so vom Einfluss des Schreibens, aber so ein fertiges und publiziertes Werk in den Händen zu halten und zu wissen, dass man zumindest einen Teil davon selbst erschaffen hat muss einfach ein wundervolles Gefühl sein ^^' ( Alexia hat mir das zumindest so grob schon bestätigt also glaube ich ganz fest dran! :D)


    Ja also um dann nochmal die Eingangsfrage zu beantworten... ^^'
    Was bedeutet Zeichnen für mich? Es bedeutet mir unfassbar viel, es ist wie ein Teil von mir durch die ganzen persönlichen Entwicklungen die ich wegen dem Zeichnen durchmachen durfte. Wäre Zeichnen eine Person würde es mein bester Freund sein, der mich durch Hochs und Tiefs und verschiedenen Veränderungen in meinem Leben immer treu begleitet hat und an meiner Seite die Reise durch mein Leben geht. Und ich freue mich schon wie es weitergehen wird ^^

  • Ein sehr interessantes Thema!


    Ich fange bei meiner Kindheit an, denn seit ich denken kann, zeichne/male ich. Ich hatte immer Stifte in der Hand und hab gemalt und kann mich an ein Gespräch mit meiner Mutter und meinem Stiefvater erinnern: Wir drei saßen in der Küche, ich war vllt. sechs Jahre alt, da erzählten sie mir, dass mein Stiefvater immer in Strichen ausgemalt hatte; meine Mutter immer in kreisenden Bewegungen. Allein daran erkannte ich, dass es unterschiedliche Vorgehensweisen gab. Ich hab beide Varianten genutzt.


    In der ersten Klasse (oder vllt. doch davor?) fing ich damit an, aus meinen Büchern Tiere abzuzeichnen. Ich hab sie immer vor mich gelegt und dann versucht, akkurat alles nachzuzeichnen, damit meine Bilder genauso aussehen. Das hat mir viel Spaß gemacht! Ich hab damals sogar viele davon ausgemalt. Skizzen waren weniger vorhanden, weil ich dann oft meine Buntstifte benutzt habe. Als Kind von sechs Jahren fand ich schon, dass ich Talent hatte. Auch meine Eltern und andere meinten das. Ich war natürlich stolz darauf und hab immer weiter gemalt ... immer Tiere, immer meine Bücher als Hilfestellung.
    Dazu will ich kurz anmerken, dass ich schon als Kind auch sehr gerne Tierdokumentationen angesehen habe. Heute auch noch, und daher mir viel Wissen angeeignet habe. Eher die Lebensweisen, weniger die anatomischen Aspekte, um sie zu malen. Aber daher rührt auch meine Faszination zur Tierwelt und warum ich diese prinzipiell lieber zeichne/male.
    Ich bevorzuge auch immer lieber Lebewesen als Dinge und Gegeänstände. Tiere, Monster, lieber Menschen als Maschinen ... Mir fehlte schon immer die Affinität zu Maschinen, technischen Skizzen etc. Das war so ... stoisch und hat mich nie gereizt.


    In der vierten Klasse kam dann Pokémon. Mein Kindheitsschock: Freudig setzte ich mich vor den Fernseher mit meinen Freundinnen, um Sailor Moon zu gucken, auf einmal kommt da einfch Pokémon. Völlig entrüstet, haben wir es trotzdem angeguckt und wurden auch von der Pokémon-Welle mitgenommen, waren begeistert. Vor allem weil wir dann auch die Game Boy Spiele dafür hatten. Aber Sailor Moon ...
    Ja, da Pokémon nun mal auch tierähnlich sind (in den meisten Fällen), begann ich diese zu zeichnen. Ich habe Papier verschwendet wie keine andere, oh ja. Da ist viel zusammen gekommen, mittlerweile gut verteckt ... oder teilweise weg geworfen. Ich weiß gar nicht, ob davon noch was übrig ist. Von meinen damaligen Tierbildern ist immer noch ein Ordner vorhanden.


    Weiter ging es in der 7. Klasse, als ich meine damalige beste Freundin kennen lernte und sie mir von Mangas erzählte. Ich wusste, dass es die Comis gab, kannte mich aber mit dem Begriff nicht aus. Auf einmal erfasste mich die Manga-Welle, als diese zu der Zeit immer populärer wurden. (Himmel bin ich alt >_<)
    Ich begann Menschen zu zeichnen. Im Mangastil. Ich wollte auch verschiedene Projekte umsetzen, hab viele Charaktere aus meinen Geschichten aus meinem Kopf gezeichnet und dargestellt, hab viele Charaktere aus RPGs, die ich geschrieben habe, gezeichnet und teilweise habe ich sogar auch Fanarts gezeichnet. Aber diese eher verhältnismäßig gering.
    Neben dem Mangalesen begann eben auch für mich das Mangazeichnen. Ich kaufte mir Copic Ciao Stifte von meinem Taschengeld und besitze noch immer eine ganze Kiste davon. Ich hab versucht, ausprobiert, wollte besser werden ... Ich fand nie so richtig meinen eigenen Stil und war oft auch sehr frustriert darüber. Mit dem Zeichnen habe ich trotzdem nicht aufgehört.
    Je mehr Jahre vergingen und die Mittelschulzeit ihrem Ende entgegen ging, desto mehr habe ich mich zurückgezogen. Grund dafür waren die kritischen familiären Verhältnisse, die meine zarte Seele zerrüttelt und zerstört haben. Mein Selbstbewusstsein habe ich nie aufgebaut, ebenso kein Selbstvertrauen. Ich habe mich in meinen Bildern und meinen Geschichten versteckt. Das war für mich so ein bisschen der Trost, während meine reale Welt mich schikanierte, fertig machte und ich am Boden zerstört war. Ich war allein. Besonders als meine Schul-beste-Freundin wegzog, um anderswo ihre Ausbildung zu beginnen.
    Ich wurde dazu genötigt aufs Berufliche Gymnasium zu wechseln: Hauptfächer Wirtschaft und Mathe. In der Mittelschule hatte ich eine 1 in Mathe, worauf ich stolz war. Auf dem Gymnasium bin ich komplett zusammengebrochen, sowohl von den Noten, als auch von meiner Psyche. Schlimm war auch, dass es keinen Kunstunterricht gab. Das hat zum damaligen Frust beigetragen, neben etlichen anderen Faktoren. Geschichten schreiben und das Zeichnen/Malen war nach wie vor meine Zuflucht.


    Nachdem das mit dem Gymasium nicht so geklappt hatte, wie meine Eltern es gewollt hatten, begann ich meine GTA Ausbildung (= Gestaltungstechnischer Assistent, gibt's mittlerweile nicht mehr in Sachsen.) Das war eine schulische Ausbildung, wo ich mich endlich gut aufgehoben fühlte. Gleichgesinnte, Leute, die auch malen und zeichnen! Nach den 2 Jahren begann ich noch meine Mediengestalter Ausbildung. An dieser Stelle möchte ich festhalten, dass man dafür nicht malen/zeichnen muss. Das hat nämlich rein gar nichts mit Kunst zu tun. Man lernt in den Ausbildungen, wie man mit den branchentypischen Programmen umgeht. Farbenlehre, Gestaltungsregeln etc. sind auch wichtig, aber zu keiner Zeit braucht man zeichnerisches Können. Man braucht nur einen guten Geschmack und ein Blick für Design und Farben.
    Aufgrund der Ausbildungen durfte ich auch endlich mal mit Photoshop herum experimentieren, lernte das Retuschieren, hab selbst privat vieles gemacht, am geilsten war aber, als ich das Buchlayout erlernte. Seitdem gestalte ich meine Bücher selbst, die ich auch drucken lasse. hab da schon einige produziert. Doch weil ich auch sehr aufs Copyright achte, ist es mir wichtig, dass ich selbst alles erstelle und keine fremden Materialien nutze. Da kommt wieder das Malen ins Spiel: Ich erstelle meine Bilder selbst. Bestes Beispiel ist dabei "Lupus et Lupa Charakterbuch". Findet ihr auf meiner Website (s. Signatur). Das Buch hat 297 DIN A4 quer Seiten, über 200 Illustrationen (Vektorgrafiken und ganz wenige gemalte Pixelbilder), neben all den zahlreichen Texten, die darin zu finden sind.
    Dank meiner Ausbildung kann ich meine beiden großen Hobbys zusammenfügen: Ich schreibe meine Geschichten und erstelle dazu Bilder bzw. ganze Bücher. Das ist genial! Ich hab das gefunden, was mich glücklich macht. <3 Ich bin aus meinem tiefen Loch endlich raus gekommen und mit dem Auszug aus meinem Elternhaus mit 22, als ich meine Mediengestalterausbildung begonnen habe, geht's meiner Psyche deutlich besser. Über die letzten Jahren fand ich auch mehr und mehr Selbstvertrauen.


    Was meine BIlder angeht: Da fühle ich mich immer noch schlecht. Ich komme mir nicht so vor, als hätte ichs voll drauf und wäre gut darin, in dem, was ich tue. Ich komme mir eher wie ein Mittelmaß vor, dass sich irgendwie durch die Programme, Materialien und Bildern durchhangelt, um irgendwie was hinzubekommen. Ich hab auch nicht das Gefühl, dass ich die unglaublich "geilen Bilder" hinbekomme, die jeder flasht und begeistert. Das frustriert mich regelmäßig. Ich will besser sein! Viel, viel besser! Und bin es doch nicht ... In Kombination damit stelle ich oft fest, dass ich nicht genug Zeit habe zum Üben und mich deswegen frustriert damit abgeben muss, was ich zustande bekomme. Für mehr ist keine Zeit. Das liegt teilweise auch daran, dass ich viel schreibe. Meine Geschichten haben zunehmend an Stellenwert zugenommen. Ich könnte mir eher vorstellen Autorin zu sein als Künstlerin, um damit Geld zu verdienen. Zumal das Schreiben "schneller" geht als das Malen. In einer Woche kann ich jeden Tag ein Kapitel schreiben, weil ich einen Tag für ein Kapitel benötige. In der gleichen Woche brauche ich fast genauso viel Zeit, um nur ein, vielleicht zwei BIlder digital zu malen. D. h. ich hab mehr Text geschafft als Bilder erstellt, das ist frustrierend. Als Berufstätige ist es deswegen extrem mühsam, so dass ich oft nur Skizzen fertig bekomme. Wenn ich schreibe, kann ich nicht malen und umgekehrt. Da fehlt einfach die Zeit.


    Ein weiterer Frustgrund: Meine rechte Hand. Ich bin Rechtshänder, aber wenn ich schon nur eine Stunde zeichne, habe ich bereits Schmerzen, verkrampfe und es wird schwer weiterzumachen. Wenn ich durchzeichne und 2, 3 oder mehr als 5 Stunden zeichne, dann kann ich erst mal meine Hand nicht mehr richtig bewegen. Im schlimmsten Fall hab ich eine Sehnenscheidentzündung, was im September der Fall war, weil ich jeden Tag gezeichnet habe. Selbst wenn es nur 1-2 Stunden waren, das tägliche Zeichnen hat meine Hand dermaßen belastet, dass ich echt frustriert war. Das ist einfach Mist.


    Noch ein bisschen zu dem, was ich alles so verwende:
    Ich liebe es nur zu skizzieren, also mit Bleistift zu zeichnen. Einfach mein Skizzenbuch öffnen und los geht's, deswegen hab ich es überall dabei.
    Mit Copic Ciao male ich nicht mehr, da die Stifte so teuer sind und für mich eher "Manga-Utensilien" sind. Ist zwar nicht ganz korrektur, aber damit verbinde ich es. Ich zeichne nur ungern im Mangastil, bevorzuge lieber Tiere oder tierähnliche Geschöpfe (Monster) oder versuche mich langsam ans Realistische. Realistisch malen ist verdammt schwer ... und je nachdem welches Medium ich nutze, desto anders muss ich vorgehen. Im digitalen Bereich fühle ich mich nicht sicher. Nicht, wenn's ums Malen geht. Wie nutze ich das Programme, wie bekomme ich Effekte hin? Trotz allem Ausprobieren hab ich noch keinen richtigen Weg für mich gefunden und finde daher meine BIlder ... langweilig. Einfach furchtbar.
    Seit Dezember 2014 male ich mit Acryl auf Leinwand, wo mir schon das ein oder andere Bild gelungen ist. Übung brauche ich dennoch, um besser zu werden. Aber es macht Spaß und man kann solche Bilder sehr gut verschenken. <3
    Seit diesem Jahr versuche ich mich auch mit Farbercastell Buntstiften. Gerade die Kartenformate, wie ich sie jetzt male, bieten sich dafür gut an. Aber da muss ich auch noch herausfinden, wie ich coloriere, um qualitativhochwertige Bilder zu produzieren ...


    Trotz all dem Frust, den ich hatte und habe, bleibt das Malen für mich immer Teil meiner Welt. Ohne geht einfach nicht. Ich hab Phasen, wo ich gar nicht zeichne/male, weil das Schreiben wieder vordergründig ist oder weil ich in einer lustlosen Phase bin. Und manchmal bin ich begeistert und zeichne mit voller Eifer!


    An dieser Stelle will ich deswegen meinen besonderen Lob an die Aktionen richten. Sketchtember war großartig und hat mir viel Spaß gemacht. Inktober konnte ich leider nicht teilnehmen, da mit Tusche alles viel länger dauert und ich einfach keine Zeit dafür hatte. ): Ich hab ein Bild (unveröffentlicht) angefangen, aber bisher gibt es nur die Outlines. Wollte auch Schatten einbringen, aber ich bin bisher nicht dazu gekommen.
    Die aktuelle Dezember-Aktion ist wundervoll! Ich liebe sie und bin mit voller Begeisterung dabei! Großartig!
    Die KaKAO-Aktion war auch super, hat mir aber gezeigt, dass ich die kleinen Formate nicht so gut beherrsche. Ich bin richtig gefrustet über meine Karte, obwohl ich das Motiv als solches gut fand. Dabei hat mir @Effizient eine so wundervolle Karte geschenkt ... Ich schwärme immer noch darüber und danke dir von Herzen! Mein Herz wird sich erfreuen, wenn ich irgendwann wieder ein Bild von dir ergattern kann! Das is aber auch der Grund, weshalb ich unbedingt besser werden will ... Um anderen eine ebenso große Freude bereiten zu können. Denn so was macht mich wahrlich glücklich.


    Btw. will ich an dieser Stelle auch noch mal erwähnen, dass ich ohne @Rusalka nicht mehr in diesem Forum wäre. Er hat mich dazu gebracht hier zu bleiben, wodurch mir zahlreiche Aktionen, Momente und vor allem wundervolle Persönlichkeiten eröffnet und vorgestellt wurden.
    2015 - 2016 war hauptsächlich der Fanfictionbereich, in dem ich mich langsam eingelebt habe. Dieses Jahr war's etwas geringer, da ich die Wettbewerbe dort aufgegeben habe, bis auf die zwei am Ende des Jahres. Die waren cool, einfach vom Thema auch!
    Außerdem hat meine Gesundheit dieses Jahr extrem eingebüßt, so dass ich deswegen im Sommer gar nichts gemacht habe.
    Jetzt im Herbst/Winter 2017 waren/sind die Aktionen im Fanartbereich so großartig, dass ich mich darauf konzentrieren.
    Wie's nächstes Jahr aussieht weiß ich nicht. Eig. muss ich mal wieder undbedingt was schreiben. x)

    Aber trotz aller Planung, vielen Dank an all die tollen Menschen, die ich hier im BB kennenlernen durfte und die mich inspiriert haben!


    Ohne beiden Hobbys (Schreiben/Zeichnen) wäre es dazu nie gekommen, weswegen mir beides sehr wichtig ist und ein großer Bestandteil meines Lebens ausmacht. Hier bleib ich, hier fühle ich mich wohl. :D


    Eure Lexi



  • Ich denke das das ganz nah mit dem „Wieso habe ich damals zu schreiben angefangen“ zusammenhängt. Ich habe schon früher, im Kindergarten, gerne gemalt, wie wahrscheinlich die meisten. Aber richtig angefangen habe ich erst in der 7. Klasse. Ich konnte lange Zeit nicht richtig sprechen und in Deutsch war ich erst recht nicht gut, deswegen war mir klar das ich wahrscheinlich auch nie Geschichten schreiben könnte. Aber ganz aufgeben wollte ich nicht, schließlich war Geschichten ausdenken einfach ein Teil von mir. Ich glaube es war in der 7. Klasse wo ich so richtig mit dem Malen begonnen habe. Vielleicht auch schon etwas früher. Denn wenn ich schon nicht schreiben könnte, dann wollte ich zumindest meine Geschichten malen. Damals hatte ich noch die Idee eines Comics. Gleichzeitig fing ich allerdings auch mit dem schreiben an. Mein Ziel war nicht besonders gut zu werden, sondern lediglich so gut, dass ich meine Charaktere zeichnen könnte. Meine Geschichte erzählen könnte, sodass man sie auch erkennen würde. Mehr wollte ich nicht. Ich glaube das ist eines der vielen Dinge die sich seit damals verändert haben. Das war auch der Grund wieso ich damals unbedingt noch auf Paint zeichnen wollte, denn ich hatte ja nie vor richtig gut zu werden, sondern eben nur durchschnittlich. Zu der Zeit habe ich noch alles verteufelt, was nicht Paint wahr XD. Gimp?! Was soll das den sein?! So was brauch ich doch nicht zum malen XD.
    Grafik Tablett? Niemals. Eine weitere Sache die sich verändert hat. Wie gesagt ich wollte damals nicht herausragend werden, einfach nur „gut genug“, mehr nicht. Aber irgendwann ist mir das Ganze dann doch ans Herz gewachsen. Nach und nach. Aber noch etwas hat sich seit dem verändert. Früher wollte ich immer nur einfache schnelle Charakterbilder. Die mussten nichts besonders sein oder irgendetwas vom Charakter widerspiegeln. Genauso, wie ein Bild doch niemals eine Geschichte erzählen könnte. Aber nach und nach habe ich gelernt, das die Art wie ein Charakter sich kleidet, die Mimik, aber auch die Körperhaltung genauso etwas über den Charakter aussagen kann. Genau am letzteren arbeite ich im Moment sogar expeziet XD. Anfangs waren die Charaktere vom Design noch recht einfach. Die verschiedenen Farben waren immer sehr konfus gewählt. Schattierung nur selten vorhanden. Nach und nach machte mir das malen an sich allerdings auch unglaublich viel Spaß. Oft habe ich auch Bilder von Spielen die ich gerne gemocht habe, gezeichnet. Beispielsweißen als damals BW2 raus gekommen ist. Die waren natürlich nicht sonderlich gut XD. Gleich am Anfang stand schon fest das ich unbedingt Bell zeichnen wollte. Neben dem sind natürlich auch viele Bilder meiner ersten FF „Chaos of Time“ entstanden. Irgendwann kam dann der Schritt, wo ich aufs Grafikboard umgestiegen bin. Anfangs war ich noch echt verzweifelt, weil es viel schwieriger war als ich damals noch dachte. Die Linien waren immer so ungenau, ganz anders als ich es vom Linetool von Sai gewohnt war. In der Zeit haben sich meine Bilder immer und immer wieder verändert. Einmal habe ich die Outlines extrem dick gemalt, dann wieder dünn. Selbst wenn ich damals das Grafiktablett noch verflucht habe, könnte ich mir es mittlerweile nicht mehr ohne dem Ding vorstellen. Man fühlt sich freier und das zeichnen an sich macht so einfach viel mehr Spaß. Irgendwann hatte ich dann das Level, was ich haben wollte, aber da habe ich wohl schon lange nicht mehr nur gemalt um nur die Charaktere meiner Geschichten zu zeichnen. Da wollte ich schon längst wieder besser werden. Vielleicht kennt ihr das, sobald man einen gewissen Schritt erreicht hat, will man den nächsten Schritt gehen. Ich erinnere mich noch daran das meine Figuren allesamt extrem dünn waren , mir das selber aber da nicht einmal aufgefallen ist, bis jemand mich darauf aufmerksam gemacht hat. Dementsprechend habe ich weiter gemacht und mich Stück für Stück verbessert, vielleicht etwas langsamer als andere, aber das war in Ordnung für mich. Mit jedem neuen Bild wollte ich neue Dinge ausprobieren. Dementsprechend hat sich mein Art Style auch immer und immer wieder verändert, von runden, zu kantigen Gesichter, große und kleine Augen. Detailtieres und undetailiertes Haar. Ich wollte den Bildern mehr Charakter geben und habe mir deshalb auch überlegt, wie und was sie tragen sollten. Das wiederum hängt auch mit dem Biographien zusammen, die ich angefangen habe zu schreiben. Ich habe viele unterschiedliche Techniken ausprobiert, einfach weil mir das unglaublich viel Spaß gemacht hat. Auch Szenenbilder wollte ich mal ausprobieren. Ich habe die Leute immer für solche Bilder bewundert und wollte es deshalb selbst mal probieren. Mit jedem neuen Bild habe ich irgendwie etwas dazugelernt und mittlerweile bin ich sogar schon recht weit gekommen, auch wenn ich natürlich noch viel lernen muss. Malen ist ein Teil von mir. Das wird es glaube ich auch immer sein. Genau so wie das Schreiben. Und mittlerweile möchte ich keins der Beiden missen. Auch wenn es natürlich immer wieder mal zu Kreatisfs kommt XD. Wenn ich mal beim Schreiben nicht weiter gekommen bin, dann habe ich immer gerne mal gezeichnet, weil mich das immer irgendwie inspiriert hat. Ich male einfach unglaublich gerne. Und selbst in nicht ganz so einfachen Zeiten hat es mir geholfen mich abzulenken oder einfach mal zur Ruhe zu kommen. Malen ist ein unglaublich tolles Hobby und ich kann es jeden nur wärmstens ins Herz legen.


    lg Sinya

  • Ich habe schon früher, im Kindergarten, gerne gemalt, wie wahrscheinlich die meisten.

    um mich mal darauf zu beziehen: ich habe Malen im Kindergarten gehasst. Jetzt wo ich mal so darüber nachdenke liegt es vermutlich daran dass ich mit Zeichnungen immer gerne etwas ausdrücken möchte. Wenn man aber mit seinen Fähigkeiten nicht sein inneres Bild zustande bringen kann ist das wohl sehr frustrierend, wie wenn einem der Mund zu genäht wird. Später, als ich es etwas besser konnte hat es mir mehr Spaß gemacht. Obwohl ich meistens zeichne wenn ich sehr traurig oder nachdenklich bin. Das sind dann normalerweise selbst erdachte Motive. Das andere was ich wirklich gerne mache ist abzeichen von Tieren und Menschen. (Heißt nicht dass ich es gut kann, aber ich mach es gerne, wenn ich ausreichend Zeit und ein Model dazu finde ^^ ). Also ja. Das ist Zeichnen für mich. Ausdruck und Ablenkung. Und früher sehr viel Frustration (und Schock, als wir in der Grundschule auch ständig malen sollten, beim Namensschild angefangen :D )

  • Kunst bedeutet für mich sehr viel. Schon mein ganzes Leben begleitet sie mich, auch als Kleinkind mit meinej damaligen Kritzeleien.

    Zum einen ist sie ein super Ventil, um seine wildesten Ideen und Emotionen auszudrücken, zum anderen auch mein täglichen Brot, da ich vorhabe, mich in Zukunft von dem Zeichnen zu finanzieren. Nämlich indem ich mich am Tätowieren versuche. :3c

    Außerdem möchte ich hobbymäßig meinen eigenen Manga zeichnen.


    Dementsprechend ist Kunst für mich eigentlich alles, da sie mir so viel ermöglicht. Ich weiß gar nicht was ich mit mir anfangen sollte, wenn ich das Zeichnen nicht hätte. :'D

  • Ich zeichne schon sehr lange: Schon als Kind habe ich großes Interesse an das Zeichnen und Malen gehabt. Meine Mutter hat mir immer Malbücher geholt und ich hab mich bei den Malbüchern immer schon gefragt, wie man dies und jenes gezeichnet hat bzw. sind mir auch immer Stellen aufgefallen, die mir besonders gut gefallen haben, oder wo ich so einen gewissen Schwung gemerkt habe im Stil, der mir gefallen hat. Als Kind hab ich mir auch öfters LTBs gekauft, ebenso hab ich auch in diesen Büchern die Zeichnungen bestaunt. Streng genommen habe ich also schon immer "ein Auge" für "Kunst" gehabt.


    In der Schulzeit hab ich einfache Motive gezeichnet und mir nicht Vieles dabei gedacht, zB Drachen, Anime, Pokemon, meistens ohne mir irgendeine Referenz anzugucken, einfach so drauf los.

    Heute versuche ich tbh den Sinn in meinen Zeichnungen zu suchen. Ich stell mir immer Fragen wie: was bezwecke ich mit dieser Zeichnung? Was ist mir besonders wichtig? Wer soll das alles sehen? Dürfen das alle sehen? Hab ich mich verbessert? Was kann ich noch verbessern?

    Durch Instagram bin ich gefühlt ein großes Stück in meiner Kunst weitgekommen, insbesondere wenn es um das Zeichnen von Menschen und Portraits geht und was für Materialien man dafür benutzt.


    Aktuell sieht es aber wie folgt aus: Durch meine Prüfungen hab ich mich etwas mehr vom Zeichnen distanziert. Jetzt in den Ferien, bin ich mit keinem meiner neuen Bilder zufrieden gewesen und ich weiß einfach nicht weiter. Ich fühl mich so, als wär ich an irgendeiner Sackgasse gekommen. Meine Portraits fühlen sich einfach sehr zusammenhangslos an, da ich einfach zu viele Interessen habe (Anime, Kpop, Menschen, Comics..). Gleichzeitig fühl ich mich durch die große Menge an verschiedenen Medien einfach überwältigt (gedanklich, da ich praktisch eh nur mit Bleistift arbeite grad). Irgendwie kann ich aktuell auch nicht mehr als Portraits oder irgendwelche Skizzen und Doodles zeichnen. Ich weiss nicht, was oder wie ich etwas Anderes zeichnen soll.


    Ich werde vermutlich eine Pause nehmen müssen vom Zeichnen und es eher vernachlässigen, jetzt beim Semesterstart. Vielleicht kommt die Motivation ja wieder zurück.


    Sehr wichtig für mich ist aber die Zukunft. Ich bin jetzt erst 22 (lol). Die Art und Weise, wie ich zu meinen Bildern stehe, ändert sich immer wieder, da ich mich als Person auch immer weiter entwickle und neue Erfahrungen mache. Ich hab in einem einzigen Jahr so vieles über Bleistift und Portraits gelernt und das alles selbstständig. Wer weiß, wie das dann in 20 weiteren Jahren aussehen wird? Ich bin sehr gespannt. Mein Wunsch ist es, dass ich eines Tages als Hobby Künstler Gemälde male mit Ölfarben oder Gouache und damit vielleicht auch mal meinen zukünftigen Arbeitsplatz schmücke. Ebenfalls möchte ich in Zukunft life Portraits von Menschen machen, die vor mir sitzen und nicht bloß aus dem Bildschirm abzeichnen.

    Vor ein paar Monaten wollte ich noch ein wenig Geld für meine Bilder haben, heute ist es mir aber besonders wichtig, dass ich selber mit meinen Bildern weiterkomme. Ich hab mich damit abgefunden, dass ich noch kein großer Künstler bin und dass meine Bilder keine große Aussagekraft haben, eben weil viele davon auch bloß abgezeichnet sind. Ich hab mich damit abgefunden, dass ich aktuell nur für später übe. Mit den Materialien und Ressourcen, die mir grad zur Verfügung stehen.

    Oh ganz vergessen: Natürlich bleibt das Zeichnen für mich nur ein Hobby! Deswegen ist es mir auch nicht so wichtig, ob ich damit Geld verdienen kann, oder nicht. Ich will nur für mich alleine zeichnen und malen, dennoch hab ein großes Bedürfnis danach mit meinen Bildern immer weiter voranzukommen. Es macht einen riesengroßen Unterschied, ob man das nur hobbymäßig macht, oder professionell um Geld damit zu verdienen, auch wenn ich das nur ungern zugebe. Ich hab mich damit abgefunden, dass ich mich eben "nur" in Spalte des Hobbykünstlers bewegen kann.


    LG