Tempolimit - Ja oder Nein?

  • Ich versuche jetzt, bündig Gründe für und gegen ein Tempolimit zu nennen. Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich selbst nicht 100%ig hinter einem Konzept stehe, tendiere jedoch eher, für ein Tempolimit zu sein. Gründe für und dagegen gibt es sehr wohl und es wäre absurd, die jeweiligen Argumente, die einem selbst nicht passen, einfach zu ignorieren. Wer Einwände gegen konkrete Punkte hat, darf sie gerne diskutieren. Ich beziehe mich unter anderem auf Beiträge von QueFueMejor  Alaiya  Arrior und andere, die teils über 10 Tage alt sind, da sie mir dazumal ins Auge gesprungen waren. Mit diesem Beitrag möchte ich am ehesten für etwas Ehrlichkeit sorgen, die mir in beinahe allen Beiträgen (vor allem in der Politik) aus Partisan-Gründen fehlt.


    Pro Tempolimit

    • Umweltschutztechnisch ergibt ein Tempolimit Sinn. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes würden mit einem Tempolimit von 120km/h jährlich rund 3 Millionen Tonnen CO2 "eingespart" werden (Vergleich: so viel produziert der ganze Staat Island im Jahr). Das entspricht einer Senkung der CO2-Emissionen um 9%.
    • Ein Tempolimit ist verknüpft mit mehr Sicherheit auf den Straßen. Hier muss ich diesem Beitrag von QueFueMejor widersprechen. Eine Korrelation zwischen höherem Tempo und Toten (bzw. der Nichtexistenz ebenjener Korrelation) lässt sich nicht mit Vergleichen mit anderen Ländern feststellen. Vielmehr spielen die Qualität der Straßen, die Verkehrsdichte, Die Qualität (Sicherheit) der Autos und die Schulung der Fahrer eine Rolle dabei, insofern bin ich nicht überrascht, dass Spanien bspw. mehr Tote/Unfälle pro Kilometer als Deutschland hat. Wer mir weismachen will, dass die Straßen sicherer bzw. gleich sicher sind, wenn alle 230 statt 130 fahren, der muss damit rechnen, ausgelacht zu werden.
    • Wer nach Deutschland reist, wird bei jedem Grenzübergang ein solches Schild sehen: Deutschland hat eine generelle Richtgeschwindigkeit (RG) von 130km/h. Das bedeutet erstmal nicht viel, aber beispielsweise muss man bei einem Unfall damit rechnen, mindestens eine Mitschuld zu tragen, sollte man diese Geschwindigkeit überschritten haben. Der Formalitäten, um von einer RG zum Tempolimit zu gehen, sind dann vergleichsweise eher gering, wenn es einmal beschlossen wurde.
    • Laut diesem Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen hat rund 30% aller Autobahnkilometer in Deutschland bereits ein Tempolimit. Die Großräume Bremen und Stuttgart dürften bekanntere Beispiele sein. Dazu kommen temporäre Limits, wie bei Nacht oder bei Nässe. Außerdem: Ich weiß nicht, wie es im Rest von Deutschland aussieht, aber Ba-Wü und Bayern sind geradezu übersät von Baustellen. Baustellen machen rund 10% aller AB-Kilometer aus und diese werden in diesem Bericht nicht gezählt. Deutschland hat also auf die eine oder andere Weise auf gut 40% der Autobahnen ein Tempolimit.
    • Höheres Tempo produziert mehr Lärm. Das schadet der Lebensqualität der Menschen und der Wildtiere in unmittelbarer Nähe der Autobahnen.
    • Zumindest bei mir steigern höhere Geschwindigkeiten die Anspannung. Sie geben vllt. mehr Adrenalin, spannen aber meinen Körper total an - ich halte das Lenkrad mit beiden Händen (ja, wtf) und muss mich zu 110% konzentrieren, wenn ich ca. 180 fahre.
    • Umstrittener Punkt: Ein Tempolimit sorgt für weniger Staus. Das liegt daran, dass es die großen Geschwindigkeitsunterschiede auf der Straße deutlich verringert und es weniger Schneiden gibt. Der ADAC jedoch widerspricht dieser These, der meint, Verkehrsabhängige Anzeigen wären ausreichend, um die optimale Geschwindigkeit bei dichtem Verkehr zu erreichen.


    Contra Tempolimit

    • Schnelleres Fahren ermöglicht es, schneller ans Ziel zu kommen. Das sollte man grundsätzlich nicht ignorieren. Gerade wer längere Strecken durch Deutschland fährt, kann sich die ein oder andere Stunde einsparen. Zeit ist immerhin Geld, was mich zum nächsten Punkt führt:
    • Kein Tempolimit ist großwirtschaftlich profitabel. Höhere Geschwindigkeiten führen zu mehr Spritverbrauch, was zu mehr Tanken führt. Man kann jetzt zwar behaupten, dass das nur Ölkonzernen (vor allem den Russischen und arabischen, die Politiker kaufen) was bringt, aber Deutschland als Staat profitiert davon einfach mehr. Das ist wohl auch einer der Hauptgründe, warum Deutschlands Politiker so sehr daran festhalten, obwohl es niemand zugeben wird.
    • Schneller fahren ist cool. Dieser Punkt aber ist absolut subjektiv, denn was für mich cool ist, muss nicht für dich cool sein. Insofern sollte dieser Punkt gerade in einer politischen Debatte keine Rolle spielen.

    Wisst ihr was!? Scheiß aufs schnell fahren. Ich fahr lieber eine Stunde früher los, als dass ich mir Stress mache, Lärm produziere, exponentiell mehr CO2 ausstoße, einen Unfall baue, mein Leben verliere und dadurch 10km Stau verursache. Diese Dinge sollten da mehr wiegen als Spaß, oder? Oder?

  • Für einige mag das sich anhören wie im Paradies, aber für mich, und vor allem für die, die nicht so schnell gefahren sind, ist das alles andere als angenehm.
    Alles wird in dem Moment zum "Feind", vor allem die Autos, die ~120 km/h fahren und dann einen LKW überholen wollen.

    Tbh, der größte Teil solcher Situationen kann aber easy durch weitsichtiges Fahren gelöst werden. Wenn du den folgenden Verkehr regelmäßig im Blick hast und weißt, wann wo frei ist und wann nicht, ist es eigentlich kein Problem, wenn du den Verkehr vor dir beobachtest und entsprechend vorausschauend langsamer wirst oder die Spur wechselst. Dass der PKW vor einem auf einen LKW zufährt, sieht man ja, sodass man damit rechnen kann, dass dieser rausfahren wird, darauf kann man ja schon reagieren bevor der plötzlich vor einem sitzt. Dann ist auch nicht alles um einen herum ein "Feind", sondern eben einfach nur andere Verkehrsteilnehmer, für die man halt mitdenken sollte. Klar, paar Idioten gibts immer, aber im Großen und Ganzen kann auch das entspannt sein.


    Das sag ich zumindest als jemand, der lange Zeit mit der Geschwindigkeit auch eher im oberen Segment unterwegs war. Mittlerweile eigentlich nicht mehr, hauptsächlich aber aus Umweltgründen. Ich habe vor einigen Jahren interessanterweise sogar Berichte gesehen, ich meine sogar vom WDR oder so, dass dahingehend angeblich gar kein relevanter Unterschied bestehe zwischen Reisen mit niedriger und hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn, auch wegen der geringeren Reisezeit. Find ich etwas schwer zu glauben, wenn ich mir anschaue, wie mein Tank bei hohen Geschwindigkeiten quasi verdampft im Vergleich, aber okay. Und dank dem eben von emil HI FRESHI verlinkten Beitrag scheint es also tatsächlich Bullshit zu sein, wer hätte das erwartet.



    Ich habe mir doch noch einmal die parlamentarische Diskussion von vorgestern angeschaut. Dort habe ich eigentlich nichts Neues zu der Debatte gehört, allerdings war leider der Raum für das Tempolimit an sich sehr gering, da es auch um einige andere Punkte ging. Obwohl, es wurde noch Totalüberwachung durch konsequente Kontroller der Geschwindigkeit erwähnt, um das auch umzusetzen. Das war definitiv was Neues. Häufig hörte man allerdings, die Autobahnen seien die sichersten und besten Straßen, dürfte wohl der Hauptgrund sein, ein Tempolimit abzuwenden.



    Ich würde mich einer grundsätzlichen Geschwindigkeitsgrenze nicht entgegenstellen. Letzendlich läuft es halt echt drauf hinaus, dass das alles aus ein paar wirtschaftlichen und Prestigegründen nicht durchgesetzt wird, aus egoistischen Gründen wie Fahrspaß und das-war-halt-schon-immer-so-Gejammer, welches oftmals aus der gleichen Ecke wie die Beschwerden, wenn es immer mehr vegetarische Angebote gibt.

    Also selbst wenn sich tatäschlich keine Unfalltoten dadurch vermeiden ließen, sollte der Umweltaspekt in meinen Augen eigentlich Grund genug sein.

  • Contra Tempolimit

    • Schnelleres Fahren ermöglicht es, schneller ans Ziel zu kommen. Das sollte man grundsätzlich nicht ignorieren. Gerade wer längere Strecken durch Deutschland fährt, kann sich die ein oder andere Stunde einsparen. Zeit ist immerhin Geld, was mich zum nächsten Punkt führt:

    Das ist schon ein streitbarer Punkt. Nachts um 2.00 ist das richtig. Zu den normalen Verkehrszeiten wärst du aber schneller wenn alle 130 fahren würdest. Du hättest weniger Staus vor allem weniger Schluckaufstau.

  • Jain. Zeitersparnis wächst proportional mit größerem Tempo und längerer Strecke. Staus senken diese Zeitersparnis wiederum, allerdings kann ich jetzt nicht mit Gewissheit sagen, ob sie die Zeitersparnis komplett negieren. Glücklicherweise kann man genau deine Aussage testen: Ich fahre mehrmals im Jahr eine Strecke über Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien. Man könnte das zwar mit mathematischen Gleichungen lösen, jedoch kann ich aus eigener Erfahrung folgendes behaupten: Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 180 in D und 130 in Ö/SL/HR lege ich trotz häufigerem Stau in D durchschnittlich mehr Kilometer in der Stunde weg als in diesen drei Ländern. Und jemand, der 230 fährt, wird noch eher diese Erfahrungen machen - die Logik scheint mir zumindest einleuchtend, wie gesagt: mit größerem Tempo spare ich proportional mehr Zeit. Ich konnte jedoch keine Studien finden, die zeigen, wie viele Kilometer pro Stunde man praktisch pro Land weglegt. Mich würde aber nicht überraschen, wenn Deutschland dabei weit oben wäre.

  • Für eine Heimfahrt zu meinen Eltern fahre ich eine Strecke von ziemlich genau 700km, wovon max. 5km keine Autobahn sind. Seit ich ein Auto habe, das zuverlässig 180 schafft, bin ich statt 7 Stunden (bei max. 140) nur noch knapp 6 Stunden unterwegs. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich mittlerweile auf der Strecke zum Tanken anhalten muss, davor hat´s immer knapp gereicht. Ersparnis ist in meinen Augen also da, geht halt auf´s Geld (so ca. 15-20€ mehr je nachdem wieviel man halt tankt).

  • So, gehen wir weiter zu den Gesamtgetöteten von 2018. Auf der Landstraße gab es 1012 Tote (eintausendhundertzwölf!) im PKW auf der Landstraße. Dagegen nur 232 auf den Autobahnen. Bei Krafträdern sieht die Verteilung genauso aus, nur dass es hier noch weniger Tote auf den Autobahnen gab als Innerorts. Fahrräder und Fußgänger lasse ich hier mal außen vor - wobei 19 Fußgänger tot auf der Autobahn?!

    Da liegt mit das Problem, es waren ja "nur" 232 Leute, dass man natürlich auf Landstraßen und Co. auch achten sollte ist klar, nur immer dieses aufwiegen von Dingen stößt mir sauer auf.

    "Ja da ist es aber schlimmer, warum machen wir dann hier jetzt so ein Drama?", weil es unter anderem angebracht ist?

    Ich hab auch nen Kumpel auf der Autobahn verloren, weil einer meinte er müsse mit überhöhter Geschwindigkeit Ihm ins Auto donnern, warn junger Kerl gewesen, scheint sein Auto ja doch nicht so unter Kontrolle zu haben.

    Im übrigen überschätzen sich viele maßlos was da angeht, "180 phhh wo ist das Problem", Reifen der platzt, Wild was die Autobahn passiert (ja hatte ich auch schon), ein kruzen Moment unachtsam und damit die Raser auch ein wenig Zuspruch bekommen, Autofahrer die mit 110 zum überholen ansätzen, ohne das Sie einen Blinker setzen. (Und ja bei letztem wird man jetzt sagen wollen "da siehste, das meine ich doch, die anderen sind nicht achtsam", aber auch das gehört zu den Aufgaben eines Rasers, vorausschauendes fahren und so hart sollte man heutzutage ja nicht auf den Kopf gefallen sein, um zu wissen, dass es nicht selten der Fall ist, dass Leute übermütig von rechts nach links mal ziehen, also ich persönlich kalkuliere das bei meinen Autobahnfahrten mit ein)




    Da sind wir endlich. Aber hier wird nicht weiter aufgedrosselt, ob es sich um zu schnelle oder zu langsame Geschwindigkeiten handelt. Ja liebe User, auch die Schleicher sind eine Unfallursache. Eine noch viel Größere als die Raser. Stichwort Mittelspurschleicher. Ich saß selber mal in einem Auto, dass eine Notbremsung machte, weil auf der Landstraße plötzlich jemand mit 30km/h fuhr (bei freier Straße, bis auf ein paar Kurven und Hügelchen freie Sicht und Eigentempo 60km/h (maximale Geschwindigkeit auf der Straße)). Da war (mein) Fahrer einfach schneller dran als er erkennen konnte, was da für ein Verkehrshindernis unterwegs war.

    Die Person die gefahren ist war dann anscheinend aber auch nicht sehr achtsam, soll nicht heißen, dass es in Ordnung ist, dass man über Straßen schleicht (solche Leute sollten natürlich im schlimmsten Fall auch einen aufn Deckel bekommen), aber ich lese freie Straße bis auf ein paar Kurven und Hügelchen freie Sicht, war der- oder diejenige so blind und hat nicht realisiert, dass das Fahrzeug vor einem langsamer fährt oder hat man nicht mit einkalkuliert, dass man bei unübersichtlichen Ecken langsamer machen sollte, ich habe ne Landstraße mit 3 Kurven drin, die nicht einsehbar sind, da hat es im übrigen auch schon öfters geknallt, wenn ich keine Einsicht habe, fahre ich ggf. etwas vorsichtiger in diese Kurven rein.

    Bei den 3 Kruven bei mir sind 70 erlaubt, das ist aber äußerst gefährlich mit genau der Geschwindigkeit in die Kurve zu fahren, man bedenke mal, wenn da jemand liegen geblieben ist.



    Ich kann nur für meinen Freund sprechen: Der hat Tempomat und Autoabstandshalter - da schaltet man den Tempomat aufs Maxium, die Software kümmert sich um die planparen Abstände (und das sehr gut) und er kümmert sich nur noch um das, was der Computer nicht kann. Nein, es handelt sich um kein autonomes Fahren - aber anstrengend scheint es für ihn nicht zu sein, wenn er mit 180 Sachen über die Autobahnen flitzt. Oder, wenn er keinen Bock auf die Geschwindigkeit hat (oder mich Schisshase neben sich sitzen hat) auch mal 120.

    Dein Freund ist das Maß aller Dinge?

    Es soll nicht heißen, dass keiner bei hohen Geschwindigkeiten klar kommt, aber dein Freund ist eine Person von Millionen Autofahrern, auf einen guten Fahrer kommen 10 schlechte, die unbedacht und übermütig handeln.

    Dein Freund scheint augenscheinlich kein Problem mit der Geschwindigkeit zu haben, das heißt aber nicht dass er voll der Pro ist, was das fahren angeht, wie gesagt sollte man vllt. erstmal erleben was abgeht, wenn einem bei 100 der Reifen platzt und wie das dann bei 180 aussieht, und und und.

  • Nun, wenn es fast nur noch Elektroautos gibt, dann ist das Argument mit den Co2 Verbrauch nicht mehr haftbar. Elektroautos stoßen nicht direkt Co2 aus und wenn Elektroautos 200 oder schneller fahren wären sie auch leise. Man bräuchte Lärmschutzwände mehr. Mit Elektroautos hätte man 2 Argumente weniger um pro Tempolimit zu sein oder sehe ich es falsch? Die Unfalltote ist ja bei uns nicht höher als woanders.


    Vielleicht lieber anhand einer digitalen Tafel bestimmen wie hoch die Maximalgeschwindigkeit sein soll. Je nach Verkehrsdichte wird es dann geänderr.

  • Pro Tempolimit

    • Umweltschutztechnisch ergibt ein Tempolimit Sinn. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes würden mit einem Tempolimit von 120km/h jährlich rund 3 Millionen Tonnen CO2 "eingespart" werden (Vergleich: so viel produziert der ganze Staat Island im Jahr). Das entspricht einer Senkung der CO2-Emissionen um 9%.

    Ich bin mir bei solchen Zahlen immer nicht so sicher, ob das zu hoch gegriffen ist. Ich fahre selber gerne schnell und kann aus Erfahrung sagen, dass die meisten Autofahrer gar nicht so viel schneller als 130 fahren. Demzufolge denke ich, dass die Ersparnis niedriger sein wird. Zudem könnte es dann passieren, dass mehr geflogen wird, weil das dann schneller ist. Das kann ich aber nicht sagen. Ich wäre eher dafür, steuerliche Vorteile von Dienbstwagen zusammen zu streichen. Die 1%-Regelung ist viel zu billig und verleitet auch dazu, mehr zu fahren als nötig, da man keine weiteren Kosten hat. Es wird einfavch alles weitere über die Firma abgerechnet, deren Gewinn dadurch sinkt und damit muss sie weniger Steuern zahlen.

    Pro Tempolimit

    • Laut diesem Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen hat rund 30% aller Autobahnkilometer in Deutschland bereits ein Tempolimit. Die Großräume Bremen und Stuttgart dürften bekanntere Beispiele sein. Dazu kommen temporäre Limits, wie bei Nacht oder bei Nässe. Außerdem: Ich weiß nicht, wie es im Rest von Deutschland aussieht, aber Ba-Wü und Bayern sind geradezu übersät von Baustellen. Baustellen machen rund 10% aller AB-Kilometer aus und diese werden in diesem Bericht nicht gezählt. Deutschland hat also auf die eine oder andere Weise auf gut 40% der Autobahnen ein Tempolimit.
    • Höheres Tempo produziert mehr Lärm. Das schadet der Lebensqualität der Menschen und der Wildtiere in unmittelbarer Nähe der Autobahnen.
    • Zumindest bei mir steigern höhere Geschwindigkeiten die Anspannung. Sie geben vllt. mehr Adrenalin, spannen aber meinen Körper total an - ich halte das Lenkrad mit beiden Händen (ja, wtf) und muss mich zu 110% konzentrieren, wenn ich ca. 180 fahre.
    • Umstrittener Punkt: Ein Tempolimit sorgt für weniger Staus. Das liegt daran, dass es die großen Geschwindigkeitsunterschiede auf der Straße deutlich verringert und es weniger Schneiden gibt. Der ADAC jedoch widerspricht dieser These, der meint, Verkehrsabhängige Anzeigen wären ausreichend, um die optimale Geschwindigkeit bei dichtem Verkehr zu erreichen.

    Die Frage ist halt, wen der Lärm interessiert, wenn man irgendwo durch die Pampa fährt. Wie du auch schreibst, ist in der Nähe von größeren Städten ja sowieso ein Tempolimit schon da.

    Wenn bei dir die Anspannung steigt, ist das kein generelles Argument, bei mir steigt sie nicht. Darf ich das dann als Gegenargument anbringen? Bei mir ist es eher so, dass ich mich bei niedrigen Geschwindigkeiten eher ablenken lasse als bei höheren. Das geht jeden sicherlich anders, aber deswegen ist ja auch keiner dazu gezwungen, schneller als 130 zu fahren.

    Das generelle Problem ist eher, dass eben auch einige Spinner gibt, die glauben, die Autobahn gehöre ihnen und die dann dann durch Drängeln und zu dichtes Auffahren auffallen. Es ist höchst fraglich, ob die Herren (in der Regel sind das Herren) sich durch ein Tempolimit beeindrucken lassen. Zumal die Bußgelder hier in D einfach nur lächerlich sind wie auch die Konrollen. Zudem gibt es kaum Alternativen zum Auto: Die Bahn ist zu langsam, zu teuer und zu unzuverlässig. Wenn wir mal irgendwann soweit sind, dass wir (wie andere Länder) ein zuverlässiges Schnellbahnnetz haben, dann kann auch ein Tempolimit kommen. Aber das kann dauern.

  • Einfach wie in meiner Umgebung machen: Statt offizielles Limit wurde über die Jahre hinweg langsam jede Strecke ohne Begrenzung auf 120 runtergesetzt lol. Man wundert sich zwar am Anfang, aber irgendwann ist es auch normal.


    Wurde eigentlich jemals über ein Tempolimit abhängig der Zeit nachgedacht? 20-06 Uhr kein Limit, tagsüber schon. Kenne die Zahlen nicht, weiß nicht inwiefern das einen Unterschied macht, aber wenn strikte Regelungen nicht durchkommen, bringt es vielleicht eher was, wenn man die sanfter "einfließen" lässt.

  • Gerade Nachts ist die Gefahr noch höher. Straßen sind zwar leerer, aber im Dunkeln sieht man schlechter, Mehrere sind müde und im Dunkeln schränkt die Fahrtauglichkeit noch mehr wenn man etwas Alkohol trinkt.


    Es muss einfach eine Kampagne für ein Tempolimit geben. Es gibt tausende Brücken über den Autobahnen, aber keine Banner wo für ein Tempolimit beworben wird. So setzt man ein Zeichen, ohne direkt im Verkehr einzugreifen.

  • Es gibt tausende Brücken über den Autobahnen, aber keine Banner wo für ein Tempolimit beworben wird. So setzt man ein Zeichen, ohne direkt im Verkehr einzugreifen.

    Oh bitte nicht. Ich finde schon diese Plakate, die für Fahrsicherheit (Kein Handy, nicht ablenken lassen etc.) werben, absolut furchtbar. Die lenken mehr ab als alles andere. Die Straßen - vor allem nicht die Autobahnen - sind nicht dafür da, um sie mit bunten Bildern zuzukleistern.

  • Es gibt tausende Brücken über den Autobahnen, aber keine Banner wo für ein Tempolimit beworben wird. So setzt man ein Zeichen, ohne direkt im Verkehr einzugreifen.

    Oh bitte nicht. Ich finde schon diese Plakate, die für Fahrsicherheit (Kein Handy, nicht ablenken lassen etc.) werben, absolut furchtbar. Die lenken mehr ab als alles andere. Die Straßen - vor allem nicht die Autobahnen - sind nicht dafür da, um sie mit bunten Bildern zuzukleistern.

    Es werden doch auch für Dinge beworben. Zum Beispiel für die Rettungsgasse.


    Nun, es fehlt mir trotzdem eine Lobby, die halt für ein Tempolimit kämpft und es auf der Straße aufträgt. Seit Jahren sind wir das einzige Land Europaweit, was noch kein generelles Tempolimit hat und außer die Grünen und die Linken im Parlament regt sich keiner auf.

  • Vielleicht sollte man beim Grenzübergang zu Deutschland Schilder aufstellen wie: "Ab hier wird gerast!"

    Keiner wird gezwungen schnell zu fahren. Würde mich mal interessieren, wie schnell du eigentlich auf der Autobahn fährst, wenn die Strasse frei ist. :unsure:


    im Dunkeln schränkt die Fahrtauglichkeit noch mehr wenn man etwas Alkohol trinkt.

    Ok, jetzt wünsche ich mir gerade eher ein komplettes Verbot von Alkohol am Steuer. :rolleyes:



    Ansonsten hätte es mich echt gewundert, wenn sie das heute einfach so nebenbei durchgewunken hätten.

  • Einfach wie in meiner Umgebung machen: Statt offizielles Limit wurde über die Jahre hinweg langsam jede Strecke ohne Begrenzung auf 120 runtergesetzt lol. Man wundert sich zwar am Anfang, aber irgendwann ist es auch normal.


    Wurde eigentlich jemals über ein Tempolimit abhängig der Zeit nachgedacht? 20-06 Uhr kein Limit, tagsüber schon. Kenne die Zahlen nicht, weiß nicht inwiefern das einen Unterschied macht, aber wenn strikte Regelungen nicht durchkommen, bringt es vielleicht eher was, wenn man die sanfter "einfließen" lässt.

    Ist echt keine gute Idee. Es sind zwar weniger Leite auf der Straße, aber dafür ist es dunkel.

  • Die Sache ist, inwiefern ist das die schlechtere Idee als "Kein Tempolimit"? Mein Beitrag funktioniert halt genau unter der Prämisse, dass wir kein Tempolimit durchbekommen. Ich selber bin ja für eins, das stelle ich nicht in Frage. Ich hinterfrage aber "dann eben nichts ändern", wenn sich das Tempolimit nicht durchsetzt.

  • https://www.google.com/amp/s/m…oetet-werden-9126928.html


    Aber nicht nur das Tempolimit auf der Autobahn wäre wichtig. Auch in der Stadt sollte man das Tempo überall auf 30 drosseln. In Helsinki ist 2019 kein einziger Fußgänger oder Radfahrer gestorben. Weil dort werden die schwächsten Verkersteilnehmer geschützt. Irgendwie ist Skandinavien fast überall weiter als wir. Da sieht man wie konservativ wir sind und unser Auge ist nur auf ökononisch- wirtschaftliche Aspekte gerichtet.


    Zitat von Gucky

    Keiner wird gezwungen schnell zu fahren. Würde mich mal interessieren, wie schnell du eigentlich auf der Autobahn fährst, wenn die Strasse frei ist. :unsure:

    Ich selber fahre nicht, aber ich weiß wie es ist wenn man mit 200 oder so fährt. Einerseits ein cooles Gefühl, anderseits hat man Angst, dass irgendwas psssiert. Weil man bei hohen Gewchwindigkeiten das Auto nicht mehr unter Kontrolle bringen kann.


    Zitat von Gucky

    Ok, jetzt wünsche ich mir gerade eher ein komplettes Verbot von Alkohol am Steuer. :rolleyes:

    Ein komplettes Alkoholverbot ist aber nicht gerechtfertigt, weil Alkohol befindet sich in der Küche und auch in der Medizin als Verdünnungsmittel wieder. Das sind so kleine Mengen, die sind zu tolerieren. Man muss einfach zwischeb bewusst Alkohol trinken und unbewusst Alkohol zu sich nehmen unterscheiden. Wenn man Bier trinkt, dann nimmt man bewusst Alkohol zu sich. Weil jeder weißt, dass da Alkohol ist. Aber bei Medikamenten oder bei Kuchen, Backware usw.. weißt man nicht wirklich, ob Alkohol drin ist und man nimmt es eher unbewusst ein. Ist ja nicht so, dass man Medikamente nimmt wegen des Alkohols.


    Bewusstes Alkohol trinken und fahren kann verboten sein, aber nicht die unbewusste Zunahme von Alkohol.

  • Ich selber fahre nicht

    Ja, das sind halt diejenigen, die sich meistens am besten auskennen... :wink:


    weil Alkohol befindet sich in der Küche und auch in der Medizin als Verdünnungsmittel wieder. Das sind so kleine Mengen, die sind zu tolerieren.

    Hatten wir ja schonmal. Aber solch kleine Mengen sind halt nicht der Auslöser einer verminderten Fahruntüchtigkeit und von dieser hast du nunmal gesprochen. Alkohol in Mengen, die die Fahruntüchtigkeit beeinträchtigen hat halt nichts im Strassenverkehr verloren.