Mobbing


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  • Also ich hatte ja 10 Jahre am Stück als Mobbingopfer herhalten müssen ohne zu wissen warum.
    Irgendwann ignoriert man die Leute einfach und baut sich ein Ego auf mit etwas das man gut kann.
    Tja... Das ist die eine Seite der Medaille: Die Leute, die einem etwas einreden wollen, aber im Endeffekt abprallen.
    Die ganz andere Seite ist dann, wenn der eigene Vater einige Jahre später zu einem kommt und sagt "DU bist schuld daran gewesen dass keiner dich mochte weil du ungepflegt und nicht angepasst warst!".


    Was ich mehr hasse als die Mobber selbst, sind Vertrauenspersonen (allen voran Mutter und Vater), die dem Opfer am Ende auch noch die Schuld geben.
    Seitdem er das gebracht hat, habe ich den Kontakt schlicht abgebrochen. Geburtstagsgrüße? Kann er lange drauf warten. Und wenn er irgendwann das zeitliche segnet, kann sonst wer die Beerdigungskosten übernehmen.
    Für sowas abartiges empfinde ich nur Hass.

  • Die ganz andere Seite ist dann, wenn der eigene Vater einige Jahre später zu einem kommt und sagt "DU bist schuld daran gewesen dass keiner dich mochte weil du ungepflegt und nicht angepasst warst!".


    Was ich mehr hasse als die Mobber selbst, sind Vertrauenspersonen (allen voran Mutter und Vater), die dem Opfer am Ende auch noch die Schuld geben.

    Da kann ich dich sehr gut verstehen, das machen meine Eltern heute noch, bin ausgezogen und WAR nur ganz selten zu Besuch da, dann hieß es immer warum hast du das oder das kaputt gemacht.
    Mein Bruder ist auch noch zu haise und das den ganzen Tag, aber der hat ja nichts gemacht.
    Dann wird man von den eigenen Eltern noch gemobbt und am besten noch wenn irgendwelche Kollegen dabei stehen.
    Das ist auch der Grund warum ich nichts mehr von meiner Familie wissen will, jahrelang machen Sie mich fertig und Sie sind mit der Grund warum ich beim Psychologen hocke...

  • Da kann ich dich sehr gut verstehen, das machen meine Eltern heute noch, bin ausgezogen und WAR nur ganz selten zu Besuch da, dann hieß es immer warum hast du das oder das kaputt gemacht.Mein Bruder ist auch noch zu haise und das den ganzen Tag, aber der hat ja nichts gemacht.
    Dann wird man von den eigenen Eltern noch gemobbt und am besten noch wenn irgendwelche Kollegen dabei stehen.
    Das ist auch der Grund warum ich nichts mehr von meiner Familie wissen will, jahrelang machen Sie mich fertig und Sie sind mit der Grund warum ich beim Psychologen hocke...

    Ja ich muss mittlerweile auch in Therapie. Liegt vor allem daran dass meine Mutter mich permanent herumschubst weil ich keinen Job finde. Ist ja schon schlimm genug dass mein Selbstwertgefühl durch die ganzen Absagen in den Keller geht, aber sie muss natürlich auch noch draufhauen, ihre herbe Enttäuschung über ihre Tochter äußern und einen trotzdem dazu zwingen weiter zu schreiben, völlig egal ob einem dieses Stellenangebot überhaupt zusagt.
    Und wenn man es nicht macht, dann wird sie erst recht aggressiv und macht einem klar, dass man ZUHAUSE höchstens GEDULDET ist.
    Wenn ich doch wenigstens die Möglichkeit hätte auszuziehen... Aber das Amt zwingt mich ja dazu, wieder dort einzuziehen.
    Schöne Sache, wenn Staat UND Familie einem die ganze Freiheit nehmen und einen seelisch total fertig machen.

  • Es mag sein, dass es auf diesem Gebiet Ausnahmen gibt und manche Leute tatsächlich nicht wissen, was sie sagen oder wie sie dem Mobbingopfer helfen sollen. Allerdings scheinen diese Menschen so selten zu sein, dass ich in all den Jahren nicht einen von ihnen kennengelernt habe. Und selbst wenn dieser Fall eintreffen sollte, bleiben immer noch einige Fragen offen: Wieso holen sie keine weitere Unterstützung? Wieso gehen sie nicht dazwischen? Wieso informieren sie nicht das Umfeld? Die Antwort liegt doch klar auf der Hand: Diese Leute haben Angst davor, in den Kreis des Mobbings zu geraten. Und weil sie sich das nicht eingestehen möchten, tun sie eben so, als wären sie am Wohlergehen des Mobbingopfers tatsächlich interessiert.

    Sorry, aber ich finde, dass solche Aussagen auch nur bloße Unterstellungen sind, gerade bei Mobbing unter Jugendlichen.
    Es gehört ganz einfach auch viel Selbstbewusstsein dazu, in einer solchen Situation einzuschreiten und auch, sich an Lehrer oder das Umfeld zu wenden.
    Und wenn jemand Angst davor hat, sich selbst auch zum Opfer zu machen, eben weil das nötige Selbstbewusstsein fehlt, finde ich es auch völlig richtig, nicht einzuschreiten, weil dann keinem geholfen ist, ganz im Gegenteil.

  • Gut, es kann sein, dass ich auf diesem Gebiet ein bisschen zu viel von meinen Mitmenschen verlange, weil ich mittlerweile zu den Menschen gehöre, die zumindest in den meisten Fällen einschreiten. Natürlich hast Du recht, es ist überhaupt nichts Verwerfliches, wenn man egoistisch denkt und an seinem eigenen Wohlergehen interessiert ist. Es ging mir eher um den Umstand, dass solche Leute die Opfer mit fragwürdigen Ratschlägen abspeisen und sich im Anschluss auf die eigene Schulter klopfen, weil sie der Meinung sind, ihm im Gegensatz zu den anderen geholfen zu haben. Ich bin der Meinung, dass man immer etwas tun kann. Man muss sich ja nicht direkt wie ein Superheld vor das Opfer stellen und die Gegenpartei anbrüllen. Es reicht vollkommen, wenn man im Hintergrund agiert. Das ist wie beim Leisten von Erster Hilfe: Niemand verlangt, dass man sich instinktiv auf den am Boden liegenden Menschen stürzt und sämtliche Wiederbelebungsmaßnahmen einleitet, aber es wird doch nicht zu verlangt sein, ein Telefon zu benutzen.

  • Ich habe Jahrelange Erfahrung mit Mobbing. Einmal als Opfer und einmal als der Mobbende (was ich ich nach 5 Jahren noch immer bereue)


    Kindergarten fings an. Da war nur einer, der es auf mich abgesehen hatte aus Eifersucht. Hat mich verprügelt, beleidigt etc etc bis ich mich gerächt hatte und meine Ma ein...etwas längeres Gespräch mit seiner Mutter hatte.


    Grundschule gings dann, da hatte ich Freunde, nur meine Lehrerin war ab und zu etwas eh... fragwürdig aber sonst.


    Dann gings an die Oberschule und da gings nur bergab. Dadurch fing auch meine Internet Zeit an.
    Anfangs wars nur "Du bist fett" dann kamen Sachen dazu wie "Armeliger Nerd", "Schwuchtel", und einige andere Worte die ich so net wiedergebe (wie sie auf "Schwuchtel" kamen kein Plan, war nie homosexuell oder bi)
    Verkroch mich dann halt ins Netz und fand da meine Freunde. Mit der Zeit wurds mir auch egal was die anderen sagten. Hatte ja meine Chatroom Freunde.
    Doch auch im Netz war ich net sicher. Da ließ mich zwar meine Klasse in Frieden, dafür halt Leute die die Anonymität im Netz ausnutzen. So durfte ich mir von nem Mädel von dem ich was wollte anhören, ich solle mich doch vor nen Zug schmeißen und wie toll ihr Freund doch sei (was sie sehr schnell bereut hat als sie merkte was fürn Spacken das war)
    Dadurch begann ich dann paranoid zu werden. Ich traue kaum noch jemanden und hinterfrage alles, selbst Komplimente oder so. So kaputt bin ich dadurch geworden.
    Dann wars ne Zeit lang ruhig, auch in der Klasse, da man sichn neues Opfer ausgesucht hatte.


    Ende 9te und Anfang 10te gings dann wieder los. Ich durfte mir anhören ich seie ein Nazi, ein rassistischer Drecksack und sogar das ich pädophil wäre weil meine Freundin 13 war und ich 16. (ich glaube man sieht so langsam das meine Klassenkameraden den IQ eines Fels haben...wobei das ist ne Beleidigung für jeden Fels)
    Mein Klassenlehrer fing dann auch noch an. Ging es in ner Aufgabe um Übergewichtige? Ich war das perfekte Beispiel. Ich äußere meine Meinung zu Gefängnisstrafen und Todesstrafen für Menschen mit Behinderung, mein Lehrer dreht es so rum als würde ich Leute mit Behinderung als Untermenschen ansehen und ausrotten wollen, wie ein Nazi. Und die Krönung war dann als er zu meinen Eltern meinte, er würde sich Sorgen um mich machen und das die Chance besteht das ich Amok laufe! Nur weil ich Interesse am Militär habe und hier und da mal nen Shooter spiele. Gegen Ende der 10ten Klasse hab ich mich mit der Klasse vertragen, die waren um einiges besser drauf und haben mich sogar mit Respekt behandelt, als sie gemerkt haben das ich mir net mehr die Augen ausheule weil sie mich fertig machen.


    Meine Erfahrung als "Mobber" war auch im Internet. Ging damals darum, das die beste Freundin einer guten Freundin von mir, mein Inet "Schwesterchen", sie nur noch wie Dreck behandelt hat als sie ne neue Freundin gefunden hatte.
    Und da ich so jemand bin, der es nicht leiden kann wenn es meinen Freunden beschissen geht, hab ich T. (die beste Freundin) drauf angesprochen in nem Skype Gespräch. Anfangs war noch alles zivilisiert bis sie dann Anfing mich zu beleidigen. Da ich eh schon geladen war, hab ich ein Donnerwetter losgelassen das ich so nicht wiedergeben will, das wäre alles andere als jugendfrei.
    Ergebnis: Sie hat mich geblockt, hat C. (meine gute Freundin/Inet Schwesterchen) blockiert und ist ihr in der Schule aus dem Weg gegangen. Zu Beginn war ich "stolz" drauf aber nach nem Monat hab ich mich echt bescheiden gefühlt. Hab genau das getan was ich so gehasst habe.
    Hab mich versucht zu Entschuldigen...das versuche ich nun schon seit 5 Jahren. Aber sobald sie merkt wer ich bin, geht sie mir aus dem Weg.


    Simpel gesagt: Ich bereue das ich sowas getan habe. Und seit dem kann ich sagen, ich hasse Mobbing und gehe auch Streitereien aus dem Weg, wenn möglich.
    Ich hab schon jemanden dazu gebracht vor mir Angst zu haben, dabei bin ich bei meinen Freunden eher als "großer Teddybär" bekannt, nicht als fluchendes A****loch.

  • @Anemone: Ich stimme dir zu, dass man niemanden dazu zwingen sollte, einzugreifen. Aber völlig richtig ist es deshalb trotzdem nicht, aus fehlendem Selbstbewusstsein nicht einzugreifen. Ein paar wenige betreiben das Mobbing, die große Mehrheit schaut zu, so läuft es meistens. Wer sich nicht traut dazwischen zu gehen, sollte mit sich selbst mal ins Gericht gehen.
    Außerdem kann man ja, bevor man dazwischen geht, auch mal mit seinen Freunden darüber reden, ob man da was machen könnte. Wenn man organisiert und zu mehreren auftritt, braucht es vielleicht gar nicht mehr so viel Selbstbewusstsein. Es ist niemals okay oder völlig richtig, einen Menschen, der leidet, im Stich zu lassen.

  • Es ging mir eher um den Umstand, dass solche Leute die Opfer mit fragwürdigen Ratschlägen abspeisen und sich im Anschluss auf die eigene Schulter klopfen, weil sie der Meinung sind, ihm im Gegensatz zu den anderen geholfen zu haben. Ich bin der Meinung, dass man immer etwas tun kann. Man muss sich ja nicht direkt wie ein Superheld vor das Opfer stellen und die Gegenpartei anbrüllen. Es reicht vollkommen, wenn man im Hintergrund agiert.

    Naja, mit "fragwürdigen Ratschlägen" abspeisen hältst du aber auch nicht für richtig und mir drängt sich die Frage dann schon auf - was soll man denn sonst tun?


    Was nun unter fragwürdig fällt oder nicht, ist sicherlich Ansichtssache, aber ich persönlich würde mich weder jemandem, zu dem ich sonst kaum Bezug habe, irgendwie öffnen, noch von jemandem erwarten, dass er das mir gegenüber tut - dass da dann zuerst vielleicht platte Sprüche ala "Da darfst du einfach nicht hinhören und nicht so viel drauf geben" stehen, ist in meinen Augen völligst normal und eigentlich ein toller Schritt, zum einen Hilfe zu signalisieren und zum Anderen einen Schritt aufeinander zuzugehen. Für viel mehr muss auch von Seiten des Opfers die Bereitschaft dazu da sein, Hilfe anzunehmen und generell auch auf jemanden zuzugehen - von außen, von Mitschülern, Eltern, Lehrern etc. kann da kommen was will, wenn die Bereitschaft fehlt, Hilfe auch anzunehmen, wird sich an der Situation nicht viel ändern, denn an die Mobber kommt man meiner Meinung nach noch schwerer dran.



    ch stimme dir zu, dass man niemanden dazu zwingen sollte, einzugreifen. Aber völlig richtig ist es deshalb trotzdem nicht, aus fehlendem Selbstbewusstsein nicht einzugreifen.

    Meiner Meinung nach ist es so völlig richtig. Jemand, dem das Selbstbewusstsein dazu fehlt, macht sich damit wie gesagt u.U. selbst zum Ziel und davon hat niemand was, im Gegenteil, es gibt sogar einen Verlierer mehr. Wie Dartiri sagte, "aus dem Hintergrund agieren" find ich dann in jeder Hinsicht sinnvoller.


    Selbst wenn jetzt jemand eingreift - wenn das alles ist, was dieser jemand tut, dann ist dem Opfer damit für einen Moment vielleicht geholfen, in aller Regel war das aber nicht die einzige und letzte "Attacke", wenn den Mobbern sonst keine Konsequenz droht und am Problem ändert dass dann gar nichts.

  • Für viel mehr muss auch von Seiten des Opfers die Bereitschaft dazu da sein, Hilfe anzunehmen

    "Hilfe"? Du meinst Hilfe wie die bereits erwähnten fragwürdigen "Ratschläge", die in keinster Weise helfen? Mehr wird ein Mobbing-Opfer, das die Sinnlosigkeit solcher "Ratschläge" erkennt, auch nicht mehr von diesen Menschen erwarten. Zumindest geht es mir so. Warum soll ich versuchen, "Hilfe" anzunehmen, wenn ich annehme, dass dabei ohnehin nicht mehr als solche Sprüche zustande kommen? Wenn ich ohnehin weiß, dass es keinen Nutzen haben wird? Warum sollte ich dann Bereitschaft zeigen, diese "Hilfe" anzunehmen? Damit signalisiert man diesen Leuten höchstens, dass ihre Art der "Hilfe" tatsächlich hilft, was nicht der Fall ist.
    "Hör einfach nicht hin", "Krieg' ein dickeres Fell", "Pass dich einfach an"... Ich habe solche Sätze mein ganzes Leben lang gehört. Was haben sie mir gebracht? Nichts. Andere haben es bereits geschrieben: Sie sind keine "Hilfe" sondern leere Phrasen die dazu dienen, das eigene Selbstwertgefühl zu "pushen" und behaupten zu können, dass man geholfen hätte. Ich hasse solche Sprüche. Sie zu hören macht mich nur noch aggressiv. Sie signalisieren keine Hilfe sondern geheucheltes Interesse ohne jeglichen Wert.


    und generell auch auf jemanden zuzugehen

    Auf jemanden zugehen? Auf wen? Auf die ganzen Leute, die es nicht einmal interessiert? Die Leute, die einen entweder mit solchen Sprüchen abspeisen oder sagen, dass sie einem nicht helfen können? Die einem nicht einmal zuhören? Menschen, die einem tatsächlich helfen wollen (oder es glaubhaft heucheln), sind meiner Erfahrung nach äußerst selten. Und wenn man eine solche Person trifft mangelt es ihr meist an der nötigen Kompetenz und/oder den Möglichkeiten.
    Denkst du tatsächlich, dass man noch wirkliches "Vertrauen" zu anderen Menschen aufbauen kann oder will, wenn man das ganze Leben lang nur auf Abneigung, Mobbing und Verrat gestoßen ist? Ich habe einigen Menschen vertraut und wurde dafür bestraft. Wie kannst du von einem Mobbingopfer erwarten, dass es einfach auf Leute zugeht?


    Ende der neunten Klasse und ungefähr drei Viertel der zehnten Klasse habe ich mich beinahe täglich mit der Schulsozialarbeiterin meiner Schule getroffen. Eine Zeit lang hatte ich tatsächlich den Hauch von Hoffnung, dass sie mir helfen könnte. Das war ein Fehler. Mit ihr über meine Probleme zu sprechen brachte nichts, da sie kaum bis nichts gemacht hat. In dieser ganzen Zeit hat sie sich zwei- bis dreimal dazu entschieden, mit den Verursachern meiner jeweiligen Probleme zu sprechen. Ohne Ergebnis. Irgendwann kamen auch nur noch solche leeren Sprüche. Das einzige gute an ihr war, dass sie mir im Gegensatz zur Schulpsychologin nicht verbieten wollte, diese jämmerlichen Menschen für das was sie mir angetan haben zu hassen. Außerdem war ich in ihrem Raum vor anderen Schülern sicher. Der einzige Grund aus dem ich den Großteil der zehnten Klasse lang zu ihr gegangen bin: Um sicher vor Schülern zu sein und mir nicht von uninformierten Lehrern anhören zu müssen, dass ich rausgehen soll. Letztendlich habe ich das aber komplett abgebrochen, da mich ihre Gegenwart mit der Zeit so genervt hat wie die Gegenwart aller anderen auch. Darauf hin hat sie angefangen, vor den einzelnen Unterrichtsstunden zu mir zu kommen und mich zu fragen, ob ich nicht einmal wieder kommen will. Ihre Aufdringlichkeit war schlichtweg irritierend und nervig, sodass ich nicht einmal mehr geantwortet habe. Sie hat dann gefragt ob sie damit aufhören soll. Antwort: Ja. Ergebnis: Sie hat trotzdem weitergemacht.


    Meine Erfahrung als "Mobber" war auch im Internet. Ging damals darum, das die beste Freundin einer guten Freundin von mir, mein Inet "Schwesterchen", sie nur noch wie Dreck behandelt hat als sie ne neue Freundin gefunden hatte.
    Und da ich so jemand bin, der es nicht leiden kann wenn es meinen Freunden beschissen geht, hab ich T. (die beste Freundin) drauf angesprochen in nem Skype Gespräch. Anfangs war noch alles zivilisiert bis sie dann Anfing mich zu beleidigen. Da ich eh schon geladen war, hab ich ein Donnerwetter losgelassen das ich so nicht wiedergeben will, das wäre alles andere als jugendfrei.
    Ergebnis: Sie hat mich geblockt, hat C. (meine gute Freundin/Inet Schwesterchen) blockiert und ist ihr in der Schule aus dem Weg gegangen. Zu Beginn war ich "stolz" drauf aber nach nem Monat hab ich mich echt bescheiden gefühlt. Hab genau das getan was ich so gehasst habe.
    Hab mich versucht zu Entschuldigen...das versuche ich nun schon seit 5 Jahren. Aber sobald sie merkt wer ich bin, geht sie mir aus dem Weg.

    Wenn etwas daran Mobbing ist dann eher das Verhalten dieses Mädchens (unter der Annahme, dass du keine wichtigen Details ausgelassen hast/nichts davon weißt). Du hast lediglich eine Person, die deine Freundin ohne offensichtlichen Grund wie Dreck behandelt hat, darauf angesprochen und wurdest daraufhin beleidigt. Was du getan hast ist kein Mobbing sondern ein anscheinend einmaliger Wutausbruch, bei dem man womöglich die Wortwahl als inakzeptabel werten könnte. Mehr aber auch nicht.


    Was ich mehr hasse als die Mobber selbst, sind Vertrauenspersonen (allen voran Mutter und Vater), die dem Opfer am Ende auch noch die Schuld geben.

    Hasse ich ebenfalls, wenn auch nicht mehr als die Mobber selbst. Ich musste (bzw. muss immer noch) mir von meiner Mutter und meinen Großeltern anhören, dass ich selbst an allem Schuld sei.
    Ihr Verhalten kann, denke ich, bereits als Mobbing bezeichnet werden.
    Ich werde von ihnen für meine Intelligenz, für die ich früher noch teilweise gelobt wurde, beleidigt und angeschrien wenn ich es wage, sie in irgendeiner Form zu korrigieren. Sie zwingen mich dazu, mit ihnen zu reden, aber wenn ich etwas sage was sie nicht unterstützen werde ich beleidigt und weggeschickt. Meine Mutter hat mir vor einigen Jahren damit gedroht, mich in ein Kinderheim zu schicken (ist das überhaupt einfach so möglich?) oder mich am Straßenrand auszusetzen, wenn ich nicht öfter mit ihr rede.
    Während einer Fahrt hat sie mich einmal angeschrien und beleidigt, weil ich nicht gelächelt habe.
    Ich musste mir von meinem Großvater anhören, dass es ihn nicht wundert, dass ich keine Freunde habe und ich ohnehin keine verdient habe.
    Er hat mich einmal angeschrien und geschlagen, weil ich den Fakt geäußert habe, dass er eigentlich keine Erziehungsberechtigung für mich hat und ich ihm in keinster Weise gehorchen muss (zu der Zeit hat er mich zum Erledigen vieler Aufgaben missbraucht, mit denen ich nichts zu tun hatte oder die ihm selbst leichter gefallen wären).
    Mein ganzes Leben ist voll von solchen Ereignissen. Und dann behaupten irgendwelche Leute ohne den Hauch einer Ahnung, dass ich nicht das Recht dazu hätte, sie zu hassen. Dass ich "undankbarer Abschaum" wäre. Menschen erwarten von mir, dass ich Leute liebe, die mich regelrecht gemobbt haben. Ich hasse solche Leute.

  • Es ist ein schwieriges Thema und ich habe auch schon vieles erlebt und auch von Betroffenen gehört. Ich finde es aber schon, dass es auch Institutionen und gerade Vereine, die sich sehr für Opfer von Mobbing einsetzten. Ich habe selbst oft erlebt, dass Jugendliche sich ganz vor mir verschlossen haben und sich nie zu Misshandlungen geäußert haben und wo ich mich tagelang wirklich hineingekniet und versucht habe sie wirklich zu verstehen und mich zu fragen was fühlt diese Person? Wie schaffe ich das Sie mir vertrauen und wie schaffe ich selber dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen. Ich habe bei einem Mädchen, das von einer Gruppe geschlagen wurde, so oft angerufen und haben geredet, dass sie ein Bestandteil meines Leben geworden ist. Ich denke oft scheiss doch einfach drauf zeig ihnen, dass es dir nicht egal ist, aber ich versuche auch oft sie einfach abzulenken und ihnen Gelegenheit zu geben alles andere auszublenden.


    Was halt für viele Betroffene das Erschreckende ist, dass sich nahe Bezugspersonen, wie Eltern und Verwandte sich nicht dafür interessieren und Sie gar im Stich lassen. Dieses gebrochene Vertrauen und der Verlust des Gefühls der Geborgenheit isoliert sie und lässt Misstrauen wachsen. Und deswegen finde ich unfassbar wie unsensibel dieses Thema heutzutage noch angegangen wird. Aber ich möchte sehr gerne betonen, dass es durchaus Helfer gibt, die ihr mögliches tun um zu helfen und deren Arbeit finde ich beachtlich und verdient Anerkennung.


    Ich denke auch nicht jeder fragt einfach aus Eigennutz "um sich auf die Schulter zu kloppen", manchmal merke ich das Eltern einfach hilflos sind und das Problem einfach nicht erfassen, die denken einfach, dass es damals ja auch schon Mobbing gab und es nicht geschadet hat. Aber sie beachten die Dynamik der sozialen Medien nicht, heutzutage gibt es massive Arten von Mobbing übers Internet und Facebook, man kann Leute komplett isolieren. Sie unterschätzen das Problem und folglich merken
    sie die Diskrepanz zwischen ihrer Wahrnehmung und Realität nicht. Das soll keine Entschuldigung sein und es gibt auch andere Beispiele, aber jeder braucht jemand der uns so mag wie wir sind und uns so sieht wie wir uns geben.


    Ich habe damals zu dem Mädchen gesagt: ich weiss dein Leben war und ist nicht leicht und du denkst du kannst es wenn überhaupt nur allein schaffen, aber lass mich deinen Weg teilen, ich sehe dich vor mir wie du wirklich bist und möchte gerne
    Verantwortung übernehmen da zu sein wenn du keinen Ausweg mehr hast. Einfach dein Backup fürs schlimmste.


    Ich weiss es schwer wieder Vertrauen aufzubauen und die Mauer fallen zulassen, aber ich hoffe ihr findet die Person, wo es sich lohnt dies zu riskieren.

  • (Entschuldigung, falls ich das falsche Thema ausgewählt habe, schien mir passend. Falls nicht, Befehl an die Moderation: Ins richtige verschieben :) )


    Es muss sein. Ich muss den Frust von meiner Seele schreiben, denn wenn ich es nicht tue, erlebe ich noch irgendwann nen emotionalen Kollaps. Könnte nur an wenig Schlaf liegen, aber ich fühl mich jetzt schon seit Monaten teilweise extrem depri und muss es irgendwo rauslassen, hab leider keinen Boxsack.


    Der folgende Beitrag beschreibt in etwa meine Gefühle während der letzten 15 Jahre meines Lebens. Es ist alles genau so geschehen, wie es da steht und meinen Charakter hat es teilweise sehr stark geprägt. Es geht über Mobbing-Probleme mit Mitschülern bis zum Vaterhass. Ich habe über viele dieser Dinge mit noch niemandem geredet, weder Privat noch sonstwie, aber ich habe das Gefühl, dass es Zeit wird weiterzugehen und um das zu können, muss ich versuchen, über meine Vergangenheit hinwegschauen.


    Meine frühe Kindheit lief ziemlich problemlos. Jedoch war ich an einem Punkt dem Tode ziemlich nah, es lief ungefähr so ab: Mein Opa hatte mich ab und zu zur Schule begleitet, und kein einziges Mal ist je was passiert (ich war erste Klasse). Jedoch entschied er eines Tages, mich 300 Meter vor der Schule alleine gehen zu lassen, dann so ca. 100 vor dem Schulgebäude hielt ein unbekannter Mann mit Auto vor mir und lud mich zu sich ein. Erst wollte ich nicht, da ich "in die Schule muss(te)", dann bot er mir Schokolade an und ich wär tatsächlich fast eingestiegen, da ich jedoch in der Schule ein Musterkind war (:rolleyes:), war mir wichtiger, rechtzeitig anzukommen und so ist der Mann einfach weitergefahren. (Zu der Zeit sind in Bosnien einige Kinder auf diese Weise verschwunden, wer weiß was mit mir wäre, wär ich damals eingestiegen.)


    Irgendwann ab Ende des 6. Lebensjahrs fing es an, rund zu gehen. Mein Vater meinte, die beste Weise, mich etwas zu lehren, wäre, mir eine Klatsche zu verpassen, also waren die nächsten meiner 7-8 Jahre geprägt von Schmerz, Erniedrigung und endlosem Hass gegenüber der Person, die mich gezeugt hat. Es waren zu 99% Kleinigkeiten, wie z.B. wenn ich nicht gleich aufhörte im Haus zu rennen, wenn er es wollte griff er gleich beim zweiten Mal zur Hand. Das ging so gefühlt jeden zweiten Tag, irgendwann hatte ich keine Tränen mehr, die ich vor Schmerz vergießen konnte. Tatsächlich ist es so, dass bei einem Mal mein Kopf gegen die Wand schlug und ich fast ohnmächtig wurde. Aber auch nur fast. Das war auch das letzte Mal, dass er mich in irgendeiner Weise geschlagen hat, jedoch nicht, weil er seinen Fehler erkannte (Gott bewahre, er bereut es bis heute keine Sekunde lang), sondern er meine Mutter zur Weißglut getrieben hat und sie intervenieren musste. Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr mich das seelisch belastet hat, welche Wut es jedoch in mir geweckt hat, ist klar:
    Bis zum letzten Dezember war die Rache an meinem Vater das stärkste Verlangen, das mich am Leben hielt. Ich konnte mir bis dato nichts schöneres vorstellen, als ein Messer zu nehmen, und unendlich oft in ihn einzustechen, so lange, bis ich keine Kraft mehr hätte. Pausenlos. Er hat mich fürs Leben gebrandmarkt, verweichlicht und auch heute noch ist er die einzige Person, von der ich wirklich behaupten kann, sie von ganzer Seele zu hassen. Er hat mir die Vorstellung von Familie geraubt und wenn ich im Urlaub einen anderen Ort für Pennen hätte, würde ich ihn sicherlich nie wiedersehen. Er ist der einzige Teil meiner Vergangenheit, den ich einfach nur vergessen will. Zu meinem Glück bin ich jetzt ca. 1000 km von ihm Entfernt und muss ihn nur dann sehen, wenn ich meine Mum, Sis und Verwandten besuchen will, das hat dieses Verlangen stark gemildert, dennoch ist da noch eine tiefe Narbe vorhanden.


    Etwas anderes, das ich am liebsten nur vergessen würde, aber heute kann ich über diesen Teil einfach nur lachen: In der siebten Klasse (damals war ich noch 12 Jahre alt) haben vereinzelte Klassenkameraden immer wieder auf mir rumgehackt, ob ich nicht "gay" wäre. Wie ich heute weiß, war die Vermutung nichtmal so abstrus da ich doch stark feminin auftrat (teilweise bedingt durch die Verweichlichung durch meinen Vater), aber kommen wir zurück zum Kern, ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen. Irgendwann im Oktober während einer Englisch-Stunde haben sie mich wieder damit genervt und mir vermehrt die Frage gestellt, ob ich denn "gay" wäre. Da ich als 12-jähriger, komplett zur Schule orientierter, Junge nicht wusste, was dieses "gay" sein soll, beantwortete ich die Frage mit "Ja" und schrie es sogar vor der Klasse raus. Innerhalb von 10 Minuten war ich die größte Witzfigur der Geschichte der Schule und wurde noch über Monate hinweg gehänselt und gegretelt, mal abgesehen davon, dass anders sexuell orientierte Leute in Bosnien die schlimmsten in der Gesellschaft sein könnten, schlimmer als Mörder und sonstige Kriminelle zusammen. Das Ergebnis war, dass ich mich z.B. immer separat von den restlichen Jungs für Sport umzog, weil die Gruppe leicht handgreiflich wurde. Oder, dass mich die Jungs z.B. nicht mehr für Fußball wollten, was mir recht wurscht war, denn Fußball hasste ich immer aber es ging halt um den Zusammenhalt, das Teamgefühl, um Akzeptanz, und diese war nicht vorhanden. Meinen Vater hat das wenig interessiert, weswegen er meine Mutter beauftragte, in der Schule einzuschreiten. Da sie das jedoch nicht versteht/verstand, wurde es für kurze Zeit nur noch schlimmer und ich war für gut ein halbes Jahr Einzelgänger. Ein paar Jahre später wurde es besser und man hat das mehr oder weniger verdrängt, man wurde auch älter und erkannte, dass das alles nicht ernst gemeint werden konnte, nicht zuletzt, weil ich zu der Zeit fast zu stark nach Mädchen schwärmte, um meine wahren Neigungen zu verdrängen und um zu versuchen, den Schaden, den ich angerichtet hatte, zu schmälern.


    Heute hab ichs besser. Ich wohne mittlerweile in Österreich, wo man wenigstens nicht öffentlich ausgelacht wird, für das, was man ist. Ich kann endlich der sein, der ich bin und muss mich nicht mehr verstecken. Es fällt mir schwer, neue Bekanntschaften zu machen, aber dank diesem Forum habe ich zum Glück Dinge gefunden, für die es sich lohnt, weiter zu machen. Freunde fürs Leben, könnte man sagen (die betroffenen können sich angesprochen fühlen), die mich, auch wenn ich jetzt sogar noch weniger Zeit für sie habe, jedes mal aufheitern, wenn ich ihre Stimmen hör. Ich habe aber angst, jemanden fremdes auf der Straße anzusprechen, auch wenn ich sehr gerne würde. Ich bin jedoch dabei, Selbstwertgefühl zu finden (und übertreibe dabei sehr oft, was in leichter Arroganz endet) und halte mich für sozial sehr viel weiter, als ich es villeicht vor einem Jahr war.


    Ich spare mir mal Lektionen von wegen "Nie aufgeben" blabla. Tatsache ist, dass ich mir manchmal unsicher bin, ob ich nicht wirklich aufgeben sollte, aber ich tue es nie. Ich bin noch dabei, mich selbst zu finden aber gewisse Ereignisse in meinem Leben, die ich nur zu gern vermieden hätte, haben mich zu nem guten Teil geformt und nachdem ich diesen Text geschrieben habe, der mich viel Überwindung gekostet hat, bin ich mir nicht sicher, ob ich jemals in der Lage sein werde, über den Schatten meiner schlimmen Erlebnisse hinweg zu sehen. Ich hoffe es.

  • "Hilfe"? Du meinst Hilfe wie die bereits erwähnten fragwürdigen "Ratschläge", die in keinster Weise helfen? Mehr wird ein Mobbing-Opfer, das die Sinnlosigkeit solcher "Ratschläge" erkennt, auch nicht mehr von diesen Menschen erwarten. Zumindest geht es mir so. Warum soll ich versuchen, "Hilfe" anzunehmen, wenn ich annehme, dass dabei ohnehin nicht mehr als solche Sprüche zustande kommen? Wenn ich ohnehin weiß, dass es keinen Nutzen haben wird? Warum sollte ich dann Bereitschaft zeigen, diese "Hilfe" anzunehmen? Damit signalisiert man diesen Leuten höchstens, dass ihre Art der "Hilfe" tatsächlich hilft, was nicht der Fall ist.
    "Hör einfach nicht hin", "Krieg' ein dickeres Fell", "Pass dich einfach an"... Ich habe solche Sätze mein ganzes Leben lang gehört. Was haben sie mir gebracht? Nichts. Andere haben es bereits geschrieben: Sie sind keine "Hilfe" sondern leere Phrasen die dazu dienen, das eigene Selbstwertgefühl zu "pushen" und behaupten zu können, dass man geholfen hätte. Ich hasse solche Sprüche. Sie zu hören macht mich nur noch aggressiv. Sie signalisieren keine Hilfe sondern geheucheltes Interesse ohne jeglichen Wert.

    Und dass diese Sprüche vielleicht nur ein erster Annäherungsversuch sind? Ob es nur platte Sprüche sind, oder ob da jemand ernsthaft Hilfe anbieten möchte, kannst du nicht wissen, wenn du nicht mehr zulässt.
    Ganz ehrlich, wenn ich mich vor dich hinstellen würde und dir sagen würde "Erzähl mir, wie es dir geht. Sag mir, wie ich dir helfen kann, ich möchte dir ehrlich helfen.", dann wäre die Reaktion die gleiche, du sagst selbst, wozu versuchen Hilfe anzunehmen, wenn ja eh nicht mehr bei rum kommt und ich mit dem Spruch ja sowieso nur heuchle um mein Ego zu pushen?
    Dann ist es auch völlig egal, ob ich platte Sprüche reiße oder tiefgründige, ernstgemeinte Reden schwinge, wegschauen ist aber auch falsch - wie man es macht, es ist ganz offensichtlich falsch.


    Denn, so liest es sich für mich, können Betroffene offensichtlich Gedanken lesen, dass ja jeder, der das Thema anspricht, nur für sein eigenes Ego heuchelt.


    Hilfe ist nichts einseitiges und vielleicht sollte mal bedacht werden, dass auch jemand, der solche Sätze von sich gibt, nur ein Mensch ist und nicht, wie der Betroffene es wohl kann, Gedanken lesen kann. Und, wenn er selbst nicht in der Situation war, sich das einfach schwer vorstellen kann, wieso man so manches nicht einfach überhören kann.
    Alles von vornherein abzublocken, löst das Problem aber genauso wenig. Denn ob dieser jemand, den du für einen Heuchler hältst, vielleicht selber nicht so recht weiß, wie er mit dir umgehen soll und versucht, irgendwie an dich ranzukommen, ins Gespräch mit dir zu kommen ob er dir nicht doch tatsächlich helfen kann, wirst du auch nie rausfinden, wenn du pauschal alle für Heuchler hältst.
    Es liegt in der Natur der Sache, dass man sich für Veränderungen auch auf etwas einlassen muss.



    Denkst du tatsächlich, dass man noch wirkliches "Vertrauen" zu anderen Menschen aufbauen kann oder will, wenn man das ganze Leben lang nur auf Abneigung, Mobbing und Verrat gestoßen ist? Ich habe einigen Menschen vertraut und wurde dafür bestraft. Wie kannst du von einem Mobbingopfer erwarten, dass es einfach auf Leute zugeht?

    Dass erwarte ich nicht, nein und mir ist der Umstand auch völlig bewusst.


    Aber ich frage dich, was erwartest du dir von anderen, die nicht zu den Mobbern gehören, wenn du Sie pauschal als Heuchler abstempelst? Das ist in die umgekehrte Richtung prinzipiell nichts anderes.


    Bitte versteh mich nicht falsch, dass Mobbing, vor allem für die Opfer, ein komplexes Thema ist, weiß ich. Dass diese Sprüche nicht helfen, weiß ich auch. Dass es nicht jeder Sozialarbeiter und Psychologe kann, weiß ich ebenso.
    Ich stelle hier auch nicht die Forderung "Jedes Mobbingopfer muss halt einfach lernen, auf andere zuzugehen!" - das ist utopisch und völligst verfehlt, das ist mir klar.


    Aber jede Hand, die einem entgegengestreckt wird, mal pauschal zu beißen, ist genauso wenig richtig und darum geht es mir.


    Dass man nicht jedem sofort vertraut, ist mir auch klar und das ist auch nicht Sinn der Sache, das erwartet ja niemand. Aber nur weil ich jemandem nicht vertraue, heißt das nicht im Umkehrschluss, dass ich ihn deswegen komplett zurückweisen muss. Ich kann jemandem auch misstrauen, und ihn deswegen trotzdem beobachten und prüfen, ob es hier nicht doch um jemanden handelt, der sich Mühe mit mir geben möchte.
    Denn dass bei ständiger Zurückweisung das Gegenüber, dass vielleicht wirklich ehrlich helfen möchte, auch irgendwann mit seinem Latein am Ende ist, ist dann auch nicht verwunderlich. Ist dann prinzipiell die gleiche Situation und das gleiche Bild, das du vom anderen hast, nur aus der anderen Richtung: "Der will mir nicht helfen." - "Der will meine Hilfe nicht."


    Ein Erwachsener hat vielleicht mehr Geduld, dass aber gerade Jugendliche da schneller das Handtuch werfen, finde ich wenig verwunderlich.

  • Und dass diese Sprüche vielleicht nur ein erster Annäherungsversuch sind?

    Wenn "Annäherungsversuche" so aussehen will ich sie noch weniger als ohnehin schon. Wer das auf diese Weise versucht meint es ohnehin nicht ernst und/oder verfügt höchstwahrscheinlich nicht über die nötigen Kompetenzen um helfen zu können. Ansonsten würde diese Person nämlich nicht auf Standard-Sprüche zurückgreifen, bei denen man sich bereits denken kann, dass das Mobbing-Opfer sie bereits in Massen gehört hat.


    Ganz ehrlich, wenn ich mich vor dich hinstellen würde und dir sagen würde "Erzähl mir, wie es dir geht. Sag mir, wie ich dir helfen kann, ich möchte dir ehrlich helfen.", dann wäre die Reaktion die gleiche, du sagst selbst, wozu versuchen Hilfe anzunehmen, wenn ja eh nicht mehr bei rum kommt und ich mit dem Spruch ja sowieso nur heuchle um mein Ego zu pushen?

    Warum sollte ich so etwas auch glauben? Menschen lügen. Es gab Menschen, die behauptet haben, dass sie mir helfen wollen. Alle diese Menschen waren aber entweder vollkommen inkompetent oder haben mich verraten. Letztendlich hat mir Vertrauen in die Ehrlichkeit von Menschen und ihre Hilfsangebote nur Schmerzen eingebracht. Also warum sollte ich irgendeiner Person glauben, dass sie mir tatsächlich helfen will?


    Denn, so liest es sich für mich, können Betroffene offensichtlich Gedanken lesen, dass ja jeder, der das Thema anspricht, nur für sein eigenes Ego heuchelt.

    Vielleicht nicht jeder. Aber der Großteil. Ich wurde mein ganzes Leben lang beleidigt, geschlagen, getreten, Treppen herunter gestoßen, belogen, verraten, gedemütigt, ausgelacht, als Sündenbock missbraucht... Vertrauen ist zu riskant.


    Es liegt in der Natur der Sache, dass man sich für Veränderungen auch auf etwas einlassen muss.

    Veränderungen sind nicht immer gut. Besonders in solchen Fällen ist mir das Risiko zu groß, dass es sich um eine negative Veränderung handelt und ich nur noch mehr leiden muss.


    Aber ich frage dich, was erwartest du dir von anderen, die nicht zu den Mobbern gehören, wenn du Sie pauschal als Heuchler abstempelst? Das ist in die umgekehrte Richtung prinzipiell nichts anderes.

    Ich erwarte lediglich das, was mein Leben mir gezeigt hat. Die meisten Menschen sind entweder Heuchler, nicht dazu fähig, tatsächlich zu helfen, oder ehrlich und sagen, dass es sie nicht interessiert. Menschen, die tatsächlich helfen wollen und können, sind selten. Ich bin jedenfalls noch auf keine solche Person getroffen.


    Aber jede Hand, die einem entgegengestreckt wird, mal pauschal zu beißen, ist genauso wenig richtig und darum geht es mir.

    Ich beiße eine Hand lieber bevor sie mich erwürgt.


    ob es hier nicht doch um jemanden handelt, der sich Mühe mit mir geben möchte.

    Mühe allein reicht nicht. Wenn eine Person nicht über das Verständnis und Möglichkeiten verfügt um zu helfen ist sie als Helfer/in unbrauchbar.

  • Wenn "Annäherungsversuche" so aussehen will ich sie noch weniger als ohnehin schon. Wer das auf diese Weise versucht meint es ohnehin nicht ernst und/oder verfügt höchstwahrscheinlich nicht über die nötigen Kompetenzen um helfen zu können. Ansonsten würde diese Person nämlich nicht auf Standard-Sprüche zurückgreifen, bei denen man sich bereits denken kann, dass das Mobbing-Opfer sie bereits in Massen gehört hat.

    Mal so am Rande ohne dich angreifen zu wollen, wenn ich deine Beiträge lese würde ich die einen Psychologen empfehlen, meiner hat mir bis jetzt sehr gut schon geholfen...
    Wenn ich das lese was du schreibst denke ich mir nur so, "mhhh Sie will gar nicht geholfen bekommen, der Rest sind Arschlöcher und Sie ist der Gutmensch".
    Was erwartest du als ERSTE Maßnahme, dass die Person dir um den Hals fällt und dich amknutscht und dich so dolle knuddel dass dir die Wirbel brechen?
    So konnte ich Leuten auch schon helfen, habe aber gleich im nachhinein gesagt, "wir gucken was wir dagegen unternehmen können". (WIR aus dem Grund, weil ich die Person "stütze" und Sie mit eigenem WIllen versuchen muss aus dem Loch zu kommen, denn ohne irgendwie einlenken des Opfers wird NICHTS passieren, dass kann ich dir als Mobbingopfer mit jahrelanger Erfahrung sagen)
    Mein Psychologe hat mich in dem Sinne gestützt und aufgebaut und ich habe bzw. MUSS den Willen zeigen dass ich das auch will.
    Andere arbeiten zu lassen und selber nichts machen wird das Problem definitiv nicht verbessern. (Wir reden hier nicht davon dass du auf die Mobber zugehst und den links und rechts eine donnerst sondern, denn Willen zeigst dir helfen zu lassen.)



    Warum sollte ich so etwas auch glauben? Menschen lügen. Es gab Menschen, die behauptet haben, dass sie mir helfen wollen. Alle diese Menschen waren aber entweder vollkommen inkompetent oder haben mich verraten. Letztendlich hat mir Vertrauen in die Ehrlichkeit von Menschen und ihre Hilfsangebote nur Schmerzen eingebracht. Also warum sollte ich irgendeiner Person glauben, dass sie mir tatsächlich helfen will?

    Wir oben beschrieben, wenn du kein bisschen einlenkst bleibst du auf ewig in deinem Loch und was das für deine Zuknuft bedeutet wirste dir denke ich selber mal ausmalen können.
    Was denkste wie oft ich betrogen wurde? Denkst du ich habe heute Freunde? Nein, aber den bitter bösen Menschen zu spielen und die ganze Menschheit zu verfluchen und zu sagen, "alle wollen mir was böses" ist falsch.
    Vllt. kommt es auch noch mit dem Alter (so war es bei mir auch, denn ich habe auch damals so gedacht wie du).
    Mit solchen Aussagen schießt du dich wohl oder übel mit der Zeit sleber ins aus, wenn du der Meinung bist diverse Menschen sind deiner nicht würdig.




    Vielleicht nicht jeder. Aber der Großteil. Ich wurde mein ganzes Leben lang beleidigt, geschlagen, getreten, Treppen herunter gestoßen, belogen, verraten, gedemütigt, ausgelacht, als Sündenbock missbraucht... Vertrauen ist zu riskant.

    Du bist 16 Jahre bist sicherlich noch nicht viel um die Welt gekommen und willst mir sagen der Großteil ist so?
    So sehr ich auch viele Menschen verabscheue, muss ich sagen dass das ein winzig kleiner Punkt ist und zwar aus dem Grund weil es mein Umfeld betrifft, ich kann nicht Millionen von Menschen verurteilen wenn ich Sie noch nicht mal kenne.
    Ein Bild kann ich mir erst dann von den Menschen machen, wenn ich Sie länger im Auge habe und beobachte.
    Das Vertrauensbrüche SEHR SEHR SEHR schlimm sind kann ich verstehen, ich sehe es ja an meinen Eltern, ich will nicht mehr von Ihnen wissen, genauso wie vom Rest meiner Familie (einfach weil es viel schmerzhafter ist von der eigenen Familie verraten zu werden als von Freunden), aber deshalb sage ich nicht Vertrauen ist riskant, ich bin nur SEHR vorsichtig was diverse Personen betrifft und deren Vertrauen.



    Veränderungen sind nicht immer gut. Besonders in solchen Fällen ist mir das Risiko zu groß, dass es sich um eine negative Veränderung handelt und ich nur noch mehr leiden muss.

    Ein neutraler Punkt ist es schonmal sich auf Hilfe (und das am besten von einem Psychologen und nicht von dem Schulgedöns) einzulassen.
    Wenn du dich da ein wenig öffnest und mit beisteuerst wirste sehen wie gut es dir geht, du kannst die Leute die dich "gerichtet" haben immer noch hassen. (mach ich schließlich auch)
    Aber bei deinen Post hört es sich so an wie "Die Menschen sind nicht würdig, ich bin die einzigste Person die richtet und über alles bestimmt", wenn er Gedanke schonmal wegfällt siehste die Welt schon mit ganz anderen Augen.
    Du stürtzt dich mit deiner Einstellung selbst ins verderben, sowohl gesundheitlich als auch sozial, denn wenn aufeinmal eine Person vor dir steht die dich mag und Sie mit Füßen trittst, ist das wie ein Schlag ins eigene Gesicht.



    Mühe allein reicht nicht. Wenn eine Person nicht über das Verständnis und Möglichkeiten verfügt um zu helfen ist sie als Helfer/in unbrauchbar.

    Von deiner Position und Posts her machst du alles unbrauchbar, was nicht nach deiner Pfeife tanzt...

  • @Noire De Tenebrae
    Ohne dir wieder zu nahe treten zu wollen, dein Verhalten scheint auch nicht immer das Beste zu sein. Wegen einer Kleinigkeit auszucken und sich ins Wuteckerl stellen, steigert auch die Freundlichkeit der Lehrer dir gegenüber nicht gerade. Vielleicht hilft etwas Anpassung, aka eine angemessene Aggressionskontrolle zu erlernen, ja doch? :|
    Stell dir vor, der Kerl, der mir androhte mich vor der Schule zu verprügeln, hat mich auch mal einige Stiegen runtergetreten. Deswegen renn ich nicht mit "alle Menschen sind so schlecht"-Einstellung durch die Welt und hab dafür wenig Verständnis.
    Wie du durch die Welt läufst, ist DEINE Einstellung, die du dir aktiv aussuchst / mit der Zeit durch freien Willen erarbeitest und keinem anderen in die Schuhe schieben kannst. "Weil ein paar Leute schlecht zu mir sind, geh ich auf jeden so zu und stemple jeden als Arsch ab und mach Menschen wegen Nichtigkeiten (omg, Alkohol! Omg, Aprilstreiche!) runter." Ist nicht. Wenn man neue Leute kennenlernt und ihnen zeigt, dass man sie hasst (und das braucht man nicht aussprechen, das merkt man) werden sie nicht grad mit Freundlichkeit erwidern.
    Und pls, andere Menschen (so ziemlich jeder?) haben auch schon schwere Vertrauensbrüche hinter sich gebracht und lassen es nicht an ihrer Umwelt aus oder es ihr Leben bestimmen. Du schadest dir mit etwas, von dem du dich in Sicherheit glaubst, nur selbst damit, niemandem sonst.
    Darf ich eine Frage stellen: Wie oft interessiert es denn DICH wie es ANDEREN geht? :huh:

  • Mühe allein reicht nicht. Wenn eine Person nicht über das Verständnis und Möglichkeiten verfügt um zu helfen ist sie als Helfer/in unbrauchbar.

    Na dann sag mir doch, was du von einem Helfer erwartest. Das Feld ist ein bisschen zu breit um es nach dem Ausschlussprinzip einzugrenzen.


    Ich will dir wirklich nicht zu Nahe treten, aber du sagst, du gehst nicht auf Leute zu, weil sie dich eh nur anlügen, hintergehen, unfähig sind und heuchlerisch.
    Ehrliche Frage, wieso sollte jemand, und auch wenn es dann die richtige Art und Weise ist, auf dich zugehen, wenn du ihn so betitelst?
    Dass das Gegenüber dann genauso wenig Lust auf dich hat, wie du auf Es, verwundert dann auch nicht. Auch wenn du von "den Menschen" sprichst, bist auch du einer und du machst genau das, was du den Menschen ankreidest: Pauschale Standardaussagen, die keinem weiterhelfen.


    Veränderungen sind nicht immer gut.

    Wenn man Veränderungen ablehnt, dann sollte man sich aber auch nicht über den Ist-Zustand beschweren oder mit diesem unzufrieden sein, denn das hat noch immer jeder selber in der Hand, völligst unabhängig wie böse, heuchlerisch und sonst was das Umfeld ist.

  • Was denkste wie oft ich betrogen wurde? Denkst du ich habe heute Freunde? Nein, aber den bitter bösen Menschen zu spielen und die ganze Menschheit zu verfluchen und zu sagen, "alle wollen mir was böses" ist falsch.

    Stell dir vor, der Kerl, der mir androhte mich vor der Schule zu verprügeln, hat mich auch mal einige Stiegen runtergetreten. Deswegen renn ich nicht mit "alle Menschen sind so schlecht"-Einstellung durch die Welt und hab dafür wenig Verständnis.

    Dann war es aber nur ein Kerl und nicht viele. Einen einzelnen Fall kann man verkraften, wenn sich aber auf kurzer bzw. längerer Zeit so etwas anhäuft, kann sich das in die Seele tief reinfressen. Erst mit der Zeit kommt ja diese Einstellung, nicht gleich von Anfang an. Wenn man wirklich nirgendwo seine Ruhe hat und überall irgendwo ein schlechtes Umfeld hat (und die Erfahrung durch Schulwechsel hat, dass sich an der Situation nichts ändert), was bleibt einem dann anderes übrig, als sich diese Mauer zu errichten?


    Ich möchte das Verhalten von Noire nicht gutheißen, aber undurchdachte Beispiele helfen nicht, damit jemand seine Ansichten überdenkt. .__.


    Und pls, andere Menschen (so ziemlich jeder?) haben auch schon schwere Vertrauensbrüche hinter sich gebracht und lassen es nicht an ihrer Umwelt aus oder es ihr Leben bestimmen.

    Meine schweren Vertrauensbrüche haben mein Leben geprägt und mich, besonders zur Schulzeit, stark beeinflusst, dass ich zum Außenseiter wurde, der meistens als letztes gewählt wurde. Und joa, auf Außenseiter hackt man ohnehin gerne rum, weil die Masse stark und ein einzelner schwach ist.
    Jetzt, wo ich das hinter mir habe, kann ich meine Probleme Stück für Stück angehen. Aber für so etwas muss man auch die Zeit und den Freiraum haben. Solange das nicht gegeben ist, bleibt man in dem Loch stecken.


    Wenn ich bedenke, dass ich zu Beginn der Ausbildung aufgrund der Schule von Minderwertigkeitskomplexen regelrecht zerfressen war, geht es mir nach 3 Jahren nun viel besser. Wo ich mich zu Anfang wegen jeder Kleinigkeit, über die ich nicht zufrieden war, in Gedanken selbst fertig gemacht habe (und das waren teilweise die absurdesten Sachen, weil man als Azubi die Dinge eben nicht perfekt machen kann), leide ich heute "nur" noch, wenn ich jemanden schade, der mir viel bedeutet. Und selbst damit lerne ich, umzugehen (aber es ist ja nicht so, dass ich täglich jemanden schade, um den Umgang zu lernen).
    Das ganz andere Umfeld (weg vom Umfeld "Schule") hat mir sicherlich gut getan. Selbst meine Arbeitskollegen unterstützen mich, um mein Selbstvertrauen zu stärken, dass man mir eine Aufgabe gegeben hat, die genau das fördert. Ich habe zwar noch viele weitere Baustellen vor mir, aber es geht aufwärts. Seit ich aus der Schule raus bin, sehe ich auch nicht mehr jeden Menschen gleich schlecht, aber ich kann nicht abstreiten, dass ich Menschen, die ich nicht gut kenne oder mir ganz fremd sind, misstrauisch gegenüber bin, weil ich sie nicht einschätzen kann. Der Gedanke, dass die Person böse sein könnte, ist noch immer vorhanden, und das, wo mir jetzt nun seit längerem niemand mehr so geschadet hat wie zu Schulzeiten. Also ja, ich stehe immer noch unter diesem Einfluss.

  • Wenn ich bedenke, dass ich zu Beginn der Ausbildung aufgrund der Schule von Minderwertigkeitskomplexen regelrecht zerfressen war, geht es mir nach 3 Jahren nun viel besser. Wo ich mich zu Anfang wegen jeder Kleinigkeit, über die ich nicht zufrieden war, in Gedanken selbst fertig gemacht habe (und das waren teilweise die absurdesten Sachen, weil man als Azubi die Dinge eben nicht perfekt machen kann), leide ich heute "nur" noch, wenn ich jemanden schade, der mir viel bedeutet. Und selbst damit lerne ich, umzugehen (aber es ist ja nicht so, dass ich täglich jemanden schade, um den Umgang zu lernen).
    Das ganz andere Umfeld (weg vom Umfeld "Schule") hat mir sicherlich gut getan. Selbst meine Arbeitskollegen unterstützen mich, um mein Selbstvertrauen zu stärken, dass man mir eine Aufgabe gegeben hat, die genau das fördert. Ich habe zwar noch viele weitere Baustellen vor mir, aber es geht aufwärts. Seit ich aus der Schule raus bin, sehe ich auch nicht mehr jeden Menschen gleich schlecht, aber ich kann nicht abstreiten, dass ich Menschen, die ich nicht gut kenne oder mir ganz fremd sind, misstrauisch gegenüber bin, weil ich sie nicht einschätzen kann. Der Gedanke, dass die Person böse sein könnte, ist noch immer vorhanden, und das, wo mir jetzt nun seit längerem niemand mehr so geschadet hat wie zu Schulzeiten. Also ja, ich stehe immer noch unter diesem Einfluss.

    Es geht hier um das extreme, ich bestreite ja nicht das Noir damit extreme Probleme hat.
    Aber gerade der erste Abasatz ist GENAU das was ich erlebt habe und ich bin da erst seid letztem Jahr raus, ABER das auch nur zum Teil.
    Ich weiß wie es ist wenn man keinem vertraut, wenn man vor Personen steht und sich denkt der will einem was böses, dass sich das mit den Jahren einlebt ist klar und dass man es so schnell nicht wieder rausbekommt auch.
    Ich war von meinem 8 Lebensjahr BIS zu meinem 21 Lebensjahr damit konfrontiert!
    Was denkst du was die letzten Jahre für eine Hölle waren.
    Mit den folgen werde ich mich noch lange befassen, aber dennoch gehe ich nicht hin und sage "alles scheiße" und gebe den Menschen gar nicht erst die Chance sich auf mich einzulassen.
    Klar dass dieser mich wieder fallen lassen kann, klar dass das für mich in meiner Situation SEHR schmerzhaft ist, aber ich kann dir eins sagen, allein da zu stehen und immer wieder zu schlucken wird dich über Jahre zerfressen, denn noch ist Sie jung, bestimmte grauenvolle Situationen setzten sich über Jahrzehnte fest und wenn da nichts passiert, wird es SEHR(100x) schwer das wieder aus einem raus zu bekommen.
    Wenn in dem Alter schon für ein Leben nicht merh alle Wunden heilen können, was denkst du wie es aussieht wenn Sie es noch 1 Jahrzehnt oder länger weiter so verinnerlicht.
    Ich bin heute noch sehr misstrauisch und der einzigsten Person der ich überhaupt was anvertraue ist mein Psychologe sonst NIEMANDEM, aber ich musste auch den Schritt machen und mich auf was einlassen!

  • Es hat allerdings auch keinen Sinn, menschliche Eigenschaften gegeneinander auszuspielen und aus schlechten Erlebnissen einen Wettbewerb zu machen. Wenn zwei Menschen ähnliche Erfahrungen gemacht haben, muss das noch lange nicht heißen, dass sie auch ähnlich damit umgehen können. Der eine kann sich nach einer gewissen Zeit wieder aufrappeln, der andere zieht sich in einen alles umfassenden Schildkrötenpanzer zurück, ein anderer zerbricht unter Umständen gänzlich und für immer daran. Man sollte die eigene Umgangsweise mit solchen Erfahrungen nicht als Maßstab für andere Menschen nehmen. Jeder reagiert nun einmal anders auf Einwirkungen von außen - egal, worum es sich dabei auch handelt.


    Übertragen wir das hier diskutierte Thema doch mal auf Stress auf der Arbeit. Dem einen schlägt er auf den Magen, dem anderen auf das Herz, andere kriegen Migräne davon. Daran sieht man einmal mehr, wie unterschiedlich sich negative Erlebnisse auf einen Menschen auswirken können. Nun könnte man natürlich sagen, dass man dagegen etwas tun kann, und das stimmt natürlich auch. Wer an Migräne leidet, nimmt morgens eine Kopfschmerztablette und kommt damit eventuell besser durch den Tag. Aber das gilt nun einmal nicht für alle. Und wenn man zehn verschiedene Kopfschmerztabletten getestet hat und alle nichts gebracht haben, vertraut man der elften unter Umständen nicht mehr und lehnt sie von vornherein ab.


    Mir ist natürlich bewusst, dass ich hier physische und psychische Auswirkungen in einen Topf geschmissen habe. Aber in gewisser Hinsicht kann man die beiden Situationen schon miteinander vergleichen: In beiden Fällen orientiert sich die zukünftige Vorgehensweise an den Erfahrungen, die in der Vergangenheit gemacht wurden. Und wenn jemand zu oft enttäuscht wurde - ob nun von Kopfschmerztabletten oder von Menschen sei mal dahingestellt - passiert es nun einmal leicht und schnell, dass man irgendwann kein Vertrauen mehr zu gewissen Dingen hat. Die Umgehensweise von Person A muss nicht die von Person B sein, und ob es hier eine richtige und eine falsche Variante gibt, ist sowieso vollkommen subjektiv. Wenn es so einfach wäre, gäbe es keine Selbstmorde mehr, die durch Mobbing gefördert werden.

  • Mobbing. Oh ja da habe ich schon einige Erfahrungen gemacht. Ich hatte damals eine regelrechte Mobbing Klasse (hab ja jetzt keine Klassen mehr sondern Kurse). Heute ist Gott sei Dank alles wieder okay und ich versteh mich auch recht gut mit meinen "Ex-Feinden".
    Dennoch kann ich etwas aus der "Mobbing-Zeit" erzählen.
    Bei mir in der Klasse gab es damals 2 Gruppen: Einmal die "Coolen" und einmal (aus der Sicht der Coolen) die "Uncoolen". Wer zu den Coolen gehören wollte, durfte nicht auffällig anders aussehen, zu dick bzw zu dünn sein, auffällig schlechtere Noten haben usw. Man musste sich also denen anpassen. Es wurde zwar immer wieder von einer Art Gemeinschaft gesprochen, jedoch war die Klasse alles andere als eine Gemeinschaft. Wer sich nicht anpasst, wird ausgestoßen. Andere Meinungen wurden teils nicht akzeptiert und jeder noch so kleiner Fehler hatte Mobbing zur Folge. Darauf wurde sehr stark rumgehackt, bis irgendwas passiert, was wieder als Grundlage für Mobbing dient. Einige Zeit hat niemand etwas dagegen unternommen, bis ich mich dagegen stellte, nachdem ein Schüler einen Kumpel von mir niedermachte auf eine Art und Weise welche eigentlich an unserer Schule toleriert wird. Jedoch wurde dieser nicht bestraft, da sich seine Kumpels, welche nicht anwesend waren, behaupteten, sie haben alles gesehen und es sei nicht so schlimm. Die Anwesenden haben alle geschwiegen aus Angst, gemobbt zu werden. Mir hats von da an gereicht, ich habe denen meine Meinung ins Gesicht gesagt und versucht, die Seite der Gemobbten zu stärken (war zuvor neutral, aufgrund von Ereignissen, welche bei mir auch mit Mobbing zu tun hatten). Man kann sich schon denken, was dies zur Folge hatte. "Bring dich um du ..." usw. wurde mir an den Kopf geworfen. Im Klassenchat auf WhatsApp gab es einen regelrechten "Krieg". Fast 4 Tage wurde Tag und Nacht geschrieben, beleidigt und allerhand Vorwürfe gemacht. Es standen ca. 3 gegen 10. Und unser Klassenlehrer? Natürlich interessiert es ihn nicht. Es wurde rassistisch und alte Wunden wurden auch aufgerissen. Das alles hat ca. 3 - 4 Wochen gedauert. Von beiden Seiten aus kam immer weniger, bis wir uns dann wirklich alle mal an einen Tisch gesetzt haben und alles in Ruhe besprochen haben. Von da an war auch alles in Ordnung und bis heute gab es keinen einzigen Mobbing Fall mehr.


    Dann gab es ein Schuljahr zuvor Fälle, an die ich mich mein ganzes Leben noch erinnern werde. Ein halbes Jahr lang wurde ich damals gemobbt. Warum? Weil ich mich mit einem Mitschüler, welcher ein guter Kumpel von denen war bzw immer noch ist, stark gestritten habe. "Bring dich um sonst tu ich es" usw. kam immer wieder, jedoch noch schlimmer ausgedrückt und viel häufiger. Das geilste war: im Gegensatz zu denen hatte ich NIEMANDEN. Aber wirklich NIEMANDEN. Ein halbes Jahr lang. Bis auf eine Person: Eine gute Freundin, welche mir in dieser schweren Zeit half. Jedoch kam es am Ende ganz anders: Statt einer Freundschaft sagte sie mir, als momentan alles Still war, sie hätte so getan als wären wir Freunde, damit ich nicht so allein sei. Und so stand ich wieder alleine da. Ohne irgendjemanden. Überraschend hat alles nach einem halben Jahr langsam nachgelassen. Ein weiteres Jahr später fing zwar wieder alles an, aber das war nur 3 - 4 Wochen lang. Außerdem hatte ich da sehr gute Freunde gefunden, also halb so schlimm alles.


    Und wenn ich an der Stelle etwas mitgeben kann, dann ist es folgendes:
    Leute. An die, die sowas gerade miterleben und durchmachen müssen. Kämpft. Auch wenn es lange dauert. Ich bin 16 und war 9 Jahre lang immer nur das Opfer. Heute steh ich ziemlich weit oben, was diese "Beliebtheitsposition" angeht. Auch wenn es mir egal ist wie beliebt ich bin, solange ich meine Freunde hab ist ja alles gut. Lasst euch von denen nicht unterkriegen. Auch wenn ihr alleine da steht, irgendwann findet ihr sicher irgend wen, dem ihr vertrauen könnt. Und postet sowas auch nicht auf Facebook, Instagram usw.
    Mich hat diese ganze Geschichte (und da ist noch viel mehr passiert) sehr gestärkt und mir gezeigt, wie hart das Leben manchmal sein kann. Zieht euer Ding durch und lasst euch dabei von niemandem unterkriegen. Ich wurde auch gemobbt weil ich One Piece schaue und heute bin ich ein mehr oder weniger relativ bekannter One Piece Theorien&Fakten YouTuber.
    Also, lasst euch nicht unterkriegen und zieht euer Ding durch wie ihr es wollt. Lasst euch nicht auf sowas wie Alkohol, Drogen oder sogar Selbstmord ein das bringt nichts.


    Ich hoffe mit dem letzen Absatz konnte ich dem ein oder anderen eventuell helfen :3


    Lg Corazon