Regierungs - und Staatsformen

  • Genau das ist es doch: "Die" Alten haben keine pauschalen Interessen, weil es "die" Alten nicht gibt. Genau so wenig haben alle Menschen anderer Altersgruppen einheitliche Interessen, die wichtiger oder weniger wichtig als die wieder anderer Altersgruppen wären. Und wie schon gesagt wurde: Niemand ist "verantwortlich", Nachkommen zu zeugen, genau so wenig, wie irgendjemand verantwortlich ist, nur im Allgemeininteresse abzustimmen. Das Wahlrecht ist nichts, was du jemandem gönnst oder nicht gönnst, abhängig davon, ob er irgendwelche abstrusen Bedingungen wie das Zeugen von Kindern oder das ständige Handeln im Allgemeinwohl erfüllt.

  • Wenn du mir solche Dinge vorwirfst: Dann argumentier doch bitte mal die Interessen der Alten welche wichtig sind das sie umgesetzt werden. Bessere Pflegebedingungen? Weg mit dem Internet? Wenn du nichts vorlegen kannst dann kann ich da auch schlecht darauf eingehen.

    Dein gestörtes Verständnis von Demokratie ist beängstigend. Wer bist du denn bitte zu sagen, welche demokratischen Interessen okay sind und welche nicht? Niemand ist in der Position zu sagen, wessen Interessen relevant sind, und wessen nicht. Lass mich hier bitte mal die erste Definition von Demokratie zitieren, die das Internet findet:

    "Substantiv, feminin [die] 1a. [ohne Plural] politisches Prinzip, nach dem das Volk durch freie Wahlen an der Machtausübung im Staat teilhat"

    Das Volk im Sinne von alle Wahlberechtigten. Ich verstehe ja, dass dich die Situation mit Artikel 13 anpisst und man jetzt den alten Leuten, die vorwiegend Konservative wählen, die Schuld dafür gibt. Aber einerseits hat CDU/CSU nicht nur ältere Wähler, andererseits ist es schon richtig so, dass ein weites Meinungsspektrum am politischen Horizont Deutschlands reflektiert wird. Und wenn die alten Menschen nun mal das Gefühl haben, dass sich nur Konservative für sie einsetzen, sollten wir uns primär fragen, was andere Parteien vielleicht in dieser Richtung tun können. Ihnen das Wahlrecht zu entziehen ist abartig undemokratisch und würde das Problem auch nicht lösen.

  • Eltern und Großeltern, was eben viele sind, sollten die Interessen ihrer Kinder allgemein über ihre Eigenen stellen und sich zuerst fragen, was für diese und eine nachhaltige Umwelt gut ist, in der sie auch leben können. Rein menschlich gesehen und als Elternteil. Das hat nichts damit zu tun, dass sie keinerlei Interessen haben dürfen.

    Viele behaupten "ich will, dass es meine Kinder besser / genauso gut haben", dann sollten sie es auch tatsächlich so meinen.

    Da hatte man schon die Chance auf eine Jugend und Zeit als Erwachsener, wie auch immer diese Zeit verlaufen ist.

    Der Brexit ist schon ein passendes Beispiel.

    Auch wenn ich die EU mittlerweile eher in der Theorie für gut befinde, ist ein Ausstieg, der die jungen Leute bestraft, nunmal keine Lösung.


    Zitat von Feliciá

    Ihnen das Wahlrecht zu entziehen ist abartig undemokratisch und würde das Problem auch nicht lösen.

    Sobald sie allerdings nicht mehr verstehen, was vor sich geht, sollte man ältere Personen genauso behandeln wie Personen unter 16. Hier zählt ebenfalls das Argument, dass sie nicht reif genug seien. Was, wenn man nicht mehr reif genug ist?


    Zitat von Phoenixfighter

    Und momentan sind wir weit davon entfernt das es den aktuellen Alten schlecht geht.

    Okay, schon von Altersarmut gehört? ^^"

  • Wenn du mir solche Dinge vorwirfst: Dann argumentier doch bitte mal die Interessen der Alten welche wichtig sind das sie umgesetzt werden.

    Was gibt es da bitte zu argumentieren? Ein 70-Jähriger kann vielfältigste Interessen haben, übrigens auch ein Interesse an ein freies Internet. Wenn du konkrete Antworten willst, dann unterhalte dich mit 70-Jährige. Ich bin nicht das Sprachrohr der Pensionisten, genau so wenig wie ich als junger Mensch für mich in Anspruch nehme das Sprachrohr der Jugend zu sein. Als Individuen können Menschen ganz individuelle Interessen haben. Oder um es anders auszurücken: alle Interessen, die du hast, kann auch ein 70-Jähriger haben. Du versuchst hier Schubladendenken zu betreiben.

    Normalerweise müssten die Jugendlichen noch viel lauter rufen, dass es Ihnen schlecht geht. Da weiß keiner ob es in 30 Jahren überhaupt noch das Wort Rente gibt.

    Also als junger Mensch kann ich nur sagen, dass es mir verdammt gut geht und ich Ältere kenne, denen es eher schlecht geht. Der zweite Satz zeugt übrigens von einer extrem egoistischen Grundhaltung. Also heutige Pensionisten haben keine eigenen Interessen deiner Meinung nach. Auch kein Interesse an einer Pension, von der sie vernünftig leben können (in Deutschland ein noch viel größeres Problem als in Österreich). Aber wenn es um deine spätere Rente geht, da muss natürlich mal was getan werden. Dabei bist du doch dann selbst Pensionist und hast dann gefälligst keine eigenen Interessen zu vertreten.

  • Der Grund, warum ältere Menschen sehr konservativ wählen liegt glaube daran, dass es vielen Rentnern noch gut bis sehr gut geht. Viele bekommen noch die Rente vom Brutto, gute Pensionen (Damals gab es mehrere Beamte) und die Rentenniveau war auch höher. Dazu kommt noch, dass die jetzigen Rentner jährlich eine Rentenerhöhung bekommen, die mit 2-3% ziemlich hoch liegt. Davon träumen viele jetzige Arbeitnehmern. Ich habe das Gefühl, dass die CDU mehr Politik für die jetzigen Rentner macht als für die jungen Menschen. Die CDU wird ja auch hauptsächlich von den Rentner gewählt. Wenn es so weiter geht wie jetzt, dann wird die CDU in Zukunft viele Prozente verlieren, da es den Neurentnern nicht mehr so gut geht (Rente vom Netto, unter 50% Rentenniveau..) Viele arbeiten noch trotz Rente, sammeln Flaschen usw.., die wählen keine CDU.

  • Okay, schon von Altersarmut gehört? ^^

    Die ist aber bei weitem noch nicht so ausgeprägt wie sie in einigen Jahren sein wird. Stichwort: 450€ Jobs, Leiharbeit usw. Wenn man danach geht könnte man auch sagen, dass es uns Deutschen noch viel zu gut geht und es überall Beispiele gibt wo wir noch quasi im Luxus leben. Ich denke aber eh das sich das politische Bild bald wandeln wird spätestens wenn die aktuell ältere Generation langsam verschwindet. Mal schauen wie lange CDU und SPD sich dann noch an der Macht halten können.

  • und sobald ich meine Rente antrete, darf ich keine eigenen Interessen mehr haben und muss nur noch aufs Sterben warten?

    Noch besser, du denkst über ein sehr baldiges sozialverträgliches Ableben nach.


    Das kann man übrigens auch auf den Brexit reflektieren. Die Alten, die das entschieden haben, haben ausgesorgt. Die Jungen, die darunter leiden müssen steht eine schwierige Zukunft bevor.

    Wobei auch du wohl nur zugern unterschlägst, dass die Jungen garnicht erst abgestimmt haben (also ihren A... nicht hochbekommen haben, weil wird schon gut gehen). Sich im Nachhinein beschweren, dass die Wahl dann eben andere entschieden haben, ist ziemlich jämmerlich. Und ja, bei einer hohen Wahlbeteiligung hätten sie das knappe Ergebnis drehen können.

    Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Toten auf die Erde zurück! (DotD)


    Per aspera ad astra!
    Momentan kein Partneravatar mit Missy!

    Einmal editiert, zuletzt von Cassandra () aus folgendem Grund: Off-Topic ins folgende Thema verschoben: https://bisaboard.bisafans.de/index.php?thread/315694-informationsfreiheit-im-internet-artikel-13

  • Wobei auch du wohl nur zugern unterschlägst, dass die Jungen garnicht erst abgestimmt haben (also ihren A... nicht hochbekommen haben, weil wird schon gut gehen).

    Warum wohl? Weil die Politik auch überhaupt nichts dazu erklärt hat. Den lächerlichsten Politiker den ich je gesehen habe war überhaupt der Vogel, der das Ganze ins Rollen gebracht hat. Macht da erst ein auf Groß und als der Brexit dann beschlossen war und er den Brexit leiten sollte hat er sich feige zurückgezogen, ja sollen andere mal machen. Jetzt hängt er da wieder im Parlament und ist nur am meckern über den EU Vertrag. Der Typ weiß doch selbst nichtmal was er da fabriziert hat. Der hat wahrscheinlich damit gerechnet das er den Brexit eh nicht gewinnt aber an Macht in der Politik. Einen Plan A dafür, dass der Brexit eintreten könnte hatte der gar nicht. Deswegen auch der direkte Rückzieher weil er kein Plan hat. Selbst der normalen Bevölkerung dämmert es gerade auf was für einen Trottel die da reingefallen sind.

  • Sobald sie allerdings nicht mehr verstehen, was vor sich geht, sollte man ältere Personen genauso behandeln wie Personen unter 16. Hier zählt ebenfalls das Argument, dass sie nicht reif genug seien. Was, wenn man nicht mehr reif genug ist?

    ^This


    Natürlich kann oder sollte (naja ne moralische Ansicht) man den Alten nicht das Wählen aberkennen wegen dem Alter.

    Aber die Aussage kann ich nur so unterschreiben, es wird hier von jungen Leuten geredet die manipuliert werden können und nicht wissen was Sie wählen.

    Gleiches können wir aber auch über Alte Leute sagen, klar gibt es auch da Leute die noch so fit sind und sich auch noch Gedanken machen, aber ebenso und damit habe ich im Umkreis viel zu tun, gibt es Alte, die sich ebenfalls durch Meiden sowas von manipulieren lassen, wo hingegen die jungen Leute sich viel viel mehr Gedanken drum machen.


    Ich würde mal sagen ein Großteil der Alten weiß gar nichts mit Artikel 13 anzufangen und denkt sich nur "jo können wir durchwinken", ohne sich über die jungen Leute Gedanken zu machen.

    Ebenfalls aus Erfahrung kann ich sagen viele Alten sind auch nicht bereit dazu drüber zu reden, die wählen einfach das was Sie immer gewählt haben, so gut man denen das auch verklickert, was da jetzt falsch läuft.

  • Du meinst genau so, wie ein wohl nicht zu verachtender Teil junger Wähler keine Ahnung hat, was genau das neue Copyrightrecht umfasst oder was ein Brexit genau beinhaltet und sich einfach von der aktuelle Aufbruch-und Proteststimmung haben mitreissen lassen?

    Es braucht ein Mindestalter, weil nun mal Fakt ist, dass es eine gewisses Alter braucht, am welchem man politische Prozesse überhaupt verstehen kann. Wo genau dieses liegt, kann natürlich diskutiert werden. Es gibt aber schlicht kein Alter, ab welchem man jemandem pauschal jegliches Verständnis oder Interesse absprechen könnte, egal wie sehr man "alte Leute" auch als homogene, weltfremde Masse darstellen möchte.

  • Du meinst genau so, wie ein wohl nicht zu verachtender Teil junger Wähler keine Ahnung hat, was genau das neue Copyrightrecht umfasst oder was ein Brexit genau beinhaltet und sich einfach von der aktuelle Aufbruch-und Proteststimmung haben mitreissen lassen?

    Es braucht ein Mindestalter, weil nun mal Fakt ist, dass es eine gewisses Alter braucht, am welchem man politische Prozesse überhaupt verstehen kann. Wo genau dieses liegt, kann natürlich diskutiert werden. Es gibt aber schlicht kein Alter, ab welchem man jemandem pauschal jegliches Verständnis oder Interesse absprechen könnte, egal wie sehr man "alte Leute" auch als homogene, weltfremde Masse darstellen möchte.

    Habe ich irgendwo gesagt, dass ich es Ihnen abspreche?, ich habe gesagt, ich kann diese Aussagen durchaus verstehen, das natürlich aber (moralisch?) nicht gut ist, Leuten die Wahlen bspw. abzusprechen.

    Klar benötigt es ein gewisses Alter, aber wenn ich mir das so durchlese haben viele das Gefühl, dass man davon ausgeht, dass 10 jährige wählen sollen, natürlich nicht, aber wenn wir von dem hier schon erwähnten Alter 14 ausgehen, kenne ich persönlich auch "Kids" die sind in diesen Sachen wesentlich fiter als ich, die gute Meinungen vertreten, aber nicht wählen dürfen.

    Klar gibt es aber auch die Kids, die keinen Plan haben, aber es ist nun auch mal Fakt, dass es halt auch alte Leute gibt, die genauso Null Peilung haben, sich entweder bedudeln lassen und dann wählen oder einfach wählen, weil die Partie schon immer gewählt wurde, egal was für scheiße diese Partei jetzt raushaut.


    Und da ist es halt auch verständlich, dass diesmal die Jugend auf die Alten schimpft, weil die einfach was durchgehen lassen, was Sie gar nicht verstehen.

  • Es gibt aber schlicht kein Alter, ab welchem man jemandem pauschal jegliches Verständnis oder Interesse absprechen könnte, egal wie sehr man "alte Leute" auch als homogene, weltfremde Masse darstellen möchte.

    Du möchtest das nicht verstehen, was dir die Leute versuchen zu erklären oder? Du redest immer nur vom Feindbild alte Leute statt dir mal die Argumente anzuhören. Es gibt auch bei Jugendlichen schlicht kein Alter bei dem du Pauschal sagen kannst das diese kein Interesse haben oder zu unreif sind zum wählen. Es gibt solche und solche. Vor 13-14 würde ich auch niemanden wählen lassen weil Kinder auch Kinder sein sollen. Und umkehrt ist das auch bei den Alten so. Es gibt welche die mit 80 noch richtig Sport machen, viel unternehmen und sich total für das interessieren was in der Welt passiert. Es gibt aber auch mehr als genug an denen geht das Leben quasi schon vorbei aus Krankheitsgründen usw. Auch hier tritt der Punkt der Unreife irgendwann ein beim einen früher beim anderen später. Also warum nicht ein pauschales Alter von 70 festlegen, dass man da zum letzten Mal wählen darf? Zudem musst du hier auch noch einen anderen Aspekt miteinbeziehen. Den demographischen Wandel. Die Leute werden heute einfach zu alt und die Masse an alten Leuten nimmt immer weiter zu. Auch das sorgt für ein politisches Ungleichgewicht zwischen jung und alt. Denn während die Grenze nach unten überschaubar ist, ist die Grenze nach oben völlig offen. Und als alten Menschen sollte es wichtig sein, dass es den nachkommenden Generationen auch gut geht. Wenn wir nicht so denken ist das nicht gut. Wir würden dann beispielsweise umwelttechnisch in eine Vollkatastrophe laufen. Man muss auch einfach mal sein Ich-Gedanken beiseite stellen und zum Wohle aller wählen, denn genau darum geht es. Das Wohl von uns allen und nicht nur von uns selbst.

  • Es gibt auch bei Jugendlichen schlicht kein Alter bei dem du Pauschal sagen kannst das diese kein Interesse haben oder zu unreif sind zum wählen. Es gibt solche und solche.

    Und genau das gibt es bei Rentnern auch nicht und genau deswegen ist eine Altersbeschränkung allgemein einfach sinnlos und demokratieschädigend. Das hat man dir jetzt aber schon mehrmals plausibel erklärt.


    Du sagt selber, dass welche mit 80 noch alles machen, Sport und Unternehmungen und dass diese Interesse zeigen. Warum also sollten diese bitte von der Wahl ausgeschlossen werden? Du lieferst hier doch selber einen Grund, warum eine pauschale Altersbegrenzung sinnlos ist.


    Ja, ich stimme dir zu, dass man zum Wohle aller wählen sollte. Aber das ist kein Grund, Menschen pauschal explizit vom Wählen auszuschließen.

  • Du meinst genau so, wie ein wohl nicht zu verachtender Teil junger Wähler keine Ahnung hat, was genau das neue Copyrightrecht umfasst oder was ein Brexit genau beinhaltet und sich einfach von der aktuelle Aufbruch-und Proteststimmung haben mitreissen lassen?

    Vor allem zeigt diese Diskussion in erschreckender Weise, dass viele junge Wähler ein gestörtes Demokratie-Verständnis haben und nicht klar damit kommen, wenn gegen ihre Interessen abgestimmt wird. Dass solche Menschen anderen das Wahlrecht aberkennen wollen ist geradezu absurd. Auch wenn ich persönlich ein Gegner dieser Richtlinie bin, zeigt die übertriebene Hysterie um Artikel 13 wie anfällig für Manipulation diese jungen Menschen sind. Es wird ja fast schon eine Demokratie-Krise herbei geredet, weil man seinen Willen nicht durchgesetzt bekommt.


    Hier werden die absurdesten Argumente verwendet, um älteren Menschen das Wahlrecht abzuerkennen, nur weil diese anders wählen als diese jungen Wähler gerne hätten. In einer Demokratie kann das Wahlmotiv niemals (!) ein Ausschlussgrund für das Wahlrecht sein. Wer das fordert der fordert die Abschaffung der Demokratie. Wer eine Partei wählt, weil er sie bisher immer gewählt hat, soll das verdammt nochmal auch tun dürfen. Wenn derjenige immer zufrieden mit der Partei war, ist das sogar ein gut nachvollziehbares Motiv. Wenn jemand eine Partei wählt, weil ihm die Parteifarbe gefällt ist es in einer Demokratie sein verdammtes Recht. Es hat einen guten Grund wieso die Wahlen geheim sind. Mal davon abgesehen, dass junge Wähler auch die unsinnigsten Wahlmotive haben können.


    Im Übrigen sind in Deutschland Personen mit rechtlicher Betreuung für alle Angelegenheiten vom Wahlrecht ausgeschlossen. Die Frage ab welchem Alter man wählen darf hat überhaupt nichts mit dem Wahlrecht älterer Menschen zu tun. 70-Jährigen einfach pauschal die geistige Reife eines Kindes zu unterstellen ist schlicht und ergreifend idiotisch und das kann auch nur von jemandem kommen, dessen.... ich führe das lieber nicht weiter aus. :pflaster:

  • Klar gibt es aber auch die Kids, die keinen Plan haben, aber es ist nun auch mal Fakt, dass es halt auch alte Leute gibt, die genauso Null Peilung haben, sich entweder bedudeln lassen und dann wählen oder einfach wählen, weil die Partie schon immer gewählt wurde, egal was für scheiße diese Partei jetzt raushaut.


    Absolut korrekt, genau so, wie es in jeder anderen Alters- und Bevölkerungsgruppe auch ist.


    Verstehe schon, dass du eine Begrenzung des Wahlrechts ebenfalls ablehnst, darum beziehe ich das auch eher auf einige der anderen Beiträge der bisherigen Diskussion. Und dabei verstehe ich sogar absolut, warum sich hier so viele aufregen. Halte ich die Annahme der Richtlinie für richtig? Nein bzw. zumindest nicht in dieser Form. Glaube ich, dass viele der Entscheidungsträger keine Ahnung von der Materie haben, für die sie sich da verantwortlich zeichnen. Absolut, das haben die Diskussionen der letzten Monate nur zu gut beleuchtet. Rege ich mich bei jeder Debatte, Wahl oder Abstimmung über Leute auf, die sich ohne Hintergrundwissen oder Interesse an vertiefter Recherche beteiligen? Absolut. Würde ich deswegen das Wahl- und Abstimmungsrecht bestimmter Alters-, Bevölkerungs- oder Interessensgruppen beschneiden wollen? Nein.


    Fakt ist nun mal: Die Leute regen sich dann über die fehlende Ahnung Abstimmender auf, wenn ihnen das Ergebnis missfällt. Was meint ihr, wie viele Ergebnisse von Abstimmungen und Wahlen in der Vergangenheit stark von Personen getragen wurden, die absolut keine Ahnung haben, wofür sie da gerade abgestimmt haben, was die Kandidaten überhaupt vertreten oder welche Folgen ein neues Gesetz/eine neue Richtlinie haben kann? Glaubt mir, als jemand, der in einer direkten Demokratie lebt, bekomme ich die Schattenseiten von sowas mehr als genug oft mit. Einen Aufschrei und eine damit verbundene kurzzeitige Hinterfragung der Demokratie bzw. ein Wunsch nach Beschneidung dieser für bestimmte Leute kommt aber immer nur dann auf, wenn einem das Ergebnis missfällt.


    Du möchtest das nicht verstehen, was dir die Leute versuchen zu erklären oder? Du redest immer nur vom Feindbild alte Leute statt dir mal die Argumente anzuhören.


    Ich möchte natürlich verstehen, was genau dein/euer Punkt ist und tue das vermutlich besser, als du denkst, das bedeutet aber halt nicht, dass es ein guter Punkt ist. Du sagst einerseits, dass nach unten kein pauschales Alter existiert, dass für das politische Verständnis vorausgesetzt wird (was natürlich völliger Blödsinn ist), sagst aber in deinem nächsten Satz genau das, was ich ja sowieso bejaht habe: Dass ein pauschales Alter existiert, die Festlegung von eben diesem aber natürlich Argumentationssache ist. Ansonsten kann ich dazu wie gesagt recht wenig sagen, weil unser Grundverständnis einer Demokratie nun mal viel zu sehr auseinanderklafft. Alten Menschen pauschal die Grundrechte von Wahl- und Stimmrecht zu entziehen ist in höchstem Masse demokratiefeindlich und ich wüsste bei aller Liebe auch nicht, wo ich da genau noch auf irgendwelche Argumente eingehen könnte.

  • Du sagt selber, dass welche mit 80 noch alles machen, Sport und Unternehmungen und dass diese Interesse zeigen. Warum also sollten diese bitte von der Wahl ausgeschlossen werden? Du lieferst hier doch selber einen Grund, warum eine pauschale Altersbegrenzung sinnlos ist.

    Weil genauso 14 jährige von der Wahl ausgeschlossen werden. Entweder mach ich was an Altersbegrenzung oder ich mach gar nichts aber so wie es aktuell ist finde ich es nicht richtig. Das ist mein Standpunkt.

  • Genau deswegen verstehe ich selber nicht zu 100%, warum es die Altersbegrenzung nach unten gibt, aber ich verstehe die Gründe, die dafür sprechen, die auch in diesem Thema bereits erläutert wurden. Vielleicht muss nach unten wirklich mal neu reguliert werden, aber das möchte ich jetzt auch nicht zu sehr ausführen, da es mir auch schwer fallen würde, zu argumentieren, warum man die Grenze nach unten absenken sollte.


    Jedenfalls kann eine Pauschalgrenze nach oben keine Lösung sein. Damit würden wir nämlich genau das machen, was wir der CDU vorwerfen - nämlich demokratiefeindlich handeln bzw. denken. Und auch wenn ich nach wie vor der Ansicht bin, dass nicht jeder zum Wählen gleichermaßen geeignet ist, bin ich genauso klar und deutlich gegen eine Altersbeschränkung.


    Was die Probleme angeht, würde ich dir mit einer gewissen Unsicherheit eventuell sogar zustimmen, aber deswegen eine Altersgrenze? Neeeee... das würde keine Probleme lösen, sondern diese bestenfalls nur unterdrücken.

  • Du sagt selber, dass welche mit 80 noch alles machen, Sport und Unternehmungen und dass diese Interesse zeigen. Warum also sollten diese bitte von der Wahl ausgeschlossen werden? Du lieferst hier doch selber einen Grund, warum eine pauschale Altersbegrenzung sinnlos ist.

    Weil genauso 14 jährige von der Wahl ausgeschlossen werden. Entweder mach ich was an Altersbegrenzung oder ich mach gar nichts aber so wie es aktuell ist finde ich es nicht richtig. Das ist mein Standpunkt.

    Warum lassen wir nicht einfach 2-jährige wählen. Einen Stift halten können die schließlich ja auch schon halten. Die müssen dann halt von ihren Eltern den Tisch hochgehoben werden.

  • Man muss auch einfach mal sein Ich-Gedanken beiseite stellen und zum Wohle aller wählen, denn genau darum geht es. Das Wohl von uns allen und nicht nur von uns selbst.

    Klingt doch auf dem Papier ganz gut, und Werbung dafür machen, dass Leute aus diesem Grund wählen und das bei ihrer Entscheidung miteinfließen lassen, kannst du gerne. Du kannst aber nicht einfordern oder erzwingen, dass andere Menschen mit diesen Gedanken wählen. Das ist ihre eigene Entscheidung.


    Grundidee des Demokratie-Modells ist ja: Jeder wählt in Bezug auf seine eigenen Interessen, dann kommt am Ende ein Mischmasch an Vertretern heraus, sodass (moglichst) alle Interessen des Volkes vertreten sind. Wenn du Leute dazu zwingst, im Interesse anderer und nicht ihrer selbst zu wählen, funktioniert das nicht mehr.

  • Genau deswegen verstehe ich selber nicht zu 100%, warum es die Altersbegrenzung nach unten gibt, aber ich verstehe die Gründe, die dafür sprechen, die auch in diesem Thema bereits erläutert wurden.

    Die Altersgrenze zu senken ist durchaus diskutabel. In Österreich darf man z.B. schon ab 16 wählen. Es ist aber zumindest nachvollziehbar, wenngleich meiner Meinung nach nicht richtig, das Wahlrecht an die unbeschränkte Geschäftsfähigkeit zu koppeln. Wer nicht unbeschränkt geschäftsfähig ist, wird rechtlich in gewisser Weise geschützt, weil man davon ausgeht, dass er nicht im Stande ist seine eigenen Interessen zu wahren. Daher soll er auch nicht wählen dürfen, das ist konsequent. Man könnte aber genau so gut an der Mündigkeit anknüpfen. Dass aber jemand, der (straf-)unmündig ist auch nicht wählen darf, das sollte einleuchten. Also diese Diskussion kann man durchaus führen (die Altergrenze senken, nicht abschaffen). Das hat aber rein gar nichts mit dem Wahlrecht älterer Menschen zu tun.


    edit:


    Man muss auch einfach mal sein Ich-Gedanken beiseite stellen und zum Wohle aller wählen, denn genau darum geht es. Das Wohl von uns allen und nicht nur von uns selbst.

    Also lieber gleich die Demokratie abschaffen und einen starken Mann installieren, der zum Wohle von uns allen handelt. Ganz nach dem Leitsatz "alles für das Volk, nichts durch das Volk". Wäre doch viel einfacher oder? Wenn es eh darum geht dass alle gleich abstimmen, wieso dann die lästige Demokratie?