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  • @Cosi


    Flüchtlinge kamen doch meist aus Gebieten, wo der Waffengebrauch alltäglich ist und nein für mich kamen die aus ganz anderen zivilierten Verhältnissen als wir. Ja sonst kann es stimmen, dass den Flüchtlingen die "deutsche Ordnung" unbekannt ist. Dies und Jene sollte aber schon nach der Ankunft auf dem Tagesprogramm als Lehre für Lebens in Deutschland stehen.


    Und zum Macho-Gehabe. Dies sollte nur zum Ausdruck bringen, dass man keine, weil man ein Flüchtling ist, Sonderrechte in Gegenzug zu anderen Deutschen in der Tafelversorgung hat. Dadurch kann auch das Drängeln verursacht worden sein.


    @Namine


    Das liegt aber nicht an der Tafel, dass das Verhältnis zwischen Deutsche und Ausländer nicht mehr stimmt.


    @Sunaki


    Zum jetzigen Zustand hat die CDU beigetragen und ich glaube kaum, dass es eine andere Partei gibt, die ohne gegensätzliche Widerstände seitens der Bevölkerung die Armut in Deutschland noch weiter verschärfen könnte.


    Laut einer Studie würden die jungen Leute beim "Müll machen" verschwenderischer sein als die Älteren. Vielleicht das Thema Müll und Lebensmittelverbrauch mehr in der Schule als Unterrichtsstoff einbringen.

  • Bezüglich der "Anstellkultur" haben andere Tafeln - die daher das Vorgehen ebenfalls kritisieren - das Problem auch bewältigen können, ohne diesen Schritt zu gehen, entsprechend scheint es mir nicht einmal eines dieser "notwendigen Übel" zu sein, die aber eigentlich auch schon immer fragwürdig sind.

    Ihr nennt es Anstellkultur, ich nenne es Demut. Zuvorkommenheit, wenn man so will. Uns ist das als gutes Charaktermerkmal anerzogen worden, andere sehen Schwäche darin. Und da muss man sich keine Illusionen machen, diese Schwäche wird erkannt. Um einen bekannten Autor zu zitieren:im Himmel wirst du zweifellos verhungern, weil jeder dem Anderen zunächst das Essen reicht.
    Was du vergessen hast zu erwähnen ist hier, dass die anderen Tafeln jetzt tageweise sortieren. Montags die deutsche Oma, Donnerstags der Migrant. Heute morgen hat die welt da einen Artikel aus Chemnitz gebracht.
    Auch die Essener Tafel wurde zu dieser Maßnahme gezwungen. In Leipzig und Paderborn haben sich diese Methoden schon länger durchgesetzt. Was mich zu dem Schluss bringt, es funktioniert nur, wenn man trennt. Und das sollte euch zu der Frage führen: ist das wirklich der Sinn der Übung?

  • Scorchwood schrieb:

    Auch die Essener Tafel wurde zu dieser Maßnahme gezwungen. In Leipzig und Paderborn haben sich diese Methoden schon länger durchgesetzt. Was mich zu dem Schluss bringt, es funktioniert nur, wenn man trennt. Und das sollte euch zu der Frage führen: ist das wirklich der Sinn der Übung?

    Ich hab gar keine Meinung dazu, wer da angeblich Schuld sein soll, wenn ich nicht selbst dabei war.
    Auch die angeblich benachteiligten Omas sind nicht immer die lieben, alten Mütterchen, die ja nie wem was Böses tun und wollen.

  • Ich hab gar keine Meinung dazu, wer da angeblich Schuld sein soll, wenn ich nicht selbst dabei war.
    Auch die angeblich benachteiligten Omas sind nicht immer die lieben, alten Mütterchen, die ja nie wem was Böses tun und wollen.

    Stimmt. Ohne zu schnell irgendwelche Schlüsse ziehen zu wollen, aber wenn sich jemand abgeschreckt fühlt, weil so viele Ausländer die Tafel besuchen ist es sein Pech.
    Außerdem sollte man Leuten die sich nicht benehmen können einfach Anweisungen geben sich nicht vorzudrängen. Passiert das nicht, darf man ihnen als Einzelpersonen Hausverbot erteilen. Verstehe auch nicht, warum man das nicht so geregelt hat.
    Eine der Erklärungen klang danach, dass der Anteil der Deutschen im Vergleich zu den Ausländern zu gering war und wenn das der Fall ist, ist das ne ziemlich dumme Begründung. Denn Hauptsache irgendwer bekommt was zu essen, oder?

  • Was mich zu dem Schluss bringt, es funktioniert nur, wenn man trennt.

    Das ist durch die Erwähnung einiger Beispiele keineswegs erwiesen. Und ich wiederhole mich: Es sind durchaus andere Maßnahmen möglich und werden auch in anderen Tafeln umgesetzt. Wenn sich jemand schlecht benimmt, dann wird er halt verwarnt, kriegt einen Eintrag, irgendwann entzieht man ihm die Tafelkarte etc. Heißt, man regelt das im Einzelfall, nicht über den Ausschluss einer Gruppe. Gegebenenfalls wird auch Personal mit Fremdsprachenkenntnissen eingesetzt, falls erforderlich.
    Außerdem finde ich es ein wenig merkwürdig, davon zu sprechen, dass "uns" irgendetwas wie "der gute Ton" anerzogen wurde. Ich weiß nicht, wen du mit "uns" genau meinst, aber falls du damit die Leute meinst, die einen deutschen Pass haben, so würde ich doch bezweifeln, dass diese Gruppe zwangsläufig immer wohlerzogen, passiv und zurückhaltend ist, sondern mitunter auch in jeder Hinsicht das Gegenteil davon sein kann (und sicher auch nicht selten ist). Zum anderen scheinst du mir zu implizieren, dass Ausländern so etwas wie eine "gute Erziehung" generell abginge, was ebenfalls ziemlich pauschalisierend ist.
    Was deine abschließende Frage soll, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber ich werde mal einfach auf das zurückkommen, was ich bereits geschrieben habe: Dass es schlicht problematisch ist, bedürftige Gruppen gegeneinander auszuspielen und dass es notwendig ist, sich dem Armutsproblem auf einer viel größeren Ebene anzunehmen, wovon derartige Konflikte allerdings leicht ablenken können. Und basierend darauf sollte man vielleicht auch vorsichtig sein zu sagen, dass irgendetwas "funktioniert", denn dass es überhaupt eine nicht zu vernachlässigende Anzahl an Leuten gibt, die mitunter auf die Tafeln angewiesen sind, ist gerade ein Signal für das größere Problem - egal, wie reibungslos da jetzt die Essensausgabe läuft.


    Ansonsten sehe ich das mit der Trennung von Gruppen generell eher so: Wenn jemand aufgrund irgendwelcher Umstände Nachteile hat, dann kann es vertretbar sein, das vielleicht auszugleichen, indem man entsprechenden Personen vielleicht einen gesonderten Zugang einräumt. Wenn man zum Beispiel ältere Menschen nimmt, die vielleicht schon physisch etwas eingeschränkt sind und es sich zeigt, dass das zu einem Problem wird, dann kann es durchaus ein gangbarer Weg sein, diesen Personen etwas mehr entgegenzukommen als anderen, wie auch immer man das praktisch dann genau anstellt. Bedingung ist halt die Existenz eines derartigen, in irgendeiner Art systematischen oder auf die Gruppe verallgemeinerbaren Nachteils, den man natürlich für die Begründung einer entsprechenden Maßnahme auch nachweisen muss. Wenn sich eine Anzahl von Ausländern in irgendeiner Form unangemessen verhält, dann bedeutet das aber eben noch keine systematische Benachteiligung von Leuten mit deutschem Pass, sondern es handelt sich um Vorkommnisse, die im Einzelfallverfahren zu regeln sind.

  • Was mich auch stört ist, dass es imo in manchen Artikeln so rüberkommt, als dürfe man eine Hilfsorganisation nicht kritisieren. "Sie helfen doch schon den Armen, jetzt werden sie kritisiert auch noch. Gebt ihnen lieber einen Heiligenschein!" XD


    De facto IST es aber rassistisch, wenn man aufgrund seiner Herkunft ausgeschlossen wird, obwohl man persönlich gar nichts getan hat. Es müssten eben Einzelpersonen, die sich etwas zu Schulden kommen lassen und auf Verwarnungen nicht reagieren, ausgeschlossen werden.
    Das ist die Definition von Diskriminierung: jemanden nicht aufgrund dessen, was er sich selbst zu Schulden kommen lässt, sondern aufgrund einer Gruppenzugehörigkeit, auf staatlicher oder persönlicher Ebene, ungleich zu behandeln.


    Und wenn ich an all die österreichischen "Urwiener(OT mancher)"-Proleten kenne, die ich schon getroffen habe, bei denen dir bei jedem Satz die Ohren klingeln ... da fragt man sich doch, wie die Wahrnehmung aller Leute aussieht, die tatsächlich glauben, dass die österreichischen / deutschen Leute so unglaublich zuvorkommend wären lol.


    Desweiteren stört mich, wie das Bild des harmlosen-dümmlich/unwissenden Rentners dargestellt wird, der sicherlich nie etwas dafür kann.
    Ja, vielleicht hat es sich so zugetragen, aber das kann man so pauschalisiert nicht sagen.
    Ich habe auch schon einen Mistkerl (srsly) um die 80 erlebt, der sich in der vollen Bahn bereits auf seinen Gehstock gestützt hat und wohl lieber zusammengebrochen wäre, als sich neben einen dunkelhäutigen Jungen, damals etwa in meinem Alter, zu setzen. Ich war da fast froh, dass einige Minuten lang auch niemand anders (für ihn) aufgestanden ist, sodass er sich woandershin setzen konnte. Der will es halt so und nicht anders. ¯\_(ツ)_/¯


    Edex schrieb:

    Flüchtlinge kamen doch meist aus Gebieten, wo der Waffengebrauch alltäglich ist und nein für mich kamen die aus ganz anderen zivilierten Verhältnissen als wir.

    Es ist sehr rechtes Gedankengut Länder und Völker in "zivilisiert" und "unzivilisiert" einzuteilen. Just sayin'. :hmmmm:


    Btw. anscheinend scheint es in manchen deutschen Städten üblich zu sein nur bei der ersten Bustür einzusteigen, selbst im normalen Stadtverkehr. Das war für mich auch sehr fremd. Du steigst in den meisten städtischen Bussen in Wien halt irgendwo ein. XD

  • dass Ausländern so etwas wie eine "gute Erziehung" generell abginge, was ebenfalls ziemlich pauschalisierend ist.

    Wenn das pauschalisierend wäre, mein Freund, dann hätte die Tafel in Essen kaum diesen drastischen Schritt unternommen.

    Es ist sehr rechtes Gedankengut Länder und Völker in "zivilisiert" und "unzivilisiert" einzuteilen.

    Und das ist ja wohl der Gipfel der Naivität. Einfach die ganze Welt als zivilisiert einzustufen kann schon allein wegen der Wertedifferenz nicht funktionieren.
    Es gibt Gegenden, da gräbt man seine Toten aus und tanzt mit ihnen, weil das Glück bringt. In anderen Gebieten und Kulturen ist der Glaube weit verbreitet, dass das Einschlagen des Kopfes einer Frau, wenn diese ohne Kopftuch herumläuft, absolut legitim ist. So als kleine, unbedeutende Beispiele. Diese Praktiken als zivilisiert zu bezeichnen, so verdreht kann doch keiner sein. Geschweige denn die Kultur in der das so gelebt wird.

    De facto IST es aber rassistisch, wenn man aufgrund seiner Herkunft ausgeschlossen wird, obwohl man persönlich gar nichts getan hat.

    Danke für die Auffrischung, das hätte fast noch irgendjemand vergessen. Ist hier aber nicht passiert. Weder in Chemnitz noch in Essen noch sonst irgendwo. Erst kommt das Fehlverhalten, dann die Konsequenz.

  • Wenn das pauschalisierend wäre, mein Freund, dann hätte die Tafel in Essen kaum diesen drastischen Schritt unternommen.

    Wenn das ein korrekter Schluss wäre, mein Freund, wäre jede Handlung von jeder Person als gerechtfertigt einzustufen, nur weil sie sie tut. Wenn die Tafel den fraglichen Schritt tut, heißt es noch lange nicht, dass ihre Begründung dadurch automatisch richtig ist, nur weil sie es tut. Wobei die Begründung der Tafel in Essen ohnehin nicht ausschließlich "Ausländer benehmen sich schlecht" war, sondern sich auch auf deren Anteil an den Empfängern generell bezog (was man auch hinterfragen kann, aber lassen wir das an der Stelle mal beiseite). Tatsächlich wird der Schritt auch voraussichtlich Ende des Monats wieder rückgängig gemacht - soll ich dann mit Hinblick auf deine Bemerkung folgern, dass die Tafel davon ausgeht, dass dann alle Ausländer bis dahin gutes Benehmen gelernt haben?

  • jeder Person als gerechtfertigt einzustufen, nur weil sie sie tut.

    In diesem Fall haben wir es mit ehrenamtlichen Helfern zu tun, die eine sehr hohe Schmerzgrenze haben(hab in meinem Umfeld so einige aus der Richtung).Wenn solche Leute zu drastischen Maßnahmen greifen, dann sind die dementsprechend durchaus gerechtfertigt.

    was man auch hinterfragen kann, aber lassen wir das an der Stelle mal beiseite)

    Sollte man aber nicht, weil aus dem hohen Anteil und der dieser Gruppe eigenen Mentalität diese ganze Situation erst entstanden ist.

    soll ich dann mit Hinblick auf deine Bemerkung folgern, dass die Tafel davon ausgeht, dass dann alle Ausländer bis dahin gutes Benehmen gelernt haben?

    Hier unterschlägst du, dass die Tafel das keinesfalls aus freien Stücken tut. Sie wurde ziemlich heftig und rücksichtslos von Politik, Medien und Terroristen unter Druck gesetzt. Diesem Druck widersetzt man sich in der Lage nicht lange. Und, wie eingangs erwähnt, trennen sie nun tageweise.

  • Scorchwood schrieb:

    Und das ist ja wohl der Gipfel der Naivität. Einfach die ganze Welt als zivilisiert einzustufen kann schon allein wegen der Wertedifferenz nicht funktionieren.
    Es gibt Gegenden, da gräbt man seine Toten aus und tanzt mit ihnen, weil das Glück bringt.

    Und weiter? Was ist daran "unzivilisiert"? Nur weil du selbst nicht daran glaubst? Das finde ich widerlich auf andere Kulturen so herabzuschauen. ôo
    Das Wissen hast du von dem einen Galileobeitrag, oder? Meiner Erinnerung nach haben diese Beiträge immer noch etwas den "Freak/Exotik-Faktor", sind aber würdevoller als "lol, guck die Wilden, wie unzivilisiert".
    Sowas bin ich eigentlich vorrangig von Personen 50+ gewöhnt, die nicht verstehen können, weil sie mit dem Gedankengut aufgewachsen sind, dass andere Kulturen ihnen unterlegen wären.


    Scorchwood schrieb:

    In anderen Gebieten und Kulturen ist der Glaube weit verbreitet, dass das Einschlagen des Kopfes einer Frau, wenn diese ohne Kopftuch herumläuft, absolut legitim ist. So als kleine, unbedeutende Beispiele. Diese Praktiken als zivilisiert zu bezeichnen, so verdreht kann doch keiner sein. Geschweige denn die Kultur in der das so gelebt wird.

    Zum Einen steht es in keinem Vergleich ein friedliches Totenritual mit einer Gewalttat gleichzusetzen und zudem gibt es hier auch Eltern und Partner, die eine Frau verprügeln, weil sie deren Meinung nach einen zu kurzen Rock trägt. So what?


    Zu Stephen Hawking: Da war ich heute früh geschockt. :( aber wenn man bedenkt, dass man ihm eine viel kürzere Lebenszeit vorhergesagt hat ..

  • Zum Einen steht es in keinem Vergleich ein friedliches Totenritual mit einer Gewalttat gleichzusetzen und zudem gibt es hier auch Eltern und Partner, die eine Frau verprügeln, weil sie deren Meinung nach einen zu kurzen Rock trägt. So what?

    Hier in Deutschland wird eine solche Tat aber vom Großteil der Gesellschaft geächtet und bei ausreichenden Beweisen auch bestraft, in anderen Länder eben nicht, und das ist eben der Unterschied. Verbrechen gibt es in jedem Land, und sind an sich auch gleich schlimm, egal wo sie passieren. Aber eine Gesellschaft, die solche Vorfälle, und Menschenrechtsverletzungen sowohl toleriert, als auch legitimiert ist natürlich unzivilisierter/schlechter als jene, die solche Vorfälle sanktionieren und bestrafen.

  • In diesem Fall haben wir es mit ehrenamtlichen Helfern zu tun, die eine sehr hohe Schmerzgrenze haben(hab in meinem Umfeld so einige aus der Richtung).Wenn solche Leute zu drastischen Maßnahmen greifen, dann sind die dementsprechend durchaus gerechtfertigt.

    Nein. Dass die Entscheidung auf dieser Basis als gerechtfertigt eingestuft werden muss, ist damit eben keineswegs erwiesen. Alles, was du hier tust, ist der Versuch, eine ungültige Schlussfolgerung plausibel wirken zu lassen. Aber so einfach kann man es sich schlicht nicht machen. Wenn das Ziel ist, eine negativ zu bewertende Mentalität bei den Ausländern nachzuweisen, die systematisch und auf ihre Gruppe verallgemeinerbar wäre, dann braucht es deutlich mehr als den Verweis auf Leute, die die fragliche Maßnahme durchführen und dass die das ja schon nicht tun würden, wenn entsprechende Mentalität nicht vorhanden wäre. Wäre es anders, ließe sich wie gesagt so ziemlich alles als gerechtfertigt betrachten, ohne auch nur im Entferntesten danach zu fragen, ob die jeweiligen Begründungen überhaupt stichhaltig sind. Man könnte zum Beispiel ganz ähnlich sagen, dass Politiker mit einer gewissen Erfahrung in jedweder Meinung und Maßnahme gerechtfertigt sind, weil diese Leute mit ihrer politischen Erfahrung ja nicht dafür wären, wenn das nicht richtig bzw. notwendig wäre. Das wäre aber freilich vollkommen absurd und würde sofort zu Widersprüchen führen.
    Dementsprechend: Wenn du belegen willst, dass Ausländer eine generelle Mentalität, wie du sie hier beschreibst, aufweisen, dann brauchst du schon etwas Besseres als das. Ich bezweifle freilich generell, dass diese These haltbar ist.

    Sollte man aber nicht, weil aus dem hohen Anteil und der dieser Gruppe eigenen Mentalität diese ganze Situation erst entstanden ist.

    Eine derartige Mentalität muss aber eben erst einmal nachgewiesen werden (siehe oben). Was übrigens - anscheinend komme ich ja doch nicht da herum - die Begründung der Entscheidung mittels des als zu hoch eingestuften Ausländeranteils angeht, so halte ich dieses Argument für problematisch, weil man zum Beispiel klären müsste, woran genau das liegt. Es könnte ja zum Beispiel auch sein, dass Leute ohne deutschen Pass nun einmal einen hohen Anteil an Bedürftigen darstellen und daher der hohe Anteil an den Empfängern zustande kommt. Natürlich weiß ich nicht, ob das so ist - generell finde ich dazu wenig Informationen -, aber der Punkt müsste zumindest bedacht werden. Insgesamt enthalte ich mich diesbezüglich erst einmal eines Urteils, wobei man natürlich auch fragen könnte, welcher Mehrwert überhaupt darin liegt, hier eine zahlenmäßige Ausgeglichenheit zwischen Ausländern und Leuten mit deutschem Pass herzustellen, sofern eben nicht eine Gruppe irgendwelche unverdienten Vor- oder Nachteile hat. Die Diskussion führt aber an dieser Stelle möglicherweise zu weit.

    Hier unterschlägst du, dass die Tafel das keinesfalls aus freien Stücken tut. Sie wurde ziemlich heftig und rücksichtslos von Politik, Medien und Terroristen unter Druck gesetzt. Diesem Druck widersetzt man sich in der Lage nicht lange. Und, wie eingangs erwähnt, trennen sie nun tageweise.

    Ich unterschlage gar nichts, sondern beziehe mich einfach auf das, was die verantwortlichen Leute sagen. Und das ist halt, dass sich die Zahlen ins Gleichgewicht bewegt haben und es ohnehin nur als temporäre Maßnahme gedacht war (was man wie gesagt immer noch kritisieren kann). Es wäre doch ein wenig anmaßend, das einfach zu ignorieren und zu behaupten, die Leute würden damit lügen - zumal es die Situation für mich persönlich jetzt auch nicht besser machen würde, wenn ich davon ausgehe, das sei als Dauermaßnahme gedacht gewesen. Das wäre vielmehr ein Anlass zu zusätzlicher Kritik, bei der ich aber eben keinen Grund habe anzunehmen, dass sie gerechtfertigt wäre.
    Was überhaupt den "Druck" angeht: Zunächst einmal gibt es keine einheitliche Linie von Medien und Politik zu dem Thema. Die Tafel wurde von einigen Politikern kritisiert, andere haben die Entscheidung aber auch verteidigt. Bei den Medien waren die Meinungen ebenfalls durchaus unterschiedlich und die Politik wurde an mehreren Stellen dafür kritisiert, generell zu wenig gegen die Bedürftigkeit der Leute zu tun - eine These, der ich persönlich auch zuzustimmen geneigt bin. Insgesamt schienen mir Verständnis für die Entscheidung der Tafel relativ leicht zu finden, Verständnis für die generelle Situation noch eher (auch wenn vielleicht die Entscheidung an sich kritisiert wurde).
    Das Wort Terrorismus scheint mir indes ein wenig zu stark für die Vorfälle, die sich ereignet haben. Die verantwortlichen Leute mit Graffitis als Nazis zu beschimpfen zeugt für mich nicht von einer differenzierten Sichtweise und ist sicherlich illegal, mithin also eindeutig zu verurteilen, aber ich würde das jetzt nicht als einen terroristischen Akt beschreiben.
    Im Übrigen habe ich bis jetzt keinen Beleg dafür gefunden, dass die Essener Tafel zu einer tageweisen Trennung übergegangen ist bzw. übergehen will. Es wäre nett, wenn du (oder meinethalben auch jemand anders) mir dafür eine Quelle geben könntest, ich finde halt dazu nichts (womit ich, versteh mich nicht falsch, nicht unterstellen will, dass es eindeutig nicht so wäre).
    Jedenfalls aber möchte ich noch einmal betonen, dass es so oder so de facto falsch ist zu sagen, dass nur ein Trennungssystem reibungslos läuft, da es eben andere Beispiele von Tafeln gibt, die in einer ähnlichen Situation sind und ohne ein solches System (oder einen Aufnahmestopp) auskommen.


  • Hier in Deutschland wird eine solche Tat aber vom Großteil der Gesellschaft geächtet und bei ausreichenden Beweisen auch bestraft, in anderen Länder eben nicht, und das ist eben der Unterschied. Verbrechen gibt es in jedem Land, und sind an sich auch gleich schlimm, egal wo sie passieren. Aber eine Gesellschaft, die solche Vorfälle, und Menschenrechtsverletzungen sowohl toleriert, als auch legitimiert ist natürlich unzivilisierter/schlechter als jene, die solche Vorfälle sanktionieren und bestrafen.

    Das mag sein, aber Straftaten müssen erst zur Anzeige gebracht werden. Dh, wenn man sich in einer solchen Situation einem solchen Menschen gegenüber befindet, schützt dich ein Gesetz nicht davor, dass dir genau das zustoßen kann.
    Menschen, die zur Gewalt neigen, können diese in Gesellschaften, die Gewalt befürworten, bloß ohne Angst vor einer Strafe ausleben. Das bedeutet nicht, dass Menschen auf irgendeinem Fleckchen Erde weniger oder mehr gewaltbereit wären.


    Scorchwood schrieb:

    In diesem Fall haben wir es mit ehrenamtlichen Helfern zu tun, die eine sehr hohe Schmerzgrenze haben(hab in meinem Umfeld so einige aus der Richtung).Wenn solche Leute zu drastischen Maßnahmen greifen, dann sind die dementsprechend durchaus gerechtfertigt.

    Das habe ich gemeint. Es wird so getan, aös dürfte man NPOs und Ehrenamtliche nicht kritisieren oder als wären diese auf jeden Fall im Recht.

  • ... da es eben andere Beispiele von Tafeln gibt, die in einer ähnlichen Situation sind und ohne ein solches System (oder einen Aufnahmestopp) auskommen.

    Na ich weiß nicht, ob man die unbedingt alle miteinander vergleichen kann. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man sich mit der Entscheidung leichtgetan hat...
    Ansonsten halte ich das ganze System der Tafeln bzw. der Leute, die berechtigt sind dort etwas abzuholen, allerdings für ziemlich fragwürdig, aber das wäre dann wohl wieder ein anderes Thema.

  • Na ich weiß nicht, ob man die unbedingt alle miteinander vergleichen kann.

    Ich vergleiche sie ja auch nicht alle miteinander. Ich weise nur darauf hin, dass einige - also nicht alle - in vergleichbaren Situationen zu sein scheinen, d.h. einen hohen Anteil von Ausländern unter den "Kunden" haben und/oder von gelegentlichen Reibereien berichten können, aber eben andere Maßnahmen wählen, wenn erforderlich.

  • Ich weise nur darauf hin, dass einige - also nicht alle - in vergleichbaren Situationen zu sein scheinen

    Das war mir schon klar. Mit "alle" waren natürlich alle gemeint, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Das müsste man dann wohl jeweils vor Ort erleben, aber will ich eigentlich nicht unbedingt.