Bildungssysteme - und was man alles verbessern könnte...?

  • "Weil isso. Alle anderen sind dooof, nur ich nicht. Ich bin solch ein Genie und Rebell und lerne alles im Drittel der Zeit und hinterfrage, wo andere nur folgen." Obwohl vieles, was du behauptest, schlicht und ergreifend falsch ist oder man merkt, dass du nicht verstanden hast, was man aussagen wollte.

    Irgendwie kann ich nichts von deinem überheblichen Gehabe, sorry, glauben, wenn du dann mit jedem Absatz beweist, dass du keinerlei Ahnung hast.

    Is gut, habs kapiert, ich bin zu doof und du bist schlau und weißt über alles Bescheid. Ich verneige mich vor dir oh Bastet, Königin der Katzen...


    Zurück zum Thema. Hab mal bissl was rausgesucht, da ich scheinbar grundlegend falsch verstanden werde:

    https://orange.handelsblatt.com/artikel/46991

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=46686

    https://www.focus.de/familie/s…chgewinkt_id_6840738.html


    Paar Anregungen und PS: Ich hab nicht alles auf Wahrheitsgehalt überprüft. Das dürfen die wissenden übernehmen, denn ich bin ja nicht fähig genug ;P.

  • Mir gehts net um elementares Wissen, sondern um zielführendere Ausbildungen usw. Vieles braucht man in dem jeweiligen Job einfach nicht. Dafür kommen andere wesentlich wichtigere Sachen viel zu kurz.

    Man wird aber nicht für einen speziellen Job ausgebildet. Vor allem ein Studium qualifiziert für zahlreiche Jobs. Aber selbst wenn man vieles, was man lernt, nicht braucht, ist es der größere Blick, der einem weiterhilft.

    Davon abgesehen haben wir offensichtlich unterschiedliche Definitionen davon, was elementares Wissen ist. Für mich sind Lesen und Schreiben, die Grundrechenarten und ein bisschen Geometrie eben keine ausreichenden Grundkenntnisse in Deutsch und Mathe.

    Dann such dir wen, ders dir beibringt, oder lern selbstständig ^^.

    Das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist der, dass ich heute erkenne, wozu diese wirklich sinnvollen Kenntnisse da sind. Ich verstehe, warum es sinnvoll ist Gedichte zu interpretieren. Diese Erkenntnis wäre wahrscheinlich komplett ausgeblieben, hätte man mir nie gegen meinen Willen versucht eben das beizubringen.

    Das isn Beispiel. Ich hatte Spaß an Stochastik ^^. Nur ich bin nicht jeder.

    Du hast vorgeschlagen Stochastik aus dem Pflichtprogramm zu streichen und nur für Interessierte anzubieten. Ich sage, es sollte Pflichtprogramm bleiben, weil Stochastik eben extrem wichtig ist. Siehe auch diese Aussage:

    Was völliger Blödsinn ist, da für den späteren Job irrelevant. Darum gehts mir ja.

    Mathematik ist eben für einen Psychologen absolut nicht irrelevant.

    Wie Bastet schon sagt, es gibt weder den einen Job, den man mit einem Psychologiestudium machen kann, noch hört beim klassischen Psychologen die Arbeit mit Mathematik einfach auf. Neben den angesprochenen Statistiken und Forschungsarbeiten müssen sich Psychologen auch über den aktuellen Stand der Forschung immer wieder informieren. Das geht nur dann qualifiziert, wenn man die Arbeiten der Kollegen auch versteht und einordnen kann.

    Sich früh stark zu spezialisieren führt zu Fachidioten, die beim ersten Ausnahmefall völlig überfordert sind, weil sie nie gelernt haben links und rechts zu schauen, was vielleicht noch funktioniert oder nicht funktioniert.

  • Jaein. Das Konzept hat schon eine Ganztagsschule verfolgt, aber das nicht vollständig durchgezogen. Vor allem in den unteren Jahrgangsstufen hatten wir nur 1-2 mal nachmittags Unterricht bzw. die vielgehassten AGs, quasi um sanft anzufangen - ist ja doch eine Umstellung von Grundschule auf weiterführende. Ab der 7. fielen die AGs weg und wir hatten regulär zwei Nachmittage Unterricht, ab der 9. Klasse schließlich drei lange Nachmittage weil die Nawi-Fächer in drei gesplittet wurden (vorher hatten wir nur Nawi als ein Fach, ab der 9. dann klassisch Physik, Chemie und Bio einzeln). Von ehemaligen Mitschülern weiß ich dass ab der Oberstufe alle vier Nachmittage belegt waren, aber teils im zweiwöchentlichen Rhythmus sprich alle 14 Tage mal vier, oder eben mal drei lange Tage. Freitags hatten wir generell nie lange (6. Stunde Schluss), nur die neue Oberstufe musste aus Zeitgründen (verfügbare Lehrer) auch freitags mal lange machen.


    Aso, das klingt voll ok, so oft hat man auch auf jeder anderen weiterführenden Schule 8 Stunden die Woche, das ist verkraftbar. :)


    Sitzenbleiben meine ich. Nachsitzen ist förderlich. Aber das Sitzenbleiben fördert keinen Schüler. Da wiederholt sich der Stoff nur.


    Kann ich nur beipflichten. Hatte öfters Sitzenbleiber in der Klasse und es war immer das selbe, in den Fächern wo sie vorher gut waren waren sie nun spitze und da wo es vorher katastrophal war wars meist nur ne note besser.

    Wirklich gelernt hatte keiner den ich da je sah nichts.

    Daher ja, sitzenblieben kann nur abgeschafft werden, das hat wirklich keinen sinn. Was auch logisch ist, der Sitzenbleiber erhält so ja auch keine persönliche Förderung/Nachhilfe, sondern soll selbst irgendwie dazu lernen. :wacko:


    Ja. Am Besten wäre, wenn die Schüler bis zur 9. Klasse möglichst gemeinsam lernen und dann würde man anhand einer Hauptschulprüfung sehen, wo für die Schüler ungefähr die Richtungen einschlagen.


    Jo, sogar früher, am besten 7. 8. und 9. um ne Curve zu haben als ein einmaliger Test.


    Auch finde ich das Dänische Prinzip gut, wo es nach der Schule AG ähnliche Gebäude gibt außerhalb der Schule wo man diverse Berufe reinschnuppern kann, sogar künstlerische berufe wie Sänger oder Schauspieler. So kann man schon früh berufe und eigene Interessen kennen lernen, womit die kinder bei ihrem Abschluss dann nciht so verloren sind wie hier in Deutschland.


    Ich verfolge die Diskussion nicht aktiv, würde aber gerne was zu "Wofür braucht man das?" bzw. der weniger elegant formulierten Frage "Wozu der Scheiß?" sagen.

    Damals in der Schule hab ich mich das nämlich oft gefragt. Die Sache ist nur: Niemand hat mir das beantwortet. Hätte ich bei Mathe gesagt bekommen, dass ein Verständnis davon mir in der von Bastet beschriebenen Weise nützen würde, wäre ich eventuell etwas motivierter gewesen, anstatt das Gefühl zu haben, mich mit etwas rumzuplagen, was eh nur die zukünftigen Raketenwissenschaftler brauchen.


    Kann ich bestätigen. Konnte in der Schule kein Englisch, da solle man alles stumpfsinnig lernen weil man es MUSS. Erst nach der Schule lernte ich mit Kurzen englisch und das VIEL besser und schneller weil man da nicht stumpf was lernen MUSS sondern man lernte wozu man dies und jenes benutzt und vor allem warum man es benutzt es wurde viel mehr auf die englische Kultur eingegangen, womit vieles mehr sinn ergab.


    Das ist wirklich ein Manko an deutschen schulen, man soll etwas lernen weil es Pflicht ist, Punkt. Dieser Ansatz ist total verkalkt und gehört reformiert.

  • Ich verfolge die Diskussion nicht aktiv, würde aber gerne was zu "Wofür braucht man das?" bzw. der weniger elegant formulierten Frage "Wozu der Scheiß?" sagen.

    Damals in der Schule hab ich mich das nämlich oft gefragt. Die Sache ist nur: Niemand hat mir das beantwortet. Hätte ich bei Mathe gesagt bekommen, dass ein Verständnis davon mir in der von Bastet beschriebenen Weise nützen würde, wäre ich eventuell etwas motivierter gewesen, anstatt das Gefühl zu haben, mich mit etwas rumzuplagen, was eh nur die zukünftigen Raketenwissenschaftler brauchen.

    Das Problem war jedenfalls - immer, wenn man nach dem Zweck des jeweiligen Lernstoffes fragte, und wenn man noch so höflich und interessiert klang, gingen die Lehrer direkt in den Defensivmodus à la "lern einfach und gib Ruh", als hätte man gesagt, dass das eh Unsinn ist und man sich bestimmt keine Mühe geben wird. Wie sich das auf die Motivation auswirkt, kann man sich denken. Ich kann natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen, aber es kommt mir nicht weit hergeholt vor, dass das woanders auch passiert.

    Aber fairerweise gibts noch ein honorable mention für die zwei oder drei Personen aus dem Lehrkörper, die nett und respektvoll genug waren, zumindest einen Erklärungsversuch zu starten. Leider aber nicht in den Hauptfächern wie Deutsch (Stichwort Gedichtinterpretation) und eben Mathe, wo es mich am dringendsten interessiert hätte.

    Du sprichst mir tatsächlich aus der Seele. Teilweise hatten wir sogar Lehrer, wenn wir die gefragt haben, haben die sowas gesagt wie "Ja, das brauch ich euch gar nicht erst zu erklären, dass ist euch eh zu hoch." Oder ähnliches. Es nimmt einfach nur wirklich hart die Motivation, wenn man sogar noch als zu dumm dargestellt wird, um das gelernte später wirklich richtig anwenden zu können.

    Ich erinnere mich da besonders an Funktionen. Ich konnte das Thema nie und habs auch nie verstanden, bis ich mich mit meinem Freund hingesetzt habe und er mir erklärt hat, wofür man das braucht und wie man das dann verwendet (jetzt hab ich ka mehr wie das ging, ich musste gerade sogar googlen, wie man das noch mal genannt hat |D)

    Ein anderes Beispiel war wiederum unser BWR Lehrer (bester Lehrer den ich je hatte), er hat immer direkt reale Dinge in die Aufgaben eingebaut. Selbst bei Dingen, wo man wirklich keine realen Vorgaben bräuchte. Es viel mir so viel leichter das Thema zu verstehen.


    Dafür brauch ich keine Schule, sondern soziale Kontakte. Klar werden da Leute zamgeschmissen, aber Schule in Form von Noten, Leistungsdruck usw ist dafür nicht von Nöten. Und lernen musste ich auch nie. Ich hab aber sehr viele gesehen, die mit der Schule ihre Probleme hatten. Grade im sozialen Bereich scheitern viele Leute an den Leistungsanforderungen und wären trotzdem für den Job geeignet.

    Ja aber diese sozialen Kontakte bekommst du eben leichter in der Schule. Nicht jeder Mensch ist total aufgeschlossen und schafft es aus heiterem Himmel Freunde zu finden. Da hilft eben die Klasse, die Nähe zu anderen, in Gespräche zu kommen. Auch kann eventuell sogar der Leistungsdruck jemanden zusammen bringen, wenn Leute zusammen lernen oder so.

    Ich stimme dir zu, dass Bulimielernen wie es in DE gemacht wird, ganz weit entfernt von einem guten Schulsystem ist. Man sehe meine eigenen Erfahrungen, wenn ich nicht mal mehr weiß, wie Themen hießen, die ich vor circa einem Jahr noch hatte (ein Jahr schon... ich fühle mich alt q.q). Aber dafür einfach die Schule allgemein als schlecht darzustellen, ist faktisch falsch. Wir haben eben einfach nur das falsche, veraltete System.

  • Neben den angesprochenen Statistiken und Forschungsarbeiten müssen sich Psychologen auch über den aktuellen Stand der Forschung immer wieder informieren. Das geht nur dann qualifiziert, wenn man die Arbeiten der Kollegen auch versteht und einordnen kann.

    Dazu braucht man ein Verständnis von Zahlen, klar, aber keine Raketenwissenschaften oder Verständnis der Vorgänge in einem schwarzen Loch.

    Daher ja, sitzenblieben kann nur abgeschafft werden, das hat wirklich keinen sinn.

    Gibts das noch? Die beiden Schulen, welche an meine letzte Arbeitsstelle angeknüpft waren mussten jeden durchschleifen. Das ist genauso blöd, da der Jenige schon ab der zweiten/dritten Klasse dazu verdammt ist keinen Abschluss zu kriegen, da gewisse Defizite nie aufgeholt werden. Noch dazu entwickelt sich ein sehr schlechtes Bild von Schule. Es gibt ja Förderschulen, die die ersten zwei Jahre in drei aufteilen. Das find ich zB gut. Nur haben diese Schulen einen schlechten Ruf, vollkommen zu Unrecht.

    Ja aber diese sozialen Kontakte bekommst du eben leichter in der Schule.

    Ok, definiere Schule. Für mich ist Schule nicht das zusammensitzen in einem Raum sondern die Art des Lernens. Kurzum: Du musst nix aufwendig lernen um soziale Kontakte zu knüpfen. Da könntest du auch den ganzen Tag nen Verein besuchen, da hätte den gleichen Effekt. Klar, das gezwungene Zamstecken von Leuten zwingt zu Kontakten. Nur sind auch die Klassen einfach zu groß und zu bunt durchgewürfelt. Ich fänds cool wenns Talentklassen geben würde. Die eine hat halt zb Musik, die andere Zeichnen, wieder ne andre hat mehr Physik und die letzte ist auf Sprachen ausgelegt. Einfach von vornherein mehr die Leute zamtun, die auch intressentechnisch eher zampassen. Das fördert nicht nur die Atmosphäre, sondern wirkt au aufs Lernen förderlich.


    Problem: Jeder soll Abi machen und da es weniger Auszubildende im Handwerksbetrieb gibt stirbt das langsam aus. Ein Teufelskreis, da neue Interessierte auch keine Stellen mehr finden.

  • Zitat von bellchen

    Dazu braucht man ein Verständnis von Zahlen, klar, aber keine Raketenwissenschaften oder Verständnis der Vorgänge in einem schwarzen Loch.

    Ja genau, das ist genau das, was man lernt. :unsure:


    Zitat von bellchen

    Ok, definiere Schule. Für mich ist Schule nicht das zusammensitzen in einem Raum sondern die Art des Lernens. Kurzum: Du musst nix aufwendig lernen um soziale Kontakte zu knüpfen. Da könntest du auch den ganzen Tag nen Verein besuchen, da hätte den gleichen Effekt. Klar, das gezwungene Zamstecken von Leuten zwingt zu Kontakten. Nur sind auch die Klassen einfach zu groß und zu bunt durchgewürfelt. Ich fänds cool wenns Talentklassen geben würde. Die eine hat halt zb Musik, die andere Zeichnen, wieder ne andre hat mehr Physik und die letzte ist auf Sprachen ausgelegt. Einfach von vornherein mehr die Leute zamtun, die auch intressentechnisch eher zampassen. Das fördert nicht nur die Atmosphäre, sondern wirkt au aufs Lernen förderlich.

    Eben nicht, weil dann genau das passiert, was auch mit den Kindern passiert, die homeschooled sind: Dadurch, dass sie nur mit selbstausgesuchten Leuten, aka von den Eltern ausgesuchten, zusammenkommen und total weltfremd werden.

    Eine ehemalige Klassenkollegin glaubte mit 15 noch, dass arme Menschen einfach zu viele Markenklamotten von Prada und co. und teure Autos gekauft haben und eben darauf verzichten sollten, wenn sie kein Geld haben. ¯\_(ツ)_/¯

    Dass Leute nur ihresgleichen suchen, kann man zwar auch durch ein Schulsystem nicht vollkommen entgegenwirken, aber es ist um Längen besser, als jeden in seiner Blase zu lassen, wo man nur Gleichgesinnte trifft und dann gibt es ein großes Echo aus viel Circlejerking.


    Das gibt es schon. Das nennt man Oberstufengymnasium mit Schwerpunkt.

  • Dass Leute nur ihresgleichen suchen, kann man zwar auch durch ein Schulsystem nicht vollkommen entgegenwirken, aber es ist um Längen besser, als jeden in seiner Blase zu lassen, wo es nur Gleichgesinnte gibt und dann gibt es ein großes Echo aus viel Circlejerking.

    Das Schulsystem wirkt nur selten Blasen entgegen - vor allem in Deutschland nicht - da die Kinder halt entsprechend der Blase auf eine Schule gehen. Das ist ja auch eins der größten Probleme mit unserem Schulsystem. Denn tendenziell gehen halt nun einmal die Kinder besser gestellter Familien aufs Gymnasium, die von den richtig gut gestellten Familien aufs Private Gymnasium und die anderen Teilen sich halt auch - meist entsprechend ihrer "Klasse" - auf. Und dass Familie oft mehr mit der Empfehlung für weiterführende Schulen zu tun hat, als die eigentliche Begabung des Kindes, ist nachgewiesen. Da gibt es genug Studien zum Bias der Lehrer.


    Dazu kommt: Die Klassengröße im aktuellen System sorgt dafür, dass der Frontalunterricht nicht besonders effektiv sein kann und dass auch sozial Kinder auf der Strecke bleiben.

  • Dass Leute nur ihresgleichen suchen, kann man zwar auch durch ein Schulsystem nicht vollkommen entgegenwirken, aber es ist um Längen besser, als jeden in seiner Blase zu lassen, wo es nur Gleichgesinnte gibt und dann gibt es ein großes Echo aus viel Circlejerking.

    Das Schulsystem wirkt nur selten Blasen entgegen - vor allem in Deutschland nicht - da die Kinder halt entsprechend der Blase auf eine Schule gehen. Das ist ja auch eins der größten Probleme mit unserem Schulsystem. Denn tendenziell gehen halt nun einmal die Kinder besser gestellter Familien aufs Gymnasium, die von den richtig gut gestellten Familien aufs Private Gymnasium und die anderen Teilen sich halt auch - meist entsprechend ihrer "Klasse" - auf. Und dass Familie oft mehr mit der Empfehlung für weiterführende Schulen zu tun hat, als die eigentliche Begabung des Kindes, ist nachgewiesen. Da gibt es genug Studien zum Bias der Lehrer.


    Dazu kommt: Die Klassengröße im aktuellen System sorgt dafür, dass der Frontalunterricht nicht besonders effektiv sein kann und dass auch sozial Kinder auf der Strecke bleiben.

    Dennoch trifft man immer wieder auf andere. Du hast natürlich Recht, dennoch kann man nicht behaupten, dass die Durchmischung so homogen ist, denn auch Kinder reicher Eltern, von gut verdienenden Awälten, Politikern, Vorständen etc. besuchen des Öfteren auch staatliche Schulen. Da ich es nunmal genauso erlebt habe, entspricht es nicht vollkommen der Wahrheit. Gerade in Oberstufen und Höheren Lehranstalten, kommen auch viele ehemalige Hauptschüler hinzu. Im ersten Jahr muss zwar viel Zeit investiert werden, um auf einen Wissensstand zu gelangen, aber die Möglichkeit besteht durchaus und die Durchmischung ist in allen solchen Schulen groß.

    Zumal es nicht nur um soziale Schichten geht, sondern dass man Kinder nicht schon im Grundschualter in bestimmte Talentklassen stecken kann, da diese eben auch lernen sollen, dass andere Menschen die Welt anders sehen und ihre Schwerpunkte wo anders liegen.


    Zitat von Alaiya

    Dazu kommt: Die Klassengröße im aktuellen System sorgt dafür, dass der Frontalunterricht nicht besonders effektiv sein kann und dass auch sozial Kinder auf der Strecke bleiben.

    Das liegt aber an der Mangelbesetzung an Lehrern, denn selbstständiges Lernen und Gruppenprojekte kann man oft komplett vergessen. Besonders, wenn man nunmal keine 12 mehr ist, fühlt man sich schon recht verarscht. Am Ende durfte man sich zehn Präsentationen anhören, wobei die Form des Unterrichts von der Seite der Schüler wiederrum Frontalunterricht darstellt, der allerdings tollpatschig heuntergestottert, abgelesen oder auswendig aufgesagt wird. Am Ende nickt fast jeder irgendwo bei dem Vortrag seiner Klassenkollegen weg.

  • Bastet

    Die soziale Schicht hat selten was mit Intressen oder Begabung zu tun. Wie kommst du darauf, dass sich durch Intressen Bildungsblasen bilden?! Ich zeichne zB gerne. Glaube kaum, dass der IQ oder die Herkunft sowas beeinflusst. Sowas entsteht eher durch die Einstellung oder durch die Familie (Stichwort Gene).

    Das jetzige System bewirkt doch durch die Schubladen gerade Blasen. Auch das Sprengelsystem (Schule nahe des Wohnsitzes) ist kontraproduktiv, da gewisse Stadtteile nunmal zu Problemschulen führen.

    Und ich würde gerne schon vorher Spezialisierungen haben, und wenns nur in unterschiedlicher Stundenanzahl ist. Es muss nicht jeder Musik haben, es muss auch nicht jeder Kunst haben. Schon ab der 5ten Klasse könnte man "Richtungsklassen" einführen. Die einen ham mehr Mathe, die andren Deutsch. So könnte man sogar Schwächen ausbügeln oder Stärken stärken. Ist aber Flexiblität nötig.

    Generell ist Fächertrennung nur in gewissem Maß sinnvoll. Grade die Naturwissenschaften greifen sehr stark ineinander. Auch eine Art Projektfach, indem die Fächer wechseln und nur Gruppenarbeit gemacht wird wäre ratsam, da fürs spätere Berufsleben Teamarbeit überall gefragt wird, aber nirgendwo wirds gelehrt oder gefördert. Es bleiben sogar Sachen wie Ordnung oder Sorgfalt auf der Strecke. Diese Grundlagen lernen Kinder aus schwächeren Familien selten, sind aber Vorraussetzung für unser System. Es ist ein Trugschluss, dass die Schule Defizite in der Familie (zumindest derzeit) aufholen könnte.

    Meine Erfahrung hat gezeigt ein Erzieher + Lehrer pro Klasse sind top. Aber es fehlt eh scho an Personal und die Regierung tut dagegen auch nichts.

  • Gerade in Oberstufen und Höheren Lehranstalten, kommen auch viele ehemalige Hauptschüler hinzu.

    Das mag für Österreich stimmen, stimmt aber für Deutschland nur sehr eingeschränkt. Du musst dir dessen bewusst sein, dass euer System ein anderes ist, als bei uns. Und auch da muss ich sagen: Als ich in Österreich die Oberstufe eines Gymnasiums besucht habe, waren da nur Gymnasiasten. Die ehemaligen Hauptschüler waren größtenteils auf den Fachbildenden Oberstufenschulen (wie auch immer sie alle hießen). Wo auch Gymnasiasten waren, ja. Dennoch habe ich es - bis auf wenige Ausnahmen - immer sehr getrennt gesehen.

    Wobei ich dahingehend das Österreichische Bildungssystem loben muss, dass es leichter ist für die Hauptschüler, später eine Matura zu machen. In Deutschland werden Haupt- und Realschülern da gerne massenhaft Steine in den Weg gelegt.


    . Besonders, wenn man nunmal keine 12 mehr ist, fühlt man sich schon recht verarscht.

    Ist für mich eher ein Zeichen für schlecht dahingehend ausgebildete Lehrer. Was auf die meisten Lehrer zutrifft. Allerdings kann ich auch sagen: Ich hatte zwei Geschichtslehrer die Großartig mit Gruppen und Einzelarbeit waren - wir haben als Grundkurs mehr gelernt, als der Leistungskurs. Einfach, weil wir gute und intensive Gruppenarbeiten gemacht haben.


    Außerdem: Genau das Vortragen üben ist wichtig. Denn das macht später in Uni und Beruf so viel aus. Allerdings funktioniert es natürlich nur, wenn man einen Lehrer hat, der einem auch hilft, Vortragen zu lernen. (Da muss ich wieder Österreich loben, wo ich eine großartige Deutschlehrerin hatte, was das anging.)

  • Bastet und Alaiya

    Da stimme ich Alaiya zu, denn: Hauptschüler brauchen die Fachoberschulreife mit Qualifikation, um die gymnisiale Oberstufe besuchen zu dürfen. Es heißt zwar nicht, dass Hauptschülern der Zutritt zu der Oberstufe verwehrt ist, aber wie Alaiya sagt, Hauptschüler werden in Deutschland oft Steine in den Weg gelegt. Leider erlebe ich das sehr oft bei Freunden und Bekannten, die mir aus ihrer früheren Schullaufbahn erzählten; bestes Beispiel, was mir gerade in den Sinn kommt, ist mein Freund. Sein Deutschlehrer, mit dem er auch Geschichte hatte, mochte ihn nicht, drückte ihm eine 4 ins Zeugnis und damit verpasste er den Realschulabschluss.

    Meines Erachtens trägt das gesellschaftliche Ansehen der Hauptschule einen maßgeblichen Teil dazu bei, dass Kinder in die Sparte "Hauptschule" gesteckt werden und das ist echt beschissen. Wir hatten auch ein(!) Mädchen, das damals in der 11. Klasse von der Hauptschule in die Oberstufe kam und wirklich jeder machte sie aufgrund ihres Abschlusses nieder - nur hat sie all denen ziemlich den Arsch aufgerissen; sie war eine der besten Schüler gewesen. :biggrin:

  • Das meinte ich ja nicht. Kinder sollen lernen, dass andere Menschen andere Interessen haben als sie. Wenn man sie in der Volksschule gleich in Talentgruppen steckt, machen sie sich keine Gedanken darüber, wie andere ticken könnten und ob sie dieses Interesse ebenfalls haben könnten. Viele wissen sowas in solch einem Alter doch noch gar nicht, um mal damit anzufangen.


    Zudem haben die gelebten Interessen schon etwas mit dem Elternhaus und der Herkunft zu tun. Bei manchen heißt es bestimmt "Was, Klavier spielen willst du lernen? Sonst geht's dir? Wofür braucht man den Schmarrn?" Dann wird eventuell, wenn das Kind den Mut nicht aufbringt, nie wieder darüber gesprochen.

    Das kann sowohl eine sehr arme, bildungsferne Familie sein, die auch kein Interesse an Bildung hat, oder wie ich es an jener Kollegin erlebt habe, eine Familie, die ihr Kind unbedingt in Richtung Medizin, Jus oder BWL drängen will; für die Kunst nur dann wertvoll ist, wenn man sich damit brüsten kann in die Oper gegangen zu sein oder die berühmten Klassiker der Literaturgeschichte zu lesen. Also wenn man damit angeben kann.


    Zitat von Alaiya

    Das mag für Österreich stimmen, stimmt aber für Deutschland nur sehr eingeschränkt. Du musst dir dessen bewusst sein, dass euer System ein anderes ist, als bei uns. Und auch da muss ich sagen: Als ich in Österreich die Oberstufe eines Gymnasiums besucht habe, waren da nur Gymnasiasten. Die ehemaligen Hauptschüler waren größtenteils auf den Fachbildenden Oberstufenschulen (wie auch immer sie alle hießen). Wo auch Gymnasiasten waren, ja. Dennoch habe ich es - bis auf wenige Ausnahmen - immer sehr getrennt gesehen.

    Wobei ich dahingehend das Österreichische Bildungssystem loben muss, dass es leichter ist für die Hauptschüler, später eine Matura zu machen. In Deutschland werden Haupt- und Realschülern da gerne massenhaft Steine in den Weg gelegt.

    Da hast du Recht. Du warst auf einem "normalen" Gymnasium, jedoch kann msm sich durchaus dazu entschließen sowohl technische, wie auch betriebswirtschaftliche oder Oberstufen mit dem Schwerpunkt auf Soziales zu besuchen. Gibt noch ein paar mehr, die ebenfalls unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Oder man hat die Möglichkeit die Lehre mit Matura zu machen.

    14, 15 ist ein recht geeignetes Alter, um sich für einen bestimmten Zweig zu entscheiden, wobei du selbst nicht-naturwissenschaftlichen Schulen noch Chemie, Physik und Biologie hast, oder umgekehrt an Wissenschaftlichen noch Geschichte, Psychologie und co., um wie QueFueMejor sagt, nicht als Fachidiot zu enden. Zudem kann man Fächer nicht klar voneinander trennen. Dass Schwerpunkte mit Sozialmanagement ebenfalls Biologie für wichtig befinden, sollte selbstverständlich sein.


    Man kann keine sozialwissenschaftlichen und psychologischen Fachkenntnisse erwerben, ohne eine Ahnung von Biologie zu haben. Wenn du dann Psychologiekurse an der Uni besuchst, merkst du dann jedoch, dass es bei so einigen der Fall ist. Manchmal glauben junge Studenten immer noch, was ihnen manch ältere Profs an dem Stoff beibringen, was sie damals selbst gelernt haben und dann gibt es auch da teilweise immer noch solche Annahmen wie dass Autismus anerzogen wären, Krankheiten wie Schizophrenie keine genetische Grundlagen hätten, dass Menschen bei Geburt eine Tabula Rasa wären und man sie zu allem erziehen könnte (was vielen in der Realität sehr auf die Nieren geht, wenn sie zB. eben nicht Medizin studieren wollen und können, doch ihre Eltern haben sie ja "dazu erzogen") oder dass Menschen von grundauf bisexuell wären und erst durch Kränkungen hetero- oder homosexuell.

    Wenn Fachidioten nicht nach mal links oder rechts schauen, werden sie eben auch in ihrem eigenen Fach zu Idioten (natütlich nicht wortwörtlich als Idioten gemeint).


    Btw halt ich deshalb auch von neuen Studienexperimenten wie zB Gender Studies (als Bachelor) nichts. Die können nichts, was andere nicht besser und detaillierter können und wissen. Genderbasierte Studien werden bereits von Neurobiologen, Medizinern aller Art und Verhaltens- umd Sozialwissenschaftlern aus jedem Metier durchgeführt, die über viel detailliertes Wissen verfügen.

    Das ist vollkommen okay, wenn man Gender Studies bloß als Master anbietet, aber im Bachelor sollte man alle benötigten Grundlagen lernen. In manchen Ländern wird das Studium jedoch schon als Bachelor angeboten und das ist doch etwas zu spezifisch.


    Zitat von Alaiya

    Ist für mich eher ein Zeichen für schlecht dahingehend ausgebildete Lehrer. Was auf die meisten Lehrer zutrifft. Allerdings kann ich auch sagen: Ich hatte zwei Geschichtslehrer die Großartig mit Gruppen und Einzelarbeit waren - wir haben als Grundkurs mehr gelernt, als der Leistungskurs. Einfach, weil wir gute und intensive Gruppenarbeiten gemacht haben.


    Außerdem: Genau das Vortragen üben ist wichtig. Denn das macht später in Uni und Beruf so viel aus. Allerdings funktioniert es natürlich nur, wenn man einen Lehrer hat, der einem auch hilft, Vortragen zu lernen. (Da muss ich wieder Österreich loben, wo ich eine großartige Deutschlehrerin hatte, was das anging.)

    Bei manchen Lehrern liegt es auch an ihrer Persönlichkeit.

    Es ist toll, wenn Gruppenarbeiten hier und da mal funktionieren, meist bedeuten sie aber nur Stress für die Leute, die tatsächlich daran arbeiten und am Ende merkt man sich nur wenig von den Vorträgen anderer.

    Das mag für dem einen eine gute Übung sein, aber als Zuhörer behältst du den Stoff schlecht, wenn er dir stotternd vorgetragen wurde.

    Was bin ich dankbar, dass in der Uni vieles über meist sehr guten Frontalunterricht funktioniert, der nicht einschläfernd ist und dem man wirklich gerne zuhört. Es kann wirklich nichts einen guten Vortrag ersetzen. ^^"

  • Gibts das noch? Die beiden Schulen, welche an meine letzte Arbeitsstelle angeknüpft waren mussten jeden durchschleifen. Das ist genauso blöd, da der Jenige schon ab der zweiten/dritten Klasse dazu verdammt ist keinen Abschluss zu kriegen, da gewisse Defizite nie aufgeholt werden. Noch dazu entwickelt sich ein sehr schlechtes Bild von Schule. Es gibt ja Förderschulen, die die ersten zwei Jahre in drei aufteilen. Das find ich zB gut. Nur haben diese Schulen einen schlechten Ruf, vollkommen zu Unrecht.


    Gibts das noch? <--Leider ja, und wie du schon sagst "da gewisse Defizite nie aufgeholt werden.".

    Im Grunde schiebt man einen Schüler mit sitzenblieben nur ab,


    Ja aber diese sozialen Kontakte bekommst du eben leichter in der Schule.

    Ok, definiere Schule. Für mich ist Schule nicht das zusammensitzen in einem Raum sondern die Art des Lernens. Kurzum: Du musst nix aufwendig lernen um soziale Kontakte zu knüpfen. Da könntest du auch den ganzen Tag nen Verein besuchen, da hätte den gleichen Effekt. Klar, das gezwungene Zamstecken von Leuten zwingt zu Kontakten. Nur sind auch die Klassen einfach zu groß und zu bunt durchgewürfelt. Ich fänds cool wenns Talentklassen geben würde. Die eine hat halt zb Musik, die andere Zeichnen, wieder ne andre hat mehr Physik und die letzte ist auf Sprachen ausgelegt. Einfach von vornherein mehr die Leute zamtun, die auch intressentechnisch eher zampassen. Das fördert nicht nur die Atmosphäre, sondern wirkt au aufs Lernen förderlich.


    Problem: Jeder soll Abi machen und da es weniger Auszubildende im Handwerksbetrieb gibt stirbt das langsam aus. Ein Teufelskreis, da neue Interessierte auch keine Stellen mehr finden.


    Ja ist leider so. Die Praxis der letzten 100-200 oder mehr Jahre zeigt es ja, nur weil man kinder in einer Klasse Steckt freunden sie sich nicht automatisch an, eher das gegenteil es bilden sich Gruppen hinsichtlich Sympatie und gemeinsamen Interessen. Wäre da auch eher für deinen Vorschlag weil es A: das Kind fördert und B: Ausgrenzungen/Mobbing mindern könnte. Und ich sage könnte, da wir noch kein reales Beispiel haben obs klappt oder nicht, nicht weil ich dran zweifeln würde. ^^


    Das meinte ich ja nicht. Kinder sollen lernen, dass andere Menschen andere Interessen haben als sie. Wenn man sie in der Volksschule gleich in Talentgruppen steckt, machen sie sich keine Gedanken darüber, wie andere ticken könnten und ob sie dieses Interesse ebenfalls haben könnten. Viele wissen sowas in solch einem Alter doch noch gar nicht, um mal damit anzufangen.


    Das Problem dabei ist nur, machen sich Kinder wirklich über sowas Gedanken ? Im Grunde suchen sie sich gleichgesinnte und wer nicht dazu passt ist dann der Außenseiter. Gerade Kinder leben halt in einer Blase, wie in meinem Beispiel eins weiter oben geschildert wars eigentlich schon immer so das sich Gruppen bildeten.

    Den Lehrnprozess den du hier möchtest müssten die Lehrer den Kindern beibringen, was ich unterstützen würde, aber von selbst Lehrnen die kinder das nicht. Das sieht man ja schon daran wie sie je älter sie werden immer mehr Leute mit "anderen Ideen" ausgrenzen.


    bellchens Vorschlag würde da gerade so eine Ausgrenzung vermeiden und die Natürlichen Begabungen der Kinder fördern. In der Theorie, in der Praxis muss das halt noch erprobt werden. ^^

  • Da hast du Recht. Du warst auf einem "normalen" Gymnasium, jedoch kann msm sich durchaus dazu entschließen sowohl technische, wie auch betriebswirtschaftliche oder Oberstufen mit dem Schwerpunkt auf Soziales zu besuchen.

    Ich glaube du bist nicht aus DD, kann das sein? Bei usn unterscheiden sich diese Fachrichtungen nur durch ein einziges Fach. Der Rest ist absolut gleich, sogar die Prüfungen sind es. Hinterher kann ich trotzdem mit einem Sozialabi ein technisches Studium besuchen (Sinn?).

    Man kann keine sozialwissenschaftlichen und psychologischen Fachkenntnisse erwerben, ohne eine Ahnung von Biologie zu haben. Wenn du dann Psychologiekurse an der Uni besuchst, merkst du dann jedoch, dass es bei so einigen der Fall ist. Manchmal glauben junge Studenten immer noch, was ihnen manch ältere Profs an dem Stoff beibringen, was sie damals selbst gelernt haben und dann gibt es auch da teilweise immer noch solche Annahmen wie dass Autismus anerzogen wären, Krankheiten wie Schizophrenie keine genetische Grundlagen hätten, dass Menschen bei Geburt eine Tabula Rasa wären und man sie zu allem erziehen könnte (was vielen in der Realität sehr auf die Nieren geht, wenn sie zB. eben nicht Medizin studieren wollen und können, doch ihre Eltern haben sie ja "dazu erzogen") oder dass Menschen von grundauf bisexuell wären und erst durch Kränkungen hetero- oder homosexuell.

    Öhhh, moment! Das ist zum Teil Medizin und nicht Biologie. Ich hatte auch nich großartig Vererbungstheorien und weiß, das Autismus nicht anerzogen ist. Sowas lernt man in Psychologie selbst. Zumindest hier in DD. Es gibt au Etwas das nennt sich Logik. Gibts nicht am Automaten und auch nicht in der Kaffeeteria. In der Schule wirds leider nicht beigebracht. Woher mans lernt? Gute Frage. Ich habe bei unlogisch denkenden Menschen kein Muster festgestellt. Die Schulabschlüsse sind bunt gemixt. Auch das Bundesland hat keine Auswirkungen, da unterschiedliche Lehrpläne.


    Zu den Talentklassen:

    Es müssen ja nicht komplett abgetrennte Klassen sein. Bestimmte Kurse können sich ja mit andren Klassen überschneiden. Bei mir war Religion zB immer mit andren Klassen wegs der Anzahl. Und bei vielen Kindern kommen bestimmte Talente durch und zeigen sich früh. Gerade künstlerische Aspekte oder eine Vorliebe für Zahlen habe ich öfters beobachtet. Ein Kigakind im Alter von 5 Jahren konnte schon lesen. Sollte er in die Schule komm ist er dazu verdammt sich zu Tode zu langweilen in deutsch. Solche Kinder werden nicht selten Klassenclowns und gehen in späteren Klassen deshalb unter, da andere ihren Vorsprung einholen und er selbst nie gelernt hat sich anzustrengen.

    Es sind nun mal nicht alle Menschen gleich, auch wenn viele versuchen sie gleich zu machen.

  • Ich habe mal ein paar der Posts überflogen und dachte, ich gebe mal ein paar Meinungen ab als Abiturientin in einem komplett anderen System; dem belgischen Schulsystem. Unser Unterrichtswesen unterscheidet sich sehr vom deutschen System und alles zu erklären, würde zu lange dauern, deswegen nur kurz vorab zwei wichtige Punkte: Es gibt nur 2 Abschlüsse bei uns: A Abitur und B Abitur (und einen Abschluss nach dem 3. Jahr, der einem aber effejtiv nichts bringt, aber theoretisch erlaubt, die Schule abbzubrechen, wobei das nochmal ne' komplett andere Story ist). A Abitur dauert 12 Jahre und B Abitur 13 Jahre - letzteres bereitet einen aber eher auf einen Beruf vor (Berusbildendes Abitur) und wer damit studieren will, hat es meistens eher schwer - es ist aber fürs Studium zugelassen. Ansonsten unterscheiden wir außer Förderschule keine Schularten; jede Schule bietet ein anderes Angebot (manche beide Abitur, manche nur eins von beiden) mit verschiedenen Schwerpunkten, aber wir haben keine Klassifizierung wie in Deutschland.


    14, 15 ist ein recht geeignetes Alter, um sich für einen bestimmten Zweig zu entscheiden

    Kann ich aus persönlicher Erfahrung nicht so unterschreiben; wir dürfen auch in dem Alter einen Zweig wählen und ich bin mit meiner Wahl extremst auf die Nase gefallen und ich bereue es immer noch, damals nicht einen anderen Zweig gewählt zu haben - in dem Alter sind die Zukunftswünsche entweder gar nicht vorhanden oder sie tendieren dazu, sich zu ändern (wie es bei mir der Fall war). Viele wählen entweder das, was ihre Freunde nehmen oder das, was am Chilligsten erscheint und zumindest bei uns ist der gewählte Zweig nicht unwichtig fürs Studium.


    Es ist toll, wenn Gruppenarbeiten hier und da mal funktionieren, meist bedeuten sie aber nur Stress für die Leute, die tatsächlich daran arbeiten und am Ende merkt man sich nur wenig von den Vorträgen anderer.

    Das mag für dem einen eine gute Übung sein, aber als Zuhörer behältst du den Stoff schlecht, wenn er dir stotternd vorgetragen wurde.

    ^Fullack

    Zumal die Schüler (und ich bin da auch nicht unschuldig) meistens auch nur umgeschriebene Wikipedia-Artikel vorlesen - besonders in naturwissenschaftlichen Fächern, wo man die Materie als Schüler eben selber nicht versteht und dementsprechend nicht vermitteln kann - finde es eh schwachsinnig, wenn Schüler den Lehrerjob übernehmen sollen. Ich bin allgemein echt für Vorträge; besonders kurze, die schnell vorbereitet sind, da Partner- und besonders Gruppenarbeiten eben doch oft sehr chaotisch ablaufen.


    Hauptschüler brauchen die Fachoberschulreife mit Qualifikation, um die gymnisiale Oberstufe besuchen zu dürfen. Es heißt zwar nicht, dass Hauptschülern der Zutritt zu der Oberstufe verwehrt ist, aber wie Alaiya sagt, Hauptschüler werden in Deutschland oft Steine in den Weg gelegt.

    Da schwirrt mir ja schon der Kopf vom Lesen; ich verstehe tbh nicht, warum das Schulsystem in Deutschland so kompliziert ist - zumal ich nicht verstehe, was für einen positiven Effekt es haben soll, da ich hier fast nur Negatives lese. In Belgien macht fast jeder - bis auf wenige Ausnahmen - das Abitur. Manche über den kürzeren Weg und - wer es braucht - über den längeren (also 1 Jahr länger) Weg, was nicht so "anspruchsvoll" (bzw. anspruchsvoll auf einer anderen Ebene) ist. Schlechte Schüler werden dann eher an der Uni bzw. Hochschule aussortiert - entweder bei der Aufnahmeprüfung oder im Studium selber, dennoch besitzen viele ein Abitur und haben damit jede Menge Möglichkeiten. Auch der Wechsel vom B-Abitur zum A-Abitur ist keinem verwehrt - man muss aber sagen, dass es definitiv nicht darauf ausgelegt ist, dass man diesen Wechsel macht.

  • Naoko

    Mhhh, intressant. Ich frag mich nur was für ein Niveau eure Schule hat. Bei uns hab ich das Gefühl ist die Schere zwischen "gutem" und "schlechtem" Schüler viel zu groß. Da eine gemeinsame Schnittmenge zu finden halte ich fast für unmöglich. Kompliziert ist unser System, da hast du Recht. Aber hier wird au keinem verwehrt als Hauptschüler iwann zu studieren. Problem: Es ist unglaublich zweitaufwendig.

    Was macht man bei euch mit Schülern, die kaum zurecht kommen? Wie steht man bei euch zum Thema Schule? Hier heißt es meist: "Kein Bock!"

    In Japan hat Schule nen extremst hohen Stellenwert (sogar zu hoch für meinen Geschmack), ist das bei euch ähnlich?

  • Zitat von bellchen

    Ich glaube du bist nicht aus DD, kann das sein? Bei usn unterscheiden sich diese Fachrichtungen nur durch ein einziges Fach. Der Rest ist absolut gleich, sogar die Prüfungen sind es. Hinterher kann ich trotzdem mit einem Sozialabi ein technisches Studium besuchen (Sinn?).

    Aus Österreich, aber du könntest auch nach der Lehre ein Studium beginnen. Wieso auch nicht?

    Außerdem wechselt kaum einer seine Fachrichtung in dem extremen Ausmaß.

    Nein, das sind wirklich spezialisierte Zweige, die aber auch noch Allgemeinwissen vermitteln. Btw mein Zweig war Sozial- und Gesundheitsmanagement mit dem Schwerpunkt auf bestimmte soziale Fächer, Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaften, und vor allem Biologie und Ernährungswissenschaft mitsamt Kochen. Wenn du dann in die Biotechnologie, oä. gehst, liegt das immer noch sehr nahe. Ein ehemaliger Mitschüler aus der Nebenklasse studiert erneubare Energien. Ist ein technischer Beruf. Eine Freundin macht Pharmazie im Forschungsbereich. Ist immer noch "sozial genug".


    Zitat von bellchen

    Öhhh, moment! Das ist zum Teil Medizin und nicht Biologie. Ich hatte auch nich großartig Vererbungstheorien und weiß, das Autismus nicht anerzogen ist. Sowas lernt man in Psychologie selbst. Zumindest hier in DD. Es gibt au Etwas das nennt sich Logik. Gibts nicht am Automaten und auch nicht in der Kaffeeteria. In der Schule wirds leider nicht beigebracht. Woher mans lernt? Gute Frage. Ich habe bei unlogisch denkenden Menschen kein Muster festgestellt. Die Schulabschlüsse sind bunt gemixt. Auch das Bundesland hat keine Auswirkungen, da unterschiedliche Lehrpläne.

    Kommt drauf an und du solltest solche neurobiologischen Grundlagen und ein bisschen Genetik in der Psychologie lernen. Passiert aber meines Wissens oft nicht.


    Und du kannst nicht so vieles mit "Logik" abtun. Die Menschen in jeder anderen Epoche waren auch nicht dümmer, obwohl sie viele Konzepte geglaubt haben, bei denen wir uns heute an den Kopf greifen würden.

    Wenn man etwas beigebracht bekommen hat, dann findet man eine Erklärung, die auf einen selbst logisch klingt.

    Es ist nur viel leichter und man fühlt sich selbst besser, wenn man andere rasch als dumm abstempelt und es dabei belässt. Das ist doch eine sehr oberflächliche Betrachtungsweise.


    Zitat von bellchen

    Es sind nun mal nicht alle Menschen gleich, auch wenn viele versuchen sie gleich zu machen.

    Wir leben weder in Japan noch in China. Dort könntest du deine Aussage viel eher anbringen. Hier versucht keiner die Kinder gleichzumachen, bloß weil man einen bestimmten Standard für alle aus der Klasse festlegen muss, um den Unterricht möglich zu machen.

    Aber an sich ist unsere Gesellschaft an sich sehr individualistisch geprägt ist.


    Zitat von Naoko

    Zumal die Schüler (und ich bin da auch nicht unschuldig) meistens auch nur umgeschriebene Wikipedia-Artikel vorlesen - besonders in naturwissenschaftlichen Fächern, wo man die Materie als Schüler eben selber nicht versteht und dementsprechend nicht vermitteln kann - finde es eh schwachsinnig, wenn Schüler den Lehrerjob übernehmen sollen. Ich bin allgemein echt für Vorträge; besonders kurze, die schnell vorbereitet sind, da Partner- und besonders Gruppenarbeiten eben doch oft sehr chaotisch ablaufen.

    Ich hab das immer in Geschichte gemacht. :'D

    Aber ja, war vor allem in naturwissenschaftlichen Fächern furchtbar. Für die Vortragenden furchtbar peinlich, da man ihnen angemerkt hat, dass sie nichts davon verstanden haben, und für alle anderen furchtbar öde.

  • Ich frag mich nur was für ein Niveau eure Schule hat. Bei uns hab ich das Gefühl ist die Schere zwischen "gutem" und "schlechtem" Schüler viel zu groß. Da eine gemeinsame Schnittmenge zu finden halte ich fast für unmöglich.

    Das ist von den Schulen, Zweigen und Art des Abiturs abhängig - da die Schulen aber eine unglaubliche Menge an Zweigen zur Verfügung stellen, kann eigentlich jeder das aussuchen, was ihm liegt. Gerade das B Abitur bietet viele praktischere Zweige an (Friseur, Koch, Schreiner, ...) wo dann nur ein Minimum an Theorie vermittelt wird, sodass die Schüler, die wirklich Schwierigkeiten mit Theorie haben, sich in der Praxis beweisen können.

    Was macht man bei euch mit Schülern, die kaum zurecht kommen?

    Meistens wird ihnen ein anderer Zweig oder eine andere Schule empfohlen - die ganz schlimmen Fälle kommen in den TZU (Teilzeitunterricht), wo man eine Woche Schule und eine Woche Praktikum hat. Der TZU ist aber nur übergangsweise und das Ziel ist es, dass sich die Schüler eine Lehrstelle suchen.


    Wie steht man bei euch zum Thema Schule? Hier heißt es meist: "Kein Bock!"

    In Japan hat Schule nen extremst hohen Stellenwert (sogar zu hoch für meinen Geschmack), ist das bei euch ähnlich?

    Seitens der Schüler ist die Einstellung die Gleiche; die meisten sind hier auch nicht gerade motiviert, aber man kämpft sich durch haha.

    Es wird als wichtig angesehen, dass man sein Abitur hat; davon abgesehen ist der Stellenwert nicht so hoch - auch die Wahl der Schule/Uni ist hier nicht so wichtig.

  • Bastet

    Ich hab hier schon den Eindruck das alle das Gleiche bekommen sollen. Jeder soll das Abi bekommen können und jeder soll studieren können. Bitte verwechsle meine Beschreibung nicht mit China oder Japan! Das habe ich weder behauptet noch meine ich das.

    Deine Bechreibung klingt komplett anders, als das was bei uns abgeht. Ich kenne keine Schule bei der Politikwissenschaften zusammen mit Biologie und Kochen gelehrt werden. Versteh mich net falsch, ich finds cool und wäre froh wenns hier so wäre. Wie gesagt, hier gibts nur ein Fach was sich unterscheidet.

    Unlogisch =/= dumm. Ich hoffe du nimmst nicht an an, dass ich das annehme ^^.


    Naoko

    Das ja voll cool! Sowas wünsch ich mir für hier. Praxiszweige hab ich bisher nur einmal gehört. Ich finds aber doof, das Praxisnähe nur als letzteres, also mehr für "unbegabte" zur Verfügung steht. Gewisse Praxisschritte können komplizierter sein als so manche Mathegleichung. Meister seines Fachs wird man erst nach Jahren oder Jahrzehnten.

  • Bastet

    Ich hab hier schon den Eindruck das alle das Gleiche bekommen sollen. Jeder soll das Abi bekommen können und jeder soll studieren können. Bitte verwechsle meine Beschreibung nicht mit China oder Japan! Das habe ich weder behauptet noch meine ich das.

    Deine Bechreibung klingt komplett anders, als das was bei uns abgeht. Ich kenne keine Schule bei der Politikwissenschaften zusammen mit Biologie und Kochen gelehrt werden. Versteh mich net falsch, ich finds cool und wäre froh wenns hier so wäre. Wie gesagt, hier gibts nur ein Fach was sich unterscheidet.

    Unlogisch =/= dumm. Ich hoffe du nimmst nicht an an, dass ich das annehme ^^.

    Ich meinte, wir haben im Großen und Ganzen doch keine Kultur, die versucht Menschen allesamt gleichzumachen, bzw. löst sich diese immer mehr auf und wird immer individualistischer.


    Naja, das ist ja auch nicht jede, aber es gibt einige solcher.


    Nein, eh nicht, aber so einige Menschen wissen es nicht besser und da greift auch logisches Denken nicht. Ich hab seltsamerweise schon ein paar mal gehört, dass Menschen die Phrase "die Haut atmet" wortwörtlich verstehen und sich dann vorstellen, dass etwas Sauerstoff in die Haut und dann in die Blutgefäße eindringen kann oä. xD Wir sind nun Frösche...