Übergewicht - Eure Meinung

  • Naja, sie war ein ziemlicher Fast Food-Junkie und so und denkt es sei der beste Weg plötzlich die gesündeste Ernährung ever aufzustellen und ich denke schon, dass sie sich ordentlichen Druck macht.

    Btw hab ich mir die App nochmal angesehen, ist ja eine Weile her, und der Mist belohnt einen tatsächlich in irgendeiner Weise ja dafür, dass man möglichst wenig Kalorien zu sich nimmt.

    Ich würde ja eher beginnen bei: "Na lass für die ersten ein, zwei Monate mal die Hälfte vom Fast Food und Softdrinks weg und ersetze es durch was Gesundes / Selbstgekochtes / gesünderes Fast Food (ich meine, ich hab dauernd die Sushi vom Stand neben unserer Uni gegessen, die waren auch voll günstig) bzw. Wasser" und nicht "Wie viel Kalorien hat die Milch im Kaffee, einfach nur ein Schuss Milch!!??" Like wtf.

    Und ich bin dann ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht oder entsetzt oder whatever wie viele Leute hier das Mindset einer Essstörung befürworten. Selbst wenn es noch keine ist, und hoffentlich keine wird, das Mindset davon, dass man jede Kalorie ganz haargenau kontrollieren muss, hat sich dann bereits festgesetzt. Wie gesagt, finde ich krankhaft, macht ihr damit was ihr wollt, bloß gebt es nicht an andere weiter.


    Die Gesellschaft ist ohnehin krank. Auf der einen Seite gibt es einige Leute, die sogar Ärzt*innen als "fatphobic" beschimpfen, weil sie die Frechheit besitzen adipöse Patient*innen ehrlich zu erklären, was sie ihrem Körper antun, oder Models mit weit über 100 kg Adipositas sogar anpreisen, und auf der anderen Seite haben die Leute so einen verzerrten Blick auf Körper, dass öfters mal sogar komplett normalgewichtige Menschen als fett empfunden werden.


    Sowohl ich in meinem Praktikum damals wie auch KollegInnen von mir und eine Prof, die da ebenfalls an dem Programm teilgenommen hat, haben an Volksschulen bzw. manche in Unterstufen über gesunde Ernährung, Gewicht und Körperbilder gesprochen, die von den Medien gezeichnet werden, gesprochen. Eine damalige Klassenkollegin und ich haben den Kindern dann einige Models aus heutigen und damaligen Medien im Bikini am Stransd gezeigt und die haben literally gesagt, dass Marilyn Monroe in ihren Augen fett aussieht. Fett. Einen ähnlichen Vortrag zuvor hatten wir damals btw auch in unserer eigenen Klasse, also in der Oberstufe, und wir waren nur Mädels, und vor allem die Sportlerinnen und manch andere empfanden sie und andere "Plus Size"-Models als ziemlich fett. Und die meisten Plus Size-Models sind einfach nur ganz normale Frauen, bei denen man dann erstens denkt "Wooah, sehen die gut aus!" und zweitens: "supi, da seh ich wenigstens einmal, wie der Bikini an mir selbst aussehen wird." Das denkt man aber halt nur, wenn man weder Size Zero / Two toll findet, noch adipöse oder tatsächlich stark übergewichtige Models.

    Lol okay.

    Ich hatte mir davor weniger Gedanken um meine Figur gemacht, bis eben jene Sportlerinnen (literally, die spielen immer noch zweite Liga oder so) und ein paar andere Mädchen anfingen mich aber auch sich gegenseitig oft für jeden Schmu zu kritisieren.

    Like "omg, du isst fast jeden Tag son Schokoriegel / Milchschnitte whatever. Wisst ihr nicht wie viel Zucker da drinnen ist!!?" zu einer Freundin und mir und anderen. Darling, das ist der Sinn von Süßigkeiten. Es steckt im Wort.


    Das Ziel sollte es sein jedem einen gesunden Blick auf sich selbst und die Körper anderer zu geben und eine gesunde Einstellung zum Essen zu entwickeln, die auch Freude macht. Ich sehe nicht wie man sich auf etwas freuen kann, wenn man im Hinterkopf mit Kalorien rumjongliert.

  • Zitat von Maneki-Neko

    Tracken ist hier ein sehr schönes und bisschen euphemistisches Wort für "obsessiv über Kalorien brüten".

    Bullshit. Sorry, aber nein, die Aussage ist schlichtweg völlig überzogen und nicht korrekt. Natürlich gibt es dabei die Gefahr, dass das ausartet, diese Erfahrung habe ich leider auch selber gemacht, aber für sich genommen ist das nicht das Problem.


    Die Kalorien zu überwachen ist in vielen Fällen ein essentieller Bestandteil abzunehmen. Einmal ist es wichtig für Leute, die beginnen, um festzustellen, was sie da überhaupt zu sich nehmen. Für viele Leute sind es nämlich oft gewisse kleine Fallen oder Angewohnheiten im Alltag, die diese vorher angesprochenen zusätzlichen 600 Kalorien ausmachen und verhindern, dass man (weiter) abnimmt. Diese Problemchen zu entdecken geht prinzipiell nur darüber, die Kalorienzufuhr nachvollziehen zu können. Das sollte auch erstmal entsprechend genau gemacht werden, wenn natürlich auch nicht auf jeden Gramm, aber es sollte eben ein genaues Bild der Ernährung widerspiegeln.


    Und selbstverständlich kann das auch im weiteren Verlauf ein wichtiges Werkzeug dabei sein, sich an eine gesunde Ernährung zu halten. Für viele Leute ist es schlichtweg nicht so leicht, sich "einfach gesund zu ernähren“, da hilft es eben oft, sehen zu können, was man so zu sich nimmt und was man sich vielleicht noch gönnen kann. Besonders später, wenn man etwas fortgeschrittener ist, wird man vieles auch einfach schätzen können, wenn man aus Erfahrung weiß, wie viel das ungefähr ist. Wobei das auch für einige dazu führt, gute Angewohnheiten langsam wieder einreißen zu lassen und die Disziplin zu verlieren, sollte man also im Bewusstsein haben.


    Das Tracken an sich muss also überhaupt nichts mit obsessiv über Kalorien brüten zu tun haben, sondern kann auch einfach helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Mengen von welcher Nahrung wie viel reinhauen und gesund bzw. weniger gesund sind. Wenn es wirklich eine App gibt, die, wie du sagst, einen für so wenig Kalorien wie möglich belohnt, wäre das dann jedoch ein ziemliches No Go. Das ist nämlich einer der Punkte, die einigen Leuten zum Verhängnis werden und wo es zu einer Obsession werden kann. Man sollte sich bewusst sein, dass der Körper halt auch eine gewisse Mindestmengen an Nahrung braucht und man sich nicht so gut es geht der 0 annähern soll.
    Klar sind die Linien fließend und meist merken es Betroffene erst, wenn es schon zu spät ist. Aber es ist nicht gut, das Erfassen der Kalorien per se als schlecht einzustufen, weil es einfach notwendig sein kann, um in ein gesundes Maß zu kommen. Wenn man Leuten, die mit ihrer Ernährung strugglen und es nicht schaffen, "einfach so" abzunehmen, mit auf den Weg gibt, dass es nicht gut ist, das eigene Essverhalten zu überwachen, ist das kein wirklich guter Weg für diejenigen, dieses Maß zu erlangen, denn offenbar klappt das bei einem beachtlichen Teil der Menschen nicht einfach so von innen heraus.

  • Bastet

    Bedeutet Plus-Size nicht eigentlich nur, dass das Models sind mit der ausgeprägtem Becken/Oberschenkel und/oder Brüsten? Was alle diese Frauen auf jeden Fall haben. Die sind nicht fett, sehe ich auch nicht, aber sie als Plus Size Models zu bezeichnen ist nicht falsch, weil sie alle diese ausgeprägten Hüften haben. Außer die letzte, die hat eher schlanke Hüften.


    Ich wollte das nur kurz einwerfen, weil ich glaube, dass der Begriff falsch aufgefasst wird. Weil es zumindest ebenso für solche Frauen, wie für dickere Frauen benutzt wird I guess.

  • Wenn es wirklich eine App gibt, die, wie du sagst, einen für so wenig Kalorien wie möglich belohnt, wäre das dann jedoch ein ziemliches No Go.

    Möchte an der Stelle nochmal hervorheben, dass man - sollte das so stimmen - solche Apps bitte sofort melden sollte. Das Verherrlichen eines solchen Verhaltens ist gefährlich und sollte normal vom Anbieter entfernt werden. Damit sind natürlich nur Inhalte gemeint, die eben solche beschriebenen Ziele setzten und nicht einfach berechnen und helfen eine gesunde Kalorienmenge am Tag zu sich zu nehmen. Es gibt mittlerweile sogar Challenges im Internet, wo man darum kämpft, wer das wenigste isst. Das sind alles Dinge, von denen man sich bitte fern halten sollte und andere auch, wenn möglich. Gerade bei Jugendlichen wirkt sowas dann natürlich bestärkend und kann zu einem ungesunden Verhalten führen.


    Ich weiß eben nicht, wie die App tatsächlich aufgebaut ist und möchte auch kein Urteil fällen, aber wenn das eh gerade Thema ist, dann eben auf Möglichkeiten wie diese aufmerksam machen, wo man derartige gefährdende Inhalte melden kann: https://www.internet-beschwerdestelle.de/de/index.html

    Sowas kann unter Entwicklungsbeeinträchtigung fallen und letztendlich setzen sich dann Fachleute damit auseinander. Wie gesagt, keine Ahnung inwiefern das tatsächlich genau so abläuft wie geschildert, aber wollte den Punkt in der Diskussion einfach mal betonen, damit er zwischen den anderen Argumenten nicht unter geht.

  • Happily für viele Menschen ist beim Begriff "Model" halt die klassische 90er Jahre Figur vor Augen, also sehr schlank und sehr geradlinig geformt. Plus size ist eigentlich eher der Bodytype, bei dem Frauen kurviger sind und, wie du es schon schön sagtest, ein breiteres Becken und größere Oberweite haben. Also eigentlich nur ein herrlich femininer Körper. Ashley Graham ist dafür ein Beispiel. Tess Holiday hingegen ist halt wiederum beispielsweise adipös

  • Also wäre es für dich nicht logisch zuerst einmal weniger Fast Food, Soft Drinks und Chips um Mitternacht zu dir zu nehmen? Wenn man einfach nur davon like die Hälfte oder 2/3 weglässt, ist bereits sehr viel getan. Auf sowas wie einen Becher Heidelbeeren als Nachspeise oder Joghurt etc. kann man dann vielleicht später achten.

    Einfach mal weniger, und vor allem weniger des Ungesunden, zu sich zu nehmen, damit sich ein normales Hunger- und Sättigungsgefühl einstellt, sowie sich der gedehnte Magen wieder auf Normalgröße zurückzieht, ist erstmal das Wichtigste.

    Wenn das btw. bedeutet, dass man dann eine Schüssel Obst zur Jause isst oder ein Brot mit Frischkäse und Gemüse, ist das ja allemal besser als ein ganzes McMenu oder eine Tüte Chips oder so.


    Ansonsten versteh ich da viele Menschen aus persönlicher Sicht nicht, aka ich kann es nicht nachvollziehen wie jemand sein inneres, eigenes Körpergefühl so sehr abfucken kann, dass man nicht mehr weiß, was normale Portionen sind. Und nein, ihr müsst jetzt die Leier über biologische und psycholigische Ursachen runterratschen. Persönlich kann ich es jetzt trotzdem nicht nachempfinden wie es sich anfühlt so wenig Körper- und Sättigungsgefühl zu haben.


    Btw. haben die meisten Leute doch Freundeskreis und Familie. Die Familie ist vielleicht nicht die beste Anlaufstelle, wenn diese auch übergewichtig ist, aber man braucht doch keine App um zu sehen, was eine normale Portion ist.

    Irgendjemanden wird es ja vielleicht im Umfeld geben, der normale Portionen und Mengen über den Tag verteilt isst, an dem man sich als reales Beispiel orientieren kann und nicht auf einen Haufen Zahlen sitzengelassen wird, in die sich Leute hineinsteigern.


    Ich hab mir dann auch manchmal ein bisschen wtf gedacht, wenn die alle zum Macci gehen wollten und ein Kumpel hat sich nochmal einen BigMac nachgeholt. Ich hatte damals eben auch Lust mir irgendwas zu holen, weil halt alle was gegessen habe und ich schon dort sitze, hab mir diesen normalen, kleinen Cheeseburger und normale Cola geholt und war dann doch recht satt und (halb)zufrieden damit. Ist mir eh bald die Lust drauf vergangen, weil ich immer Bauchschmerzen hatte, manchmal weniger, manchmal viel mehr. Mittlerweile, wenn wir gehen müssen hol ich mir einen Salat oder gebackenen Käse so.

    Aber er war / ist so: Ganzes Menu mit großem Burger, Pommes, großes Cola, Chicken McNuggets und dann holt er sich nochmal einen großen Burger. Und ja sicher, ein 1.80 großer Mann isst dann schon mehr als ich und er ist jetzt nicht wirklich dick (aber ich würde sagen etwas mollig tho), aber trotzdem... Dude, what?? Wohin geht das lol?


    Und wie gesagt hatte ich so eine App mal für recht kurze Zeit, bevor sie mir zu blöd wurde. Ich hatte btw. auch Ernährungsunterricht in der Schule und das ist an sich eine super Sache, keine Frage, und unsere Lehrerin war toll, keine Frage, aber sie hat uns immer darauf trimmen wollen täglich alle nötigen Nährstoffe zu uns zu nehmen. Was jetzt mal einfach und nur danach klingt, als müsste man die Nährstoffe verschiedener Lebensmittel lernen, ist es in der Praxis nicht, oder denkt ihr darüber nach ob ihr nicht nur genügend Protein ihr zu euch genommen habt, sondern ob es genügend von jeder einzelnen, essentiellen Aminosäure war und ob ihr kA heute schon genug Folsäure und andere B-Vitamine gegessen habt? Da wird man mit der Zeit kirre. Da ist man dann so sehr damit beschäftigt gesund zu leben, dass man gar nicht mehr lebt. :ugly:

    Mal davon abgesehen, dass ich täglich viel mehr essen müsste als ich wollte und könnte, um wirklich alle, in der Theorie täglich notwendigen, Makro- und Mikronährstoffe aufzunehmen.


    Ich hab mich auch sehr für Sport anstecken lassen, war aber nie so dahinter wie viele andere. Für manche Leute ist so richtiges Sporteln halt nichts, ^^" btw. mach ich halt dann so viel Sport (oder "Sport") wie ich muss, um keine Schmerzen mit meinem Bewegungsapparat und Rückgrat bekomme. Da kann ich noch sehr versuchen zu belügen, ich bin kein wirklicher Sportmensch und man kann sich nicht einreden Spaß zu haben, wenn's halt keinen macht lol.

    Ich meine, es war schon recht nice ein bisschen Abs zu haben, aber soooo viel Arbeit, da bin ich tbh zu faul um mich wirklich reinzusteigern und mir Dinge, die ich mir danm gönnen wollte, nicht kann wie ich wollen würde, nur um die zu behalten. Und ich mag mich etwas ... softer auch bzw. sogar lieber, ehrlich gesagt. :')


    Tbh hab ich mich damals auch nur anstecken lassen, weil ein paar stichelnde Kommentare und ich mich selbst durch den Vergleich mit anderen, eben schlechter fühlte. Dann ist da der Fakt, dass ich schon immer gleich viel wog seitdem ich etwa 14, 15 bin und wenn ich weniger esse als das, um dann auf Größe 36 oder so komme, sehe ich nicht nur aus wie ein Skelett, weil mein Hüftknochen halt arg raussticht (denn ja, Menschen sind verschieden gebaut und manche sind eben zierlicher als andere, "schwere Knochen" sind nicht immer eine Ausrede), ich fühle mich dann auch einfach nicht wohl. Ich sonst auch halt auch keine Unmengen und wenn ich weniger esse oder mich mehr einschränke als für gewöhnlich, fühl ich mich halt scheiße.

    Heute hab ich aber nunmal viel mehr Selbstbewusstsein und habe dann auch ein lockeres Umfeld, auch in der Uni und Arbeiten, gehabt, wo viele nicht anscheinend dauernd Sport zu machen scheinen lol


    Bastet

    Bedeutet Plus-Size nicht eigentlich nur, dass das Models sind mit der ausgeprägtem Becken/Oberschenkel und/oder Brüsten? Was alle diese Frauen auf jeden Fall haben. Die sind nicht fett, sehe ich auch nicht, aber sie als Plus Size Models zu bezeichnen ist nicht falsch, weil sie alle diese ausgeprägten Hüften haben. Außer die letzte, die hat eher schlanke Hüften.


    Ich wollte das nur kurz einwerfen, weil ich glaube, dass der Begriff falsch aufgefasst wird. Weil es zumindest ebenso für solche Frauen, wie für dickere Frauen benutzt wird I guess.

    Auch wenn es das bedeutet, das Problematische ist doch, dass anscheinend noch immer viele Menschen, darunter auch jüngere Kinder, eine so verzerrte Sicht haben, dass sie vollkommen normale Frauen als fett oder dick betiteln.

    Und eine Bezeichnung wie Plus Size für normale Frauen zu wählen ist halt auch sehr ungünstig. Das vermittelt gleich mal durch die Blume: "Ah, Plus Size. Ab da fängt es an fett zu werden ..." Du denkst das vielleicht nicht, aber viele andere denken eben so und das ist problematisch, wenn normalgewichtige Frauen gezeigt und behandelt werden, als wären sie nicht vollkommen normalgewichtig.


    Da fand ich es noch weniger problematisch ziemlich dünne und zierlichere Models zu zeigen, weil die wenigstens immer so bezeichnet wurden.

    Wenn du aber jüngeren Mädchen oder Teenagern eine Frau vorstellst, die halt normal aussieht, und sie dauernd Bezeichnungen mit wie Plus Size oder "curvy" belegst, vermittelst du das Bild, dass sie bereits weit über dem gesellschaftlichen Durchschnitt, und auch über dem eigentlichen gesunden Normalgewicht, medizinisch gesehen, liegt.

  • Ganz einfach - man hat nicht gelernt was normale Portionen sind. Bold of you to assume dass Eltern ihre Kinder nicht auch beim Essen verkorksen können. Wenn du und dein Magen nie gelernt haben, was eine "normale" Portion Nudeln ist, ist das halt schwierig. Und ja, Bastet, es gibt durchaus Leute, für die eine Portion ungeekochte Nudeln mal fix 300 Gramm sind. Und das sind, idk, weit über 900 Kalorien. Und das ohne Sauce oder Parmesan obendrauf gerechnet. Das ist die Hälfte ungefähr von meinem Tagesumsatz an einem Tag, an dem ich keinen Sport mache. Und auch für jeden ist eine "normale" Portion etwas anderes, insofern ist da auch der Freundeskreis kaum hilfreich. Jemand, der doppelt so schwer ist wie man selbst oder nur das andere Geschlecht hat, braucht mehr oder weniger Nudeln als man selbst für eine normale Portion. Hängt obvs auch vom Lebensstil, Sport, und Beruf und all sowas ab. Und da hilft dann halt abwiegen, Kalorien rechnen, bis man irgendwann weiß "ah, zwei Schöpfer von dieser Kelle sind in etwa meine Portion".

  • Also wäre es für dich nicht logisch zuerst einmal weniger Fast Food, Soft Drinks und Chips um Mitternacht zu dir zu nehmen? Wenn man einfach nur davon like die Hälfte oder 2/3 weglässt, ist bereits sehr viel getan. Auf sowas wie einen Becher Heidelbeeren als Nachspeise oder Joghurt etc. kann man dann vielleicht später achten.

    Das impliziert, dass der Hauptgrund für Übergewicht stets Fast Food, Soft Drinks und Chips sein sollen. Lol no. Der Hauptgrund ist eine übermäßige Kalorienzufuhr, die natürlich von Fast Food kommen kann, aber eben nicht muss. Es gibt genügend Menschen, die sich "gesund" ernähren und dennoch übergewichtig sind.


    Einfach mal weniger, und vor allem weniger des Ungesunden, zu sich zu nehmen, damit sich ein normales Hunger- und Sättigungsgefühl einstellt, sowie sich der gedehnte Magen wieder auf Normalgröße zurückzieht, ist erstmal das Wichtigste.

    Gleiche Geschichte: Das Sättigungsgefühl korreliert im Allgemeinen nicht mit der Menge an aufgenommenen Kalorien. Das gilt für Fast Food, aber eben auch für andere Lebensmittel. Wenn es anders wäre gäbe es ja gar kein Problem und jeder würde entsprechend seines Tagesbedarfs essen.


    Ansonsten versteh ich da viele Menschen aus persönlicher Sicht nicht, aka ich kann es nicht nachvollziehen wie jemand sein inneres, eigenes Körpergefühl so sehr abfucken kann, dass man nicht mehr weiß, was normale Portionen sind. Und nein, ihr müsst jetzt die Leier über biologische und psycholigische Ursachen runterratschen. Persönlich kann ich es jetzt trotzdem nicht nachempfinden wie es sich anfühlt so wenig Körper- und Sättigungsgefühl zu haben.

    Wenn du dir doch bereits um diese Umstände bewusst bist, kannst du dir daraus dann nicht auch selbst ableiten, dass der Rat "Iss halt einfach weniger Fast Food lol" kein besonders guter ist? Wer kein Gefühl für richtige Portionsgrößen und schon immer falsche Essgewohnheiten gelebt hat, schlägt nicht einfach durch das simple Weglassen von bestimmten Nahrungsmitteln auf einmal ins Gegenteil um.


    Irgendjemanden wird es ja vielleicht im Umfeld geben, der normale Portionen und Mengen über den Tag verteilt isst, an dem man sich als reales Beispiel orientieren kann und nicht auf einen Haufen Zahlen sitzengelassen wird, in die sich Leute hineinsteigern.

    Kannst du es denn dem Essen ansehen, wie viel Kalorien da drinstecken? Wenn jemand anderes Lebensmittel A isst kann ich mir daraus nicht die korrekte Portionsgröße für Lebensmittel B ableiten. Dass die Familie oft kein besonders guter Indikator ist, dürfte auch klar sein. Vor allem ist es schwer, derartige Gewohnheiten zu ändern, wenn sie sich bereits in der Kindheit eingeprägt haben.

  • Wat, als wäre Fast Food der einzige Faktor, der zu Übergewicht beiträgt. Im Grunde wurde ja auf vieles jetzt schon eingegangen, aber echt, dieser „Rat“ ist fast schockierend. Sure, wäre super nicht mehr so viel Fast Food zu fressen und sich nicht nachts Chips reinzustopfen. Denke da kommen auch die meisten Leute von selbst drauf. Genau deshalb hättest du dir vielleicht denken können, dass dieser Ratschlag offenbar nicht plötzlich die Probleme der meisten Menschen lösen kann.


    Übergewicht kann viele unterschiedlich ausgeprägte Ursachen in der Ernährung haben. Das alles auf Fast Food zu reduzieren ist halt... Joa, kann man machen, bringt halt nicht viel. Btw könnte auch Leuten, die viel Fast Food zu sich nehmen, das Kalorienzählen helfen, damit diese überhaupt erstmal sehen, wie viel in so einem Burger, einer Tüte Chips oder anderen schlechten Angewohnheiten steckt. Mal in Zahlen zu sehen, wie viel mehr als ein „reguläres Essen“ das ist, kann durchaus eine gute Motivation sein, davon künftig die Finger zu lassen.


    Ansonsten vielleicht mal ein Szenario, das dir möglicherweise hilft, das mal aus der Perspektive eines Abnehmwilligen zu sehen:

    Stell dir vor, du versuchst dich nach deiner Ernährungsumstellung möglichst gesund zu ernähren. Dein Tag war so mittel, du hast vielleicht etwas mehr gegessen als sonst oder warst dir unsicher, wie mächtig der Nachtisch heute Mittag doch war. Jetzt hast du zwei Optionen zum Abendsessen:
    a) Du gehst davon aus, dass das vorher schon im Rahmen gewesen sein wird und isst auch abends einfach nach dem Gefühl, das anscheinend die Jahre zuvor bereits zu Übergewicht geführt hat, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass du gerade möglicherweise deinen bisherigen Fortschritt etwas versaust. Dann darfst du dich hinterher halt nicht wundern, wenn das Abnehmen irgendwie schleppend vorangeht.

    b) Du gehst davon aus, dass das vorher eher viel war und isst weniger oder nichts. Wenn du merkst, dass das auch funktioniert hat, machst du das ja vielleicht später nochmal so, um dir ein paar Kalorien zu sparen, wird sich ja alles auf dein Gewicht auswirken, vielleicht gehts so schneller. Im besten Falle kommt jemand dadurch in einen Teufelskreis aus immer möglichst kleineren Portionen, da man ja nie weiß, ab wann man die Grenze überschreitet.


    Egal welche dieser Optionen du wählst: du wirst immer mit einem gewissen Gefühl der Unsicherheit essen, weil du nie weißt, ob du dich gerade auf einem guten Weg befindest oder nicht. Auf dein Gefühl willst du dich ja (noch) nicht einfach verlassen, das hat ja zuvor auch nicht gut funktioniert, sonst wäre das Gewicht jetzt nicht so.

    In diesem Szenario kann die Kalorien-App dir also sogar helfen, Dich freier zu fühlen und genau zu wissen, was heute noch okay ist und was du vielleicht eher nicht essen solltest. Ohne ständig ein schlechtes Gewissen zu haben, ohne drüber grübeln zu müssen. Nachgucken, Stand sehen, essen.
    Genau das Ungewisse kann nämlich ebenfalls Gift für ein gesundes Verhältnis zur Nahrung sein, weil du dem nicht mehr Vertrauen kannst und beginnst das alles immer negativer wahrzunehmen. Das kann genau wie ein krankhaftes Versteifen auf Kalorienzählen zu etwas werden, was dich mehr kontrolliert statt dass du es selber tust.

  • Ganz einfach - man hat nicht gelernt was normale Portionen sind. Bold of you to assume dass Eltern ihre Kinder nicht auch beim Essen verkorksen können. Wenn du und dein Magen nie gelernt haben, was eine "normale" Portion Nudeln ist, ist das halt schwierig. Und ja, Bastet, es gibt durchaus Leute, für die eine Portion ungeekochte Nudeln mal fix 300 Gramm sind. Und das sind, idk, weit über 900 Kalorien. Und das ohne Sauce oder Parmesan obendrauf gerechnet. Das ist die Hälfte ungefähr von meinem Tagesumsatz an einem Tag, an dem ich keinen Sport mache. Und auch für jeden ist eine "normale" Portion etwas anderes, insofern ist da auch der Freundeskreis kaum hilfreich. Jemand, der doppelt so schwer ist wie man selbst oder nur das andere Geschlecht hat, braucht mehr oder weniger Nudeln als man selbst für eine normale Portion. Hängt obvs auch vom Lebensstil, Sport, und Beruf und all sowas ab. Und da hilft dann halt abwiegen, Kalorien rechnen, bis man irgendwann weiß "ah, zwei Schöpfer von dieser Kelle sind in etwa meine Portion".

    Hab ich nicht unbedingt, aber es ist halt möglich von anderen (von mir aus, die auch dein biologisches Geschlecht wegen Fett- und Muskelmasse und so, haben und in etwa gleich groß sind wie du) zu lernen, wie in etwa deine normale Portion für dich aussehen würde.


    Das Problem ist unserer Gesellschaft imo auch, dass wir für gewöhnlich lernen drei große Portionen täglich zu essen und ich hab sowohl von meiner Ernährungslehrerin wie auch von einigen Expert*innen gelernt, dass es fünf bis sechs sein sollten.

    Und das ist etwas, das ich intuitiv heraus immer schon getan habe, einfach weil ich die großen Portionen im Hort nie aufessen konnte, aber dann manchmal von den Erzieherinnen angeschnauzt wurde, wenn ich circa drei Stunden später trotzdem meine selbstmitgebrachte Jause gegessen habe, da ich dann halt wieder "Hunger", aber vom eigentlich Mittagessen nur bisschen mehr als die Hälfte gegessen, hatte. Ich war aber auch halt ein sehr stures Kind und ich sah nicht ein, weshalb mir wegen ihr andauernd schlecht sein sollte, aber das wurde mir halt nicht geglaubt. 😅

    Man sollte Kinder nunmal viel mehr dazu ermutigen auf ihren eigenen Körper zu hören - also solche, die nicht bereits einen überdehnten Magen haben und vielleicht schon übergewichtig sind.


    Und selbst wenn die Eltern ihre Kinder beim Essen verkorksen... find's halt vom Staat unverantwortlich, vor allem da so einiges von unserer heutigen Nahrung Trash ist und es so viele übergewichtige Menschen gibt, dass sowas Wichtiges wie Ernährungs- und Kochunterricht nicht an jeder Schule eingeführt wird.

    Von mir aus können Leute Dinge, die sie in Geographie über Gesteine gelernt haben oä. vergessen, hab auch vieles vergessen, aber kochen muss man immer können, egal welche Ausbildung oder Arbeit man später wählt oder ob man ganz ein stay at home-parent wird.


    Zitat von Quartilein

    Das impliziert, dass der Hauptgrund für Übergewicht stets Fast Food, Soft Drinks und Chips sein sollen. Lol no. Der Hauptgrund ist eine übermäßige Kalorienzufuhr, die natürlich von Fast Food kommen kann, aber eben nicht muss. Es gibt genügend Menschen, die sich "gesund" ernähren und dennoch übergewichtig sind.

    Mag richtig sein in der Theorie und für normales Übergewicht, aber ich kannte keine adipöse oder beinahe adipöse Person, die nicht eine absolut grauenhafte Ernährung hatte.

    Du musst mir auch erstmal vorführen, wie man mit einer durchschnittlich gesunden Ernährung adipös wird.


    Zudem besitzen stark verarbeitete Lebensmittel (Fast Food, Fertigprodukte wie Tiefkühlprodukte, Fertignudeln, abgepackte Kuchen und andere Süßspeisen etc.) oft eine viel höhere Kaloriendichte als Selbstgekochtes oder Obst und hat dabei eine viel niedrigere Nährstoffdichte. Das bezeichnet man deshalb auch als "leere Kalorien".

    Btw mit Fast Food mein ich nicht das "Gute". Da gibt es eigentlich ziemlich viele gute Sachen und auch auf weiter Strecke gesehen Günstigere.

    Dazu unten mehr.


    Zitat von Quartilein

    Gleiche Geschichte: Das Sättigungsgefühl korreliert im Allgemeinen nicht mit der Menge an aufgenommenen Kalorien. Das gilt für Fast Food, aber eben auch für andere Lebensmittel. Wenn es anders wäre gäbe es ja gar kein Problem und jeder würde entsprechend seines Tagesbedarfs essen.

    Und das ist auch nicht ganz richtig.

    Es gibt im Magen Mechanorezeptoren, die die Menge des Inhalts messen, und es gibt Chemorezeptoren, die tatsächlich die Nährstoffmenge an den Hypothalamus übermitteln, damit dann ein Sättigungsgefühl eingeleitet werden kann. Ganz simpel zusammengefasst.

    Bloß übermittelt ein überdehnter Magen viel später ein Sättigungsgefühl als in Normalgröße, und Appetitanreger im Fast Food tun ihr Übriges.

    Aber auch normalgroße Mägen bzw. eine normal funktionierende Verdauung können durch stark verarbeitete Lebensmittel überfordert werden, da die Mechanorezeptoren unter Umständen was anderes melden als die Chemorezeptoren und s dadurch schneller wieder zu Hunger kommen kann.


    Zitat von Quartilein

    Wenn du dir doch bereits um diese Umstände bewusst bist, kannst du dir daraus dann nicht auch selbst ableiten, dass der Rat "Iss halt einfach weniger Fast Food lol" kein besonders guter ist? Wer kein Gefühl für richtige Portionsgrößen und schon immer falsche Essgewohnheiten gelebt hat, schlägt nicht einfach durch das simple Weglassen von bestimmten Nahrungsmitteln auf einmal ins Gegenteil um.

    Es ist immer noch besser zu Beginn, wenn man ähnliche Mengen an gesünderen Lebensmitteln isst. Stell dir vor, du isst nun statt x g Müll nun x g ordentliches Essen. Selbst wenn du erstmal nicht so viel abnimmst wie erwünscht, hast du für dein Leben trotzdem mehr Energie, weil du eben weniger Müll isst.

    Und ja, ich bezeichne es so, weil meine Einstellung solchen Ketten und solchen Dingen wie Instantnudeln gegenüber ist, dass ich kein Trash Panda aka Waschbär bin und es für mich als Mensch nicht wirklich physiologisch vorgesehen ist Trash zu essen. xD

    Außerdem schafft schnelles Abnehmen sowieso nur hässliche Abnehmfalten, wenn man Pech hat.


    Edit:

    Zitat von effizient

    Im Grunde wurde ja auf vieles jetzt schon eingegangen, aber echt, dieser „Rat“ ist fast schockierend.

    Und ich finde es "schockierend", dass die Gesellschaft ein krankhaftes Mindset bzw. potentiell krankmachende Mittel als normal zu betrachten beginnt.

  • Mag richtig sein in der Theorie und für normales Übergewicht, aber ich kannte keine adipöse oder beinahe adipöse Person, die nicht eine absolut grauenhafte Ernährung hatte.

    Du musst mir auch erstmal vorführen, wie man mit einer durchschnittlich gesunden Ernährung adipös wird.

    Gott, diese anekdotische Evidenz macht mich kirre. Sorry, aber man sieht, dass du dir bisher nie wirklich Gedanken um Kalorien gemacht hast. Es ist sehr einfach, mehr zu essen als dem eigenen Tagesbedarf entspricht, und lass es nur ein Brötchen sein (hier mal beispielhaft rund 300 Kalorien). Wenn du das jeden Tag machst, nimmst du im Schnitt alle 24 Tage ein Kilo zu (ausgeklammert hier der mit der Gewichtszunahme steigende Tagesbedarf sowie Abweichungen im Stoffwechsel). Da dann auf zwei Brötchen aufzustocken oder dieses vielleicht auch - oh Horror - mit irgendwas zu belegen, ist jetzt kein großer Schritt. Wenn sich das Sättigungsgefühl nicht richtig einstellt kann man quasi von allem zu dick werden, und das mit spielender Leichtigkeit. Der Grund, warum "du selbst" da niemanden kennst, liegt wohl eher darin begründet, dass es mit Fast Food natürlich einfacher ist, mehr Kalorien zu sich zu nehmen und Adipositas dementsprechend mit einer ungesunden Ernährung korreliert.


    Und das ist auch nicht ganz richtig.

    Es gibt im Magen Mechanorezeptoren, die die Menge des Inhalts messen, und es gibt Chemorezeptoren, die tatsächlich die Nährstoffmenge an den Hypothalamus übermitteln, damit dann ein Sättigungsgefühl eingeleitet werden kann. Ganz simpel zusammengefasst.

    Wenn du das schon "ganz simpel zusammenfasst" solltest du dabei trotzdem nicht unterschlagen, dass dieser Mechanismus nicht in Gänze erforscht ist und aufgrund verschiedenster Faktoren gestört sein kann. Ob die Übermittlung fehlerhaft ist oder die Signalisierung im Gehirn oder Beides ist umstritten und für uns erstmal zweitrangig, Fakt ist nur, dass das System bei vielen Menschen schlicht und ergreifend so nicht funktioniert. Der Umstand, dass sich Fast Food da nochmal negativer auswirkt ist korrekt, aber deswegen kannst du den Verzicht darauf doch nicht als quasi DAS Patentrezept zum Abnehmen hinstellen.


    Es ist immer noch besser zu Beginn, wenn man ähnliche Mengen an gesünderen Lebenamitteln isst. Stell dir vor, du isst nun statt x g Müll nun x g ordentliches Essen. Selbst wenn du erstmal nicht so viel abnimmst wie erwünscht, hast du für dein Leben trotzdem mehr Energie, weil du eben weniger Müll isst.

    Ich dachte wir sprechen hier davon, sein Übergewicht zu reduzieren? Ich verstehe gerade wirklich nicht, woher dieses Argument kommt. Hier will doch niemand eine gesündere Ernährung und eine kalorienärmere Ernährung gegeneinander ausspielen. Aber wenn es dein Ziel sein sollte, Gewicht zu verlieren, ist halt logischerweise Zweiteres (erstmal) zielführender, und im besten Fall sollte man bei einer Ernährungsumstellung sowieso Beides "in einem Aufwasch" erledigen.


    Außerdem schafft schnelles Abnehmen sowieso nur hässliche Abnehmfalten, wenn man Pech hat.

    Wo wir gerade von "gegeneinander ausspielen" sprachen kommt auch schon das Vorzeigeargument der Fat-Acceptance-Bewegung (Auch wenn ich davon ausgehe, dass das nicht so von dir gemeint war). Abnehmfalten sind selbst bei Crash-Diäten ein weit kleineres Problem als allgemein angenommen wird (Stichwort: Sport). Außerdem scheinst du weiterhin Kalorienzählen mit "schnellem Abnehmen" oder "Abnehmwahn" gleichzusetzen und ich muss mich ernsthaft fragen, woher dieser Bias von dir da kommt. Jemand, der ein Ernährungstagebuch führt oder Kalorien im Kopf überschlägt verliert nicht automatisch 8 Kilo im Monat. Man kann das auch machen und dabei so rechnen, dass man knapp unter den eigenen Tagesbedarf kommt.

  • Quartilein

    Man hat halt nicht immer Lust drauf, oder Energie, für ein Internetforum Statistiken herbeizuzaubern :grin:, und ich hab auch jetzt um viertelzwei keine Lust in meinen älteren Unterlagen danach zu suchen. Fakt ist aber, dass ich Statistiken darüber gesehen habe, die Adipositasraten über die Jahrzehnte hinweg verglichen und die stark ansteigende Raten übergewichtiger und adipöser Menschen mit stark bzw. industriell verarbeiteten Lebensmitteln in Verbindung brachten.


    Natürlich existierten immer schon übergewichtige Menschen, die eben exzessiv und dabei noch zu ungesund aßen, aber dieses extreme Ausmaß an adipösen Menschen in der Gesellschaft ist nunmal auch durch einem Großteil der Einführung und Normalisierung von Fertiggerichten, verschiedensten Snacks und Fast Food zu verantworten. Selbstverständlich spielen da auch Stress, zu viel Sitzen und andere Faktoren mit hinein.


    Dennoch sind die oft sehr alltäglich gewordenen Lebensmittel so nichtmal mehr in irgendeiner Weise tragbar, finde ich, weshalb ich manche Fast Food-Ketten nur noch als Trash ansehe, weil Nahrungsmittel sind das halt keine ... btw. find das nicht nur ich. Das finden anscheinend eine Menge Expert*innen, sonst hätte es diese riesige Debatte um den Zuckergehalt in Lebensmitteln nicht gegeben, die am Ende abgeschmettert wurde - weil Lobby der Industrie. Punkt, einfach nur weil Lobby.

    Dass die Industrie in wirklich alles Tonnen an Zucker, Fett und Salz hineinwirft, ist ja auch nicht zufällig. Ich meine, schonmal den Zuckergehalt von einem normalen Erdbeerjoghurt gesehen?

    Sowohl Zucker wie auch Fett und Salz macht leicht süchtig und die am Ende süchtigen Konsument*innen fragen nach immer mehr davon. Und mit solchen Gerichten wie Instantnudeln oder Tiefkühlpizzen werden die Leute mal drauf angefixt, weil es im stressigen Alltag bequemer und schneller ist als selbst zu kochen, und die Leute lassen es sich in unserem kapitalistischen System seltsamerweise gefallen und empfinden es mittlerweile als normal, wenn man nicht mehr Zeit hat, um in Ruhe etwas Richtiges zu essen und das Essen entweder hauptsächlich schnellstmöglich in der Mikrowelle oder Backofen fertig wird, oder man sich irgendein richtig fettiges Ding im Gehen mitnimmt.


    Zitat von Quartilein

    Ich dachte wir sprechen hier davon, sein Übergewicht zu reduzieren?

    Das passiert im Laufe dessen automatisch.

    Wenn ich Chips selbst mache, sind die nichtmal ansatzweise so fettig und salzig wie Gekaufte und haben immer noch Ballasstoffe in sich. Und schmecken so viel besser, just saying.

    Bloß jammern die Leute, die mittlerweile so sehr nach Fett, Zucker und Salz süchtig sind, dass die eben nicht salzig und fettig genug sind.


    PS: Still. Ich kenne keinen adipösen Menschen bei dessen Ernährung man sich nicht die Hände über den Kopf zusammenschlägt und die einfach durch eine ganz normale, gesunde Ernährung, die auch weniger dieser stark verarbeiteten Lebensmittel enthält, in jeder Weise viel profitieren würden. Sowohl von ihrem Gewicht wie auch allem anderen.

    Und ja, es ist leicht draufzukommen, dass man die Tüte Chips um Mitternacht weglassen könnte, aber es ist aufgrund des Suchtfaktors schwer es durchzuziehen.

    Natürlich ess ich auch manchmal so einen Schmarrn, vor allem manchen Joghurt, aber mir ist bewusst, dass das halt kein gesunder Joghurt ist, sondern ein normales Dessert. Sowas verkauft sich aber als gesündere Zwischenmahlzeit.

    Btw kauf ich aber meist Naturjoghurt mit möglichst wenig oder gar keinen zugesetzten Zucker und schmeiß mir selbst was rein, was auch dann nichtmal ansatzweise so süß ist wie der Gekaufte.

  • Deine persönlichen Ernährungstipps in allen Ehren, aber ich habe den Eindruck, du versteifst dich hier einfach echt stark auf Fast Food und andere industriell hergestellte Lebensmittel. Da hast du mit deinen Aussagen ja nicht Unrecht, die sind ungesund und daran gibt es auch nicht viel zu rütteln, denke ich. Glaube das hat hier soweit ich das sehe aber auch niemand bestritten oder gar das Gegenteil behauptet, daher weiß ich nicht genau, wieso das einen so großen Teil deiner Argumentation einnimmt.


    Und natürlich leisten diese Lebensmittel ihren Teil für einen ungesunden Lebensstil und sind auch in der Ernährung vieler Leute anzutreffen, allerdings teils auch nur spärlich. Und selbst wenn man sich nur von solchen Industrieprodukten ernähren würde, müsste das nicht zwangsweise bedeuten, dass man auch übergewichtig wird, solange man dabei innerhalb des eigenen Tagesbedarfs an Kalorien bleibt. Genau das ist eben der Schlüssel, daher ist es meist der einfachste Weg, auch dort anzusetzen.


    Kann dir gerne mal meine eigene Anekdote erzählen, lol. Ich hab über die Zeit der Quarantäne recht ordentlich zugelegt, obwohl mein Gewichtstrend vorher eigentlich nach unten ging, trotzdem sich mein Ess- und Kochverhalten eigentlich nicht sonderlich stark geändert hat, oder eigentlich weil es das tat. Das Problem liegt vereinfacht gesagt jetzt darin, dass ich noch aus Gewohnheit für meinen Tagesbedarf inklusive meiner üblichen täglichen Aktivitäten gekocht (und gegessen) habe, die über die Zeit jetzt aber größtenteils weggefallen sind, da ich im Home Office arbeite und entsprechend viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringe, statt tatsächlich unterwegs zu sein. Und dadurch nehme ich über längere Zeit einfach mehr Kalorien zu mir, als ich in meiner momentanen Situation brauche, selbst ohne Fast Food (was natürlich auch nicht heißt, dass ich nie was Fertiges esse, aber der Überschuss an Energie besteht bzw. bestand unterm Strich eben auch bei vielen frisch gekochten Mahlzeiten).


    Die Quarantäne ist jetzt natürlich ein recht spezielles Beispiel, aber imo eigentlich ein gutes Kurzzeit-Modell für etwas, das sicher nicht wenigen Leuten langfristig passiert. Während man eine stärkere Gewichtszunahme in kürzerer Zeit ja doch recht schnell bemerkt und entsprechend gegenlenken kann, sind sicher auch viele heute übergewichtige Leute, die vielleicht nicht von Kindheit an übergewichtig waren und auf Fast Food und übergroße Portionen getrimmt sind, (denn wir reden hier ja nicht die ganze Zeit nur von extremen Ausprägungen von Übergewicht) nicht von heute auf morgen in eine steile Gewichtskurve nach oben geraten, sondern das hat sich nach und nach über einige Jahre eingestellt. Man ist vielleicht etwas ruhiger geworden, ist mehr Zuhause, macht weniger Sport oder ist allgemein weniger unterwegs, aber die Ernährung hat sich dem nicht angepasst oder ist im blödesten Fall auch etwas ungesünder geworden - vielleicht ein paar mehr Snacks, etwas größere Portionen, sicher auch immer wieder mal das eine oder andere Fertigprodukt und so weiter. Hier jetzt lediglich letzteres anzugehen, geht dann aber auch nur einen Teil der Probleme an und vereinfacht die ganze Situation viel zu stark. Sicher würde das erst einmal ein wenig bewirken, bei manchen mehr, bei anderen weniger, aber an der Ernährung bzw. dem Lebensstil an sich sind dann immer noch auch andere Stellschrauben, die möglicherweise beachtlich dazu beitragen, dass besagte Person zunimmt.


    Für viele Leute ist daher der einfachste Weg, die Probleme überhaupt festzunageln, irgendeine Form von Ernährungs- und Aktivitätstagebuch. Das ermöglicht, sich die eigene Kalorienzufuhr genau anzuschauen, um festzulegen, was überhaupt die größten persönlichen Schwächen sind. Vielleicht kocht man zu deftig, zu fettig, aber die Portionsgrößen wären durchaus normal, also sollte man die eigenen Rezepte mal überdenken. Vielleicht kocht man von den Nährwerten her im normalen Rahmen, isst aber zu große Mengen, weil man sich beispielsweise seinem Partner mit höherem Grundbedarf über die Jahre unbeabsichtigt etwas angenähert hat. Vielleicht nimmt man über den Tag verteilt einfach viel zu viele Kleinigkeiten unbewusst zu sich, die man erst wirklich realisiert , wenn man das mal dokumentiert hat (glaube ein sehr beliebtes Problem). Vielleicht wäre das eigene Ernährungsmodell sogar recht okay, wenn man mehr Bewegung hätte und statt dem Auto zur Arbeit jeden morgen das Fahrrad nehmen würde. Vielleicht ist die eigene Ernährung durchsetzt von Fast Food, Süßigkeiten und anderen Fertigprodukten, in diesem Falle wäre deine Herangehensweise wohl ganz sinnvoll, möglichst viele dieser Produkte durch gesündere Alternativen zu ersetzen. Und oft ist es eben eine Mischung mehrerer dieser Gründe.

    Es gibt halt viele mögliche Ursachen, selten ist es die eine. Ernährung ist sehr individuell, daher ist es oftmals einfach notwendig, die eigene Nahrung mal genau zu analysieren, um die Schwächen ausmachen zu können. Da sich das Problem, egal welche Ursachen es hat, aber quasi immer auf "Deine Kalorienaufnahme übersteigt deinen Kalorienverbrauch" reduzieren lässt, ist es auch naheliegend, dort anzusetzen und das Ganze zu untersuchen, um eben herauszufinden, woher diese Differenz kommt und was einem persönlich da am meisten helfen wird, das in Zukunft zu verhindern.

  • cheesus christ

    Nein, ich "versteife" mich nicht drauf. Das ist genau das, was auch viele Expert*innen in dem Gebiet publiziert haben und wenn ich mir ansehe, was es als normales Essen zu kaufen gibt, bin ich davon einfach nur noch davon angewidert, dass man das durchgehen lässt, nur weil die gesamte Lebensmittelindustrie so eine starke Lobby hinter sich hat.

    Und wenn du findest, dass ich mich drauf versteife, ist die Chance hoch, dass du dich nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt hast. Die heutige Lebensmittelindustrie spielt eine riesige Rolle in der Epidemie von Übergewicht und Adipositas.


    Die Leute jammern, dass ihnen der Naturjoghurt mit selbst zugesetztem Zucker nicht schmeckt (was halt immer noch viel weniger ist), oder selbstgemachte Chips nicht salzig und fettig genug sind, oder der selbstgemachte Burger "fad schmeckt", dann nur weil deren aller Geschmackssinn schon so zerstört wurde, dass ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung kein normales Essen mehr appreciaten kann und alle so sehr auf Zucker und Fett und Salz angefixt sind.


    Btw. Robert Lustig ist ein US-amerikanischer Kinderarzt, der all die dicken Kinder in den USA nun gar nicht so lustig findet. Er ist seit längerem in der Forschung tätig, für seine Studien rund um Übergewicht und Zucker bekannt und ist seitdem auf Kriegfuß mit der Industrie. Hör dir das vielleicht mal an. Auch er sagt, dass "calorie is calorie" nunmal nichts als Bullshit ist. Hör dir das Ganze an oder auch nicht, aber hier:


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    Er hat auch noch ein paar andere Podcasts, Talks und ein Buch und behauptet da (sehr gut belegt), dass schon Babys auf Zucker angefixt werden und ihnen nach kürzester Zeit normale Bananen etwa nicht mehr süß genug sind. Zumindest ist in der EU Babynahrung da mehr Richtlinien vorgesetzt.


    Aber im Allgemeinen gilt, dass di*er normale Zuckerkonsument*in wie Süchtige reagieren, wenn die (Über)Dosis an Zucker fehlt oder der Zuckergehalt in Lebensmittel nicht wie erwartet ist.


    Zitat von effizient

    Und natürlich leisten diese Lebensmittel ihren Teil für einen ungesunden Lebensstil und sind auch in der Ernährung vieler Leute anzutreffen, allerdings teils auch nur spärlich. Und selbst wenn man sich nur von solchen Industrieprodukten ernähren würde, müsste das nicht zwangsweise bedeuten, dass man auch übergewichtig wird, solange man dabei innerhalb des eigenen Tagesbedarfs an Kalorien bleibt. Genau das ist eben der Schlüssel, daher ist es meist der einfachste Weg, auch dort anzusetzen.

    Oben siehst du halt weshalb das einfach nur unwahr ist.

    Es ist halt nur viel einfacher sich einzureden, dass sowas "nur spärlich" sein soll oder solch eine Ernährung nichts ausmacht, wenn man unter dem täglichen Kaloriensatz bleibt.

    Vielleicht macht es einen jetzt noch nichts aus, wenn du Glück mit deinem Stoffwechsel hast okay, aber sobald der nächlässt, gehen viele dann auch auf wie ein Germknödel. :pflaster:

  • Übergewicht kann viele unterschiedlich ausgeprägte Ursachen in der Ernährung haben.

    Ich möchte hier auch noch einmal einwerfen, dass Übergewicht eben nicht nur seine Ursachen in der Ernährung hat. Deswegen finde ich Fatmisia auch so furchtbar, weil niemand weiß, warum eine Person nun dick ist und ob es nun wirklich etwas daran zu tun gibt. Viele Medikamente (allen voran Antidepressiva, aber bspw. auch die Pille) haben Gewichtszunahme als Nebenwirkung und sind dennoch gegebenenfalls notwendig für eine Person, um (halbwegs normal) zu leben. Auch haben Krankheiten, die mit Hormonen und Stoffwechsel zu tun haben, häufiger Übergewicht zur Folge, selbst wenn die Person eigentlich recht gesund isst. Andere Krankheiten können zur Folge haben, dass man so stark in der Bewegung eingeschränkt ist, dass man eben rasch zunimmt. Die Sache ist, dass einer Person nicht auf die Stirn geschrieben steht, warum jemand übergewichtig ist.


    Deswegen pisst mich diese Diskussion auch immer an. Ich bin selbst (zwar nur leicht, aber persönlich stört es mich dennoch) übergewichtig, seit ich vor 4 Jahren für ein halbes Jahr das Antidepressivum Mirtazapin bekommen habe, das halt bekannt für die Nebenwirkung der Gewichtzunahme ist. Ich habe seither wirklich viel probiert, um abzunehmen, habe zwischenzeitlich schon krankhaft diätet, aber eben ohne richtigen erfolg, weil mein Stoffwechsel sich so stark durch das Medikament umgestellt hatte. Erst jetzt in den letzten 4 Monaten fällt das Gewicht auf einmal, ohne spezifisches Diäten. Wahrscheinlich weil der Stoffwechsel sich wieder umstellt.

  • Übergewicht kann viele unterschiedlich ausgeprägte Ursachen in der Ernährung haben.

    Ich möchte hier auch noch einmal einwerfen, dass Übergewicht eben nicht nur seine Ursachen in der Ernährung hat. Deswegen finde ich Fatmisia auch so furchtbar, weil niemand weiß, warum eine Person nun dick ist und ob es nun wirklich etwas daran zu tun gibt. Viele Medikamente (allen voran Antidepressiva, aber bspw. auch die Pille) haben Gewichtszunahme als Nebenwirkung und sind dennoch gegebenenfalls notwendig für eine Person, um (halbwegs normal) zu leben. Auch haben Krankheiten, die mit Hormonen und Stoffwechsel zu tun haben, häufiger Übergewicht zur Folge, selbst wenn die Person eigentlich recht gesund isst. Andere Krankheiten können zur Folge haben, dass man so stark in der Bewegung eingeschränkt ist, dass man eben rasch zunimmt. Die Sache ist, dass einer Person nicht auf die Stirn geschrieben steht, warum jemand übergewichtig ist.


    Deswegen pisst mich diese Diskussion auch immer an. Ich bin selbst (zwar nur leicht, aber persönlich stört es mich dennoch) übergewichtig, seit ich vor 4 Jahren für ein halbes Jahr das Antidepressivum Mirtazapin bekommen habe, das halt bekannt für die Nebenwirkung der Gewichtzunahme ist. Ich habe seither wirklich viel probiert, um abzunehmen, habe zwischenzeitlich schon krankhaft diätet, aber eben ohne richtigen erfolg, weil mein Stoffwechsel sich so stark durch das Medikament umgestellt hatte. Erst jetzt in den letzten 4 Monaten fällt das Gewicht auf einmal, ohne spezifisches Diäten. Wahrscheinlich weil der Stoffwechsel sich wieder umstellt.

    Erstmal: Übergewicht begünstigt oder erzeugt erst viele Störungen im Hormonhaushalt oder Stoffwechselstörungen. Das Fettgewebe schüttet unterschiedlichste Hormone aus (was sehr viele meinem Umfeld nichtmal wussten, bin ich draufgekommen), die Stoffwechselstörungen erst hervorrufen können.

    Daher kannst du selten klar sagen "die Person hat Übergewicht, weil eine Stoffwechselerkrankung vorliegt", oft ist es auch umgekehrt oder beeinflusst sich gegenseitig. Manche sind nunmal genetisch bedingt, werden jedoch durch so eine miese Ernährung wie sie heutzutage viele haben, erst richtig angetriggered oder / und verschlimmert.

    So klar kann man oft nichtmal bestimmen, ob zuerst die Stoffwechselerkrankung oder ob zuerst das Übergewicht da war.


    Du hast vielleicht aufgrund eines Antidepressiva zugenommen. Es ist aber nunmal so, dass Übergewicht bereits bei Kindern, und sogar Babys bis Kleinkindern, die für gewöhnlich nicht in der Masse mit genetischen Komponenten und Medikamenten zu erklären wären, eine Epidemie geworden ist. Das bezeichne auch nicht ich so, das wird bereits von Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen so bezeichnet.


    Und zudem ist es einfach bequemer, wenn man sich einredet, dass man abnehmen wird, sich sagt "calorie is calorie" (wie gesagt, das stimmt eben hinten und vorne nicht) und alles herunterspielt, weil man die Wahrheit halt einfach nicht hören möchte. Und die ist halt mit sehr vielen Studien und durch viel Forschungsarbeit belegt.

    Ehrlich, hört euchmal den Arzt an und recherchiert dann selbst weiter. Der Mann ist kein Hipster, der mit esoterischem Geschwurbel um sich wirft, der arbeitet seit Jahrzehnten in diesem Gebiet und hat auch für mich, obwohl ich mich da eigentlich öfter mit Ernährungsthemen und der gesamten Industrie beschäftige, einiges Neues und auch Erschreckendes über unsere Ernährung aufgebracht. Ich wusste nicht, dass bereits so viele Leute, speziell Kinder, gesundheitliche Probleme der Leber zB eine Fettleber durch Zucker haben oder bekommen.


    Und man hätte schon längst eine Steuer auf ungesunde Fett und zugesetztem Zucker einführen können, wobei dabei etwa Obst und Gemüse viel geringer besteuert werden würden, wodurch auch finanziell ein Belohnungssystem entsteht, aber ratet mal wieso das nicht eingeführt wird. :unsure:

    Andere Länder haben's ja schon geschafft.


    Btw:

    Zitat von Feliciá

    Ganz einfach - man hat nicht gelernt was normale Portionen sind. Bold of you to assume dass Eltern ihre Kinder nicht auch beim Essen verkorksen können.

    Auch denen kann man nicht die alleinige Schuld zuschieben.

    Die Generation meiner Mutter (sie ist nun 65 und hat mich mit 38 bekommen) hat noch viel mehr richtige, normale Nahrungsmittel gehabt.


    Leute, die Anfang bis Ende ihrer Zwanziger in den letzten Jahren, eben in den 2000ern bis heute, ihre Kinder bekamen, sind auch schon allesamt auf die moderne Lebensmittelindustrie und möglichst viel Zucker und Fett zu sich zu nehmen konditioniert.

    Unsere Generation empfindet es auch als normal Joghurt oder Müsli zu essen, das viel zu viel Zucker enthält, oder sich zwischendrinnen öfters die Woche Softdrinks reinzuhauen. Die werden eben als selbstverständliche und alltägliche Lebensmittel (oft sogar als Gesunde, sowie Müsli oder Joghurt) wahrgenommen.


    Das könnte sich nicht nur epigenetisch auswirken, das wirkt sich auch direkt im Mutterleib aus.

    Föten werden tatsächlich bereits durch das Fruchtwasser auf Geschmäcker konditioniert, das weiß man heute, und nicht nur das, sie können schon im Mutterleib zuckersüchtig werden, weil das sich gerade erst entwickelnde Gehirn in dem Status überhaupt am formbarsten und sehr vulnerabel ist.


    Ist halt auch so eine gesellschaftliche Sache und die Leute sind einfach nur ignorant und unwissend oder einfach nur doppelmoralisch.

    Wenn du in der Schwangerschaft auch nur am Wein nippst, rastet jeder Anwesende, inklusive seiner Urgroßmutter, aus. Wenn du einen Liter Cola in der Schwangerschaft trinkst und das vielleicht regelmäßig ... loool. So eine Schwangere braucht doch ENERGIE!

    Und ja natürlich ist Alkohol in der Schwangerschaft schlimmer, aber gleichzeitig ignorieren die Leute, dass ihr Kind schon zuckersüchtig zur Welt kommen könnte, weil das halt auch ihre eigene Sucht ist ... und dann ist es halt normal.

  • Du musst mir auch erstmal vorführen, wie man mit einer durchschnittlich gesunden Ernährung adipös wird.

    Hängt wahrscheinlich auch stark davon ab, was man selbst als durchschnittlich gesund definiert. Ich habe während meiner Jugend eine relativ abwechslungsreiche Ernährung vorgesetzt bekommen, hab aber eben auch nie darauf geachtet, ob ich von gewissen Portionen manchmal mehr oder weniger verschlungen habe lol. Kombiniert mit wenig Bewegung hat es bei mir eben auch dafür gesorgt, dass mein BMI lange Zeit tief im adipösen Bereich lag. Durch Tracking (und ein wenig mehr Sport) habe ich es erst richtig geschafft, abzunehmen und mein Gewicht über einen längeren Zeitraum zu halten, gerade weil mir dadurch besser bewusst geworden ist, welche Lebensmittel wie viele Kalorien besitzen und habe damit eben auch abgewägt, ob ich mir heute was kleines zum Naschen gönne oder es auf den nächsten Tag verschiebe. (Ich war im Übrigen gestern sehr schockiert darüber, dass 100 Gramm Walnüsse knapp 700 Kalorien beinhalten, heißt ich hab von meinen 800 Kalorien die ich gestern durch Sport verbrannt habe, wieder 700 angefressen :/)


    Und ich bin dann ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht oder entsetzt oder whatever wie viele Leute hier das Mindset einer Essstörung befürworten. Selbst wenn es noch keine ist, und hoffentlich keine wird, das Mindset davon, dass man jede Kalorie ganz haargenau kontrollieren muss, hat sich dann bereits festgesetzt. Wie gesagt, finde ich krankhaft, macht ihr damit was ihr wollt, bloß gebt es nicht an andere weiter.

    Es ist eine Sache ob du keinerlei Verständnis dafür hast warum Leute ihre Kalorien zählen, aber dass du hier literally anderen unterstellst, sie würden eine Essstörung befürworten ist schon wirklich maßlos übertrieben Bastet. Dann wären ja diverse Sportler*innen die ich kenne alle essgestört, weil praktisch jede*r von ihnen darauf achtet, wie viele Kalorien sie täglich zu sich nehmen. Meist um ihr Gewicht zu halten, aber ich kannte auch zwei die mithilfe von Tracking bewusst zugenommen haben, um eben halt mehr Muskelmasse aufbauen zu können.


    Bezüglich deiner Freundin können wir als Außenstehende eh nicht beurteilen, ob sie maßlos übertreibt oder es sich in Grenzen hält. Hängt vermutlich auch davon ab, auf welche Art und Weise sie versucht einen Kaloriendefizit herzustellen. Wenn sie mehr Sport betreibt oder eben versucht kalorienreiche Lebensmittel und Getränke durch z.B. Gemüse oder Wasser zu ersetzen, sehe ich darin kein Problem. Wenn sie allerdings versucht nur noch halb so viel wie vorher zu essen, dann würde ich das auch eher kritisch betrachten. Zumal ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen kann, dass man dadurch halt eben auch sehr schnell Heißhungerattcken bekommen kann, wodurch man sich schnell die eingesparten Kalorien wieder drauf isst.


    Aber im Endeffekt ist es halt immer noch den Leuten selbst überlassen, auf welche Art und Weise sie abnehmen wollen, da kann man sich noch zu sehr einmischen wie man will. Meine Mutter hat mich damals auch versucht davon abzubringen Intervall-Fasten auszuprobieren, aber mein sturer Dickschädel wollte sich halt durchsetzen lol (Und ja ich weiß, dass bei Intervall-Fasten viele Meinungen auseinander gehen, aber mir hats dabei geholfen besser zu regulieren wie viel ich am Tag esse, insofern bereue ich es nicht, es ausprobiert zu haben).

    Ist halt auch so eine gesellschaftliche Sache und die Leute sind einfach nur ignorant und unwissend oder einfach nur doppelmoralisch.

    Apropos doppelmoralisch, warst du nicht diejenige, die vor einiger Zeit im Klima-Topic mal meinte man müsse als Gesellschaft es ja akzeptieren können, wenn andere Menschen eine problematischen Lebensstil führen? Ich kann daher ehrlich gesagt nicht verstehen, warum du dich in die Ernährungsweise von anderen so dermaßen einmischst.

  • Hier ein ausführlicherer Vortrag btw. Der dauert zwar eine Stunde und vierzig, aber die Zeit kann man sich irgendwann mal nehmen, wenn es um sowas Wichtiges wie die eigene Ernährung geht.


    Hier geht es unter anderem um industriell hergestellte und stark verarbeitete Nahrung, weshalb es falsch ist anzunehmen, dass Kalorien für den Körper und Stoffwechsel gleich anderer Kalorien sind und um Zucker- und Salzgehalt und yaddayadda.


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    Zitat von Exabyte

    Apropos doppelmoralisch, warst du nicht diejenige, die vor einiger Zeit im Klima-Topic mal meinte man müsse als Gesellschaft es ja akzeptieren können, wenn andere Menschen eine problematischen Lebensstil führen? Ich kann daher ehrlich gesagt nicht verstehen, warum du dich in die Ernährungsweise von anderen so dermaßen einmischst.

    Klar. Schließlich kann man auch nicht direkt etwas dagegen tun. Man kann Menschen nur Fakten aufzeigen und motivieren und wenn ich jemanden gern habe, will ich jetzt auch nicht unbedingt, dass diese Personen vielleicht einen Herzinfarkt oder Typ 2-Diabetes mit 35 oder früher kriegen. Wirklich beeinflussen können sie es eh nur selbst, weil am Ende jeder Mensch für sich selbst verantwortlich ist.

    Du kannst ja auch mit den Informationen, die du bekommst, machen was du willst. Man kann das Verhalten von Menschen nicht ändern, die es selbst nicht ändern wollen.


    Und irgendwann wird ein recht großer Teil der Bevölkerung vielleicht wie die Menschen in Wall-e aussehen (bei den derzeitigen Statistiken ...), wenn man so weitermacht und die Leute auf ihren eigenen Körper ... nichts geben, aber ich kann mich entscheiden nicht alles zu tun, was die Gesellschaft mir vormacht, wenn mir die Fakten sagen, dass es Bullshit ist, der mir schadet. Deswegen mach ich diesen Konsum nicht mit und hab seit Jahren meinen Konsum an zuckerhaltigen Getränken und industriell hergestellter und stark verarbeiteter Nahrung ziemlich reduziert.

    Und ich hatte anfangs dann auch oft das Bedürfnis danach, weil das eben in gewisser Weise Entzugserscheinungen sind, wenn du die Mengen an Zucker zu dir nimmst, die zumindest näher am tatsächlichen Tagesbedarf liegt (und man mehr komplexe Kohlenhydrate isst), als was man sonst durchschnittlich essen würde.

    Sicher sollte man sich dann auch immer wieder zwischendurch was Süßes oder einen Snack gönnen, wenn man mag, aber halt auch nicht die ganze Schoki oder Tüte Chips aufeinmal.


    Sowas lernt man aber nicht, indem man stur Kalorien vor sich hinzählt, weil dieselbe Kalorienanzahl an Obst anders verstoffwechselt wird und mehr wertvolle Nährstoffe enthält, als dieselben Kalorien eines Fast Food-Burgers.

    Man nimmt vielleicht kurzfristig ab, aber wenn jemand nicht versteht, dass man auch viel selbst kochen, weniger Einfachzucker und Fett essen muss etc., wird es vielleicht nicht lange dabei bleiben, solange jemand nicht seine gesamte Ernährungsweise ändert.


    Sieht halt fast so aus, als ob kaum jemand aufgeklärt werden will, weil die Wahrheit nicht angenehm ist. *shrug*

    Btw. hab ich im Klimatopic auch gesagt, dass viele Menschen keine andere Wahl haben, als beispielsweise mit dem Auto zu fahren, weil sie sehr ländlich wohnen, weshalb für den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes gesorgt werden müsste.

    Wenn man aber sagt: "Hey, ist schon etwas scheiße, dass die Ministerin BFF von Nestle spielt und alles dran gesetzt hat, damit die Nahrung nicht verbraucherfreundlicher gekennzeichnet werden muss. Man muss generell so viel gegen die Lebensmittelindustrie tun, weil deren Lobby seit Jahrzehnten unsere Gesundheit und unser Gesundheitswesen zerstört. Und hey, Zucker in diesen Mengen ist pures Gift und man müsste den Kindern an den Schulen bereits kochen und Ernährungskunde näherbringen, damit die sich auskennen und was Richtiges kochen können ... außerdem Fett- und Zuckersteuern" - dann halten sich viele die Ohren zu und sind plötzlich taub. 😅

  • Weil's hier schon gar nicht mehr um Ästhetik zu gehen scheint, hole ich das mal hierhin:

    Darum ging es jedoch nicht, sondern um reale Menschen, die wissenschaftliche Tatsachen verleugnen und sogar ihren Arzt angehen, weil der ihnen sagt, dass sie abnehmen sollen. Das ist sein verdammter Job sich auf medizinische Tatsachen zu berufen und ehrlich zu sein, kein "Fatshaming".

    Die Sache ist nur: Menschen mit höherem Gewicht leiden durchaus darunter, dass Ärzt*innen bei ihnen nur das Übergewicht sehen. Da haben Leute Husten, der Arzt sagt ihnen "Ja, nehmen sie halt einfach ab" und am Ende war es ein Tumor, gegen den alles Abnehmen der Welt nicht geholfen hätte und der bei frühzeitiger Erkennung behandelbar gewesen wäre, wobei jetzt wegen ihm leider ein Lungenflügel weg muss. Derartige Fehldiagnosen wären vermeidbar, wenn nicht Übergewicht immer als die erste und einzige Ursache gesehen würde. Real wird auch die Behandlung von mit Übergewicht nicht in Verbindung stehenden gesundheitlichen Problemen oft an die Bedingung des Abnehmens geknüpft und das ist dann mit Verlaub keine Berufung auf medizinische Tatsachen, sondern handfeste Diskriminierung im medizinischen Bereich.

    Was ich von solchen Leuten schon gelesen habe, hat teilweise die selbe Argumentationsweise wie Klimawandel-Leugner, die dir mit "Die "Mainstreamwissenschaft" hat Studien gefälscht. Ist alles nicht wahr, ich hab hier alternative Fakten!" ankommen.

    Als jemand, der wohl irgendwie mittlerweile auch Wissenschaftshistoriker ist, finde ich es ehrlich gesagt extrem lustig, dass der Klimawandel immer als Beispiel herangezogen wird, warum Laien der Wissenschaft nicht reinreden sollten. Denn im letzten Jahrhundert war es nicht unbedingt die Wissenschaft, die das Thema so populär machte, sondern es waren soziale Bewegungen und Aktivist*innen, die hier einen wesentlichen Teil beitrugen und nicht selten gerade gegen die damals vorherrschende wissenschaftliche Meinung agieren mussten. Das ist ein Punkt, der vor der Betonung des heutigen wissenschaftlichen Konsens immer wieder vernachlässigt und mittlerweile aber von Historiker*innen wieder hervorgehoben wird. Und es gibt noch so viele weitere Fälle, wo Laienperspektiven die Wissenschaft bereichert haben, etwa im Falle der Entwicklung von AIDS-Medikamenten oder aber der Korrektur einer falsch repräsentierten weiblichen Anatomie in medizinischen Fachbüchern (besagte Korrektur ist bis heute noch nicht abgeschlossen, aber wenigstens ist man auf dem Weg). In puncto Übergewicht befinden wir uns momentan in einer Situation, in der die Betroffenenperspektiven wenig bis gar nicht inkludiert werden, und das ist ein gravierendes Problem mit entsprechenden Konsequenzen für die Betroffenen (siehe oben).

    Der wesentliche Punkt ist der: Fat Activists haben, wie auch andere legitime soziale Bewegungen vor ihnen, durchaus mittlerweile eine fundierte Kritik an bestimmten verfestigten Strukturen innerhalb der Medizin formulieren können, die meiner Ansicht nach vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen (erneut: siehe oben) unbedingt inkludiert werden sollte. Das ist nicht vergleichbar mit Klimawandelleugner*innen, die eine derartige Grundlage komplett vermissen lassen. Das ließe sich auch sehr leicht einsehen, wenn eben nicht immer der permanente Drang bestehen würde, derartige soziale Bewegungen auf die Positionen zu reduzieren, denen man leicht widersprechen kann.


    (Ach ja, und man könnte noch von anderen Benachteiligungen anfangen: Etwa von Benachteiligungen im Beruf bzw. generell bei der Jobbewerbung. Oder man könnte darauf hinweisen, dass etwa in der UK die Chancen, ein Kind zu adoptieren, komplett in den Keller sinken, wenn man nicht den richtigen BMI hat.)