Root of Destiny

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  • Kishichi, eine kleine Stadt in der Nähe der Hauptstadt, Koyo, von Shimakuni. Wobei klein vielleicht nicht wirklich der richtige Ausdruck wäre. Durchaus würde Kishichi in die Kategorie "Großstadt" fallen, durch ihren viel größeren Nachbarn wird sie jedoch gern mal übersehen. Um dennoch bestehen zu können, sind die Preise von Nahrungsmitteln, Wohnungen, Hotelzimmern sowie anderen Wahren und Dienstleistungen um einiges billiger als in vergleichbaren Städten. Anzumerken wäre außerdem noch, das zwar beide Städte an der Küste liegen und Wolkenkratzer aufwiesen, letztere jedoch in der Hauptstadt wesentlich zahlreicher vertreten sind.
    Der Samstag des vorletzten Wochenendes der Sommerferien. Sicherlich hätten sich einige der Kaufhausbesucher einen besseren Zeitvertreib als Shoppen vorstellen können, jedoch war der Himmel schon den ganzen Tag über bewölkt und es schien jeden Moment zu regnen beginnen zu können. Eine große, vierseitige Uhr hing vom flachen Glasdach des zweistöckigen Rundbaus plus Erdgeschoss herab und ihre Ziffernblätter zeigten an, dass es schon einige Minuten nach zwölf war. Das relativ zentral in der Stadt gelegene Shoppingcenter konnte über diverse öffentliche Verkehrsmittel - sei es nun Bus, Bahn oder Straßenbahn -, zu Fuß oder mit dem Auto erreicht werden. Der Vorderseite des Gebäudes, einzig durch den größeren Eingang wirklich zu identifizieren, war ein größerer mit Pflastersteinen bedeckter Platz vorgelagert. Zu beiden Seiten war dieser Platz von dichterem Gebüsch und Bäumen gesäumt. Einige Bänke standen an den Rändern dieser Dickichte und vereinzelte schmale Fußwege durchbrachen das Gehölz um Fußgängern einen schnellen Weg vom Zentrum des Platzes zu einer der Seiten zu bieten.
    Das Einkaufszentrum, welches einen großen Teil des nördlichen Teils des Platzes einnahm, war erst wenige Jahre alt und die Außenwand war fast komplett mit Schaufenstern, Postern oder Bildschirmen bedeckt, die sich hinter der ansonsten gläsernen Wand befanden. Von außen betrachtet, sah das Gebäude gewissermaßen wie ein flach gedrückter Ball oder Donut aus, nur dass das Loch von letzterem ebenfalls mit Glas bedeckt worden war. Neben dem nach Süden weisenden Haupteingang, gab es auch noch zwei weitere Eingänge, die seitlich vom Gebilde lagen. Da an der Rückseite eine Straße vorbei führte, war dort auf einen Eingang im Erdgeschoss verzichtet worden, der Lärm der vorbeifahrenden Autos konnte so aber auf eine für Menschen und die meisten Tiere nicht mehr wahrnehmbare Lautstärke reduziert werden. Um dennoch einen kurzen Weg vom Parkhaus, das auf der anderen Seite der zuvor erwähnten Straße lag, zum Einkaufszentrum zu schaffen, wurde ein überdachter und verglaster Übergang angebaut.
    Der Innenraum schien auf den ersten Blick äußerst ineffizient genutzt worden zu sein. Nur am Rand der Stockwerke befanden sich Läden und während in den oberen beiden ein großes mittig gelegenes Loch den Blick auf das Erdgeschoss ermöglichte, gab es in jenem nur einige Sitzgelegenheiten und Dekorationsgegenstände sowie einen fahrbaren Imbissstand, an dem man sich verschiedenste frische Nudelsuppen kaufen konnte. Ortsfremden musste es wie eine Platzverschwendung vorkommen, deren einziger Zweck das Einsparen der Kosten für die Beleuchtung war und vielleicht noch die Möglichkeit von jedem Stockwerk auf die Uhr zu schauen, jedoch war der freie Raum durchaus beabsichtigt, da so aus dem Shoppingcenter schnell zu eine Versammlungs- oder Konzerthalle werden konnte. Letztendlich war es aber ein recht normales Einkaufszentrum mit einer entsprechenden Vielfalt an Läden.


    ... und in diesem fand sich Kyuki wieder. Wie genau sie hier her, ins zweite Stockwerk, gekommen war, war ihr ein Rätsel. Sie konnte sich noch nicht mal daran erinnern, wie sie eine der Rolltreppen genommen hatte, die die Etagen des Gebäudes verbanden. Ihre Wahnvorstellungen hatte mal wieder ganze arbeit geleistet. Zuerst war sie durch ihren Rootlink an einen Ort gekommen, der, verglichen mit der Hölle, letzteren wie einen netten Ort für einen spaßigen Wochenendausflug mit der ganzen Familie erscheinen ließ. Da weder sie noch ihre Kleidung dabei einen Kratzer abbekommen hatten oder schmutzig geworden waren, hätte die Verrückte damals schon fast die Ereignisse als einen Streich ihres Gehirns abgetan, aber sie wusste es besser, immerhin war es ihr Rootlink gewesen. Soviel also zum Thema "normaler Layer 2 Root". Irgendwie war sie dann wieder in die normale Welt gekommen, zumindest nahm sie das an. Vielleicht war aber auch das nur eine weitere Wahnvorstellung gewesen. Letztendlich hatte es dann nicht lange gedauert, bis sie von einem lilanen Licht angesprochen worden war. Dessen Argumente hatte sie dann überzeugend genug gefunden um ihm zu folgen und nun war sie hier gelandet. Man durfte wirklich keinen sprechenden Lichtkugeln trauen.
    Das Mädchen schaute sich um. Die überwiegende Anzahl der Geschäfte in diesem Stockwerk schienen Restaurants zu sein, jedoch gab es auch einen Laden, der elektronische Geräte anbot. Wäre die Rothaarige normal gewesen, hätte sie sich vermutlich auf Grund ihres knurrenden Magens zuerst dem Essen zugewandt, da sie es aber schon gewohnt war, ihr Hungergefühl zu ignorieren, hatte sie andere Prioritäten. Sie musste etwas gegen ihren Wahnsinn unternehmen. Vermutlich könnte es schon etwas helfen, wenn sie Musik oder etwas anderes hätte, auf das sie sich konzentrieren konnte. Um also zu verhindern, dass sie erneut von irgendwelchen Lichtern zu irgendwelchen Orten geführt werden oder ihr Hirn die Umwelt mit anderen Ideen füllen konnte, betrat das Mädchen den Elektronikladen. ... Die Fakten ignorierend, dass sie mit ihrem Aussehen wohl ziemlich auffallen musste und kein Geld hatte.


    OT: Und damit startet Root of Destiny \o/
    Nicht jedoch ohne, dass es schon genaue Anweisungen für eure Charas gäbe. Bis um halb eins sollten sich alle im oberen Stockwerk eingefunden haben.


    Ihr dürft gerne eigene Läden in das Kaufhaus einbauen, Marken aus unserer Welt sind jedoch nicht zu finden (neue dürfen aber von bestehenden hergeleitet werden). Einzige fest definierte Läden: der Nudelwagen im Erdgeschoss, der Elektronikladen im obersten Stockwerk - das Sortiment ist in etwa mit Mediamarkt oder Saturn zu vergleichen - sowie eine größere Anzahl an Restaurants ebenfalls im 2. Stock. Letzteres impliziert, dass es in anderen Stockwerken keine Möglichkeiten gibt, an frisches Essen zu bekommen.


    Damit auf ein schönes RPG!

  • Suchend sah Leone sich um. Sie stand gerade im zweiten Stock des Einkaufszentrums von Kishichi, warum genau wusste sie selbst nicht. Genauso gut hätte sie in eine der zahlreichen Shoppingmalls von Koyo gehen können, aber sie hatte sich einfach in den Zug gesetzt und war hierher gefahren. Während sie mit den Augen die zahlreichen Restaurants absuchte, kaute sie auf dem Anschluss ihrer Kopfhörer herum. Der war auch schon ziemlich…mitgenommen. Anders gesagt: Musik konnte man damit keine mehr hören. Gerade als das Mädchen schon aufgeben wollte zu suchen fanden ihre Blicke den Elektronikmarkt. Genau den hatte sie gesucht! Relativ langsam schritt die Braunhaarige zu dem Geschäft und trat direkt hinein. Kurz schaute sie nach links, wo sie in der Ferne auch schon das Schild, welches sie suchte, erblickte. Komplett auf ihr Ziel, die Handyabteilung, fixiert ging sie dort hin, ihre Umwelt total ignorierend. Welches Modell sollte sie wohl nehmen? Auf jeden Fall eines, das Stoß- und Wasserfest war. Sonst würde es keine drei Tage überleben, zumindest nicht bei ihrem Geschick. Das ziemlich verwahrlost wirkende Mädchen vor ihr nahm sie gar nicht wahr. Naja, bis sie über ihre eigenen Füße stolperte. Den Gesetzen der Physik folgend kippte sie nach vorne und fiel der Anderen wortwörtlich in den Rücken, wobei sie sie umriss. Benommen blieb sie kurz auf dem Boden bzw. dem Rücken des Mädchens liegen, ehe sie die Situation überriss. „Leone, du hast da gerade wen umgerissen! Jetzt steh auf und entschuldige dich!“, befahl sie sich selbst in Gedanken und rappelte sich auf. [Sie hielt dem Mädchen die Hand hin, um ihr aufzuhelfen und entschuldigte sich: „Tut mir wirklich leid, dass ich dich umgerissen habe. Sorry“ Während sie das sagte musterte Leone die Andere. ‘Verwahrlost‘ war das erste Wort, dass ihr in den Sinn kam. Besser konnte man sie einfach nicht beschreiben. Das Aussehen ließ sich eigentlich nur erklären, wenn man mehrere Monate ohne Dach über dem Kopf gelebt hatte. Oder irgendwo anders, wo man sich nicht um sein Auftreten kümmern konnte.



    OT: Erster!
    Ich weiß, ich hab schon längere Texte geschrieben, aber was solls.
    Auf ein gutes RPG!^^

  • Die Großstadt. Ein Ort an dem sich sehr viele Leute tummeln und ihren Luxuriösen Verlangen freien Lauf lassen. Überall Einkaufszentren und riesige Gebilde. Die Stadt Kishichi, ein völlig neuer Ort für Nick, denn er war noch nie in einer Großstadt. Sein Leben lang hat er in seiner Kleinstadt gelebt und nur in Büchern ein paar Bilder solcher Gebäude gesehen. Doch wie war er hier überhaupt hierhergekommen? Ein Junge der auf der Straße lebt und sich nur dadurch am Leben hält, dass er von anderen Leuten stiehlt oder bettelt, kann doch nicht so einfach in die Großstadt kommen, oder? Von seinen „Tageseinnahmen“ konnte er sich sowas wie ein Zugticket nicht leisten und zum Sparen war es zu wenig. Auf andere Leute, die ihm Geld leihen würden konnte er sich nicht verlassen. Immerhin hätten sie es irgendwann zurückhaben wollen. Wobei der rothaarige auch kein Problem damit gehabt hätte es ihnen nicht zurückzugeben aber man weiß ja nie wie sehr Menschen auf Geld versessen sind.


    Jedenfalls gab es einen kleinen Bahnhof mit 3 Gleisen in Nicks Stadt. Und jeden Tag fahren ab und zu ein paar Güterzüge vorbei. Ganz selten halten diese jedoch an und genau auf diesen Zeitpunkt hatte er gewartet. Seitdem der letzte Güterzug angehalten hatte, waren schon gut 3 Wochen vergangen. Diese Chance konnte man sich nicht ergehen lassen, weswegen er mit seinem letzten ersparten in der Hosentasche in einen Güterwagon sprang und sich versteckte. Nach ein paar Stunden hielt der Zug in Kishichi und das war Nicks Reiseziel. Wobei er gar kein festgelegtes Reiseziel hatte sondern nur in der Nächsten Großstadt aussteigen wollte. Nun war der rothaarige hier. Das erstmalige bestaunen einer Großstadt wurde jäh unterbrochen durch Kommentare wie: „Wie sieht der denn aus“, oder „Hat diese Stadt nicht schon genug Penner?“, die an ihm vorbeizogen. In seiner alten Stadt wurden Nick solche Kommentare schon des Öfteren an den Kopf geworfen worden, alos war sowas kein großes Problem, trotzdem war das mal wieder ein Beweis für ihn, wie oberflächlich und gleich doch viele Menschen sind, egal ob hier oder in seiner Heimat.


    Ziellos umherschlendernd kam er schlussendlich an einem Kaufhaus an, welches natürlich sein Interesse weckte. Als der durch die Tür trat, war der rothaarige noch beeindruckter als eben gerade vor der Tür. Überall die verschiedensten Läden, in denen er aber wahrscheinlich nix kaufen könnte, denn viel hatte er nicht dabei. Während er weiter darüber nachdachte, was er sich denn nun leisten könnte, fing sein an zu knurren. Jetzt war auch klar was Nick sich holen würde. Also wurde jedes Stockwerk abgeklappert, bis es schlussendlich ausgerechnet das letzte sein musste. Es war nicht einfach aus dem Angebot an Essen zu entscheiden, doch letztendlich war es ein standardmäßiger Burger, den der rothaarige genüsslich verzehrte.


    OT: So auf ein spannendes RPG. Beim letzten Absatz hab ich selber Hunger bekommen :D

  • Kishichi war nicht auf dem ersten Platz auf der Liste von Orten, an denen Val an diesem Samstag hätte sein wollen. Dieser Platz hätte zweifellos ihrer eigenen Wohnung gehört, wo sie es sich mit einem Buch bequem machen und dem Regen beim fallen zu zusehen hätte können. Vielleicht hätte sie auch mit Rhylee telefoniert um zu erfahren, was es zu Hause Neues gab, und wie das Studium so lief. Ihr war immer noch nicht klar, warum Rhylee ausgerechnet Informatik studierte, aber jedem das seine, nicht wahr.

    Der zweite Platz auf ihrer Liste wäre… ach, vielleicht bei Nala gewesen. Sie hätten über die schwere Abschlussprüfung gejammert, die sie nun hinter sich hatten und auf deren Ergebnisse sie noch ein paar Wochen warten mussten, und vielleicht einen Film geschaut. Und Nala hätte ihr endlich mal erzählen können was da eigentlich los war mit ihrem On-Off-Freund.

    Aber irgendwie kamen die Dinge in Vals Leben selten so, wie sie das wollte. Und so fand sie sich jetzt hier, in Kishichi, im zweiten Stockwerk eines Kaufhauses, in einem kleinen Café, mit einem eher lauwarmen Kaffee. Und das nur, weil ihre jüngste Schwester scheinbar einen Schulausflug hier her hatte und darauf bestand sich mit Val zu treffen, weil Val eine ach-so-treulose große Schwester war, die sich seit einem Monat nicht mehr hatte zu Hause blicken lassen. Tyra neigte manchmal wirklich etwas zu Drama.

    Nichts desto weniger hatte Val sich von ihr überzeugen lassen, dass sie sich hier treffen würden. Es war der letzte Tag des Schulausfluges gewesen, und die Kids hatten den Vormittag frei gehabt. Da war Tyras erste Wahl gewesen sich morgens, in einer verfluchten Frühe von Neun Uhr, pünktlich zur Öffnung des Kaufhauses, vor dessen Türen zu treffen. Und dann hatte sie die vollen drei Stunden, die sie Zeit hatte, genutzt um Val von einem Laden zum anderen zu schleifen.

    Ob es für Val also etwas umständlich gewesen war sich heute morgen in den Zug zu setzen und fast zwei Stunden durch die Landschaft zu fahren, nur um hier her zu kommen, das war für Tyra nicht unbedingt wichtig. Wenn Tyra sich etwas in den Kopf setzte, dann wurde das meistens auch gemacht.

    Val hatte nicht unbedingt etwas geplant gehabt für ihr Wochenende, es war also nicht besonders dramatisch, dass sie hier war. Und sie liebte ihre Schwester immerhin genug um ihr den Wunsch zu erfüllen. Aber dennoch. Jetzt, wo es vorbei war, war sie sich nicht sicher wie sie dieses Energiebündel überlebt hatte. Und wenn sie sich so umsah, dann war sie wieder froh, dass sie normalerweise nicht oft in solche Kaufhäuser musste. Es war alles so voll, und es gab so viele Geschäfte von allem. Allein auf dem ersten Stockwerk waren drei Klamottenläden gewesen, die alle aussahen, als wäre sich das Sortiment eigentlich ähnlich. Einer hätte es also auch getan.

    Aber Tyra hatte sie alle besucht. Val konnte es nicht sicher sagen, weil sie irgendwann die Orientierung verloren hatte, aber gefühlt hatten sie auch jeden anderen Laden in diesem Gebäude zumindest einmal besucht. Nur die letzten zwanzig Minuten hatten sie in diesem Café verbracht, mit den unfreundlichen Kellnern, und dann war Tyra zurück zu ihrer Jugendherberge aufgebrochen und hatte Val hier sitzen lassen. Und Val blieb sitzen, viel zu erschöpft von dem Wirbelwind, der sich ihre Schwester nannte, um noch irgendetwas zu wollen. Außer eine Zigarette. Das war auch das einzige, das sie sich heute gekauft hatte. Zwei Schachteln Zigaretten.

    Mit einem müden Gähnen wandte Val den Kopf wieder, und sah aus dem Fenster des Kaffees, auf den Gang der einmal rund durch das zweite Stockwerk führte, das sich den kulinarischen Genüssen verschrieben zu haben schien. Vielleicht würde sie später hier noch irgendwie ein Essen kaufen und mitnehmen, für die Rückfahrt. Für jetzt nippte sie an ihrem lauwarmen Kaffee, und war einfach zufrieden damit die vorbei eilenden Menschen zu beobachten.


    OT: Auch von mir 'auf ein spannendes RPG'. Falls jemand sich zu Val an den Tisch setzen möchte, da sind Stühle frei und Val würde niemanden weg schicken, da müsst ihr also nichtmal auf eine Bestätigung abwarten, oder derlei. Viel Spaß.

  • Sie brauchte einige Zeit, bis sie die Musikabteilung gefunden hatte. Hinweisschilder gab es zwar, aber für jemanden, der das Lesen vor mehreren Jahren begonnen hatte zu lernen und es danach nie wieder praktiziert hatte, stellte die Dekodierung der Zeichen eine gewisse Schwierigkeit dar. Nicht viel besser erging es Kyuki dann beim Aussuchen der Musik. Da dem Mädchen aber die Bandnamen eh nichts sagten und sie noch keine bevorzugte Musikrichtung hatte, entschied sie sich ein paar der CDs probe zu hören.
    Letztendlich schaffte sie einen Glückstreffer. Nach dem die Rothaarige von Anfang an alle CDs mit ruhigen und hellen Covern ausgeschlossen hatte, war der erste Song, den sie zu hören bekam gleich ein recht lauter und aggressiver. Genau das was sie gesucht hatte und bei längerem zuhören gefiel ihr diese Art von Musik auch immer mehr. Aber bevor sie sich für die CD entschied, wollte sie noch ein paar mehr anhören, vielleicht fand sie ja noch etwas besseres.
    Zurück bei den Regalen mit den CDs versuchte sie nun auszumachen, wo sie vielleicht noch Glück haben könnte und weitere Stücke in der gleichen Stilrichtung finden konnte. Hätte das Mädchen gewusst, dass sie nach Death-Metal Bands suchte und würde sie etwas besser lesen können, wäre vermutlich die Suche einfacher gewesen, so blieb ihr aber nichts anderes übrig, als sich auf die Cover zu konzentrieren und ihre Intuition und ihren Wahnsinn arbeiten zu lassen.
    Und dann lag Kyuki auf dem Boden und ihr tat alles weh... Wobei man anmerken sollte, das sie auch davor schon überall Schmerzen gehabt hatte, aber daran waren Gründe wie Hunger, Durst, Erschöpfung und ein paar mehr, die mit ihrem ehemaligen Heim zu tun hatten, schuld. Bevor sie richtig wusste, was überhaupt los war, wurde ihr eine Hand gereicht. Kurz zuckte die Wahnsinnige zusammen, bevor sie realisierte, das es eine freundlich gemeinte Geste war. "Tut mir wirklich leid, dass ich dich umgerissen habe. Sorry." Noch immer etwas verwirrt, aber nun zumindest eine Erklärung für die Umstände habend, griff die Rothaarige nach der Hand. Ihr Griff war, wie man vermutlich schon an ihrer Statur abschätzen konnte, mehr als nur schwach. "Ähm, ja, kein Problem." Nun ja, was sollte sie auch groß sagen. Aber wenn sie schon, wenn auch unfreiwillig, mit jemandem ins Gespräch gekommen war, konnte sie auch nachfragen, ob die Braunhaarige ihr nicht bei der Suche helfen konnte. "Weißt du vielleicht zufällig, ob es hier noch andere CDs gibt, deren Musik ähnlich dieser ist." Dabei zeigte sie das Cover der CD vor, das sie sich zuvor angehört hatte. In verschnörkelten Buchstaben waren die Worte "Tainted Wizard" darauf zu sehen, bevor darunter wie mit Blut geschrieben "rote Nacht" zu lesen war. Im Hintergrund befand sich die schwarzen Silhouetten einiger Bäume auf Hügeln, vor einem eintönig dunkelroten Himmel.


    Noch bevor Leone ihre Hand komplett ausgestreckt hatte zuckte die Andere zusammen. War sie etwa so schreckhaft? Aber kurz darauf packte diese schon ihre Hand und Leone zog sie hoch. Der Griff war schon besorgniserregend schwach und ihre Statur tat den Rest. Das Mädchen war total abgemagert! Und mit der Kleidung wirkte sie, als wäre sie aus einer geschlossenen Anstalt ausgebrochen. Wobei... das war gar nicht so abwegig. Wenn sie ausgebrochen war, würde sie wahrscheinlich keinen Ort haben wo sie hinkonnte, von Geld ganz zu schweigen. Aber wieso war sie dann in einem Elektronikladen wenn sie kein Geld hatte? Die Braunhaarige seufzte leise auf. Das. War. Verwirrend. Mit dem Nächsten hatte sie aber überhaupt nicht gerechnet. Das Mädchen stellte ihr eine Frage und zeigte ihr das Cover einer CD. "Huh? ja..sicher. Warte kurz", gab sie zuerst etwas verwirrt zurück und verschwand in den Regalreihen. Tainted Wizard...eine ziemlich bekannte Death-Metal Band. Dass das Mädchen nicht wusste, welche Band das war geschweige denn, dass der Musikstil Death Metal hieß untermauerten ihre These von vorhin noch mehr. Trotzdem war es noch mehr als nur verwirrend. Die zukünftige Studentin schüttelte kurz den Kopf, um selbigen frei zu bekommen und machte sich auf die Suche nach passenden CDs. Keine drei Minuten später kam sie dann mit einem riesen Stapel selbiger zurück. Eigentlich war es ein Wunder, dass sie es überhaupt schaffte, so viele gleichzeitig zu transportieren, ohne dass etwas schiefging. Mit einem erleichterten Seufzer, dass ihr nichts heruntergefallen war, stellte sie den Stapel vor Kyuki ab. "So, das sind alle Death-Metal CDs die ich gefunden habe", erklärte sie und begann wieder auf dem Anschluss ihrer Kopfhörer rumzukauen. Sie musste sich echt wieder Lollis kaufen.


    Death-Metal? Nein, ich wollte kein Metal... Aber unabhängig davon hatte sie jetzt einen Stapel CDs. Vermutlich sollte sie einige davon aussortieren und sich dann überlegen, wie sie ohne Geld mit der Wahre aus dem Laden kommt. Zur Not könnte ich durch die Wand brechen... aber eigentlich wollte ich hier später noch etwas essen und unauffällig ist es ebenfalls nicht gerade... Wie auch immer. Ein Gerät zum Abspielen der CDs würde Kyuki wohl auch brauchen. Fernseher? Nein. Speichermedien? Nop. Einige verwüstete Regalreihen? Sicherlich nicht. Elektronische Küchengeräte? Sie hatte ja nicht mal eine Wohnung. Kopfhörer? Wäre zumindest einmal ein Anfang. Nach ihrer Sondierung der Umgebung warf die Rothaarige noch ein knappes "Danke" zu dem anderen Mädchen und wollte dann schon mit den CDs in der Hand weiter laufen, nach ein paar schritten hielt sie aber noch mal inne. Moment... irgendwas hatte da doch gerade nicht so ganz gepasst... Als Kyuki sich jedoch erneut umschaute, war nichts mehr zu finden, was irgendwie absonderlich war. Vermutlich erneut ein streich ihres Gehirns... Damit ging sie weiter zu den Kopfhörern.
    Dort angekommen stellte die Rothaarige erste mal den Stapel CDs ab. Für sie war er letztendlich doch ganz schön schwer. Lange suchen musste sie nun aber nicht mehr, da sich einige CD-Spieler an einem bisher von ihr abgewandten Regal gegenüber der Kopfhörer befanden. Einzig, welches Gerät sie nehmen sollte, stellte für sie ein Problem da. Mit den Zahlen kam sie immerhin so einiger maßen zurecht, waren ja nur 10 verschiedene Ziffern und die weiter vorn waren mehr Wert als die weiter hinten oder so... Aber nur blanke Werte, ohne Texte dazu, halfen am Ende auch nur bedingt weiter.


    Die Andere betrachtete den Stapel der CDs und schien angestrengt nachzudenken. Zumindest glaubte Leone, dass sie das tat. Mit einem "Danke" hatte sie dann den Stapel CDs in der Hand und verschwand in Richtung Kopfhörer. Schöner Zufall, dort musste die Braunhaarige auch hin. Sie hatte ja den Anschluss komplett geschrottet. Lollis eigneten sich dafür wesentlich besser als Headphones. Sogar Stifte waren besser. Oder Kaugummis. Das war doch eine Überlegung wert, sie würde auf jeden Fall noch Kaugummi en Masse kaufen. Stillschweigend folgte sie dem verwahrlosten Mädchen und blickte sie verwundert an, als sie sich nochmal umdrehte. Hatte sie Gespenster gesehen? Gleichgültig zuckte die Studentin dann mit den Schultern und ging weiter, um dann bei den Kopfhörern anzugelangen. Lange musterte sie die Regalreihen und die verschiedenen Modelle. Die Kopfhörer mussten eindeutig eine gute Qualität haben, am besten wie Gaming-Headsets ohne Mikrophon. Nach einiger Zeit fiel ihr dann ein giftgrünes Modell mit einem Kraken auf der Seite auf. Sie kannte die Marke...war ziemlich bekannt in der Gaming-Branche als Hersteller von Zubehör. Kurzerhand holte sie die Verpackung aus dem Regal und suchte nach dem Preis. Und der war ganz schön ordentlich...um das Geld könnte sie eine Woche lang Essen gehen. Aber das war es sicher Wert. Mit dem Karton in der Hand drehte sie sich um und schaute wieder ihr "Kissen" von vorhin an. Sie schien Probleme zu haben das richtige Modell zu finden. "Soll ich dir helfen?", bot sie ihr freundlich an. Das war das Mindeste was sie nach der Aktion von vorher tun konnte. Außerdem würde sie sie auch noch zum Essen einladen, Geld hatte sie ja genug.


    Die Produktbeschreibungen studierend war Kyuki in die Hocke gegangen. Inzwischen war es ihr auch gelungen einige der Wörter in manchen der Texte zu entziffern, aber bei den meisten davon war ihr die Bedeutung nicht geläufig und der Rest war leider auch nicht wirklich hilfreich. Was brachten ihr schon Wörter wie "ist" und "die", wenn sie sonst nichts im Satz verstand. Darauf konzentriert irgendwelche Anhaltspunkte zu finden, welches der Geräte am besten für sie geeignet war, bemerkte sie nicht, wie sich das andere Mädchen ihr näherte. Entsprechend überrascht als sie ohne Vorwarnung angesprochen wurde, verlor die Rothaarige erst mal das Gleichgewicht und der Boden nahm sie ein weiteres mal für den heutigen Tag in Empfang. Für einen Augenblick hatte die Verrückte das dringende Bedürfnis mit ihrem Root die Verursacherin ihrer Unannehmlichkeiten in die nächste Wand zu schlagen. Zum Glück verschwand dieser Gedanke mit der Feindseligkeit aber ohne Auswirkungen wieder in den Tiefen ihres unergründlichen und verworrenen Geistes. Außerdem, hatte die Braunhaarige ihr nicht gerade angeboten, bei dem Finden eines CD-Players zu helfen? Würde sie selbst versuchen einen zu finden, konnte das noch Stunden dauern und nicht mal dann war es sonderlich Wahrscheinlich, dass sie zu einem Ergebnis kam. "Mhm..." Nickte Kyuki während sie sich aufsetzte. Lieber blieb sie gleich auf dem Boden, bevor sie erneut umfiel. "Wobei ich nicht wirklich weiß, worauf es ankommt... Vermutlich wäre es gut, wenn man lange Musik hören könnte..."


    OT: erster Teil eines Coop-Posts mit Isqzark

  • Leone erschrak mindestens genauso wie Kyuki, als diese plötzlich ohne Vorwarnung umfiel. Sie versuchte zwar, sie wieder aufzufangen, was ihr aber nicht gelang und so hatte sie zum zweiten Mal in kurzem Abstand ein Rendezvous mit dem Boden. Die Braunhaarige ging neben der Anderen in die Hocke und streckte ihr abermals die Hand entgegen. "Sorry. Schon wieder...", entschuldigte sie sich abermals und lächelte verlegen. "Kann ich dich nachher als Entschuldigung zum Essen einladen?", fragte sie keine zwei Sekunden später und setzte so ihr Vorhaben in die Tat um. Ein Nein würde sie jetzt nicht akzeptieren, sie würde das Mädchen zum Essen einladen. Wenn die nicht wollte, dann würde sie eben in Zwangsjacke hingeschleppt werden und basta. Die machte aber keine Anstalten, die Hand der Studentin zu ergreifen, sondern setzte sich einfach nur auf. War vielleicht auch besser so, immerhin konnte sie jetzt schwerer umfallen. Mit einem "Gut" wandte sie sich jetzt den CD-Playern zu, um einen zu finden, der den Wünschen ihres Opfers gerecht wurde. Mit einem Nicken bestätigte sie, dass sie die Bitte vernommen hatte und schaute jetzt besonders auf eine lange Akkulaufzeit. Schlussendlich fand sie in der letzten Stelle des Regals ein passendes Modell, lange Akkulaufzeit, gute Qualität und auch noch relativ günstig. Leone hob das Gerät hoch und ging wieder zurück in Richtung "Kissen", als das passierte, was eigentlich schon lange überfällig war: sie stolperte über einen ihrer Schnürsenkel und klatschte jetzt auf den Boden. Glücklicherweise fiel ihr der CD-Player nicht aus der Hand und so krabbelte sie direkt neben Kyuki, wo sie ihn dann in die Hände selbiger gab."Der hier sollte passen, nimm du ihn. Wie du gesehen hast, bin ich nicht gerade die geschickteste Person dieser Erde", meinte Leo und grinste sie voller Selbstironie an. "Ich bin übrigens Leone, und du?"


    Offenbar war Kyuki an einen Tollpatsch geraten. Sie hatte zwar auch gewisse Probleme, aber wenigstens stolperte sie nicht über ihre eigenen Füße. Na ja, wenigstens hatte sie dadurch jemanden gefunden, der sich mit Musik sowie technischen Geräten auskannte. Aber natürlich ließ ihr Wahnsinn keine Gelegenheit aus, dem Mädchen das Leben schwer zu machen. Die Einladung zum Essen war zwar noch irgendwie zu ihr durchgedrungen, daraufhin aber in den Weiten ihres Verstandes verschwunden...
    Erneut bedankte sie sich für die Hilfe und betrachtete eingehend die Schachtel, die sie nun in der Hand hielt. Im Gegensatz zu vielen anderen CD-Playern hatte dieser eine eher schlichte Form, die sie an eine flacherere Version des Kaufhauses erinnerte. Moment. Woher weiß ich überhaupt wie das Einkaufszentrum aussieht? Na, egal... Er war in einem schlichten schwarz gehalten und nach dem Bild auf der Vorderseite zu urteilen, lagen ihm außerdem noch die Ohren des Trägers umschließende Kopfhörer bei, im gleichen Farbton. Einzig Manche Kanten und Regler an beiden Gerätschaften schienen, um sie vom Rest abzuheben, silbern Lackiert worden zu sein oder wirklich aus einem Metall zu bestehen. Damit würde die Rothaarige wohl nicht auch noch das Martyrium auf sich nehmen müssen, solche zu finden.
    Schließlich fiel ihr wieder ein, dass sich ihre Helferin als Leone vorgestellt hatte. Dass inzwischen schon eine halbe Minute vergangen war ignorierend antwortete die Verrückte. "Mein Name ist Kyuki," und etwas leiser fügte sie an "denke ich..." Natürlich war sie sich eigentlich sicher, dass sie so hieß, aber in der Anstalt war das Mädchen eigentlich nie mit einem Namen gerufen worden und vielleicht ist er auch nur aus einer ihrer Fantasien entstanden... Mit Sicherheit konnte sie es nicht mehr sagen.


    Die Situation war echt zu peinlich. Sie kannte das Mädchen jetzt keine Viertelstunde und hatte sie schon einmal umgerannt und hatte vor ihren Augen ein Rendezvous mit dem Boden. Dass sie aber auch immer solche Situationen heraufbeschwören musste... Anscheinend war ihr "Versöhnungsangebot" nicht ganz durchgedrungen, denn Kyuki hatte keine Reaktion in die Richtung gezeigt. Vorsichtig fragte sie nochmal: "Ähm... darf ich dich als Entschuldigung zum Essen einladen?" Ihr gesamter Tonfall war dabei relativ leise, sie wusste ja nicht, ob sie damit nervte. Eingehend betrachtete ihr Opfer die Verpackung des CD-Players und hatte die Vorstellung anscheinend entweder überhört oder vergessen. Gerade wollte sie sie darauf hinweisen, als die Rothaarige sich als Kyuki vorstellte. Den Namen hatte sie noch nie gehört... Der Zusatz machte sie dann aber stutzig. Sie glaubt, dass sie Kyuki heißt? Wer erinnert sich denn schon nicht mehr an seinen Namen?, fragte sie sich innerlich, öffnete ihren Mund aber nicht. Einfach der Höflichkeit wegen. "Brauchst du sonst noch was?", fragte sie und stand auf, um zu gehen. Die Hand streckte Leone Kyuki trotzdem hin, um ihr aufzuhelfen. Eigentlich war sie ja Schuld, dass sie auf dem Boden hockte.


    Zu Kyukis Glück stellte sich dieses mal nicht ihr Hirn zwischen sie und ihre zukünftige Mahlzeit. "Ja. Ich denke gegen etwas zu essen hätte ich nichts einzuwenden." Nun, das Mädchen hatte zwar die grundlegenden Höflichkeitsformen gelernt, ab und an kam es aber durchaus vor, dass sie sie vergaß...
    Auf die Frage, ob sie noch etwas brauche schaute sie sich erst mal um. Nein, es schien nichts mehr zu geben. Gegen den Drachen, der im hinteren Viertel des Ladens durch die Decke gebrochen war, hätte sie zwar nichts einzuwenden gehabt, dieser dürfte aber nicht zum Verkauf zu stehen und war auch mehr damit beschäftigt für Verwüstung zu sorgen und Menschen zu fressen. "Nein, ich sollte alles haben," antwortete also die Verrückte in einem recht sachlichen und normalen Tonfall, der nicht darauf schließen ließ, dass ihr Wahnsinn gerade in ihrem Kopf den halben Laden zerstört hatte.
    Nach dem die Rothaarige den Player beiseite zu ihren CDs gelegt hat, ergriff sie die Hand des anderen Mädchens. Vielleicht hätte sie es noch geschafft das elektronische Gerät mit einer Hand zu halten, wollte aber lieber kein Risiko eingehen. Und kaum war sie wieder auf den Beinen forderte ihr ausgehungerter und entkräfteter Körper seinen Tribut. Ihr wurde es schwarz vor Augen, sie verlor ihren Gleichgewichtssinn und fiel nach vorn. Hätte sie irgendetwas in ihren Händen gehalten, wäre dies nun wohl mit ziemlicher Sicherheit auf dem Boden gelandet.


    Wenigstens bekam Leone dieses Mal eine Antwort. So konnte sie sich jetzt wenigstens für den Zusammenstoß am Anfang sowie das Erschrecken revanchieren. Und nötig hatte es die andere auch, so schwach wie sie vorhin nach ihrer Hand gegriffen hatte. Sie hatte sicher schon seit Ewigkeiten keine ordentliche Mahlzeit mehr gehabt. Nur wo sollte sie sie hin einladen? Irgendwas, wo man ordentlich viel zu einem leistbaren Preis essen konnte. War nicht ein solches Restaurant direkt gegenüber? Wobei "direkt" auch das falsche Wort war, immerhin war es auf der anderen Seite des Gebäudes. Auf das Statement der Anderen, sie würde nichts mehr brauchen nickte die Braunhaarige und umfasste ihre Hand, um ihr aufzuhelfen. Mit einem Ruck zog sie sie hoch und wollte sich gerade umdrehen, als Kyuki nach vorne kippte. Zum Glück hatte diese den CD-Player noch weggestellt, der wäre jetzt sicher zu Bruch gegangen. Mit einem Aufkeuchen fing die Studentin die Wahnsinnige auf und ließ sie erstmal eine Zeit lang in ihren Armen. "Kyuki? Geht's dir gut?", fragte sie vorsichtig, hoffend, dass sie nicht ohnmächtig geworden war. Dann kam ihr eine andere Sache in den Sinn: Vielleicht war sie mittlerweile so entkräftet, dass sie nicht mehr wirklich gehen konnte. "Soll ich dich tragen?", fügte sie noch etwas vorsichtiger hinzu. Etwas peinlich würde das ja schon aussehen, wenn ein Mädchen ein Anderes hinaustrug. Wobei in dem Fall die meisten Menschen ohnehin das Richtige denken würden. Frauen wie Leone gab es zwar, dennoch war es nicht alltäglich.


    Offenbar war sie zu schnell aufgestanden und der Kreislauf ihres ausgezehrten Körpers hatte nicht so ganz mitgemacht. Wäre irgendetwas in ihrem Magen gewesen, hätte sie wohl auch mit Übelkeit rechnen müssen, aber dem war nicht so. Glücklicherweise konnte Leone außerdem verhindern, dass Kyuki erneut Bekanntschaft mit dem Boden machte. Nach ihrem Schwächeanfall nach und nach wieder zu sich kommend antwortete sie auf eine Frage, die wohl mit "... dir gut?" geendet hatte, auf gut Glück. "Ja, ja, passt schon..." Wirklich überzeugen hätte sie damit aber vermutlich nicht mal die naivste und gutgläubigste Person auf der Welt können.
    Das Angebot, getragen zu werden, wollte das Mädchen ablehnen. Zwar war sie durchaus am Ende ihrer Kräfte, diese waren aber allgemein nicht wirklich groß und in diesem Zustand war sie nun auch schon über eine längere Zeit. Die Rothaarige würde es also durchaus noch ein Weilchen aushalten. ... Oder ich nehme sie bis aufs Hemd aus und lass sie dann in einer Gasse liegen. Immerhin brauch ich dringend was zum anziehen. Zum Glück der Braunhaarigen verschwand aber auch dieser Gedanke, wie der erste feindselige, in den Wellen des Wahnsinns in ihrem Geiste. Nein, wird schon so gehen... war daher die Antwort auf die letzte Frage.


    Misstrauisch schaute Leone das Mädchen in ihren Armen an, als sie meinte, es würde schon passen. Sie traute ihr nicht ganz. Wahrscheinlich wollte sie auf stark machen. So eine Einstellung fand sie sinnlos, man sollte sich einfach helfen lassen, wenn man Hilfe brauchte. Von den Gedanken hatte sie natürlich keine Ahnung, zum Glück. Unbewusst wanderten die Blicke der Braunhaarigen abermals den Körper von Kyuki hinunter. Sie sah wirklich nicht gut aus... von der Kleidung ganz zu schweigen. Was sie wohl durchgemacht hatte? Normal war so etwas ja nicht. Innerlich fühlte die Studentin sich verpflichtet ihr zu helfen. Geld hatte sie ja sowieso genug, da konnte sie das auch für einen guten Zweck benutzen. Am dringendsten würde sie wahrscheinlich Schuhe brauchen...und Socken. Wirklich glücklich darüber, dass sie ihr Angebot, sie zu tragen, abgelehnt hatte war sie ja nicht, aber Leone akzeptierte den Wunsch. So tat sie ihr bestes, das Mädchen zu stützen, ehe sie die gesamte CD-Kollektion inklusive Player aufhob und auf ihren Armen balancierte. Das konnte eigentlich kaum gut gehen, bei ihrem Geschick. "Dann komm mit", forderte sie die Andere freundlich auf und bewegte sich langsam auf Richtung Ausgang zu. Einerseits um sie nicht zu überfordern, andererseits um nichts zu verlieren. Das würde sicher nur schlecht ausgehen.


    OT: Dann bringen wir mal Leben hier rein^^
    Teil 2 des PP mit prime

  • Behandschuhte Hände rückten Einkaufstaschen zurecht, um einen besseren Halt über das ordentliche Gewicht zu bekommen. Mit einem zufriedenen Grunzen pflückte der rothaarige Mann die Einkaufsliste aus seinem Mund und schaute seufzend darauf. 'Mutter nutzt es immer gerne aus, dass ich immer noch in der Nachbarschaft wohne. Dummes Schicksal' beklagte sich Ringo innerlich. Seine Hand sackte durch das zusätzliche Gewicht schnell nach unten. Für den Bruchteil einer Sekunde zuckte eine Grimasse über sein Gesicht, als mit dem Wort das Nachbild eines Fadens in seinem Augenwinkel auftauchte und gleichzeitig ein Gefühl des Ärgers über seine Aufgabe in ihm aufkam. 'Da fällt mir ein: Ich muss noch aufräumen. Wie lästig, das Rot geht immer so schlecht raus', dachte sich der Marionettenspieler ärgerlich. Und für all den Aufwand, den dieses Experiment mit sich gebracht hat, gab es fast nichts im Gegenzug. „Na ja egal“, sagte sich der Rothaarige. „Viel wichtiger ist, dass ich dieses neue Stück einübe. Die Zwillinge haben schließlich bald Geburtstag.“ Mit einem glücklichen Lächeln dachte Ringo an seine Schwestern und überlegte, was er den beiden wohl schenken sollte.


    So fand er sich vor dem Handyabteil des Elektronikfachgeschäftes wieder, seufzend über die dargebotenen Preise, die trotz des Angebots hier in Kishishi noch immer nicht zum Lachen waren. Eine Augenbraue wild zuckend betrachtete der Forscher das Gerät in seiner Hand. 'Siria's momentanes Modell hat mehr zu bieten und hat fast nur die Hälfte gekostet! Manche Entwickler haben wirklich Nerven', klagte er innerlich, während er sich beherrschen musste, dass Mobilgerät nicht mit mehr Gewalt als nötig zurück in die Auslage zu donnern. „Yare, yare“, seufzte Ringo. „Und dann brauch ich auch noch zwei, ansonsten gibt es Krach, egal was das Zweite ist. Ach, wie vermisse ich die Tage, als es mit einem simplen Marionettenspiel getann war. Es war so viel schonender für meine Geldbörse.“ 'Das Schicksal ist so witzig...' Ein Funkeln ging durch die Augen des Rothaarigen, während er langsam seinen rechten Handschuh abstreifte. Matte, beinahe holzartige Haut wurde sichtbar, genauso wie ein Ellenbogen, den man eigentlich an einer Marionette sah. Der Biologe schnalzte mit der Zunge und setzte das Kleidungsstück zurück in seine Ausgangsposition. Ergebend seufzend nahm er sich zwei der angebotenen Modelle, die zumindest im Preis-Leistungs-Verhältnis ein besseres Bild abgaben und ging mit ihnen zur Kasse.


    Als er grummelnd den Ausgang ansteuerte kam ihm ein Bild entgegen, dass beide Augenbrauen nach oben drückte. Vor seinen goldenen Augen stand ein sehr junges Mädchen im Laden, welches aussah, als wäre sie gerade irgendeinem Ort entkommen: Einer Anstalt besser gesagt. Denn bei genauerer Betrachtung waren die übergroßen Klamotten, die sie trug, in der Tat eine Zwangsjacke plus passenden Rest, Gürtel und allem. Neugierde machte sich als erstes in Ringo breit. Wer war sie und wo kam sie her? Dann lief ein wahnsinniges Funkeln durch seine Augen. Wenn sie wirklich geistig nicht ganz da war, konnte es seiner Forschung helfen? Was, wenn sie dazu noch einen Root hatte? Mit einem Ruck legte er seinen rechten Arm frei, wodurch sein Stigma freigelegt wurde. Der Forscher schüttelte den Kopf und Sorge fasste Wurzel in ihm. Von ihrem geistigen Zustand mal abgesehen, wie ging es ihr körperlich? Ihr Körper wurde durch die ungewöhnliche Kleidung fast komplett verdeckt, aber ihr Gesicht sah nicht besonders gesund aus.
    Erst dann bemerkte der Forscher, dass sie bereits Hilfe bei sich hatte. Ein braunhaariges nicht viel älter wirkendes Mädchen schien ihr dabei zu helfen, eine ganze Sammlung von CDs und dazu einen CD-Player auszusuchen und schließlich zu kaufen. Er hob eine Augenbraue, als er den schwankenden Stapel betrachtete. Das schien nicht ganz sicher zu sein. Außerdem flüsterte eine leise Stimme in seinem Hinterkopf, dass die Sicherheit, dass es schief gehen würde aus einem unbekannte Grund besonders hoch wäre. Nicht lange überlegend eilte der Biologe den beiden hinterher, allerdings langsam genug, um niemanden zu erschrecken und das Event von sich aus auszulösen. „Entschuldigung, ist es wirklich so eine gute Idee, die Artikel wirklich so frei zu tragen?“, fragte er ihnen hinterher. „Ich hab noch eine freie Tasche und kann ihnen auch helfen, wenn sie Hilfe brauchen.“


    OT: So, damit auch endlich mein Einstieg. Auf ein gutes RPG.

  • Langsam, ganz langsam bewegte Leone sich in Richtung der Kassen. Sie hatte sichtlich Mühe, dass sie den ganzen Stapel irgendwie in Balance hielt. Das Gebilde, welches sie mit den CDs auf dem Player aufgebaut hatte, ließ eigentlich nur in zwei Sätzen beschreiben. Entweder es war eine Meisterleistung der Statik oder das größte Verbrechen an dieser. Wobei letzteres eher passte, denn sie musste ordentlich nachhelfen, damit nichts runterfiel. ‚Wie in einem schlechten Comedy-Streifen‘, schoss es dem Mädchen durch den Kopf und sie begann unwillkürlich zu grinsen. Vorsichtig lugte sie hinter dem Stapel hervor, um sich den Weg zur Kasse zur merken. Recht viel war es nicht mehr. Das konnte sie sicher noch schaffen. Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen, immer darauf bedacht, nicht zu stolpern. ‚Linker Fuß, rechter Fuß…komm schon Leone, du wirst sowas doch wenigstens einmal schaffen!‘ Als sie so mehr oder weniger vorwärtsschlurfte, merkte sie nicht, wie sich eines ihrer Schuhbänder gelöst hatte. So kam es wie es kommen musste: Jemand sprach sie von hinten an und sie erschreckte sich minimal. Diese kleine Zuckung jedoch reichte aus, um auf den Schnürsenkel zu treten und somit zu stolpern. Verzweifelt versuchte die Studentin irgendwie das Gleichgewicht zu halten, kippte schlussendlich aber doch vorneüber. Als ob das noch nicht genug wäre, neigte sich der Stapel an CDs auf die Gegenseite und resultierte in einem Regen der Artikel über ihren Rücken. Ein leises „Aua!“ war alles was sie herausbrachte. Wenigstens hatte sie den CD-Player immer noch in den Händen und auch die CDs sollten unbeschädigt sein. Ihr Rücken war doch um einiges weicher als der Boden. Mit einiger Mühe rappelte sie sich wieder auf, streifte sich davor aber noch die restlichen CDs vom Rücken. Sie seufzte leicht auf und meinte zu sich selbst: „Sowas passiert auch nur mir…“ Währenddessen kniete sie sich wieder nieder, um sich den offenen Schnürsenkel zu binden. Als dieser wieder die Form einer Schlaufe hatte und die Enden in den Schuh gesteckt waren, blickte sie zu dem Neuankömmling auf. „Ähm…danke für das Angebot. Es wäre wirklich keine schlechte Idee, etwas Hilfe könnte ich gebrauchen…



    [color=#FF0000]OT: Sou, auch mal meine Reaktion~

  • Oh, wenn es jetzt noch - wehe, wenn es jetzt noch zu regnen beginnt...
    Ambers Blicke, welche sie gezielt den bittergrauen Wolken am Himmel richtete, könnten hasserfüllter kaum sein. Ihre bereits agbenutzten Schuhe schlurften antriebslos über den grauen Asphalt, ihre Hände versteckte sie tief in ihren Manteltaschen während ihre weissen Kopfhörer ihr akustisches Umfeld komplett mit schrillenden E-Gitarren überklangen. Und während eine junge Männerstimme laute, kraftvolle Worte sang - oder brüllte oder schrie - war ihr Kopf erfüllt von ihrer eigenen, absolut nicht amüsierten, alles bemeckernden Stimme gefüllt.
    Der Wetter? Absolute Katastrophe. Die Atmosphäre der Stadt? Unterste Stufe. Die Stadt an sich? Das letzte. Und die Menschen darin? Menschen waren allgemein ermüdend und zeitraubend, diehier machten keinen Unterschied. Oder doch, vielleicht einen. Einen klitzekleinen Unterschied. Sie sind noch viel ätzender.
    Müde richtete sie ihren Kopf zum Boden, wieder nach vorne, nach links, nach rechts, nur um neue Dinge zu finden, über die man sich aufregen konnte.
    Was zur Hölle suchte sie hier? Sie wollte nie in diese Stadt, nie in dieses Land. Was zum Geier haben ihre Eltern genau dabei gedacht, ihre Tochter in ihren wohlverdienten Ferien aus ihren vertrauten vier Wänden zu reissen, nur für etwas 'andere Kultur', etwas 'Abwechslung'. Zur Hölle mit dem Tapetenwechsel, und sei er nur für eine Woche. Eine verdammte Woche. Sieben, ganze sieben Tage einfach irgendwo in der Weltgeschichte sich von Ort zu Ort schleppen und ein paar Fakten aufschnappen, die man bequem über's Internet hätte holen können.
    Wieso sich aus dem absolut komfortablen Alltagstrott bewegen? Einöde war Ambers Paradies, Wiederholung bloss ein Lebensrythmus. Ein sehr vertrauter. Menschen, die ein regelmässiges Leben führten, lebten länger. Das war wissenschaftlich anerkannt. Und selbst wenn es nicht so wäre, selbst wenn es das Gegenteil wäre, Amber war mehr als zufrieden damit, ihr war's absolut recht, sie brauchte keine Unregelmässigkeit in ihrem mühsam zusammengeschusterten Lebensstil.
    Wow, klang das dramatisch. Die Wahrheit sah da ganz anders aus.
    Aber ihr alles sch... Herzlich egal. Amber passte dashier schlicht nicht. Ihr passte nichts hier.
    Das Leben spielt mal wieder Spielverderber, nichts neues, ganz typisch. Man kam damit klar oder verschwendete Lebensenergie damit, sich darüber aufzuregen.
    Was mache ich hier. Was. Genau. Mache ich.

    Sinnlos Energie damit verschwenden, alles und jedem einen Eiszapfenblick zuzuwerfen und sich alles und jeden - nein, das war nicht die Frage. Was machte sie hier?
    Achja, genau, das Einkaufszentrum!
    Die E-Gitarren schrummten ihren letzten Akkord, der Song war beendet, fortan nebelten Trompeten ihre Ohren ein.
    Das Einkaufszentrum! Darum war sie hier. Den ganzen verammten Tag hatte sie auf diese Chance gewartet - ein fremdes Einkaufszentrum mit akzeptablen Preisen. Da gibt's bestimmt einiges abzustauben. Ja, das war perfekt. Absolut grossartig. Sie konnte es kaum erwarten.
    Nachdem der letzte Ton Ironie aus ihrer Stimme verbannt wurde verstummten die nörgelnden Worte und ein wohliges Gefühl machte sich in ihr breit. Einkaufszentrum. Geld für schöne Dinge ausgeben. Viel besser als... Keine Ahnung. Museen. Hotelzimmer. Einkaufszentrum, genau das brauchte sie jetzt.
    Und als Amber endlich den Kopf in die Richtung drehte, die sie eigentlich eingeschlagen hatte, erkannte sie auch schon das kugelige Gebäude, welches scheinbar nur auf sie zu warten schien.
    Fantastisch, wahrlich fantastisch. Endlich eine Destination, die ihr wirklich zusagte.
    Ihr Schritt wurde leichter, ihr Gesicht wurde von einer wütenden Eule zu einem zahmen Hamster, der Himmel, die Stadt, die Menschen gingen vergessen.


    Mit einem mühsam zurückgehaltenen Grinsen betrat Amber das Gebäude und -
    Ach verdammt. Was suchten all die Leute hier.
    Zu viele Leute. Eindeutig. Zu viele.
    Sie kam hier her, um sich nach interessanten Schnäppchen umzusehen, nicht um sich von Fremden umzingelt zu fühlen.
    "Zu viele Menschen", hörte man sie leise murmeln.
    Und Hunger. Amber hatte Hunger. Und der kurze Blick auf die Uhrzeit ihres Handys (was soll das heissen, zwölf ist schon längst gewesen, sie hatte es heute endlich geschafft, sich vor zehn Uhr aus dem Bett zu zwingen und dann rennt die Zeit einem trotzdem davon?!) machte die Sache nicht besser.
    Essen. Etwas schnelles zu essen. Und dann irgendwo zwischen den Regalen verschwinden. Egal, welche. Bestimmt kann man hier irgendwo Bücher oder sicher irgendwelche Games finden. Vielleicht gab's ja auch einen ansprechenden Laden für irgendwelche Kleidung, Schuhe wären auch nicht schlecht - ja, eigentlich könnte sie wirklich neue Schuhe gebrauchen.
    Aber eigentlich brauchte sie wirklich Essen. Dringend etwas Nahrhaftes.
    Mit einem suchenden Blick durchkämmten ihre Augen das Erdgeschoss, blieben sogleich bei einem Nudelsuppenstand hängen und weiteten sich in Überraschung, begleitet von einem langsam, aber stetig wachsenden Lächeln der Zufriedenheit.
    Nudelsuppe. Sehr gut. Sehr gut. Das kannte sie von zuhause. Das war das beste, was ihr passieren konnte.


    ... Nun, wenn man von den Konsequenzen absieht, dann war's schon ziemlich cool.
    Aber das nette Erlebnis der Vorfreude auf ein baldiges Mittagessen und der bisher doch ganz zufriedenstellenden Tag (und sei er nur bisher knapp zwei Stunden alt für Amber) wurde sehr rasch zerschlagen, als sie mit hochrotem Kopf vor dem Kassierer stand, ihre halblaute Bestellung mindestens viermal wiederholen musste, weil man sie im Tumult der Etage kaum verstand und mit zitternden Fingern etwas Geld aus ihrer Geldbörse klaubte, ehe sie, schwitzend, völlig durch den Wind, mit einer dampfenden Suppe und trippelnden Schrittes das Weite suchte.
    Sie hätte einfach mehr im Hotel essen sollen. Oder wenigstens ihre Eltern mitnehmen. Warum machte sie sich die Mühe, einen wildfremden Menschen anzusprechen, mit ihm zu handeln, für etwas Suppe.
    Das war peinlich, einfach nur peinlich.
    Schnell weg. Ganz schnell weg.
    Fluchtartig verliess sie über die Rolltreppe das Erdgeschoss, erkannte ernüchternd, dass der erste Stock genau so menschenbevölkert war die zuvor, verschwand zugleich hin zum zweiten Stock, wo die Situation auch nicht wirklich besser war.
    Ach, vergiss es.
    Genervt trottete sie wieder zwei Rolltreppen herunter ins Erdgeschoss, platzierte sich auf die nächstbeste, möglichst menschenfreie Sitzmöglichkeit und machte sich über ihre Nudelsuppe her.
    Ihre Augen fixierten mal das eine, mal das andere Ding was ihr gerade auffiel, fokussierten jedoch nie und sprangen sogleich wieder weiter. In ihrem Kopf fielen die üblichen Beschwerden über alles, was sie in dem Moment gerade irgendwie nervte - über so ziemlich alles, was in ihr Blickfeld fiel - ihre Kopfhörer lullten sie in sanften Violinengesang und Klavierklänge ein.


    // Offtopic
    Nun schon der dritte Versuch, einen guten Einstiegspost hinzukriegen - verdammt, ich bin spät, sorry Leute.
    Anyway - Auf ein gutes RPG, ich freu mich o/

  • Nicht gut! Nicht gut! Definitiv nicht gut! “6% Akku…!“ Verzweifelt sah sie sich um. Shizu befand sich gerade mitten in einem Einkaufszentrum. Und ihr Handyakku war fast leer! Die Leute, die sie wegen ihrer Rüstung komisch ansahen, waren ihr egal, aber das sie gerade dabei war, ihr Kommunikationsmittel zu verlieren, war nicht gut! Okay, sie hatte noch einen Notizblock und einen Bleistift, aber bei dem war die Miene abgebrochen. Und die Füllfeder war leer. Den Kugelschreiber hatte sie verloren. Also brachte ihr das genau so wenig. Bewaffnet mit ihrem Smartphone in der einen, und ihrem Ladegerät in der anderen Hand, rannte sie auf der epischen Suche nach einer Steckdose durch das gesamte Einkaufszentrum. Zwar konnte sie wegen ihrer Rüstung nicht direkt rennen, aber es war immerhin schneller als ihr normales Schritttempo. “Verlass mich nicht!“ Sie wurde Sekunde für Sekunde immer verzweifelter, da sie aufgeschmissen war, sobald ihr Handyakku leer war. Warum hatte sie nicht dieses mobile Ladegerät gekauft!? “5%! Ich bin verloren…“ Es tauchte auf dem Bildschirm ihres Smartphones eine Warnmeldung auf, die sie über die verbleibende Batterieladung informierte. Das sorgte nur dafür, dass sie noch panischer wurde. Wahrscheinlich würde sie gleich in die nächstbeste Person laufen, weil ihre Augen eher auf den Bildschirm ihres Smartphones gerichtet waren, als dass sie nach einer Steckdose suchten.


    Dyson lief mit großen Schritten durch das Einkaufszentrum von Kishichi, die Augen fest auf sein Smartphone gerichtet. Dass er dabei gegen andere Leute lief, machte ihm nichts aus, die meisten wichen ihm aufgrund seiner Körpergröße und seines Tempos eh aus. Alles hier war so langsam! Er nahm einmal kurz die Augen vom Display und sprintete die Rolltreppe hoch, nur um dann direkt wieder mit dem Blick am Bildschirm zu kleben. Er hatte den Plan von Kaufhaus fest im Kopf, oder zumindest die wichtigen Wege. Ohne hochzublicken, bog er nach rechts ab, in die Richtung, in der der Elektroladen seines Vertrauens lag. Auf den fünfzig Metern bis dahin würde er noch zwei Unterforen durchgecheckt und eine Mail an den Co-Moderator der Electropop-Abteilung gesendet haben, dabei hätte er so viel mehr schaffen können, wenn nur sein Smartphone nicht so langsam wäre! Es war auch wirklich eine Schande, die Reise hier unterbrechen zu müssen, aber wenn es schon einen Elektromarkt gab, der die neuesten Modelle anbot, musste man wohl Opfer bringen. Noch zwei Schritte geradeaus, einmal nach links abbiegen und dann lief er mitten in etwas hartes hinein, das ihn glatt umwarf. Überrascht schaltete er das Display aus und sah sich an, wer da ohne den Gedanken, auszuweichen, in ihn reingelaufen war. Er war ziemlich überrascht, ein Mädchen in einer Rüstung zu sehen. So überrascht, dass er erstmal seine Handykamera zückte und ein Foto schoss. Dann erst kam er auf die Idee, mit ihr zu sprechen. Alles in Ordnung bei dir? Kannst du aufstehen? Er selber stand inzwischen wieder und reichte ihr die Hand.


    Sie hatte inzwischen wahrscheinlich das halbe Kaufhaus abgeklappert, und hatte immer noch keine Steckdose gefunden! So langsam wurde sie wirklich verzweifelt. Wieso musste der Akku sie jetzt verlassen!? “4%? Nein, bitte nicht…! Halt noch lä-“ihre Gedanken purster Verzweiflung wurden durch ein Objekt, oder eher eine Person, unterbrochen. Sie hatte sowas nicht erwartet, und wurde deswegen umgeworfen. Sowohl ihr Smartphone als auch ihr Ladegerät hielt sie fest. Diese Sachen würde sie nicht so schnell verlieren. Nun betrachtete sie die Person vor sich etwas genauer. Der Dreitagebart war am auffälligsten, und auch seine Smartphone mit dem er ein Foto schoss. “F-foto!?“ Sofort wurde die junge Frau rot. Sie mochte Fotos nicht so wirklich, aber wie sie angezogen war, geschah das ziemlich oft. Genau jetzt war die Situation aber am schlimmsten. Denn der hier hatte eine gute Nahaufnahme von ihr, und konnte damit tun was er wollte. Es sei denn… Sie kämpfte eine Weile innerlich und tippte dann etwas auf ihrem Smartphone ein.>>Nein, ich brauch keine Hilfe…<< Diese Nachricht zeigte sie dem Mann und stand dann selber auf. Nun musste sie nur noch das Foto von seinem Smartphone löschen und ihres aufladen. >>Ich bin kein Fan von Fotos, bitte lösch es…<< Leicht schüchtern sah sie den Blonden an. Sie wollte nicht unbedingt im Internet veröffentlicht werden. Nun musste sie nur mehr den Akku aufladen… Vielleicht hatte er die Batterieladung gesehen, während er das gelesen hatte.


    Nicht nur, dass das Mädchen ein Rüstung trug, anscheinend sprach sie auch nicht, was deutlich wurde, als sie ihre Antwort auf ihrem Handy verfasste. Seine Augen flogen wie immer ungeordnet über das Display, und obwohl er die Nachricht im Bruchteil einer Sekunde gelesen hatte, hatte er nebenbei noch so ziemlich alles andere auf dem Bildschirm überflogen. Nicht, dass ihn irgendetwas davon interessierte, doch es amüsierte ihn schon leicht, dass sie davon ausging, er würde das Foto so einfach löschen. Aber gut, wenn sie noch nie etwas von Cloud-Diensten gehört hatte... "Klar doch, kein Problem." Demonstrativ zeigte er ihr, wie er das Bild löschte. "Aber darf ich dich fragen, warum du in einer Rüstung herumläufst?"


    Gut, er hatte Verständnis dafür, das Lesen zu müssen. Zumindest sah es von außen so aus. Auch das Foto löschte er freundlicherweise. Auch wenn es inzwischen auch wieder egal war, da es von ihr unzählige Bilder gab. Beim Essen, beim Gähnen, beim Husten und bei so ziemlich jeder Aktivität. Es gab auf Facebook sogar eine ganze Gruppe, in der gesammelt Bilder von ihr waren. Diese war aber zum Glück relativ klein und unbekannt. Aber in so einer Situation hatte sie noch nie jemand erwischt. Nicht nur das, jetzt wollte er auch noch wissen, warum sie diese Rüstung trug. Das war dann doch wirklich zu viel des Guten… >>Ich möchte darüber nicht reden, das ist privat. Tut mir Leid.<< Inzwischen waren nur mehr 2% übrig. Das war wohl ihr Ende… Verzweifelt starrte sie auf die kleine Batterie rechts oben auf dem Bildschirm und hoffte insgeheim, dass sich die Batterie damit wieder auflud.


    OT: Partnerpost mit Snow, Teil 1 von 2!

  • Sie wollte nicht darüber reden. Das war, milde ausgedrückt, sehr enttäuschend. Aber das hieß wohl auch, dass es mehr war als nur eine modische Vorliebe für mittelalterliche Bekleidung, was ihn nur noch neugieriger machte. Noch während er überlegte, wie er sie dennoch dazu bringen konnte, darüber zu erzählen, gab ihr Handy eine Fehlermeldung und schaltete sich selber aus. Ihre Reaktion darauf machte ihn erst darauf aufmerksam, dass sie jetzt keine Möglichkeit mehr hatte, mit ihm zu kommunizieren, was für beide ein Nachteil war: Sie konnte sich nicht verständigen und er konnte nichts aus ihr herausbekommen. Was tun? Kurzerhand schlug er sein eigenes Smartphone so auf die Hand, dass es aufging, entfernte die Speicherkarte und SIM-Karte und bastelte es wieder zusammen, bevor er es ihr einfach in die Hand drückte. "Hier, das kannst du sicher besser gebrauchen als ich."


    Die Hoffnung, dass sich die Batterie vielleicht wieder auflud, wurde nicht erfüllt. Das Einzige, was passierte, war eine Meldung, dass der Akku nun leer war. Schon wurde der Bildschirm schwarz, und Schizus Gesicht bleich. Wie sollte sie jetzt kommunizieren!? Sie war von der Außenwelt abgeschnitten! Alleine mit einem Wildfremden! Mit dem sie nicht reden konnte! Sie hatte ja auch nicht die Möglichkeit, etwas auf einen Notizblock zu schreiben, weil ihre Stifte alle kaputt oder verschwunden waren! “Oh nein… Neinneinneinnein…! Wie komm ich jetzt weg von hi-“ Plötzlich hatte sie ein Smartphone in ihrer Hand. Irritiert sah sie ihr Gegenüber an. War das… für sie…? Bevor sie wusste, was sie genau tat, umarmte sie ihren Gegenüber einfach. Sie war so dankbar für das, was er gerade getan hatte! Wie gerne sie doch danke sagen würde… Aber das würde sie nur erinnern.


    Dyson hatte zwar keine Ahnung, was für eine Reaktion er erwartet hatte, aber eine Umarmung war es sicher nicht gewesen. Schnell versuchte er sich zu erinnern, was man in so einer Situation tat, aber er war ebenso wenig darauf vorbereitet worden wie er bisher in einer solchen Lage gewesen war, also musste er sich wohl irgendwie selber helfen. Er entschloss sich dazu, die Umarmung zu erwidern, auch wenn die Rüstung ein wenig dabei störte. Vielleicht war er ja so etwas näher an die Information gelangt, warum sie ebenjene trug. Immerhin konnten sie das Gespräch nun fortführen, aber wollte er das wirklich? In seinem Kopf stritten sich schon seit einiger Zeit mehrere Stimmen, einerseits war er so unfassbar neugierig auf dieses Mädchen, andererseits dauerte diese ganze Situation schon so lange und seine Neugierde würde in absehbarer Zeit wohl nicht befriedigt werden. Während er sich wieder von ihr trennte, überlegte er zwei Dinge: War es ihm wichtiger, Kontakt mit dem Mädchen zu halten, als das neue Smartphone zu kaufen? Und wenn ja, wie sollte er das anstellen? Smalltalk wäre wohl die offensichtlichste Variante, doch auch die ihm am meisten verhasste. "Du weißt doch sicher, wie man damit umgeht, oder?" fragte er mehr alibimäßig, um das Gespräch zu halten. Dabei fiel sein Blick auf ein Restaurant und ohne nachzudenken fügte er scherzhaft hinzu: "Kannst mich ja als Dank zum Essen einladen.


    Pure Freude befand sich jetzt noch immer in jedem Quadratzentimeter ihres Körpers. Das jemand so etwas für sie tat, war einfach nur nett…! Irgendwas musste sie tun, um sich zu bedanken. Dass er meinte, dass er gerne zum Essen eingeladen werden konnte, war eine gute Gelegenheit. Schnell löste sie die Umarmung und verwendete ihr neues, geliehenes Smartphone. Zwar war es älter als ihr Eigenes, aber es erfüllte den Zweck für Jetzt. Sie brauchte jetzt ja nur die Notizfunktion. >>Ich lad dich zum Essen ein.<< Erkennen konnte sie aber nicht, dass das nur ein Scherz gewesen war.


    Er wusste nicht, ob er hätte erwarten können, dass sie seinen Scherz nicht richtig deuten konnte, aber er hatte es nicht erwartet. Eigentlich hatte er nicht wirklich Hunger, aber ihr jetzt zu erklären, dass es nur ein WItz gewesen war... darauf hatte er auch nicht wirklich Lust, zudem ihm dies eine wundervolle Ausrede gab, länger mit ihr zu "reden". Wobei er leider feststellen musste, dass sie nicht sehr gesprächig war. "Nudelsuppe wäre gut." Er erinnerte sich, einen Nudelsuppenwagen im Erdgeschoss gesehen zu haben... oder so. Er lief also einfach voraus, davon ausgehend, dass sie ihm folgen würde, was sie auch tat, nur leider nicht in seinem Tempo. Wieder fragte er sich, ob sie die ganze Zeitverschwendung wert war und wieder war die Situation eingetreten, bevor er seinen Gedankengang vollenden konnte. Beim Nudelwagen angekommen bestellte er eine Nudelsuppe für sich und eine für das Mädchen und, da er vollkommen vergessen hatte, dass sie ihn einladen wollte, und aus Gewohnheit, bezahlte er selber und setzte sich neben ein braunhaariges Mädchen. Dann versuchte er, das Gespräch wieder aufzunehmen, während er seine Nudelsuppe schlürfte. "Wie heißt du eigentlich?"


    Mission Einstiegspost: Complete! Zweiter Teil des PP, obviously ^^

  • Kyukis Gedanken waren bei dem Drachen. Oder zumindest die Hälfte. Die anderen waren damit beschäftigt, den Drachen überhaupt erst zu erschaffen. Und auch wenn ihr Hirn wirklich gute Arbeit damit geleistet hatte, ihn in die Umgebung einzuarbeiten, so konnte er doch nicht echt sein. Leider. Wäre der Drache wirklich echt gewesen, hätte ansonsten wohl schon längst ihre Helferin sie darauf hingewiesen. Ein bisschen schaute die Rothaarige noch dem Produkt ihrer Phantasie oder viel mehr ihres Wahnsinns zu, wie es sich aus der zerstörten Einrichtung des Ladens ein Nest zu brauen schien, dann wandte sie sich ab. Letztendlich war sie immer noch auf der Flucht und durfte so nicht ihre Zeit verschwenden.
    Und dann erblickte sie ihren Vater. Das es eigentlich nur ein junger Mann mit roten Haaren und Bartstoppeln im Gesicht war, war in dem Moment nebensächlich. Für Kyuki und ihren Wahnsinn war es ihr Vater. Ohne auch nur ein weiteres Mal darüber nach zu denken, machte sie einige schnelle Schritte auf ihn zu und umarmte ihn, bevor sie in Tränen ausbrauch und ihr Gesicht gegen seine Brust drückte. "Papa! Ich hab dich so vermisst!" War das einzig irgendwie verständliche, das sie im Moment und unter den Tränen herausbrachte.
    Jedoch dauerte dieser Moment nicht all zu lange an.
    Einige Bilder vom Unfall schossen ihr durch den Kopf. Die meisten davon mit viel Rot. Und auch wenn der Mann vor ihr wirklich ihr Vater hätte sein können, zumindest soweit sie sich erinnern konnte, und das war lediglich der Bart und eben die Haare. Hätte er zum einen inzwischen etwa zehn Jahre älter sein müssen und zum anderen... das Mädchen hatte gesehen wie ihr Eltern gestorben waren. Die Erinnerungen hatte sie zwar verdrängt, aber ihre Eltern waren definitiv tot.

  • Ringo setzte ein nervöses Lächeln auf, als genau das passierte, was er eigentlich hatte verhindern wollen. Ihrem Kommentar nach passierte dies auch öfter. 'Ahm?' war das Einzige, was er dazu denken konnte. Dieses Phänomen war selbst für einen Root-Nutzer wie ihm bizarr. Nichtmal Neugier sprang auf bei der Möglichkeit, dass jemand wirklich so ungeschikct war. Also ignorierte der Rothaarige jegliche Gedanken in dieser Richtung und stellte einfach seine zwei Taschen ab, um dem Mädchen zu helfen die verteilten CDs auf zu sammeln. Dies erwies sich jedoch als Herausforderung, da sich ein kleiner Zusatz um seine Hüfte wickelte. Dank jahrelang geschultem Instinkt, entwickelt dank seiner Schwestern, erwiderte der Biologe die Umarmung, bevor er überhaupt irgendetwas verarbeitet hatte. Als sein Hirn mit einem beinahe physischen Klicken endlich nachkam, blickt er auf einen zweiten Rotschopf nieder. Sein erster Gedanke war, wie dürr der Körper in seinen Armen war. Mit dem Zweiten blitze es in seinen Augen auf, als er überlegte, wie er die Situation nutzen konnte. Schließlich verpufften beide dieser Gedanken, als ihm der Dritte kam. Mit einem sorgenvollen Lächeln löste der Root-Nutzer sich aus der Umarmung und legte ihr die Hände auf die Schultern. „Ich fürchte du verwechselst mich“, sagte er und versuchte tröstend zu klingen. „Ist alles in Ordnung? Brauchst du Hilfe?“

  • Wenn Leone den Drachen sehen könnte, gäbe es ohnehin nur zwei mögliche Reaktionen. Einmal das Bedürfnis, das riesige Reptil zu streicheln, und dann das Bedürfnis, ganz schnell ganz weit weg zu rennen. Wenigstens schien die Person, die neu hinzugekommen war, nett zu sein. Immerhin half er ihr beim Aufsammeln der CDs. Das Mädchen schaute jede Hülle nochmal an, ob nicht doch ein kleiner Bruch im Plastik war. Schien nicht so zu sein…dafür fühlte sich jetzt ihr Rücken an, als wäre er gebrochen. So ein Hagel aus CDs war auch nicht gerade das angenehmste Erlebnis. Etwas verwundert war sie schon, als Kiyuki plötzlich dem Neuankömmling um die Hüfte fiel und anfing zu weinen, wobei sie irgendwas mit Papa rausbrachte. Der Typ war doch nicht ihr Vater, oder? Nein…dafür war er zu jung. Oder einfach nur junggeblieben. Er erwiderte die Umarmung sogar umgehend. Stimmte das jetzt etwa? Sämtliche Fragen lösten sich aber auf, als er der Wahnsinnigen die Arme auf die Schultern legte. Sie schien nur etwas verwechselt zu haben. Aber so einfach die eigenen Eltern zu verwechseln? Vor allem mit dem Ausruf vorhin? Entweder sie hatte ihre Eltern schön sehr lange nicht mehr gesehen oder sie hatte warum auch immer reagiert wie eine Dreijährige, die man fünf Minuten alleine gelassen hatte. Wobei sie eher auf ersteres tippte. Schnell räumte sie die restlichen CDs in die Taschen und richtete sich dann wieder auf. „Also ich wäre jetzt fertig…“, gab sie leise von sich. Irgendwie fühlte sie sich gerade ziemlich fehl am Platz…

  • Noch bevor Kyuki von sich aus zurückweichen konnte, übernahm diese Aufgabe der Rothaarige, den sie angefallen hatte. Praktisch fühlend, wie ihr Gesicht eine rote Farbe annehmen musste, wandte sie sich aus den Händen des Mannes, die ihr auf den Schultern lagen, drehte sich um und brachte wieder etwas Abstand zwischen sich und ihn. Es machte ihr zwar nicht wirklich etwas aus, wenn sie eine ihrer Wahnvorstellungen hatte und deshalb von anderen komisch angeschaut wurde, aber diese Situation war ihr dann doch peinlich und so schaute sie von ihrem Opfer abgewandt beschämt zu Boden. Kurz wischte sie sich noch mit einem Ärmel ihrer Jacke die Tränen aus dem Gesicht, bevor sie antwortete. "'Tschuldigung... Nein, nein, es ist alles in Ordnung..."
    Wo der junge Mann überhaupt hergekommen war, war für die Verrückte zwar ein Rätsel, ebenso was er hier bei ihr machte, aber zu viele Fragen sollte man sich nicht stellen, sonst würde man höchstens noch Wahnsinnig werden. Dass sie diesen Zustand schon längst erreicht hatte, ignorierte sie jedoch bei diesem Gedanken. Und ob diese Aussage überhaupt Sinn mache, gehörte damit auch zu den Fragen, denen sie wohl in den nächsten Minuten gekonnt aus dem Weg gehen würde.

  • Ciara strich genervt eine lose Haarsträhne ihres dunkelbraunen Haares hinter ihr Ohr. Sie konnte sich wahrhaft schöneres vorstellen als den Vormittag in einer vollbesetzten Straßenbahn zu verbringen. Zwar dauerte die Fahrt von ihre Einzimmerwohnung in Kishichi zum Einkaufszentrum nicht so lange, aber die Quengelei der jüngeren Kinder gingen ihr gegen den Strich. Sie fragte sich mit einem bitteren Lächeln wie man überhaupt dazu kam sich Kinder anzuschaffen? In ihren Augen waren Kinder nichts weiter als nerv tötende Ableger biologisch heranwachsender Rohstoffe. Was auch nicht gerade hilfreich war, dass Kinder auch nichts aushielten. Sie waren leider viel zu empfindlich was die junge Frau sehr bedauerte. Sie hatte dies herausgefunden als sie manche Exemplare in ihrer näheren Umgebung beobachtet hatte. Manchmal juckte es in ihren Fingern, ihre Studien am lebendigen Menschen fortzusetzen aber das konnte noch warten. Im Augenblick lag ihr Hauptaugenmerk auf den Insekten. Konnten diese winzigen Wesen genauso Schmerzen empfinden wie höher gestellte Tiere? Wie äußerte es sich, wenn sie verletzt wurden? Den Teil ihrer Forschungen hielt sie sorgsam per Kamera und Notizen fest. Ciara konnte sich richtig entspannen wenn sie sich ihren Objekten widmen konnte. Dann erst blendete sie alles aus was sie irgendwie belasten konnte und gab sich ganz ihren Forschungen hin. Die Forschungsarbeiten machten ihr zwar Spaß aber sie dachte auch manchmal mit Wehmut an ihre Forschungsreihe in Yamakuni zurück. Dort hatte sie die Möglichkeit gehabt in aller Ruhe und Abgeschiedenheit ihre Forschungen zu betreiben. Das war hier in der Stadt leider nicht möglich und so mussten halt die Insekten herhalten.


    Die Durchsage des Straßenbahnfahrers unterbrach ihre Gedanken. Sie war am Ziel angekommen und quetschte sich aus dem überfüllten Waggon. Ihr Weg führte sie zielstrebig zum Einkaufscenter. Den wolkenverdeckten Himmel nahm sie nicht wahr. Sie wollte den heutigen Tag nutzen um unter anderem neue Körperpflegemittel und andere Kleinigkeiten zu besorgen. Ansonsten hatte sie die gesamte Woche nicht so viel Zeit gehabt um mal wieder Geld auszugeben. Nachdem sie dies erledigt hatte, wollte sie sich zuhause mit ihren Forschungen beschäftigen und ein neues Rezept ausprobieren, das sie im Internet entdeckt hatte. Sie ging rasch in eine Drogerie und erstand ihr Lieblingsshampoo und Spülung. Dazu entdeckte sie noch andere Kleinigkeiten wie einen wunderschönen neuen Lipgloss. Nachdem sie dies eingekauft hatte, überlegte sie ob sie noch was bräuchte. Schon bald jedoch fand sie keine der anderen Läden anziehend genug, um dort einzukaufen. Außerdem hatte sie nicht genug Geld dabei, immerhin war sie eine der armen Studenten um sich dem Klischee zu bedienen. Sie verzog dabei ihren Mund zu einem dazu passenden Grinsen. Ciara spürte auch dass sie was zur Aufmunterung brauchte sie steuerte daraufhin eines der Cafés an das sich als einer Filialen von einer der führendsten Kaffeevertriebsketten auf der Welt entpuppten. Ciara mochte die Atmosphäre im „Mooncup“ sehr. An der Theke erstand sie ihren momentanen Lieblingskaffee zum Mitnehmen. Diese Mal handelte es sich um einen fettfreien Vanille-Soja-Ice Mokka. Sie liebte dessen Geschmack und trank genüsslich einen Schluck nach dem anderen während sie beiläufig ihre nähere Umgebung in Augenschein nahm.


    Dabei fiel ihr auf dass nicht weit von ihr entfernt eine junge Frau an eine der leeren Tische saß und sich gelangweilt umsah. Sie hatte schwarzes längeres Haar, das sie zu einem lockeren Zopf gebunden hatte. Es passte zu ihrem bronzefarbenen Hauptton und natürlich entgingen auch Ciara nicht deren mandelförmigen olivgrünen funkelnden Augen nicht. Die ältere Frau war ihr aus irgendeinem Grund sympathisch und sie beschloss sie deshalb anzusprechen. Ein Pluspunkt war auch dass sie eine Kaffeetasse vor sich stehen hatte und wer Kaffee trank, der hatte sowieso schon Pluspunkte bei ihr gesammelt. Normalerweise behielt sie sich vor ihre Objekte erstmal aus der Ferne zu beobachten ehe sie in ihr Leben eingriff doch dieses eine Mal wollte sie eine Ausnahme machen. Sie ging zu ihr hin, zögerte kurz und überlegte ob sie fragen sollte, ob der Platz frei sei, aber das war auch eine idiotische Frage. Die junge Frau ließ sich auf einen der Stühle neben der Frau sinken, platzierte ihre Tasche zwischen ihre Beine und stellte ihren Becher auf den Tisch. Daraufhin bemerkte sie dass ihre Nachbarin rauchte, was bei ihr ein Schmunzeln hervorbrachte. Sie fand es einfach nur faszinierend was so ein kleiner Gegenstand schädliches mit dem Körper anstellen konnte. Irgendwann musste sie das man näher untersuchen. Dann beschloss sie dass es Zeit war, sich vorzustellen, denn man wollte nicht unhöflich sein. Sie fragte mit einem höflichen Lächeln:“ Entschuldigen Sie bitte, aber hätten Sie vielleicht eine Zigarette für mich?“ Sie rauchte zwar nicht, aber bei so einer Frage kam man immer am ehesten ins Gespräch und das wollte sie erreichen.


    OT: Ciara ist nun endlich auch dabei. Ja ich weiß sie ist spät daran, aber Frauen dürfen das xd So @Sirrah mit diesem Post hat das Alleinsein deines Chars ein Ende gefunden.^^ Ach ja auf ein gutes RPG ^^

    "Rayquaza verfügt über die Fähigkeit das Wetter zu kontrollieren. Gewissenlose Menschen wollen diese Fähigkeit an sich reißen. Helft mit das zu verhindern: Hoenn - Die Herrschaft des Himmels"


    "Kalos die Region der Schönheit und Anmut. Doch der drohende dunkle Schatten einer Verschwörung lässt das Licht verblassen und es ist zugleich der Beginn eines neuen Abenteuers: Kalos - das Wunder des Lebens"

  • Sie meinte es wäre alles in Ordnung, aber das konnte Ringo nur schwer glauben. Gerade ihr Aufzug sollte dann eine klare Aussage geben. Der Biologe runzelte die Stirn. Was dem Mädchen wohl widerfahren war? 'Ihr geistiger Zustand könnte durchaus durcheinander sein. Kommt sie vielleicht tatsächlich aus einer entsprechenden Institution? Möglicherweise ist das auch der Grund für die Verwechslung. Allerdings hat sie auch schnell eingesehen, dass sie unrecht hatte, also hat sie immer noch Teil an der Realität' überlegte er und strich sich über seine Bartstoppeln am Kinn. Mit einem entschlossenen Ausdruck machte er einen Schritt auf sie zu und legte ihr erneut eine Hand auf die Schulter. „Ich möchte wirklich nicht aufdringlich sein, aber ich kann das wirklich nicht...“
    Erschrocken wich der Rothaarige zurück und blickte überrascht auf seine rechte Hand hinunter, die sein Stigma weit sichtbar zeigte. In einem unbewussten Versuch das Mädchen vom Weglaufen zu hindern, hatte er wohl seinen Root durch seine rechte Hand wirken lassen. Allerdings ohne Wirkung, wie er dann realisiert. „Cruel Strings...funktioniert nicht?“, murmelte er durch den Wind. Sofort verschwand der entgeisterte Ausdruck von seinem Gesicht und ein tief nachdenklicher nahm seinen Platz ein. Das wahnsinnige Funkeln war deutlich sichtbar in seinen Augen. „Könnte sie die Schicksalsfäden vor der Bildung durcheinander gebracht haben? Nein, so schnell sollte man keinen Root einsetzen können und gerade mit direktem Kontakt wäre es nicht möglich. Ist ihr Schicksal zu flüchtig? Nein, auch nicht. Es fühlt sich falsch an. Nicht wie Pudding oder Gelatine, sondern eher...eine Wand. Aber das heißt......Immunität?!“, war das wilde Gemurmel des Biologen, während er den Vorfall im Kopf durchging. Mit seiner Erkenntnis sah er das Mädchen mit weiten Augen an. „Unglaublich. Eine Layer 0 Root-Nutzerin. Eine menschliche Nutzerin... “ Tausend und ein Gedanke flogen in seinem Kopf umher. Er musste forschen, untersuchen...Schneiden...Referenzen....Er brauchte etwas zum notieren...Ihr Innenleben untersuchen. „Nein, nein, nein. Vollkommen falscher Ansatz. Das könnte den Root gefährden. Eine einmalige Gelegenheit, nichts überstürzen, nichts überstürzen. Beobachtung. Beobachtung kommt zuerst“, murmelte er vor sich hin, während er in seine Tasche grif, um dem Mädchen mit dem CDs eine leere zu reichen.

  • Irgendwie begann ihr der Mann nun doch Angst zu machen. Dieser Ausdruck in seinen Augen und das was er von sich gab, erinnerte Kyuki stark an die Ärzte in der Anstallt. Sicherheitshalber wich sie noch einen Schritt zurück, bevor sie sich überlegte, wie sie weiter mit ihm umgehen sollte. Leider kam es zu diesen Überlegungen allerdings nie.


    Einige Minuten zuvor im Erdgeschoss des Einkaufszentrums.
    Ein Mann, vom Alter her ende dreißig, auch wenn er mindestens zehn Jahre älter wirkte, saß auf einer der Sitzgelegenheiten und hielt eine Flasche Bier in der Hand. Ob nun sein Gestank nach Hochprozentigem oder sein allgemein ungepflegtes Äußeres der Grund dafür war, vermutlich sogar beides, er saß allein da und die Leute versuchten so gut es ging einen Bogen um ihn zu machen. Was genau ihn in seine aktuelle Lage brachte, man wird es wohl nie erfahren. Ebenso wenig wie seine Beweggründe für das, was er vor hatte.
    Nachdenklich nahm er immer wieder einen Schluck aus seiner Flasche. Ob der Mann aber wirklich über etwas nachdachte, war unmöglich zu sagen. Irgendwann stand er jedoch mit einem Seufzen auf. Zielstrebig ging er auf die Mitte des Einkaufzentrums zu. Auf dem Weg trank er noch den Rest seines Getränks aus und warf die Flasche achtlos beiseite. Dass ihn jemand darauf hinweisen wollte, dass er seinen Müll aufheben sollte interessierte ihn nicht wirklich. Gleich spielte eh alles keine Rolle mehr.
    Er stand vor seinem Rootburst. Dies wäre das letzte mal, dass er mit seinem aktuellen Verständnis der Welt seinen Root einsetzen können würde. Er begann sich zu konzentrieren. Wie jedes mal wenn er seinen Root nutzte, tauchte auch dieses mal eine kleine Flamme auf seiner Haut auf. Zu klein um seine Kleidung zu entzünden oder irgendwelchen Schaden irgendwo anzurichten, jedoch ausreichend um sein Stigma in seinen Körper zu brennen. Inzwischen war schon sein gesamter Körper mit einem Muster aus Brandnarben bedeckt. Einzig sein Gesicht hatte noch nichts abbekommen, aber dieser Umstand würde sich nun ändern. Nicht dass es irgendetwas ausmachen würde. Gleich würde dieser Körper eh nicht mehr als solcher weiter existieren.
    Zuerst erschien nur eine kleine Flamme in der Mitte des Einkaufszentrums, jedoch vergrößerte sich dieser innerhalb eines Augenblickes auf eine im Durchmesser mehr als 10 Meter große Feuerkugel. Er selbst wurde dabei wie auch die Uhr, die in ihren letzten Sekunden auf kurz nach halb eins stand, von dem Inferno verschlungen.
    Dann explodierte die Kugel.
    Die Druckwelle und freigesetzte Hitze zerstörte die Schaufenster und das Glas mit dem die Außenwand des Einkaufszentrums bedeckt war völlig. Insbesondere das unterste und erste Stockwerk wurden in Mitleidenschaft gezogen, aber auch das obere blieb nicht verschont. Zumindest erreichten die Flammen der Explosion nicht die Läden in diesem. Jedoch zog die Hitze schon die nächste Katastrophe mit sich. Auch wenn bei der Planung des Gebäudes darauf geachtet worden war, dass es einem Brand standhielt, so waren diese Flammen doch mehr als es ertragen konnte. Die Säulen im Erdgeschosses gaben unter der Hitze und dem Gewicht der oberen Stockwerke recht schnell nach und auch die tragenden Elemente im Geschoss darüber begannen sich zu verformen, was eine unheilversprechende Schieflage des Gebildes zur Folge hatte. Die Verbindungswegen der Stockwerke, die Rolltreppen, waren nach der Hitzeeinwirkung und dem zusammensacken des Gebäudes nicht mehr zu gebrauchen. Einzig an manchen Stellen waren Teile des Bodens der oberen Ebenen eingebrochen und die daraus resultierenden Trümmer konnten, mit etwas Fantasie und dem Willen zur Risikobereitschaft, für den Auf- oder Abstieg genutzt werden. Wobei sich wohl niemand auf der unteren Ebene aufhalten wollen würde. Durch die zerstörten Ein- und Ausgänge war nicht mal mehr die Chance auf Freiheit ein Grund sich in das dort herrschende Flammenmeer zu begeben.


    In mitten der auf ein normales Maß zurückgehenden Flammen erschien ein Hund. Wobei nur sein grundlegender Körperbau wirklich an einen erinnerte. Mit einer Größe von gut zwei Metern und einer Länge von über fünf würde er sich sicherlich nicht als Haustier eignen. Ganz zu schweigen von seinem kurzen roten Fell, dass in Flammen stand. Kurz versuchte das Tier, wenn man es als solches bezeichnen wollte, die Situation zu erfassen, schaute sich um und entschied dann, dass es ihm im zweiten Stock besser gefiel. Mit nur einem Satz befand sich also der Rootdeamon zwei Ebenen weiter oben, wobei durch die inzwischen veränderte Struktur des Kaufhauses es natürlich nicht wirklich zwei Stockwerke waren, die es dabei überbrückte galt.


    Von einer Hitzewelle von den Beinen gerissen rappelte sich die Verrückte nach einem Moment der Bewusstlosigkeit langsam wieder auf. Im ganzen Laden herrschte Unordnung, Regale waren umgekippt, Menschen begraben, Verkaufsartikel lagen am Boden, an einigen Stellen war Blut zu sehen, an anderen Feuer, das als Funke bei der Explosion seinen Weg in den Laden gefunden haben musste. Ihr Gehirn übertrieb mal wieder, zumindest dachte die Rothaarige das. Auch dass sie eigentlich ganz schön Glück gehabt hatte, außer einigen Prellungen nichts weiter abbekommen zu haben, war ihr nicht bewusst. Bisher war ihr ja auch sonst im 4D-Kino ihres Verstandes nie etwas passiert und die Schmerzen ihrer Prellungen bemerkte sie nicht wirklich, da ihr eh der ganze Körper von den letzten Tagen weh tat. Am besten sie blieb einfach sitzen und wartete ab bis alles wieder normal wurde. Sicherlich würde dann auch der große rote Hund, der gerade am Laden vorbei ging, ihr nichts tun.



    OT:
    Da sich aktuell noch einige Charas in den unteren Stockwerken aufhalten: sollten sie bei der Explosion immer noch dort sein, werden sie diese, selbst wenn sie es schaffen sollten, sich innerhalb der 1-2 Sekunden in denen die Kugel erscheint und explodiert, Schutz zu suchen, nicht unbeschaded (ohne größere Brandwunden usw.) überstehen. Eigentlich wollte ich ja Verletzungen vor einem Kampf vermeiden... (der Hinweis, sich ins obere Stockwerk zu begeben, hatte, wie die meisten solcher Hinweise, eben einen tieferen Sinn. Na ja, an sich haben eure Charas ja noch etwas Zeit um nach oben zu kommen.)
    Charas im oberen Stockwerk dürfen gern auch so viel Glück haben und durch Zufälle gänzlich unbeschadet davon kommen.
    Jedoch wird es abgesehen von den Spieler-Charakteren und dem Rootdeamon keine ansprechbaren Lebewesen im Gebäude geben. Die meisten sind Tod (im obersten Stockwerk auf Grund von umherfliegenden Gegenständen, umfallenden Regalen oder anderer unglücklicher Umstände, im restlichen Gebäude meist wegen der Hitze oder dem Feuer bzw der Explosion selbst), manche auch nur bewustlos. Letztere werden aber nicht so schnell wieder zu sich kommen.


    Das Hündchen hat nebenbei bemerkt hunger und kann als Boss angesehen werden. Also bitte nicht steuern.
    Damit viel Spaß beim Überleben

  • Schneller, als Leone irgendeinen Auslöser erkennen konnte, blickten die beiden anderen Personen sich verwirrt an, wodurch sie sich jetzt ebenfalls in den Club der Verwirrten gesellte. Das Gemurmel des jungen Mannes lieferte zumindest ansatzweise den Versuch einer Antwort auf die Frage nach dem Grund. Ihm zufolge war Kyuki also eine Root-0-Nutzerin. Eigentlich gehörte er jetzt in die Hab-mich-lieb Jacke, die über die Schultern des Mädchens hing. Menschliche Nutzer mit diesem Layer waren ja eigentlich nicht existent. Zumindest in den letzten vier-, fünfhundert Jahren. Wieso sollte ausgerechnet das verwahrloste, eventuell komplett gestörte Mädchen eine Nutzerin des mächtigsten Layers sein? Zögerlich tippte sie dem Mann auf die Schulter. „Ahm…sind Sie sich sicher? Ich meine, menschliche Root-0-Nutzer sind ja eigentlich nonexistent. Wieso sollten ausgerechnet wir eine treffen?“ Für sie war es einfach unglaubwürdig. Genauso, wie wenn irgendjemand kommen würde und behauptete, er wäre ein Gott. „Und woher glauben Sie eigentlich das zu wissen?“ Die Studentin wählte ihren Tonfall so, um die etwas ungünstige Wortwahl so gut wie möglich zu entschärfen. Sie wollte nicht feindselig ihm gegenüber rüberkommen, ob das gelang, war aber eine andere Sache. Auf seine stumme Aufforderung hin reichte sie ihm eine der Taschen und nahm die Andere selbst in die Hand. „Von mir aus können wir jetzt ge-“ Weiter kam die Root-Nutzerin nicht. Am Anfang spürte sie nur eine große Hitze, aber direkt darauf fand sie sich abermals auf dem Boden wieder, begleitet vom Klirren von Glas und dem Geräusch von brechendem Stahlbeton. Ausnahmsweise war auch nicht sie der Auslöser dafür. Ihre Augen öffnete sie recht schnell wieder, aber dennoch blieb sie noch etwas auf dem Boden liegen. Leone hatte Glück gehabt, nur wenige Zentimeter von ihrem Kopf entfernt befand sich die spitze Ecke des Verkaufsregals, welches die Druckwelle sogar heil überstanden hatte. Nur der Inhalt war aus den Reihen gefegt und im Laden verteilt, bis auf ein paar einzelne CDs, die noch drinnenhingen. Immer noch benommen setzte das Mädchen sich auf und blickte sich um, als das Gebäude nachgab und abermals ein Stück nach unten sackte, so dass es jetzt in Schräglage war. Wenn sie jetzt noch, oder wieder, gestanden wäre, hätte sie zum keine-Ahnung-wievielten Mal an diesem Tag ein Rendezvous mit dem Boden gehabt. So landeten „nur“ die letzten CDs, die sich noch im Regal befanden, auf ihr. Anscheinend gab es eine noch nicht erforschte Kraft zwischen CDs und weiblichen, tollpatschigen, braunhaarigen Psychologiestudenten. Mit einem vor Schmerz leicht verzerrten Gesicht rappelte sie sich auf und schaute sich um, um die anderen beiden zu finden. Die waren nicht recht weit weg und beide wohlauf…mehr oder weniger. „Hat einer von euch zweien eine Ahnung, was hier los ist?“ Eine Aufklärung der Situation wäre jetzt echt nicht schlecht. Obwohl sie diese eher von dem jungen Mann als von Kyuki erwartete. Mehr zufällig als gewollt strich ihr Blick über den verwüsteten Eingang des Ladens, wo gerade ein riesiges, brennendes Hund-Wolf-Dingsbums vorbeilief. „I-ich bi-bilde mir das…das Ding da nur ein. O-oder?“ Aus ihrer Stimmlage war die Angst und die verzweifelte Hoffnung, dass sie sich das nur einbildete, herauszuhören. Wenn sie sich das Monstrum wirklich nur einbildete, würde sie der nächsten geschlossenen Anstalt freiwillig einen sehr ausgedehnten Besuch abstatten. Aber wenn nicht…hoffentlich mochte es Menschenfleisch nicht wirklich…


    OT: So, damit gehts mal weiter~

  • Die Welt taumelte als Ringo das Gleichgewicht verlor. Das Gebäude wackelte, erschüttert von einer Explosion in den untersten Stockwerken und verlor seine erdachte Strukur, als die oberen Beiden einkrachten. Hitze und Druck zogen über den Biologen, als er sich zu Boden warf, die Hände über dem Kopf. Trümmerstücke und Schutt krachten herunter, der Boden gab nach und Glas splitterte. Was fehlte waren die menschlichen Schreie. Doch der Grund kam schnell zu dem Rothaarigen, als es langsam ruhiger wurde und er aufblickte. Mit Entsetzen erkannte er, dass nicht viele überlebt hatten. Zu schnell verschieden, um zu schreien. Vorsichtig erhob er sich und tastete nach Verletzungen. Zwar zuckte der Root-Nutzer immer mal wieder zusammen, als er auf Prellungen stieß, aber fand nichts Schlimmes. Auch einer Gehirnerschütterung schien er entkommen zu sein.
    Neben ihm schienen auch die beiden Mädchen mit dem Schrecken davon gekommen zu sein. Und ein weiterer Schrecken sorgte dafür, dass er beide zu Boden drückte und hinter einem herabgefallenen Brocken Decke Schutz suchte. Denn gerade zog die lebende Explosion am Laden vorbei. Ein Rootdaemon in Form eines großen Wolfes mit flammenden Pelz war der offensichtliche Auslöser für das Chaos und schien immer noch nicht ganz fertig mit dem Ort zu sein. Vielleicht hatte er auch einfach nur Hunger. Leider hatte er wahrscheinlich Hunger.
    Ringo fluchte. Er befeuchtete seine vor Nervosität trockenen Lippen und legte eine Hand auf den Boden. „Hört zu, wir müssen hier weg. Ich sehe mal, ob ich es ablenken kann und dann versuchen wir so schnell wie möglich von hier weg zu kommen.“ Der Rothaarige hob die Hand wieder und zog damit Schicksalsfäden mit jedem seiner Finger. Mit einer Geste wie beim Marionettenspiel manipulierte er das Schicksal des Bodens und vor ihnen erhob sich langsam eine humanoide Gestalt. Bei etwas über 2m Größe stoppte der Vorgang und die Figur nahm etwas menschliche Züge an. 'Etwas' war das Stichwort hier, denn am Ende ähnelte das Ding eher einer Art Golem, dessen drei-fingrigen Hände und säulenartigen Beine ihn ganz schön plump wirken ließen. Auch der Kopf war nur angedeutet und bestand aus einer Erhebung, aus der zwei schwarze Augenhöhlen hervorstachen. Keine Schönheit, aber es würde hoffentlich genügen. Wieder bewegte Ringo die Finger und die Marionette hob die Arme in einer Kampfhaltung, bevor sie auf die Flammenbestie zu stapfte, um den ersten Schlag zu vollführen. „Jetzt ihr Beiden! Haut ab! Wer weiß wie lange ich für Ablenkung sorgen kann?! Sorgt euch nicht um mich, ich komme so schnell wie möglich nach.“