Das Corona-Virus

  • Die Frage ist aber in meinen Augen tatsächlich, wie rum man darauf reagiert. Sagen wir jetzt "Pah, im Vergleich zur Pille ist das doch nichts!" oder aber gehen wir eher in die Richtung "Okay, das ist echt nicht gut, man sollte dringend mehr in die Forschung von Verhütungsmitteln und der Weiterentwicklung der Pille investieren?".

    Die Pille würde nach heutigen Maßstäben wohl auch gar nicht mehr zugelassen werden. Da muss ich persönlich aber sagen, dass ich einige dieser Entscheidungen aus der Risiko-Nutzen-Perspektive nicht ganz nachvollziehen kann.

    Ich find's hier aber auch gefährlich wie sich alle auf die Pille einschießen, nur um AstraZeneca besser dastehen zu lassen.

    Die Erfindung der Pille war extrem wichtig, um Frauen mehr Freiheit zur Selbstbestimmung zu geben und lieber nimmt eine 15jährige, die ohnehin ein extrem niedriges Tromboserisiko hat, die Pille als ungewollt schwanger zu werden.

    Die medizinischen Risiken sind bei der Pille eher nichtig im Vergleich zu den Freiheiten, die sie bietet. Demnach macht es auch aus der Risiko-Nutzen-Perspektive sehr viel Sinn, vor allem machte sie es damals, als sie auf den Markt kam. Du kannst so einige Präparate und Medikamente eben nicht nur aus medizinischer Sicht betrachten.

  • Zitat von MightyHonweisel

    Das ist kein Freifahrtschein. Es geht darum, dass Geimpfte bspw. keine Schnelltests mehr machen oder sich nach Urlauben in Quarantäne begeben müssen.


    Gerade bzgl. ersterem sehe ich definitiv keine Benachteiligung, solange es für alle anderen die Möglichkeit des Freitestens gibt. Ich meine natürlich kann ich mich auch als zweifach Geimpfter weiterhin einen Schnelltest machen. Aber du sagst selbst, dass Geimpfte weniger ansteckend sind (lt. israelischen Erkenntnissen scheint bei 2-fach BioNTech-geimpften das Übertragungsrisiko um 90% gesenkt) - Da wäre jeder Schnelltest Ressourcenverschwendung und wenn ich als Tübinger an die Tagesticketsituation für Auswärtige denke eigentlich sogar ziemlich ungerecht, wenn vollständig Geimpfte allen anderen ihre Tickets wegschnappen.

    Also so wie ich es verstanden habe sollen in erster Linie die Schnelltests wegfallen und dass sie ihre Freiheiten zurückbekommen. Aber welche Freiheiten? Heißt das jetzt, dass Geimpfte auch ins Kino, Fußballstadion und so weiter gehen dürfen, wo Nicht-Geimpfte nicht mal mit einem negativen Schnelltest reingehen können? Wahrscheinlich ist das dann die logische Schlussfolgerung wenn gesagt wird, dass Geimpfte kaum noch ansteckend sind. Und das ist ungerecht. Ich kann nichts dafür, dass ich nicht geimpft bin. Ich bin nunmal nicht 80 Jahre alt oder arbeite im Pflegeheim und so weiter. Aber auch ich möchte so schnell wie geimpft werden um eben wieder so gut wie alles machen zu können.


    https://www.google.com/amp/s/m…pfte-an-17277461.amp.html


    Es steht auch hier, dass es um zusätzliche Freiheiten geht. Also mehr Freiheiten für Geimpfte als für Nicht Geimpfte. Dazu kommt, dass es nie auszuschließen ist, dass auch Geimpfte andere anstecken können und ein kleiner Anteil der Geimpfen kann nicht mal Impfreaktionen bekommen.


    Zitat von MightyHonweisel

    Wo du da einen kompletten Freifahrschein rausließt, ist mir schleierhaft.

    Siehe oben.


    Zitat von MightyHonweisel

    Da du sehr oft die Wirtschaft in deinen vorherigen Beiträgen erwähnt hast: Wäre es nicht gut, wenn man die bspw. durch Geimpfte versuchen könnte, so gut es geht am Laufen zu halten? (Könnte Spuren von Sarkasmus enthalten und nicht vollständig ernst gemeint sein)

    Auch wenn du es satirisch meinst. Das wäre sogar kein Problem wenn die Belegschaft geimpft ist. Es gibt Betriebsärzte, die könnten auch impfen. Aber trotzdem ist das kein Grund die Zahlen nicht gering zu halten. Andere Länder haben es auch geschafft wie Portugal. Wir sollten auch mal von anderen Länder lernen. Und Menschenleben steht vor der Wirtschaft. Wenn Menschen wegen Corona Folgeschäden davon tragen und deshalb eingeschränkt sind, dann ist das für die Wirtschaft auch ein wirtschaftlicher Schaden.


    Zitat von MightyHonweisel

    Aber jetzt geht es darum, dass man als Geimpfter ohne Test (aber selbstverständlich mit Maske und AHA) in einen Laden oder ein Restaurant gehen darf, was zumindest hier in Tübingen jeder unter Vorlage eines negativen Schnelltests auch darf. Das unterscheidet ein Kitzeln in der Nase und 30 Minuten Wartezeit.

    Aber anderseits können auch Geimpfte mit einem Restrisiko Andere anstecken und wie gesagt, die Impfreaktion kann auch nicht bei jeden einschlagen. Zur absoluten Vorsicht sollte man dann auch dann Tests verlangen. Man kann nicht sicher genug sein. Ja, toll. Dann darfst du und Andere Geimpfte im Restaurant speisen, während ich und die Meisten nur Essen abholen dürfen. Auch zum Tübinger Modell sehe ich es kritisch. Auch wenn man überall testet steigen auch dort die Zahlen und somit die Invidenzen. Außerdem sind die Schnelltests nicht komplett sicher und genau. Ich finde es traurig, dass wir nicht mehr Tempo beim Impfen machen. Das ist viel wichtiger als die Schnelltests. Was wir brauchen ist nicht testen, testen und testen, sondern schließen, schließen und schließen. Mindestens 2 Wochen komplett alles schließen und die Invidenzen sind stark in Fallen und wir retten damit viele Menschen.


    Zitat von antifandre

    Sprich man könnte - zumindest meiner Meinung nach nicht - Grundrechtseingriffe für geimpfte Personen sowieso nicht im selben Ausmaß eingeschränkt lassen wie die Grundrechte von nicht geimpften Personen. Spätestens wenn es zuverlässige Daten gibt, wie infektiös Geimpfte sind, müssen zumindest manche Grundrechtseinschränkungen aufgehoben werden. Andere Grundrechte, wie zum Beispiel die Maskenpflicht, können ja weiterhin aufrecht erhalten werden, weil es als ein vergleichsweise kleiner Eingriff auch angemessen ist, einem geringeren Nutzen zu folgen. Zumindest die gravierendsten Grundrechtseinschränkungen hingegen müssen aber aufgehoben werden.

    Und was meinst du hier mit gravierendsten Grundrechtseinschränkungen? Wenn du das mich fragen würde, dann würde ich das mit den fehlenden Freizeitangebot begründen. Und wenn Dinge folgen wie das Impfpass, was ja auch im Gespräch ist. Dann befürchte ich, dass Geimpfte jedes Freiteitangebot annehmen dürfen, während Ungeimpfte auf ihr Impfangebot warten müssen. Weil das wird hier passieren, weil wir als Deutschland eine Wirtschaftsnation sind. Dann hieße es, dass es für die Betriebe gut sei wenn wenigstens die jetzigen Geimpfen dort hingehen können. Aber das hat für mich nichts mit Abwägung zu tun. Selbst wenn man geimpft ist, ist nicht sicher, ob und wie lang der Schutz anwirkt. Weil es können zu jederzeit Mutationen entstehen, wo selbst die Impfung wirklos wird und es gibt jetzt schon Indizien aus anderen Ländern, dass es solche Mutationen gibt. Warum kann man nicht einfach jetzt noch ein paar Monate durchhalten bis alle ihr Impfangebot bekommen, dann kann man schauen, ob die Invidenzzahlen uns erlauben weiter zu öffnen.


    Zitat von antifandre

    Wie in meinem ersten Post zu dem Thema bereits erwähnt scheitert es hier allerdings daran, dass Grundrechte keine Kollektivrechte, sondern Individualrechte sind. Es ist mein Recht als Individuum, die Freiheit zu haben, ins Theater, Fußballstadion oder ins Kino zu geben, und nicht das Recht als Gruppe, die Freiheit zu haben, ins Theater, Fußballstadion oder ins Kino zu gehen - dementsprechend kann und darf der Staat auch nicht Grundrechte eines Kollektivs einschränken, sondern muss die Grundrechte eines Individuums einschränken. Eine Kollektiveinschränkung nur aufgrund der Zugehörigkeit einer Gruppe (und die Gesamtbevölkerung klassifiziert sich als eine solche Gruppe) ist nicht verfassungskonform.

    Soll das jetzt letztendlich heißen, dass ein EU Impfpass, was ja im Gespräch ist, niemals verfassungsgemäß bei uns eingeführt werden kann? Selbst wenn es käme, wie und wer darf dann auf Impfpässe kontrollieren. So wie ich weiß, dürfen das nur sehr Bestimmte und nicht jeder Ladenmitarbeiter. Warum dann wird darüber geredet?


    Wahrscheinlich wird man wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, alles für jeden öffnen mit dem Unterschied, dass Ungeimpfte ihre Untätigkeit für sich selbst haften müssten. Also wenn sich Ungeimpfte dann unter sich anstecken, dann heißt es Pech gehabt.


    Und ich kann meine vollständigen Individualrechte erst ausüben wenn ich geimpft werde? Es muss mal Bedingungen geben, wie in welcher Gegebenheit man wieder Freizeitangebot nutzen darf. Weil ohne uns Menschen fehlt dort Leben in der Bude.


    Zitat von antifandre

    Wie in meinem ersten Post zu dem Thema bereits erwähnt scheitert es hier allerdings daran, dass Grundrechte keine Kollektivrechte, sondern Individualrechte sind. Es ist mein Recht als Individuum, die Freiheit zu haben, ins Theater, Fußballstadion oder ins Kino zu geben, und nicht das Recht als Gruppe, die Freiheit zu haben, ins Theater, Fußballstadion oder ins Kino zu gehen - dementsprechend kann und darf der Staat auch nicht Grundrechte eines Kollektivs einschränken, sondern muss die Grundrechte eines Individuums einschränken. Eine Kollektiveinschränkung nur aufgrund der Zugehörigkeit einer Gruppe (und die Gesamtbevölkerung klassifiziert sich als eine solche Gruppe) ist nicht verfassungskonform.

    Mit einer Aussage hast du aber recht: "Freiheitsrechten sollten so gut wie es geht für alle gleichermaßen gelten". Das Problem hierbei ist nur das "so gut wie es geht" - es ist eben nicht möglich, die gesamte Bevölkerung gleichzeitig zu impfen, weil dafür sowohl die personelle Kapazität als auch die Menge an Impfstoffen nicht ausreichend ist. "So gut wie es geht" bedeutet eben, jedem Menschen so schnell wie irgendwie möglich ein Impfangebot zu machen, das geht aber nicht von heute auf morgen. "So gut wie es geht" bedeutet hier dann folglich, dass der Rückerhalt der Grundrechte so schnell wie möglich für jeden als Individuum mit der Impfung erfolgt.

    Nun es ist noch zu erwähnen, dass der Staat zum Beispiel die Impfpriorität festlegt und die Impfreihenfolge wurde aber nicht gemacht, um jetzt insbesondere die Älteren oder eher kranken Menschen mehr Freiheiten zu ermöglichen, sondern sie wurde erstellt un eben gerade die gefährdeten Gruppierungen bevorzugt zu schützen. Dann ist selbst die Impfpriorität ein Kollektiventscheidung, weil man uns ja in Gruppen einteilt.


    Trotz anfänglicher Impfungen ist die Gefahr von Erkrankungen für keinen bei uns für sicher gebannt. Dafür fehlt einfach die Grundimmunität. Außerdem können neben den Mutationen auch Fluch-Mutationen auftreten. Hier fehlt für mich die Abwägung. Es müsste wie eine Waage sein. Auf der einen Seite ist die Anzahl der Geimpften und auf der anderen Seite die Invidenzzahlen. Wenn die Geimpften Zahl ansteigt und dann auch die Invidenzzahl sinkt, dann kommen wir immer mehr in den Bereich des Erlaubten. Also was dann zumutbar ist. Es gibt verschiedene Daten, wo ausgerechnet wurde bei welcher Impfquote welche Tätigkeiten/Angebote zu welchen Invidenzen führt. Zurzeit sind die meisten Invidenzen bei den verschiedenen Bereichen über 1, weil die britische Mutation zwischen 30-70% ansteckender ist als das Ursprungvirus. Und über 1 heißt ja, dass pro Person mehr als 1 weitere Person anstecken kann. Heißt, die Ansteckungsrate ist auf Dauer gesehen positiv statt negativ. Deshalb ist der Grad der Offenheit so eingeschränkt, aber dass Schulen oder Kindergärten offen sind trotz der dortigen hohen Anzahl von Ansteckungen steht in keinem Verhältnis.


    https://www.deutsche-apotheker…egend-sind-ein-ueberblick


    https://www.ndr.de/ratgeber/ge…-Kindern-,corona7142.html


    Dazu kommt, dass gerade Kinder erst zu einem viel späteren Zeitpunkt für Impfungen in Frage kommt.


    Zitat von antifandre

    Ansonsten fällt auch der Aspekt der individuellen Gefährdung raus, weil der Staat Menschen nur sehr begrenzt vor Selbstschädigungen schützen kann, der Staat schützt eigentlich nur für Fremdschädigungen. Sprich die einzig relevante Frage ist "Wer ist wie ansteckend und wie sehr gefährdet die Person den Rest der Bevölkerung?". Und da ist der Unterschied zwischen geimpfter Person, bei der Übertragungen zu 90% verhindert werden, und nicht geimpfter Person eben gravierend.

    Naja und was ist mit der ganzen Überprüfung des Impfstoffes? Die Zulassungsbedingungen sind ja streng. Man will schon nur Impfstoffe verimpfen, die auch ein geringes Risiko für Selbstschädigungen hat.


    Außerdem kann eben auch ein Geimpfter Fremdschädigungen anrichten. Insbesondere jetzt bei der niedrigen Immunität. Es müsste wenn es am Optimalsten laufen würde überall Bonbons zum lutschen geben und das würde schon was für die Immunität beitragen. Aber Impfforschung ist zumeist Privatsache, statt Staatsache. Auch hier wird Geld verdient mit der Gesundheit Anderer. Viele Fördergelder flossen, trotzdem bekamen Länder wie Israel mehr Impfstoffe..


    Die Hürden sind so hoch und es ist für mich einfach zu früh, Geimpfte zusätzliche Rechte einzuräumen. Aber ich lasse mich gerne überzeugen, aber ich bin noch nicht ganz überzeugt worden.

  • Zitat von antifandre

    Es würde einem Rechtsstaat nicht gerecht werden, wenn sich dieser nicht bemüht, Grundrechtseingriffe schnellstmöglich wieder abzuschaffen.

    Dann muss der Staat dafür Sorge tragen, dass eben alle geimpft werden, die möchten. Ansonsten sind die jetzigen AHA Regeln weiter anzuwenden. Ich möchte als Impfwilliger Nutznießer von meinem Freiheitsrechten sein. Weil ich möchte geimpft sein, aber der Staat sagt noch Nein.

    Eben das. Und deswegen sind es aus momentaner Sicht auch Privilegien, die man geimpften Personen gewähren würde. Ansonsten wäre es jedenfalls mit meinem persönlichen Verständnis der Priorisierung bestimmter Personengruppen vorbei. Dass nach einer Impfung umgehend zum Normalzustand zurückzukehren ist, sollte wohl ohnehin ausser Frage stehen, z.B. in Altenheimen sollte man das jetzt wieder so handhaben können.


    Die Frage ist aber in meinen Augen tatsächlich, wie rum man darauf reagiert. Sagen wir jetzt "Pah, im Vergleich zur Pille ist das doch nichts!" oder aber gehen wir eher in die Richtung "Okay, das ist echt nicht gut, man sollte dringend mehr in die Forschung von Verhütungsmitteln und der Weiterentwicklung der Pille investieren?".

    Die Pille würde nach heutigen Maßstäben wohl auch gar nicht mehr zugelassen werden. Da muss ich persönlich aber sagen, dass ich einige dieser Entscheidungen aus der Risiko-Nutzen-Perspektive nicht ganz nachvollziehen kann.

    Ich find's hier aber auch gefährlich wie sich alle auf die Pille einschießen, nur um AstraZeneca besser dastehen zu lassen.

    Die Erfindung der Pille war extrem wichtig, um Frauen mehr Freiheit zur Selbstbestimmung zu geben und lieber nimmt eine 15jährige, die ohnehin ein extrem niedriges Tromboserisiko hat, die Pille als ungewollt schwanger zu werden.

    Die medizinischen Risiken sind bei der Pille eher nichtig im Vergleich zu den Freiheiten, die sie bietet. Demnach macht es auch aus der Risiko-Nutzen-Perspektive sehr viel Sinn, vor allem machte sie es damals, als sie auf den Markt kam. Du kannst so einige Präparate und Medikamente eben nicht nur aus medizinischer Sicht betrachten.

    Danke. Äpfel mit Birnen zu vergleichen kann man an anderer Stelle im BB momentan sowieso besser.

    Warum die Pille heute nicht mehr zugelassen werden sollte, erschließt sich mir auch nicht. Einem Medikament könnte bei neuen Erkenntnissen jederzeit die Zulassung entzogen werden. Neue Pillen müssen wohl auch jeweils ein eigenes Zulassungsverfahren bestehen (hoffe ich zumindest).

  • Aber welche Freiheiten? Heißt das jetzt, dass Geimpfte auch ins Kino, Fußballstadion und so weiter gehen dürfen, wo Nicht-Geimpfte nicht mal mit einem negativen Schnelltest reingehen können?

    Nein. Woher hast du das denn? In Israel wird das so praktiziert, aber nach aktuellem Kenntnisstand ist so ein Konzept in Deutschland nicht geplant. Im Gegenteil, aus dem Statement "Voll geimpft = Negativ getestet" geht hervor, dass niemand unverhältnismäßig Vorteile erfahren soll. Das interpretierst du da rein.


    https://www.google.com/amp/s/m…pfte-an-17277461.amp.html


    Es steht auch hier, dass es um zusätzliche Freiheiten geht. Also mehr Freiheiten für Geimpfte als für Nicht Geimpfte.

    Bitte zitier doch mal die Stelle, in dem Artikel, in dem das steht. Auch nach zweimaligem Durchlesen finde ich keine Passage, in der die Rede von "zusätzlichen" Freiheiten ist. Mehrfach wird gesagt, dass

    Zitat


    [...] wonach die Test- und Quarantänepflicht für vollständig Geimpfte zügig aufgehoben werden könne, berichtet das Blatt.[...]


    [...] Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur“, sagte Spahn. Zudem müssten nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne. [...]


    Spahn will die Test- und Quarantänebefreiung für Geimpfte zügig in den nächsten Wochen umsetzen. „Wir werden diese Erkenntnisse nun zeitnah in Gesprächen mit den Ländern in die Praxis bringen“, sagte der Minister dem Blatt.

    Ich sehe da weder, dass demnächst nur noch Geimpfte ins Fußballstadion gehen dürfen, noch dass Ungeimpfte systematisch vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden sollen.

    Dazu kommt, dass es nie auszuschließen ist, dass auch Geimpfte andere anstecken können und ein kleiner Anteil der Geimpfen kann nicht mal Impfreaktionen bekommen.

    Das hast du immer. Es wird auch immer Leute geben, die sich aufgrund ihres Immunstatus nicht impfen lassen können. Aber was ist deine Schlussfolgerung daraus?


    Nach aktuellem Stand haben knapp 12% der Deutschen die Erstimpfung erhalten. Im Laufe der nächsten 4-8 Wochen werden diese wohl auch ihre Zweitimpfung erhalten haben (Quelle: Impfdashboard).


    Die Frage ist dabei für mich, ab wann es nicht mehr "ungerecht" den Ungeimpften gegenüber wird? Wenn allen ein Impfangebot gemacht werden kann? Wenn jeder die Erstimpfung erhalten hat? Wäre es für dich in Ordnung, wenn es ab morgen hieße "Jeder hat die Möglichkeit für einen Termin", obwohl das aktuell aufgrund des knappen Impfstoffs schlichtweg gar nicht viel an der Wartezeit ändern würde?

    Auch zum Tübinger Modell sehe ich es kritisch. Auch wenn man überall testet steigen auch dort die Zahlen und somit die Invidenzen.

    Und warum steigen die Zahlen? Natürlich weil es bei mehr Menschen zu mehr Infektionen kommt, aber eben auch weil man die Dunkelziffer aufhellt. Natürlich ist das System nicht perfekt, aber es bietet eine (in meinen Augen faire) Alternative zum ewigen dreiviertel-siebenachtel-dreizehn-sechzehntel-Lockdown. Am besten wäre es gewesen, man hätte das Experiment nur auf den LK Tübingen beschränkt und keine Auswärtigen reingelassen (haben Palmer und Federle auch jüngst beteuert). Aber man wollte eben nicht wieder ausgebuht und mit Ungleichbehandlungsvorwürfen konfrontiert werden.


    Das wäre sogar kein Problem wenn die Belegschaft geimpft ist. Es gibt Betriebsärzte, die könnten auch impfen. Aber trotzdem ist das kein Grund die Zahlen nicht gering zu halten.

    Aber selbstverständlich erst, wenn DU ein Impfangebot bekommen hast, vorher bleibt es ungerecht. Es gibt nicht den Masterplan, aber alles gleichzeitig geht halt schlichtweg nicht. Entweder wir sind fair und solidarisch, dann leidet die Wirtschaft. Oder wir sind "ungerecht", aber dann sinds auch wieder unfaire "Privilegien".

    Was wir brauchen ist nicht testen, testen und testen, sondern schließen, schließen und schließen. Mindestens 2 Wochen komplett alles schließen und die Invidenzen sind stark in Fallen und wir retten damit viele Menschen.

    So sehr ich die No-Covid-Strategie befürworte und auch gerne bereit bin die Zähne nochmal richtig (!) zusammenzubeißen: Wir sind mittlerweile an einem relativ kritischen Punkt: Ein zwei- oder mehrwöchiger harter Lockdown würde vielen kleinen Unternehmen, die jetzt schon am Rande des Abgrunds stehen womöglich vollends den Todesstoß versetzen. Dafür müssten effiziente und schnell vermittelbare Hilfen zugesichert werden. Und die Erfahrung hat gezeigt: Das funktioniert mit der deutschen Bürokratie nicht. Da wir eine Wirtschaftsnation sind und leider Lobbyisten sehr viel mitreden dürfen, glaube ich auch nicht, dass die Wirtschaftsverbände das wirklich zulassen würden.


    Punkt zwei, der mich an "wir machen halt ne Weile dicht, dann wirds schon werden" stört: Wir sind kein isolierter Inselstaat wie bspw. Australien oder Neuseeland, in denen das wunderbar geklappt hat - Keine Frage. Aber solange die Grenzen offen bleiben und umgebende Länder nicht mitziehen, haben wir faktisch keine Chance, die Inzidenzzahl dauerhaft niedrig zu halten. Auch beim Testen oder Impfen (wie du selbst schon richtig gesagt hast) gehen immer wieder Leute irgendwie durch und gerade beim Hinblick auf hoch-infektiöse Virusvarianten KANN das auf Dauer so nicht funktionieren. Dazu kommt noch, dass man erzwingen müsste, dass die Regionalfürsten nicht wieder ihr eigenes Ding durchziehen UND Unternehmen die Regelungen nicht umgehen (und es gab einige Reportagen, in denen AG HomeOffice-Pflicht abgelehnt haben und fadenscheinige Begründungsschreiben ausgestellt haben). Das würde wieder massive, kaum überprüfbare Kontrollen erfordern.


    Punkt drei sind die Menschen. Die Menschen sind lockdown-müde. Ja, angesichts der Tatsache, dass wir nie nen richtigen hatten finde ich das auch immer etwas seltsam, aber es ist nunmal so. Meinst du im Ernst, man kann die Menschen nochmal von nem flächendeckenden Lockdown für mehrere Wochen überzeugen? Und damit meine ich tatsächlich nichtmal nur die Querdenker-Fraktion. Die Politik hat die Menschen mit ihrem Missmanagement verloren.


    In der Theorie hört sich das ganze super an, keine Frage - Aber wie umsetzbar ist das wirklich?

  • Bastet  Gucky Nur zur Klarstellung, da es irgendwie so wirkt, als würdet ihr mir widersprechen wollen: Ich habe nicht dafür argumentiert, dass es gut wäre, die Pille nicht mehr zuzulassen. Im Gegenteil überwiegt aus meiner Sicht auch hier heute noch der Nutzen, wenngleich man argumentieren könnte, dass es mittlerweile andere Verhütungsmethoden mit geringeren Nebenwirkungen gibt (es ist aber umstritten, dass die Pille abgelöst werden kann). Die Pille ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie viel strenger die Zulassungsverfahren in den letzten Jahrzehnten geworden sind. Dass es noch keine Pille für den Mann gibt ist unter anderem auch dem geschuldet (Studien, die aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen wurden, die mit denen der Pille für die Frau vergleichbar sind)(Quelle).


    Übrigens lässt sich das Argument, die Pille habe einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert, auch auf AZ anwenden. Immerhin geht es um nicht weniger als den Ausweg aus ewig andauernden Lockdowns, hohen Todeszahlen und starken Einschränkungen der Grundrechte. Mir fiele eigentlich kein besserer Grund ein, AZ trotz eines im Vergleich geringen Risikos denjenigen zur Verfügung zu stellen, die sich impfen lassen wollen.


    Warum die Pille heute nicht mehr zugelassen werden sollte, erschließt sich mir auch nicht. Einem Medikament könnte bei neuen Erkenntnissen jederzeit die Zulassung entzogen werden. Neue Pillen müssen wohl auch jeweils ein eigenes Zulassungsverfahren bestehen (hoffe ich zumindest).

    Über die Details des Zulassungsprozesses kann ich dir gerade nicht wirklich etwas sagen. Wenn ich mich richtig erinnere gibt es bei neuen Präparaten spezielle verkürzte Zulassungsverfahren, bei denen die Nebenwirkungen eher mit denen anderer zugelassener Präparate verglichen werden (don't quote me on that). Etwas am Zulassungsstatus der Pille ändern könnten wohl nur die von dir erwähnten "neuen Erkenntnisse", sprich dass man in Phase IV neue Nebenwirkungen entdeckt, die die Zulassung nochmal auf den Prüfstand stellen. Nur sind die Nebenwirkungen der Pille eben gut erforscht und lange bekannt - man hat sie damals aber trotzdem zugelassen. Dass das heute so nicht mehr passieren würde ist im Übrigen nicht nur einfach meine Meinung, sondern deckt sich mit der Ansicht von Experten (1,2).

  • MightyHonweisel

    Zitat

    „Natürlich müssen, wenn die wissenschaftlichen Daten die Unbedenklichkeit bestätigen, Geimpfte alle Rechte wieder in Anspruch nehmen können“

    Sagte zum Beispiel Bartsch, der ja zugestimmt hat. Außerdem steht auch im Artikel die Frage wie das überhaupt kontrolliert werden soll? Wer darf Impfpässe kontrollieren?


    Zitat von MightyHonweisel

    Ich sehe da weder, dass demnächst nur noch Geimpfte ins Fußballstadion gehen dürfen, noch dass Ungeimpfte systematisch vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden sollen.

    Ja, ich gebe zu, dass Spahn in diesem Artikel das nicht gesagt hat und ich hoffe auch, dass dann keiner auch mehr Freiheiten bekommt. Aber die EU ist dran mit dem EU Impfpass und dann könnten bereits Geimpfte sicherlich reisen und alle Rechte wahrnehmen während Leute wie ich weiterhin mit eingeschränkten Rechten leben müssen. Ich hoffe, Deutschland legt dagegen ein Veto ein. Ein EU Impfpass darf nur in Frage kommen wenn jeder Europäer ein Impfangebot bekommen hat.


    Außerdem hoffe ich, dass Merkel ihr Versprechen hält. Weil in Gegensatz zu Spahn bleibt sie dabei, dass erst wenn jeder die Möglichkeit bekommt zu impfen ein Impfpass in Frage bekommt. Spahn dagegen liebäugelt sich in letzter Zeit von einen frühzeitigen Impfpass.


    https://www.google.com/amp/s/w…b8-9862c24fb4f8._amp.html


    Zitat von Merkel

    „Wenn wir genügend Menschen ein Impfangebot gemacht haben werden und sich einige partout nicht impfen lassen wollen, wird man überlegen müssen, ob es in bestimmten Bereichen Öffnungen und Zugänge nur für Geimpfte geben soll.“

    Genau das sollte auch weiterhin gelten. Egal was die EU vorhat.


    Zitat von MightyHonweisel

    Das hast du immer. Es wird auch immer Leute geben, die sich aufgrund ihres Immunstatus nicht impfen lassen können. Aber was ist deine Schlussfolgerung daraus?

    Dass das Risiko zu groß ist, sich jetzt alleine einer kleinen Anzahl von Geimpften zu verlassen. Da wir langsam sind beim Impfen kann es auch zu Mutationen kommen. Menschen, die nicht geimpft werden können, müssen wir mit einer Herdenimmunität schützen. Aber davon sind wir noch zu weit weg. Wenn letztendlich zu Wenige das Impfangebot wahrnehmen, dann müssen wir wohl die Impfpflicht einführen. Wir werden es uns kaum erlauben können, dass Menschen sterben nur weil wir zu impffaul sind.


    Zitat von MightyHonweisel

    Nach aktuellem Stand haben knapp 12% der Deutschen die Erstimpfung erhalten. Im Laufe der nächsten 4-8 Wochen werden diese wohl auch ihre Zweitimpfung erhalten haben (Quelle: Impfdashboard).

    Und 88% haben nicht mal die Spritze sehen können. Gut ein kleines Prozent weniger wegen der Kinder, aber es werden trotzdem über 80% sein, die zurzeit potentiell geimpft werden können, es aber nicht sind.


    Zitat von MightyHonweisel

    Die Frage ist dabei für mich, ab wann es nicht mehr "ungerecht" den Ungeimpften gegenüber wird? Wenn allen ein Impfangebot gemacht werden kann? Wenn jeder die Erstimpfung erhalten hat? Wäre es für dich in Ordnung, wenn es ab morgen hieße "Jeder hat die Möglichkeit für einen Termin", obwohl das aktuell aufgrund des knappen Impfstoffs schlichtweg gar nicht viel an der Wartezeit ändern würde?

    Das ist Aufgabe der Virologen herauszufinden wie hoch die Impfquote bei uns sein muss, damit eine Gefährdung so gut wie auszuschließen ist. Vielleicht reichen auch schon 60% Erstimpfungen. Das wissen die Virologen. Sie wissen wie ansteckend das Virus ist und wie hoch die Herdenimmunität sein muss um eben allen Menschen ihre Grundrechte wieder wahrnehmen zu können und das ohne, dass schwere Verläufe stattfinden. Die Frage müsste dich lauten: "Ab welchem Impffortschritt schließe ich jede Gefährdung gegenüber Geimpften und Ungeimpften aus?"


    Zitat von MightyHonweisel

    Und warum steigen die Zahlen? Natürlich weil es bei mehr Menschen zu mehr Infektionen kommt, aber eben auch weil man die Dunkelziffer aufhellt. Natürlich ist das System nicht perfekt, aber es bietet eine (in meinen Augen faire) Alternative zum ewigen dreiviertel-siebenachtel-dreizehn-sechzehntel-Lockdown. Am besten wäre es gewesen, man hätte das Experiment nur auf den LK Tübingen beschränkt und keine Auswärtigen reingelassen (haben Palmer und Federle auch jüngst beteuert). Aber man wollte eben nicht wieder ausgebuht und mit Ungleichbehandlungsvorwürfen konfrontiert werden.

    Wenn es so viel bringt, warum wird das dann nicht in jeder Stadt praktiziert? Es wurde doch gesagt, dass wir mehr als genug Tests haben. Und wenn es in jeder Stadt so gemacht wird, dann wird es keinen Ansturm auf Tübingen geben.


    Zitat von MightyHonweisel

    Aber selbstverständlich erst, wenn DU ein Impfangebot bekommen hast, vorher bleibt es ungerecht. Es gibt nicht den Masterplan, aber alles gleichzeitig geht halt schlichtweg nicht. Entweder wir sind fair und solidarisch, dann leidet die Wirtschaft. Oder wir sind "ungerecht", aber dann sinds auch wieder unfaire "Privilegien".

    Wer impfen kann soll meiner Meinung her impfen. Dass die Hausärzte erst nach Ostern impfen dürfen ist auch viel zu spät. In anderen Ländern wie Russland werden die Menschen überall geimpft. Sogar in Kirchen und wir sind so lahm. Nicht mal eine Notzulassung für Sputnik V schaffen wir. Wir waren mal das Vorbild der Welt, aber zurzeit haben wir nur das Nachsehen. Dazu hat der Staat die Möglichkeit Impflizenzen herauszugeben, so dass bei uns viele Unternehmen den Impfstoff herstellen können. Wir wären dann deutlich unabhängiger von anderen Ländern und wir würden unsere Selbstversorgung garantieren. Aber Deutschland ist einfach nur lahm und währenddessen sterben Menschen und viele haben vielleicht Folgeschäden für ihr ganzes Leben.


    Zitat von MightyHonweisel

    So sehr ich die No-Covid-Strategie befürworte und auch gerne bereit bin die Zähne nochmal richtig (!) zusammenzubeißen: Wir sind mittlerweile an einem relativ kritischen Punkt: Ein zwei- oder mehrwöchiger harter Lockdown würde vielen kleinen Unternehmen, die jetzt schon am Rande des Abgrunds stehen womöglich vollends den Todesstoß versetzen. Dafür müssten effiziente und schnell vermittelbare Hilfen zugesichert werden. Und die Erfahrung hat gezeigt: Das funktioniert mit der deutschen Bürokratie nicht. Da wir eine Wirtschaftsnation sind und leider Lobbyisten sehr viel mitreden dürfen, glaube ich auch nicht, dass die Wirtschaftsverbände das wirklich zulassen würden.

    Wir haben seit 1 Jahr einen mehr oder weniger harte Einschränkungen. Sämtliche Firmen kämpfen also schon viele Monate lang mit starken Einbußen. Was sind dagegen 2 Wochen alles zuzumachen im Vergleich wenn man Monate lang es mit starken Einschränkungen zu kämpfen hat und wo es für viele Firmen nicht rentabel ist?


    Es geht um den Menschen, der muss vor den Profit stehen und menschlich gesehen bringt eine Komplettschließung mehr als diese Einschränkungen, die wir jetzt haben. Wir machen uns mitschuldig für viele Tode.


    Selbstverständlich muss gerade für kleine Firmen Hilfe geben. Aber Firmen, die so große Umsätze haben, können auch ohne Erstattung der Kosten ihre Mitarbeiter weiterzahlen. Ein VW geht nicht kaputt wenn der Laden mal 2 Wochen zu ist.


    Zitat von MightyHonweisel

    Punkt zwei, der mich an "wir machen halt ne Weile dicht, dann wirds schon werden" stört: Wir sind kein isolierter Inselstaat wie bspw. Australien oder Neuseeland, in denen das wunderbar geklappt hat - Keine Frage. Aber solange die Grenzen offen bleiben und umgebende Länder nicht mitziehen, haben wir faktisch keine Chance, die Inzidenzzahl dauerhaft niedrig zu halten. Auch beim Testen oder Impfen (wie du selbst schon richtig gesagt hast) gehen immer wieder Leute irgendwie durch und gerade beim Hinblick auf hoch-infektiöse Virusvarianten KANN das auf Dauer so nicht funktionieren. Dazu kommt noch, dass man erzwingen müsste, dass die Regionalfürsten wieder ihr eigenes Ding durchziehen UND Unternehmen die Regelungen nicht umgehen (und es gab einige Reportagen, in denen AG HomeOffice-Pflicht abgelehnt haben und fadenscheinige Begründungsschreiben ausgestellt haben). Das würde wieder massive, kaum überprüfbare Kontrollen erfordern.

    Doch, es gibt unzählige Möglichkeiten wie wir die Invidenzen trotz unserer Nachbarn niedrig zu bekommen. Bekommen andere Länder wie Portugal, Spanien und so weiter auch hin. Außerdem muss es eben eine Von Zuhause aus Arbeiten Pflicht für alle geben, die von Zuhause aus arbeiten können. Also Büroarbeit sollte weitgehend Zuhause stattfinden. Naja man kann kontrollieren welche Jobs die Firmen haben und wenn davon Bürojobs sind, dann kann man schon kontrollieren, dass sie vom Zuhause aus arbeiten. Was auch sehr wichtig ist, dass die Kindergärten und Schulen soweit wieder zu schließen sind. Weil das bestätigen Studien, dass die britische Mutation hauptsächlich von Kindern übertragen wird. Ich schlage da, dass ein Elternteil von der Arbeitspflicht befreit wird und sich solange um das Kind Zuhause kümmert bis es wieder erlaubt ist, die Kindergärten und Schulen zu öffnen. Das heißt auch, dass das Elternteil weiter bezahlt werden muss. Man muss natürlich auch schauen, dass es ausgeglichen ist. Nicht, dass ein Unternehmen von der verpflichtenden Elternzeit stärker betroffen wird als andere Unternehmen.


    Zitat von MightyHonweisel

    Punkt drei sind die Menschen. Die Menschen sind lockdown-müde. Ja, angesichts der Tatsache, dass wir nie nen richtigen hatten finde ich das auch immer etwas seltsam, aber es ist nunmal so. Meinst du im Ernst, man kann die Menschen nochmal von nem flächendeckenden Lockdown für mehrere Wochen überzeugen? Und damit meine ich tatsächlich nichtmal nur die Querdenker-Fraktion. Die Politik hat die Menschen mit ihrem Missmanagement verloren.

    Die Menschen waren mehrheitlich nie für Lockerungen und ich bin mir sicher, dass man das den Menschen erklären muss, dass das britische Virus ansteckender ist und deshalb harte Schließungen berechtigt seien. Die Virologen sagen schließlich, dass das notwendig ist. Aber es ist Aufgabe der Politiker es an die Menschen transparentieren.


    Zitat von MightyHonweisel

    In der Theorie hört sich das ganze super an, keine Frage - Aber wie umsetzbar ist das wirklich?

    Ich bin mir sicher, dass das umsetzbar ist. Weil das auch viele andere Länder geschafft haben. Wir machen es uns nur unnötig schwer aufgrund unserer Bürokratie. Mit weniger Bürokratie könnten viel schneller auf Gegebenheiten reagieren und viel schneller unser Land zugunsten der Menschen steuern. Der Staat muss seine Aufgabe erfüllen, die Rechte der Menschen zu garantieren. Aber da wir anscheinend zu wenig auf die Experten hören, machen wir mehr Symbolpolitik anstatt Politik für die Menschen zu machen.

  • Heißt das jetzt, dass Geimpfte auch ins Kino, Fußballstadion und so weiter gehen dürfen, wo Nicht-Geimpfte nicht mal mit einem negativen Schnelltest reingehen können?

    Genau das wird es heißen und so steht es auch in deinem verlinkten Zeitungsartikel: Wer geimpft wird, soll so behandelt werden wie jemand der negativ getestet wurde. Diese sogenannten Impfprivilegien sind also nichts anderes als eine Befreiung von Test- und Quarantänepflicht.

    So wie es derzeit aussieht, wird in naher Zukunft das Szenario kommen, dass wir durchaus einkaufen gehen können oder kulturelle Veranstaltungen besuchen können, wenn denn ein tagesaktueller Coronaschnelltest vorliegt und dieser negativ ist. Nicht Geimpfte werden also in Zukunft nachweisen müssen, dass sie Corona-Negativ sind, wenn sie Shoppen gehen wollen, Fußballspiele besuchen möchten oder eben ins Restaurant wollen. Für Geimpfte Menschen entfällt die Pflicht eines Nachweises. Das wars dann auch erstmal mit den Privilegien, mehr Rechte sind für geimpfte nicht geplant. Es ist derzeit also nicht geplant, dass bspw. Geimpfte raus in die Welt dürfen und jeden Treffen dürfen, wie sie lustig sind, während die nicht geimpften zuhause hocken und ihre Wand anstarren müssen. Auch wenn sowas bei vielen Menschen verständlicherweise Unbehagen herbeiführt, oder sie sich ungerecht behandelt fühlen, einfach weil man derzeit noch nicht alle impfen kann, so kann dieses Aussetzen der Testpflicht für Geimpfte durchaus positiv für uns alle sein, was im folgenden auch erläutern will.

    Das Abschaffen der Testpflicht für geimpfte ist an sich auch erstmal eine logische Konsequenz, weil sie laut aktueller Studien weniger anfällig für eine Infektion sind. Weiterhin geht aus einem Bericht des RKIs hervor (steht übrigens in der Quelle aus dem FAZ-Artikel von Edex ), dass die Wahrscheinlichkeit andere Menschen anzustecken für geimpfte Menschen niedriger ist, als dies für Menschen, die mit einem Schnelltest negativ getestet wurden, der Fall ist. Um es einfach auszudrücken und etwas Pragmatismus einzustreuen: Geimpften Menschen eine Testpflicht aufzubürden, bringt keinen wirklichen Mehrwert und ist lediglich Verschwendung wertvoller personeller, materieller und zeitlicher Ressourcen. Diese Ressourcen könnte man besser verwenden, bspw. in die regelmäßige Testung unserer Schüler, da wir auch so schnell wie möglich einen geregelten Schulbetrieb für alle Schüler benötigen und hier brauchen wir schlichtweg Schnelltests und eben auch die Möglichkeit, dass diese Tests so häufig wie möglich von geschulten Personal durchgeführt werden können.


    Das geplante Vorgehen kann am Ende sogar Vorteile für die Nicht-Geimpften bedeuten, wenn denn alles gut umgesetzt wird. Wenn die Geimpften aus der Testpflicht rausfallen, dann brauchen wir schlichtweg im Sommer auch weniger Menschen schnell zu testen. Wenn wir mal annehmen, dass hier in Deutschland das Tübinger Modell kommt und wir zum Shoppen, für den Biergarten etc. pp. einen tagesaktuellen, negativen Schnelltest brauchen, dann wird vor allem im Sommer, wenn die Menschen Vormittags/Nachmittags Shoppen gehen, Abends essen gehen, nachmittags zum Fußball wollen etc. pp., der Andrang an die Tests relativ hoch sein. Es wird demnach sehr aufwendig sein, eine Schnelltestinfrastrucktur aufzubauen, die bei hohen Auslastungen an den Wochenenden oder in den Ferien nicht gleich zusammenbricht.

    Wenn man jetzt mal bedenkt, dass wir deutschen so organisatorisch wenig in der Pandemie hinkriegen, bin ich ehrlich gesagt über jeden Menschen dankbar, der nicht getestet werden muss. Bspw. arbeitet eine bekannte gerade in einem "Schnelltestzentrum" und sie meinte am Wochenende, dass sie derzeit halbtags geöffnet haben und so im Schnitt gut 200 Tests pro Tag schaffen und dies auf dem Niveau für allen Beteiligten (auch für die Besucher) relativ entspannt läuft. Wartezeiten sind mit 10 bis 15 relativ entspannt und derzeit ist es relativ egal, wann man da aufschlägt. Derzeit ist das Schnelltesten bei uns aber auch nur freiwillig und nicht verpflichtend. Wenn es mal verpflichtend werden würde, so würden sie aber sehr schnell an ihre Belastungsgrenze stoßen, bzw. würde dies auch für die Besucher längere Wartezeiten und weniger Flexibilität bedeuten, gerade zu begehrten Tageszeiten an den Vormittagen. Im Schlimmsten Fall kann das bedeuten, dass der Samstagsbummel oder das Nachmittagsspiel im Fußball ins Wasser fällt, weil man eben nicht rechtzeitig zum Testen erscheinen konnte oder man bei der Terminvergabe eben keinen passenden Termin erwischt hat. Es ist eben ein Unterschied, ob ich eine Infrastruktur aufstellen muss, die für nur 40-50 Mio. Interessierte funktionieren muss oder für 60-70 Mio. Menschen.

    Oder um es anders auszudrücken, bzw. dir Edex einen anderen Blickwinkel aufzuzeigen, mal ein hypothetisches Beispiel. Die Zahlen sind völlig aus der Luft gegriffen, aber für die Kernaussage sollte das ausreichen: Wir lockern im Sommer und erlauben wieder Fußballspiele mit Zuschauern, Kneipenbesuche, Kultur und Shopping. Dies geht aber nur mit einem negativen Schnelltest. Nun haben wir folgende Situation: Wir können pro Tag 5 Mio. Menschen ein Schnelltestangebot machen, 10 Mio. Menschen wollen aber am Samstag ins Stadion, in die Kneipe, Freunde treffen, Shoppen, Feiern, Kultur erleben etc. pp. Dies bedeutet, dass 5 Mio. eben in die Röhre schauen. Getestet werden muss jeder, egal ob geimpft oder nicht. Nun wissen wir allerdings, dass es keinen Mehrwert bietet geimpfte Menschen Schnell zu testen. Man würde also nach diesem Prinzip ohne ein Aussetzen der Testpflicht für Geimpfte, anderen, nicht geimpften Menschen die Möglichkeit nehmen am öffentlichen Leben teilzunehmen, weil wir Tests an Personengruppen ausführen, die es eigentlich nicht benötigen. Wäre es demnach nicht sinnvoller, die geimpften aus der Testpflicht rauszunehmen und anderen Menschen, die sich noch nicht impfen lassen können, dafür die Möglichkeit zu geben, am öffentlichen Leben wieder teilzunehmen, indem die dadurch freien Kapazitäten eher für die nicht geimpften genutzt werden?


    Weiterhin haben wir noch die rechtlichen Dinge: Wenn wir von den Daten ausgehen, dass 90% der geimpften sich nicht mehr mit Corona infizieren könne, dann gibt es zunächst erstmal keine Rechtfertigung mehr, die Geimpften Menschen unter Generalverdacht einer möglichen Infektion zu stellen. Rechtlich gesehen wäre für diese Gruppe also eine Einschränkung der Grundrechte auch auf Dauer nicht mehr begründbar. Über das rechtliche möchte ich mich hier auch nicht weiter äußern, das hat andre schon gut geschildert.

  • Ich find's hier aber auch gefährlich wie sich alle auf die Pille einschießen, nur um AstraZeneca besser dastehen zu lassen.

    Die Erfindung der Pille war extrem wichtig, um Frauen mehr Freiheit zur Selbstbestimmung zu geben und lieber nimmt eine 15jährige, die ohnehin ein extrem niedriges Tromboserisiko hat, die Pille als ungewollt schwanger zu werden.

    Die medizinischen Risiken sind bei der Pille eher nichtig im Vergleich zu den Freiheiten, die sie bietet. Demnach macht es auch aus der Risiko-Nutzen-Perspektive sehr viel Sinn, vor allem machte sie es damals, als sie auf den Markt kam. Du kannst so einige Präparate und Medikamente eben nicht nur aus medizinischer Sicht betrachten.

    Nicht falsch verstehen, ich will nicht die Pille als Argument nutzen um AstraZeneca als Impfstoff besser dastehen zu lassen. Ich möchte damit lediglich auf die Tatsache hinweisen, dass ein Impfstoff mit geringem Risiko (und das ist ein Fakt) bewusst verboten wird und bei der Pille ist es überhaupt kein Problem, wenn ein 14-Jähriges Mädel eine verschrieben haben möchte. Denn das ist der Knackpunkt: die Pille bring viele Vorteile und wenn das Grundrisiko niedrig ist, dann darf jede Frau selber abwägen, ob sie dies in Kauf nimmt oder auf andere Verhütungsmittel zurückgreifen möchte.

    Ein Mensch der sich aktuell gerne impfen lassen würde und das (geringe) Risiko einer Hirnvenenthrombose eingehen möchte um einer größeren Gefahr (Ansteckung durch Corona) entgehen möchte, darf das allerdings nicht weil für ihn entschieden wird, dass dieses Risiko zu hoch für ihn ist. Ihm wird die Entscheidung abgenommen obwohl es Medikamente gibt die mit höherem Risiko auch verteilt werden wie Gummibärchen (das ist jetzt bewusst überspitzt gesagt).


    Ich möchte für mich entscheiden ob ich die Pille nehme und das damit verbundene Risiko in Kauf nehme und dasselbe möchte ich auch über den Impfstoff sagen können.


    Dank meines Alters und meines Berufes stehe ich trotz massiven Kundenkontakt jeden Tag verdammt weit unten auf der Liste und das war schon so bevor AstraZeneca so zerrissen wurde. Selbst meine Asthmaerkrankung erlaubt mir kein Vorrücken in eine höhere Risikogruppe. Nun darf ich vermutlich noch länger warten bis mehr Impfstoffe beschafft wurden, während mit Sicherheit viele Impfdosen von AstraZeneca nun im Nirwana verschwinden und das finde ich nicht okay.


    ----



    Zum Punkt Impfprivilegien.


    So wie ich das bisher verstanden habe, beschränken sich die "gewonnenen Freiheiten" nach einer Impfung auf ein ausbleiben der Test- und Quarantänepflicht. Das ist absolut vertretbar.

    Wäre es jetzt so gewesen, dass man bedenkenlos verreisen kann oder ins Kino gehen kann während Ungeimpfte ein Verbot aufgebrummt bekommen und im Lockdown vergammeln, dann wäre ich strickt dagegen.


    Einfach aus dem Grund, der oben auch schon angesprochen wurde in meinem Post: Es gibt noch viel zu viele die sich zwar gerne impfen lassen würden, aber nicht können. Sei es gesundheitlich oder weil sie auf der Liste extrem weit unten stehen. Man kann Leute nicht für etwas "bestrafen", was sie gerade aus eigenem Antrieb nicht ändern können.


    Anders sieht es aus, wenn wirklich für jeden einzelnen Bürger die Möglichkeit gegeben ist, sich impfen zu lassen (ich nehme die Personen aus, die es aus gesundheitstechnischen Gründen nicht können). Man kann nur schwer rechtfertigen, dass es einen großen Teil der Bevölkerung gibt, der geimpft ist, aber trotzdem "eingesperrt" bleiben muss obwohl bei einem Geimpften ein deutlich niedrigeres Risiko einer Corona-Infektion bzw eines Ausbruchs gegeben ist. Es ist aber ein zweiseitiges Blatt, das muss ich auch ganz klar sagen. Ich wüsste nicht, wie man das künftig am besten lösen könnte aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es so etwas geben wird: Mehr Freiheiten für Geimpfte. Sei es Konzerte oder allgemeine Großveranstaltungen, Messen, whatever.

  • Zitat von kleiner Domi

    Nicht Geimpfte werden also in Zukunft nachweisen müssen, dass sie Corona-Negativ sind, wenn sie Shoppen gehen wollen, Fußballspiele besuchen möchten oder eben ins Restaurant wollen. Für Geimpfte Menschen entfällt die Pflicht eines Nachweises. Das wars dann auch erstmal mit den Privilegien, mehr Rechte sind für geimpfte nicht geplant. Es ist derzeit also nicht geplant, dass bspw. Geimpfte raus in die Welt dürfen und jeden Treffen dürfen, wie sie lustig sind, während die nicht geimpften zuhause hocken und ihre Wand anstarren müssen.

    Danke für deine Aufklärung. Ja gut in dieser Form könnte ich damit leben. Nun warum gibt es dann keinen Plan, wann wieder Fußballfans erlaubt sind? Die Vereine haben sich Hygienekonzepte erarbeitet, müssen aber schon länger ohne Zuschauer spielen. Was insbesondere für Amateure drastisch ist. Die meisten Spiele werden in den unteren Klassen einfach ausgesetzt.


    In Berlin will man wohl eine Sonderregelung treffen und Geimpften alle Grundrechte zurückgeben.


    https://www.google.com/amp/s/w…uer-zweimal-geimpfte.html


    Genau das habe ich befürchtet. Erst werden Geimpfte mit Ncht-Geimpfte mit negativen Schnelltest gleichgestellt und dann werden Geimpfte sogar bevorzugt, indem sie alle Grundrechte zurückbekommen. Also können alles machen, ohne Maskenpflicht und ohne Abstand einzuhalten. Weil das sind ja Grundrechtseinschränkungen. Das ist für mich dann ungerecht, wenn das irgendjemand durchsetzt, dann sollte man wenigstens warten bis jeder ein Impfangebot bekommen hat. Und ich denke, das seht ihr auch so, dass das ungerecht wäre wenn Geimpfte jetzt schon alle Grundrechte zurückbekommen würden, oder?

  • Und ich denke, das seht ihr auch so, dass das ungerecht wäre wenn Geimpfte jetzt schon alle Grundrechte zurückbekommen würden, oder?

    Ja das ist basically das was ich weiter oben geschrieben habe. Irgendwann (!!) kann man eventuell mal darüber nachdenken, Geimpften gewissen Freiheiten zu gewähren (solange es das Infektionsgeschehen rechtfertigt wohlgemerkt!), aber definitiv nicht wenn wir noch nicht mal 10 % der Bevölkerung geimpft haben und der Rest auf Wartelisten vergammeln darf.


    Aber wie gesagt es ist ein dünnes Eis, denn das wäre eine indirekte Impfpflicht, welche ich auch nicht zu 100 % unterstützen würde. Ich wäre definitiv für mehr Aufklärung was die Impfstoffe angeht, mehr Transparenz was die Nebenwirkungen und Risiken angeht und vielleicht generell mal für mehr Fingerspitzengefühl, was unsere gängigen Medikamente angeht. Viele in der Bevölkerung wissen schlicht und ergreifend zu wenig über die Prozesse der Impfstoffentwicklung und der möglichen Nebenwirkungen und das ist Futter für jegliche Verschwörungstheorien. Und dann kommt so ein blöder Patzer mit AstraZeneca um die Ecke und zack, hat man tausende Menschen für die Impfung verloren weil sie Angst bekommen. Es gibt immer noch Menschen die denken dass der Impfstoff nun von Grund auf neuentwickelt und zusammengepanscht wurde. Und solange es genug solcher Leute gibt werden wir immer gewisse Impfprobleme haben. (Gehe aber davon aus dass das nur ein kleinerer Teil von 80 Millionen Menschen ist)

    Wenn man dann aber mit ner Pflicht um die Ecke kommt dann verliert man die Menschen noch mehr. Besser wäre es Vertrauen zu schaffen. Und nie aufhören, die ganzen widerlichen Theorien zu widerlegen, öffentlich zu widerlegen und bei bewusstem Verbreiten von falschen Informationen durchzugreifen.

    Vielleicht würde es auch mal helfen nicht immer nur dieselben Virologen vor die Kamera zu stellen, die bei einigen eh schon unten durch sind von der Glaubwürdigkeit her. Lieber andere Menschen zeigen, die dasselbe sagen und darüber aufklären.

    Glaub in so eine Richtung würde ich eher tendieren.

  • Also ich stimme dir Elize Thorne hauptsächlich zu, außer, dass ich für eine Impfpflicht bin. Es gibt zu viele, auch innerhalb meiner Familie, die jeden Blödsinn aus dem Internet glauben und deshalb behaupten, dass es Corona garnicht gäbe und so weiter. Wie will man solche Leute überzeugen, die auf Querdenker Demos gehen? Hingehen und sie mit Worten überzeugen? Das wird wohl nicht klappen.


    Und wenn unser Erfolg am Ende an den Corona Gegner scheitern soll, dann sollte es eine Impfpflicht geben.


    --


    Ich musste heute erfahren, dass das Musical im Juli wieder ausfällt. Ich könnte heulen...das darf doch alles nicht wahr sein. Sie haben doch gesagt, dass sie gute Belüftungsanlagen haben. Wieso klappt das wieder nicht? Nun wird der ganze Termin auf Juli 22 verschoben...ich bin einfach ein Musical Fan..

  • Also ich stimme dir Elize Thorne hauptsächlich zu, außer, dass ich für eine Impfpflicht bin. Es gibt zu viele, auch innerhalb meiner Familie, die jeden Blödsinn aus dem Internet glauben und deshalb behaupten, dass es Corona garnicht gäbe und so weiter. Wie will man solche Leute überzeugen, die auf Querdenker Demos gehen? Hingehen und sie mit Worten überzeugen? Das wird wohl nicht klappen.


    Und wenn unser Erfolg am Ende an den Corona Gegner scheitern soll, dann sollte es eine Impfpflicht geben.

    Prinzipiell ja. Mein Mitleid für die Leute, die blind jeder Theorie hinterherlaufen hält sich auch wirklich in Grenzen. Momentan sehe ich aber auch, dass es an der Aufklärung hapert. Man lässt hauptsächlich nur die Menschen öffentlich sprechen, von denen diese Menschen eh schon ein schlechtes Bild haben. Warum haben sie das? Weil diese Leute in deren Augen mitverantwortlich dafür sind, dass sie mit Einschränkungen leben müssen. Weil die Regierung ein Hick-Hack vom anderen Stern veranstaltet. Es ist erstmal ein negatives Gefühl, was sie mit den Menschen verbinden.


    Das ist glaube ich auch der Grund warum sie dann so verzweifelt jeden YouTube-Professor ausgraben den sie finden können, wenn er doch nur etwas anderes sagt. Weil man die Wahrheit nicht akzeptieren will, nämlich dass es berechtigt ist, diese Maßnahmen zu ergreifen.

    Oft kommt der Vorwurf, dass man immer nur dieselben Virologen im TV sieht und das diese gekauft wären. Wie kann man etwas leichter aushebeln als einen breiten Kreis an Virologen zu Wort kommen zu lassen? Oder noch wichtiger: Die Menschen die jeden Tag auf Intensivstationen ihr Bestes geben, um so viele wie möglich zu retten?


    Man müsste vielleicht mal mehr in Aufklärung in Form von Dokus (zum Beispiel) anbieten, welche das Prozedere bei einer Impfstoffentwicklung dieser Art beschreibt oder Infoveranstaltungen für die Menschen, die sich weiterhin unsicher sind.


    Ich weiß es wird nie passieren, aber ich glaube die wirkungsvollste Variante wäre, mal ein paar der "Ist doch nur ne Grippe"-Fraktion auf ne Intensivstation zu schicken damit sie sehen wie elendig diese Menschen leiden. Mal schauen ob es dann immer noch so belanglos ist, dass es ja "nur" so und so viele Tote gab. Und dass ja jeder eh irgendwann sterben muss.

    Bei manchen macht vielleicht auch erst Klick wenns die eigene Familie betrifft.


    Ich meine ich hab Asthma und meine Mutter meinte noch zu mir, selbst wenn sie an einen Impfstoff kommen würde, würde sie ihn mir nicht geben. Denn sie will dass es mir weiterhin gut geht und ich solle doch mal YouTube Video XY angucken, dann wüsste ich wovon sie redet. Das ist schon bitter, vor allem für jemanden der für das Recht der körperlichen Unversehrtheit plädiert.

  • Elize Thorne


    Es gibt doch sämtliche Informationen über Corona im Internet. Trotzdem gibt es Menschen, die jeden Mist glauben. Deutschland gibt aber auch generell kein gutes Bild ab wenn es um die Coronabekämpfung-und aufklärung geht.


    Wir haben wieder so viele Corona Tode und Deutschland macht viel zu wenig. Sämtliche Kreise mit Individenzen von 100 oder noch mehr, aber selbst da gibt es nicht mal eine Ausgangssperre. Ansonsten mit der Aufklärung. Da fängt es schon an, dass die britische Mutation anders zu behandeln ist als das Ursprung Virus. Aber viele wissen das nicht. Einfach mal den Leuten aufzeigen, dass Corona kein Spaß ist. Selbst junge Leute können schwere Verläufe bekommen.


    Wo ich auch nur Kopfschütteln muss sind die Alten. Die werden geimpft und was dann für Bemerkungen kommen..unfassbar. Das Beste war, da regte jemand auf, dass er auch nach der Impfung Maske tragen muss. Da wurden die Ü80 Jährigen als aller Erstes geimpft und dann glauben tatsächlich Manche von denen, dass dann wieder alles so ist wie vor Corona? Ich meine was denken die sich eigentlich? Ich muss jeden Tag Maske tragen, auch wenn ich in paar Monaten geimpft werde. Die Maskenpflicht werden die als Allerletztes aufheben. Solche Bemerkungen von den Alten regt mich auch richtig auf. Da müsste der Arzt auch Aufklärung betreiben und klar machen, dass auch nach einer Impfung die Maskenpflicht nötigt ist. Ob wir jemals von der Maskenpflicht rauskommen..wahrscheinlich wegen den Corona Leugner nicht.


    Und sobals jeder ein Impfangebot bekommen hat, kann ja meineswegen jeder wieder alles machen was man möchtet. Aber ein Nicht Geimpfter muss für alles einen tagesaktuellen negativen Schnelltest haben und zwar überall. Auch beim Einkaufen.


    Und zurzeit brauchen wir einfach eine 24 stündige Ausgangssperre, wo nur das Nötigste von Nötigsten erlaubt ist. Wieviele selbst um nach 22 Uhr noch draußen unterwegs sind in der Stadt. Das ist nicht mehr normal. Viele junge Menschen nehmen das Virus einfach nicht ernst.

  • Ah, yes, mein Lieblingsthema. Nachdem meine Mutter bei dem Gesundheitsamt unseres Landkreises arbeitet, höre ich natürlich einiges, und auch einiges mehr, als der Normalsterbliche im Radio oder so aufnimmt. Deswegen wollte ich hier einfach mal ein wenig festhalten, obvs ohne sensible Informationen zu leaken, wie es aktuell zumindest in unserem Landkreis abgeht.


    Diese Woche haben einige Händler großen Ärger bekommen im Landkreis, weil sie Geschäfte, trotz dem konstanten Indizwert von weit über 100, geöffnet haben. Man kann natürlich darüber diskutieren, dass diese Menschen momentan wirklich in Existenzkrisen stecken und teils enorm leiden, Click and Collect ist an sich aber ein gutes Konzept, von dem auch viele, die ich kenne, meine Familie und ich eingeschlossen, Gebrauch machen. Einfach zu sagen "wir lassen geöffnet" widerspricht halt den Bedingungen, unter denen diese Geschäfte überhaupt wieder öffnen durften, und das macht mich schon traurig. Die Verzweiflung mancher Geschäftsinhaber, aber auch Not, wegen der man überhaupt auf solche Ideen kommt. Deswegen kann ichs gar nicht oft genug betonen - wenn möglich, bitte unterstützt lokale Geschäfte. Amazon ist eh eines der shadiest businesses überhaupt, und man kann so Menschen in den eigenen Gemeinden echt helfen.


    Mehr und mehr Kinder sind vor allem mit der britischen Mutation infiziert. Meine Mutter schreibt ja nicht nur die Namen von infizierten auf, sondern stellt Bescheide aus, fragt nach dem Wohlbefinden, informiert und recherchiert primäre und sekundäre Kontaktpersonen etc. Ihr jüngster Fall war ein Baby, 8 Monate alt, positiv auf Covid19 getestet. Sie schreibt immer mehr Kindergärten, Horte etc. Dass sich weniger Kinder mit der originalen Variante anstecken, mag durchaus sein, bei den Mutationen sieht es aber leider anders aus.

    Wo wir schon dabei sind - in meinem Landkreis sind 90% aller Fälle die UK Variante.


    Wie befinden uns einfach in der dritten Welle, und durch die Osterfeiertage, an denen sich Familien getroffen haben, wird das noch eine ganze Weile auf dem Plateu bleiben. Vor einigen Wochen, glaube Mitte Februar, hatte meine Mom am Tag 2 Fälle, maximal. Inzwischen hat sie zehnmal so viele zu schreiben. Ich verstehe wirklich nicht, warum man sich jetzt wünscht, dass xyz wieder öffnen sollen. Wir sind nicht an einem Punkt, wo die Zahlen konstant genug sinken. Meine Mom hatte genug Fälle, bei denen sie vormittags einen Fall schreibt, und keine drei Stunden später kriegt sie die info "uff, ändere bitte das und das, die person ist leider gerade verstorben". Menschen sterben und infizieren sich nach wie vor. Manche Leute weigern sich nach wie vor es ernst zu nehmen.


    Ich hab schon von Leuten gehört, die, trotz POSITIVEM TESTERGEBNIS!, drauf bestanden haben, in den Urlaub zu fahren. Bei uns in nem Ort haben sich wegen einer Party, die vom Stadtkomitee geschmissen wurde!!!, über 40 Mann angesteckt. Ich könnte manchmal echt kotzen, wenn Mama heim kommt und erzählt.

  • Wie befinden uns einfach in der dritten Welle, und durch die Osterfeiertage, an denen sich Familien getroffen haben, wird das noch eine ganze Weile auf dem Plateu bleiben. Vor einigen Wochen, glaube Mitte Februar, hatte meine Mom am Tag 2 Fälle, maximal. Inzwischen hat sie zehnmal so viele zu schreiben. Ich verstehe wirklich nicht, warum man sich jetzt wünscht, dass xyz wieder öffnen sollen. Wir sind nicht an einem Punkt, wo die Zahlen konstant genug sinken. Meine Mom hatte genug Fälle, bei denen sie vormittags einen Fall schreibt, und keine drei Stunden später kriegt sie die info "uff, ändere bitte das und das, die person ist leider gerade verstorben". Menschen sterben und infizieren sich nach wie vor. Manche Leute weigern sich nach wie vor es ernst zu nehmen.

    Das Problem ist halt, dass weder viele Leute noch die Regierung hier je etwas dazulernen werden. Wir haben nun harten Lockdown und ich kann dir jetzt schon sagen, dass die Fälle in spätestens einigen Wochen wieder ansteigen werden.


    Ich versteh schon seit über einem Jahr, seitdem wir uns in der Pandemie befinden, dass es kein gottverdammtes Reiseverbot gibt (Ausnahmen wie kranke Familienmitglieder oder so natürlich ausgeschlossen). Andere Länder, sprich solche wie China oder Australien, schaffen es ja auch Einreisende mal zwei Wochen in Quarantäne zu behalten und eine Null Covid-Strategie durch strengere Kontrollen bei Einreisen durchzubringen.

    Zugegeben ist das in einem Binnenland wie Österreich sichtlich schwieriger als auf einem Inselstaat, weil man eine Lösung für Pendler und Im/Exporte finden muss, aber insgesamt ist es doch lächerlich, dass die Leute immer noch auf Mallorca und co Urlaub machen können. Solange das möglich ist, sind die Bemühungen aller anderen Leute fürn...

    Kaum sinken die Fallzahlen, holen sie sich paar Wochen später wieder neue Fälle rein. Es heißt ja Sharing is Caring und das wäre ja egoistisch, wenn ich meine neue Mutationsvariante nicht mit der Welt teile. (- Tirol ... probably)


    Ich nehm seit einiger Zeit die Maßnahmen und die Situation einfach apathisch hin lol Ich weiß, dass sich ohnehin nichts auf lange Hinsicht was verbessern wird, weil unsere Regierungen und viele Leute hier einfach nur lernresistent sind.


    Oldie but goodie meme:


  • Ich komme jeden Tag mit einem miesen Gefühl zur Arbeit. Aber ich kann nicht ohne Konsequenzen nach Hause bleiben. Wir haben nicht mal ein bedingungsloses Grundeinkommen zur finanziellen Absicherung.


    es ist doch schon seit November Harter Lockdown hoffe das wen die meinsten geImpft sind endlich mal lockerungen kommen

    Es ist so viel Verkehr auf der Straße. Die Beschränkungen betreffen die Freizeitmöglichkeiten, aber nicht die Arbeit selbst.