Das Corona-Virus

  • Ganz ehrlich, alleine die Aussage, dass eine Impfpflicht auf „Fakten“ aufgebaut ist ist so offensichtlich reiner Populismus und / oder zeugt von völligem Nichtverständnis, dass sie dich in dieser Diskussion von Vornherein disqualifiziert. Welche Entscheidung ist denn nicht auf Fakten aufgebaut? Das reicht aber halt null um die Impfpflicht irgendwie zu rechtfertigen. Die Welt ist doch kein Schwarz-Weiß-Gemälde. Wie jede andere Entscheidung beruht auch die für eine Impfpflicht auf einer Abwägung von Fakten, von denen einige für, und meiner Meinung - die von eurem Parlament offenbar mittlerweile geteilt wird - nach deutlich mehr dagegen sprechen.


    Es hat meines Wissens niemand relevantes bestritten, auch bei euch in Österreich nicht, dass es gute Gründe für die Impfpflicht gibt. Aber wie wahnsinnig realitätsfern muss man denn bitte sein, um alles was dagegen spricht auszublenden und stumpf zu behaupten, dass die Fakten eindeutig dafür sprechen und alle Gegner ignorant gegenüber Fakten sind? Und dann dieser völlig lächerliche Seitenhieb auf angeblich Konservative. Nochmal: Überall anders in Europa gibt es auch keine Impfplicht, völlig egal wer da regiert. Ich kenne das Österreichische Rechtssystem nicht, aber ich gehe ganz stark davon aus, dass die mit der Aufhebung jetzt einer Aufhebung durch die Gerichte nur zuvorgekommen sind.


    Diese Menschen ignorieren jedoch auch allmögliche Fakten und wenn man diese ignoriert, sehe ich diese Menschen genauso wie etwa auch Flat Earther an.

    Ja, und wenn du das nicht trennscharf differenzieren kannst, dann gehörst du halt nicht in ein Diskussionsforum. Ganz einfach. Du willst doch bitte nicht behaupten dass alle Leute die gegen eine Impfpflicht sind Fakten ignorieren? Die meisten Leute die gegen eine Impfpflicht sind bestreiten doch überhaupt nicht den Nutzen der Impfungen, sondern halten die Schäden einer Impfpflicht für höher. Das ist etwas völlig anderes als einfach Fakten zu leugnen.


    Deine pauschalen Unterstellungen und Tatsachenverdrehungen da oben haben halt entsprechend auch null mit faktenbasierter Diskussion zu tun. Darf ich dich dann jetzt auch als Clown oder Schwurbler bezeichnen oder wie stellst du dir das vor?

  • Bei Delta damals war ich auch konservativer bezüglich pro Maßnahmen, angesichts dessen, dass wir eine stärkere Variante, ein teils überlastetes Gesundheitssystem und keine weitreichende Immunität der Bevölkerung, ob durch Infektion oder (noch nicht vorhandener) Impfung hatten. Bei Omikron sieht's da tatsächlich anders aus, und ich sehe da aus wissenschaftlicher Seite keinen Konsens, dass wir da nennenswerte Maßnahmen fahren müssen. Milde Variante, kein großer Impact auf's Gesundheitssystem, eine angepasste Impfung steht ohnehin erst noch bevor.


    Wenn wir jetzt sagen, dass Omikron ja dennoch Tote fordert, auch wenn nicht mehr so viele, müssen wir uns natürlich grundsätzlich die Frage stellen, wo genau wir warum die Grenze ziehen, um Leben zu schützen, die dennoch in welcher Form auch immer potentiell Teil von Kollateralschäden werden können. Man muss auch bedenken, wie sehr die Gesellschaft psychologisch gefordert wurde in den 2 Jahren Pandemie. Selbst hier im Forum haben User berichtet, wie sie psychologisch an ihre Grenzen gebracht wurden, der Pandemie vorausgehende Probleme weiter verstärkt wurden. Auch das sind Kollateralschäden, die wir in Kauf genommen haben. Hier braucht es die Gesellschaft, dass wir auch wieder zu einem "vor der Pandemie" zurückkehren. Zumal man bedenken muss, dass uns das Potential neuer Pandemien immer begleiten wird und es deshalb ohnehin sinnvoll wäre, in der Zwischenzeit eine gewisse Distanz hierzu zu gewinnen, statt das Erbe der vorherigen Pandemien mitzuschleppen, und sei es auch nur die Maskenpflicht im ÖPNV, die zwar nicht aufwendig und auch ihren Sinn für das Infektionsgeschehen allgemein haben (ob Corona oder auch andere Infektionskrankheiten wie die Grippe), aber eben diesen psychologischen Effekt mit sich ziehen, dass es kein "nach der Pandemie" gibt, es auch in Zukunft fester Bestandteil unseres Lebens, unseres Alltags sein wird.

  • Ja und vor einiger Zeit wurde wenigstens noch von Seite der Regierung aus so getan, als nehme man auf "vulnerable Gruppen" Rücksicht, was nun auch völlig den Bach runtergegangen ist, indem eben alle Maskenpflichten außer in den Öffis fallen gelassen wurden und es abgetan wird mit "wenn du willst, dann trag du doch eine", als wäre das alleine schützend. Man weiß nur zu gut, dass dem in Wahrheit nicht so ist und hat einfach nur einen billigen Spruch, um die ganze Diskussion zu beenden. Oder es wird so getan, als könnten Leute öffentliche Räume meiden.


    Wenn der Großteil der Bevölkerung, oder zu Großteil gesunde Menschen, nicht in demselben Ausmaß wie zu anfangs noch, betroffen sind, ist es in Wahrheit halt scheißegal. Es ist immer so, dass die Gesellschaft quasi schon empathieloses, oder rücksichtsloses, Verhalten belohnt wird und bei Leuten deren Einstellung das ohnehin entspricht, geht das auch sofort rein.

    Ich find all den Egozentrismus von vielen Leuten so zum Kotzen.

  • Man muss aber auch irgendwo eine Grenze ziehen. Die vulnerablen Gruppen sind generell deutlich anfälliger für schwere Krankheitsverläufe, bei jeder Infektionskrankheit. Es existiert halt nicht nur Corona, sondern auch noch andere Krankheiten, die sich auf alte und immunschwache Menschen deutlich schwerer auswirken und eine Menge Todesopfer fordern. Und so kalt das klingt, irgendwo gehört das einfach zur Lebensrealität dazu, dass man an Krankheiten sterben kann. Wir haben ja zum Glück einen medizinischen Fortschritt, der da helfen kann und generell die Todesrate an Krankheiten extrem senkt, aber das wird niemals 0 sein. Wollen wir jetzt also für jede einzelne Krankheit große Infektionsschutzmaßnahmen auffahren? Wollen wir jeden Winter in Pandemiemodus gehen, weil die nächste Grippewelle potentiell wieder eine schwere werden könnte?


    Wenn du das mit Ja beantwortest, was ist dann mit all den negativen Auswirkungen, die sich durch all die Maßnahmen auf andere Bevölkerungsgruppen gezeigt haben? Grade bei Jugendlichen, aber auch in allen anderen Altersgruppen gehen psychische Belastungen durch die Decke, was mehr Depressionen und SVV bis zu Suizid mit sich bringt. Kleine Kinder sind in den ersten Lebensjahren extrem für die eigene Gehirnentwicklung drauf angewiesen, Gesichter und Mimik beobachten zu können, was durch die teilweise sehr umfangreichen Maskenpflichten eingeschränkt war. Junge Kinder insbesondere, aber auch hier eigentlich alle Altersgruppen, sind auf soziale Kontakte vor Ort und nicht nur online angewiesen. Grundschüler, grade die ersten beiden Klassen, wo Lesen und Schreiben gelernt wird, brauchen die pädagogischen Kompetenzen von ausgebildeten Grundschullehrkräften und können das nicht im gleichen Umfang von Zuhause aus und den Eltern lernen, was große Probleme langfristig mit sich bringt, wenn es schon an den Grundlagen hapert.

    Die Liste an negativen Auswirkungen kann man noch lange genug weiter führen und insbesondere Kinder und Jugendliche leiden extrem darunter. Und da frage ich doch ganz direkt: Sind die Bevölkerungsgruppen nicht schützenswert vor all den Auswirkungen, die die Maßnahmen mit sich bringen?

  • Man muss aber auch irgendwo eine Grenze ziehen. Die vulnerablen Gruppen sind generell deutlich anfälliger für schwere Krankheitsverläufe, bei jeder Infektionskrankheit. Es existiert halt nicht nur Corona, sondern auch noch andere Krankheiten, die sich auf alte und immunschwache Menschen deutlich schwerer auswirken und eine Menge Todesopfer fordern. Und so kalt das klingt, irgendwo gehört das einfach zur Lebensrealität dazu, dass man an Krankheiten sterben kann. Wir haben ja zum Glück einen medizinischen Fortschritt, der da helfen kann und generell die Todesrate an Krankheiten extrem senkt, aber das wird niemals 0 sein. Wollen wir jetzt also für jede einzelne Krankheit große Infektionsschutzmaßnahmen auffahren? Wollen wir jeden Winter in Pandemiemodus gehen, weil die nächste Grippewelle potentiell wieder eine schwere werden könnte?

    Ja. Es gibt asiatische Länder, da schaffen die Menschen es von sich aus jeden Winter Maske zu tragen, aber anscheinend kriegt man es da hin nicht derart ichbezogen zu sein wie es in unserer Gesellschaft normal ist.


    Es ist einfach eklig, was Leute von sich geben, und ich nehm den ableistischen Mist hier in diesem Absatz nicht aus. "Uh ja, gibt auch andere Krankheiten und wenn Menschen an eigentlich vermeidbaren Krankheiten sterben, ist das halt Lebensrealität." - dann könnten wir gleich im Allgemeinen aufhören Rücksicht auf andere zu nehmen und alle möglichen Maßnahmen kicken, nur weil sie im Entferntesten unbequem sein könnten.


    Wenn du das mit Ja beantwortest, was ist dann mit all den negativen Auswirkungen, die sich durch all die Maßnahmen auf andere Bevölkerungsgruppen gezeigt haben? Grade bei Jugendlichen, aber auch in allen anderen Altersgruppen gehen psychische Belastungen durch die Decke, was mehr Depressionen und SVV bis zu Suizid mit sich bringt. Kleine Kinder sind in den ersten Lebensjahren extrem für die eigene Gehirnentwicklung drauf angewiesen, Gesichter und Mimik beobachten zu können, was durch die teilweise sehr umfangreichen Maskenpflichten eingeschränkt war. Junge Kinder insbesondere, aber auch hier eigentlich alle Altersgruppen, sind auf soziale Kontakte vor Ort und nicht nur online angewiesen. Grundschüler, grade die ersten beiden Klassen, wo Lesen und Schreiben gelernt wird, brauchen die pädagogischen Kompetenzen von ausgebildeten Grundschullehrkräften und können das nicht im gleichen Umfang von Zuhause aus und den Eltern lernen, was große Probleme langfristig mit sich bringt, wenn es schon an den Grundlagen hapert.

    Die Liste an negativen Auswirkungen kann man noch lange genug weiter führen und insbesondere Kinder und Jugendliche leiden extrem darunter. Und da frage ich doch ganz direkt: Sind die Bevölkerungsgruppen nicht schützenswert vor all den Auswirkungen, die die Maßnahmen mit sich bringen?

    Ich hab nie davon geredet, dass niemand mehr irgendjemand anderen sehen soll und ich denke, das weißt du selbst auch sehr gut.


    Es ging darum, dass

    1. Tests für die Allgemeinbevölkerung abgeschafft werden, zumindest wohl mal in Deutschland, und

    2. recht viele Menschen nur Maske tragen, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben ist, nicht etwa, weil sie den Sinn darin sehen andere zu schützen, und auch in großen Massen, in denen es keinen Eintritt durch Tests gibt, so tun, als gäbe es keine Pandemie mehr.


    Wenn man sie darauf hinweist, kommen sie mit der Ausrede an "aber wenn eine betroffene Person will, kann sie doch eine Maske tragen", obwohl den meisten nur zu gut bewusst sein wird, dass es nicht ausreicht, wenn nur die betroffene Person eine Maske trägt.

    Ist halt dann auch ein Phänomen wie sehr viele solcher Leute dann protestieren, wenn man sie dann outcalled. Die wollen bloß nach Belieben egozentrisch handeln können, aber nie so genannt werden, damit deren Selbstbild nicht zerstört wird.

  • Es gab mal nen Experten der gesagt hat wir haben extremes Glück, dass es "nur" Corona war was wir durchmachen mussten und keine viel tödlichere Krankheit. Denn dann wären wir am Arsch gewesen mit der Mentalität die viele (nicht alle!) an den Tag gelegt haben. Die Handlungen der Politik kommen da erschwerend hinzu.


    Was mich wurmt ist, dass es nun einmal klar ist, dass es noch keinen Impfstoff für Corona gibt der so zuverlässig ist, wie beispielsweise eine Grippeschutzimpfung. Ich weiß, auch die schützt nicht zu 100 Prozent, hat aber schon eine relativ gute Quote weil man das Virus schon sehr gut kennt und die dazugehörigen Mutationen.


    Bei Corona war jetzt die Aussage: Es kann einen leichten Verlauf geben im Herbst, einen mittelschweren oder einen schweren. Man zieht also in Betracht dass es eine schlimmere Variante geben wird weil logischerweise die Erfahrungswerte fehlen. Warum lässt man den Leuten dann nicht ihre gratis Tests, zumindest denen die sehr wohl darauf Wertlegen, nicht nur sich selbst sondern auch andere zu schützen.


    Ich habe beispielsweise eine Kollegin die wegen einer Immunkrankheit keine Impfung machen darf. Alleine für sie und weil ich oft mit ihr arbeite würde ich schon weiterhin die Tests machen um es nicht einzuschleppen. Wenn ich das nun erst machen darf wenn ich Symptome habe dann ist der Drops schon gelutscht.


    Es ist einfach immer dieses "Hier und jetzt" was mir auf die Nerven geht. Jetzt gerade ist die Variante harmlos und das bedeutet für viele Das Thema ist jetzt abgehackt, um den Rest kümmern wir uns wenn es dann da ist. Sprich: Wenns wieder eskaliert ist.


    Ein sehr guter Freund von mir arbeitet auf der Intensivstation eines großen Krankenhauses und krieg sowas am eigenen Leibe zu spüren und schlägt schon jedes Mal die Hände überm Kopf zusammen wenn wieder so ein Mist beschlossen wird.

  • Was mich wurmt ist, dass es nun einmal klar ist, dass es noch keinen Impfstoff für Corona gibt der so zuverlässig ist, wie beispielsweise eine Grippeschutzimpfung. Ich weiß, auch die schützt nicht zu 100 Prozent, hat aber schon eine relativ gute Quote weil man das Virus schon sehr gut kennt und die dazugehörigen Mutationen.

    Warum sollte der Corona Impfstoff nicht so zuverlässig sein? Eine Effektivität von über 90% was Schutz vor Erkrankung und schweren Verläufen beim Ursprungsvirus angeht, selbst noch bei Delta (einer Mutation) ziemlich effektiv. Die Grippeimpfung wird auch jährlich an Mutationen angepasst. Und auch an Coronaviren wurde schon vor Corona geforscht und das daraus resultierte Wissen hat uns auch bei der Entwicklung der Impfung geholfen. Ich denke, eine an Omikron angepasste Impfung wird einen guten und langanhaltenden Schutz bieten.

    Bei Corona war jetzt die Aussage: Es kann einen leichten Verlauf geben im Herbst, einen mittelschweren oder einen schweren. Man zieht also in Betracht dass es eine schlimmere Variante geben wird weil logischerweise die Erfahrungswerte fehlen. Warum lässt man den Leuten dann nicht ihre gratis Tests, zumindest denen die sehr wohl darauf Wertlegen, nicht nur sich selbst sondern auch andere zu schützen.

    Also zunächst, wer hat das gesagt? Zweitens, ja. Wir wissen nicht, wie es kommt. Die Lösung ist hier dann aber nicht, in einem Zustand dauerhafter Alarmbereitschaft zu sein. Ein gewisses Risikomanagement und Vorbereitung auf Krisenzeiten ist sinnvoll, aber das hier ist ja quasi schon ein Zustand erlernter Hilfslosigkeit.


    Und was "gratis Tests" angeht, ist das Ding, es ist nicht gratis. Das Geld, um diese Tests Bundesweit anzubieten, muss zur Verfügung gestellt werden. Ebenso das Personal, das die Tests durchführt. Und dass durch Betrüger Schaden in Milliardenhöhe verursacht wurde, wissen wir mittlerweile. [1] Eine strengere Kontrolle von Testzentren wären wiederum Kosten und Bürokratie. Geld, das vielleicht an anderer Stelle des Gesundheitssystems besser angelegt wäre.

    Es ist einfach immer dieses "Hier und jetzt" was mir auf die Nerven geht. Jetzt gerade ist die Variante harmlos und das bedeutet für viele Das Thema ist jetzt abgehackt

    Ja, und? Nach 2 Jahren Pandemie, die uns egoistische Gesellschaft ganz schön viel Kraft gekostet hat, haben wir endlich wieder die Möglichkeit, durchzuatmen, wo ist das Problem? Wichtig ist wie gesagt, sich adäquat auf zukünftige Krisen vorzubereiten, um für den Fall effektiv operieren zu können. D.h., Impfangebote, Testangebote und Hygienekonzepte müssen stehen und sofort einsatzbereit sein, vielleicht sogar wieder in Form von 3G, aber dass es dich nervt, dass Leute in ruhigeren Zeiten die Gunst der Stunde nutzen, versteh ich nicht? Das heißt ja wie gesagt nicht, dass man das Potential weiterer Krisen nicht ernst nimmt und deshalb, wie gesagt, keine Mechanismen etablieren sollte, die in Krisensituationen greifen.

  • Also zunächst, wer hat das gesagt?

    Das Gesundheitsministerium, als es darum ging dass die Tests nicht mehr kostenlos bereitgestellt werden ausser man hat bereits Symptome. Man gehe einfach davon aus es wird mittelschwer und aufgrund dessen werden die Maßnahmen beschlossen. Sicher wissen tut man es nicht.


    Wichtig ist wie gesagt, sich adäquat auf zukünftige Krisen vorzubereiten, um für den Fall effektiv operieren zu können. D.h., Impfangebote, Testangebote und Hygienekonzepte müssen stehen und sofort einsatzbereit sein

    Das sehe ich exakt so wie du Raito. Und genau dieses Gefühl hatte ich während der letzten Jahre eben nicht. Und genau deswegen stehe ich den Maßnahmen jetzt so kritisch gegenüber.


    Was war denn letztes Jahr? Beispiel Schule. Den gesamten Sommer über war Zeit, sich um Belüftungsanlagen in Schulen zu kümmern. Den ganzen Sommer hieß es: Yess, Pandemie ist ja so gut wie geschafft, obwohl es Stimmen gab die vor dem Herbst gewarnt haben. Die Ärzte, die Schulen, sie hatten ne klare Meinung dazu. Nichts ist passiert. Und im Herbst kam die allseits beliebte Aussage: "Das hätte man ja nicht ahnen können". Schulen waren eben wieder nicht vorbereitet, die Impfdosen waren es ebenfalls nicht, die Tests ebenfalls nicht, Impfkampagne startete wieder viel zu spät und die Impfzentren waren zum Großteil bereits geschlossen und abgebaut worden. Nun sag mir bitte was daran eine gute Vorbereitung auf eine Krisensituation war? Nichts war bereit. Man hat es mal wieder nicht kommen sehen.


    Hätte man einfach in den vergangenen Jahren gesehen dass auch einigen Dingen gelernt wird, dass man im Notfall eben schnell und effizient handeln kann und wird, dann wäre ich jetzt vermutlich auch nicht so kritisch dem ganzen gegenüber. Denn wenn etwas in Deutschland nicht klappt dann eines: Schnell reagieren und vorausplanen.


    Und ja ich gebe dir auch Recht, dass das Geld im Gesundheitswesen besser angelegt wäre. Aber ist denn was passiert? Hat man denn jetzt groß ins Gesundheitssystem investiert so wie man es vorhatte als es "die großen Helden" waren? Nein! Bei vielen Institutionen kam nie Geld an, bei vielen hat sich einfach null getan.


    Warum sollte der Corona Impfstoff nicht so zuverlässig sein? Eine Effektivität von über 90% was Schutz vor Erkrankung und schweren Verläufen beim Ursprungsvirus angeht, selbst noch bei Delta (einer Mutation) ziemlich effektiv.

    Wie du sagst, er mag bei der Ursprungsvariante zuverlässig sein, aber nicht mehr so sehr bei Mutationen. Dahingehend braucht man logischerweise angepasste Impfstoffe, die es aber so noch nicht gibt. Zumindest wurde das soweit ich weiß nicht kommuniziert bisher. Sprich: Wenn wir es mit einer neuen Variante zutun bekommen auf die es eben generell schwach anschlägt, deutlich schwächer als bei der Ursprungsvariante, dann hat man eben wieder mal ein Problem und muss schnell handeln. Wo wir wieder beim oben genannten Problem sind, dass das meistens nach hinten losgeht.


    Beim Grippe Virus beispielsweise sind einige mögliche Mutationen bekannt und der Impfstoff wird speziell auf die am wahrscheinlichsten eintreffende Variante angepasst, weil man die Erfahrungswerte hat und einen Impfstoff der sehr schnell angepasst werden kann und wird. Das ist bei Corona noch nicht wirklich der Fall, wenn man nicht einmal jetzt sicher sagen kann, ob wir es im Herbst mit einer mittelschweren oder schweren Situation zutun haben.


    Ich sage doch gar nicht dass ich es jedem verbieten will zur Normalität zurückzukehren. Ehrlich nicht. Ich wünsche mir nur dass der Faktor Corona nicht automatisch ausgeblendet wird nur weil man ein paar Monate lang die Zahlen super waren, wie sie es meistens sind wenn es wärmer wird. Weil ich halt keinen Bock habe dass dann wieder der Herbst vor der Tür steht und ich dann wieder hören muss: "Ja, war ja nicht klar dass es jetzt doch so schlimm wird, vorbereitet sind wir jetzt erstmal nicht weil das kam zu überraschend". Denn dann kommt man wieder mit überstürzten Aktionen um die Ecke und keiner weiß mehr wirklich was Sachen ist.

  • Hythlodaeus

    Ich meine, das ist dann natürlich eine ganz allgemeine Kritik, die man der Politik gegenüber äußern kann und muss. Schlechtes Krisenmanagement. Wir können an dieser Stelle dementsprechend nur darüber diskutieren, welche Maßnahmen jetzt und für die Zukunft am sinnvollsten wären, denn unabhängig vom Konsens, zu dem wir hier kommen, kommt es schlussendlich darauf an, ob sie von der Politik umgesetzt werden.

  • Ein gewisses Risikomanagement und Vorbereitung auf Krisenzeiten ist sinnvoll, aber das hier ist ja quasi schon ein Zustand erlernter Hilfslosigkeit.

    Woher hast du das? Von einem dieser oberflächlichen Motivationstrainer? Es gibt sehr viele Leute, die mit sehr realen Erkrankungen zu kämpfen haben, aber sure... ist erlernte Hilflosigkeit.

    Hythlodaeus hatte vorher von ihrer Kollegin gesprochen, die eine sehr reale Immunschwäche hat. Wie kommst du dann auf "erlernte Hilflosigkeit"?


    Und was "gratis Tests" angeht, ist das Ding, es ist nicht gratis. Das Geld, um diese Tests Bundesweit anzubieten, muss zur Verfügung gestellt werden. Ebenso das Personal, das die Tests durchführt. Und dass durch Betrüger Schaden in Milliardenhöhe verursacht wurde, wissen wir mittlerweile. [1] Eine strengere Kontrolle von Testzentren wären wiederum Kosten und Bürokratie. Geld, das vielleicht an anderer Stelle des Gesundheitssystems besser angelegt wäre.

    Man misst nicht an Steuergeldern, wie viel einem das Leben von seinem Umfeld Wert ist, die darauf angewiesen sind, dass sich andere regelmäßig testen.

    Mir ist halt auch scheißegal, wie viel es kostet, um vll. Betrug aufzuspüren oder gar nicht erst zuzulassen, solange Menschen die Möglichkeit dazu gegeben ist.


    Es ist einfach immer dieses "Hier und jetzt" was mir auf die Nerven geht. Jetzt gerade ist die Variante harmlos und das bedeutet für viele Das Thema ist jetzt abgehackt

    Ja, und? Nach 2 Jahren Pandemie, die uns egoistische Gesellschaft ganz schön viel Kraft gekostet hat, haben wir endlich wieder die Möglichkeit, durchzuatmen, wo ist das Problem? Wichtig ist wie gesagt, sich adäquat auf zukünftige Krisen vorzubereiten, um für den Fall effektiv operieren zu können. D.h., Impfangebote, Testangebote und Hygienekonzepte müssen stehen und sofort einsatzbereit sein, vielleicht sogar wieder in Form von 3G, aber dass es dich nervt, dass Leute in ruhigeren Zeiten die Gunst der Stunde nutzen, versteh ich nicht? Das heißt ja wie gesagt nicht, dass man das Potential weiterer Krisen nicht ernst nimmt und deshalb, wie gesagt, keine Mechanismen etablieren sollte, die in Krisensituationen greifen.

    Menschen, die auch im Sommer krank werden bei den hohen Infektionszahlen derzeit, sind das Problem und die sind nicht weniger schützenswert, weil viele den ableistischen Scheiß von sich geben, dass es "eh hauptsächlich nur Immunkranke / Vorerkrankte trifft".


    Ich weiß eh, dass viele Menschen sich auch noch in ihrem Egoismus suhlen, man liest es leider extrem oft, aber ja geil, wie stolz die Leute auf sich noch sind, wenn sie keinerlei Anstand besitzen und kaum müssten sie auch nur ein Mindestmaß an Rücksicht zeigen, zeigt sich, dass einfach nur sehr viel eugenisches Gedankengut von "trifft meist eh nur Kranke", das man immer wieder hört, in vielen dieser Menschen vorher auch schon vor sich hergeschlummert hat. Was will man sonst damit sagen außer "if they die, they die. 🤷🏻‍♀️"


    Btw was bedeutet für dich "die Gunst der Stunde nutzen?" Beinträchtigt es dich so sehr, wenn du in einer Menschenmasse, und bei Events, die keine Eintrittstests verlangen, oder in einem Bahn oder einem Geschäft eine Maske aufsetzen sollst?

    Beinträchtigt es dich so sehr, wenn du zwei-dreimal wöchentlich einen Test machst, speziell wenn du jemanden im Umfeld hast, für den es nötig ist?


    Andere fürchten ganz real um deren Gesundheit und Leben, und dann gibt es die "wääh, I can't breath!! :("-Wappler. Und weißt du was, ich hab Asthma und werde mit Maske tatsächlich schnell kurzatmig, aber ich trage sie auf vollen Straßen, in Geschäften und Öffis dennoch.

    Aber wenn eine Person ganz real um ihre Gesundheit fürchtet, wird sie lächerlich gemacht, und währenddessen wird Egoist*innen und Drama Queens, die denken, man würde sie ihrer Freiheit und Autonomie berauben, Verständnis entgegengebracht. Einfach nur eine verkehrte Clown-Welt.

  • Woher hast du das? Von einem dieser oberflächlichen Motivationstrainer? Es gibt sehr viele Leute, die mit sehr realen Erkrankungen zu kämpfen haben, aber sure... ist erlernte Hilflosigkeit.

    Ich rede hier ganz allgemein von der Einstellung, dass wir uns als Gesellschaft in einem dauerhaften Krisenmodus befinden müssen, in dem die Pandemie nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken ist und der bloße Wunsch, sich nach 2 Jahren zumindest periodisch, wo wir uns eben nicht mit einer hohen Zahl schwerer Verläufe konfrontiert sehen, zurückzulehnen, mit blankem Egoismus und gar Menschenfeindlichkeit gleichgesetzt wird.

    Man misst nicht an Steuergeldern, wie viel einem das Leben von seinem Umfeld Wert ist, die darauf angewiesen sind, dass sich andere regelmäßig testen.

    Mir ist halt auch scheißegal, wie viel es kostet, um vll. Betrug aufzuspüren oder gar nicht erst zuzulassen, solange Menschen die Möglichkeit dazu gegeben ist.

    Man kann hingegen messen, an welcher Stelle und in welchem Umfang das Geld besser angelegt werden könnte, um ebenfalls Menschenleben zu retten, das Gesundheitssystem zu verbessern und Mechanismen für die Zukunft zu schaffen. Wir sollten nicht so tun, als würde das an Tests gesparte Geld stattdessen für Sekt und Kaviar verwendet werden. Zumal ich ja auch nicht sage, dass bundesweite Tests ganz allgemein und in jedem Szenario sinnlos sind, sondern lediglich, dass Stand jetzt, der Nutzen den Kosten nicht gerecht wird.

    Elize Thorne hatte vorher von ihrer Kollegin gesprochen, die eine sehr reale Immunschwäche hat (...) Menschen, die auch im Sommer krank werden bei den hohen Infektionszahlen derzeit, sind das Problem und die sind nicht weniger schützenswert, weil viele den ableistischen Scheiß von sich geben, dass es "eh hauptsächlich nur Immunkranke / Vorerkrankte trifft".

    Wie hoch ist die Lethalitätsrate und die Rate sehr schwerer Verläufe bei vulnerablen Gruppen? Soweit meine Anekdoten reichen, hatten Bekannte mit einem ebenfalls schwächerem Immunsystem (z.B. infolge einer Immunsuppressionstherapie wegen Autoimmunerkrankung) einige Symptome und 1-2 Tage höheres Fieber, hier bis zu 39 Grad, es wurde sich aber auch schnell wieder erholt. Mir liegen jetzt keine Zahlen vor, die aufzeigen, bei welchen Risikogruppen (von denen es ja unterschiedliche gibt) die Verläufe wie schwer und die Todesfolge wie hoch ist.


    Loun hier vorzuwerfen, man würde den Tod vulnerabler Gruppen billigend in Kauf nehmen, ist unsinnig, wo doch nur angemerkt wurde, dass es ab einer gewissen Schwere der Vorerkrankung oder Immunschwäche zweitrangig ist ob Omikron oder nicht und die Frage gestellt wurde, wo wir warum die Grenze ziehen, Menschenleben zu Schützen, die immer in irgendeiner Form Teil von Kollateralschäden werden. Denn ich meine, news flash, wenn wir alle nur noch daheim bleiben, kommen mit Abstand am wenigsten Menschen um. Bei Delta damals war der Nutzen klar höher als die Kosten, aufgrund mehrerer Faktoren, wobei es natürlich auch da Diskussionsspielraum gab. Bei Omikron sehe ich es Stand jetzt nicht so, vielleicht ändert es sich mit dem kommenden Herbst, weshalb es wichtig ist, sich darauf vorzubereiten und schnell agieren zu können.

    Ich weiß eh, dass viele Menschen sich auch noch in ihrem Egoismus suhlen, man liest es leider extrem oft, aber ja geil, wie stolz die Leute auf sich noch sind, wenn sie keinerlei Anstand besitzen und kaum müssten sie auch nur ein Mindestmaß an Rücksicht zeigen, zeigt sich, dass einfach nur sehr viel eugenisches Gedankengut von "trifft meist eh nur Kranke", das man immer wieder hört, in vielen dieser Menschen vorher auch schon vor sich hergeschlummert hat. Was will man sonst damit sagen außer "if they die, they die. 🤷🏻‍♀️"


    Btw was bedeutet für dich "die Gunst der Stunde nutzen?" Beinträchtigt es dich so sehr, wenn du in einer Menschenmasse, und bei Events, die keine Eintrittstests verlangen, oder in einem Bahn oder einem Geschäft eine Maske aufsetzen sollst?

    Beinträchtigt es dich so sehr, wenn du zwei-dreimal wöchentlich einen Test machst, speziell wenn du jemanden im Umfeld hast, für den es nötig ist?


    Andere fürchten ganz real um deren Gesundheit und Leben, und dann gibt es die "wääh, I can't breath!! :("-Wappler. Und weißt du was, ich hab Asthma und werde mit Maske tatsächlich schnell kurzatmig, aber ich trage sie auf vollen Straßen, in Geschäften und Öffis dennoch.

    Aber wenn eine Person ganz real um ihre Gesundheit fürchtet, wird sie lächerlich gemacht, und währenddessen wird Egoist*innen und Drama Queens, die denken, man würde sie ihrer Freiheit und Autonomie berauben, Verständnis entgegengebracht. Einfach nur eine verkehrte Clown-Welt.

    Also zunächst mal nehme ich Rücksicht auf vulnerable Gruppen in meinem Umfeld und nehme in diesem Kontext auch Gebrauch von Masken und Tests, vor allem wenn dies gewünscht wird. Auch die Impfung ist dementsprechend für mich als gesunde Person grundsätzlich ein sinnvolles Instrument. Aber du skandalisierst das ganze gerade ziemlich. "Eugenisches Gedankengut", bruh. Zumal du hier sämtliche Ideologie der Querdenker ausschlachtet, wo hier im Forum doch ohnehin absolut niemand so denkt? Wer macht Menschen, die sich um ihre Gesundheit fürchten, lächerlich? :)

  • Andere fürchten ganz real um deren Gesundheit und Leben, und dann gibt es die "wääh, I can't breath!! :("-Wappler. Und weißt du was, ich hab Asthma und werde mit Maske tatsächlich schnell kurzatmig, aber ich trage sie auf vollen Straßen, in Geschäften und Öffis dennoch.

    Ich starte hiermit mal meinen Einstieg, weil es ganz gut passt. Ich möchte mich gerne outen.


    Und zwar möchte ich hier öffentlich gestehen, dass ich eines der sogenannten "wääh, I can't breath!! :("-Wappler" bin, die keine Maske mehr tragen, sofern diese nicht gesetzlich vorgeschrieben ist.


    Hier nun meine "Ausrede", wieso: Weil mir meine eigene Gesundheit nunmal auch wichtig ist. Folgende Anekdote: Ich bin letztes Wochenende ca. 45 Minuten im Bus unterwegs gewesen. Der Bus war voller Menschen, es war warm und stickig. Und mir ist schlecht geworden, weil ich unter der Maske kaum atmen konnte. Die Geschichte endete damit, dass ich den Bus vorzeitig, noch bevor ich an mein Ziel ankam, verlassen habe, mich gerade noch so auf einer Bank an der Bushaltestelle schleppen konnte, einen Kreislaufzusammenbruch bekommen habe und wenig später der Rettungswagen kommen musste.


    Wenn ich Maske trage, kann ich schlechter atmen. Wenn ich schlechter atmen kann, dann wird mir schlecht. Und wenn mir schlecht wird, kriege ich nicht selten damit einhergehend Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme. Ich habe von Natur aus einen sehr anfälligen Kreislauf. Das ist so. War schon immer so. Vor allem bei warmem Wetter. Alles ab 25 Grad ist schon grenzwertig. Mein Arzt weiß das, sprich, wenn mein Arzt mir das attestiert, könnte ich mir mit Sicherheit eine ärztliche Bescheiniung holen, die mich von der Maskentragepflicht befreit. Ich habe mir ebenjene Bescheinigung bis heute nicht geholt.


    Warum? Weil ich eben in der Corona-Phase gegenüber meinen Mitmenschen solidarisch bin. Ich laufe in meinem Alltag vielen Menschen übern Weg. Ich habe per se auch gar kein Problem mit einer Maskentragepflicht. Nur sage ich ehrlich, dass eine Maske meine Gesundheit erheblich beeinträchtigt. Und trotz meiner Solidarität, die ich gerne meinen Mitmenschen gegenüber zeige – ich halte mich stets an Corona-Maßnahmen und bin geimpft und achte auch bewusster auf Hygieneregeln und -empfehlungen – ist mir meine Gesundheit nun auch nicht völlig egal.




    Also ja, ich sage es ehrlich, Bastet: Ich begrüße, wenn die Maskenpflicht komplett fällt. In allen Bereichen, also auch in Bus und Bahn. Und ich sage ehrlich, dass man mich dann nirgends mehr mit Maske finden wird. Weil ja, meine Gesundheit ist mir halt auch wichtig. Wenn mich das dann in deinen Augen zu einem unsolidarischen Arschloch macht, dann soll es so sein. Wenn du mich als solches bezeichnen möchtest, tu es. Ist mir zum Glück herzlich egal, weil ich weiß, dass das absoluter Blödsinn ist, was du schreibst. Aber Glückwunsch für die 5 Likes.


    Mit Aussagen wie „eugenisches Gedankengut“ sollte man sich mal zurückhalten. Die Aussagen sind Müll, damit disqualifiziert man sich von der Diskussion. Wer nicht sachlich diskutieren kann, ohne alle Menschen, die einem nicht der eigenen Meinung sind, als „ableistisch“ oder „eugenisch“ zu bezeichnen, sollte sich vielleicht überlegen, ob er außerhalb von Diskussionen nicht eher aufgehoben ist. In diesem Sinne ein schriftliches Danke an TheTic für die ehrlichen Worte hier.


    Ich bin dann auch schon wieder weg, eigentlich bin ich im Urlaub und wollte mich deshalb auch ausm BB zurückziehen, aber man kann ja nicht jeden ungestützten Blödsinn unkommentiert stehen lassen.


    Tschüssi

  • Klar, wenn sich Menschen nach 2 Jahren Pandemie wieder nach einem halbwegs normalen Alltag sehnen und mal ohne Maske unterwegs sind, weil keine Pflicht besteht, werden sie direkt wieder in die Egoisten-Schublade gesteckt. Ich oute mich hiermit auch als jemand, der in der Stadt ohne Maske unterwegs ist und diese nur aufsetzt, wenn mit der Bahn gefahren wird. Hab ich auch schon letzten Sommer gemacht, als Lockerungen folgten. Mit Risikogruppen habe ich keinen Kontakt (also im privaten Umfeld).


    Aber wenn eine Person ganz real um ihre Gesundheit fürchtet, wird sie lächerlich gemacht, und währenddessen wird Egoist*innen und Drama Queens, die denken, man würde sie ihrer Freiheit und Autonomie berauben, Verständnis entgegengebracht. Einfach nur eine verkehrte Clown-Welt.

    Der einzige, der sich über die Struggles anderer Menschen lustig macht und diese kleinredet, bist du, indem du sie öfters als Drama-Queens oder Clowns betitelst, ansonsten bestehen deine Beiträge mittlerweile fast nur noch aus Beleidigungen, wo ich Leuten wie TheTic oder Wattmacks einfach nur Recht geben muss.


    Wäre aber natürlich schön, würde man in Zukunft weiterhin die Möglichkeit auf kostenlose Tests haben und Maskenpflicht soll zumindest in den Krankenhäusern bestehen bleiben. Früher hat man dort ohne Masken gearbeitet, was auf mich mittlerweile sehr surreal wirkt.

  • Ich bin ehrlich, ich trage auch keine Maske mehr, außerhalb von Bus und Bahn :x

    Fand es am Anfang noch etwas komisch auf der Arbeit, war dort sogar die letzte Person, die noch eine getragen hat, aber letztendlich macht es halt wirklich keinen Unterschied mehr. Wenn die sowieso keiner mehr trägt. Besonders ironisch, weil in unserem Laden relativ viele alte Menschen einkaufen, aber wenn mal welche Maske tragen, sinds immer die jungen Menschen.

    Wir sind auf der Arbeit alle so solidarisch geworden, dass wir eine tragen, wenn wir uns krank fühlen. Aber ich muss jetzt auch nicht 24/7 mit einer rumlaufen ^^"

    Hab vorgestern eine getragen, weil ich wusste, dass unsere Bezirksleitung kommt (sie hat nicht mal eine getragen lol) und hab schon gemerkt, wie die Arbeit doch erheblich mehr anstrengend ist, wieder mit. Ehrlich gesagt find ichs sogar fast schon gruselig mittlerweile, wie sehr sich mein Körper doch schon daran gewöhnt hatte, die Maske zu tragen.

  • Ich trage auf Arbeit auf jeden Fall weiter Maske. Und bilde mir ein das das einer der Gründe ist, warum ich bislang von ständigen Krankschreibungen verschont geblieben bin. Seit dem Wegfall der Maskenpflicht, ist unser Krankenstand extrem, entweder weil Kinder krank zu Hause betreut werden müssen, oder weil es Mitarbeiter selbst erwischt haben. Dadurch müssen wir überall aushelfen wo es geht. Das ist seit Monaten ein riesen Problem und wird uns im Herbst noch härter treffen. Keine Ahnung warum man so tut als ob ein milder Verlauf, gleich bedeutend behandelt wird, wie das Ende einer Pandemie. Ausfall auf Arbeit bedeutet Ausfall auf Arbeit. 😑

    R.I.P. Pokemon Coregames

    "Nach vielen Diskussionen haben wir entschieden, eine Art neue Richtung einzuschlagen. Für Pokémon Schwert und Pokémon Schild bedeutet das, dass Spieler ihre Pokémon nur dann aus Pokémon HOME übertragen können, wenn sie sich im Galar-Pokédex befinden. Aus diesem Grund waren wir sehr behutsam und haben viel Zeit damit verbracht zu überlegen, welche Pokémon am besten in das Setting des neuen Abenteuers passen." [Junichi Masuda, 11.06.2019]


    "Meh, Pokemon since 2019, dann bleib ich halt bei Digimon"

  • Ich trage auf Arbeit auf jeden Fall weiter Maske. Und bilde mir ein das das einer der Gründe ist, warum ich bislang von ständigen Krankschreibungen verschont geblieben bin. Seit dem Wegfall der Maskenpflicht, ist unser Krankenstand extrem, entweder weil Kinder krank zu Hause betreut werden müssen, oder weil es Mitarbeiter selbst erwischt haben. Dadurch müssen wir überall aushelfen wo es geht. Das ist seit Monaten ein riesen Problem

    Bin mir jetzt tbh nicht sicher, wie kausal der Zusammenhang ist zwischen Wegfall der Maskenpflicht und ein "seit Monaten" hoher Krankenstand. Hab ich bei mir auf der Arbeit z.B. gar nicht. Da bräuchte man eventuell zuverlässige Zahlen, die diesen Zusammenhang beleuchten. Wenn als sinnvoll erachtet, z.B. bei viel zwischenmenschlichem Kontakt, wie Kundenkontakt oder kleinen Büroräumen mit vielen Angestellten, kann der Arbeitgeber theoretisch auch ne Maskenpflicht beim verlassen des Platzes veranlassen. Wenn es doch so evident ist, dass der hohe Krankenstand damit zusammenhängt (je nach Beruf sind Maßnahmen wie Masken, Tests und strengere Hygienemaßnahmen ja ohnehin ziemlich sinnvoll, ich es lediglich bei ner ganz allgemeinen Pflicht Stand jetzt nicht so kritisch sehen würde). Außer du sagst jetzt, die stecken sich alle außerhalb der Arbeit an. Müsstest du aber dann auch, es sei denn, du trägst die Maske ebenfalls außerhalb der Arbeit konsequent. Aber wie gesagt, erkenne ich einen solchen Trend nicht, dass es seit Monaten ganz allgemein einen sehr hohen Krankenstand gibt, der mit Omikron und einer weggefallenen allgemeinen Maskenpflicht zusammenhängt.

    Keine Ahnung warum man so tut als ob ein milder Verlauf, gleich bedeutend behandelt wird, wie das Ende einer Pandemie.

    Weil Maßnahmen gerechtfertigt sein müssen und das Buzzword Pandemie (as in hohe Infektionszahlen) da nicht ausreicht, wenn die Verläufe ansonsten ziemlich mild sind, Krankenhäuser und speziell Intensivstationen in diesem Kontext keine hohe Auslastung haben und wir griffbereite Instrumente haben, wie etwa Impfstoffe. Hier wird die Zulassung von an Omikron angepasste Impfstoffe bereits geprüft. Und wenn wir uns, wie gesagt, nicht blöd anstellen, werden wir auf den Herbst gut vorbereitet sein. Und wenn wir uns doch ziemlich blöd anstellen, ja dann fällt darunter auch Maskenpflicht und bundesweite Testangebote.

  • Zum Punkt mit den kostenlosen Tests:

    Ich finde diese sollten vorerst noch kostenlos bleiben. Das Argument des Betrugs zählt meiner Meinung nach derzeit nicht, da es aktuell keine allgemeine Testpflicht gibt, weswegen diejenigen, die ungetestet irgendwo rein kommen wollen, kein Bedürfnis danach haben werden, sich gefakte Tests zu besorgen. Um etwaige, entstehende Kosten zu decke(l)n könnte man in den jetzt doch relativ teuer eingerichteten Testzentren (ich rede hier nicht von umfunktionierten Turnhallen etc. sondern von extra organisierten Einrichtungen, in meiner Nähe wurden beispielsweise leerstehende Ladenflächen gemietet und zu Test- /Impfzentren umgebaut) das Testangebot auf weitere Krankheiten ausweiten, wofür diese Tests dann kostenpflichtig sein können. Damit könnte man auch das angesprochene Gesundheitssystem zumindest ein Stück weit entlasten, wenn ich meinen Abstrich beispielsweise in so einem Zentrum abgeben kann, dann muss sich ein Arzt oder ein Krankenhaus sich dem nicht annehmen und kann sich so um andere Dinge kümmern. (Abstrakt, ich weiß, aber wäre eine mmn. diskussionswerte Alternative, damit könnte man auch die Arbeiter behalten, welche Teilweise vom Arbeitsamt gestellt wurden und bei Schließung jener Zentren halt wieder Arbeitslos wären)


    Zum Punkt Masken:

    In öffentlichen Einrichtungen, sowie Supermärkten trage ich nach wie vor eine Maske, wobei es mir da nicht primär um Corona geht. Es gibt auch weitere Krankheiten (und somit Gründe), für die es sinnvoll ist, eine zu tragen. Solange es nicht durch Vermummungsverbot (weswegen es früher ja auch schon komisch war, wenn Leute mit Masken rumrannten) wieder verboten wird, trage ich daher vorerst weiter eine Maske.

    Als die Maskenpflicht aufgehoben wurde, hat sich bei uns in der Firma in der ersten Woche so gut wie jeder angesteckt, obwohl wir vorher die ganzen 2 Jahre über, trotz Flugreisen und Außeneinsätzen ziemlich frei von Corona waren (3 von uns waren für ein Projekt in den USA und haben sich dann dort Corona geholt, weil dort die Maskenpflicht viel lockerer ist/war als hier bei uns).

    Es liegt zwar dadurch Nahe, dass dies durch die aufgehobene Maskenpflicht verursacht wurde, jedoch gingen mit der Aufhebung dieser auch (Wieder-)Eröffnungen aller möglichen Freizeiteinrichtungen einher, weswegen die Grenze da für mich verschwimmt, da einerseits die Abwesenheit von Masken die Übertragung vereinfacht, allerdings auch wieder viel mehr Leute draußen waren und die Konzentration von Menschen auf einem Fleck wieder angestiegen ist. Das begünstigt daher natürlich auch eine Übertragung.

    Es ist zwar unbestreitbar, dass die beiden Faktoren zusammen einen massiven Anstieg der Infektionen zur Folge hatten, jedoch erschließt sich dadurch nicht zwangsweise, dass die Abwesenheit der Masken der stärkere Faktor war, allein schon deshalb weil die Kontaktrate ja durch jede Person mehr exponentiellen Einfluss nehmen kann.


    Von daher bin ich mir zum Thema Masken relativ unsicher, was der richtige Weg wäre, denn wenn wir Konsequent auf Leute achten wollen, die ein geschwächtes Immunsystem etc. haben, kann man mit so ziemlich jeder Krankheit eine Maskenpflicht rechtfertigen.

    Ja, Leute die von Corona stärkere Konsequenzen zu erwarten haben, müssen geschützt werden, allerdings müssen sie auch vor anderen Krankheiten geschützt werden, und da muss man halt auch ein bisschen selbst tätig werden. Wäre ich in dieser Situation, wäre für mich die logische Konsequenz, mich allgemein so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit zu bewegen, unabhängig von Corona. Ich hätte als Shut-In damit allerdings auch so oder so kein Problem, weil ich mich eh quasi unabhängig von Krankheiten größtenteils isoliere, daher kann ich da nicht von mir auf andere schließen und erst recht nicht von anderen fordern.


    Es ist halt auch leider auch zu erwarten, dass wir Corona nicht mehr los werden (wobei wir es eigentlich eh nie los waren, schließlich war das SARS-COV2 auch schon ein genetischer Verwandter des seit über 20 Jahren bekannten SARS-COV1) und Menschen mit gesundheitlichen Risiken werden wir auch in absehbarer Zeit weiterhin haben.

    Die Frage wäre für mich daher sowieso eher, ob man nicht allgemein ein gesellschaftliches Umdenken der Gepflogenheiten im öffentlichen Leben anstreben sollte, wo man, ähnlich wie in China o.ä. generell mit Maske in der Öffentlichkeit unterwegs ist, oder halt eben nicht.


    Ich selbst habe mir durch jahrelanges Dampfen, mittlerweile auch Rauchen die Lunge geschädigt, was ich Anfang des Jahres deutlich durch Schmerzen in der Brust gemerkt habe und ich war dann wenig überraschend auch als Teil meiner Firma von Corona betroffen, jedoch noch mit aktivem Impfschutz, da ich mich erst im Dezember 2021 habe Impfen lassen und die zweite Impfung somit keine 6 Monate her war. Dennoch war ich eine Woche lang komplett out of order und meine Lunge war nicht sonderlich begeistert darüber. Sowas wünsche ich natürlich niemandem, denke aber, dass man das durchaus durchstehen kann.


    Ich bin jetzt mal gespannt auf Herbst und Winter, sowie auf Omikron BA.5 und Folgevarianten. Vielleicht haben wir Glück und das ganze endemisch, bzw. das Virus stirbt aus, vielleicht haben wir aber auch Pech und es wird nochmal heftiger oder vielleicht sogar schlimmer als die ersten Varianten. Wichtig wäre es für mich daher eher, schnellstmöglich reagieren zu können, was wir in den Vergangenen 2 1/2 Jahren nicht so wirklich hinbekommen haben, die Reaktionen waren leider bisher ziemlich träge.


    Von politischer Seite kann ich den Schritt der Lockerungen schon verstehen, schließlich waren die Protestaktionen der Schwurbler in den starken Phasen der Pandemie schon völlig Unverhältnismäßig und diesen wütenden Mob bei den aktuellen Varianten davon zu überzeugen, die Maske zu tragen wird schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Und genauso wenig wie ich Leute durch Corona sterben sehen will, will ich nicht, dass ein brandschatzender Mob von Corona-Schwurblern™ randalieren geht und damit Leute schädigt, oder evtl. sogar durch Prügelaktionen etc. tötet, oder mir jemand ins Gesicht spuckt weil "Fuck Masken du Bastard".

  • Es gibt asiatische Länder, da schaffen die Menschen es von sich aus jeden Winter Maske zu tragen, aber anscheinend kriegt man es da hin nicht derart ichbezogen zu sein wie es in unserer Gesellschaft normal ist.

    Wenn ich mich da so an Bilder von früher erinnere, sind die auch eher mit den einfachen OP-Masken rumgelaufen. Und keine Ahnung, aber weltweit stellte dieses Phänomen dann doch eher die Ausnahme dar. Ansonsten sehe ich unsere Gesellschaft durchaus nicht als ichbezogen an, nur gibt's halt Grenzen und ich kann es niemandem verdenken, wenn er sein restliches Leben nicht mit ständigen Zwängen und Auflagen verbringen will. Wobei ein bisschen ichbezogen mir auch lieber ist, als die demütige Unterwürfigkeit, in der es in manchen dieser Länder ausartet.

    Aber ansonsten ist es doch interessant, dass hier nur zu gerne über deutsche Eigenheiten und Marotten hergezogen wird. Wenn's aber um die allseits bekannte German Angst geht, ist man da voll dabei. :unsure:

    Er wandte sich an Gucky: "Der Kommandant hat mich gewarnt für den Fall, dass du bei den Ankömmlingen sein würdest. Deine Kommentare würden schwer zu verstehen sein, weil du in einer Art zwanghaften Humors gefangen bist." Perry Rhodan #3133, Seite 55

    Per aspera ad astra!

    Momentan kein Partneravatar mit Missy!

  • Vielleicht sollte man Corona lieber mal als Anlass nehmen, generell das Gesundheitssystem zu überarbeiten, anstatt daraus einen Anlass machen zu wollen, der möglichst viele Maßnahmen für möglichst lange und möglichst viel Druck von Seiten der Politik auf die Leute rechtfertigt (was ja eigentlich auch völlig gegen die eher Hierarchieablehnenden linken Gedanken gehen sollte).


    Unser Gesundheitsystem in Deutschland ist völlig auf Profit ausgerichtet. Jedes Krankenhaus muss Geld machen, damit es sich erhalten kann. Und Geld macht man halt nicht damit, dass man Leute schnell und zielgenau behandelt, sondern indem man sie möglichst lange dabehält und möglichst viele Untersuchungen macht, egal wie sinnvoll die jetzt grade sind. Hauptsache man kann abrechnen. Und bei Privatpatienten eben nochmal viel mehr, weswegen die eben immer bevorzugt werden, weil man mehr Geld mit ihnen machen kann. Wurde dagegen in den Pandemiejahren mal irgendwas gemacht? Nein. Stattdessen hat man mehr Geld in noch mehr Betten gepumpt und völlig den Überblick verloren. Hat man mal dafür gesorgt, dass die Berufsbedingungen der Krankenpflege besser werden, damit mehr Leute in die Berufe gehen und damit auch mehr Betten versorgt werden können? Der Mindestlohn für Pflegekräfte nach 3 Jahren Ausbildung wurde auf bahnbrechende 15,40€ erhöht! Pflegehilfskräfte müssen sich aber noch mit 12,55€ bzw 13,20€ an Mindestlohn zufrieden geben. Mal nur so als Vergleich, der durchschnittliche Stundenlohn in Deutschland 2020 lag bei 19,38€. Also immer noch finanziell super verlockend, Pflegeberufe zu ergreifen, nicht wahr? (:


    Außerdem ist in unserem Gesundheitssystem Vorsorge immer noch deutlich zu unterbewertet und ein gesunder Lebensstil schwer machbar. Sekundäre Immunschwächen (im Laufe des Lebens erlangte, nicht angeborene Immunschwächen) haben als einen von 3 Faktoren ganz klar ungesunde Verhaltensweisen, wie Rauschmittelkonsum, fehlerhafte oder einseitige Ernährung, Stress, Schlafmangel oder zu wenig Bewegung und frische Luft und die anderen beiden Faktoren sind Krankheitsbezogen, denen man teilweise auch zumindest mit einer gesünderen Lebensweise und Vorsorgeuntersuchungen vorbeugen oder zumindest noch früh genug erkennen kann, um noch so gut es geht gegenlenken zu können. Es wäre ja schonmal ein Anfang, wenn Bluttests zur Ermittlung der Vitamine und Spurenelemente im Körper keine Selbstzahlerleistung mehr wären, damit jede Person halbjährlich mal ihre Werte überprüfen lassen kann, damit Mangel auch erkannt und behandelt werden können, bevor sie zu Krankheiten führen. Vitamin D ist da so eine der Hauptmitwirkenden an einem guten Immunsystem (und grade im Bezug auf Corona auch nicht unwichtig) und trotzdem sind nur 38,4% der Personen in Deutschland ausreichend versorgt. Aber auch noch andere Vitamine und Spurenelemente tragen ihren Teil zu einem gesunden Immunsystem bei und zu Selen gibt es nicht mal ausreichende Daten, wie gut die Bevölkerung damit versorgt ist, aber von den geschätzten Zufuhrmengen könnte man auch auf einen Mangel schließen.

    Man könnte auch mal von dem ganzen Leistungsdruck weggehen, Personen weniger Stress aussetzen und es deutlich normalisieren, dass man nicht zur Arbeit geht, wenn man krank ist. Man könnte damit anfangen, Rauschmittel nicht weiter als normalen Teil der Gesellschaft zu glorifizieren und sich fröhlich das Geld der Alkohol/Tabak-Industrie in die Tasche stecken, während im Schnitt 74.000 Leute pro Jahr an Alkohol- und Tabakinduzierten Erkrankungen sterben und trotzdem fröhlich tolle Werbung dafür gemacht wird.

  • An meiner Universität ist mittlerweile auch die Maskenpflicht ausgesetzt worden, trage aber weiterhin eine, wenn ich auf dem Campus bin und auch sonst an Orten, wo es sinnvoll sein dürfte (etwa weil viele Menschen da sind), auch wenn keine Pflicht mehr besteht. Die Wirksamkeit von Masken in Hinblick auf Senkung/Niedrighaltung/Verlangsamung eines Anstiegs der Infektionszahlen ist gut belegt und wenn mensch als Einzelperson etwas tun möchte, um spezifisch vulnerable Gruppen zu schützen, ist das etwas sehr Einfaches, was getan werden kann. Es überrascht natürlich nicht, dass mit Aussetzung der Pflichten in diversen Orten dann auch weniger Leute eine Maske tragen, auch wenn es irgendwo dennoch schmerzt; es bedurfte zwar eigentlich keines Beweises, dass es mit "Eigenverantwortung" in Hinblick auf Maßnahmen nicht klappt, weil der Verantwortungsteil davon offenbar dann doch lieber übersehen wird, aber nichtsdestoweniger scheint dieser dann nun jetzt auch erbracht.

    Was ansonsten wehtut, ist, dass auf vulnerable Gruppen eben so wenig Rücksicht genommen wird. Während es für Menschen ohne nennenswerte Risikofaktoren sicherlich leicht möglich ist, zum Zustand vor der Pandemie zurückzukehren, ist das für die fraglichen Gruppen eben nicht möglich, solange das Virus nicht verschwindet oder durch Drücken der Infektionszahlen eine Ansteckung generell wieder sehr unwahrscheinlich wird. Diese Leute stehen eben vor der Entscheidung, sich selbst (weiterhin) zu isolieren oder ein erhöhtes Risiko in Kauf zu nehmen, das es vor der Pandemie nun einmal nicht gab. Eltern, die Kinder mit Risikofaktoren haben und diese mitunter tapfer zuhause unterrichtet haben, sahen sich damit konfrontiert, dass ihre Kinder in Schulen und anderen Einrichtungen durch Wegfallen von Maskenpflichten wieder gefährdeter waren. Und wenn die Maskenplficht in Bus und Bahn auch noch wegfällt, dann heißt es für diese Leute wirklich gute Nacht. Das Endergebnis ist stets, dass Leute, ohne dass sie darauf irgendeinen Einfluss haben, in Dilemmasituationen gesteckt werden, in denen sie nur zwischen Isolation und Gesundheitsrisiko wählen können. Das ist eine ziemlich beschissene Situation für eine signifikante Anzahl von Menschen (und ggf. auch deren Angehörigen), und es sollte darüber nicht einfach achselzuckend hinweggesehen werden. Wer eine Maske wirklich aus gesundheitlichen Gründen nicht tragen kann, kann natürlich nichts tun; wer es aber kann, der hat wenn schon keine staatliche, so doch immer noch eine moralische Pflicht dazu, und die kann auch nicht wegdiskutiert, sondern lediglich ignoriert werden. Das ist letztlich der Punkt, der vielleicht etwas plakativ mit "Eugenik" bezeichnet wird: Sicherlich möchte niemand verbal die Ansicht in der Deutlichkeit ausdrücken, dass Risikogruppen einfach verrecken oder ausgegrenzt werden können; genau darauf läuft es aber am Ende faktisch hinaus, wenn bei nicht ausreichend niedrigen Infektionszahlen die Maßnahmen fallengelassen werden. Dementsprechend lässt sich auch konstatieren: Wer jemals in Schrift und/oder Wort das Szenario eines gesellschaftlichen Weltuntergangs gezeichnet hat, in dem Ungeimpfte ausgegrenzt würden und so etwas wie eine Zweiklassengesellschaft entstünde (ein Szenario, das bis heute nicht eingetreten ist) und jetzt aber, im Angesicht der tatsächlich drohenden Ausgrenzung vulnerabler Gruppen, die schon vor der Pandemie benachteiligt waren, einfach nichts weiter zu bemerken hat, als dass die das eben aushalten müssten, sich sogar noch über die Abschaffung einfacher Maßnahmen, die solche Gruppen schützen könnten, aus vollem Herzen freut, entlarvt die eigenen Aussagen als Gipfel der Doppelmoral.