Schreib-Café - Diskussions- und Feedbackthema

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


Alle Informationen zum ersten Teil des Erweiterungspasses "Die Insel der Rüstung" findet ihr bei uns auf Bisafans:

Zu den Rüstungsinsel-Infoseiten | Pokédex | Routendex
  • (Bildquelle)


    Hallo liebe User*innen! Dedenne


    Im Zuge unseres ersten Schreib-Cafés könnt ihr dieses Thema dazu nutzen, euch über entstandene Texte der Aktionsteilnehmer auszutauschen, Feedback zu geben, euch gegenseitig zu inspirieren oder über die Aktion allgemein zu sprechen. Bedenkt dabei insbesondere, dass Kommentare natürlich nicht lang sein müssen - man kann einem Autoren sicher auch mit wenigen Worten eine Freude machen!


    Wir freuen uns auf eure Beiträge!

  • Hey, cool, neue Aktion, dann hat man wenigstens etwas zu tun, während man auf seinem zusammengehamsterten Klopapierrollenberg hockend auf das Ende der Zivilisation wartet.


    Shiralya: Hm, ich finde die Idee lustig, dass Faust und andere Werke tatsächlich in einer Parallelwelt spielen, in der man nur in Versen spricht.


    Aber ich verstehe den Satz mit dem Internet nicht ganz? Ist ja nicht so, als würde das Internet die Dichtkunst ruinieren oder so. Es soll sogar Leute geben, die veröffentlichen Gedichte im Internet. Meinst du wirklich, dass in unserer Welt quasi die Kultur untergeht und das Interesse an Poesie, die Liebe zur Sprache immer mehr abnehmen?


    Gut, ich weiß ja auch nicht, ob du das zu 100 % so meinst. Vielleicht ist das Lyrische Ich einfach nur eine recht pessimistische Person. Ich bin ein bisschen zwiegespalten. Einerseits mag ich dieses leicht Melancholische in deinem Gedicht, das leise Erstaunen über unsere poesiearme Welt, sowie den Aufruf am Ende. Ich habe schon den Eindruck, dass Geisteswissenschaften bei uns eher gering geschätzt werden, dagegen z.B. Informatik und Naturwissenschaften als etwas "Richtiges" zählen, zumindest solange sich damit Geld machen lässt. Andererseits bin ich immer etwas... skeptisch, wenn Leute Dinge sagen, die nach "früher war alles besser" klingen. Früher waren ja auch nicht alle Poeten.


    Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu negativ, ich finde es cool, dass du den Anfang gemacht hast. Tue mir immer schwer mit Kritik, weil sie gerade in reiner Textform recht unfreundlich herüberkommen kann.

  • Project Mew Ich finde es cool, dass du den Anfang im Kommentieren gemacht hast. Und keine Sorge, dein Post klang nicht unfreundlich.


    Tatsächlich war das Gedicht am Anfang gar nicht wirklich gesellschaftskritisch gedacht und hat sich eher zufällig in die Richtung entwickelt. Bei dem Satz mit dem Internet zum Beispiel hab ich so ein bisschen an Trumps Twitter-Account denken müssen ...

    Ich selbst denke, dass soziale Medien uns z.T. den "Druck" nehmen, richtig zu schreiben. Vollständige Sätze, ausgereifte/ausformulierte Gedanken - all sowas. (Es war übrigens keine Absicht, dass der Satz da eben quasi nichts davon hat, er passte halt einfach so xD) Das Internet verändert unsere Sprache sehr und ich mag unsere Sprache eigentlich selbst mit ihren anstengenden Seiten sehr. Außerdem bekommt man manchmal das Gefühl, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Leute und ihre Bereitschaft, sich länger mit etwas zu beschäftigen, sinkt - Dinge die mMn für Gedichte recht wichtig sind.

    Aber ich schweife ab, denn so viele Gedanken habe ich mir beim Schreiben gar nicht gemacht. Aber gut möglich, dass das unterbewusst mitschwang.


    Wie pessimistisch das Lyrische Ich ist, ist mir vor deinem Kommentar auch gar nicht aufgefallen, aber du hast absolut recht. Ich glaube, sowas ist aktuell so ein bisschen ein Trend. Ist nur so ein Gefühl. Und früher war nicht alles besser, aber manches schon (;


    Danke nochmal für deinen Kommentar. Du hast mich dazu gebracht, mich nochmal ganz anders mit meinem Werk zu befassen. Und es freut mich, dass es dir gefallen hat. :3

  • Shiralya Tja, das mit der sinkenden Aufmerksamkeitsspanne ist sicher wahr, oder zumindest habe ich diesen Eindruck auch. Habe mich selbst schon vor einer Weile gefragt, warum ich, wenn mir in freier Wildbahn ein Gedicht begegnet, immer direkt einen ausgeprägten Widerwillen verspüre. Ich lese eigentlich sehr schnell, aber um den Sinn eines Gedichts zu erfassen, muss man es langsam lesen, um wirklich ein Gefühl für die Sprachmelodie zu bekommen, die mitschwingenden Emotionen ein wenig auf sich wirken lassen...

    Und ich glaube, das ist es, was ich Gedichten "übel nehme" - sie bremsen mich quasi aus. Oh Mann, ich wollte hier einfach durch dieses Buch rasen, und jetzt muss ich mich auf ein Gedicht einlassen? Das ist ja schlimmer, als wenn jemand an der Supermarktkasse dreißig Sekunden lang sein Kleingeld sortiert! Meistens überfliege ich die Gedichte einfach, weil ich genervt bin von der Unverfrorenheit der Autorin, mich mit etwas zu belästigen, das nicht kurz und knackig Informationen liefert. Habe mich also schon ein wenig ertappt gefühlt, als du das geschrieben hast ;)


    Dabei ist es nicht einmal so, als fände ich Lyrik grundsätzlich doof. Es gibt schon das ein oder andere Gedicht, das mich wirklich berührt hat, und manche habe ich sogar auswendig gelernt, einfach, weil ich sie gerne bei mir tragen wollte. Vor kurzem hatte ich dann noch die sensationelle Erkenntnis, dass Songtexte ja quasi auch Gedichte sind, und von denen gibt es einige, die ich sehr mag. (Wobei da natürlich auch die Musik, in die sie eingebettet sind, eine sehr große Rolle spielt.)


    Bei der Aktion hier war mein erster Gedanke auch "och nee, ich dachte, ihr wollt den Bereich beleben, und nicht die Leute mit Lyrik vergraulen", aber eigentlich möchte ich mich trotzdem daran versuchen. Wer weiß, vielleicht werde ich ja eine ganz neue Affinität zu Versen und Reimen entwickeln ^^

  • Oh Mann, ich wollte hier einfach durch dieses Buch rasen, und jetzt muss ich mich auf ein Gedicht einlassen? Das ist ja schlimmer, als wenn jemand an der Supermarktkasse dreißig Sekunden lang sein Kleingeld sortiert!

    Das Problem habe ich selbst tatsächlich nicht (ich hab mich auf diesem Weg sogar schonmal in ein Gedicht verliebt), aber die Aussage kommt mir trotzdem bekannt vor, weil ich sie schon von anderen gehört habe.

    Was ich aber so an allem, was auch nur ein bisschen in Richtung Lyrik geht (auch lyrisch angehauchte Prosa) so liebe, ist die Art und Weise, wie man Dinge ausdrücken kann. Um jetzt einen Liedtext als Beispiel zu nehmen: "At the bitter end / salt and liquid blend / from the corner of my eyes". Ist das nicht die geilste Art und Weise, Tränen auszudrücken? Dieses Spielen mit der Sprache ist so toll! Ich verstehe aber auch, dass das einige Leute abschreckt.

    Bei der Aktion hier war mein erster Gedanke auch "och nee, ich dachte, ihr wollt den Bereich beleben, und nicht die Leute mit Lyrik vergraulen", aber eigentlich möchte ich mich trotzdem daran versuchen. Wer weiß, vielleicht werde ich ja eine ganz neue Affinität zu Versen und Reimen entwickeln ^^

    Es ist ja auch nicht so, als müsste man effektiv etwas mit Lyrik machen. Man kann ja auch ein Drabble über einen Charakter schreiben, der Gedichte hasst. Die Aktion soll ja nur irgendwie inspirieren und jeder kann sich selbst überlegen, wie er es umsetzen will. Und vielleicht hilft es ja einigen, sich ihren Frust zu Gedichten von der Seele zu schreiben und mit ihnen Frieden zu schließen. (Gegen "ganz neue Affinität[en]" hat aber sicherlich auch niemand etwas^^)


    Zu guter Letzt noch zwei Sachen, die ich gestern zu meinem Gedicht vergessen hatte:

    1. Es muss natürlich nicht notwendigerweise unsere Welt sein, über die gesprochen wird, auch wenn sie eindeutig auf unserer basiert.

    2. Nochmal zum Internet: Ich glaube, ich hatte aktiv daran gedacht, dass das gesprochene und gedruckte Wort ein wenig an Bedeutung verlieren in einer Zeit, in der man alles im Internet nachgucken kann.


    P.S. Ich denke zwar, dass Diskutieren erlaubt oder gar erwünscht ist, aber halte uns auf, wenn du das Gefühl hast, es geht zu weit Thrawn.

  • Thrawn Beim Lesen deines Gedichts "Quarantäne" habe ich laut lachen müssen über die trotzig-wütenden Reaktionen des lyrischen Ichs (die ja bei einer unfreiwilligen Isolation sehr verständlich sind). Mir gefällt die Struktur, dass jede Strophe gleich aufgebaut ist. Was mich aber stört, ist das Wort "Putzmittel" in der letzten Strophe. Ich finde, dass es sich rhythmisch nicht so recht einfügt, weil die Betonung auf der ersten Silbe liegt, aber auf der zweiten liegen müsste, damit es passt.


    Außerdem mag ich, dass die Vorschläge, sich irgendeiner positiven Aktivität zu widmen, von leblosen Gegenständen kommen (bzw. einem Tier), das verdeutlicht den angegriffenen, überreizten Geisteszustand der Person.

    (Ehm, und ich hoffe, das Gedicht ist nur eine humoristische Überspitzung der aktuellen Situation und spiegelt nicht deinen tatsächlichen Gemütszustand wieder :/)


    "BGE" hat mich weniger angesprochen, ich weiß nicht genau, warum. Das heißt nicht, dass ich es schlecht finde, es löst halt nur emotional nicht so viel aus. Vielleicht einfach, weil "Quarantäne" mehr auf die Gefühlswelt einer einzelnen Person eingeht, während "BGE" zwar, meine ich, eine zuversichtliche und rebellische Grundstimmung hat (so nach dem Motto "Jetzt wird sich endlich was bewegen"), aber sich eben mit einer gesellschaftlichen, abstrakteren Sache beschäftigt.

    Auch bei diesem Gedicht finde ich aber die Struktur interessant, die durch die jeweils fast identischen letzten Zeile der Strophen etwas monoton wirken würde, aber in der letzten Strophe nochmal etwas aufgebrochen wird. Das kommt mir vage bekannt vor, ich meine, ein strukturell ähnliches Gedicht schon mal gelesen zu haben. Ich kenne mich nicht so aus mit Gedichtformen; ist das eine bestimmte Form, die einen Namen hat?


    In der letzten Strophe hat mich aber das Wort "toll" irritiert. Meiner Meinung nach ist dieses Wort, gerade in geschriebener Sprache, mit Vorsicht zu genießen. Das Gedicht vermittelt mir nämlich eigentlich den Eindruck, dass du dem bedingungslosen Grundeinkommen positiv gegenüberstehst, aber das "toll" in der letzten Zeile wirkt auf mich eher ironisch und abwertend, obwohl ich nicht glaube, dass es wirklich so gemeint ist.


    Insgesamt hat mir gefallen, dass du den beiden Gedichten noch dieses bisschen Kontext hinzugefügt hast, und die Vorstellung, dass die Pandemie ihre eigenen Lyrikgattungen hervorbringt.

  • (Ehm, und ich hoffe, das Gedicht ist nur eine humoristische Überspitzung der aktuellen Situation und spiegelt nicht deinen tatsächlichen Gemütszustand wieder :/)

    Nein, nein, ist schon eine Überspitzung. Wenngleich die Situation schon nervt, aber was soll man machen? (Schreiben natürlich.)

    Was mich aber stört, ist das Wort "Putzmittel" in der letzten Strophe. Ich finde, dass es sich rhythmisch nicht so recht einfügt, weil die Betonung auf der ersten Silbe liegt, aber auf der zweiten liegen müsste, damit es passt.

    Stimmt natürlich, ich habe das mit dem Metrum leider immer noch nicht so raus, uff.

    Ich kenne mich nicht so aus mit Gedichtformen; ist das eine bestimmte Form, die einen Namen hat?

    Nicht, dass ich wüsste, ich dachte nur, zur Betonung des Abschlusses würde eine kleine Auflockerung des Schemas gut ankommen.

    "BGE" hat mich weniger angesprochen, ich weiß nicht genau, warum. Das heißt nicht, dass ich es schlecht finde, es löst halt nur emotional nicht so viel aus.

    Da würde ich zustimmen, ich mag das andere Gedicht auch lieber.

    In der letzten Strophe hat mich aber das Wort "toll" irritiert. Meiner Meinung nach ist dieses Wort, gerade in geschriebener Sprache, mit Vorsicht zu genießen. Das Gedicht vermittelt mir nämlich eigentlich den Eindruck, dass du dem bedingungslosen Grundeinkommen positiv gegenüberstehst, aber das "toll" in der letzten Zeile wirkt auf mich eher ironisch und abwertend, obwohl ich nicht glaube, dass es wirklich so gemeint ist.

    Das ist tatsächlich ein Punkt, wo ich auch etwas gehadert habe, denn mir ist auch aufgefallen, dass es irgendwie ironisch wirken muss. Ich habe es dann am Ende so gelassen, weil ich dachte, dass man es vielleicht als "naiv optimistisch" interpretieren könnte, wobei "naiv" hier nicht negativ gemeint ist, sondern eher als Gegenstimmung zur ständig ernsten "Realpolitik". Damit ist das Gedicht im Ganzen vielleicht so ein bisschen mehr eine spielerische denn komplett seriöse Forderung. Bin aber wie gesagt mit dem Gedicht auch nicht so ganz zufrieden, weil sich das ja, wenn ich ehrlich bin, eher daraus ergab, dass ich es halt auch nicht besser konnte.

    Insgesamt hat mir gefallen, dass du den beiden Gedichten noch dieses bisschen Kontext hinzugefügt hast, und die Vorstellung, dass die Pandemie ihre eigenen Lyrikgattungen hervorbringt.

    Ja, ich könnte mir halt echt vorstellen, dass sich da thematisch was verschiebt. Ich selbst werde da vermutlich die nächsten Tage (Wochen, Monate?) dran arbeiten, haha.

  • Ein kurzer Hinweis an dieser Stelle: Wir werden demnächst einen Fanfiction-Chatabend veranstalten! Hier könnt ihr über den genauen Termin abstimmen. Wir freuen uns auf Teilnehmer!


    Edit: Wollte dann eigentlich auch kurz etwas zu dem Gedicht von Project Mew sagen, nachdem du hier noch keinen Kommentar dazu erhalten hast, aber dir selbst hier ja wirklich viel Mühe gibst und dich mit den Gedichten anderer Teilnehmer auseinandersetzt.


    Insgesamt finde ich, dass dein Gedicht ein wirklich schönes Beispiel von "Quarantänelyrik" ist - den Einworttitel halte ich in diesem Kontext besonders gut gewählt und auch inhaltlich stellt sich die derzeitige Situation gut dar, wie das lyrische Ich sich selbst gewählt in Quarantäne begibt. Der Ton wirkt dabei im Großen und Ganzen humoristisch, mit der Höhle aus Taschentüchern, der etwas ironischeren Bezeichnung "Artgenossen" für andere Menschen und der Frage, ob draußen nicht schon riesige Insekten die Welt bevölkert haben. Letzteres drückt damit auch den hohen Grad an Isolation aus - man bekommt von der Außenwelt nicht mehr so viel mit -, was wohl auch am zusammengebrochenen Internet liegen wird - zu beneiden ist das lyrische Ich damit in der Tat nicht, schließlich geht damit eine wichtige Beschäftigungsmöglichkeit verloren. Was ich dabei übrigens auch positiv finde, ist die Tatsache, dass das Gedicht zwar ein wenig lockerer und humoristisch mit dem Thema umzugehen scheint, es dabei aber auch nicht verharmlost und stattdessen einfach "nur" die Notwendigkeit der Selbstquarantäne und der leichten Ungewissheit mit Humor nimmt. Ich selbst bin mir nie ganz sicher, ob's bei mir nicht manchmal zu sehr in Richtung Verharmlosung kippt, aber ich finde, du hast da den Spagat gut gemeistert.


    Formal bin ich bei Gedichten nicht so stark, muss ich sagen (wie oben erwähnt, ich bin mit Metren nciht so gut). Ich bin jetzt aber beim Lesen nirgendwo wirklich gestolpert - die Verslängen variieren zwar, aber das hat mich nicht gestört und das Reimschema ziehst du ja konsequent und sauber durch.


    Das Gedicht hat mir also auf jeden Fall gefallen und ich hoffe, du schreibst auch so schön weiter!

  • Ich bin gerade noch einmal alle bisherigen Werke beim NPM durchgegangen und möchte zu einigen davon kurz ein paar Worte dalassen. Bei der Menge werden das eher keine ausführlichen Kommentare, aber zumindest ein bisschen Lob sollte möglich sein! ^-^ (Und ich hab es geschafft, in Spoilern zu zitieren! Ich bin so stolz auf mich! ;__;)


  • Keine Ahnung, ob mir hier nicht doch irgendwas an Hintergrundwissen fehlt, aber den zweiten Vers und insbesondere das Reimen von Konfetti auf Spaghetti fand ich so stumpf, dass ich beim Lesen immer wieder schmunzeln muss. Also ja, alles richtig gemacht, würde ich mal sagen. Unter den witzigen Umsetzungen ist das momentan auf jeden Fall mein Liebling! ^^'

    Also ich weiss, dass es sich nicht zwingend Reimen muss oder soll aber das Konfetti war beabsichtigt so, da es recht ins Gewicht fällt und das vorprogrammierte Chaos vom verwechselten Salz nochmal betonnen soll, wenn chaotisch, dann richtig. Aber gebe zu, bisher habe ich bis auf das Schatten Haiku nur kleine Experimente gewagt, die ein kleines, ich nenne es gleich beim Wort "stumpfes" Lachen generieren soll^^ Bin da echt noch nicht so tiefsinnig aber werde es gegen Ende hin probieren. Heute spät gibt es aber schon mal nichts tiefsinniges mehr, sondern nur einen kleinen Hinweiss für mich, dass ich Feierabend (Schlaf statt Gerstensaft), machen sollte^^ Aber danke für die Rückmeldung :)

  • Puh, dass du ausgerechnet das Gedicht dir aussuchst, hätte ich auch nicht gedacht, Flocon ^^

    Mit Reimen kann man wirklich kreative Sachen anstellen, ich bewundere, was Shiralya damit dichtet. Nur habe ich dafür leider absolut kein Talent und muss viel zu lange über passende Reimwörter nachdenken. Es würde mich nicht wundern, wenn im Laufe des Monats irgendwann doch ein Haus-Maus-Reim dran glauben muss ^^'


    Wenn ich aber noch etwas anderes ansprechen darf:

    Wenn ein Haiku einen Titel braucht, hat man die Form nicht konsequent genug ausgeschöpft.

    Ist das tatsächlich so? Ich hatte zur Inspiration in den NPM vom letzten Jahr reingeschaut und die Idee dort aufgeschnappt. Für meinen Beitrag heute (also zum jetzigen Zeitpunkt schon gestern) hat sich ein Titel angeboten, weil er das Couplet und die beiden Haikus umfasst und ich außerdem eine gute Idee hatte. Und gestern hatte ich das Haiku mit "Enigma" überschrieben, damit es gebildeter rüberkommt durch das Fremdwort den rätselhaften Charakter verstärkt. Aber es stimmt natürlich, der Sinn der Gattung liegt in dem wenigen Platz, den man hat und den man durch einen Titel ausdehnt. Darf ich mal nach Erfahrungen und Meinungen fragen, wie ihr anderen (ja, genau du, lieber Leser dieser Zeilen) dazu steht?


    Ansonsten habe ich mich von deiner Sammlung und auch deinen Haikus hier inspirieren lassen, ein bisschen mit Satzzeichen und Groß- und Kleinschreibung am Versanfang herumzuspielen, was echt interessant ist und Laune macht ^^


    Bestimmt kommt die Tage auch noch ein bisschen Kommentar und Interpretation von mir, darauf freue ich mich schon. Dankeschön, dass du den ersten Schritt gemacht hast, Flocon ^^

    Und plötzlich schien ein neuer Kontinent

    am Horizont, wir sind noch lange nicht am End’!
    __________________________________________________________- Flocon


    Ein riesiges Dankeschön an Kasumi für diesen wunderbaren Avatar ^-^

  • Mandelev Für Reimwörter gibt es ja auch genug Internetseiten, die einem die Suche nach dem passenden Wort erheblich erleichtern können. Wenn ich an einer Rohfassung sitze, habe ich meistens mindestens mal eine Seite für Reime und eine für Synonyme offen, um zu gucken, in welche Richtung ich potentiell gehen könnte. Dass du kein Talent dafür hast, glaube ich aber nicht! ^^'


    Das mit dem Titel ist wahrscheinlich eher ein Argument, das man öfter liest, wenn man sich mit dem generellen Diskurs rund um Haiku in westlichen Sprachen beschäftigt. Tendenziell gibt es sogar eher die Tendenz, noch weniger Silben als dieses klassische 5-7-5 zu verwenden, um die japanische Form besser abzubilden. Ganz so fanatisch sehe ich das aber nicht, deswegen war es ja auch durchgestrichen. ^^' Ich habe letztes Jahr auch selber oft noch Titel verwendet, wobei ich mich momentan wieder davon entfernt habe. In diesem Rahmen würde ich das mal als Geschmackssache beschreiben, ob man einen Titel wählt oder nicht. Bei zusammenhängenden Werken, wie du das jetzt gemacht hast, finde ich einen Titel aber auch ganz praktisch. ^-^


    Ohh, und wenn Leute mit Interpunktion spielen, freue ich mich sowieso immer. Ich werde bei deinen Werken mal mehr darauf achten, haha. x)

  • Ein paar kurze (haha) Gedanken zu ausgewählten Gedichten:

  • Die Spoilernamen sind vielleicht etwas ungünstig gewählt, aber ihr findet schon, was ihr sucht.


    P.S. Weil ich neulich das Tabmenu-Lied gehört habe ( Nessie. erinnerst du dich?), muss ich jetzt einfach sagen: Wäre ein solches für die aktuelle Kommentier-Situation nicht super schick? *sehnsüchtig seufz*

  • Wie angedroht, greife ich auch noch ein paar Gedichte aus dem National Poetry Month heraus, zu denen ich etwas zu sagen habe oder die mich besonders beeindruckt haben. Ich mag die Aktion jetzt schon sehr, weil dort so viele unterschiedliche, besondere und kreative Werke entstehen, egal ob kurz oder lang.

    Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich auch mal alles in Spoiler gepackt.



    Jetzt habe ich gar kein Gedicht von Thrawn erwähnt, aber ich habe so schon ganz schön viel geschrieben, darum bekommst du einfach so ein Highlight. Danke für die Leitung, die Anstöße und nächstes Mal bekommmst du auch einen Kommentar, denn ich mag deine Art zu schreiben, für die ich vermutlich nicht das Talent hätte.

    Und plötzlich schien ein neuer Kontinent

    am Horizont, wir sind noch lange nicht am End’!
    __________________________________________________________- Flocon


    Ein riesiges Dankeschön an Kasumi für diesen wunderbaren Avatar ^-^

    2 Mal editiert, zuletzt von Mandelev ()

  • Ich berufe mich auf die Shiralya'sche Zeitinterpretation und sage, dass dieser Post noch zum Kommi-Sonntag zählt!


    Kommis


    Rekommis

  • Es folgt meine wöchentliche Analyse der täglichen Haiku. Heute mit einer etwas kleineren Auswahl als sonst, weil meine Dozenten übermotiviert sind. :c



    Zwingt mich nicht, dass auf diesen Doppelpost am nächsten Sonntag ein Trippelpost folgt. :<

  • Da ich nicht gerne andere zu was zwinge, hier meine Auswahl an Gedichten, die ich gerne kommentieren möchte:


    Wenn du endlich sprichst

    Sind die Blätter in Farbe

    Und mein Herz aus Stein

    Ein Gedicht, welches mir heute beim Stöbern aufgefallen ist. Finde das Ende überraschend, da es zuerst so erwärmend klingt (wer mag die farbigen Blätter im Herbst nicht?) und dann plötzlich dieser Stein, der sich so kalt und hart anfühlt. Gefällt mir wirklich sehr sehr gut.


    Ich bin ein Virus

    Ich bin super ansteckend

    Mit guter Laune

    Was wie ein klassisches Corona-Gedicht beginnt, endet mit einer kleinen Pointe, die mich auch wirklich zum Schmunzeln gebracht hat. Ein Virus, von dem ich mich gerne anstecken lasse.


    Worte verschwinden

    im Raum, in der Zeit; vergeh’n.

    Sie schweigen dahin.

    Ein schönes kleines Gedicht, welches mich ein bisschen in Gedanken versetzt hat. Gibt es Worte, die ich gerne an eine Person richten würde? Wenn man etwas nicht ausspricht, ist es dann bereits vergangen, bevor es überhaupt begonnen hat. Sterben Worte, die an eine Person gerichtet waren erst mit dem Tod deren Person oder schon vorher? Du schreibst allgemein so tolle Gedichte aber dieses hat mich momentan berührt, hoffen wir, dass diese geschriebenen Worte nicht allzu schnell vergehen werden.


    Mir persönlich gefällt dein Sonette, besonders die Gliederung

    Wie schön du die Gewitterdämmerung/ Abenddämmerung im ersten Quartette einleitest, der Leser spürt durch die vielen, kleinen Aufzählungen, dass sich ein Sturm nähert, wenn ich so darüber nachdenke erfasst mich selber sogar klein wenig ein Unbehagen, doch dann folgt schon das zweite Quartet, ein Hilferuf (auch an uns gerichtet? Es wirkt so, als würdest du uns dazu aufrufen, dir beim Sonettenkranz zu helfen, falls das beabsichtigt war, empfinde ich dies als coole Anekdote), bei dem ich gerne wüssen würde, wer dieser geheimnisvolle Helfer ist.


    Dann das erste Terzett, welches mit dem "doch" auch blitzartig den Leser wachrüttelt und gut aufzeigt, dass eben etwas, der Blitzschlag, passiert ist. Passt auch wieder zu dieser geladenen Stimmung aus deinem ersten Quartett


    Das zweite Terzett beginnt weiterhin "aggresiv", meiner Meinung nach etwas zu stark, für das es schon in der ersten Zeile "ermattert", jedoch merkt man im Verlauf des Terzettes gut, wie die Stimmung abflacht, das "Unheil" verschwindet und sich die Wolken/ die dunkle Nacht schlichtet(-n) und mit dem Duft und dem beginnenden Tag wieder ruhe und Frieden einkehrt.


    Muss ehrlich gestehen, ich mag dein Sonette, besonders auch dank den vielen ruckartigen Aufzählungen in der ersten und dritten Strophe und dem kleinen Lichtblick in der 2. Strophe, finde du hast das Wechselspiel zwischen "Hell" und "Dunkel" sehr gut hingekriegt.


    Finde, du knüpfst auf eine spannende Weise an Mandelev's Sonette an. Als Leser des ersten Gedichtes habe ich leise aufgeatmet, als es endlich Tag wird und ein - meiner Meinung nach wohltuender und -wirkender Duft die Nacht beendet.


    Dein zweites Quartett bringt uns dann aber in eine spannende Richtung, trotz des hereinbrechenden Tages (Tag = "hell") wirkt alles so fremd und dadurch irgendwie weiterhin "dunkel", schleierhaft, bewölkt oder gar von Nebel verschlungen.


    Spannend geht es weiter mit deinem ersten Terzett weiter, da es dem Leser eine neue Möglichkeit aufzeigt, vllt ist das lyrische Ich gar nicht in einer fremden Welt, sondern durch das fehlende Erinnerungsvermögen fühlt sich einfach alles - zunächst(?) - fremd an.


    Das zweite Terzett rundet das ganze noch perfekt ab, indem es auf die gefühlten Emotionen eingeht, man kann das Leid der Person richtig nachempfinden.


    Obwohl du nicht genau wusstest, wo du hin möchtest, gefällt mir die Richtung wirklich wirklich gut.


    Das verzweifelte Gefühl, welches Vanchninght da heraufbeschworen hat, ziehst du eindrücklich im ersten Quartett weiter. Das Verweigern der Logik und der Umstände, welches vom eigenen Herz ausgeht, gefällt mir ganz gut.


    Im zweiten Quartett aber die Wende: Das lyrische Ich hört auf zu hinterfragen und beginnt, die Welt neu und ohne voreingenommen zu sein, wahrzunehmen.


    Dieses unbeschreiblich freie Gefühl zieht sich auch durch die zwei Terzetten durch, dieser Ausruf im zweiten Terzett bei der mittleren Verszeile lässt einen beinahe selbst aufjubeln. Es wird einem sehr warm ums Herz.


    Und da komme ich auch gleich zu meinem Problem, für mich wurde der Umstand viel zu schnell akzeptiert, wodurch ich durch den Vers "- Ist nun das End' meiner Geschichte hier?" gerade echt Mühe habe, da irgendwo anzuknüpfen da ich die Geschichte nicht so leicht enden lassen möchte, aber wer weiss, vllt fällt mir dazu noch was ein ;) Ansonsten sehr schön geschrieben, diese Wärme spüre ich als Leser deutlich heraus, es ist beinahe so, als könnte ich all meine Sorgen ebenso vergessen und einfach ab heute ein neues Leben beginnen :D


    Diese Gedicht gefällt mir auch sehr gut, finde es toll, wie du die drei Enden deiner Vorschreiber für eigene Strophen aufgreifst. Ich versuche mich evt. auch bei meiner Fortsetzung des Sonettes daran, einer deiner Verse einzubauen^^


    Mir gefällt insbesondere, wie du die ersten zwei Strophen dazu verwendest, den neuen Tag einzuleiten und ebenso die Sorgen etwas in den Hintergrund rücken. Die dritte Strophe umschreibt gut die Ursprungsfrage mit dem Ende der Geschichte, kann man vergangenes einfach vergehen lassen und sich auf das "Hier und Jetzt" konzentrieren, bzw nimmt man nur das weiter mit, welches man selbst weiter verbreitet?


    Dann in der 4. Strophe, welches die Frage nach einem Neuanfang verneint und denn Leser dazu bringt, sich selbst eine Sntwort auf die Frage, ob mit einem neuen Tag auch ein völliger Neuanfang möglich ist oder besser gesagt, warum man glauben könnte, das dies nicht möglich ist. am Schluss noch der sich verbreitende Himmel, der mir persönlich wieder das Gefühl gibt, alleine mit meinen Fragen und Gedanken in dieser grossen, grossen Welt zu sein.


    Das Gedicht stimmt mich nachdenklich und das mag ich :D Finde es eine interessante Alternative zu Mandelev's Ursprungsgedicht, mal schauen was ich aus diesen zwei Umsetzungen für mein eigenes Gedicht - in Form eines Sonettes, so hoffe ich bei mir - gewinnen kann.


    Nachbar am Fenster

    Macht heimlich Fotos von mir

    oder nur Selfies?

    Als Abschluss noch ein Kommentar zum eigenem Gedicht: Ich stand heute gegen Abenddämmerung (was für ein Zufall!) am Rande unseres Gartens. Ich geniesse die Zeit, wo die Sonne langsam aber sicher wieder untergeht. Da kam mein WG-Mitbewohner von seiner Familie, die gleich eins nebendran wohnt zurück. Er erzählte mir davon, wie die Nachbarin etwa 15 Minuten mit dem Handy am Fenster war. Er ging dann genervt zu ihr und klingelte an der Haustüre. Auf die Frage hin, warum sie ihn filmte, meinte sie nur, dass sie das Licht von draussen dafür verwendet hatte, um Selfies zu schiessen. Jetzt kann sich jeder selber fragen, was sie nun wirklich gemacht hat, anscheinend sei sie so 17-18 Jahre alt, daher halte ich Selfies auch für durchaus möglich^^

  • Zu viele tolle Gedichte. Im Moment habe ich mir 23 Zitate gespeichert, mal schauen, ob wirklich zu allen was sagen werde. Dazu wollte ich mir eigentlich noch mal die Osterelfchen vom Chatabend anschauen, das wird wohl nichts mehr. Großen Dank an alle Teilnehmer, auch die mit nur ein oder zwei Beiträgen (bisher).

    Außerdem sind mir noch ein paar Haikus aufgefallen, die sich mit der Form an sich beschäftigen, die ich mal hier thematisch zusammenbringen möchte

    Benachrichtigungen dazu, damit die betreffenden Schreiber Bescheid wissen, wo sie suchen müssen: Flocon  Voltobal  Evo Lee  Nessie.


    Oh je, eigentlich sollte man doch die Leute ermutigen, dass man hier auch kurze Beiträge verfassen kann und nicht nur ellenlange. Fühlt euch bitte nicht abgeschreckt, das wäre schade.


    Um noch ein bisschen Diskussion anzuregen: Was mich beschäftigt hatte, war die Form der Sonette (heißt es im Singular jetzt eigentlich Sonett oder Sonette?). Ich hatte mich, was den Rhythmus angeht, erst mal sehr streng an den Jambus gehalten, also immer unbetont - betont, und am Ende bei Bedarf noch eine zusätzliche unbetonte Silbe. Aber PokeViper und John Snom haben mir direkt gezeigt, dass es auch anders und vor allem freier geht.

    Was waren denn eure Erfahrungen damit? Achtet ihr darauf beim Schreiben überhaupt? Klingt der strenge Rhythmus tatsächlich geordnet oder eher mechanisch?

    Und plötzlich schien ein neuer Kontinent

    am Horizont, wir sind noch lange nicht am End’!
    __________________________________________________________- Flocon


    Ein riesiges Dankeschön an Kasumi für diesen wunderbaren Avatar ^-^

    4 Mal editiert, zuletzt von Mandelev ()

  • Ich habe mich etwas verspätet mit diesem Thema auseinandergesetzt und beim Durchsehen des NPM viele schöne Gedichte gefunden. Seht es mir bei den nachfolgenden Gedanken zu einigen dieser Werke nach, wenn ich etwas kommentiere, das schon ein Vorschreiber aufgegriffen hat.