Der Dämonenkrieg im Drachenland – Das Drachenreiter-RPG

Die Insel der Rüstung erwartet euch!


Alle Informationen zum ersten Teil des Erweiterungspasses "Die Insel der Rüstung" findet ihr bei uns auf Bisafans:

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  • 2.5.2506, Ista Weyr, Konferenzraum


    „Bevor wir mit der Besprechung anfangen, möchte ich euch darüber informieren, dass ich wieder einmal von Meisterharfner Robinton einen Brief bekommen habe“, berichtete Weyrleiter Rangul. Tatsächlich hatten Weyrherrin Jora und er alle Geschwaderführer und einige wenige ausgewählte Geschwaderzweite in den Konferenzraum gebeten, um die anstehenden Belange des Weyrs zu besprechen, und um die Stimmung etwas aufzulockern, berichtete der Weyrleiter als erstes von dem Brief des Harfners: „Er schreibt, dass er davon überzeugt ist, dass es demnächst wieder zu einem ‚Konflikt mit alten Feinden‘ kommen könnte und dass wir uns besser darauf vorbereiten sollen. Na ja, ich denke, das können wir wohl ignorieren.“

    Er wartete einen Moment, während einige der Geschwaderführer zustimmend nickten und wechselte dann das Thema: „Wichtiger ist jedoch die Liste der Kandidaten für die beiden Drachenprägungen. Wie ihr wisst, hatten wir in der letzten Zeit ungewöhnlich kurz hintereinander zwei Paarungsflüge, und dementsprechend haben wir im Moment gut vierzig Eier in der Brutstätte, darunter ein goldenes Ei, aus dem unsere nächste Königin schlüpfen wird. Mit den Jungen und Mädchen, die wir hier im passenden Alter haben, werden wir also nicht weit kommen. Also werden wir dieses Mal wohl ein paar Städte und Dörfer belästigen müssen, um dort nach geeigneten Kandidaten zu suchen.“

    „Für das goldene Ei ist es sowieso nicht schlecht, ein paar Mädchen zu haben, die nicht im Weyr aufgewachsen sind“, pflichtete Fanna, die Reiterin der zweiten Drachenkönigin im Weyr, dem bei. Tatsächlich wählten frisch geschlüpfte goldene Drachen sehr gerne Kandidaten von außerhalb des Weyrs.

    „Wo sollen wir nach geeigneten Kandidaten suchen?“, fragte einer der Geschwaderführer.

    „Ich denke, Telgar und Nerat sollten geeignet sein“, schlug Rangul vor. „In beiden Fürstentümern haben wir schon lange keine Suche mehr veranstaltet, und falls die Fürsten sich dadurch belästigt fühlen, haben sie auch nur wenige Nachbarn, die davon etwas mitbekommen können.“ Er zögerte kurz und fuhr dann fort: „Sellel, dein Geschwader übernimmt Nerat und Birto, dein Geschwader übernimmt Telgar.“

    „Wäre es nicht effektiver, in Fort auf die Suche zu gehen?“, mischte sich Geschwaderführer Falloner ein. „Die haben dort doch in ein paar Tagen ihr Festival, und wahrscheinlich werden sehr viele Besucher dorthin kommen.“

    „Die sich aber erst recht von einer Suche belästigt fühlen werden“, wandte Rangul ein. „Außerdem möchte ich nicht, dass sich die Tatsache, dass wir nach Kandidaten für eine Drachenprägung suchen, überall herum spricht. Die Fürsten fühlen sich von uns schon genug belästigt.“

    „Wir brauchen dort ja auch keine richtige Suche zu veranstalten. Es würde reichen, wir einfach nur das Festival besuchen und die potentiellen Kandidaten ganz diskret ansprechen.“

    „Du vergisst, dass wir bei minderjährigen Kandidaten das Einverständnis der Eltern und des jeweiligen Fürsten benötigen. Und bei den Besuchern wird das in der Regel nicht Fürst Groghe sein.“

    „Und was ist, wenn wir nach älteren Kandidaten suchen?“, schlug Fallarnon, Falloners Geschaderzweiter, vor. Fallarnon war zwar erst zweiundzwanzig Jahre alt, aber als Sohn von Falloner war er vor achteinhalb Jahren bei einer Drachenprägung erfolgreich gewesen und seither schnell im Rang aufgestiegen.

    „Wir haben immer schon Kandidaten zwischen zwölf und achtzehn Jahren zur Drachenprägung zugelassen“, erwiderte Rangul etwas verärgert, „und ich sehe keinen Grund, warum wir das auf einmal anders machen sollten.“

    „Ich halte Fallarnons Idee gar nicht mal so dumm“, mischte sich Falloner ein. „Falls Robinton mit seiner Warnung Recht hat, kann es sowieso nicht schaden, wenn die Drachenreiter ein paar Jahre älter sind. Die Drachen sind in ein oder zwei Jahren ausgewachsen, aber bei üblichen Drachenreiter-Kandidaten dauert es deutlich länger, bis wir die in ein reguläres Geschwader aufnehmen können.“

    „Was sagst du dazu, Varon? Wären ältere Kandidaten für dich OK?“, erkundigte sich der Weyrleiter.

    „Ich würde nur ungern ältere Kandidaten nehmen“, antwortete Weyrlingmeister Varon. „Meiner Erfahrung nach sind ältere Drachenreiter zwar kräftiger und sollten daher weniger Probleme haben, sich um ihre Drachen zu kümmern, aber sie haben auch schon ihren eigenen Willen, und das führt bei der Ausbildung oft zu Problemen, wenn sie Sachen nicht einsehen wollen.“

    Rangul überlegte eine Weile und wandte sich dann an Falloner: „Meinetwegen kannst du gerne das Festival besuchen und dich dort diskret nach älteren Kandidaten umsehen. Falls von denen aber einer bei der Drachenprägung erfolgreich sein sollte, wird sich Fallarnon um dessen Ausbildung kümmern.“



    6.5.2506, Wiesen vor der Burg Fort


    Es war ein herrlicher, warmer Frühlingstag, als sich zahlreiche Gäste vor der Burg Fort versammelten. Weil das Gründungsfest der Burg dieses Jahr auf einen Samstag fiel und die Harfnerhalle nur wenige Kilometer entfernt war, würde es nun ein zwei Tage andauerndes Festival geben, auf dem rund um die Uhr Harfner spielten oder Lieder vortrugen. Dies sorgte - neben der Tatsache, dass das Gründungsfest der Burg Fort in vielen Jahren das erste Fest in der Mitte des Drachenlandes war, bei dem angenehme Temperaturen herrschten - dafür, dass Gäste von überall aus dem Drachenland angereist kamen.

    Natürlich konnte die Burg nicht alle Gäste aufnehmen, und so war für dieses Festival traditionsgemäß ein Festgelände auf den Wiesen vor der Burg errichtet worden. Zahlreiche Händler boten an vielen Verkaufsständen ihre Ware an, die Harfner sorgten rund um die Uhr für musikalische Unterhaltung - wobei sie abwechselnd ein paar Lieder vortrugen und Stücke spielten, zu denen die Gäste des Festes tanzen konnten. Für diejenigen, die sich ausruhen wollten, gab es ganz am Rande des Festgeländes Zelte, in denen man schlafen konnte, und für Gäste, die genügend Geld besaßen und nicht im Zelt übernachten wollten, boten die Burg, die Harfnerhalle und - in ein paar Kilometern Entfernung - auch die Stadt Bent Ridge Unterkünfte an.


    Kurz gesagt, es war ein Festival, welches man sich nicht so leicht entgehen lassen sollte. Und genau deshalb hatte Goldenar seine Kurierläuferroute so gewählt, dass er am Morgen des ersten Festivaltages nur die Strecke von Forthafen zur Burg Fort bewältigen musste, so dass er am späten Vormittag die Kurierläuferstation der Burg erreichte. Dort konnte er berufsmäßig kostenlos übernachten, und nachdem er sich erst einmal frisch gemacht hatte, schlenderte er erst einmal quer über das Festivalgelände und verschaffte sich so einen ersten Überblick.



    Off Topic:

    Damit startet jetzt auch das Drachenreiter-RPG. Willkommen an die Mitspieler!


    Alle, die im Anmeldetopic auf der Teilnehmerliste stehen, dürfen jetzt ihre ersten Beiträge schreiben. Aber natürlich nehmen wir auch gerne noch weitere Anmeldungen entgegen.


    Wie ihr euch sicher denken könnt, sollen eure Charas zu dem Festival nach Fort kommen. Ihr dürft erst einmal die feierliche Stimmung genießen und vielleicht auch einander kennen lernen. Einfache NPCs wie andere Gäste des Festes oder Händler, die euch unter Anderem Getränke und Snacks verkaufen, dürft ihr gerne selber steuern – solange ihr es damit nicht übertreibt, versteht sich.

  • Dies ist nun der Neuanfang,

    Und ich verspüre einen unbekannten Drang,

    Neues zu erleben,

    Und jeden Tag alles zu geben


    Nun wandere ich schon seit einigen Tagen

    Und langsam beginne ich mich zu fragen:

    „Wohin zieht es mich, an welchen Ort?

    Bin ich bald da? Ist es die Stadt Fort?“


    ~Auszüge aus dem Tagebuch~



    Kander war nun endlich an seinem Ziel angekommen: das Festival in Fort. Ein Paradies für Künstler wie ihn. Von überall her konnte man Harfner hören, die ihre Stücke vortrugen. Kan mangelte es an musikalischem Verständnis, um aus seinen eigenen Werken ein Lied zu komponieren. Dafür kannte sich der frühere Holzfäller zu wenig mit Noten und Instrumenten überhaupt aus, was den ganzen Prozess verlangsamen würde. Dennoch lauschte er gerne aus sicherer Entfernung den Gesängen und verfolgte die Tänzer, er selbst war jedoch zu schüchtern, um sich unter sie zu mischen. Nach einiger Zeit schlenderte er weiter über den Markt. Schlussendlich ließ er sich bei einem Händler nieder, der Suppe verkaufte. „Hey du! Ja, genau du! Ich weiß genau, was du brauchen kannst! Hier bin ich“, tönte auf einmal eine Stimme. Kander drehte den Kopf nur leicht in Richtung der Quelle des Lärms und sah den aufdringlichen Händler, der diese kleine Geste als Anlass nahm, um sich ihm zu nähern. „Mein guter Herr, wollen Sie unsere Holzkollektion sehen? Das sind Unikate, die besten Löffel, die Sie je sehen werden!“, und mit diesen Worten wurden ihm Löffel unter die Nase gehalten. Das was ihm hier so aufdringlich versuchte anzudrehen, war eine Zumutung. Das Holz war bestenfalls drittbeste Qualität, das sah er auf den ersten Blick. Kan versuchte zwar noch, sich zu beherrschen, jedoch musste er leise aufschnauben. „Was soll den dieses Aufschnauben! Haben Sie etwas an diesen wunderbar geformten Löffeln auszusetzen?“ „Ähm, bi-bitte entschuldigen Sie“, stammelte der Dichter los, „ich will Sie nicht beleidigen, aber das, was Sie mir hier anbieten, hätten wir da, wo ich herkomme, höchstens als Holz für das Plumpsklo verwendet...“. „Unerhört, was für eine Frechheit! Noch nie in meinem Leben wurde ich so beleidigt. Um das wieder gut zu machen, müssen Sie mir alles abkaufen! Übrigens, woher kommen Sie denn genau, und wieso denken Sie, dass Sie mehr über Holz wissen als ich?“, sagte dieser sonnenverrückte Wherry, während er die Kollektion bereits einpackte. „N-nun ja, ich glaube schon, dass ich mehr Fachwissen habe, schließlich habe ich eine jahrelange Ausbildung bei den Holzfällern in Lemos genossen und auch ich denke, ich darf behaupten, dass ich schon eine ansehnliche Anzahl an Bäumen zu Fall gebracht habe...“. Auf einmal wurde der Verkäufer kreidebleich und fing an zu stottern: „B-bitte e-entschuldigen Sie das! Warum haben Sie das nicht gleich gesagt!“ und mit etwas leiserer Stimme: „bitte erzählen Sie das keinem, mein Geschäft läuft gerade sehr gut. Das Leben ist ein hartes Brötchen zu essen... Als Gegenleistung gebe ich Ihnen... Ja, Ihre Suppe geht auf mich! Immerhin ist der Suppenverkauf als Nebenerwerb sowie als Werbung für unsere Holzkollektion zu sehen...“. Dieses Angebot kam Kan nur recht, da er nicht viel Geld besaß, und das wenige, was er hatte, kam aus dem Verkauf einiger Gedichte, die er für Verliebte geschrieben hatte, die ihm diesen Auftrag erteilt hatten.


    OT: Ist ganz lustig, diese Gedichte zu schreiben. Das wird jetzt aber nicht zur Gewohnheit, vielleicht werde ich, wenn ich darf, in ruhigeren Momenten meiner Kreativität dahingehend freien Lauf lassen kann...

  • 26.4.2506, Retallek


    Alrik war, wie so häufig, auf dem Marktplatz unterwegs und hielt nach unaufmerksamen Händlern Ausschau die er um ihre Geldbörse erleichtern könnte. Da sah er eine Menschenmenge, die sich um die Tribüne auf der anderen Seite des Platzes sammelte. Während er versuchte zur Tribüne zu gelangen ließ er den offenbar gut gefüllten Geldbeutel eines Händlers mitgehen. Ich werde später nachschauen wie viel es wirklich ist, dachte er bei sich. Dann hörte Alrik auch schon warum die Menschen sich versammelt hatten. „...Jubiläum der Gründung von Burg Fort feiern. Die Festlichkeiten werden in zehn Tagen beginnen!“, endete der Herold auf der Tribüne. Alrik dachte nach. Eigentlich würde eine kleine Reise ihm nicht schaden. Er war schon seit einigen Jahren nicht mehr aus der Stadt gekommen. Außerdem würden die vielen Gäste bei den Festlichkeiten wohl eher weniger auf ihren Geldbeutel achten. Er beschloss für heute Abend in sein Versteck zurück zu kehren, seine Sachen zusammenzupacken und am nächsten Morgen in Richtung Sunrise Cliff aufbrechen, um dort auf einem Schiff nach Forthafen anzuheuern und von dort die zwei Tagesmärsche zur Burg Fort laufen. Mit dem gerade gestohlenem Geld kaufte er sich einen schwarzen Kaputzenmantel, der ihn sowohl vor der Kälte als auch vor neugierigen Blicken schützen würde. Zurück in seinem Versteck packte er sein Diebeswerkzeug und allen Proviant, den er hatte in seinen Rucksack und legte sich schlafen.


    27.4.2506, Retallek


    Am nächsten Morgen ging er zum Stadttor und hörte sich nach einem Händler um, den er nach Sunrise Cliff begleiten könnte. Es wäre deutlich bequemer auf einem Karren zu reisen, als zu laufen. Schließlich wurde er in einem nahen Gasthaus fündig. Alrik sprach den älteren Händler an: "Der Wirt erzählte mir, dass Ihr nach Sunrise Cliff aufbrechen wollt. Würde es euch stören, wenn ich euch begleite?" "Warum nicht Ich könnte die Gesellschaft auf der Reise gut gebrauchen. Es ist alleine immer so schrecklich langweilig.", antwortete der Gefragte, "Steigt doch zu mir auf den Kutschbock. Dann können wir uns ein wenig unterhalten."


    1.5.2506, Sunrise Cliff


    Die Reise zu der Hafenstadt verlief ereignislos und nach vier Tagen kamen sie spät Abends in Sunrise Cliff an.

    Sie suchten ein Gasthaus und am nächsten Morgen trennten sich die Wege der beiden Männer. Alrik begann verschiedene Seeleute nach Ihren Zielorten zu befragen und wurde bei einem nicht sehr freundlich aussehendem Einäugigen fündig. "Fahrt Ihr nach Forthafen?", sprach er den Seemann an. "Wer will das wissen?" "Ich bin Alrik und möchte dorthin fahren." "Wenn Ihr anpacken könnt kommt mit, wir laufen mit der Flut aus."

    Wenige Stunden später war er auf einem kleinen Küstenschiff und schrubbte das Deck.


    1.5.2506, Forthafen


    Am Abend sah er eine Stadt am Horizont. Das musste Forthafen sein. Dann hörte er die Stimme des einäugigen Kapitäns. "ALLE AN DECK, FORTHAFEN VORRAUS." Alrik hatte zwar keine Ahnung von Schiffen, aber anscheinend verlief das Anlegen reibungslos. Er half beim löschen der Ladung und legte sich in einem nahen Gasthaus zur Ruhe. Die zwei Tage werde ich auch schaffen, ohne dass ich jemanden begleite, dachte beim Einschlafen.


    2.5.2506, Forthafen


    Auf dem zwei Tagesmarsch zur Burg Fort überholte er vereinzelt Karren mit Händlern, die offenbar auch aus dem Festival Gewinn schlagen wollten.


    4.5.2506, Burg Fort, Festwiese


    Als er am späten Nachmittag auf der Wiese vor der Burg ankam, legte er sich in einem der bereitgestellten Zelte zur Ruhe. Er würde Morgen all seine Energie brauchen können.

  • 25.04.2506, südöstlich von Telgar Weyr


    Arrior stapfte durch den Schnee und zog den Mantel enger um sich, als erneut eine Windböe aufkam. Totz des Mantels und des Umhangs pfiff der Wind durch diese hindurch und drang bis zu seiner Haut unter seinem Wamst durch, als würde der Wind versuchen, ihm sämtliche Körperwärme zu entziehen. Als der Wind abklang, konnte er wieder seine Schritte im knirschenden Schnee hören, und das Geklapper seiner Kettenglieder, die an bestimmten Stellen seiner Lederrüstung eingebaut waren. Normalerweise klappern sie nicht. Doch dass sie es tun, erinnern Arrior mit jedem Schritt daran, dass sie ihm erneut das Leben gerettet hat und so durch den Schwertschlag des Schurken nur das Kettenhemd aufgesprengt wurde anstatt sein Brustkorb.

    Arrior verfluchte sein Pech. Der Auftrag schien so einfach: Eine Gruppe der Bergbaugilde mit einem ihrer Mineralexperten westlich von Telgar Weyr eskortieren, um eine potentielle Mine zu inspizieren. Dabei die ehemaligen Straßen benutzen, die zum und um den Weyr herumführen und nach der Inspektion weiter nach Greenfields. Die einzigen Hindernisse wären der Schnee und mögliche Banditen, von denen es seit Wochen keine Meldungen mehr gab. Selbst Arrior fragte den Mineralogen, ob der Schutz wirklich nötig ist, wo es doch keine Meldung mehr von Überfällen gab. Doch die Gilde geht bei so etwas immer auf Nummer sicher.

    Und die ersten beiden Tagen der Reise schienen auch genauso einfach zu sein wie es sich die Gilde ausgemalt hatte. Doch am dritten Tag ging alles schief. Zuerst wurde der Pass hinter ihnen von Steinen blockiert, als sie südlich des Weyrs waren.

    Schon da hätte Arrior misstrauisch werden und eine sofortige Umkehr anordnen sollen, selbst wenn das bedeutet hätte, die Transportwagen zurück zu lassen. Doch es war zu spät, nur wenige Stunden später stürmten ungefähr 20 Banditen den Berg hinab und in die rechte Flanke des Expeditionszuges. Die Söldner und Bergarbeiter, die auf der rechten Flanke waren, hatten keine Chance und wurden sprichwörtlich überrannt. Doch die auf der linken Flanke, wo es weiter Bergab ging, gewannen wertvolle Sekunden an Vorbereitung, die ihre Kameraden leider nicht hatten. Aber auch nicht die Banditen, die ihre eigenen Körper von der Wucht des Ansturms wieder fangen mussten und so in die Schwerter der Söldner der linken Flanke liefen. Doch nachdem beide Seiten bereits zu Beginn viele Opfer zu beklagen hatten, brach das Chaos aus und es kam zum Kampf zwischen den Wägen.

    Auch wenn für jeden gefallenen Söldner ein Bandit fiel, so waren letztere doch maßlos in der Überzahl und so standen zum Schluss Arrior und der Mineraloge, der sich mit einer Spitzhacke bewaffnet hatte, den letzten drei Banditen über.

    "Gebt und einfach eure Mark und die Informationen der Mine" , sagte einer von ihnen gequält, "dann lassen wir euch beide gehen." "Niemals!", schrie der Mineraloge lauthals, sodass seine Stimme vom Berg widerhallte, holte aus und schlug dem Banditen die Spitzhacke durch den Schädel. Doch nun war er zu weit vorne und ungeschützt und einer der Banditen setzte zu einem Schwertstoß an. Arrior hechtete vor und steckte seinen linken Arm mit seinem Schild aus, um den Stoß abzuwehren, doch der Schild zerbarst und der Stoß erreichte sein Ziel. Der Mineraloge brach mit bleichem Gesicht zusammen. Wie er es gelernt hatte packte Arrior mit seinem nun freien, linken Arm den Schwertarm des Banditen und umklammerte ihn, sodass er ihn nicht benutzen konnte. In einer flüssigen Bewegung drehte er das lilane Schwert in seiner rechten Hand, sodass sein Daumen auf dem Knauf lag und stieß zu. Wie er es erhofft hatte, durchdrang er den Körper des Banditen, der noch ein verzweifeltes Blubbern von sich gab und dann zusammenbrach. Der letzte der Banditen hatte inzwischen den zusammengebrochenen Mineralogen umrundet und holte mit seinem linken Arm zu einem Schwertschlag aus. Arrior konnte nicht ausweichen und so schlitzte er Arriors Kettenhemd auf, welches auf der Vorderseite seiner Rüstung befestigt war. Die Glieder wurden mit einem gewaltigen Knall aufgesprengt und kurz wich, aufgrund des Schmerzes, sämtliche Luft aus Arriors Lungen. Doch bevor der Bandit zu einem weiteren Aufwärtschlag ansetzen konnte, sprang Arrior nach vorne, drückte mit seiner linken Hand die ohnehin schon nach unten geneigte Schulter des Banditen nach unten und rammte ihm das Schwert, welches er immer noch verkehrt herum hielt, in den Rücken. Ohne einen weitere Mucks brach er tot zusammen. Auch Arrior brach wegen des Brustschmerzes zusammen. Dann sah er nach dem Mineralogen, der noch um sein Leben rang. Der atmete schwer und packte Arriors Arm. "Bringen Sie meine Unterlagen zu meinem Bruder", brachte er nur schwer hervor, "und sagen Sie ihm, dass das nicht Ihre Schuld ist." Sein Arm wurde schwächer und glitt von Arriors Schulter. "Wie damals...mit dem...Baum....", brachte er noch hervor, dann starb er.

    Die nächsten Stunden verbrachte Arrior damit, die Banditen sowie die toten Teilnehmer der Expedition zu durchsuchen. Die wenigen Mark der Banditen beanspruchte er für sich selbst, die Wertgegenstände der anderen Teilnehmer packte er in einen Beutel. Nachdem er die Vorräte gefunden hatte, durchsuchte er den Wagen des Mineralogen und fand dort nicht nur die besagten Unterlagen, sondern auch eine Truhe mit 10 Apfelgroßen Beuteln, prall gefüllt mit Zwei-Mark-Stücken. Vermutlich die Belohnung für ihn und die anderen Söldner. Arrior band sich einen Rucksack, gefüllt mit Vorräten, den Goldbeuteln und den Wertgegenständen der anderen Teilnehmern. Die Unterlagen presste er in die Truhe und vergrab sie unter einem Wegstein, der nur ein paar Meter von der Überfallstelle entfernt war. Die Zugtiere wurden beim Angriff getötet oder waren so verletzt, dass sie nicht mehr nützlich wären. Also nahm Arrior einen Umhang der toten Expeditionsteilnehmer, schulterte den schweren Rucksack und machte sich auf den Weg nach Greenfield, wo der Bruder des Mineralogen auf die Gruppe warten würde.

    Zwei Tage nach dem Überfall hatte Arrior den Wegstein passiert, wo sich die Straße nach Norden, dem Zielort der Expedition, und nach Südwesten in Richtung Tiefland spaltete. Arrior folgte der Straße nach Südwesten und wurde schon bald darauf von einem Schneesturm überrascht. Die Windböe heute morgen war wohl nur der Vorbote dessen gewesen. Stück für Stück kämpfte Arrior sich durch den Schnee. Das wäre so schon schwer genug, doch der Sturm machte es nicht einfacher. Er versuchte nicht von der Straße abzukommen und rezitierte wie in Trance ein Lied über die Drachenreiter, welches ihm seine Mutter beigebracht hatte:
    Nun fliegst du hinfort, hinfort, Über Wald und Wüste, Berg und Tal, Zu fernen Ländern hinterm Horizont. Nun fliegst du hinfort, hinfort, Kehrst nimmermehr zurück.

    Als es Nacht und dunkel wurde, um die Straße noch sehen zu können, gab Arrior auf und grub sich unter einem Baum am Straßenrand eine kleine Höhle. Dort kroch er hinein und rollte sich unter dem Umhang zusammen und knabberte an den letzten Stücken Trockenfleisch, die er noch hatte. Seine letzten Vorräte. Er hasste sowohl die Schnee- als auch die Sandwüste. In der einen verdurstet man, weil einem die Hitze austrocknet und in der anderen verhungert man, weil der Körper vor lauter warm halten mehr zu Essen braucht. Er steckte seine Hand unter das Wams seiner Rüstung und umklammerte das Medaillon seiner Familie. Er betete, ohne genau zu wissen zu wem oder was, dass er den nächsten Morgen erleben würde.



    26.04.2506, südöstlich von Telgar Weyr


    Als Arrior wieder aufwachte, durchbrach er mit seiner gepanzerten Faust die Schneewand, wo gestern noch der Eingang war, denn er war eingeschneit worden. Als er seine kleine Höhle verlassen konnte, musste er zu seinem Schrecken feststellen, dass der Schneesturm noch nicht vorbei war. "Rissstaub!", fluchte er. Doch ihm blieb keine Wahl, er musste sich bewegen und aus dem Gebirge und vor allem aus dem Sturm raus. Also lockerte er, so gut wie es ging, seine Gliedmaßen, kämpfte sich zurück zur Straße und folgte ihr weiter in die Richtung, wo er die Tiefebene erhoffte.

    Nach vielen Stunden wo Arrior mehrmals fast zusammengebrochen wäre, ließ der Sturm endlich nach und schon bald stolperte er aus der letzten Schneewehe. Er drehte sich um und sah hinter sich die weißen Massen des Sturmes, der sich im Tal festgesetzt hatte. Dann ließ er seinen Blick in Richtung des Straßenverlaufs gleiten und sah , am Ende des Tals, wo es bergab ging, das erhoffte Grün der Tiefebene.

    Erfüllt mit neuer Energie folgte Arrior der Straße. Der Schnee wurde immer weniger, bis er ohne weitere Anstrengungen durch das Tal lief, bis er dessen Ausläufe hinter sich lassen konnte und der Straße Richtung Osten folgte, die direkt nach Greenfields führte.

    Als der Abend dämmerte und sich Arrior seines Mantels entledigt hatte, erreichte er einem Bauernhof. Der Bauer war gerade mit Holz hacken beschäftigt, als Arrior vor dem Wohnhaus stand. Arrior bat dem Bauern um einen Schlafplatz in der Scheune und etwas zum Abendbrot. Zunächst ließ sich der Bauer nicht überzeugen, doch als Arrior ihm eine Zwei-Mark-Münze aus einem der Apfelgroßen Beutel überreichte, gewährte der Bauer ihm seine Bitte. Das warme Mahl brachte die letzten Lebensgeister von Arrior zurück zu voller Stärke und er schlief ruhig auf dem selbstgemachten Bett im Stroh. Auch wenn es in der Tiefebene von Teglar zu dieser Jahreszeit nachts immer noch recht kalt werden konnte, war es deutlich angenehmer als die letzten Nächte im Gebirge.



    27.04.2506, westlich von Greenfields


    Am nächsten Morgen machte sich Arrior wieder auf den Weg und kaufte zuvor dem Bauern noch ein halbes Laib Brot sowie zwei Äpfel für ein weiteres Zwei-Mark-Stück ab. Arrior war klar, dass er den Bauern viel zu viel Geld dafür gab, doch das war Arrior seinem quasi Lebensretter schuldig. Gegen Mittag, nachdem er die weiten Felder der Bauernhöfe hinter sich gelassen hatte, sah er endlich Greenfields. Auf den namen gebenden grünen Feldern vor der Stadt drängte sich ein Viehbetrieb neben den anderen, vorrangig Schafe und Kühe.

    Die Stadt selbst schmiegte sich an einen der Ausläufer des Gebirges und sah von oben wie ein riesiges hohes Dreieck aus, wobei die lange Kante die Küste war, welche zu einem Hafen umfunktioniert wurde. An der Spitze entspringt dem Berg eine lange, weiße Mauer, welche in einer leichten Biegung vom Ausläufer bis zur Küste reichte und dort den Hafen vom Rest der Küste abtrennte. Von außerhalb konnte man nicht nur die hohen Verkaufshallen der Stadt im Zentrum sehen, sondern auch die Gebäude der Oberschicht, welche direkt am den Hängen der Ausläufer des Gebirges gebaut wurden sowie einige vereinzelte Mäste der größeren Schiffe. Arrior passierte ohne größere Probleme die Tore und machte sich auf den Weg ins Zentrum. Zahlreiche Kanäle durchzogen die Stadt, allen voran die drei größten, welche sogar von Handelsschiffen passiert werden konnten, um die Verkaufshallen im Zentrum zu erreichen. Die drei großen Kanäle verliefen in einer ähnlichen Biegungskurve wie die Mauer oder die Gebirgsausläufe und sahen von oben wie riesige Halbkreise aus, welche unterschiedlich groß und lang waren, aber den gleich großen Abstand zueinander hatten. Dazu verbanden mehrere kleinere Kanäle die größeren, doch die konnten nur von den kleineren Booten passiert werden. Die waren auch dicht befahren und lieferten Obst, Gemüse und andere Waren durch die Stadt.


    "Er ist tot?" Die Worte kamen nur schwer über die Lippen des blonden, hageren Mannes; dem Bruder des Mineralogen, der die Expedition hier in einer der Zweigstellen der Bergbaugilde erwartet hätte. Er stand auf und stützte sich mit seinen Armen ab. Arrior saß ihm gegenüber und rührte keine Miene. Die Situation war schon so schlimm genug, da hätten seine Gefühle die Sache nur schwerer gemacht. "Das ist Ihre Schuld", fuhr ihn der Mann plötzlich an, " hätten Sie ihn richtig beschützt, wäre er noch am Leben!" "Er hat gesagt, es ist nicht meine Schuld." "Das kann doch jeder behaupten, Sie...!" "Es ist wie damals mit dem Baum", unterbrach Arrior die Rage des Mannes. Der zuckte zusammen, dann ließ er sich auf seinen Stuhl fallen und sagte für ein paar Minuten nichts. Arrior hatte solche Situationen schon zu oft erlebt. Bei Vätern, die ihm den Tod der Tochter vorwarfen, Mütter, die den Tod ihrer Söhne beklagten, welche als Söldner gedient hatten. Und egal was Arrior sagte, so wurde die Schuld immer ihm vorgeworfen. Dies war das erste Mal, dass sich jemand tatsächlich beruhigte.

    Als der Mann nach mehreren Minuten immer noch in seine Gedanken vertieft war, unterbrach Arrior die Stille, indem er den Rucksack, den er die letzten Tage geschleppt hatte, auf den Tisch fallen ließ. Er öffnete ihn und breitete den Inhalt vor ihm aus.

    "Ihr Bruder hat mich darum gebeten, Ihnen seine Unterlagen zu bringen. Aber es wären zu viele gewesen, als dass ich sie hierher hätte bringen können, ohne zu verhungern."

    "Aber das Geld konnten Sie retten?"

    "Ich habe die Unterlagen in die Truhe getan, wo das Geld enthalten war und habe sie anschließend unter dem Wegstein südlich des Weyrs vergraben. Sie sind dort sicher und werden dort auch die Tauzeit unbeschadet überstehen. Hätte ich das Geld zurückgelassen, wäre es garantiert von anderen Banditen gestohlen worden und das hat weniger Platz weggenommen als die Unterlagen und die Vorräte zusammen, wobei ich die Vorräte so oder so gebraucht hätte."

    Arrior reihte die 10 Geldsäcke auf, davor den kleineren Beutel mit den Wertgegenständen der toten Expeditionsteilnehmer und dahinter der mit den Wertsachen der Banditen. Er erklärte dem Mann den Inhalt der Beutel und erklärte auch, dass er vier Mark aus einem Beutel genommen hatte, um den Bauern zu bezahlen. "Abgesehen davon ist das Geld vollzählig, das können sie in Mardela nachprüfen. Wenn Sie wollen, ersetze ich ihnen die..." "Nein, lassen Sie es", erwiderte der Mann und schob Arrior zwei der vollen, unberührten Beutel zu. "Nehmen Sie dass, um ihre Ausrüstung zu ersetzen und als Aufwandentschädigung für Ihre Taten. Behalten Sie auch die Wertgegenstände der Bande. Ich sorge dafür, dass die Besitztümer zurück an die Familien gehen, ebenso wie die Belohnungen." Er reichte Arrior die Hand. "Vielen Dank und entschuldigen Sie bitte meinen Ausbruch." "Schon gut", erwiderte Arrior und schüttelte ihm die noch hagerere Hand. Er wollte mit dem nun deutlich leichteren gefüllten Rucksack drehen, als er sich wieder umdrehte und sagte "Wenn in zwei Monaten die Tauzeit beginnt, werde ich wieder da sein und bei der Bergung helfen. Das bin ich der Bergbaugilde schuldig" Der Mann nahm das ganze mit einem Nicken an, dann setzte er sich wieder hin und begann leise zu weinen.


    "Was soll das heißen, der Meister ist nicht da?", fragte Arrior entgeistert, als er vor der Schmiede von Greenfields stand. "Tut mir Leid", sagte der Lehrling schulterzuckend, "aber er ist auf der Abidail, die noch heute nach Forthafen auslaufen wird." "Wieso nach Forthafen?" Der Lehrling schaute Arrior an, als hätte er eine offensichtlich dumme Frage gestellt. "Na weil vor Burg Fort das Fort-Festival stattfinden wird. Gäste von überall aus dem Land kommen angereist, um zu handeln oder einfach das Fest zu genießen. Und wegen den Veranstaltungen dort kann man perfekt seine Schmiedekunst unter Beweist stellen. Noch ist das Schiff nicht abgefahren, vielleicht kannst du mit."
    Arrior knirschte mit den Zähnen. Er hatte eigentlich nicht vor gehabt, wegen Schmiedemeister Darn und einer neuen Rüstung durch das halbe Land zu reisen. Aber seine Werke waren einfach zu gut und perfekt auf Arriors Bedürfnisse zugeschnitten, und dazu war er ein alter Freund der Familie. "Na gut, vielen Dank", sagte Arrior und rannte in Richtung Hafen.

    Die Abidail konnte er schnell ausmachen. Ein großer Dreimaster mit weißen Segeln und blauer Rumpfbemalung. Eine Frau mit Kapitänsmantel stand vor dem Schiff und koordinierte die letzten Waren an Bord und entpuppte sich auch als die Kapitänin der Abidail, Kapitän Saira. Nachdem er ihr die Lage erklärt und einen Preis ausgehandelt hatte, hieß sie ihn an Bord willkommen. "Geht zu Quartiermeister Tom, er wird euch eine Koje zuweisen." Arrior bedanke sich ausgiebig und tat, wie ihm geheißen.
    Nachdem der stämmige Quartiermeister ihm seine Koje gezeigt hatte, ging Arrior zurück an Deck, um nach Meister Darn zu suchen. "Zum Ablegen bereit machen!", brüllte Saira und unter den Matrosen brach ein Gewusel aus, als die Leinen losgemacht, die Segel gesetzt wurden und sich die Abidail langsam vom Hafen entfernte. Arrior stand an der Rehling und sah zurück auf das Fürstentum Telgar, wo er die letzten zwei Jahre als Söldner tätig war. "Es war wohl an der Zeit, weiter zu ziehen", dachte Arrior bei sich, "nur einmal komm ich noch zurück, danach versuch ich mein Glück mittleren Süden."



    01.05.2506, Forthafen


    "Forthafen in Sicht!", schallte es über das Schiff. Arrior öffnete die Augen und machte sich nach seiner Meditation wieder seiner Umgebung bewusst. Er hatte sich mit seinen Füßen an eine Stange gehängt, welche die Matrosen für ihn an Deck aufgestellt hatten. Meister Darn saß daneben und hatte gerade eine Klinge geschärft, als er wegen des Rufes aufsah. Arrior zog seine Beine an, griff mit beiden Händen nach der Stange, ließ sich zurück auf die Füße gleiten und beendete somit seine Übung. Der Schweiß rann ihn seinen nackten Oberkörper hinunter, doch der Seewind ließ sie schnell verschwinden. Er ging zur Reling und schaute wieder Richtung Land und konnte tatsächlich Forthafen entdecken, wo sich schon zahlreiche weitere Schiffe versammelt hatten. Meister Darn, etwa gleich groß wie Arrior aber deutlich muskulöser dank der jahrelangen Schmiedearbeit trat zu ihm. "Endlich sind wir da", sagte er, wobei sein grauer, gepflegter Bart, der bis zu seiner Brust ging, auf und ab hüpfte, "und sobald wir das Festival erreichen, mache ich mich an deine Rüstung." Arrior nahm das mit einem Nicken und breiten Lächeln zur Kenntnis. Dann ging er wieder in seine Koje, um alles für das verlassen der Abidail vorzubereiten.

  • 2.5.2506, Forthafen


    Am nächsten Morgen ging Alrik in die Schankstube und setzte sich an den Tresen. "Ein Frühstück, bitte!", rief er dem Wirt zu. Als sein Essen gebracht wurde kam ein Fremder mit beschädigtem Kettenhemd die Treppe von den Schlafräumen herunter, setzte sich neben Alrik und bestellte auch eine Mahlzeit. "Wer hat den Euer Kettenhemd so zugerichtet?", sprach Alrik den Fremden an. "Ein paar Banditen im nördlichen Gebirge", erwiderte dieser, "es war aber kein fairer Kampf." "Und wohin wollt ihr jetzt?" "Zur Burg Fort. Der Schmiedemeister, der mir bisher meine Rüstungen repariert hat, ist wegen dem Fest dort und wird dort nicht nur seine Waren verkaufen, sondern auch meine neue Rüstung anfertigen", erzählte der Fremde, "und bei der Gelegenheit will ich herausfinden, wie einfach es hier in Fort oder den angrenzenden Fürstentümern ist, eine Beschäftigung als Söldner zu finden." "Auch ich will zur Burg.", stellte Alrik fest, "Eigentlich hatte ich vor allein zu reisen, aber ein Söldner als Begleitung wäre bestimmt hilfreich gegen Wegelagerer, die aus den vielen Reisenden Profit schlagen wollen. Habt Ihr in dieser Stadt noch etwas vor? In einer halben Stunde öffnet das Stadttor und ich möchte soviel Strecke schaffen, wie es geht, bevor es dunkel wird." Der Fremde zog kaum merklich die Augenbraue hoch, dann stimmte er zu. "Gerne, in Begleitung zu reisen ist doch immer angenehmer als alleine." Er reichte Alrik die Hand. "Mein Name ist Arrior Button. Und Eurer?" "Ich heiße Alrik.", antwortete dieser und reichte Arrior die Hand, "Dann in einer halben Stunde auf dem Hof?" "Sehr gerne, ich bezahle nur noch mein Zimmer", entgegnete Arrior, erhob sich und ging zum Gastwirt. Auch Alrik erhob sich. Er ging in sein Zimmer, bezahlte den Wirt und ging nach draußen. Arrior erschien 10 Minuten vor der vereinbarten Zeit. "Oh, ihr seid auch schon da", stellte er erfreut fest. "Wärt Ihr so freundlich das Tor schon jetzt auf zu machen", rief Alrik den Wachen zu. "Ich habe da meine Vorschriften...", kam es zurück. "Dann werden wir wohl noch kurz warten müssen.", meinte Alrik zu Arrior. Während sie warteten, fragte Arrior Wärend sie losliefen fragte Arrior: "Was wollt Ihr eigentlich beim Festival?" Alrik zögerte kurz. Dann antwortete er: "Mich umschauen und Spaß haben, vielleicht etwas spannendes erleben." "Also seid Ihr nur auf die Freudenseiten des Lebens aus?", fragte Arrior neckisch. "Mann kann es auch so formulieren...", antwortete Alrik. Da öffneten die Wachen das Tor und die beiden machten sich auf den Weg zur Burg Fort.


    OT: Nein ich habe nicht einfach Arrior s Char übernommen. Wir haben über Discord das Gespräch gemacht um euch ca. 20 Posts zu ersparen.

  • Nachdem Goldenar einmal über das Festivalgelände geschlendert war und sich einen ersten Überblick verschafft hatte, blieb er erst einmal vor der für die Harfner aufgebauten Bühne stehen und überlegte, welchen Stand er als erstes ansteuern sollte. Tatsächlich hatte er vorhin in der Kurierläuferstation erfahren, dass die Küche dort heute und morgen geschlossen war, aber weil er heute früh noch die Briefe von Forthafen mitgenommen hatte, hatte ihm der Stationsvorsteher für die Verpflegung auf dem Fest ein Halbmarkstück in die Hand gedrückt. Außerdem bekamen die Lehrlinge bei den Kurierläufern - im Gegensatz zu denen bei den richtigen Gilden - durchaus schon mal eine kleine Belohnung in Form einer 1/16- oder 1/8-Mark-Münze, wenn sie einmal mehr Briefe als gewöhnlich transportiert oder eine Strecke in einer ungewöhnlich kurzen Zeit bewältigt hatten, und so war bei Goldenar in den letzten Monaten durchaus eine kleine Summe zusammen gekommen.

    „Vielleicht sollte ich mir als erstes einmal ein paar Süßigkeiten holen und dann das Fest genießen“, entschied er sich. Für ein Mittagessen war es noch etwas zu früh, und neue Laufschuhe - die aktuellen waren schon so ziemlich durchgelaufen - konnte er sich auch noch später besorgen. Also ging er kurz entschlossen zu einem der Bäckerstände und kaufte sich dort für 1/32 Mark eine Packung mit etwa einem Dutzend Keksen. Anschließend ging er weiter zu dem benachbarten Getränkestand und holte sich dort ein Glas Orangensaft - wofür er noch einmal 1/32 Mark bezahlte. Tatsächlich hatte er nichts dagegen, nach Feierabend gelegentlich in Gesellschaft mit anderen Kurierläufern noch ein kleines Glas Wein zu trinken, aber so früh am Tag wollte er noch keinen Alkohol zu sich nehmen.

    Nachdem er sich so für den Rest des Vormittags entsprechend Verpflegung organisiert hatte, ging er zu einem der bereit gestellten Tische, setzte sich dort hin und begann, der von den Harfnern vorgetragenen Musik zu lauschen.

  • 6.5.2506


    Es waren zwei Tage vergangen, als Marius, Rose's Vater den Vorschlag machte, mit ihr auf das Festival von Burg Fort zu gehen und er am selben Abend alles vorbereitete, um am nächsten Morgen mit der Ochsenkutsche die lange Reise zu beginnen. Die erste Nacht verbrachten sie in einem Gasthaus in Loscar und reiteten schließlich durch bis nach Fort, um die Nacht vor dem Beginn des Festivals in Bent Ridge zu verbringen.

    Rose bekam von ihrem Vater ein paar 1/4-Mark-Münzen und ließ sie selbstständig das Festivalgelände erkunden. Überall roch es nach gutem Essen und sie beschloss sich eine Portion in Teig gebackenem Gemüse zu kaufen. Damit lief die junge Erwachsene zu einen der Tische und schaute sich nach einem leeren oder zumindest wenig besetzten Tisch um und setzte sich leise seufzend einem dunkelblonden Mann gegenüber, dessen blauen Augen, durch seine Brille hindurch, auf die Harfner auf der Bühne gerichtet waren.

    Obwohl sie ihn nicht ansah und versuchte, sich auf ihr Essen zu fokussieren, lief Rose rot an und begann nur sehr langsam an dem gebackenen Gemüse zu knabbern. Alleine, dass sie weiß, dass jemand bei ihr saß, der ihr fremd war, ließ ihre hellen Wangen rosig werden.

  • Goldenar saß schon eine Weile da und hatte - obwohl er nur gelegentlich einen Schluck trank - seinen Saft etwa zur Hälfte ausgetrunken als sich auf einmal eine junge Frau zu ihm an den Tisch setzte. Natürlich waren die Tische nicht nur für einzelne Gäste des Festivals aufgestellt, aber dennoch hätte er es höflicher gefunden, wenn sie sich zuerst erkundigt hätte, ob der Platz noch frei war. Kurz überlegte er, ob er irgend etwas zu ihr sagen sollte, aber dann entschied er sich erst einmal dagegen. Die Harfner hatten gerade eines seiner Lieblingslieder angestimmt, und da wollte er ungestört zuhören.

    Erst als das Lied beendet war und als nächstes ein Instrumentalstück an der Reihe war, sah er sich sein Gegenüber etwas genauer an. Sie war schlank, hatte lange, hellblonde Haare und schien nicht ganz zwanzig Jahre alt zu sein - also ein paar Jahre jünger als er selbst. Auch wenn sie sich gerade auf ihr Essen konzentrierte, hatte er irgendwie das Gefühl, dass ihre Wangen etwas rosiger wirkten als vorhin - als sie sich an den Tisch gesetzt hatte.

    Nach kurzem Zögern kam es ihm dann aber doch komisch vor, zusammen an einem Tisch zu sitzen und sich nicht miteinander zu unterhalten. Schließlich gehörte es einfach zu einem Festival dazu, dass man neue Leute kennen lernte. „Bist du alleine hier?“, fragte er sie deshalb erst einmal.

  • Während die Harfner spielten, aß Rose weiter ihr Gemüse und entspannte sich sichtlich bei der Musik. Sie verspeiste gerade noch das letzte Stück Gemüse, bevor sie zu dem Mann aufsah, der immer noch bei ihr am Tisch saß.
    "Oh..mein Vater ist hier irgendwo auf dem Gelände, schaue mir aber selbstständig das Festival in Ruhe an." antwortete sie leicht lächelnd und schaute wieder ein wenig verlegen, in Goldenar's blaue Augen. "Und du?" ergänzte sie, legte die Unterarme auf dem Tisch ab und behielt den Blickkontakt zu ihm aufrecht.

  • Die Frau antwortete auf Goldenars Frage, dass ihr Vater zwar irgendwo auf dem Gelände war, aber dass sie sich das Festival trotzdem alleine ansehen würde. „Und du?“, fügte sie noch hinzu.


    Ich bin alleine hier auf dem Fest“, antwortete er. „Aber als Kurierläufer bin ich es auch gewohnt, alleine unterwegs zu sein. Na ja, vielleicht sind unabhängig von mir ja auch meine Eltern oder sonst irgendwelche Bekannten von mir zum Fest gekommen - von Honshu aus ist es ja nicht so weit -, aber ich habe sie bisher noch nicht gesehen, und verabredet haben wir uns nicht.“ Er schwieg einen Moment und murmelte dann: „Nein, wenn ich es richtig überlege, glaube ich nicht, dass meine Eltern kommen würden.

  • 05.05.2506, in der Nähe von Burg Fort


    Die dreitägige Wanderschaft von Arrior und Alrik ging ihrem Ende zu, als Burg Fort und die Festwiesen vor ihren Mauern in Sicht kamen. Auch wenn das Fest erst morgen beginnen würde, so waren die Händler und die Zuständigen für Essen und Verpflegung bereits ganz damit beschäftigt, die Zelte, Holzbuden und Tischbänke aufzubauen. Arrior war sich sicher, dass bei einem dieser Zelte es sich um das von Schmiedemeister Darn handelte. Der Meister konnte, anders als Arrior und Alrik, eine Kutsche nach Burg Fort nehmen. Das lag aber nicht nur daran, dass er als Händler Vorrang hatte, sondern auch daran, dass er neben diversen Metallbarren auch sein Werkzeug sowie zwei seiner Lehrlinge zur Burg Fort bringen musste.

    Doch erst, als sich die Sonne ihrem Zenit näherte, erreichten die beiden Wanderer die ersten Zeltreihen. Dort verabschiedeten sie sich, denn jeder wollte seinen eigenen Tätigkeiten nachgehen. Arrior machte sich also auf die Suche nach dem Zelt von Meister Darn, wobei er seinen Blick auf den Horizont gerichtet hatte und über den Zeltdächern nach verräterischen Rauchsäulen ausschau hielt.
    Tatsächlich entdeckte er schon nach kurzer Zeit eine Ansammlung von Rauchsäulen und auf den Weg dorthin entdeckte er ein Zelt, welches etwas abseits zweier größerer Zeltgruppen stand. Dort qualmte es ebenfalls aus einem Schornstein und vor dem Zelt war ein Amboss aufgestellt. Als er vor dem Zelteingang stand, konnte er im Zelt einen Steinoffen sehen, an dem die zwei Lehrlinge gerade ihrer Arbeit nachgingen. Einer schaufelte Holzkohle in den Ofen, der andere bediente einen Blasebalg, womit das Feuer angefacht und am Leben gehalten wurde. Der Meister selbst war gerade über eine Kiste gebeugt und untersuchte diverse Metallbarren, welche unterschiedliche Grautöne besaßen. Er bemerkte Arrior, legte die Barren beiseite und ging hoch erfreut auf den Söldner zu.

    "Ah, bist du auch endlich angekommen", lachte er und klopfte ihm auf die Schulter, "Du hast ja ziemlich lange gebraucht, nicht wahr?"

    Arrior ersparte sich eine Antwort, sondern nahm die Worte mit einem Nicken und einem verschmitzten Grinsen zur Kenntnis.

    "Warum steht euer Zelt so abgelegen von den Verkaufsbuden und den Essenszelten?", fragte Arrior. Tatsächlich befand sich die provisorische Schmiede gut je 10 Schritte von den dicht aneinander gereihten Verkaufsbuden und den Speisezelten entfernt und schien zu keinem der beiden Zeltgruppen wirklich dazuzugehören.
    "Ach, das liegt an diesen Experten von Hafnern", sagte Darn abwertend und machte eine wegwerfende Handbewegung, "wegen dem Steinofen müssen wir uns in der Nähe der Essenszelte aufhalten, damit, wenn es zu einem Brand kommt, wir nicht die Verkaufsbuden mit ihren wertvollen Waren in Brand stecken. Aber weil wir hier auch gleichzeitig Ware und Verkaufsgespräche anbieten, müssen wir uns in der Nähe der Verkaufsbuden aufhalten." Darn hob demonstrativ einen Finger und versuchte damit wohl, einen Hafner nachzuahmen: "Aber bloß nicht zu nahe an den Verkaufsbuden, nicht dass im Falle eines Brandes diese angezündet werden." Er schüttelte verächtlich den Kopf. "Als es das letzte mal in einer Schmiede gebrannt hat, wo ich arbeitete, war ich 16 und ein Lehrling. Seitdem nie wieder, nicht einmal mit meinen eigenen Lehrlingen."

    "Ist eure Position hier dann nicht von Nachteil für euch?", fragte Arrior nach.

    Jetzt grinste Darn: "Im Gegenteil, dadurch dass wir hier auf halben Weg zwischen den Verkaufsbuden und den Essenszelten sind, ist die Chance sehr hoch, dass ich meine Schwerter an betrunkene Ritter oder meine Dolche an betrunkene Edelmänner verkaufen kann, die diese wiederum als Geschenke für ihre Frauen darbieten wollen." Er überlegte kurz. "Und an jüngere Männer, die sich noch kein Schwert kaufen können, aber mit einem Dolch Eindruck schinden wollen."

    Er war noch eine Weile in Gedanken versunken und überlegte sich, an wen er wohl seine Produkte verkaufen könnte.

    "Na schön", wechselte Darn das Thema, "dann gib mir mal deine Rüstung."

    Arrior legte sein Schwert sowie seinen Beutel mit Habseligkeiten auf einen Tisch, löste seinen Gürtel sowie seine Armschienen und tat wie geheißen und begann, die Lederschnüre, welche die Rüstung zusammen hielten und sich von seinen Schultern bis zu seiner Hüfte erstreckten, zu lockern. Als sie weit genug gelockert waren, drückte Arrior die beiden Hälfte weit genug auseinander, dass er sich die Rüstung über den Kopf ziehen und von seinen Armen schütteln konnte. Dabei raschelten und klapperten die aufgesprengten Kettenglieder wie ein Haufen münzen, die man in einem Beutel immer wieder auf und ab hüpfen ließ. Als er die Rüstung ausgezogen hatte und nun nur noch im Unterhemd da stand, was bei den milden Temperaturen und dem Feuer allerdings kein Problem war, übergab er die Rüstung an Meister Darn. Dieser untersuchte erst einmal die Stelle, wo das Schwert den Kettenpanzer aufgesprengt hatte. Nach einer Weile drückte er den Riss auseinander, so dass man die verschiedenen Schichten der Rüstung sehen konnte.

    "Siehst du das?", fragte er Arrior. Dieser untersuchte die Stelle genauer: Unter dem Teil des Kettenpanzer sah man die erste Schicht gehärtetes Leder, darunter eine schicht weiches Leder und darunter wieder eine Schicht gehärtetes Leder. Die ersten beiden schichten waren, wie der Kettenpanzer, durchtrennt und ein glatter Riss, welcher durch das drücken von Darn noch deutlicher zu sehen war, zog sich durch diese. Doch die letzte Schicht war unversehrt. Nur eine leichte, oberflächliche Schramme war zu sehen, doch das Leder der letzten Schicht selbst war intakt.

    Darn rief seine beiden Lehrlinge, die ihre Arbeiten am Ofen unterbrachen und zu ihrem Meister stießen. Auch sie begutachteten interessiert den Riss.

    "Aus diesem Grund fertigen wir diese Art von Rüstungen", sagte Darn und deutete auf Arrior, "Söldner wie er benötigen sehr guten Schutz bei maximal möglicher Bewegungsfreiheit. Denn Söldner wie er können an vielen verschiedenen Stellen eingesetzt werden, entweder auf dem Schlachtfeld oder zum Schutz von Reichen und Adeligen auf ihren Anwesen. Doch auf dem Schlachtfeld ist man mit einer Lederrüstung, wenn man nicht gerade ein Bogenschütze ist, absolut fehl am Platze, da diese kaum einen Schwertschlag oder einen Pfeil abwehren können. Doch mit einer Rüstung, wie sie Ritter tragen, haben sie gegen Assassinen keine Chance und können kaum ihre Messer abwehren, die sie dir unter den Hals rammen." Demonstrativ ballte Darn eine Faust und rammte einem seiner Lehrlinge ein imaginäres Messer unter das Kinn. Auch wenn die Daumenseite seiner Faust das Kinn des Lehrlings nicht einmal berührte, zuckte dieser instinktiv zurück. Darn fuhr fort:
    "Auch wenn Kettenhemden zu den starren Rüstungen eine gute Alternative sind, so sind diese im gesamten viel zu schwer, um die maximal mögliche Bewegungsfreiheit zu garantieren. Und ein Söldner kann nicht zwei Rüstungen, eine Leder- und eine Plattenrüstung, mit sich transportieren. Ganz davon abgesehen, dass man sich dann zwei verschiedene Kampfstile aneignen müsste. Deswegen benutzen wir diese Kombination." Er formte mit seinem Daumen und Zeigefinger einen Kreis. "Erstklassig gehärtetes Leder von der Gerbergilde, zwei Schichten und dazwischen eine Schicht normales Leder, um die Bewegungsfreiheit zu unterstützen und auf die oberste Schicht werden Kettenpanzer eingearbeitet. Dabei werden die wichtigsten Stellen des Oberkörpers geschützt: Brust, Bauch und Rücken. Und je nach Söldner können auch noch die Arme mit Kettenpanzer ausgestattet werden und extra Lederschulterplatten, die ebenfalls mit Kettenpanzer unterstützt werden." Darn deutete auf Arrior. "Er hier benutzt separate Schulterplatten und Armschienen, deswegen ist seine Rüstung nicht damit ausgestattet."

    Die Lehrlinge hingen wie gebannt an seinen Lippen. "Das hier", endete Darn seinen Vortrag, "wird das letzte Sein, was ich euch im Zuge eurer Ausbildung beibringen werde. Denn dieses Handwerk ist für euch aktuell deutlich zu hoch." Er scheuchte die Lehrlinge zurück an ihre Arbeit, dann wandte er sich wieder Arrior zu.

    "So, zurück zu dir. Dadurch, dass das gehärtete Leder beschädigt ist, kommen wir nicht darum herum, die Rüstung komplett neu zu machen. Das hier kann man nur noch als Experimentier-Objekt für meine Schüler benutzen." Mit diesen Worten warf er die Rüstung, die Arrior schon so oft das Leben gerettet hatte, in einen Korb mit allerlei anderen misslungenen Schmiedestücken. "Aber bevor wir zu der Maßabnahme kommen, will ich dir etwas zeigen."
    Er ging zu der Kiste mit den Metallbarren, holte zwei heraus und legte diese vor Arrior ab. Beide waren grau, aber einer war etwas heller als der andere. "Du weißt bestimmt, dass es verschiedene Arten von Metallen gibt. Es gibt Eisen, Kupfer, Silber, Gold und so weiter, und sie alle haben verschiedene Eigenschaften."

    Arrior nickte. All das war ihm bereits bekannt. "Dann gibt es natürlich noch Stahl, welchen wir nur in Hochöfen gewinnen können. Er ist das härteste Metall, was wir kennen und aus ihm machen wir Schwerter, Schilde und auch die Kettenglieder für die Kettenhemden."

    Nun reichte Darn Arrior den etwas helleren Barren. "Und nun sieh dir das mal an"

    Arrior ergriff den Barren und betrachtete ihn. "Scheint mir ein normaler Barren zu sein"

    Grinsend reichte Darn ihm den anderen Barren. "Und nun vergleich ihn mal mit dem hier"

    Arrior nahm auch den anderen Barren. Der Unterschied fiel im sofort auf. "Der ist schwerer"

    "Exakt!", rief Darn freudig aus. "Aber das ist kein Trick. Beide sind gleich groß, sind gleich hart, aber unterschiedlich schwer."
    "Wie ist das möglich?", fragte Arrior und wog beide Barren abwechselnd ab.

    "Das ist das interessante. Es gibt schon seit Ewigkeiten das Gerücht, dass es bestimmte Metalle gibt, die leichter sind als andere Metalle, aber genauso hart sind wie Eisen oder Stahl. Es gibt irgendwo in dieser Erde Metalle, die wir noch gar nicht entdeckt haben und ich befürchte, diese Metalle werden erst weit nach uns richtig abgebaut und genutzt werden. Doch manchmal passiert es, dass die Adern dieser Art von Metallen mit den Eisenadern sich überschneiden. So können die Bergarbeiter dieses besondere Gemisch automatisch abbauen und so entsteht diese besondere Art von Stahl. Genauso hart, aber nur halb so schwer. Leider", Darn hob die Arme, "sind sie besonders anfällig für Rost und müssen deswegen noch intensiver gepflegt werden als normale Produkte als Stahl."
    "Das sollte kein Problem sein", meinte Arrior, "ich pflege meine Ausrüstung. Wie selten sind diese Kreuzungen?"
    "Sehr selten, da sie nur zufällig gefunden werden können und dementsprechend teuer sind sie. Aber die Vorteile machen den Preis mehr als wett."

    Arrior überlegte kurz, dann legte er die beiden Barren auf den Tisch ab. "Ich bin interessiert. Mach mir daraus eine neue Rüstung."

    Darn klatschte in die Hände. "Dann machen wir uns an das Maßnehmen", sagte er und holte verschieden lange Schnüre mit mehreren Knoten aus einer länglichen Kiste.


    Als Darn endlich fertig war, die Maße von Arriors Oberkörper zu nehmen und diese nieder zuschreiben, war die Sonne schon längst untergegangen und die Nacht hatte sich breit gemacht. Arrior wurde von Darn dazu eingeladen, im selben Zelt zu schlafen wie er und seine Lehrlinge, was er dankend annahm. Bevor er den Lehrlingen folgte, zog sich Arrior noch eine Jacke an, welche er für solche Fälle bei seinen Habseligkeiten mitführte und steckte seine Armschienen und Schulterplatten in den Beutel. Er band sich seinen Gürtel um, an welchen er sein Schwert hängte und folgte den Lehrlingen zum Zelt.


    06.05.2506, Wiesen vor der Burg Fort


    Die erste Hälfte des Tages blieb Arrior in der provisorischen Schmiede und beobachtete die Arbeit des Schmiedemeister und seiner Lehrlinge. Während die Lehrlinge wieder den Ofen und das Feuer anfachten und am Leben hielten, war Darn mit kleineren Verkaufsgesprächen beschäftigt und verkaufte die ersten paar Schwerter und Helme an junge Ritter oder Knappen. Wenn Darn gerade nichts verkaufte, schmolz er einige der sonderbar leichten Stahlbarren in einem Steinbehälter ein.

    Auch wenn es interessant war, die Arbeiten zu beobachten, wurde ihm um die Mittagszeit herum langweilig. Also entschuldigte er sich bei dem Meister und begann, das Gelände des Festes genauer zu erkunden.

    An einem der Verkaufstände kaufte er sich einen kleinen Honigkuchen, den er beim schlendern durch die Buden verspeiste. Nach einer Weile gelang er mehr zufällig als geplant in dem Teil des Geländes, wo die Speisezelte, die unter dem freien Himmel aufgestellten Tische und die Bühne der Hafner befand, wo diese gerade zu einem Lied angestimmt hatten.

    Arrior ließ seinen Blick eine Weile über die Tische fallen und überlegte, ob er sich zu den anderen Gästen setzen sollte und Gespräche anfangen sollte. Auch wenn das nicht Arriors Lieblingsbeschäftigung war, so konnte er auf diese Art und Weise mehr über das Fürstentum Fort und die angrenzenden Fürstentümer erfahren könnte. Die Auswahl war nicht einfach, da die meisten Tische von teilweise mehr als 10 Personen besetzt waren, waren andere Tische komplett leer. Als Arrior schon aufgeben und zurück zur Schmiede gehen wollte, fiel sein Blick auf einen Tisch, wo nur zwei Personen saßen, eine junge hellblonde Frau und ein junger dunkelblonder Mann, die sich, anders als die anderen Menschen, nicht miteinander zu unterhalten schienen. Arrior entschied sich für diesen Tisch, schlenderte gemächlich zu dem Tisch und hoffte, dass seine eher schlechten sozialen Fähigkeiten ausreichen würden, mit ihnen Gespräche zu beginnen und so an Informationen zu kommen.

  • Die junge Frau ging nicht weiter auf die Bemerkung des Kurierläufers über seine Eltern ein, und weil er sie auch nicht zu einem möglicherweise unerwünschten Gespräch zwingen wollte, schwiegen die beiden einander nun erst einmal eine Weile an, bis schließlich ein sportlich aussehender junger Mann mit schwarzen Haaren an den Tisch kam und sich erkundigte, ob dort noch ein Platz frei wäre.

    Ja, der Platz da ist noch frei“, antwortete Goldenar wobei er auf den Stuhl deutete, bei dem der junge Mann stehen geblieben war - an der ihm gegenüberliegenden Seite des Tisches und zwei Stühle rechts von der jungen Frau, an die er sich dann auch noch einmal wandte: „Oder erwartest du neben deinem Vater noch weitere Personen, für die wir einen Platz reservieren sollten?


  • Als Antwort auf Goldenar's Aussage, dass seine Eltern wohl nicht kommen würden, nickte Rose nur leicht und dachte über ihren Bruder nach, der aktuell in der Fischergilde lernte. Erst als ihr Gegenüber wieder sprach und dabei nicht sie meinte, zuckte die junge Erwachsene aus den Gedanken, schaute zu Arrior hoch und lächelte nur verlegen. Dann schaute sie zu Goldenar und antwortete: "Nein, ich erwarte ansonsten niemand anderen den ich kennen würde." Sie guckte wieder hoch zu dem Fremden und redete weiter: "Du kannst dich ruhig hinsetzen wo du willst."

  • Der Wind wehte leicht während die junge Jägerin neben einem Baum auf einem Knie stand. In ein wenig Entfernung trank eine Wildgans von einem Bach. Cecilia zog einen Pfeil aus ihrem Köcher und legte ihn an ihrem Bogen auf ihrem Zeigefinger an. Sie spannte die Sehne der Jagdwaffe und zielte auf das Tier. Zunächst geschah nichts und die Brünette wartete. Der Luftzug hätte die Flugbahn des Pfeils beeinträchtigt, was zum Verfehlen der Beute führen konnte. Schließlich stillte der Wind ab. Die Grünäugige ließ die Sehne los und das Projektil surrte auf den Vogel zu und traf ihn in der Seite. Die Gans versuchte noch zu fliehen, dennoch brach sie bereits nach zwei Schritten zusammen. Die junge Frau schritt zu ihrer Beute und vergewisserte sich ob diese noch lebte. Zwar jagte sie um ihr Überleben zu sichern, dennoch missfiel es ihr ein Tier zusätzlich leiden zu lassen. Cecilia zog den Pfeil heraus. Das Geschoss war zu wertvoll als es nicht wieder zu nutzen, nachdem es später gereinigt werden würde. Mit der Wildgans geschultert trat sie den Heimweg an. "Cecilia da bist du ja wieder. Wie war die Jagd?" fragte Ragnar als er seine Ziehtochter begrüßte. Die Jägerin lächelte und erwiderte "Hallo Vater. Es lief sehr gut. Der Wald ist in letzter Zeit ruhiger geworden." Sie übergab die Beute ihrem Vater. Zusammen betraten sie die Hütte in welcher außer den Beiden noch Ragnars Frau Amalia lebte. "Hallo Cecilia. Es wird in wenigen Wochen das Gründungsfest in Fort veranstaltet. Du solltest hingehen. Ich weiß das du letztes Mal gerne gegangen wärst." sprach ihre Mutter. Als das Fest das letzte mal veranstaltet wurde, war die Brünette erkrankt. "Hallo Mutter. Ja ich wollte dorthin. Ehrlich gesagt..." sagte sie, wurde jedoch von ihrem Vater unterbrochen "Du wolltest morgen aufbrechen nicht wahr?" Die Grünäugige nickte und Ragnar fuhr "Lasst uns essen und morgen brichst du dann auf." Es folgte das gemeinsame Abendmahl. Am nächsten Morgen packte die junge Frau ihre Ledertasche mit ihrer Freizeitkleidung und ihren Ersparnissen. Es war nicht allzu viel dennoch hatte sie seit einiger Zeit begonnen zu sparen. Zum Abschied umarmte sie ihre Eltern. Ihr Vater gab ihr ein ledernes Bündel. "Es ist nicht viel. Aber deine Mutter und ich haben etwas für dich zusammengespart. Könntest du das hier bitte Ursula bringen? Sie ist vor ein paar Tagen aufgebrochen und wird auf dem Fest Waren verkaufen." sprach der Mann und nahm die beiden Bündel entgegen. "Danke Vater und Mutter. Ich werde es ihr bringen. Passt auf euch auf." antwortete Cecilia und trat ihren Weg an.


    Am Abend bevor das Fest beginnen sollte erreichte die junge Jägerin Fort. Sie begann an den Zelten entlangzugehen und nach der Freundin ihrer Eltern zu suchen. Nach einiger Zeit fand die Brünette die Bekannte und schritt zu ihr. "Hallo Ursula." grüßte sie. Die andere Frau lächelte und schloss die Jüngere in die Arme. "Cecilia es freut mich dich zu sehen." Die Grünäugige übergab das Bündel an Ursula und sagte "Vater hat mir das für dich mitgegeben." Die Bekannte bedankte sich und bot ihr an die Nacht im Zelt schlafen zu können. Die junge Frau nahm das Angebot gerne an. Am Morgen des Festes erwachte Cecilia ein wenig später als gewöhnlich. Sie zog ihre Freizeitkleidung an und verabschiedete sich. Das Waidbesteck war in ihrer Ledertasche entsprechend gelegt, dass es jederzeit griffbar war. Es gab bei solchen Veranstaltungen immer mal wieder Männer die Frauen belästigten. Es wurde umso schlimmer, je mehr solche Personen gesoffen hatten. Mehr als einmal hatte sich ein Messer in solchen Situationen als hilfreich erwiesen. Ein genaues Ziel hatte die Brünette nicht, daher ging sie recht langsam umher und sah sich die verschiedenen Zelte und Buden an. Es gab vieles was ihr unbekannt war. Daher entschied sie sich etwas zu unbekanntes zu essen zu kaufen. Es sah aus wie ein kleines Brot. Cecilia setzte ihren Weg fort und sah in die Richtung, aus welcher das Lied eines Harfners erklang. Die Grünäugige stieß mit einer Person zusammen, welche sie nicht gesehen hatte. Das Brot fiel ihr aus der Hand. "Entschuldige bitte." sagte die Jägerin.


    OT: Damit hätte ich meinen Eintieg gemacht^^
    Wer möchte kann sich gern von Cecilia an- oder umstoßen lassen

  • Die junge Frau erwartete tatsächlich niemanden sonst und hatte auch nichts dagegen, dass sich der fremde Mann noch mit an den Tisch setzte. Während dieser sich nun setzte, überlegte Goldenar, ob er das eingeschlafene Gespräch mit ihr fortsetzen sollte, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass er sich dabei komisch vorkommen würde. Statt dessen wandte er sich also an den schwarzhaarigen Mann: „Wie gefällt dir das Fest bisher?


    Off Topic:

    Eigentlich hatte ich als nächstes etwas anderes geplant, aber aus bestimmten Gründen wollte ich jetzt noch nichts machen, was vielleicht einen Einfluss auf sich anbahnende Gespräche bei anderen Charas haben könnte.

  • 24.4.2506 Platz in Radharc

    Auf dem Infobrett wird gerade das Plakat für das Gründungsfest der Burg Fort aufgehängt. Am frühen Morgen bildet sich schnell eine kleine Menschentraube um das Plakat und auch Allanon schaut es sich interesiert an. Es soll am Samstag den 6.5 beginnen. Zeit genug um sich noch auf den Weg zu machen. Bisher hat er nur viel von diesem Fest gehört. Es sollen Menschen und Händler von überall her kommen. Auch viele Harfner sollen dort ihre Werke vorführen.

    Beim Abendbrot spricht Allanon das Thema als erstes an. Es hätte wahrscheinlich nicht lange gedauert bis es sein kleinerer Bruder oder seine Elern es angesprochen hätten. Er überwindet sich und fragt: "In ein paar Tagen findet doch in Fort das Gründungsfest statt. Dürfte ich da auch mal hingehen? Schließlich bin ich ja schon 16." "Ja, aber komm heil zurück und reise nicht alleine"


    25.4.2506 kurz hinter Radharc


    Allanon ging mit drei anderen aus seinem Dorf richtung Wantea. Von dort wollten sie mit einem Schiff, am besten gegen Gegenleistung mit einem Händler nach Forthafen fahren. Von dort waren es ja dannn nur noch zwei Tagesmärsche zur Burg Fort. Jenachdem wie die Schiffsfahrt verläuft würden sie auch ein paar Tage früher ankommen.


    27.4.2506 am Hafen von Wantea


    Es war bis auf ein Schiff, welches gerade anlegte, keines zu sehen. Sie fragten den Händler, wo er hinfahre und wie es der Zufall manchmal will legt er in zwie Tagen ab, um nach Forthafen zu fahren. Er nahm sie mit, aber da es nicht viele Arbeiten auf dem Schiff zu erledigen gibt bittet er um einen kleinen Ausgleich, welchen sie verständnissvoll zahlen.


    5.5.2506 Forthafen


    Nach einem zweitägigen Marsch und einer reibungslosen aber zähen fahrt kommt Allanon endlich auf dem Festgelände an. Er ist überascht, dass so viele Menschen schon früher da sind. Und befürchtet zurecht, dass es morgen noch mehr werden. Auch viele Händler und Harfner sind schon da die teilweise schon ihre Waren verkaufen oder vereinzelt auf ihren Harfen spielen. Da es aber schon abend wird, besorgt er sich noch schnell was zu essen und versucht zu schlafen, nachdem er seine Sachen sicher vor Dieben verstaut hat. Diese wird es auf diesem Fest bestimmt auch geben. Er wundert sich, dass er schon so müde ist, hält es aber für vernunftig jetzt schon zu schlafen, um morgen fitt zu sein.

  • Der Zufall schreibt die besten Geschichten,

    Wonach wir uns alle müssen richten,

    Schicksal ist es für manche,

    Dieser Zufall geschah beim Lunche.


    Häufig ist es amüsant,

    Wenn man ineinander rannt!

    Das Essen fast verloren,

    Ein Schuldiger wird auserkoren.



    Kan schaute angeekelt auf das, was er jetzt in einer Schüssel in den Händen hielt. Suppe konnte man das nicht nennen, es war sehr viskos und unidentifizierbare Stückchen schwammen darin. Den Blick nur auf den Inhalt des Gefäßes gerichtet, bemerkt er nicht, dass von rechts eine Person kam, die ebenfalls nicht auf ihren Weg achtete. Somit stießen die beiden zusammen, und Kan schaffte es im letzten Augenblick, den fragwürdigen Inhalt seiner Schüssel in jener auch zu behalten, bevor dieser sich über die beiden Tollpatsche ergießen konnte. „Entschuldige bitte“, ertönte es von der fremden Person. Der Dichter schaute der hünschen, braunhaarigen Frau kurz in die smaragdgrünen Augen, bevor er schüchtern seinen Blick abwandte. „B-bitte verzeihen Sie mir, Milady! Es ist alles meine Schuld! Ich habe nicht a-aufgepasst. Nur wegen mir haben Sie Ihr schmackhaft aussehendes Brot fallen gelassen! Ich bezahle Ihnen das natürlich! Woher haben Sie es denn?“. Nach einem Blick in den Geldbeutel musste er feststellen, dass er damit zwar sein Abendessen ausfallen lassen musste, aber das war es ihm wert. Mit Missmut erkannt er, dass die Suppe dafür vollständig überlebt hatte. Er verfluchte dafür innerlich seine Reflexe.


    OT: Die Frau ist natürlich der Charakter der lieben Nessi, Cecilia

  • Der junge Mann mit dem Cecilia zusammengestoßen war hatte es nicht wirklich besser getroffen wie sie selbst. Beide waren mit der Suppe des Blonden begossen worden. Die Reaktion von im wunderte die Jägerin. Seinem Aussehen nach zu urteilen, hätte sie nicht gedacht das er schüchtern wäre. Mit einem Lächeln erwiderte die Brünette "Ich habe selbst nicht auf den Weg geachtet also war es meine eigenen Schuld." Sie bückte sich kurz und hob das kleine Brot vom Boden auf. Mit der freien Hand wischte die Grünäugige darüber wodurch die wenigen Krümel der Erde abfielen. "Außerdem ist damit doch alles in Ordnung und es gibt keinen Grund ein neues zu kaufen. Nur bin ich keine Lady. Ich heiße Cecilia." sagte die junge Frau wobei sie sich ein wenig zur Seite beugte um ihm ins Gesicht sehen zu können. Sicher gab es genügend Menschen die das Essen weggeworfen hätten, nachdem es auf den Boden gefallen war. Jedoch machte ihr dies nichts aus. Cecilia hatte während Reisen schon Nahrung in schlechterem Zustand verzehrt.

  • Ganz gut, ich bin das erste mal hier“, antwortete Arrior auf die Frage des dunkelblonden Brillenträgers, wie ihm das Festival bisher so gefiel. „Vor allem der Honigkuchen schmeckt ausgezeichnet.


    Hmm, Honigkuchen“, meinte Goldenar daraufhin. „Den habe ich dieses Mal noch nicht probiert. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass er euch schmeckt. Die Bäcker hier in Ford verstehen ihr Handwerk.“ Er zögerte kurz und fügte dann noch hinzu: „Ach ja, ich bin übrigens nicht das erste mal hier. Falls ich nicht gerade ganz woanders unterwegs war, habe ich meine Touren in den letzten Jahren eigentlich immer so gelegt, dass ich das Gründungsfest hier in Fort besuchen kann.


    Touren?“, fragte Arrior nach, „seid ihr zufällig Kurierläufer?


    Ja, bin ich. Ich habe allerdings erst später als üblich mit meiner Ausbildung angefangen, weil mein Vater mich zunächst einmal zum Koch ausbilden lassen wollte. Insofern darf ich unterwegs noch keine neuen Sendungen entgegen nehmen - dass darf man erst, wenn man ein Kurierläufer-Geselle geworden ist.


    Also kommt ihr gar nicht aus Fort oder einen der angrenzenden Fürstentümer?


    Ich komme gebürtig aus Honshu, habe aber auch zwei Jahre in Ista gewohnt, bevor mein Vater mir erlaubt hat, den Weg eines Kurierläufers einzuschlagen.


    Ah, das ist gut, könnte ich euch dann später ein paar Fragen zum Fürstentum stellen? Ich werde eine Weile hier sein und bin auf der Suche nach Söldneraufträgen.“ Arrior reichte dem Kurierläufer die Hand. „Ich bin übrigens Arrior, freut mich.


    Das kannst du gerne machen. Ich heiße übrigens Goldenar. Und woher kommst du, wenn ich fragen darf?


    Ursprünglich aus High Hill, aber ich habe die letzten Jahre in Telgar meinen Unterhalt als Söldner verdient.“ Arrior wandte sich an die junge Frau. „Darf ich fragen, woher ihr kommt?


    Rose zuckte auf als sie angesprochen wurde und schaute zu Arrior rüber. „Oh..ich komme aus Süd Boll, meine Mutter ist Geselle der Webergilde und mein Vater Händler zwischen der Weber- und der Fischergilde“, antwortete sie ein wenig verlegen und schaute zu Goldenar rüber.


    Ah, das ist südlich von hier“, stellte Arrior fest, „darf ich fragen, wie warm oder heiß es dort ist?


    Sie nickte und lächelte zu Arrior. „Nunja..Schnee gibt es bei uns eigentlich gar nicht. Und im Sommer kommt die Außentemperatur der Körpertemperatur sehr nahe“, sagte Rose und kicherte etwas.


    Ohje“, erwiderte Arrior leicht gequält, „das klingt enorm nach High Hill.“ Er wischte sich demonstrativ den Schweiß von der Stirn. „Ich komme mit Hitze überhaupt nicht gut zurecht.


    Als Reaktion auf Arrior's Gestik, schob die junge Erwachsene den Ärmel des Hoodies etwas hoch und zeigte ihre ziemlich helle Haut. „Ich kriege sehr leicht Sonnenbrand und kann mich in der Sonne gar nicht bräunen..Ich trag egal bei welcher Temperatur immer was mit langen Ärmeln“, erklärte sie und senkte etwas den Kopf.


    Auweia, das stell ich mir enorm unangenehm vor“, stellte Arrior fest, „wie ist das dann bei solchen Temperaturen?


    Na ja, in Süd Boll weht immerhin noch ein kühlender Wind”, berichtete Goldenar. „In Ista ist es da gefühlt noch einmal um einiges heißer. Da habe ich dann teilweise im Sommer tagsüber geschlafen und bin dann nachts gelaufen.


    Richtig. Der kühle Wind und die Meeresbrise erleichtern den Alltag um einiges“, sagte Rose und hörte Goldenar zu. „Beeindruckend!“ Sie lächelte und schien auch ihre Unsicherheit für den Moment verloren zu haben. „Arbeitet ihr dann nachts, wenn ihr schon die zu starken Sonnenstunden gar nicht nutzen könnt?



    Off Topic:

    Erster von drei Teilen der Interaktion von Arrior , Rosyraptor und mir

  • Na ja, als Kurierläufer ist es mehr oder weniger egal, um welche Tageszeit ich laufe. Hauptsache, die Sendungen werden transportiert. Sonst arbeiten die Menschen in Ista eher vormittags und am Nachmittag bis in den Abend hinein - und machen dann mittags eine ausgedehnte Mittagspause.


    Und wie handhabst deine Pausen Goldenar?“, fragte Arrior nach.


    Na ja, ich laufe lieber durch - also ohne Pause oder nur mit kurzen Pausen um etwas Proviant zu essen. Deshalb mache ich in Ista und Umgebung auch ganz gerne Nachtschichten. Tagsüber ist es mir da im Sommer zu heiß um zu laufen.


    Wie aufregend. Ich verlasse eigentlich gar nicht Süd Boll und kenne kaum andere Teile des Kontinents“, sagte sie und schaute beide an. „Oh achja. Ich heiße Rosemarie, ihr könnt mich aber gerne mit Rose rufen, wenn ihr möchtet!“, ergänzte sie und lächelte.


    Freut mich Rose“, lächelte Arrior und reichte ihr offiziell die Hand, „du kannst mich Arrior nennen“ Nachdem Rose Arriors Hand geschüttelt hatte, lachte Arrior und sagte „Dann sind wir jetzt alle drei per du, dabei kennen wir uns alle noch gar nicht so lange oder kommen gar aus denselben Fürstentum.


    Dann hat sich der Besuch des Festivals ja für uns alle gelohnt!“, entgegnete sie ihm. „Wir können ja untereinander Adressen austauschen, man kann sich ja sicher auch trotz Entfernung sehen oder zumindest durch Briefe in Kontakt bleiben“, schlug sie vor und schaute von Arrior zu Goldenar rüber.


    Also, Adressen austauschen wird bei mir nicht einfach sein“, meinte der Kurierläufer, „weil ich einfach ständig irgendwo unterwegs bin.


    Dasselbe gilt für mich“, sagte Arrior und legte den Kopf schief, „als Söldner bleib ich nur selten an einem Ort, höchsten für eine längere Zeit in ein und denselben Fürstentum.


    Oh..wie schade..“, murmelte Rose und senkte enttäuscht den Blick. „Bin zuhause nicht so gut im Kontakte knüpfen..


    Goldenar überlegte kurz, ob er ihr anbieten sollte, dass er - wenn er nach Süd Boll kommt - bei ihr vorbei kommt. Aber dann entschied er sich doch erst einmal noch dagegen, weil er sie bisher ja kaum kannte.


    Naja“, meinte Arrior und kratzte sich dabei an der Wange, „wir können uns ja jedes Jahr hier erneut treffen, wenn es unsere Arbeit gestattet. Ich zumindest hätte Interesse daran, Gründungsfest ist sehr abwechslungsreich und bietet eine schöne Erholung zwischen den Söldneraufträgen.


    Rose lächelte zu Arrior hoch. „Das wäre eine gute Idee! Ein Söldner hilft den Bewohnern für Geld richtig?“, fragte sie ihn. „Würdest du das anderen weiterempfehlen?


    Nun ja“, erwiderte Arrior und lehnte sich leicht zurück, „die Arbeit ist sehr gefährlich. Vor etwas mehr als einer Woche hatte ich eine Expedition begleitet. Alle Teilnehmer wurden von Banditen getötet, ebenso wie meine Söldner-Gefährten und ich wäre beinahe an der Kälte der Berge in Telgar draufgegangen. Man muss gute Reflexe haben, über guten Waffenumgang verfügen und seinen Körper beherrschen können.“ Er wiegte mit seiner rechten Hand. „Es ist nicht unmöglich, aber einfach ist es auch nicht.


    Total schockiert schaute Rose zu Arrior und verschränkte die Finger unter dem Tisch ineinander. „Warum geht man freiwillig diesem Risiko ein?“, fragte sie ungläubig.


    Arrior dachte über Roses Worte nach, bevor er antwortete:

    Nun, einige machen es nur für das Geld, andere tun es, weil sie etwas gutes tun wollen und nutzen das Geld nur für die Finanzierung ihres Lebensunterhaltes, beispielsweise zum reparieren ihrer Ausrüstung. Ich selbst zähle mich zur letzteren Gruppe, da meine Familie seit Generationen die Schwertkunst lehrt. Ich wurde, seit ich klein bin, darin unterrichtet und deswegen nutze ich meine Fähigkeiten und helfe dadurch auch gleich noch Menschen.




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