[Johto] Klang der Legenden

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  • Es war ein klarer Herbsttag in Teak City, die Stadt der zwei Türme, in der heute das alljährliche „Fest des Lebens“ stattfand. Aus allen Richtungen und sogar über die Grenzen Johtos hinaus waren die Menschen für dieses eindrucksvolle Ereignis angereist.


    So auch eine junge, hochgewachsene Frau mit dunkeln, blauschwarzen Haaren. Schon den ganzen Tag war sie durch die festlich geschmückte Stadt gewandert und hatte sich die verschiedenen Stände, die eigens für das Fest aufgebaut worden waren, angesehen. Wie alle die das Fest besuchten, war auch Serena, so der Name der Blauhaarigen, heute in einen Kimono gekleidet, den sie sich im Pokémon Center ausgeliehen hatte. Die kostenlose Einrichtung für Trainer hatte den Verleih der traditionellen Gewandung sogar auf einem großen Plakat angekündigt, da es bekannt war, dass nur die wenigsten Reisenden solche Kleidung im Gepäck hatten und die Stadtverwaltung die Stimmung der Feier gewährleisten wollte. Serenas Exemplar war von einer dezenten, hellblauen Farbe mit schwarzem, feinem Rankenmuster an der rechten Schulter. Ausnahmsweise hatte das Stuntgirl auch auf ihren Hut, den sie sonst beinahe immer trug, verzichtet. Er passte einfach nicht zu diesem Outfit.


    Der Tag neigte sich bereits dem Abend und somit dem Höhepunkt des Festes zu und die Sonne stand schon tief, als auf der großen Bühne, auf der den ganzen Tag über verschiedene Bands für eine stimmungsvolle Musikbegleitung gesorgt hatten, die ortsansässige und bekannte Tänzergruppe der Kimono-Girls ein ansprechendes Stück vortrugen, in dem es um die Legende der zwei Türme ging, von denen einer auf den Tag genau vor hundertfünfzig Jahren abgebrannt war. Zwei fliegende Pokémon hatten einst auf den Spitzen der Türme gelebt und über Teak City gewacht, doch als der eine Turm niederbrannte, flogen sie beide fort und verbargen sich fortan vor den Menschen. Das Fest ehrte die beiden Vögel und sollte ihnen zeigen, dass die Menschen noch immer an sie glaubten und sie baten, zurückzukehren. Mittlerweile war es natürlich auch zu einem wahren Touristenmagnet geworden, aber die Bewohner der geschichtsträchtigen Stadt taten alles, um die Erinnerung zu wahren.
    Der Auftritt der Kimono-Girls war gewöhnlich zusammen mit dem anschließenden Feuerwerk der krönende Abschluss des Festes, den alle Besucher und Anwohner mit Spannung vor der Bühne erwarteten, aber an diesem Fest blieb der Himmel nach der Vorführung dunkel, es war inzwischen Nacht geworden. Die bauchigen Lampen, die überall verteilt waren, spendeten dennoch warmes Licht, als nun einige Angestellte der hiesigen Arena die Zuschauer zurückdrängten, um vor der Bühne etwas Platz zu schaffen und anfingen eine Reihe merkwürdiger Sockel auf dem freigewordenen Platz aufzustellen, während Jens, der Arenaleiter, gekleidet in einem schwarz-violetten Kimono, auf die Bühne trat und zu einer erklärenden Rede ansetze: „Liebe Freunde, bitte entschuldigt, die Unterbrechung des gewohnten Programms, aber heute ist das hundertfünfzigste Fest des Lebens. Zu ehren dieses denkwürdigen Jubiläums haben wir uns, zusammen mit dem Pensionsehepaar aus Dukatia City etwas ganz besonderes ausgedacht.“


    Er verstummte, als ein älteres Ehepaar in Begleitung eines großen, vollbepackten Camerupt auf die frei Fläche vor der Bühne trat. Die Helfer kamen sofort und nahmen dem schwerfälligen Feuerpokémon seine Last ab, wobei es sich die beiden Alten nicht nehmen ließen selbst je eines der eingewickelten Päckchen zu nehmen und zu je einer der Säulen, die mittlerweise mit Kissenbestückt worden waren, zu treten. Dann, auf ein Zeichen des alten Mannes entfernten alle Helfer die Decken und enthüllten mehr als ein Dutzend, farbig bemalte Pokémoneier, die sie andächtig auf die Kissen legten. Dann traten die Helfer zurück und die beiden Alten, denen man die Aufregung mehr als deutlich ansehen konnte, stellten sich in die Mitte der Säulen neben ihr Camerupt.


    Jens, der mittlerweile von der Bühne geklettert war, gesellte sich, mit dem Mikrofon in der Hand zu ihnen und blickte in die aufgeregt flüsternde Menge, eher er der Frau das Mikrofon gab. „Zuerst möchten wir Jens und seinem Team danken, dass sie an uns gedacht haben. Und natürlich den lieben Kindern der Trainerschule, die mit solch einer Freude die Eier für den heutigen Tag so fein bemalt haben.“, begann die Frau nervös, wurde aber schnell sicherer, „Was könnte zu einem Fest, an dem das Leben geehrt wird, besser passen, als das Wunder der Geburt? Hierzu haben wir einige Eier, die in unserer Pension liegen geblieben sind oder von den Trainern nicht gewollt wurden, mit Hilfe unseres treuen Camerupt so weit ausgebrütet, dass sie bereit zum Schlüpfen sind. Ihr alle seid herzlich eingeladen hier und jetzt einem der größten Wunder in der Welt der Pokémon beizuwohnen. Doch dazu brauchen wir Hilfe. Die Hilfe von jungen Menschen! Wir bitten nun unter euch diejenigen hervorzutreten, die noch nicht ihre gemeinsame Reise mit einem treuen Pokémon begonnen haben. Kommt Kinder, kommt zu uns nach vorne und stellt euch neben eines der Eier. Vielleicht wird euch das darin schlafende Wesen erhören und in eurer Hand den Weg ins Leben finden.“


    Aufgeregtes Gemurmel erklang unter den Besuchern, aber in den ersten Momenten regte sich niemand. Serena betrachtete gebannt die Eier. Alle hatten ganz verschiedene Größen, es gab welche, die nur so groß wie eine Hand waren, aber auch welche, die in der Höhe gute fünfundzwanzig Zentimeter maßen. Noch nie hatte die Blauhaarige ein Pokémon schlüpfen sehen und dementsprechend aufgeregt war sie plötzlich. Sie konnte gar nicht verstehen, warum niemand nach vorne trat. Dann kam ihr plötzlich etwas. Sie war zwar kein Kind mehr und nach solchen hatte die Alte ja verlangt, aber sie hatte selbst kein eigenes Pokémon. Wenn also niemand den Mut fand, nach vorne zu gehen, würde sie eben den Anfang machen. Also schob sich die selbstbewusste Frau zwischen den Leuten hindurch und trat auf den freien Platz. Durch ihre Arbeit beim Film war sie es gewohnt, von vielen Leuten angestarrt zu werden und es machte ihr nichts aus, im Mittelpunkt zu stehen. Überrascht stellte sie, als sie die Menschenmenge verließ fest, das auch andere Leute, zumeist Jugendliche und junge Erwachsene, wie sie selbst, sich inzwischen nach vorn gekämpft hatten und sie gar nicht unbedingt die Erste war. Die Augen der beiden Alten strahlten dafür richtiggehend vor Freude und erstaunlich schnell wuselte der Mann zu Serena und den anderen und forderte sie mit sich vor Aufregung überschlagender Stimme auf, sich eines der Eier auszusuchen und sich neben dieses zu stellen. Aufgrund der Bemalung konnte niemand sagen, was sich in deren Inneren verbarg, aber, da war Serena sich sicher, in jedem von ihnen war ein kleines, aber wunderbares Geschöpf. Nach kurzer Überlegung trat sie dann zu einer Säule, auf der ein Ei lag, welches eher zu den Größeren zählte und blau und rosa bemalt war. Auf Geheiß des Mannes stellte sie sich so hinter die Säule, dass sie das Publikum anblickte und wartete gespannt, dass auch die anderen eine Wahl trafen.


    OT: Damit startet nun das neue Johto-RPG^^.
    Auf ein gutes Spiel alle zusammen^^.
    Ihr könnt jetzt beschreiben, wie euer Chara das Fest so erlebt und was er gemacht hat. Wichtig ist aber, dass ihr auch auf die besondere Aktion des Betreuerpärchens eingeht und euren Chara zu einem der Eier steuert. Wie ihr sicher schon erraten habt, werden diese unsere Starpokémon enthalten. Ihr dürft die Eier aber noch nicht schlüpfen lassen, dass ist wichtig. Und denkt drann, die Eier sind bunt angemalt, kein Mensch kann sagen, was sich in ihnen verbergen wird^^.


    Ich bin schon gespannt darauf, wie eure Charas alle so sind^^.

    Öffne die Pforte, durchschreite das Tor und betritt eine Welt, wie du sie dir in deinen kühnsten Träumen vorgestellt hast. Eine Welt, in der Wunder Wirklichkeit und Kinder nie erwachsen werden.
    Doch ohne Hilfe werden die Traumlande schon bald vom Albtraum regiert, den die bösartigen Nachtmahre sind mächtiger als je zuvor.


    Das Abenteuer und der Kampf um die Welt der Träume hat begonnen!
    The endless Night of Dreams

  • Ein kühler Wind zog durch die Straßen Teak Citys, die voller Menschen und Pokémon waren. Doch selbst dieser konnte die festliche Atmosphäre, die sich in der Gestalt hunderter Lampions und unzähliger Stände in der Stadt niedergelassen hatte, nicht vertreiben. Lachende Stimmen schallten durch die Straßenzüge, sowie andächtige Musik, die vom Zentrum der Festlichkeiten ausging - einer großen Bühne, auf dem die stadtbekannten Kimono-Girls gerade einen Tanz vorführten.
    Es war diese Bühne, die das Ziel des jungen Mädchens war, dass sich einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen versuchte. Dieser Auftritt war einer der Hauptgründe gewesen, wieso es überhaupt erst nach Teak City gekommen war - ihn zu verpassen könnte es sich nie verzeihen. In diesem Moment war Lucy froh darüber, dass sie sich keinen der eleganten Kimonos aus dem Pokémon Center ausgeliehen hatte, sondern ihren eigenen, schlichten Yukata trug, in dem es sich wesentlich leichter bewegen ließ. Sie drängelte sich durch die Menge, darauf bedacht, möglichst niemandem auf die Füße zu treten, während die Musik allmählich leiser wurde. Innerlich fluchend hielt sie an, als die Bühne in ihrem Blickfeld erschien und sie von ein paar Passanten noch einen Meter nach vorne gedrängt wurde. Die Kimono-Girls waren längst verschwunden, an ihrer statt stand ein junger Mann mit blondem Haar auf der Tribüne. Er trug einen schwarz-violetten Kimono und setzte zu einer Rede an. Lucy jedoch hörte ihm nicht zu und kramte den Prospekt, den man ihr über das Fest in die Hand gedrückt hatte, aus der lachsfarbenen Tasche hervor, die sie stets bei sich trug. Auf ihm wurde eine Rede nicht erwähnt - direkt nach der Tanzvorführung musste eigentlich das Feuerwerk kommen, der Höhepunkt des Festivals. Ungerührt verstaute Lucy den Zettel wieder, als ein lautes Schnauben sie aufmerken ließ.
    Erstaunt beobachtete sie das Camerupt, das gemeinsam mit einer älteren Frau und einem älterem Mann auf den freien Platz vor der Bühne trat. Das Feuerpokémon schien etwas auf dem Rücken zu tragen, doch Lucy konnte nicht erkennen, was es war. Neugierig geworden beobachtete sie, wie ein paar Helfer gemeinsam mit dem alten Ehepaar die Ladung des Pokémon auf die mit Kissen belegten Säulen, die sie zuvor nicht bemerkt hatte, vor der Bühne ablud. Synchron zogen die Helfer die Decken von den Gegenständen, die sich als viele bunt-bemalte Pokémon-Eier offenbarten. Der blonde Mann reichte inzwischen der alten Frau das Mikrofon, der die Nervosität ins Gesicht geschrieben stand. Auch ihr Mann sah nicht besser aus.
    "Zuerst möchten wir Jens und seinem Team danken, dass sie an uns gedacht haben", begann sie mit zittriger Stimme, woraufhin in Lucys Kopf ein Schalter umgelegt wurde - mit einem Mal schien es ihr offensichtlich, dass der junge Mann an ihrer Seite der Arenaleiter sein musste.
    "Und natürlich den lieben Kindern der Trainerschule, die mit solch einer Freude die Eier für den heutigen Tag so fein bemalt haben", fuhr die Frau fort und schien sich allmählich zu fassen. "Was könnte zu einem Fest, an dem das Leben geehrt wird, besser passen, als das Wunder der Geburt? Hierzu haben wir einige Eier, die in unserer Pension liegen geblieben sind oder von den Trainern nicht gewollt wurden, mit Hilfe unseres treuen Camerupt so weit ausgebrütet, dass sie bereit zum Schlüpfen sind. Ihr alle seid herzlich eingeladen hier und jetzt einem der größten Wunder in der Welt der Pokémon beizuwohnen. Doch dazu brauchen wir Hilfe. Die Hilfe von jungen Menschen! Wir bitten nun unter euch diejenigen hervorzutreten, die noch nicht ihre gemeinsame Reise mit einem treuen Pokémon begonnen haben. Kommt Kinder, kommt zu uns nach vorne und stellt euch neben eines der Eier. Vielleicht wird euch das darin schlafende Wesen erhören und in eurer Hand den Weg ins Leben finden."
    Mit einem Mal tauchte leises Geflüster in der Menschenmenge auf, die zuvor gebannt geschwiegen hatte. Auch Lucys Blick galt bloß den Pokémon-Eiern, von denen sie ein türkis-pinkes anzulächeln schien. Es war nicht viel größer als die an seiner Seite, das Größte war es dennoch bei weitem nicht. Lucy schluckte. Auf so eine Gelegenheit wäre sie nicht im Traum gekommen - ein eigenes Pokémon großzuziehen! Allein schon die Idee begeisterte sie, dennoch war sie sich nicht sicher, ob sie zu der Zielgruppe des alten Ehepaares gehörte. Nach diesem musste sie ein "Kind" sein, doch wer wusste, wann man für Menschen in diesem Alter noch ein Kind war? Lucy nahm all ihren Mut zusammen und trat nach vorne, fest entschlossen, das türkis-pinke Ei zu ihrem eigenen zu machen. Erschrocken musste sie jedoch feststellen, dass sie nicht die erste war, die voran getreten war - ein flüchtiger Blick teilte ihr sogar mit, dass sie keinesfalls die älteste sein konnte. Hastig bahnte sie sich ihren Weg durch die Menge und kletterte unelegant auf die Bühne, die kleine Treppe in ihrer Nähe ignorierend. Ihr Blick galt einzig und allein dem bunten Pokémon-Ei, nach dem sie bereits die Hand ausstreckte.


    OT: Erste x3 (naja, nicht ganz... aber irgendwie schon :D) Ich wollte noch hinzufügen, was mein Char davor gemacht hatte, aber dann kam mir der Post etwas zu lang vor, da ich ja eh schon Schriftgröße 8 benutze x) (achja, falls ich das zu 10 ändern soll weil's schwer zu lesen ist, sagt's mir :3)


  • Verträumt sah Lucia aus dem Fenster des Bistros in dem sie saß, während sie geistesabwesend die letzten Bissen ihres Abendessens verspeiste.
    Draußen auf dem Platzt sammelten sich nach und nach immer mehr Leute vor der großen Bühne. Sicher begann bald der nächste Teil des Programms. Lucy erinnerte sich, etwas von einer berühmten Tänzergruppe gelesen zu haben, doch deren Namen wusste sie nicht mehr. Sie hatte sich noch nie viel aus Musik und Tanz gemacht.
    Dabei fiel ihr auf, dass eine ganze Menge Leute das Angebot des hiesigen Pokemon-Centers, sich für die Festlichkeiten einen Kimono zu leihen, wahrgenommen hatten. Auch sie selbst hatte am Morgen, als sie in Teak City angekommen war darüber nachgedacht, doch es behagte ihr nicht in fremden, ungewohnten Kleidern in dieser fremden und ungewohnten Stadt herumzugeistern. Außerdem wusste sie gar nicht wie man die aufwendige Tracht anlegte und da sie allein unterwegs war, hätte sie nur die Leute vom Verleih fragen können, doch diese Peinlichkeit wollte sie sich um jeden Preis ersparen.
    Wie sie aber jetzt so in die Menge blickte bereute sie den Entschluss ein wenig. In ihrem mausgrauen Pullover und dem unauffälligen Jeansrock fiel sie in dieser Umgebung um so mehr auf. Angespannt biss sie auf ihrer Unterlippe herum.


    "Fahr doch nach Teak City, mein Schatz", hatte ihr ihre Mutter ihr geraten, "dort findet in ein paar Tagen das Fest des Lebens statt. Dort soll es sehr schön sein."
    Schön? 3 Tage hatte sie mit der Zugfahrt hier her verbracht und die war alles andere als schön gewesen: stickige Luft, unbequeme Sitze, lärmende Fahrgäste bei Nacht. Wenngleich die Aussicht auf die wunderbare Berglandschaft dieser Region die Strapazen beinahe wieder wettmachten.
    Da es nun schon dämmerte und die Tänzer wohl fast fertig waren mit ihrem Rumgehopse, bezahlte Lucia und verließ das Lokal um das anstehende Feuerwerk nicht zu verpassen.


    Ihre Eltern hatten wohl gemeint, dass die nun immerhin schon 15-jährige nun endlich auch so weit war, einmal eine Reise allein zu machen, wenn auch nur für ein paar Tage, gingen doch die meisten ihrer Mitschüler schon mit 10 auf eine Pokemonreise. Doch Lucy war nicht gerade der Typ dafür in die Fremde zu ziehen.


    Am Platz angekommen blieb sie einfach hinter den anderen Menschen stehen, schließlich wollte sie nicht die Bühne, sondern den Nachthimmel sehen, was hätte es also genützt, sich weiter nach vorn zu drängen? Doch immer mehr Leute kamen und durch das Drängeln und Schubsen stand sie doch bald in der Mitte der Masse.
    Über Lautsprecher ertönte eine Männerstimme, doch Lucy beachtete sie gar nicht. Viel zu sehr war sie damit beschäftigt nicht hinzufallen. Als sie endlich einen annähernd sicheren Stand gefunden hatte, sah sie kurz, zwischen den anderen Schaulustigen hindurch, ein schwerfälliges Feuerpokemon, welches scheinbar etwas auf seinem Rücken trug. Es musste sich um ein Camerupt handeln, doch sicher war sie sich da nicht. Zu kurz hatte sie es gesehen. Außerdem wäre es das erste dieser Art, dass sie nicht auf Papier gedruckt sah. Irgendetwas ging da vorne vor, denn die Leute wurden immer aufgeregter und drängten immer mehr, doch das Feuerwerk war es nicht, dass sie so aufbrachte, denn der mittlerweile dunkel gewordene Nachthimmel blieb leer.
    Da hörte sie, wie eine Stimme über die Lautsprecher etwas von “Eiern” erzählte und dann alle Kinder ohne Pokemon nach vorne bat.
    Wie vom Schicksal erschlagen sinnierte Lucy darüber, ob es tatsächlich möglich war, dass hier einfach so Pokemoneier verteilt wurden, auf einem Volksfest und ob sie tatsächlich hier, auf ihrer ersten, eigenen Reise, ihr erstes eigenes Pokemon erhalten sollte.
    Unschlüssig blieb sie stehen, doch als sie sah, wie immer mehr Kinder und Jugendliche sich zur Bühne durchkämpften, ergriff auch sie die Chance. Sie brauchte eine gefühlte Ewigkeit und wurde immer nervöser zu lange gezögert zu haben und keines mehr abzubekommen, doch sie kam noch rechtzeitig. An der Bühne angekommen stand sie auch schon direkt vor einem, hauptsächlich grün gestalteten Ei, dass ein Waldmotiv zierte. Ob es wohl ein Pflanzenpokemon enthielt?
    Doch das war egal. Was auch immer daraus schlüpfen würde, es würde ihr Begleiter werden.
    Lucy war überglücklich.

  • Mit mulmigen Gefühlen hatte Valaria beschlossen in Teak City zu bleiben um dem Fest des Lebens beizuwohnen. Als sie klein war hatten ihre Eltern ihr und ihren Geschwistern schon so oft versprochen mit ihnen zu diesem Fest zu gehen, allerdings hatten sie nie Zeit dafür gefunden. Nun war sie alleine hierhergekommen und befürchtete, dass auch ihre Geschwister hier sein würden, allerdings blieben ihre Befürchtungen unbegründet. "Klar, nicht alle von uns haben den Tod unserer Eltern so gut verkraftet wie ich, wahrscheinlich wäre es zu schmerzhaft für sie gewesen an ein Fest wie dieses zu gehen."


    Wie einige andere Leute auch hatte sich die Magierin einen Kimono geliehen. Er war hellgelb mit einer weißen Linie am Rande der Ärmel, was dem Aberglauben Valarias zu verschulden war. Schon von klein auf hatte sie gemeint, dass gelb ihre Glücksfarbe wäre. Ihren rosa Stab hatte sie im Pokémon-Center gelassen.
    Nach einem kleinen Marsch durch die Menge setzte sie sich schließlich auf eine Holzbank in der Nähe der Bühne und holte ihre Spielkarten hervor. Es war ein ganz gewöhnliches Set wie man es etwa beim Pokern verwendete und ihre Rückseiten waren mit einem rotweißen Rautenmuster bedruckt. Aus langeweile begann sie zu mischen und suchte sich das erste Opfer, dem sie ihren Trick aufzwingewn würde. Eine Frau wie sie, die für das Rampenlicht gemacht war, brauchte eben etwas Aufmerksamkeit. Jedenfalls dachte sie das.
    Schon bald kam ein junger Mann mit seiner Freundin vorbei, die beide etwas gelangweilt aussahen. "Hol mir etwas zu essen.", war der kalte Befehl der Freundin an ihren Gefährten, welcher sogleich mit einem etwas verwirrten Gesicht losspurtete. "Beziehungsprobleme?", fragte Valaria schließlich neugierig die junge Frau, nachdem sie aufgestanden und zu ihr hingelaufen war. Die Frau seufzte. "Na ja, mein Freund ist ein Tollpatsch. Er schafft es noch nicht einmal unbeschadet durch die Menschenmenge zu laufen. Wahrscheinlich wird er auch das Essen auf dem Weg hierher verlieren."
    Aus irgendeinem Grund musste die Magierin anfangen zu kichern und hielt der Frau schließlich ihre Karten entgegen. "Ziehen sie eine. Das bringt sie bestimmt auf andere Gedanken.", bat sie mit einem tückischen Lächeln. Die Augen der Frau weiteten sich und sie hob eine Augenbraue. "Kartentricks? Na gut." Leicht verwirrt zog sie eine aus dem leicht entfächerten Stapel und betrachtete sie. "So.", sprach Valaria weiter. "Behalten sie die für's erste und ich gehe zu ihrem Freund."


    Mit einem leicht arroganten Gang wandte sie sich von der immer noch verwirrten Frau ab und fand ihren Freund an einem der Essensstände, wo er gerade für zwei Pirsifbeerspieße bezahlt hatte und anscheinend auf dem Rückweg war. Gerade als die Magierin ihn ansprechen wollte stolperte er über einen Stein und war im Begriff hinzufallen. Die Schwarzhaarige reagierte aber noch rechtzeitung und riss ihm die Spieße aus der Hand als er neben ihr zu Boden fiel. "Aua... Danke.", war die Antwort des jungen Mannes als er wieder aufstand um die Spieße in Empfang zu nehmen. "Keine Ursache.", war die Antwort der Braunäugigen. "Ich habe vorhin mit ihrer Freundin geredet. Sie schein sie zu vermissen." "Ach, im Ernst?" Dem Mann schien das ziemlich ungewöhnlich vorzukommen, man konnte es an seinem überraschten Gesichtsausdruck sehen. Anscheinend war das nicht gerade typisch für seine Freundin.
    "Ja, klar!", war Valarias Antwort. Sie hatte immer noch dieses tückische Lächeln. Ihr machte es nichts aus zu Lügen, auch wenn sie dadurch die Beziehung der beiden gefärdete. Aber so weit würde es garantiert nicht kommen, dafür hatte sie gesorgt. "Mein Name lautet übrigens Valaria, freut mich, sie kennenzulernen."
    "Ich bin Kai.", war die schüchterne Antwort des Jungen. Man sah tatsächlich schon an seiner Ausstrahlung, das er zu nichts zu gebrauchen war. Aber das war kein Problem für eine Magierin wie Valaria, man brauchte nur ein paar Tricks um jemanden wie ihn ins rechte Licht zu rücken. Sie begleitete ihn auf dem Weg zurück zu seiner Freundin und schob ihm heimlich eine Karte in seinen Kimono, deren Rückseite mit einem blauweißen Muster bedruckt war.


    "Oh, wow, du hast das Essen nicht fallen gelassen!", war die sarkastische Reaktion von Kais Freundin, woraufhin dieser errötete. "Und was ist mit ihnen?", wandte sie sich wieder an Valaria. Sie drehte dem Paar anschließend den Rücken zu und sprach mit einem leicht arroganten Tonfall: "Keine Sorge, ich bin nur ein junger Geist auf der Suche nach Leuten, deren es meiner Hilfe bedarf. Ihre gezogene Karte befindet sich im Kimono ihres Freundes und ich denke, dass sie beiden wie füreinande geschafffen sind." Danach ging sie einfach fort.
    Nachdem Valaria gegangen war prüfte die junge Frau den Kimono ihres Freundes und fand dort die Herz zehn, die selbe Karte, die sie aus Valarias Stapel gezogen hatte. Daraufhin errötetet beide leicht.


    Die Magierin hingegen hatte sich bereits in der Nähe der Bühne eingefunden um der Vorstellung der Kimono-Girls beizuwohnen. Sie erzählten die Legende der beiden Türme von Teak City. "Wunderschön.", murmelte die Schwarzhaarige daraufhin. "Es wäre schön, wenn ich auch bald auf einer Bühne wie dieser auftreten könnte." Nach der Vorstellung sollte eigentlich ein großes Feuerwerk stattfinden, doch es gab kein Anzeichen bunter Explosionen am Himmel.
    Stattdessen wurden verschiedene Sockel auf der Bühne aufgestellt und die Schwarzhaarige fragte sich, was dies zu bedeuten hatte. Der Arenaleiter der Stadt, Jens, kündigte schließlich eine Änderung im Programm an, woraufhin ein älteres Ehepaar mit einem ziemlich beladenen Camerupt auf die Bühne trat und mithlife einiger Helfer etwas auf den Sockeln platzierte, das sich als bunt bemalte Eier herausstellte.
    Das Ehepaar forderte nun junge Menschen dazu auf sich diesen Eiern anzunehmen, da sich in ihnen Pokémon befanden. Valarias Herz begann schneller zu schlagen. "Oh mein Gott.", murmelte sie. "Das sind tatsächlich Pokémon. Bekomme ich nun die Chance auf ein eigenes Pokémon?" Ohne zu zögern schritt sie stolz auf die Bühne zu. Sie beachtete erst gar nicht die anderen Personen, die ebenfalls eines der Eier holen wollten. Es war ein wunderbares Gefühl endlich im Rampenlicht zu stehen. Zwar war es in ihren Augen ein wenig unhöflich die Bühne eines Volksfestes mit der einer Show zu vergleichen doch das war ihr egal. Sie stand hier zusammen mit - na ja, ein paar anderen Leuten - im Mittelpunkt und das war es jetzt was für sie zählte. Aufmerksamkeit.
    Überglücklich stellte sie sich zu dem Ei, das schwarz mit einigen violettblauen Flammen bemalt worden war in der Hoffnung, dass dies kein Giftpokémon sei und strahle übers ganze Gesicht.


    OT: Oh mein Gott, dieser Post wurde lang. ^^" Wie dem auch sei, auf ein gutes RPG! :D

  • [align=justify][font='Optima, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif']Der Kimono, den die Jugendliche mit rosafarbenen Haaren trug, fühlte sich einfach falsch auf ihrem Körper an und schon bereute sie es, sich das elegante Kleidungsstück aus dem Pokémon-Center geliehen zu haben. Vielleicht hätte sie doch lieber bei ihrem gewöhnlichen, eher unauffälligen Kleidungsstil bleiben sollen.
    Nicht, dass das, was sie gerade trug, auffällig an diesem Tag gewesen wäre. Beinahe jeder, der sich heute auf den Straßen Teak Citys blicken ließ, war in ein solches Gewand gekleidet, sodass nicht der dunkel gemusterte Kimono Alanas aus der Masse herausstach, sondern einzig und alleine ihre Haarfarbe - wie es auch sein sollte.
    Ihre eigene Aufmerksamkeit hatte die Siebzehnjährige einzig und alleine auf die beiden Türme der Stadt - einer vor anderthalb Jahrhunderten abgebrannt, der andere noch immer vollständig - zugewandt. Im gesamten Trubel des „Fests des Lebens“ schien sie als Einzige nicht an den Ereignissen dieses Tages interessiert, sondern einzig und alleine daran, was in der Vergangenheit geschehen war - wie es zu ihr, der an der Archäologie Interessierten, passte. Umso glücklicher war Alana auch gewesen, als sie gesehen hatte, dass praktisch an jeder Straßenecke Programmhefte des Festes ausgegeben wurden, in denen auch von den Legenden der Stadt erzählt wurde. Und dieses Heft war auch der Grund, aus dem sie sich nun, da sich das Fest dem Ende zuneigte, bei der Hauptbühne eingefunden hatte: Es fand eine Vorstellung der bekannten Kimono-Girls statt, die die Legende der beiden Türme in einem Tanz erzählte. An der künstlerischen Darstellung, das musste die Jugendliche zugeben, war sie weniger interessierte - wohl aber am Stoff, der durch die Aufführung dargebracht wurde. Umso glücklicher war sie auch, dass sie einen Stehplatz praktisch in der ersten Reihe gefunden hatte, da die Menschen hinter ihr ohnehin über sie hinwegsehen konnten. Sie hatte dadurch ebenfalls freie Sicht auf die Geschehnisse auf der Bühne.
    Als die Vorführung zu Ende war, herrschte einige Zeit lang Stille, während der Alana registrierte, dass bereits die Nacht hereingebrochen war. Wohl hatte sie bemerkt gehabt, dass sich die Sonne bereits dem Horizont angenähert und somit warmes Licht verbreitet hatte, als die Vorführung ihren Lauf genommen hatte. Nie aber hatte sie erwartet, dass die Dunkelheit so schnell über die Stadt kommen würde.
    Um sie herum reckten die Menschen die Köpfe in die Höhe, erwarteten wohl irgendetwas am Himmel - ein Feuerwerk, wie das Mädchen feststellte, als es einen Blick in sein Programmheft warf. Dazu aber schien es nicht zu kommen, wie deutlich wurde, als ein blonder Mann die Bühne betrat und von etwas „Besonderem“ an diesem Fest sprach, handelte es sich an diesem Tag doch um genau das einhundertundfünfzigste. Und kurz darauf folgte ihm ein ältliches Paar zusammen mit einem Camerupt auf die Bühne, danach wurden Pokémoneier, die das Feuer-Pokémon getragen hatte, auf inzwischen aufgestellte Säulen verteilt.
    Was nun folgte, war eine Rede der alten Frau, die sich zusammen mit dem Greis, bei dem es sich um ihren Mann zu handeln schien, als Besitzerin der Pension in der Nähe von Alanas Heimatstadt Dukatia entpuppte. Vom Fest des Lebens sprach die Alte, davon, dass es sich bei den Eiern, die sie gebracht hatten, um in der Pension zurückgelassene handelte. Und da das „Wunder der Geburt“ so passend zum heute stattfindenden Fest war, sollten diese Eier - die scheinbar bemalt worden waren - an junge Menschen - Kinder - verteilt werden, die selbst noch kein eigenes Pokémon besaßen.
    Kaum, dass diese Worte ausgesprochen worden waren, regte sich erstes Gemurmel unter den Zusehern. Alana blieb dagegen still, schwieg nur und blickte sich um. Es stimmte, dass auch sie zu den Menschen gehörte, die kein Pokémon besaßen - zuerst war es ihr nicht erlaubt gewesen, dann hatte sich der Wunsch mit der Zeit von selbst verloren, abgesehen davon, dass sich auch noch nie eine wirklich perfekte Gelegenheit oder Ähnliches geboten hatte. Nun aber sah sie diese Chance gekommen - sie musste nur auf die Bühne gehen. Dies aber war es, das ihr Angst machte: Würde sie dort nach oben gehen, wäre sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Und hatte die alte Frau nicht von „Kindern“ gesprochen? Natürlich wirkte sie jung dafür, dass sie bereits siebzehn Jahre alt war - aber aus ihrem Aussehen wollte sie keinen Nutzen ziehen, käme es doch einem Betrug gleich, wie sie befand. Nein, das würde sie nicht tun - lange genug hatte sie es ohne Pokémon ausgehalten, da brauchte sie nicht jetzt versuchen, an eines zu kommen. Schließlich gab es viele Menschen, tatsächlich jüngere als sie, die ein Pokémon haben wollten. Das Mädchen seufzte. Zumindest versuchte es, sich diese Gedanken einzureden, in Wirklichkeit, das wusste es selbst, konnte es einfach nicht über seinen eigenen Schatten springen.
    Als aber nach einiger Zeit die ersten Leute auf die Bühne kamen, manche, die sich ängstlich umblickten, andere, denen die Aufmerksamkeit, die sie auf sich zogen, wenig ausmachte, fasste sich Alana doch ein Herz und drängte sich durch die Menschenmassen hin zum Aufgang auf die Bühne. Ihr Herz raste, als sie die ersten Schritte nach oben setzte, und schon spielte sie mit dem Gedanken, doch wieder umzukehren. Dann aber blickte sie wieder auf die Gestalten, die sich bereits an den Säulen mit den Eiern, aufgestellt hatten. Und dieser Anblick war es, der sie doch dazu brachte, die Aktion durchzuführen. Dennoch schien es ihr, als sie auf der erhöhten Fläche stand, als ob sie jeden Moment ohnmächtig werden müsste, da sie sämtliche Blicke der Zuschauer auf sich gerichtet zu fühlen glaubte. Flink ließ die Jugendliche ihre Augen über die bemalten Eier schweifen, entschied sich schließlich für eines ganz in ihrer Nähe. Es gehörte eher zu den kleineren Exemplaren und war in Braun-, Grau- und Schwarztönen recht strichig bemalt, sodass es sie an einen besonders abgeschliffenen Felsen erinnerte. Dieser Gedanke beruhigte auch ihren rapiden Herzschlag ein wenig: So nämlich konnte sie sich einreden, dass in diesem „Felsen“ eine archäologische Entdeckung steckte.
    Nun also hieß es warten - unendliche Minuten, in denen Alanas Blicke von einem ihrer Leidensgenossen zum nächsten wanderten. Warum nur wirkten sie alle so ruhig? Ihr schien es wie Hohn.
    Aber dennoch, das musste die Siebzehnjährige zugeben, war sie neugierig, was sich in dem von ihr gewählten Ei verbarg.

  • Drei Tage hat Brian gebraucht um von Dukatia nach Teak City zu kommen. Nun stand er in Teak City. Er konnte es kaum glauben und schaute sich begeistert die Straßen Teak City's an. Von weitem höhrte er eine Stimme die durch ein Mikrofon sprach.


    Plötzlich hörte Brian im Kopf eine sehr leise Stimme rufen: "...komm... wä.. m...." Mehr konnte er nicht verstehen. Es war eine leise rauchige Stimme. Wie aus dem nichts sah er alles nur noch verschwommen und er fiel auf den Boden. Zusammengekauert faste er sich vor Schmerzen an den Kopf. Es war ein Pochender Schmerz. Die schlimmste Migräne die man sich nur vorstellen konnte. Langsam wurden die Wenen an seiner Strin immer größer und seine Augen wurden rot. Plötzlich hörte er wieder eine Stimme, diesmal etwas deutlicher: "komm nähe...". Die Stimme wurde wieder leiser. Jetzt war diese so undeutlich das er sie nicht mehr verstehen konnte. Die Schmerzen liesen nach und der Blutdruck sank wieder auf ein normales Tempo. Trotzdessen war er ausser Atem und musste nach Luft ringen vor anstrenung. Langsam richtete sich Brian wieder auf und war noch etwas wackelig auf den Beinen. Er ging weiter die Straße runter. Die Stimme aus dem Mikrofon wurde gleichmäßig immer lauter. Nach ungefähr 5 Minuten laufen sah er eine große Menschenmasse auf einen Platz versammelt. Kaum angekommen schrack Brian auf. Er höhrte wieder eine leise Stimme in seinem Kopf. Die Schmerzen nahmen wieder zu, allerdings nicht so hart wie beim letzten mal. Diesmal war es ein gleichmäßig pochender Schmerz den noch gerade im Bereich des ertragbarens lag. Er ignorierte den Schmerz und ging weiter auf die Bühne zu, die hinter der Menschenmasse stand. Brian wusste nicht wieso er immer weiter auf die Bühne zulief.
    Die Gäste des Fests sahen ihn an als ob er ein Monster sei. Er hatte glasige rote Augen und war wieder wackelig auf den Beinen und stieß Leute zur Seite um näher zur Bühne zu kommen. Der silberhaarige junge Mann lief immer weiter auf die Bühne zu. Er verlief in eine Art Trance, die Außenwelt existierte für ihn gar nicht mehr. Es war alles egal. Nur noch ein Ziel war in seinem Kopf: Die Bühne. Je näher er der Bühne kam desto klarer konnte er wieder Gedanken fassen, war allerdings immer noch von der Realität abgeschnitten.
    Wieder erklang eine Stimme, diesmal undeutlicher, und leiser: "No.. ein paa... Schrit..". Nach den gefühlten 2 Stundenmarsch durch die Menschenmenge kam Brian zur Bühne und sah nach oben. Da fielen ihm die Eier auf der Bühne ins Auge. Besser gesagt fiel ihm nur ein Ei ins Auge. Ein blau, lila und rot bemaltes Ei. Er konnte den Blick keine zwei Sekunden halten, dann kippte er um. Wie aus dem nichts waren alle Schmerzen verschwunden. Seine Augen waren wieder klar, konnte wieder die Realität warnehmen. Brian rappelte sich schnell wieder auf und hörte nun nach seiner ersten Ausserkörperlichen Erfahrung wieder die Stimme aus dem Mirkofon. Auf der Bühne stand eine Alte Dame, die wohl die Pensionsleiterin aus Dukatia City sein musste, die er allerdings nur vom sehen her kannte. Sie sagte: "Kommt Kinder, kommt zu uns nach vorne und stellt euch neben eines der Eier. Vielleicht wird euch das darin schlafende Wesen erhören und in eurer Hand den Weg ins Leben finden.". Sofort dachte er wieder an das Ei welches er eben angeschaut hatte wusste allerdings nicht mehr welches es war. Plötzlich ging eine ungeöhnliche Aura von dem Ei aus. Diese Aura war nicht angsteinfößend sondern eher Vertrauenswürdig und warm.
    War es das Ei welches diese komischen Sachen in mir auslösen lies?
    Den Gedanken verwarf er sofort wieder, aber nach dem Erlebnis wollte er das Ei unbedingt haben und vertat keine Chance um auf die Bühne zu gehen.
    Die Aura die von dem Ei hatte er zuvor schonmal in Dukatia City bei Fukano gespürt. Allerdings kann er sich immer noch nicht erklären was das war.
    In seinem Kopf schwirrten tausende Fragen rum, aber eines wusste er: Zwischen dem Ei gab es eine Verbindung zu ihm wie zu Fukano.


    Er setzte den ersten Schritt auf die Bühne zögerte kurz... jetzt ging er sicher auf die Bühne, seinen Blick voll und ganz auf das Ei konzentriert.


    OT: Hab mir was komplett neues Ausgedacht, sry nochmal ;)

    2 Mal editiert, zuletzt von DaReaLSy () aus folgendem Grund: Geschichte geändert, da ich LunettsRaven~'s Post etwas falsch verstanden habe ;)

  • Mit dem Flyer in der Hand lief Misuri durch die vollen Straßen von Teak City. Von diesem Feste hatte sie selbst schon in der weit entfernten Hoenn-Region gehört und freute sich nun dieses als erstes Ziel ihrer angefangenen Reise abhacken zu können.
    Mit ihrem stylisch erworbenen Kimono lief sie also an all die Stände vorbei. Zugegeben noch hatte sie sich an dieses Kleidungsstück nicht gewöhnt, doch es schien ihr zunehmend zu gefallen. Vor nicht mal einer Stunde fand sie diese „Aufzüge“, wie sie sie selber nannte noch lächerlich und sie musste darüber schmunzeln. Doch ohne diesen Aufzug wäre man in Teak City einfach nicht im Trend, worauf sich die modebewusste, junge Frau gleich einen schwarzen Kimono mit leichtem Blumenmuster zulegte.
    Sie drängelte sich durch die Menschenmasse, vorbei an gut riechenden Imbissbuden und verschiedenen Läden an denen Souvenirs und Glücksbringer angeboten wurden. Ein Schlüsselanhänger mit einen Turm dran schien wohl der Kassenschlager schlecht hin zu sein.
    Dieser Turm, stellte den Turm aus der Legende von Teak City dar, der wie durch ein Wunder von den Flammen eines fürchterlichen Feuers vor genau einhundertfünfzig Jahren verschont geblieben war. Der zweite Turm jedoch brannte bis auf sein Grundgerüst ab und noch heute kann man die Ruinen den Unglücks betrachten.
    Es heißt drei Pokémon kamen in diesem Feuer um und die zwei Himmelspokémon Ho-Oh und Lugia hätten sie wieder zum Leben erweckt.
    So kam es also zum „Fest des Lebens“, auf dem sich auch noch etliche Jahre später die Menschen versammelten, um die Pokémon zu ehren.
    Wie durch einen Sog wurde sie zu der Haupttribüne geschliffen, die nun eine pompöse Tanzdarbietung der Kimono-Girls einstimmte. Auffällig schaute sie sich das Schauspiel an, welches die Legende aus Teak City darstellte.
    Nach dem tobenden Applaus leerte sich die Bühne und ein Mann in einem dunklen Kimono betrat diese. Abgelenkt von dem Gedränge um Misa herum, bekam sie jedoch kein Wort mit. Erst als sie sich ein bisschen Platz durch Gedrängel schaffen konnte schaute sie nochmals auf die Bühne. Ihr Augen fingen an zu strahlen und sie musste aufpassen, dass ihr der Mund nicht offen stehen bleibt. Auf der Bühne stand ein Camerupt, welches in Misuris Augen das schönste seiner Art war.
    Ganz erstaunt, ein ihr bekanntes Pokémon in dieser Gegend zu sehen, trugen sie ihre Beine langsam nach vorne, worauf mehr und mehr Details des Pokémon deutlich wurden. Das Fell glänzte und die Augen strahlten. Misuri, die selber nicht wusste warum sie sich zu diesem Camerupt hingezogen fühlte, stand nun direkt vor der Bühne. Hatte sie nicht schon mindestens ein Dutzend dieser Art beobachtet? Vielleicht gab es ihr ein Stück Heimat wieder, die sie schweren Herzens verließ um mehr über Pokémon und ihre Lebensweisen herauszufinden.
    Von der Stille des Publikums und dem Verstummen des Mikrofones wurde sie aus ihrer Starre gelöst. Im Unterbewusstsein jedoch hatte sie alles gehört und wusste nun, dass wenn sie ihr erstes Pokémon erhalten möchte dies der richtige Zeitpunkt wäre. Zur Feier des Jubiläums erhalten nämlich alle, die noch kein Pokémon besitzen zum „Fest des Lebens“ ein Pokémonei, aus dem schon bald neues Leben entspringt.
    Das diese Pokémoneier jedoch nur für Kinder bestimmt waren überhörte sie, sodass sie sich selbstbewusst neben eines der noch freien Eier stellte. Es hatte eine wiesen artige Umrandung und Misa konnte eine Sonne erkennen.
    Mein erstes Pokémon. Es wird mit helfen das Leben zwischen Mensch und Pokémon zu verstehen, dachte sich die junge Frau recht Nutzenorientiert, doch war sich auch sicher gut für das kleine Pokémon zu sorgen. Mit leichtem Schwung wendete sie sich dem Publikum zu. Erst jetzt schien sie zu bemerken, wie sie angestarrt wird. Die sonst so taffe Misuri Oka wird nervös, doch bewahrt ihre Haltung, wie sie es schon oft getan hat und lässt sich nichts anmerken. Gekonnt konzentriert sie ihren Blick auf das Ei und blendet die breite Masse an Publikum aus.

  • ~ Timo ~


    Timo kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Teak City war wirklich sehr festlich geschmückt und gefiel ihm außergewöhnlich gut. Besonders die Lampions, die von innen heraus zu leuchten schienen und die vielen verschiedenfarbigen Kimonos faszinierten ihn. Er selbst trug einen dunkelblauen, in dem er sich sehr wohl fühlte. Seine anderen Sachen – Rucksack, Cap, Jacke – hatte er in seinem Zimmer im Pokémoncenter gelassen.


    Eigentlich war er nur auf der Durchreise nach Neuborkia gewesen, um dort endlich sein erstes Pokémon von Professor Lind zu bekommen und einen neuen Lebensabschnitt als Trainer zu beginnen. Nach seinem ereignisreichen Besuch in Sinnoh bei seinem Bruder – sein Herz raste immer noch, wenn er an dieses Erlebnis dachte – war er fest entschlossen, dass er als Pokémontrainer wirklich Gutes vollbringen konnte. Daher hatte er sich sofort ein Ticket für die MS Anne nach Oliviana City gekauft, wo er vor einigen Tagen angekommen war. Schwester Joy hatte ihn auf das „Fest des Lebens“ aufmerksam gemacht und es ihm wärmstens empfohlen, zumal es diesmal sogar ein Jubiläum zu feiern gab. Das Fest schien nun eineinhalb Jahrhunderte in jedem Herbst veranstaltet worden zu sein. Also hatte er sich kurzerhand dazu entschieden, seinen Weg nach Neuborkia über Teak City zu gehen , was - wie ihm nun bewusst war - eine sehr gute Entscheidung gewesen war.


    Der Junge aus Azuria liebte große Feste. Gemütlich schlenderte er von Stand zu Stand, genoss die Gerüche der hiesigen Spezialitäten und gönnte sich neben einer Miltank-Milch auch einen Aprikoko-Spieß, der sofort genüsslich verzehrt wurde. Sehr viel Spaß hatte Timo auch bei einem Stand, bei dem es darum ging mit einer Angel so viele der umhertreibenden Plastik-Enton wie möglich zu angeln. Dabei stellte er sich gar nicht mal so ungeschickt an. Anfangs bereitete es ihm zwar sichtlich Mühe überhaupt nur in die Nähe eines der Plastikpokémon zu gelangen, doch nach einigen Versuchen hatte Timo den Dreh raus. Ein Enton nach dem anderen wurde von ihm aus dem Pool mit der Superangel herausgefischt, sodass er am Ende eine beachtliche Menge aufweisen konnte. Er war sogar so erfolgreich gewesen, dass er eine Dose Pokémonfutter gewann, die er dankend annahm, obwohl er selbst noch kein eigenes Pokémon hatte. Das werde ich für mein erstes Pokémon aufbewahren, dachte Timo stolz und verließ den Stand.


    Als es anfing zu dunkeln machte er sich auf in Richtung des Marktplatzes, da für dort das Ende des Festes angekündigt worden war. Als er ankam hatte sich schon eine große Menschenmenge angesammelt. So viele Leute hatte er nicht erwartet! Trotzdem wollte er sich die Abschlussveranstaltung des Festes – welche in seinem Reiseführer besonders wegen des Feuerwerks angepriesen wurde – nicht entgehen lassen. Daher schob er sich relativ in die Mitte des Geschehens, von wo er am meisten überblicken konnte. Gespannt beobachtete Timo das Geschehen auf der Hauptbühne, doch anstelle der angekündigten Kimono-Girls mit ihren Pokémon trat nun ein junger Mann, den Timo als den Arenaleiter von Teak City erkannte, auf die Bühne und erhob die Stimme.


    Noch während Jens Worte über die Bedeutung des „Fest des Lebens“ verlor, erklang aufgeregtes Gemurmel, denn zwei ältere Menschen betraten nun die Bühne mit einem schwer beladenen Pokémon, welches Timo als das Feuer-Pokémon Camerupt aus der Hoenn-Region erkannte. Es handelte sich bei den beiden älteren Menschen anscheinend um das Pensionspärchen aus Dukatia City. So hatte Jens die beiden dem Publikum jedenfalls vorgestellt. Während einige Sockel auf der Bühne platziert wurden, erhob die Frau aus Dukatia City ihre Stimme. „Was könnte zu einem Fest, an dem das Leben geehrt wird, besser passen, als das Wunder der Geburt?“, fragte sie mit fester Stimme in die Runde und deutete auf das Camerupt. Timo erkannte nun, was es diese ganze Zeit auf seinem Rücken transportiert hatte: Pokémoneier. Die Stimmer der Pensionleiterin erhob sich wieder und sie erklärte, dass die Eier, die sich hier befänden in ihrer Pension liegen geblieben oder von den Trainern nicht gewollt wurden waren und dass sie nun mit Hilfe ihres Camerupts so weit ausgebrütet seien, dass sie bereit zum Schlüpfen wären. „Ihr alle seid herzlich eingeladen hier und jetzt einem der größten Wunder in der Welt der Pokémon beizuwohnen“, fuhr sie fort. „Doch dazu brauchen wir Hilfe. Die Hilfe von jungen Menschen! Wir bitten nun unter euch diejenigen hervorzutreten, die noch nicht ihre gemeinsame Reise mit einem treuen Pokémon begonnen haben. Kommt Kinder, kommt zu uns nach vorne und stellt euch neben eines der Eier. Vielleicht wird euch das darin schlafende Wesen erhören und in eurer Hand den Weg ins Leben finden“ , schloss sie ihren Vortrag ab und blickte ermunternd in das Publikum. Man sah selbst ihr die Aufregung an, obwohl sie sicher schon bei vielen Pokémongeburten dabei gewesen war.


    Der Vortrag der Pensionsfrau ließ Timo den Atem stocken. „Kann es wirklich sein, dass ich hier und jetzt mein erstes Pokémon bekomme?“, fragte Timo sich selbst und wie zur Bestätigung seiner Frage wurden nun schöne, bunt bemalte Pokémoneier auf den Sockeln der Hauptbühne abgelegt. Ohne weiter darüber nachzudenken bahnte er sich seinen Weg durch die Menschenmenge zu der Treppe, die auf die Bühne führte. Darüber, dass er kein „Kind“ mehr war machte er sich überhaupt keine Gedanken. Er sah diese Möglichkeit, die sich ihm hier offenbarte als den lang ersehnten Neuanfang an. Mit diesem Pokémon, dachte er, wird sich mein Leben endgültig verändern. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf betrat er lächelnd die Bühne. Jedes der Eier sah auf seine Weise wunderschön aus. Einige Eier hatten schon ihre neuen Besitzer gefunden. Aufgeregt ließ er den Blick über die restlichen Eier schweifen, in denen sich die Babypokémon befanden. Seine Augen stoppten und ließen den Blick auf einem hellblauen Ei ruhen, das mit Sternen bemalt worden war. „Das ist meins“, flüsterte Timo und legte eine Hand auf das warme, pochende Ei. So glücklich hatte er sich lange nicht mehr gefühlt.

    OT: Auf ein tolles RPG mit Euch
    8-)

  • - Mau -


    Mit großen Augen lief Mau durch die vollen Straßen von Teak City. Überall wurde gelacht, gesungen, getanzt und gespielt. So hatte sie sich der Anfang ihrer Reise nicht vorgestellt, jedoch war es eine sehr freudige Überraschung.


    In Oliviana City erfuhr das Mädchen von dem „Fest des Lebens“ in Teak City. Alle sprachen darüber und zeigten von Zeit zu Zeit auf die Plakate, die überall in der Stadt verteilt waren. Mit geweckter Neugierde ging Mau in das Pokémon-Center und fragte die dortige Angestellte, Schwester Joy, was es mit diesem Fest auf sich hatte.
    Nach einer langen, doch interessanten Geschichte beschloss die Braunhaarige dieses Fest zu besuchen.


    So zog Mau von Stand zu Stand und betrachtete die vielen Attraktionen. Ab und an zupfte sie an ihrem Kimono, den sie von der Verleihstelle im Pokémon-Center bekam. Sie war es nicht gewohnt einen Kimono zu tragen, da ihre Familie sich nichts Teures leisten konnte, seit ihre Mutter vor 8 Jahren gestorben ist. Das zartgrüne, mit gelben Blüten verzierte Gewand stand ihr trotzdem sehr gut.


    Als sich der Tag dem Ende zuneigte und es dunkler wurde, versammelten sich eine Menge Menschen um eine zentral aufgebaute Bühne. Mau drängte sich durch die Massen, um ein besseres Blickfeld auf die Bühne zu haben, auf der die Kimono-Girls einen Tanz aufführten.


    Nach anschließendem Feuerwerk wurden Sockel rund um die Bühne aufgestellt. Ein junger Mann betrat die Fläche und erklärte, was es mit den Sockeln auf sich hat. Jedoch dauerte es nicht lange bis er verstummte, denn ein älteres Pärchen mit einem Camerupt bahnte sich einen Weg zur Bühne. Viele Helfer, auch das Pärchen, trugen für Mau seltsame ‚Päckchen’ zu den Sockeln und legten sie dort auf Kissen ab.


    Der junge Mann gab das Mirkofon der alten Dame, die sofort das Wort ergriff:
    „Was könnte zu einem Fest, an dem das Leben geehrt wird, besser passen, als das Wunder der Geburt? Hierzu haben wir einige Eier, die in unserer Pension liegen geblieben sind oder von den Trainern nicht gewollt wurden, mit Hilfe unseres treuen Camerupt so weit ausgebrütet, dass sie bereit zum Schlüpfen sind. Ihr alle seid herzlich eingeladen hier und jetzt einem der größten Wunder in der Welt der Pokémon beizuwohnen. Doch dazu brauchen wir Hilfe. Die Hilfe von jungen Menschen! Wir bitten nun unter euch diejenigen hervorzutreten, die noch nicht ihre gemeinsame Reise mit einem treuen Pokémon begonnen haben. Kommt Kinder, kommt zu uns nach vorne und stellt euch neben eines der Eier. Vielleicht wird euch das darin schlafende Wesen erhören und in eurer Hand den Weg ins Leben finden.“


    Mau war fasziniert. Noch nie hatte sie ein Pokémon-Ei gesehen. Sie wusste sofort, dass dies der richtige Moment ist, um ihre Reise zu beginnen.
    Sie zögerte einen Moment, doch dann fiel ihr ein gelbes Ei mit bunten Farbspritzern auf, das auf das Mädchen eine magische Anziehungskraft hatte. Entschlossen stellte sie sich neben das Ei und schaute in die Runde; jedes Ei hatte bereits einen Besitzer gefunden. Zufrieden starrte sie in den Himmel und bedankte sich für diese einmalige Chance.

  • Teak City, die Stadt der Legenden. So hatte Ray sie seit seinem letzten Besuch vor einem Jahr in Erinnerung gehabt.
    Nun war es wieder soweit: Seine Mutter hatte ihn eingeladen, diesmal allein, da sein Vater beschäftigt war, aber nicht um einem Wettbewerb beizuwohnen, sondern um das Fest zu geniessen.
    Es gab zwar auch einen Wettbewerb, an dem seine Mutter teilnahm, doch Ray würde in aller Ruhe durch die Stadt schlendern und diesen Tag geniessen. Immerhin gab es so ein Fest nicht jeden Tag.
    Höhepunkt des Tages war wie bei so vielen Festen zum Schluss.
    Für das "Fest des Lebens" war der Auftritt der Kimono-Girls, die über Jotho hinaus bekannt waren für ihren ausgezeichneten Tanz, und ein abschließendes Feuerwerk.


    So machte sich Ray also auf Erkundungstour. Durch seine Größe konnte er das Meiste über die Köpfe anderer hinweg recht gut erkennen,. Heute trug er eine dunkelblaue Jeanshose und ein schwarzes T-Shirt, dazu natürlich seine Brille, die er aufgrund seiner schlechten Augen benötigte.
    Als der Tag sich dem Ende neigte, näherte sich das Fest den beiden Höhepunkten.
    Um nichts zu verpassen, stand Ray schon recht früh vor der Bühne, um einen guten Platz zu bekommen. Doch bevor das Programm wie geplant weiterging, kletterte Jens auf die Bühne, und sagte ein paar Worte:
    „Liebe Freunde, bitte entschuldigt, die Unterbrechung des gewohnten Programms, aber heute ist das hundertfünfzigste Fest des Lebens. Zu ehren dieses denkwürdigen Jubiläums haben wir uns, zusammen mit dem Pensionsehepaar aus Dukatia City etwas ganz besonderes ausgedacht.“
    Ray war überrascht: Damit hatte er nicht gerechnet, es stand ja auch nichts auf dem Programm.
    Als dann tatsächlich das Pensionspaar mit einem vollbepackten Camerupt anrauschte, war Ray noch überraschter als ohnehin schon. Die Frau übernahm für Jens nun die Rede:
    „Zuerst möchten wir Jens und seinem Team danken, dass sie an uns gedacht haben. Und natürlich den lieben Kindern der Trainerschule, die mit
    solch einer Freude die Eier für den heutigen Tag so fein bemalt haben.“,begann die Frau nervös, wurde aber schnell sicherer, was Ray schmunzeln ließ. Auch Erwachsene, egal wie alt sie waren, sind auch nur Menschen, „Was könnte zu einem Fest, an dem das Leben geehrt wird, besser passen, als das Wunder der Geburt? Hierzu haben wir einige Eier, die in unserer Pension liegen geblieben sind oder von den Trainern nicht gewollt wurden, mit Hilfe
    unseres treuen Camerupt so weit ausgebrütet, dass sie bereit zum Schlüpfen sind. Ihr alle seid herzlich eingeladen hier und jetzt einem
    der größten Wunder in der Welt der Pokémon beizuwohnen. Doch dazu brauchen wir Hilfe. Die Hilfe von jungen Menschen! Wir bitten nun unter
    euch diejenigen hervorzutreten, die noch nicht ihre gemeinsame Reise miteinem treuen Pokémon begonnen haben. Kommt Kinder, kommt zu uns nach
    vorne und stellt euch neben eines der Eier. Vielleicht wird euch das darin schlafende Wesen erhören und in eurer Hand den Weg ins Leben
    finden.“
    Ray kannte die Pokemoneier nur zu gut, er hatte ja selbst eines damals von Professor Eich bekommen. DIe hier waren bemalt, und daher etwas ganz besonderes. Eine solche VIelfalt an verschieden großen Eiern war selbst für ihn neu, und so starrte er die vielen Eier förmlich an, um die ganzen Eindrücke in sich einzusaugen.
    Und dann dachte er nach: Er hatte selbst noch kein eigenes Pokemon. Konnte er es wagen selbst nach vorne zu treten, um vielleicht der Partner eines dieser schlummernden Wesen zu werden? Seine Mutter hatte ihm mal geschrieben, dass zwar viele Trainer ihre Pokemon mit Mühe fangen, man letztendlich aber auch von dem Pokemon akzeptiert und erwählt werden muss. Was hatte Ray zu verlieren? Nichts.
    Als die ersten schon die Bühne erreicht hatten, machte auch Ray sich mit langsamen Schritten auf den Weg. Nachdem er das Ehepaar und das Camerupt erreicht hatte, forderte man ihn auch schon mit nahezu ekstatischer Freude auf ein Ei auszuwählen. Instinktiv stellte er sich zu einem schwarz-blau bemalten Ei und wartete. Verstohlen blickte er das Ei immer wieder an. Es war definitiv größer als er es gewohnt war, und ab und zu hatte er das Gefühl das Ei würde sich bewegen.
    Inzwischen doch etwas nervös, was man ihm aber nicht ansah, blickte er sich um. Das Alter derjenigen, die ein Ei für sich haben wollten, war sehr unterschiedlich.


    OT: Möge es diesmal besser laufen ;-)

  • Neku war nun schon seit 3 Tagen in der Stadt die sich Teak City nannte. Er hatte sich bewusst hier niedergelassen, da er irgendwie an den Geschichten interessiert war. Allerdings hatte diese Stadt auch den Vorteil, dass man auf der Route östlich von ihr super Angel konnte. Er warf nun schon zum 50zigsten mal die Rute aus und entspannte im Liegestuhl. Anscheinend war heute ein großes Fest und da es dort seine Lieblingsspeisen geben würde, hatte sich der Blauhaarige vorgenommen mitzuwirken. Neku genoss das sanfte Licht des Sonnenuntergangs, während er einen neuen Köder befestigte. Neben ihm auf dem Boden lag sein Notizblock und ein paar Kritzeleien waren darauf zu erkennen. Der Brillenträger wünschte sich schon lange solch ein ruhiges Plätzchen, doch es kam wie immer anders, im Moment war nur wegen des Festes nichts los.“ Das Fest? Die Sonne ist ja schon untergegangen!“ schoss es ihm erst jetzt durch den Kopf. Er hatte die Wandelung von Tag zu Nacht anscheinend nur schwach wahrgenommen. Neku fragte sich als erstes wo die Party noch einmal war, bevor es ihm wieder einfiel. Er war ja schon in der Nähe. Nur Kimono hatte er keinen, ursprünglich würde man ja einen brauchen. Schnell durchblätterte er seinen Block um auf Notizen bezüglich des traditionellen Gewandes zu stoßen. Er war nur ein Teil eines Plakates zu finden, auf dem etwas von dem Pokemon Center stand. Hektisch packte Neku die Sachen zusammen. Er hatte nicht genug Zeit und durch seine Verspätung könnte auch das letzte von seinem geliebten Sushi weg sein. Wie der Wind rannte er ins Pokemon Center, wo er verzweifelt versuchte auf den polierten Böden stramm zu stehen. Nachdem der Beobachter seine Sachen ins Zimmer gelegt hatte hetzte der aufgebrachte Hobbyangler zum Schalter. „ Habt ihr nicht noch einen Kimono? In der Farbe Grün wenn es geht?“ Die Schwester schüttelte nur den Kopf und erklärte ihm, dass nur noch zwei übrig waren und er zwischen weiß und rosa entscheiden konnte. Wiederwillig nahm er weiß und schon war er raus bei der Tür, wobei er noch einmal Kehrt machte um sich umzuziehen. Schließlich hatte er es doch aufs Fest geschafft. Galant wie er war stopfte er schon alles hinein was ging und was sein Geldbeutel zu ließ. Während er noch mit Zuckerwatte beschäftigt war, machte sich Teak Citys Arena Leiter bemerkbar. Durch das Mikrophon klang seine Stimme seltsam gruselig und Neku überfuhr die Gänsehaut. Da er nicht genau zuhören konnte, drängelte sich Neku mit kandierten Früchten bewaffnet, nach vorne in die ersteren Reihen. Dann schnappte er gerade noch den einen Satz auf, als schon das Pensions-Pärchen an der Reihe war. Zuerst wurde sich mal kräftig bedankt und während die nervösen alten Leute schwitzten trappte ein Feuerpokemon mit Eier an. Gleich zückte Neku Stifft und Papier. Der Pokemon-Beobachter war schon Feuer und Flamme und er suchte sich alle möglichen Infos die zu dem Pokemon, Camerupt gemacht hatte. Momentan waren es leider sehr wenig. Der Grünäugige hatte immer hin erst eines in seinem Leben gesehen. Die Poke-Eier in den Taschen erhielten auch wenig von seiner Aufmerksamkeit. Die Pensionsleiterin erzählte irgendwas von hochkommen, wer kein eigenes Pokemon hat. Da aber Neku den Sinn nicht ganz verstand, sah er es nur als Möglichkeit sich mal ein Ei genauer anzusehen. Er hatte natürlich nicht mitgekriegt das sie bemalt worden waren und somit suchte er sich schnell ein Ei mit gelben Zacken und schwarzem Hintergrund aus. Es schien eines der kleinesten Eier zu sein, also konnte auf ein Gesteinspokemon gehofft werden. Neku vermutete stark ein Kleinstein.


    OT: ^^ Diesesmalwirds bestimmt länger am Laufen gehalten, also auf ein Gutes RPG!

    8-)
    Hello, Ich bin der RPG-Caster
    wenn ihr in diesen Spannenden Bereich wollt, aber euch nicht traut was zu machen oder euch nicht auskennt, dann schreibt mich an, ich helf gerne^^

  • Die Sonne näherte sich allmählich dem Horizont und ließ den Himmel in tiefen Orange- und Rottönen erstrahlen. Ihr mildes Licht tauchte die Stadt in einen warmen Schimmer und verlieh so den stattfindenen Festlichkeiten eine andächtige Note. Nicht einmal der kühle Wind, der durch die belebten Straßen wehte, vermochte die fröhliche Atmosphäre zu bannen. Er trug den Klang stimmungsvoller Musik durch den Ort und in seinem Lufthauch tanzten sanft Hunderte von Lampions, deren behaglicher Schein die allmählich erwachenden Schatten der Dämmerung erhellten.
    Zahlreiche Menschen, viele von ihnen in elegante Kimonos gekleidet, erfreuten sich an dieser heiteren Szenerie. Man hörte Stimmen, die lachten, sich unterhielten oder gelegentlich sogar Lieder anstimmten. Stände verschiedenster Art, ebenso feierlich geschmückt wie die Stadt selbst und allein für den heutigen Tag aufgebaut, dienten zur Unterhaltung oder Verpflegung. Ganz Teak City schien in ausgelassener Stimmung.


    Nur eine Person ließ sich von dem Zauber des Festes nicht so recht anstecken - ein hochgewachsener junger Mann mit zerzaustem, silbrig aschblondem Haar. Er stand etwas abseits des Geschehens. Die lichtblauen Augen traumverloren gen Himmel gerichtet, beobachtete er den glühenden Abschied des Gestirns. Seine Gedanken kreisten um den Verlauf der vergangenen Tage.


    Vor knapp einer halben Woche hatte das Schiff, das in Orania City abgelegt hatte, am späten Vormittag endlich den Hafen von Oliviana City erreicht. Von Neugier über die Ankunft in einer neuen Region gepackt, hatte Alec sich gleich an die Erkundung der, ihm völlig fremden Stadt gemacht. Ahnungslos, was alles auf ihn zu kommen würde, war er in gemütlichem Tempo durch die Straßen geschlendert, hatte fasziniert die Häuser und das rege Treiben begutachtet. Seine ganze Aufmerksamkeit hatte nur der Umgebung gegolten, weswegen er das Mädchen, das geradewegs auf ihn zu gerannt war, auch erst bemerkt hatte, als sie beide zusammen geprallt und durch die Wucht zu Boden gefallen waren.
    Nachdem diese unangenehme Situation geklärt war, stellte seine neue Bekanntschaft sich als Blair vor. Sie war ein kleines Mädchen von recht knabenhafter Statur und ungefähr in seinem Alter; vielleicht ein, zwei Jahre jünger. Sie hatte kinnlanges, - zu Alecs Überraschung - weißes Haar, das sie zu einem kurzen Zopf gebunden trug; ihre großen Augen leuchteten in einem warmen Grün.
    Als Wiedergutmachung für den kleinen Unfall, den sie verursacht hatte, hatte sie ihn - hingegen seiner unzähligen Beschwichtigungen, dass es absolut nicht nötig sei - in das nächstbeste Lokal gezerrt und ihn zum Essen eingeladen. Ironischerweise war die, am Ende doch recht hohe Rechnung an ihm hängen geblieben, da Blair frech behauptet hatte, sie habe doch glatt vergessen, dass sie ja vollkommen pleite sei.
    Da sie die Tatsache, sich somit noch mehr bei dem Blondhaarigen verschuldet zu haben, jedoch nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren konnte, hatte sie kurzerhand beschlossen, ihn nach Teak City zu begleiten. Ungeachtet, ob der Gute eventuell noch etwas länger in Oliviana bleiben wollte, hatte sie ihn also den ganzen Weg bis zum besagten Ziel geschliffen. Dass dort zufälligerweise das alljährliche "Fest des Lebens" gefeiert wurde, schien ihr - als offenbarer Fan von Events - die ideale Gelegenheit, ihre Schuld zu begleichen. Da sie zudem eine scheinbare Vorliebe für traditionelle Gewänder hegte (Alec ging davon aus, da ihr Gesicht beim Anblick der Plakate vor Begeisterung nur so gestrahlt hatte), war der allererste Halt das Pokémon Center gewesen. Ganz allein dank seiner 'charmanten' Bekanntschaft stand er nun in einem hellblauen, leicht türkisfarbenen Yukata hier, statt in seiner gewohnten und wesentlich bevorzugteren Kleidung an den Festlichkeiten teilzunehmen. Sogar Geta-Sandalen hatte er sich - nach einer schier unendlich langen Diskussion - andrehen lassen.
    Sie verbrachten den Tag zusammen; spielten an den vielen, der Unterhaltung dienenden Ständen, probierten die unterschiedlichen Essensangebote und einiges mehr. Kurz um, Alec hatte sich selten so gut in Begleitung amüsiert wie in den letzten Stunden. Wenn auch sein Geldbeutel schwer unter diesem schönen Erlebnis gelitten hatte.
    Doch als es schließlich anfing, zu dämmern, endete der Spaß abrupt. Blair war unter dem Vorwand, ihnen beiden etwas zu trinken zu holen, in der Menge verschwunden und nicht mehr aufgetaucht, obwohl der Botaniker eine gefühlte Ewigkeit gewartet hatte.


    "Entschuldigen Sie." Der jähe Klang einer Stimme riss Alec aus seinen tiefen Gedanken. "I-Ist alles in Ordnung? Ist Ihnen vielleicht nicht gut? Sie wirken ein wenig blass und starren schon seit einer Weile regungslos zum Himmel..." Die Person, die ihn angesprochen hatte, stand neben ihm. Es handelte sich um eine junge Frau mit rötlich braunem Haar. Sie trug einen weinroten, Blüten bestickten Kimono. Auf ihren Wangen lag ein purpurner Schimmer und ihre bernsteinfarbenen Augen blickten den Jungen unsicher an. Der Neunzehnjährige spürte, wie ihm selbst augenblicklich das Blut ins Gesicht schoss, Verlegenheit überkam ihn. Die Situation war ihm äußerst unangenehm. Was hatte das nur für einen Eindruck gemacht, dass er hier so lange stand, als hätte er Wurzeln geschlagen?
    "N-Nein, es ist alles vollkommen in Ordnung, keine Sorge. Ich habe mir nur den Sonnenuntergang angesehen, das ist alles." Er versuchte ein entschuldigendes Lächeln zu Stande zu bringen, was ihm jedoch kläglich misslang. "Nun stell dich mal nicht so an! Sie hat dich nur gefragt, ob es dir gut geht, nichts weiter! Reiß dich zusammen!"
    "Dann...ist ja..alles ok...denke ich..." Sie schien etwas irritiert und nicht zu wissen, wie sie reagieren sollte. Man hörte allerdings deutlich die Erleichterung aus ihren Worten heraus, was wiederum den Blondhaarigen verwirrte. Ihm fiel kein Grund ein, weshalb sie sich Sorgen um ihn, einen Fremden, machen müsste.
    "Ich muss irgendwie aus dieser peinlichen Lage raus." Sein Blick glitt Hilfe suchend gen Himmel - in der absurden Hoffnung, die Rettung wartete in irgendeiner Form dort oben auf ihn. Tatsächlich kam ihm eine, wenn auch recht notdürftige, Idee, als er bemerkte, dass mittlerweile die Nacht herangebrochen war. Er war wohl länger in Gedanken gewesen, als er angenommen hatte. "Wollen wir hoffen, dass sie meinen miserablen Versuch von hier weg zu kommen, nicht erkennt."
    Er bemühte sich erneut um ein Lächeln, was ihm diesmal sogar mehr oder minder gelang. "Also...ich muss dann mal weiter. Ich habe noch jemandem versprochen, dass wir uns zusammen das Feuerwerk ansehen." Er hob die Hand zum Abschied. "Vielleicht sieht man sich ja nochmal." Mit diesen Worten drehte er sich um und verschwand in beinahe fluchtartigem Tempo in der Menge.


    Eine Zeit lang irrte er orientierungslos durch das Meer von Leibern, ehe die blickdichte Flut sich abrupt lichtete. Alec fand sich vor der Bühne wieder. Die Aufführung der stadtbekannten Tänzerinnen schien inzwischen ein Ende gefunden zu haben, da einige Leute gerade damit beschäftigt waren, sonderbare Sockel vor der Plattform zu positionieren, während ein blondhaariger Mann - der Botaniker schätzte, dass es sich um den hiesigen Arenaleiter Jens handelte - auf die Fläche jener kletterte und zu einer Rede ansetzte, die den Jungen inhaltlich nicht wirklich interessierte.
    Er verstummte jedoch, als ein älteres Ehepaar den freien Platz betrat. In ihrer Begleitung befand sich ein schwerfälliges, Gepäck bestücktes Camerupt. Beim Anblick des großen Feuerpokémons zuckte der Blauäugige sichtlich zusammen und wich unwillkürlich einen Schritt zurück. Er hatte traumabedingt eine ungewollte Abneigung, man konnte es beinahe schon Phobie nennen, gegen Pokémon dieser Art entwickelt, was seinen Umgang mit diesen erheblich behinderte.
    Die Päckchen, die die Beiden mitgebrachten hatten, waren unterdessen von den scheinbaren Helfen zu den Säulen getragen und auf Kissen gelegt worden. Auf ein Zeichen des alten Mannes hin, zogen sie synchron an den Decken und zahlreiche, bunt bemalte Eier kamen zum Vorschein. Augenblicklich übermannte eine Welle der Freude den jungen Züchter; sein Gesicht strahlte regelrecht vor Begeisterung. Wie lang war es her, dass er ein ungeborenes Pokémon auf den Arm genommen hatte? Er verspürte mit einem Mal das tiefe Bedürfnis, wieder die pochende Wärme eines solchen Geschöpfes durch die dünne und so zerbrechliche Schale zu fühlen. Nichts auf der Welt machte ihn seiner Ansicht nach glücklicher, als kleine Pokémon heranwachsen zu sehen und ihnen auf ihrem entdeckungsrreichen Weg zu helfen.
    Seine Schwärmerei wurde allerdings jäh durch eine zittrige Stimme unterbrochen. „Zuerst möchten wir Jens und seinem Team danken, dass sie an uns gedacht haben." Die ältere Dame sprach. Sie hatte ein Mikrofon in der Hand. Vermutlich hatte Jens es ihr gegeben, er war mittlerweile von der Bühne getreten. "Und natürlich den lieben Kindern der Trainerschule, die mit solch einer Freude die Eier für den heutigen Tag so fein bemalt haben", fuhr sie fort, ihre Worte klangen allmählich sicherer. „Was könnte zu einem Fest, an dem das Leben geehrt wird, besser passen, als das Wunder der Geburt? Hierzu haben wir einige Eier, die in unserer Pension liegen geblieben sind oder von den Trainern nicht gewollt wurden, mit Hilfe unseres treuen Camerupt so weit ausgebrütet, dass sie bereit zum Schlüpfen sind. Ihr alle seid herzlich eingeladen hier und jetzt einem der größten Wunder in der Welt der Pokémon beizuwohnen. Doch dazu brauchen wir Hilfe. Die Hilfe von jungen Menschen! Wir bitten nun unter euch diejenigen hervorzutreten, die noch nicht ihre gemeinsame Reise mit einem treuen Pokémon begonnen haben. Kommt Kinder, kommt zu uns nach vorne und stellt euch neben eines der Eier. Vielleicht wird euch das darin schlafende Wesen erhören und in eurer Hand den Weg ins Leben finden.“
    Alecs Freude drohte in eine Euphorie überzugehen. Er würde nach einer schieren Ewigkeit endlich wieder die Chance haben, ein Pokémon großzuziehen! Ungeachtet, ob er zu der Zielgruppe des Ehepaars gehörte, ging der Junge entschlossen vor. Dass die Meisten, die ebenfalls einen Versuch wagten, in seinem Alter oder nur etwas jünger waren, fiel ihm in seiner Ekstase überhaupt nicht auf. Sein Blick war fest auf ein nachtblaues Ei gerichtet, das mit silbernen Sternen sowie einem schmalen Sichelmond geschmückt war. Es war eines der kleineren Exemplare, in seinen Augen wirkte es sogar nahezu zierlich. Einen letzten Schritt benötigte es noch, dann stand er direkt bei ihm. Ein leises Lächeln voller Zufriedenheit und Zuneigung zierte seine Lippen. Behutsam strich er mit einer Hand über die Schale des Eis. "Hier drinnen schläft mein künftiges Pokémon."


    OT: So nach einer Woche habe ich es auch mal geschafft, einen Post zu verfassen xD - wenn auch einen mittelmäßigen. Er ist etwas länger geworden, als beabsichtigt. Aber ich hatte kA, was ich schreiben sollte, deswegen kam das, was mir spontan in den Sinn kam, einfach rein c:
    Auf ein gutes RPG :3

  • Liv prustete sich genervt eine Strähne ihres blondem, heute offenem Haares aus dem Gesicht. Sie waren zu spät dran, weil sich ihre Mutter mal wieder mit der Zeit verschätzt hatte.
    Und weil alle anderen pünktlich gewesen waren, standen sie so weit hinten, dass sie wenig sahen und wenig hörten.


    Aber es war – wie immer - ein wunderschöner Tag gewesen. Seit sie denken konnte, war sie jedes Jahr im Herbst zum Fest des Lebens gekommen, und sie fand es immer noch bezaubernd. Die Atmosphäre war einfach wunderbar. So viele Menschen von überall, geeint durch einen Kimono , sie selbst trug einen dunkelblauen mit silberner Verzierung ,
    die vielen Stände mit allerlei Köstlichkeiten und Spielen. Es war jedes mal eine bunte Überraschungstüte, dieses Fest.



    Da traten auch schon die Kimono-Girls – für sie das Highlight des Abends - auf die Bühne, und führten ihren wunderschönen Tanz auf.
    Liv genoss solche Augenblicke, an denen sie an nichts und gleichzeitig so vieles denken konnte. Als die Kimono-Girls nach einem tosendem Applaus von der Bühne gingen,
    und Liv ihre Gedanken verließ, kam Jens, der Arenaleiter von Teak City auf die Bühne. "Hmm... sollte jetzt nicht das Feuerwerk kommen?" dachte Liv verwirrt.
    Jens fing an zu reden, doch Liv konnte nichts verstehen, weil die Menschenmenge, die sich um die Bühne versammelt hatte, aufgeregt flüsterte. Währen der Arenaleiter redete,
    stellten seine Angestellten Mini-Podeste vor der Bühne auf und bestückten jene mit Kissen. "Können die nicht mal leise flüstern? Man versteht ja gar nichts! "
    Währen Liv sich über die flüsternden Leute aufregte, trat ein älteres Pärchen mit einem Camerupt auf den Platz vor die Bühne. Die Helfer eilten herbei und
    luden das Camerupt, welches gut verschnürte Bündel trug, ab und stellten die ündel mit Sorgfalt auf die Podeste. Auch das Pärchen half mit.
    Livs Herz fing an zu pochen. Was ist wohl in den Bündeln drin? Und wie um auf ihren Gedanken zu antworten, befreiten die Helfer den Inhalt der Bündel vorsichtig von ihrer Deckenschicht. Zum Vorschein kamen bunt bemalte Pokemoneier. Liv sah die Eier mit einer Art von freudiger Erwartung an. Warum, wusste sie auch nicht genau.
    Als Jens der Dame nun das Mikro gab, spitzte Liv erwartungsvoll die Ohren .


    „Zuerst möchten wir Jens und seinem Team danken, dass sie an uns gedacht haben. Und natürlich den lieben Kindern der Trainerschule, die mit solch einer Freude die Eier für
    den heutigen Tag so fein bemalt haben.“ Mit einem schmunzeln registrierte Liv nun, wie die Menge leiser wurde und interessiert der alten Frau lauschte.
    "Die sind ja genauso gespannt wie ich." „Was könnte zu einem Fest, an dem das Leben geehrt wird, besser passen, als das Wunder der Geburt?
    Hierzu haben wir einige Eier, die in unserer Pension liegen geblieben sind oder von den Trainern nicht gewollt wurden, mit Hilfe unseres treuen Camerupt so weit ausgebrütet,
    dass sie bereit zum Schlüpfen sind. Ihr alle seid herzlich eingeladen hier und jetzt einem der größten Wunder in der Welt der Pokémon beizuwohnen. Doch dazu brauchen wir Hilfe.
    Die Hilfe von jungen Menschen! Wir bitten nun unter euch diejenigen hervorzutreten, die noch nicht ihre gemeinsame Reise mit einem treuen Pokémon begonnen haben.
    Kommt Kinder, kommt zu uns nach vorne und stellt euch neben eines der Eier. Vielleicht wird euch das darin schlafende Wesen erhören und in eurer Hand den Weg ins Leben finden.“


    Ein Schauder lief ihr über den Rücken. "Ist das meine Chance? Meine Chance, mein erstes Pokemon zu bekommen? Vegimak.... Aber das ist ja nicht mein Partner.
    Das war schließlich der Partner meiner Oma. Und als Kind gehe ich auch noch durch."
    Sie zuckte zusammen, als sie nun die Stimme ihrer Mutter hinter sich vernahm.
    Verwundert sah sie sich um und fragte ihre Mutter: „Was hast du gesagt?“ Diese antwortete: „Ich sagte: Nun geh schon!“ Als sie immer noch wie angewurzelt dastand,
    fügte ihr Vater hinzu: „Los! Sonst sind gleich alle Eier weg!“ Liv riss sich aus ihrer Schockstarre los, hauchte ein entzücktes „Danke!“ und fing an,
    sich durch die Menge zu drängeln. "Welches Ei soll ich nehmen? Jedes Wesen aus einem dieser Eier könnte mein Partner werden, könnte von mir geliebt und trainiert werden."
    Langsam lichtete sich die Menge und schließlich stand sie auf jenem Platz vor der Bühne, den sie eben noch von hinten beobachtet hatte. Ihre Blicke glitten über die Eier.
    Vor vielen standen schon Jugendliche. Die meisten schienen älter zu sein als sie. Als sie sich die freien Eier noch einmal ansah, blieben ihre Blicke an einem rosa bemaltem Ei
    mit lila Kringeln hängen. Das Ei schien sie willkommen zu heißen. Sie fixierte das Ei und meinte einen Atem, einen Herzschlag zu hören. Ein Atmen der Gedanken.
    "Hört sich philosophisch an.
    " Und sie wusste,dass dies ihr erstes Pokemon werden sollte.
    Zügig ging sie zu dem Podest, auf dem ihr zukünftiger Panter lag, damit niemand anderes auf die Idee kam, ihr diesen wegzunehmen.
    Sie gehörten zusammen, das spürte sie.




    OT: Ich habs auch geschafft! Dreizehnte! wird bestimmt voll cool!
    Lola

  • Mit leuchtenden Augen beobachtete das Pensionspärchen, wie immer mehr junge Leute zu ihnen kamen und sich mit freudiger Erwartung, die der des älteren Ehepaares in nichts nachzustehen schien, hinter die Eier stellten. Als hinter jedem Ei ein Jugendlicher oder Heranwachsender stand, begann die Pensionsleiterin erneut zu reden. Allerdings vergaß sie in der Aufregung das Mikrofon, weswegen sie kein Mensch verstehen konnte. Ihr Mann machte sie flüsternd darauf aufmerksam, worauf sie prompt knallrot anlief und sich mehrmals entschuldigte. Die Menge konnte zwar noch immer nichts verstehen, aber die Verbeugungen waren eindeutig. Der alte Herr nahm nun das Mikro, das Jens ihm schmunzelnd reichte und hätte es auch beinahe gleich fallen lassen. Man hätte wirklich meinen können, die beiden alten wären vor Lampenfieber wieder zu schusseligen Kindern geworden, was sie aber ungemein symphytisch erscheinen ließ.


    „Ihr versteht doch, dass wir nicht einfach so jemandem eines unserer Pokémon Eier überlassen. Ich meine, immerhin sind das lebende Wesen, die in ihnen schlafen. Wir müssen also sicher sein, dass die Person, der wir ein Ei geben, sich auch vernünftig um das neue Leben kümmern wird. Normalerweise lassen wir die jungen Leute erst einmal ein paar Tage bleiben, um sie kennen zu lernen, bevor wir ihnen eines der Kleinen überlassen. Da dies hier und heute aber nicht möglich ist, haben wir uns etwas anderes einfallen lassen.“, anfangs hatte der Mann noch recht zaghaft gesprochen, aber sehr schnell war er sicher geworden. Die beiden Alten standen wohl nicht sehr oft auf einer Bühne, aber um ihre Eier sorgten sie sich und wussten, wie sie mit ihnen umzugehen hatten. „Wie schon erwähnt haben wir mit Camerupts Hilfe die Eier soweit angebrütet, dass die keinen Wesen rein theoretisch sich nur noch aus ihrer Schale befreien brauchen. Wir wollen, dass sie die Entscheidung treffen, ob sie euch Kinder zum Partner haben wollen oder nicht. Meine Frau und ich sind der Ansicht, dass ungeschlüpfte Pokémon schon durch die Schale mitbekommen, was man zu ihnen sagt und wir haben ihnen sehr oft erklärt, was wir vorhaben. Nehmt bitte die Eier vor euch hoch und haltet sie um Himmels Willen gut fest, aber ohne sie zu zerdrücken. Dann redet mit ihnen. Sagt ihnen einfach, was für ein Mensch ihr seid. Wenn ihr sie dabei erreicht und sie der Meinung sind, dass ihr die Richtigen für sie sind, werden sie in euren Händen schlüpfen. So zumindest die Theorie…“, die letzten Worte waren nur beinahe ein Murmeln. „Ihr habt es gehört, nehmt bitte die Eier in die Hände und redet mit ihnen. Aber zügelt eure Lautstärke, wenn ihr alle durch die Gegend brüllt ist das nicht Sinn der Aktion.“, erklärte Jens noch einmal, „Wenn bei einem oder mehreren von euch die Eier nicht schlüpfen, werden diese Personen nichts tun, um das Babypokémon gewaltsam aus der Schale zu holen und gehen zurück in die Menge. In dem Fall werdet ihr kein Pokémon bekommen. Seid dann bitte nicht zu traurig. Wir wissen noch nicht einmal ob es überhaupt bei einem klappt, denn wir haben bisher noch nie etwas Ähnliches testen können. Selbst Professor Lind, unser Regionale Experte in Sachen Pokémoneier kann den Ausgang dieses Versuches nicht vorhersagen. Natürlich könnt ihr versuchen das Pokémon zu überzeugen, bis entweder die anderen alle geschlüpft sind, oder wir abbrechen müssen. Drückt auf jeden Fall alle die Daumen, dass heute hier viele neue Trainer und ihre Partner zusammenfinden werden.“ Der letzte Satz war lauter und auffordernd an die Menge gerichtet, die mit tosendem Beifall den Traineranwärtern ihren Beistand kündeten.


    Serena hatte der Rede oder besser den Reden aufmerksam zugehört, auch, wenn sie sich am liebsten nur auf „ihr“ Ei konzentriert hätte. Da nun aber alle Redner verstummt waren und die Eier und die jungen Leute, die sich hinter diese gestellt hatten, erwartungsvoll anblickten, legte die Blauhaarige als eine der ersten beide Hände an die Seiten des Eies und hob es vorsichtig hoch. Sie spürte seine Wärme zwischen den Fingern und wie es sich leicht unter ihren Händen bewegte. Noch passierte nichts. Der Pensionsleiter blickte das Stuntgirl direkt an und schien geradezu mitzufiebern, wie andere Leute bei dem Fußballspiel des Jahrzehnts. „Komm schon, diese Welt, die auf dich wartet ist voller Abenteuer. Mehr als du je zählen oder erleben könntest.“, murmelte Serena begeister, stockte dann aber, „Oh, aber bitte komm wirklich nur raus, wenn du mit mir mithalten kannst, denn ich bin stark.“ Bei dieser Aussage hätten sich wohl einige Leute an die Stirn geschlagen, aber das kleine Ei reagierte darauf. Erst leuchtete es kurz auf, dann begannen sich Risse über die Schale auszubreiten. Rasch legte die Blauhaarige das Ei zurück auf den Sockel, da sie fürchtete die brechende Schale nicht halten zu können. Es dauerte aber einige quälende Sekunden, bis sich an einer Stelle etwas Grünes zeigte, das ein Stück der bemalten Schale wegstieß. Nun konnte Serena nicht mehr an sich halten und halt selbst mit, das kleine Wesen vollständig zu befreien. Schon bald saß ein relativ kleines Frizelbliz vor ihr auf dem Podest und blickte sie mit großen Augen an. Als sich das Kleine aber aufrappeln wollte, geriet es durch das Gewicht seiner eigenen Schädelplatte ins Schwanken und seine neue Trainerin musste es auffangen, worauf ihr der kleine Kerl zaghaft über die Hand leckte.

    OT: So, dann lasst mal eure Starter schlüpfen^^. Bei allen Gruppenmitgliedern werden die Eier schlüpfen, das dürfte klar sein^^. Alle, die mir schon ihr Wunschpoki mitgeteilt haben, werden dieses auch bekommen, es gab bei den Wünschen keine doppelten^^.
    Neptun und escargott: Ihr beide müsst mir noch euer Wunschpoki geben. Bitte kombiniert euren Einstiegspost mit diesem.


    Bitte versteht, wenn wir auch bei diesem Schritt auf einen Großteil der Gruppe warten werden, aber danach ist es auch möglich weiterzumachen, wenn auch ncoh nciht alle gepostet haben.

    Öffne die Pforte, durchschreite das Tor und betritt eine Welt, wie du sie dir in deinen kühnsten Träumen vorgestellt hast. Eine Welt, in der Wunder Wirklichkeit und Kinder nie erwachsen werden.
    Doch ohne Hilfe werden die Traumlande schon bald vom Albtraum regiert, den die bösartigen Nachtmahre sind mächtiger als je zuvor.


    Das Abenteuer und der Kampf um die Welt der Träume hat begonnen!
    The endless Night of Dreams

  • Eine ganze Weile starrte Lucy nur auf das Ei vor ihr. Ihr Forscherdrang ließ es sie kaum erwarten, was daraus schlüpfen würde und ihre Neugier beflügelte sie. Als jedoch immer mehr Menschen nach vorne traten und sich hinter den verschieden bemalten Eiern positionierten, gestattete sich das Mädchen einen Blick in die Runde.
    Es waren so viele, dass sie die Zahl der künftigen Trainer kaum abschätzen konnte. Es mussten mindestens 10-20 Leute sein, vielleicht aber auch noch viel mehr. Da sie mit ihnen in einer Reihe stand - und unter ihnen bei weitem nicht die Größte war - war ihr Blick nicht gerade der Beste. Alles was sie sehen konnte war, dass es sich größtenteils um ältere Jugendliche handelte, zumindest älter als sie selbst. War nicht von Kindern die Rede gewesen? Doch das kümmerte die 15-jährige nicht. Dieser Umstand versicherte ihr zumindest zu der geforderten Altersgruppe zu gehören.
    Doch ein weiteres Merkmal viel ihr an der Gruppe auf: Offenbar war sie die einzige unter ihnen, die das Angebot des hiesigen Pokemon-Centers, sich für die Dauer der Festlichkeiten einen traditionellen Kimono auszuleihen, ausgeschlagen hatte. Vor Scham errötete das schüchterne Kind. Vielleicht wäre es doch besser gewesen sich angemessen zu kleiden, insbesondere bevor man sich vor der versammelten Region bei einem Fest vor der Hauptbühne platziert, wo alle Augen auf einen gerichtet sind. Nun fühlte sich Lucy gar nicht mehr so beflügelt in ihrem Jeansrock und dem mausgrauen Pullover. Eher als müsse sie vor Scham im Boden versinken. Doch da sah sie wieder das Ei vor sich und der Gedanke, dass das ungeborene Lebewesen, das sich darin befand den Weg ins Leben in ihren Händen finden würde, lenkte sie von ihren Bedenken ab.


    Da ergriff eine alte Frau das Wort. Diesmal stand Lucia genau vor ihr und hoffte nun mehr von dem mitzubekommen, was sie sagte. Doch die alte Frau hatte ihre Rede ohne Mikrofon begonnen und trotz ihrer Nähe zu ihr konnte das gespannte Mädchen kaum ein Wort durch das Gemurmel der Menge und der mit ihr wartenden "Kinder" verstehen.
    Schnell wies eine männliche Person die Alte auf ihr Missgeschick hin und griff dann selbst zum Mikrofon. Seine Unsicherheit vor so vielen Menschen zu sprechen, war deutlich zu spüren und Lucy war froh nicht die einzige zu sein, der es so ging - wenngleich sie ein Schreckensbild ihrer Zukunft vor sich sah, in dem sie in seinem Alter immer noch gleichermaßen schüchtern vor einer Menschenmasse stand und nur Gestammel hervorbrachte. Abwehrend schüttelte sie den Kopf und hatte schon wieder den Anfang der Rede verpasst. Nun wollte sie aufmerksamer zuhören.
    "...immerhin sind das lebende Wesen, die in ihnen schlafen. Wir müssen also sicher sein, dass die Person, der wir ein Ei geben, sich auch vernünftig um das neue Leben kümmern wird. Normalerweise lassen wir die jungen Leute erst einmal ein paar Tage bleiben, um sie kennen zu lernen, bevor wir ihnen eines der Kleinen überlassen. Da dies hier und heute aber nicht möglich ist, haben wir uns etwas anderes einfallen lassen.
    Wie schon erwähnt haben wir mit Camerupts Hilfe die Eier soweit angebrütet, dass die keinen Wesen rein theoretisch sich nur noch aus ihrer Schale befreien brauchen. Wir wollen, dass sie die Entscheidung treffen, ob sie euch Kinder zum Partner haben wollen oder nicht." Besorgt starrte das Mädchen wieder zu ihrem Ei. Auch wenn es ihr logisch vorkam, wehrlose Lebewesen nicht einfach in die Hände fremder Kinder zu geben, bestürzte sie der Gedanke, das Wesen auf dass sie sich schon so freute, würde vielleicht doch nicht mit ihr ziehen.
    Als der alte Mann nun weiter sprach richtete sie um so gespannter ihren Blick auf die Bühne hinter ihr.
    "Meine Frau und ich sind der Ansicht, dass ungeschlüpfte Pokémon schon durch die Schale mitbekommen, was man zu ihnen sagt und wir haben ihnen sehr oft erklärt, was wir vorhaben. Nehmt bitte die Eier vor euch hoch und haltet sie um Himmels Willen gut fest, aber ohne sie zu zerdrücken. Dann redet mit ihnen. Sagt ihnen einfach, was für ein Mensch ihr seid. Wenn ihr sie dabei erreicht und sie der Meinung sind, dass ihr die Richtigen für sie sind, werden sie in euren Händen schlüpfen. So zumindest die Theorie…" Und ein jüngerer, blonder Mann, wohl derselbe der vorhin schon gesprochen hatte, fügte hinzu: "Ihr habt es gehört, nehmt bitte die Eier in die Hände und redet mit ihnen. Aber zügelt eure Lautstärke, wenn ihr alle durch die Gegend brüllt ist das nicht Sinn der Aktion.
    Wenn bei einem oder mehreren von euch die Eier nicht schlüpfen, werden diese Personen nichts tun, um das Babypokémon gewaltsam aus der Schale zu holen und gehen zurück in die Menge. In dem Fall werdet ihr kein Pokémon bekommen. Seid dann bitte nicht zu traurig. Wir wissen noch nicht einmal ob es überhaupt bei einem klappt, denn wir haben bisher noch nie etwas Ähnliches testen können. Selbst Professor Lind, unser Regionale Experte in Sachen Pokémoneier kann den Ausgang dieses Versuches nicht vorhersagen. Natürlich könnt ihr versuchen das Pokémon zu überzeugen, bis entweder die anderen alle geschlüpft sind, oder wir abbrechen müssen. Drückt auf jeden Fall alle die Daumen, dass heute hier viele neue Trainer und ihre Partner zusammenfinden werden." Darauf folgte tosender Beifall aus der Menge.


    War das wirklich deren Ernst? Sie sollte mit dem Ei sprechen? Das kam ihr merkwürdig vor und es fiel ihr schwer zu glauben, dass es irgendetwas bringen würde.
    Unsicher starrte sie wieder auf das Ei, dann in die Reihe der anderen. Die meisten von ihnen versuchten es sofort, was Lucy nur noch mehr verunsicherte. Andererseits, hatte sie keine Chance einen Pokemonpartner zu bekommen, wenn sie es nicht wenigstens versuchte. Das war ein Argument, dass ihr einleuchtete und so gering die Chance auch sein mochte, sie würde sie nutzen.
    Also nahm sie behutsam das Ei von dem Sockel.
    Seine Oberfläche war rau und roch nach Wasserfarben. Außerdem war es deutlich schwerer als es aussah. Zwar wog es wohl nur wenige Kilo, dennoch überraschte durch das Gewicht, musste sie mit den Händen tiefer greifen, um es nicht fallen zu lassen. Für ein Pokemonei hatte es eine ganz normale Größe, doch da Lucy selbst nicht gerade groß war, kam es ihr in ihren Händen riesig vor. Sie umschloss es mit beiden Armen, damit es sicheren halt hatte. So sah es nun aus, als würde sie mit dem Ei kuscheln. Wieder errötete sie.
    Sie konnte sich nur schwer vorstellen, wie es für das alte Pärchen sein musste, so viele Eier Fremden anzuvertrauen. Sicher beobachteten sie, was unten vor der Bühne geschah. Das machte die junge Forscherstochter um so nervöser. Unter Beobachtung stand sie gar nicht gern und auch die Menschenmassen vor ihr behagten ihr nicht gerade. Wichtiger als ihr Wohlgefühl war nun aber sie vor ihr liegende Aufgabe und so vergrub sie ihr Gesicht hinter dem Ei und blendete alles um sie herum aus, bis sie selbst die Stimmen der Trainer neben ihr kaum noch wahrnahm.
    Ein wenig sorgte sie sich auch, was sie sagen sollte und ob sich das Pokemon durch ihre Worte überzeugen lassen würde, doch auch diese Bedenken schob sie beiseite. Ein Ohr an das Ei gelehnt flüsterte sie ihm nun zu: "Hallo kleines Pokemon. Mein Name ist Lucia. Ich komme aus Neuborkia und möchte Wesen wie dich gern erforschen. Pokemon sind schon seit meiner Kindheit meine Leidenschaft, doch ich hatte leider nie ein eigenes."
    Einen Moment schwieg sie. Nichts rührte sich, aber entgegen ihrer Erwartung war die Eierschale nicht kalt, sondern angenehm warm und das Ei viel weniger schwer, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hatte. Nun war es ihr nicht mehr peinlich sich mit ihm zu unterhalten und so sprach sie mit sanfter, leiser Stimme weiter: "Eigentlich hab ich gar nicht hier her kommen wollen. Meine Mutter hat mich dazu gedrängt. Jetzt bin ich aber froh hier zu sein, sonst hätte ich dich nicht getroffen." Sie lächelte. "Ich glaube das Schicksal hat uns zusammengeführt und ich würde mich über alles freuen, wenn du mich als deine Partnerin wählen würdest."
    Nun hörte sie es im inneren rappeln. Erschrocken zog sie den Kopf zurück und starrte auf das grüne Ei. Vor lauter Überraschung darüber, dass es tatsächlich geklappt hatte erstarrte ihr freudiger Gesichtsausdruck und in ihrem Kopf herrschte gähnende Leere. Über die Mitte des Eis bis hin zur oberen Spitze zogen sich nun feien Risse.
    Es dauerte eine Weile, bis Lucy wieder klar denken konnte und danach noch mehrere Minuten, in denen sich das Pokemon angestrengt zu befreien versuchte.
    Dem Mädchen kam der Gedanke, dass es vielleicht nicht ihre Worte waren, die das Wesen aus dem Ei gelockt, sondern ihre Körperwärme, die es zu Ende ausgebrütete hatte. Das war nun aber nicht so wichtig. Alles war zählte war, dass ihr erster, eigener Pokemonpartner auf sie wartete.
    Mit einem Krachen brach die Schalte oberhalb der Mitte auf und eine braune Fellkugel kam darunter zum Vorschein. Behutsam hob Lucy die Reste der Eierschale, die noch oben auf dem Kopf des Wesens lag ab und betrachtete es liebevoll.
    In ihren Armen, immer noch in der unteren Eierhälfte sitzend kugelte sich ein winziges Wisor zusammen, sah sie erschöpft an, schloss die müden Augen und schlief ein.

  • Nachdem die Pensionsleiter ihre Rede beendet haben schaute Brian auf sein Ei. Ihm schwirrten Fragen im Kopf rum. War das was ich eben erlebt habe real? Hatte ich Halluzinationen? Ist es überhaupt möglich das Pokemon sprechen können? Oder erst Eier. Das ist doch absoluter Bockmist, dachte sich Brian.


    Sein blick wanderte nachdenklich über die Menschenmenge. Sein Blick blieb am Horizont hängen. Er schweifte mit den Gedanken ab, ob es nun richtig war oder nicht. Ob sein Traum erfüllt werden würde. Kurz danach löste er seinen Blick und nahm das Ei in die Hand. Eher gesagt war es nur ein Versuch, kaum hatte er es berührt gab es ein stechen in den Augen und ein greller Blitz als würde gerade ein Foto geschossen. Er legte überrascht das Ei wieder hin. Kurz darauf spürte er nur noch ein Kribbeln in den Beinen und in den Wangen als hätte er zu viel Lachgas genommen. Brian nahm seinen Mut zusammen und packte das Ei. Mit seinem Nietenhalsband und dem Muskelshirt sah er wohl mit Abstand am unseriösisten aus was ihm auch einige kritische Blicke zugeworfen wurde.
    Nun war es soweit, er hob das Ei an. Doch kaum das er dies tat fing sein Kopf wieder an zu pochen und die Wenen presseten sich an den Schläfen heraus. In seinen grünen Puppillen lorderte plötzlich ein kleines graues Feuer. Dieses hielt ungefähr 2 Sekunden an und die Augen wurden komplett grau.


    In dem moment kam die Panik über Brian her, stand verwirrt da und versuchte etwas zu sagen, dass das Ei zum schlüpfen bringen konnte. Allerdings bekam er nicht einmal seinen Mund auf und starrte weiter mit seinen unheimlich grauen Augen auf das Ei welches Mittlerweile auf Köpfhöhe war.
    Bin ich überhaupt der richtige für das Ei? Habe ich das Talent dazu ein Pokemon aufzuziehen? Wird das Pokemon mich akzeptieren? Wird es mir helfen Fukano zu finden? Wird mein Pokemon verstehen das ich ihm nicht alles kaufen kann und wird es mich mögen? Diese und viele weitere Fragen stellte sich Brian in dem moment.


    Plötzlich überkam ihn ein schüttelfrost und er hatte schon Angst das Ei fallen lassen zu können. In diesem moment brach die Schale auf ohne das er ein Wort herausgebracht hat. Langsam aber sicher schaffte es das kleine Pokemon die Schale aufzubrechen. Es kam ein Taubsi heraus. Erst dachte Brian: "Unspektakluär, hätts mir interessanter vorgestellt...". Doch kaum war das Taubsi komplett ausgeschlüpft hatte er es in den Armen und machte einen freudensprung und musste schon heulen vor Freude. Das erste was ihm auffiel das das Taubsi sofort genauso aufgedreht war wie er selber, nicht wie das Pokemon eines Mädchen ein paar Menschen weiter freute sich das Taubsi auch sofort mit ihm. Doch auch Taubsi schlief kurz darauf ein.


    Nach dieser kurzen Zeit der euphorie fiel ihm ein das er ja nichts gesagt hat was das Pokemon hätte schlüpfen lassen können. Brian frage sich ob das Pensionspaar vielleicht Quatsch erzählt hatte oder ob ihre Theorie doch nicht stimmte. Diese Gedanken verwarf er allerdings sogleich und kümmerte sich nicht weiter darum sondern war einfach nur noch froh endlich ein Pokemon zu besitzen.

  • Valaria schnappte von der Rede der Pensionleiter auf, dass sie ihr Ei nun in die Hände nehmen sollten und mit dem darin schlummernden Pokémon reden sollten. Die Magierin warf sich davor noch einmal elegant das Haar nach hinten und versuchte, vor dem Publikum so entschlossen wie möglich zu wirken. "Das ist meine Chance!", redete sie sich in Gedanken zu. "Jetzt oder nie! ... Hoffentlich wird das Pokémon keine Probleme mit mir haben und brav schlüpfen..." Aus irgendeinem Grund musste sie nun einen großen Kloß in ihrem Hals herunterwürgen. Wenn das Pokémon nicht schlüpfen würde könnte es passieren, dass Valaria zum Gespött der Menge wurde. Das durfte für eine junge Frau wie sie, die vom Business lebte, auf keinen Fall passieren. Also nahm sie promt das Ei in ihre Hände und versuchte nicht allzu viel Druck auszuüben, es aber trotzdem nicht zu fest zu halten. Leicht nervös räusperte sich die Magierin kurz und begann dann zu reden:
    "Na hallo, du kleines Ei, du..." Jetzt hätte sie sich selbst Ohrfeigen können. Was war das nur für eine Art, eine Äußerung zu beginnen! Noch einmal räusperte sie sich und sprach dann weiter: "Na ja, du bist anscheinend ein Pokémon kurz vor dem Schlüpfen, nicht wahr? Da möchtest du bestimmt jemanden, der sich gut um dich sorgt, oder?" Das Ei bewegte sich nicht, es wirkte fast so, als würde es nun still dem lauschen, was nun kommen würde. Also sprach Valaria weiter: "Ich möchte dir keine falschen Versprechungen machen, wenn du mich verstehst... Aber wir könnten auf jeden Fall viel Spaß zusammen haben!" Im Moment klangen diese Worte für sie selbst wie die einer achtjährigen und ein unwohles Gefühl breitete sich allmählich in ihrer Magengegend aus. "Verstehst du? Ich werde mich um dich kümmern und dich liebevoll behandeln! ... Weil ich nie das Glück hatte jemanden zu haben, der sich um mich kümmert..."
    Die letzten Worte waren Valaria eigentlich mehr herausgerutscht, aber es schien genau das, worauf das Pokémon gewartet hatte. Kurz darauf begann das Ei zu wackeln und der Magierin fel es fast aus den Händen. Behutsam legte sie es zurück auf das Podest und schon bald darauf öffnete sich zuerst die obere Spitze und eine violettblaue Flamme züngelte schwach hervor. Schon bald teilte sich der Rest der Schale in der Mitte und ein weißes, kerzenähnliches Wesen lächelte die Magierin an. Anscheinend handelte es sich dabei um ein Lichtel. Im ersten Moment war Valaria ein kleines bisschen geschockt darüber, da man sich erzählte, dass die Flamme eines Lichtels an der Lebensenergie eines Menschen oder Pokémon zehren würde. Doch das war im nächsten Moment schon egal, überglücklich nahm sie das Lichtel sanft in den Arm und drückte es an sich. Im Moment wusste sie nicht mehr, was sie zu diesem Glück sagen konnte. Das Geistpokémon schien ebenfalls glücklich darüber und brachte ein erfreutes "Lichtel!" hervor.

  • Kurz nachdem sich Mau neben ihr vielleicht zukünftiges Partnerpokémon stellte, fing ihr Herz an wie wild zu schlagen. Noch nie hatte sie so viel Angst, Neugierde und Freude empfunden und das schon gar nicht alles auf einmal.


    Das alte Ehepaar fing wieder an zu sprechen, jedoch konnte niemand hören was sie sagten, da sie das Mikro vergaßen. Das Problem wurde jedoch schnell behoben und Mau konnte klar verstehen, was sie von den jungen Leuten verlangten.
    Die Aufgabe war nicht schwer- die zukünftigen Trainer sollten einfach mit den Eiern reden. Das Pokémon im Ei würde dann selbst entscheiden, ob es diese Person als Partner haben möchte.


    Die Braunhaarige war verunsichert.
    Wenn sie daran dachte, dass sie vielleicht bald ein Partnerpokémon hatte, platzte sie fast vor Freude. Gleichzeitig machte sich die Angst in ihr breit. Was ist, wenn das Pokémon nicht schlüpft? Bin ich dann nicht gut genug, ein Pokémon als Partner zu haben?
    Viele solcher Fragen schwirrten ihr in diesem Moment in Kopf herum.
    Jedoch würde sie das nicht herausfinden, wenn sie es nicht einmal versucht.


    Das Mädchen schaute sich um. Einige haben schon angefangen mit ihren Eiern zu reden. Andere zögerten, genau wie sie. Vermutlich haben sie die gleichen Gedanken wie ich… dachte Mau.
    Sie sah hinunter. Neben ihr lag noch immer ihr Ei. Das gelbe Ei mit bunten Farbspritzern, was eine solche Anziehungskraft auf die Braunhaarige hatte. Mau spürte, wie Wärme durch ihren Körper floss, als sie sich das Pokémonei genauer ansah.


    Das Mädchen hockte sich neben das Ei und schloss die Augen. Behutsam legte sie die Hände auf die stabile, doch trotzdem zerbrechliche Schale. Mau versuchte sich zu konzentrieren und etwas zu fühlen. Ihre Hände wurden warm und für einen Moment dachte sie, sie könne den Herzschlag des Pokémons spüren.


    Mau öffnete ihre Augen. Sie setzte sich im Schneidersitz auf den Boden und nahm das Ei auf ihren Schoß. Während sie mit ihren Händen über die Oberfläche strich, sprach sie leise zu dem im Ei befindlichen Pokémon.
    „Na du?“, fragte sie.
    „Ich wette, du bist genauso aufgeregt wie ich. Es ist wirklich unglaublich, dass ich hier jetzt sitze und dich auf meinem Schoß habe.“, sprach das Mädchen weiter.
    „Ich möchte dich zu gerne kennen lernen. Mit dir Abenteuer erleben und Spaß haben…“
    Mau musste eine kurze Pause einlegen, um ihr rasendes Herz zu beruhigen. Diese unbekannte Situation war viel aufregender und spannender, als sie sich jemals hätte vorstellen können.


    Die Braunhaarige holte noch einmal tief Luft und sprach dann weiter.
    „Ich hoffe, dass du genauso fühlst wie ich. Es wäre wirklich toll, wenn du schlüpfen würdest, damit wir uns kennenlernen können.“
    Plötzlich gab es ein Knacken und ein Riss in der Schale erschien. Erschrocken nahm Mau die Hände weg. Nach dem kurzen Schreck legte sie ihre Handflächen wieder auf das Ei und strich über dessen Schale.
    Weitere Risse erschienen, bis die ersten Stücke der Schale abfielen. Mau wusste nicht, ob sie dem Pokémon helfen sollte, entschied sich aber doch dafür und machte Stück für Stück die Schale ab.


    Kurze Zeit später war das Pokémon geschlüpft und lag auf Maus Schoß. Nach einem lauten Gähnen schaute es Mau mit großen, schwarzen Augen an. Das flauschige Pokémon mit dem roten Fell und großen Ohren kuschelte sich an ihren Körper und machte zufriedene Geräusche.


    Das Mädchen beobachtete das kleine, frisch geschlüpfte Vulpix. Langsam streichelte sie das weiche Fuchspokémon und nahm es auf den Arm. Das Vulpix leckte ihr über das Gesicht und machte es sich in Maus Armen bequem, bis es einschlief.


    Noch nie war die Braunhaarige so glücklich. Sie war froh, dass sie nach vorn trat und das Pokémon sich entschloss zu schlüpfen.

  • Gebannt blickte Lucy auf die Schale des Eies, das auf dem Sockel vor ihr lag. Vorsichtig berührte sie die türkis-pink-gestreifte Schale mit der Handfläche und stellte überrascht fest, wie warm diese sich anfühlte - auch wenn ihr eine Sekunde später bewusst wurde, dass dies nur natürlich war. Sie lauschte den Worten des alten Ehepaares nur mit halbem Ohr, ihre gesamte Aufmerksamkeit galt dem ungeschlüpften Pokémon, dessen Herzschlag sie durch die Schale seines Eies zu spüren meinte. Unwillkürlich berührte sie mit ihrer freien Hand ihre Umhängetasche, in der sich ihre Kamera befand. Wie viele Menschen wohl schon die Geburt eines Pokémon fotografiert haben?, dachte sie, als sich plötzlich ein anderer Gedanke vor ihren Einfall schob. Sie hatte davon gehört, dass manch ein Pokémon, die allererste Person, die es nach dem Schlüpfen sieht, für seine Mutter hält - würde das ihre dies bei ihr auch tun? Zerknirscht strich sie mit den Fingerspitzen über die Eierschale und atmete tief durch. Sie konnte ihren Fotoapparat nun nicht benutzen, das wusste sie. Es war möglich, dass sie das Kleine durch das Blitzlicht für den Rest seines Lebens traumatisieren könnte - besonders, wenn es einer lichtempfindlichen Spezies angehörte. Dieses Risiko konnte und wollte sie nicht eingehen, anstatt ihrer Kamera musste sie nun ihre eigenen Augen verwenden, um den Moment für immer festzuhalten.
    Lucy schluckte und blickte an der Reihe von Jugendlichen, die im Gegensatz zu ihr der Rede des alten Ehepaares zugehört haben zu schienen, entlang, und beobachtete ihr Verhalten. Die meisten sprachen mit den buntbemalten Eiern, von denen ein paar bereits geschlüpft waren. Überrascht richtete Lucy ihren Blick zurück auf ihr eigenes und grübelte, wie sie es dazu bringen konnte, zu schlüpfen - für den Moment würde es reichen, wenn sie das tat, was alle anderen ebenfalls taten. Einem spontanen Einfall folgend legte sie beide Hände auf die warme Schale und ging ein wenig in die Hocke, sodass die Worte, die sie ihrem ungeborenen Partner erzählte, niemand anders als eben diesen erreichten.
    "Ich bin Lucy", begann sie leise flüsternd, hielt dann jedoch inne. Zwar hatte für sie immer festgestanden, dass sie so bald wie möglich ein eigenes Pokémon besitzen würde, dennoch kamen in ihr Zweifel auf. War sie überhaupt in der Lage dazu, ein frisch geschlüpftes Pokémon zu versorgen? Sie kannte die Bedürfnisse des kleinen Wesens nicht, doch wenn es erst einmal das Licht der Welt und ihr Gesicht erblickt hätte, könnte sie den Schritt zurück nicht mehr wagen. Dann läge die Verantwortung auf ihr.
    Lucy biss die Zähne zusammen und beschloss, darüber nicht weiter nachzudenken. Die anderen Jugendlichen - auch wenn diese teilweise deutlich älter als sie zu sein schienen - waren ebenso spontan und unüberlegt auf die Bühne gekommen wie sie, dessen war sie sich sicher. Sie konnte gewiss nicht die einzige sein, die keine Ahnung davon hatte, wie man ein Baby-Pokémon versorgte. Sie ging davon aus, eine der letzten zu sein, deren Ei noch nicht einmal Risse zeigte. Gedanken darüber, wie sie das Kleine versorgen sollte, und ob sie überhaupt im Stande war, die Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen, konnte sie sich auch später machen. Es hatte für sie schließlich seit dem Moment festgestanden, als sie das türkis-pinke Ei gesehen hatte - dieses Pokémon würde ihr Partner werden.
    Unwillkürlich musste Lucy lächeln. "Schlüpf ruhig, lass dir Zeit", flüsterte sie. "Wenn du nicht willst, ist es in Ordnung. Falls doch, dann sind wir Partner", endete sie und richtete sich gerade auf, als ein leises Pochen, deutlich anders als der Herzschlag, an der Schale ertönte. Und ein weiteres Mal. Erschrocken beobachtete Lucy, wie die Schale an einer Stelle zerbrach und ein blauer Rüssel aus dem Loch hervorlugte, jedoch sofort wieder im Inneren des Eies verschwand. Dieses bewegte sich zittrig auf einer Stelle, als der Riss aus dem Loch sich vergrößerte und die Schale entzweibrach. Vollkommen gelähmt sah Lucy dem kleinen, blauen Elephanten entgehen, dessen Ohren flatterten, als er seinen Kopf schüttelte. Erst jetzt richtete er seinen Blick auf sie - und wandte ihn dann nicht mehr von ihr ab.
    Seine Trainerin indes hockte sich wieder hin und legte vorsichtig ihre Hand auf seinen Kopf, eine Geste, die das Phanpy zu mögen schien. Es stupste ihre Nase spielerisch mit seinem Rüssel an und gab ein leises Tröten von sich, dass für Lucy wie ein Willkommensgruß klang.

  • [align=justify][font='Optima, Tahoma, Arial, Helvetica, sans-serif']Es dauerte nicht mehr lange, bis jedes Ei auf seinem Sockel jemanden angezogen hatte, der es verträumt beobachtete. Alana musterte aus den Augenwinkeln die Menschen, die in ihrer Nähe standen - und beruhigte sich zumindest ein wenig. Denn einige waren dem Anschein nach älter als sie - gar fragte sich die Jugendliche, ob sie vom Aussehen her nicht zu den Allerjüngsten zählte. Doch trotz dieser Gedanken blieb sie weiterhin angespannt, lag immer noch viel Aufmerksamkeit auf ihr - wie auf all jenen, die sich auf der Bühne befanden.
    Nach einer Ewigkeit, wie es dem Mädchen schien, wurde das Programm fortgesetzt: Die Pensionsleiterin begann das weitere Vorgehen zu erklären, jedoch ohne ein Mikrofon zu verwenden. Als ihr Mann sie darauf hinwies, erkannte man ihr an, wie peinlich ihr die Situation war. Trotz ihrer Nervosität musste Alana lächeln, als schließlich der Greis - er sogar mit Mikro, das jedoch beinahe Bekanntschaft mit dem Boden machte - weitersprach. Die beiden Alten waren sichtlich aufgeregt, was die Jugendliche selbst beruhigte - also erging es nicht nur ihr so. Zumindest verschwand so ein weiterer Teil ihrer Nervosität.
    Nun war sie gefasst genug, um den Inhalt der Erklärungen, die nun folgten, auch verstehen zu können - und beschloss, kaum dass deutlich wurde, dass zu Ende gesprochen wurde, ihr Glück mit dem Ei zu versuchen. Schon streckte sie die Hand aus, in der Hoffnung, sollte das sich im Ei befindliche Pokémon schlüpfen, die Bühne eher verlassen zu können, aus dem Fokus der Aufmerksamkeit entschwinden zu können. Und sollte es nicht schlüpfen - was die Jugendliche insgeheim eher erwartete -, könnte sie erst recht unbemerkt von der Bühne huschen.
    Doch halt! Wenn sie die Erste wäre, würden erst recht die Blicke auf sie gezogen werden. Erneut blickte sich Alana verstohlen um, erkannte jedoch, dass schon mehrere der jungen Menschen nach kurzem Zögern um sie herum mit den Eiern vor ihnen beschäftigt waren. Alle schienen sich zwar noch nicht überwunden zu haben, ihr Glück zu versuchen, doch beinahe im Sekundentakt wurden die Tapferen mehr und mehr. Einige hielten inzwischen auch schon ihr jeweiliges Ei in der Hand und redeten leise auf es ein.
    Von diesem Anblick gesichert, legte auch sie nun ihre Hände auf die glatte, bemalte Oberfläche. "Hallo, kleines Ei", flüsterte sie sanft, als sie es fest umfasste und aufhob - es war überraschend leicht für seine Größe. Ob darin ein Nebulak steckte? Nein, das war wohl nicht möglich. Oder wie sollten Geister aus Eiern schlüpfen, wenn sie doch schon tot waren?
    Nun zögerte Alana. Was jetzt? Wie sprach man mit einem Ei, von dem man nicht einmal wusste, ob es einen überhaupt verstehen oder hören konnte? Hauptsächlich ging es ja doch um Wärme. Schon war die Rosahaarige versucht, ihre Arme um das Ei zu schließen, es so an ihrer Körperwärme teilhaben zu lassen. Doch aufgrund des ungewohnten Kimonos traute sie es sich doch nicht - nicht auszudenken, was dann passieren würde!
    "Hallo", murmelte sie ein weiteres Mal und dachte dabei, wie seltsam es doch war, dass gerade sie ein Ei in Händen hielt, das jeden Moment schlüpfen konnte, wenn sie sich doch eher mit den vergrabenen Vermächtnissen von bereits Verstorbenen beschäftigte. Ihre Leidenschaft, die Archäologie, und der Versuch, hier Geburtshelferin zu spielen - konnte es einen größeren Kontrast geben? Zumindest in diesem Moment fiel ihr keiner ein.
    Fest presse Alana die Lippen aufeinander, bevor sie erneut zu sprechen begann: "Weißt du, irgendwie erinnerst du mich an mich selbst, kleines Ei. Du bist so klein, verglichen mit manch anderen hier. Und ich? Ich wirke Jahre jünger, als ich es bin. Ich meine, eigentlich hat mich ja die Farbe, mit der du bemalt wurdest, angezogen ... aber das ist ja noch eine Ähnlichkeit - immerhin siehst du nun wie ein Stein aus, und ich momentan auch vollkommen anders als sonst! Stell dir vor, wie es aussehen müsste, wenn ich in diesem Aufzug in den Alph-Ruinen herumlaufen und alles ganz genau ansehen würde. Oder irgendwo mitten in der Wildnis graben würde!" Selig lächelte die Siebzehnjährige, als sie an die Geheimnisse der Vergangenheit dachte und hob schon dazu an, dem Ei die eine oder andere Besonderheit der Ruinen nahe Viola Citys näher zu bringen.
    In diesem Moment aber geschah etwas, mit dem Alana niemals gerechnet hatte: An einer Stelle hob sich ein kleines Stück der Schale an, zudem meinte sie, ein leises Pecken zu vernehmen, als auch schon das Stück wegbrach und ein Loch freigab, das schnell - durch immer rascher aufeinanderfolgende Pickgeräusche - wuchs. Bald schon hatte sich das Pokémon aus dem Ei von seiner Schutzhülle befreit, die nun teils auf dem Boden und teils auf Alanas Händen lag. Zwischen den Splittern auf ihren Handflächen saß ein grüner Vogel, derart klein, dass sie ihn beinahe in ihren Händen verstecken konnte. Aufmunternd öffnete das Natu, das die Jugendliche eben zum Schlüpfen gebracht hatte, den Schnabel und piepste kaum wahrnehmbar, während es mit den zierlichen, rot und gelb gemusterten Flügeln flatterte. In seinen schwarzen Augen stand Neugierde, die Alana nun mit einem befreiten Lächeln beantwortete. Sie hatte es geschafft - sie hatte ein Pokémon zum Schlüpfen gebracht. Und gar handelte es sich um eines, von dessen Weiterentwicklung behauptet wurde, dass die antiken Völker mit seiner Hilfe die Zukunft vorhergesehen hätten! Die Siebzehnjährige konnte ihr Glück nicht fassen, war sprachlos. Doch das Natu zwitscherte ein zweites Mal leise. "Willst du etwa wirklich mehr über die Alph-Ruinen hören?", fragte Alana schließlich überrascht, nun mit einem breiten Lächeln im Gesicht. "Nun, ich verspreche dir, eines Tages werde ich dir alle archäologischen Besonderheiten dieses Landes zeigen", meinte sie schließlich. "Und mit den Ruinen fangen wir an", setzte sie hinzu, als sie vorsichtig versuchte, den kleinen Vogel auf nur einer Handfläche zu halten und mit der anderen zu streicheln. Das Natu war von dieser Behandlung - oder dem Versprechen? - sichtlich begeistert.