Regierungs - und Staatsformen

  • Mag sein das ich die jetzige Demokratie damit untergrabe, da ich aber eh der Meinung bin, dass diese veraltet ist und Veränderungen her müssen wäre das für mich der richtige Weg. Und diesen werde ich auch so beschreiten

    Na dann viel Spass beim beschreiten, scheinbar müssen manche Fehler immer mal wiederholt werden, weil die Menschen unfähig sind aus der Vergangenheit zu lernen. Allerdings hoffe ich, dass du diesen Weg in einem anderen Land beschreitest.

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  • Zitat von Phoenixfighter

    Warum nicht? Es gibt mehr als genug Vorschriften, die einem etwas sagen. Diese sind für uns aber selbstverständlich wohingegen in anderen Ländern, man sich nur an den Kopf fassen würde wieso sowas in Deutschland überhaupt gilt. Machen wir ja genauso. Ich finde solch eine Änderung in keinster Weise verwerflich.

    "Es gibt Gesetze. Da macht es auch nichts, wenn man die Demokratie an sich schwächt und allen Menschen ab einem bestimmten Alter ein Grundrecht entzieht, weil... es Gesetze gibt?"

    Zitat von Phoenixfighter

    Selbst das Internet in Tschechien und Estland ist schon besser als das von Deutschland. Hier wird ja ein weiterer Ausbau strikt abgelehnt oder als nicht notwendig angesehen. Warum auch. Die junge Generation hört eh niemand mehr.

    Was heißt hier selbst? Wie stellst du dir vor, wie diese Länder aussehen?

    Mag sein das ich die jetzige Demokratie damit untergrabe, da ich aber eh der Meinung bin, dass diese veraltet ist und Veränderungen her müssen wäre das für mich der richtige Weg. Und diesen werde ich auch so beschreiten egal wie oft hier gerufen wird das man an der jetzigen Demokratie festhalten muss. Wenn du das jetzt immernoch nicht verstehst dann kann ich dir nicht mehr helfen.

    Wer gibt dir das Recht auch nur irgendwas in diese Richtung zu beschreiten? Du bist hier nicht der einzige Staatsbürger mit Rechten und kannst nicht bestimmen, was für andere gut zu sein hat.

  • Das könnte ich tatsächlich tun. Allerdings würde das hier den Rahmen sprengen und zu einer Wall aus Text werden die sich eh keiner durchliest wenn ich jetzt über Oligarchie oder Nomokratie anfange zu reden. Gehört hier auch gar nicht hin. Jeder kennt nun meinen Standpunkt und das reicht. Sind eh schon lange genug vom eigentlichen Thema abgeschweift.

    Aber ich hätte es mir durchgelesen, weil ich deinen Standpunkt klar verstehen möchte und weil ich objektive und vernünftige Gründe lesen möchte. Und es würde dir selber wirklich gut tun, wenn du dich informierst und vernünftig begründest. Es geht mir auch nicht darum, dass ich deinen Standpunkt nicht kenne und verstehe. Das tue ich nämlich sehr wohl. Es geht mir rein darum, dass ich das Gefühl habe, als würdest du dir das zu einfach vorstellen und als hättest du ein eher geringes Demokratieverständnis. Sei mir da bitte absolut nicht böse, aber du scheinst mir den Grundsatz nach wie vor nicht zu verstehen. Jeder Mensch ist gleich viel wert, jedes Interesse, und sei es noch so schädlich für den Rest, ist gleich viel wert und gleich viel wichtig. Wenn es Befürworter von Artikel 13 gibt, dann haben wir das zu akzeptieren, sowohl du als auch ich als auch der Rest hier im Topic. Die Interessen pro Artikel 13 sowie die Interessen contra Artikel 13 sind beide exakt gleich viel wert. Mit einem Wahlrechtsentzug würdest du die Interessen von bestimmten Menschengruppen (in diesem Falle Rentner) einfach untergraben. Du würdest Rentnern praktisch den Mund zukleben. Denn wenn du Rentner das Wählen verbietest, würdest du verbieten, dass sich Rentner überhaupt politisch engagieren und einsetzen können. Und damit begibst du dich auf einen sehr unvorteilhaften Pfad.


    Nehmen wir einfach noch einmal das Beispiel Artikel 13, denn das passt hier eigentlich ziemlich gut. Was ist das Problem an Artikel 13? Das Problem daran ist, dass die freie Meinungs- und Informationsfreiheit im Internet gefährdet ist. Meinung- und Informationsfreiheit sind Grundsätze einer Demokratie. Würdest du die Demokratie abschaffen, dann könntest du eigentlich froh sein, dass du dich überhaupt im Internet zu politischen Debatten äußern darfst. Diese Diskussion, die wir hier gerade in diesem Moment führen, ist der Tatsache zu verdanken, dass wir in einer Demokratie leben und freie Meinungsäußerung genießen dürfen. Wir dürfen uns hier über politische Themen austauschen, selbst, wenn jemand Befürworter einer Diktatur wäre, würde seine Gründe hier äußern dürfen, solange er kein Nazi ist und hier Volksverhetzung verübt. Im Internet kursieren Hashtags wie #gehtwählen und #niemehrcdu. Auch das ist Meinungsfreiheit. Und das ist dem zu verdanken, dass wir in einer Demokratie leben. Auch Demonstrationen sind möglich, da wir in einer Demokratie leben. Hätten wir keine Demokratie, dann wären diese Gegenbewegungen gegen Artikel 13 in Form von Demos und Petitionen überhaupt nicht möglich gewesen.


    Ob du nun Rentnern den Mund zuklebst oder uns jungen Menschen, das würde aufs Gleiche hinaus laufen. Der CDU wird vorgeworfen, dass sie undemokratisch handeln, dass sie die jungen Wähler diffamieren. Dem stimme ich grundsätzlich auch uneingeschränkt zu. Aber wenn du im Gegenzug dafür sorgen möchtest, dass Rentner vom Wahlrechts ausgeschlossen werden, damit genau das nicht passiert, tust du genau das Gleiche. Du bist keinen Deut besser als die CDU-Politiker. Nur, dass es eine andere Menschengruppe betrifft, nämlich die der Rentner. Denk drüber nach!

  • Hier noch die Wiki-Artikel zu diesen 4 Regierungs - und Staatsformen:


    Demokratie
    Aristokratie
    Monarchie
    Diktatur

    Was mit hier eindeutig fehlt, das ist die Anarchie. Vielleicht wurde im Laufe der sieben Seiten bereits drüber gesprochen, allerdings denke ich, dass diese auch sehr interessant ist.


    Aber ich fange einfach mal chronologisch mit der Demokratie an.

    Die zwei Formen der Demokratie - eine Form ist scheinbar fair und die andere Form ist unsinnig. Eine parlamentarische Demokratie hat wenig mit dem Urgedanken dieser zutun. Eine indirekte Demokratie ist vergleichbar mit der Aristokratie. Eine ausgewählte Gruppe von ca. 700 Menschen, welche von nicht mal 40.000.000 Einwohnern gewählt wurde, entscheidet über das gesamte Land. Deutschland hat aber ca. 82 Millionen Einwohner. Stellen wir die 700 Auserwählten den 82.000.000 gegenüber, scheint dies weder mehrheitlich oder fair zu sein. Ich halte die aktuelle Regierungsform für falsch.

    Eine direkte Demokratie ist scheinbar besser, allerdings gefällt mir einfach der Grundgedanke nicht. Nehmen wir an, dass eine wichtige Entscheidung getroffen wird und das gesamte Land mit 55 % dafür und 45 % dagegen entscheidet. Die Maßnahme wird dann vollzogen, obwohl 45 % dies gar nicht wollten. In einer Demokratie muss die Minderheit der Mehrheit folgen und dies halte ich für völlig verkehrt.


    Die Aristokratie ist die Zwischenebene zwischen indirekter Demokratie und Diktatur. Ich halte auch diese für falsch.


    Die Monarchie ist im Grunde genau derselbe Unsinn wie die Demokratie, bloß dass das Staatsoberhaupt nicht gewählt wird und einen Adelstitel trägt.


    Und zum Schluss: die Diktatur. Was soll ich hierzu sagen? Das ist das absolute Gegenteil von dem, woran ich glaube. Das ist noch schlimmer als Aristokratie.


    Aber was halte ich nun für richtig? Als Libertäre halte ich die Form der Anarchie für richtig. Das bedeutet für mich absolute Freiheit für jeden Einzelnen. Niemand muss sich einer Person (Diktatur), einer Gruppe (Aristokratie), einem gewählten Parlament (indirekte Demokratie) oder der Mehrheit von 55 % (direkte Demokratie) fügen.

    Viele Menschen haben Angst vor dieser Form, da diese absolute Gesetzeslosigkeit bedeuten würde, was absolut falsch ist.

    Es gibt auch hier verschiedene Formen. Kommunismus oder Anarchokapitalismus. Ich bevorzuge Letzteres, weil wir wissen, was Stalin oder Mao getan haben indem sie den Kommunismus anstrebten. Wichtig zu erwähnen ist vielleicht noch, dass es noch nie ein kommunistisch oder anarchokapitalistisch regiertes Land gab. Das sind Ideologien. Stalin oder Mao glaubten an jeweils eine andere erweiterte Form des Sozialismus'.


    Man sagt bezüglich des Kommunismus' immer, dass es in der Theorie eine gute Idee sei, aber die Menschen noch nicht soweit sind. Das ist natürlich Unsinn, aber ich möchte hier nicht den Kommunismus kritisieren, sondern genau diesen Satz auf den Anarchokapitalismus anwenden.

    Deshalb wird es niemals ein solches freiheitliches Land geben.

  • Deshalb wird es niemals ein solches freiheitliches Land geben.

    Schließlich ist die Prämisse des libertären Anarchokapitalismus genauso falsch, wie die des Kommunismus. Ich spare mir mal Kommentare zum Kommunismus, Kritik findet sich daran zuhauf.

    Echter Libertarismus könnte nur dann funktionieren, wenn tatsächlich jeder, also wirklich ausnahmslos JEDER gleiche Voraussetzungen hat. Das ist selbstverständlich unmöglich, weil Eltern selbstverständlich immer versuchen werden den Kindern bestmögliche Chancen zu ermöglichen. Sie versuchen ihnen Bildung zukommen zu lassen, Beziehungen, natürlich auch das Erbe, das sie hinterlassen möchten. Entsprechend werden Kinder reichgewordener Eltern immer bessere Startvoraussetzungen haben, als dies bei Kindern ärmerer Eltern der Fall ist. Wenn kein Staat dem entgegen wirkt, dann wird es niemand tun, denn niemand kann ernsthaft glauben, dass Eltern ihre Kinder wissentlich sabotieren würden. Ergo ist Anarchokapitalismus genauso utopischer Unsinn, wie es Kommunismus ist. Man kann nur spekulieren, welche menschenunwürdigen Auswüchse er mit sich bringen würde.

    Am Ende liegt Winston Churchill wohl nicht so weit daneben als er sagte: "Die Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."

  • Man mag jetzt zwar damit um die Ecke kommen, dass man vor Erreichen der Volljährigkeit auch kein Wahlrecht in dem Sinne hat, trotzdem halte ich es generell für sehr riskant, einfach Aussagen darüber zu treffen, ab wann man wählen darf und ab wann nicht.

    Genau das ist es aber was man hinterfragen sollte. Warum darf ein 14 jähriger nicht wählen aber ein 70 jähriger schon, dem eigentlich alles egal ist, krank ist oder sich nicht wirklich mehr darum kümmert? Was hilft es den Nachkommen wenn dieser Mensch etwas wählt was den Leuten danach nicht hilft. Es wird ja immer nur damit argumentiert, dass der 70 jährige Erfahrung hat. Ja die hat er aber steht er noch wirklich mitten im Leben und trifft die richtigen Entscheidungen für die Zukunft der Nachkommen?


    EDIT: Man tritt ja auch mehr oder weniger mit dem Wahlrecht ins Arbeitsleben ein also halte ich es auch nicht für verkehrt aus dem Wahlrecht auszutreten wenn man endgültig aus dem Arbeitsleben ausscheidet.

    Ich hätte da einen Vorschlag, den alle Beteiligten zuzufriedenstellen könnte 😜

    - Jeder Mensch hat ab der Geburt das Wahlrecht, vorausgesetzt, er kann sich selbständig vor jeder Wahl in das Wählerverzeichnis einschreiben. Dadurch wäre die notwendige geistige Fähigkeit schon mal getestet. (Bitte jetzt keine Beispiel mit den Aktionen von Trump)

    - Die Wahlen bestehen dann auch nicht mehr darin, nur 2 Kreuze zu setzten, sondern Fragen wie beim Wahl-o-Mat zu beantworten und am Ende wird dann die Partei, die die meisten Übereinstimmungen hat, automatisch gewählt. (Außer bei Gleichstand)

  • Echter Libertarismus könnte nur dann funktionieren, wenn tatsächlich jeder, also wirklich ausnahmslos JEDER gleiche Voraussetzungen hat.

    Da gebe ich Dir bedingt Recht. Ich denke, es funktioniert eben weil nicht jeder die gleichen Voraussetzungen hat. Der Anarchokapitalismus ist eben keine völlige Utopie, wie der Kommunismus, weil es dort Privateigentum gibt, welches Probleme verhindert und Konflikte löst.

    Was genau meinst Du mit den Startvoraussetzungen? Warum sollte es denn auch nicht so sein? Es würde jeder eine Schulbildung bekommen, weil jedes Elternteil Interesse daran hat und Interesse hat, den Markt zu bestimmen. Und natürlich kann mit mehr Geld bessere Bildung "gekauft" werden. Das ist heute so und wird auch im Anarchokapitalismus so sein.


    Und Churchill war zwar ein irrer Kriegstreiber, aber hatte in diesem Punkt völlig recht. Auch, wenn im Anarchokapitalismus das Nichtaggressionsprinzip Anwendung findet. Dennoch ist Deine Ansicht recht vernünftig.

  • Die Wahlen bestehen dann auch nicht mehr darin, nur 2 Kreuze zu setzten, sondern Fragen wie beim Wahl-o-Mat zu beantworten und am Ende wird dann die Partei, die die meisten Übereinstimmungen hat, automatisch gewählt. (Außer bei Gleichstand)

    Ich halte diese Lösung für höchst bedenklich. An sich wäre es zwar schön, wenn sich alle Menschen vor der Wahl ordentlich informieren und ihre Wahl durchdenken würden, aber dass die Stimme dann abhängig vom Ergebnis des Fragebogens automatisch vergeben wird, halte ich für eine ziemlich bescheuerte Lösung. Denn selbst wenn ich wirklich absolut 100 % ehrlich alle Fragen beantworten würde, würde als Ergebnis mit Sicherheit eine Partei dort stehen, die ich persönlich nie wählen würde.


    Letztendlich hat der Wahl-O-Mat meiner Meinung nach zwei schwerwiegende Nachteile: Zum einer liefert dieser nur erste Informationen über eine gewisse Richtung, die man als Wähler einschlagen könnte. Aber der Wahl-O-Mat ist darüber hinaus nicht großartig aussagekräftig. Er ist bestenfalls eine erste Hilfe für unentschlossene Wähler, die keine Ahnung haben, wen sie wählen wollen. Aber welche Interessen für dich wichtig sind, welche Interessen du am stärksten gewichtest und vertreten möchtest, diese Frage kann dir kein automatisches Fragesystem beantworten. Nachteil Nummer Zwei ist der, dass längst nicht alle Interessen abgedeckt werden. Ich würde zum Beispiel nicht davon ausgehen, dass der Wahl-O-Mat die Frage beinhalten wird, wie wichtig einem ein freies Internet ist und gerade das ist für mich in den letzten Wochen und Monaten mit das interessanteste und einflussreichste politische Thema.


    Ich habe ich bereits dazu entschlossen, in Zukunft nicht mehr die SPD zu wählen und das Thema Artikel 13 ist einer der Hauptgründe. Und ich würde die SPD selbst dann nicht wählen, wenn der Wal-O-Mat das als Ergebnis ausspuckt. Denn meine Gründe, warum ich diese Partei nicht wähle, lassen sich im Wahl-O-Mat bestimmt nicht finden. Daher halte ich deinen Vorschlag für absolut ungeeignet.

  • Viele Menschen haben Angst vor dieser Form, da diese absolute Gesetzeslosigkeit bedeuten würde, was absolut falsch ist.

    Wenn das so absolut falsch ist, wie ist es denn dann tatsächlich?


    Jeder Mensch hat ab der Geburt das Wahlrecht, vorausgesetzt, er kann sich selbständig vor jeder Wahl in das Wählerverzeichnis einschreiben. Dadurch wäre die notwendige geistige Fähigkeit schon mal getestet.

    Die geistige Fähigkeit äussert sich allerdings nicht allein darin, dass man seinen Namen irgendwo eintragen kann.


    Die Wahlen bestehen dann auch nicht mehr darin, nur 2 Kreuze zu setzten, sondern Fragen wie beim Wahl-o-Mat zu beantworten und am Ende wird dann die Partei, die die meisten Übereinstimmungen hat, automatisch gewählt.

    Haha, gute Idee. Dazu, wie die Menschen bei den jeweiligen Fragen abstimmen werden, würde es dann ständig Umfragen geben. Hätte ich eine Partei, würde ich mein Wahlprogramm einfach genau danach ausrichten. :haha:


    in Zukunft nicht mehr die SPD zu wählen und das Thema Artikel 13 ist einer der Hauptgründe

    Wäre die SPD in der Hinsicht nicht sogar eher die bessere Wahl im Vergleich zu manch anderen?

    Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Toten auf die Erde zurück! (DotD)


    Per aspera ad astra!
    Momentan kein Partneravatar mit Missy!

  • Echter Libertarismus könnte nur dann funktionieren, wenn tatsächlich jeder, also wirklich ausnahmslos JEDER gleiche Voraussetzungen hat.

    Da gebe ich Dir bedingt Recht. Ich denke, es funktioniert eben weil nicht jeder die gleichen Voraussetzungen hat. Der Anarchokapitalismus ist eben keine völlige Utopie, wie der Kommunismus, weil es dort Privateigentum gibt, welches Probleme verhindert und Konflikte löst.

    Was genau meinst Du mit den Startvoraussetzungen? Warum sollte es denn auch nicht so sein? Es würde jeder eine Schulbildung bekommen, weil jedes Elternteil Interesse daran hat und Interesse hat, den Markt zu bestimmen. Und natürlich kann mit mehr Geld bessere Bildung "gekauft" werden. Das ist heute so und wird auch im Anarchokapitalismus so sein.


    Und Churchill war zwar ein irrer Kriegstreiber, aber hatte in diesem Punkt völlig recht. Auch, wenn im Anarchokapitalismus das Nichtaggressionsprinzip Anwendung findet. Dennoch ist Deine Ansicht recht vernünftig.

    Das ist aber nur eine Utopie. Ich hab es öfter gesehen, dass Leute gleich nach der Matura von ihren Eltern und deren Freuden schöne Arbeitsplätze zugeschachert bekamen und man kann es ihnen noch nichtmal so wirklich übelnehmen, dass sie kein System fördern würden, in dem sie beispielsweise nichts erben würden. Der Staat würde sich auch als Tyrann entlarven, wenn er Leute um ihr Eigentum brächte.

    Solche Systeme meinen es gut, aber gut gemeint ist nicht gut getan. Am Ende sind sie doch scheinheilig hoch zehn, weil sie so beschäftigt damit sind nur diese eine Lösung als die Richtige zu betrachten, während sie alle anderen, die ihrer Idee nicht zustimmen und da nicht daheinpassen, in ihren Rechten beschneiden (würden).

    Außerdem hat nicht jedes Elternteil Interesse an Schulbildung.


    Zitat von Amylone

    ...Ich bevorzuge Letzteres,...

    Du erklärst nicht wirklich weshalb?

    Kapitalismus UND Anarchie sind zwei der furchtbarsten Systeme, die man nur zusammenwerfen kann.

  • Also ich finde der demokratischer Sozialismus sagt mir bisher am meisten zu. Weniger Marktkapitalismus, aber dafür mehr soziale Züge in Hinsicht der Menschen. Die Banken, Automobilität hat viel zu viel Einfluss in der Politik und die Menschen viel zu sehr abhängig vom Kapitalismus. Die parlamentarische Demokratie wie wir es heute hat ist schon gut geprägt. Es fehlen nur die sozialen Züge. Unsere Politik ist sehr konservativ gestaltet. Dazu brauchen wir im Bundestag nicht so viele Abgeordnete. Die Anzahl der Wahlkreise müssten deutlich verringert werden, damit es eine Überhangsabgeordnete mehr gibt. Dazu könnte für mich der Bundespräsident auch wie das Parlament vom Volk bestimmt werden. Der Bundespräsident präsentiert schließlich unser Land und dazu gehört jeder Einzelne, der bei uns lebt.


    Der Kommunismus und auch der Anarchokapitalismus sind mir zu extrem. Der Kommunismus will eine Räterepublik, was aber ähnlich wie eine Diktatur/Monarchie wäre, wo noch wenigere Menschen über uns entscheiden würden. Da es beim Kommunismus mehrere Räte gibt, kommt man irgendwann dahin, wo man keinen Einfluss mehr hat. Dann kann das Volk nicht einfach die Räte selbst bestimmen lassen, sondern die Rätemitglieder bestimmen unter sich die Räte weiter. Es ist struktuell wie beim Stammbaum vorstellbar. Die Ururureltern sind auch viel weiter weg als die eigenen Eltern. So wird es auch Räte geben, die sehr weit weg von den Räten sind, die direkt vom Volk bestimmt werden können.


    Der Anarchokapitalismus erkennt den Staat nicht an und pflegt eine freie Gesellschaft, wo alles privatisiert ist. Das ist genau das Gegenteil, was ich möchte. Ich möchte mehr Verstaatlichung. Banken, Strom, Wohnraum usw.. müssen für mich verstaatlicht werden, damit der Staat sich besser an die Bedürnissen der Menschen anpassen kann. Privatunternehmen wirtschaften zumeist in erster Linie nach Profit und nicht um ihre eigene Belegschaft zu belohnen. Dennoch sind Privatunternehmen auch wichtig für uns, weil viele auch einen großen Dienst beweisen. Außerdem kritisiert der Anarchokapitalismus auch die Steuernerhebungen des Staates. Nunja, Steuern sind dafür da um zu steuern. Wird zu viel Tabak konsumiert, dann erhöht man die Tabaksteuer. Der Staat sollte schon in Hinsicht, dass die Menschen Schrittweise zu einem gesünderen und komfortableren Lebensstil geführt werden. Wir alle würden davon schließlich letzendlich profitieren. Wir würden nicht das Klima retten und viele andere Probleme lösen wenn man so weiter macht wie bisher.


    Zum Artikel 13: Wie Gucky bereits gesagt hat. Die SPD hat dagegen gestimmt. Hauptsächlich die CDU hat dafür gestimmt.

  • Zum Artikel 13: Wie Gucky bereits gesagt hat. Die SPD hat dagegen gestimmt. Hauptsächlich die CDU hat dafür gestimmt.

    Die SPD steckt da aber genauso drin, da sie sich einfach nicht gegen die CDU gewehrt hat. Sie haben jede Möglichkeit, die sie hatten, um Artikel 13 abzuwenden, nicht genutzt. Und sie hätten einige Möglichkeiten gehabt. Dass sie gegen Artikel 13 gestimmt haben, hat daher keine Relevanz, denn wenn die SPD wirklich dagegen gewesen wären, hätte sie überhaupt einen Versuch unternommen, um auch dagegen vorzugehen. Daher trägt die SPD die gleiche Verantwortung wie die CDU.


    Letztendlich hat die SPD auch nicht wegen Artikel 13 verkackt, sondern wegen ihrer himmelsschreiende Rückgratlosigkeit. Das fing ja schon bei der Bundestagswahl an, als die SPD dann doch die große Koalition einging, was für mich als damaliger SPD-Wähler schon n Schlag ins Gesicht war. Aber jetzt hat die SPD den Vogel abgeschossen und mir endgültig bewiesen, dass die Partei die rückgratloseste Partei ist, die es momentan gibt. Daher ist die SPD genauso unwählbar wie die CDU.


    Warum gibt es eigentlich noch kein Thema zur Europawahl? Eigentlich ist das hier Off-Topic, aber ich hab keine Ahnung, wohin mit diesem Beitrag lol.

  • Ich glaube fest daran, dass Demokratie perse nicht falsch ist.

    Es mischen die falschen Leute mit. Damit meine ich Leute mit gute Verbindung zu Wirtschaft. Das führt zwangsläufig dazu, dass die Wirtschaft eine gewissen Einfluß haben auf die Politik. Dadurch entkam VW den Abgasskandal.


    Ich find es durchaus grausam, wenn Menschen zu Zahlen auf den Papier verkommen. Demnachzufolge sieht man nicht, was oder wer er ist.

    Ich halte eine Politik, die nach kapitalischten Gesichtspunkten funktioniert für falsch.

    Eine gute Politik sollte nach humantische Ziele funktionieren.

  • Wenn das so absolut falsch ist, wie ist es denn dann tatsächlich?

    Natürlich existieren keine Gesetze, aber das bedeutet nicht gleich Chaos. Jeder hat das Recht auf sein Leben. Wenn man jemanden tötet wird man bestraft. Die einfachste Form wäre eine Versicherung, die die Fahndung dann übernimmt. Eine Lebensversicherung ist in dieser Gesellschaft dann so essentiell, dass sie sich jeder leisten kann. Die meisten Verbrecher, die heute bestraft werden, sind dort keine, solange man die Freiheit des Anderen nicht einschränkt.


    Der Staat würde sich auch als Tyrann entlarven, wenn er Leute um ihr Eigentum brächte.

    Und genau deshalb existiert im Anarchokapitalismus kein Staat.


    Außerdem hat nicht jedes Elternteil Interesse an Schulbildung.

    Da gebe ich Dir unglücklicherweise recht. Allerdings nahm ich in meinem Beitrag an, dass es sich hier um normale Menschen handelt, die das Beste für ihre Kinder wollen.


    Du erklärst nicht wirklich weshalb?

    Kapitalismus UND Anarchie sind zwei der furchtbarsten Systeme, die man nur zusammenwerfen kann.

    Ich denke schon, dass ich es ausreichend erläutert habe. Wenn man Anarchie vertritt und nicht an den Kommunismus glaubt, wird dies irgendwann zwangsweise zum Anarchokapitalismus führen. Es ist natürlich schade, dass Du den Kapitalismus als furchtbares System ansiehst.

    Vielleicht, weil Du denkst, dass in Deutschland aktuell der Kapitalismus herrscht. Das ist absolut falsch.

    Echter Kapitalismus kann nur in einem freien Markt existieren. Ohne staatliche Institutionen, die sich in der Wirtschaft einmischen.

    In Deutschland existiert diese widerliche Mischform - eine "soziale Marktwirtschaft" - die es ermöglicht, dass kleine private Unternehmen mit dem großen monopolhaltenden Staatsunternehmen konkurrieren. Ein einfaches Beispiel wäre die Deutsche Bahn und kleine Private wie z. B. Flixtrain.

    Sowas halte ich für falsch. Entweder wir haben einen freien Markt ohne jegliche Staatsunternehmen oder wir müssen uns wieder der Planwirtschaft hingeben ohne private Eingriffe. Nur diese Mischform funktioniert nicht. Deshalb existiert hier in Deutschland auch kein freier und guter Kapitalismus.

  • Natürlich existieren keine Gesetze, aber das bedeutet nicht gleich Chaos. Jeder hat das Recht auf sein Leben. Wenn man jemanden tötet wird man bestraft.

    Und wie wird man bestraft? Wer legt das fest? Wie hoch ist die Strafe? Wonach richtet sich das? All so etwas ist in Gesetzen geregelt. Jede Strafe, die du aussprichst, hat eine gesetzliche Grundlage, meistens das Strafgesetzbuch. Wenn es die nicht gäbe, würde keiner wissen, wie die Strafe aussieht. Sprich: Es gibt keine festgelegte Strafe, sondern man kann die sich aussuchen. Ich als Richter (die es dann auch nicht mehr gäbe, also stellt sich die Frage, WER überhaupt Strafen aussprechen darf) könnte heute entscheiden, dass ich einen Mörder nur mit 3 Jahren Knast bestrafe, und morgen entscheide ich dann, ein Mörder wird zum Tode verurteilt, denn "es ist ja alles möglich, denn es gibt ja keine Gesetze, also kann ich machen, was ich will".


    Es hat schon einen sehr guten Grund, warum es Gesetze gibt. Damit eben nicht jeder machen kann, was er will. Die deutsche Exekutive und die Judikative sind an die Gesetzgebung gebunden. Sie dürfen weder ohne Gesetz, noch gegen Gesetz handeln. Und das ist auch gut so. Denn sonst würde wirklich das Chaos ausbrechen.


    Ich könnte heute bei dir zuhause einbrechen. Es gibt kein Gesetz, was mir das verbietet und es gibt kein Gesetzt, welches mich bestraft. Privatrechtliche Klagen gibt es nicht mehr, es gäbe keine Richter mehr, die Recht sprechen. Du kannst aus deiner Wohnung geworfen werden und nichts dagegen machen. Gibt ja keine Gesetze mehr, die Mietverhältnisse regeln. Du kriegst ne fristlose Kündigung und verlierst deinen Job, weil dein Chef dich nicht mehr haben will? Tja, Pech gehabt. Gibt keinen Anwalt mehr, der dir zur Seite stehen kann. Und versuch mal, deinen Job wiederzukriegen, wenn du weder einen Anwalt, noch einen Richter, noch ein Gesetz zur Verfügung hast.


    Verstehst du, worauf ich hinaus will? Völlige Gesetzeslosigkeit würde zwangsläufig den Ausbruch von Chaos bedeuten. Weil im Endeffekt jeder machen kann, was er will. Du hast keine Sicherheit mehr in deinem Leben. Jederzeit kann dir Unheil passieren, wo du nicht mehr rechtlich gegen vorgehen kannst. Bist du dir wirklich sicher, ob du das möchtest? Also ich verstehe schon, dass viele Menschen das als absolut falsch ansehen, ich sehe es nämlich ganz genauso.

  • Natürlich existieren keine Gesetze, aber das bedeutet nicht gleich Chaos. Jeder hat das Recht auf sein Leben. Wenn man jemanden tötet wird man bestraft. Die einfachste Form wäre eine Versicherung, die die Fahndung dann übernimmt. Eine Lebensversicherung ist in dieser Gesellschaft dann so essentiell, dass sie sich jeder leisten kann. Die meisten Verbrecher, die heute bestraft werden, sind dort keine, solange man die Freiheit des Anderen nicht einschränkt.

    Hast du dir schon mal die Staatstheorien/das Modell des Gesellschaftsvertrages von Hobbes oder Locke angesehen? Darin steht nämlich im Grunde genau das hier


    Völlige Gesetzeslosigkeit würde zwangsläufig den Ausbruch von Chaos bedeuten. Weil im Endeffekt jeder machen kann, was er will. Du hast keine Sicherheit mehr in deinem Leben. Jederzeit kann dir Unheil passieren, wo du nicht mehr rechtlich gegen vorgehen kannst. Bist du dir wirklich sicher, ob du das möchtest? Also ich verstehe schon, dass viele Menschen das als absolut falsch ansehen, ich sehe es nämlich ganz genauso.

    Staatslosigkeit und Gesetze sind allein deshalb schon nicht miteinander vereinbar, weil Letzteres Ersteres bedingt. Ohne die Grundform eines Staates, sei es eine Monarchie oder was auch immer, gibt es keine Begriffe wie Recht oder Unrecht. sondern es herrscht ein plumpes Jeder gegen Jeden (nach Hobbes beispielsweise solange, bis ein Herrscher/Souverän ernannt wird, was zum Schutz Aller erstrebenswert sein sollte) .

    Und bezüglich der Versicherung: wieso sollte ich mich an einen solchen Vertrag halten, wenn es keine Macht gibt, die mich dafür bestrafen kann, wenn ich es nicht mache? klar, ich hätte dann natürlich die guten Bürger dieser Versicherung gegen mich, aber ich wette, dass es genauso viele Menschen gibt, die sich mir anschließen und auf dieses Konzept pfeifen würden. Das würde höchstens funktionieren, wenn Eigenschaften wie Ruhmsucht oder Habgier nicht wären, sondern ein Harmoniebedürfnis zu Grunde läge - was aber erfahrungsgemäß beim Menschen nicht unbedingt der Fall ist.

  • "Das Beste" ist aber in den Augen anderer nicht immer unbedingt das, was man selbst als das Beste ansieht. Viele Eltern aus ärmeren Familien wollen, dass ihre Kinder schnellstmöglich am Bau arbeiten, weil sie es als sicheren und ehrlichen Job betrachten.


    Nein, weil ich denke, dass Kapitalismus in Reinform das unmenschlichste System ist, das bloß existieren kann. Es muss zwar Raum für den Markt bleiben, darf aber nicht so sehr ausarten, dass Menschenrechte mit Füßen getreten werden und jeder selbst schauen muss, wo er bleibt. Dann herrscht primitiver Überlebenskampf und Leute sagen sich immer mehr "tja, wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht." Was heute schon zu oft vertreten ist.

    Außerdem werden Kinder auch heute schon mit dem extremen Druck und Konkurrenzdenken, der auf sie lastet, eigentlich gegen ihre menschliche Natur erzogen. Menschen sind im Großen und Ganzen doch recht kooperative und soziale Wesen, auch wenn es oft anders ausschaut. Großer Konkurrenzdruck verleitet manche dazu sich über die Misserfolge anderer zu freuen und auf Schwächere herabzuschauen.

    Deswegen war es durchaus sinnvoll ein System zu erschaffen, das zumindest in den Grundzügen die eigentlich soziale und kooperative Natur des Menschen aufgreift.


    Zitat von Amylone

    Natürlich existieren keine Gesetze, aber das bedeutet nicht gleich Chaos. Jeder hat das Recht auf sein Leben. Wenn man jemanden tötet wird man bestraft.

    Das ist widersinnig. Von wem? Von anderen aus seiner Umgebung? Glückwunsch, dann hast du einen Haufen wütender Mobs herumlaufen.

  • Was genau meinst Du mit den Startvoraussetzungen? Warum sollte es denn auch nicht so sein? Es würde jeder eine Schulbildung bekommen, weil jedes Elternteil Interesse daran hat und Interesse hat, den Markt zu bestimmen. Und natürlich kann mit mehr Geld bessere Bildung "gekauft" werden. Das ist heute so und wird auch im Anarchokapitalismus so sein.

    Ich nehme mal die süffisanten Worte eines Filmkritikers zu "Into the Spiderverse": "Du kannst alles schaffen, wenn du per Losverfahren an eine Eliteschule kommst."

    Will sagen: Kapital beschützt sich selbst. Wer riesige Mengen an Kapital zur Verfügung hat, kann problemlos Fehler machen und wird trotzdem so schnell nicht arm werden. Bestes Beispiel ist der selbsternannte Selfmade Man Donald Trump. Diese unfähige Nulpe wäre in einer Welt, in der alle gleiche Voraussetzungen haben, untergegangen. In einer Welt, in der Privateigentum existiert, das auch noch weitergegeben wird, kann er zig Unternehmen in den Sand setzen und bleibt dennoch Milliardär und behauptet auch noch, das sei sein Verdienst. Dieser Mann wäre unter auch nur annähernd gleichen Voraussetzungen wohl eher ein Bettler denn Präsident. Aber völlig selbstverständlich zahlten seine Eltern auch die Milliardengräber, in die er investiert hat.

    Diese ungleichen Voraussetzungen entstehen im Kapitalismus immer. Im besten Fall organisiert man eben irgendwelche "Möglichkeiten", wie das oben angedeutete Losverfahren, wo ausnahmsweise ein Kind armer Eltern in den erhobenen Stand der Reichen aufgenommen wird. Das erinnert wohl nicht nur zufällig an einen Ritter, der in den Adelsstand erhoben wird.

    Die soziale Marktwirtschaft versucht solche ungleichen Voraussetzungen zumindest etwas zurechtzurücken. Man wird zwar nicht erreichen, dass tatsächlich die Ärmsten die gleichen Möglichkeiten haben werden, wie die Reichsten, man kann jedoch versuchen die Lücke zwischen beiden nicht zu groß und möglichst durchlässig zu halten.

    Im Anarchokapitalismus wird es keinen Versuch Durchlässigkeit zu schaffen geben. Da Kapital nunmal auch Macht schafft, werden die Reichen auch die entsprechende Macht entwickeln die Durchlässigkeit zu verhindern.

    In Deutschland existiert diese widerliche Mischform - eine "soziale Marktwirtschaft" - die es ermöglicht, dass kleine private Unternehmen mit dem großen monopolhaltenden Staatsunternehmen konkurrieren.

    Solang sie sorum gelebt wird, ist es tatsächlich eher nachteilig. Ich sehe dennoch in Staatsunternehmen durchaus Vorteile, begrüße die Mischform der sozialen Marktwirtschaft gerade deshalb. In meinen Augen gibt es Dinge, die für Menschen essenziell sind und die deshalb notfalls der Staat bereitstellen muss. Die Bahn ist witzigerweise genau deshalb in meinen Augen ein Negativbeispiel, weil sie nicht vollstaatlich ist, sondern teilprivatisiert. Was ein kluger Mann zur Krankenversicherung sagte, trifft wohl auch auf die Bahn zu: Diese teilstaatlichen Unternehmen kombinieren oft die Nachteile staatlicher Unternehmen mit den Nachteilen nichtstaatlicher Unternehmen. Bei der Bahn sieht es eben so aus, dass die einzelnen Abteilungen des Konzerns mehr darum bemüht sind den Fehler auf andere abzuwälzen, weil sie Gewinn erzielen sollen, dass sie dabei vernachlässigen den Fehler tatsächlich zu beseitigen. Gleichzeitig nutzen sie staatliche Subventionierung aus und lassen Strecken lieber verfallen, weil sie Reparaturen selbst zahlen müssten, Neubau aber subventioniert wird. Statt das Streckennetz auszubauen, werden die vorhandenen Strecken maximal ausgelastet, so dass die kleinste Abweichung (also beispielsweise ein Rollstuhlfahrer, der in einen Zug einsteigen will) gleich mal den halben Fahrplan durcheinanderbringt.

    Der große Nachteil privater Bahnanbieter ist eben, dass sie lieber lohnende Strecken haben wollen. Das funktioniert im Ruhrgebiet, wo Millionen Menschen auf einem kleinen Raum befördert werden müssen. Die Dörfer in Brandenburg und Meckpom klappert ein privater Bahnanbieter eher ungern ab.

    Gleiches Phänomen übrigens im Telekommunikationsbereich: Wir haben vor allem deshalb so hinterwäldlerisches Internet, weil es günstiger ist auch das letzte bisschen Leistung aus dem Klingeldraht zu prügeln, als die Straßen aufzureißen um Glasfaser zu verlegen.

    Wie gesagt, wenn Dinge als essenziell wichtig angesehen werden, dann sollte der Staat im Zweifelsfall eingreifen und übernehmen, was der Markt offensichtlich nicht regelt. Andere Bereiche sind dagegen Luxus und dürfen meinetwegen weitesgehend unreguliert ablaufen, wenn man eben von bestimmten Seiteneffekten absieht. Gemeint ist hier beispielsweise, dass ich es völlig richtig sehe, dass der Staat mit Steuern die Autoindustrie in bestimmte Richtungen schubst. Seit Jahrzehnten hat man auf Freiwilligkeit gesetzt bei der Entwicklung neuer Technologien, doch freiwillig entwickelt wurden nur Methoden zum Bescheißen bei Grenzwerten. Freier Markt regelt ja, ne?

    Noch ein Beispiel? Wohnungsmarkt. Hey, freier Markt regelt ja. Der freie Markt spekuliert aber auch, kauft Häuser zu überhöhten Preisen in der Hoffnung sie noch teurer weiterverkaufen zu können. Ja, was, die will keiner kaufen? Na dann versucht man halt die Mieten hochzutreiben und wenn sich die Mieter das nicht gefallen lassen wollen, dann schmeißt man sie halt raus. Aber wehe, der Staat denkt auch nur darüber nach die Häuser zum realistischen Wert zurückzukaufen, da schreien die Verspekulierer dann "ENTEIGNUNG".

    Welches sind denn die Verbrechen, die in diesem Staatsmodel nicht mehr gestraft werden, wenn du davon redest, dass ein Grossteil der heutigen Verbrecher nicht mehr bestraft werden müsste? "Solange man die Freiheit anderer nicht einschränkt" klingt mir da etwas schwammig.

    Ist das nicht offensichtlich? Gemeint ist ganz offenkundig Steuerkriminalität. Sprich jegliche Art der Steuervermeidung, von Schwarzarbeit über Steuerhinterziehung bis CumEx und Co.

    OT