Familienbild im Wandel

  • Vor einigen Tagen hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe beschlossen, dass das bisherige Adoptionsrecht für Homosexuelle Lebenspartner gegen das Grundgesetz verstößt. Während es früher nur für einen Homosexuellen Lebenspartner möglich war ein Kind des anderen Partners mit zu adoptieren, wenn dies ein leibliches Kind des Partners war, wurde dies so abgeändert, dass nun auch adoptierte Kinder vom Lebenspartner mit adoptiert werden dürfen. Auch wenn dies nur nach einer Kleinigkeit klingt, so ist es doch eine große Änderung, da dadurch nun allgemein über Umwege möglich wird für homosexuelle Paare Kinder zu adoptieren.


    Diese Entscheidung führte dazu, dass die CDU sich nun etwas offener gegenüber der Vorstellung der "Homo-Ehe", bzw. ihrer Gleichstellung mit der "Hetero-Ehe" zeigt - etwas, dass die CSU jedoch weiterhin Extrem ablehnt. So sagte Gerda Hasselfeldt, die Landesgruppenchefin der CSU: „Ehe und Familie haben für uns einen ganz besonderen Stellenwert. Und deswegen wollen wir auch künftig eine Privilegierung. Für uns ist die Werteorientierung von ganz entscheidender Bedeutung.“
    Allgemein sieht sich die CSU moralisch dazu verpflichtet dass „klassische Familienbild“ weiter zu schützen. Doch hier ist die Frage: Was ist das klassische Familienbild? Existieren solche Familien überhaupt noch? Inwieweit verstoßen homosexuelle Paare dagegen? Und was ist der Unterschied zwischen homosexuellen Lebenspartnern und heterosexuellen Ehepartnern, die keine Kinder bekommen wollen oder können?


    Die Klassische Familie mit Vater, Mutter (die natürlich miteinander verheiratet sind) und den idealen zwei Kindern findet sich nur noch selten in Deutschland. Es gibt viele Ehepaare ohne Kinder, es gibt unverheiratete Paare mit Kindern, es gibt viele - sehr viele - Alleinerziehende (wobei es auch nicht selten Fälle gibt, bei denen Kinder ihren leiblichen Vater nie kennen gelernt haben) und auch Patchworkfamilien gibt es häufig.
    Und egal, wie viel darüber diskutiert wird: Nur weil ein Kind nicht in den klassischen "Idealverhältnissen" aufwächst, so wird es dadurch nicht gleich psychisch geschädigt. Nicht dadurch, dass es nur einen Elternteil hat und auch nicht dadurch, wenn es statt zwei Eltern gleich drei oder vier hat (denn es gibt immerhin Patchworkfamilien, bei denen gleich zwei Elternpaare zusammen leben, frei nach dem Motto "Deine Kinder und meine Kinder streiten sich mit unseren Kindern".)


    Was macht eine Familie überhaupt aus?
    Was ist es, dass an einer Familie beschützt werden sollte?
    Glaubt ihr, dass es Kindern schadet, wenn sie nur mit einen Elternteil, mit zwei gleichgeschlechtlichen Eltern oder mehreren Elternfiguren aufwachsen?


    Und was für eine Bedeutung hat die Ehe in unseren Zeiten, in denen es nicht selten vorkommt, dass Menschen nicht nur ein oder zwei, sondern gleich drei oder vier Mal im Leben verheiratet waren?


    Um noch einmal auf die Frage der Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften zurück zu kommen: Selbst wenn man betrachtet, dass eine Ehe als potentielle Grundlage für eine Familie geschützt werden soll - wo ist dann der Unterschied zwischen einer homosexuellen Partnerschaft und einer Partnerschaft zwischen Unfruchtbaren Menschen oder zwischen einer Partnerschaft zwischen Menschen, die keine Kinder wollen? In allen Fällen können die Partner nicht ohne weiteres Kinder zeugen (oder wollen es auch einfach nicht). In dem Fall, dass sie es nicht können ist (zumindest jetzt) eine Adoption jedoch möglich - und natürlich eventuell künstliche Befruchtung oder dergleichen. Warum sollten also homosexuelle Partner vor dem Gesetz anders behandelt werden?
    Und wieso ist - wenn man von der Grundlage einer Familie ausgeht - es überhaupt erlaubt, dass alte Menschen, die bereits in einem Alter sind, in dem sie nicht nur keine Kinder mehr selbst zeugen können, sondern diese auch nicht mehr großziehen könnten, eine neue Ehe erlaubt?
    Findet ihr so etwas gerecht?

  • Ich zitiere einmal eine Moderatorin eines Radiosenders: "Homosexuelle Paare entscheiden sich bewusst für ein Kind."
    Viele Kinder kommen ungewollt zur Welt, werden vernachlässigt, leben nur bei einem Elternteil oder müssen in zerrütteten Familien aufwachsen, weshalb sollen da nicht 2 Menschen egal ob gleichgeschlechtlich oder nicht, einem Kind ein schönes zuhasue geben? Im Gegensatz zu Eltern bei denen es einfach so passiert, entscheidet sich die Eltern sehr bewusst dafür. Ein Kind wird nicht krank, nur weil es 2 Väter oder 2 Mütter hat, eine Seele erkrankt bei Vernachlässigung oder Misshandlung. Wer sagt 2 Mütter oder 2 Väter schaden einem Kind, dem muss man entgegen rufen, aber nur eine Mutter oder ein Vater schaden ihm nicht? Ich ziehe mein Kind auch alleine groß und glaube nicht das es ihm schadet, viele meinen immer, ein Kind braucht eine Mutter, aber sie kennt es ja nicht anders und mein Mädchen macht nie den Eindruck unglücklich zu sein. Was sollen denn die Kinder sagen, die einen Elternteil verlieren, ist das Familienbild dann auch falsch? Es gibt viele alleinerziehende Eltern und das bedeutet nicht, Kind scheitert. Für die meisten Kinder ist es schlimmer wenn ihre Eltern sich scheiden und ein Elternteil sich aus dem Staub macht.
    Ich bin sehr dafür das Homosexuelle gleichgestellt werden, es macht für mich keinen Unterschied ob Mann/Mann Frau/Frau oder Mann/Frau, als ob nur Mutter und Vater in der Lage sind ein Kind großzuziehen, wie viele Mütter ziehen den Nachwuchs ohne Vater auf? Die CDU/CSU soll sich nicht so anstellen!

  • Zurücklehnen und abwarten. Es ist Wahljahr. Großes Wahljahr. Da wird viel versprochen. Und Frau Merkel besticht vor allem durch eines: Sich nicht auf eine Position fest zu legen und sich bei Belieben wieder anders zu entscheiden. Das die CSU dagegen ist, ist auch völlig normal. Sie hält sich im großen Wahljahr schlicht an ihre vorherigen Aussagen um es sich mit den Restwählern nicht zu verscherzen.


    Und wenn man das verinnerlicht hat kann man mal die Begründung aus Karlsruhe im Wortlaut lesen. In erster Linie geht es bei der Entscheidung nur darum das ein adoptiertes Kind im Notfall durch den Lebenspartner (und eben nicht Ehepartner) des adoptierenden Partners versorgt werden kann. Bisher gab es dafür keine einwandfreie Regelung wie ein adoptiertes Kind in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung am Ende da steht sollte der adoptierende ausfallen, zB durch einen Unfall. Um die gemeinschaftliche Adoption ging es gar nicht. Reines Blendwerk der Medien. Wahljahr halt.
    Also: Es wurde für die Zukunft von (bereits durch einen Partner adoptierten) Kindern entschieden damit im Notfall jemand für das Kind da ist und es nicht aus irgendwelchen krusen und alten Bestimmungen in ein Heim muss. Der Rest ist Beiwerk.


    Ausserdem hat Karlsruhe nur entschieden das die bisherige Situation gegen das Grundgesetz verstößt. Gesetze um das ganze in Zukunft vernünftig zu regeln werden aber nicht in Karlsruhe gemacht, Stichwort Gewaltenteilung. Praktisch gibt es also noch keine anwendbare Veränderung. Und somit für eventuell Betroffene noch keine Verbesserung.

  • Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass sich der Startpost nicht nur auf Homo-Ehen und Homo-Adoptionsrecht bezieht, sondern allgemein darauf, dass das Familienbild heute nicht mehr dem klassischen Familienbild, dass viele so gern noch verteidigen entspricht.


    Dabei geht es auch um Alleinerziehende, um Patchworkfamilien usw.


    Im Startpost sind eine ganze Reihe Fragen, die sich nicht auf Homosexualität beziehen.

  • Gut, dann mal ganz allgemein gesprochen: Eine Familie ist nicht unbedingt mit Blutsverwandtschaft gleichzusetzen. Ich hab schon ordentlich Zoff mit ein paar Familienmitgliedern gehabt, die biologisch gesehen mit mir verwandt sind, aber ich nicht unbedingt zu meiner Familie rechnen würde.
    Wichtig ist, dass Respekt herrscht, das Kind alles hat, was es benötigt (sprich Zeit, Zuwendung, aber auch ein Mindestmaß an Materielles und wichtig wäre auch noch geistige Förderung) und eben in den Familienkreis eingeschlossen wird. Dabei kann es einem doch herzlich egal sein, wie viele Bezugspersonen vorhanden sind und/oder welche Sexualität diese haben. Auch kann einem egal sein, ob der neue Mann/die neue Frau der Mutter/des Vaters mit dem Kind blutsverwandt ist. Wichtig ist nur, dass das Kind überhaupt gute Bezugspersonen hat.

  • Was macht eine Familie überhaupt aus?
    Was ist es, dass an einer Familie beschützt werden sollte?
    Glaubt ihr, dass es Kindern schadet, wenn sie nur mit einen Elternteil, mit zwei gleichgeschlechtlichen Eltern oder mehreren Elternfiguren aufwachsen?


    Ich definiere die Familie als eine enge Gruppe verwandter Menschen. Jeder hat seine eigene Vorstellung einer Familie. Manche meinen, dass eine Familie die Leute mit denen man gemeinsam wohnt bildet, andere stellen sich darunter den Verwandtenkreis vor und wieder andere gehen nach der Regel "Mutter, Vater, Kind(er)".


    Die einzigen problematischen Dinge an der Sache, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürfen, sind die Probleme, welche die Kinder in ihrem Leben bekommen können. In erster Linie denke ich da an Mobbing, denn diese Kinder haben nach heutigem Stand kein normales Familienbild. Für Mobber wäre es ein gefundenes Fressen, wenn die Eltern ihrer Opfer das selbe Geschlecht haben und trotzdem Kinder erziehen.
    Das Hauptproblem ist jedoch die mangelnde Akzeptanz. Das Probleme wäre nicht so schlimm, wenn manche sich bei dem Thema nicht so unsicher wären und Angst vor etwas haben, dass gar nicht beunruhigend ist. Das Familienbild wird auch weiterhin bestehen bleiben und auch weiterhin werden Kinder mit Mutter und Vater aufwachsen, solange sie sich nicht trennen und ihre Beziehung aufgeben werden, was heute nicht alzu selten geworden ist.
    Es geht bei dem Thema in erster Linie um das Wohl des Kindes und in zweiter Linie um den Wunsch der gleichgeschlechtlichen Paare ein Kind großzuziehen. Wenn die Eltern sich gut um das Kind kümmern und das Kind im besten Falle auch noch andere freundliche Bezugspersonen hat mit denen es aufwachsen kann, dann sehe ich darin kein Problem, wenn gleichgeschlechtliche Paare Kinder großziehen. Es wäre nur problematisch, wenn das Umfeld des Kindes, was beim aufwachsen besonders die Familie und Freunde sind, eine negative Einstellung auf die Erziehung haben, dagegen sind und in irgendeiner Form die Paare beschimpfen. Denn das Kind bekommt auch mit, dass die Eltern dadurch Probleme bekommen und dort etwas nicht stimmt. Das wiederrum hat dann negative Auswirkungen auf die Erziehung. Die Eltern werden unsicher gemacht, ob das mit der Erziehung wirklich gut war, das Kind bekommt den Streit mit und fühlt sich nicht wohl bei seinen Eltern. Wenn sich das Kind bei der Erziehung nicht wohlfühlt, dann ist es automatisch anfälliger für Mobbingattacken, da es durch die Gefühle keine Ahnung hat wie es sich wehren soll.


    Wenn solche Adoptionen akzeptiert und unterstützt werden, dann sehe ich darin kein Problem.

  • Um das mal ganz von vorne her zu sagen: Ich bin eine extreme Kritikerin unserer heutigen Gesellschaft. Ob ich es ungerecht finde? Oh ja! Die Diskriminierung Homosexueller ist meiner Meinung nach einer der größte Missstände unserer heutigen Zeit...




    Was macht eine Familie überhaupt aus?
    Familie ist da, wenn selbst der letzte Freund dir den Rücken zurückgewandt hat. Familie hat für mich einen besonderen Stellenwert, sie stützt einen, passt auf einen auf und ist immer für einen da. Familie besteht für mich aus Personen, zu denen ich eine sehr enge Bindung aufgebaut habe, denen ich vertrauen kann und die mir vertrauen.


    Was ist es, dass an einer Familie beschützt werden sollte?
    Der Zusammenhalt, ganz klar! Sich selbst nach dem engsten Streit wieder zusammenraufen zu können - das zählt! Das "klassische" Familienbild hat für mich keinen besonderen Wert, weshalb es meiner Meinung nach auch nicht wirklich beschützt werden muss.


    Glaubt ihr, dass es Kindern schadet, wenn sie nur mit einen Elternteil, mit zwei gleichgeschlechtlichen Eltern oder mehreren Elternfiguren aufwachsen?
    Nein, glaube ich nicht. Solange man einem Kind Liebe gibt, ist es egal ob diese von zwei Männern/Frauen oder nur einem Elternteil kommt. Ein Kind nimmt keinen Schaden, wenn es nur mit Mutter oder nur mit Vater aufwächst. Es gibt so viele alleinerziehende Mütter und Väter und ich denke nicht dass diese Kinder dadurch im Nachteil sind.

    君の砕け散った夢の破片が
    僕の胸を刺して
    忘れてはいけない痛みとして刻まれてく

  • Von der Homoehen-Diskussion mal völlig abgesehen denke ich, dass die klassische Familie (leider) schon länger so gut, wie tot ist. Ein Umfrage, wieviele hier es überhaupt erlebt haben bzw. erleben, dass beide Eltern nach, wie vor verheiratet sind, wäre mal ganz interessant. Und abgesehen davon, dass das Problem der Homoehe wohl eher von aussen kommt (Kinder werden vielleicht gehänselt usw.), wäre mir eine solche Beziehung zweier Elternteile zehnmal lieber, als ein "klassisches Elternteil" mit ständig wechselnden Partnern. Womit eigentlich auch klar sein sollte, was für mich eine Familie ausmacht: Beständigkeit. Aber sowas ist heute leider nicht mehr "In", früher oder später bekommen viele halt das Gefühl, etwas verpasst zu haben bzw. sich selbst verwirklichen zu müssen...
    Ansich auch nicht soo schlimm, man kann auch in dem Fall als Kind noch Kontakt zu beiden Eltern haben. Oft klappt das aber in der Praxis nicht ganz so gut, wie in der Theorie. Da wird dann der Ex-Partner von dem Elternteil, bei dem das Kind lebt schlecht gemacht, oder gleich ganz versucht, dass Treffen unmöglich werden. Andersherum wird versucht, mit Geschenken das Kind zu bestechen und so zu zeigen, dass man eigentlich der Gute der Eltern ist.
    Egal, wie gesagt, wäre es mir in vielen Fällen halt lieber, wenn man ein paar Monate Jahre länger prüft, wie es läuft und nicht nach einem Monat anfängt ein Haus zu bauen, einen Hund zu kaufen und ein Kind zu zeugen. Klar, alle anderen haben jetzt auch ein Kind, also muss ich mithalten, aber sowas tut man eigentlich für sich und nicht für andere.



    Und wieso ist - wenn man von der Grundlage einer Familie ausgeht - es überhaupt erlaubt, dass alte Menschen, die bereits in einem Alter sind, in dem sie nicht nur keine Kinder mehr selbst zeugen können, sondern diese auch nicht mehr großziehen könnten, eine neue Ehe erlaubt?


    Naja, ist für mich eine eher seltsame Frage auch wenn ich weiss, worauf du hinaus willst. Aber dann müsstest du alle Menschen, die heiraten wollen auch auf ihre Zeugungsfähigkeit prüfen... wo soll das hinführen? Ausserdem konnte man das zur Zeit solcher Gesetzentwürfe noch garnicht. Und was wäre dann die Folge, wenn es keine Kinder gibt? Zwangsscheidung? Naja, du bist halt der Meinung, dass das keine Rolle spielen sollte... wird ja offensichtlich auch nur noch eine Frage der Zeit sein.
    Was mich viel mehr ärgert (naja, nicht direkt ärgert... eher Fragen aufwirft), warum man nur bis zu einem bestimmten Alter und strengen Voraussetzungen Kinder adoptieren kann. Wenn ich mit mitte vierzig noch Kinder bekommen kann, warum darf ich dann keine adoptieren? Sowas verstehe ich nicht. Gerade in diesen Familien würde es vielen Kindern besser gehen, als ohne Adoption.



    es gibt viele - sehr viele - Alleinerziehende


    Um nicht zu sagen zu viele. :( 
    Und egal wie mans sieht, ich fand zwei Elternteile zu haben immer ziemlich gut. Auch wenn es sich manchmal nicht vermeiden lässt, zeitweise alleinerziehend zu sein, zwei Eltern zu haben hat sicherlich mehr Vor- als Nachteile.

  • Gucky schrieb:


    Um nicht zu sagen zu viele. :(
    Und egal wie mans sieht, ich fand zwei Elternteile zu haben immer ziemlich gut. Auch wenn es sich manchmal nicht vermeiden lässt, zeitweise alleinerziehend zu sein, zwei Eltern zu haben hat sicherlich mehr Vor- als Nachteile.


    Warum zu viele?
    Das fandest du gut, weil es deine Eltern waren. Aber es gibt genügend Familien, da ist ein Elternpart gewalttätig oder ähnliches, was man sich vorstellen möchte - oder einfach nur generell schlecht für das Kind. Da zieh es vor, wenn jemand (meistens ja doch die Frau) alleinerziehend ist, als dass das Kind dem Elternteil, welches dem Kind, weshalb auch immer, schadet, ausgesetzt ist.
    Ansonsten gibt es Paare, die können einfach nach Jahren nicht mehr miteinander. Sollen sie sich wirklich verpflichtet fühlen wegen dem Kind zusammenzubleiben? Solange der Rosenkrieg nicht auf den Schultern des Kindes ausgetragen wird - bei erwachsenen Menschen, die einfach "verlernt" haben sich zu lieben und sonst nichts Großes vorgefallen ist, könnte man auch meinen, dass im Idealfall überhaupt kein Rosenkrieg ausgeführt werden muss / müsste -, wird man sich einigen können und so kann das Kind auch wesentlich besser mit der Situation umgehen.
    Es ist sicher anders bei beiden Elternteilen aufzuwachsen als bei einem alleinerziehenden Teil. Aber anders ist nicht schlechter. In manchen Fällen kann es sogar bedeuten, dass die Lage des Kindes verbessert wird.


    Gucky schrieb:

    Womit eigentlich auch klar sein sollte, was für mich eine Familie ausmacht: Beständigkeit. Aber sowas ist heute leider nicht mehr "In", früher oder später bekommen viele halt das Gefühl, etwas verpasst zu haben bzw. sich selbst verwirklichen zu müssen...


    Hm, für dich vielleicht. Aber für mich macht Familie Vertrauen und Respekt aus, das ist wichtiger als Beständigkeit. Beständigkeit ist eigentlich sowieso nur ein "Mythos", würde ich sogar meinen. Nehmen wir eine klassische, "beständige" Familie her. Vater, Muter, zwei Kinder, ein, zwei Haustiere, ein Haus mit Garten. Und morgen stirbt jemand, als er die Straße überqueren wollte oder morgen erhält jemand den Befund, dass er Krebs hat oder morgen verlieren die Eltern ihren Job und bald ist das Haus mit dem Garten futsch, wenn's blöd hergeht. Oder morgen kommt ein Elternteil hinter das Geheimnis des Anderen und erkennt, dass er vielleicht betrogen worden ist. Und vorbei ist es mit der Beständigkeit. Solange du nicht weissagen kannst, hat eigentlich nichts tatsächlich Beständigkeit.

  • Ich denke nicht, dass es Kindern schadet, wenn sie mit nur einem Elternteil, zwei gleichgeschlechtlichen Elternteilen oder in einer Patchworkfamilie oder ähnlichem aufwachsen. Solange das Kind das bekommt, was es braucht, also Liebe, Erziehung, etc. besteht da meiner Ansicht nach kein Problem.
    Da sollte man sich eher um die Familien Sorgen machen, in denen das Kind grundlos geschlagen, sexuell missbraucht, vernachlässigt oder sonst was wird.
    Meine Mutter ist selber Alleinerziehend (mit Unterstützung meiner Großeltern), und mir hat es nicht geschadet. Ich glaube, es hat mir sogar gut getan. Und das ist allemal besser, als das meine Mutter mit meinem Vater zusammenleben würde, der einfach nur ein schlechter Vater ist. Ich werde nun nicht noch mehr davon erzählen, da ich sonst wohl noch eine Biografie schreibe. Aber ich denke, es veranschaulicht dies ganz gut. Ein Kind ist um einiges besser dran, wenn es in einer Homo/Patchwork/Alleinerziehenden/whatever-Familie aufwächst, als in einer Familie, in der Gewalt vorkommt, in der sich die Eltern nicht lieben, oder ein Elternteil das Kind nicht will.
    Es kommt auf die Elternteile an, nicht auf die "Art" der Familie.
    Ich finde es schlimm, dass die "Adoptionsgesetze" im Bezug auf Homosexuelle Paare/Ehen so anders sind. In meinen Augen ist das diskriminierend.
    Ein Problem für das Kind einer homosexuellen Ehe könnte natürlich das Mobbing sein, aber es muss ja nicht jeder Mitschüler davon wissen. Und wenn das Kind alt/reif genug ist, wird es wohl auch über sowas stehen.
    In Patchworkfamilien tritt anfangs natürlich wohl eher etwas Trubel ein, was natürlich auch an dem einen neuen Elternteil und den neuen Geschwistern liegt. Aber ich denke mal, nach ein paar Wochen ist das auch vorbei, wenn es überhaupt Trubel gibt. Das kommt wohl auch darauf an, ob die Kinder die "neuen" Familienmitglieder vorher kannten, was ich mal denke. Aber an sich liegt in Patchworkfamilien nun wirklich kein Problem.
    Das "klassische" Familienbild existiert für mich nicht.
    Wieso auch? In der heutigen Zeit sollte man auf das "alte klassische" wohl nichtmehr so viel Wert legen, wenn es um solche Dinge geht.

  • Aber es gibt genügend Familien, da ist ein Elternpart gewalttätig oder ähnliches, was man sich vorstellen möchte - oder einfach nur generell schlecht für das Kind. Da zieh es vor, wenn jemand (meistens ja doch die Frau) alleinerziehend ist, als dass das Kind dem Elternteil, welches dem Kind, weshalb auch immer, schadet, ausgesetzt ist.


    Und ich sage, dass man sowas merkt, wenn man sich ein paar Jahre kennt und dann keine Familie gründen sollte.
    Klar kann es immer Gründe für Dies und Das geben, aber es gibt immer die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. In der Regel ist ein Partner nicht von heute auf morgen durchgedreht. Wenn doch, dann ist es halt tatsächlich besser, sich zu trennen. Aber das heisst ja nicht, dass man für immer alleinerziehend bleiben muss, oder? :huh:



    Ansonsten gibt es Paare, die können einfach nach Jahren nicht mehr miteinander. Sollen sie sich wirklich verpflichtet fühlen wegen dem Kind zusammenzubleiben? Solange der Rosenkrieg nicht auf den Schultern des Kindes ausgetragen wird - bei erwachsenen Menschen, die einfach "verlernt" haben sich zu lieben und sonst nichts Großes vorgefallen ist, könnte man auch meinen, dass im Idealfall überhaupt kein Rosenkrieg ausgeführt werden muss / müsste -, wird man sich einigen können und so kann das Kind auch wesentlich besser mit der Situation umgehen.


    Ach... nicht schon wieder anfangen mit, wir haben uns auseinandergelebt, lass und Freunde bleiben... :rolleyes: 
    Vielleicht sollte man sich vor einer leichtfertigen Trennung erstmal an das erinnern, weswegen man einst zueinandergefunden hat. Und eine gewisse Verpflichtung geht man meiner Meinung nach ein, wenn man Kinder in die Welt setzt. Muss durchaus nicht jeder so sehen, für mich persönlich macht dieser Schritt jedenfalls vieles anders. Und das ist es auch, was man sich halt vorher gut überlegen sollte.


    Genau, im Idealfall gibt es keinen Rosenkrieg... Was läuft schon ideal? :D



    Aber für mich macht Familie Vertrauen und Respekt aus, das ist wichtiger als Beständigkeit.


    Oder morgen kommt ein Elternteil hinter das Geheimnis des Anderen und erkennt, dass er vielleicht betrogen worden ist. Und vorbei ist es mit der Beständigkeit.


    Und vorbei ist es auch mit Respekt und Vertrauen... ;) 
    Und ich rede hier nicht von Krankheiten usw. Jeder weiss, dass sowas jederzeit auftreten kann. Der Fachausdruck dafür lautet Ausnahmesituation. Es können auch beide Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen und das Kind muss ins Heim. Da würde doch auch keiner sagen, dass das zu erwarten war, weil halt nichts beständig ist.

  • Gucky schrieb:

    Und ich sage, dass man sowas merkt, wenn man sich ein paar Jahre kennt und dann keine Familie gründen sollte.
    Klar kann es immer Gründe für Dies und Das geben, aber es gibt immer die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. In der Regel in ein Partner nicht von heute auf morgen durchgedreht. Wenn doch, dann ist es halt tatsächlich besser, sich zu trennen. Aber das heisst ja nicht, dass man für immer alleinerziehend bleiben muss, oder? :huh:


    Dann ist man drei Jahre zusammen und nach der Hochzeit und/oder sobald das Kind da ist, wird's doch anders als gedacht - und nun?
    Nein, es heißt nicht, dass man für immer alleinerziehend bleiben muss, aber auch nicht, dass der neue Partner für den Rest des Lebens da ist.


    Gucky schrieb:

    Ach... nicht schon wieder anfangen mit, wir haben uns auseinandergelebt, lass und Freunde bleiben... :rolleyes:
    Vielleicht sollte man sich vor einer leichtfertigen Trennung erstmal an das erinnern, weswegen man einst zueinandergefunden hat. Und eine gewisse Verpflichtung geht man meiner Meinung nach ein, wenn man Kinder in die Welt setzt. Muss durchaus nicht jeder so sehen, für mich persönlich macht dieser Schritt jedenfalls vieles anders. Und das ist es auch, was man sich halt vorher gut überlegen sollte.


    Genau, im Idealfall gibt es keinen Rosenkrieg... Was läuft schon ideal? :D


    Getrennt / geschieden wird nicht leichtfertig und Verantwortung kann man für das Kind auch übernehmen, wenn man mit ihm nicht im selben Haushalt wohnt. ;)


    Gucky schrieb:

    Und vorbei ist es auch mit Respekt und Vertrauen... ;)
    Und ich rede hier nicht von Krankheiten usw. Jeder weiss, dass sowas jederzeit auftreten kann. Der Fachausdruck dafür lautet Ausnahmesituation. Es können auch beide Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen und das Kind muss ins Heim. Da würde doch auch keiner sagen, dass das zu erwarten war, weil halt nichts beständig ist.


    Natürlich ist es auch vorbei mit Respekt und Vertrauen, zumindest in einem solchen Fall.
    Trotzdem kann man dadurch sagen, dass eigentlich nichts wirkliche Beständigkeit hat, zumindest ist diese durch verschiedene Faktoren immer wieder gefährdet und keiner kann sie einem anderen Menschen garantieren, auch dann nicht, wenn es sich um seine Kinder handelt.

  • Dann ist man drei Jahre zusammen und nach der Hochzeit und/oder sobald das Kind da ist, wird's doch anders als gedacht - und nun?
    Nein, es heißt nicht, dass man für immer alleinerziehend bleiben muss, aber auch nicht, dass der neue Partner für den Rest des Lebens da ist.


    In dem Fall hast du dann meinen Segen für die Scheidung. :rolleyes: Warum auch immer sowas gaaanz plötzlich und vöööllig unvorhersehbar geschehen sollte... Aber zumindest beim neuen Partner sollte dann nicht ähnlich schnell Schluss sein, sonst bin ich der Meinung, du hättest allgemein noch etwas länger warten sollen.



    Getrennt / geschieden wird nicht leichtfertig und Verantwortung kann man für das Kind auch übernehmen, wenn man mit ihm nicht im selben Haushalt wohnt.


    Ersteres leider zu oft doch (sonst gäbs wohl kaum die Statistik, die es nun mal gibt). Und letzteres geht natürlich. Leider klapps halt oft genug nicht.



    Natürlich ist es auch vorbei mit Respekt und Vertrauen, zumindest in einem solchen Fall.
    Trotzdem kann man dadurch sagen, dass eigentlich nichts wirkliche Beständigkeit hat, zumindest ist diese durch verschiedene Faktoren immer wieder gefährdet und keiner kann sie einem anderen Menschen garantieren, auch dann nicht, wenn es sich um seine Kinder handelt.


    Und warum führst du es dann überhaupt an? :D 
    Ja klar ist Beständigkeit immer gefährdet. Um so wichtiger ist es dann doch aber alles daran zu setzen. Wenn du sowieso von vornherein so vollkommen negativ an die ganze Sache herangehen solltest, dann warte doch einfach mit heiraten, Kinder bekommen und diesem ganzen Kram. Ich bin eh der Meinung, dass viele das viel zu früh alles realisieren wollen. Mit dreissig bekommen viele Frauen schon die Torschlusspanik und suchen sich den erstbesten Kerl. Das muss doch dann in die Hose gehen.
    Ich hab es vor einer Weile schon mal irgendwo geschrieben, man hat doch genügend Zeit im Leben und kann den ganzen Familienkram später irgendwann in Angriff nehmen.

  • Gucky schrieb:

    Und warum führst du es dann überhaupt an? :D
    Ja klar ist Beständigkeit immer gefährdet. Um so wichtiger ist es dann doch aber alles daran zu setzen. Wenn du sowieso von vornherein so vollkommen negativ an die ganze Sache herangehen solltest, dann warte doch einfach mit heiraten, Kinder bekommen und diesem ganzen Kram. Ich bin eh der Meinung, dass viele das viel zu früh alles realisieren wollen. Mit dreissig bekommen viele Frauen schon die Torschlusspanik und suchen sich den erstbesten Kerl. Das muss doch dann in die Hose gehen.
    Ich hab es vor einer Weile schon mal irgendwo geschrieben, man hat doch genügend Zeit im Leben und kann den ganzen Familienkram später irgendwann in Angriff nehmen.


    Warum ich es angeführt habe? Weil ich deine Wahrnehmung von Beständigkeit aufgegriffen habe. Das hat nichts mit dem was ich über Vertrauen und Respekt sagte, zu tun, sondern war auf deine Aussage bezogen. ;)


    Besser ein wenig pessimistisch als verblendet optimistisch, oder? :wtf: 
    Man sollte eben nicht alles an Beständigkeit setzen, zumindest dann nicht, wenn diese Beständigkeit den Beteiligten schaden würde. Das klingt nach: "Wir machen jetzt auf Friede-Freude-Eierkuchen, auf happy family und tun so, als wäre alles okay, nur damit wir nicht den Tatsachen ins Auge sehen müssen, dass hier absolut nichts mehr geht."
    So wird das dann oft verstanden und auch umgesetzt.
    Beständigkeit ist es eben nicht immer wert erhalten zu bleiben, oft ist was Neues, Unbekanntes besser und gesünder für alle. Schön, wenn eine Familie glücklich ist, aber sobald man alles daran setzen muss etwas zu erhalten, ist es das meistens sowieso nicht mehr wert.
    Dabei muss es sich auch nicht um was Großes handeln. Wenn sich die Eltern aueinanderleben, haben sie keinen Grund mehr beisammen zu bleiben, nur weil irgendwelche veralteten gesellschaftlichen Normen das so verlangen. Man selbst hat sein Leben auch nur einmal und sollte sich trennen, wenn man glaubt, dass eine neue Beziehung oder auch nur ein neuer Lebensabschnitt nötig ist. Man kann seine Kinder noch so lieben, man überschreibt ihnen dann doch nicht sein eigenes Leben. Viele Kinder kommen auch nach ersten Anlaufschwierigkeiten wunderbar mit Scheidungen zurecht und stellen sich darauf ein, wann sie welchen Elternteil besuchen. Natürlich bei solchen, bei denen die Kinder nicht in einen Kleinkrieg mitreingezogen werden.
    Ansonsten findest du ewige Parnterschaft viel öfter in Liebesromanen als im realen Leben. Natürlich gibt es etliche Paare, die ihr Leben lang zusammen sind, aber die Realität sieht halt oft auch anders aus ;X

  • Da sich in den letzten paar Jahren doch einiges getan hat, was auch die Ehe anbelangt, pushe ich mal das Thema allgemein. Hat auch imo zu wenig Beiträge für etwas, das uns doch alle etwas angeht.


    Was macht eine Familie überhaupt aus?
    Ich finde, das ist eine sehr schwierige Frage. Denke ich jetzt so über meine nähere Verwandtschaft aus, so käme mir sowas wie "eine anerzogene Verpflichtung" in den Sinn. Selbst wenn man nämlich wenig miteinander zu tun hat, ist die Familie bei mir ein Personenkreis, an den ich mich immer mal melden kann, wenn ich viele Leute für etwas brauche (z.B. Umzug). Denke ich an den engsten Familienkreis (Vater, Mutter, Geschwister), so gehen meine Gedanken noch etwas pessimistischer einher, nämlich "Alternativlosigkeit". Denn egal was man macht, diese Leute sind nun mal blutsverwandt mit dir. Irgendwas bleibt immer, sei es die Erziehung oder die Gene oder beides. Daran kann man nichts ändern und letztendlich ist es für mich das wesentliche Merkmal einer Familie.


    Darf ich eine ideale Vorstellung als Antwort geben, so wurde das schon genannt:

    Womit eigentlich auch klar sein sollte, was für mich eine Familie ausmacht: Beständigkeit.

    Auch für mich wäre das wohl Beständigkeit auf vielen Ebenen. Die Gewissheit, dass egal was ist, diese Personen halt dennoch da sind und bleiben. Aber nicht im negativen Sinne, wie oben beschrieben. Nicht aus Pflichtgefühl oder weil es halt keine richtigen Alternativen gibt. Es geht mir dann eher um die Einstellung, die Selbstverständlichkeit, dass man auch in schlechten Zeiten da durch "muss", weil man das Familienmitglied liebt. Schwierig zu erklären, weil es eigentlich nicht richtig greifbar ist und alles auch seine Grenzen hat. Wahrscheinlich ist es auch etwas, das sich dann auf die "ausgesuchte" Familie, also langjährige richtige Freunde ausweiten lässt. An diesem Punkt muss ich auch grad überlegen, wieweit die Biologie Familie auch definiert (also abgesehen von Genen und Eltern-Instinkten), weil ich mich da nie näher damit beschäftigt habe. Zieht mich etwas "magisch" an meine Familie an, selbst wenn sie Personen sind, mit denen ich sonst nichts zu tun haben wollen würde? Jedenfalls wäre aber ein wichtiger Punkt für Beständigkeit auch das Folgende

    Man sollte eben nicht alles an Beständigkeit setzen, zumindest dann nicht, wenn diese Beständigkeit den Beteiligten schaden würde.

    Ich stimme hier nämlich zu, dass man Beständigkeit nicht zu extrem definieren sollte. Manchmal ist sie eben gerade dadurch nicht gegeben, dass alles beim status quo bleibt. Ich kenne Familien mit Kindern, die mit einer Scheidung glücklicher gewesen wären, als mit dem, was sie Jahre lang als "Ehe" vorgelebt bekommen haben. Das wirkt sich vor allem auch auf das Familienbild der Kinder aus. Eine lieblose Ehe (selbst wenn sie ohne Streit und Gewalt verläuft) kann sehr abschreckend wirken. Wenn man sowas beobachtet, warum sollte man plötzlich ein gutes Bild von einer beständigen Beziehung haben? Es gibt eben die oben erwähnten Grenzen. Die können ganz klar sein, wie Gewalt, nicht tolerierbare Weltansichten, schädliches Verhalten allgemein. Oder eben Situationen, wo die positive Beständigkeit, die für Stabilität und Vertrauen steht, so umgedreht wird, dass es als Ausweglosigkeit und ein Gefängnis gesehen wird. In meinen Augen muss es kein offizielles Familienbündnis geben, um eine beständige Familie zu haben. Es reicht, wenn die nötigen (guten) Bezugspersonen "beständig" sind und wenn ein Elternteil sich nach der Scheidung auch von den Kindern scheidet, dann war es wahrscheinlich vorher auch keine innige Beziehung.


    Was ist es, dass an einer Familie beschützt werden sollte?
    Es ist die kleinste soziale Instanz, die wir als Individuum haben. Dass wir Menschen "Rudeltiere" sind, ist wohl allgemein bekannt. Wir gründen Gemeinschaften und diese haben unterschiedliche Ebenen und die Familie ist nun mal die kleinste, aber dadurch auch intensivste Ebene. Für unsere Sozialisierung kaum wegzudenken. Allerdings ist die Wissenschaft hier im Wandel und zeigt auch oft, dass das Bild von Vater-Mutter-Kind nicht das einzige effektive ist. Es geht eben darum, dass man seinen Kreis an Bezugspersonen hat, die nicht dauernd wechseln. Sowas sollte geschützt werden bzw. auch gefördert. Heißt also, man sollte jegliche Familie fördern, auch wenn diese vom klassischen Bild abweicht. Statt also gegen manch eine Alternative anzukämpfen, lieber Gedanken und dann Finanzen in Programme setzen, die dafür sorgen, dass junge Menschen nicht immer wieder aus ihren Personenkreis raus gerissen werden oder in einem toxischen Personenkreis allein gelassen werden.


    Glaubt ihr, dass es Kindern schadet, wenn sie nur mit einen Elternteil, mit zwei gleichgeschlechtlichen Eltern oder mehreren Elternfiguren aufwachsen?
    Nein, was ich bisher weiß, sagt lediglich aus, dass es gut ist, wenn Kinder Bezugspersonen beider Geschlechter haben. Das beschränkt sich aber nicht auf die Eltern, weswegen die Zusammenstellung dieser nicht so sehr ins Gewicht fällt. Auch in der klassischen Familie kann es an einer Bezugsperson mangeln, weil eben die Bindung nicht vorhanden ist. Geht also weniger um die objektive Zusammenstellung und viel mehr um die subjektiven Beziehungen zueinander. Denke mal, es ist wichtig, dass man als Kind nicht "unter geht" in der Familie, wie es eben in Waisenhäusern oft passiert, weil die Erzieher schlicht und ergreifend nicht die emotionalen Kapazitäten haben (können). Aber in einer "Familie" oder sagen wir besser in einem festen Personenkreis, der dem Kind vertraut ist und zu dem das Kind Bindungen aufbauen kann, fällt die Anzahl und/oder das Geschlecht von zweien nicht wirklich ins Gewicht.

  • @Cassandra
    Zitier doch nicht sowas Altes! XD
    An sich denke ich, dass ich ausweglose Situationen gemeint habe, bei denen man nur mehr zu einem Ausweg kommt.
    Wegen Gefühlen, die sich "normalisieren" würde ich zb keine Beziehung beenden und erst recht mit Kindern nicht. Das fände ich beispielweise recht unreif eine Scheidung einzureichen, weil es sich nicht mehr so lebendig anfühlt. Zumal man an sowas auch arbeiten kann. Wenn eine Ehe lieblos und distanziert wird, muss sie nicht immer so gewesen sein und man muss Arbeit hineinstecken. Ideal wäre es natürlich, wenn die Eltern sich selbst immer wieder zusammenraufen könnten, um den Kindern keine Lieblosigkeit vorzuleben. Allerdings scheitert es schon an Einzelpersonen. Eine der beiden kann von sich aus eine total lieblose und kalte Person sein, die kein Interesse daran ihr Verhalten zu ändern. Unter anderem, weil sie nicht können. Wenn man mal Töchter sieht, die total steif dasitzen und genauso steif mit ihrer Mutter reden, als hätten sie ein Meeting, ... das ist furchtbar mitanzusehen, wenn man von ihnen weiß, dass es auch privat ohne fremde Personen dabei so verläuft.
    Familien sind nunmal leider auch selten vorbildlich und mit vielen Quirks, Problemen und anderem muss man eben leben, wenn man eine Person denn nicht abschreiben möchte. Solche, die so überperfekt wirken, sind mir im Gegenzug auch unheimlich. :pflaster:


    Bei den eigenen Eltern und Geschwistern empfinde ich es auch so, dass man sehr vieles versuchen und einiges passieren sollte, sodass man endgültig das Handtuch wirft und nun ja, meine Familie (also auch die Erweiterte) entspricht so ziemlich dem Gegenteil dessen, was mein "Ideal" wäre.
    Während man bei den Eltern noch argumentieren könnte, dass sie einen großgezogen haben, so ist das bei Geschwistern anders. (Es sei denn, sie haben einen im Ausnahmefall großgezogen.) Trotzdem empfinden viele ein sehr enges Band zu ihnen.


    Was ich übrigens auch mittlerweile sehr bedenklich finde, ist diese überpositive Einstellung, die manche Leute über homosexuelle Eltern als Gegengewicht zu diskrimierenden Meinungen verbreiten wollen.
    Gleichgeschlechtliche Eltern sind nicht bessere Eltern. Homosexuelle Personen können genauso Arschlöcher sein oder eben nicht und positive Diskriminierung ist dämlich. Ua weil sie oft nicht als solche erkannt wird.
    Natürlich könnte man behaupten, dass sie sich bewusst für ein Kind entscheiden, aber das tun heterosexuelle Adoptiveltern auch - und trotzdem gibt es Missbrauchsfälle.

  • Ich finde es wichtig dass Kinder von ihren Eltern Liebe, Zuwendung und Fürsorge bekommen.

    Dabei ist es vollkommen egal ob es nur ein Elternteil, fünf Elternteil oder gar gleichgeschlechtliche Eltern sind.

    Diese Menschen haben ihre Vorlieben, lieben ihren Partner ganz normal und egal ob er das gleiche Geschlecht hat oder nicht, sie lieben sich dennoch und das ist doch das Wichtigste.

    Und wenn sie sich bewusst für ein Kind entscheiden, dann sollten sie auch eines haben dürfen.

    Dem Kind wird doch dennoch etwas geboten und es ist für das Kind sicherlich besser, als eventuell Jahrelang in Heimen aufzuwachsen, ohne wirkliche persönliche Eltern. Das ist doch noch schlimmer für jedes Waisenkind, oder allgemein Kinder die adoptiert werden müssen.


    Das ist auch das Wichtigste an einer Familie.

    Liebe, Zuwendung und Fürsorge.

    Man muss sich bei Menschen geborgen fühlen und sicher und vor allem natürlich wohl fühlen. Das ist es in meinen Augen, was eine wahre Familie ausmacht.

    Dabei sehe ich auch die Familie meines Freundes als eigene Familie an, auch wenn wir noch nicht verheiratet sind und dies wird auch garantiert noch eine ganze Weile dauern, bis wir heiraten. Nun ziehen wir erst einmal zusammen in eine Wohnung und irgendwann vielleicht mal Heirat.


    Was die Hochzeit angeht, bin ich da der klaren Meinung: Wenn man seinen Partner wirklich liebt und weiß, dass man diesen Menschen niemals verlieren möchte und sein ganzes Leben bei sich behalten möchte, dann sollte man diese Person auch heiraten und damit deutlich zeigen, dass man sich liebt und dass man diesen Menschen nie mehr hergeben möchte.

    Eine Freundin von mir ist anderer Meinung.

    Sie sagt, Hochzeit ist nur noch wegen Geld und eigentlich nur noch irgendein Papier. Zudem kostet die Scheidung auch noch viel Geld, wenn man sich doch noch um entscheidet und sieht die Hochzeit war ein Fehler.

    -> Dazu sei gesagt, sie ist bereits seit acht Jahren in einer sehr harmonischen und lieblichen Beziehung und möchte ihn auch heiraten und dennoch hat sie solch eine Meinung.

    Normalerweise sollte es, in meinen Augen, auch heute noch so sein, dass wenn man Jemanden heiratet, dass man sein Leben lang auch bei diesem einen Menschen bleibt.

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  • Sie sagt, Hochzeit ist nur noch wegen Geld und eigentlich nur noch irgendein Papier. Zudem kostet die Scheidung auch noch viel Geld, wenn man sich doch noch um entscheidet und sieht die Hochzeit war ein Fehler.

    Nun, die steuerlichen Vorteile sind definitiv nicht zu verachten :D


    Zumindest in dem Punkt teile ich allerdings die Auffassung deiner Freundin. Dieses Zusammenbleiben auf Ewigkeit stammt ja doch eher aus religiösen Auffassungen, in denen man diesen heiligen Bund mit Gottes Segen eingeht und was Gott erst einmal abgesegnet hat, darf von Menschenhand nicht mehr gebrochen werden. Früher war das aus den Umständen heraus gegeben, dass, egal, wie sehr man in dieser Beziehung gelitten hat, diese bis zum Tod weitergeführt werden musste, allerdings bin ich ganz froh, dass wir heutzutage mit moderneren Auffassungen leben.

    Aber generell... was macht eine Heirat, was eine normale Beziehung nicht kann? Man bekommt eine amtliche Bestätigung, dass man fest zusammen ist, mit ein paar Worten beschönigt, mit Ringen, die man sich auch so ohne besonderen Anlass schenken kann. Eine Ehe wird oftmals mit sehr hohen Erwartungen verbunden, in denen das Zusammenleben nach diesem prunkvollen Tag so harmonisch und toll sein wird wie nie zuvor - und trotzdem wacht man am Morgen nach der Feier, nach dieser Zeremonie und allen Feierlichkeiten nebeneinander auf und im Prinzip hat sich nichts verändert, außer dass man wie gesagt diesen Zettel Zuhause liegen hat, der einem bescheinigt, eine Beziehung zu haben ^^" Die Probleme, sofern vorhanden, sind immer noch dieselben, genauso wie das, was man vorher schon an schönen Dingen miteinander geteilt hat.


    Viele Beziehungen, die lange Zeit wunderbar funktioniert haben, gehen an diesen Erwartungen im Bezug auf die Ehe kaputt, eben weil eine Hochzeit als etwas so Wertvolles betrachtet wird. Ich selbst finde diese Vorstellung von ewigem Zusammenbleiben auch sehr romantisch, versuche aber, mich davon nicht allzu sehr einnehmen zu lassen (:

  • Viele Beziehungen, die lange Zeit wunderbar funktioniert haben, gehen an diesen Erwartungen im Bezug auf die Ehe kaputt, eben weil eine Hochzeit als etwas so Wertvolles betrachtet wird. Ich selbst finde diese Vorstellung von ewigem Zusammenbleiben auch sehr romantisch, versuche aber, mich davon nicht allzu sehr einnehmen zu lassen (:

    Ich denke die Vorstellung einer Konstante fühlt sich beruhigend an. Etwas positives im Leben einer Person, das beständig bleibt, egal wie sich das eigene Leben auch ändern mag.

    Der Gedanke hat einfach einen Reiz.

  • Und ich sage, dass man sowas merkt, wenn man sich ein paar Jahre kennt und dann keine Familie gründen sollte.
    Klar kann es immer Gründe für Dies und Das geben, aber es gibt immer die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. In der Regel ist ein Partner nicht von heute auf morgen durchgedreht. Wenn doch, dann ist es halt tatsächlich besser, sich zu trennen. Aber das heisst ja nicht, dass man für immer alleinerziehend bleiben muss, oder? :huh:

    Okay sry. Das hat mich gerade so extrem getriggerd.

    Ich sage, dass sich viele vielleicht auch erst mit dem Kind ändern, oder viele auch das Kind als hoffnungsvolle Änderung ansehen. Was ja meistens auch n paar Monate, vielleicht auch Jahre gut geht. Aber ein Mensch kann sich nicht auf ewig ändern.

    Allgemein mal, auf sowas achtet in dem Moment eh keiner, viele Frauen, die dann schwanger werden, wollen ja nicht abtreiben, aber es war eben trotzdem nur ein Ausversehen und der Vater will das Kind nicht, muss sich aber dann trotzdem damit rumschlagen. Ich hab zwar keine Statistiken, aber ich glaube sogar, dass so die meisten Kinder entstehen, nämlich ungeplant. Da hilft die beste Planung im Vorfeld dann auch nichts mehr, wenn man nicht den Schneid hat, dass Kind abzugeben oder abzutreiben, weil man sich sowieso nicht drum kümmern will.

    Wie ich dann schon oben sagte, vielleicht war auch vorher alles super und erst das Kind, sorgt für die starke Veränderung, weil die Eltern zum Beispiel überfordert sind, aber man möchte sich ja nicht trennen, weil es kann trotzdem noch alles besser werden.

    Es ist leicht gesagt, aber die Umsetzung ist da eben nicht so einfach, weil viele nicht nachdenken.

    Ich bin halt auch nur bei meiner Mutter aufgewachsen und bei mir war es eben so. Ich höre sowas auch häufig von anderen Alleinerziehenden. Viele haben bereut, zu lange, mit der Trennung gewartet zu haben. Mein Vater hat mir sogar mal gesagt, dass ich von ihm absolut nicht gewollt war und meine Mutter anscheinend mit Absicht die Pille nicht genommen hat. Ich bin mir bis heute nicht hunderprozentig sicher, ob ich ihm so wichtig bin, wie ein Kind einem eigentlich sein sollte. Ist mir persönlich auch egal, wollte es nur mal anmerken.


    Bei dem anderen muss ich aber auch was zu sagen, gerade dieses eine neue Familie gründen, ist manchmal etwas schwer. Mir persönlich hat es nichts ausgemacht, meine Mutter hatte halt einen neuen Freund für 4 Jahre oder so. Der war cool. Aber mir hat die Trennung auch nie was ausgemacht, wo ich weiß, dass andere Kinder daran zerbrochen sind. Genauso ist es eben auch mit neuen Eltern. Kinder sind gerne dazu geneigt, die nicht so zu akzeptieren, besonders, wenn sie das andere Elternteil sehr mochten, egal wie sich die Eltern gestritten haben.

    Vielleicht ist es da doch manchmal besser, alleine weiter zu machen, solange man damit nicht total überfordert ist.