Bildungssysteme - und was man alles verbessern könnte...?

  • Aber auf eine Art und Weise mit der diese, auch was anfangen können.

    Was soll diese Art und Weise denn sein? Ich war in meiner Schullaufbahn auf etlichen Jobmessen weil ich wirklich keinen Plan hatte was ich machen soll und gebracht hat es nichts, liegt aber auch daran dass ich nicht sehr kontaktfreudig bin und mir das Ansprechen von Fremden schwer fällt.

    Dann haben die Firmen da ihre Stände und man soll hinrennen und Fragen stellen. Okay, aber was soll ich die denn fragen??? "Was ist euer Job?" Als Schüler hat man vor allem in den unteren Jahrgängen doch überhaupt keine Ahnung wie das Berufsleben aussieht, die Eltern kommen nach Hause und erzählen bisserl was aber den richtigen Alltag versteht man doch überhaupt nicht. Davon ab kann ein und der selbe Beruf in verschiedenen Firmen völlig andere Aufgaben haben, das habe ich meiner Ausbildung zur Genüge erlebt.

    Ich kann nur meine eigene Erfahrung widergeben: Diese Jobmessen haben mich Null interessiert. Meine Schule hatte uns zwangsweise zu einigen geschickt und das einzige was wir gemacht haben war Souvenirs sammeln. Es interessiert die meisten 7.-9. Klässler doch nicht die Bohne was sie beruflich machen sollen, das kommt doch viel eher kurz bevor es richtig losgeht (nämlich dem Abschlussjahr). Problem ist nur, sie merken sie haben keinen Plan und gehen dann weiter zur Schule ... um auf Nummer sicher zu gehen und etwas zu haben. Da nerven die Eltern auch weniger. ;D

    Meine Abi habe ich tatsächlich nur gemacht weil ich nicht wusste was ich machen soll. Nach dem Abi war ich btw nicht wirklich schlauer. Die fünf Praktika haben mir ebenfalls nicht weitergeholfen, naja gut, ich wusste immerhin was ich definitiv NICHT machen will. Letzten Endes bin ich durch sehr viel Zufall und eine spontane Entscheidung in meinem Beruf gelandet und nichts, absolut gar nichts was ich in meiner Schulzeit erlebt, an Praktika gemacht und auf Jobmessen informiert habe hat damit etwas zu tun. Schwierig.

    Jetzt wo ich darüber nachdenke war mein Beruf auf keiner dieser Messen vertreten - so neu ist der dabei nun wirklich nicht. ^^

    Da stimme ich dir voll und ganz zu. Wir haben bei unsrem Arbeitgeber jetzt letztens in der Fußgängeezone für das angebotene duale Studium werben müssen. Drei mal dürft ihr raten, wie gut das geklappt hat. Gar nicht. Die meisten haben nichts haben wollen, weil sie was andres zu tun haben in ner Fußgängerzone.

    Das erinnert mich an die Ausbildungstage von Lidl ... da standen ein Herr im Anzug und ein "normal" aussehender Mitarbeiter an einem Stehtisch im Eingangsbereich von meiner Lidlfiliale und haben über Jobmöglichkeiten informiert. Theoretisch zumindest, es kam nämlich keiner zu den beiden. Prinzipiell ist es natürlich toll dass sie sich präsentieren, aber ernsthaft, beim Einkaufen in der Filiale? Ausgerechnet an einem Samstag, der Einkaufs-Rushour, zwischen hunderten Kunden? ='D Selbst bei Interesse wäre ich da nicht hingegangen.

    Ich hätte es damals in meiner Schulzeit sehr begrüßt, wenn wir mal Firmen und Vertreter verschiedener Arbeitsstellen und Unis bei uns gehabt hätten.

    Vor allem in Bezug auf meinen ersten Absatz wäre das definitiv eine Alternative zu den leidigen Jobmessen. Ich muss an das Konzept aus den USA denken wo die Eltern der Schüler ihren Job vor der Klasse vorstellen und darüber erzählen. Ja das ist iwie peinlich im ersten Moment, aber warum eigentlich nicht? Man hat keinen Marketingsvertriebler mit seinem hochtrabenden Geschwurbel da stehen sondern den einfachen Arbeitnehmer der aus seinem Alltag erzählt.

    Dieses "Geh zum Stand und frag mal nach was die machen" ist meiner Meinung nach keine gute Idee, die Hemmschwelle fremde Erwachsene anzusprechen ist bei einigen doch sehr hoch und am Ende landen wir wieder beim Kuli abstauben weil der Typ gerade von jemanden beredet wurde.

    Vielleicht wären Vortragsreihen besser, kurz und knackig. Der Vertreter erzählt fünf Minuten lang etwas, zack weg, nächster. Und hinterher hat man dann die Möglichkeiten sich Details an Ständen abzuholen. Da muss dann aber mehr kommen als eine Kurzbeschreibung über die Firma, deren Auslandsgeschäfte und Größe - mag eine nette Info sein aber das Ziel sind nicht langweilige Fakten aus Wikipedia runterzurattern sondern den Schülern Berufe schmackhaft zu machen.

  • Zunächst sei mal erwähnt, dass es den Hochschulen in NRW nun selbst überlassen wird, ob und in welchem Umfang sie Anwesenheitspflichten einführen. Es ist keine Hochschule durch das Gesetz verpflichtet jetzt Anwesenheitspflichten einzuführen.

    Ich war schon von dem Fall ausgegangen, dass die Hochschule die Anwesenheitspflicht wieder in vollem Umfang eingeführt hätte. Dass es diesen selbst überlassen ist, war mir bewusst :)




    Dann gibt es durchaus Studiengänge (z. B. Medizin) bzw. Module, in denen eine Anwesenheitspflicht durchaus Sinn macht.

    Gerade in den Biowissenschaften war meine Erfahrung während des Studiums, dass die Kommilitonen, die regelmäßig in den Vorlesungen waren, die Klausuren im ersten Anlauf und mit deutlich besseren Noten bestanden haben, als diejenigen, die die Vorlesungen nicht besucht haben. Die Anwesenheit bei Vorlesungen hat nunmal den Vorteil, dass man den Dozenten direkt fragen kann, wenn man etwas nicht verstanden hat und die (ausführlichen) Erklärungen bzw. Ausführungen während der Vorlesung notieren kann.

    Für Studiengänge, von denen später andere Lebewesen direkt betroffen sind und bei denen es vielleicht mal ihr Leben rettet, finde ich das auch schlüssig. Aber bei den anderen Studiengängen ist es meiner Meinung nach einfach Eigenverantwortung. In den meisten Fällen hat man sich sein Studium doch selbst ausgesucht, also entweder hat man Lust, es auch durchzuziehen, oder man lässt es sein, bleibt Zuhause und kassiert eben schlechte Noten. Wir haben in Japanisch in den Sprachkursen auch Anwesenheitspflicht - so wie in allen Sprachen - und trotzdem saßen da im vierten Semester Leute, die die Silbenschriften nicht richtig lesen konnten ^^"

  • Wir haben in Japanisch in den Sprachkursen auch Anwesenheitspflicht - so wie in allen Sprachen - und trotzdem saßen da im vierten Semester Leute, die die Silbenschriften nicht richtig lesen konnten ^^"

    Das kennt ich: Leute die im 4. Semester Maschinenbau noch Probleme mit einfachster Geometrie haben.


    Anwesenheitspflicht find ich trotzdem blöd^^

  • Hab das Video zufällig gefunden und dachte mache sich gut in diesem Thema hier.



    https://m.youtube.com/watch?v=fxvvMjDCo_4

  • Hab das Video zufällig gefunden und dachte mache sich gut in diesem Thema hier.



    https://m.youtube.com/watch?v=fxvvMjDCo_4

    Anmerkung zu 11:58: Ich hatte an meiner Schule die Erfahrung, dass viele Quereinsteiger sowohl fachlich wie auch sozial die Kompetentesten waren. ^^"

  • Quereinsteiger müssen ja auch nicht zwangsläufig ungeeignet sein. Denke die Argumentation in dem Video, soll sich auf die pädagogische Kompetenz der Leute beziehen.

    Wenn dann jemand, wie in dem Beispiel genannt, Chemie studiert hat, kann diese Person durchaus das nötige Wissen zu diesem Fach haben aber wurde jetzt vermutlich nicht darauf geschult im Studium auch Unterricht zu halten. Speziell dann auch für Schüler.


    Allerdings bin ich auch nicht vertraut damit wie sehr die Sozialkompetenz bei einem Lehramt Studium gefördert und gewertet wird und allgemein die Gewichtung darauf liegt. An der Stelle interessiert es mich auch, was den Schulen beim Einstellen von Quereinsteigern denn tatsächlich ausreicht. Reicht da die fachliche Kompetenz aus oder wird da normal vorher geprüft, ob diese Person es schafft auch Wissen an den Mann zu bringen und den Umgang mit Menschen auch beherrscht?

    "Lucario, tell me. What aura does the moon have?"

    "I can't say for sure, but... It feels like it's a part of me..."

  • Quereinsteiger müssen ja auch nicht zwangsläufig ungeeignet sein. Denke die Argumentation in dem Video, soll sich auf die pädagogische Kompetenz der Leute beziehen.

    Wenn dann jemand, wie in dem Beispiel genannt, Chemie studiert hat, kann diese Person durchaus das nötige Wissen zu diesem Fach haben aber wurde jetzt vermutlich nicht darauf geschult im Studium auch Unterricht zu halten. Speziell dann auch für Schüler.


    Allerdings bin ich auch nicht vertraut damit wie sehr die Sozialkompetenz bei einem Lehramt Studium gefördert und gewertet wird und allgemein die Gewichtung darauf liegt. An der Stelle interessiert es mich auch, was den Schulen beim Einstellen von Quereinsteigern denn tatsächlich ausreicht. Reicht da die fachliche Kompetenz aus oder wird da normal vorher geprüft, ob diese Person es schafft auch Wissen an den Mann zu bringen und den Umgang mit Menschen auch beherrscht?

    Deswegen ja, auch sozial. Einige Lehramtsstudenten machen alles nach Schema F und einige ältere Lehrer, wie auch Junge, sind generell von ihrer Persönlichkeit eher ungeeignet größere Gruppen zu unterrichten. Da kannst du noch so oft auf Fortbildung gehen, das wird nichts werden. ^^"

    Leute, die dir direkt aus dem "normalen" Arbeitsleben kamen, konnten das allesamt gut und wirkten insgesamt lockerer.

  • Anmerkung zu 11:58: Ich hatte an meiner Schule die Erfahrung, dass viele Quereinsteiger sowohl fachlich wie auch sozial die Kompetentesten waren. ^^"


    Das habe ich auch nicht ganz nachvollziehen können (ging mir bei dem Video mehr um das 3gliedrige Schulsystem, dazu weiter unten mehr), da ihnen ja nur der pädagogische Studienteil fehlt, und davon haben zumindest zu meiner Schulzeit die Lehrer eh wenig bis gar nicht Gebrauch von gemacht. :thumbdown:Wie du schon sagst, alles stur nach Schema F. :hechel:


    Leute, die dir direkt aus dem "normalen" Arbeitsleben kamen, konnten das allesamt gut und wirkten insgesamt lockerer.


    Vermutlich weil sie schon mit mitmenschen zu tun hatten, und somit besser mit den Kindern klar kamen. Sprich sie haben somit das Soziale schon selbst gelernt.

    Eigentlich heftig, das das Pädagogik-Absolventen nicht gelehrt bekommen. :unsure:



    Zum 3gliedrige Schulsystem: Nun das fand ich schon immer schlecht und ungerecht und gehört abgeschafft. Aber wenn man sich das Video zu deren Einführung nach dem 2. Weltkrieg mal ansieht, das sind ja absolut arrogante und eigentlich schon verachtende Gründe gewesen. :O Die Arbeiterschicht sollte immer eine Arbeiterschicht bleiben, die etwas besseren sollten hinter der Kassen an Länden und Banken stehen und die "Elite" sollte ja die Elite bleiben.

    Und so ein Scheiß wird bis heute beibehalten ? Da muss man sich fragen, haben die seit dem 2. Weltkrieg da nicht dazu gelernt ? :patsch:

  • Allerdings bin ich auch nicht vertraut damit wie sehr die Sozialkompetenz bei einem Lehramt Studium gefördert und gewertet wird und allgemein die Gewichtung darauf liegt.

    Ne Kollegin von mir hat Erziehungswissenschaften studiert und hat freiwillig, da nie dran genommen, ein Praktikum hinten dran gehängt in einer sozialen Einrichtung.

    Die Arbeiterschicht sollte immer eine Arbeiterschicht bleiben, die etwas besseren sollten hinter der Kassen an Länden und Banken stehen und die "Elite" sollte ja die Elite bleiben.

    Najo, du kannst jetzt schon über den zweiten Bildungsweg ABI holen. Nur is das halt iwo schwer, da man in Hauptschule zB nie wirklich viel machen musste...Wenn du dann ABI hast uznd vllt sogar studiert hast, musste dich aber meist trotzdem mit niederen Jobs abgeben, da für diese Menge an Studenten garnicht genug Arbeit da ist. In die "Elite" kommste eh nur mit B-Vitaminen, und seis du noch so dumm und asozial...

    Da muss man sich fragen, haben die seit dem 2. Weltkrieg da nicht dazu gelernt ? :patsch:

    Nope, es macht sich ja au keiner nen Kopf drum. Funktioniert ja alles. Das Einzige was geändert wurde ist, dass du nur auswendig lernen können musst, also das Niveau ist gesunken.


    Ich wünsch mir echt die alten Studiengänge zurück...

  • Die Arbeiterschicht sollte immer eine Arbeiterschicht bleiben, die etwas besseren sollten hinter der Kassen an Länden und Banken stehen und die "Elite" sollte ja die Elite bleiben.

    Najo, du kannst jetzt schon über den zweiten Bildungsweg ABI holen. Nur is das halt iwo schwer, da man in Hauptschule zB nie wirklich viel machen musste...Wenn du dann ABI hast uznd vllt sogar studiert hast, musste dich aber meist trotzdem mit niederen Jobs abgeben, da für diese Menge an Studenten garnicht genug Arbeit da ist. In die "Elite" kommste eh nur mit B-Vitaminen, und seis du noch so dumm und asozial...


    Besser gesagt, das ist schwer weil Hauptschule nie den nötigen Stoff unterrichtete. Heißt in der Theorie kannste Abi machen in der Praxis wird's aber kaum einer schaffen, aufgenommen zu werden, da die nötige Vorraussetzung wie z.b. ne zweite Fremdsprache schon fehlt. :thumbdown:


    Zu Vitamin B: das ist ja leider heute überall so. :/ Ohne Vitamin B kriegt man ja kaum noch ne Lehrstelle, geschweige denn dein Beispiel mit dem Studium.


    Da muss man sich fragen, haben die seit dem 2. Weltkrieg da nicht dazu gelernt ? :patsch:

    Nope, es macht sich ja au keiner nen Kopf drum. Funktioniert ja alles. Das Einzige was geändert wurde ist, dass du nur auswendig lernen können musst, also das Niveau ist gesunken.


    Ich wünsch mir echt die alten Studiengänge zurück...


    Ja damit die Pisa Studie besser ist, ob die Kinder von profitiert haben wird Mal ganz schnell vergessen. :/

  • Zitat

    Wenn du dann ABI hast uznd vllt sogar studiert hast, musste dich aber meist trotzdem mit niederen Jobs abgeben, da für diese Menge an Studenten garnicht genug Arbeit da ist. In die "Elite" kommste eh nur mit B-Vitaminen, und seis du noch so dumm und asozial...

    Wobei ich es schon etwas zu anspruchsvoll finde, nur, weil man ein Studium absolviert hat, zu erwarten, dass einen die Arbeitswelt mit offenen Armen empfängt und einem einen Spitzenplatz in einem Unternehmen bietet ^^` Man muss sich nunmal erst hocharbeiten und gerade als Student, als der man ja - wie du auch kritisierst und da stimme ich dir zu - kaum bis keine Praxiserfahrung vorzuweisen hat, ist so was einfach nicht selbstverständlich.


    Oftmals sind die Anforderungen aber auch sehr utopisch. Man soll 25 Jahre sein, mindestens fünf Jahre Erfahrung mitbringen, natürlich absolviertes Studium mit Spitzennoten, am Besten fließend drei Sprachen sprechen... :unsure:


    Ich werde im Übrigen nach meinem baldigen Bachelor Abschluss auch erstmal nichts mit meinem Studium Zusammenhängendes machen. Dazu zahlt mein momentaner Arbeitgeber zu gut x=

  • Besser gesagt, das ist schwer weil Hauptschule nie den nötigen Stoff unterrichtete. Heißt in der Theorie kannste Abi machen in der Praxis wird's aber kaum einer schaffen, aufgenommen zu werden, da die nötige Vorraussetzung wie z.b. ne zweite Fremdsprache schon fehlt.

    Dafür gibt es berufliche Schulen. Nach der Hauptschule kannst du in speziellen Klassen zwei Jahre lang deinen Realschulabschluss machen und daraufhin ganz normal aufs berufliche Gymnasium wechseln um dein Abitur zu machen.

    Und das mit der zweiten Fremdsprache ist zumindest in Deutschland ein überholtes Mysterium, jedes berufliche Gymnasium bietet speziell für Leute ohne Kenntnisse einer dritten Sprache Unterricht an. Ich konnte damals wählen ob ich Französisch mit meinen Vorkenntnissen weiter mache oder komplett von Null mit Spanisch anfange, weil an diesen Schulen davon ausgegangen wird dass die Schüler nur Englisch gelernt haben.


    In meiner Klasse gab es vier ehemalige Hauptschüler und alle haben es bis zum Abi geschafft.

  • Besser gesagt, das ist schwer weil Hauptschule nie den nötigen Stoff unterrichtete. Heißt in der Theorie kannste Abi machen in der Praxis wird's aber kaum einer schaffen, aufgenommen zu werden, da die nötige Vorraussetzung wie z.b. ne zweite Fremdsprache schon fehlt.

    Dafür gibt es berufliche Schulen. Nach der Hauptschule kannst du in speziellen Klassen zwei Jahre lang deinen Realschulabschluss machen und daraufhin ganz normal aufs berufliche Gymnasium wechseln um dein Abitur zu machen.

    Und das mit der zweiten Fremdsprache ist zumindest in Deutschland ein überholtes Mysterium, jedes berufliche Gymnasium bietet speziell für Leute ohne Kenntnisse einer dritten Sprache Unterricht an. Ich konnte damals wählen ob ich Französisch mit meinen Vorkenntnissen weiter mache oder komplett von Null mit Spanisch anfange, weil an diesen Schulen davon ausgegangen wird dass die Schüler nur Englisch gelernt haben.


    In meiner Klasse gab es vier ehemalige Hauptschüler und alle haben es bis zum Abi geschafft.

    Ich lebe in Bayern und das ist neu für mich... Vllt ist hier auch das Problem, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht. In meiner damaligen Abiklasse sind 8(!) Leute erstmal durch die Probezeit gerasselt... Aber das war au BOS und net FOS oder Gymi.

  • Ich lebe in Bayern und das ist neu für mich... Vllt ist hier auch das Problem, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht. In meiner damaligen Abiklasse sind 8(!) Leute erstmal durch die Probezeit gerasselt... Aber das war au BOS und net FOS oder Gymi.

    Ok, dachte zumindest dieser Teil des Systems wäre deutschlandweit verbreitet, dann ziehe ich das zurück.

    Die zweijährigen Klassen für Hauptschule -> Mittlere Reife sind sogar extra dafür ausgelegt, möglichst viel Stoff zu verteilen um auf das Abitur vorbereitet zu sein.

    Genau deshalb finde ich es auch so schade dass Berufliche Schulen bei vielen verpöhnt sind und als "Puddingabitur" bezeichnet werden, vor allem seitdem bei uns auf Zentralabi umgestellt wurde sind wir sogar direkt mit den normalen Gymnasien vergleichbar. Die Lehrer wissen dass ihre Schüler keine reinen Gymnasiasten sind und gehen den Stoff ganz anders an, die Lernmethoden sind anders. Nicht im Sinne von "die Schüler sind doofer als auf dem Gym" sondern mehr in der Art und Weise, wie vermittelt wird. Zumindest bei uns war das der Fall, deshalb würde ich auch jedem Realschüler der Abi machen will ein BG empfehlen, vor allem wenn sie ein wenig unsicher sind. Klar, einige Pfeifenlehrer hat man immer ...

  • Ich lebe in Bayern und das ist neu für mich... Vllt ist hier auch das Problem, dass jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht. In meiner damaligen Abiklasse sind 8(!) Leute erstmal durch die Probezeit gerasselt... Aber das war au BOS und net FOS oder Gymi.

    Ok, dachte zumindest dieser Teil des Systems wäre deutschlandweit verbreitet, dann ziehe ich das zurück.

    Die zweijährigen Klassen für Hauptschule -> Mittlere Reife sind sogar extra dafür ausgelegt, möglichst viel Stoff zu verteilen um auf das Abitur vorbereitet zu sein.

    Genau deshalb finde ich es auch so schade dass Berufliche Schulen bei vielen verpöhnt sind und als "Puddingabitur" bezeichnet werden, vor allem seitdem bei uns auf Zentralabi umgestellt wurde sind wir sogar direkt mit den normalen Gymnasien vergleichbar. Die Lehrer wissen dass ihre Schüler keine reinen Gymnasiasten sind und gehen den Stoff ganz anders an, die Lernmethoden sind anders. Nicht im Sinne von "die Schüler sind doofer als auf dem Gym" sondern mehr in der Art und Weise, wie vermittelt wird. Zumindest bei uns war das der Fall, deshalb würde ich auch jedem Realschüler der Abi machen will ein BG empfehlen, vor allem wenn sie ein wenig unsicher sind. Klar, einige Pfeifenlehrer hat man immer ...

    Bei uns sind viele durchgerasselt, weil manche Klassen Umbridge hatten... daran liegt's bei vielen. Die meisten / viele, die es bis zum Abi geschafft haben, scheren sich schon drum und sind schon dahinter.

  • Dafür gibt es berufliche Schulen. Nach der Hauptschule kannst du in speziellen Klassen zwei Jahre lang deinen Realschulabschluss machen und daraufhin ganz normal aufs berufliche Gymnasium wechseln um dein Abitur zu machen.


    Brauchste nicht unbedingt, man kann auch auf ner Hauptschule den Realschulabschluss machen. Hab ich so auch gemacht. Das ist nicht das Problem, sondern weil die nötigen Fächer, wie gesagt, fehlten.


    Und das mit der zweiten Fremdsprache ist zumindest in Deutschland ein überholtes Mysterium, jedes berufliche Gymnasium bietet speziell für Leute ohne Kenntnisse einer dritten Sprache Unterricht an. Ich konnte damals wählen ob ich Französisch mit meinen Vorkenntnissen weiter mache oder komplett von Null mit Spanisch anfange, weil an diesen Schulen davon ausgegangen wird dass die Schüler nur Englisch gelernt haben.


    Ist kein Mysterium, fürs reguläre Abitur, brauchst du eine 2. Fremdsprache als Zugangsvoraussetzung. Nur wird eine Solche auf den Hauptschulen im normal Fall nicht unterrichtet.


    Zum Fachabi: da gibt es (zumindest bei uns) wiederum die Zugangsvoraussetzung, erst mal ne 3-Jährige Berufserfahrung gemacht zu haben. Was natürlich als Hauptschüler (selbst mit Realabschluss) alles andere als leicht machbar ist. Und selbst wenn diese Hürde gemeistert ist, hingt man seinen mit Abiturienten so 3 Jahre hinter her, und gerade berufe für die man Abi braucht achten sehr auf das Alter des Bewerbers.


    Davon abgesehen, scheitert es schon daran, das auch der Stoff DER auf einer Hauptschule unterrichtet wird nicht ausreichend ist. so ist das erste Halbjahr nach den Sommerferien nur Wiederholung vom letzten Halbjahr. Damit sind schon Realschüler der selben Klassenstufe deutlich weiter als Hauptschüler.

    Womit dann, selbst wenn es auf eine Abi-/Fachabi schule geschafft wird, erst mal soviel Stoff auf einmal auf den Hauptschüler niederprasselt, das es davon die wenigsten meistern.


    Insgesamt werden Schülern der unteren schulen in Deutschland sehr viele (und unnötige) Hürden in den Weg gestellt, so das, wie einige hier schon anmerkten, es nur sehr wenige schaffen, die gemessen an der Anzahl der Schüler nicht mal 1% der jeweiligen Schule betragen dürfte.:thumbdown::sad:


    Das dreigliedrige Schulsystem ist und bleibt mist (schon alleine deswegen das es im Lernstoff Benachteiligungen gibt), und gehört, alleine schon wenn man sich das Video was ich oben verlinkt habe ansieht, einfach nur noch abgeschafft. Zumal schon dessen Einführung ziemlich verachtend ist.

  • Es gibt dennoch Kinder, die viel langsamer lernen als andere und Gymnasien sorgen zumindest in der Theorie dafür, dass sich Kinder mit hoher Aufnahmebereitschaft nicht unterfordert fühlen.

    Man kann auch nicht alles in Einzel- und Gruppenarbeiten erledigen. Es gibt nunmal keine bessere Unterrichtsform als guter Frontalunterricht. Auch dieser kann kommunikativ sein und muss nicht top-down passieren, aber mir ging schon damals der Trend auf die Nerven so vieles in Projekten zu erledigen.

    Erst recht, wenn man immer diejenige zugeteilt bekommen hat, die eine lange Zeit bloß auf der Schule geblieben ist, weil sie bei jedem Lehrer auf die Tränendrüse gedrückt hat.

    Wenn ich jemandem helfen möchte, mach ich das freiwillig und in meiner Freizeit, aber man will dazu nicht verdonnert werden, wenn man die Person eigentlich gar nicht leiden kann ... und man sonst auch merkt, dass sie sich bloß durchquält und eigentlich gar nichts versteht und nur weg von hier will. Sie hatte etwas gegen fast jeden, wollte aber gleichzeitig jedermanns Hilfe.


    Wenn Hauptschüler denken danach eine weiterführende Schule besuchen wollen, ist das ja möglich, aber ich halte nicht viel davon Schultypen zu mischen, da ich auch am Gym (Unter- und an der Oberstufe) einige Leute erlebt habe, die an gar keinem Fach und am Lernen Freude hatten und nie mitkamen.

    An sich stimmt es schon, dass bei Menschen mit normaler Intelligenz vieles möglich ist, aber manche Leute sind einfach ... so gar nicht kognitiv ausgerichtet.


    Dann war man schon wieder mit dem Stoff um Stunden und Wochen hinterher und natürlich hat man den meisten geholfen, trotzdem sind nicht alle im selben Schultyp richtig aufgehoben. Auf den Hauptschulen wird prinzipiell weniger Stoff unterrichtet, weil viele sonst gar nicht mehr mitkommen und manch andere gehören da eigentlich gar nicht hin.


  • Dazu muss man sagen, Deutschland ist das einzige Land mit getrennten Schulen und ist in der Pisa Studie weit unten. Die auf der Pisa-Liste auf Platz 1 haben alle Kinder in einer schule und bei denen klappt es doch Wunderbar ? Und wohlgemerkt besser als in Deutschland, DEUTLICH besser.


    Nicht zu vergessen, deine lehrnfähigkeit entscheidet ja nicht auf welche schule du kommst sondern (leider immer noch seit Einführung dieses Schulsystems) danach wie gut betucht deine Eltern sind. Bzw. Welchen Beruf diese haben und/oder welcher ethnisch herkunft sie angehören.

    Sagst es ja selbst, sowohl auf der Gym als auch auf der Haupt hast du Schüler getroffen die da gar nicht hingehörten.



    Zitat

    An sich stimmt es schon, dass bei Menschen mit normaler Intelligenz vieles möglich ist, aber manche Leute sind einfach ... so gar nicht kognitiv ausgerichtet


    Aber diesee sind doch auch nicht auf ner hauptschule sondern auf eigene Sonderschule ?

    Auf die regulären Schulen kommt man in Deutschland doch nur wenn man mindestens durchschnittlich intelligent ist. Das wird noch vor der ersten Klasse festgestellt bzw. Überprüft.

  • Deutschland ist sicherlich nicht das einzige Land. Woher hast du das?


    So stimmt das auch nicht. Wohlhabende Eltern fördern ihre Kinder mehr, das heißt aber nicht, dass jedem anderen ein Gymnasium verwehrt bleiben würde.

    Und mir ging das so am Allerwertesten, dass es einige Leute gab, dir in jedem Fach einfach nur rumheulten und jammerten. Es gab nichts oder höchstens ein Fach, das sie interessierte. "Kenn ich nicht, mag ich nicht, will ich nicht, brauch ich nicht, wofür mach ich das" - und das ging von manchen am Laufenden aus. In nahezu jedem Fach haben sie Grundsatzdiskussionen angezettelt, weshalb man das im späteren Leben gebrauchen könnte und in der Summe wirkte es halt sehr kleingeistig.

    Es gab auch wirklich bemühte Lehrer, die Neugierde und Interesse und Freude am Wissen wecken wollten, aber manche mussten andauernd beweisen, dass sowas nicht existierte.

    Und diese Gruppe von Menschen übertönen oft die anderen. Da wurden manche Ausflüge, auf die sich der größere Teil wirklich freute, gar gestrichen, weil "wääääh, uninteressant".


    Wenn ich dann im Studium oder andere Studierende treffe, die weiterheulen, dann raged innerlich schon was lol. Da beklagt man sich lieber eine halbe Stunde über eine "nutzlose" Formel, anstatt diese Zeit zu nutzen, um diese zu lernen.


    Zitat

    An sich stimmt es schon, dass bei Menschen mit normaler Intelligenz vieles möglich ist, aber manche Leute sind einfach ... so gar nicht kognitiv ausgerichtet


    Aber diesee sind doch auch nicht auf ner hauptschule sondern auf eigene Sonderschule ?

    Auf die regulären Schulen kommt man in Deutschland doch nur wenn man mindestens durchschnittlich intelligent ist. Das wird noch vor der ersten Klasse festgestellt bzw. Überprüft.

    Man muss deshalb nicht als "klinisch dumm" angesehen werden (was bei 7jährigen auch echt daneben ist), aber manche kommen einfach nicht mit und wollen und können nicht.

    Die eine dachte, wir hätte Eisenspäne im Blut und wenn da zusätzlich Eisen in das Nahrungsmittel hinzugefügt wurde, dann hobelt man so einen Eisenblock ab, wie Reibkäse.:biggrin:

    Da gab es auch bestimmte Zitate wie "Wie oft denn noch, das ist ein kleines Sigma." - "Nein, das ist ein Kringel-O. Das andere merk ich mir nicht." :pflaster:


    Zitat von SuperSaiyajin Gogeta

    Sagst es ja selbst, sowohl auf der Gym als auch auf der Haupt hast du Schüler getroffen die da gar nicht hingehörten.

    Ich war gar nicht auf der Hauptschule. In der Oberstufe sind einige hinzugekommen.