"Man sagt, …" - Über dumme Sprüche und weise Aussagen [Aktuell: Be kind. Everyone you meet is fighting a hard battle you know nothing about.]

  • Man sagt, …

    Ein Zitat ist besser als ein Argument. Man kann damit in einem Streit die Oberhand gewinnen, ohne den Gegner überzeugt zu haben.
    (Gabriel Laub)


    Zitate, Aphorismen, geflügelte Worte, Redewendungen und manchmal gar als Weisheiten bezeichnete Aussagen sind jedem von uns bekannt. Sie dienen in Büchern gerne als Einleitung, in Diskussionen als Argumente oder Bestärkung dieser und generell scheint in wenigen Worten die Welt zu stecken. Aber genau das ist auch oft das Problem, denn viele Zitate sind einfach schon lange aus ihrem Kontext gerissen worden und durchleben Jahre der Interpretation von allen möglichen Leuten. Was genau damit am Ende gesagt werden sollte, ist nicht unbedingt immer klar. Kurz gesagt: Man kann sich darüber streiten. Genau das möchte ich in diesem Thema mit euch machen. Nur sind wir natürlich alle sehr zivilisiert, weswegen wir uns nicht streiten, sondern gesittet debattieren.


    Nicht Sieg sollte der Zweck der Diskussion sein, sondern Gewinn.
    (Joseph Joubert)


    In lang vergangenen Gesprächen mit @Leviator kam die Idee auf, mal ein Thema zu haben, wo über unterschiedliche "Weisheiten" diskutiert werden kann. Das Konzept des Themas ist, dass wenn eine Diskussion abklingt, das nächste Zitat dran ist und darüber gemeinsam diskutiert wird. Ob das genug Diskussionsstoff bietet? Nun, zumindest hat es zum Beispiel hier und hier. Im Prinzip ist alles erlaubt; über die Sprüche philosophieren, darüber urteilen und natürlich vor allem diskutieren. Dabei geht es nicht um den Ursprung von irgendwelchen Redewendungen, sondern wirklich, um die praktische Bedeutung und wie man zu dieser steht. Vorerst werde ich die Diskussion leiten, um ein System zu entwickeln, aber in Zukunft darf dann natürlich jeder eine neue Debatte beginnen. Es steht euch auch frei mir jederzeit Sprüche/Zitate zu nennen, die ihr hier gerne diskutiert hättet.


    Aktueller Spruch [Beitrag]:




    "Be kind. Everyone you meet is fighting a hard battle you know nothing about.




    Bastet stellt euch hier die Frage, wie sehr ein solcher Leitspruch euch beeinflusst. Was bedeutet es eigentlich freundlich, nett oder lieb (kind) zu sein? Ist es überhaupt möglich, auf jeden Acht zu geben? Hier geht es zum einleitenden Beitrag: "Man sagt, …" - Über dumme Sprüche und weise Aussagen [Aktuell: Be kind. Everyone you meet is fighting a hard battle you know nothing about.]


    Vergangene Diskussionen:

    Es ist natürlich jederzeit erlaubt auch zu vergangenen Sprüchen was zu sagen. Macht nur deutlich, worauf ihr euch gerade bezieht!

    Viel Spaß!




    .: Cassandra :.

  • Gutes Thema!
    Oh, da hast du ein perfektes Zitat raus gesucht... denn damit wurde ich erzogen.
    Oder... sagen wir mit einem ähnlichen Spruch: "Wenn dir jemand auf die eine Wange schlägt, dann halte auch die andere hin.", und die beiden Zitate die du da aufgezählt hast, wurden mir auch sehr oft genannt.
    Und das von meiner Oma, weil ich in der Schule gemobbt wurde.
    Aufgrund dessen habe ich mich nie gewehrt und war immer freundlich und zuvorkommend zu meinen Mitschülern, egal wie gemein sie zu mir waren.
    Und heute, nun wo ich schon lange Zeit aus der Schule raus bin und so darüber nachdenke, merke ich erst, was für ein riesiger Schwachsinn das eigentlich ist.
    Hätte ich mich damals gewehrt und mal deutlich gezeigt, wie weh es eigentlich tut so etwas anderen Menschen anzutun, obwohl diese gar nichts getan haben dafür, dann hätten die anderen Schüler vielleicht mal verstanden wie es ist so behandelt zu werden.


    Es hat mir nichts gebracht die anderen so zu behandeln, wie ich gerne von ihnen behandelt werden möchte.


    Man könnte es jetzt natürlich auch so sehen, aus der Sicht der anderen Kinder, dass sie mich zu behandeln, wie ich sie behandeln soll.
    Also, dass ich sie zurück ärgern, mobben und quälen soll.
    Dies könnte man aus der Sicht eigentlich auch so sehen.
    Aber ich denke nicht, dass so etwas mit diesem Spruch bezweckt werden wollte.

  • Sehr interessantes Thema. Ich gebe dann mal auch meinen Senf dazu..
    Zuerst, wer kennt den Spruch eigentlich nicht? Ob von Familien, Verwandten, Erziehern oder einfachen Bekannten, früher oder später bekommt den jedes Kind zu hören. Obwohl ich zugeben muss, dass ich den damals nicht so oft zu hören bekommen habe, wie so manch andere "Weisheiten" meiner Eltern, die dennoch, wie ich glaube als Kind richtig verstanden zu haben, einigermaßen die gleiche Moral in sich verborgen hatten.


    Persönlich bin ich gespaltener Meinung, was diese Aussage angeht. Ich tendiere schon eher dazu, die Moral hinter dem Spruch als "korrekt" wahrzunehmen, trotzdem habe ich in der ein oder anderen Situation auch meine Zweifel daran. Ja, man sollte nicht über andere Leute lästern, weil man sich selbst nicht in der Situation des Opfers befinden will. Ja, man sollte nett und freundlich zu anderen sein, die einem immer so behandelt haben und nie einem etwas getan haben, weil man dieses Verhalten von den anderen auch erwartet. Ja, man sollte nicht stehlen, weil man für sich selbst auch wünscht sein Hab und Gut auf diese Weise zu verlieren, etc. etc.. Ich finde, dass solche Verhaltensweisen an sich schon im Leben generell selbstverständlich sind, wie in den vorigen Beispiel. Nicht zu lästern, ist klar. Freundlich gegenüber anderen, ist wohl auch klar. Nicht zu stehlen, ist glasklar. Um zusammenzufassen, man tut eben Das nicht, weil man nicht will, dass Das einem im besten Fall auch nicht passiert, weil im Prinzip sowieso Dies und Das richtig ist, wenn man mit gesundem Menschenverstand denkt.


    Andererseits, enstehen manchmal gewisse Situationen, in denen man diese "goldene" Regel nicht Folge leisten kann. Ein perfektes Beispiel hat bereits meine Vorposterin geliefert;


    weil ich in der Schule gemobbt wurde.

    Hätte ich mich damals gewehrt und mal deutlich gezeigt, wie weh es eigentlich tut so etwas anderen Menschen anzutun, obwohl diese gar nichts getan haben dafür, dann hätten die anderen Schüler vielleicht mal verstanden wie es ist so behandelt zu werden.

    Es hat mir nichts gebracht die anderen so zu behandeln, wie ich gerne von ihnen behandelt werden möchte.


    Spezifisch zum Thema Mobbing, es bring da einfach nichts, es dabei zu belassen und versuchen sich den Mobbern gegenüber freundlich zu benehmen, wenn diese weiterhin einem das Leben zur Hölle machen. Ja, es kann sein, dass sich jemand nach 'ner Zeit denkt "Obwohl ich so gemein zu ihm/ihr bin, ist er/sie weiterhin lieb zu mir. Vielleicht sollte ich doch mein Verhalten überdenken und damit aufhören.", aber ich schätze das ist sehr seeehr selten der Fall, besonders weil das meistens ein Gruppending ist und die einzige Person, die vielleicht doch noch Mitleid mit dem Opfer hat, sich nicht gegen die Gruppe stellen will. Das Einzige was dann noch hilft ist sich zu wehren, den Leuten klarzustellen, wie man sich fühlt, wie sie sich fühlen würden, wenn sie in der Haut des anderen stecken würden, und dass sie sich mit ihren Kram ruhig beschäftigen können und sich aus dem Leben anderer, wenn sie keine positiven Absichten haben, raushalten sollten. Natürlich ist das einfacher gesagt als getan, zumal ich auch damals drei Jahre lang extrem gemobbt wurde und immer still dagesessen hab, aber ich will nur damit erklären, dass man diesen Idealen nicht immer eins zu eins folgen kann.


    Der Spruch an sich, bzw. die Moral dahinter, sollte etwas Gutes bewirken. Leider kann man nicht immer erwarten, dass das Ergebnis dem entspricht, das man anfänglich damit erzeugen wollte. Also, das selbe Verhalten von seinen Mitmenschen, das man ihnen erbracht hat. Man kann für sich selbst einschätzen, wie sehr das einem im Leben weiterhilft und in welchen Situationen man es für angebracht oder unangebracht hält.

  • Ich finde auch, dass viele dieser Sprüche nur viel heiße Luft sind. Unter anderem, weil sie nur eine sehr idealisierte und verklärte Idealvorstellung sind und niemals der Realität entsprechen, da sie so vereinfacht sind. Manche mögen im Kern wahr sein und auch auf manche Situationen zutreffen, sind aber lange noch nicht allgemeingültig.


    Das

    Zitat von Rakan Main

    "Wenn dir jemand auf die eine Wange schlägt, dann halte auch die andere hin."

    und diese wannabe-positiven / diabeteserregenden (xD) und fallweise auch wannabe-tiefgründigen "Facebook/Internetweisheiten" sind das Schlimmste und Dümmste.
    Mein absoluter Favorit darunter wäre: "Man sagt am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut, ist es auch nicht das Ende." Dazu unten bei dem altbekannten Spruch mehr, aber ich finde den endlos bescheuert.


    Was mir sonst noch einfällt und auf einer Seite gefunden habe:
    "Jeder ist seines Glückes Schmied." - sag das einmal Menschen, die entweder selbst schwerkrank sind, einen Unfall erleiden oder jemanden verlieren.


    "Morgenstund' hat Gold im Mund."
    Das Einzige, was Morgenstund hat, sind nervige Menschen, die zu viel reden.


    Ein anderes, ungeliebtes von mir ist: "Zeit heilt alle Wunden" - viel zu vage und bezweifle ich doch sehr stark.

  • "Zeit heilt alle Wunden" - viel zu vage und bezweifle ich doch sehr stark.

    Der ist doch garnicht mehr in. Heute sagt man, "Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz."
    Ist auch nicht ganz richtig, kommt aber zumindest etwas näher hin.
    Mich stören ja eher diese Sprüche die von Liebe handeln. Bis auf Sprüche wie "Liebe ist, wenn man sich auch mal voreinander ekelt und trotzdem zusammen bleiben möchte", ist das Meiste nur süßlicher Schmalz.

  • Der ist doch garnicht mehr in. Heute sagt man, "Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz."Ist auch nicht ganz richtig, kommt aber zumindest etwas näher hin.
    Mich stören ja eher diese Sprüche die von Liebe handeln. Bis auf Sprüche wie "Liebe ist, wenn man sich auch mal voreinander ekelt und trotzdem zusammen bleiben möchte", ist das Meiste nur süßlicher Schmalz.

    Allerdings stimmt das - oder stehst du etwa wunderschön auf? Und wenn man mal Zeit mit jemandem verbringt, well... you better deal with it? XD Ekeln ist da meistens zu krass ausgedrückt, aber es kommt in die Richtung hin. Wer abhaut, weil du mal mit zerzausten und etwas ungewaschenen Haaren aufstehst oder anderes in der Art, ist eh nur Zeitverschwendung. ^^"

  • Na ja, ich meine wenn jemand mal Schuppen hat, oder irgendeine schlechte Angewohnheit, dass er z.B. sich nie die Hand vorhält wenn er rülpst, oder dass er biologisch das Problem hat dass er sehr schnell und stark schwitzt.
    Irgendeine Schwäche die echt unangenehm für das Umfeld ist, ob nun charakterlich, oder generell.

  • @Acario be se change yu want to see in se world - Ghanti Obama
    Hi na, ich hab 2011 bis 2013 mein Profil mit ganz vielen Cringe-Zitaten, die man relativ häufig auf den Instagram- und Facebook-Profilen von jungen Mädchen im Alter bis gut 16 Jahren findet, gefüllt. War ich edgy? Hell yes. Waren die Zitate die perfekte Reflexion meiner Edgyness? Hell yes. Ich erlaube mir jetzt also mal ein bisschen Spaß, und nehme ein paar meiner most used quotes 2011-2013 auseinander.


    » Du kannst niemanden wirklich aufrichtig lieben, wenn du dich selbst nicht lieben kannst.«
    Grundlegend mag manches an diesem Spruch sicherlich wahr sein - aber jemand, der quasi 24/7 darüber redet, wie beschissen sein Leben und seine Persönlichkeit ist, umgekehrt aber nichts daran ändern möchten, gibt sicherlich keinen guten Partner ab. Ich denke, dass ich für die meisten spreche, wenn ich sage, dass ein stabiler Partner, ein stabiler Mensch, an den man sich anlehnen kann, und auf den man sich verlassen kann, sehr viel attraktiver und liebenswerter ist, als jemand, den man "heilen" und "retten" muss. Ja, ich wurde selbst mit Depression diagnostiziert, aber ich finde es ekelhaft wie diese ernstzunehmende Krankheit - und generell schwerwiegende Probleme, die das Selbstwertgefühl beeinflussen - teilweise romantisiert werden, und manche Menschen echt meinen, man kann "mit meiner Liebe deine Krankheit heilen!". Das ist Quatsch. Zu einer Behandlung gehört so viel mehr als das.
    Anyways, zurück zum Thema - umgekehrt denke ich aber, dass gerade Menschen, die ein bisschen mit sich selbst kämpfen, Liebe nicht nur verdient haben, sondern sie auch dringend brauchen. Jemand, der ihnen zeigt, dass sie liebenswerte Seiten an sich haben, und dass sie jemanden haben, auf den sie sich verlassen können, der sie auffängt und wachrüttelt, wenn sie zweifeln. Wir alle möchten geliebt werden - kommt mir jetzt nicht mit eurem Edgelord Dasein an, werft euren Scene Pony über euer linkes Auge und sagt mir, dass ihr keine Liebe braucht, danke - und es ist nichts schöner, als jemanden zu haben, der uns nicht liebt, "obwohl" wir sind wie wir sind, sondern der uns liebt gerade weil wir sind wie wir sind. Insofern - man muss nicht vor Selbstbewusstsein strotzen und der coolste Hengst auf dem Ponyhof sein, umgekehrt sollte man aber auch ein stabiles Level erreicht haben, bevor man sich auf ein derartiges komplexes, verantwortungsvolles Beziehungsgestrüpp wie eine Beziehung stürzt.


    » Die Zeit heilt alle Wunden. «
    EXCUSE ME???
    lol, nein. Meine Mom und mein Dad sind seit 2 Jahren getrennt, und sie ist immer noch in einem Mindset, in dem sie denkt, dass sie ihn zurückbekommen kann. Sie konnte sich ja auch nicht von ihrem Ex lösen, der seit 20 Jahren tot ist. Freilich mag eine Genesung welcher Art auch immer mit Geduld einhergehen, aber Menschen, die etwas wirklich Schlimmes, ein Trauma sogar, erlebt haben, brauchen dringend Hilfe, in welcher Form auch immer. Und auch solche, die einfach nicht loslassen können. Oder wollen.


    "Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu!" /
    „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“

    Darauf wollte ich noch eingehen, um dem Thema auch ein bisschen Genüge zu tun - an sich finde ich, dass schon etwas dran ist, wie man andere behandelt. Ich finde einfach, dass Menschen, die hilfsbereit und zuvorkommend sind, eine ganz einzigartige Ausstrahlung haben. Ich selbst bin ein naiver, dummer Mensch und verschwende meine Energie an "tote" Pferde, ich gehe umgekehrt ein, wenn ich nicht ich selbst sein kann - umsorgend, liebend, zuvorkommend, unterstützend. Und auch wenn ich nicht immer bekommen habe, wonach ich gestrebt habe, so habe ich immer das Gefühl gehabt, etwas bewegt zu haben, durch meine Zeit, meine Hand, mein offenes Ohr, meinen Rat. Es ist einfach ein schönes Gefühl, ein netter Mensch zu sein, auch wenn das jetzt ein wenig albern klingen mag, haha. Menschen, die viel Liebe geben, bekommen in vielen Fällen auch viel zurück. Man darf sich nur nicht ausnutzen lassen.

  • Zu einer Behandlung gehört so viel mehr als das.

    An dieser Stelle möchte ich den Psychologen Dr. Sebastian Bartoschek zitieren: "Beziehung ist keine Therapie. Beziehung ist keine Therapie. Bezieheung ist keine Therapie." Soll heißen: Eine Depression ist nichts, was nicht auch in einer glücklichen Beziehung vorkommen kann. Weder wird eine glückliche Beziehung eine Depression heilen, noch ist eine Depression ein Zeichen einer unglücklichen Beziehung. Ein Partner kann sicher hilfreich sein, um in einer depressiven Phase nach Hilfe zu suchen. Die Behandlung jedoch ist einem Arzt zu überlassen, nicht nur weil der sich im Normalfall besser auskennt, sondern auch weil er mögliche Misserfolge nicht persönlich nimmt.

  • und diese wannabe-positiven / diabeteserregenden (xD) und fallweise auch wannabe-tiefgründigen "Facebook/Internetweisheiten" sind das Schlimmste und Dümmste.

    Ja, danke Bastet! Genau das denke ich heutzutage natürlich auch.
    Aber als Kind hört man da natürlich auf die Oma. Ich glaube der Spruch kommt auch aus der Bibel. Würde mich wundern, wenn sie mir mal etwas nicht aus der Bibel gepredigt hat. - Nichts gegen gläubige Menschen - Ich mein ja nur.


    Diese ganzen Sprüche, die meinen die Welt zu verbessern, kotzen mich auch einfach nur an.
    Meist sind es nur solche Sprüche die doch eh nur regelrechte Gutmenschen mögen und nach ihnen handeln. Nicht dass Gutmenschen etwas weitgehend schlechtes sind, aber sorry Leute, solche Sprüche helfen niemanden. Eher bringen sie einem zum verzweifeln und lösen doch leichte Kotzreaktionen aus.
    Diese Sprüche stellen doch heute auch viele Leute in Facebook als Status rein, passend zu einem echt deepen Bild von sich selbst. (Warum, habe ich bis Heute nicht verstanden. Irgendwie habe ich da die Mode verpasst.)
    Oder als Whatsapp Status.

  • Ich will mich nochmal auf diese typischen Facebook/Instagram/was-weiß-ich noch-Sprüche beziehen;
    Die Ironie hinter der Sache ist, dass Leute, größtenteils Jugendliche/pubertäre Mädchen, die solche Sprüche posten, an diese auch selbst im Grunde gar nicht glauben und/oder diese einhalten und schön befolgen, damit ihr Leben "sonniger" erscheint. Ich meine, jeder kann frei posten und hochladen, was er will, aber zu Zeiten als ich noch auf Facebook aktiv war fand ich das übertrieben, wie jeder plötzlich auf seiner Pinnwand vor sich hin philosophierte und meinte, dass dieses/r Motto/Spruch sein Leben bereichere, obwohl besagte Person, so wie ich sie kannte, gar nicht nach dem Motto lebte und immer über etwas deprimiert war. Sorry, aber sowas verstehe ich nicht.xD

  • Zitat von Rakan Main

    Diese Sprüche stellen doch heute auch viele Leute in Facebook als Status rein, passend zu einem echt deepen Bild von sich selbst. (Warum, habe ich bis Heute nicht verstanden. Irgendwie habe ich da die Mode verpasst.)Oder als Whatsapp Status.

    Mit den ewig gleich aussehenden Selfies mit irgendwelchen in einer Minute ergoogleten Sprüchen über Enttäuschung und alles, was in die Richtung von "nobody sees who you really are" etc. geht, sind hilarious und dabei mein ich noch nichtmal nur die Teenager, die das tun. Vergiss nicht die Leute, die sehr zweifelhafte Studien darüber teilen, dass bewiesen wurde, Gruppe X (der sie ja ganz zufällig selbst angehören oder sich zumindest so sehen) sei intelligenter als der Durchschnitt. :D


    Zitat von Rakan Main

    Meist sind es nur solche Sprüche die doch eh nur regelrechte Gutmenschen mögen und nach ihnen handeln. Nicht dass Gutmenschen etwas weitgehend schlechtes sind, aber sorry Leute, solche Sprüche helfen niemanden.

    Du musst aber dabei eines bedenken:
    "Jeder Fremder ist ein Freund, den du nur noch nicht kennst."
    :assi:
    Letztens auf einer PW gesehen, von einem Mädel mit den allerschrägsten Bekanntschaften, die vielleicht eher Fremde hätten bleiben sollen.


    Um vielleicht noch etwas zu dem Thema beizutragen:

    Zitat von Feliciá


    » Die Zeit heilt alle Wunden. «
    EXCUSE ME???
    lol, nein. Meine Mom und mein Dad sind seit 2 Jahren getrennt, und sie ist immer noch in einem Mindset, in dem sie denkt, dass sie ihn zurückbekommen kann. Sie konnte sich ja auch nicht von ihrem Ex lösen, der seit 20 Jahren tot ist. Freilich mag eine Genesung welcher Art auch immer mit Geduld einhergehen, aber Menschen, die etwas wirklich Schlimmes, ein Trauma sogar, erlebt haben, brauchen dringend Hilfe, in welcher Form auch immer. Und auch solche, die einfach nicht loslassen können. Oder wollen.

    Eben deswegen. Damit wird alles auf die leichte Schulter genommen und so getan, als hätte sich derjenige an Papier geschnitten.
    Wenn dein Ex gestorben ist, und sei es auch vor 20 Jahren, darf man nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass sie darüber hinwegkommt oder hinwegkommen MUSS und das in einem "angemessenen" Zeitraum. Man darf jetzt ebenfalls nicht davon ausgehen, dass Hilfe, in welcher Form auch immer, tatsächlich in jedem Fall zu irgendeinem Genesungsprozess beitragen muss.


    Ich denke, solche Volksweisheiten sind vor allem deswegen entstanden, weil es viele Leute nicht ertragen können / wollen, wenn die Sachen eben nicht gut ausgehen oder zumindest gut werden.
    Vor allem ist es einfacher, als eine tatsächliche Auseinandersetzung mit einem schwierigen Thema und Situation.
    Demnach sagen manche religiösen Menschen auch, dass etwas "von Gott gewollt gewesen sei" und wenn sie nicht selbst die Betroffenen sind, kommt das bei so manchen Eltern kranker Kinder uä. wirklich nicht gut an, obwohl es tröstend gemeint war.


    Eine abgewandelte Form des Zitats habe ich von meiner Oma oft gehört, bei jeder Kleinigkeit: "Bist heiratest, ist alles wieder gut." XD
    Bei Dingen, über die man sich nur im Moment aufregt wie eine versemmelte Prüfung oder einen oberflächlichen Streit, stimmt das durchaus, das sagt ja keiner.

  • Die Ironie hinter der Sache ist, dass Leute, größtenteils Jugendliche/pubertäre Mädchen, die solche Sprüche posten, an diese auch selbst im Grunde gar nicht glauben und/oder diese einhalten und schön befolgen, damit ihr Leben "sonniger" erscheint. Ich meine, jeder kann frei posten und hochladen, was er will, aber zu Zeiten als ich noch auf Facebook aktiv war fand ich das übertrieben, wie jeder plötzlich auf seiner Pinnwand vor sich hin philosophierte und meinte, dass dieses/r Motto/Spruch sein Leben bereichere, obwohl besagte Person, so wie ich sie kannte, gar nicht nach dem Motto lebte und immer über etwas deprimiert war. Sorry, aber sowas verstehe ich nicht.xD


    Würde ich tbh nicht mal so hart und "von oben herab" formulieren. Während der Pubertät befindet man sich - noch mehr als sonst - in einer Phase der Selbstfindung. Ich denke, dass solche Weisheiten, Sprüche, Zitate etc. bis zu einem gewissen Grad als moralischer Kompass dienen können, an dem man sich eben in dieser Lebensphase orientiert. Ab einem gewissen Alter empfindet man sowas vermutlich eher als corny, ja, aber deswegen würde ich darüber nicht allzu sehr den Kopf schütteln.

  • Schon mal danke an die ersten Poster für die tollen Gedanken und zahlreichen Beiträge!


    Also generell liebe ich es einfach, mir so Sprüche durchzulesen und Gedanken darüber zu machen. Manchmal gibt es einfach Situationen, wo es so kurz und bündig mehr Aussagekraft hat, als wenn man lang und breit erklärt, warum etwas ist wie es ist. Finde auch, dass solchen Aussagen oft Unrecht getan wird. Kein Spruch entstand als allgemein gültige Regel, sondern in einem bestimmten oder gar in einem historischen Kontext. Man muss da natürlich aufpassen und darf nicht einfach eine Aussage für alles mögliche verwenden, nur weil man keinen Bock hat zu differenzieren.


    Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema Mobbing, das hier angesprochen wurde. Wenn Eltern das tatsächlich in dem Zusammenhang so nutzen, dann haben sie in meinen Augen auch nicht richtig nachgedacht. Für mich hat sich die goldene Regel in der negativen Formulierung immer auf eine Aktion, die von mir als erstes ausgeht, bezogen. Das heißt, erstmal tue ich grundsätzlich niemanden etwas, wenn ich nicht will, dass die Person mir das auch antut. Sprich, ich liefere keine Gründe für andere, mich schlecht zu behandeln. Wenn ich mich bei Mobbing wehre, dann ist das eine Re-Aktion und vor allem ist es nicht auch Mobbing. Bezieht sich der Spruch nicht darauf, dass wenn ich selbst nicht gemobbt werden will, ich andere nicht mobben sollte? Ich lese da nicht raus, dass wenn ich gemobbt werde, ich dem Täter nicht mal deutlich klar machen darf, dass ich das nicht mit mir machen lasse. Bin persönlich aber dagegen, dass man anfängt, den Täter auch zu mobben. Das sind zwei völlig unterschiedliche Sachen, selbst wenn ich jemandem eine reinhaue, ist das noch lang kein Mobbing. Außerdem widerspricht das dem Spruch auch in dem Sinne nicht, dass ich ja nur reagiere. Mir kann das nur angetan werden (also jemand reagiert auch auf mich), wenn ich anfange wen zu mobben. Solang ich das nicht tue, bin ich fein aus dem Schneider.
    Die positive Formulierung des Spruchs finde ich etwas schwieriger zu interpretieren. Auch hier würde ich einfach sagen, dass es erstmal allgemein gemeint ist. Wenn ich fair mit anderen umgehe, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man am Ende fair mit mir umgeht, größer. Wenn ich nicht lüge und zu Fehler stehe, dann erleichtert das anderen auch mir gegenüber ehrlich zu sein. Das mag nicht immer auf alle, die man respektvoll behandelt, zutreffen, aber zumindest habe ich die Erfahrung gemacht, dass man unterm Strich viel Positives zurückbekommt. Außerdem ist es dann schwer für Einzelpersonen dich schlecht zu reden oder schlecht zu behandeln, weil da meistens mehr Personen hinter dir stehen.


    Wo es schwierig wird für mich, sind spezifische Situationen. Es kommt zu Momenten im Leben, wo es mir egal wird, wie mich die andere Person behandelt. Da lege ich nicht mehr so viel Wert darauf, sie so zu behandeln, wie ich es mir wünsche. Dennoch, mir zu Liebe, bleibe ich meinen typischen Verhaltensweisen meistens treu. Hauptsache ich fühle mich wohl damit. Wenn man allerdings keinen Bock mehr hat, kann ich das absolut nachvollziehen. Es gibt halt für alles Grenzen und man muss in meinen Augen nicht non-stop dastehen und die andere Wange hinhalten. Ich würde es halt bloß nicht übertreiben, wie es teilweise bei Rache-Aktionen passiert. Finde, da muss man aufpassen, dass man im Rahmen bleibt, sonst gibt man dem anderen wiederum das Recht, auf dich zu reagieren und etwas schlechtes zu tun. Da passt es imo aber wieder. Wenn sich wer an mir rächt für irgendwas, dann wünsche ich mir, dass derjenige es mit etwas Vergleichbarem macht. Deswegen würde ich es auch nicht bewusst übertreiben wollen. Also behandele ich andere sogar im negativen Sinne so, wie ich es akzeptieren kann, dass man mich behandelt, lol. Praktisch natürlich nicht immer so einfach, da jeder eine andere Wahrnehmung hat, aber ich halt es mir als Hintergedanke.

  • Tolles Thema, ich habe mich auch schon immer für Spüche und Redewendungen interessiert, und fand sie genau wie du auch oft ins Schwarze treffend.


    Es wurde auch schon viel zu den beiden Sprüchen gesagt, aber auf den Punkt bringt es für mich das hier:

    Für mich hat sich die goldene Regel in der negativen Formulierung immer auf eine Aktion, die von mir als erstes ausgeht, bezogen. Das heißt, erstmal tue ich grundsätzlich niemanden etwas, wenn ich nicht will, dass die Person mir das auch antut. Sprich, ich liefere keine Gründe für andere, mich schlecht zu behandeln. Wenn ich mich bei Mobbing wehre, dann ist das eine Re-Aktion und vor allem ist es nicht auch Mobbing.


    Die beiden Fettmarkierungen sind perfekt gesetzt - man sollte nichts Schlechtes von sich aus tun, wenn einem aber etwas Schlechtes angetan wird darf und soll man sehrwohl darauf reagieren und sich wehren. Man kann dazu auch "Spiegel vorhalten" sagen, was ich für ein durchaus berechtigtes Mittel halte wenn das Gegenüber mit dem negativen Verhalten angefangen hat, und sonst nicht daraus lernt - das tun viele überhaupt erst wenn sie etwas am eigenen Leib erfahren.


    Das fällt für mich auch unter Karma - ich bin kein sehr gläubiger Mensch, aber daran glaube ich, und knüpft glaube ich gut an diese beiden Sprüche an. Wenn alle das erfahren würden, was sie anderen antun - nehmen wir mal nur die negativen Beispiele - gäbe es wirklichen Weltfrieden :girl:


    Eine weitere Parallele ist vielleicht auch die Tierwelt. Auch wenn wir uns mit unserem Bewusstsein und demnach wenigeren Instinkten von Tieren unterscheiden, gibt es sie dennoch immer noch und Ähnlichkeiten wie Angriff, Verteidigung, Stolz und so weiter - und in der Tierwelt wirst du gefressen wenn du dich nicht wehrst. Mir ist bewusst dass es da um das Überleben geht, aber man könnte es als dauerhafte Verletzung ansehen wenn wir durch unser Nichtwehren beim Mobbing oder Ähnliches dauerhafte Schäden davontragen.


    Ich habe mich schon als Kind schnell gefragt, warum die Leute beim Älterwerden irgendwann anfangen gegen andere zu gehen, sich also von sich aus = unnötig, negativ anderen gegenüber zu verhalten. Ich dachte würden immer alle nett zueinander bleiben, gäbe es doch keine Probleme. Und eigentlich sehe ich das immer noch so. |: )
    Aber, auch ich wurde gemobbt und enttäuscht und bin mittlerweile Gott sei Dank an dem Punkt angekommen mich zu wehren wenn mir jemand Unrecht tut, und auch Menschen abzuschreiben wenn es sein muss. Das Thema Gerechtigkeit ist mir heute viel wichtiger als früher, aber trotz der neuen Konsequenz bin ich immer noch gerne nett zu anderen Menschen - solange sie es auch zu mir sind.


    Von daher finde ich beide Sprüche gut und wahr, und bin gespannt welche hier noch diskutiert werden.
    Darf man auch Vorschläge machen? :o)

  • Ich bin auf das Thema gestoßen und denke gerade nur an folgende Situation:

    Ich wurde ebenfalls in der Schule gemobbt, hatte ich ein Gespräch mit dem Schulsozialpädagogen. Meine Mutter war ebenfalls anwesend. Während der Unterhaltung kristallierte sich die Haltung des "Pädagogen" soweit heraus, ich solle mich ja auf das gleiche Niveau begeben wie die Mobber und zurück mobben. Also ebenfalls beleidigen und Co.

    Meine Mutter hat daraufhin das Gespräch erbost abgebrochen, weil sie hat ja ihre Kinder nicht zu solch einem asozialen Verhalten erzogen.


    Stattdessen habe ich mit der Zeit gelernt, mit solcher Ablehnung zu leben, gerade die Zeit in der Handelsschule war ziemlich hart. In dem Fall waren es zwar keine Beleidungen, sondern vielmehr habe ich gespürt, dass ich erwünscht war (z.B. stellte ich mich in den Pausen oft zu den anderen, sie rückten nach 5 Minuten von mir ab, usw).


    Inzwischen bin ich aber der Meinung, dass man sich nicht alles gefallen muss. Ich lasse es meistens einfach beruhen und versuche es zu ignorieren, da ich jetzt nicht unbedingt der Typ Mensch bin, der sofort eine passende Antwort parat habe. Meistens ist es dann sowieso besser, wenn man die Situation nicht weiter thematisiert.

    Denn: Eine Re-Aktion erzeugt auch wiederum eine Re-Aktion und kann ggf Konflikte nur weiter aufpushen.

  • Zitat von Rajani

    Inzwischen bin ich aber der Meinung, dass man sich nicht alles gefallen muss. Ich lasse es meistens einfach beruhen und versuche es zu ignorieren, da ich jetzt nicht unbedingt der Typ Mensch bin, der sofort eine passende Antwort parat habe. Meistens ist es dann sowieso besser, wenn man die Situation nicht weiter thematisiert.


    Denn: Eine Re-Aktion erzeugt auch wiederum eine Re-Aktion und kann ggf Konflikte nur weiter aufpushen.

    Bei vielen Dingen ist es an sich eine gute Idee es zu ignorieren, aber gerade wenn man stundenlang am Tag mit Leuten zu tun hat, geht das so nicht ewig.

    Die Dinge direkt anzusprechen, wenn sie jeden Tag auftreten, hat für die anderen erstmal einen Überraschungseffekt.


    Ich meine, ich kenne iwo beide Situationen. Hab auch schonmal einen Typen und früher eine Mitschülerin so gut wie möglich gemieden und bin dann in die seltsame Situation gebracht worden das Warum zu erklären.

    Nun, ist das aber der normale Lauf im Leben, dass sich manche Leute einfach nicht sympathisch sind, aber wenn eine ganze Gruppe dich ablehnt und ich kenn dich ja, dass du dich eben normal anderen Leuten gegenüber verhältst, kann es sein, dass sowas nach dem Schneeballsystem läuft. Zwei, drei beginnen damit und andere schließen sich dem ungefragt an.

    Wenn man das Verhalten einer ganzen Gruppe anspricht, werden sich manche Leute, die sich dem gedankenlos angeschlossen haben, vielleicht erst bewusst, dass sie eben so handeln.


    Und hust, hust es hat im Gym sehr geholfen dem einen in die Kronjuwelen zu treten, xD ... nachdem der Schlägertyp meinte: "Ich warte mit drei Freunden vor der Schule auf dich." Wer mit ca 14 schon recht groß und bullig ist und meint mit seinen Freunden zusammen ein Mädchen abpassen zu wollen, ist sowieso in Wirklichkeit ein riesiger Lappen. X/


    In anderen Situationen hatte ich an sich viel Geduld, weil ich im Prinzip meist meine Ruhe wollte, aber manchmal kann es eben zu viel sein. Gerade Leute, die sich an anderen abreagieren wollen und erst zufrieden sind, wenn ihr Umfeld aus Angst kuscht, verwechseln tatsächlich Freundlichkeit, und den Wunsch sowas aus dem Weg zu gehen, mit Schwäche und Angst.

  • Auf die Pseudo-Deepen Sprüche will ich für's Erste mal gar nicht eingehen, sondern mal echt zu denen, die ich im Leben viel zu oft gehört habe, wovon manche halt auch einfach Mythen oder Dummgeschwätz sind.


    Zitat

    "Du bekommst vom vielen TV schauen / Videospiele spielen eckige Augen"

    Wer hat sich diesen Mist ausgedacht, und wieso dachten Eltern, Großeltern & teilweise sogar Lehrer, dass es legitim wäre, diesen BS zu verbreiten?

    Ich hab seit meines Lebens nichts anderes gemacht, als vor dem ein oder anderen eckigen Bildschirm zu hocken, aber meine Augen sind afaik immer noch rund, und außerdem in Top Notch Zustand, aber das mal so nebenbei.

    Und nein, ich mein damit nicht das typische "Genügend Abstand & Raum ordentlich behellt" Gelaber, sondern tatsächlich die Aussage, man würde eckige Augen davon bekommen.

    Wtf.


    Zitat

    "Wenn du Marmelade mit Wurst oder Käse mischt, wird dir schlecht"

    Tatsache. Ich wurde als Kind so aufgezogen, dass ich zum Frühstück entweder Wurst & Käse, oder Marmelade essen kann - aber nicht beides, denn davon würde einem ja angeblich schlecht werden.

    Kann sagen, dass ich darauf seitdem ich ein Teen bin nichts mehr gebe, und mir ist dennoch nie schlecht davon geworden.

    Wieder so eine Pseudo-Weisheit, von der ich mich frage, wo zum Geier sie herkommt.


    Zitat

    "Anderen Menschen geht es schlechter als dir, also hör auf zu jammern"

    Der Aussage zufolge dürfte sich kein Mensch auf Erden schlecht fühlen, weil irgendwo könnte es ja immer wen geben, dem es schlechter geht. Nice one.

    Srsly, ich hasse diese Aussage. Anderen Menschen geht es auch besser als mir.

    Und überhaupt, wieso sollten mich andere Menschen kümmern? Ich muss mir auch oft genug anhören:

    Zitat

    "Wenn andere von der Brücke springen, springst du dann auch?"

    Macht eigentlich Sinn, aber nicht, wenn man beide Sprüche andauernd hört. Einerseits sollen mir andere Menschen egal sein und ich soll nicht immer das selbe machen wie die, aber auf der anderen Seite darf ich nicht jammern, weil es anderen schlechter geht. Hört hört.


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    "Du musst dir nur ein dickeres Fell anlegen"


    Achja, was hasse ich diesen Spruch. Das sind so richtige Pseudo-Weisheiten, für die ich entsprechende Person, die sie mir an den Kopf knallt, am liebsten massakrieren würde.

    Vor allem, da ich den Spruch halt zu 99% von meiner Mum in Bezug auf Mobbing gehört habe. Erstens ist meine Mum eine andere Art von Persönlichkeit, und zweitens ist es halt so ein typischer Spruch a lá "Mobbing ist nicht so schlimm" und "Es ist deine eigene Schuld, wenn du gemobbt wirst".

    Ganz oft in dem Zusammenhang muss ich mir von meiner Mum auch anhören

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    "Mir geht/ging es schlechter, und ich jammere trotzdem nicht"

    Meine Mum macht gern mal einen Kontest daraus, wer die schlimmere Vergangenheit hatte oder wem es jetzt schlimmer ist. Klingt bescheuert, ist es auch.

    Wann immer ich mich an meine Mum gewandt habe, weil ich dieses oder jenes Problem hatte, hieß es "Ich hab damals dies & jenes erlebt und mach dennoch nicht so ein Geheule draus" - Kthxbb Mum.

    Es ist mir generell egal, wem es schlimmer geht und wem nicht. Es gibt Leute, die machen auch für "weniger" mehr Drama. Ich hasse einfach dieses "belitteln" aka "So schlimm kann es gar nicht sein, also beiß die Zähne zusammen".


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    "Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker"

    Das passt ganz gut zu dem obrigen, da ich es oft auch im selben Kontext gehört habe.

    Manche Menschen unterschätzen halt einfach, dass es schlimmere Zustände als "tot" gibt. Ergo, dass nicht alles, was einen nicht umbringt, einen auch stärker macht. Manche Person wünscht sich, sie wäre lieber gestorben, als zu erleben, was er/sie erlebt hat; und eins ist gewiss: Man wird nicht aus jeder Scheiße, sie man erlebt hat, stärker.

    Menschen, die schwerwiegende Traumata erlebt haben, werden sich auch nicht denken "Ich bin nicht daran gestorben, also kann ich ja nur daran stärker werden".


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    "Indianerherz kennt keinen Schmerz"

    Hallo? Wieso? Wieso?! Wiiiiiesooooo?!?

    Wieso dachtest du, dass sei wichtig, immer & immer wieder zu betonen, Mum? Ist das lustig, weil du indianischer Abstammung bist? Oder wieso?

    So ein richtig beknackter Spruch, denn ich mir sicher, auch Indianer spüren Schmerz. Smh.


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    "Konsequenz heißt, auch Holzwege zu Ende zu gehen"

    Eigentlich fand ich den Spruch mal ganz amüsant, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr regt er mich auf - denn es gibt nur wenig, dass mich mehr aufregt, als Leute, die einfach weiter machen, obwohl sie ganz klar falsch sind.

    Wenn man schon die Erkenntnis erlangt hat, dass man falsch liegt, sollte man auch die Eier haben, es zuzugeben und sich dann einem richtigeren Weg zuwenden - und nicht stur einfach weiterhin auf dem "Holzweg" bleiben.


    Okay, für's Erste war es das von mir.

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    "Anderen Menschen geht es schlechter als dir, also hör auf zu jammern"

    Der Aussage zufolge dürfte sich kein Mensch auf Erden schlecht fühlen, weil irgendwo könnte es ja immer wen geben, dem es schlechter geht. Nice one.

    Vor allem ist das so ein typischer Spruch, den Menschen mit Depression zu hören bekommen. Es stimmt natürlich, es hilft halt nur kein bisschen, also kann mans auch lassen. Im Gegenteil, die Person fühlt sich nur noch schlechter, weil sie Depression nicht als Grund wahrnimmt, weshalb es Menschen schlecht geht.

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    "Wenn andere von der Brücke springen, springst du dann auch?"

    Macht eigentlich Sinn, aber nicht, wenn man beide Sprüche andauernd hört. Einerseits sollen mir andere Menschen egal sein und ich soll nicht immer das selbe machen wie die, aber auf der anderen Seite darf ich nicht jammern, weil es anderen schlechter geht. Hört hört.

    Erinnert mich an eine Situation in einer The Middle Folge: Sohn Axel hatte sich nicht für eine Prüfung gelernt, weshalb die Mutter ihm vorwurfsvoll fragt, warum er das nicht, wie der Nachbarsjunge gemacht hätte (also gelernt), worauf der Sohn völlig überzeugend "Du sagst immer 'Wenn alle von der Brücke springen...'" antwortet. Die Mutter wehrt sich mit "Das ist keine Brückensituation" und natürlich weiß man, was gemeint ist, dennoch zeigt es auf, dass man den Ratschlag problemlos auch in die andere Richtung interpretieren kann.

    Der Grundgedanke ist allerdings nicht so dumm: Wenn man statt "Mach nicht immer alles nach" den Ratschlag als "Denk über die Folen deiner Handlungen, statt einfach nur mit-/nachzumachen" interpretiert, ist er durchaus richtig. Ist halt schwierig zu kapieren, wenn man den Spruch im Grunde nur zu hören bekommt, wenn man mal wieder metaphorisch von der Brücke gesprungen ist.

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    "Mir geht/ging es schlechter, und ich jammere trotzdem nicht"

    Meine Mum macht gern mal einen Kontest daraus, wer die schlimmere Vergangenheit hatte oder wem es jetzt schlimmer ist. Klingt bescheuert, ist es auch.

    Wie schon oben zu Depression geschrieben: Hilft nicht. Und gerade bei Depression ist schwer nachvollziehbar, ob es anderen tatsächlich auch diese Art schlecht ging. Zumal man sich auch um seine psychische Gesundheit kümmern sollte.

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    "Konsequenz heißt, auch Holzwege zu Ende zu gehen"

    Eigentlich fand ich den Spruch mal ganz amüsant, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr regt er mich auf - denn es gibt nur wenig, dass mich mehr aufregt, als Leute, die einfach weiter machen, obwohl sie ganz klar falsch sind.

    Wenn man schon die Erkenntnis erlangt hat, dass man falsch liegt, sollte man auch die Eier haben, es zuzugeben und sich dann einem richtigeren Weg zuwenden - und nicht stur einfach weiterhin auf dem "Holzweg" bleiben.

    Jein. Pauschal angewendet ist der Spruch völliger Unsinn. Hängen allerdings am eigenen Handeln andere Menschen, muss man tatsächlich manchmal auch einen Holzweg zuende gehen. Ich habe mich für ein Theaterstück angemeldet und merke in der Generalprobe, dass mich das nicht glücklich macht? Dann muss ich für die eine Aufführung nicht das ganze Stück platzen lassen. Daher heißt Konsequenz tatsächlich manchmal auch den Holzweg zuende zu gehen und nicht einfach Leute im Stich zu lassen, weil man halt keine Lust mehr hat.

  • Mitsuru

    Bei manchen dieser Sprüche kommt es schon auf die Verhältnismäßigkeit an. Bezogen auf die eigene Situation und jene des Gesprächspartners und tbh, auch auf das Alter.

    Manche Leute sind eben riesige Dramaqueens, von denen man auch bald genug hat. In der Gegenwart von jemandem, der gerade was Schlimmes durchsteht, rumzulamentieren wie schlecht es einem doch ginge, weil "meine Eltern verstehen mich nicht und haben mir dies und jenes nicht erlaubt!!1" (meist < 16, nicht immer), "heute war Person X lauter und hat mich angefaucht" oder anderen kleinen Alltagsprobleme aufzutischen, ist respektlos und naja, die Person kommt selbst als recht oberflächlich und egozentrisch an.

    Zu fragen "willst du, dass ich dich ablenke?" ist was anderes, aber nicht, wenn man demjenigen doch nur zulamentiert.

    Mit Schlimmes mein ich sowas wie eine Krankheit, entweder eine Eigene oder eines engen Angehörigen, Tod eines engen Angehörigen und anderer solcher Dinge.

    Es stimmt einfach nicht, dass jedes "Leid" gleichwertig sei, wie ich viel zu oft gelesen habe. No.