Das Wut- und Trauertopic

  • Guten Tag, ich wieder und meine Arbeit ^^"


    Meine Chefin ist diese Woche im Urlaub und da wir immer noch nur zu zweit sind, bin ich jetzt für diese Woche Chef.

    Jetzt ist es so, dass unsere Teilzeitkraft krank ist und noch nicht weiß, wie es ihr die nächsten Tage geht und ich muss das jetzt regeln.

    Am witzlosesten ist, dass die meine Chefin gestern noch informiert hat und die dann nicht mal auf die Idee kommt, mir bescheid zu sagen, nur kurz über WhatsApp irgendwas (also weder die eine, noch die andere like what). Ich bin echt sauer. Ne ich muss nur heute morgen erfahren, dass die Aushilfe alleine ist und die andere nicht auftaucht und dann ruft die knapp zwei Stunden später an, dass sie krank ist und nicht weiß, ob sie die Woche arbeiten kann. Und dann muss ich diese ganze Scheiße auch wieder während meiner Schulzeit klären :tired:

    Und Mittwoch hab ich auch noch Zwischenprüfung.

    In jedem Fall werde ich dann heute bei anderen Filialen anrufen und nachfragen wies aussieht für die Tage, wo die krank ist. Sonst ist der Laden halt zu. Es ist nicht meine Aufgabe jetzt auch noch sowas zu organisieren und den Arbeitsplan neu zu schreiben. Das ist wirklich unter aller Sau, dass ich als Azubi jetzt solche Sachen regeln muss und ich hab keine Ahnung wie das geht, weil die sich zu fein sind mal vernünftiges Personal einzustellen.

  • Klingt für mich nach nem eindeutigen Fall für die zuständige IHK oder ähnliches. Das sind Zustände die du melden müsstest, schon alleine deshalb, damit du nicht später, wenn irgendwas schief geht, in die Verantwortung gezogen wirst.

  • Perfektion das ist in der Tat ein gefundenes Fressen für die IHK. Solltest du wirklich in Betracht ziehen, bei sowas verstehen die keinen Spaß. Alleine dass du als "der Chef" betitelt wirst wenn deine Chefin im Urlaub ist...ein Unding. Du dürftest nicht einmal unbeaufsichtigt in deiner Filiale arbeiten. ^^ Wird aber gerne von Betrieben ausgenutzt die ne billige Arbeitskraft sehen die ja "ohnehin alles lernt". Normalerweise kann man viel intern klären aber wenn es schon solche Ausmaße annimmt dass du in deiner Schulzeit Dinge planen musst mit denen du eigentlich nichts am Hut hast weil dein Betrieb nicht in der Lage ist das selber zu lösen, dann ist es an der Zeit für härtere Maßnahmen. Keiner will Stress mit der IHK weil keiner die Ausbilderlizenz verlieren möchte. Ich hoffe auf jedenfalls dass du für dich den besten Weg findest. Aus eigener Erfahrung kann ich dir aber sagen dass die IHK bei sowas gerne unterstützt damit du mit solchen Problemen und deinem Betrieb gegenüber nicht alleine dastehst.


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    Ich finde es langsam echt bitterlich traurig wie man in Deutschland im Stich gelassen wird, wenn man mal länger ausfällt und nicht arbeiten kann/konnte.


    Bei mir war es jetzt der Fall, dass ich aufgrund einer schweren Herzmuskelentzündung die nicht so wirklich abklingen wollte, lange ausgefallen bin. In Summe waren es jetzt 5 Monate. Keine tolle Zeit, auch für mich nicht, schon gar nicht während man sich in der Inflation befindet und alles um einen herum teurer wird, während selbst das Gehalt 30 Prozent schrumpft, denn was wagt man es auch so lange krank zu sein.


    Überall hört man "nimm dir die Zeit, erhol dich, die Gesundheit ist das Wichtigste!" aber in Wahrheit ist es einfach schlicht so, dass man es sich nicht mehr leisten kann sich zu erholen. Ja, nimm dir die Zeit aber besser wärs du kommst schnell wieder wenn du deine Rechnungen zahlen willst.


    Nicht einmal die ach so gnädige Sonderzahlung bekomme ich, die für die erhöhten Energiepreise gedacht war. Die kann ich mir dann nächstes Jahr irgendwann von der Steuer holen. Schön, nur interessiert das keinen einzigen der seine Rechnungen nun einmal jetzt schreibt.


    Wenn es nur das wäre, ist das immer noch ärgerlich. Aber nein. Da kriegt man nur 70 Prozent Gehalt und darf auch dem noch hinterherrennen. Ich bin seit Monaten im Gespräch mit der Krankenkasse. Hier fehlt ne Angabe, dort wurde was nicht übermittelt, hier was falsch ausgefüllt (wohlgemerkt nicht von mir). Trotzdem kommen logischerweise dann alle zu mir denn es sei ja in meinem Interesse dass ich mein Geld dann auch sehe.


    In solchen Momenten bin ich einfach nur done mit unserem Bürokratenland. Einfach mal mehr digitalisieren, schnellere Wege in der Kommunikation, schnellere Reaktionen. Nein da muss erst hier was abgesegnet werden und dort was genehmigt werden und hier was ausgefüllt werden obwohl alle Daten schon doppelt und dreifach vorliegen. Ernsthaft, kein Wunder dass es da jedes mal zu Schwierigkeiten kommt. Aber umso trauriger dass auch das noch derjenige ausbaden soll, der sich doch eigentlich erholen sollte. Wie soll man sich erholen wenn man sich jede Woche fragt ob die Kohle noch ausreicht für Miete, Strom, Essen? Meine Güte, echt....


    Ja ich habe es gewagt länger auszufallen. Das erste Mal in meinem Leben. Aber man kommt sich doppelt und dreifach bestraft vor.

  • Jedes einzelne Mal, jedes mal wenn ich nicht später Esse und mich zum Mittag etwas zeitiger runter traue der selbe Rant.

    Letztens wurde über Solarkraft Anlagen gelästert, weil die Platz für die Landwirtschaft wegnimmt.

    Und wir haben gerade genug Ertrag für uns selbst..?

    Dann meinte mein Vater er sei glücklich dass er nur Ärger mit dem Biber hat, anstatt dem Wolf. Ich meine dann, wie oft denn bisher was passiert sei mit den derzeit 300 Wölfen hier, er nur 'ne, mit dir diskutiere ich nicht'.

    Und heute ging es um irgendeine Politikerin welche meinte so eine schlechte Regierung hätten wir noch nie, weshalb sie anscheinens nichts mehr sagen darf? Mutter meinte sie sollte zur AfD gehen, ich entgegnete dass sei etwas krass, weil AfD=Nazis.

    Mein Vater daraufhin sind die Engländer dann auch alle Nazis weil sie von der Queen abschied nehmen?

    Und Mutter meinte, Nazis wären fast besser weils sonnst bald kein Deutschland mehr gibt.


    Es ist so schwer mit ihnen beiden zusammen in einem Raum zu sitzen. Hab ich in ein paar Stunden hoffentlich eh wieder verdrängt und es wurde ja kein großer Streit draus, aber ich hab halt kein dickes Fell und es stresst mich ziemlich, deshalb muss ichs halt gelegentlich Teilen womit ich so auskommen muss.

  • Hythlodaeus

    Gibt es bei dir im Betrieb eine Klausel, die sich mit dem Krankengeld und der Differenz zum Lohn befasst? Denn oft ist es so, dass der Arbeitgeber ein halbes Jahr dazu verpflichtet ist, die Differenz, die bei der Krankengeldzahlung entsteht, nämlich die verbliebenen 30 Prozent, auszugleichen, um einen finanziellen Schaden zu vermeiden. Das wird in der Arbeit meist nicht kommuniziert, weil es ja ums Geld geht.

    Wenn du einen Sacharbeiter hast, der sich um deine Lohnabrechnung kümmert, dann informiere dich bei ihm. Oder Ihr.

    "Wie beim Kartenspiel kommt es auch im wirklichen Leben darauf an,
    das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde,
    anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


    [Astor, Pokémon - Schwarze Edition]

    Nur noch sporadisch im BisaBoard.



  • Ich weiß das klingt jetzt so einfach mal schnell gesagt und kalt, aber: Von dem was du immer wieder schilderst hoffe ich sehr für dich, dass du dich besser früher als später von deinen Eltern komplett lossagst. Gerade, dass deine Mutter sich offenkundig eine Naziregierung wünscht und gewillt ist die AFD zu wählen bzw. Sympathien für diese Partei hat ist mehr als nur ein dicker redflag, gerade als queere Person die von solch einer menschenverachtenden Regierung direkt betroffen wäre.


    Kontakt mit der leiblichen Familie halten nur aus des Prinzips und der "Tradition"/Religion oder was auch immer Willen ist auf Dauer gerade als marginalisierte Person eher gesundheitsschadend als förderlich.

    Aber ich weiß selber persönlich wie schwer die Entscheidung sein kann (wobei inzwischen zumindest meine Mutter mich vollends akzeptiert) und wünsche dir auf jeden Fall viel Glück auf deinem weiteren Wege ob mit oder ohne Kontakt zu den Eltern.

  • Hythlodaeus


    Feel you. Wenn du wegen Depressionen eine Lücke hast, wird das auch bekrittelt und manchmal nicht ernstgenommen etc... und die Ämter wollen dauernd Beweise und Unterlagen.

    Ich denke, da steckt auch viel Absicht dahinter, nicht bloß ein veraltetes System, das der Digitalisierung hinterherhinkt. Viele Leute durchschauen das System auch gar nicht und reichen dann Anträge für Zuschüsse nicht ein, die ihnen prinzipiell zustehen würden, weil sie nichts davon wissen.

    Hoffentlich regelt sich das bald wieder bei dir.



    Sie muss sich nicht gleich von ihrer Familie komplett lossagen, aber 24/7 aufeinanderhocken, wenn man sich eher schlecht als recht versteht, ist halt auch scheiße ... hab mal mit Sunaki darüber geredet, da gibt es einige Probleme mit ausziehen und so.

  • Es ist gerade echt blöd in Korea.

    Da ich in Quarantäne bin muss ich jetzt 24 Stunden pro Tag in einer engen Hochhauswohnung sitzen und kann nichts anderes tun als im Bisaboard zu schreiben. Aber da Korea fast auf der anderen Seite der Welt ist, ist die Zeit nicht gleich, deshalb ist wenn ich Online bin, seid ihr fast alle Ofline.

    Und meine Familie und ich sind gerade sehr traurig weil etwas schlimmes passiert ist, was ich hier aber nicht erwähnen möchte.

  • Ich habe echt lange überlegt ob ich überhaupt etwas zu meiner aktuellen Situation schreiben soll... oder ob ich es lieber in mich hinein fresse... Ich habe mich Anfang des Jahres nach fast 6 jahren (Fern-)Beziehung von meinem Freund getrennt.


    Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Die aktuelle Situation ist wirklich schwierig. Anfangs dachte ich ja: "Jo, kriege ich hin. Alles wird jetzt gut und du kannst nach vorne schauen.", aber je mehr Zeit vergeht, desto mehr tut es weh - und ich fühle mich schrecklich einsam. Ich hätte gedacht, dass ich mit der Beziehung abgeschlossen hätte, aber dem ist ganz und gar nicht so... Immer wieder sitze ich hier heulend und frage mich, warum ich das überhaupt getan habe.


    Aber um etwas Struktur in die ganze Sache reinzubringen:

    Im Januar/Februar habe ich über eine zweite Chance nachgedacht, aber ich musste meinem Ex im Mai eine endgültige Absage erteilen. Ich hatte ihm für mich wichtige Themen angebracht, die ein Zusammenleben möglich machen würden (Verbesserung unserer Kommunikation, bestenfalls in therapeutischer Begleitung, Führerschein für die nötige Flexibilität für den Beruf und auch im Alltag und das große Thema Zusammen ziehen - erstmal Zweitwohnung in meiner Nähe). Damals wollte er zu mir kommen, aber wegen Urlaubssperre in der Firma konnte er sich zu dem Zeitpunkt keinen Urlaub nehmen. Für uns war es beide wichtig, die Aussprache persönlich von "Face-to-face" zu führen, daher kam etwas anderes für uns beide gar nicht in Frage.

    Aber die Zeit verstrich... Aus Februar wurde März und aus März wurde April (und damit auch Ostern, was eine gute Gelegenheit gewesen wäre). Es kam nichts zurück. Ich wollte ihm auch die Zeit lassen, die er brauchte und wollte - nach mehrmaligen Nachhaken - auch nicht ein weiteres Mal ihn zur Antwort zu drängen.


    Anfang Mai hatte ich beschlossen, dass es nicht mehr so weitergehen kann - und habe für mich entschieden, dass ich unter diesen Umständen keine zweite Chance mehr sehe. Seine Reaktion war es, weshalb ich(!) nicht gefragt habe wie es ihm geht, usw, aber ich habe das oft genug gemacht, habe ihn auch häufig gefragt ob ich ihm bei der Entscheidung irgendwie helfen könnte, aber er hätte auch einfach offen sein können. Ich kann es ja irgendwo auch verstehen, dass er Angst hatte, etwas falsches zu sagen oder mich gar zu verlieren... aber ein weiteres Mal hätte ich mir mehr Ehrlichkeit von ihm gewünscht, wie so oft. So war es auch mein Wunsch: Offen zueinander zu sein und mehr über unsere Probleme zu reden. Gerade in der Situation war es umso wichtiger gewesen, wenn wir mehr kommuniziert hätten...


    Natürlich habe ich mich auch nicht korrekt verhalten. All das hätte verhindert werden können, hätten wir mehr miteinander gesprochen. Dann wäre es vielleicht auch gar nicht zu der Trennung gekommen, die vielleicht von meiner Seite sehr vorschnell kam - unter dem Aspekt "mehr Kommunikation" betrachtet.


    Jetzt, nach acht Monaten Trennung, ist es nach wie vor ein Auf und Ab der Gefühle. Im Moment habe ich wieder eine Phase, in der ich meine Entscheidung zum x-tenmal hinterfrage und auch bereue - auch wenn ich weiß, dass sie letzten Endes richtig war. Denn es gibt Probleme, die sich nicht weg diskutieren lassen. Glücklicherweise hat mein Ex nun endlich den Schritt gewagt, eine Therapie machen zu wollen (ich bin auch in Therapie). Natürlich frage ich mich, ob wir den Weg nicht hätten gemeinsam gehen können, wenn wir von Anfang an mehr kommuniziert hätten. Andererseits lasse ich zwei wichtige Aspekte außen vor: Ich bewerte eine vergangene Handlung mit dem Wissen von heute. Ich habe damals ein anderes Wissen gehabt und daraus gehandelt. Zweitens ist auch ungewiss, ob er die Notwendigkeit gesehen hätte, wenn er nicht in der Situation ist, in der er gerade ist, und nicht den Druck meiner Trennung hätte.

    Manchmal würde ich mir echt wünschen, dass er mutiger wäre. Zumal hätte er noch eine Chance, wenn er seinen Mut zusammen nehmen würde, und zu mir fahren würde... aber leider ist er zu feige dazu. Tbh wüsste ich auch nicht wie ich reagieren würde. Keine Ahnung ob's eher ein "No, no, no" und Tür zu werden würde oder ob ich in Tränen ausbrechen würde... (gerade sehr nah am Wasser gebaut)


    Eigentlich wäre es das Beste, seine Nummer zu löschen und den Kontakt abzubrechen... aber das wollten wir beide nicht. Außerdem sind wir in Guild Wars 2 in den gleichen Gilden, was alles noch komplizierter macht, denn ich möchte meine Gilden nicht aufgeben. Seit langem habe ich nun wieder eine Gilde gefunden, in der ich mich richtig wohl fühle und auch gerne mit den Leuten auf dem Team Speak hocke. Nach dem ganzen Gildenklau-Drama in 2018 war das sehr lange nicht so, daher möchte ich das für mich nicht, aber gleichzeitig will ich ihm auch nicht vorschreiben. Dementsprechend haben wir gegenseitige "das Elend" im Gildenchat und bei den gildeninternen Raids vor der Nase (wobei er sehr still ist). :/


    Egal wie ich es drehe und wende... Er fehlt mir so unfassbar. Es tut einfach im Moment so schrecklich weh, allein zu sein.

    Ein Kumpel sagte mir, dass ich solle mir ein Date suchen, einfach Spaß haben, ohne Sex... aber allein der Gedanke macht mir Angst. Ich weiß, dass ich mich auf andere Gedanken bringen müsste. Ich würde es aber unfair gegenüber meinem "Date" finden, weil ich immer noch meinen Ex liebe.

    Ich kann mir einfach kein Leben ohne ihn oder mit einem anderen Mann vorstellen. Es geht einfach nicht. Ich will es einfach nicht.


    Mein Herz sagt mir: Probier's nochmal, aber andererseits sträubt sich mein Kopf dagegen, weil ich mittlerweile einfach zu viel Angst davor habe. Angst davor ihn zu verletzen und das immer und immer wieder - und auch selbst diese Hölle immer wieder durchzustehen. Das will ich nicht und das kann ich auch nicht mehr.


    Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll... und ich weiß auch, dass niemand hier den ultimativen Tipp hat, aber ich wollte es zumindest loswerden... *sad Wolf Noise*

  • Huhu Rajani,


    ich hab deine Beiträge bezüglich deiner (ehemaligen) Beziehung die letzten Jahre über immer wieder gelesen - hatte er dir nicht sogar mal Antrag gemacht? irgendwas war da iirc - und ich finde es auf jeden Fall gut für dich, dass du den Schritt gewagt hast. Klischeehaft denkt man irgendwie immer, dass die Trennung nur der Seite wehtut, die quasi vor vollendete Tatsachen gestellt wird, aber auch die Partei, die die Trennung initiiert, leidet selbstverständlich, manchmal sogar genauso sehr. Ihr wart einfach sehr, sehr lange miteinander zusammen, und auch wenn ihr nicht zusammen gelebt habt und euch daher sicherlich das ein oder andere gefehlt hat - Hythlodaeus hat nen coolen Post zu Fernbeziehungen geschrieben vorhin - hast du deinen Alltag ganz bestimmt um ihn herumgebaut. Und der Mensch ist ein Gewohnheitstier, jetzt von diesen Gewohnheiten, dieser Routine wegzukommen, plus den Herzschmerz zu ertragen, ist sicherlich nicht einfach. Die Trennung ist ja eine Weile her und es beschäftigt dich noch immer. Ich kann deine Gefühle aus eigenen Beziehungserfahrungen sehr gut nachvollziehen, deswegen würde ich dir gerne ein paar Worte sagen. Was du davon annimmst und für dich realisieren kannst und magst, ist dir überlassen.


    Zu aller erst wäre es für dich vielleicht ratsam darüber nachzudenken, ob du wirklich so aktuell noch Kontakt mit ihm halten kannst. Versteh mich nicht falsch, alles, was ich jetzt formuliere, sagt sich einfacher, als es in der Realität umzusetzen ist. Aber wenn du stetig mit jemandem, den du noch liebst, Kontakt hast, werden diese Gefühle nicht "kalt". Ständig kochen sie hoch, immer und immer wieder wirst du damit konfrontiert. Und auch für ihn ist das sicherlich nicht so schön. Einfach, weil so ja auch ständig doch irgendwie wieder Hoffnungen gemacht werden, vielleicht auf beiden Seiten. Ich weiß nicht, was ihr konkret miteinander besprochen habt, ob es da eine Art Abmachung gab, aber ich finde immer, dass man relativ klar kommunizieren muss, ob es a) je wieder eine Chance geben wird - und dann auch sehr deutlich mitteilt, wenn diese Chance nicht mehr gegeben werden kann und gegeben wird! - und wie das aussehen kann, b) ob man Kontakt wünscht und in welchem Ausmaß und mit welcher Regelmäßigkeit und c) wie man, falls man keinen Kontakt mehr wünscht, awkwardness im Freundeskreis vermeiden kann.
    Weil versteh mich nicht falsch, ich kann dich total gut nachvollziehen. Aber du wirkst auch sehr hin- und hergerissen. Du vermisst ihn, du liebst ihn, aber er ist (aktuell) kein Mensch, mit dem du eine Beziehung führen kannst. Und ich befürchte auch so n bisschen - ich mutmaße hier nur, kenne euch ja beide nicht wirklich, ihn noch weniger als dich - dass er vielleicht zu sehr sein Leben für dich in den Griff kriegen will, und am Ende vielleicht eine Art "Anspruch" bei ihm besteht, und er denkt, er hat ein Anrecht dich wieder als seine Partnerin zurückzugewinnen. Ich finde es generell immer sehr schwierig, wenn Leute erst dann, wenn sie mit dem Verlust einer Person konfrontiert werden, merken, was sie aneinander hatten. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber meine größte Furcht in eigenen Beziehungen ist es, dass ich für selbstverständlich gehalten werde.


    Ich will jetzt nicht behaupten, dass es bei deinem Ex so ist, aber ich sage, dass ich als Außenstehende natürlich ein bisschen diese Sorge um dich bekomme, weil sowas durchaus sehr regelmäßig vorkommt. Das soll jetzt aber einfach nur bisschen food for thought für dich sein.


    Ansonsten liest sich dein Post sehr nach "was wäre wenn", was zeigt, wie viel dir davon ständig noch im Kopf verbleibt. Du würdest dir mehr Klarheit wünschen, hoffst irgendwie doch noch auf Veränderungen, und ich bin mir sicher, dass du auf diese Veränderungen auch schon vor der offiziellen Trennung gewartet hast. Du hast die Gründe hier ja Anfang des Jahres auch ein bisschen geschildert.

    Ich maße mir nicht an zu sagen "you deserve better" oder "if he wanted to, he would", aber ich denke, dass deine eigene Last, die du dir auferlegt hast, auch ein wenig daraus besteht, dass du noch immer Hoffnungen in ihn hast, und sich die Realität, wie er jetzt ist, mit der Vorstellung beißt, die du von ihm hast, wie er sein könnte.

    Das sagt sich jetzt so leicht, aber ich denke du musst irgendwie irgendwann in naher Zukunft den Sprung schaffen, dich darauf zu konzentrieren, wie er jetzt aktuell ist. Eine Beziehung muss nicht in der Zukunft oder der Vergangenheit funktionieren, sondern im hier und jetzt. Und im hier und jetzt begegnet er dir nicht auf Augenhöhe, kommt nicht vorbei um sich persönlich mit dir auszusprechen, wie du es dir sehnlichst wünscht, und er ist jetzt zwar den ersten Schritt Richtung Therapie gegangen, aber das ist ja jetzt auch nur n Anfang.

    Mad respect, dass du klar formulieren konntest, was du dir erwartest, wie Führerschein, Wohnung in deiner Nähe etc. Du weißt zumindest was du willst, und daran musst du auch festhalten.


    Ich kann dir nur raten, mit ihm vielleicht das zu bequatschen, was du hier gesagt hast, was dir andere vielleicht mitgeteilt haben, und was dir noch sonst so gesagt wird. Ich kann mir vorstellen, ich weiß es, wie groß dein Kummer ist und welche Leere das in deinem Leben hinterlassen hat. Und das tut mir für dich auch wahnsinnig leid, und ich würde mich für dich freuen, wenn du mit neuen sozialen Kontakten, mit einem Hobby, einer Leidenschaft zumindest ein wenig diese Lücke füllen kannst. Deine Trauerphase kann noch eine ganze Weile dauern, es ist nur wichtig, dass du dich, dein Leben und deine Wünsche - unabhängig von ihm! - nicht außer Augen verlierst. Laut deinem Twitter hast du ja Katzen, die dir viel Trost spenden, und deine Onlinegames scheinen dir ja zumindest ein bisschen eine social bubble zu bescheren. Vielleicht täte es dir auch einfach gut, wenn du mal mit Leuten sprichst, die ähnliche Trennungen hinter sich haben. Auch auf social media - ich suchs nachher mal raus lol - gibt es einige Leute, auch mit winziger Reichweite teilweise, die über ihre Trauer nach einer langjährigen Beziehung sprechen, vielleicht kannst du da ein wenig Trost finden, oder zumindest merken "yo, ich bin damit nicht alleine".


    Ich drücke dir weiterhin die Daumen. Die Liebe, die wir für die Menschen, von denen wir uns trennen oder die sich von uns trennen, gehabt haben, vergeht niemals ganz, aber wir lernen mit der Zeit unser Herz wieder für neue Liebe zu öffnen, vollkommen egal, in welcher Form sie kommen mag.

  • Rajani Erstmal eine große 🫂 von mir 💚


    Wie viele km wohnt er denn von dir entfernt? Ist es sehr weit oder nur ein paar Stunden?


    Ich kann mir einfach kein Leben ohne ihn oder mit einem anderen Mann vorstellen. Es geht einfach nicht. Ich will es einfach nicht.

    Hast du hiermit nicht deine Frage selbst beantwortet? Ich will dir ja nichts vorschreiben und habe keine Ahnung wie deine Situation/Verbindung mit ihm war aber manchmal sollte man einfach mal den Verstand ausschalten、tief Luft holen und das tun、dass sich auch richtig anfühlt、ganz egal was der Kopf einem auch sagen mag. Unabhängig von dem Thema Beziehung、wie will man denn im Leben auch sonst glücklich sein wenn man nicht gerade das tut dass sich auch richtig anfühlt?


    Als Bsp nehme ich mal das Thema Jobs um es nur kurz bildlich darzustellen. Viele Menschen arbeiten in Berufen die zu zu tiefst hassen und gehen nicht der Berufung nach die sich für die Person selbst richtig anfühlen würde aus den banalsten Gründen. Sowas wie、"ich kann das nicht" oder "mein jetziger Job ist besser bezahlt" etc. Manchmal haben die Personen auch den richtigen Job gewählt aber mit der Zeit fühlt sich dieser auch nicht mehr richtig an. Jedenfalls bleiben sie häufig an diesem Beruf dann hängen obwohl sie ihn zu tiefst verabscheuen.


    Was ich damit sagen will ist dass nur du wissen kannst was das Richtige ist. Vielleicht war die Beziehung es ja auch bis vor kurzem und ist es nicht mehr oder vielleicht doch? Niemand kann dir die Entscheidung abnehmen.


    Was ich mich nur frage ist、ob es wirklich bedingungslose Liebe war oder nicht. Liebe ist nicht gleich Liebe. Es gibt viele verschiedene Formen davon und die wertvollste ist mMn die bedingungslose Liebe、denn sie hat einen Anfang aber kein Ende. Bildlich kann man sich das mit einer Mutter und ihrem Kind vorstellen. Sobald das Kind zur Welt kommt、beginnt (in der Regel) die Mutter das Kind zu lieben ohne ihm eine Bedingung zu stellen. Es gibt kein "erst musst du das tun und dann dies" usw. Sie liebt das Kind ohne einen bestimmten Grund haben zu müssen. Wenn du Katzen hast、wirst du das Gefühl sicher kennen. Man liebt sein Tier einfach ohne eine Bedingung zu stellen oder etwas im Gegenzug zu erwarten. Stell dir doch mal selbst die Frage、wieso du und ob du ihn wirklich liebst.


    Nochmal eine 🫂 von mir an dich. Wünschte ich könnte dir helfen.

  • Ein Kumpel sagte mir, dass ich solle mir ein Date suchen, einfach Spaß haben, ohne Sex... aber allein der Gedanke macht mir Angst. Ich weiß, dass ich mich auf andere Gedanken bringen müsste. Ich würde es aber unfair gegenüber meinem "Date" finden, weil ich immer noch meinen Ex liebe.

    Ich kann mir einfach kein Leben ohne ihn oder mit einem anderen Mann vorstellen. Es geht einfach nicht. Ich will es einfach nicht.

    Also dazu muss ich sagen: Ich glaube nicht, dass man aufhört Expartner*innen zu lieben, es sei denn die Person hätte einem sehr viel angetan, das man nicht vergeben könnte und es wäre sehr viel missbräuchliches Verhalten im Spiel gewesen.

    Ansonsten denke ich nicht, dass das vollkommen erlöschen wird, aber das muss es auch nicht, um für jemand anderen auch Gefühle zu entwickeln, oder um jemand anderen überhaupt mal kennenzulernen.


    Das ist momentan eher dein Gedankenkarusell, das dir sagt, dass es niemals jemand anderen geben könnte und ich denke, wenn du mehr Männer kennenlernst und es darunter jemanden gibt mit dem du sehr gut auskommst und den du besser kennenlernst, wirst du dich langsam von dem Gedanken lösen.


    Ich kann mich erinnern, dass wir früher manchmal über ihn gesprochen haben und da hatte er dich doch sitzen lassen, während er wieder an seinen Computerspielen saß und ich meine, wenn deine Long Distance Relationship-Freundin dich besuchen kommt, sollte man zumindest bisschen was geplant haben was man zusammen tun möchte oder ... irgendwas halt. ^^'

    Waren natürlich nur Glimpses, die ich da mitbekommen habe, aber nicht dass die Beziehung wieder zu den alten Mustern zurückkehrt, wenn du ihm noch eine Chance geben würdest.



    Ich kann mir einfach kein Leben ohne ihn oder mit einem anderen Mann vorstellen. Es geht einfach nicht. Ich will es einfach nicht.

    Hast du hiermit nicht deine Frage selbst beantwortet? Ich will dir ja nichts vorschreiben und habe keine Ahnung wie deine Situation/Verbindung mit ihm war aber manchmal sollte man einfach mal den Verstand ausschalten、tief Luft holen und das tun、dass sich auch richtig anfühlt、ganz egal was der Kopf einem auch sagen mag. Unabhängig von dem Thema Beziehung、wie will man denn im Leben auch sonst glücklich sein wenn man nicht gerade das tut dass sich auch richtig anfühlt?

    Sorry, das halt ich für einen ganz dämlichen Ratschlag Beziehungen jeglicher Art und co. nicht auch zu größeren Teilen aus einem rationalen Gesichtspunkt zu sehen und jemanden quasi zu sagen "schalt doch den Verstand mal ab." Sowas funktioniert vielleicht in schmalzigen Hollywoodfilmen, im realen Leben endet das oft in einer kleinen bis mittelschweren Katastrophe, wenn man das tut.

    Vor allem wenn es schonmal eine Trennung gab, dann gingen meistens auch gute Gründe für diese Trennung damit einher.

  • Will ich hier auch nochmal kurz reingrätschen.

    Bitte geht auch noch auf Rajani ein und ignoriert ihren Post nicht deswegen.



    Also, es war so, dass ich bei meiner Psychiaterin noch dreimal war und sie sich alle Gründe angehört hat, weshalb ich denke, dass ich neurodivers bin.

    Allerdings bin ich kein Fan davon Medikamente zu nehmen, wenn man nicht im eigentlichen Sinne krank ist, sondern eben eine Neurodiversität hat, aber es gibt in Zukunft einiges, das ich gerne ohne Probleme lernen können würde und wenn ich nicht grade ein wirklich starkes Interesse an einem Thema habe, fällt es mir eben ziemlich schwer meine Konzentration aufrechtzuerhalten und nicht entweder gar nichts zu tun oder dann hunderte Seiten aufeinmal zu lernen etc.

    Als Kind bis so Anfang 20 fiel mir es ebenfalls schwer mich da zu fokusieren und meine Energie mehr einzuteilen, aber man hat halt in dem Alter auch irgendwo mehr Energie sich stundenlang durch ein Thema durchzubeißen, wenn es nicht grad dazu klick gemacht hat.


    Nun ist es aber so, dass die meisten ADHS-Diagnosezentren in Wien nur auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet sind, und dazu eben auch oft Großteils auf Buben, hab ich mir sagen lassen, weil halt... das Klischee halt. Die sind wohl auch nicht wirklich mit neuen Erforschungen dazu bekannt, dass Neurodiversitäten wie ADHS und Autismusspektrum oft irgendwo ineinander übergehen und bei weiblich sozialisierten Kindern und weiblich gelesenen Erwachsenen sehr gerne übersehen werden.

    Andere Psychiater*innen für Erwachsene scheinen beinahe ausschließlich privat zu sein und man kriegt nichts von der Kasse zurück, oder haben unangenehme Texte auf ihren Websites stehen, in denen sie über ADHD als neurologische, genetisch determinierte Krankheit oder Beeinträchtigung reden. Was auch laut moderner Forschung halt Bullshit ist.


    Bei meiner ist das nicht ihr eigentliches Fachgebiet, aber sie ist halt sehr überzeugt davon wegen den Gründen, die oben genannt habe plus einigen anderen wie zb Dyspraxie / Koordinationsschwäche, Eating Habits, ua. Schlafstörungen und anderen.

    Dennoch hat sie mir geraten "das Masking bei einem Gespräch abzulegen." Gute Frau, ich mach das seit gut 25 Jahren. Ich weiß meistens nicht mehr wie. :') Es sei denn ich bin komplett erschöpft oder hab Kopfschmerzen des Todes, dann leg ich ein bisschen davon ab, sonst mach ich auch kein Figeting oder so. Selbst wenn ich alleine bin ist das eher wenig, weil ich es mir so ankonditioniert habe es zu unterlassen, aber wenn ich dann irgendwie an meine Haare drehen kann und sowas, ist das entspannend.


    Nun war ich schonmal bei einem Gutachten der Kasse auf Verdacht auf AuDHD und die Dame dort meinte "Sie haben Freunde und sind kein kompletter Einzelgänger, sind nicht sehr gutgläubig, verstehen Sarkasmus und Sie können sich ja konzentrieren, wenn Sie müssen, Sie halten Augenkontakt und eine gute Gesprächsbasis und kein Fidgeting bla... Sie sind nur hochbegabt und machen nichts draus." Und hat mir quasi für gut weitere fünf Minuten erklärt, dass ich nicht Rain Man bin. Ah okay, danke, ich weiß jetzt, dass ich nicht Rain Man bin. Darf ich trotzdem Ritalin für den Fall, dass ... oh okay, nein? 💁🏻‍♀️

    Ich fühl mich ziemlich gegaslighted. Mit ein paar Freund*innen konnte ich darüber reden, meine Mom zb. meinte dasselbe wie die Dame von dem Gutachten der Kasse.

    Nach alledem hab ich wenigstens rausgefunden, dass ich nicht Rain Man bin, was ein Glück. Kann aber nicht in ein Casino gehen und es leerräumen, was ein Pech, hab's aber noch nie versucht. xD

    Und wo sind all die Psychiater*innen, die Ritalin angeblich so freigiebig raushauen?


  • Kleiner Rant am Rande:

    Es regt mich grade mal wieder so extrem auf, dass man für glutenfreie Produkte doppelt und dreifach so viel zahlt, wie für das gleiche nur eben mit Gluten. Ist ja nicht so, als wäre Zöliakie eine Lifestyle-Entscheidung von mir gewesen. Ich will mich jetzt auch nicht zu viel beschweren, immerhin gibt es durch steigende Zöliakiezahlen und anderen Formen von Glutenunverträglichkeiten auch immer mehr glutenfreie Produkte und dank Eigenmarken von Supermärkten ist man nicht mehr komplett nur auf Schär und Hammermühle angewiesen, aber es ist trotzdem einfach nur extrem frech gegenüber allen Betroffenen. Klar, höhere Produktionskosten und bestimmt kostet es auch einiges, wenn man die Zöliakie-Zertifizierung haben möchte, aber doppelt und dreifach so viel? Grade bei Haferflocken. Niemand kann mir erzählen, dass es so ein finanzieller Mehraufwand wäre, einen Teil der Mühlen nur noch ausschließlich für Hafer zu nutzen und sein ganzes glutenhaltiges Getreide nicht auch noch mit reinzuwerfen. Ich muss eh schon quasi alles selbst kochen und backen, weil in jedem auch nur ansatzweise verarbeiteten Produkt Gluten drin ist, weils halt ein billiges Klebeeiweiß ist. Fuck you. Da muss man mir nicht neben doppelt so viel Zeit auch noch doppelt so viel Geld dafür abziehen, dass Gluten eine Autoimmunreaktion bei mir auslöst.

    Oh and on that note: Wäre es echt zu viel verlangt, nicht erst durch halb Deutschland reisen und ne Stunde googlen zu müssen, um Restaurants mit glutenfreien Angeboten zu finden? Und nein, ich gehe nicht in ein Restaurant, bezahle viel Geld um dann "den glutenfreien Beilagensalat" essen zu können. Und wenn ihr mir nicht glaubt, dann versucht gerne mal als Selbstexperiment, Restaurants mit tatsächlich dzg-zertifizierten Speisen zu finden oder wo man zumindest glutenfreie Nahrungsmittel auch in glutenfrei und nicht durch Lagerung oder Kochvorgang mit Gluten kontaminiert bekommt. Viel Spaß.

  • Ich kann deinen Ärger durchaus verstehen und da ich mich ne Zeit lang auch ausschließlich glutenfrei ernährt habe weiß ich, wie schwierig das zum Teil ist (dachte ich hätte ne Glutenunverträglichkeit, was sich dann später aber als ne Laktoseunverträglichkeit in Kombination mit ner Unverträglichkeit für Polyole herausgestellt hat, die zum Glück auch "nur" stressinduziert waren, sodass sie dann nach ner Lebensumstellung plötzlich weg waren, nachdem sie vorher für etwa zwei Jahre bestanden). Und ich stimme dir zu, dass Lebensmittel für Unverträglichkeiten unverhältnismäßig teuer im Vergleich sind (wenn jemand drauf angewiesen ist, kann man das im Kapitalismus halt leider sehr gut ausnutzen).

    Grade bei Haferflocken. Niemand kann mir erzählen, dass es so ein finanzieller Mehraufwand wäre, einen Teil der Mühlen nur noch ausschließlich für Hafer zu nutzen und sein ganzes glutenhaltiges Getreide nicht auch noch mit reinzuwerfen.

    Gerade was Haferflocken anbelangt weiß ich allerdings durch meinen einen Dozenten (hatte ein Semester lang ein Modul namens Backtechnologie), dass es nicht nur mit ner Mühle ausschließlich für Haferflocken getan ist, sondern bereits bei der Ernte der Mähdrescher nicht auch für glutenhaltiges Getreide eingesetzt werden darf, da sonst auch mit Zwischenreinigungen nicht zu 100% sichergestellt werden kann, dass nicht doch irgendwo ein Körnchen zurück bleibt und die Haferflocken dann mit Gluten verunreinigt sind.

  • Ich hatte eine Mitbewohnerin mit Zölliakie.

    Obwohl ich selber ja noch Glutenhaltiges essen konnte, merkte ich, wie einschränkend es ist (wir hatten ein Extramesser für Butter z.B.) und wie wenig Zugang zu gut schmeckenden und günstigen Nahrungsmitteln man dann hat.

    Lustigerweise mag ich das glutenfreie Brot, aber z.B jegliche Form von glutenfreier Pasta kann man absolut nicht ein zweites Mal aufwärmen.

    Wenn wir in Restaurants wollten, mussten meist zig Leute befragt werden, nur um dann immer noch ein Vielleicht als Antwort zu bekommen oder man hatte ihr plump das Vegetarische geben wollen.

    Oftmals durfte sie sich auch anhören, dass das nur irgendeine Diät wäre oder sie sich das einbilde...

  • Hab auch eine gute Bekannte mit Zöliakie, die hat sogar ihren eigenen Topf auf unsere Norwegenreise mitgenommen hat, weil wir eine kleine Küche in unseren Appartment hatten. Haben dann manchmal Eintöpfe und Gulasch mit Kartoffeln und Fleisch für alle gemacht. Davon ernährt sie sich wohl allgemein recht häufig.

    Das Problem ist halt, dass in Töpfen mit der Zeit Kratzer und Einfurchungen entstehen und wäre an sich ja wurst, würden sich dort keine Partikel festsetzen.

    Wenn man in Restaurants essen geht, muss man sich dazu noch erkundigen, ob die tatsächlich einen glutenfreien Topf und Besteck verwenden, was meist halt nicht der Fall ist.

  • Hallo Leute,


    ich wollte hier mal meinen Frust von der Seele schreiben. Es geht hierbei um das Thema Einsamkeit. Meine Einsamkeit begann im Dezember 2012, da dort meine Mutter an der scheiß Krankheit Lungenkrebs verstarb. Da ich meinen Vater nie kennengelernt habe, ich leider keine Geschwister habe und meine Oma schon verstarb als ich noch klein war, stehe ich somit seit Dezember 2012 komplett ohne Familie da. Seitdem habe ich nur noch meine Freundin, welche sich allerdings nicht bereit fühlt mit mir zusammenzuziehen, weshalb ich seit Dezember 2012 komplett alleine lebe, wodurch das Gefühl der Einsamkeit mit der Zeit immer größer wurde. Immerhin haben meine Freundin und ich uns früher noch fast jede Woche einmal getroffen, aber das ist schon viele Jahre her. Mittlerweile trifft sie sich nur noch alle paar Monate mit mir, obwohl sie immer sagt, dass sie sich in Zukunft wieder häufiger mit mir treffen möchte, aber bislang ist davon nichts zu sehen. Positiv war, dass sie immerhin täglich mehrere Stunden mit mir telefoniert hatte. Ich habe zwar schon immer gesagt, dass nur telefonieren mir in einer Liebesbeziehung nicht ausreicht, aber durch das Telefonieren hatte ich wenigstens einen sozialen Kontakt. Jahrelang haben wir täglich lange telefoniert, zumindest bis vor einigen Wochen. Denn da fing es plötzlich an, dass sie abends meine Anrufe vermehrt ignorierte und dass auch sie mich nicht anrief. Sie sagt immer, dass sie dann mit ihren Freundinnen telefoniert und dass das nur eine Phase sei, da sie ja früher nie so oft mit denen telefoniert hat, aber diese Phase dauert jetzt schon einige Wochen an. Und seitdem ist meine Einsamkeit unerträglich geworden, da mir das so sehr fehlt, mit ihr abends einige Stunden zu telefonieren, weil wir das jahrelang täglich gemacht haben. Ich habe ihr das auch gesagt, aber es ändert sich leider nichts, sodass es ganz danach aussieht, dass die Zeiten, in denen ich täglich abends mit meiner Freundin telefoniere, für immer vorbei sind, warum auch immer. Ein paar Mal kam es schon vor, dass ich sie telefonisch nicht erreichen konnte, da bei ihr ständig ein Besetztzeichen kam, aber sie sagte dann immer, dass sie garnicht telefoniert hatte und nur ihre Telefonverbindung rumgesponnen hatte, aber ich kann mir garnicht vorstellen, dass es so einen Fehler bei der Telefonverbindung geben kann, dass bei ihr das Besetztzeichen ständig kommt, wenn sie garnicht telefoniert. Seit Dezember 2012 bin ich ein unglücklicher Mensch, aber die langen Telefonate mit meiner Freundin haben den Schmerz wenigstens ein bisschen gelindert. Wenn doch die abendlichen Telefonate wenigstens wiederkommen würden. Mein größter Lebenstraum ist es, eine Freundin zu finden, mit der ich glücklich zusammenleben kann. Das ist alles, was ich möchte. Wenn ich irgendwo glückliche Liebespaare sehe, bin ich immer richtig neidisch und denke mir: "Warum darf ich nicht auch mal so glücklich sein?" Wenn ich ganz ganz selten mal nachts träume, eine Freundin zu finden, die mir Liebe schenkt und ich dann aufwache, spüre ich noch diese Wärme im Herzen. Viele würden sich dann wahrscheinlich darüber ärgern, dass es nur ein Traum war, aber ich bin sogar dankbar für solche Träume, denn die geben mir dann wenigstens noch das Gefühl von Liebe. Leider sind solche Art von Träumen sehr selten, in den letzten Jahren hatte ich nur zwei Mal solch einen schönen Traum. Die meisten Träume sind entweder Albträume oder neutrale sowie bizarre Träume. Wenn ich mal draußen bin, hat sich leider noch nie die Gelegenheit ergeben, mal eine neue Freundin zu finden, da noch nie eine Frau mit mir geflirtet hat. Vielleicht werde ich irgendwann in Zukunft mal in einer Dating-App die Liebe meines Lebens suchen, habe aber Angst, keinen Erfolg zu haben. Übrigens weiß meine Freundin, dass ich mir vielleicht eine neue Freundin suchen werde, wenn sich in unserer Liebesbeziehung nichts ändert, also ich spiele da mit offenen Karten. Trotzdem kommt in ihr nicht der Wunsch auf, mit mir zusammenzuziehen oder wenigstens mal wieder häufiger mit mir zu telefonieren. Ich möchte doch einfach nur eine Freundin haben, mit der ich glücklich zusammenleben kann. Es gibt einige Zitate, die ich nur bestätigen kann, beispielsweise: "Die schlimmste Armut ist die Einsamkeit." oder "Zuhause ist der Ort, wo jemand ist, der an dich denkt und der dich liebt." Werde ich jemals ein Zuhause finden? Auf jeden Fall danke an alle, die sich die Zeit genommen haben, sich meine Worte durchzulesen. Es war mir einfach ein Bedürfnis, mal meinen Kummer von der Seele zu schreiben.

  • Hey Enel,

    ich kann deinen Kummer auf vielen Ebenen nachvollziehen.

    Mein Vater starb auch vor zwei Jahren an Lungenkrebs, es gab auch Momente im Leben, in denen ich mich sehr einsam fühlte und so pseudogeghostet wie du wurde ich auch schon, mein Partner hatte sich auch mit der Zeit immer mehr distanziert.


    In meinen Augen und auch rückblickend auf meine ehemalige Beziehung betrachtet, ist es eine rote Flagge, wenn der Partner länger keinen Bock auf einen hat und so gar nicht so aufs Zusammenziehen steht (bzw. keinen guten Grund warum nicht liefert). Das können entweder Bindungsängste sein und/oder eben fehlende Gefühle. Mein Partner zog auch nur mit mir zusammen, weil seine Mutter ihn dazu animierte, aber wir lebten mit der Zeit dann oft aneinander vorbei, weil er schlief, während ich wach war und umgekehrt.


    Mein größter Lebenstraum ist es, eine Freundin zu finden, mit der ich glücklich zusammenleben kann. Das ist alles, was ich möchte. Wenn ich irgendwo glückliche Liebespaare sehe, bin ich immer richtig neidisch und denke mir: "Warum darf ich nicht auch mal so glücklich sein?"

    Es ist quasi immer ein Rezept zum Unglücklichsein, wenn man sein Glück darauf definiert, eine Beziehung zu haben.

    Dann bindet man sich eben evt. auch wegen den falschen Gründen an den nächsten Partner oder wenn es nicht klappt, findet man keine Alternativen zum Glücklichsein.


    Wenn ich mal draußen bin, hat sich leider noch nie die Gelegenheit ergeben, mal eine neue Freundin zu finden, da noch nie eine Frau mit mir geflirtet hat. Vielleicht werde ich irgendwann in Zukunft mal in einer Dating-App die Liebe meines Lebens suchen, habe aber Angst, keinen Erfolg zu haben.

    Um ehrlich zu sein finde ich flirten überbewertet und es ist mir unangenehm, wenn das jemand mit mir macht, weil ich da keine gute Lösung zum Reagieren habe.

    Scheinbar ist das aber für viele schon ein angeregtes Gespräch, zumindest wurde ich am Ende nach meiner Nummer gefragt und mein Ex erzählte mir dann später, dass das ganze Gespräch ein Flirt war und was es bedeutet, wenn man danach die Nummer gibt, lol


    Was ich dir aber hier unbedingt auf den Weg geben möchte: Finger weg von Dating-Apps. Paar wenige haben dort eventuell Glück, aber im Grossen und Ganzen ist es ein toxisches Ambiente.

    Zudem hoffe ich, dass du in Zukunft eventuell Freundschaften und Hobbys finden kannst, die deine Einsamkeit lindern. Kommt dann irgendwann noch eine neue Beziehung mit raus, schön, ansonsten auch schön.