Das beste Buch aller Zeiten! - Diskussionstopic

  • Es hat mich ja schon gewundert, dass nur ein einziges Buch von Brandon Sanderson nominiert wurde (nämlich von mir), und jetzt ist das schon in Runde 1 rausgeflogen... Brandon Sanderson scheint hier ja nicht sehr bekannt/beliebt zu sein, dabei gehört er heutzutage zu den besten und erfolgreichsten Fantasy-Autoren weltweit. Ich kann jedwedem Fantasy-Fan hier, der Brandon Sanderson noch nicht kennt, seine Bücher nur wärmstens empfehlen.


    Fast noch überraschender finde ich es aber, dass Bartimäus ganze 7 Stimmen bekommen hat und in seiner Gruppe somit ziemlich weit oben ist. Ja, es ist verdammt gut, deswegen habe ich es ja nominiert, aber ich hatte es für weniger bekannt als Sandersons Werke gehalten. Offenbar ist es das nicht, zumindest nicht hier im BisaBoard.


    Auch sehr schön zu sehen, dass Tolkien beinahe sämtliche Gruppen, in denen er vorkommt, anführt. Der Mann ist einfach eine Legende, seine Bedeutung für das moderne Fantasy-Genre kann man gar nicht genug betonen.


    Ansonsten viele altbekannte Klassiker weit oben, wie nicht anders zu erwarten. Bin jedenfalls gespannt, ob sich letztlich einer von denen durchsetzt oder doch ein etwas jüngeres Werk.

  • Es ist mir wirklich schwer gefallen, meinen Vote abzuschicken. Nicht, weil ich nicht davon überzeugt wäre, dass die Bücher, denen ich meine Stimme gegeben habe, diese verdient hätten. Vielmehr, weil ich eigentlich alle nominierten Bücher gelesen haben müsste, um mir ein absolutes Urteil erlauben zu können. In meinem Falle hieße der Wettbewerb daher viel treffender "Das beste Buch aller Bücher, die ich gelesen habe". Einige Bücher haben vermutlich nur keine Stimme von mir bekommen, weil ich sie schlichtweg (noch) nicht gelesen habe. Das sagt aber nichts über die Qualität des Buches aus. Von allen nominierten Büchern habe ich nur 37 % gelesen. Nach der ersten Runde sind es zumindest 52% der weitergekommenen Bücher. Wirklich befriedigend finde ich aber auch diesen Wert nicht, um mir guten Gewissens ein Urteil über das beste Buch aller Zeiten zu erlauben.


    Die Hälfte meiner nominierten Werke wurde leider schon nach der ersten Runde rausgewählt. Neben der Saga von Egil Skalla-Grimsson, die ich vor einigen Jahren im altisländischen Original lesen durfte und direkt verschlungen habe, wurde leider auch der norwegische Autor Erlend Loe mit dem Werk "Doppler" bereits nach Hause geschickt. Habe allerdings auch nicht wirklich damit gerechnet, dass er weiterkommt, weil er im Ausland doch zu unbekannt sein dürfte. Für mich hat er jedoch einen ganz besonderen Platz im Herzen, weil er mit einer wunderbaren humoristischen Leichtigkeit schreibt und diese gekonnt mit Themen wie zwischenmenschliche Beziehungen verknüpft. Ich habe fast alles gelesen, was von ihm veröffentlicht wurde und u. a. mittels der von ihm geschaffenen Literatur die Sprache gelernt. :D


    Besonders schade finde ich allerdings das Ausscheiden des Buches "Das Geheimnis der orangenfarbenen Katze". Das Buch ist einfach auf so vielen Ebenen wundervoll. Das fängt bei der von Otfried Preußler ersinnten Idee an, dass das Buch von zehn Kinderbuchautoren aus zehn Ländern geschrieben wurde, die ein ganz zauberhafter Beitrag zur Völkerverständigung darstellt. Gemeinsam mit Autoren aus Japan, Tschechien, Frankreich und anderen Flecken dieser Erde wurde ein Stück Kinderliteratur geschaffen, das meiner Meinung nach auf ganzer Linie überzeugt. Jedes Kapitel wurde von einem anderen Autor geschrieben und wie der eine die Fäden des anderen aufgreift und weiterspinnt, ist faszinierend anzusehen. Ich kann nicht sagen, wie oft ich es als Kind gelesen habe, es müssen unzählige Male gewesen sein. Und ich lese es auch als Erwachsener immer noch gerne. Ich bin fest davon überzeugt, dass die im Buch transportierte Spannung Kinder auf der ganzen Welt fesselt. Leider ist das Buch schon seit vielen Jahren vergriffen und nur noch antiquarisch zu erwerben. So oder so: Für jedes Kind, das fantastische, spannende und nicht vorhersehbare Abenteuer liebt (und für jeden Erwachsenen, der das Kind in sich bewahrt hat) lohnt sich der Kauf!

    Ein kleiner Einblick ins Buch: David ist oft allein zu Hause. Dann sitzt er am liebsten in Mutters Atelier und betrachtet die Bilder an den Wänden. Er ist gar nicht überrascht, als sie eines Tages plötzlich lebendig werden. David wird in ein aufregendes Geschehen hineingezogen, in dem Kinder verschwinden, ein Schloss versinkt und geheimnisvolle Katzen eine undurchsichtige Rolle spielen ...


    Überhaupt muss ich sagen, dass gerade Kinderbücher einen ganz besonderen Stellenwert bei mir haben. Für mich bedeutet Kinderliteratur menschliche Zuwendung, Nähe und Geborgenheit. Das drückt sich unter anderem durch die vertraute Stimme der Mutter aus, die einem Geschichten in einem Alter vorliest, in dem man noch nicht selbst lesen kann. Oder im Ritual der Gute-Nacht-Geschichte des Vaters, der einem vorliest bis man tief und fest eingeschlafen ist. Außerdem wird die Fantasie beflügelt und der Grundstein für eine langanhaltende Leselust bis ins hohe Alter gelegt. ^__^ Ich hoffe daher sehr, dass bspw. "Pippi Langstrumpf" als Vertreter für wundervolle Kinderliteratur, die vor Ideenreichtum nur so sprüht, die ihren Leser ernst nimmt und das Gefühl vermittelt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur fest genug daran glaubt, in diesem Wettbewerb noch sehr weit kommen wird. Wäre wirklich schade, wenn in den letzten Runden nur noch Jugend- und Erwachsenenliteratur übrig bliebe.


    Im Übrigen habe ich mir vor ein paar Tagen ein paar Bücher gekauft, die nominiert wurden, es in die nächste Runde geschafft haben und von mir noch nicht gelesen wurden. Vielleicht schaffe ich es so ja noch, das eine oder andere Buch in meine Wertung mit einzubeziehen. Unter anderem werde ich jetzt "1Q84 (Buch 1 und 2)" von Haruki Murakami lesen, das drei Stimmen erhalten hat. Mal schauen, ob es mich anspricht und in der nächsten Runde eine Stimme mehr erhält.


    PS. Warum man in Gruppe 3 und 7 jeweils 12 Bücher zur Auswahl gestellt hat, in Gruppe 8 jedoch 14 Bücher hat sich mir nicht erschlossen.

  • Die Gefährten gegen Rückkehr des Königs... ich bin dafür, die Turnierleitung zu ersetzen.

  • Die Gefährten gegen Rückkehr des Königs... ich bin dafür, die Turnierleitung zu ersetzen.

    Kann dir gar nicht sagen woran es liegt, aber ich mochte Die Rückkehr des Königs nicht. Hab das damals mehrmals abgebrochen. Heißt das Buch nicht "Die Wiederkehr des Königs"? Oder hab ich das falsch in Erinnerung? 😅

  • Heißt das Buch nicht "Die Wiederkehr des Königs"? Oder hab ich das falsch in Erinnerung?

    Das hast du nicht falsch in Erinnerung, es ist im Grunde beides richtig. Es gibt zwei deutsche Übersetzungen von Herr der Ringe, die ursprüngliche von Margaret Carroux, Ende der 60er Jahre, noch unter Mithilfe von Tolkien persönlich, und die spätere von Wolfgang Krege aus dem Jahr 2000. Bei Carroux wurde der Titel des dritten Teils als Rückkehr des Königs übersetzt, bei Krege als Wiederkehr des Königs.

    Kreges Übersetzung wurde allerdings vielfach kritisiert, weshalb einige Jahre später eine überarbeitete Fassung erschien, in der einiges geändert wurde, unter anderem der Titel des dritten Teils, der in dieser Version dann auch wieder Rückkehr des Königs lautete, statt Wiederkehr.

    Deshalb ist Wiederkehr nicht wirklich falsch, aber es wird in der Regel Rückkehr verwendet.


    Hach, ich liebe es, wenn meine HdR-Nerd-Seite zum Vorschein kommt. :haha:

  • Ich hatte die Duelle durchgesehen, um zu gucken, ob zwei Harry-Potter-Teile gegeneinander antreten, weil ich das für wahrscheinlicher hielt. Zwei HdR hat mich sehr überrascht ^^


    Außerdem wollte ich meinen Ärger darüber ausdrücken, dass ich vergessen hab, zu voten und zwei meiner Nominierungen jetzt ohne Stimmen rausfliegen mussten ): (War übrigens sehr (positiv) überrascht, dass Das Lied der Krähen weiter kam, wenn auch das Duell gegen Der kleine Prinz nicht unbedingt fair scheint, so vom Bekanntheitsgrad)

  • Duell 14: Moby Dick - Herman Melville vs. Frankenstein - Mary Shelley


    Ein überaus unerfreuliches Duell. Wäre schade, wenn Frankenstein schon so früh ausscheiden würde, darum verspreche ich wenigstens jedem eine Bedankung, der das votet, selbst wenn ihr es nicht gelesen habt.. :wink:

    Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Toten auf die Erde zurück! (DotD)


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  • Duell 2: Die Schatzinsel - Robert Louis Stevenson vs In 80 Tagen um die Welt - Jules Verne


    Das nenne ich mal eine echt miese Paarung. Kann mich an letzteres Buch halt noch etwas besser erinnern, aber trotzdem...

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  • Einigen Unkenrufen zum Trotz hat es doch nur ein Harry-Potter-Teil ins Achtelfinale geschafft, und nicht mal dort hatte er wirklich eine Chance. Damit kann ich leben, ich habe keinerlei nostalgische Verbindung zu den Büchern, auch wenn ich sie nicht schlecht finde.


    Je mehr sich die ganze Aktion aufs Finale zubewegt hat, desto einfacher fielen mir die Votes, weil dann auch prozentual mehr dabei war, was ich sogar gelesen hatte. Dennoch kann ich die Bedenken, die Tragosso schon vor einer Weile formuliert hat, nachvollziehen. (Ach, eigentlich wollte ich schon längst mal was dazu schreiben, bin aber leider nie recht dazu gekommen.) Für mich scheint das Ganze aber auch schon von vornherein ein bisschen spaßhaft gemeint zu sein, vor allem mit der Formulierung "Das beste Buch aller Zeiten!", mit Ausrufezeichen. Viel interessanter als die Abstimmung waren eigentlich die Nominierungen und die Begründungen dazu, weil man dabei einen Blick auf die Vielfalt der Leselandschaft werfen konnte. Darum finde ich es so schade, dass in diesem Diskussionstopic wenig los war, aber da ich selbst nicht besser bin, kann ich wohl niemand etwas vorwerfen.


    Dreimal Tolkien im Viertelfinale finde ich dann aber doch etwas heftig. Ich hätte es, denke ich, besser gefunden, wenn man die Herr der Ringe-Bände als eines zusammengefasst hätte, aber leider war es schon zu spät, als mir der Gedanke kam. Gibt es die überhaupt einzeln auf dem Markt? Ich kenne nur diese Pappschuber, in denen dann drei Bücher drin stecken, oder gleich die Ausgaben als ein Gesamtwerk. Viel mehr, und auch da schließe ich mich Tragosso an, hätte ich mich gefreut, wenn ein paar der Kinderbücher dringeblieben wären. Und zwar nicht, weil ich nur diese gelesen hätte, so ist es nicht, aber tatsächlich bin ich der Meinung, dass von den jetzt noch übrigen Viertelfinalisten Momo das beste Buch ist. Ich habe es erst letzes Jahr noch mal gelesen und war positiv überrascht, wie tiefgründig es ist, und doch liest es sich sehr flüssig und kommt ohne eine sperrige Sprache oder unnötige Nebenhandlungen aus. Denn was nützt mir ein wegweisendes Buch voller origineller Ideen, wenn es umständlich und zäh zu lesen ist? Da finde ich es schade, wenn wirklich gute Kinderbücher (und für Jugendbücher gilt wohl dasselbe), die erkennbar mehr sein wollen als bloße Beschäftigungstherapie für Kinder (die gibt es natürlich auch), in eine Ecke gestellt werden. Also, nicht falsch verstehen, das ist hier nicht geschehen, aber man begegnet doch immer wieder Menschen, die so etwas abtun.

  • Dreimal Tolkien im Viertelfinale finde ich dann aber doch etwas heftig.


    Ich hätte es, denke ich, besser gefunden, wenn man die Herr der Ringe-Bände als eines zusammengefasst hätte, aber leider war es schon zu spät, als mir der Gedanke kam.

    Ist am Ende doch auch nicht besser, als wenns 3x Harry Potter gewesen wäre. Schon schlimm, dass Die zwei Türme als mittleres Buch gegen Frankenstein gewonnen hat...


    Eine Zusammenfassung als ein Roman wäre übrigens ganz im Sinne von Tolkien selbst gewesen.

    Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, kehren die Toten auf die Erde zurück! (DotD)


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  • Ich finde dreimal Tolkien auch ein wenig zu dominant, muss aber sagen, dass mir das zumindest in Hinblick auf die Qualität der Bücher ein wenig lieber ist als jetzt etwa dreimal Rowling.


    Ansonsten ist das Duell zwischen Momo und Der kleine Prinz halt einfach mal fieser als jedes moralische Dilemma, dem ich mich im Philosophiestudium stellen durfte.

  • Für mich ist das an sich auch eine schwere Entscheidung. Aber der Grund, warum ich Momo dann lieber mag, ist, dass es sich hier einfach um ein schönes hoffnungsvolles Buch mit wirklich originellen Ideen handelt (allein die Geschichte mit dem Neubau der Erde ...), das zugleich - ohne einem das zu sehr aufzudrücken - eine bestimmte kritische Botschaft übermittelt. Sherlock Holmes ist natürlich der Archetyp des modernen Romandetektivs und hat die Popkultur geprägt wie sonst kaum was, aber während ich die Werke mit ihm als interessante Mystery- und Detektivgeschichten schätze, so fehlt ihnen in der Hinsicht meistens eine "tiefere" Botschaft, die mich zum Nachdenken bringt und die ich bei Momo eher sehen kann. Was nicht heißt, dass Sherlock Holmes jetzt objektiv schlechter sei, aber ich persönlich entscheide mich im direkten Vergleich dann für Momo.

  • Ich kann mit Momo als Gewinnerin gut leben, wenngleich es mir für einige andere Bücher natürlich leid tut, die es auch verdient hätten. Ich bin immer noch traurig, dass ich mich gegen Der kleine Prinz entscheiden musste.


    Davon ab ist mir mal aufgefallen, wie oft ich dem guten Sherlock Holmes keine Stimme geben musste. Gegen Das Bernsteintelskop, gegen Momo und dann noch gegen 1984. Wobei es beim Letzteren für mich wohl am kniffligsten war, weil ich zwar aus Orwells Buch insgesamt mehr mitgenommen habe, aber nach jedem Lesen total depressiv werde und für etwas Eskapismus lieber zum Sherlock greife.