Das Corona-Virus

  • Drehen die Leute in eurem Umkreis auch so durch?
    Also bei uns gilt ja seit gestern die FFP2 Pflicht und in der Bahn gestern war ein Junge, der hat seine Maske kurz auf die Seite so gehängt IN der Bahn um was zu trinken.
    Dann meinte ein großer Kerl gegenüber, er soll sofort aufhören zu trinken und die Maske aufsetzen.
    Daraufhin meinte der Junge Kerl das er durst habe und er ihn gefälligst nicht duzen solle. (Ja er hat ihn ge"duzt" weil er recht jung aussah)
    Daraufhin der Mann "Wir sind hier nicht in einer 4h ICE Fahrt man kann auch Zuhause trinken"
    Ich dacht mir so "WTF?"
    aber bevor ich was sagen konnte, denn es brannte mir auf der Zunge, wurde der Kerl von 2 anderen Fahrgästen ausgebremmst. Wenn der Junge durst hat, soll er trinken und sowas.
    Die anderen Fahrgäste waren dann doch auf der Seite des Dosen trinkers.

    '_' Also wenn man jetzt Angst haben muss, kurz was zu trinken dann gute Nacht.
    Ich selber hab wegen der FFP2 Maske nen MEGA trockenen Hals ohne Atemfrei Bonbon oder eben nen Schluck Wasser ab & zu bekomm ich voll die Hustenanfälle.

  • Meine Kollegin dürfte mit ihrem Mann nicht mal hinfahren um sich eventuell zu verabschieden.

    Genauso war es bei der Mutter meiner Patentante. Sie war durch ihre Erkrankung an Corona isoliert worden, aber es stand bereits von Anfang an fest, dass sie das Virus nicht überleben wird. Meine Patentante war natürlich bei ihr zu Besuch und hat sich selbst (und ihren Mann) angesteckt. Durch ihre eigene Erkrankung durfte meine Patentante ihre Mutter nicht mehr besuchen, die im Sterben lag. Letzten Endes ist sie alleine im Krankenhaus letzte Woche verstorben.

  • Es ist halt bei vielen der Zeitpunkt erreicht, in der man permanent im roten Dreht. Im Supermarkt z.b, wo ,,schnell mal Brot Kaufen" dank Einkaufswagenpflicht zu einer Runde ,,Rush Hour" wird, weil wirklich überall Menschen mit ihren Einkaufswagen die Gänge blockieren.

  • Umso länger die Einschränkungen dauern desto mehr leidet auch das soziale Miteinander. Und nicht nur das wir werden uns auch immer stärker angehen. Das Verständnis für andere sinkt auf 0. Würde man Unterschiede machen ob geimpft oder nicht geimpft würde sich diese Situation noch einmal verschärfen. Während die eine Seite nicht einmal mehr Verständnis für jemanden hat der etwas trinkt und kurz die Maske zur Seite schiebt hat der Andere kein Verständnis mehr wenn er in seinem privaten Umfeld gestört wird. Irgendwann gehen beide Seiten auf die Straße und bekämpfen sich. Man merkt momentan richtig wie sich die Spannung in vielen Menschen aufbaut und das wird sich irgendwann entladen wenn nicht bald Schluss ist. Noch brenzliger wirds wenn die Corona Zahlen deutlich sinken und trotzdem weiter eingeschränkt wird. Das wird dann auch verfassungsrechtlich eng. Ich glaube 2021 wird ein Jahr mit sehr vielen Demonstrationen und Straßenschlachten so wie sich momentan alles entwickelt. Spätestens dann wenn man wieder demonstrieren darf. Auch rund um die Wahl dieses Jahr rechne ich mit vielen Protesten.


    EDIT: Wenn man nun sieht, dass die Infektionszahlen nach unten gehen, dann muss man doch so langsam zur ehrlichen Einsicht kommen, dass Schulen scheinbar doch ein großer Treiber der Pandemie sind. Das wundert mich bei unserem Schulsystem aber auch nicht. Ich hätte die schon im November geschlossen dann wäre wenigstens das Theater um die Weihnachtszeit uns erspart geblieben.

  • Würde man Unterschiede machen ob geimpft oder nicht geimpft würde sich diese Situation noch einmal verschärfen.

    Da würde ich aber einmal gerne hören, was dagegen spräche? Nur um mal ein persönliches Beispiel zu bringen: Meine fast 90-Jährigen Großeltern waren somit die ersten, die geimpft wurden und haben inzwischen ihre zweite Dosis bekommen. Da meine Familie aus Heinsberg kommt (der erste große Hotspot kurz nach Karneval), haben sie sehr früh erlebt, wie Bekannte und befreundete Ehepaare im ähnlichen Alter einen schweren Corona-Verlauf hatten oder sogar verstorben sind. Daraufhin haben meine Großeltern - aufgrund der persönlichen Erfahrung - sehr früh die Kontakte komplett zurückgefahren und das nur im Sommer kurz ein klein wenig hochgefahren, als die Zahlen geringer wurden. Seit die Zahlen im Oktober wieder angestiegen sind, haben sie ihre Kontakte wieder komplett zurückgefahren. Ich habe meine Großeltern in den vergangenen 12 Monaten nur einmal gesehen und jetzt am Sonntag wieder, weil es durch die zweite Impfung direkt sicherer war, sie zu besuchen. Was spricht also gegen eine Unterscheidung zwischen Geimpften und solchen, die es (noch) nicht sind? Gerade für die ältere Generation sind solche Privatkontakte sehr wichtig, vor allem wenn man drastisch gesagt nicht mal weiß, wie lange man die Kontakte noch haben kann. Warum sollte man dieser älteren Generation jetzt sagen: "Ihr seid zwar geimpft und recht sicher, aber wir erlauben euch trotzdem nicht, euch privat zu treffen, weil das die Unzufriedenheit in der Bevölkerung steigen lässt"? Das erscheint mir ziemlich unsinnig und für mich persönlich würde eher das Gegenteil, nämlich dass diejenigen, die nicht geimpft sind, die gleichen Lockerungen genießen können wie diejenigen, die sich geimpft haben.

    Noch brenzliger wirds wenn die Corona Zahlen deutlich sinken und trotzdem weiter eingeschränkt wird. Das wird dann auch verfassungsrechtlich eng.

    Wie kommst du auf die Idee, dass die Einschränkungen gleich bleiben oder sogar mehr werden, wenn die Corona-Zahlen sinken? Man hat ja nach der ersten Welle schon wieder gehörig Einschränkungen zurückgefahren, die Gastronomie durfte ab gewissen Punkten wieder aufmachen, Schulen durften aufmachen (und waren zwischenzeitlich sogar von der Maskenpflicht entbunden), auf Home Office wurde weitestgehend verzichtet (auch da gab es lange keine Maskenpflicht), Friseure durften wieder aufmachen, man hat sogar wieder private Feiern - auch im großen Kreis - erlaubt usw. Also ja, sollten die Zahlen deutlich sinken und die Einschränkungen in einem ähnlichen Maße bestehen bleiben, würde das wahrscheinlich verfassungsrechtlich eng werden, weil natürlich Grundrechte eingeschränkt werden. Aber Anlass, warum man auf die These kommen könnte, dass die Politik nicht auch an Lockerungen interessiert ist sobald möglich, sehe ich um ehrlich zu sein nicht.

  • Ich habe meine Großeltern in den vergangenen 12 Monaten nur einmal gesehen und jetzt am Sonntag wieder, weil es durch die zweite Impfung direkt sicherer war, sie zu besuchen. Was spricht also gegen eine Unterscheidung zwischen Geimpften und solchen, die es (noch) nicht sind?

    Die Impfung ist nicht vollumfänglich erforscht. Es besteht trotzdem weiter das Risiko andere Menschen anzustecken oder auch eine geringe Chance selbst zu erkranken. Hinzu kommt das man nach wie vor nicht weiß wie lange der Impfschutz halten wird. Nicht das man irgendwann alle durchgeimpft hat und dann kann man quasi wieder von vorne anfangen weil bei den ersten der Impfstoff aufhört zu wirken. In Israel hat man gut 1/3 der Bevölkerung jetzt durchgeimpft und trotzdem sind dort die Corona Zahlen samt Tote weiter auf sehr hohem Niveau. Genau wie die Maske kann die Impfung zu einer falschen Sicherheit führen. Ich glaube das im Hinblick auf diese Zahlen nicht der Gedanke aufkommen sollte das man nun nie wieder was mit Corona zu tun hat.

    Wie kommst du auf die Idee, dass die Einschränkungen gleich bleiben oder sogar mehr werden, wenn die Corona-Zahlen sinken?

    Das schnelle erneute Treffen von heute finde ich fragwürdig. Die neuen Einschränkungen waren gerade mal 3 Tage aktiv da wollte sich Merkel wieder treffen. Warum wartet man nicht einfach mal ab wie sich die Kurve entwickelt? Außerdem wurde der Eindruck vermittelt, dass man sich nicht wegen der Toten sondern wegen dem mutierten Virus trifft von dem man nicht einmal weiß wie er überhaupt in Deutschland aktiv ist. Wenn Merkel und Co. nun weiter nach dieser Linie fahren und nicht mehr auf die Infektionszahlen schauen dann wird das Proteste auslösen und der Lockdown sich weiter ziehen. Vor allem warum verlängert man gleich bis zum 15. Februar? Ich hab das Gefühl, dass hier sehr viel auf Zeit gespielt wird um die schlechte Impfpolitik zu verwischen. Ich hoffe das jetzt endlich mal Ende ist und Ruhe einkehrt und nicht in 7 Tagen der nächste Anlauf für Beschränkungen genommen wird.

  • Das schnelle erneute Treffen von heute finde ich fragwürdig. Die neuen Einschränkungen waren gerade mal 3 Tage aktiv da wollte sich Merkel wieder treffen. Warum wartet man nicht einfach mal ab wie sich die Kurve entwickelt? Außerdem wurde der Eindruck vermittelt, dass man sich nicht wegen der Toten sondern wegen dem mutierten Virus trifft von dem man nicht einmal weiß wie er überhaupt in Deutschland aktiv ist.

    Aber wenn man sich nicht sicher ist, wie die Mutation in Deutschland aktiv ist, ist doch gerade das ein Argument für neue Einschränkungen und nicht dagegen. Wenn man sich die Situation in Großbritannien anschaut, wo die 7 Tage-Inzidenz mehr als doppelt so hoch ist wie in Deutschland, wird man wohl relativ schnell zu dem Ergebnis kommen, dass man eine vergleichbare Situation hier nicht haben möchte. Das wäre gleichbedeutend mit einer vollkommenen Überlastung des Gesundheitssystems und würde effektiv bedeuten, dass wir nicht mehr alle Menschen nach besten Möglichkeiten retten können, sondern quasi bei jeder Neueinlieferung überlegen müssen "Ist diese Person es wert, gerettet zu werden?". Dass das der absolute Worst Case ist (und dann wahrscheinlich tatsächlich die von dir beschriene Spaltung hervorruft), sollte wohl allen klar sein. Dementsprechend ist es doch auch völlig sinnvoll, die Einschränkungen zu erhöhen, solange die Möglichkeit besteht, dass die Mutation hier schon grassiert.

  • Aber wenn man sich nicht sicher ist, wie die Mutation in Deutschland aktiv ist, ist doch gerade das ein Argument für neue Einschränkungen und nicht dagegen. Wenn man sich die Situation in Großbritannien anschaut, wo die 7 Tage-Inzidenz mehr als doppelt so hoch ist wie in Deutschland, wird man wohl relativ schnell zu dem Ergebnis kommen, dass man eine vergleichbare Situation hier nicht haben möchte.

    Und genau aufgrund dieser Situation glaube ich nicht mehr an Lockerungen. Die Mutation wird auch im nächsten, übernächsten und nicht in 3 Monaten verschwinden. Sobald du öffnest, öffnest du für die mutierte Variante. Genau das ist aber das Problem. Die Zahlen sinken gleichzeitig werden die Beschränkungen weiter hoch gefahren. Normalerweise müsste man eigentlich so langsam darüber reden die Beschränkungen zurückzufahren. Daher halte ich das alles auch für Zeitspiel. Selbst wenn in ganz Deutschland Mitte Februar die Inzidenz unter 50 liegen sollte glaube ich nicht, dass Restaurants etc. wieder offen sein werden. Man wird das so lange hinauszögern bis der Frühling einkehrt und mehr Leute geimpft sind. Und dann wird man hoffen, dass dieser Schutz ausreichen wird gegen die Mutation. Das wird man dann im Oktober diesen Jahres sehen. Wenn es sich so wie in Israel entwickelt wird trotz Impfungen im Oktober es wieder Einschränkungen über den Winter geben. Und wer weiß ob Corona bis dahin nicht noch weitere Überraschungen (Mutationen) für uns hat. Daher wird dieses Jahr das Jahr der Demonstrationen. Der Frust ist riesig, ja man kann ihn fast schmecken. In meinem Umfeld wollen inzwischen selbst Leute auf Demos gehen die mit sowas sonst niemals etwas zu tun hatten.

  • Normalerweise müsste man eigentlich so langsam darüber reden die Beschränkungen zurückzufahren.

    Beschränkungen herunterfahren? Hast du mitbekommen, was in Irland passiert ist? Falls nicht: Irland hatte das Infektionsgeschehen gut im Griff, die 7-Tages-Indizenz lag etwa im November sogar bei unter 50. Die Regierung ist genau auf diese Erkenntnis aufgesprungen und hat vor Weihnachten gelockert (inklusive Öffnung von Pubs, Restaurants ...) keine vier Wochen später lag die Inzidenz bei über 900 (!!!). Weil sich die Virusmutation ausgebreitet hat wie Feuer in trockenem Gras.

    Man wird das so lange hinauszögern bis der Frühling einkehrt und mehr Leute geimpft sind. Und dann wird man hoffen, dass dieser Schutz ausreichen wird gegen die Mutation.

    Was ist dein Gegenvorschlag? Alles aufmachen, weil wir ja eh nicht sagen können, ob der Impfstoff uns gegen die Mutation schützt?

    Daher wird dieses Jahr das Jahr der Demonstrationen. Der Frust ist riesig, ja man kann ihn fast schmecken. In meinem Umfeld wollen inzwischen selbst Leute auf Demos gehen die mit sowas sonst niemals etwas zu tun hatten.

    Sind das alles Künstler, Leute die auf die Novemberhilfen angewiesen sind und (berechtigterweise) selbige einfordern wollen? Falls nicht: No Front, aber wer frustriert ist, weil ein Virus mutiert und die Leute angehalten sind, das Gesundheitssystem nicht kollabieren zu lassen ist in meinen Augen nichts anderes als ein harter Egozentriker. Wir leiden alle unter den Maßnahmen, ich glaube keiner mehr hat Bock auf den nächsten Lockdown. Aber jetzt wurden (endlich) die Schulen geschlossen, das öffentliche Leben nicht nur auf die Restaurants bezogen runtergefahren und die Leute meckern wieder.

    Wenn es sich so wie in Israel entwickelt wird trotz Impfungen im Oktober es wieder Einschränkungen über den Winter geben.

    Was meinst du damit? Israel ist gerade in erster Linie damit konfrontiert, dass der schützende Effekt nach der ersten Impfdosis nicht ausreicht. Das war bisher eine vage Vermutung der Wissenschaft anhand der ersten Paar geimpften. Israel ist jetzt aber das erste Land, was zuverlässige Studiendaten zum Thema generiert und die sagen halt, dass es in jedem Fall den Zweittermin braucht.

  • Bei manchen ja. Ich bin abends alleine an einer Busstation gestanden und habe mich meines Sauerstoffs erfreut, bis ich gehört habe "MASKENPFLICHT!" aus like fast schon der Seitengasse, die gut sieben Meter oder so von der Haltestelle entfernt ist. Manche drehen halt vollkommen ab. :ugly:

    Wenn du kein eigenes Haus mit Garten hast, was eben die meisten nicht besitzen, kommst du sonst gar nicht mehr dazu draußen Luft zu schnappen und zwischen den Busfahrten Luft zu holen.

    Die meisten halten aber eben nur Abstand und setzen die Maske selbst erst auf, wenn die Öffis kommen.


    Wenn es sich so wie in Israel entwickelt wird trotz Impfungen im Oktober es wieder Einschränkungen über den Winter geben.

    Was meinst du damit? Israel ist gerade in erster Linie damit konfrontiert, dass der schützende Effekt nach der ersten Impfdosis nicht ausreicht. Das war bisher eine vage Vermutung der Wissenschaft anhand der ersten Paar geimpften. Israel ist jetzt aber das erste Land, was zuverlässige Studiendaten zum Thema generiert und die sagen halt, dass es in jedem Fall den Zweittermin braucht.

    Ja, aber die ergreifen wenigstens mehr Initiative, zumindest gewinnt man den Eindruck, weil bei uns alles im Schneckentempo vorangeht... auch wenn man einige Methoden der Impfstoffbeschaffung in Israel nun durchaus moralisch kritisch sehen kann. Aber hey, am Ende des Tages sind schon viel mehr Personen mit der ersten Dosis geimpft. ^^"

  • Ich weiß derzeit nicht, wie ich mich mit dem neuem Beschluss über die Maskenpflicht fühle. Auf der Einen Seite finde ich es gut, dass die FFP2-Maskenpflicht nicht kommt: es kann sich einfach nicht jeder FFP2-Masken ohne Ende leisten, was dazu geführt hätte, dass viele Leute die FFP2-Masken wahrscheinlich hundert mal getragen hätten. Ob das bei einem EINMALprodukt was bringt halte ich für fraglich, gerade weil generell immer davor gewarnt wurde, Masken mehrfach zu benutzen oder mit den Fingern irgendwie die Innenseite der Maske zu berühren. Ganz abgesehen davon, dass es wahrscheinlich Lieferprobleme gegeben hätte.


    Auf der anderen Seite kann man die IIR-Masken von "normalen" nichtzertifizierten Einmalmasken optisch absolut nicht unterscheiden. Wenn ich also mit meiner von uigurischen Zwangsarbeitern gefertigten Maske weiter rumlaufe, kann keine Sau feststellen ob sie wirklich zertifiziert ist, das schreibt ja keiner an die Dinger dran. Das die Stoffmasken (die ich als Brillenträger ohnehin nicht wirklich gut tragen kann) wegfallen stört mich ehrlich gesagt persönlich wenig - mir tuts eher um den Einzelhandel leid, der die Dinger jetzt praktisch weghauen kann. Außerdem ist es vielleicht nicht schlecht, dass das, was einige als "Maske" bezeichnet haben nicht mehr als solche gilt. Diese dünnen Baumwolltücher, durch die ich praktisch durchsehen kann, bringen wahrscheinlich ohnehin nichts.


    Ach ja, kleine Anekdote zum Thema Impfungen: Mein Großonkel (über 90) war vor einigen Wochen in unserer Regionalzeitung, weil die einen Artikel über ihn machen wollten als Beispiel dafür, wie ältere Leute einen Impftermin ausmachen sollten. Das Ende vom Lied war, dass das Anmeldesystem abgestürzt ist und nichts mehr ging. Der Artikel handelte schließlich davon, wie er FAST einen Impftermin bekommen hätte.

    "Was denkt ihr, wann stirbt ein Mensch? Wenn er von einer Kugel getroffen wird? Nein. Wenn er am Herzen leidet? Oder eine andere schlimme Krankheit hat? Nein. Wenn er eine Suppe isst, die aus einem giftigen Pilz gekocht wurde? Nein. Man stirbt, wenn man vergessen wird!" ~ Doc Bader

  • mir tuts eher um den Einzelhandel leid, der die Dinger jetzt praktisch weghauen kann

    Genau das. Also merke: was monatelang gültig war, kann morgen schon völlig falsch sein. Aber danke, dass wir uns ein halbes Jahr sinnloserweise mit Stofflappen "schützen" durften.

    Und ja, eigentlich hätten sie sicherlich lieber FFP2 gemacht, aber bevor man sich dann einen Plan machen müsste, wie Bedürftige an die Dinger rankommen (und wie man überhaupt klärt, wer eigentlich bedürftig ist), macht man halt zumindest irgendwas. Dass man diese Teile auch ständig nachkaufen muss - egal, das ist im monatlichen Regelsatz sicherlich enthalten. Der ist zwar bis auf den letzten Euro genau berechnet, aber gab ja Anfang des Jahres erst eine saftige Erhöhung. :tired:

  • Ach ja, kleine Anekdote zum Thema Impfungen: Mein Großonkel (über 90) war vor einigen Wochen in unserer Regionalzeitung, weil die einen Artikel über ihn machen wollten als Beispiel dafür, wie ältere Leute einen Impftermin ausmachen sollten. Das Ende vom Lied war, dass das Anmeldesystem abgestürzt ist und nichts mehr ging. Der Artikel handelte schließlich davon, wie er FAST einen Impftermin bekommen hätte.

    Bei uns geht das Anmeldesystem in Wien auch drunter und drüber. ^^"

    Meine Oma wollte sich schließlich ohnehin nicht anmelden, weil dort zu viel los sein wird und es für sie relativ weit weg ist. Sie will sich dann lieberimpfen lassen, wenn der Hausarzt uä. ihn verimpfen können und nicht in den Impfzentren.

  • Wenn du kein eigenes Haus mit Garten hast, was eben die meisten nicht besitzen, kommst du sonst gar nicht mehr dazu draußen Luft zu schnappen und zwischen den Busfahrten Luft zu holen.

    Die meisten halten aber eben nur Abstand und setzen die Maske selbst erst auf, wenn die Öffis kommen.

    *Hust* Balkon *Hust*. Selbst wenn du ein Garten hast ist die Luft selbst in Dörfern nicht grade mehr dufte. Wenn du Pech hast und Nachbarn hast, welche sich für ganz grün halten, weil sie ihr ganzes Haus mit den Wohlfühl Kaminen heizen, dabei aber jeden Scheiß verbrennen, der eig nicht reingehört. Und von frisch gezapften Tierausscheidungen aus einem Güllewagen, der leider undicht ist und somit auf dem Weg zum Feld eine warm dampfende Linie durch das ganze Dorf zieht möchte ich gar nicht erst anfangen. Da gehst du dann auch nicht mehr in deinen Garten.


    Ja, aber die ergreifen wenigstens mehr Initiative, zumindest gewinnt man den Eindruck, weil bei uns alles im Schneckentempo vorangeht... auch wenn man einige Methoden der Impfstoffbeschaffung in Israel nun durchaus moralisch kritisch sehen kann. Aber hey, am Ende des Tages sind schon viel mehr Personen mit der ersten Dosis geimpft. ^^"

    Man könnte fast sagen sie haben einfach eine Wirtschaftliche Rechnung angestellt. Dass dabei Menschen Leben auch noch gerettet werden ist doch ein super Nebeneffekt... Lieber mehr bezahlen für Impfstoffe um früher wieder die Wirtschaft voll da zu haben, als unnötig lange teure Hilfszahlungen an Unternehmen leisten zu müssen, die im Endeffekt auch im Bezug auf eine Globalisierte Wirtschaft nicht ohne Folgen ist.

    So eine Rechnung stellt halt eine Europäische Behörde nicht auf, die sich nicht selbst finanzieren muss und die Konsequenzen für die Wirtschaft der Europäischen Länder nicht unmittelbar trägt. Not my Problem. Natürlich hat es auch mit der Bereitschaft der Länder Kapital dafür zu geben und Datenschutz etc zu tun. Wir wissen ja sowieso alle nicht was da wirklich ablief, das EU Parlament muss ja jetzt schon dafür kämpfen sich die Verträge anschauen zu dürfen.

    Was wir aber wissen ist, dass unsere Regierung z.b. Biontech Fördergelder gegeben hat, ohne sich Gegenleistungen in Form von Impfdosen dafür zu sichern.

    Auch auf nationaler Ebene besteht noch Klärungsbedarf. Schon seit Monaten steht die Frage im Raum, ob Deutschland sich in einer direkten Vereinbarung mehr Impfstoff von Biontech hätte sichern sollen. Im September sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Hersteller Biontech Fördergelder in Höhe von 375 Mio. Euro zu verlangte dafür aber keine konkrete Gegenleistung. Auch das sorgte für Kritik. Der Bild zufolge soll Jens Spahn dagegen protestiert und einen sogenannten „Ministervorbehalt“ eingelegt haben, um eine Gegenleistung in Form von Impfdosen festzulegen.

    Die Ministerin lehnte ab und betonte: Es sei „grundsätzlich wichtig, dass die Förderung von Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln aus Steuermitteln auch zu einer verbesserten Versorgung in und für Deutschland führt. Diesen Grundsatz hat das Bundesministerium für Gesundheit auch in der Ressortabstimmung zum Förderprogramm des BMBF zur Impfstoffentwicklung deutlich gemacht.“

    Oder das unsere Bundeskanzlerin freiwillig zugunsten Europa auf Impfdosen verzichtet, nachdem man sie erworben hat, weil andere EU Länder diese nicht wollten. Diese Entscheidung aber nach dem Wirksamwerden bereut hat. Klar sind es genug insgesamte Dosen, aber es geht eben um den Zeitraum wann sie geliefert werden, und das macht in so einem Fall halt den großen Unterschied wie viel wirtschaftlichen und menschlichen Schaden es gibt.

    Streit um die Corona-Impfstoff-Verhandlungen der EU: Deutschland gab 70 Millionen Impfdosen weg

    Immer wieder wird auch verteidigend betont, dass der Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech dabei zu kurz kam, weil er vergleichsweise teuer und schwierig zu lagern ist. Seine Erfolgschancen seien zum Zeitpunkt der Verhandlungen noch unsicher gewesen. Einige EU Länder scheinen deshalb große Zweifel am Biontech-Mittel gehabt zu haben. Einer Recherche der Bild-Zeitung zufolge sollen diese Länder sogar die Impfstoff-Dosen von Biontech ganz abgelehnt haben. Deutschland habe sich daraufhin 100 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff gesichert, den andere EU-Staaten nicht hätten haben wollen.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel soll diese Entwicklungen am Dienstag in der Gipfelrunde mit den Ministerpräsidenten geteilt haben, so die Bild. Nachdem sich Deutschland die zusätzlichen 100 Millionen Impfstoff-Dosen gesichert hatte, kam es demnach zu einem Rückzieher.

    Ab Mitte November wurde langsam die Wirksamkeit des Biontech-Impfstoff deutlich. Die skeptischen EU-Länder bereuten ihre Entscheidung und entschieden sich um. Man wolle nun doch seinen Anteil an den 100 Millionen Dosen. Diesen Meinungs-Umschwung bestätigte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Die Akzeptanz hat sich parallel zu seiner nachgewiesenen Wirksamkeit erhöht.“ Merkel erklärte weiter, die Bundesregierung habe zugestimmt und den anderen Ländern mehr als 70 der 100 Millionen Dosen überlassen haben. Deutschland behielt „nur das, was uns zusteht“, so Merkel.

  • Was wir aber wissen ist, dass unsere Regierung z.b. Biontech Fördergelder gegeben hat, ohne sich Gegenleistungen in Form von Impfdosen dafür zu sichern.

    Meiner Kenntnis nach werden Fördergelder selten mit derart konkreten Gegenleistungen vergeben, schlicht und ergreifend, weil zum Zeitpuntk der Förderung noch gar nicht klar ist, was am Ende rauskommt. Ein solches Ziel festzulegen würde die Forschungsresultate vorwegnehmen und könnte deswegen je nach Blickwinkel als unsaubere Methodik betrachtet werden. Hätte man das gemacht würde sicher irgendwo wieder darüber gemeckert werden, dass das BMBF unlautere Praktiken unterstützt, die Forschung nicht unabhängig und die Studien zum Impfstoff invalide sind. Internationale Kritik wäre ebenfalls nicht auszuschließen, gerade bei der Thematik. Da Biontech trotzdem weiß, wer ihre Geldgeber sind und unter welchen Bedingungen sie diese Zuwendungen erhalten haben, ist sowas eigentlich auch gar nicht nötig, schlicht weil klar ist, dass im Fall eines Erfolgs die stärksten Geldgeber auch einen größeren Anteil abbekommen möchten.


    Dennoch ist der Hersteller hier natürlich zu kritisieren, da die Knappheit viel zu spät kommuniziert und schlicht mehr versprochen wurde, als überhaupt machbar war. Das ist und bleibt der Hauptgrund für die Lieferengpässe und auch, wenn sich manche Mitgliedsstaaten, Deutschland eingeschlossen, punktuell womöglich besser hätten verhalten können, hätte das in der Summe nicht sonderlich viel bewirkt.


    Außer natürlich, man argumentiert mit Impfnationalismus:

    Oder das unsere Bundeskanzlerin freiwillig zugunsten Europa auf Impfdosen verzichtet, nachdem man sie erworben hat, weil andere EU Länder diese nicht wollten. Diese Entscheidung aber nach dem Wirksamwerden bereut hat. Klar sind es genug insgesamte Dosen, aber es geht eben um den Zeitraum wann sie geliefert werden, und das macht in so einem Fall halt den großen Unterschied wie viel wirtschaftlichen und menschlichen Schaden es gibt.

    Das liest sich von dir jetzt wie Kritik, aber.. ist das nicht eigentlich eine gute Sache? Hätte Deutschland die Impfdosen behalten, wären andere EU-Länder noch viel stärker angeschmiert gewesen als ohnehin schon, mit nicht abzuschätzenden Negativfolgen für den Binnenmarkt und die Stabilität der Länder. Von den außenpolitischen Folgen für Deutschland einmal ganz abgesehen. Und aus rein ethischer Sicht hat sich Deutschland hier tatsächlich mal solidarisch gezeigt (wenn auch nur auf europäischer Ebene) und sich als vertrauenswürdiger Vertragspartner gezeigt. Durchaus bemerkenswert, wie viel von dem sonst so gepredigten Gemeinschaftsgefühl in Zeiten einer Krise übrig bleibt.

  • Beschränkungen herunterfahren? Hast du mitbekommen, was in Irland passiert ist? Falls nicht: Irland hatte das Infektionsgeschehen gut im Griff, die 7-Tages-Indizenz lag etwa im November sogar bei unter 50. Die Regierung ist genau auf diese Erkenntnis aufgesprungen und hat vor Weihnachten gelockert (inklusive Öffnung von Pubs, Restaurants ...) keine vier Wochen später lag die Inzidenz bei über 900 (!!!). Weil sich die Virusmutation ausgebreitet hat wie Feuer in trockenem Gras.

    Das ist richtig wird aber deutsche Gerichte nicht davon abhalten bei einem deutlich geringeren Infektionsgeschehen die Beschränkungen aufzuheben bzw. Demonstrationen zu fördern. Die nächtliche Ausgangsbeschränkung war eigentlich der wichtigste Punkt der gestern beschlossen werden sollte und dies hat man dann letztlich nicht gemacht weil man Angst hatte das die Gerichte das sofort einkassieren aufgrund der sinkenden Zahlen. Das Einzige was wir jetzt gerade machen ist die Ausbreitung der Mutation zu verschleppen auf einen anderen Zeitpunkt also Zeitspiel. Wahrscheinlich wird es wieder so laufen wie bei der ersten Welle. Erst gibt es nur vereinzelte Hotspots wie damals in Heinsberg oder bei Tönnies und im nächsten Herbst breitet sie sich dann richtig aus. Davon mal ab: Wann willst du denn öffnen wenn die Mutation nicht verschwindet? Lockdown für immer? Das Unvermeidliche kann man nicht vermeiden und ein Virus kennt keine Grenzen.

    Was ist dein Gegenvorschlag? Alles aufmachen, weil wir ja eh nicht sagen können, ob der Impfstoff uns gegen die Mutation schützt?

    Langsam aufmachen und ich würde nicht mit den Schulen beginnen sondern mit Geschäften und Restaurants weil ich glaube, dass diese nicht wirklich stark ins Infektionsgeschehen eingreifen. Außerdem wäre es mal interessant zu sehen wie die Infektionskurve darauf reagiert. Jedenfalls kannst du keinen ewigen Lockdown machen irgendwann musst du für die Mutation öffnen. Und wenn es die Regierung nicht tut werden es die Gerichte machen.

    No Front, aber wer frustriert ist, weil ein Virus mutiert und die Leute angehalten sind, das Gesundheitssystem nicht kollabieren zu lassen ist in meinen Augen nichts anderes als ein harter Egozentriker.

    Harte Worte die du da sehr vielen Leuten in der Bevölkerung an den Kopf wirfst. Es geht da mittlerweile um ganze Existenzen und Leben die zerstört werden. Untergebildete Kinder, Pleiten, Selbstmorde, psychische Belastung und und und... Der psychologische Sektor ist auch komplett überlastet seit Corona achtet da mal jemand drauf? Das geht alles im Blindflug unter es wird nur auf die Intensivstationen geschaut. Die Leute haben mittlerweile sehr viele verschiedene Gründe auf die Straße zu gehen.

    und die Leute meckern wieder.

    Sie wollen einen Ausweg sehen. Veränderung. Das sich etwas bewegt. Selbst wenn wir irgendwie aus Corona herauskommen sollte klar sein, dass unsere Systeme nicht so bleiben können wie sie jetzt sind. Denn über eine Sache sollte man sich mal sehr klar werden: Wäre Corona ein absolut tödliches Virus für jede Bevölkerungsgruppe, dann wäre in Deutschland alles zusammengebrochen.

    Was meinst du damit? Israel ist gerade in erster Linie damit konfrontiert, dass der schützende Effekt nach der ersten Impfdosis nicht ausreicht. Das war bisher eine vage Vermutung der Wissenschaft anhand der ersten Paar geimpften. Israel ist jetzt aber das erste Land, was zuverlässige Studiendaten zum Thema generiert und die sagen halt, dass es in jedem Fall den Zweittermin braucht.

    In Israel haben die über 80-jährigen alle schon ihre zweite Dosis erhalten und bei den über 70-jährigen sind sie diese Woche dabei. Trotz allem sind die Totenzahlen und Infektionszahlen sehr hoch was ich persönlich sehr merkwürdig finde wenn die gefährdeste Gruppe komplett geschützt ist.

  • Die nächtliche Ausgangsbeschränkung war eigentlich der wichtigste Punkt der gestern beschlossen werden sollte und dies hat man dann letztlich nicht gemacht weil man Angst hatte das die Gerichte das sofort einkassieren aufgrund der sinkenden Zahlen.

    Die gibt es bei uns in Baden-Württemberg seit Beginn des Lockdowns im Dezember und ich hätte nicht gehört, dass sinkende Zahlen ein Kippen selbiger bewirken könnten. Du mutmaßt sehr viel, ohne zu wissen, wie es am Ende wirklich läuft. Nach der letzten Pleite mit den Beherbungsverboten hat auch unsere Regierung dazugelernt. Meines Wissens nach sind besonders Lücken, auf deren Basis gerichtliches Kassieren bisher stattfand, mittlerweile sehr gut abgedeckt. Daher kann ich mir schon vorstellen, dass sinkende Zahlen nicht gleich die Telefone der Gerichte heißlaufen lassen. Ich lasse mich aber gern andersweitig belehren, da hab ich zugegebenermaßen auch nicht so viel Einblick.

    Wann willst du denn öffnen wenn die Mutation nicht verschwindet? Lockdown für immer? Das Unvermeidliche kann man nicht vermeiden und ein Virus kennt keine Grenzen.

    Darum geht es doch gar nicht. Wenn aber der Impfstoff gegen die Mutationen wirken kann (und das werden die folgenden Wochen leider nicht in unserem sondern anderen Ländern zeigen), dann wäre ein verfrühtes Lockern nichts anderes als fahrlässig. Sollte das nicht funktionieren, dann gilt es neue Ansätze zu finden. Ich vermute aber stark, dass der nicht heißt "Jo, pech. Dann lass mal wieder alles aufmachen und wir schauen, wer am Ende überlebt". Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Gerichte das ohne weiteres kippen, solange der Pandemiestatus aufrecht erhalten bleibt.

    Es geht da mittlerweile um ganze Existenzen und Leben die zerstört werden. Untergebildete Kinder, Pleiten, Selbstmorde, psychische Belastung und und und... Der psychologische Sektor ist auch komplett überlastet seit Corona achtet da mal jemand drauf?

    Dafür hätte ich gerne Belege. Das ist auch immer das gleiche Gewäsch mit den Suiziden. Denn zuletzt hieß es, dass dafür die Belege fehlen, die Zahlen sogar rückläufig gewesen seien (Stand 10/20). Nachzulesen im Ärzteblatt oder in der Berliner Zeitung (Stand Ende November 20). Psychologen und Psychiater sind besorgt, die Versorgung wird schlechter (das liegt aber nicht an der steigenden Zahl, sondern an der Situation an sich) (das ist hier nachzulesen) aber von einer Überlastung kann nicht die Rede sein. Ja, das kann sich ändern, tut es aber bisher (glücklicherweise) nicht. Ich war selbst betroffen von psychischen Problemen und war einige Zeit in Behandlung und sorry, aber wenn von Gegnern dieses Argument kommt, dann kommt mir das Kotzen. Weil das sind (häufig! Nicht auf dich bezogen!) genau die, die bei den Stigmatisierungen bisher in erster Reihe standen. Die Versorgungsdecke war schon vor Corona mies, die Pandemie deckt nur einmal mehr die vorhandenen Schwachstellen auf. Jetzt aber genug gerantet und zurück zum Thema:


    Auch das Wort "untergebildete Kinder" finde ich etwas hart. Bisher wäre die krasseste Maßnahme die Wiederholung eines Jahres, um dem entgegen zu wirken. Ich halte davon (das muss ich an der Stelle ganz klar betonen) nichts, aber es wird gerade alles (leider in D nicht allzuviel vorhandene) in der Macht stehende getan, um irgendwie die Lücke nicht zu groß werden zu lassen. Und ich bin auch der Meinung, dass da einiges schief läuft. Aber tu bitte nicht so, als gäbe es seit nem Jahr keinen Zugang zu Bildung für kein Kind dieses Landes.


    Und ja, ich bleibe dabei: Ich kann verstehen, dass man mit den Maßnahmen unzufrieden ist und seinem Ärger Luft machen will. Aber es ist und bleibt doch etwas simple minded sich auf die Straße zu stellen und zu fordern "Nehmt die einschränkenden Maßnahmen zurück". Gerade mit der neuen Mutation ist nicht klar, wie sich das Infektionsgeschehen verändert, da vermutet wird, dass Kinder und Jugendliche stärker von den Infektionen betroffen sind. Damit könnten sie infektiöser und gefährlicher für andere Familienmitglieder sein. Weiß man nicht, aber das gilt es in meinen Augen nicht unkontrolliert rauszufinden. Und als Naturwissenschaftler find ichs halt nicht nachvollziehbar damit eigentlich ziemlich direkt gegen das Virus zu demonstrieren. Weil diese Maßnahmen sollen uns schützen. Ja, das tun sie nicht für jeden in jeder Lebenslage, aber einen Großteil.

    Selbst wenn wir irgendwie aus Corona herauskommen sollte klar sein, dass unsere Systeme nicht so bleiben können wie sie jetzt sind.

    Das ist richtig. Und wie bewirken wir Änderungen? Nach und nach. Von heute auf morgen wird sich nichts ändern. Auch nicht, wenn die Leute auf die Straße rennen. Würdest du, wenn Restaurants öffnen würden in eins gehen? Ich kann für mich ganz klar sagen, dass ich jede Menschenansammlung versuche so gut es geht zu meiden und müsste dies verneinen. Und ich kenne eigentlich fast nur Leute, die exakt das selbe sagen. Das ist anekdotische Evidenz, aber die meisten finden die Zwischenlösung mit der Abholung gar nicht so schlecht. Würde also eine Öffnung Restaurants vielleicht sogar gar nicht die erhoffte Rettung bringen?

  • Du mutmaßt sehr viel, ohne zu wissen, wie es am Ende wirklich läuft.

    Wenn du mir jetzt so kommst können wir gleich aufhören zu diskutieren. Das können wir gerne so machen. Die nächtliche Ausgangssperre ist nicht gekommen, weil es die Bundesregierung SELBST gesagt hat, dass aufgrund von sinkenden Infektionszahlen diese von Gerichten gekippt werden könnte. Das kannst du überall nachlesen. Weiter lese ich deinen Text auch nicht mehr. Kein Bock auf so eine Diskussionsebene.

  • Meiner Kenntnis nach werden Fördergelder selten mit derart konkreten Gegenleistungen vergeben, schlicht und ergreifend, weil zum Zeitpuntk der Förderung noch gar nicht klar ist, was am Ende rauskommt. Ein solches Ziel festzulegen würde die Forschungsresultate vorwegnehmen und könnte deswegen je nach Blickwinkel als unsaubere Methodik betrachtet werden. Hätte man das gemacht würde sicher irgendwo wieder darüber gemeckert werden, dass das BMBF unlautere Praktiken unterstützt, die Forschung nicht unabhängig und die Studien zum Impfstoff invalide sind. Internationale Kritik wäre ebenfalls nicht auszuschließen, gerade bei der Thematik. Da Biontech trotzdem weiß, wer ihre Geldgeber sind und unter welchen Bedingungen sie diese Zuwendungen erhalten haben, ist sowas eigentlich auch gar nicht nötig, schlicht weil klar ist, dass im Fall eines Erfolgs die stärksten Geldgeber auch einen größeren Anteil abbekommen möchten.

    Nun, das glaube ich nicht. Man hätte sich sehr wohl dafür etwas sichern können oder Vorkaufsrechte, denn im Endeffekt stünde das Ergebnis nicht vornherein fest, ob sie es schaffen den Impfstoff vor den anderen fertig zu kriegen. Ferner wäre er ja nicht einfach zugelassen worden, sondern das ist immernoch primär eine Europäische Angelegenheit. Auch in diesem Fall hätte die EMA erstmal prüfen müssen, ob ein so entwickelter Impfstoff zulassungsfähig wäre. Ein bisschen Vertrauen in die Unabhängigkeit und Kompetenz der EMA muss doch sein. Natürlich hätte man aber auch nicht nur für Deutschland, sondern die EU daran teilhaben lassen können. Auch für die EU wäre es besser gewesen.


    Schön das du glaubst das Biontech weiß wer seine Geldgeber ist.

    Biontech ist zudem auch nicht alleine am Markt. Es gibt einen Grund warum sie Pfizer mit ins Boot geholt haben.


    Außer natürlich, man argumentiert mit Impfnationalismus:

    Das liest sich von dir jetzt wie Kritik, aber.. ist das nicht eigentlich eine gute Sache? Hätte Deutschland die Impfdosen behalten, wären andere EU-Länder noch viel stärker angeschmiert gewesen als ohnehin schon, mit nicht abzuschätzenden Negativfolgen für den Binnenmarkt und die Stabilität der Länder. Von den außenpolitischen Folgen für Deutschland einmal ganz abgesehen. Und aus rein ethischer Sicht hat sich Deutschland hier tatsächlich mal solidarisch gezeigt (wenn auch nur auf europäischer Ebene) und sich als vertrauenswürdiger Vertragspartner gezeigt. Durchaus bemerkenswert, wie viel von dem sonst so gepredigten Gemeinschaftsgefühl in Zeiten einer Krise übrig bleibt.

    In diesem Fall hat es leider nichts mit Impfnationalismus zu tun, auch wenn du ihn mir gerne unterstellen willst. Ich merk schon woher der Wind weht. Ich habe mich an anderer Stelle geäußert, dass ich mich primär als Europäer (Unionsbürger) und nur sekundär als Deutscher Staatsbürger sehe. Genau deswegen finde ich es ja so schlimm, wie die EU und ihre Mitgliedsstaaten agieren.

    Der Sinn des gemeinsamen Einkaufes, war die Preise für die ärmeren Länder niedrig zu halten, um durch eine Großabnahme für diese die Impfstoffkosten bezahlbar zu halten, vgl. Preise zu denen Israel gekauft hat. Das ist auch eine Gute Sache und ich denke wenn es vernünftig gemacht ist hat damit auch keiner Probleme. Europa sollte sich definitiv nicht untereinander gegenseitig ausspielen, so wie sie es bei den Steuersystemen machen, aber das nur am Rande, denn am Ende verlieren alle. Dies sollte ja eig. der Vorteil der EU sein.
    Nur wenn ich halt im Vorfeld sage, nein den Impfstoff möchte ich nicht, aus welchen Gründen auch immer, dann höhlt das den gemeinsamen Einkauf aus. Wenn ich dann im Endeffekt später trotzdem ihn noch kriegen kann, hat man ja kein Risiko eingegangen ihn abgelehnt zu haben, und hat dadurch eher es den anderen behindert noch mehr zu kaufen. Ja jetzt könnte man sagen Pfizer/Biontech hat nur so und so viel für ganz Europa angeboten und Europa musste es unter sich aufteilen... (ich verstehe auch die Gegenseite) Aber Fakt ist doch hätte Deutschland es abgelehnt die weiteren zu kaufen, gäbe es sie vermutlich nicht mehr auf dem Markt. Natürlich kann man jetzt sagen Deutschland hat damals nur die Ablehnung der anderen ausgenutzt, sonst hätten sie so viel nie mehr bekommen. Vermutlich argumentiert Merkel auch so. Alles nicht falsch. Fakt ist aber halt auch, dass die anderen Mitgliedsstaaten einen Fehler gemacht haben, der ihnen effektiv wieder nicht angekreidet wird, da es für sie im Nachhinein keinerlei negative Konsequenzen hat. Was wäre passiert hätte Deutschland sie nicht quasi auf Vorrat (für sich) gekauft? Dann hätte Europa vermutlich trotzdem wieder geteilt, nur halt mit weniger, weil ja weniger eingekauft worden wäre in der Folge. Wenn sie sich bloß Reuen brauchen um ihren Anteil wieder zu kriegen, so ist das doch ein Zeichen für die Handlungsbereitschaft und Fähigkeit der Mitgliedsstaaten, da man ja den Retter Deutschland in der Hinterhand hat. Effektiv also eine Schwächung der Handlungsposition aller EU Staaten gemeinsam. So verhält es sich im übrigen auch bzgl. der Finanzen - Stichwort Schulden, aber das ist ein anderes Thema.