Organspende - Ja?❒ Nein?❒ Vielleicht?❒

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  • Hm, auch ein schwieriges Thema...
    (Sehr interessant, das in einem Pokemon-Forum zu besprechen, hätte ich eher in einem Ethik-Forum vermutet :) )


    [Anekdote]
    Reli-Lehrerin (10. Klasse): Heute fangen wir dann mal mit der Organspende an - ich bring da nächstes Mal was mit!
    [/Anekdote]


    Also: ich bin jetzt 17 und werde nach dem 18. Geburtstag einen Organspendeausweis ausfüllen.
    Ich spüre davon eh nichts mehr und dann halt Menschen noch zu helfen, die es noch gebrauchen können, gibt mir ein gutes Gefühl.
    Sorgen um mein "ewiges Leben" mache ich mir nicht, ich glaube nicht dass es einen Gott gibt der mir mein irdisches Leben einfacher macht (oder mir dabei hilft) wenn ich an ihn glaube, also ist mir auch ein Leben nach dem Tod egal.


    MfG

  • Ja, auf jeden Fall. Ich bin zwar nicht dazu gekommen, mir einen Organspendeausweise anzuschaffen, aber ich habe mit meinen Eltern ein langes Gespräch geführt, und da sie ebenfalls im Falle das Falls spenden wollen, sind wir zur gleichen Lösung gekommen, was ja auch reicht, sollte ich in nächster Zeit... Äh, ja.
    Ich kann ehrlich gesagt auch nicht ganz verstehen, warum Leute sagen, dass sie die Organe behalten möchten. Gut, mit Religion hatte ich es sowieso noch nie so, von daher bin ich mit deren Gründen nicht ganz vertraut, aber zumindest der Teil der Menschheit, der nicht gläubig ist und es trotzdem verweigert (Es werden garantiert nicht so viele sein, denke und hoffe ich) ist für mich egoistisch. Ich meine, wenn wir tot sind sind wie tot, brauchen die Organe also nicht mehr. Warum dann nicht der Person in Amerika/Asien/Europa/woauchimmer helfen, damit diese endlich ein genauso schönes Leben führen kann, wie ich auch? Gesundheit ist keine Selbstverständlichkeit, aber das scheinen so manche nicht zu verstehen. Mir würde es ein sehr gutes Gefühl bereiten, wenn ich weiß, dass ich jemandem helfe, auch noch dann, wenn ich tot bin.

  • Organspende ist gut. Ich meine, man selbst braucht sie nach dem Tod eh nicht mehr, aber einem anderen Menschen könnte man damit dass Leben retten, meistens sogar mehreren, man kann ja praktisch alle seine Organe spenden. Man muss schon egoistisch sein, wenn man Organspende verweigert. Und wenn man nicht will, dass seine Leiche verstümmelt wird, soll er sich halt einäschern lassen, das macht dann auch keinen unterschied mehr.

  • Ich bin 17 Jahre alt und im Besitz eines komplett ausgefüllten Organspendeausweis für den Fall aller Fälle.. Als ich diesen ausgefüllt habe, war das doch ein für mich persönlich seltsamer Moment, denn irgendwie hab ich mich vorher noch nie so wirklich mit meinem Tod befasst und hatte es auch eigentlich nicht vor, ehe ich den unausgefüllten Ausweis von meiner Krankenkasse zugeschickt bekam. Meiner Meinung nach ist es eine gute Sache und hilft Leben zu spenden. Außerdem gilt die Ausrede von wegen "nicht informiert" auch nicht mehr, denn ich glaube, jeder der berechtigt ist einen Organspendeausweis auszufüllen, hat schon von der Thematik gehört.

    Ein Buch, wenn es so zugeklappt daliegt, ist ein gebundenes, schlafendes, harmloses Tierchen, welches keinem was zuleide tut. Wer es nicht aufweckt, den gähnt es nicht an. Wer ihm die Nase nicht gerade zwischen die Kiefer steckt, den beißt es nicht.
    »Wilhelm Busch«

  • Mag vielleicht egoistisch klingen, aber ich würde meine Organe nicht spenden.
    Natürlich kann man durch eine Spende andere Menschen ein weiteres leben ermöglichen, doch leider läuft das alles in meinen Augen etwas zu unseriös ab. Viele Ärzte entscheiden einfach zu schnell über Leben und Tod.
    Wer kann mir schon garantieren, dass ich wirklich tot bin, nur weil mein Hirntot festgestellt wurde? Über dieses Thema streiten sich Experten schließlich nicht ohne Grund. Für mich bedeutet "Hirntot" nicht tot, es bedeutet man liegt im sterben, das ist ein gewaltiger Unterschied.
    Davon abgesehen würde ich es meiner Familie nicht zumuten wollen, sollte ich durch einen Unfall wirklich so schwer verletzt werden, dass ich nur noch maschinell am Leben erhalten werden kann, sich nicht richtig verabschieden zu können. Es wäre schlimm genug für sie mich zu verlieren, dann muss ihnen das nicht auch noch zugemutet werden.


    Ich finde es wichtig über sowas mit seinen Angehörigen, oder Personen die einem am nächsten stehen zu sprechen. Für genauso wichtig halte ich es einen Spenderausweis zu besitzen, egal ob ich jetzt spenden will oder nicht. Hat man nämlich keinen und es kommt wider Erwarten zu so einer Situation, dann müsste meine Familie darüber entscheiden ob meine Organe gespendet werden. Und auch mit solchen Fragen, die sowieso im unpassendsten Moment kommen, gehen Ärzte nicht behutsam genug um. Das würde ich meiner Familie dann genauso wenig zumuten wollen.

  • Man muss schon egoistisch sein, wenn man Organspende verweigert.


    Nicht zwangsläufig. Sicherlich gibt es Menschen, die einfach sagen "Nein, wieso sollte ich? Gehört alles mir" ohne Gründe dafür zu haben. Aber wenn ein Mensch durch und durch an etwas glaubt, das verlangt, dass der Körper "ganz" bleibt nachdem man gestorben ist? Kann man einem Menschen wirklich seinen Glauben als Egoismus ankreiden? Ich finde das geht zu weit, gerade wenn wir in einer Gesellschaft leben wollen, die Glaubensfreiheit garantiert. Dann gibt es auch viele, die große Panik vor Fehlurteilen haben. Dass man sie als tot erklärt, obwohl sie noch aufwachen könnten. In vielen Fällen ist das irrational, dennoch eine reale Angst. Und jeder, der schon einmal richtige Angst hatte, sollte es nachvollziehen können. Hier geht es schließlich um Leben und Tod.
    Was ich unter behinderten Menschen auch schon erlebt habe, ist die "Müdigkeit" gegenüber ihren Verlusten. Manche Menschen haben durch Krankheiten schon so viel an Körperfunktion verloren, dass sie einfach kein Blatt unterschreiben wollen, wo sie erlauben noch mehr "wegzunehmen". Für einen Außenstehenden durchaus schwierig nachzuvollziehen, aber keineswegs ein Grund das zu verurteilen. Ich habe auch schon die Einstellung von ehemaligen* Krebspatienten erlebt, die sagen "Nein, weil ich auch kein Organ kriege". Auch hier kann ich den Frust und die daraus resultierende Entscheidung durchaus nachvollziehen. Je anfälliger man auf Krankheiten ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man gar nicht erst auf die Transplantationsliste kommt. Gerade aber kranke oder behinderte Menschen haben ein erhöhtes Risiko auf Organversagen. Es ist kein angenehmes Gefühl zu wissen, dass man aus einer Lebensrettenden Maßnahme ausgeschlossen wird, weil man krank ist. Ich persönlich finde diese Einstellung zwar diskutabel, weil es einfach Regeln geben muss, wer ein Organ kriegt und wer nicht, aber kann so einen menschen nicht dafür verurteilen. Es ist natürlich schade, da wir extremen Organmangel haben. Jeder Spender ist dementsprechend Gold wert und würde die Situation erleichtern. Aber so "effizient" und von sich selber distanziert können Menschen für gewöhnlich nicht denken. Vor allem dann nicht, wenn es sowas persönliches und wertvolles ist, wie ihr eigener Körper und das daran hängende Leben.


    * ehemalig in dem Fall, weil meine Gesprächspartnerin seit 10 Jahren keine Anzeichen für Krebs mehr hatte, nachdem er damals durch die Chemotherapie besiegt wurde.

  • Ich erlaube mir mal, dieses alte und doch zeitlose Thema mal wieder auf die erste Seite zu ziehen. Weil ich heute in meiner Regionalzeitung etwas gelesen habe, was mich beschäftigt.


    Und zwar geht es um den Fall eines 21 Monate alten, türkischen Jungen mit angeborener Herzschwäche, dessen Eltern ihn für eine Herztransplantation in ein Klinikum nach Gießen gebracht haben. Kurz vor dem Transport kam es jedoch zu einem Zwischenfall, genauer einem längeren Kreislaufstillstand, bei dem der Junge laut Klinikangaben schwere, irreversible Hirnschäden durch den Sauerstoffmangel erlitten hat. Nun will das Klinikum keine Transplantation mehr durchführen, da dies nach deutschem Gesetz nur dann erlaubt ist, wenn ein langfristiger Behandlungserfolg sichergestellt werden kann und keine anderen Organschäden vorliegen. Inzwischen haben die Eltern einen Anwalt eingeschaltet, um die Transplantation doch noch durchzusetzen. Gleichzeitig kam es angeblich aber zu Bedrohungen des Klinikpersonals, so dass diese das Kind nun in eine andere Klinik verlegen wollen, bisher hat sich jedoch noch keine gefunden. Auf Facebook scheint es viele Unterstützer der Eltern zu geben, die der Klinik unter anderem vorwerfen, dem Kind nur kein Spenderherz zu geben, weil es Türke ist.


    Alle oben genannten Informationen sind hier nachzulesen. Öffentliche Stellungnahme des Klinikums: Hier.


    Was haltet ihr von diesem Fall?
    Ich finde es überaus schwachsinnig, diesen Ausländerfeindlichkeitsvorwurf zu bringen und dem Thema absolut nicht angemessen. Auch sonstige Bedrohungen des Klinikpersonals, die schließlich auch nur ihren Job machen und sich so gut es geht um das Kind kümmern, sind nicht vertretbar. Davon abgesehen kann ich die Eltern sehr gut verstehen, dass sie alles tun werden um ihr Kind zu retten.
    Interessanter ist aber die Frage, ob es ethisch richtig ist, dem Jungen die Transplantation zu ermöglichen, oder sie zu verweigern. Nach bisherigem Recht ist es nicht legal, und deshalb fände ich persönlich es falsch, es anders hinzubiegen. Jedoch war auch bei Linken und Grünen im Gespräch, die Gesetzeslage zu ändern (stand zumindest bei meiner Regionalzeitung so). Und da stellt sich wieder die Frage, ist das gerechtfertigt? Auf der einen Seite ist klar, dass jeder Mensch ein Recht auf Leben hat, natürlich auch ein behindertes Kind. Aber auf der anderen Seite wissen wir alle, dass Spenderorgane knapp sind. Ist es immer noch zu rechtfertigen, dass andere Menschen, die auf eine Transplantation warten, darunter sicher auch viele Kinder, die bessere Überlebenschancen haben als das angesprochene Kind, hintenanzustellen? Findet ihr dass jeder auf die Warteliste für Spenderorgane aufgenommen werden sollte, egal welche sonstigen "Schäden" noch bestehen?
    Ich bin gespannt, welche Meinung ihr dazu habt.

  • Naja, an und für sich hat diese Regelung, von wegen Behandlungserfolg, ja durchaus seine Berechtigung.


    Auf der einen Seite ist klar, dass jeder Mensch ein Recht auf Leben hat, natürlich auch ein behindertes Kind.


    darunter sicher auch viele Kinder, die bessere Überlebenschancen haben als das angesprochene Kind,


    Allerdings stellt sich in diesem Fall dann schon die Frage: Wo sollte bei diesem Kind kein Behandlungserfolg entstehen?
    Zumindest klingt es nach deinen Erläuterungen und denen der Stellungnahme des Klinikums so, als wäre der Hirnschaden und die damit einhergehende - gehe ich zumindest davon aus - geistige Behinderung des Jungen, die ja letztendlich auch nur aus der Herzkreislaufschwäche, die ja immer noch instabil ist, resultiert ist, die genannte "Kontraindikation".


    Für mich klingt das ziemlich widersprüchlich und ich kann verstehen, wenn es für die Angehörigen, allen voran die Eltern, so nicht nachvollziehbar ist, wieso dem Jungen die Transplantaion nun versagt wird.
    WEil ich das, wie oben beschrieben so sehe, dass der Junge diese Hirnschäden eben wegen der Erkankung des Herzens erlitten hat und eine Transplantation auf die Dauer solche Vorkommnisse und Folgen verhindern würde und das ist für mich ein Behandlungserfolg, völlig unabhängig davon, ob nun eine Behinderung vorliegt, oder nicht, denn wieso das was mit dem Behandlungserfolg zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht ganz. Der Hirnschaden ist ja jetzt da und der Junge scheint damit leben zu können, der Zusammenhang fehlt mir hier.
    Wäre auch interessant zu wissen, welche Alternativlösungen das Klinikum denn da angeboten hat.


    Mag sein, dass das Klinikum und die Verantwortlichen hier eine "richtige" und vertretbare Entscheidung getroffen haben, die ist allerdings anhand der Fakten, die insbesondere in der Stellungnahme vorgebracht werden, alles andere als nachvollziehbar für den Außenstehenden und für die Eltern vermutlich genauso wenig.


    An und für sich, Organe sind nun mal knapp und irgendwer muss der "Buh-Mann" sein, der entscheidet, wem damit mehr geholfen werden kann und das wird bei der anderen Partei immer für Unmut sorgen.
    Die Sache ist immer, wie sowas kommuniziert wird und wenn ich mir die Stellungnahme der Klinik ansehe, die aus 1/4 medizinischen Fakten besteht und sonst nur, was denn da drumrum so vorgefallen ist, dann ist das in meinen Augen nicht der richtige Weg.
    Sicher, ich kenne weder Familie,noch Klinikpersonal, noch nähere Umstände, allerdings sollte ich mir als Klinik bei so einer Stellungnahme schon bewusst sein und mich fragen, was ich dem Außenstehenden für ein Bild vermitteln will und das sollte nicht aus solchen Rechtfertigungen bestehen.

  • Allerdings stellt sich in diesem Fall dann schon die Frage: Wo sollte bei diesem Kind kein Behandlungserfolg entstehen?


    Es geht vor allem aber um langfristige Folgen einer Behandlung und die Frage ist halt, ob wegen dieser Vorgeschichte, langfristig es zu einer Genesung des Kindes und damit einer Teilnahme am gesellschaftlichen Leben kommen kann. Und die Frage stellt sich hier eben, da eben aufgrund der wohl sehr langen Unterversorgung des Gehirns so starke Schäden auftreten werden, die eben eine vollständige Genesung in Frage stellen. Gerade bei einer Hypoxie ist meist das Kleinhirn zuerst betroffen, dieser Teil des Hirn ist für die Motorik und spielt eine Schlüsselrolle beim implizierten und assoziativen Lernen zuständig. Impliziertes Lernen ist das unbewusste und spielerische Lernen, was gerade bei Kindern für das erlernen von Sprache und Sozialverhalten wichtig ist. Schädigungen hier und an anderen Stellen des Gehirns können dazu führen, dass es sich bei dem Kind um einendauerhaften Pfegefall handeln wird, der niemals ein eigenständiges Leben führen kann, evtl. eben auch niemals in der Lage sein wird, überhaupt mit Menschen in seiner Umgebung in Kontakt treten zu können oder evtl. sogar dauerhaft medizinisch betreut werden muss.
    Dem Krankenhaus kann man hier keinen Vorwurf machen, sie halten sich einfach an die Gesetze, die auch nicht ohne Grund da sind. Dieses Gesetz soll eben dafür sorgen, dass in erster Linie die Menschen ein Organ bekommen, bei denen die Transplantation eben sinnvoller ist. Ich sage es mal so, wenn man einen Menschen mit einer Nierenschwäche, aber einer anderen organischen Erkrankung, wie Krebs, die dafür sorgt, dass der Patient nur noch ein Jahr zu leben hat, hat und im Gegenzug gibt es noch jemanden, der eben keine organsichen Probleme hat und mit einer neuen Niere locker 20 Jahre und mehr leben könnte, und es gibt nur eine Niere, die zu beiden Patienten passt, dann hilft diese eine Niere dem letzteren Patienten schon eher.
    Und bei dem Kind ist die Frage eben auch, ist die Behinderung so schwer, dass ein menschenwürdiges Leben überhaupt möglich ist.

    Die Sache ist immer, wie sowas kommuniziert wird und wenn ich mir die Stellungnahme der Klinik ansehe, die aus 1/4 medizinischen Fakten besteht und sonst nur, was denn da drumrum so vorgefallen ist, dann ist das in meinen Augen nicht der richtige Weg.


    Das Ziel der Pressemitteilung ist vor allem, die genauen Umstände zu erläutern und was medizinische Informationen angeht: es dürfen aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht nunmal keine genauen medizinischen Angaben ohne Einwilligung des Patienten oder des Vormundes gemacht werden. Und diese Einwilligung wird es seitens der Eltern wohl, wenn das Vertrauen so zerstört ist, nicht gegeben haben.

  • Man muss das Ganze aus Sicht der Eltern sehen. Als Elternteil akzeptiert man natürlich nicht kampflos Gesetze, auch wenn es vll. hoffnungslos ist und auch wenn die Gesetze sinnvoll und verständlich so sind, wie sie sind. Da kann man denen keinen Vorwurf machen. Allerdings handelt das Krankenhauspersonal nur vorschriftgemäß und es ist iwo lächerlich, wenn man glaubt extra die Herkunft des Jungen erwähnen zu müssen. Vll. hoffen die Eltern auch nur, dass sie ihr Ziel so erreichen und verdrängen bis dato einfach, dass ihr Sohn behindert sein wird. Was man nicht wahrhaben will, sieht man nicht.

  • Und bei dem Kind ist die Frage eben auch, ist die Behinderung so schwer, dass ein menschenwürdiges Leben überhaupt möglich ist.


    Das Kind hätte auch schon mit geistiger Behinderung zur Welt gekommen sein - wieso das gegen eine Transplantation sprechen sollte, ist mir nach wie vor nicht klar.


    Sicher, ich verstehe deinen Vergleich zur Gesetzgebung und sehe das auch ganz genauso.


    Nur hier geht es eben nicht darum, dass ich mit einer Transplantation das Leben des einen nur verlängere und das des anderen langfristig. Ich finde die Gesetzgebung in dem Zusammenhang ehrlich gesagt - nach dem ja mehrfach Gutachten etc. erstellt worden sind - sehr großzügig ausgelegt, denn es steht außer Frage, dass die Transplantation dem Kind hier langfristig helfen wird. Denn wäre die Indikation für eine solche Transplantation nicht schon zuvor gegeben gewesen, gäbe es den aktuellen Zustand ja gar nicht.


    Und mir persönlich fehlt hier der medizinische Zusammenhang, denn laut Klinik wurde ja die Hinrschädigung als Kontraindikation gewertet und wie gesagt, das Kind hätte mit diesem Zustand auch schon zur Welt kommen können. Anhand der Informationen, die da sind, vermittelt das in meinen Augen schon die Botschaft, dass, wie eben hier, eine Behinderung eine Kontraindikation darstellt, auch wenn der Zusammenhang zum Behandlungserfolg, um den es ja letztendlich geht, fehlt.
    Wenn so argumentiert wird, dann können wir Präimplantationsdiagnostik unter Auflagen genauso erlauben - da geht es auch nur um ethische Entscheidungen.


    Das Ziel der Pressemitteilung ist vor allem, die genauen Umstände zu erläutern und was medizinische Informationen angeht:


    Das ist mir durchaus bewusst - nur wenn ich als Klinik Stellung zu einem Fall mit einem ohnehin schon zerütteten Patientenverhältnis nehmen will, dann find ich diese Mitteilung ziemlich ungeschickt.
    Zumindest dürfte das für's Innenverhältnis kontraproduktiv gewesen sein.

  • Ich verstehe schon warum man gesunde Kinder generell solche mit schweren Behinderungen bevorzugen würde. Das eine kann ein normales Leben führen, das andere wird nie ein normales Leben führen, auch mit neuem Organ nicht.
    Sowas kann ich aber nur verstehen, weil es nicht mein Kind ist. Bei seinem Eigenen wäre das immer etwas anderes.

  • Zitat

    Ich verstehe schon warum man gesunde Kinder generell solche mit schweren Behinderungen bevorzugen würde. Das eine kann ein normales Leben führen, das andere wird nie ein normales Leben führen, auch mit neuem Organ nicht.


    Ich verstehe es auch, allerdings zwinge ich mich gerade dazu, es nicht zu verstehen.
    Jedes Kind ist immer noch ein Mensch für den die selben Rechte gelten,
    und nur weil Kind A im Gegensatz zu Kind B in irgendeiner Form behindert ist,
    heißt das noch lange nicht, dass es nicht den Selben "Wert" hat wie Kind B
    und genau so sollte es auch behandelt werden, genau gleich.


    Ich steh diesem ganzen Organtransplantationskram eh sehr kritisch gegenüber,
    da läuft doch eh nie was mit rechten Dingen ab.

  • Ich verstehe schon warum man gesunde Kinder generell solche mit schweren Behinderungen bevorzugen würde. Das eine kann ein normales Leben führen, das andere wird nie ein normales Leben führen, auch mit neuem Organ nicht.


    Das Transplantationsgesetz, welches wie in diesem Fall die Aufnahme in die Warteliste verbietet, beinhaltet allerdings medizinische Faktoren, nach denen entschieden wird, und nicht nach ethischen.


    Zumal sich da bei mir auch die Frage stellt, ob und wie die Langzeitfolgen, im Hinblick auf die spätere Lebensqualität des Jungen, überhaupt absehbar sein sollen in dem Alter.


    Ich finde das nach wie vor etwas undurchsichtig und als Außenstehender weiterhin schwer nachvollziehbar, denn aus rein medizinischer Sicht muss diese Hirnschädigung nicht zwingend eine negative Auswirkung auf den langfristigen Erfolg der Spende haben.
    (Problematisch wird da wenn dann die weitere medizinische Versorgung in der Heimat, weswegen sich ja die Eltern gegen eine "Rück"-Verlegung ausgrsprochen haben.)


    Da wundert es mich dann auch nicht wenn sowas in der Allgemeinheit wieder rauskommt, wo das Thema bei uns ja sowieso schon problematisch ist:

    Ich steh diesem ganzen Organtransplantationskram eh sehr kritisch gegenüber,
    da läuft doch eh nie was mit rechten Dingen ab.

  • Ich würde auch keine Organe von mir spenden, ich weiss das klingt egoistisch, aber Niemand kann mir garantieren das ich tot bin, die Ärzte sollten nun mal einfach länger abwarten, bevor sie ihr Urteil über Leben und Tod fallen. Ich bin mir sicher, dass wen sich die Ärzte etwas mehr Mühe geben würden, dass es dann nicht so viele Organ-Spenden hätte, wie heute. Ich spende meine Organe nicht, weil ich das nicht will und weil das wahrscheinlich auch mir nicht gut tun würde. Ausserdem weiss ich gar nicht, ob ich Organe spenden dürfte, denn so weit ich weiss, lässt mich das die Schweizer Nationalmannschaft nicht, weil das Auswirkungen auf meine Fussball Leistungen hat. Das ist auch der Grund, warum ich gegen so eine Spende bin, wenn ich vielleicht nicht so sportlich wäre und nicht in der Schweizer Nationalmannschaft wäre, dann würde ich mir das mit der Spende noch einmal gut überlegen. Aber auch solche Entscheidungen fällt man nicht in einer Minute, dass ist meiner Meinung nach eine Lebensentscheidung. Deshalb würde ich mir das mit der Spende noch einmal richtig gut überlegen, bevor man seinen Entscheid fällt.

  • @She wants
    Nicht unbedingt, imo sollten sonst völlig gesunde Kinder bevorzugt werden, da ihm ohne Organ ein normales Leben verwehrt bleibt.


    @Anemone
    wir kennen aber nicht die gesamte medizinische Perspektive und man kann in dem Alter durchaus schon vorherhersagen wie stark das Kind behindert bleibt. Die Eltern sehen natürlich nur: "Die lassen mein Kind mehr oder minder sterben/geben ihm keine Chance" und halten klarerweise am Leben ihres Sohnes fest, aber Domi hat ja bereits angesprochen, dass man sich auch die Frage stellen muss, ob es human ist, dass das Kind mit einer schweren geistigen Behinderung weiterleben muss. Wenn man bedenkt, dass andere Kinder mit dem Spenderorgan völlig gesund sein könnten.

  • Die Sichtweise der Eltern mal außen vor gelassen, das ist mir durchaus bewusst, dass das wenig mit neutraler Sichtweise zu tun hat.


    Nur hat sowas:

    dass man sich auch die Frage stellen muss, ob es human ist, dass das Kind mit einer schweren geistigen Behinderung weiterleben muss.


    Wenig mit "medizinischer Kontraindikation" zu tun. Das Transplationsgesetz spricht zwar von anderen Organschäden, die Frage ist dabei aber, inwiefern sich das auf die restlichen Vitalfunktionen, auch im Zusammenhang mit der Spende, auswirkt.
    Klar, wie du sagst, es fehlen in diesem Fall Informationen - man kann das ganze aber auch mal unabhängig vom geschilderten Fall betrachten.
    Die Hirnschädigung, von der gesprochen wird, hat auch nicht immer zwingend die Auswirkung, dass der Patient damit - beispielhaft - sein Leben lang im Rollstuhl verbringt und Reaktion auf seine Umwelt gleich null geht, das äußert sich von Patient zu Patient unterschiedlich und der Zustand zum Zeitpunkt des Eintretens entspricht auch nicht zwingend immer dem Zustand des restlichen Lebens.
    Kognitive Fähigkeiten etwa kann ich bei einer Hirnschädigung im Alter von 2 Jahren wenig zuverlässig, langfristig beurteilen, weil vieles, worauf es im Endeffekt ankommt, in dem Alter noch gar nicht da ist.


    Und wenn sich Mediziner diese Frage:

    dass man sich auch die Frage stellen muss, ob es human ist, dass das Kind mit einer schweren geistigen Behinderung weiterleben muss.


    bei einer Spende stellen dürfen, Eltern mit absehbaren Erbkrankheiten vor der Befruchtung aber nicht, dann sollten wir über die ethischen Grundsätze unser Gesetzgebung mal nachdenken. Oder sowas eben einfach medizinisch entscheiden - ob und inwiefern das im Fall passiert ist, keine Ahnung, fehlen wie gesagt Infos.

  • Wenig mit "medizinischer Kontraindikation" zu tun. Das Transplationsgesetz spricht zwar von anderen Organschäden, die Frage ist dabei aber, inwiefern sich das auf die restlichen Vitalfunktionen, auch im Zusammenhang mit der Spende, auswirkt.


    Das Problem ist von vornherein, inwieweit die Schädigung des Gehirnes so groß ist, dass sich durch eine Transplantation an der Lebenssituation des Menschen etwas ändert. Die Pressemittelilung impliziert, dass das Gehrin über sehr lange Zeit unzureichend mit Sauerstoff versorgt wurde, weshalb man darauf schließen kann, dass es nicht nur bei einer einfachen geistigen Behinderung bleiben wird. Solche Schädigungen haben eben auch erhebliche Auswirkungen auf die Bewegungsfähigkeit und andere Vitalfunktionen. Und hier kommen wir zu einem ganz entscheidenen Punkt, wir wissen nicht, wie stark das Gehirn des Jungen geschädigt ist und wir kennen die einzelnen Gehirnregionen nicht, die durch die Unterversorgung mit Sauerstoff eben bleibende Schäden davongetragen haben. Es ist durchaus möglich, dass die Schäden so groß sind, dass das Kind eben dauerhaft medizinisch und stationär betreut werden muss, dass erhebliche Fehlfunktionen im Bereich der lebenswichtigen Funktionen zu finden sind. Und inwieweit die Schäden irreversibel sind, sollte man dann doch den Profis überlassen zu beurteilen. ;) Sowas wird ja nicht nur von einem Arzt alleine entschieden.
    Es wird keineswegs etwas über den Zustand des Kindes erwähnt, vlt. muss es künstlich beatmet werden etc. pp.. Das darf aber ein Krankenhaus ohne Einwilligung der Eltern nicht preisgeben. Und demnach ist eine Diskussion, ob das nun im Falle des Kindes gerechtfertigt ist, relativ sinnfrei, da wir nur spekulieren können, was denn nun genau mit dem Jungen ist. Und wäre er schon mit dieser Schädigung zur Welt gekommen, würde es diesen Fall nicht mal geben, weil von vornherein keiner Behandlung seitens der Klinik, aufgrund der Rechtslage, zugestimmt worden wäre.

    Die Hirnschädigung, von der gesprochen wird, hat auch nicht immer zwingend die Auswirkung, dass der Patient damit - beispielhaft - sein Leben lang im Rollstuhl verbringt und Reaktion auf seine Umwelt gleich null geht, das äußert sich von Patient zu Patient unterschiedlich und der Zustand zum Zeitpunkt des Eintretens entspricht auch nicht zwingend immer dem Zustand des restlichen Lebens.


    Inwieweit sich so ein Zustand allerdings verbessern kann, kann man als Mediziner schon relativ gut abschätzen, eben weil das Gehirn in solchen Fällen auch aussagekräftige Befunde liefern kann, ob Gehirngewebe abgestorben ist oder nicht, lässt sich heute relativ gut beurteilen, und eben auch, inwieweit diese Schäden das zukünftige Leben beeinflussen.


  • Es wird keineswegs etwas über den Zustand des Kindes erwähnt, vlt. muss es künstlich beatmet werden etc. pp.. Das darf aber ein Krankenhaus ohne Einwilligung der Eltern nicht preisgeben.


    Deshalb habe ich ja erwähnt, dass man das ganze auch fallunabhängig betrachten kann und es in dem Zusammenhang dann interessant wäre, anhand welcher Faktoren sowas im Detail entschieden wird bzw. entschieden werden kann - also wann im Zweifelsfall eine Kontraindikation vorliegt, oder nicht.


    Mehr als die schwammige Aussage aus der Stellungnahme der Klinik, find ich dazu auch nicht, vielleicht kennt sich da ja jemand aus.
    Mir fallen in dem Zusammenhang nur diverse Szenarien ein, weshalb ich das so fragwürdig finde.
    Was soll mit jemandem passieren, der vielleicht ein Herz und eine Niere braucht? Dass sich zeitnah Organe finden, dürfte schwierig werden. Schließt das eine dass andere dann automatisch ist und hat man den "Kürzeren" gezogen, nur weil man beides braucht?
    Wie hätte die Klinik in einem solchen Fall wie er nun da ist, entschieden, wenn der aktuelle Zustand unmittelbar vor der Transplantation zustande gekommen wäre? Die Zeit zwischen Organentnahme und Transplantation muss ja möglichst kurz sein. Außerdem - ich kenne das jetzt nur von der Knochenmarkspende, kann mir aber vorstellen, dass es hier ähnlich ist - wird der Empfänger einige Tage vor der OP mit Medikamenten "vorbereitet", hat u.a. massive Auswirkungen auf das Immunsystem - findet die Spende dann nicht statt, kann das für den Empfänger gefährlich werden.


    Inwieweit sich so ein Zustand allerdings verbessern kann, kann man als Mediziner schon relativ gut abschätzen, eben weil das Gehirn in solchen Fällen auch aussagekräftige Befunde liefern kann, ob Gehirngewebe abgestorben ist oder nicht, lässt sich heute relativ gut beurteilen, und eben auch, inwieweit diese Schäden, dass zukünftige Leben beeinflussen.


    Ich kenn mich in dem Bereich ehrlich gesagt zu wenig aus, meine Erfahrung, aus privatem Kontakt zu Eltern, war oft die, dass manche Therapieren mehr, manche weniger angeschlagen haben und die Ersteinschätzung vom Mediziner in einigen Bereichen (also nicht der komplette Zustand), völlig daneben war und dort wurde eben bemerkt, dass sich gerade im Kindsalter hier und da noch einiges tun kann - das kann von Patient zu Patient, auch im Hinblick auf die Versorgungslage, völlig unterschiedlich aussehen. Aber gut, das sind "persönliche" Erfahrungen, drum würd ich das gerne mal so stehen lassen.

  • Also bei mir ist es simpel. Wenn ich tot bin, dann bin ich nunmal tot. Dann habe ich keinen Bedarf mehr an Organen. Ich habe einen Organspendeausweis in meinem Portemonnaie auf dem draufsteht, dass mir jegliches Organ/Gewebe entnommen werden kann. Da ich am liebsten sowieso eingeäschert werden möchte ists sowieso egal. Auf der Welt, auch hier in Deutschland leiden sehr viele Menschen daran, dass sie dringend ein Organ benötigen. Warum also nichts Gutes tun, wenn man dabei wortwörtlich nichts zu verlieren hat. Ich finde dass grundsätzlich jeder Organspender sein sollte, es sei denn die Person will es ausdrücklich nicht -> hat einen Organspendeausweis auf dem die entnamme verweigert wird.