Herbst-Drabblekette


  • Hallo, kreative Freunde des Schreibens!

    Um die lange Zeit bis Halloween und die nebligen Tage im Oktober zu überbrücken, haben wir uns vom Komitee überlegt, passend zur Jahreszeit eine Drabblekette zu diesem Thema zu eröffnen.

    Aber was ist eine Drabblekette?

    Dabei handelt es sich um eine lockere Mitmachaktion für jeden, der gerne schreibt und eine kleine, schnelle Abwechslung für zwischendurch braucht. Die Kette sagt dabei aus, dass der Autor zusätzlich zu seinem Drabble noch einen Titel für das darauffolgende nennt. Aufgabe des nächsten Autors ist es nun, auf Basis dieser Überschrift einen weiteren Drabble zu schreiben und erneut einen Titel auszuwählen, wodurch sich so die Kette nach und nach fortsetzt.
    Für den Anfang werden wir ein Beispiel bereitstellen, um den Einstieg etwas zu erleichtern.

    Und was muss ich dabei beachten?

    Die Thematik richtet sich dabei nach dem Herbst und Halloween, weswegen ihr euch darauf beschränken solltet. Hier sind euch jedoch keine Grenzen gesetzt. Ob ihr euch nun auf allgemeine herbstliche Eindrücke bezieht oder lieber etwas Gruseliges schreiben wollt, ist euch überlassen, seid kreativ! Für die Inhalte gelten natürlich die vorhandenen Bereichsregeln, das solltet ihr beachten.
    Dazu kommen noch die typischen Regeln eines Drabbles. Dieser umfasst nämlich exakt 100 Wörter, der Einworttitel wird hierbei miteinbezogen.
    Und natürlich die Goldene Regel: Habt Spaß!

    Ich möchte aber nicht nur schreiben, sondern auch kommentieren. Geht das?

    Natürlich ist das möglich! Zusätzlich zu der Kette könnt ihr direkt in diesem Topic auch andere Werke bewerten und so den Autoren wertvolles Feedback mit auf den Weg geben. Für die Kommentare gelten die normalen Bereichsregeln, einen Guide zum Verfassen eines Kommentars könnt ihr hier nachlesen.


    Ist das Special zeitlich beschränkt oder kann ich auch später noch mitmachen?


    Die Aktion wird etwa bis um Halloween, also den 31. Oktober, andauern.


    Sollten noch Fragen bestehen, so seid ihr herzlich eingeladen, diese zu stellen und wir werden uns bemühen, sie nach bestem Willen zu beantworten.



    Euer Fanfiction-Komitee


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    Der Titel für den ersten Drabble lautet Lichtermeer.


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    Lichtermeer

    Herbstblatttanz
    Erntedank
    Sturmböe

    Kürbiskuchen
    Veränderung
    Laternenumzug
    Teebeutel
    Farbenmeer
    Nebel
    Pilzsammler
    Kürbiskernliebe
    Nachtschatten
    Regenwald
    Kastanienbaum
    Gruselkabinett
    Regentag
    Novemberkälte
    Altweibersommer
    Lichtgold
    Drachensteigen
    Herbstkind
    Novemberregen
    Kastanienmännchen
    Halloweensabend
    Herbstblattrauschen
    Kahl
    Apfelkompott
    Farbtanz

  • Lichtermeer
    Vor einigen Wochen gab es zu dieser Uhrzeit noch Tage, an denen wir gemeinsam im Sonnenlicht saßen, schwitzen und uns nach Schatten sehnten. Heute hingegen dämmert es bereits, es wird gar dunkel und wir frieren sogar schon ein Wenig. Es sind nicht die Menschen in ihren Gärten hinter den Häusern, die wir heute beobachten. Lediglich ein Meer aus unzähligen Lichtern erstreckt sich vor uns. Sowohl Himmel als auch Erde tragen zu diesem Spektakel bei, die Sterne als auch die irdischen Lampen. Wir beobachten dieses Gemälde von Weitem und erfreuen uns einmal mehr an der Welt in der wir leben.

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    Der nächste Titel lautet: Herbstblatttanz

  • Herbstblatttanz
    Langsam fliegen die sich in der Luft wiegenden bunten Blätter umher, bewegen sich wie bei einem Tanz. Ihre Vielfalt scheint endlos; Braun, Orange, Gelb sogar Rote Blätter tanzen durch die neblige Herbstluft, in der sie wie bunte Sternchen leuchten. Doch nun liegen sie alle wie leblos am Boden, der Wind blies nun nicht mehr durch diesen kalten Herbsttag. Doch die Hoffnung auf das Fliegen hatten die Blätter nicht verloren, sie brauchen nur auf den nächsten Windstoß zu warten und schon tanzen sie wieder im kalten Nebel, versprühen abermals etwas Freude an diesem kalten, düsteren Herbsttag, den nur sie aufhellen.


    Der nächste Titel lautet: Erntedank


    MFG
    KiroUHaFnir

  • Erntedank


    Der Gesang des Männerchors erfüllt die prächtige Kirche. Die tiefen Männerstimmen füllen jede Ecke dieses Gotteshauses aus, lassen die Menschen darin mit ihren religiösen Klängen erschaudern und zum Allmächtigen beten. Vor dem Altar sind die Früchte der diesjährigen Ernte aufgereiht, sie schmücken den heiligen, marmornen Stein. Die Luft der Kirche vermischt sich mit der kalten Herbstluft von draußen. Die Erdenfrüchte erinnern die Menschen an die Gutmütigkeit des Himmels und an die jetzt immer näherkommende Zeit der Kälte, erinnern sie, dass nur die Arbeit sie vor dem Verhungern retten kann und auch das jedes Erdenkind vor dem Allmächtigen gleich ist.



    Der nächste Titel lautet : Sturmböe

  • Sturmböe
    „Nun komm schon, ich will endlich los!”
    „Gleich, gleich. Darf ich vorher noch meine Stiefel anziehen? Ich will mich doch nicht erkälten, wenn wir jetzt rausgehen.”
    „Okay, aber beeil dich!”
    Sie knöpfte sich den Mantel zu und setzte ihm noch schnell eine Mütze auf seinen kleinen Kopf. Er bemerkte es gar nicht, betrachtete nur mit großen Augen den Drachen in seinen kleinen Händen. Buntes Papier wölbte sich über das einfache Holzgerüst. Endlich war es windig genug ihn steigen zu lassen.
    „Meinst du, er fliegt ganz hoch?”
    „Natürlich. Aber halt ihn gut fest, damit ihn uns keine Sturmböe davon weht.”


    Der nächste Titel wäre: Kürbiskuchen.

  • Kürbiskuchen
    Eigentlich dachte ich immer, Kürbisse wären nur zum Aushöhlen da. Meine Eltern hatten immer gesagt, dass die total eklig schmecken würden. Als ich aber zum 18. Geburtstag meines besten Freundes ging, gab es dort einen Kuchen, den seine Mutter gebacken hatte. Ich aß ihn und er war richtig lecker. Also fragte ich sie nach dem Rezept und sie kopierte mir schnell eine Seite aus einem Backbuch. Ich bedankte mich und steckte sie ein, ohne einen Blick darauf zu werfen. Als ich jedoch durch das fallende Herbstlaub nach Hause ging, las ich, was auf dem Zettel stand: Rezept für Kürbiskuchen.


    Nächster Titel: Veränderung

  • Veränderung


    Leise raschelnd fällt das Laub von den hohen Eichen. Licht bricht durch die kahler werdenden Äste und wirft seine Sprenkel in das Meer aus bunten Farben. Noch verhindern die Blätter den Blick nach oben in den klaren Himmel. Doch bald werden die Zweige sich krachend und ächzend unter gewaltigen Winden biegen, um sich anschließend nackt und starr nach oben zu winden und den Blick auf die Wolkendecke frei zu geben, aus der friedlich der weiße Schnee fällt. Eine Welt eiskalt und starr. Bis der Kreislauf von vorn beginnt. Dieses Leben ... Ist es mehr als eine bloße Abfolge von Zyklen?



    Nächster Titel: Laternenumzug
  • Laternenumzug


    Die Nacht hereingebrochen, nicht das kleinste Geräusch zu hören. Die Natur scheint sich zur Ruhe gelegt zu haben. Doch aus der Ferne ist ein leiser Chor zu vernehmen. Eine Symphonie aus hellen Stimmen, schiefem, jedoch fröhlichem Gesang, tieferen Stimmen, welche zur Vorsicht mahnen. Als die Geräusche allmählich näher kommen, werden erste Lichter sichtbar, bald folgen immer mehr. Wie Glühwürmchen, welche sich einen Weg durch die Dunkelheit bahnen. Doch so schnell, wie das Funkeln erschienen ist, verblasst es auch wieder. Die Stimmen werden leiser, bis sie schliesslich ganz verschwinden. Und die Welt legt sich wieder schlafen, bis zum nächsten Morgen.


    Nächster Titel: Teebeutel

  • Sou, ich dachte mir, anstatt mich einem weiteren Drabble zu widmen, schreib ich mal ein wenig Feedback -- das soll bei dieser Aktion ja nicht vergessen werden! (:


    @Chess: Respekt erstmal an dich, was du aus dem Titel gemacht hast. Ich stand da nämlich bissl wie der Ochs vorm Berg und hatte gleich mal gar keine Idee. Mir gefällt sehr, wie du in dem Drabble gleich mehrere Dinge ansprichst. Erstmal den Sommer, der dieses Jahr zwar nicht durchgehend besonders warm war, aber meine Güte, wir hatten ja doch einige Hundstage. Du zeigst auch gleich den starken Abfall vom Sommer zum Herbst, besonders der Temperaturen. Aber auch die nun früher kommende Nacht, die gleich mal einen anderen "Ausblick" gibt. Und hier kommst du dann auf das Lichtermeer und das hat mir ausgesprochen gut gefallen, wie du sowohl die Straßenlaternen, als auch die Sterne hier auf ein Gemälde gebannt hast. (Bei Lichtermeer denke ich persönlich ja erstmal an Tangled -- vielleicht noch andere? Die Szene mit Eugene - pardon - Flynn und Rapunzel in dem Boot, wenn die ganzen Lampen sie umgeben. Die Szene ist toll!)
    Gefällt mir jedenfalls sehr gut. Und danke, dass du den ersten Schritt in der Kette gemacht hast. :D


    @Kirino Ranmaru: Ein schönes Drabble ist hier mit dem Titel von Chess entstanden. Gefällt mir sehr, wie du hier die Blätter einerseits beobachtet andererseits ein Stückweit personifiziert hast. Bin ja ein Freund der Personifikation. ;) Sehr schöner Einstieg mit den fliegenden Blättern, also gleich in der Bewegung und ich hatte klare Bilder vor Augen, in welchen Farben diese hier im Wind tanzen. Die bunten Blätter werden dann am Ende nicht nur personifiziert, sondern auch gleich als Gegensatz zu dem düsteren Tag und kalten Nebel verwendet. Man muss ja sagen, dass der Herbst an sich ohne die bunten Blätter eigentlich nur grau und braun ist. Das Grün ist ausgewaschen oder bräunlich, die Bäume sehen im Nebel auch eher unfreundlich aus. Wenn ich mir da die Blätter vorstelle, wie sie im Wind tanzen, ist das wirklich eine Freude. (:  


    @Suche: Hier war ich überwältigt von deiner Art die Atmosphäre in der Kirche zu beschreiben. Wahnsinn, wirklich. Selten so eine eindrucksvolle Beschreibung gelesen in so wenigen Wörtern. Ich finde deine Darstellung des Erntedankfestes sehr gut, vermittelt eine starke Ehrfurcht. Hier fallen mir gar nicht mehr Wörter ein, um irgendwas zu beschreiben -- absolut gelungen!


    Sou, zu meinem eigenen Drabble möchte ich an der Stelle sagen, dass ich zwar eine Beschreibung des Windes im Kopf hatte, mich aber dagegen entschieden habe. Einfach aus dem Grund, weil man mit Drabble auch wunderbar kleine Szenen darstellen kann und genau das hab ich hier mit "Sturmböe" versucht. Erst war ich etwas überfragt, aber dann fiel mir ein, dass man im Herbst ja gern Drachen steigen lässt. Und da kamen mir dann gleich eine Mutter und ihr Kind in den Kopf, die sich gerade dafür fertig machen. Und ich wollte einen Dialog einbringen, damit die Sache lebendiger wird. (:  


    @Kiriki-chan: Dein Drabble erzählt wirklich eine kleine Geschichte und das hat mir sehr gefallen! Bei dem Titel "Kürbiskuchen" hatte ich selbst eine Backszene vor Augen -- hatte sogar am Sonntag mit meiner Ma gebacken --, aber was du daraus gemacht hast, gefällt mir gleich noch besser. Besonders überraschend der Plottwist am Ende, auch wenn man sich vom Anfang fast denken kann, was kommen könnte. Hier hättest du weniger mit "Eigentlich" sondern eher mit "Ich dachte immer". Die Eltern hätten dieses Bild dann noch bestätigen können, indem sie - wie du schon erzählt hast - zudem noch gesagt hätten, dass Kürbisse nicht gut schmecken würden. Aber auch so gefällt mir dein Drabble sehr gut - und obwohl ich selbst noch nie Kürbiskuchen gegessen hab, krieg ich bei dem Gedanken an Kuchen Hunger. :D


    @Silence: Im Herbst ist die Veränderung in der Natur - finde ich - zusammen mit dem Frühling am besten zu beobachten. Im Frühling ist es die Geburt, im Herbst der Schlaf -- ich sage bewusst nicht sterben, denn nicht alles stirbt bei der Kälte. Mir gefiel die Beschreibung des herabfallenden Laubes, gerade am Anfang ja noch eher zaghaft und wenig. Aber du zeichnest auch bereits das Bild des Winters, wenn die Äste sich schließlich nur mehr nackt in den Himmel winden. (Das war in meinem Kopf so ne Art Zeitraffer -- nice!)
    Das Drabble endet schließlich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens. Philosophisch und man hätte so etwas gar nicht erwartet. Vor allem aber eine sehr schöne Beschreibung und Umsetzung des Titels. Hat mir sehr gefallen. (:


    @Claike:
    "Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.
    Da oben funkeln die Sterne, hier unten funkeln wir.
    Mein Licht geht aus, wir gehn nach Haus.
    Rabimmel Rabammel Rabumm
    Mein Licht geht aus, wir gehn nach Haus.
    Rabimmel Rabammel Rabumm"


    Wenn ich was aus dem Kindergarten noch weiß, dann wohl das hier. (: Und ich hatte das Lied auch gleich wieder im Kopf, als du von dem singenden Chor geschrieben hast. Ganz klar, war das ein Zug von Kindern mit ihren Laternen zusammen mit ein paar Aufsichtspersonen, die natürlich darauf achten, dass keine der Laternen versehentlich in Flammen aufgeht. Muss man ja doch aufpassen bei Kerzen und Kindern. Du zeigst auch schön, wie der Zug vorbeizieht, wie die Lichter wieder verblassen als sich die Gruppe entfernt und auch die Stimmen leiser werden. Der letzte Satz zeigt klar, dass es einige stumme Zuschauer gab, die das ganze beobachtet haben und sich nun wieder schlafen legen. Der Vergleich mit den Glühwürmchen fand ich sehr schön.
    Mir schien es, als würde die Szenerie von einem anderen Lebewesen als einen Menschen beobachtet, gerade, weil der Fokus hier doch am Anfang und am Ende auf der Natur lag. Vielleicht ja ein Tier aus einem Wald heraus? (:  


    Ach ja, bei allen Verbesserungen gilt natürlich, dass man noch mal die Wortanzahl überprüfen sollte - sollen ja 100 Wörter bleiben, gell? ^_^
    So viel dazu für heute. Mir ist zwar zu dem Titel "Teebeutel" etwas eingefallen, aber ich finde, da les ich lieber das Drabble von jemand anderem. Bin ja schon gespannt! (Bis dahin schau ich mal, wie es mit Cole in Empire City weitergeht. :D Heute Folge 51 bis 53 -- Finale! Und dann gleich mal weiter mit inFamous 2.)


    -- Cynda

  • Teebeutel
    Es ist so wohlig warm hier drinnen vorm Kamin. Endlich kann man sich wieder vor das beruhigende Feuer setzen, während man draußen den Sturm vor sich hin toben hört. Eine heiße Tasse Tee in der Hand, eine kuschlige Decke zum darin versinken und die knisternden Flammen vor sich. Was braucht man mehr? Vorsichtig nippe ich an meinem Getränk, das durch den Zimt schon weihnachtlich duftet und einen Hauch festliche Stimmung vermittelt. Nachdenklich betrachte ich den Teebeutel, den ich aus Faulheit nicht herausgenommen hatte. Ob es sich wohl auch so anfühlt, in einem Teebeutel zu sein? So warm und geborgen?


    Nächster Titel: Farbenmeer

  • Farbenmeer
    Unter mir erstreckte sich ein Teppich aus Baumkronen. Das kräftige Grün mancher Laubbäume war verwaschen, wechselte in eine hellere Schattierung. Andere Blätter waren bereits gelb, kleine Flecken des Waldes vollständig von dieser leuchtenden Farbe eingenommen. Manche wurden danach braun, andere wechselten in ein kräftiges Orange. Die Sonne drang durch den Hochnebel und als ihre Strahlen auf die Baumkronen fielen leuchtete an einigen Stellen ein kräftiges Karmesinrot. Dieses wurde immer häufiger, Gelb und Orange wichen, Grün war schon lange außer Sicht. Das vorherige Farbenmeer wurde abgelöst von dominantem Rot. Ich landete auf einem der höchsten Äste und sah mich um.



    // Und weil ich ihn gerade am Rande erwähnt habe, soll der nächste Titel Nebel lauten. (:

  • Nebel
    Langsam taste ich mich vor. Um mich herum nichts als dieser dichte Schleier, mein Blick entschwindet schon nach wenigen Metern in der Ewigkeit. Ich höre ein Meer von Stimmen, die mir sagen, in welche Richtung ich gehen soll. Doch ich weiss, dass ich diesen Weg alleine finden muss. Auf einmal zerschneidet ein heller Lichtstrahl den Vorhang aus Dunst. Von der unerwarteten Helligkeit geblendet, verschliesse ich meine Augen und wende mich ab. Doch als sie sich allmählich an die neuen Verhältnisse gewöhnt haben und ich nach oben blicke, sehe ich es.
    Und plötzlich wird mir klar, wohin ich gehen muss.




    Nächster Titel: Pilzsammler

  • Pilzsammler
    Während er durch den Wald stapfte, welcher von einer dichten Nebeldecke umgeben war, stellten sich seine Nackenhärchen auf und er fröstelte. Obwohl die Blätter der meterhohen Baumkronen in allen erdenklich Farbabstufungen zu sehen sein sollten, erkannte er nur die Umrisse der Blätterdächer. Sein Blick wanderte nach unten, wo bereits zerfallene Blätter seinen Weg säumten. An manchen Baumwurzel konnte er einzelne, aufragende Pilze ausmachen. Er lächelte. "Du kannst rauskommen, Mushroom!" Hinter dem Baum, an welchem die meisten Pilze wuchsen, trat ein zierliches Mädchen hervor, in ein rot bepunktetes Kleid gehüllt. Seine Tochter. Auch sie lächelte schüchtern. "Du hast mich gefunden."


    Nächster Titel: Kürbiskernliebe

  • Kürbiskernliebe
    Die Schulküche war erfüllt vom herrlichen Duft gebackener Kuchen, gemacht aus erntefrischen Kürbissen. Hatte doch jeder seine eigenen kreativen Vorstellungen, blieb ich bei einem schlichten Aussehen. Gerade, als ich ihm den letzten Schliff verpassen wollte, fiel mir im Augenwinkel ein letzter Kürbiskern auf, der auf dem Tisch lag. Ich griff schnell danach, merkte jedoch, dass noch eine andere Hand danach langte und ich sah auf. Ein Mädchen; schüchtern zog sie ihre Hand zurück. Ein Witz von meiner Seite folgte auf die Situation und sie begann zu lachen, worauf ich zufrieden und lachend reagierte.
    Ist das vielleicht die berühmte Kürbiskernliebe?


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    Der nächste Titel lautet Nachtschatten.


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    Eine kleine Anmerkung: Im Startpost werden nun laufend die bisherigen Werke verlinkt. Solltet ihr euch also unsicher sein, ob euer neuer Titel schon verwendet wurde oder wenn ihr einen Drabble zum Kommentieren sucht, so könnt ihr euch dort auf die Suche begeben.


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    Zu guter Letzt eine kleine Kritik an @Ashrose:
    Du hast dich bemüht, eine gute herbstreiche Waldatmosphäre zu erzeugen, was dir mit den kalten Eindrücken und den vielen verschiedenen Blättern auf den Bäumen und dem Boden gelungen ist. Besonders zu Anfang spürt man die Kälte regelrecht. Kreativ finde ich hier die Einbindung der Pilze, beziehst du dich mit Mushroom doch tatsächlich auf ein Mädchen, was auch gut zum Kleid passt. Es wirkt nur etwas merkwürdig, dass sie so genannt wird, was wohl auf einen Spitznamen hinweisen soll.


    Und auch an @Claike:
    Gute Umschreibung für einen auf dem Weg verirrten Menschen, der wohl der Depression verfallen ist. Zumindest macht es den Eindruck mit dem Meer aus Stimmen, das versucht, jemanden in solch einer Situation zu leiten. Einen wahren Lichtblick bietet dabei der helle Strahl im Verlauf, der den Weg wieder beleuchtet und insgesamt gefällt mir dein Drabble gut. Auch, was die Wortwahl anbelangt, bietest du sanfte, hochwertige Kost.

  • Nachtschatten
    Da laufe ich durch die Gasse, der Himmel schon dunkel, sternenlos. Der Regen zieht durch meine Kleider, seine Kälte durchdringt mich und lässt mich schaudern. Nasses Laub bedeckt die trostlosen Straßen in denen außer mir kein Mensch zu sehen ist. Es ist die dunkle Zeit des Jahres, die traurige. Jeder lebt für sich, versucht schnell seinen Weg zu finden, dem Wetter zu entkommen. Dem Wetter, den Menschen, der Trauer. Es gelingt ihnen nicht, die Ungemütlichkeit sucht sie heim, überfällt sie. Da laufe ich durch die Gasse, der Himmel schon dunkel, sternenlos und ich werde zum Schatten in der Nacht.




    Einfach mal spontan dran versucht, schöne Idee dieser Thread. :)
    Der nächste Titel soll bitte Regenwald heißen.

  • Regenwald
    Wir standen im Stau. Wie das mitten im Wald an einem Nachmittag möglich war, wusste ich nicht. Es war keine vielbefahrene Straße. Gedankenverloren ließ ich meinen Blick über die Landschaft auf der anderen Seite des Fensters schweifen. Es war seltsam, aber ich hatte bis jetzt nicht wirklich realisiert, dass der Herbst gekommen war. Dazu war ich viel zu gestresst gewesen. Die Blätter waren noch feucht vom Regen Momente zuvor, und die ersten Sonnenstrahlen begannen sich durch die aufgelockerte Wolkendecke zu kämpfen. Die orangeroten Blätter leuchteten regelrecht und in diesem Moment wurde mir bewusst, wie schön ein verregneter Herbstwald war.


    Nächster Titel: Kastanienbaum

  • Kastanienbaum
    „Du kannst es gar nicht mehr verfehlen, wenn du erst mal im Wald bist“ hatte mein Großvater mir doch gesagt. Nach vielen Stunden Fußmarsch erblickte ich von Weitem mein Ziel: Durch den Nebel, der den Waldboden leicht zudeckte, erkannte ich die Umrisse eines Kreuzes, welches in den Boden gerammt war.
    In Gedenken an hieß es auf der Holztafel darunter. Einige Sekunden lang blieb mein Blick auf den nicht mehr lesbaren Buchstaben des Namens hängen. Ich wusste seinen Namen. Doch anstatt an ihn zu denken blickte ich auf und sah die Krone des Kastanienbaumes, von dem Großvater mir erzählt hatte.



    Als nächsten Titel würde ich Gruselkabinett vorschlagen, wo doch in 10 Tagen schon Halloween ist ^-^

  • Gruselkabinett
    "Wah!" Meine Freundin griff nach meinem Arm und klammerte sich verängstigt an mich. "Och komm schon Laura, wenn du so weiter machst kommen wir nie weiter!", meinte ich angenervt und und fuhr mir durch die Haare. Wir waren inzwischen seit einer halben Stunde hier, die Anderen hatten wir längst verloren, und das nur weil Laura um jede Ecke schlich als würde sich dahinter der Tod befinden. Wobei Gespenster, Skelette & Vampire für sie sicherlich der Tod waren. "Lass uns weiter", seufzte ich und zog sie hinter mir her. Plötzlich ließ sie meinen Arm los und rannte los, Richtung Ausgang.


    Nächster Titel: Regentag

  • Regentag
    Schuhe schmatzten auf den Wegen. Autos fuhren vorbei, ihre Lichter spiegelten sich auf der nassen Straße. Die Mantelkrägen waren hochgestellt, die Köpfe eingezogen. Hier und da sah man einen bunten Regenschirm, der das Grau durchbrach. Man beeilte sich. Und bei all dem Treiben der Stadt regnete es unablässig. Tropfen für Tropfen fiel das Wasser vom Himmel, bildete Pfützen und Rinnsale. Es war beinahe befreiend. Seit Tagen hatte man die Sonne nicht mehr gesehen, der Himmel war bedeckt gewesen von gleichmäßig grauen Wolken. Doch Regen bedeutete Veränderung, bedeutete Hoffnung. Vielleicht verzogen die Wolken ja, vielleicht kam die Sonne wieder …


    Nächster Titel: Novemberkälte

  • Novemberkälte
    Im gelben Schein der Lampe vor unserer Haustür konnte ich meinen Atem vor meinem Gesicht sehen.Es war dunkel. Und es war kalt. Sehr kalt. Ich zog die Haustür hinter mir zu und verstaute die Hände so schnell es ging in den Taschen meines Mantels. Vielleicht hätte ich doch nicht die Chucks sondern die Winterstiefel anziehen sollen …
    Mit jedem Schritt merkte ich, wie die Kälte durch meine Jeans drang und nach kurzer Zeit, war nicht nur meine Nase kalt, sondern auch meine Beine.
    „Es ist dezent zu kalt, um jetzt schon draußen zu sein”, grummelte ich in meinen Schal.


    // Sou, dann nehmen wir doch mal als nächsten Titel etwas richtig schön saisonales, den Altweibersommer. (: