Das Wut- und Trauertopic

  • Vielleicht ist das ein bisschen falsch rübergekommen. Natürlich muss man das alles bei Hobbys nicht so ernst sehen. Allerdings bin ich der Meinung, dass es ebenso falsch ist, alles nur zu beschönigen und keine Kritik anzubringen. Das soll nicht heißen, dass man jemanden, der in seinem Hobby nicht so gut ist, in Grund und Boden schimpfen soll. Aber man kann ja mal was dazu sagen, vielleicht sogar einen Vorschlag einbringen, damit derjenige sich leichter verbessern kann.

    Wenn es klappt, schön, dann macht das Hobby vielleicht sogar noch mehr Spaß. Wenn jemand sich aber nicht verbessern kann oder will, kommt ja wie gesagt auch niemand zu Schaden.


    Der Punkt, auf den ich eigentlich hinausmöchte, ist der, dass man meines Erachtens solche Dinge schon ansprechen sollte, aber halt am besten, ohne dabei jemanden gleich in eine Existenzkrise zu stürzen. :D

    107716-bd8fa1b4.pngIch kenne die Hälfte von euch nicht halb so gut, wie ich es gern möchte, und ich mag weniger als die Hälfte von euch auch nur halb so gern, wie ihr es verdient.
    - Bilbo Beutlin -


    Meine Anime-Liste: MAL -Azaril-

  • Vielleicht ist das ein bisschen falsch rübergekommen. Natürlich muss man das alles bei Hobbys nicht so ernst sehen. Allerdings bin ich der Meinung, dass es ebenso falsch ist, alles nur zu beschönigen und keine Kritik anzubringen. Das soll nicht heißen, dass man jemanden, der in seinem Hobby nicht so gut ist, in Grund und Boden schimpfen soll. Aber man kann ja mal was dazu sagen, vielleicht sogar einen Vorschlag einbringen, damit derjenige sich leichter verbessern kann.

    Wenn es klappt, schön, dann macht das Hobby vielleicht sogar noch mehr Spaß. Wenn jemand sich aber nicht verbessern kann oder will, kommt ja wie gesagt auch niemand zu Schaden.


    Der Punkt, auf den ich eigentlich hinausmöchte, ist der, dass man meines Erachtens solche Dinge schon ansprechen sollte, aber halt am besten, ohne dabei jemanden gleich in eine Existenzkrise zu stürzen. :D

    Ich versteh, was du sagen möchtest, aber die andere Seite ist: es halt vor allem dann frustrierend, wenn du weißt, dass du nichts daran ändern kannst. Was mir Zeichner an Kritik geben, kann ich ja nachvollziehen, verstehe ich ja, aber ich ähm.... sehe es nicht und defintiv nicht so, wie sie es sehen. Was du nicht siehst, kannst du einfach nicht umsetzen. XD


    Kann sie also mit Sprache nicht umgehen und weiß, dass sie die Kritik nicht umsetzen können wird, sorgt vielleicht der Umstand fürs Abblocken. Da sie es aber nicht anders als bisher kennt, da sie Sprache immer auf diese Art gebraucht, hat sie womöglich angenommen alles richtig zu machen.

    Ich meine, ich hab es auch immer schwierig gefunden Schreibern Kritik in der Form von "Das liest sich meiner Meinung nach zu trocken", "Ich finde, du solltest mehr Emotionen beschreiben. Auf diese Art kann man kaum greifen, was da geschieht" etc. zu geben. Das Ding ist halt: Emotionen haben sich nicht mit den allgemeinen Beschreibungen von einem pochenden Herzen erledigt, und der Charakter drückt sich viel, viel mehr durch die subtilen Dinge auch in den Reaktionen der anderen Charaktere auf einen, durch Gestik und in Dialogen etc. aus, ohne dass man mit dem Zaunpfahl darauf zeigen muss: "guck mal, mein Prota ist so und so."

    Wie soll ich sagen, bei manchen merkst du eben, dass es ihnen schwerfällt Empathie aufzubringen (also nicht in Form von Mitleid, sondern Empathie in der eigentlichen Form) und vielleicht auch nicht allzu gut oder oft mit Menschen umgehen, ist es immer etwas schwierig solche Kritik anzubringen. Sowas hängt am Ende nicht von deiner Schreiberfahrung ab (nur, wie du einen Charakter und eine Beziehung einbinden willst), sondern von der eigenen Persönlichkeit.

    Kritik ist am Ende doch immer iwo persönlich, weil die Aufmachung eines Textes etwas sehr Persönliches über dich verraten KANN. Nicht muss, aber sie kann in manchen Fällen, wenn sich eben solche angesprochenen Dinge wie Sprachverständnis, Empathie, Dialoge etc. auf einem Level befinden, auf dem sie dir sehr ins Auge stechen.

    Gut, die meisten Leute sollten es mit Übung hinkriegen als Muttersprachler Texte zu verfassen, die sich auch danach anhören, aber ich kann kein dreidimensionales Sehen lernen (oder nur sehr, sehr wenig) und manchen Leuten wird Empathie und Kommunikation, so in der Finesse wie andere sie wahrnehmen und verstehen, immer schwerfallen, auch mit "Übung".

    Aber auch dein Sprachverständnis entwickelt sich ja nicht von heute auf morgen. Wenn sich der Text in den Ohren des Verfassers also "richtig liest", dann denkt er sich vielleicht: "Was redet der andere da? Klingt doch gut!?" Da gibt es ja den viel zitierten und geratenen "viel lesen"-Tipp. Die Frage ist dann nur, was diejenigen lesen. :D


    Tl;dr: Bei diesen Dingen kann Kritik schon als etwas Persönliches aufgefasst werden und manche vertragen das gar nicht gut.



    Und etwas OT:


    Ansonsten muss man, von den absolut Basics abgesehen klarerweise, auch immer aufpassen, was man für Kritik man bekommt. Einmal war jemand vor drei, vier Jahren auf mich angefressen, weil ich seine Kritik nicht umgesetzt habe. Eigentlich hatte ich das Erlebnis mit drei Leuten.

    Nummer eins meinte, ich dürfte keine Adjektive verwenden - oder nur "im Notfall". Das sei "schlechter Stil" und zu emotional. Ich schreibe kein Sachbuch und möchte emotional sein. Außerdem will ich eine existierende Wortgruppe auch gerne benutzen lol.

    Nummer zwei war gelinde gesagt dämlich. Der meinte, meine Charaktere seien ZU gut ausgearbeitet, das sei zu viel. Sowas merkt sich doch kein Leser, außerdem interessiert sich jeder mehr für Action als für Beziehungen und Innenleben und überfordert die Leute, "Mainstream" mag flache Charaktere (weil alle Menschen dumm seien und bla, ekliger Mensch lol), like wtf. Es entspricht ja nichtmal ansatzweise der Wahrheit.

    Nummer drei war ebenfalls recht seltsam. Der meinte, man dürfte keine unbeliebten Elemente einbringen und man setze eine Story besser nach Bausatzsystem zusammensetzen und demnach dürfte ein Protagonist auch so wenig wie möglich eigenen Charakter besitzen, damit er nicht die Identifikation schwierig gestaltet.


    Naja und zum Stil wird man immer wieder Kritik bekommen. Manchen gefällt es eben nicht, wenn du versuchst den Text etwas umgangssprachlicher zu halten und nicht mit poetischer Sprache um dich wirfst. Andere (wie ich XD) reagieren auf hochgestelzte Sätze mit "das gefällt mir nicht!"

    Leser haben einen ganz unterschiedlichen Zugang zu den Dingen als man selbst und das ist okay, wenn man da nicht übereinkommt.

  • Rajani

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass du ihr nicht alle negativen Aspekte ihrer Fanfiction auf einmal schilderst, sondern nach und nach.

    Möglicherweise nimmt sie deine Kritik auch ernster als von irgendjemand anonymen. Deshalb versuche es einfach mal mit dem schonenden Gang, ihr zu erläutern, dass sie bei Weitem nicht perfekt ist. Wer weiß, vielleicht darfst du ihre zukünftigen Storys ja Beta-lesen - sofern du daran interessiert sein solltest - oder sie sucht sich jemand anderen, der das für sie macht.

    Zudem ist es sicher besser, sie ahnt schon mal, dass sie Fehler hat, bevor eines Tages ein anonymer Kommentator ihr alle Fehler vor die Nase pfeffert ohne Rücksicht auf den Autor.

  • Ich habe letztens von meinem Kater geschrieben:


    Leider ist er heute ohne Vorwarnung über die regenbogenbrücke gegangen


    Um kurz vor 22 Uhr hörten wir komische Geräusche im Hof, mein Mann sah nach,

    Eine Nachbarin die ihm erzählte Leonard sei überfahren worden


    Mein Mann wollte ihn holen, aber das konnte ich nicht. Ich habe seine Decke geholt und bin los, durch den Ort.

    Erst fand ich ihn an der beschriebenen stelle nicht, also bin ich eine Runde ums Dorf. Es war schon leicht dunkel und ich hatte Angst das ich ihn nicht finde.

    Doch dann sah ich etwas weißes leuchten

    Auf einem Stückchen rasen, auf dem Seitenstreifen der Bundesstraße. Das weiß in seinem Fell hat richtig geleuchtet.

    Der arme Kerl, zwar in einem Stück und nachdem was ich gesehen habe (dunkel und so genau wollte ich ihn nicht untersuchen) fast kein Blut.

    Ich saß erstmal da und musste so weinen. Mein armer Kerl, da draußen im Dunkeln auf dem Seitenstreifen zu sterben hatte er nicht verdient.

    Ich hab ihn nachhause gebracht und morgen werde ich ihn begraben, hinten im garten unter dem Flieder.


    Ich weiß grad gar nicht wie ich es den Jungs erzählen soll, oder ob überhaupt.

    Mein Mann meinte er könne ihn auch heimlich alleine begraben. Ich weiß es nicht. Leonard war 3 Monate jünger als mein ältester Sohn, er ist mit meinen Kindern aufgewachsen. Sie haben ihn vermisst. Leider habe ich nicht viel Zeit zum nachdenken, es ist so warmes Wetter und er muss begraben werden.


    Fast 7 ist er geworden

  • Ich weiß grad gar nicht wie ich es den Jungs erzählen soll, oder ob überhaupt.

    Mein Mann meinte er könne ihn auch heimlich alleine begraben. Ich weiß es nicht. Leonard war 3 Monate jünger als mein ältester Sohn, er ist mit meinen Kindern aufgewachsen. Sie haben ihn vermisst. Leider habe ich nicht viel Zeit zum nachdenken, es ist so warmes Wetter und er muss begraben werden.

    Erstmal natürlich ein großes Beileid für den Verlust, deines Katers. Aber wenigstens weißt du wie sein Befund ist und das Tier ist nicht einfach irgendwie verschwunden. Erfreu dich einfach an den ganzen schönen Momenten mit deinem Kater.

    Allerdings finde ich, du solltest es deinen Kindern erzählen, sonst trägst du erstmal für eine lange Zeit einen Kloß im Hals deswegen und wenn du dich mal verplapperst, sind die bestimmt auch sauer, geschockt und traurig. Ich denke dann sitzt der Schmerz sogar noch tiefer und auch für dich wird es schwerer zu verarbeiten sein. Außerdem ist sowas auch ein wichtiger Lernprozess für die Kinder. Man muss sie nicht immer vor allem schlechten Schützen und gerade Tiere (wie schlecht das auch klingt) sind ein guter Anfang dafür, zu lernen mit Verlust umzugehen.

  • SandanFan


    Ich sehe das genauso wie Happily: An Deiner Stelle würde ich es den Kindern erzählen. Meiner Meinung nach sollte man Kinder nicht von allen negativen Erfahrungen fernhalten, und Todesfälle gehören nun einmal zum Leben dazu, auch wenn in diesem speziellen Fall ein tragischer Unfall zum Verlust eures Haustieres geführt hat. Es klingt vielleicht ein wenig trocken oder kalt, aber Tiere können manchmal ein gutes - in Ermangelung eines besseren Wortes - Anschauungsmaterial sein, wenn es darum geht, bestimmte Themen anzusprechen. (Eine Bekannte von mir hat den Wurf ihrer Katze mal dazu genutzt, um ihre Kinder aufzuklären.) Ich glaube, dass es weder den Kindern noch euch gut tut, wenn die Sache unter den Teppich gekehrt wird, zumal diese Maßnahme auch eine Art Affront gegen Deinen Kater wäre. Du musst ja nicht gleich morgen mit der Tür ins Haus fallen, da Du selber noch Zeit brauchen wirst, um den Verlust zu überwinden. Allerdings möchte ich Dich auch nicht drängen oder überreden, ich kann Dir lediglich meine Sicht der Dinge erläutern. Die Entscheidung, ob und wann Du Deinen Kindern von dem Unfall erzählst, liegt natürlich ausschließlich bei euch.

  • Das tut mir sehr leid.

    Ich würde es ihnen sagen. Wenn man seine Kinder davon fern hält, gehen sie nur schlechter damit um, wenn sie älter sind.

    Außerdem würde es ihnen wahrscheinlich weh tun, wenn sie später davon erfahren und nicht bei der Beerdigung waren.

    Ein Tier an das man so lange gewöhnt war zu verlieren ist immer schlimm, mein Beileid.

  • Happily  @Dartiri  Bastet  Sunaki

    Danke für eure Antworten.

    Ich habe schon mit Absicht erwähnt, das ich überhaupt nicht weiß wie ich das mit den Jungs machen soll.

    Ich denke ihr habt recht, es ist besser wenn sie nicht auf ihn warten. Im Gegenteil wir können zusammen Blumen auf das Grab Pflanzen.


    Er ist jetzt beerdigt. Mein Mann hat das Grab ausgehoben und ich habe ihn beerdigt.

    Ohne Kinder;

    Erst hatte ich noch überlegt zumindest den großen mit zunehmen.

    In dem Punkt habt ihr recht, ihn vor ein fertiges Grab zu stellen und zu sagen "da liegt er tot drinnen", das ist doch sehr abstrakt.

    Naja jedenfalls fand mein Mann die Idee nicht gut. Papa ist mit den Jungs ins Schwimmbad.


    So jetzt wo ich es hinter mir habe muss ich sagen es war gut so.

    Ich habe den Kater aus der Garage geholt ... Über Nacht ist ihm Blut aus der Nase gelaufen. Es war gar kein schöner Anblick.

    Ich habe noch ein Handtuch geholt und ihn damit nocheinmal eingewickelt. Ich wollte ihn nicht auspacken, ich werde schon das Bild von ihm tot im Gras nicht los.

    Da war ich froh das mein Sohn ihn so nicht gesehen hat, eingewickelt in seine Decke mit deutlich frischen, großen Blutflecken an der Schnauze.

    Ich selbst habe mit sowas nicht gerechnet, ich wäre mit Junior im Schlepptau in die Garage.

    Gruselig, aber gestern Nacht war er definitiv tot. Als ich ihn hochhob war er komplett steif. Selbst vorhin noch ganz leicht. Ich kenn mich mit Biologie hier nicht aus, es war wirklich ein Schock und noch ein schlimmes Bild mehr,


    Aber ich bin froh das wir ihn gefunden haben. Er ist jetzt für immer zuhause bei uns.

  • SandanFan

    Mein Beleid für den Süßen erstmal. Das ist wirklich grausig. ?(


    Allerdings hätte ich als Kind wissen wollen, wo mein Kater abbleibt und die ganze Zeit umsonst zu warten ist genauso hässlich wie seinem Tod zu erfahren.

    +1


    Mein Beileid.


    Unsre erste Katze ist auch "weggelaufen" und meine Schwester und ich sind - mit unsrer mum - oft in der Nachbarschaft rumgerannt und haben jeden gefragt, ob er ihn gesehen hat. Dachten dann, dass er halt irgendwann zurückkommt ... Jahre später haben wir beiläufig erfahren, dass er von nem Schneepflug erwischt wurde und man uns das nicht sagen wollte. Kann dir also aus Erfahrung raten: sag es ihnen lieber. Es tut weh, aber so weckst du wenigstens keine Hoffnungen, dass er wieder zurückkommen könnte.

  • Aus der etwas anderen Sicht zu dieser Situation:
    Die Situation ist nicht 100% gleich zu deiner, aber:
    Unsere Huendin ist vor einigen Jahren gestorben. Deutlich friedlicher zum Glueck (Sie war sehr alt, war die letzten Tage ihres Lebens sehr schwach, ja sogar nicht mehr faehig aufzustehen und ist dann eines nachtes auch friedlich eingeschlafen). Jedenfalls, meine Eltern wussten damals schon, das es jeder Zeit zuende sein koennte. Dies wusste meine Sis und ich ebenfalls, aber man sagte dies uns auch, das wir uns nicht wundern sollen, das es jeder Zeit soweit sein koennte.
    Eines Abends sagten unsere Eltern und dies, schweren Herzens gingen wir schlafen. Naechsten Morgen wurde sie schon beerdigt, unsere Eltern waren vor uns wach gewesen. Sie hatten uns damals erzaehlt, das unsere Huendin tatsaechlich die Nacht nicht mehr ueberstand.

    Ich hatte sie selber nicht mehr gesehen, ich war auch nicht bei der Beerdigung dabei. Aber es war definitiv gut gewesen, das meine Eltern damals darueber so offen waren, uns damals darueber aufgeklaert hatten, dass sie die Nacht evtl nicht ueberstehen wird (Waren da selber halt noch Kinder, das war so unteranderem der erste Tod den wir erlebten). All sowas haetten sie definitiv heimlicher durchfuehren koennen, taten sie aber nicht. Aber ich bin heute noch froh das sie sich die Zeit nahmen und uns da ueber alles aufklaerten, auch das dieser Abend evtl das letzte Mal waere, den wir sie sehen wuerden usw.


  • SandanFan

    Mein herzliches Beileid. Ich weiß wie du dich fühlst. D:


    Ich weiß wie mies das ist, sein eigenes Tier aufzufinden... Meiner Familie sind bereits zwei Katzen durch solche Geschehnisse aus dem Leben gerissen worden. Der erste Kater ist noch in den Armen meines Vaters gestorben, den zweiten Kater habe ich am Wegesrand gefunden. =/ Sowas wünscht man sich niemanden.

    Wir haben unsere Katzen auch immer in ihre Decken gewickelt und in unserem Gartenbeerdigt.


    Allerdings würde ich dir raten, es deinen Kindern zu erzählen. Immerhin müssen sie auch lernen mit diesem Thema umzugehen - auch wenn man sich wirklich schöneres vorstellen kann. Ich wäre meinen Eltern ziemlich sauer, wenn sie mir das verschweigen würden.

  • Ich dachte mir, ich probiere sowas mal. Das meiste von dem was ich schreibe, selbst normale Forenbeiträge, behalte ich am Ende doch für mich, irgendwie. Egal. Muss nicht kommentiert werden, ist halt ne Art offener Brief oder so. Wollte es nur nicht Infolos lassen.


  • Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll ohne das mir wieder Tränen in die Augen steigen. Für mich ist dies das wohl schlimmste Wochenende, das ich je in meinem Leben hatte, und welches nun eine tiefe Wunde hinterlassen hat, von der ich nicht weiß, ob ich nicht selbst Schuld daran bin.

    Am Freitag (22.06.) stehe ich morgens nach meiner Spätschicht auf, dackel ins Wohnzimmer und ziehe die Jalousien hoch. Meine Karnickeldame Lydia steht vorne am Gehege und schaut zu mir hoch, weil sie weiß, dass es nun Futter gibt. Ich begrüße sie und schaue auch nach dem kleinen Böckchen Paulchen. Den mache ich in einer der hölzernen Unterkünfte aus und stupse ihn liebevoll in die Seite, nur um dann zu bemerken, dass er nicht reagiert. Ich drehe den Kopf zur Seite und sehe nur, wie seine Nasenspitze aus der zweiten Öffnung rausschaut. Sofort wird mir klar, dass etwas nicht stimmt. Ich steige ins Gehege und knie mich vor der Unterkunft hin, hebe sie vorsichtig an und da liegt er dann tot auf der Seite. Ich weiß nur, dass ich nur wenige Sekunden standhaft blieb, ehe ich in Tränen ausbrach. Gerade diesen süßen kleinen Kerl mit den nussbraunen Fell, dem hellen Schlund und der fast schon malerisch genauen weißen Ringmusterung um die Schulter habe ich so sehr geliebt, dass ich es immer noch nicht ertragen kann, an den Augenblick zurück zu denken.

    Am Vorabend nach der Arbeit hat er noch gelebt, er kam auch ganz normal zur Fütterung, und dann ist er am nächsten Morgen einfach tot.

    Plötzlich war das Mädel Lydia alleine und ich wollte jetzt am Dienstag einen neuen Bock für sie aus dem Tierheim holen, weil dieser vorher nicht mehr aufhat. Ich spürte nämlich schon seit dem Zeitpunkt, als ich ihn am gleichen Tag zum Tierarzt zur Abgabe brachte, dass sie unter dem Alleinsein litt.

    Heute Morgen habe ich mit ihr leise gesprochen, ihr Futter gegeben, doch sie kam nicht, wie sie es sonst tat. Ich glaubte da noch, sie trauert um Paulchen und käme deshalb nicht. Später musste ich halt wieder zur Arbeit, sie selbst saß unter einer kleinen Holzbrücke in der Ecke und schien schlafen zu wollen.

    Gegen 21:15 Uhr komme ich nach Hause, um nach ihr zu sehen und spüre schon, dass etwas nicht stimmt, als ich die milchige Vorderfront des Geheges sehe und sie nicht erkennen kann, was wegen ihres komplett weißen Fells immer möglich war. Und dann liegt auch sie da, auf der Seite, halb unter der Holzbrücke. Ich sehe sie nur, steige wie geistesgegenwärtig ins Gehege, fahre mit der Hand durch ihr Fell und weine erneut um ein verstorbenes Tier.

    Ich weiß nicht, warum. Beide tot innerhalb eines Wochenendes. Beide waren augenscheinlich gesund, haben gefressen und sich gegenseitig gejagt. Er war keine fünf Jahre alt, sie ist erst drei geworden.

    Jetzt sitze ich wieder heulend vor dem Laptop und verstehen nichts mehr. Kann mir nicht erklären, was geschehen ist, und warum. Ach Fuck...


    Es tut mir so unendlich leid...

    "Wie beim Kartenspiel kommt es auch im wirklichen Leben darauf an,
    das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde,
    anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


    [Astor, Pokémon - Schwarze Edition]

    Nur noch sporadisch im BisaBoard.

  • Das ist furchtbar, so schnell hintereinander. Jetzt fühlst du dich allein, oder?

    Waren sie denn alt? Vielleicht war es irgendeine Krankheit, oder irgendwas stimmte mit dem Futter nicht.

    Vielleicht lässt du den Tierarzt nochmal an sie?

    Ich bin wegen solcher Geschichten auch nicht mehr in Stimmung neue Tiere anzuschaffen. Wir überleben sie so furchtbar schnell.

  • Da mein Böckchen noch beim Tierarzt in der Kühlung sein müsste und meine Kurze erst gestern gestorben ist, bringe ich sie heute auch noch zum Tierarzt mit der Bitte, sie untersuchen zu lassen. Sie haben bisher immer das gleiche Trockenfutter bekommen (alle zwei Tage) und morgens und abends Gemüse (und da achte ich auch drauf, dass sie nur Sachen fressen, die sie dürfen und achte auf die Menge) und sonst den ganzen Tag über Heu, weshalb nun der Verdacht aufgekommen ist, dass etwas mit dem Trockenfutter nicht in Ordnung war und sie an einer schnellen Vergiftung gestorben sind.

    Sollte dies der Fall sein, würde ich es mir ohnehin nie verzeihen. Für mich steht nun erstmal fest, dass ich vorerst kein Tier zu mir nehmen werde, aus Angst, dass das nochmals geschehen könnte.


    Es tut mir leid, meine beiden Kleinen...

    "Wie beim Kartenspiel kommt es auch im wirklichen Leben darauf an,
    das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde,
    anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


    [Astor, Pokémon - Schwarze Edition]

    Nur noch sporadisch im BisaBoard.

  • Mein Beileid, aus ganzem Herzen. Es ist schrecklich was da passiert ist, die Natur war schon immer das größte Ar******.

    Sollte dies der Fall sein, würde ich es mir ohnehin nie verzeihen. Für mich steht nun erstmal fest, dass ich vorerst kein Tier zu mir nehmen werde, aus Angst, dass das nochmals geschehen könnte.

    Bitte geh doch nicht so hart mit dir ins Gericht :( Selbst wenn es tatsächlich am Futter liegen sollte, kannst du doch nichts dafür. Als ob du im Stande sein musst, in den Beutel zu schauen und sofort zu sehen, dass etwas nicht stimmt. Als ob du das riechen oder schmecken könntest, es ist dir so doch überhaupt nicht möglich, sowas zu erkennen. Wenn dem tatsächlich so ist, sollte sich der Hersteller des Futters mit solchen Vorwürfen rumplagen, aber doch nicht du.


    Du hast die letzten Jahre deine Zeit investiert, die Tiere mit Liebe und Fürsorge betreut und nach besten Wissen und Gewissen gehegt und gepflegt. Da gibt es einfach mal nichts, was du dir vorwerfen musst und bitte, sei dir dessen bewusst. Wenn man liest, wie wundervoll du deine Tiere beschrieben hast kann mans ich direkt vorstellen, wie viel Liebe du für sie empfunden hast. Man spürt deine Hingabe, deine Trauer und deinen Verlust in jedem einzelnen Wort, dass du da verfasst hast. Umso wichtiger ist es nun für dich Klarheit zu bekommen, ob es wirklich am Futter lag, oder ob die Natur skrupellos wie eh und je aussortiert hat. Zu oft holt sie die Tiere und Menschen zu früh, ohne das es dafür einen erkennbaren oder gar nachvollziehbaren Grund gibt.


    Ich denke an dich und wünsche dir Zeit, damit du in Ruhe verarbeiten kannst, was dir da widerfahren ist. Gib dir die Gewissheit, die du brauchst und such dir jemanden zur Aussprache, wenn du auch das brauchst. Ich würde mich dir da auch sofort anbieten, ob du das annimmst, liegt in deiner Hand :heart:


    Besinne dich auf die vielen, einzigartigen und wunderbaren Momente, die du den beiden geschenkt hast und die sie dir mit ihrer Liebe gedankt haben. Die Liebe zu Tieren ist einfach bedingungslos und die Verbindung zu deinen beiden ist nach wie vor völlig intakt... nur das sie körperlich nicht mehr da sind. Solange du sie immer als Erinnerung in deinem Herzen trägst, werden sie auch immer bei dir sein.


    Entferne aus deiner Wohnung, was du erstmal nicht mehr sehen kannst und erneuere, was du abschaffen willst. Lass dich auf ein neues Tier ein, wenn du bereit dafür bist und wenn das schon heute ist, wäre das heute. Wenn es noch nicht geht, erzwing das auch nicht. Meine Voliere steht immer noch im Keller, weil ich einfach kein neues Tier so sehr in meiner Nähe dulden kann, wie ich es mir vorstellen würde, um es mindestens genauso sehr lieben zu können, wie meinen kleinen Vogel damals. Jeder Mensch muss da selbst wissen, was er wann bereit ist zu geben und ich hoffe sehr, dass es bald ein oder auch wieder zwei Tiere geben wird, die deine Liebe und Fürsorge genießen dürfen.


    Bis bald Fox, ich hoffe das es dir bald besser gehen wird. :heart:

  • Auch mein Beileid,

    ich hatte sowas ähnliches mal mit einem Hamster. Aber deins ist viel schlimmer. Hier rein zu schreiben macht es vielleicht auch nicht besser, aber ich hoffe du kommst hinüber weg. Ich habs selbst festgestellt, wenn man ewig nachtrauert macht es nnurnoch trauriger...:crying:

    Naja, aber man tut es irgendwo ja doch. Bzw. hab ich das Gefühl es zu müssen, weil es mir dann wieder herzlos vorkommt meine Katze einfach zu 'vergessen'. :sad:


    Foxhound

    Mein Beileid. Vor allem kam es so plötzlich, du konntest dich noch nichtmal darauf vorbereiten. :confused:

    In jedem Fall kannst du nichts dafür, selbst wenn es am Trockenfutter gelegen haben sollte.