Wettbewerb #08: Sterne - Vote

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    Hallo und herzlich willkommen zum 8ten Vote der Wettbewerbssaison 2019!


    Beim Voting könnt ihr den einzelnen Abgaben zwischen 1 (nicht gut) und 10 (sehr gut) Punkte vergeben. Dabei sind auch halbe Punkte (wie 2.5) möglich. Wichtig ist dabei, dass ihr alle Abgaben bewertet. Da der Wettbewerb anonym ist, vergeben Teilnehmer beim Voten Punkte an alle Abgaben - auch an die eigene. Diese werden bei der Auswertung nicht beachtet. Stattdessen erhaltet Teilnehmer einen Punkteausgleich für ihre Unterstützung. Begründungen sind nicht verpflichtend.


    Der Vote läuft bis zum Sonntag, den 22.09, um 23:59 Uhr.


    Verwendet bitte folgende Schablone für den Vote:

    Code
    1. Abgabe 01: xx/10
    2. Abgabe 02: xx/10
    3. Abgabe 03: xx/10
    4. Abgabe 04: xx/10
    5. Abgabe 05: xx/10
    6. Abgabe 06: xx/10
    Zitat von Aufgabenstellung

    Die Nacht ist ja bekanntlich die beste Zeit, zum kreativen Arbeiten. Der Mond scheint hell und die leuchtenden Sterne am Himmel inspirieren uns jede Nacht aufs Neue. Es wird also langsam mal Zeit, dieses Wunderwerk des Universums in Worte zu fassen.


    FC: 0533-6977-5552

    3 Mal editiert, zuletzt von Creon () aus folgendem Grund: Fehler beim Übertragen der Abgaben

  • Sterne

    Sterne?

    Uff ok. Also

    Sterne sind riesige Bälle aus Gas.

    Sie leuchten.

    Manchmal funkeln sie.

    Irgendwann werden sie noch riesiger.

    Und dann sind sie tot.

    Uff.


    Das hatte ich aus Spaß vor ein paar Tagen geschrieben, es dann aber leider nicht mehr abgeschickt. Inzwischen kommt es mir fast wie einer Musterabgabe vor, haha. Unabhängig davon sind das nach einem ersten kurzen Lesen aber wirklich schöne Abgaben, die formal recht sauber scheinen (Weil Stern? Irgendwer? Nein? rip). Insofern gucke ich am Ende mal, wonach ich genau entscheide, wofür ich Punkte vergebe. :)


    Abgabe 1 - Sternensterben

    Ein schöner Einstieg in den Wettbewerb! Das Gedicht beginnt mit einer generellen Beschreibung der weit entfernten Sterne. Schon zu Beginn wird ein enger Bezug zwischen der Vorstellung eines Sterns und dem potentiell lebenspendenen System des Sterns hergestellt. Die erste Strophe gibt insofern eine Richtung vor, die ab der zweiten Strophe konsequent für das System der Sonne umgesetzt wird. Das lyrische Ich beschreibt dabei von der Erde aus den Weg, den die Sonne nehmen wird, bis sie schließlich stirbt. Da das Leben bereits vor dem Tod der Sonne nicht mehr möglich sein wird, kommt in dem Gedicht zudem die Frage nach dem Sinn eines Sternes auf, wenn dieser kein Leben spendet. Eine große Frage, die sich in der unendlichen Weite des Weltraumes aber wohl zwangsläufig stellt. Diese düstere Grundaussage des Gedichtes tritt ab der vierten Strophe auf und wird durch Begriffe wie Einsamkeit, Schuld oder Sternenleid besonders gestützt. Insbesondere die letzte Strophe der Vers "Erst funkelt, dann dunkelt der Stern." in der letzten Strophe sticht heraus, da er zum einen mit dem bisherigen Metrum bricht und zum anderen die Stimmung mit dunklen Vokalen unterstreicht. Ich könnte mich noch viel länger an irgendwelchen Einzelheiten aufhängen, aber ich belasse es mal dabei. Ein wirklich schönes Gedicht! :)


    Abgabe 2 - 18:29 Uhr

    Die Abgabe fällt im Vergleich zu den anderen definitiv heraus, nicht nur weil sie formal recht frei gestaltet ist, sondern auch weil sie das Thema komplett anders auslegt. Wenn ich die dritte Strophe richtig interpretiere, handelt es sich bei dem lyrischen Ich um einen Reporter, der über eine Person berichtet, insofern geht es hier wohl weniger um tatsächlicher Sterne im Weltall, als vielmehr um metaphorische Sterne oder Stars. Gleichzeitig wird aber auch ein Begriff wie knall verwendet, der auch auf das Ende eines tatsächlichen Sternes hinweisen könnte. Ebenso tauchen Begriffe wie bläulich oder schatten auf, die mit dem Licht eng in Verbindung stehen. Insgesamt zeigen sich Parallelen zu echten Sternen, da auch jene wie die beschriebene Person ihr Leben mit dem "knall" nicht "verwerfen", sondern in einer anderen Form weiterexistieren. Die zweite Strophe öffnet zusätzlich die Frage nach der Schuld. Im Fall eines Reporters ergibt sich die Schuld daraus, dass er über die Person berichtet und den Fall damit beschleunigt oder vorantreibt; im Kontext eines tatsächlichen Sterns könnte man überlegen, inwiefern etwa die Menschen Einfluss auf seinen Tod nehmen werden. Ich hoffe, ich liege mit meiner Interpretation nicht völlig daneben, das schien mir gerade so schön schlüssig, haha. Insgesamt aber auch eine spannende Abgabe! :)


    Abgabe 3 - Sterne über Chapella

    Meine kurze Google-Recherche hat ergeben, dass Chapella wohl ein kleines Dorf in der Schweiz ist, insofern lässt sich die im Gedicht beschriebene klare Sicht auf den Himmel mithilfe des Titels gut erklären. Das Gedicht beschreibt damit eine Naturverbundenheit, die gerade in urbanen Regionen immer mehr verloren geht; das lyrische Ich grenzt sich etwa von Laternen ab und beschreibt stattdessen den Wald. Trotzdem kann das lyrische Ich der modernen Welt nicht entfliehen, wenn es etwa versucht, die Flugzeuge in sein naturverbundenes Weltbild einzubinden. Inhaltlich somit ein wirklich schönes Gedicht! Formal stolpere ich an der ein oder anderen Stelle. Zum einen kann ich mir die unterschiedliche Länge der Strophen nicht ganz erklären, da die Verse ansonsten einem ähnlichen Muster folgen. Zumindest in der vierten Strophe erkenne ich auch inhaltlich keinen solch starken Zusammenhang, der ein Zusammenfügen zu einer Strophe rechtfertigen könnte, aber vielleicht übersehe ich auch einfach etwas ganz Banales. Wenn ich bei der vierten Strophe bleibe, fällt auch auf, dass in dem fünften Vers der bis dahin alternierende Rhythmus bricht und auch hierfür finde ich keine wirkliche Erklärung. Das zweite "regnen sie" sorgt für ein kurzes Stocken, vielleicht soll der Leser kurz innehalten und den Moment der Natur wirklich realisieren, aber ich bin unsicher, ob das so geplant war. Ansonsten ein Lob für die malerischen Worte wie Sternenpinsel oder Tannenthrone, wenngleich der Satzbau dadurch manchmal etwas konstruiert wirkt. Insgesamt aber auch ein schönes Gedicht! :)


    Abgabe 4 - In Dunkelheit

    Jetzt habe ich so viel über den Tod eines Sterns gelesen und geschrieben, dass ich bei der Frage, wofür das lyrische Ich denn überhaupt bereit sei, dann doch etwas voreingenommen bin, haha. Die erste Strophe gibt zunächst eine grobe Richtung vor, indem das lyrische Ich sich beim Betrachten des Nachthimmels Gedanken zu der Zukunft macht. Statt diese Frage nach der Zukunft einzig auf sich selbst zu beziehen, scheint es an dieser Stelle sehr viel größer zu denken, da von einem uns die Rede ist. In der zweiten Strophe steht nicht der Nachthimmel im Vordergrund, sondern die einzelnen Sterne; ebenso löst sich das lyrische Ich von dem uns und bezieht sich nun auf sich selbst. Die dritte Strophe zeigt auf, dass das lyrische Ich selbst in die Dunkelheit schaut und sich durch das Licht der Sterne gestärkt fühlt. Durch das Hinabschauen in die Dunkelheit kam mir der Gedanke, dass es sich bei dem lyrischen Ich vielleicht um einen Nebel handeln könnte, der dabei ist, selbst zu einem Stern zu werden. Das wäre zwar sehr abstrakt gedacht, aber warum nicht so herum? :) Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass es sich um einen Stern handelt, was das "uns" erklären würde. Der Stern könnte entsprechend bereit sein zu sterben, wenngleich die erste Strophe aufzeigt, dass er sich nicht sicher ist, was danach passieren wird. Genauso kann es sich beim lyrischen Ich aber auch um einen Menschen handeln, der auf einer Wiese liegt und die Sterne betrachtet, um eine wichtige Entscheidung zu treffen. Ich erkenne eine ähnliche Vermischung wie in der zweiten Abgabe, wenngleich ich auch hier wahrscheinlich viel zu viel hineininterpretiere, haha. Die Wiederholungen des Wortes Bereit finde ich interessant, insbesondere wenn in der zweiten Strophe zusätzlich mit der Interpunktion gespielt wird; in der ersten Strophe erschließt sich mir aber nicht ganz, warum diese Wiederholung notwendig ist. Aber insgesamt ist das auch eine schöne Abgabe! :)


    Abgabe 5 - Der Zauber der Sterne

    Herzlichen Glückwunsch zum Sieg oder so, haha. Nicht nur wurde mit dem Sonett eine schwere Form ausgewählt, die Form wurde auch gleich dreifach umgesetzt, um jeder Phase des Sterns gerecht zu werden. Dazu kommt, dass die formalen Aspekte sehr sauber umgesetzt wurden. Meine kosmischen Kenntnisse sind jetzt nicht besonders ausgeprägt, aber ich nehme mal an, dass die Infos, insbesondere im letzten Abschnitt, auch alle stimmen. Insofern tut es mir fast leid, dass ich jetzt gar nicht so sonderlich viel zu der Abgabe sagen kann, aber die Abgabe ist einfach sehr stark und spricht für sich, haha.


    Abgabe 6 - Heute fallen tausend Sterne

    Und auch zum Abschluss noch eine sehr starke Abgabe! Auch hier steht das Ende der Sterne im Zentrum; statt der Endgültigkeit oder dem Neubeginn liegt der Fokus dabei jedoch auf der Veränderung. Insbesondere die vierte Strophe macht die Grundaussage des Gedichtes wunderbar deutlich. Nichts sei verloren, es gehe lediglich in eine andere Form über. Diese Idee wird genutzt, um eine magische Atmosphäre zu erzeugen, indem mit Vorstellungen von Wünschen und Träumen gespielt wird. Das Bild der Sternschnuppe fügt sich in dieses Bild natürlich ideal ein, entsprechend gut gefällt mir auch der Titel. Ansonsten kann die Abgabe auch formal überzeugen. Das Metrum wird konsequent beibehalten und die Reime wirken sehr stimmig. Einzig mit dem Vers "Alt wird neu und schwarz aus weiß." in der drittletzten Strophe habe ich so meine Probleme, weil das "aus" in meinen Augen nicht so gut zu dem "wird" passt. Ich kann nicht so wirklich beschreiben, warum das für mich nicht passt, tut mir leid. x3 Ansonsten wie gesagt eine schöne Abgabe! :)


    Punkte

    Ich habe mich dazu entschlossen, den Abgaben 1, 5 und 6 die volle Punktzahl zu geben, da ein klarer Themenbezug sowie eine starke formale Umsetzung zu erkennen sind. Bei Abgabe 3 habe ich für die teilweise etwas konstruierten Verse und die auf den ersten Blick nicht erkennbar begründete Form der Strophen zwei Punkte abgezogen. Abgabe 2 und 4 haben eine sehr viel individuellere Form gewählt. Während Abgabe 2 diese Form als Unterstützung für eine auch eher ungewöhnliche Auslegung des Themas genutzt hat, habe ich bei Abgabe 4 ein bisschen mehr dafür abgezogen, dass sich mir die für das Gedicht scheinbar so wichtige Wiederholung des Wortes "Bereit" nicht ganz erschlossen hat. Insgesamt konnten aber alle Abgaben wirklich überzeugen, sodass ich abschließend gerne nochmal das Niveau in diesem Wettbewerb loben muss! :)


    /edit: Bei Abgabe 2 habe ich keine Änderungen entdeckt. Abgabe 3 bekommt einen Punkt mehr, da sich die Form nun geklärt hat. Auch bei Abgabe 5 erkenne ich keine Änderung, außer dass mich die Schrift nun an diverse Hausarbeiten erinnert. Wie man tatsächlich die Hälfte aller Abgaben falsch übertragen kann, ist mir nicht ganz klar. Meine Bewertung wäre insgesamt definitiv anders ausgefallen, aber zurücknehmen wollte ich jetzt auch keine Punkte mehr. Man wird für frühes Voten mit Mehraufwand bestraft, das macht so keinen Spaß.


    Abschließend auch nochmal der obligatorische Hinweis, dass man den Vote ja leider nicht mehr begründen muss, insofern bitte alle voten! Es sind nur sechs Gedichte und sie sind sehr gut! Ich wünsche mir einfach mal zwölf Votes, vielleicht helfen Zielvorgaben ja etwas, haha.


    Abgabe 01: 10/10

    Abgabe 02: 09/10

    Abgabe 03: 09/10

    Abgabe 04: 07/10

    Abgabe 05: 10/10

    Abgabe 06: 10/10

  • Kurzer Einwurf von mir:

    Bei einigen Wettbewerbsabgaben kam es zu Formatierungsfehlern und anderweitigen Problemen, die von mir beim unsauber hierherkopieren verursacht wurden. Inzwischen sollten alle Fehler behoben sein, dennoch möchte ich darauf kurz hinweisen, damit Voter, die sich evtl schon notizen zu einzelnen Abgaben gemacht haben oder bereits gevoted haben (Hi éléphant ) gegebenenfalls nochmal drüber schauen und ihre Notizen/ihren Vote dementsprechend anpassen können.

    Betroffen waren die Abgaben 2, 3 und 5.


    Nochmal sorry an alle Betroffenen für die Umstände.

  • Okay, aus dem Zug. Kann ja nicht so schwer sein.

  • Abgabe 01: 8.5/10

    Abgabe 02: 7.0/10

    Abgabe 03: 9.0/10

    Abgabe 04: 6.5/10

    Abgabe 05: 8.5/10

    Abgabe 06: 8.0/10


    Abgabe 01 - Sternensterben

    Interessante Perspektive zum Thema Existenz und Sinn. Mag es, wie es hier vom Menschen als Betrachter abhängt. Ansonsten angenehm zu lesen, jeglich in Strophe vier enden die ersten Verse auf eine unerwartete Kadenz beim Lesen, was mich etwas aus der Bahn geworfen hat. Ansonsten romantisch bis klassische Wortwahl, die gut zum Thema und philosophischen Ansatz passt.


    Abgabe 02 - 18:29 Uhr

    Ich interpretiere mal durch die Themenvorgabe, dass es um prominente Persönlichkeiten geht? Auch die Uhrzeit im Titel macht dann für mich Sinn als Zeit für den Auftritt. Moderner Stil, der - wenn ich richtig interpretiere - auch zum thematischen Ansatz passt. Die erste Strophe empfinde ich noch als etwas sehr holprig, als ob man nach einer Einleitung gesucht hat, Strophe zwei und drei hingegen sehr dynamisch und emotional.


    Abgabe 03 - Sterne über Chapelle

    Uff, wie schön umschrieben. Ich habe mich wirklich gefühlt, als ob ich da stehe und die Umgebung samt Nachthimmel betrachte. Schöner Umgang mit den Versen, angenehmes Reimschema und tolle Wortmalerei. Hier wurden unterschiedliche Themen im Bezug auf Sterne fließend eingebaut und man hat das Gefühl eine kleine Reise hinter sich zu haben.


    Abgabe 04 - In Dunkelheit

    Ich mag den Denkprozess bzw. Entscheidungsprozess, der sich wie ein roter Faden durchzieht. Ansonsten ist mir der Stil zu simpel gehalten. Ich mag zwar den Stil an sich und finde, man kann damit unglaublich gut arbeiten, aber hier ist die Wortwahl dann wieder so einfach gewählt, dass es zwischen den anderen Gedichten als Gesamtpaket untergeht.


    Abgabe 05 - Der Zauber der Sterne

    Gut recherchierter Ansatz, der sicher nicht so einfach in Gedichtform zu pressen ist. Hier steckt einiges an stilistischer und auch "fachlicher" Arbeit drin. An einigen Stellen wirken Sätze unbeendet, als ob was fehlt (Strophe drei und vier fallen mir da vor allem ein). Auch die letzte Strophe finde ich beim Lesen etwas holprig.


    Abgabe 06 - Heute fallen tausend Sterne

    Sehr schön romantisch mit einen Hauch an Fernweh im Sinne der Zeit. Das Gedicht liest sich fließend, der Kreis vom Start und am Ende ist passend zum Thema.

  • Abgabe 01: 8.0/10

    Abgabe 02: 7.0/10

    Abgabe 03: 8.0/10

    Abgabe 04: 7.0/10

    Abgabe 05: 6.0/10

    Abgabe 06: 9.0/10


    Abgabe 01 - Sternensterben

    Bei der ersten Abgabe gefällt es mir sehr gut, dass ein roter Faden vom Anfang bis zum Ende erkennbar ist. So wirkt das Gedicht in sich rund. Auch freut es mich, dass das Werk beim Lesen tiefgründige Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt. Inhaltlich kann man daher getrost sagen, dass das Gedicht bei mir einen Nerv getroffen hat und ich wirklich angetan bin. Stilistisch muss ich leider anmerken, dass ich das vorliegende Reimschema als sehr langweilig empfinde. Was ich aber wiederum sehr gelungen finde, ist die Umkehr der Dunkelheit und der Ferne in der ersten und letzten Strophe. Das ist in meinen Augen ganz stark umgesetzt.


    Abgabe 02 - 18:29 Uhr

    Ich empfinde es als sehr erfrischend, dass man die Themenvorgabe gänzlich anders interpretiert hat als die sonstigen Abgaben. Meine Interpretation dieses Werkes zeigt einen Moderator bzw. eine Moderatorin, die an der Medienwelt kaputt gegangen zu sein scheint, dies realisiert, aber wie in einem Hamsterrad im Sendeplan des Fernsehens gefangen scheint. Generell lässt der lyrische Text viel Raum für Spekulationen. Wer spricht hier eigentlich? Um welche Schuld geht es hier? Vielleicht den unheilvollen Weg in die Drogen? Die Abgabe bringt einen auf jeden Fall ins Grübeln, was mir durchaus gefällt. Der stilistische Rahmen ist sehr frei interpretiert, wozu ich weder eine positive noch eine negative Meinung habe.


    Abgabe 03 - Sterne über Chapelle

    Mir gefallen bei dieser Abgabe besonders die sprachlichen Bilder, die den Text maßgeblich prägen. Auch sonst treffen die Motive bei mir auf Anklang. Mir wird jedoch nicht wirklich klar, was das Thema des Gedichts sein soll, da sich der Fokus innerhalb des Werkes verschiebt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man dies deutlicher herausarbeitet. Stilistisch überzeugt mich das Gedicht in weiten Teilen, jedoch erschließt sich mir die Versgestaltung in der sechsten Strophe nicht. (Wieso hat der Urheber so entschieden?) Den Abschluss der letzten Strophe empfinde ich persönlich als holprig. Summa summarum klingt das jetzt irgendwie negativer als ich das Gedicht eigentlich empfunden habe, deswegen sei noch mal erwähnt, dass ich die Abgabe wirklich schön finde.


    Abgabe 04 - In Dunkelheit

    Ich finde die gewählte Umsetzung durchaus interessant, für meine Begriffe stellen hier die Sterne aber nicht das Thema des lyrischen Textes dar. Sie sind eher Statisten im Hadern des Lyrischen Ichs, was ich persönlich etwas schade finde, aber so ist das halt bei Geschmackssachen. Generell finde ich aber, dass das Gedicht Potenzial hat, auch wenn ich an den erzeugten Bildern noch etwas feilen würde.


    Abgabe 05 - Der Zauber der Sterne

    Hier hat man sich die Mühe gemacht, die Entstehung und weitere Entwicklung eines Sterns lyrisch darzulegen. Dabei wurden allerdings einige wichtige Punkte im Leben eines Sterns ausgelassen. Außerdem wirkt das letzte Sonett des Sonettzyklus' gehetzt und der Inhalt stark gerafft, als wollte man eigentlich den drei Endstadien eines Sterns (weißer Zwerg, Neutronenstern, schwarzes Loch) jeweils ein eigenes Sonett im Zyklus widmen, hatte dann aber nicht mehr die Zeit dafür, weil man mit dem Gedicht viel zu spät angefangen hat und musste dann alles in wenige Verse quetschen, um das Projekt nicht ganz aufzugeben. Im zweiten Sonett, dritte und vierte Strophe, trifft es stilistisch nicht meinen Geschmack, dass die elfsilbigen Verse auf eine männliche Kadenz enden. Hier hätte man die Verse um eine Silbe kürzen können. Nächstes Mal bitte nicht so viele Stunden mit dem Lesen von Fachliteratur verbringen und stattdessen etwas mehr Zeit in die lyrische Umsetzung stecken.


    Abgabe 06 - Heute fallen tausend Sterne

    Auch wenn das Gedicht zum Teil schon sehr kitschig rüberkommt, hat es mich irgendwie berührt. Es kreiert einen schönen Lesefluss, wobei die Reime hier und da etwas vorhersehbar daherkommen. Viel wichtiger als die Einfachheit der Stilistik ist mir aber, dass diese lyrische Abgabe es geschafft hat, mich gedanklich in eine andere Welt mitzunehmen. Chapeau!

  • Ich wollte noch voten, aber bin jetzt zu unmotiviert für lange Kommentare, tut mir sehr leid


    Abgabe 01: 8/10

    Abgabe 02: 8,5/10

    Abgabe 03: 8/10

    Abgabe 04: 6,5/10

    Abgabe 05: 7,5/10

    Abgabe 06: 10/10


  • *Trommelwirbel*


    Platz 1 geht an Abgabe 06 von Shiralya mit 65 Punkten!


    Platz 2 geht an Abgabe 01 von Thrawn mit 61,25 Punkten!


    Platz 3 hat sich Abgabe 03 von Vanchningth mit 60,66 Punkten verdient!


    Platz 4 geht an Abgabe 05 von Tragosso mit 59,5 Punkten!


    Platz 5 geht an Abgabe 02 von éléphant mit 50,16 Punkten!


    Platz 6 geht an Abgabe 04 von Creon mit 50 Punkten!


    Ich danke allen Votern und Teilnehmern recht herzlich!