Die letzten Glühwürmchen

  • »Kurzinformationen:
    Deutscher Titel: Die letzten Glühwürmchen
    Originaltitel: 火垂るの墓(Das Grab der Leuchtkäfer)
    Produktionsland: Japan
    Originalsprache: Japanisch
    Erscheinungsjahr: 1988
    Regie: Isao Takahata [Zum Regisseur]
    Länge: ca. 85 Minuten
    Genres: Animation, Drama, Krieg


    »Vorlage:

    Er basiert auf dem 1967 veröffentlichten, teilweise autobiografischen Roman „Das Grab der Leuchtkäfer“ (im Japanischen unter dem gleichen Titel wie der Anime erschienen) von Akiyuki Nosaka, dessen Schwester im Zweiten Weltkrieg verhungerte. Dementsprechend handelt es sich nicht um einen Film zu einer Animeserie.


    »Handlung:

    Die letzten Glühwürmchen spielt in der Endphase des Zweiten Weltkrieges in Japan und erzählt vom verzweifelten Kampf des vierzehnjährigen Jungen Seita und seiner vierjährigen Schwester Setsuko um das nackte Überleben in der ausgebombten Stadt Kōbe. Bereits zu Beginn wird das tragische Ende vorweggenommen: Seita stirbt völlig abgemagert und unbeachtet in einem dunklen Winkel einer Bahnhofswartehalle. Sein Geist begleitet danach den Zuschauer in Rückblenden zu den einzelnen Leidensstationen des Geschwisterpaares.
    Als ihre Mutter nach einem Bombenangriff auf die Hafenstadt Kōbe stirbt, ziehen Seita und Setsuko zunächst zu ihrer Tante. Da sich der Junge nicht am Wiederaufbau beteiligt, sondern lieber mit seiner Schwester spielt, gibt ihnen die Tante immer weniger zu essen und behandelt sie auch ansonsten schlecht. Die Kinder beschließen, in einen alten Bunker außerhalb der Stadt zu ziehen und sich fortan selbst zu versorgen.
    Obwohl Seita beginnt, auf Gemüsefeldern Nahrung zu stehlen und bei Bombenangriffen Häuser zu plündern, um die gestohlenen Sachen zu verkaufen, werden die Nahrungsmittel für ihn und Setsuko immer knapper. Schließlich stirbt das kleine Mädchen an Unterernährung und bekommt von seinem Bruder eine einsame Feuerbestattung, weit entfernt von jeder menschlichen Gesellschaft.
    Seita, der kurz zuvor zufällig vom Tod seines Vaters erfahren hat, verliert schließlich auch den letzten Rest Lebensmut.


    »
    Charaktere:


    [tabmenu][tab=Charaktere]Im folgenden die Charaktere des Anime.[tab=Seita]


    Seita ist ein ganz normaler 14-Jähriger Junge. Auch wenn er, seitdem sein Vater in den Krieg gezogen ist, Verantwortung für seine kleine Schwester Setsuko und seine kranke Mutter trägt, bleibt er jedoch innerlich ein Kind. So liebt er es mit seiner Schwester zu spielen und empfindet immer noch eine große Freude für die einfachsten Dinge. Setsuko bedeutet ihm fast die ganze Welt und er würde keine Sekunde zögern, sich für sie in Gefahr zu begeben. Außerdem freut er sich immer seine liebevolle Mutter zu sehen und bewundert seinen Vater, der bei der Marine arbeitet. Seita ist ebenfalls ein sehr stolzer Mensch und gerade diese Eigenschaft führt nicht selten dazu, dass er in Schwierigkeiten gerät.


    [tab=Setsuko]


    Die kleine Setsuko ist das Nesthäkchen der Familie. Wie für ihr Alter typisch schwankt ihre Stimmung unregelmäßigen Abständen von totaler Begeisterung hin zu dramatischen Tränenvergießen. Ihre größte Bezugsperson ist neben Seita ihre Mutter in deren Nähe sie ständig sein möchte. Sie liebt es mit ihrem Bruder zu spielen und ist die meiste Zeit hellauf von ihm begeistert. Ebenfalls scheinen es ihr Glühwürmchen angetan zu haben, die sie gerne betrachtet und zu fangen versucht.


    [tab=Mutter]


    Setsukos und Seitas Mutter ist eine sehr liebevolle Frau. Auch wenn sie an einem Herzfehler leidet, ist sie fürsorglich für ihre Kinder da und zieht die beiden die meiste Zeit tapfer ohne ihren Ehemann groß. Auch die beiden Kinder lieben sie sehr.


    [tab=Tante]


    Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist Setsukos und Seitas Tante wenig besorgt um die beiden. Als die Geschwister bei ihr wohnen, zeigt sie sich nicht gerade erfreut darüber und lässt auch keine Gelegenheit aus ihren Unmut darüber an den zweien auszulassen. Sie besitzt einen ausgeprägten Nationalstolz und ist der Meinung, dass Seita sich nicht so viel um seine Schwester kümmern muss, sondern lieber für das eigene Land arbeiten sollte.


    [/tabmenu]
    »Hintergrund:

    Als Hintergrund dienend: Der Roman von Akiyuki Nosaka erschien 1992 in deutscher Sprache unter dem Titel Das Grab der Leuchtkäfer bei Rowohlt mit einer Übersetzung von Irmela Hijiya-Kirschnereit. Der japanische Sender Nippon Television realisierte im Jahr 2005 einen Spielfilm, der die Ereignisse aus dem Blickwinkel der Tante, gespielt von Nanako Matsushima, zeigt. Erstausstrahlung des Films war der 1. November 2005.
    Auf etwas basierend: Die von Setsuko und Seita in einigen Szenen gelutschten Bonbons sind Sakuma Drops. Diese sind in Japan käuflich zu erwerben, gelegentlich auch mit Setsuko als Motiv auf der Dose.


    »Trailer:



    »Musik:
    Futari, Soundtrack I


    »Diskussionsanregende Fragen:

    • Inwieweit spielen hier die Glühwürmchen eine Rolle?
    • Wie seid ihr damals auf diesen Anime gestoßen? Würdet ihr ihn weiterempfehlen?
    • Hättet ihr eine Idee, wie das Ende alternativ ausgesehen haben könnte oder gefällt euch das traurige Ende?
    • Was habt ihr empfunden, als ihr euch diesen Anime angesehen habt?
    • Habt ihr während des Filmes bzw. danach Bezüge zur Realität herstellen können?


    http://e.deviantart.net/emoticons/j/jsenn.gif
    ... Oreses

  • Wow *_* ähm ich bin teilweise überrascht aber auch erschrocken...
    Es war mir garnicht bewusst das es diesen Anime-Film gibt, auch nicht das dieser Film diese fürchterliche Wahrheit wiederspiegelt.
    Es ist aber schön das du es hier anmerken möchtest und ich stehe dir bei, an Hunger darf einfach kein Kind sterben und auch sonst keiner überhaupt kein Mensch sollte an Hunger sterben. Es ist schrecklich, aber dennoch wir die Menschen es noch immer nicht geschafft diese Not zu stoppen...
    Dieser Anime wurde wohl eher für die Jungen Zuschauer gemacht, da Animes meist auf Junge leute zutreffen und sie mit diesem Film aufmerksam machen wollen. Ich werde mir den Film aber sicher noch ansehen um mir ein komplettes Bild davon machen zu können.

  • Das erste mal als ich diesen Anime sah musste ich gegen die Tränen kämpfen allerdings habe ich diese Schlacht verloren. Er ist wirklich gefühlsergreifend weil alle sterben. Seitas muss seine kleine Schwester sogar selbst beerdigen. *sniff*


    Die Szene mit deen Glühwürmchen die die beiden gesammelt hatten um sie Nachts in ihrem Bunker herumschwiren zu lassen fand ich sehr schön.^^Aber alles in allem ist dieser Anime-Film sehr traurig. Man sollte ihn sich aber ansehen sonst wird man ihn nicht wirklich gut verstehen.



    Blackwater

  • Dieser Anime zeigt die wahre Welt.Naja ich habe die Tränenschlacht gewonnen^^Aber auch egal..der Film war wirklich Traurig und traue mich nich den Film wieder zu sehen :blush: .Einfach wundervoll und zugleich auch schrecklich.Aber warum haben sie überhaupt gegen England (oder Amerika) gekämpft ?.Tja habe eben keine Ahnung von früher oO.Naja so sieht die Realität eben aus und man kann an dem Film nichts mehr ändern.Nur schade das sie später alle gestorben sind obwohl der Vater vieleicht noch gelebt hätte.

    Mentor: Sag mir was der Regen denkt.
    Schüler: Der Regen denkt sich wieso er nur jeden Tag die Sünden der Menschheit wegwaschen muss..

  • Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 910 Tage zurück ... nach Erstellen meines Startposts ist viel Zeit vergangen; dieser ist jetzt übrigens den Regeln entsprechend aktualisiert worden, weshalb ihr euch nun in vollen Zügen zu diesem Anime äußern könnt. Mit diesem Beitrag „pushe" ich das Topic demnach, was mir von der betroffenen Moderation erlaubt worden ist.


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    ... Oreses

  • Zum ersten mal habe ich diesen "Film" vor 7 Jahren gesehen als man noch ORF an den Granzgebieten zur Schweiz empfangen konnte. Da es ein Animefilm war, war ich zuerst echt begeister, aber in nachhinein war ich halt völlig überrascht, weil es halt nicht um Action, Abenteuer oder Komödie handelte. Erst demletzt habe ich diesen Film nochmal auf Youtube angeschaut.


    Der erste und auch einzigste Film in dieser Hinsicht denn ich bis jetzt gesehen habe, der sehr traurig ist. Er ist gut gemacht und die Geschichte ist sehenswert. Die Handlung regt zum nachdenken an. Man könnte recht traurig sein am Ende des Films, aber da er seine Schwester nach dem erlösenden Tod wiedersieht, nimmt es doch noch ein schönes Ende.

  • Ich hab den Film letztes Jahr mit meiner Schwester gesehn ~ definitiv einer der traurigsten Filme die ich je gesehn habe :(
    Und vor allen Dingen, traurig das es nach einer wahren Begebenheit ist. Absolut grausam, wer dabei keinen Tränen vergiest kann kein Herz haben :(
    Vor allem, klein Setsuko ist so liebenswürdig. Sie wächst einem unglaublich ans Herz und man möchte sie einfach nur Knuddeln, und als sie schließlich stirbt ... es ist einfach schlimm :/

  • BÖSER Anime ;( ;( ;( ;( ;( ;( *flehn*


    Ich kann nichtmal ein AMV oder einen Trailer schauen und ich heul schon wie ein Schloßhund -.- Ich liebe diesen Anime, will ihn noch kaufen aber mir kommen ja schon die Tränen wenn ich den nur im Warenkorb hab :hmmmm:
    Also falls ich es jemals wieder schaffen sollte diesen Anime zu schauen werd ich viele viele viele Taschentücher brauchen!!


    Was soll man da noch groß sagen? Bin froh nicht die Einzige zu sein, die bei diesem Film heult *schluchz*

  • Habe schon öfter vom Film gehört, hab' ihn aber erst vor ein paar Tagen selbst geschaut. Man hat mir schon erzählt, dass der Film besonders traurig sei, aber ich dachte ich bin etwas härter im Nehmen und dachte, ich bestehe das unüberschadet. Aber nein. Am Ende konnte ich mich einfach nicht mehr zurückhalten und hab geheult wie ein kleines Baby. xD (nicht ganz so schlimm, aber ich hab geheult). Es ist einfach wirklich ein toller Film, der es schafft, echte Emotionen im Zuschauer zu wecken. Großartig, wie die Beziehung zwischen Seita und Setsuko detailiert gezeigt wird und ausdrückt, dass im Krieg zwar raue Zeiten vorherrschen, aber die Menschen, gezeigt an Seita und dessen Schwester, trotz allem auch als Waisenkinder ihre schönen Zeiten zusammen verbringen.

  • Der Film kommt heute Abend auf 3sat und ich denke mal dass ich ihn mir ansehen werden. Den Trailer hab ich mir mit Tränen in den Augen angesehen. Das ist wirklich einer der traurigsten Animefilme die es gibt.

  • So, der Film war gestern Abend auf 3sat, zum Glück habe ich da rechtzeitig hingeschalten. ^^
    Ich muss sagen, ein sehr süßer Film ... allerdings mag ich das Ende nicht. Ich hätte zumindest sehen wollen was aus dem Jungen geworden ist. Er sitzt da, alle sind tot und er bildet sich ein (ich glaube zumindest, dass er sich's einbildet, da ich nicht schätze, dass im Film gegen Ende noch Fantasy eingebracht wird), dass ihn die Seele seiner verstorbenen Schwester besuchen kommt. Das lässt eben viel Unzufriedenheit zurück.
    Ansonsten liebe ich diesen Film. ^^

  • Ich habe den Film zum Glück auch am Wochenende gesehen, habe es gerade noch rechtzeitg bemerkt, dass er im TV kommt. Man, was wäre mir sonst entgangen!
    Ich wusste vorher gar nichts von diesem Film, und war von der Tragik umso gefesselter. Mit so einem traurigen und berührenden Film hatte ich wirklich nicht gerechnet, das hat mich eiskalt erwischt. ;( ;(


    Man muss die beiden Geschwister einfach ins Herz schließen und mitleiden.

  • Der letzte Post liegt zwar schon etwas zurück, aber ich hoffe, es ist trotzdem in Ordnung, noch zu antworten? Na ja, hoffentlich.


    "Die letzten Glühwürmchen" ist der erste Anime, den ich komplett gesehen habe. Ist noch gar nicht so lange her, da lief der im Fernsehen^-^Da nichts anderes sehenswertes kam, habe ich mich dafür entschieden - und ganz ehrlich, er hat mich überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass der Film so traurig ist. Wobei ich aber finde, dass die Altersbegrenzung ein wenig untertrieben ist. Nicht, dass in dem Film irgendwas zu sehen wäre, was bei Kindern Alpträume verursachen würde, aber meiner Meinung nach sollten Kriegsfilme generell nichts für Kinder sein...Vor allem bin ich mir nicht sicher, ob das Ende so ganz für 6-jährige geeignet wäre, denn in vielen anderen Animationsfilmen gibt's halt ein Happy End und das wars ;) Aber okay, zurück zum Film. Wie gesagt, er war wirklich unheimlich traurig, und ich hab richtig geheult, aber richtig. Als das kleine Mädchen gestorben ist...Obwohl, auch vorher schon, als sie den Glühwürmchen ein Grab gebuddelt hat und etwas meinte wie "Mama liegt jetzt auch in einem Grab". Diesen Satz fand ich einfach...Vor allem wie gefasst sie das gesagt hat...Auf jeden Fall finde ich den Film einfach toll. Er hat eine Botschaft, und spiegelt außerdem das Leben während eines Krieges wider, was ich von einem Anime eigentlich nicht erwartet hätte :)

  • Ich liebe diesen Film!
    Es fasziniert mich, wie gut Studio Ghibli ernste Themen mit in einen Anime einbeziehen kann.
    Bei Prinzessin Mononoke war es beispielßweiße Die Menschen die den Wald zerstören wollen - ein Alltagsproblem!
    Und bei 'Die letzten Glühwürmchen' ist es eben der Krieg.
    Natürlich ist der Film sehr traurig und ja, ich habe einmal kurz geweint (*traurig sei*), aber dennoch hat er mich total fasziniert.
    Wieso? Weil man mit der Warheit konfrontiert wird.

  • Ich hab ihn damals auch gesehen und fand ihn sehr mitreißend und erschütternd zu gleich. Selbst so mancher Spielfilm mit realen Schauspielern, hätte das nicht geschafft. Das beeindruckt mich heute noch, wie man Zeichentrickfiguren so viel Leben einhauchen kann, dass man am Ende völllig vergisst, dass es welche sind. Gänsehaut pur!


    "Schöner als ein Traum, schweben durch den Raum der Illusionen, dorthin wo Träume wohnen, ins Land der Fantasie.
    Weiter als der Mond, fliegen durch die Zeit in ein Geheimnis. Wunder kann man erleben, in einem schönen Traum."


    Auszug aus "Der Traumstein"

  • The Grave of Fireflys. Einfach erschütternd. Ich habe damals den Anfang verpasst und wusste demnach nicht, was für ein Film es ist.


    Wie seid ihr damals auf diesen Anime gestoßen? Würdet ihr ihn weiterempfehlen?
    Zufällig gesehen und angesehen. Nichts für schwache Nerven, aber sollte man gesehen haben.


    Hättet ihr eine Idee, wie das Ende alternativ ausgesehen haben könnte oder gefällt euch das traurige Ende?
    Das alternative Ende ist, dass der Junge überlebt und das Buch zum Film schreibt. Ist so.


    Was habt ihr empfunden, als ihr euch diesen Anime angesehen habt?
    Ich war depri. Als er nach einigen Monaten nochmal kam, konnte ich ihn nicht ansehen.


    Habt ihr während des Filmes bzw. danach Bezüge zur Realität herstellen können?
    Der Film handelt eher von Armut, als von den Schrecken des Krieges. Wobei es schon heftig ist, dass man die Zivilbevölkerung angriff, um die Regierung unter Druck zu setzen. Und das waren die Guten!
    Na ja, unrealistisch war aber, dass der Junge nie zurück zur Tante ging, obwohl er seine Schwester beschützen wollte.
    Da hätte ich meinen Stolz weggeworfen, nur damit sie irgendwie überleben kann.

  • Also ich finde den Film einfach nur großartig, habe ihn bereits zweimal geguckt.
    Ich habe beide Male als ich in mir angeguckt habe geheult wie ein Wasserfall. Für mich ist es eines der besten Studio Ghibli Filme.
    Ich fand es grausam als ich herausgefunden habe, dass das Buch auf dem der Film basiert, auf echte Begebenheiten zurückführt, da der Autor viel von dem, was im Film dargestellt wurde miterlebt hat, bspw. ist einer seiner Schwestern tatsächlich an Unterernährung verstorben.
    Der Film zeigt einige Facetten des Krieges die man nicht immer vor Augen hat, da man Krieg eher mit den 'Gewalttaten' selbst assoziiert.
    Ich fand es wirklich rührend wie sehr sich Seita um Setsuko gekümmert hat und viele dieser Szenen haben mir immer wieder Tränen in die Augen getrieben.
    Die Tante hasst man natürlich sofort, andererseits muss man zugeben, dass in solch einer Situation die eigene Familie vorgeht und sonstige Verwandten nun mal nicht ganz so viel zählen. Ich kann nachvollziehen, dass es für sie eine Art Last war, zumal Seita etwas Arbeit verrichten könnte, um die Familie zu unterstützen; gleichzeitig jedoch verstehe ich dass Seita es nicht getan hat. Er war jung, hat seine Mutter gerade erst verloren, der Vater weit weg im Krieg, evtl. sogar tot und hat eine Schwester um die er sich kümmern muss.


    Ich finde den englischen Titel "Grave of the Fireflies" passender als die Letzten Glühwürmchen, da die Assoziation ganz anders ist. Ich interpretiere das Grab der Glühwürmchen als Metapher für Seita und Setsuko, die alles dafür tun um zu überleben - sie leuchten, jedoch haben sie eine sehr kurze Lebensspanne - wie man es auch im Film bei den Glühwürmchen und Seita und Setsuko gesehen hat. Letzten Endes sind Setsuko und die Glühwürmchen am gleichem Ort gestorben - ihrer beider Gräber, und meiner Auffassung nach ist ein Teil von Seita dort mitgestorben. Seita und Setsuko sind auch "Glühwürmchen".


    Es ist definitiv ein Film den man sich mal anschauen sollte und habe es schon einigen Leuten empfohlen.

  • Inwieweit spielen hier die Glühwürmchen eine Rolle?
    Die Glühwürmchen leuchten in der Nacht, genau wie die Lichter in den Städten. Sie erfüllen die Stadt mit Leben. Die Glühwürmchen können aber nicht so lange leuchten, dann vergeht das Leben... Zum einen spiegeln sie also Leben, zum anderen aber auch den Tod wieder...


    Wie seid ihr damals auf diesen Anime gestoßen? Würdet ihr ihn weiterempfehlen?
    Ich bin damals zufällig auf diesen Fim gestoßen. Ich hatte damals online nach "Chihiros Reise ins Zauberland" gesucht und bin dann auf das Studio Ghibli und Hayao Miyazaki gestoßen (damals wusste ich nich nichts von ihm uns dem Studio). Nach einiger Zeut hatte ich eine Filmliste gefunden und da wurde eben dieser Film angeführt.
    Also weiterempfehlen würde ich ihn schon. Es war der erst Film, der mich zum weinen gebracht hatte... Bei anderen Filmen habe ich zwar teilweise etwas getrauert, aber bei Die letzten Glühwürmchen sind mir wirklich Tränen über die Wangen gelaufen ;(


    Hättet ihr eine Idee, wie das Ende alternativ ausgesehen haben könnte oder gefällt euch das traurige Ende?
    Ehrlich gesagt gefällt mir das Ende, obwohl mir die Tränen gelaufen sind... Mal ein Film ohne Happy End.


    Was habt ihr empfunden, als ihr euch diesen Anime angesehen habt?
    Ich habe mich auf die Handlung eingelassen, aber musste feststellen, dass es Seita und Setsuko nicht leicht haben werden. Ich habe zu jeder Sekund mit ihnen gefühlt, vor allem mit Seita... Er hat einfach alles verloren...


    Habt ihr während des Filmes bzw. danach Bezüge zur Realität herstellen können?
    Aber natürlich. Krieg gibt es überall, sei es mit Waffen oder auch nur verbal... Und nimmt man einem Menschen alles, dann dauert es nicht mehr lange und man nimmt ihm dadurch sein Leben...

  • Ich habe diesen Film gestern gesehen und obwohl ich mit hohen Erwartungen rangegangen bin wurde ich nicht enttäuscht. Drama ist nicht unbedingt mein Genre, da es für mich schwer ist, mit den Charakteren mitzufühlen oder durch ihr Leid irgendwie beeindruckt zu werden.


    Dafür hat mich vor allem die Darstellung des Krieges überrascht, die einfach so brutal realistisch rüberkam (inklusive der Verletzten und Leichen). Da läuft es einem schon kalt den Rücken runter, wenn man sich überlegt, dass man nie richtig sicher ist und jeden Moment ein Luftangriff kommen könnte. Die armen Japaner hats damals echt hart erwischt...


    Das Drama hat mich aber größtenteils eher kalt gelassen. Ja, natürlich ist es schrecklich was den beiden passiert, aber zumindest der Junge hat auch irgendwie selber schuld. Einerseits spielte er nur mit seiner Schwester oder faulenzte, während er bei seiner Tante war, anstatt (wie die Tante es sich gewünscht hätte) zu helfen. Der Junge ist 14, und ich denke, dass es gerade im Krieg genug Dinge gab, wo er in dem Alter hätte helfen können, um sich ein bisschen Brot (und das Wohlwollen seiner Tante) zu verdienen. Die Tante wurde zwar absichtlich fies dargestellt, aber ich empfand ihr Verhalten sehr realistisch und nachvollziehbar. Sie hat eigene Probleme und Kinder, die sie ernähren muss (und die sogar selber fleißig sind!). Natürlich ist es da nicht schön, wenn sie 2 "nutzlose" Kinder einer Verwandten mit durchfüttern muss.
    Der größte Fehler des Jungen war es dann wohl auch, dass er die Tante verlassen hat um in diesem Bunker zu leben. Und besonders, dass er irgendwie zu eitel (oder ein anderer Grund? Man weiß es nicht.) war, zu ihr zurückzukehren, als es den beiden wirklich schlecht ging und er schon auf Diebstahl zurückgreifen musste.
    Deswegen hat es mich am Ende doch nicht so emotional gepackt, wie es möglich gewesen wäre. Das ist aber keineswegs ein bloßer Kritikpunkt, der Junge ist halt noch ein Kind und da sind solche Fehler einfach realistisch, was sehr gut in diesen Film passt.


    Noch eine Kleinigkeit: Irgendwie hab ich den Sinn vom Format nicht verstanden, dass direkt zu Beginn sein Tod klar gemacht wird und der Rest als eine Art Flashback aufgebaut ist. Es wurde später lediglich 2 mal sein "Geist" als Beobachter gezeigt und sonst alles chronologisch erzählt, also gar nicht die Vorteile dieses Aufbaus genutzt (dass man hin und her springen kann in der Vergangenheit etc.). Man hätte die Story auch am Anfang beginnen lassen können und dann "normal" alles der Reihe nach erzählen können, und erst am Ende seinen Tod erwähnen, was dann vielleicht emotional noch einmal stärker gewirkt hätte.
    Ist auch kein Kritikpunkt, aber ich wundere mich einfach warum es so merkwürdig umgesetzt wurde.


    Also im Großen und Ganzen ein schöner Film, den ich gern weiterempfehlen werde.

  • Und besonders, dass er irgendwie zu eitel

    Nun, das ist wohl dieses gewisse japanische Ehrgefühl.
    Zum damaligen Zeitpunkt war es nunmal so, dass alle der Ansicht waren, das man sein Ziel erreicht wenn man es nur hart genug versucht und wenn man versagt, dann hat man einfach nicht hart genug gearbeitet. Das ist nicht nur in Japan so und nicht nur damals, im damaligen Japan aber besonders.
    Eine interessante Szene ist hierbei die des Kriegsendes. Der Junge schert sich nicht darum, dass der Krieg aufhört, sondern war vollkommen davon eingenommen, dass sie verloren haben. Oh und ja, armes Japan, beginnt einen Krieg und muss dann darunter leiden...
    Ich weiß schon, das einfache Volk hat da nicht viel verbrochen, aber trotzdem.

    Der Junge ist 14, und ich denke, dass es gerade im Krieg genug Dinge gab, wo er in dem Alter hätte helfen können

    Nun das stimmt zwar, aber dann wäre seine kleine Schwester alleine gewesen. Es macht schon Sinn, dass er sie bei Laune halten will, damit sie nicht alleine unter fremden sein muss. Das sah man auch gut an der Klavirszene. Er heitert sie auf und die Tante die einfach nur frustriert ist wegen allem, schreit sie an, denn im Krieg hat man nicht fröhlich zu sein.

    können, und erst am Ende seinen Tod erwähnen, was dann vielleicht emotional noch einmal stärker gewirkt hätte.

    Na ja, manchmal ist der Eindruck stärker wenn man von Anfang an weiß, wer überlebt und wer nicht und sich dann ab einem gewissen Punkt einfach wünscht etwas tun zu können. Hat man die Charaktere lieb geworden kommt ein Gefühl der Hilflosigkeit dazu, das insbesondere im Horrorgenre sehr gut genutzt werden kann.