Herbst-Drabblekette

  • Altweibersommer
    Ein letzter Seufzer. Einmal tief Luft holen und den Augenblick verweilen lassen. Wie eine tanzende Mauer aus Feuer hält der letzte Hauch des Sommers in den Blättern der Laubbäume inne. Die Strahlen der Sonne ziehen sich wie Spinnengewebe durch alle Winkel - lassen die Umgebung ein letztes Mal aufleuchten. Ein abschließendes Aufbegehren, mit voller Kraft und doch so sanft wie ein fallendes Blatt. Kein Kampf, nur der nächste Schritt. Ein Stück Erinnerung an vergangene Monate und ein Zeichen für die nächsten. Vergiss nicht, aber gehe weiter. Denn hinter der Mauer aus Wärme und Gold, dort wartet schon der Winter. Ausatmen.


    Nächster Titel: Lichtgold

  • Lichtgold


    Die Blätter unter ihren Füßen knistern leise, als sie durch das Dickicht irrt. Doch das Mädchen sieht nicht nach unten. In ihrer Hand hält sie eine einfache Papiertüte und ihr Blick ist starr nach oben gerichtet. Als die Wolken die Sonne freigeben, läuft sie schneller - Immer weiter bis sie schließlich die Lichtung erreicht. Dort öffnet sie ihre Tüte und fängt das Licht. Warm legen sich die Strahlen in die Tüte, bis das Mädchen genug davon hat. Nun kann sie zurück.


    "Bevor ich sterbe, möchte ich noch ein letztes Mal die goldenen Lichtstrahlen spüren. Denkst du, du kriegst das hin?"


    Nächster Titel: Drachensteigen

  • Drachensteigen


    Losgelöst von der Erde, immer weiter getrieben von den Winden der Welt. Neues sehen. Neues erleben. Was würde ich nicht dafür geben, fliegen zu können wie mein ständiger Begleiter im Herbst? Würde mich immer höher, immer weiter tragen lassen. Hinaufsteigen in neue Abenteuer, der schleichenden Kälte des baldigen Winters die Zähne zeigen und nie zurück blicken. Nie aufgeben. Immer neue Wege beschreiten und mich meiner alten Probleme entledigen. Mich von allem befreien. Schwerelos durch die Lüfte gleiten, um nach dem Horizont zu greifen. Himmelhoch am Firmament gehalten, einstig von einer Schnur vor der Unvernunft bewahrt.
    Frei sein… nur einmal.


    Nächster Titel: Herbstkind

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    »Ties are to be severed ... not forgotten.«

    - Chrollo Lucilfer

  • Herbstkind


    Dramatisch erlosch die Nacht die letzten goldenen Sonnenstrahlen des Firmamentes und im blendenden Licht des Dämmerbeginns erschien ihre Silhouette schwarz, farblos, wie die Nacht. Und kalt. Sehr kalt. Wortlos wandte sie sich ihrem Schattenbegleiter zu, ein wärmendes Lächeln voll von Liebe umspielte ihre aufgerauten Lippen. Ihre dünnen, nackten Arme schlangen sich um die Schultern des Jungen, der sogleich seine Hände unter ihre Waden und ihr Gesäß bettete und mit ihr durch die regnerische Novembernacht rannte. Ein melodisches Duett der Freude erklang und erfüllte die Lichtung, kühle Wasserperlen klatschten auf ihre warmen, dünn bekleideten Körper.
    Der Herbst. Der Frühling des Winters.


    Nächster Titel: Novemberregen

  • Novemberregen
    Ich springe von einer Pfütze in die nächste. Meinen bunten Regenschirm habe ich längst wieder in der Tasche verstaut; viel zu stark ist der Wind heute. Ich kichere bei dem Gedanken, dass ich schon so nass von dem Regen bin, dass ich mich auf den Boden legen und eine dieser Pfützen mimen könnte. Auf den Boden legen, ja. Ich schaue hoch, doch fühle mich blind, weil meine Augen nur Grau erfassen. Die Tropfen laufen stetig und sehr beharrlich an meinem Gesicht entlang und ich überlege, ob ich krank werde, wenn ich länger so verweile. Aber was macht das schon?


    Nächster Titel: Kastanienmännchen

  • Kastanienmännchen


    Eifrig drehte und wendete ich die Kastanien, die ich mit meinem Vater heute sammelte. Streichhölzer verbinden und schaffen Menschen, die Menschen Familien, und die Familien mir meine eigene kleine Welt. Glatt und angenehm liegen die kleinen, festen Früchte in meinen Händen und schon beginne ich Gesichter zu erkennen. Meine Finger fahren durch die Furchen und Geschichten wirbeln durch meinen Kopf.
    Mein Vater holt mich zurück.
    "Aber Cecile, das sind Esskastanien!"
    Und so trennt er alles ab. Bein für Bein, Arm für Arm, bis meine Welt zerlegt in ihre Einzelteile vor auf dem Tisch liegt. Dann öffnet er den Ofen.


    Nächster Titel: Halloweensabend

  • Halloweensabend

    Draußen weht ein kalter Wind, scheucht Blätter herum und lässt die kahlen Äste der Bäume gespenstisch tanzen. Der Mond scheint hell und klar am Horizont, unterstrichen von einem leichten Rotton. Es ist wieder soweit: Die Nacht der Geister und Teufel.
    Überall in den Straßen wimmelt es von seelenlosen Wesen. Von Vampiren und Zombies, von Werwölfen und anderen Schreckensgestalten. Nehmt euch in Acht! Diese Nacht gehört nur ihnen allein. Sie jagen dich, wollen dich erschrecken und plagen.
    Verärgere sie und ihre Rache wird bitter sein. Daher ein Tipp von mir: Um zu überleben, habe immer ein paar Süßigkeiten bei dir.


    Nächste Titel: Herbstblattrauschen

    "Wie beim Kartenspiel kommt es auch im wirklichen Leben darauf an,
    das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde,
    anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


    [Astor, Pokémon - Schwarze Edition]

    Nur noch sporadisch im BisaBoard.

  • Herbstblattrauschen


    Ich lausche, es ist still, man könnte eine Stecknadel fallen hören. Doch da, bunte Blätter, die bis gerade eben wie tot auf dem Boden gelegen hatten, erhoben sich und tanzten zu meinen Füßen einen ausgelassenen Tanz. Und da hörte ich es, die Bäume wiegten im Wind und ließen die Blätter rascheln. Das Geräusch erfüllte den gesamten Wald, doch nur einen Moment lang, dann erstarben die Blätter, fielen auf den Boden und es war wieder still. Doch die Bäume warteten nur auf den nächsten Windstoß, um sich wieder wiegen zu können, um wieder den Wald mit einem Rascheln zu erfüllen.


    Nächster Titel: Kahl

  • Kahl

    Jedes Jahr zur gleichen Zeit, die Tage werden kürzer und die Winde kühler. Wenn die Sonne schwächelt und der Regen präsenter wird. Da bemerkt man es am stärksten, spürt es am intensivsten: die Veränderung der Welt.
    Mit jedem Rascheln der Blätter, die sanft zur Erde fallen und vom aufzieheden Wind davon getragen werden. Die Welt verändert sich.
    Die grünen Wälder werden gelb, rot, braun. Die Bäume wiegen sich im Wind, verlieren ihre Pracht, ihren Schutz. Blatt für Blatt geben sie her, klammern sich bis zum Schluss an ihnen. Sie verändern sich, werden kahl... und freuen sich auf den Frühling.


    Nächster Titel: Apfelkompott


    "Wie beim Kartenspiel kommt es auch im wirklichen Leben darauf an,
    das Beste aus dem zu machen, was einem gegeben wurde,
    anstatt sich über ein ungünstiges Blatt zu beschweren und mit dem Schicksal zu hadern."


    [Astor, Pokémon - Schwarze Edition]

    Nur noch sporadisch im BisaBoard.

  • Apfelkompott
    Es war wieder Herbst. Jedes Jahr konnte man beobachten, wie sich die welken, kargen Blätter der Bäume verzweifelt an ihren Ästen festklammerten und der Wind es ihnen nicht leichter machte an ihrer Stelle zu verharren. Schließlich hatten sie alle keine Kraft mehr und schwebten langsam aber sicher zu Boden. Es war fast so als würde der Himmel weinen. Die Kinder, die in dem Laub spielten freute das sicherlich; ich hingegen fand dies stets traurig. Das Obst, das ebenfalls der Schwerkraft nachgeben musste, verarbeitete meine umsichtige Mutter hingegen zu warmen Apfelkompott – das süße Gold ließ meine traurigen Gedanken stets verschwinden.


    Neuer Titel: Farbtanz

  • Farbtanz
    Hast du schon den großen Baum gesehen, dessen Blätter sich im Oktober blutrot färben? Hast du schon die vielen so liebevoll gestalteten Laternen gesehen, die die dunklen Novembernächte erhellen? Hast du schon die kleinen Geister gesehen, die an Halloween so bunt geschminkt sind? Von wegen der Herbst ist der Beginn der grauen Zeit des Jahres. Überall ist Farbe. Und wenn der Wind nur stark genug durch die Wälder weht, beginnen die Farben, in Form von roten, gelben, braunen, goldenen Blättern, zu tanzen. Also mir kann keiner erzählen, der Herbst sei grau und trostlos. Denn das ist er sicher nicht.

  • Nun denn, da Halloween mittlerweile vorbei ist, möchte ich mich bei euch allen herzlich bedanken, die ihr mitgemacht habt, für euer Engagement und die vielen tollen Drabbles, die ihr im letzten Monat zum Thema Herbst geschrieben habt. Insgesamt 29 Drabbles kamen auf diese Weise zusammen! Für dieses Mal war's das aber leider auch schon, doch wer weiß, ob nicht in Zukunft erneut eine Kette folgen wird? Das wird allerdings erst die Zeit zeigen.
    Für den Moment gilt, dass das Thema noch weiterhin für Feedback offen bleiben wird. Wenn euch also noch eure Meinung zu einem der vielen Werke hier auf der Zunge liegen sollte oder falls ihr allgemein Feedback zur Aktion abgeben möchtet, habt ihr nun die Chance dazu; nutzt sie auch!
    Zum Abschluss hoffe Ich, dass ihr alle Spaß an der Sache hattet und man liest sich sicher irgendwann wieder. Mata ne!

  • Hallu everybody! (:
    Diese Aktion hat nun also ihr Ende gefunden und ich will es mir natürlich nicht nehmen lassen, ein weiteres und letztes Mal hier Feedback zu hinterlassen!


    Doch bevor es zu den Werken geht, eine kleine, allgemeine Rückmeldung zu dieser Aktion.
    Erstmal ein großes Danke schön an das Komitee für diesen kleinen und feinen Zeitvertreib, der einmal mehr das Drabble als „Short-short” in den Vordergrund gerückt hat. Ich finde, das Drabble ist viel zu unbekannt im deutschsprachigen Raum und das war doch perfekt, um das zu ändern. Würde mich sehr freuen, wenn es so etwas wieder Mal gäbe!
    Außerdem noch ein Danke schön an Rusalka-san, da er diesen Thread wunderbar beaufsichtigt hat. Sicherlich steht hinter der ganzen Sache das Komitee als Ganzes, aber auch der Verdienst des Einzelnen soll nicht ungewürdigt bleiben. In diesem Thread ging nichts unter, alles wurde gesehen und geschätzt, jeder Beitrag bekam von Rusalka ein Danke. Das nenne ich eine vorbildliche Betreuung eines Threads. ^__^
    Und natürlich ein großes Danke an all die Schreiber, die sich hier mit ihrem Drabble beteiligt haben. Ich hatte jedes Mal sehr viel Spaß und Freude daran eure Hundert Wörter zu lesen. Man bekommt ganz interessante Gedankengänge und Beobachtungen mit und ich war wirklich erstaunt, wie manche die Titel n ihren Drabble verwendet haben. Ganz großes Kino! Und jeder, der sich aus irgendwelchen Gründen nicht beteiligt hat, dem kann ich nur sagen: Du hast etwas verpasst! Bei einer Wiederholung solltest auch Du auf jeden Fall dabei sein. The more the better!


    Und nachdem ich nun mein Ketchup dazugegeben habe — ja, keinen Senf, weil heut gibt’s 20% auf alles außer Senf! :D *sorry, kleiner Puschn-Insider am Rande, weil es so gepasst hat* — auf zu den Werken!


    @Caroit: Sehr tiefsinnige Gedanken an dieser Stelle, aber das passt natürlich auch wunderbar zu der Situation am Kamin. Konnte ich mir sehr schön vorstellen und fühlte mich gleich richtig geborgen. Ja, der Winter hat schon seine schönen Seiten und die Geborgenheit die die Wärme des Feuers vermittelt hast du hier gut eingefangen. Tee und Decke dazu — passt! Als du schließlich den Teebeutel eingebaut hast, dachte ich mir: so was kann auch nur einer kreativen Person einfallen. Wer sonst macht sich Gedanken um Teebeutel? ^^
    Ich hab mir dann wirklich überlegt, wie es wohl ist … in so einem Teebeutel. Vielleicht wie in einem warmen Bad?
    Äußerst faszinierend jedenfalls gemacht!


    Farbenmeer
    War ich eigentlich etwas überfordert, weil mir zuerst nicht viel einfallen wollte. Allerdings empfand ich die bunten Blätter nach einigem Überlegen als Farbenmeer und letztendlich hab ich mich dann darauf konzentriert. Nach einer kleinen Wikirecherche zum Thema „Indian Summer” — um von den dortigen Fotos vom Zuckerahorn eine Vorstellung zu bekommen — kam schließlich dieser Rundflug dabei heraus. Der Protagonist ist übrigens ein Rabe, der sich am Ende in einem „roten Wald” wiederfindet.
    (Eine Bekannte erzählte mir vor Jahren mal von einer KG ihres Kumpels, der wohl den Titel „Der rote Wald” oder so ähnlich trägt. Daran hatte ich mich da erinnert.)


    @Claike: Sehr schön metaphorisch an der Stelle. Der Nebel ist hier buchstäblich vorhanden, aber ich glaube, er ist vor allem im Übertragenen Sinn gemeint. Tiefsinnig gemacht. Für mich wirkte es so, als wüsste der Ich-Erzähler nicht, wohin ihn sein Weg im Leben führen soll, er hat keine Vorstellung von seiner Zukunft und deshalb erscheint alles im Nebel. Die Stimmen, die ihm zeigen, wohin er gehen muss, könnten es durchaus gut meinen, aber man muss ja seinen eigenen Weg gehen. Wie auch der Ich-Erzähler, der schließlich eine Einsicht hat — das denke ich aufgrund des hellen Lichts — und somit weiß, wohin er möchte. Sehr gut gemacht, hat mir gut gefallen. (:


    @Ashrose:

    Zitat

    Obwohl die Blätter der meterhohen Baumkronen in allen erdenklichen Farbabstufungen zu sehen sein sollten, erkannte er nur die Umrisse der Blätterdächer.


    Aww, das ist eine niedliche Szene. (:
    Ich bekam schon am Anfang ein sehr gutes Bild von der ganzen Situation und die Stimmung im herbstlichen Wald hast du sehr gut dargestellt. Gerade das Detail mit den Nackenhaaren fand ich super, weil das für mich die Kälte noch mehr vermittelt hat. Du lässt den Blick des Mannes schweifen und so zeigst du schön, wie die Umgebung aussieht. Dass genau an dem Baum die meisten Pilze wachsen, wo sich Mushroom versteckt hat … da hab ich jetzt mehrere Theorien. Entweder mag sie einfach Pilze und deshalb der Spitzname — oder richtige Name? — oder aber es ist so ähnlich wie bei dem Waldgott aus Prinzessin Mononoke — überall wohin er geht hat er doch bunte Blumen hinterlassen und vielleicht zieht dieses Mädchen ja Pilze an! So hab ich mir das jedenfalls gedacht — aber vielleicht zu weit hergeholt.
    Anyway, fand ich eine schön beschriebene Szene. (:


    @Rusalka: Weißt du wohin du mich geistig wieder versetzt hast? In die siebte Klasse in den Hauswirtschaftsunterricht. (Eigentlich eine Schande, dass man den in der Realschule nur ein Jahr lang hat … Gut in der Theorie war ich grottig, aber die Praxis war lustig. :3) Ich hab sofort die Kojen gesehen in denen ich früher mit anderen zusammen gekocht habe und hatte gleich ein schönes, lebendiges Bild vor Augen. Aber das hätte ich wohl auch ohne meine Erinnerungen gehabt. Eine sehr schöne, amüsante Situation, die du hier erzählst. Manchmal geht’s mit dem Kennenlernen so schnell und einfach. Man muss nur eine Gemeinsamkeit entdecken, in dem Fall die Liebe zu Kürbiskernen. Fand ich toll. (: Vor allem, dass du auch mitgemacht hast.
    (Und ich bekomm da Hunger auf Kuchen! :D)


    @Dachs: Wow! Da war ich nach dem Lesen erstmal ein wenig baff. Das ist ein sehr, sehr interessantes Drabble. Ich war von den Bildern, die du vermittelt hast beeindruckt. Diese kurzen Sätze, teilweise mit Ellipsen hat wirklich eine gehetzte Stimmung vermittelt. Und die ganze Sache in die nächtliche Stadt zu setzen war ein ausgesprochen interessantes Bild. Dass die dunkle Zeit des Jahres auch eine traurige ist, hab ich so noch nicht gesehen. Ich meine, ich werd jetzt nicht leicht depressiv im Winter, aber natürlich ist die ständige Dunkelheit schon etwas, was auf das Gemüt schlägt. Traurig wahrscheinlich deshalb, weil die ganzen Farben weg sind. Das macht schon einen traurigen Eindruck.
    Sehr schöne Arbeit, ich glaub daran solltest du dich öfter versuchen! (:


    @sandpapergirl: Das ist mal ne geniale Sache. Fand ich super, wie du den Regenwald hier dargestellt hast. Ich war irgendwie zu eng in meinem Denken und hatte nur eine tropischen Regenwald im Kopf, aber dein Regenwald ist viel besser! Das Bild was du hier gezeichnet hast, hat mir sehr gefallen, gerade, weil man sich sehr gut in die Hauptperson hineinversetzen konnte — ich jedenfalls. Staus sind ziemlich gut, um sich der Umgebung mal etwas bewusster zu werden, ich selbst erleb das oft. Und als du dann am Ende die Farbe der Blätter beschrieben hast, die im Sonnenlicht geleuchtet haben … ach, was war schon ein herrliches Bild. Ist schön geworden. ^^


    @Chess: Schon wieder so eine schöne Szene von dir! Wenn auch etwas trauriger, als die letzte, denn der Ich-Erzähler scheint hier das Grab seines Großvaters zu besuchen. Man merkt, dass das für ihn wohl eine sehr wichtige Person war und wie viel er dafür auf sich genommen hat. Immerhin mehrere Stunden Fußmarsch … wow, das macht man nicht alle Tage. Ich denke der Kastanienbaum war eine Verbindung zwischen den beiden, auch wenn du hier nur angedeutet darauf eingehst. Aber vielleicht, weil der Baum beim Grab wächst oder, weil der Baum groß geworden ist und lebt. Hat mir jedenfalls sehr gefallen, wie du das hier dargestellt hast. (:


    @Naoko:

    Zitat

    Wobei Gespenster, Skelette & Vampire für sie sicherlich der Tod waren.

    Was macht denn das & da? ^^
    Eine schöne Szene, die du hier erzählst. Kann ehrlich gesagt die Sache sehr gut nachempfinden, mich brächte man wohl gar nicht erst in so ein Gruselkabinett. Sehr interessant gestaltest du hier die Angst Laura sehr subjektiv, da du nicht ein einziges Mal irgendwas gruseliges beschreibst, sodass man als Leser noch mehr merkt, dass die erzählende Person überhaupt keine Angst hat. Deshalb kann sie die Angst von Laura auch nicht nachvollziehen, die am Ende — in meinen Augen — absolut passend schließlich das Weite sucht. Hätte ich wohl auch gemacht.
    Fand ich mal ein schöner, anderer Ansatz ein Gruselkabinett zu sehen, einfach, in dem man gar nicht erst weiß wie gruselig es dort ist. Das muss man sich selbst denken. ^^


    @Sika: Herrliches Stimmungsbild eines verregneten Tages! Hatte ich in diesem Jahr oft genug selbst erlebt und muss sagen, ich konnte das richtig gut nachvollziehen. Dem Regen wollen ja eigentlich die meisten entfliehen, gerade, wenn man keinen Regenschirm dabei hat, suchen die meisten ja einfach nur den nächsten Unterstand. Diese Hektik hast du hier sehr schön dargestellt. Schönes Detail auch mit dem Regenschirm hier, die sind an einem grauen Regentag immer so ein Hingucker. Mir gefiel hier vor allem die hoffnungsvolle Aussicht am Ende, die hat sehr gut dazu gepasst. (:


    Novemberkälte
    Morgens halb sieben in Bayern — nördlich von München. Grundsätzlich eine recht konkrete Darstellung, wie das so ist, wenn ich morgens aus der Haustür trete und mich auf den Weg zur Bushaltestelle mache. (Um den Bus zum Bahnhof zu nehmen, dort in die S-Bahn zu steigen und dann in München in die U-Bahn.) In der Kälte des Spätherbstes, wenn es halt auch nach der Zeitumstellung morgens immer noch dunkel ist und ich am liebsten auf dem Absatz kehrt machen würde und wieder reingehen. Und ja, ich trage viel zu oft Chucks anstelle von Winterschuhen und meine Fresse wird der Jeansstoff kalt, wenn’s mal nur paar Grad über oder unter Null hat. Aber das werden auch noch andere kennen, denk ich. Es ist halt einfach dezent zu kalt! Wie kalt ist es? SO kalt!
    Leider kann ich nicht wie Elsa sagen: „The cold never bothered me anyway.”


    @Cassandra: Wow, das war richtig schön! Weiß gar nicht, ob mir dazu viel einfällt. Ich fand die Beschreibungen einfach absolut passend, dazu noch dieses herrliche Bild, das du gezeichnet hast. Den Wechsel von Sommer zu Herbst mit dem Atem zu vergleichen hat mir sehr gefallen. Denn da Bild passt ja doch, der Herbst ist fast so ein letztes Mal einatmen, bevor schließlich der Winter kommt. Sehr, sehr schön. Mehr Worte möchte ich an der Stelle auch gar nicht verlieren. (:


    @Silence: Das ist so schön! Oh du meine Güte, da hab ich ja das Gefühl, dass jedes Wort was ich dazu schreibe die ganze Sache nur zerstört. Herrliche, kleine Szene an der Stelle, so wundervoll warm und kindlich, mit einem bittersüßen Ende. Amazing!


    @Kyurama:

    Zitat

    Himmelhoch am Firmament gehalten, einstig von einer Schnur vor der Unvernunft bewahrt.

    Ich glaube du meintest einzig. ^^
    Eine schöne Ode an die Freiheit möchte ich fast sagen. Hatte fast das Gefühl selbst mitzufliegen, als du hier beschrieben hast, wie sehr der Ich-Erzähler sich das wünscht. Sehr schöne Beschreibung und gerade die Sehnsucht der Freiheit kam deutlich heraus. (:
    Besonders gut hat mir die Mischung aus „viel Neues” und dem Willen sich durchzukämpfen gefallen. Ich denke, dass ist was die Freiheit ausmacht. Man ist umgeben von Neuem und muss sich immer beweisen. Fand ich sehr interessant zu lesen, das bringt mich auf eine Menge Gedanken.


    @Feliciá: Und schon wieder so eine herrliche Szene! Meine Güte, da wird’s schwer noch etwas sinnvolles dazu zu sagen. Deine Szene hat mir sehr gut gefallen, ich mochte die interessante Mischung aus Kälte und Wärme, die du hier geschaffen hast. Gegensätze waren allgemein hier viel vertreten und das brachte so eine schöne, träumerische Stimmung zustande. Wunderschön geworden. (:


    @Cassandra: Das macht ja richtig gute Laune! Irgendwie lustig jemanden dabei zu beobachten, wie er im Regen so richtig viel Spaß hat. Ist ja doch ein Unterschied dazu, wie die meisten anderen den Regen sehen, aber das hier hat mich richtig glücklich gemacht. (:
    Fand ich schön von dir beschrieben und mit einer Prise kindlicher Freude dargestellt. Das Ende der Szene ist so eine kurze Pause, so ein kurzes Verweilen, das mir ausgesprochen gut gefallen hat. Praktisch wie eine intensive Wahrnehmung der Szene. Hat mir sehr gefallen.


    @Silence:

    Zitat

    Bein für Bein, Arm für Arm, bis meine Welt zerlegt in ihre Einzelteile vor auf dem Tisch liegt.

    Entweder vor mir oder das vor weg. ^^
    Du hast echt das Talent so kleine Szenen zu schaffen, die ich so herrlich finde, dass mir die Worte fehlen. Das ist echt wieder so schön! Ich mag die Kombination aus kindlicher Fantasie und der erwachsenen Rationalität. Harter Bruch an der Stelle, aber gerade das macht den Realismus wohl aus. Hat mir wirklich sehr gefallen, wow. (:


    @Foxhound`71: Das war mal eine andere Darstellung von Halloween. Fängt zwar erstmal sehr typisch an, aber das Ende war doch sehr überraschend. (: Hat mir sehr gefallen, wie du zuerst die Nacht beschrieben hast und schließlich die ganzen verkleideten Kinder mit ihren Kostümen verschmolzen sind. Zuerst dachte ich schon, wir tauchen jetzt richtig in die Welt der Schreckgespenster ein, aber dann am Ende kam die ultimative Rettung: Süßigkeiten! Damit hatte ich nicht gerechnet, fand ich aber sehr gelungen.


    @Naoko: Sehr schöne Beschreibung eines Blättertanzes! Gerade, dass du die Ruhe zuvor beschrieben hast, hat mir sehr gefallen, weil dadurch der Tanz noch deutlicher wurde und der Augenblick vergänglicher. Ich konnte die tanzenden Blätter direkt vor mir sehen. Allgemein find ich das Schauspiel von Blättern, die durch einen Windstoß herumgewirbelt werden oder von den Bäumen geweht werden immer schön anzusehen. Sehr toll war die Personifikation der Bäume am Ende, die nur darauf warteten wieder durch einen Windstoß rauschen zu dürfen. So was mag ich immer sehr. Dadurch werden die Bäume auch zu den Bewohnern des Waldes, obwohl sie ihn ja selbst bilden. Das ist interessant! Eine sehr schöne Szene. (:


    @Foxhound`71:

    Zitat

    Blatt für Blatt geben sie her, klammern sich bis zum Schluss an ihnen.

    Entweder klammern sie sich an sie oder sie klammern sich an ihnen fest. Ich glaub, die Kombi "klammern ... ihnen" gibt's nicht. ^^"
    Eine schöne Darstellung der Veränderung, die der Herbst mit sich bringt. Ich fand deine Aufzählung am Anfang so schön passend, weil das Aneinanderreihen der verschiedenen - ja, irgendwie Fakten die Sache eindringlicher gemacht haben. Es wurde mir jedenfalls mehr bewusst. Du zeigst praktisch das große Ganze, gehst dann aber noch mal ins Detail und machst auf die Blätter der Bäume aufmerksam. Wie sie Blatt für Blatt hergeben -- das klang irgendwie fast freiwillig -- sich aber doch an diesen fest und wollen sie eigentlich nicht verlieren. Weil am Ende sind sie ja ganz kahl. Aber du gibst noch einen Vorausblick auf den Frühling, was wieder so einen schönen Hoffnungsschimmer gibt. Hat mir gefallen! ^^


    @Akatsuki: Die Gedanken aus deinem Drabble kann ich sehr gut nachvollziehen, mir geht es beim Anblick der Bäume ähnlich. Es ist schon schade, dass sie alle ihre Blätter im Herbst verlieren, obwohl sie sich so schön färben. Deine ganze Beschreibung am Anfang vermittelt diese Kälte, die im Herbst oft vorhanden ist. Gerade durch die kahlen Bäume wird das hier deutlich und obwohl die spielenden Kinder sicherlich "warm" lachen, so ist es eben doch nicht tröstlich für den Ich-Erzähler. Aber das Apfelkompott der Mutter, das ist warm und führt dazu, dass sich die Stimmung hebt. Fand ich sehr schön erzählt. (:


    @Shiralya: Was für einen herrlichen Abschluss dein Drabble bildet! Ich finde, so sollte man den Herbst wirklich sehen, nicht als graue Jahreszeit vor dem Winter, sondern als bunte Jahreszeit. Wie der kleine Bruder des Frühlings, der ja ebenfalls Veränderung mit sich bringt. Sehr schöne und gelungen Aufzählung an der Stelle, ach, da kann ich gar nicht mehr viel dazu sagen. Die Bilder die du hier gezeichnet hast, sind einfach ausdrucksstark und sehr präsent, wenn ich so an den Oktober denke und auch an den November. Vielleicht spielt das Wetter ja weiterhin mit, dass wir den Herbst genießen können, selbst bei Nebel, Regen und dunklen Tagen. Ist schön geworden. (:



    Wow, da ging gestern ja doch noch eine Menge ab, wie ich sehe. Hammer! Vielleicht hätte ich doch gestern abend noch weiter an diesem Feedback tippen sollen, dann hätte ich jetzt nicht so viel noch hinzufügen müssen. Aber egal.
    Sou, dat war’s. Isch habe fertig! :D
    Noch mal ein letztes Danke schön an alle und ich freu mich darauf, so was wieder zu sehen.
    In diesem Sinne: Happy Writing!


    — Cynda

  • Ich selbst habe zwar nicht aktiv mitgemacht, aber passiv habe ich einige tolle Drabbles gelesen. Ich hätte durchaus gerne mitgemacht, aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen. Möchte mich jedenfalls beim Komitee für diese Aktion bedanken, sowas dürft ihr gerne öfter machen.. und beim nächsten Mal poste ich dann auch ein Drabble, versprochen. :blush: Hoffe dieser Post geht in Ordnung, auch wenn ich zu keinem Drabble etwas schreibe. ._.
    Ach ja: Apfelkuchen > Apfelkompott

  • Wirklich großartige Aktion, die hier auf die Beine gestellt wurde. Es hat echt viel Spaß gemacht, alle Drabbles zu lesen. Bei sehr vielen hatte ich nach dem Lesen einfach ein Lächeln im Gesicht, weil es so ein schöner Text war, andere wiederum haben mich nachdenklich gestimmt oder sogar ein klein wenig traurig. Hätte nicht erwartet, dass man aus Hundert Wörtern so viel herausholen kann und habe Drabbles zuvor (fälschlicherweise) immer für realtiv anspruchslos gehalten. Deswegen auch nochmal ein Danke an alle Autoren und Organisatoren, ihr habt mir so manche Bahnfahrt auf dem Weg zur Arbeit, bzw. nach Hause versüßt und den Herbst etwas sympathischer gemacht (mag den eigentlich nicht so ^^).


    Gerne hätte ich selbst mehr als das eine Werk verfasst, nur ist das auf dem Handy mit dem Wörter zählen immer so umständlich.


    Also: Wäre super, in nicht allzu ferner Zukunft erneut an solch eine Drabblekette teilnehmen zu dürfen, denke die rege Teilnahme spricht da Bände. :)


    P.S.: @Danae : Dein Kleinerals-Zeichen zeigt in die falsche Richtung ;D

  • Ich möchte mich ebenfalls für die rege Beteiligung an dieser Pilotaktion bei den Autoren und Lesern bedanken, welche mir insbesondere als Fan von Drabble schon als Idee sehr gefallen hat, und bei Rusalka, der es geschafft hat, einen Startpost zu führen, bei dem ich mir zu keiner Zeit Sorgen machen musste, dass jener mal inaktuell sein könnte! Da bereits fast alle Werke hier von Cyndaquil ein Feedback erhalten haben, möchte ich mich in dem Beitrag den unkommentierten Werken, denn jene sollen auch nicht zu kurz kommen, widmen, nämlich deinen eigenen, @Cyndaquil ^^'


    Sturmböe
    Bei den Drabble, welche ich aus den Wettbewerben kenne, ist selten ein solcher dabei, der es schafft, einen Dialog so passend einzubauen, ohne dass der gesamte Text daraus besteht. Hierbei gefallen mir vor allem deine auf mich realistisch wirkenden Formulierungen in dem Gespräch: die einfache gehaltene Kindersprache gegenüber der ruhigen Worte der Mutter. Ich bin mir nicht sicher, ob es von dir beabsichtigt gewesen ist, aber den Titel würde ich nicht nur auf den Herbst und den Wind bei deinem Drabble übertragen, sondern auch auf das Kind, welches wie ein kleiner Wirbelwind so ungeduldig, erwartungsvoll und neugierig quengelt, von diesem Spaß gepackt, der mit dem Drachensteigen für es einhergeht. Man könnte vor allem in die letzte, warnende Nachricht der Mutter auch irgendwie eine Lehre für einen wilden Charakter ziehen, dass man nämlich bei all der Freude nicht zu risikoreich wird, wenn Gefahr im Spiel ist. Ich lese aber wahrscheinlich wieder mehr aus dem Text heraus, wie du erwartest. Mir gefällt dieser Drabble, da er so einfach und verspielt erscheint.


    Farbenmeer
    Ich mag generell Geschichten, deren Idee auf einer ungewohnten Perspektive basiert, und in dem Fall ist die Sicht des Raben eine besonders interessante, da das Tier im Kontrast zum Titel steht, wenn man sein schwarzes Gefieder einbezieht. Ich finde es dahingehend schade, dass du diesen Kontrast nicht gezogen hast und dich noch mehr dem Ich-Erzähler gewidmet hast, denn meiner Meinung nach wirken die Beschreibungen der Farben zwar interessant, jedoch am Anfang etwas in die Länge gezogen und aufgrund der Satzlänge leicht monoton. Das Durchdringen der Sonne hat für mich dann im wahrsten Sinne des Wortes wieder einen Drang zum Weiterlesen gebildet, da dieser Satz etwas aus der Reihe springt. Nur ist mir dort aufgefallen, dass genau in dem Satz ein Komma zwischen den beiden Verben fehlt. Auch wenn mich dieser Drabble nicht so überzeugt wie dein erster, finde ich die Umsetzung des Titels nichtsdestotrotz spannend und könnte mir da mehr vorstellen.


    Novemberkälte
    Ich muss sagen, dass ich den Titel schwierig finde, da man zwar die Kälte sehr weit auslegen kann, aber der November als Monat schwer einzubringen ist, da man dort schon in seine tiefe Bedeutung hineinschauen musste, um mit ihm zu arbeiten. Die Grundidee, diese uneinschätzbare Kälte des Winters zu thematisieren, gefällt mir allerdings, da nicht nur du, sondern manch ein Leser dies sicher sehr gut nachvollziehen kann. Die Sätze wirken im Gegensatz zu den Anfängen im oberen Drabble abwechslungsreich und obwohl du häufig die Kälte ansprichst, wiederholt sich dabei inhaltlich nichts und durch die kleine Passage an innerem Monolog, wird das gefördert, was ich zuvor bereits erwähnte: man kann sich in die Person hineinversetzen und stellt sich eventuell die Frage selbst, wenn man am nächsten Morgen ähnlich gekleidet das Haus verlässt. Dieses "dezent kalt" im Gespräch mit sich selbst zu verwenden, finde ich fast schon ironisch und daher unterhaltsam; das rundet somit den Drabble charmant ab und macht die Protagonistin sympathisch. Ich würde dir nur noch empfehlen, auf die Kommata zu achten, da zum einen vor "sondern" bzw. hinter "Chucks" eines, zum anderen hinter der Zeit keines gehört. Wenn ich mich nicht täusche, müsste es direkt dahinter auch "waren" statt "war" lauten, da es sich neben der Nase auch auf die Beine und somit auf einen Plural bezieht und ich generell bei der Konstruktion "nicht nur ..., sondern auch" ein Verb erwarten würde, dass auf den Plural hinweist.


    Ich hoffe, dass du aus dem Feedback etwas mitnehmen kannst, so wie die anderen Autoren dieser Aktion sicherlich auch aus deinen Kommentaren etwas mitnehmen können.