Das Corona-Virus

Die Kronen-Schneelande erwartet euch!


Alle Informationen zum zweiten Teil des Erweiterungspasses "Die Schneelande der Krone" findet ihr bei uns auf Bisafans:

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  • Meine Prognose ist, dass es erst im März wieder besser wird, weil es dann wieder länger hell und auch die Sonneneinstrahlung steigt.

    Was hat die Sonneneinstrahlung damit zu tun?

    Im Frühling/Sommer halten sich die Menschen durch die angenehmeren bzw. wärmeren Temperaturen mehr wieder an der frischen Luft auf statt in Räumen. Ich schätze mal, dass das damit zusammenhängt.

  • Auch wenn Homeschooling nicht ideal ist, so ist es besser als kein Unterricht. Die Schüler für 4 Monate nach Hause zu schicken, ohne etwas zu tun und dann für Monate konstant Schule haben ist weder für Schüler, noch für Lehrer eine gute Möglichkeit, um den Stoff "nachzuholen"

    Man müsste nur Homeschooling anbieten, leider gibt es da immer noch viele Lücken und Onlineunterricht wird nicht immer angeboten. Da wird maximal ne PDF mit Aufgaben hochgeladen und das wars dann. Und das obwohl Schüler vielfach weit im Unterricht zurückliegen.


    Bei den "Online"-Unterrichtsmethoden die an Schulen teilweise vorherrschen komme ich mir selbst als Student verarscht vor. Meine Uni bietet teilweise wirklich gute digitale Kurse an, während viele Lehrer immer noch gerade so einen Overhead-Projektor bedienen können.

    "Was denkt ihr, wann stirbt ein Mensch? Wenn er von einer Kugel getroffen wird? Nein. Wenn er am Herzen leidet? Oder eine andere schlimme Krankheit hat? Nein. Wenn er eine Suppe isst, die aus einem giftigen Pilz gekocht wurde? Nein. Man stirbt, wenn man vergessen wird!" ~ Doc Bader

  • Auch wenn Homeschooling nicht ideal ist, so ist es besser als kein Unterricht.

    Vergisst aber auch eine grundlegende Sache: Homeschooling ist nur für die privilegierteren Kinder möglich. Wer sich sein Zimmer mit Geschwistern teilen muss, kleine Kinder in einem zu kleinen Haus hat, wodurch es keinen ruhigen Lernraum geben kann oder auch einfach in einer Familie lebt, die sich ein oder zwei Computer für die gesamte Familie teilen (müssen), sind beim Homeschooling extrem benachteiligt. Alles auf Homeschooling umzukrempeln schadet denjenigen, die eigentlich am ehesten Hilfe benötigen und fördert nur diejenigen, die eine Förderung in der Regel am wenigsten nötig haben.
    Dazu kommt, dass Homeschooling in höheren Klassen zwar möglich ist, in niedrigeren Klassenstufen aber nicht. Ein 12-Jähriger wird kaum die Möglichkeit haben, sich mehrere Stunden am Tag auf den Unterrichtsstoff zu konzentrieren, wenn es digital unterrichtet wird1 und unter einem gewissen Alter ist es auch kaum möglich, ein Kind alleine zuhause zu lassen. Das würde für Eltern auch dazu führen, dass sie zu Home Office zurückgreifen müssen, was aber auch bei einigen Berufen nicht möglich ist. Auch wenn es möglich ist, ist es eine enorme Herausforderung für Eltern, sich gleichzeitig auf Home Office und die Kinder konzentrieren zu müssen.
    Hinzu kommt auch, dass Schule nicht nur die Aufgabe hat, zu bilden, Schule hat auch die Aufgabe, soziale Kontakte zu stärken und das ist digital kaum möglich. Kinder müssen sich untereinander sehen, miteinander interagieren und so weiter, das ist essenziell für die Persönlichkeitsentwicklung und je jünger die Kinder sind, desto wichtiger ist die Persönlichkeitsentwicklung durch die Institution Schule und der kann eben nur bei Präsenzveranstaltungen nachgegangen werden, nicht aber online vorm Computer.


    Sprich: Homeschooling ist nicht nur nicht ideal, es ist in all seinen Form katastrophal und wir würden eine ganze Generation an Kindern haben, die durch dieses Homeschooling geschädigt werden.


    Ansonsten: Ja, Schuljahr wiederholen. Das ist keine Schande, weil man sowieso früher sehr darum bemüht war, die Kinder immer früher ins Berufsleben zu entlassen und immer mehr Stoff in immer weniger Unterrichtszeit komprimiert haben. Das muss man dann im Zweifel eben wieder weiter entzerren, denn die Persönlichkeitsentwicklung und auch die soziale Gerechtigkeit sollten mehr wiegen als die Zielsetzung, Kinder immer schneller ins Berufsleben zu führen. Die Nachteile an G8 und anderen Formen sind inzwischen sowieso nachgewiesen und ein Umstieg auf das alte Schulsystem, wo Kindern mehr Zeit gegeben wird, ist dringend erforderlich. Die Corona-Pandemie kann man dann als Gelegenheit nutzen, die Schüler*innen wieder zu entlassen.



    1 Ich merke das selber aktuell beim Online-Studium. Bei mir ist soweit alles digital, selbst die Klausuren werden digital geschrieben und obwohl ich immer ein Mensch war, der gut und diszipliniert alleine lernen kann und auch alle Privilegien habe, die einem beim Online-Unterricht zu Gute kommen (einen ruhigen Ort zum Lernen, einen eigenen Schreibtisch, einen eigenen Computer + eigenes Tablet, etc.), merke ich, wie viel eher ich das Gefühl hatte, den Stoff zu verstehen, als es Präsenzveranstaltungen gab. Auch für die Professor*innen (und somit auch Lehrer*innen) war / ist es einfacher, zu merken, ob die Studierenden den Stoff verstehen oder ob sie noch einmal etwas wiederholen müssen, wenn es in Präsenz stattfindet. Das geht natürlich aus gutem Grund aktuell nicht, aber die Konsequenz daraus werden einige aufs Berufs- und Unileben schlechter vorbereitete Schüler*innen sein und zugleich wird es sehr wahrscheinlich mehr Studienabbrecher*innen oder zumindest Wiederholer*innen durch den Mangel an Präsenz geben. Das kann man am besten durch eine Wiederholung des verlorengegangenen Schuljahrs auffangen.

  • Zitat von Arrior

    Auch wenn Homeschooling nicht ideal ist, so ist es besser als kein Unterricht. Die Schüler für 4 Monate nach Hause zu schicken, ohne etwas zu tun und dann für Monate konstant Schule haben ist weder für Schüler, noch für Lehrer eine gute Möglichkeit, um den Stoff "nachzuholen"

    Das wird nicht klappen. Da sind wir nicht so weit. Schüler, die gut in der Schule sind könnten wir nach Hause schicken, aber die Schüler, die Hilfe brauchen sollten trotzdem zur Schule gehen und mit Lehrern unterrichtet werden.


    Zitat von Arrior

    Das von dir zitierte konnte ich in dem Artikel nicht finden.


    Habe mal einen Screenshot davon gemacht. Der Artikel wurde anscheinend überarbeitet.


    Achja, es gibt eine weitere gute Nachricht:


    https://www.google.com/amp/s/w…660-ac8f-aacebd4315f6-amp


    Ein neuer Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 94,5%. Es sieht echt schlecht aus für Corona. :)

  • 94,5%

    Hui, das ist ja nochmal ein ganzes Stück besser als zuletzt vermutet. Das klingt extrem vielversprechend.

    Die Nachteile an G8 und anderen Formen sind inzwischen sowieso nachgewiesen

    Ich hab G8 in Sachsen gehabt und habe ehrlich gesagt auch keine Probleme damit gesehen. Gut, Sachsen hatte schon immer G8, vielleicht liegt es daran, dass es in anderen Bundesländern teilweise überhastet und schlecht eingeführt wurde. Ich erlebe diese Aufregung über G8 als fast rein "westdeutsche" Diskussion.

    "Was denkt ihr, wann stirbt ein Mensch? Wenn er von einer Kugel getroffen wird? Nein. Wenn er am Herzen leidet? Oder eine andere schlimme Krankheit hat? Nein. Wenn er eine Suppe isst, die aus einem giftigen Pilz gekocht wurde? Nein. Man stirbt, wenn man vergessen wird!" ~ Doc Bader

  • Ich hab G8 in Sachsen gehabt und habe ehrlich gesagt auch keine Probleme damit gesehen. Gut, Sachsen hatte schon immer G8, vielleicht liegt es daran, dass es in anderen Bundesländern teilweise überhastet und schlecht eingeführt wurde. Ich erlebe diese Aufregung über G8 als fast rein "westdeutsche" Diskussion.

    G8-Schüler bleiben öfter sitzen, die Schüler*innen haben weniger Zeit für freizeitliche Aktivitäten, G9-Schüler*innen haben weniger Beschwerden bzgl. ihres körperlichen Wohlbefindens als G8-Schüler*innen, G8-Schüler*innen sind schlechter auf die Universität vorbereitet und benötigen dort mehr Betreuung, Schüler*innen wünschen sich zur überwiegenden Mehrheit G9 anstatt G8 (72% G9, 18% G8, 10% keine Präferenz), 45% tun dies aufgrund des Wunsches nach mehr Freizeit, 60% erwarten sich von G9 stressfreieres Lernen und Abiturient*innen gehen häufiger ins Ausland oder machen einen Freiwilligendienst, weil sie das Bedürfnis zu mehr Persönlichkeitsentwicklung haben.

    Das ist keine "westdeutsche" Diskussion, das ist eine Diskussion, in der es darum geht, was einem wichtiger ist: Das Wohl der Schüler*innen oder das Wohl der Wirtschaft, die sich davon ein Jahr mehr im Berufsleben erhofft (was übrigens auch nicht der Fall ist, im Schnitt treten Schüler*innen nur 10 Monate früher ins Berufsleben ein anstatt ein ganzes Jahr).

  • Auch wenn Homeschooling nicht ideal ist, so ist es besser als kein Unterricht.

    Vergisst aber auch eine grundlegende Sache: Homeschooling ist nur für die privilegierteren Kinder möglich. Wer sich sein Zimmer mit Geschwistern teilen muss, kleine Kinder in einem zu kleinen Haus hat, wodurch es keinen ruhigen Lernraum geben kann oder auch einfach in einer Familie lebt, die sich ein oder zwei Computer für die gesamte Familie teilen (müssen), sind beim Homeschooling extrem benachteiligt. Alles auf Homeschooling umzukrempeln schadet denjenigen, die eigentlich am ehesten Hilfe benötigen und fördert nur diejenigen, die eine Förderung in der Regel am wenigsten nötig haben.

    Eben das. Wie antifandre bereits sagt, ist Homeschooling nur für bereits priviligierte Kinder von Vorteil und sorgt dafür, dass sie ihre Vorsprünge anderen gegenüber bloß weiter ausbauen.


    Und von den technischen Faktoren abgesehen, ist Homeschooling extrem unpersönlich und es tun sich schon Student*innen schwer damit mitzukommen, wenn sie nicht persönlich anwesend sind und mithören/schreiben und den Prof wirklich persönlich sehen. Dann erst Schüler*innen. Da ist zwar in der Regel der Stoff leichter, aber gerade Kinder und Teenager in der Mittelschulstufe brauchen einfach auch mehr persönliche Ansprache.


    Ich frage mich gerade, WIESO Homeschooling besser sein soll als gar kein Unterricht?

    Ich glaube, viele besitzen diese Einstellung bloß, weil uns bereits von klein auf eingetrichtert wurde, dass Leistung und Bildung über alles geht, sogar über das persönliche Glück und deine Gesundheit.

    Wenn ich sehe, wie mitten in einer schweren Pandemiephase nun bis zuletzt versucht wurde den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, dann ist dies das gelebte Resultat aus unserer scheiß Leistungsgesellschaft.

    Da muss ich an eine Werbung im Fernsehen und eine Initiative der österreichischen Regierung denken: Fit To Work. Psychische Probleme rasch angehen, bevor es zu Arbeitsausfällen kommt, damit man weiterhin Leistung erbringen kann.


    Natürlich sollten die Kids btw nicht vollkommen aus dem Lernen rauskommen und auch mit ihren Klassenkolleg*innen Kontakt halten, aber da reicht es auch aus mit ihnen den bereits gelernten Stoff zu wiederholen und Fragen zu beantworten. Ich wette da sind bereits eine Menge Schüler*innen in der ersten Pandemiewelle noch mehr abgehängt worden, als sie es sonst gewesen wären.

    Die Kids haben auch ohne Schule mitten in einer Pandemie jede Mengen psychischen Stress und da muss man nicht den Stoff durchprügeln.

  • Ansonsten: Ja, Schuljahr wiederholen. Das ist keine Schande, weil man sowieso früher sehr darum bemüht war, die Kinder immer früher ins Berufsleben zu entlassen und immer mehr Stoff in immer weniger Unterrichtszeit komprimiert haben. Das muss man dann im Zweifel eben wieder weiter entzerren, denn die Persönlichkeitsentwicklung und auch die soziale Gerechtigkeit sollten mehr wiegen als die Zielsetzung, Kinder immer schneller ins Berufsleben zu führen. Die Nachteile an G8 und anderen Formen sind inzwischen sowieso nachgewiesen und ein Umstieg auf das alte Schulsystem, wo Kindern mehr Zeit gegeben wird, ist dringend erforderlich. Die Corona-Pandemie kann man dann als Gelegenheit nutzen, die Schüler*innen wieder zu entlassen.

    Dazu muss man dann aber eben auch sagen, dass die Entwicklung der Persönlichkeit und bestimmter Schlüsselkompetenzen je nach Alter auch aufgrund eines wiederholten Schuljahrs leiden kann. Von den zusätzlichen Kosten für Familien und den Auswirkungen auf die Schulen durch den so entstehenden Doppeljahrgang einmal ganz abgesehen. Und wenn man sich ansieht, wie das Schulsystem bisher mit Corona umgegangen ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass diese Probleme in irgendeiner Form kompensiert werden würden (bzw. wenn, dann nur als halbherziges Lippenbekenntnis).


    Ideal ist bei diesem Thema gerade eigentlich keine Option:

    1. Homeschooling und so viele Leute wie möglich durchprügeln ist für den Infektionsschutz die beste Option und belastet das System als solches nicht ganz so stark, würde aber in manchen Stufen definitiv zu Entwicklungsstörungen führen und sozial schwache Kinder benachteiligen. Das Niveau der fachlichen Kompetenzen wäre im Vergleich zu den Alternativen sehr schlecht.
    2. Homeschooling + Schuljahr wiederholen ist für den Infektionsschutz gut, sorgt aber dennoch für Entwicklungsstörungen sowie der Benachteiligung sozial schwacher Familien (wenn auch nicht ganz so stark wie bei 1) und belastet das System stärker. Fachliche Kompetenzen könnten auf einem ähnlichen Niveau bleiben, sofern das wiederholte Schuljahr dann in Präsenz stattfindet.
    3. Präsenz + Schuljahr wiederholen ist was den Infektionsschutz angeht die schlechteste Wahl und belastet das System in etwa so stark wie 2. Sozial Schwache wären weniger betroffen, auch würden weniger Entwicklungsprobleme aufreten. Das fachliche Niveau wäre wohl in etwa wie vor Corona (Wenn man mal davon absieht, das die "Hygienekonzepte" der Schulen auch das Lernen behindern können).
    4. (aktuell) Präsenz und das Schuljahr nicht wiederholen ist für den Infektionsschutz ähnlich schlecht wie 3, sorgt aber im Vergleich zu Homeschooling für weniger Entwicklungsprobleme sowie einer besseren Einbindung sozial schwacher Kinder (wenn auch nicht so gut wie bei 3) und belastet das System dafür kaum stärker. Das fachliche Niveau an dieser Stelle ist primär durch die Unterrichtsausfälle im letzten Jahr gefährdet und eher schlecht, aber womöglich kompensierbar.

    An der Stelle will ich natürlich nicht unterschlagen, dass es hier a) noch Mischformen geben kann (z.B. Wiederholung nur für bestimmte Jahrgänge, Wechselmodelle, ...) und b) die aufgelisteten Einzelaspekte in Wechselwirkung zueinander stehen. So kann sich ein mieser Infektionsschutz durchaus auch negativ auf die finanzielle Situation der Familien auswirken, beispielsweise durch eine Erkrankung der Eltern oder negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Long story short: Dieses Thema ist zu kompliziert für einen einzelnen Forenbeitrag und wird aktuell nicht ohne Grund so kontrovers diskutiert.


    Ich persönlich glaube (bzw. befürchte) mittlerweile, dass Schulen über kurz oder lang zumindest teilweise wieder auf Homeschooling wechseln werden, aber die deswegen notwendig werdenden Maßnahmen (Ausbau der digitalen Infrastruktur an Schulen, Förderung sozial benachteiligter Kinder etc.) unter den Teppich gekehrt werden. Viele Schulen sind bereits Infektionsherde, machen aber einfach so weiter wie bisher. Das geht stellenweise schon so weit, dass Corona-Symptome konsequent ignoriert werden, ja nicht mal mehr eine freiwillige Quarantäne erlaubt ist. Diese ganze Institution entwickelt sich gerade zu einem akuten Gesundheitsrisiko, insbesondere für Lehrkräfte, Eltern und Großeltern. Wie lange das noch so fortgesetzt werden kann ist fraglich und am Ende ist wäre es unter diesen Gesichtspunkten wohl tatsächlich am besten, dem einen Riegel vorzuschieben. Die persönliche Entwicklung eines Kindes leidet schließlich auch darunter, an der Erkrankung (oder im schlimmsten Fall und bei Einsatz von Triage leider nicht so unwahrscheinlich: dem Tod) einer nahestenden Person beteiligt zu sein. Ideal wäre diese Option aber selbstredend nicht und müsste (mal wieder) als politische Verfehlung bezeichnet werden.


    Ich merke das selber aktuell beim Online-Studium. Bei mir ist soweit alles digital, selbst die Klausuren werden digital geschrieben und obwohl ich immer ein Mensch war, der gut und diszipliniert alleine lernen kann und auch alle Privilegien habe, die einem beim Online-Unterricht zu Gute kommen (einen ruhigen Ort zum Lernen, einen eigenen Schreibtisch, einen eigenen Computer + eigenes Tablet, etc.), merke ich, wie viel eher ich das Gefühl hatte, den Stoff zu verstehen, als es Präsenzveranstaltungen gab.

    [...]

    wird es sehr wahrscheinlich mehr Studienabbrecher*innen oder zumindest Wiederholer*innen durch den Mangel an Präsenz geben.

    Interessant, das entspricht nicht meiner persönlichen Erfahrung. Tatsächlich sind zumindest in meinem Fachbereich die Klausurergebnisse im letzten Semester ziemlich zufriedenstellend gewesen (das heißt: nicht viel anders als sonst) und waren in den Modulen, die zuvor nur in Präsenz angeboten wurden (also auch ohne Aufzeichnung), oft sogar besser als zuvor. Könnte man jetzt natürlich auf einfachere Klausuren schieben, da zuvor allerdings explizit die Anweisung kam, das Niveau dieser nicht abzusenken, würde ich das bezweifeln. Auch wurden die Vorlesungen insgesamt interaktiver als vorher gestaltet, was zumindest bei mir zum Verständnis beigetragen hat. Ohne selbst nachgesehen zu haben: Gibt es denn hierzu bereits erste Berichte und Studien, die etwas repräsentativer sind?


    Ich frage mich gerade, WIESO Homeschooling besser sein soll als gar kein Unterricht?

    Du hast dir diese Frage doch im Prinzip schon im Absatz danach beantwortet: Um weiter Lernimpulse zu setzen und wenigstens eine gewisse Form von Routine zu etablieren. Nicht ohne Grund haben viele Kinder nach den Sommerferien erstmal Probleme damit, wieder zu schreiben. Und auch, wenn wirtschaftliche Gründe für dich kein Argument zu sein scheinen: Doch, auch deswegen. Ich argumentiere nicht, dass man die Leute unbedingt durch G8 prügeln muss, im Gegenteil fände ich sogar, dass man sich eine Schulzeit über G9 hinaus mal ansehen könnte. Wenn man sich aber die aktuelle wirtschaftliche Situation und insbesondere die wachsende Konkurrenz ansieht kann man schon erahnen, was für Herausforderungen da auf Europa zukommen werden und wir Gefahr laufen, technologisch abgehängt zu werden (wenn nicht bereits geschehen). Wenn man in diesem Kontext fordert, dass auch ein Schuljahr zu Zeiten von Corona nicht ungenutzt bleiben sollte (wir reden hier ja nicht von Einzelpersonen, sondern einer ganzen Generation), dann ist das kein Symptom der verschrienen Leistungsgesellschaft (zumindest nicht nur), sondern eben auch der Wunsch danach, uns und unseren Kindern einen gewissen Lebensstandard erhalten zu können.


    Man müsste nur Homeschooling anbieten, leider gibt es da immer noch viele Lücken und Onlineunterricht wird nicht immer angeboten. Da wird maximal ne PDF mit Aufgaben hochgeladen und das wars dann. Und das obwohl Schüler vielfach weit im Unterricht zurückliegen.


    Bei den "Online"-Unterrichtsmethoden die an Schulen teilweise vorherrschen komme ich mir selbst als Student verarscht vor. Meine Uni bietet teilweise wirklich gute digitale Kurse an, während viele Lehrer immer noch gerade so einen Overhead-Projektor bedienen können.

    Liegt vielleicht schon etwas zurück, ich wollte diese Aussage so aber trotzdem nicht im Raum stehen lassen, da sie ein Stück weit impliziert, dass die Lehrkräfte für diese Situation verantwortlich seien. Auf einige davon, gerade die wenig motivierten, mag das auch zum Teil zutreffen. Auf den Rest aber umso weniger: Die meisten mir bekannten Lehrkräfte haben sich sehr stark engagiert, um Homeschooling überhaupt zu ermöglichen, auch, wenn manche Versuche dann dennoch gescheitert sind. Da müssen Jahrzehnte des Mismanagements der Schulen und digitalen Infrastruktur genauso kompensiert werden wie die soziale Situation einzelner Schulkinder, die sich digitale Bildung bis heute nicht leisten können. Hinzu kommt, dass einige Bildungsministerien die Schulen noch immer vor irgendwelche bewusst konstruierten Hürden stellen, die die digitale Lehre erschweren oder direkt unmöglich machen. So ist die Beantragung von Fördergeldern beispielsweise ein bürokratischer Albtraum und stellt Anforderungen, die manche Schulen schlicht nicht leisten können. Wenn man dann noch bedenkt, dass viele Lehrende (besonders die guten) ohnehin schon komplett überarbeitet sind sollte man sich eher darüber wundern, dass der Umstieg mancherorts überhaupt funktioniert hat. Ich würde deshalb darum bitten, dass man die Probleme im Bezug auf Homeschooling als das benennt, was sie sind: Das Resultat vieler Fehlentscheidungen in der Bildungspolitik und nicht ursächlich in den Lehrkräften, die in diesem maroden System arbeiten müssen und oft mehr beitragen, als man von einem einzelnen Menschen eigentlich erwarten sollte.

  • Auch wenn Homeschooling nicht ideal ist, so ist es besser als kein Unterricht.

    Vergisst aber auch eine grundlegende Sache: Homeschooling ist nur für die privilegierteren Kinder möglich. Wer sich sein Zimmer mit Geschwistern teilen muss, kleine Kinder in einem zu kleinen Haus hat, wodurch es keinen ruhigen Lernraum geben kann oder auch einfach in einer Familie lebt, die sich ein oder zwei Computer für die gesamte Familie teilen (müssen), sind beim Homeschooling extrem benachteiligt. Alles auf Homeschooling umzukrempeln schadet denjenigen, die eigentlich am ehesten Hilfe benötigen und fördert nur diejenigen, die eine Förderung in der Regel am wenigsten nötig haben.

    Eben das. Wie antifandre bereits sagt, ist Homeschooling nur für bereits priviligierte Kinder von Vorteil und sorgt dafür, dass sie ihre Vorsprünge anderen gegenüber bloß weiter ausbauen.


    Und von den technischen Faktoren abgesehen, ist Homeschooling extrem unpersönlich und es tun sich schon Student*innen schwer damit mitzukommen, wenn sie nicht persönlich anwesend sind und mithören/schreiben und den Prof wirklich persönlich sehen. Dann erst Schüler*innen. Da ist zwar in der Regel der Stoff leichter, aber gerade Kinder und Teenager in der Mittelschulstufe brauchen einfach auch mehr persönliche Ansprache.

    So hallo erstmal...


    Oh Homeschooling während der Coronazeit – das ist mal ein Thema, das mich selbst total bewegt. Und zwar richtig.

    Mein Kind ist 13 Jahre alt und hat quasi das letzte Halbjahr des letzten Schuljahrs mit Homeschooling verbracht. „Damals“ war sie siebte Klasse (was bei uns die letzte Klasse in der Unterstufe ist) und jetzt ist sie nach der Coronaauszeit in der achten Klasse (erste Klasse Mittelstufe).

    Meiner Meinung nach hat sie regelmäßig und vollkommen ausreichend alle Aufgaben bearbeitet, die sie während dem lockdown per Home Schooling gestellt bekam. Sie hat ein eigenes Zimmer und einen Laptop + sind alle Programme vorhanden, welche die Schule empfohlen hat. (Das waren eine Menge und das war gar nicht so billig. Nur btw). Was ihr fehlt ist ein eigener Drucker.

    Über die Homeschooling-Zeit selbst möchte ich jetzt gar nicht reden. Es gab (wie ihre Englischlehrerin) Lehrer die sehr bemüht waren und regelmäßig Videokonferenzen einberiefen und andere (wie in etwa ihr Physiklehrer) der einfach in einer Mail irgendeinen Link schickte, mit dem man auf eine Seite kam, deren Inhalt ich selbst als Erwachsene nicht verstanden habe. Alles in Einem kann man sagen, dass uns das Homeschooling sehr viele Nerven kostete und ich ihr tatsächlich ein paar Referate geschrieben habe bzw Hausaufgaben gemacht habe, weil es teils zeitlich nicht anders zu stemmen war. (Mal gab es ein paar Tage nichts Neues, ein anderes Mal kamen fünf neue Aufgabe mit Abgabetermin „am besten sofort“)

    Ach und was vielleicht auch noch wichtig ist: Ich selbst habe Fachabitur – nur damit man sich die Gegebenheiten etwas besser vorstellen kann.


    Okay, im September ging bei uns das neue Schuljahr mit Präsenzunterricht los. In der Klasse meiner Tochter überlegt bereits jetzt 1/3 der Schüler das Gymnasium zum Halbjahreszeugnis im Februar zu verlassen, weil die Lücken, die durch das Homeschooling entstanden sind, kaum mehr zu schließen sind.

    Es hieß anfangs, es gibt eine Wiederholzeit, um verpassten Stoff aufzuarbeiten, doch von dem hat keiner der Schüler etwas mitbekommen.


    Wir fangen bei einer Sache an, die mich wirklich die Stirn runzeln lässt. Mein Kind hat Englisch, Latein und Französisch belegt. Englisch und Französisch liefen eigentlich immer einwandfrei, in Latein hatte sie ein Jahr einen groben Durchhänger, sich jetzt aber irgendwie gefangen. So, jetzt schreiben sie also eine Englischschulaufgabe und wenn ich etwas weiß ist, dass bei meiner Tochter Vokabeln bei egal welcher Sprache immer sitzen (und dass ich sie regelmäßig abfrage, so dass ich weiß, was sie kann xD).

    Was jetzt folgt ist kein Witz: Sie bekommen also ihre Englischschulaufgabe raus und meinem Kind fehlen zum ersten Mal seit ever Vokabeln. Erst dachte ich mir, sie hat schlampig gelernt, schau mir die Aufgaben an und stelle fest „Nein, diese Vokabeln stecken nicht in unserer Vokabellern-Datei. Das bedeutet, sie waren niemals Hausaufgabe, denn sonst hätten sie oder ich sie aufgeschrieben und in den Karteikasten gesteckt. Die Verwunderung war also groß (es ist wirklich kein Witz) und auf Nachfragen erfuhren wir Eltern, dass die Einheiten, bei denen die Vokabeln dabei gewesen wären, nicht in der Wiederholzeit durchgenommen wurden. Tja, das kann man nachlernen, denken sich jetzt sicher einige. Nein, das ist leider nicht möglich, denn die alten Bücher (die von letztem Jahr) sind ja jetzt in der neuen siebten Klasse in Gebrauch und nicht abkömmlich. Alle Kinder an der Schule sind bei einer App, in der man am Jahresanfang einen Code eingibt und dort alle Schulbücher für dieses Jahr abrufen kann. Für das letzte Schuljahr leider nicht.

    Lediglich ihr Lateinlehrer war fähig, die fehlenden Vokabeln aus dem alten Buch zu kopieren – für Französisch und Englisch musste ich letzten Endes die Schulbücher per Amazon nachkaufen, damit sie die Vokabeln aus den Units nachlernen kann, die jetzt vorausgesetzt werden, aber nie Thema waren.

    Hierzu noch einmal: Es wurde mehrmals ausdrücklich gesagt, es gibt eine Wiederholzeit, so dass den Kindern der Stoff nicht fehlt, der zu kurz kam.


    Das ist aber eher ein kleines Problem. Wie Geschichte – dort gab es letzte Woche eine Arbeit über Napoleon, ohne die Französische Revolution durchgenommen zu haben. Zum Glück bin ich relativ geschichtsinteressiert, so dass wir das schnell daheim abhandeln konnten. Aber ich sag mal so: Einen richtigen Sinn ergibt das ja nicht. X)


    Jetzt kommen wir aber zu anderen Dingen, wie Mathe und Physik. Und ich sage ganz ehrlich, Mathe seh ich an und weiß, dass ich das selbst irgendwann einmal gelernt habe, mehr aber auch nicht. Bei Physik muss ich mich selbst immer erst einlesen, damit die Erinnerungen wiederkommen.

    Ohne das TBK wäre mein Kind in diesen beiden Fächern wohl direkt durchgefallen. Da ich in Mathe und Physik nicht fit bin (und ihr Papa sich leider nicht so für den Unterrichtsstoff interessiert) hätte mein Kind keine Chance gehabt, dort auch nur eine annehmbare Leistung zu erbringen, hätte nicht jemand aus dem TBK seine letzten Wochenenden darin investiert mit meinem Kind den Stoff, den sie nie gehabt hat, zu wiederholen.


    Es ist wirklich als würde in jedem Fach (sogar in Musik!! Mein Kind nimmt Gitarrenstunden und die letzten beiden Doppelstunden sind für Musiktheorie der Schule draufgegagen) eine ganze Ecke fehlen. Und da ich die Hefteinträge und die Unterlagen meiner Tochter ehrlich kenne, weiß ich, dass es nicht „ihre Schuld“ ist, dass so viel fehlt. Es wurde einfach nicht einmal zum Lernen aufgegeben, so dass man sich keine Hilfe suchen kann, wenn man merkt, dass man daheim die Leistung nicht bringt, die nötig wäre.

    Die letzten Wochen waren teils richtiger Terror, in denen meine Tochter noch weit nach Schlafenszeit im Bett lag, um Stoff nachzuholen, um den wir uns die gesamten Sommerferien über hätten kümmern können, wenn man das rechtzeitig kommuniziert hätte.


    Dazu kommt, dass die Lehrer aktuell ungewöhnlich streng bewerten. Das ist mir schon in mehreren Exen und Schulaufgaben aufgefallen. In Fremdsprachen gelten plötzlich keine Vokabeln mit derselben Bedeutung mehr, wenn sie nicht direkt so in der Unit standen, es werden übertrieben viele Fangfragen gestellt und selbst auf zugegeben etwas schwammige Antworten, die vom Kern her richtig sind, geben automatisch null Punkte. Alle Lehrer beklagen sich, dass die Notenschnitte in diesem Halbjahr übertrieben schlecht sind, fast so als müssten sie beweisen, dass sie nicht durch Homeschooling ersetzt werden können. – Ganz ehrlich: Ich denke es ist jedem Schüler und jedem Elternteil nach dem Lock down klar, dass ein guter Lehrer unverzichtbar ist.

    Meine Tochter besucht ein recht angesehenes Gymnasium in unserer Umgebung und eigentlich stimme ich häufig mit der „Lehrerseite“ überein, selbst wenn mein Kind noch so viele Dinge unfair findet. Denn dass das Leben nicht fair ist, ist nunmal leider eine Tatsache. Was aber zZ läuft ist echt nicht tragbar.


    Wie gesagt ⅓ der Kinder aus der Klasse meiner Tochter überlegt ernsthaft das Gymnasium zu verlassen und obwohl meine sich im Vergleich gut schlägt, ist mir selbst auch schon der Gedanke gekommen, weil mittlerweile ein Lernpensum erreicht wurde, das Freizeit beinahe völlig ausschließt und ein Stresslevel auf die Kinder ausübt, das nicht mehr feierlich ist. Wenn ein Kind nachts im Bett noch bis 23 Uhr mit der aktuellen englischen Lektüre wachliegt, weil es bei größten Bemühungen nicht möglich war, das am Tag zu erledigen, da an dem Nachmittag ein Kieferorthopäden-Termin anstand, muss man sich leider überlegen, ob es das wert ist.


    Mir tun all die Kinder leid, bei denen kein TBK-Mitglied noch einmal Mathematik mit ihnen durchgeht und sich kein Gitarrenlehrer durch die Musiktheorie arbeitet. Ich bin tatsächlich der Meinung, dass ganz abgesehen davon, wie leistungsbereit ein Kind ist, alleine die Eltern – teils durch ihre Abreitszeiten, teils durch den eigenen Wissensstand – gar nicht fähig sind das Homeschooling, wie es in vielen Schulen während dem Lock Down praktiziert wurde, zu kompensieren. Ja, das waren jetzt meine fünf Cent dazu. Denn tatsächlich ist das Homeschooling etwas, das unseren Alltag in den Nachwehen extrem belastet.

  • Proto-Groudon


    https://www.spiegel.de/wirtsch…9b-48d1-bf35-269286bdfb7a


    Hier gibt es noch was Wissenwertes. Die ganze Corona Pandemie könnte auch eine Chance beziehungsweise ein Durchdruch sein für die Impfforschung. Zum Beispiel kann es mit mRNA Impfungen möglich sein Aids, andere Viren wie Grippeviren besser zu bekämpfen.


    https://www.spiegel.de/wissens…02-0001-0000-000174003083


    Oder ein Mittel gegen Krebs.


    Aufjedenfall sehr spannend was die Zukunft bringt.

  • Liegt vielleicht schon etwas zurück, ich wollte diese Aussage so aber trotzdem nicht im Raum stehen lassen, da sie ein Stück weit impliziert, dass die Lehrkräfte für diese Situation verantwortlich seien. Auf einige davon, gerade die wenig motivierten, mag das auch zum Teil zutreffen. Auf den Rest aber umso weniger: Die meisten mir bekannten Lehrkräfte haben sich sehr stark engagiert, um Homeschooling überhaupt zu ermöglichen, auch, wenn manche Versuche dann dennoch gescheitert sind. Da müssen Jahrzehnte des Mismanagements der Schulen und digitalen Infrastruktur genauso kompensiert werden wie die soziale Situation einzelner Schulkinder, die sich digitale Bildung bis heute nicht leisten können. Hinzu kommt, dass einige Bildungsministerien die Schulen noch immer vor irgendwelche bewusst konstruierten Hürden stellen, die die digitale Lehre erschweren oder direkt unmöglich machen. So ist die Beantragung von Fördergeldern beispielsweise ein bürokratischer Albtraum und stellt Anforderungen, die manche Schulen schlicht nicht leisten können. Wenn man dann noch bedenkt, dass viele Lehrende (besonders die guten) ohnehin schon komplett überarbeitet sind sollte man sich eher darüber wundern, dass der Umstieg mancherorts überhaupt funktioniert hat. Ich würde deshalb darum bitten, dass man die Probleme im Bezug auf Homeschooling als das benennt, was sie sind: Das Resultat vieler Fehlentscheidungen in der Bildungspolitik und nicht ursächlich in den Lehrkräften, die in diesem maroden System arbeiten müssen und oft mehr beitragen, als man von einem einzelnen Menschen eigentlich erwarten sollte.

    Ich wollte natürlich nicht sagen, dass die Lehrkräfte für eine schlechte Unterrichtssituation verantwortlich sind, obwohl es leider einige gibt, die dafür sicherlich eine gewisse Verantwortung tragen - aber eher aus dem Grund, dass sie entweder ohnehin ungeeignet für den Lehrberuf sind oder sich digitaler Lehre gegenüber sperren.

    Die Hauptschuld tragen natürlich die Politik (und damit natürlich auch die Bildungsministerien der Länder), dem stimme ich selbstverständlich zu. Man sollte aber auch die Schulträger (die oftmals auch Städte oder die Landkreise sind) und die einzelnen Schulleitungen beachten, nach meiner Erfahrung klappt die digitale Lehre an unterschiedlichen Schulen oft sehr unterschiedlich gut, obwohl die Anfangsbedingungen im März ähnlich waren.

    Die individuellen Lehrer leiden darunter natürlich wieder, denn sie sind (oft auch aufgrund fehlender Erfahrung/Ausbildung im Bereich digitaler Lehre) darauf angewiesen, dass Schulleitung und Schulträger ein Konzept entwickeln, was teilweise immer noch sehr unzureichend stattfindet.


    Die Schuld dafür liegt zum Teil auch in der Vergangenheit, man hätte eigentlich allen Schulen bereits vor Jahren einen Breitbandanschluss geben müssen. Aber gerade in Kleinstädten und Gemeinden die ohnehin knapp bei Kasse sind und wo die Stadt- bzw. Gemeinderäte oft aus eher älteren Leuten bestehen, wurde teilweise (auch verständlicherweise) nicht eingesehen, warum man denn dafür so viel Geld ausgeben muss.


    TL;DR: Mein Kommentar war nicht als Schulzuweisung an alle Lehrer gedacht, es ist absolut verständlich, dass Lehrkräfte überfordert sind (auch wegen fehlender Möglichkeiten zur Weiterbildung) oder zum Teil nicht die nötigen Mittel für E-Learning haben. Das Problem ist im Großen und Ganzen ein Versagen der Politik auf mehreren Ebenen und der daraus resultierende Status Deutschlands als "digitales Entwicklungsland". Leider sind von diesen negativen Auswirkungen auch oft Schulen betroffen, an denen viele Schüler lernen, die gerade gute Betreuung brauchen (wie Hauptschulen, Gymnasien sind teilweise viel besser ausgestattet). Da kommen wir dann schon fast wieder in den Bereich der durch das Bildungssystem verschärften und geförderten sozialen und intellektuellen Spaltung des Landes, aber das würde glaube ich den Rahmen dieses Themas sprengen.

    "Was denkt ihr, wann stirbt ein Mensch? Wenn er von einer Kugel getroffen wird? Nein. Wenn er am Herzen leidet? Oder eine andere schlimme Krankheit hat? Nein. Wenn er eine Suppe isst, die aus einem giftigen Pilz gekocht wurde? Nein. Man stirbt, wenn man vergessen wird!" ~ Doc Bader

  • Das traurige, da muss erst eine Pandemie erfolgen, damit neue Arten von Impfstoffen, Medikamenten oder andere Medizinische Methoden erforscht und entwickelt werden.


    Eigentlich müssten wir Menschen unsere Verhaltensweisen und Konsumverhalten ändern. Es kann nicht sein das jedesmal Krankheiten von Tieren auf den Menschen überspringen, da wir den Lebensraum bestimmter Tiere zerstören. Auch müssten wir aufhören Viren und Bakterien genetisch, zum negativen, zu verändernden oder wenigstens reglementieren.


    Ich möchte ehrlich gesagt nicht wissen, was für Viren, Bakterien und Parasiten sich in Permafrostböden, Gletschern oder im Eis befinden, die seit der Eiszeit tiefgefroren sind und jetzt nach und nach durch den Klimawandel auftauen oder schmelzen. Hier sehe ich in Zukunft wieder etwas auf uns zukommen. Wir sehen doch schon in Sibirien, wie die Permafrostböden auftauen und schmelzen.


    Wir könnten die Coronazahlen noch besser untern Kontrolle bringen oder hätten unter Kontrolle gebracht werden können, wenn die Personen die gegen Auflagen verstoßen viel härter bestraft werden würden. Höheres Bußgeld oder Haftstrafen. Sobald es ans eigene Geld geht, denken viele anders.

  • Zitat von Quartilein

    Du hast dir diese Frage doch im Prinzip schon im Absatz danach beantwortet: Um weiter Lernimpulse zu setzen und wenigstens eine gewisse Form von Routine zu etablieren. Nicht ohne Grund haben viele Kinder nach den Sommerferien erstmal Probleme damit, wieder zu schreiben. Und auch, wenn wirtschaftliche Gründe für dich kein Argument zu sein scheinen: Doch, auch deswegen. Ich argumentiere nicht, dass man die Leute unbedingt durch G8 prügeln muss, im Gegenteil fände ich sogar, dass man sich eine Schulzeit über G9 hinaus mal ansehen könnte. Wenn man sich aber die aktuelle wirtschaftliche Situation und insbesondere die wachsende Konkurrenz ansieht kann man schon erahnen, was für Herausforderungen da auf Europa zukommen werden und wir Gefahr laufen, technologisch abgehängt zu werden (wenn nicht bereits geschehen). Wenn man in diesem Kontext fordert, dass auch ein Schuljahr zu Zeiten von Corona nicht ungenutzt bleiben sollte (wir reden hier ja nicht von Einzelpersonen, sondern einer ganzen Generation), dann ist das kein Symptom der verschrienen Leistungsgesellschaft (zumindest nicht nur), sondern eben auch der Wunsch danach, uns und unseren Kindern einen gewissen Lebensstandard erhalten zu können.

    Müssen es dann sieben, acht Stunden sein? Ich weiß von mir selbst und anderen, dass man vorm Bildschirm schnell die Konzentration verliert, wenn man komplexen Stoff durchackern muss. Ich kann dafür leicht sechs Stunden in der Uni sitzen (mit Pause) und fühle mich dann um einiges frischer als vorm Desktop.


    Es reicht durchaus aus, wenn man den bereits bekannten Stoff wiederholt und den Schüler*innen wirkliche Freude am Lernen zurückgibt. Man hat von seiner gesamten Schulzeit nichts, was man vom Stoff für sich persönlich mitnehmen kann, wenn man von einem Test zum Nächsten hechtet und Bulimielernen betreibt; also Stoff in sich reinstopft, beim Test hochwürgt und dann nur wenig davon behalten hat. Ich weiß, dass meine ältere Schwester (sie ist um 10 Jahre älter) eine Menge des Stoffs, den ich in der 2., 3. Oberstufe durchgenommen hatte, bei ihr in der Mitte ihres Studiums drankam. Dasselbe berichten vor allem auch ältere Professoren.


    Und weißt du was, damals hat die Wirtschaft auch noch funktioniert, auch wenn man die Leute nicht durch die Schule und das Studium hetzte. Sogar besser als heute. Recht viele, vor allem etwas ältere, Ärzt*innen, die heute bereits praktizieren und fachlich und menschlich gute Ärzt*innen sind, sagen, dass sie nicht wüssten, ob sie heute überhaupt den Aufnahmetest bestehen und durch die ersten Teile des Studiums kommen würden.

    Und ja..., weil alle anderen Länder die Menschen immerzu immer mehr wie Roboter behandeln, müssen wir da mitziehen? Genau das sagst du hiermit im Prinzip. Die Wirtschaft und die Politik muss für die Menschen da sein und ihnen eine Lebensgrundlage schaffen und nicht umgekehrt. Wir sind in diese scheiß Gesellschaft hineingeboren wurden, wo Menschen einfach funktionieren und Betriebe immer höhere Absätze abwerfen müssen, selbst dann, wenn viel mehr dagegenspricht als dafür. Aber nur weil man in dieses System hineingeboren wird, muss man noch lang nicht mitspielen und quasi als "The Devil's Advocat" auftreten.


    Ein Freund von mir ist Sanitäter und das letzte Mal, als ich mit ihm gesprochen habe, hat er von immer kürzeren Ruhepausen zwischen seinen Schichten erzählt und anstatt mehr Personal anzustellen und anzulernen, muss das bestehende Krankenhauspersonal immer mehr Überstunden hinlegen. Weil wirtschaftlicher. Wie es den Menschen geht? Ach, egal.

    Ironischerweise ist es viel unwirtschaftlicher, wenn sich Deutschland bzw. Österreich dem internationalen Trend anpasst, weil es unwirtschaftlicher ist die Leute kaputtzumachen. Irgendwann werden die jedoch krank und das so richtig. Dann sind sie für eine viel längere Zeit im Krankenstand, als sie sonst wären.


    Zitat von Proto-Groudon

    Ich wollte natürlich nicht sagen, dass die Lehrkräfte für eine schlechte Unterrichtssituation verantwortlich sind, obwohl es leider einige gibt, die dafür sicherlich eine gewisse Verantwortung tragen - aber eher aus dem Grund, dass sie entweder ohnehin ungeeignet für den Lehrberuf sind oder sich digitaler Lehre gegenüber sperren

    Naja, ist aber auch kein Wunder. Zum einen ist es für viele Lehrer*innen eine ganz neue Situation und zum anderen ist Distance Learning aus pädagogischer Sicht ein Albtraum. Menschen, und ganz speziell Kinder, bräuchten eigentlich persönlichen Kontakt und es gibt viele Studien dazu, dass Kinder besser lernen je mehr Sinne zum Einsatz kommen und wenn eben auch die zwischenmenschliche Kommunikation gegeben ist und auch gut funktioniert, aka das menschliche Bedürfnis nach Gemeinschaft und Kontakt erfüllt wird und dieses Erlebnis noch als positiv empfunden wird. Außerdem ist Kinderspielzeug nicht umsonst so geschaffen, dass es so viele Sinne wie möglich anspricht und das ist derselbe Grund, weshalb es trotz aller Bemühungen immer noch besser ist einem Kind einen Tannenzapfen in die Hand zu drücken, der eben auch alles eine natürliche Farbe hat, als ein Spielzeug mit glatter Plastikoberfläche und knalligen Farben.


    Dasselbe, wenn man speziell von jüngeren Kindern verlangt, dass die genauso mitkommen wie im Präsenzunterricht und der Bildschirm die menschliche Kommunikation und das Gemeinschaftsbedürfnis ersetzen soll. Wenn du in der Volksschule unterrichtest, beschränkt sich deine Kommunikation mit den Kindern nicht nur auf den Unterricht. Wenn die Kinder für sich lernen und arbeiten, gehst du durch und hockst dich mal hier, mal da zu einem Kind, berührst es an der Schulter, fragst, ob es Hilfe braucht oder lobst es. Digitales Lernen und digitale Kommunikation ist dagegen eben sehr ... naja menschlich kalt. Unter diesen Voraussetzungen sollte man wirklich keinen neuen Stoff durchnehmen und wie gehabt fortfahren, aber genau das wird ja erwartet.

    Mit Volksschulkindern aufgrund genannter Argumente nicht und Ältere nicht; die haben dazu mit komplexerem und auch mehr Stoff zu tun, bei dem die Eltern oft gar nicht mehr helfen können. Der Stoff an sich ist in der Volksschule oft nicht das Problem; es sei denn du hast es mit einem Elternhaus zu tun, in dem kaum ein Wort Deutsch gesprochen wird.


    Bevor ich nun krankgeschrieben worden war, hatte ich mit solch einer Familie zu tun und der Junge leidet im Moment sehr darunter, dass ich ihm nun auch keine Nachhilfe mehr geben kann. Und speziell Kinder, die sich schwertun und bei denen in der Familie zusätzlich noch kein Deutsch gesprochen wird*, brauchen die Face to Face-Betreuung nunmal mehr als alle anderen und nicht noch eine zusätzliche Belastung.


    Ich sag jetzt nicht, dass man Schulen auf jeden Fall offenlassen muss, aber neuen Stoff wie gehabt durchzuprügeln lässt viele Schüler*innen zurück, wenn die nur auf die Glotze starren und eine Stimme, bestenfalls noch ein Gesicht am Bildschirm sieht, ist es etwas ganz anderes, als wenn man in der Klasse sitzt und persönlich mit jeder Person und dem ganzen Klassenraum interagieren kann. Nur meine pädagogischen zwei Cent dazu ...


    * Ich kritisiere das btw nicht. Ich befürworte es sogar. Es ist viel besser, wenn daheim Türkisch gesprochen wird, das auch regelmäßig den Kontakt zur Muttersprache aufrechterhält, und es dafür ein schönes, korrektes Türkisch ist, als wenn die Eltern dem Kind grammatikalisch inkorrektes, und auch von der Lautgebung falsch ausgesprochenes, Deutsch beibringen. Speziell dann, wenn das Kind für Wochen und Monate hinweg kaum Kontakt zu Freund*innen hat, deren Muttersprache Deutsch ist. Klar, im Home Schooling ist die Unterrichtssprache Deutsch, aber es ist halt was anderes, wenn man es im Alltag benutzt.

    Ich hab schon mit dem einen Kind sehr viel zu tun gehabt, weil die Eltern daheim sehr gebrochenes Deutsch gesprochen und auf ihre Kinder abgefärbt haben. Und die können eben auch in der Volksschule nicht helfen. Wer die Unterrichtssprache nicht sattelfest beherrscht, versteht auch nicht, was die Mathe- oder Sachunterrichtsaufgabe von dir will.


    Das ist vielleicht anderen egal, aber gerade in den Großstädten, und Wien ist da keine Ausnahme, sitzen in manchen Schulen nicht ein oder zwei Kinder, die die Unterrichtssprache unzureichend beherrschen, sondern zu Teilen ein Drittel der Klasse. Nein, ich hab jetzt keine Statistik dafür, aber ich weiß halt von anderen, dass die sagen, sie haben ein Drittel oder mehr bei sich sitzen, die nichtmal den Kern der Aufgaben erfassen uä.

    I'm not even joking, speziell in so einigen Hauptschulen ist das ein großes Problem, dass die Kinder zwar im Alltag ausreichend Deutsch sprechen, aber nicht sinnerfassend lesen können, aber so werden diesen Kindern, wenn sie die Neunte abschließen, jeglicher Zugang zu Gymnasien und damit in Folge zu Hochschulen und Universitäten immens erschwert, obwohl die genauso großes Potential haben oder hätten.


    Bei den neuen Home Schooling / Distance Learning-Verordnungen, die da getroffen werden, haben jeweilige Politiker*innen anscheinend Großteils die weiße aka österreichische Mittel- und Oberschicht (oder jene, die meist schon in zweiter, dritter Generation hier sind) vor Augen, die ihre Kinder aufs Gymnasium schicken, und bei denen jedes Kind selbstverständlich ein ruhiges, eigenes Zimmer und einen eigenen Laptop besitzen.

    Und auch Kinder aus österreichischen Familien, die "bildungsfern" und aus anderen Gründen an der Armutsgrenze sind, haben es da sehr schwer. Ich hab zwar geschafft meine Matura zu machen und dann zu studieren, aber andere, die sich an der Armutsgrenze befinden, schaffen es halt nicht. Auf all diese Menschen wird jetzt vollkommen ge... you know what I wanna say.
    All diese Familien haben auch Druck, Stress und psychische Belastungen, die sich die (weiße) Mittel- und Oberschicht gar nicht vorstellen kann, oder eben Familien, in denen es auch zwischenmenschlich viel besser läuft. Der Corona-(Schul)Stress gibt denen noch das Letzte.

  • Müssen es dann sieben, acht Stunden sein? Ich weiß von mir selbst und anderen, dass man vorm Bildschirm schnell die Konzentration verliert, wenn man komplexen Stoff durchackern muss. Ich kann dafür leicht sechs Stunden in der Uni sitzen (mit Pause) und fühle mich dann um einiges frischer als vorm Desktop.

    Bin mir jetzt gerade nicht so ganz sicher, was du mir damit sagen willst. Sowas liegt doch meistens eher daran, dass man Lern- und Freizeit nicht sauber voneinander abgrenzt (also sprich, neben der Vorlesung noch den Browser offen hat oder dergleichen). Ansonsten würde ich aber behaupten, kann man in Präsenz genau so leicht die Konzentration verlieren wie online. Bei Aufzeichnungen hast du darüber hinaus noch den Vorteil, zurückspulen zu können, wenn du mal zwischendrin abgeschaltet hast. In Anbetracht dessen, dass sich niemand 90 Minuten am Stück konzentrieren kann, selbst bei Präsenz, sind Videos dem gegenüber also eigentlich vorzuziehen, sofern man das konsequent einhält. Da es hier um Kinder geht, ist Letzteres natürlich ein Problem.


    Es reicht durchaus aus, wenn man den bereits bekannten Stoff wiederholt und den Schüler*innen wirkliche Freude am Lernen zurückgibt. Man hat von seiner gesamten Schulzeit nichts, was man vom Stoff für sich persönlich mitnehmen kann, wenn man von einem Test zum Nächsten hechtet und Bulimielernen betreibt; also Stoff in sich reinstopft, beim Test hochwürgt und dann nur wenig davon behalten hat.

    Ich habe ja bereits selbst für eine Entzerrung argumentiert, das soll auch gar nicht der Punkt sein. Ich ging erstens davon aus, dass du von einer kompletten Aufhebung des Unterrichts sprichst und habe mich auch nur darauf bezogen. In dem Corona-Jahr Stoff zu wiederholen und die Schüler verinnerlichen zu lassen betrachte ich durchaus noch als Unterricht und entspricht dem, was ich unter "Homeschooling + Schuljahr wiederholen" zusammengefasst habe. Ich würde hier noch argumentieren, dass es ganz ohne neuen Stoff nicht geht, da ansonsten irgendwann schlicht die Lernimpulse fehlen würden. Aber dass du über Homeschooling sowieso nicht die Menge an Stoff vermitteln kannst, die eigentlich auf dem Lehrplan vorgesehen ist, ist eigentlich spätestens seit dem ersten Lockdown bekannt.


    Und weißt du was, damals hat die Wirtschaft auch noch funktioniert, auch wenn man die Leute nicht durch die Schule und das Studium hetzte. Sogar besser als heute. Recht viele, vor allem etwas ältere, Ärzt*innen, die heute bereits praktizieren und fachlich und menschlich gute Ärzt*innen sind, sagen, dass sie nicht wüssten, ob sie heute überhaupt den Aufnahmetest bestehen und durch die ersten Teile des Studiums kommen würden.

    And.. your point is? Es kann nicht sein, dass die Welt in den letzten Jahrzehnten immer komplexer wurde (und das nicht linear) und Geld heutzutage anders erwirtschaftet wird? Klar, die Situation früher war eine andere, da hat man nach der Schule einen Beruf gelernt und hatte dann gute Chancen auf ein komfortables Leben. Warum das heute anders ist und was man dagegen tun kann, will ich jetzt mal nicht weiter vertiefen. Dass die Lösung auf diese Fragen aber tiefer geht als die bloße Entzerrung der Schulzeit ist evident.


    Und ja..., weil alle anderen Länder die Menschen immerzu immer mehr wie Roboter behandeln, müssen wir da mitziehen? Genau das sagst du hiermit im Prinzip. Die Wirtschaft und die Politik muss für die Menschen da sein und ihnen eine Lebensgrundlage schaffen und nicht umgekehrt. Wir sind in diese scheiß Gesellschaft hineingeboren wurden, wo Menschen einfach funktionieren und Betriebe immer höhere Absätze abwerfen müssen, selbst dann, wenn viel mehr dagegenspricht als dafür. Aber nur weil man in dieses System hineingeboren wird, muss man noch lang nicht mitspielen und quasi als "The Devil's Advocat" auftreten.

    Auch wenn ich dir da im Kern zustimme: Da wir von diesen anderen Ländern abhängig sind und damit bereits das Kapitalismus-Spiel mitspielen, haben wir da aktuell nicht wirklich eine Wahl. Der Gedanke sich ohne Probleme von der Weltwirtschaft abkoppeln zu können ist allgemein ziemlich realitätsfremd. Das bedeutet logischerweise nicht, dass man direkt einen auf China machen muss, aber es heißt, dass es immer schwieriger wird, eine funktionierende Gesellschaft (zu der ich insbesondere auch die Sozialsysteme, gute Arbeitsbedingungen und eine geringe soziale Spannung dazuzähle) aufrechtzuerhalten und zunehmend Kompromisse eingehen zu müssen. Wie oben bereits gesagt: Man kann sicher etwas tun, um dem noch länger entgegenzuwirken und man kann natürlich auch eine gesellschaftliche Transformation anstreben, die diese Probleme löst. Da dann aber ausgerechnet als Erstes bei der Schulzeit anzusetzen und den Kindern ein Jahr wegzunehmen (again, ich ging von einer ersatzlosen Streichung aus) würde die Probleme wohl eher noch verschlimmern.

  • Zitat von Quartilein

    And.. your point is?

    Im Gesamten: Dass es wieder mal Familien der Oberschicht sind, die besser für Homelearning und einen Lockdown aufgestellt sind und Politiker*innen, die per se schon oft weltfremd wie sonstwas sind und keine Ahnung haben, wie die Lebensrealität anderer aussieht, bei all den Regelungen, die sie beschließen, eben eine solche Familie in ihrem Reihenhäuschen mit Zimmer und richtig guten Laptop für jedes Kind, vor Augen haben. Schon alleine die Schulen, auf die solche Familien ihre Kinderfür gewöhnlich schicken, sind mit viel besserem Equipment ausgestattet, als eine Hauptschule im 16ten. Sorry, isso. Aber in der Politik hat man tolle Schulen vor Augen, wo es gutes, technisches Equipment gibt, so gut wie alle Schüler*innen perfektes Deutsch sprechen und einen eigenen Laptop und ein eigenes Zimmer haben.

    Wenn man alles, wie gehabt, fortsetzt und ohne Rücksicht auf Verlust einfach den Stoff durchzieht, sind das halt nicht der Anteil der Schüler*innen, die die Klasse wiederholen müssen, den es jedes Jahr gibt und die Schüler*innen aus bereits finanziell gut gestellten Familien, bauen ihren Vorteil anderen gegenüber immer mehr und mehr aus.


    Das macht jetzt nicht nur bei Schüler*innen Halt. Ein Freund von mir hat kein Problem ein Studienjahr länger zu brauchen, aber der ist auch nicht auf Studienbeihilfe angewiesen und auch nicht darauf, dass er nebenbei arbeitet. Viele andere sind das jedoch und wenn man so fortfährt, als wäre nichts, dann zahlen wieder nur diejenigen, die ohnehin schon mittellos sind und auch mit mehr privaten Problemen etc. zu kämpfen haben, in der Pandemie nochmal extra drauf. Wir haben ohnehin schon eine geringe Durchlässigkeit, die es Leuten aus ärmeren und bildungsfernen Schichten erlaubt, weiterzukommen und wie mit dem gesamten Bildungsbereich in der Pandemie umgegangen wird, verschlimmert diese nur noch.

  • Kurzer Corona RANT

    Heute früh vor der Arbeit steh ich gute 2 Meter neben der Bushalte und hab noch bischen die Morgen Luft genoßen.
    Kommt eine alte Zimpe von rechts und brüllt regelrecht "MASKE AUFSETZTEN AUCH AN DER HALTESTELLE"
    es war 5:40 morgens und ich dachte mir nur so "=_= WAS WILLST DU???"

    Ich wohn ziemlich abseits vom Schuss und die Haltestelle ist echt mitten in nem Wald Stück und vor einem Waldstück. Außer mir war nur noch diese Dame an der Haltestelle. Und wie gesagt ich stand gute 2 Meter entfernt davon (mal wieder zur früh los gegangen also hatte ich noch zeit bischen "spazieren" zu gehen neben der Haltestelle")

    Also ich finds einfach nur noch übertrieben ^^' ganz ehrlich. wurde auch letztens total blöd angemacht, weil ich meine Maske zum nießen & anschließenden Schneutzen kurz runter gemacht habe.
    Ich hab in ein sehr dickes Taschentuch (ich hab ne Dauerallergie und hab immer was zum rein nießen dabei) + in meine Armbeuge genießt, weil ich den Rotz nicht die ganze Zeit einatmen will (srsly das ist voll ekelig!!)

    Das Taschentuch ist auf JEDEN Fall dicker als mein Mundschutz also hab ich das Problem in dem Moment nicht verstanden.


    Abgesehen davon ist meine Meinung zu den masken, seit ich eben arbeite wo ich gerade arbeite klar, aber das ist ein anderes Thema.

    Wollte nur sagen, das die Leute echt mal bischen runter kommen können!

  • Also ich finds einfach nur noch übertrieben ^^' ganz ehrlich. wurde auch letztens total blöd angemacht, weil ich meine Maske zum nießen & anschließenden Schneutzen kurz runter gemacht habe.

    Heutzutage doch nichts ungewöhnliches mehr, ich sage seit März, dass das Virus ohne dass man es hat aufs Hirn schlägt.

    Sowohl bei den Verschwörungstheoretikern, als auch bei denen, die alles befürworten.


    Ich sag nur bei uns auf dem Betriebsgelände 200m Luftlinie, KEINE Person zu sehen, was passiert, mein Kollege wird gefilmt, da er ja die Maske zu tragen hat.

    Sorry, einfach nur noch unverständlich, klar wenn man sich näher kommt sollte man die Maske aufziehen, nur wenn 200m Luftlinie von allen Seiten keine Person ist, dann sehe ich nicht den Sinn darin die Maske aufzuziehen, es reicht in meinen Augen, wenn man in dem Fall die Maske einfach unterm Kinn hat (wenn im Falle eines Falles es doch zu einer Unterhaltung kommt, dass man die Maske aufzieht, aber auch hier kann ich nur die Augen drehen, frische Luft und 99% der Leute stehen eh schon auf über 2m Abstand).


    Sorry, dass ich das so übertrieben jetzt ausdrücke, aber ich kann mittlerweile auch nur noch den Kopf schütteln wenn der Nachabr palmewedelnd am Fenster steht, weil er die heiße Nachabrin sieht, aber nicht weil Sie so heiß aussieht, sondern weil er die nächste Möglichkeit wittert, mal Meldung zu machen, da sich zwei Nachbarn unterhalten.

    Ist was für ein Glück in meiner Gegend noch nicht passiert (btw. in meiner Gegend ist man sich einig, Schutz muss schon sein, aber wer meint auf Stasi machen zu müssen, wird ausgegrenzt), aber habe es von einem Kollegen gehört, da wurde der Nachbar beeinzigt, weil der nächstgelegene Nachbar, Meldung gemacht hat, dass jemand der nicht zum Familienkreis gehört das Haus betreten hat.


    Einige scheinen noch nicht ganz begriffen zu haben, was das für gesellschaftliche Probleme geben wird (natürlich soll man sich weiterhin schützen).

  • nur wenn 200m Luftlinie von allen Seiten keine Person ist, dann sehe ich nicht den Sinn darin die Maske aufzuziehen

    Dito. Gerade auf offenen Flächen, also wo man nicht in Gassen unterwegs ist und plötzlich einer um die Ecke kommen kann. Ein Grund wieso wir den Schülern in der Pause erlauben, dass sie die Maske runterziehen dürfen, wenn sie sich einfach irgendwo auf der Wiese oder in einer Ecke fernab vom Rest hinsetzen und ihre Ruhe haben möchten. Allein aus Motivationsgründen, weil sie sich dann auch viel besser an die Maskenpflicht im Klassenzimmer halten, wenn sie wissen, dass sie, wo es geht, diese auch runterziehen dürfen.


    Das mit den Nachbarn ist aber tatsächlich etwas befremdlich. Letztendlich sind sowohl der Nachbar als auch dessen Besuch erwachsene Menschen, die ihre Situation selber abschätzen können. Und ich bleibe dabei: Solang ich auf der Arbeit mit vierzig Menschen Kontakt am Tag haben darf, werde ich unter kontrollierbaren Umständen (also mein Haus und MEINE Wahl, wer mich besuchen kann) auch mehr als nur einen Haushalt empfangen können. Heißt jetzt nicht, dass man jeden Tag rotiert und mit einem Besuchs-Adventskalender startet (wer steht heute hinterm Türchen???), aber habe vollstes Verständnis dafür, wenn sich jemand nicht an die aktuellen Empfehlungen halten kann. Ich habe nächste Woche z.B. eine Arbeitskollegin im Haus, weil wir entschieden haben lieber in Ruhe bei mir zu Hause im Home Office was zu bearbeiten, statt im Büro, wo Durchgangsverkehr herrscht und man gezwungenermaßen an mindestens fünf Menschen vorbei muss, bis man alleine in einem Raum hockt. Individuelle Situationen können bei jedem sein und solang eben nicht jeden Tag wer anderes beim Nachbarn vor der Tür steht und man sich fragen muss, ob das nicht im Treppenhaus langsam andere auch gefährdet, sehe ich keinen Grund irgendwen zu belästigen.


    Aber gute Ausrede, um meine Verwandten fern zu halten :^)

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    Signatur by polskaaaviolet | Schneeflocke by short king

    Driftlon hatte einen Mund-Nasen-Schutz bevor es cool war.

  • Bundestag und Bundesrat wollen heute das neue Infektionsschutzgesetz verabschieden. Schon vor Beginn der Bundestagssitzung haben zahlreiche Menschen im Berliner Regierungsviertel gegen die Corona-Einschränkungen protestiert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich am Morgen etwa 2000 Menschen am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni. Die Stimmung sei bislang ruhig, hieß es. Mehrere angemeldete Demonstrationen direkt vor dem Reichstagsgebäude im sogenannten befriedeten Bezirk hatte das Bundesinnenministerium verboten. Die Polizei sperrte den Bereich daher weiträumig ab.

    Für die stattfindende Demonstration gelten Bestimmungen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten von Abstand. Bis zu 2200 Polizist:innen sind im Einsatz, darunter Unterstützung aus neun weiteren Bundesländern und von der Bundespolizei.

    Die Große Koalition will möglichst schnell eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes durch den Bundestag bringen. Die Änderung hat vor allem ein Ziel: Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, welche bislang von der Regierung per Verordnung erlassen wurden, sollen gesetzlich untermauert werden - was mehr Rechtssicherheit schaffen soll. Die erste Lesung war am 6. November, jetzt zieht man die zweite und dritte Lesung an einem Termin durch. Am Nachmittag folgt eine Sondersitzung des Bundesrats, der ebenfalls zustimmen muss. Eventuell soll der Bundespräsident dann am Abend das Ganze unterschreiben.

    WAs denkt ihr, brauchen wir ein Infektionsschutzgesetz oder nicht?